Ausgabe 23

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Ausgabe 23
7. Juni 2000 - Jahrgang 6
Ausgabe 23 - kostenlos
Volle Informationsdeckung
DIALOG will die Universität mit neuem Öffentlichkeitskonzept in allen Medien repräsentieren
2
NDL I wird
umstrukturiert
6
Bestseller-Autor als
Poetik-Prof
Von Frank Gundermann
Das Ende ist nah - zumindest für den
DIALOG. Am Dienstag, den 27. Juni,
wird die Universitätszeitung zum letzten Mal erscheinen. Dann ist Schluss,
nach 14 Jahren und rund 80 Ausgaben.
Für Chefredakteur Günter Barthenheier, gleichzeitig Leiter des Referats
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, kein
Grund zur Trauer. Denn: „Wir werden
den DIALOG in mehrere Print- und
Online-Informationsangebote splitten”,
sagt der 57-Jährige.
Schon lange habe er sich mit dem
Gedanken getragen „die journalistische
Quadratur des Kreises” der Zeitung zu
durchbrechen. Zu groß sei die Kluft
zwischen den Informationsbedürfnissen der unterschiedlichen Zielgruppen
gewesen. Auf der einen Seite Studenten, auf der anderen Professoren, Wissenschaftler und Universitätsförderer.
„Wir konnten nicht jedem etwas anbieten, dafür war unsere Crew einfach zu
klein”, so Barthenheier. Vor allem der
häufige Wechsel freier Mitarbeiter und
die knappen finanziellen Mittel machten dem Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu schaffen. Trotzdem habe
man es geschafft, einen qualitativ „soliden Inhalt” zu bieten.
Guter Inhalt,
schwaches Layout
Die Würfel sind gefallen !
Karl auch. Bei einem
schweren Sturz zertümmerte sich der rückfällig gewordene Ex-Alkoholiker den
linken Arm. Seitdem trinkt
er gegen die Schmerzen an
und zockt zum Zeitvertreib.
Mehr lest Ihr auf Seite 3.
Problematisch sei jedoch die Präsentationsform gewesen. „Von Universitätsförderern und -freunden haben wir
oft gehört, dass die Aufmachung im
Widerspruch zu den Artikeln stehe.”
Mit dem Layout sei man bislang hinter
den modernen technologischen Standards zurückgeblieben. Die von Lesern
geäußerte Kritik habe sich daher meist
auf die Papierqualität sowie die Zeitungsaufmachung und nicht auf den
Inhalt bezogen. Seit er ab 1994 im halben Berliner Format erschien, litt der
DIALOG unter dem Stigma, optisch
einer Wegwerf-Postille zu gleichen.
Gießkannen-Prinzip des DIALOG, alle
Universitätsbereiche flächendeckend zu
bedienen, gebe man auf.
Herzstück der vorgesehenen Informationsangebote wird ein rund 36 bis 48
Seiten starkes Uni-Magazin im Zweibis Vier-Farbendruck sein, das einmal
pro Semester erscheinen soll.
Zielgruppe sind ausschließlich Wissenschaftler, Politiker sowie Förderer der
Universität. „Über die Auflagenstärke
lässt sich momentan noch nichts
Genaues sagen, außer dass sie bedeutend geringer sein wird als beim DIALOG mit seinen zuletzt 7.500 Exemplaren”, konstatiert der Referatsleiter.
Autorenbeiträge zu
Forschung und Lehre
Veraltetes Layout und zu breit gefächerte Themen luden nicht zum Lesen der
Uni-Zeitung ein. Jetzt soll es die Informationen gesplittet geben.
Foto: fg
„Bei der Ausgabe 1/2000 haben wir die
Papierqualität verbessern lassen, die
Seiten waren dicker, die Farbe heller”,
erklärt Günter Barthenheier. Allerdings
seien dadurch auch die Druckkosten
gestiegen.
Ein neues, umfassenderes Konzept
musste her. Der entscheidende Impuls
für eine Überarbeitung der aktuellen
Universitätsberichterstattung ging vom
neuen DIALOG-Herausgeber, Universitätsrektor
Professor
Godehard
Ruppert aus. In seiner Wahlkampfrede
Anfang Februar sprach sich der
Theologe für eine modernere und effektivere Öffentlichkeitsarbeit aus.
Für Barthenheier die Möglichkeit, seine
„langgetragenen Vorstellungen” zu realisieren - in Zusammenarbeit mit Prof.
Ruppert, wie er betont. Gemeinsam
wollen sie das Produkt „Otto-FriedrichUniversität” besser und zielgruppenge-
nauer präsentieren - mit einem ganzen
Paket neuer Informationsangebote.
„Einmal im Monat wollen wir ein achtbis zehnseitiges Service-Mitteilungsblatt kostenlos auslegen.” Schwerpunkte: Termine, Vortragsreihen, städtische Veranstaltungen und auch kurze
Artikel zum Universitätsgeschehen.
Tagesaktuelle Nachrichten, kurz und
knapp aufbereitet, können sich Studierende als eine Art Newsletter per EMail bestellen. Die bisherige Universitäts-Homepage der Pressestelle ist
der Berichterstattung über Politikerbesuche und anderen Uni-Großereignissen vorbehalten.
Für den eingestampften DIALOG wird
es keinen direkten Ersatz geben - sein
Aufgabenbereich soll in den neuen
Sparten verteilt werden. „Wir werden
schärfer entlang des Universitätsprofils
selektieren”, so Barthenheier. Das
Den Inhalt wolle er vor allem mit wisssenschaftlichen Autorenbeiträgen zu
Forschung und Lehre füllen. „Das
Magazin wird keine Konkurrenz zu den
bestehenden regionalen und überregionalen
Infotainment-Studentenzeitschriften und -zeitungen darstellen.”
Falls es ausgelegt werde, dann nur in
geringer Stückzahl und an ausgesuchten Orten. Denn: „Offen ist auch noch,
ob es etwas kostet.” Zwar soll das
Magazin jeweils zu einem Drittel durch
Universitätsgelder, externe Spenden
und Image-Anzeigen finanziert werden.
Reichen die Einnahmen aber nicht aus,
dann sei ein Preis von „drei bis sieben
Mark denkbar.”
„Die vorlesungsfreie Zeit wollen wir
als Pilotphase für die Online-Projekte
nutzen”, sagt Barthenheier. Das monatliche Mitteilungsblatt und das UniMagazin werden dann erstmals zu
Beginn des Wintersemesters vorgestellt. „Wenn alles klappt, erfolgt die
Präsentation des Magazins vielleicht
schon am 17. November, dem Dies
Academicus”,
so
Barthenheiers
Traumvorstellung.
„Wir wollen mit einem Paukenschlag
erscheinen!”
Wo früher mein Auto stand...
Riesenbaustelle soll in einem Jahr als Rechenzentrum den Studenten Einlass gewähren
6
Tanja Kinkel im
Interview
10
Musik online - aus
Bamberg!
12
Open-Air-Festival
auf dem Domplatz
(ela) Der Ärger um die begrenzten
Parkmöglichkeiten oder die Lärm- und
Staubbelästigung vor dem Universitätsgebäude in der Feldkirchenstraße wird
Mitte nächsten Jahres ein Ende haben.
Dann soll der Neubau des Rechenzentrums der Universität übergeben werden.
„Bei diesem Bauprojekt handelt es sich
um ein so genanntes drittvorfinanziertes Vorhaben”, erklärt Dr. Rudolf
Gardill, Leiter des Rechenzentrums.
Das heißt, das Gebäude wird vom Staat
in Raten abgezahlt, gehört aber bis
dahin der Baufirma. Somit kann die
Universität erst 2020 das etwa elf
Millionen Mark teure Rechenzentrum
ihr Eigen nennen.
Die Planungen hingegen begannen
schon vor etwa zehn Jahren, und Rudolf
Gardill hofft, dass Ende 2001 das neue
Gebäude vollständig eingerichtet ist.
„Im Rahmen der Einrichtung wird einiges modernisiert”, erzählt er, doch auch
jetzt sei das Zentrum schon gut ausge-
stattet, da immer wieder neue Technik
installiert werde. Den größten Vorteil
zieht das Rechenzentrum aus dem
Platzgewinn. Ihm steht dann mit 1400
Quadratmetern fast dreimal soviel Platz
wie bisher zur Verfügung. Besonders
für die studentischen Hilfskräfte bedeutet dies eine große Erleichterung, da
ihnen bessere Arbeitsplätze geboten
werden können.
Zentralisierte
Betreuungsbereiche
Einzelne Betreuungsbereiche, zum
Beispiel für Hard- oder Software, die
bislang über mehrere Gänge in der Feki
verstreut waren, werden dann zentralisiert sein und so eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Bereichen
ermöglichen. Das geräumige neue
Gebäude wir dauch viele neue Lagermöglichkeiten bieten. Alte Computer,
aus denen Ersatzteile gewonnen werden
Mitte nächsten Jahres soll das Rechenzentrum fertig sein und der Universität
Foto: fg
übergeben werden. Der Einzug ist Ende 2001 geplant
können, finden nun einen Aufbewahrungsort. Wichtige Daten können täglich auf Band in einen feuersicheren
Raum ausgelagert werden, was die
Datensicherheit erheblich erhöht. sDas
dreistöckige Gebäude wird Platz für
Besprechungs- und Seminarräume bieten, in denen interne Schulungen stattfinden sollen.
Fortsetzung Seite 2
PRESSESTELLE.
Fortsetzung von Seite 1
Ein Vorbereitungsraum für Dozenten
sowie ein Telekonferenzraum, der auch
einem größeren Benutzerkreis zugänglich gemacht werden kann, ist eingeplant.
Den Nutzern der CIP-Pools soll im neuen Rechenzentrum eine Hilfskraft zur
Seite stehen, die direkt am Eingang als
Ansprechperson für alle Studenten, die
Computerprobleme haben, erreichbar
sein wird. „Der Service kann sich aber
nur dann entscheidend verbessern,
wenn genügend Hilfskräfte vorhanden
sind”, räumt Gardill ein. Klimatisierte
und verdunkelte Pools machen das
Arbeiten am Computer für die
Studenten angenehmer.
Deutsch für „Anfänger“
Statt einer großen Grundlagenvorlesung soll es ab dem WS 00/01 mehrere kleine Seminare geben
Geschlossenes
Erscheinungsbild
Mit dem neuen Gebäude ändert sich das
gesamte Erscheinungsbild. Nach Außen
repräsentiert sich das Rechenzentrum
dann in geschlossener Form, nicht mehr
so verstreut. Von der allgemeinen
Entspannung werden auch die
Informatiker etwas spüren.
Und was die Parkmöglichkeit vor der
Universität in der Feldkirchenstraße
angeht, werden es zwar nicht mehr
Plätze werden, aber die Einfahrt wird
immerhin wieder zu erkennen sein.
Ehrlich gesagt, mit dem neuen Rechenzentrum ist doch mehr Studenten gedient als mit zehn Parkplätzen, oder ?
Neue Politikprüfungsordnung
(em) Ab dem Wintersemester 00/01
gibt es eine neue Prüfungsordnung
für den Diplomstudiengang Politikwissenschaft. Diese wird durch das
neu eingeführte Teilgebiet der
Internationalen Poltikwissenschaft
nötig. Sollte der Entwurf die Gremien der Uni unverändert passieren,
so wird in Zukunft im Grundstudium dieser Teilbereich zusätzlich
belegt werden müssen und natürlich
auch im Vordiplom geprüft werden.
Im Hauptstudium hat man dann die
Möglichkeit, eines der fünf Teilgebiete zu streichen.
Weitere Änderungen ergeben sich
bei den Wahlpflichtfächern. Die
neue Prüfungsordnung sieht vor,
dass künftig nur noch ein Fach belegt werden muss und dabei auch
die Pflicht, entweder BWL oder
VWL zu belegen, wegfällt. Jetzt
müsse man allerdings erst noch
nach Zwischenlösungen suchen. So
könne jeder, der noch zwei
Semester von Vordiplom oder
Diplom entfernt sei wechseln. Das
Blockprüfungssystem solle, nach
dem Vorbild der Soziologen, abgeschafft werden. Demnach soll es
möglich sein, Teilprüfungen vorzuziehen.
Noch treffen sich im Vorlesungssaal der U5 die Germanistikstudenten des ersten Semesters in der Grundlagenvorlesung.
In Zukunft wird es in kleineren Seminaren nicht mehr so gedrängt zugehen.
Foto: ela
Von Manuela Stiebe
Aufgeregte Erstsemester und genervte
Wiederholer quetschen sich auf den
Bänken des Vorlesungssaals 024 der
U5. Mehrere Dozenten betreten den
Raum, lassen ihre Blicke schweifen,
erkennen das eine oder andere Gesicht
aus dem letzten Semester. Also, auf ein
Neues - führen wir die „Erstis“ in die
Methodik und Arbeitsweise der
Germanistik ein. Vielen Germanistik-
studenten kommt dieses Szenario bekannt vor. Erinnerungen an Schnellschreibübungen und die Klausur am
Ende des Semesters kommen hoch. Die
Rede ist vom Einführungsseminar NDL
I, das eher einer Vorlesung gleicht.
Doch den zukünftigen Bamberger
Studenten dieses Fachs wird diese Art
von Veranstaltung gleich zu Beginn des
Grundstudiums erspart bleiben, denn
die Vorlesung wird in ein Seminar um-
gewandelt. Bisher wurden die Vorlesungen von den Dozenten als freiwillige Sonderleistung getragen. Auch die
Klausurkorrektur erfolgte in deren
Freizeit.
Mittlerweile hat sich jedoch die
Personalsituation am Lehrstuhl geändert. Durch die hohe Teilnehmerzahl in
der Vorlesung sind die sechs weiterführenden Seminare ES II nicht voll ausgelastet. Bei der Vergabe von
Lehraufträgen muss das aber berücksichtigt werden. Durch die Umstrukturierung wird es statt einer großen
Vorlesung mehrere kleinere Seminare
geben. Die Anzahl der Teilnehmer in
den Seminaren steigt dadurch deutlich.
Die Kursstärke im ES I wird auf 35 bis
40 Studenten, die in ES II und im
Proseminar auf 25 bis 30 Teilnehmer
geschätzt. Dadurch können ab dem
nächsten Semester nur noch vier statt
bisher sechs Kurse angeboten werden.
ES I wird sich in seiner Struktur
ändern. Sowohl eine Einführung in die
Textanalyse für alle drei Gattungen
(Lyrik, Drama, Epik) und in die
Editionswissenschaft, als auch eine
Einführung in die Geschichte des Fachs
werden Bestandteile sein.
Damit handelt es sich künftig nicht
mehr um eine reine Methodenvorlesung. „Es werden Grundlagen
gelegt, die es ermöglichen, kompetent
über Texte zu sprechen, und das schon
von Anfang an”, streicht Johannes
Birgfeld, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (NDL) die Vorteile heraus. Das ES I wird wie die Vorlesung
durch Tutorien, die in die Recherche
und Bibliografie einführen, sowie eine
Bibliotheksführung ergänzt.
Der Schein wird durch Abgabe einer
bibliografischen Hausaufgabe und dem
Bestehen einer Klausur am Ende des
Semesters erworben.
USI spendet ohne Affären
Bamberger Studenten können bis 30. Juni über Bücherauswahl per Internet entscheiden
(rw) Aus der Erfahrung, dass bestimmte Bücher in der Universitätsbibliothek
nicht vorhanden oder unauffindbar
waren, haben die Mitglieder der Unabhängigen StudentenInitiative (USI) ihre
Konsequenzen gezogen. Sie spenden
der Bibliothek Geld, damit sich diese
Situation bald ändert.
Geworben mit
Spendenversprechen
In ihrem Wahlkampf zu den letzten
Hochschulwahlen im Wintersemester
1999/2000 warb die USI mit dem Versprechen, für jeden zur Wahl gehenden
Studenten der Fakultät SoWi eine Mark
zu spenden. Am 23. Februar wurde ein
Scheck über 738 Mark an die Bibliotheksleitung, vertreten durch Dr. Dieter
Karasek und Ulrike Tscharntke übergeben. Schon häufiger wurden der Bibliothek größere Geldbeträge von der USI
überlassen, damit der Buchbestand aufgefrischt werden konnte. Dazu wurden
verschiedene Lehrstühle der Fakultät
SoWi angeschrieben und gebeten, eine
Auswahl von zu beschaffenden
Büchern zu treffen. Aber auch die Studenten sind gefragt. Bis 30. Juni können sie auf der USI-Homepage
(www.usi-ev.de) ihre Wünsche hinterlassen und so mitbestimmen, was in
den Bestand neu aufgenommen werden
soll. Die USI versteht sich nicht nur als
Party-Gruppe, die einmal im Semester
die „USI macht MUSI” ausrichtet. Sie
engagiert sich in der universitären
Hochschulpolitik durch ihre Vertreter in
der Fachschaft SoWi, des Senats und
des Konvents. Die USI versucht die Situation aller Studierenden zu verbessern, sei es im gesellschaftlichen
Bereich, oder eben durch Bücherspenden. Zu den regelmäßigen USITreffen (Di., 20 Uhr, Fachschaft SoWi)
sind Gäste willkommen.
British Studies
in Bamberg
Experten mit interkultureller Kompetenz sollen im neuen Centre for
British Studies ausgebildet werden. Das
Zentrum für Studien zur Geschichte,
Kultur, Politik und Wirtschaft Großbritanniens bietet ein viersemestriges
Studium für Postgraduierte an, das mit
dem masters degree abgeschlossen
wird.
Nach der Ausbildung können Berufsfelder der Wirtschaft, der Künste,
der Medien und der internationalen
Organisation erschlossen werden. Der
Kern des Instituts soll aus einem Lehrstuhl für britische Kultur und einem
gesponserten für britisches Recht bestehen. Die übrigen Lehrenden und
Forschenden sollen aus dem bestehenden Lehrkörper der Universität hinzugefügt werden.
Dem Initiator der Idee des Centre for
British Studies, Dr. Heinz Walter
Lessing, wurde vom damaligen Rektor
Professor Dr. Alfred Hierold auf der
Einweihungsfeier die Würde eines
Ehrensenators der Uni Bamberg verliehen.
Ein Bücherscheck zwischen vielen Büchern. Schon mehrmals spendete die USI
Geld, damit der Bestand aufgefrischt werden konnte.
Foto: René Witzel
IMPRESSUM.
OTTFRIED, die Bamberger Studentenzeitung, erscheint zweimal im Semester, jeweils im Juni und im Juli
bzw. im Dezember und im Februar.
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Anzeigen: Annegret Bieger.
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Mitarbeiter dieser Ausgabe: Oliver
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Druck: Meister-Druck,
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Auflage: 2000 Stück
Postfach
REPORTAGE.
Bambergs stahlharter Trinker
Seine erneute Alkoholsucht hat Karl H. schon einiges gekostet - neben jeder Menge Geld auch seinen linken Arm
Von Frank Gundermann
„Du Stinker!“, schreit Karl H. Im nächsten Moment verzieht er seinen schmalen Mund zu einem breiten Grinsen und
fängt glucksend an zu lachen. Karl ist
beim Würfeln. Und wenn Karl beim
Würfeln ist, dann darf ihn niemand stören, auch nicht sein Spielpartner, der
Wirt. Immerhin geht es an diesem
Dienstagabend kurz nach 20 Uhr um
einen kostenlosen Schnaps. Und den
will der 56-Jährige vom Pächter der
kleinen Altstadt-Kneipe spendiert bekommen, mit dem er sich regelmäßig
auf der „Wiese“’ schlägt. Einem runden
mit grünem Filz bespannten Würfelbrett. Chicago und Julia - bei diesen
Spielen hat Karl meistens ein glückliches Händchen.
eigenes Ellenbogengelenk haben die
Mediziner durch das eines Toten
ersetzt. Die restlichen gebrochenen
Knochen stützen Edelstahl-Implantate,
die mit einem kleinen verschraubten
Gestell außerhalb des Arms zusammen
gehalten werden. Jede größere Bewegung oder Berührung schmerzt.
„Das Schlimmste ist, dass ich mit einer
Hand kaum etwas machen kann.“
Selbst der kleinste Handgriff wird somit zur Tortur. Zehn Monate muss Karl
H. mit seinem Stahlgestell auskommen.
Sechs davon hat er schon hinter sich
gebracht. Dann verschwindet die
Schätzung. Immer auf der gleichen
Tour durch fünf bis sechs Kneipen. Die
beginnt meistens schon um 9 Uhr. Dann
trinkt Karl H. seinen Kaffee und sein
erstes Bier in einer Gaststätte am Zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB). Liest
die BILD-Zeitung und den Fränkischen
Tag, um sich regional und überregional
auf dem Laufenden zu halten.
So auch an diesem Morgen, an dem es
ihm besonders schlecht geht. Zwei Tage
zuvor war er im Treppenhaus mit seiner
linken Seite gegen das Geländer gefalllen. „Als ich zu meiner Wohnung hoch
bin, ist plötzlich das Licht ausgegan-
Linker Arm sollte
amputiert werden
Allerdings kann er dazu nur die Rechte
benutzen. Die linke Hand und den
Unterarm hat er schlaff auf seinem
Oberschenkel abgestützt. Eigentlich ist
es ein Wunder, dass Karl H. überhaupt
noch einen linken Arm hat. „Den wollten die mir damals eigentlich gleich
amputieren“, sagt er, zieht kurz an seiner Zigarette und trinkt einen Schluck
Bier.
Die, das waren die zuständigen Ärzte
im Bamberger Klinikum. Am 6. Dezember 1999 wurde Karl mit dem
Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht. Rund 45 Minuten nach seinem
schweren Sturz, bei dem er sich einen
offenen Bruch am linken Unterarm zuzog, das Ellenbogengelenk zertrümmerte und weitere Frakturen in Elle und
Speiche erlitt. Eine halbe Stunde lang
lag der damals 55-Jährige hilflos auf
dem erhöhten Gehsteig im Vorderen
Graben bis ihn schließlich ein Passant
fand. „Vielleicht wäre es doch besser
gewesen, wenn sie mir den Arm gleich
abgenommen hätten“, sagt er und
unterdrückt
die
aufkommenden
Tränen.
Der diensttuende Oberarzt hatte die
Amputation damals abgelehnt, stattdessen wurde eine komplexe Notoperation durchgeführt. Seitdem leidet
Karl H. unter starken Schmerzen. Sein
Volle Dröhnung mit geringer Wirkung: Bis zu fünf Liter Bier trinkt Karl H.
täglich gegen seine Schmerzen. Auf Medikamente muss er dabei verzichten
„Baustelle“ bzw. „Selbstschussanlage
aus ehemaligen DDR-Beständen“, wie
der Frührentner die Stütze zynisch
nennt.
Ohne meinen Humor...“, sagt er und
atmet tief durch, „...ohne meinen
Humor wäre ich schon längst durchgedreht.“ Der schwere Sturz ist nicht der
erste Rückschlag, den der 56-Jährige
verkraften muss. Denn: Karl ist Alkoholiker. Acht bis zehn Halbe trinkt er
auf den Tag verteilt, so seine
„Baustelle“, nennt der 56-Jährige das Edelstahlgestell mit dem sein zertrümmmerter linker Arm seit sechs Monaten zusammengehalten wird
Fotos: fg
gen.“ Oben angekommen, war der
Ärmel seines T-Shirts blutverschmiert
und das Gestell mit den Schrauben
leicht verschoben. Seitdem sind die
Schmerzen noch stärker geworden.
Statt Verständnis nur
Spott und Hohn
Mit zitternden Fingern steckt sich Karl
H. seine dritte Zigarette in Folge an.
Der Schweiß steht ihm auf der Stirn,
bei jedem Atemzug hebt und senkt sich
sein Brustkorb fast krampfartig. Die
bauchige Kaffeetasse klappert gegen
seine Zähne, während er hustend versucht möglichst schnell und unauffällig
einen großen Schluck hinunterzuwürgen. Dass ihn die anderen Gäste dabei
beobachten, das weiß Karl. Trotzdem
will er einigermaßen den Schein wahren und nicht auffallen. Der Versuch, an
die Theke und die dort liegende BILDZeitung zu kommen, wird jedoch zum
Fiasko.
Mehrmals stützt sich Karl mit der rechten Hand auf dem breiten Tisch ab und
bemüht sich erfolglos, aufzustehen.
„Du schaffst es schon, du kannst ja
rüber zittern“, lautet der trockene
Kommentar des Wirts. Karl H. ist solche Sprüche schon gewöhnt. Trotzdem
gibt er nicht auf. Immer wieder unternimmt er neue Anläufe. Bis er es endlich schafft, seinen ausgemergelten
Körper hoch zu hieven, und mit den
dürren Fingern nach der Zeitung greift.
„Das ist auch so eine Scheiße, dass sich
die anderen immer nur lustig machen“,
sagt er. „Die wissen ja gar nicht wie
mies das ist, wenn man alles nur mit
einer Hand machen kann, und man es
absolut nicht gewöhnt ist.“ Besonders
fürchtet sich Karl vor dem Gang durch
die Innenstadt, was für ihn ein regelrechter Spießrutenlauf ist. Da er
meistens über dem Gestell eine bourdeauxfarbene Sommerjacke trägt, ist
seine Verletzung für Passanten nicht erkennbar - obwohl er den linken Arm
merkwürdig abwinkelt. „Wenn die
mich anrempeln ... das ist die Hölle“,
sagt der gebürtige Bamberger und zieht
die Augenbrauen hoch. Auch der
Versuch seine täglichen Schmerzen mit
Alkohol runterzuspülen, funktioniert in
letzter Zeit immer schlechter. „Ich hab
zwar Schmerztropfen, die sind allerdings an der Grenze zu Morphium.“
Wenn er die einnehme und ein Bier nur
schief anschaue, „dann beutelt´s mich
durch die Gegend wie einen Tanzbären.“ Deshalb setzt Karl H. ausschließlich auf Alkohol.
Mit 14 Jahren das
erste Bier getrunken
Den ersten Kontakt mit Bier hatte er im
Alter von 14 Jahren. Damals ging er
noch auf die Wunderburg-Volksschule.
Ab und zu traf er sich nach dem
Unterricht noch mit seinen Kumpels
Elmar, Hans und Jürgen. Dann ging`s
zum Karteln in die nahegelegene Haingaststätte. Wer bei „66 überkreuz“ verlor, der musste schon mal die ein oder
andere Runde Bier springen lassen.
Regelmäßig zu trinken begann Karl
aber erst bei der Bundeswehr. „Über
den Tag verteilt habe ich im Durchschnitt etwa sechs Bier getrunken.“ Mal
mehr, mal weniger. Aufgefallen sei es
nicht. „Die haben ja eh alle gesoffen.“
Zurück in Bamberg arbeitete der
damals 21-Jährige ein Jahr lang als
Glasschleifer. Die täglichen sechs Bier
trank er weiterhin. In den nächsten
Jahren blieb Karl - trotz mehrerer
Arbeitsplatzverluste - bei seinem konstanten Alkoholkonsum.
Erst mit 40 absolvierte er erfolgreich
eine dreimonatige Entziehungskur in
Furth im Wald. 10 Jahre lang war Karl
H. anschließend trocken und engagierte
sich ehrenamtlich als Schriftführer und
Suchtberater für das Blaue Kreuz. Wie
vielen Leuten er geholfen hat, das weiß
er heute nicht mehr genau. „Einige
haben es geschafft, andere sind rükkfällig geworden.“ Dass Karl H. unter
ihnen sein würde, hätte er nicht gedacht. Eigentlich lief alles gut, bis vor
drei Jahren. Da war er mit seiner Minigolf-Mannschaft auf Meisterschaft im
unterfränkischen Ostheim. Sauheiß sei
es an diesem Tag gewesen, sagt er.
„Mindestens 35 Grad im Schatten.“ Als
er sein gewohntes Mineralwasser be-
stellte, bekam er eine Flasche, die
außerhalb des Kühlschranks lag. „An
der haste dir fast die Pfoten verbrannt.
Und im Kühlschrank, da gab es nur eisgekühltes Weizen.“ Eins kann ja nicht
schaden, dachte sich Karl H. Insgesamt
zwei Weizen trank er an diesem Tag.
Dann war vorläufig Pause. Drei Tage
lang. „Eins könnte ich wieder trinken,
habe ich mir gedacht.“
Aus einem wurden drei, und drei
Wochen später war Karl bei täglich
einem Kasten Weizen angelangt. Mehr
als je zuvor. In den letzten zwei Jahren
kam erstmals noch Schnaps hinzu. Mit
Hochprozentigem ist Karl mittlerweile
jedoch sehr vorsichtig. Seine Leber
kann den Alkohol nur noch schlecht
verarbeiten. 3,5 Promille ergab allein
die Blutuntersuchung kurz nach seinem
schweren Sturz. „Dabei habe ich am 6.
Dezember nur acht Bier getrunken.“
Nach drei Tagen im Krankenhaus fiel
Karl H. in ein Trockendelirium, da er
das vom Arzt vor dem Essen verordnete Bier nicht regelmäßig trank, und
somit sein Alkoholpegel sank.
Alkohol vom Arzt
verordnet
Hätte er die Folgen geahnt, hätte er es
wahrscheinlich getrunken. Im Delirium
suchte Karl die Toilette auf, wo er sich
ein im Zeigefinger- und Unterarmknochen separat verschraubtes Gestell
mit brachialer Gewalt herausriss.
Resultat: ein gebrochener Zeigefinger
und am Gestell „hing noch ein richtiger
Batzen Fleisch.“ Konsequenz: Karl
wurde auf die geschlossene Abteilung
der Nervenklinik St. Getreu verlegt.
Nach kurzem Aufenthalt und der
Verabreichung eines Alkoholersatzes
ging es ihm wieder besser, und er durfte zurück ins Klinikum. Drei Monate
später erfolgte seine Entlassung.
Demnächst muss er wahrscheinlich
erneut ins Klinikum. Die Schmerzen
werden immer stärker.
Für die Zukunft hat Karl H. nur einen
Wunsch: Wieder Trocken werden und
bleiben. „Solange aber die ScheißSchmerzen da sind, wird es kaum
klappen“, sagt Karl H. und wischt sich
mit einem zerknitterten Taschentuch
über die Augen.
CAMPUS.
Vom explodierten Rathaus
Mit dem Gratis-Wissenskick der „kleinen Lions“ einen Schritt weiter in Bambergs Kultur
(mr) Das Rathaus war früher ein Munitionsdepot, das auch tatsächlich einmal
wegen eines Blitzeinschlags explodiert
ist. Herrscher Heinrich II ging eine
ungewöhnliche Liebesheirat mit
Kunigunde ein. Sein Reich war ihm
wohl schon groß genug? Und der Dom
ist während der ersten 200 Jahre seines
Bestehens auch gleich zweimal niedergebrannt.
So oder ähnlich könnte man die einstündige Stadttour mit Steffi von den
Leos zusammenfassen.
Die Leos, das sind die „kleinen Lions“
- die Jugend im Lions-Club, wurden
erst vor eineinhalb Jahren von einer eifrigen Kunststudentin neu gegründet.
Auf der Suche nach weiteren Interessierten blieb sie meist unter ihresgleichen, weshalb die Leos wohl auch bei
den meisten anderen Fakultäten einen
sehr geringen Bekanntheitsgrad besitzen.
Kühles Eis
für heißes Blut
Die gemeinnützigen Aktivitäten der
Leos reichen von Hausaufgabenbetreuung für ausländische Kinder über eine
Essensausgabe für Obdachlose bis zur
Mithilfe bei Blutspendenaktionen. Die
nächste findet am 8. Juni von 8 bis 16
Uhr in der Feki statt. Alle Mutigen werden mit einem Eisgutschein über drei
Mark belohnt. Auf grund der relativ
kleinen Mitgliederzahl der Leos in
nung. Ebenso wurde der Dom - ganz
gegen die Traditionen - nach westen
ausgerichtet, wie sein Vorbild in Rom.
Die verschiedensten Legenden ranken
sich um den berühmten aber enttäuschend unscheinbaren Bamberger
Reiter. Wer eigentlich dargestellt sein
soll, ist unklar, man hat sich jedoch auf
einen gewissen König Stefan, den
ersten König von Ungarn, geeinigt.
Doch bei ständig wechselndem
Forschungsstand sollte man sich - bei
Interesse - wohl besser auf dem
Laufenden halten.
Stadtführungen für
alle Altersklassen
Eine Stadtführung ist interessant aber auch anstrengend. Daher ist das
Foto: mr
abschließende Bierchen im Domherrenhof ein Muss
Bamberg kooperieren sie für grössere
Aktionen auch oft mit dem Schwesterverein in Nürnberg. Durch die internationale Verflechtung der Organisation
kommen außerdem Kontakte mit
Jugendlichen aus aller Welt zustande.
Als Beweggrund, bei den Leos mitzumachen, gibt Schatzmeisterin Sibylle
vor allem aber soziales Engagement an.
Natürlich gab es auch weitere interessante Facts, die die Stadtführung vermittelte, zum Beispiel dass das Rathaus
mitten in die Regnitz gebaut werden
musste, damit sich weder der Klerus
auf der Berggebietsseite, noch das han-
deltreibende Volk auf der Insel benachteiligt fühlte. Deshalb wurde einfach eine künstliche Insel aufgeschüttet. Später hatte dies dann auch durchaus seinen Nutzen, etwa bei einem Brand im
Rathaus, der sich dadurch nur geringfügig ausbreiten konnte.
Die prunkvolle Gestaltung der Stadt
wird übrigens auf Kaiser Heinrich II.
zurückgeführt, der einen Vergleich seiner Regierungsstadt, damals Hauptstadt
des Heiligen Römischen Reiches, mit
Rom nicht scheute. Belohnungen für
die Verschönerung des eigenen Fachwerkhauses waren an der Tagesord-
Mit der Besichtigung der Hofhaltung,
der Residenz und des Rosengartens mit
Blick auf den Michelsberg endete die
Tour. Steffi merkte man ihre Erfahrung
als Stadtführerin für alle Altersklassen
an, und es hat jeder noch etwas dazu
lernen können. Nun sollten wir also für
demnächst anstehende Besuche aus der
Heimat gerüstet sein. Bei anschließender Einkehr im Domherrenhof erzählten uns die Leos von ihren Aufgaben
und initiierten Aktivitäten. Neue
Mitglieder sind natürlich immer gerne
gesehen. Wer Interesse hat kann sich
bei [email protected] melden oder bei einem der
Treffen vorbeischauen die jeden zweiten Montag um 20 Uhr im Orlando
(nächstes am 15.Juni) stattfinden.
Voraussetzung: Geduld
Verfahren auf der Datenautobahn - unübersichtliche Uni-Homepage stiftet Verwirrung
(mha) Da sitze ich nun -eine junge,
dynamische, voller Optimismus sprühende Bremerin- fast 550 km von meiner Traumuniversität Bamberg entfernt.
Studieren möchte ich dort und zwar
Politikwissenschaften. Nun suche ich
alle möglichen Informationen:
Die Homepage der Uni zu finden ist
dabei nur der Anfang eines ersten kläglichen Versuches: Immer weiter durchklickend stelle ich fest, dass mein eingeschlagener Weg doch der Falsche ist.
„Studiumangebot im Überblick“ - hört
sich anfangs noch fantatstisch an.
Verwirrend sind nur die Links am
Rand, die sonst doch mitten im Text
beim Angebot selbst angeordnet waren.
Weiter geht es zu der Anordnung der
„Studiengänge nach Alphabet“. Jetzt ist
wieder alles im Lot - ich bin hochmotiviert. Aber man soll sich ja nie zu früh
freuen. Endlich bei der „Fakultät SoWi
stellt ihre Studienangebote vor“ angekommen, lese ich fast noch mal das
gleiche wie eben, aber endlich mit dazugehörigen Links, die mich glücklich
machen. Nun habe ich freien Blick auf
den Bereich der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen
Studiengängen. Siehe da, „Informationen für
Studierende“. Hört sich gut an, bin
zwar noch keiner von der Sorte, will es
aber schleunigst werden. Immer noch
meine heißbegehrte Studienordnung im
Hinterkopf, klicke ich „Politikwissenschaften“ an. Mein Herz hüpft: Endlich,
da ist sie! Nur noch einen Mausklick
entfernt und ich weiß alles, was ich zu
erfahren gehofft habe. Und nicht nur
die Studienordnung steht direkt vor
meinen leuchtenen Augen: Auch die
Links zu dem Studienführer, die
Prüfungsordnung, allgemeine Informationen - herrlich!
Aber ich jubel zu früh, gebe mich meinem raschen Erfolg zu schnell hin: Enttäuscht lese ich mir „meine Studienodnung“ immer wieder durch: „Die
Seite wurde nicht gefunden!“ Und was
soll ich nun machen? Nach ewigem
Überlegen rufe ich in der Uni an.
Ärgerlich, dass das Sekretariat für
Politikwissenschaften nur morgens geöffnet hat. Meine Laune verschlechtert
sich zunehmend.
Viele Möglichkeiten habe ich ja nun
nicht mehr. Entweder ich suche mir
eine andere Uni oder ich gebe mich geschlagen. Nein - nicht mit mir! So
schnell gebe ich nun wirklich nicht auf.
Nicht ich, als angehende Politologin.
(Vielleicht sogar in Bamberg, der abend
ist noch lang)
Allgemeine Infos
anklicken
Also starte ich einen erneuten Versuch:
Wieder zur Homepage der Uni, den
gleichen Kram noch mal. Was soll ich
nun anders machen? Diesmal wähle ich
nicht den Pfad der „Politikwissenschaften“, was nahe liegt, sondern klicke mich zu den „Allgemeinen Informationen zur Falkultät“. Hört sich zwar
nicht falsch an, aber allgemeine Infos
suche ich eigentlich nicht. Doch ich
merke, mit logischem Denken kommt
man nicht weiter. Und da ist sie wieder:
Die Seite mit den „Informationen für
Studierende“. Diesmal ganz anders aufgebaut und viel ausführlicher. Langsam
kommt auch mein Kreislauf in
Beim Suchen auf der Uni-Homepage
ist viel Zeit und Geduld gefragt
Schwung. Was sehen meine ermüdeten
Augen? Eine Sortierung nach den
„Sozialwissenschaftlichen Studiengängen“ und direkt darunter angeordnet: mein Herzensfach Politikwissenschaften. Voller Hoffnung lasse ich
meine linke Maustaste über den 998.
Link schnellen - oh, welch Freude! Der
Acrobat Reader öffnet sich...und da ist
sie: Meine lang ersehnte Studienordnung, für die ich nun meinen kostbaren Abend geopfert habe, unzählige
Wutausbrüche überleben und mein halbes Vermögen investieren musste.
Bamberg - ich komme doch noch!
Poetik-Prof
(mvö) Der Schriftsteller Marcel
Beyer übernimmt im SS 2000 die
Poetik-Professur der Uni Bamberg.
Unter dem Titel „Marcel Beyers
Kinderstunden“ wird er vier öffentliche Vorlesungen halten, die
jeweils donnerstags im Hörsaal 122
der U5 um 20.15 Uhr beginnen.
Der 1965 in Tailfingen geborene
Beyer studierte Germanistik, Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft in Siegen und war als
„Writer in Residence“ am University College in London und an der
University of Coventry in Warwick
tätig.
Er hatte von 1990 bis 1993 das
Lyrik-Lektorat bei der Zeitschrift
„Konzepte“ inne, ist seit 1992 Mitarbeiter
des
Musikmagazins
„SPEX“ und erhielt bereits zahlreiche Literaturpreise, darunter 1997
den Uwe-Johnson-Preis. Mit dem
Roman „Flughunde“ konnte er
1995 einen Bestseller veröffentlichen, der auch von der Kritik
hoch gelobt wurde. Darin läßt er
abwechselnd Joseph Goebbels
älteste Tochter Helga und einen
Tontechniker, der die menschliche
Stimme kartografieren will, zu
Wort kommen. Die Vorarbeiten zu
diesem Roman wurden bereits
1991 auf dem Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt
ausgezeichnet.
Schweres
Lyrikverständnis
Neben seinem epischen Werk ist
Marcel Beyer immer auch als
Lyriker tätig gewesen. Das Verständnis seiner Gedichte wird dem
Leser nicht leicht gemacht, aufgrund Beyers Montageverfahren
aus Wort- und Satzellipsen, harten
Zeilenbrüchen und umgangssprachlichen Sprechakten. Dennoch lohnt es sich sicherlich, die
eine oder andere „Kinderstunde“
mit ihm zu verbringen, nicht zuletzt, weil Marcel Beyer selbst
überzeugt ist, dass „ein Gedicht ein
Geheimnis zur Sprache bringt, ein
Geheimnis zeigt, nicht verrätselt,
aber vielleicht rätselhaft...“
Die Vorträge finden am 29. Juni, 6.
Juli, 13. Juli und 20. Juli 2000
jeweils donnerstags im Hörsaal 122
der U5 statt, Beginn ist um 20.15
Uhr.
Als Vorgeschmack hier ein Zitat
aus „Das Menschenfleisch“:
Ein Fetzen Haut löst sich ab, fällt
zu Boden, oder er bleibt an einer
Kante hängen, wo sie sich gestoßen
hat, so daß man dieser Schrank
sein möchte. André Breton fragt:
da Sie von der Beziehung der Haut
zu dem Darunter sprechen, glauben Sie nicht, daß es Anlaß gibt,
den Kosmetikern zu mißtrauen?
Wie Beyer auf solche Texte kommt
beantwortete er in einem Interview
mit Heiko Wichmann:
„Das sind komplizierte Rituale. Ich
habe mich schon mit anderen darüber unterhalten. Bei einigen geht
das über Gerüche, bei anderen mit
Hilfe von Getränken. Bei welchem
Krach kann man arbeiten? Einige
haben keine Schwierigkeiten,
neben der Autobahn zu sitzen, aber
wenn ein Kind auf der Straße
schreit, wirft sie das aus der Bahn.
Ich brauche nicht die Stille. Meine
Techniken sind unterschiedlich, je
nachdem ob es um Prosa oder um
Gedichte geht. Ich komme ja von
der Lyrik her und habe eine lyrische Herangehensweise. Mit Lyrik
habe ich angefangen. Ein Gedicht
kann einfach aus Notaten bestehen.
Sachen, die man aufgeschnappt hat
und dann mit anderen in Beziehung
setzt. Bei der Prosa ist es vor allem
wichtig, bei jedem neuen Ansatz
wieder einen Überblick zu gewinnnen. Wenn ich zwischendurch rausgerissen werde, kann ich nicht
mehr weiterschreiben.
CAMPUS.
Humor: Wadde sagge Du de da?
Psycho-Prof über die Auswirkungen der Entertainmentkultur und deren wachsenden Einfluss auf die Spaß-Gesellschaft
Von Frank Gundermann
Für Lothar Laux war es das erste Mal.
Das erste Mal, dass er bei einem öffentlichen Vortrag als „Batman“ auftrat.
Mit schwarzer Gummimaske und
Plastik-Brustpanzer präsentierte sich
der Psychologie-Professor vor rund 80
Studenten als amerikanischer Fledermaus-Comic-Held. „Das Selbst in der
Entertainmentkultur“ war der Titel des
Vortrags, den Laux im Cafe Jenseits
hielt. Er fand im Rahmen der
Vortragsreihe statt, die die Katholische
Hochschulgemeinde (KHG) zum
Thema „Zeit“ veranstaltet.
„Die Maske ist ein gutes Mittel, um auf
das Phänomen der „Gottschalkisierung“ von Interaktionsformen aufmerksam zu machen“, sagte Laux.
Unter „Gottschalkisierung“ verstehe
man die Entwicklung unserer Gesellschaft in Richtung Entertainment- und
Inszenierungskultur. Dies beschränke
sich nicht allein auf das Fernsehen und
die neuen Medien, sondern zeige sich
mittlerweile auch im Ausbildungs- und
Psychotherapiebereich.
„Vor allem Großkonzerne setzen bei
Umstrukturierungsmaßnahmen immer
häufiger Unternehmenstheater ein“,
erklärte Caroline Spielhagen, Mitreferentin von Laux und Assistentin am
Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie. Um den Mitarbeitern die
Angst vor betrieblichen Veränderungen
zu nehmen, organisieren Firmen
Theaterworkshops: „Dabei muss jeder
mitmachen, vom Chef bis zur
Sekretärin. Gemeinsam wird ein
humorvolles Drehbuch erarbeitet, es
Mit Sonnenbrille, Glitzerfummel und Dauergrinsen: Stefan Raab, Meister der Selbstpräsentation, erreichte beim
Foto: Internet
Grand-Prix in Stockholm mit seinem Nonsens-Song „Wadde Hadde du de da“ einen Achtungserfolg.
wird die dramaturgische Gestaltung
und die Rollenverteilung festgelegt.“
Wichtig sei, dass niemand sich selbst
spiele, sondern jeder einen anderen
Mitarbeiter darstelle. Denn nur dann
verändern sich die emotionalen Einstellungen und „man nimmt die Dinge
aus der Perspektive einer anderen Per-
son wahr“. Auf diese Weise ließen sich
Fakten besser auf den Punkt bringen.
„Auch die Handlungsfähigkeit von
Führungskräften kann so durch Witz
und Humor erweitert werden“, sagte
Spielhagen.
Eine weitere aktuelle Entwicklung, bei
der das Lachen im Mittelpunkt steht, ist
EXPO 2000 - wir kommen!
Englisch für jedermann
Neu eröffneter „Bookingham Palace“ fördert interkulturellen Austausch
Die stolzen Inhaber des English Bookshop: Anny Maurer, John Vincken und Pablo Hartmann
(olg) Wer in Bamberg bislang Bücher in
englischer Sprache suchte, der hatte
kaum Auswahl, musste lange Bestellzeiten in Kauf nehmen oder tief in die
Tasche greifen. Ein Missstand, der seit
kurzem behoben ist: John Vincken,
Anny Maurer und Pablo Hartmann
eröffneten den ersten „English Bookshop“ in Franken, gleich neben der
Bahnhofspost.
Insbesondere Studierende wollen die
drei Inhaber des neuen Buchpalastes
ansprechen: An der Uni sei der Bedarf
an Büchern in englischer Sprache
besonders groß, meint John Vincken,
Fachvertreter für Wirtschaftsenglisch
an der Bamberger Universität. Für
Anglisten werden seinen Worten zufolge regelmäßig die jeweiligen Semestertexte angeschafft, vor allen Dingen
die großen Klassiker, daneben aber
auch Wörterbücher, Grammatiken und
Software.
Einen weiteren Schwerpunkt im
Angebot bildet moderne Literatur. „Wir
wollen immer einige Titel der amerika-
nischen und britischen Bestsellerlisten
im Regal haben“, betont John Vincken,
der selbst ein Liebhaber zeitgenössischer Romane ist.
Für Studierende der Fakultät Sozialund Wirtschaftswissenschaften werden
neben englischsprachigen Titeln seit
kurzem auch Lehr- und Handbücher auf
Deutsch angeboten: Standardwerke zu
Statistik, BWL und Marketing sowie
wichtige Gesetzestexte sollen das
Programm erweitern.
Lesestoff
für Hartgesottene
Von dem neuen „Bookingham Palace“
dürften sich aber auch Schüler, Lehrer,
Dozenten, Globetrotter und Angehörige
der Bamberger US-Army angezogen
fühlen. Neben Lehrmaterial bietet das
„Bookshop“-Team Lesestoff für die
Freizeit an: Für Hartgesottene gibt es
„Crimiges“ von Stephen King und
anderen Gruselspezialisten. Es mangelt
die Gründung von Humorvereinen und
der ersten deutschen Humorkirche, die
vor eineinhalb Jahren in Wiesbaden ins
Leben gerufen wurde. Nicht das Verspotten der Religion ist der Sinn des
„lächerlichen Gottesdienstes“, sondern
die Möglichkeit zum Ausspannen und
zur Stressbewältigung, erfuhren die Zu-
hörer von Laux.
„Trotz dieser positiven Formen von
Entertainmentkultur und Selbstinszenierung gibt es aber auch gewisse Risiken“, erläuterte Laux. Solange histrionische Persönlichkeiten - das sind
Menschen, die zu ausgeprägter Selbstdarstellung und -dramatisierung neigen
- ihr eigenes Verhalten als Rollenspiel
erkennen und ihre Zuschauer diese
Darbietung genauso beurteilen, sei dies
„ein hervorragendes Mittel, um soziale
Beziehungen zu gestalten“. Beispiele
dafür sind Entertainer wie Harald
Schmidt, Stefan Raab oder Guildo
Horn.
„Problematisch wird es allerdings dann,
wenn das Rollenverhalten zwanghaft
ist, wenn die betroffene Person sich
auch in kritischen Situationen selbstdramatisiert, sich somit selber schädigt,
und vom Publikum abgelehnt wird.“
Die Folgen einer solchen Persönlichkeitsstörung seien ausgeprägter Narzissmus und Egozentrismus.
Abschließend demonstrierte KarlHeinz Renner, Assistent am Lehrstuhl
für Psychologie, mit dem „traurigsten
aber auch kürzesten Liebeslied“, dass
auch in den Referenten ein histrionischer Funke schlummert: Mit angeklebtem Schnurrbart, Scherzbrille und
Gitarre begeisterte er die Zuhörer mit
dem Lied, bei dem er sich nur noch „an
den Refrain und nicht mehr an die 15
Strophen“ erinnern konnte. Den ersten
Preis beim Schlager-Grandprix gab es
für diese Darbietung zwar nicht, jedoch
den stürmischen Applaus des Publikums.
Foto: olgrt
nicht an „Fantasy“-Büchern für
Anhänger des Irrealen, und auch Reiseliteratur ist beim Herumstöbern im
„Bookingham Palace“ zu finden. Der
studierte Anglist und Lehrer an der
Bamberger Euro-Schule, Pablo Hartmann, zeigt in Richtung „Children’s
Corner“: „Auch Comic-Freunde und
Kinder kommen bei uns nicht zu kurz.“
Um eine Alternative zur unpersönlichen
Internetbestellung bieten zu können,
möchte John Vincken mit seiner Kundschaft ins Gespräch kommen. Er möchte beraten und Anschaffungsvorschläge
entgegennehmen, auf Wunsch auch auf
Englisch, schließlich ist er gebürtiger
Liverpooler.
Doch wird im „Bookingham Palace“
nicht nur mit Büchern gehandelt. Das
Team, zu dem auch die Fotografin
Anny Maurer gehört, plant Lesungen
mit anglophonen Schauspielern und
Autoren. Auf diese Weise könnte der
neue „Bookshop“ zum Treffpunkt füreinen interkulturellen Austausch avancieren.
Supersonderriesenspaßbilligangebot
Von der EXPO mag man halten, was
man will - vor allem wenn man sich den
Eintrittspreis von 69 Mark pro Tag und
Nase anschaut. Zusätzlich müsste noch
ein attraktives Rahmenprogramm her.
Zum Beispiel 22 Mark fürs Bettchen
inklusive Frühstück, Transfer zum
Gelände, Museumspass, Disco, Konzerten, Kabarett, Beachvolleyball,
Freeclimbing und Freibadspaß. Da
kann man zur Weltausstellung eigentlich gar nicht mehr „Nein“ sagen, auch
wenn einem die 69 Mark für das Ticket
nicht erspart bleiben.
Clever gemacht vom Stadtjugendring
Wolfsburg. Er hat das Jugendcamp zur
EXPO 2000 initiiert, das unter anderem
Studenten Lust auf das Spektakel machen soll. Das Motto der Ausstellung
„Mensch-Natur-Technik“ zu moderaten
Preisen und in viel Spaß verpackt. Und
wer dann noch was für seine Bildung
tun will, kann sich das Projekt Kreislaufwirtschaft der Fachhochschule
Braunschweig/Wolfenbüttel ansehen.
Noch Fragen? Der Stadtjugendring
Wolfsburg sendet interessierten Studenten gerne seine Informationsbroschüre
zu. Kurze Mail an [email protected] genügt.
Man sollte nicht davor zurückschrecken, mit der Bahn anzureisen. Erst einmal in Hannover angekommen, führen
allein vom Hauptbahnhof sieben Stadtbahnlinien zum Messe-Gelände.
Detaillierte Informationen zur Ausflugsplanung gibt es im Internet unter
www.jzp.de/expo oder unter der
Telefonnummer 05365 9895-0.
DOMSCHERGE.
Augenzeugen der Ewigkeit
Mit den Skulpturen von Igor Mitoraj wird die Bamberger Altstadt zum Kunst-Mekka
Von Oliver Gräser
Mit 23 Skulpturen von tragischer
Schönheit zieht der polnische Bildhauer Igor Mitoraj am 14. Juli in die Bamberger Altstadt ein. Die Schau des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia verspricht eine geballte Ladung
hochkarätiger Kunst von monumentalen Ausmaßen bis zu fünf Metern.
Mumienhaft bandagierte Köpfe. Torsi
von klassischer Eleganz, mit Rissen
durchsetzt. Augen- und stirnlose, bis
zur Hälfte reduzierte oder vernarbte
Gesichter aus Bronze: Dem Eindruck
des Rätselhaften und Melancholischen
kann sich kein Betrachter entziehen.
Die Seele eines
Körpers darstellen
Igor Mitoraj will „die Seele eines Körpers“, nicht die äußere Hülle aus Haut
und Haar zur Darstellung bringen. Innerlichkeit bedeutet für ihn die leidvolle Erfahrung des Lebens, die bei seinen
Skulpturen die Spanne ganzer Zeitalter
umfasst. Als Zeugen der Ewigkeit ist
sie ihnen auf den Leib geschrieben, ins
Gesicht eingemeißelt.
Inspiration findet Mitoraj in der Formen- und Motivvielfalt antiker Kunst,
ohne jedoch in simpler Nachahmung zu
verharren. Er fragmentiert die klassischen Ideale vielmehr und schafft Ruinen, Überbleibsel einer verlorenen
Ganzheit, die der fantasievolle Betrach-
Igor Mitoraj und seine Köpfe bei der Ausstellung in Eltville: rechts die Skulptur „China Moon“
ter erahnen kann. Dem Publikum von
heute soll dabei der Zerfall zeitlos klassischer Werte bewusst werden.
Igor Mitoraj wurde 1944 als Sohn einer
ins Erzgebirge deportierten Polin geboren. Er überlebte den Angriff auf Dresden und kehrte nach Kriegsende nach
Polen zurück. Als 19-Jähriger studierte
Mitoraj an der Krakauer Kunstakademie, später auch in Paris. Heute lebt er
vorwiegend in Italien und stellt weltweit erfolgreich aus, zuletzt in Florenz
und Eltville bei Wiesbaden. Künstlerhausdirektor Dr. Bernd Goldmann, der
die Skulpturen in Florenz ausgesucht
hat, ist von dem Erfolg der Schau überzeugt. Qualität passe seinen Worten
zufolge überall hin.
Neben den bewährten Standorten der
Ausstellungen von Botero und Avra-
Romane aus alter Zeit
Tanja Kinkel spricht über die Hintergründe des Schreibens
(ipl) Was bewegt einen Autor dazu,
über ein bestimmtes Thema zu schreiben? Die gebürtige Bambergerin Tanja
Kinkel, Bestsellerautorin historischer
Romane, klärte ihre Leser am Samstag,
dem 13. Mai, in der Villa Dessauer über
ihre Beweggründe auf. „Meine Romane
- Hintergründe und Motivationen“ lautete ihr Beitrag zur Reihe „Literaturlandschaft Franken“. Sie gestaltete diesen erstmals als eine Mischung aus
Lesung und erklärendem Vortrag.
Aus jedem ihrer Romane stellte sie eine
Szene vor und erklärte, wieso sie diese
Thematik verarbeitet hat: Ein Grundinteresse an einer Zeit oder eine faszi-
nierende Persönlichkeit gaben immer
den Anstoß zum Schreiben. Die vorgelesenen Szenen behandelten stets den
Kern der Handlung. Tanja Kinkel
schlüpfte beim Lesen in die Rollen der
Personen, drückte deren Gefühle aus
und gab dem Zuhörer somit intensiven
Einblick in den Roman.
Die Wurzeln ihres ersten Romans
„Wahnsinn, der das Herz zerfrisst“ reichen bis in ihre Schulzeit zurück. Im
Englischunterricht lernte sie den Dichter Lord Byron kennen. Er faszinierte
Tanja Kinkel, sie las Texte von ihm und
über ihn und machte Byron schließlich
zur Hauptfigur des Buches.
Bookingham Palace
GbR
Es sind oft Machtmenschen wie Byron,
die Tanja Kinkel fesseln und um die sie
ihre Romane aufbaut. So entstand auch
„Die Löwin von Aquitanien“. Beschrieben wird das Leben der Eleonore von
Aquitanien, die „eines der ungewöhnlichsten Leben für eine Frau im Mittelalter führte“, so die Autorin.
Doch nicht nur historische Persönlichkeiten kommen in ihren Romanen vor,
sondern auch erfundene. Wenn eine
Figur erfunden werde, könne man alles,
was einen interessiere, in ihrem Leben
vorkommen lassen, erklärte Kinkel.
Richard, der Held aus „Die Puppenspieler“, ist der erste, dessen Leben die
30-Jährige im Rahmen der historischen
Gegebenheiten selbst gestaltet hat. So
konnte sie die Welten von Kunst und
Kommerz verbinden, die Fugger,
Medici und Borgia auftreten lassen.
Recherchen
in ganz Europa
The English Bookshop
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Sociology also available.
John Vincken, Pablo Hartmann, Anny Maurer
Luitpoldstr. 50 (next to the post office)
9 60 52 Bamberg
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Opening hours: Monday thru Friday from 13.00 till 18.00
Saturday from 10.00 till 14.00
Die Renaissance, in der die Handlung
spielt, hätte sie seit Jahren schon interessiert, erklärt die Autorin. „Das Interesse für ein Thema lässt nicht nach,
wenn man einen Roman geschrieben
hat“, betonte sie. So musste sie sich bei
der Recherche für „Die Puppenspieler“
über ganz Europa informieren: Während überall die Neuzeit anbrach, herrschten in Spanien noch die Mauren.
Doch erst der Besuch der Alhambra in
Granada brachte sie dazu, darüber zu
schreiben: „Mondlaub“ entstand.
Der Weg zu „Die Schatten von LaRochelle“ gestaltete sich etwas verwickelter.
Nach der Lektüre von „Die drei Musketiere“ wollte sie eigentlich über Mylady
Belle de Winter schreiben. Doch bei
ihren Nachforschungen stellte sich heraus, dass sie Kardinal Richelieu viel
mehr interessierte. „Die Fragen werden
anders“, erklärte Tanja Kinkel, „man
fragt nach den Opfern, die gebracht
wurden.“
Ihr neues Werk „Unter dem Zwillingsstern“ entstand aus Interesse an der Zeit
zwischen den beiden Weltkriegen. Die
Beschäftigung mit dieser Epoche warf
in ihr die Frage auf, was sie damals
getan hätte. „Ich glaube nicht, dass es
eine Patentantwort gibt“, stellt sie fest.
Foto: olg
midis, solle diesmal auch vor der Sinfonie, dem Stadtarchiv und auf dem
Michelsberg ausgestellt werden. Wie
bei Botero werden Zeichnungen die
Schau abrunden: Dem Besucher bietet
sich die Gelegenheit, einen Eindruck in
den Entstehungsprozess der Plastiken
zu gewinnen. Ein Drittel der 50 Kohlezeichnungen entstammen der Gemäldegalerie Uffizien in Florenz.
Brecht im Freien
(ipl) Die Calderón-Freilichtspiele in der
Alten Hofhaltung sind seit 1973 ein
Höhepunkt in Bambergs Kulturlandschaft. Dieses Jahr spielt das ETAHoffmann-Theater „Das Leben des
Galilei“ von Bertolt Brecht. Premiere
ist am 1. Juli.
Das Schauspiel in 15 Bildern erzählt
das Leben des italienischen Astronoms
und Physikers Galileo Galilei, der von
1564 bis 1642 lebte, eine Zeit des Umbruchs. Brecht benutzt den historischen
Stoff, um eine aktuelle Problematik zu
erhellen, denn den Anstoß zum
Schreiben gab ihm die Spaltung des
Uran-Atoms. Die Frage nach der moralischen Verantwortung eines Wissenschaftlers steht im Vordergrund: Ist der
wissenschaftliche Fortschritt auch der
Fortschritt der Menschheit?
Galilei will das kopernikanische Weltbild beweisen, was ihm auch mit Hilfe
des Fernrohrs gelingt. Die Entdeckung
bringt aber einen Konflikt mit der
Obrigkeit mit sich, und seine Lehre
wird verboten. Bald tritt die Inquisition
auf den Plan, und als ihm mit Folter gedroht wird, widerruft Galilei. Jedoch
kann er heimlich sein Werk vollenden.
„Das Leben des Galilei“ gilt als eines
der schwierigsten Dramen Brechts. Die
Geister scheiden sich daran, ob Galilei
hätte Widerstand leisten können. Hätte
sich die Wissenschaft damit dem Wohle
der Menschheit verpflichtet? Auch in
formaler Hinsicht stellt das Stück hohe
Anforderungen, da die typische Dialogform der Disput ist.
Weitere Termine sind am 2. Juli, 5. bis
7. Juli, 11. Juli, 13. bis 16. und 18. bis
22. Juli. Der Vorverkauf läuft bereits.
Faszination Geschichte
OTTFRIED fragt nach bei Tanja Kinkel
ist nicht so, dass ich denke, das hier
wäre ein schöner Hintergrund, sondern
ein Thema kristallisiert sich bei mir
heraus.
In zwei meiner Romane habe ich Bambergszenen untergebracht, in den „Puppenspielern“ und in „Unter dem Zwillingsstern“. Darin finden Dreharbeiten
in Bamberg statt, und dabei habe ich
versucht, die Stadt etwas zu charakterisieren.
OTTFRIED: Bei Ihrer Lesung kündigten Sie an, sich auch an anderen Genres
versuchen zu wollen. Woran haben Sie
da gedacht?
Tanja Kinkel, Autorin historischer
Foto: Internet
Romane.
(ipl) Die Bestsellerautorin Tanja Kinkel
wurde 1969 in Bamberg geboren. Am
Kaiser-Heinrich-Gymnasium legte sie
1988 ihr Abitur ab und begann
Germanistik, Kommunikationswissenschaft und Theaterwissenschaft in
München zu studieren, wo sie 1997
auch promovierte. Ihren ersten Roman
veröffentlichte sie 1990. OTTFRIED
hat sich mit Tanja Kinkel unterhalten.
OTTFRIED: Sie haben bei der Lesung
in Bamberg die Beweggründe für Ihre
einzelnen historischen Romane erläutert. Wie ist es mit dem Interesse an
Geschichte an sich, war das schon
immer vorhanden?
Tanja Kinkel: Ja. Das heißt nicht, dass
mich alle Epochen gleich interessiert
haben. So musste ich mich beispielsweise durch verschiedene Verfassungen
des 19. Jahrhunderts quälen. Aber das
Grundinteresse für Geschichte war
immer da. Und es wurde, glaube ich,
eher durch die Schule als durch historische Romane geprägt. Und natürlich
durch eine Umgebung wie Bamberg,
die macht empfänglich für Geschichte.
OTTFRIED: Könnten Sie sich vorstellen, einen Roman über Bamberg zu
schreiben?
T.K.: Ja, wenn ich ein Thema finde. Es
T.K.: Ich habe mich schon an anderen
Genres versucht. Ich habe ein Kinderbuch geschrieben. Das ist eine andere
Art zu schreiben und hat sehr viel Spaß
gemacht. Gleichzeitig war das auch ein
Versuch im Fantasy-Bereich, da die Geschichte stark ins Märchenhafte geht.
Ich habe auch Kurzgeschichten geschrieben, die in der Gegenwart spielen. Ich könnte mir auch vorstellen,
einen ganzen Roman in der Gegenwart
spielen zu lassen. Und irgendwann
möchte ich einen Zukunftsroman
schreiben. Aber ich werde wohl auch
immer zu historischen Romanen zurückkehren.
OTTFRIED: Wen würden Sie denn als
Ihre literarischen Vorbilder bezeichnen?
T.K.: In dem Sinne habe ich keine
Vorbilder, da ich glaube, dass jeder seinen eigenen Stil finden muss. Aber ich
habe schon Vorbilder, wie zum Beispiel
meinen Lieblingsdichter Heinrich Heine. Aber ich würde mir nie anmaßen,
mich an ihm zu orientieren. Natürlich
gehört auch Lion Feuchtwanger dazu,
über den ich meine Doktorarbeit geschrieben habe. Den habe ich allerdings
erst bei den Arbeiten zur Promotion
richtig kennen gelernt und würde nicht
sagen, dass er meine Vorliebe für historische Romane geprägt hat.
OTTFRIED: Was machen Sie, wenn Sie
nicht am Schreibtisch sitzen?
T.K.: Lesen, spazieren gehen, Kino,
Freunde treffen, ganz normal.
DOMSCHERGE.
Natur-Offensive
(bh) Grüne Zeiten stehen den Bambergern bevor. Gleich zwei Veranstaltungen widmen sich Anfang Juni dem
Naturschutz: Zum einen findet vom 7.
bis 9. Juni der Deutsche Naturschutztag statt, zum anderen veranstaltet das
städtische Umweltamt parallel dazu
vom 6. bis 11. Juni als Rahmenprogramm eine Bamberger Naturschutzwoche.
Zur Eröffnung des Deutschen Naturschutztages am 7. Juni (Konzert- und
Kongresshalle) hat sich Prominenz
angekündigt: Umweltminister Jürgen
Trittin wird erscheinen, genauso wie
sein bayerischer Kollege Werner
Schnappauf und zahlreiche weitere
Gäste aus Politik, Verbänden und
Wissenschaft. An den darauffolgenden
Tagen werden sich Arbeitskreise mit
verschiedenen Naturschutzfragen auseinandersetzen.
Das Thema lautet: „Grenzenloser
Naturschutz - Herausforderung für
Europa“. Dabei geht es um Fragen des
Naturschutzrechtes, Berufsfelder im
Naturschutz, die Agenda 2000 und
natürlich die Finanzierung des
Naturschutzes.
Motto: Grenzenloser
Naturschutz
Interessanter dürfte das Angebot der
Bamberger Naturschutzwoche sein,
denn auf dem Programm stehen über
30 Veranstaltungen. So erhalten Teilnehmer etwa am 7. Juni die Möglichkeit, im Sand des ehemaligen Militärgeländes der US-Armee in Bambergs
Osten zu buddeln, den Alltag des gemeinen Wasserläufers (8. Juni, Fuchsenwiese) auf der Regnitz zu erkunden
oder bizarre Lehmskulpturen (9. Juni,
Alte Ziegelei) zu entwerfen.
Gleichzeitig werden in der Fußgängerzone am Gabelmann Stände aufgebaut
sein, an denen schmackhafte Gerichte
aus heimischen Wildpflanzen angeboten werden, von denen sich die
Menschheit Jahrhunderte lang ernährt
hat. Für Menschen mit Streichelbedürfnis steht dort auch ein Rudel Schafe und Ziegen bereit. Außerdem sind
im Stadtarchiv und im Foyer der
Konzert- und Kongresshalle themennahe Ausstellungen zu sehen.
Am Sonntag, dem 11. Juni, wird mit
einem Frühlingsfest auf den Fuchswiesen der grüne Ausnahmezustand
vorerst beendet.
Alle Veranstaltungen sind kostenlos.
Anmeldung
online
(jg) Studien-Anfängern, die im
kommenden Wintersemester in
einen zulassungsbeschränkten Studiengang einsteigen wollen, bietet
die Uni Bamberg einen neuen Service: Die Bewerbungsanträge für
NC-Studiengänge können als PDFDateien heruntergeladen werden.
Die Anträge müssen nur noch ausgedruckt, ausgefüllt und an die Uni
geschickt werden. Die Formulare
gelten nur für zulassungsbeschränkte Studiengänge, deren Plätze nicht
über die ZVS vergeben werden.
Internet: www.uni-bamberg.de/studium/bewerben.htm
Demnächst in Ihrem Kino?
Luitpoldgebäude und Atriumdach stehen fast leer: das eine zum Verkauf, das andere zum Verdruss
Käuferinteresse auch durch den geplanten Bau der City-Passage nahe dem
ZOB begründet sein. Das Luitpoldeck
und das auf der anderen Straßenseite
gelegene Witt-Haus wären dann von
einer zentralen Einkaufszone recht weit
entfernt. Weit entfernt von ihrem
ursprünglichen Ziel sind auch Kieft &
Kieft, die zukünftigen Betreiber des
Multiplex-CineStars.
Unberechenbares
Experiment
Kein Popcorn, kein Brad Pitt, nicht mal mehr Kinosessel - die Jugendstil-Fassade allein scheint keine Käufer für die ehemaligen Luipold-Lichtspiele an Land zu ziehen.
Foto: fg
Von Frank Gundermann
„Keine Stühle mehr“, steht in krakeliger Schrift auf dem Pappschild. Die
waren den Luitpold-Lichtspielen bereits am 15. März nach der letzten
Abendvorstellung ausgegangen. Kurz
zuvor hatte sich noch Leonardo di
Caprio in dem Strand-Thriller „The
Beach“ mit durchgeknallten Hippies
rumgeschlagen, dann „schlugen“ sich
die Gäste. Um die Stühle.
Mit Schraubenziehern demontierten
weit über 100 Cineasten an diesem
Abend die Kinosessel oder rissen sie
gleich samt Verankerung aus dem
Boden. Egal ob Luli, Eldorado, Bambi
oder Galerie: Alles, was nicht niet- und
nagelfest war, wurde aus den Kinosälen
mitgenommen. Das Abschiedsgeschenk
des Luitpold-Kinocenters - die Demontage und kostenlose Mitnahme der
Stühle - geriet zur filmreifen Plünderszene. Was zu diesem Zeitpunkt aller-
dings keine allzu große Rolle mehr
spielte. Zum Leidwesen der Kinogänger hatte die Ufa eine dringend notwendige Renovierung der Innenräume
sowie der Aussenfassade hinausgezögert.
Geringes
Käuferinteresse
Erst als der Bau des Multiplexkinos auf
dem Atriumdach definitiv feststand und
die dortigen Bauarbeiten in Angriff
genommen wurden, bewegte sich
etwas. Die Ufa gab den Kinobetrieb auf
und zog sich aus ihrem Bamberger
Eigentum zurück. Seitdem steht das
Jugendstilhaus am Luitpoldeck zum
Verkauf. Die Außenfassade wurde noch
renoviert - die Ufa hatte sich dazu verpflichtet - mehr geschah allerdings
nicht. Ein Blick durch die neu einge-
setzten Fenster bestätigt das: kahle
Räume, in denen lediglich eine Kloschüssel zwischen Bauschutt erkennbar
ist.
Dementsprechend groß ist auch das
Käuferinteresse. „Bislang hatten wir
keine Anfragen. Anträge für die
Nutzung des Gebäudes liegen nicht
vor“, so Brigitte Grosse, Pressesprecherin der Stadt Bamberg.
Die Gerüchteküche brodelte trotzdem.
Bereits zwei Wochen bevor die
Luitpold-Lichtspiele vom definitiven
„Filmriss“ ereilt wurden, mutmaßte ein
Bamberger Bürger per Leserbrief: „Es
hält sich jedoch hartnäckig das Gerücht, dass zumindest ein Teil des Anwesens zu einer Mega-Disco umfunktioniert werden soll.“ Wäre dies der
Fall, hieße dies „Gute Nacht Weltkulturerbe.“
Das Schreckensszenario trat nicht ein.
Teilweise könnte das mangelnde
Auf unbekannten Wegen
Von Heiligen und Huren - „Schleichwegla e.V.“ mit eigenem Konzept
(hek) Eine ganz besondere Art kulturgeschichtlicher Spaziergänge bietet der
Verein „Bamberger Schleichwegla“ an.
„Fernab der gängigen Touristenpfade,
fern der Reiseführerrouten, führen wir
Sie dorthin, wo große Geschichte in
Bamberg kleine Geschichten schrieb“,
versprechen die Vereinsmitglieder in
der Schleichwegla-Broschüre.
Schleichwegla? In Bamberg? Neugierig
geworden schaute ich mir den beigelegten Termin-Kalender genauer an. Dort
konnte ich eine breite Auswahl von
Themen ausmachen, die interessierten
Teilnehmern an Originalschauplätzen
in Bamberg näher gebracht werden. Die
Spaziergänge behandeln Verschiedenes: von der Hexenverfolgung der
frühen Neuzeit über den Alltag von
Frauen in verschiedenen Jahrhunderten
bis zur Verunglimpfung und Vertreibung der jüdischen Geschäftsleute im
Nationalsozialismus.
Aber auch heitere Themen, wie die
Geschichte des Bamberger Weinanbaus
und seiner Häckerhäuser (eine be-
Auch so kann es auf einer Führung zugehen. Der Schleichwegla-Verein bietet
eine interessante und inforeiche Alternative
Quelle: Schlechwegla e.V
stimmte Art von Weinhäusern) oder die
Bierkultur mit ihren vielfältigen
Markenangeboten runden das Bild der
Domstadt ab.
Natürlich stand es für mich als OTTFRIED-Redakteur außer Frage, auch
ein solches Schleichwegla mitzumachen. Die Führung, an der ich teilnahm,
brachte mich zu den Schauplätzen der
Vertreibung jüdischer Geschäftsleute in
der NS-Zeit. Nicht nur mein Geschichtswissen profitierte davon, die
Führung regte mich auch zum Nachdenken an.
Vom jüdischen Geschäftsinhaber des
Warenhauses Tietz, das heute das
Hertie-Kaufhaus am Maxplatz ist, bis
zur Hopfenhandlung des Gustav
Buxbaum, jedes Schicksal wurde im
Detail dargestellt und bekam mit zahlreichen Fotos ein Gesicht.
Wer Interesse bekommen hat und dafür
auch bereit ist, einen erschwinglichen
Preis zu zahlen (für Studenten sechs
Mark), kann sich auf verschiedenen
Wegen informieren: Die Broschüren
mit den jeweiligen Themen und
Terminen liegen an der Infothek im
Rathaus und in der Concordiastraße 12
aus. Außerdem kann man die Regionalpresse, wie zum Beispiel die Fränkische Nacht oder den Fränkischen Tag,
zu Rate ziehen.
Bereits Ende 1999 wollten sie mit acht
Kinosälen und 1581 Luxussesseln neue
Maßstäbe setzen. Der geplante
„Doppeldecker“ - Kino auf Einkaufszentrum - entpuppte sich als unberechenbares Experiment. Vor allem die
statischen Arbeiten an 21 Gebäudepfeilern zur Verstärkung des Daches
bereiteten Schwierigkeiten. Gebäudeachsen mussten neu berechnet, Erschütterungen vorbeifahrender Züge
berücksichtigt werden.
War die zweite Aufnahme des Kinobetriebs vor diesen Feststellungen noch
für Ende 2000 angekündigt worden, so
mussten die Atrium-Betreiber, die Kölner Fundus-Fonds-Gesellschaft, den
Termin erneut verschieben. Bis die 110
Meter lange und 13 Meter hohe
Stahlkonstruktion komplett errichtet ist,
wird noch einige Zeit vergehen.
Schätzungsweise im Herbst 2001 heißt
es wieder: „Mein Name ist Bond.
James Bond“. Schon Ende 1999 sollte
der damals aktuelle Bond-Streifen „Die
Welt ist nicht genug“ den Bamberger
Filmfans in atemberaubender Kinokulisse kostenlos vorgeführt werden.
Statt THX gab es dann nur knarzende
Kinosessel, wenig aufregende Kulisse
und einfachen Surround-Sound: im
Galerie-Saal der Luitpold-Lichtspiele
Start der vhb
(jg) Die Virtuelle Hochschule Bayern
(vhb) hat ihren Betrieb offiziell aufgenommen: Am 15. März gab Wissenschafts-Staatsminister Hans Zehetmair
bei einem Festakt in Hof den Startschuss für das Projekt, das auf eine
gemeinsame Initiative der Universität
Bamberg und der Fachhochschule Hof
zurück geht. Die vhb bietet Studenten
die Möglichkeit, aufwändig aufbereitete Lehrangebote anderer bayerischer
Unis über das Internet wahrzunehmen.
Bisher sind bereits etwa 40 Angebote
aus den Disziplinen Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Ingenieurwissenschaften und Medizin online.
Angebote aus den Bereichen Geistes-,
Sozial- und Naturwissenschaften sowie
Kunst und Architektur sollen folgen.
Zwar können die Studenten dank der
Virtuellen Hochschule von zu Hause
aus studieren, aber zur Abschlussprüfung muss man dann doch persönlich erscheinen - und zwar in der Uni,
die den jeweiligen Online-Kurs angeboten hat.
Die Virtuelle Hochschule findet man im
Internet unter: www.vhb.org
SPORT & SPASS.
Shaq-Attack in Vancouver
Bamberger Basketballfan nimmt Anschauungsunterricht in der amerikanischen Profilga
Das ist der Blick auf das Spielfeld im General Motors Place aus einer der obersten Reihen. Der Austragungsort der Heimspiele der Vancouver Grizzlies aus der
NBA fasst knapp 20.000 Zuschauer.
Foto:jkk
Von Johanna Krischker
In freudiger Erwartung stehen wir vor
dem General Motors Place in Vancouver. Zu Gast bei den Grizllies werden
wir heute abend eine der besten
Mannschaften der National Basketball
Association (NBA) erleben, die Los
Angeles Lakers.
Zu unserer großen Verwunderung gibt
es sogar noch Karten, und sie kosten
nur 24 Dollar, unglaublich! Das haut
selbst einen alten Basketballfan wie
mich vom Hocker. Für jemanden, der in
Bamberg die ganze Zeit zum TSK
rennt, sich die Nächte um die Ohren
schlägt, weil die NBA-Finals live im
DSF übertragen werden, für den bedeutet dieses Spiel den absoluten Höhepunkt seiner bisherigen Fan-Laufbahn.
Dass alles so gigantisch sein würde, hat
selbst all die Erwartungen übertroffen,
die ich durch meine Nächte vor dem
Fernseher hatte.
Gut, dass wir schon zwei Stunden vor
Spielbeginn da sind. So haben wir we-
nigstens genug Zeit, den richtigen Eingang zu finden. Aber damit sind wir
noch lange nicht am Ziel. Eine halbe
Stunde lang drängen wir uns durch die
Gänge und suchen den richtigen Platz.
Endlich angekommen, oben, fast unter
dem Dach (die billigsten Plätze sind
eben doch in der letzten Reihe) denken
wir uns bei einem Blick in die Arena,
dass sich das lange Suchen doch gelohnt hat. So viele Menschen auf einem
Fleck hatte ich das letzte Mal beim
Bruce Springsteen-Konzert gesehen.
Nein, es waren mit Sicherheit mehr
hier.
Dann ging es endlich los. Wer sich wie
wir keine besonders guten Plätze leisten
kann, der kann wenigstens auf der riesigen Leinwand direkt über dem Spielfeld alles genau erkennen. Endlich mal
den MVP der Saison 99/00, Shaquille
O`Neal, live und in Action sehen! Punkt
für Punkt setzen sich die Lakers ab,
ohne besonders viel dafür zu tun. Da sie
in diesem Spiel der haushohe Favorit
sind, beginnen wir doch irgendwann für
die Vancouver Grizzlies zu schreien.
Schon allein, weil der absolute Star der
Lakers, „Shaq“, geschont wird, und wir
nur drei relativ unspektakuläre Dunkings von Seiner Hoheit zu sehen bekommen.
Aber ich bin es ja schon gewohnt, für
die schwächere Mannschaft zu schreien
(Gruß nach Bamberg). Ob es an unserem Geplärre oder daran liegt, dass sich
die „Bären“ wieder fangen, ist nicht
ganz klar. Auf jeden Fall holen sie nun
immer mehr auf. Durch zahlreiche
Fast-Breaks der Grizzlies und Turnovers seitens der Gäste aus LA sowie einigen beeindruckenden Showeinlagen
des überragenden Sharif Abdul-Rahim
aus Vancouver, bekommen wir doch
noch ein richtig gutes Spiel zu sehen!
Für meine männlichen Begleiter ist
aber die Halbzeitpause der absolute
Höhepunkt: Amerikanische Cheerleader! Eine schöner, anmutiger, oder mit
einem Wort geiler als die andere. Dage-
gen kann man die bei uns echt vergesssen!
Ich als Frau kann mich aber doch eher
für die Mountainbiker begeistern, die in
einer tollkühnen Show über Rampen
und Schanzen durch die Halle fliegen.
Die zweite Halbzeit verläuft ähnlich
wie die erste. Die Lakers ziehen davon,
und die Grizzlies beginnen - zu spät mit ihrer Aufholjagd.
Rund um das Spiel ist ein riesiger
Jahrmarkt. Tausende von Leuten verteilen nach dem Spiel kleine Geschenke
oder Flyer. Wir sind vor allem von den
kleinen Apfelkuchen angetan, die wir
mitnehmen, um sie jedem Penner, den
wir unterwegs treffen, zu schenken.
Doch die wissen anscheinend, was man
so alles nach einem NBA-Spiel abstauben kann. Jeder, dem wir einen aufdrängen wollten, zeigte uns eine volle Tüte
mit besagten Apfelkuchen. Schade, war
wieder nichts mit einem guten Werk.
Ach ja, das Spiel gewannen die Lakers
mit 108:99.
Big Erich hat nominiert!
Erst ManU raus - und was sich außer der Championsleague noch im Fußball getan hat
(bse/kos) Wir sind’s mal wieder. Die
anerkannten Fußballexperten der OTTFRIED-Redaktion. Und wie üblich
brennt uns ein brisantes Thema unter
den Nägeln. Vielleicht auch mehrere.
„Schaunmermal!“
In der letzten Ausgabe haben wir uns
gefragt, was uns die Münchener Fußballszene noch so bieten wird. Einiges
und mehr!
Schlug das Herz des deutschen
Fußballs vor einiger Zeit noch im
Ruhrgebiet, so waren in diesem Jahr die
Münchener die Schrittmacher des deutschen Fußballs!
„Nachricht von Franz?“ „Nee, ich hab’
aber grad’ ein Bügeleisen für Dich ge
SNAPed“
Die „Bären“, nicht zuletzt dank des
größten deutschen Fußballers, Thomas
„Tor des Monats“ Häßler, in der
Championsleague, die Bayern doch
noch
mit
einem
gelungenen
Saisonabschluß: Trotz Halbfinalniederlage in der Europaliga immerhin
Pokalsieger und in letzter Sekunde
Meister, durch Hachings Schützenhilfe.
Und für die gab es nicht nur Würstchen
zum Dank, sondern womöglich auch
das Ausschöpfen der internationalen
Fleischtöpfe.
„Nachricht von Franz?“ „Nee, ich hab’
uns aber grad’ ein Paar Theaterkarten
ge SNAPed“.
Trotz all des Dramas um die
Meisterschaft ging es auch im Ruhrpott
um die Wurst. Würde Udo „die Kappe“
Lattek fünf Spieltage vor „Schicht im
Schacht“ den drohenden Abstieg des
BVB verhindern können? Oder sollte
Huub „die Null muss stehen“ Stevens
seinen Trainerjob behalten können und
tatsächlich die B1-Meisterschaft
gewinnen? Doch Udo „Taktik-Tisch“
Lattek sollte die Oberhand behalten.
Für ca. 1,5 Millionen Mark verpflichtet,
rettete der Stammtischtrainer die
Dortmunder vor dem Abstieg und davor, hinter der blau-weißen Söldnertruppe zu landen.
EM-Mäc mit den superdicken FC Pommes
Trotz dieses überraschenden Erfolges
erlitten die Schwarz-Gelben einen überaus herben Verlust. Andy „die Zecke“
Möller ertrug die Kritik um seine
Spielkunst in Dortmund nicht mehr und
wechselte kurzerhand zum Erzfeind,
auf Schalke. Ob die Gelsenkirchener
damit ihre Abwehrprobleme lösen
können bleibt zwar fraglich, aber sie
können jetzt zufast nur die Richtigen nominiert.
mindest überzeuEs gibt allerdings ein paar Spieler,
gender nach dem
die lieber auf der Bank glänzen
Spiel in die Kamesollten. Was haben Darius
ra heulen, wenn sie
„Zaubermaus“ Wosz und Jens
mal wieder die Kiste
„Pannen-Olli“ Lehmann im
vollgekriegt haben.
deutschen Aufgebot verloren?
Bleibt nur noch die FraMuß nur noch Olli „Pantene“
ge, ob jetzt die HollänBierhoff endlich damit aufhödische Nationalmannschaft
ren, nur toll auszusehen, songeschlossen nach Schalke
dern damit anfangen auch mal
wechselt, nachdem in Barwieder toll Fußball zu spielen
celona kein Holländer
und regelmäßig Tore zu
mehr als Trainer arbeitet
schiessen. Jetzt da
„Nachricht von Franz?“
wo „sein“ Thomas
„Nee, ich hab’ uns aber grad’
„Icke“ Häßler wieder
einen Urlaub in der Karibik
dabei ist, um ihn zu bediegeSNAPed“.
nen. Aber der kann auch mit
Und dann war da ja noch die
anderen...
Geschichte mit Uli „das Sak„Nachricht von Franz?“
ko“ Stielike. Gerade noch recht„Nee, ich hab’ aber grad’
zeitig vom Teamchef vor die
eine DSF-Kappe für Dich
Tür gesetzt, um die TitelvergeSNAPed“.
teidigung bei der EuropameiMit diesem absoluten
sterschaft nicht zu gefährden. ErDreamteam Kahn uns
setzt wurde der ständig nörgelnde
kein Linkes Ding passSchnurrbartträger durch den
sieren. Da Hamannichts
Pausenaugust Horst „das Kopfzu verlieren. Und wenn
Foto: Internet
ballungeheuer“ Hrubesch. Und
doch, was Scholl’s? Da
siehe da, endlich kriegen die deutschen
Rehmer uns gar nicht drüber auf wenn
Elitekicker wieder ihren Arsch hoch
der Jancker nach jedem Tor seinen Rink
und zeigen, was von ihnen erwartet
küßt! Es zählen nicht nur Ziege. Wir
wird. Sie haben, man kann es wohl
lassen uns auch durch Niederlagen die
kaum anders sagen, zuletzt wieder einEM nicht Jeremies machen. Hauptmal richtigen Fußball gespielt. Ansache ist, daß Bierhoffentlich kaltgesehnlich. Voller Spielfreude. Mit kämpstellt ist. Wenn die deutsche
ferischem Einsatz.
Mannschaft nicht glänzen kann, wir
„Nachricht von Franz?“ „Nee, ich hab’
haben ja immer noch Ballack.
aber grad’ superdicke FC Pommes
Wie schon der große Fußballphilosoph
geSNAPed“
Sepp Lineker einst gesagt hat: Ein
Das einzige, das die deutsche
Fußballspiel dauert neunzig Minuten,
Nationalmannschaft jetzt noch vom
der Ball ist rund und am Ende gewinnTitel trennt, ist eine fehlerhafte
nen doch immer die Deutschen.
Aufstellung. Immerhin hat Sir Erich
„Schaunmermal!“
Gladiator
(fg) Gleichzeitig schlägt Maximus
(Russell Crowe) mit beiden Händen
nach vorne. Ganz kurz spiegelt sich
noch die Sonne auf den zwei Schwertklingen des ehemaligen Legionärs,
dann hebt er ab - der helmbewehrte
Kopf des feindlichen Kämpfers. Mit
entsprechender Blutfontäne, versteht
sich. Maximus hat erneut gewonnen - in
der kargen Gladiatorenarena, irgendwo
in der kleinasiatischen Provinz des riesigen römischen Imperiums.
Nicht gerade zimperlich geht es in
„Gladiator“, dem neuen Film des Kultregisseurs Ridley Scott, zu. 100 Millionen Dollar hat es gekostet, das antike
Rom und ein totgeglaubtes Genre wieder auferstehen zu lassen: den historischen Monumentalfilm.
Egal ob im kalten Germanien, unter der
sengenden Sonne Kleinasiens oder als
umjubelter „Star“ bei den Kämpfen im
Colosseum, Maximus’ Lebensgeschichte wird nie langweilig. Vor allem
die opulente Kostüm- und Kulissenausstattung dominiert den Film. Dialoge
beinhalten nur wichtige, die Handlung
tragende Aussagen. Für Plauderstündchen bliebe denn auch angesichts der
ausgefeilten, manchmal recht gewalttätigen Actionszenen wenig Zeit. „Staub
und Dreck“, so charakterisiert der Gladiatorenlehrer und ehemalige Kämpfer
Antonius Proximo (Oliver Reed) seinen
Berufsstand.
„Gladiator“ verdeutlicht vor allem die
harte Realität der römischen Volksbelustigung „Panem et circenses“ und
zeigt die Gefühlsschwankungen der Tötungsprofis, immer zwischen Hoffen
und Bangen. Im Gegensatz zu früheren
Historienschinken wird die Arena diesmal nicht von muskelbepackten Sandaletten-Gigolos in Miniröckchen bevölkert. Auch der intrigante Kaiser Commodus, der 150 Tage lang Gladiatorenkämpfe veranstalten lässt, um das
Volk von der bevorstehenden Entmachtung des Senats abzulenken, wird
glücklicherweise nicht als eindimensionale, durchgeknallte Obertunte oder geschminkte Glitzerfee dargestellt. Vielmehr entwickeln sich die Charaktere
mit fortlaufender Handlung. Neue
Facetten werden eingebaut, die auch
noch die untergeordneten Nebenfiguren, wie zum Beispiel den deutschen
Bodybuilder Ralph Moeller alias Gladiator Vibius, als Persönlichkeit erscheinen lassen. Trotzdem gibt es einige Schwachpunkte. So wirken manche
der gigantischen Schlachtszenen arg
verwackelt, und Ralph Moellers digitalisierter Tod macht ebenfalls nicht den
besten Eindruck. Von Pfeilen durchbohrt bewegt sich seine Computeranimation für Sekundenbruchteile wie
King Kong in seinen filmtechnischen
Anfangszeiten. Schade eigentlich.
Denn wenn man schon so einen
Aufwand betreibt, hätte man auch auf
solche Details achten sollen.
Ansonsten gilt für „Gladiator“: absolut
empfehlenswert. Zu sehen ist „Gladiator“ im City-Kinozentrum, täglich
um 14, 17 und 20 Uhr, am Freitag und
Samstag zusätzlich um 23 Uhr.
WURSTBLATT.
Wir binden Euch ‘ne Beere auf
Sommer, Sonne, Sex: Die OTTFRIED-Küchenredaktion hat Tipps für kulinarische Verführungen à la Hollywood
Erdbeer-Gratin
Zutaten:
500 g Quark, 50 g Speisestärke, 200 g
Puderzucker, 4 Eier, 2 EL Rum, 1
Päckchen Vanillezucker, 1/2 unbehandelte Zitrone, Butter zum Ausfetten, 750
g frische Erdbeeren.
Erdbeeren und Muffins: Ein amerikanischer Quickie
(fra/dan) Kein Hollywood-Streifen
kommt an ihnen vorbei. Immer dann,
wenn es um Verführung kulinarischsexueller Art geht, sind sie im Spiel:
Erdbeeren. Ihnen schreiben Regisseure
wie Biologen schier unglaubliche
aphrodisierende Kräfte zu. Selbst eine
Traumfrau wie Kim Basinger verfällt
unter Einfluss dieser Naturdroge einem
Ekel wie Mickey Rourke. Erst nach 9
1/2 Wochen lässt die Wirkung nach.
Die empfängnis-, äh verhängnisvolle
Wirkung von Erdbeeren und Cham-
Foto: Studio Teubner
pagner ist hinlänglich bekannt. Da die
immergleiche Mischung auf Dauer aber
doch langweilig wird (echt, nach dem
50. Mal nervt’s wirklich!), bringt OTTFRIED jetzt etwas Abwechslung ins
sommerliche Liebesleben. Und weil
man niemanden damit beeindrucken
kann, die edlen Früchte auf einen einfachen, gekauften Biskuitboden zu legen
- das kann ja schließlich jeder - haben
wir drei exklusive „Komm-ins-BettSchatz-aber-lass-die-Brösel-draußen“Rezepte rausgesucht.
Quark, Speisestärke, 180 g Puderzucker, Eigelb, Rum, Vanillezucker und
abgeriebene Zitronenschale verrühren.
Eiweiß steif schlagen und unter die
Quarkcreme ziehen. Sechs tiefe, ofenfeste Teller ausfetten. Quarkcreme auf
die Teller verteilen. Halbierte Erdbeeren kreisförmig auf die Creme legen. In
den Backofen schieben, auf 200 Grad/
Gas Stufe 3 schalten und etwa 45 Minuten goldbraun backen. Mit dem restlichen Puderzucker bestreuen.
Erdbeertorte
Zutaten:
Für den Knetteig: 125 g Mehl, 20 g
Kokosraspeln, 40 g Zucker, 75 g Butter,
Für den Biskuitteig: 2 Eigelb, 2 EL
Wasser, 65 g Zucker, 50 g Mehl, 25 g
Speisestärke, 2 Eiweiß, 750 g frische
Erdbeeren, etwas Zitronensaft, 150 g
Zucker, je 4 Blätter rote und weiße
Gelatine, 1/2 l Sahne, 1 Päckchen
Vanillezucker.
Trink, trink, Leserlein, trink!
Der exklusive Weinfestführer für Freunde des „gepflegten“ Trinkgelages
(fra) Schon im letzten Sommer haben
wir bei Euch ja mit dem ultimativen,
sensationellen und unübertroffenen
OTTFRIED-Exklusiv-Weinfestführer
einen Hit gelandet, der nach Wiederholung schreit.
Also beugen wir uns dem Druck der
unzähligen Leserbriefe und sorgen auch
in diesem Jahr wieder für etwas
Abwechslung im Bamberger Bieralltag.
Vielleicht machen sich dann ja noch
mehr geneigte Leser auf, die fränkische
Weinkultur zu erkunden.
Vielleicht finden dann noch weitere
geneigte Leser Gefallen daran, bei
Blasmusik und blauen Zipfeln das eine
oder andere Gläschen Wein zu schöppeln. Bei Wilhelm Menschel Junior in
Kitzingen wird in diesem Jahr sogar der
berühmte Eiswein zur Verköstigung
angeboten.
Wie wäre es also mal mit einer stilechten fränkischen Weinprobe in passender
Umgebung?
Juni
9. bis 12.6. Pfingstvergnügen auf
dem Weingut Wilhelm Menschel
Junior in Kitzingen
11.6. Weinbergwanderung „Rund
ums Oberschwarzacher Hörnle“
(Informationen dazu bei Georg Wagener, Tel.: 09382/ 5846)
16. bis 19. Juni 24. Straßenweinfest
in Prichsenstadt
17. Juni Hofschoppenfest im
Arkadenhof Schloss Zeilitzheim
23. bis 25.6. Bamberg, Fränkisches
Mit den angegebenen Zutaten einen
Knetteig herstellen und bei 225 Grad
zehn Minuten backen. In der
Zwischenzeit die Eier in einer großen
Schüssel schaumig schlagen und nach
und nach die restlichen Zutaten für den
Biskuitteig dazu geben. Wichtig: mindestens zehn Minuten geduldig rühren,
am besten mit dem Mixer, damit der
Boden möglichst locker wird. Der fertige Biskuitteig wird anschließend über
den Knetteig in die Form gegossen, die
für ungefähr 20 Minuten bei 150 Grad
wieder in den Ofen kommt.
Die Erdbeeren werden mit Zucker und
Zitronensaft vermischt und bei kleiner
Hitze etwa fünf Minuten gegart. Von
dem Kompott einen Dreiviertelliter
abmessen und die eingeweichte
Gelatine darunter mischen. Kühl stellen
bis die Masse zu steifen beginnt. Die
Sahne steif schlagen und einen Teil der
Masse zum Verzehren beiseite stellen.
Die restliche Sahne unter die Erdbeeren
mischen und auf dem Tortenboden verteilen. Kalt stellen!
Zum Schluss noch ein schnelles Rezept
für Freunde des Quickies:
Erdbeer-WalnussMuffins
Zutaten: 140 g Mehl (Type 405), 120 g
Vollkornmehl, 2 TL Backpulver, 1/2 TL
Natron, 1/2 TL Zimtpulver, 60 g
gehackte Walnüsse, 200 g frische
Erdbeeren, 1 Ei, 180 g brauner Zucker,
100 ml neutrales Öl, 1 Päckchen
Vanillezucker, 250 g Joghurt.
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Die Vertiefungen des Muffinblechs einfetten oder, falls ihr keins habt, einfach
kleine Papierbackförmchen auf einem
normalen Backblech auslegen (am
besten doppelt, dann haben die Muffins
besseren Halt und gehen im Ofen schöner auf).
Das Mehl in eine Schüssel sieben, mit
Vollkornmehl, Backpulver, Natron,
Zimt und Nüssen sorgfältig mischen.
Die Erdbeeren waschen, die Stiele entfernen und in grobe Stücke schneiden.
In einer weiteren großen Schüssel das
Ei aufschlagen und leicht verquirlen.
Den Zucker, das Öl, den Vanillezucker
und den Joghurt hinzufügen und gut
verrühren.
Die Mehlmischung dazugeben und nur
so lange unterrühren, bis sie feucht ist.
Zuletzt die Erdbeerstückchen vorsichtig
unterheben.
Den Teig in die Blech-Vertiefungen
oder Papierförmchen einfüllen und im
Backofen in 20 bis 25 Minuten goldgelb backen.Die Muffins im Backblech
etwa fünf Minuten ruhen lassen, aus
den Förmchen nehmen und warm servieren.
So, Ihr Früchtchen: weitere Rezepte
gibt es unter dem Titel „Verführung mit
Erdbeeren“ von Kristiane MüllerUrban, erschienen im Augustus Verlag,
in der Reihe „Modern Cooking“, 12,90
Mark. Und für alle, die es mit dem
Backen nicht so haben: Es gibt ja auch
Kondome mit Erdbeergeschmack!
Weinfest für Heimwerker
Zwiebelkuchen: Grundlage fürs Gelage daheim
Schöppeln macht L-Lall-L-L-Laune
Weinfest im Schloss Geyerswörth
27. bis 30. Juni Weinfest des staatlichen Hofkellers im Hofgarten
der Residenz zu Würzburg
Juli
1. bis 2.7. 22. Höllentage in
Obereisenheim
7. bis 10.7. Altmain-Weinfest in
Sand am Main
22. bis 23.7. Sommernachtsfest
Untereisenheim
28. bis 31.7. Karlstadter Weinfest
auf dem romantischen Marktplatz
Foto: Manfred Jahreis
August
4. bis 6.8. Straßenweinfest Untereisenheim
5. bis 7.8. Altstadtweinfest in Zeil
am Main
11. bis 15.8. 30. Frickenhäuser
Weinfest
11. bis 15.8. Fränkisches Weinfest
in Volkach
19. bis 20.8. Kultur und Wein in
Zeilitzheim
Sept./Oktober
9./10., 16./17., 23./24., 30.9. und
1.10. Fest der 100 Weine in Obereisenheim
22.9. bis 3.10. 42. Würzburger
Weinfest
14.10. Kellerfest in Schloss
Zeilitzheim.
Wie auch im letzten Jahr gilt für
den Ausflug aufs Land: Viel Spaß
und einen schönen Rausch, aber
lasst Euch lieber fahren! Wem der
Weg in die Weinberge zu weit ist,
der kann noch im Juni das feuchtfröhliche Vergnügen auf dem
Weinfest im Schloss Geyerswörth
genießen. OTTFRIED empfiehlt
die Anreise per Fahrrad!
(fra) Für alle, die ihr kleines Weinfest in
diesem Sommer einmal auf den eigenen
Balkon oder in den Garten verlegen
wollen, weil ihnen der Weg nach Weinfranken zu mühselig oder der Führerschein zu kostbar erscheint, haben wir
uns passend zum Festführer auf die
Suche nach einem traditionellen Rezept
gemacht. Denn: Was wäre ein zünftiges
Weinfest ohne Zwiebelkuchen? Also:
Taucherbrille aufsetzen und munter ran
ans Zwiebelschälen.
Zutaten:
Für den Boden einer Springform
Blätterteig, auch tiefgefroren
Zwiebeln
2 Eier
3 EL saure Sahne
1 EL Mehl
Parmesan nach Geschmack, viel hilft
viel und frisch gerieben erst recht
Muskatnuss, Salz, Pfeffer
250 g gekochter Schinken
Die Zwiebeln schälen, putzen und in
etwas dickere Scheiben schneiden,
dann kurz in genügend Butter andünsten bis sie glasig sind.
Die zwei Eier, die saure Sahne, das
Mehl und den Parmesan verquirlen und
nach Geschmack mit Muskat, Salz und
Pfeffer würzen.
Anschließend die Springform mit dem
Blätterteig auslegen, so dass die Teigmasse über die Form hinausragt. Den
Schinken klein schneiden und zusam-
men mit den abgekühlten Zwiebeln in
die Form geben. Anschließend mit der
Ei-Käse-Masse übergießen.
Im vorgeheizten Backofen ungefähr 20
bis 25 Minuten goldbraun backen.
Prost und guten Appetit wünscht die
OTTFRIED-Küchenredaktion! Für
luftklimatisch-ungünstige Veränderungen übernehmen wir übrigens keinerlei Verantwortung!
Und noch ein Tipp für den ultimativen
Spaß am Rande: Unbedingt Weinkönigin, wahlweise auch Weinkönig, wählen! Ihr bekommt sonst nie wieder die
Chance für derart peinliche Fotos. Unten seht Ihr übrigens unsere Favoritin.
KULTUR.
Abseits des Kommerzes
Vier Bamberger Studenten gründeten die Online-Musikzeitschrift www.NoiseNation.de
Von Stefan Gagstetter
und Helge Köhling
Alternative? Hmm, schon mal gehört.
Industrial? Ja klar, da war mal diese
Band, wie hieß sie doch gleich...? Aber
Electro-Rock?
Allen, denen es in Bezug auf die obengenannten Fragen ähnlich ergeht, und
die bestrebt sind, ihre Wissenslücken
auf diesem Gebiet zu schließen, kann
nun geholfen werden. Die Bamberger
Studenten Stefan Gagstetter, Sven
Neuenfeld, Jürgen Preuß und Enrico
Rappsilber nahmen sich dieses Missstandes an und gründeten die alternative, kostenlose Online-Musikzeitschrift
www.NoiseNation.de, die seit dem 1.
Mai im World Wide Web vertreten ist.
Wichtige Informationen über Biografien, Tonträger und Neuigkeiten der
Musiker können hier schnell und unkompliziert abgerufen werden.
Vorbei mit dem
nervigen Rumgesurfe
Schwerpunkte der Zeitschrift sind
dabei Industrial, Alternative und Electro-Rock, also sämtliche im Hinblick
auf die gängigen Stilrichtungen der
Charts alternativen Musikgattungen,
die bislang von nahezu allen Musikpublikationen eher stiefmütterlich behandelt wurden. „Das nervige und stundenlange Rumsurfen im Internet nach einschlägigen Infos war uns irgendwann
zuviel. Das Ergebnis der Suche waren
meistens halbfertige und unübersichtliche Homepages. Vor allem im deutschsprachigen Raum waren die Informationsquellen eher unzureichend“, so
Redakteur Enrico Rappsilber.
Die Zahl der Musiker, die sich mittlerweile aufgrund ihrer Qualitäten in den
USA Platin-Status erarbeitet haben,
jedoch hierzulande zu Unrecht noch
eher unbekannt sind, geht nach Meinung der Redakteure in die Tausende.
Das Ziel der Macher ist daher unter
anderem, den Musikern im deutschsprachigen Raum einen höheren Bekanntheitsgrad zu verschaffen. „Außerdem würden sich bei höheren Verkaufszahlen die Plattenlabels darum bemühen, dass die Tonträger der alternativen
Bands besser verfügbar werden“, erklärt Gründungsmitglied Jürgen Preuß.
Herzstück von NoiseNation ist der
„NoiseNationMessenger“, kurz NoNa-
Stabbing Westward - in den USA Platin-Status, in Deutschland noch unter den Unbekannteren. NoiseNation berichtet
über sie und weitere Vertreter des Industrial/Electro-Rocks.
Foto: Internet
Me, der regelmäßig aktualisiert wird:
Hier finden sich neben aktuellen CDund Konzertkritiken auch Neuigkeiten
aus der alternativen Musikszene, inklusive des damit verhafteten Kulturspektrums. Außerdem steht dem User ein
umfangreiches Archiv zur Verfügung,
das eine Fülle an Bandbiografien, Produzententätigkeiten und Musik-Nebenprojekten beinhaltet.
ChillOut und
Merchandise inklusive
Für die nächste Ausgabe ist sowohl eine
„ChillOut“-Seite, die sich den ruhigeren Klängen der elektronischen
Musik widmet, als auch ein „Merchandise“-Sektor, der die besten Bezugsadressen für CD’s und Konzertkarten beinhaltet, geplant. Die Gründer
befinden sich derzeit auch auf der
Suche nach passenden Links, um „die
Gemeinde der alternativen Musik zu
einer festen Einheit zu verschweißen“,
so Co-Initiator Stefan Gagstetter.
Übrigens sucht die Redaktion noch
musikbegeisterte Mitarbeiter. Also,
wenn Ihr was von alternativer Musik
versteht und darüber auch noch schreiben wollt, dann meldet Euch doch bei
Enrico (Tel.: 0951/3090242) oder bei
Jürgen (Tel.: 0951/6010281). Scheut
Euch nicht und stattet www.Noise-
Nation.de einen Besuch ab, es lohnt
sich auf alle Fälle. „Durch NoiseNation
können wir der Musik abseits des
Kommerzes zu der Achtung verhelfen,
die ihr gebührt“, so Redakteur Sven
Neuenfeld. Ein lohnenswerter Vorsatz,
wie wir finden.
Was hör’ ich denn da?
Teil 3: New Metal - „Old-School“ hat ausgedient
(erp) Vorbei sind die Zeiten der ponytragenden langhaarigen Musiker, die
mit ihrem kreischenden „Eunuchengesang“ in den 80ern die Fahne des
Old-School-Metals (beziehungsweise
Power- oder Truemetal) hoch hielten.
Der traditionelle Heavy Metal hat, auch
wenn es viele nicht wahrhaben wollen,
ausgedient. Eine neue Musikergeneration hat dieses Erbe angetreten und es
weiterentwickelt, die Rede ist hierbei
vom „New Metal“.
Die berühmtesten Vorreiter dieser
Musik waren Sepultura, Fear Factory
und Machine Head. Anfang der 90er
konnte wohl niemand diese Bands in
irgendeine Kategorie einordnen. Definitiv war der Sepultura- oder der
Machine Head-Sound kein Heavy
Metal, aber auch kein Alternativrock
oder Hardcore. Die Bands bewegten
sich irgendwo dazwischen, sie nutzten
verschiedene Stile, wie den New York
Hardcore oder Teile aus dem Heavy
Metal-Bereich, für ihre eigene Musik
aus und formten diese Elemente zu
etwas Neuem, noch nie Dagewesenen
um.
Eine Musikrichtung
wird getauft
Erst 1994 bekam diese Musik ihren
Namen: New Metal. Ross Robinson,
der (ehemalige) Produzent von Sepultura unterstützte eine damals noch
unbekannte kalifornische Band namens
KoRn. Er konnte noch nicht wissen,
dass diese Band sämtliche Charts der
Welt stürmen sollte und dass er ihren
Stil maßgeblich mit kreiert hatte.
KoRn hatten zur damaligen Zeit einen
sehr ungewöhnlichen Musikstil, die
Saiteninstrumente waren sehr tief gestimmt und die Stimme des Sängers
Jonathan Davis pendelte zwischen härterem, schreiendem und dann wieder
weinerlichem, ruhigem Gesang. Davis
verarbeitet seine verkorkste Kindheit in
der Musik. Dieser persönliche Schmerz
war bezeichnend für jeden seiner
Songs. Robinson nahm sich der Band
an und wagte ein Experiment: Er veränderte den ungewöhnlichen Sound von
KoRn nicht, sondern verstärkte ihn nur.
Robinson ließ die Saiteninstrumente
noch ein paar Töne tiefer stimmen und
stellte dann den Gesang von Antistar
Davis in den Vordergrund. Die Musik
bewegte sich nun zwischen Metal,
Hardcore, Hip Hop und Alternative eine ungewöhnliche Mischung, aber
sein Konzept ging auf: KoRn standen
im Blick der Öffentlichkeit und stiegen
in die amerikanischen Billboardcharts
ein.
Bands tauchten aus
dem Untergrund auf
Weitere Bands, wie die Deftones oder
Coal Chamber kamen nun aus dem
Nichts hervor und erhielten große
Plattenverträge. Eine Welle von weiteren neuen Bands entstand, oder tauchten aus dem Untergrund auf. Auch
wenn sich ihre musikalischen Stile in
einigen Elementen voneinander unterschieden, zählte man sie oft fälschlicherweise zu billigeren KoRn- oder
Deftones-Kopien.
Mitte/Ende der 90er eroberten immer
wieder neue Bands, wie zum Beispiel
Limp Biskit, Static X oder Sevendust die
Charts. Doch die absoluten „Könige“
des New Metals waren und blieben
immer noch KoRn. Ihren Status und
ihren Erfolg konnte bisher keine andere
Band erreichen.
Der New Metal ist wahrscheinlich deshalb so erfolgreich, weil verschiedene
Musikstile miteinander kombiniert
werden. So benutzen viele Musiker
Elemente aus dem Hip Hop, Metal oder
Hardcore Bereich. Anders als beim
Heavy Metal, dessen musikalische
Spannweite begrenzter war, können
sich mit dem vielseitigeren New Metal
mehr (besonders auch junge) Menschen
identifizieren.
Wie weit sich diese Musik noch entwickeln wird, bleibt abzuwarten, aber ein
weiterer musikalischer „Wechsel“ wird
bestimmt wieder kommen.
(Bekannte Bands: KoRn, Machine
Head, Deftones, Coal Chamber, Limp
Biskit, Static X, Sevendust, Incubus,
Simon Says, Out)
LTJ Bukem Journey Inwards
(gag) Oftmals ist es nur ein kleiner
Schritt vom geschmähten Außenseiter
zum allseits verehrten Propheten.
In der Frühphase seines Schaffens, als
das Dogma des Hardcore die Welt der
elektronischen Musik regierte und Musiker wie Goldie und 4Hero Triumphe
feierten, wurde LTJ Bukem in nahezu
allen Publikationen der Musikpresse
scharf kritisiert: Seine Musik sei unzeitgemäß schrieben sie, weil viel zu „melodielastig“.
Heute hat LTJ Bukem den unangefochtenen Rang eines Papstes des Drum’n’Bass inne, obwohl er sich gegen diese
Kategorisierung seiner Musik heftigst
zur Wehr setzt. Es wird gar behauptet,
er sei der Wegbereiter für den Jazz des
21. Jahrhunderts.
Nach seiner Mitarbeit an diversen Projekten, wie zum Beispiel den „Progression Sessions“ oder „Presents Earth
Vol.3“, erscheint nun sein erstes
Soloalbum: „Journey Inwards“.
Wer jemals in den Genuss kam, den
Meister live an den Plattentellern zu erleben, wird vom geradezu meditativen
Charakter der Stücke überrascht sein.
Nicht umsonst heißt es, LTJ Bukem
habe die Kunst perfektioniert, emotionale Wärme und energetische Beats zu
einer nahezu perfekten Synthese verschmelzen zu lassen. Sein durch Hip
Hop und Soul inspirierter Sound lassen
die „Reise ins Innere“ zu einer gefühlvollen Odyssee durch die Weiten der
elektronischen Musikwelt werden.
Der Einsatz akustischer Instrumente
scheint auf den ersten Blick für ein im
Studio aufgenommenes Drum'n'BassAlbum ungewöhnlich, verleiht den
Stücken jedoch den Charakter einer
Live-Session. Man meint förmlich, den
Atem der Musiker, das Kratzen der
Plattenspielernadeln und das Streichen
des Cellobogens zu spüren. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen genoss LTJ Bukem während seiner Schulzeit eine (wenn auch anfangs unfreiwillig absolvierte) solide musikalische
Grundausbildung an Gitarre, Klavier
und Schlagzeug.
Wem also zu später Stunde selbst
SpaceNight auf BR3 noch zu stressig
ist, oder wer einfach nur einen Vorgeschmack auf den Jazz des 21. Jahrhunderts erhalten will, ist mit dieser
Doppel-CD gut beraten.
KULTUR.
Geiseln der Vergangenheit
English Drama Group spielt Frank McGuinness „Someone who’ll watch over me“
Von Stefan kai Spoerlein
Eine Zelle. Im Libanon. Heute. Drei
Männer wurden von arabischen Terroristen als Geiseln genommen. Ein
Amerikaner, ein Ire und ein Engländer.
Man benutzt sie als Faustpfand in
einem Krieg, an dem sie nicht teilhaben. Durch die Geiselnehmer wird
ihnen jeglicher Kontakt zur Außenwelt
verwehrt, eine Verständigung mit den
Entführern ist unmöglich. So bleiben
die drei allein mit sich, ihren Ängsten,
ihrem Zorn, ihren Zweifeln und den
Vorurteilen ihrer gemeinsamen Vergangenheit.
Vier Jahre Geiselhaft
im Libanon
Das Theaterstück „Someone who’ll
watch over me“ von Frank McGuinness
basiert auf der Autobiografie „An Evil
Cradling“ des irischen Universitätslektors Brian Keenan, der sich von 1986
bis 1990 in Geiselhaft im Libanon
befand. Keenan wurde 1986 gekidnappt, kurz nachdem er eine Stellung als
Dozent an der Amerikanischen
Universität von Beirut angetreten hatte.
Er wurde erst vier Jahre später nach
Verhandlungen
zwischen
den
Regierungen Irlands und des Iran freigelassen. Die längste Zeit verbrachte er
Jenseits von Jolo: Drei Männer in Geiselhaft im Libanon.
mit John McCarthy, einem britischen
Journalisten und mehreren anderen
amerikanischen Geiseln. Nachdem
Brian Keenan freigelassen worden war,
musste John McCarthy noch über ein
Jahr ausharren, bis er schließlich nach
fünf Jahren in Gefangenschaft auf
freien Fuß gesetzt wurde.
Raus aus der Schublade
Literaturwettbewerb Fragmente 2000
(gag) „Durch die Worte, die uns umschweben, kommen wir auf Gedanken“, notierte Nietzsche im Frühjahr
1880 in sein Tagebuch.
Oftmals jedoch hindert uns der immer
raschere Fluss der Zeit, einen Gedanken zu Ende zu bringen. Sorgfalt und
Muse werden in der Welt der sekundengenauen Zeiteinteilung zu einem Luxus, den sich kaum einer leisten kann.
Die Äußerungen unseres Geistes bleiben Stückwerk, werden zu Fragmenten
im Zuge unseres stetig wandernden
Blickes.
Die Suche nach
Bruchstücken
Im literarischen Sinne ist ein Fragment
etwas unvollständig Überliefertes oder
Unvollendetes, ein flüchtiges Gedankenspiel auf Papier. „Die Gattung Fragment entspricht der neuen Entwicklung
von Geschwindigkeit“, so Thorsten
Grießhammer, Initiator des in diesem
Jahr erstmalig stattfindenden Literaturwettbewerbs Fragmente 2000. Dementsprechend ungewöhnlich erscheint die
Vorgabe des Wettbewerbs: Gesucht
werden bislang unveröffentlichte literarische Fragmente, das heißt Texte,
deren hervorstechendstes Kriterium in
fragmentarischer Sprache oder markanten Bruchstellen besteht.
Der Wettbewerb richtet sich nicht nur
an bereits etablierte Koryphäen der
Literatur, sondern auch an junge, bislang unentdeckte, talentierte Autoren.
Dr. Lutz Hagestedt, Mitglied der Jury:
„So ein Wettbewerb kann helfen,
Kreativität zu wecken, oder auch dabei,
ans Tageslicht zu bringen, was bisher
nur für die Schublade geschrieben
wurde.“ Um dem breitgefächerten Teilnehmerfeld gerecht zu werden, werden
neben dem Preisgeld auch ein Förder-
und ein Publikumspreis vergeben.
Doch nicht nur die schaffenden, auch
die analytischen Köpfe der Literaturlandschaft sind gefragt: Die Auswertung der Einsendungen erfolgt in Übungen und Arbeitskreisen der Fachschaft
SpLit, wobei die Jury beratend zur Seite steht.
Aus allen Einsendungen werden neun
Fragmente ausgewählt, deren Autoren
am 9. Dezember 2000 nach Bamberg
eingeladen werden, um dort ihre Texte
vorzutragen und sich der anschließenden Diskussion mit Jury und Publikum
zu stellen. In der Jury sitzen der Literaturkritiker Dr. Lutz Hagestedt, Professor Dr. Franz Loquai sowie der
Autor Thomas Meinecke. Seitens der
Universität sind die Lehrbeauftragte
Monica Fröhlich und die Studentin
Britta Stutzmann in die Jury integriert.
Die deutschsprachigen Texte müssen
bis zum 30. September 2000 (es gilt das
Datum des Poststempels) bei der OttoFriedrich-Universität Bamberg, Kapuzinerstraße 16, 96045 Bamberg eingehen. Die Beiträge sind in Form eines
Typoskripts mit vier Kopien einzureichen und dürfen nicht mit dem Namen
des Autors versehen sein.
Die Bamberg University English
Drama Group führt das von Heike
Polster inszenierte Theaterstück diesen
Sommer in Kooperation mit der
Hochschulgruppe
von
Amnesty
International auf. Wenn sich der
Vorhang der Studiobühne öffnet,
erblickt man zwei Charaktere in einer
Zelle, irgendwo im Mittleren Osten.
Beide wurden in Beirut von schiitischen Moslems gekidnappt: Adam, der
Amerikaner, vor vier Monaten,
Edward, der Ire, vor zwei Monaten.
Ihre größte Sorge scheint zu sein, wie
sie die Zeit totschlagen können, aber
schon bald wird klar, dass sie sich in
ständiger Angst befinden, ihr Leben zu
verlieren. Inmitten ihres permanenten
Kampfes um die Bewältigung der
Situation stößt eine dritte Geisel zu
ihnen: Michael, ein englischer
Universitätsdozent, der kurz nach seiner Ankunft in Beirut gefangengenommen wurde.
Ein amerikanischer Arzt, ein irischer
Journalist und ein englischer Professor.
Drei gebildete Männer, die im Verlauf
Foto: hep
des Stückes dem psychischen Druck
trotzen lernen müssen und dabei auch
noch gegen die Last ihrer eigenen Vorurteile und Lebenslügen angehen müssen. Auf sich allein gestellt nutzen sie
die Kommunikation als Mittel zum
Überleben, um der Stille der
Gefangenschaft zu entfliehen. Dennoch
bleiben sie gefesselt in der Hand ihrer
Peiniger und alles, was ansonsten zu
hören ist, ist das Rasseln ihrer Ketten...
OTTFRIED verlost
Eintrittskarten
Das Stück wird am 19., 20., 21., 23. und
24. Juni in der Studiobühne am Markusplatz gezeigt. Einlass ist um 19.30
Uhr, Beginn um 20 Uhr. Reservierungen werden ab dem 13. Juni telefonisch unter 0177-6270606 (Mailbox),
0951-8632173 (werktags 8.30 bis 12.00
Uhr) oder per E-Mail unter [email protected]
entgegengenommen!
(OTTFRIED verlost Eintrittskarten auf
seiner Homepage.)
(erp) KMFDM ist tot. Lang lebe
MDFMK!
1998 verkündete Sascha Konietzko das
Ende seiner Industrial-Electro-Combo
KMFDM. Doch es war kein langer Abschied: Im Jahr 2000 meldete sich der
wohl bekannteste deutsche Industrialexport eindrucksvoll mit neuer Band
und neuem Album zurück. MDFMK
(KMFDM rückwärts) heißt sein neues
Projekt. Gemeinsam mit dem Schweden Tim Skold (Ex-Shotgun Messiah,
Ex-Skold) und Sängerin Lucia Gifarelli
(Ex-Drill) macht Konietzko damit weiter, wo er mit KMFDM aufgehört hat:
mit guter Musik!
MDFMK hämmern mit ihrem Industrialrock sämtliche Kauleisten ihrer
Fans weg, denn dieses Debüt ist definitiv ein Werk der härteren Gangart.
Konietzko blieb seinem alten KMFDMStil treu und entwickelte ihn weiter.
Neben der altbekannten Mischung aus
Industrial, Electro, Punk, Rock, Techno
und Metal setzt das Soundgenie verstärkt auf die Stimme von Lucia
Gifarelli. In alten KMFDM-Zeiten noch
in der Rolle der Hüften schwingenden
Background-Sängerin, darf die Schöne
mit der sirenengleichen Stimme nun
auch mal ein paar Songs, wie „Get Out
Of My Head“ oder „Hydro-Electric“,
alleine singen. Trotz der schleichenden
Emanzipation am Mikro, gibt Tim
Skold immer noch den Ton an. In den
letzten Tagen von KMFDM zur Band
gestoßen, hat sich der Schwede mittlerweile einen gleichberechtigten Status
neben Konietzko erarbeitet beziehungsweise ersungen. Neben der Singleauskopplung (leider nur in den USA!)
„Rabblerouser“ hat das MDFMKDebüt zwei weitere Highlights: „Now“
und „Witch Hunt“ haben das musikalische Potential, zu absoluten Clublieblingen aufzusteigen.
Fazit: Treibende Grooves, hämmernde
Industrialbeats und Zwittergesang verleihen dem Debüt das Prädikat „besonders wertvoll“! Eingefleischte Fans
werden dieses Werk sowieso lieben.
Alle anderen: selbst reinhören!
Sehnsucht nach Leben
Das Bamberger Kanaltheater porträtiert die Schwestern Brontë
Geschichte schreiben
bei Fragmente 2000
Wer will, kann sich auch online über
die Ausschreibung, die Jury und das
Preisgeld informieren (www.fragmente2000.de). Außerdem lässt sich per EMail unter [email protected]
Kontakt aufnehmen.
Wer sich also berufen fühlt, seine
schöpferischen Gaben zu präsentieren,
sollte beherzt zu Stift und Papier greifen, um beim ersten in Bamberg stattfindenden, bundesweiten Literaturwettbewerb Geschichte zu schreiben.
MDFMK „dto.“
Dreimal Brontë: drastisch, unzeitgemäß, sehnsuchtsvoll. Foto: Robert Bolkart
(vt) Drei Pfarrerstöchter im englischen
Hochmoor Yorkshire, ein rauhes Klima,
eine karge Landschaft, eine abweisende
Dorfgemeinschaft. Das sind die Zutaten
für das aktuelle Stück des Bamberger
Kanaltheaters. Hochbegabt und im besten Alter leben die drei Schwestern ein
ereignisloses Dasein inmitten eines
überfüllten Friedhofes.
Die Sehnsucht der Schwestern Brontë
nach dem Leben, ihr Verlangen nach
einer Aufgabe und schließlich auch
nach Männern treibt skurrile Blüten:
nächtliche Zungenakrobatik, waghalsige Moorwanderungen und makabere
Wortgefechte. Und schließlich die Fantasie: Die Schwestern beginnen, Gedichte und Romane zu schreiben und
schockieren die englische Leserschaft
des 19. Jahrhunderts mit ihren drastischen und unzeitgemäßen Werken, bis
sie der Tod in jungen Jahren aus dem
Leben reißt.
Susanne Schneiders Stück „Sturmhöhe
- Die Nächte der Schwestern Brontë“
beschreibt in eindringlichen Bildern die
letzten Lebensjahre der drei weltberühmten Schwestern Emily, Charlotte
und Anne Brontë. Die Mutter tot, der
Vater Alkoholiker, versuchten die drei
schon als Kinder ihrem Gefängnis zu
entfliehen und fantasierten sich ihre eigenen dichterischen Heldenreiche. Ihr
absonderliches Leben und ihr literarisches Werk inspirieren bis heute Filmemacher, Musiker und Stückeschreiber.
Bereits ihre Kindheitsaufzeichnungen
enthalten eine solche dichterische
Kraft, dass sie heute in zahlreiche
Sprachen übersetzt werden.
Das Kanaltheater spielt „Sturmhöhe“
unter musikalischer Begleitung von
Kay-Uwe Kirchert (Marimbafon, Percussion) und Markus Kaiser (Cello) in
den Haas-Sälen in Bamberg. Die Vorstellungen finden am 30. Juni sowie am
4., 5. und 7. Juli jeweils um 20.30 Uhr
statt. Am Sonntag, dem 2. Juli, um 11
Uhr laden die Haas-Säle zu „Theater
und Sekt“ mit Aufführung und
Frühstücksmöglichkeit ein. Vorverkauf
in der Buchhandlung Fundevogel.
KEHRSEITE.
„The Dome“ in Bamberg?
Schrei oder stirb!
Am Freitag vor Pfingsten wird der Domplatz zur Bühne für ein 40-köpfiges Rockorchester
(fg) Aller guten Dinge sind drei. Das
weiß nicht nur der Volksmund, sondern
auch der amerikanische Horror-Regiespezialist Wes Craven. Vor allem dann,
wenn es sich um eine Filmtrilogie handelt, und die ersten beiden Teile einen
ordentlichen Batzen Geld abgeworfen
haben. Über 100 Millionen Dollar hatte
der Horrorfilm „Scream“ 1996 an den
Kinokassen eingespielt. Für den zu diesem Zeitpunkt in Vergessenheit geratenen Craven ein fulminantes Comeback,
und für die Studiobosse der Produktionsfirma Miramax Grund genug, nach
einer passenden Fortsetzung zu „schreien“. Was bezüglich des Skripts fast unmöglich schien, gelang Autor Kevin
Williamson, der auch schon den ersten
Teil verfasst hatte. Die Handlung wurde
spannender, die ironischen Spitzen auf
Filme des Horrorgenres steigerten sich.
Von Meike Vögele
„Eigentlich müsste der Domplatz doch
auch mal anders genutzt werden als nur
zum Parken während der Sonntagsgottesdienste oder als offizielle Bamberger Touri-Sammelstelle“, dachten
sich mehrere Leute an verschiedenen
Orten ungefähr zur selben Zeit: Uwe
Gaasch, Leadsänger der Bands
„Schweinsohr Selection“ und „Revolver“, sein Freund Heinrich Ellner, ehemaliger Geschäftsführer bei Radio
Bamberg, - und nach längerem Überlegen schließlich auch die Bayreuther
Schloss- und Seenverwaltung, die die
ordnungsrechtliche Hoheit über den
Domplatz inne hat.
Geistlicher Segen
für profanes Spektakel
Als dann noch der Erzbischof - Vertreter der „ideellen Hoheit“ - seinen
Segen dazu gab, war es nicht mehr weit
bis zur Idee des ersten Bamberger
Domplatz Open Airs. Das soll nun,
nach ungefähr einem Jahr Vorbereitung,
am Freitag, dem 9. Juni, ab 20 Uhr über
die Bühne gehen und als erstes weltliches Spektakel auf dem Domplatz
gleich eine Veranstaltung der Superlative werden.
„40 Künstler aus Bamberg und Umgebung schließen sich zu einem großen
Rockorchester zusammen und spielen
Klassiker verschiedenster Musikgrößen
- von den Beatles bis Phil Collins, von
Robbie Williams bis Stevie Wonder und
Toto“, umreißt Heinrich Ellner den
Grundgedanken des Konzerts. Das
Besondere sei, dass hier alle Musiker die Soul-Funk- und Coverrock-Bands,
über zwanzig Mitglieder der Bamberger Symphoniker und zahlreiche
hat ja an Silvester gesehen, was das
dann für ein Gedränge gibt“, meint
Ellner. Der schließt bei entsprechendem
Erfolg eine Fortsetzung des Domplatz
Open Airs auch nicht aus und hat sich
schon den Freitag vor Pfingsten 2001
im Stillen vorgemerkt.
Und die Frage nach dem Wetter muss
man dem 50-Jährigen gar nicht erst
stellen: „Wenn ich mir darüber Gedanken machen würde, hätte ich gar
nicht anfangen brauchen, zu planen.
Wir werden klasse Wetter haben.“
Noch ist alles friedlich vor dem „Dome“...
Solisten und „Special guests“ wie die
Sopranistin Regina Klepper oder der
Tenorsaxophonist Lutz Häfner - gleichzeitig auf der Bühne stünden und ungefähr die Hälfte der 45 Stücke auch tatsächlich für das gesamte Orchester
arrangiert sei.
„Wir wollen mit dieser großen Bandbreite an Musikern, Stilen und Stücken
ein entsprechend breites Publikum
ansprechen“, erklärt Ellner, der als
Privatmann die gesamte Organisation
übernommen hat. „Meine elfjährigen
Söhne werden da genauso auf ihre
Kosten kommen, wie der 81-Jährige,
der sich neulich als bisher ältester
Besucher ein Ticket gekauft hat.“
Feuerwerks in die Luft jagen wird,
sorgt für Farbenspiele und Lichteffekte
auf dem alten Gemäuer der Domplatzkulisse.
Zusätzlich zu den rund 1800 Sitzplätzen längs der Neuen Residenz sind
7000 Stehplätze eingeplant, „auch
wenn rein rechnerisch bestimmt noch
3000 Leute mehr Platz hätten, aber man
Feuer und Flamme
bei jedem Wetter
9. bis 11.6.: ROCK IM PARK in
Nürnberg, oder mit demselben LineUp: ROCK AM RING am Nürburgring
in der Eifel. Bands: Oasis, Eurythmics,
Santana, Bush, KoRn, Rage against the
machine, NOFX, Die Toten Hosen u.a.
Infos unter www.rockamring.com oder
www.rockimpark.de, die Karten kosten
139 Mark (am Nürburgring ist
Camping inklusive, in Nürnberg nicht).
Neben vier Stunden Musik nonstop
wollen die Veranstalter außerdem mit
effektvoller Pyrotechnik aufwarten:
Joachim Berner, der zwei Wochen später bereits wieder in Montreal gut eine
Viertelmillion Dollar in Form eines
OTTFRIEDs Festivalguide 2000 für Reiselustige
(ps) Genauso wie im letzten Jahr liefern
wir Euch auch heuer einen kleinen
Überblick über den Festivalsommer:
23. bis 25.6.: WITH FULL FORCE in
Roitschjera bei Leipzig mit Highlights
aus der Metal- und Hardcore-Ecke, wie
Iron Maiden, Slayer, Cro-Mags, Shelter,
Machine Head, Exploited. Für 97 Mark
gibt’s Karten im Vorverkauf. Infos unter
www.withfullforce.de.
23. bis 25.6.: WÜRZBURGER
UMSONST UND DRAUSSEN.
23. bis 25.6: HURRICANE in Scheeßel
und SOUTHSIDE in Neuhausen ob
Eck (BaWü) mit Nine Inch Nails (nur
Southside), Moby, Rollins Band, HIM,
Gomez, Bush, Skunk Anansie u.a. für 85
Mark. Infos unter www.hurricane.de
oder www.southside.de.
(mvö/she) Es ist wieder mal Zeit für unser beliebtes Mensa-Suchbild, die Rubrik
mit Herz und Verstand, aus dem Leben gegriffen, von Studenten für Studenten,
ohne Phrasen, Plat(t)itüden und schlechte Gewinne - und DU kannst mitmachen!
Vorausgesetzt, du erkennst dich - NICHT deinen Freund, Onkel, Prof oder
Lieblings-Mensa-Gänger! - auf obigem Foto wieder. Außerdem wäre es (in
Hinblick auf deine grandiosen Gewinnchancen für noch grandiosere Preise) von
Vorteil, wenn du uns das dann auch noch mitteilen würdest. Und zwar entweder
per E-Mail an [email protected] oder über den traditionellen Postweg, also
unsere Briefkästen vor den Mensen.
Und nun zum eigentlich Interessanten: Der Gewinn. Kein Preisgeld, nicht die
dritte Tahiti-Reise und auch nicht schon wieder ein A3 - wir spendieren dem
Foto: ela
Fotomodel in spe ein Mensa-Essen seiner Wahl.
Für alle, die noch keine Karten
haben:
Das Bamberger Domplatz Open Air
beginnt am Freitag, dem 9. Juni
2000, um 20 Uhr; Karten zu 49
Mark für Stehplätze beziehungsweise 68 Mark für Sitzplätze gibt es
im Vorverkauf bei Hertie, Reisebüro
Schiele, BVD und beim Kartenkiosk. Außerdem unter der TicketHotline 0951/9808220 oder unter
www.domplatzopenair.de.
Alles rockt: Park, Ring, See
9. bis 12.6.: WAVE GOTIK TREFFEN
in Leipzig mit Love like Blood, HIM,
Wolfsheim u.a. für 98 Mark. Infos unter
www.wave-gotik-treffen.de.
Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann...
Foto: Internet
Der Bodycount - die Anzahl der
Leichen - musste ebenfalls steigen.
Denn: „Fortsetzungen sind immer blutiger“, wie die Teilnehmer eines
Filmkurses im Nachfolger „Scream 2“
zuerst messerscharf kombinierten und
kurz darauf am eigenen Leib zu spüren
bekamen. Stellt sich nun die Frage nach
Teil 3: Noch mehr Leichen? Noch brutaler? Noch witziger? Das lässt sich
spätestens ab Donnerstag, dem 22. Juni,
beantworten. Dann nämlich läuft
„Scream 3“ in den bundesdeutschen
Kinos an. Das Drehbuch hat diesmal
Ehren Kruger („Arlington Road“) verfasst, Kevin Williamson wurde nicht
mehr zugelassen. Zur Handlung: Unter
dem Titel „Stab 3“ sollen die Woodsborough-Morde der ersten beiden Teile
verfilmt werden. Ganz ohne Probleme
laufen die Dreharbeiten im Filmstudio
aber nicht ab. Denn: Erneut ist der unbekannte Killer mit der „großen Klappe“ unterwegs. Die Darsteller müssen
dran glauben, die Zuschauer freut’s.
Wenn ihr bei der Auflösung der Morde
dabei sein wollt, schreibt einfach eine
Mail an: [email protected], Stichwort: Scream 3. Gemeinsam mit dem
City-Kinozentrum verlosen wir 5x1
Eintrittskarte. Nähere Informationen
unter www.scream3.com.
Foto: Internet
1.7.: RHEINKULTUR - kostenlos in
den Bonner Rheinauen mit Highlights
aus den Bereichen Indie, Alternative
und Hip Hop. Infos unter www.rheinkultur.org.
5.7. bis 9.7.: MIDTFYNS-Festival auf
der Insel Fünen in Dänemark mit den
Eurythmics, Skunk Anansie, Tom Jones,
Runrig u.a.; Karten für 222 Mark inklusive Camping. Infos unter www.mf.dk.
7. bis 9.7.: FORESTGLADE 2K in
Wiesen (Österreich) mit Nine Inch
Nails, Guano Apes, HIM, Tocotronic,
Violent Femmes, Such a Surge für 999
Alpendollars. Infos unter www.wiesen.at.
7. bis 9.7.: CHIEMSEE REGGAE
SUMMER FESTIVAL für 98 Mark.
Infos unter www.amok-promotion.de.
7. bis 8.7.: JAHNINSELFEST in
Regensburg mit Tagtraum, Texta u.a.;
Karten für 10 Mark.
4. bis 5.8.: WACKEN OPEN AIR mit
Metal-Formationen wie Overkill, Iced
Earth, Knorkator u.a. für 80 Mark.
Infos unter www.wacken-open-air.de.
11. bis 12.8.: HALDERN Open Air am
Niederrhein mit Paul Weller, Heather
Nova, Reef, Soulwax u.a. für 49 Mark.
Infos unter www.haldern-pop.de.
11.8. bis 13.8. : TAUBERTAL Open Air
in Rothenburg o.d.T. mit Heather Nova,
Fury in the Slaughterhouse, Such a
Surge, Guano Apes, J.B.O. u.a. für 100
Mark. Infos unter www.taubertal-openair.de.
18. bis 20.8.: BIZARRE Festival dieses
Mal auf dem Flugplatz Niederrhein in
Weeze bei Kleve mit Moby, Moloko,
Muse, Limp Bizkit, Placebo, Rollins
Band, Pennywise, Deftones, Violent
Femmes, Knorkator für 130 Mark.
Infos unter www.bizarre.de.
19.8.: KICKZONE im Müngersdorfer
Schwimmstadion in Köln mit Acts aus
der Electronic Szene (u.a. DJ PunkRoc) für 35 Mark. Infos unter
www.livemusichall.de.
19. bis 20.8.: HIGHFIELD Festival in
Erfurt mit der Rollins Band, HIM,
Tocotronic u.a. für 82 Mark. Infos unter
www.highfield.de.
27.8.: HARD POP DAYS in
Lichtenfels (sowie die Tage vorher und
nachher in anderen mittelgroßen Städten Deutschlands) mit den Ärzten, Fanta 4, Bloodhound Gang, Bad Religion.
Außerdem im August: ROCK AM SEE
in Losheim/Saar mit Iggy Pop, Busters,
Die Sterne, Miles u.a.; Hotline:
0851/9941188.
Aktuelle Infos zu allen Festivals gibt es
unter www.festivalplaner.de.

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