GHF-Bericht: Oldtimer fliegen

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GHF-Bericht: Oldtimer fliegen
Oldtimer-Fliegen:
Je älter, desto schöner
Um Oldtimer zu fliegen, musst Du im wahrsten Sinne des Wortes
„verrückt“ sein, denn es „verrückt“ Deine Beziehung zum Fliegen
Wenn Du das erste Mal in einem offenen Oldtimer geflogen bist oder mit
allen Sinnen dabei warst, wenn ein Sternmotor zum Leben erweckt wird –
spätestens dann bist Du für die „normale“ Fliegerei ziemlich verdorben.
Nicht, dass ich sie seither nicht mehr betreibe, die normale Fliegerei – ich
fliege seit über zehn Jahren mit großer Leidenschaft eine IFR-ausgerüstete
Piper Arrow II aus dem Jahr 1974.
Aber mein Herz schlägt inzwischen mindestens genau so freudig, wenn ich
rechts neben meinem Kumpel Bruno in der Cessna 195 oder vor meinem
Kumpel Arthur in der Boeing Stearman sitze und vom edlen Blubbern
eines 7- oder 9-Zylinder-Sternmotors mit vielen PS umschmeichelt werde.
So ein Sternmotor ist schon was Besonderes: Zuerst keucht er wie eine
alte Dampfmaschine, dann hustet, schnaubt und qualmt er wie der Drache
Smaug aus „Herr der Ringe“, und dann fängt er plötzlich mindestens so
schön an zu singen wie ein Bass-Bariton in der Mailänder Scala –
zumindest für mich.
Fliegen allein ist schon Faszination pur. Keine Frage. Doch das Fliegen mit
historischen Flugzeugen – egal, ob alt oder nachgebaut - ist in der Tat so
etwas wie die „Königs-Disziplin“ der Luftfahrt. Seit ich zum ersten Mal mit
den Oldtimer-Freunden der German Historic Flight e.V. (GHF) etwas
intensiver zu tun hatte, sind fast sechs Jahre vergangen. In dieser
wunderschönen Zeit habe ich es hundertfach gespürt, was diese Menschen
dazu treibt, ihren letzten Hosenknopf und ihre letzte freie Zeit in ein
uraltes Flugzeug zu stecken, das auch mal muckt und zuckt, und das mehr
der Pflege bedarf als ein vier Wochen altes Welpenjunges.
Seither war ich mit meinen „verrückten“ Freunden der GHF schon in halb
Europa unterwegs, teils mit dem eigenen Flieger, teils als Copilot, ich habe
die schönsten und besten Flugtage Deutschlands mit ihnen erlebt und
habe schon so viele (Mit)Flugstunden in den alten Schätzchen der
europäischen und amerikanischen Luftfahrt-Historie absolviert, dass sie
mich mittlerweile zu den ihren zählen. Inzwischen bin ich ja auch ihr
Pressesprecher – und trotz meiner gar nicht oldtimer-mäßigen PA-28Haltergemeinschaft durchaus auch ein „Verrückter“. Ehrenamtlich,
versteht sich, wie alle, die in der GHF aktiv tätig sind.
Mitgliedschaft: Man muss nur ein bisschen „verrückt“ sein
Prinzipiell kann jeder in der GHF Mitglied sein und mitarbeiten. Dabei ist
es gleichgültig, ob er selbst Pilot ist, ein historisches Flugzeug fliegt oder
besitzt, als Zeitzeuge mitarbeiten kann oder einfach „nur“
Luftfahrtenthusiast ist. Er muss nur eines mitbringen: die Bereitschaft,
wenigstens ein bisschen „verrückt“ zu werden. Da es viel zu tun gibt, sind
neue Mitglieder, Förderer, Sponsoren, aber auch Leute mit Ideen und
Kontakten im Kreis der GHF-Begeisterten immer willkommen.
Auf diese Weise ist im Laufe der acht Jahre seit Gründung des Vereins
eine Truppe von rund 200 Oldtimer-Begeisterten zusammen gekommen,
die rund 100 Flugzeuge mit in die „Ehe“ gebracht haben. Es sind
mitnichten alles wahre Oldtimer und/oder historische Flugzeuge, aber es
sind wahre Raritäten und Schätzchen dabei, wie man auf der Homepage
des Vereins www.german-historic-flight.de nachschauen und –lesen kann.
Dazu zählen Klassiker wie Boeing Stearman, Stampe SV4C, North
American T6, Pilatus P3, Bücker Jungmann und Jungmeister, Antonov AN
2, DO 27 oder Raritäten wie Focke Wulf Stieglitz, Klemm 35, Max Holste
Broussard, Globe Swift, De Havilland Chipmunk, Ercoupe, Cessna 195, das
Segelflugzeug Grunau Baby, die Buschflieger De Havilland Beaver und
Atlas CM4 Kudu, die Pilatus P 2 und P 3 oder PS-Monster wie die Dornier
Altenrhein und die North American Bronco oder das Arbeitstier PZL Kruk
sowie eine wahre YAK-Flotte.
Mensch und Maschine – alles Individualisten
Alle Flugzeuge der GHF sind grundsätzlich flugfähig und in technisch
einwandfreiem Zustand, denn das Credo dieses Vereins lautet: „Unsere
Flugzeuge gehören in die Luft und nicht ins Museum.“ Und so interessant
und unterschiedlich wie die Flugzeuge sind auch die Menschen, die hinter
ihnen stecken, alles Enthusiasten.
Nehmen wir nur einmal die aktiven Vorstandsmitglieder: 1. Vorsitzender
Arthur Scheid, ein urbayerischer Kaufmann aus Rosenheim, fliegt eine
Boeing Stearman; 2. Vorsitzender Hans Paasch, ein ausgemachtes
Nordlicht und selbständiger Spediteur, turnt gerne mit seiner YAK 52
durch die Luft; Schatzmeister Wolfgang Lamminger, nebenberuflich
Berufspilot und Fluglehrer, hauptberuflich Betriebswirtschaftler und
Controller, hat seinen Wohnsitz in Spuckweite zum Dortmunder Flughafen
und fliegt privat eine Robin DR 400 sowie neuerdings eine ganz seltene
Piper Pa 16. So ließe sich die Reihe beliebig fortsetzen.
Historische Werte erhalten, Luftfahrtgeschichte fortschreiben
Wer Oldtimer fliegt, pflegt und hegt, wer Hunderte und Tausende von
Arbeitsstunden in die Restaurierung und Pflege steckt, hat wirklich eine
besondere Liebe zum Fliegen. Und so ganz nebenbei erhält er nicht nur
historische Werte, sondern schreibt auch ein Kapitel aus der Geschichte
der Technik fort.
220 Menschen, 100 Maschinen
Die German Historic Flight (GHF) wurde 1999 gegründet, um diese
Faszination jedem zugänglich zu machen, der Interesse und Freude am
Fliegen hat. In der GHF haben sich Liebhaber, Freunde und Gönner des
Oldtimer-Luftsports zusammengefunden, um historische Flugzeuge zu
fliegen, zu erhalten und die damit verbundene Faszination der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Derzeit gehören der GHF rund 220
Piloten und Flugbegeisterte aus Deutschland und den angrenzenden
Ländern an, die fast 100 Flugzeuge, vornehmlich Oldtimer, unterhalten
und betreiben.
Die German Historic Flight ist für alle Menschen, Unternehmen und
Institutionen da, die sich für historische Flugzeuge interessieren, sei es
das Fliegen an sich, deren Geschichte, Technik, Restaurierung oder
einfach nur die Ästhetik der äußerst liebevoll restaurierten und voll
flugtauglichen Maschinen.
Zu den Zielen und Aufgaben der GHF gehören in erster Linie die Erhaltung
und der Betrieb von historischen Flugzeugen sowie deren Präsentation in
der Öffentlichkeit. Die GHF ist Hilfe und Forum für Besitzer und Piloten,
aber sie versteht sich auch als Plattform und Ansprechpartner für alle, die
etwas über die Flugzeuge und die Geschichte des Fliegens erfahren
möchten. Und natürlich insbesondere für diejenigen Flugbegeisterten, die
einmal mit einem solchen Schmuckstück abheben möchten.
Die GHF bietet ihren Mitgliedern eigene Ausflüge, Veranstaltungen und
Informationsmöglichkeiten sowie mindestens ein jährliches Fly-In für alle
Flugbegeisterten. Sie vertritt die Interessen ihrer Mitglieder und arbeitet
mit Behörden und Verbänden zusammen, um die Idee und die Faszination
des Oldtimer-Fliegens immer wieder neu zu beleben und weiter zu
entwickeln.
Die GHF ist ein aktiver Verein, der offen ist für alle, die sich an
historischen Fluggeräten erfreuen können. Er arbeitet ausschließlich mit
ehrenamtlichen Funktionären und finanziert sich über private Initiativen,
Mitgliederbeiträge und Sponsoren, die dieser Art des Fliegens besonders
zugetan sind.
Mitglieder erhalten einen Zugang zum geschützten Bereich auf der GHFHomepage. Dort veröffentlicht die GHF viel mehr über ihre Aktivitäten.
Zudem erhalten Mitglieder die GHF Crew-Card, die ihnen die Teilnahme an
den Veranstaltungen ermöglicht. Mit der Mitgliedschaft sind sie
ermächtigt, das Emblem der GHF zu führen und sind gleichzeitig
autorisiert, den Zusatz „Member of German Historic Flight“ zu führen. Die
Mitgliedschaft kostet 36 Euro im Jahr.
Neben der regulären Mitgliedschaft bietet die GHF eine FörderMitgliedschaft an. Diese Fördermitgliedschaft kostet 10 Euro im Jahr, kann
aber freiwillig aufgestockt werden. Ein förderndes Mitglied hat freien
Zugang zu den Veranstaltungen der GHF und kann auch an deren
Mitgliederversammlungen teilnehmen, hat dort aber als Förderndes
Mitglied kein Stimmrecht. Auch fördernde Mitglieder erhalten einen
Zugang zu dem geschützten Bereich auf der GHF-Homepage für die Dauer
ihrer Mitgliedschaft und sind ermächtigt, das Emblem der GHF und den
Zusatz „Member of German Historic Flight“ zu führen.
„Sternstunden“ in Finow
Erst kürzlich durfte ich wieder mal eine der Oldtimer-„Sternstunden“
miterleben: den Einbau eines niegelnagelneuen Jacobs-Sternmotors in die
Cessna 195 N-3446V von Bruno Peschina, Baujahr 1947, den ersten
Probelauf, dann die ersten Flugminuten. Der 300-PS-Bolide schießt, er
stampft, er rotzt und kotzt, dann lebt er – und wie! Acht ölverschmierte
Hände gehen in die Luft. Nach sieben Monaten Stillstand wegen eines
Motorschadens steigt die weiß-blaue Schönheit in den Dezember-Himmel
über Finow, der sich zur Feier des Tages in die gleichen Farben gekleidet
hat. Was kann es schöneres geben, frage ich mich nicht allein…
Otmar Kamp
Die German Historic Flight e.V. (GHF): Daten und Fakten
Gründungsjahr
1999
Mitglieder
Ca. 200
Flugzeuge
Ca. 100
Ziele
•
Förderung der Gemeinschaft von
Oldtimer-Fliegern.
•
Erhaltung, Betrieb und
Präsentation von historischen
Flugzeugen.
•
Hilfe und Forum für Besitzer und
Piloten.
•
Plattform und Ansprechpartner
für alle Oldtimer-Freunde.
•
Lobby für Piloten und
Flugbegeisterte
Motto
Flugzeuge gehören in die Luft, nicht
ins Museum.
Vorstand
Arthur Scheid, Hans Paasch,
Wolfgang Lamminger
Mitgliedsbeitrag
36 Euro jährlich,
Fördermitglieder 10 Euro jährlich
Kontakt und Info
German Historic Flight e.V.
c/o Arthur Scheid
Mitteralmweg 6
D-83026 Rosenheim/Germany
Fon 08031-35 32 060
(Anrufbeantworter)
Fax 08031-35 32 061
Email [email protected]
www.german-historic-flight.de

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