- Deutsches Historisches Museum

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- Deutsches Historisches Museum
Berlin, 10. Dezember 2015
DER PRÄSIDENT
MEDIEN UND KOMMUNIKTION
PRESSEMITTEILUNG
INGOLF KERN
DR. STEFANIE HEINLEIN (Stv.)
Geflüchtete als Guides auf der Berliner Museumsinsel
Staatliche Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer
Kulturbesitz und Deutsches Historisches Museum starten
Pilotprojekt „Multaka: Treffpunkt Museum“
Telefon: +49 30 266-41 14 40
[email protected]
www.preussischer-kulturbesitz.de
STAATLICHE MUSEEN ZU BERLIN
PRESSESTELLE
Insgesamt 19 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak werden als MuseumsGuides fortgebildet, um Landsleute in ihrer Muttersprache durch das Pergamonmuseum, das Bode-Museum und das Deutsche Historische Museum führen zu können. Der Titel des Projekts ist programmatisch: „Multaka“ bedeutet auf Arabisch „Treffpunkt“ und steht für den Austausch verschiedener kultureller und historischer Erfahrungen. Es geht aber auch
um Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland, Syrien und dem Irak. Dem
Museum für Islamische Kunst, dem Vorderasiatischen Museum, der
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst sowie dem
Deutschen Historischen Museum geht es um eine große kulturhistorische
und epochenübergreifende Erzählung, die die Chance bietet, Verbindungslinien zwischen den Herkunftsländern der Geflüchteten und dem
Aufnahmeland zu finden. Die Museen wollen den Flüchtlingen helfen,
soziale und kulturelle Anknüpfungspunkte zu finden, um in Deutschland
ankommen zu können.
Mechtild Kronenberg
Telefon: +49 30 266-42 34 02
[email protected]
MUSEUM FÜR ISLAMISCHE KUNST
Prof. Dr. Stefan Weber
Direktor
Telefon: +49 30 266-42-52 00
[email protected]
SONJA TRAUTMANN
PRESSE- UND ÖFFENTLCHKEITSARBEIT
Telefon: +49 30 203 04 411
[email protected]
www.dhm.de
Das Projekt wurde vom Museum für Islamische Kunst der Staatlichen
Museen zu Berlin entwickelt. Es wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend gefördert. Unterstützung kommt auch von der Schering Stiftung, den Freunden des Museums für Islamische Kunst und dem Syrian
Heritage Archive Project.
Die neuen Guides nehmen zunächst an einem inhaltlichen und didaktischen Training teil. Ab Dezember bieten sie regelmäßig Ausstellungsgespräche in ihrer Muttersprache in den Museen an, in denen sie ihre persönliche Haltung und Sichtweise zu den in Berlin ausgestellten Werken
spiegeln werden. Bei den einstündigen Rundgängen beschäftigen sich die
Guides mit der Kulturgeschichte ihres Herkunftslandes, aber auch mit der
christlichen Ikonographie und den Eckpfeilern deutscher Geschichte.
Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger,
nannte das Projekt beispielgebend für die deutsche Museumslandschaft:
„Die Geflüchteten führen durch die eigene und durch fremde Geschichte.
Wir sagen nicht, dass wir damit das ultimative Rezept für Integration er-
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funden haben, aber Geflüchtete erfahren Stärke durch Bildung und durch
Anerkennung ihrer kulturellen Identität, die uns viel bedeutet. Und sie
beschäftigen sich mit unserer Kultur, unserem Weg durch die Jahrhunderte. Daraus kann im besten Falle Toleranz und Mut zur Verständigung
erwachsen.“
Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin,
sagt: „Das Multaka-Projekt ist eine besondere Gelegenheit, die Objektvielfalt auf der Museumsinsel in assoziierten Gesprächen zu erfahren. Im
Vordergrund steht dabei nicht die klassische Museumsführung, sondern
ein Austausch von Menschen mit ähnlichem Erfahrungshintergrund. Multaka ist somit eine Chance, neue Wege von Verständigung und Akzeptanz in einer heterogenen und ethnisch vielfältigen Gesellschaft zu gehen.“ Ab Januar 2016 soll auch das einheimische Publikum in das Projekt
einbezogen werden.
Die im Museum für Islamische Kunst und im Vorderasiatischen Museum ausgestellten syrischen und irakischen Kulturgüter sind herausragende Zeugnisse der Menschheitsgeschichte. Die Flüchtlinge sollen erfahren, welche Wertschätzung diesen Kulturschätzen aus der alten Heimat von den Berliner Museen entgegengebracht wird. Die Führungen in
der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst verweisen auf die religionsübergreifenden Wurzeln und die gemeinsamen
Ursprünge der drei Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum. Kulturen im östlichen Mittelmeerraum waren durch die Jahrhunderte bestimmt durch religiös und ethnisch plurale Gesellschaften, die heute in
Gefahr sind. Museen sind Erinnerungsorte einer gemeinsamen Vergangenheit.
Das Deutsche Historische Museum wiederum will den Flüchtlingen eine
Annäherung an die deutsche Kultur und Geschichte mit samt ihrer Krisen
und Erneuerungsbewegungen ermöglichen. Vor allem die Zeit nach dem
Zweiten Weltkrieg, mit dem sich anschließenden Wiederaufbau, steht hier
im Zentrum der Führungen: ein Hoffnungsschimmer, dass mit den Zerstörungen im Irak und Syrien die Geschichte nicht endet. „Das Deutsche
Historische Museum ist ein offenes Haus für alle Menschen. Mit diesem
ambitionierten Projekt haben wir nun die Möglichkeit, unsere bereits laufenden Programme für Flüchtlinge sinnvoll und zielgerichtet zu erweitern.
Wir freuen uns daher sehr, dass sich die syrischen und irakischen Flüchtlinge so zahlreich für die Ausbildung im Deutschen Historischen Museum
entschieden haben und damit geflüchteten Menschen Kenntnisse zur
Berlin, 10. Dezember 2015
deutschen Geschichte, Deutschland und den Deutschen vermittelt werden
können“, sagt der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum,
Alexander Koch.
Weitere kostenfreie Workshops für geflüchtete Kinder und Familien sowie
Führungen für Flüchtlingsgruppen werden im Rahmen des „Willkommensangebots“ der Staatlichen Museen zu Berlin angeboten. Informationen beim Referat Bildung, Vermittlung, Besucherdienste unter
[email protected] Als Empfänger von Transferleistungen erhalten
Geflüchtete freien Eintritt in die Staatlichen Museen zu Berlin.
Auch das Deutsche Historische Museum bietet Geflüchteten kostenfreien
Eintritt und ein speziell entwickeltes Führungsprogramm in deutscher,
englischer und französischer Sprache an, das unter [email protected]
gebucht werden kann.
„Multaka: Treffpunkt Museum“ findet jeden Mittwoch um 15 Uhr in folgenden Museen statt:

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Pergamonmuseum – Staatliche Museen zu Berlin (für Gespräche
im Museum für Islamische Kunst und im Vorderasiatisches Museum), Bodestraße, 10117 Berlin
Bode-Museum (für Gespräche in der Skulpturensammlung und
Museum für Byzantinische Kunst), Monbijoubrücke, 10117 Berlin
Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin
Treffpunkt sind jeweils die Kassen/Informationen der Museen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen:
Staatliche Museen zu Berlin
Tel.: 030 / 266 424242 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)
www.smb.museum
facebook.com/MultakaTreffpunktMuseum
Berlin, 10. Dezember 2015
Projektförderung: