willkommen zur fÜnften jahreszeit

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willkommen zur fÜnften jahreszeit
Ein Magazin der Unternehmensgruppe Birkholz
2.2012|Februar|2.Jahrgang
willkommen
zur fÜnften jahreszeit
Ein persönliches
Wort
Verehrte Leser,
also, ich gebe es unverhohlen zu:
Ich bin nicht der eingefleischte
Karnevalstyp. Als Berliner liegt mir
das ein wenig fern.
Zwar gab es hier schon vor 1990 Karnevalsvereine, denn, was nur wenige
wissen, Berlin hat eine lange historische Karnevalstradition. Seit der
preußischen Besatzung des Rheinlandes im Jahre 1815 kamen rheinländische Zuwanderer, die die Karnevalstraditionen in die Stadt trugen.
Aber bis in die 90er Jahre fristeten
die modernen Karnevalsvereine von
Berlin ein, sagen wir mal, „stiefkindliches“ Dasein. Um die hohen „Feiertage“ des Karnevals zu erleben,
mussten sie sich in Richtung Rheinland aufmachen und mit den dortigen Partnervereinen feiern. 1990
wurde Berlin dann Bundeshauptstadt und sie kamen, die Bonner, die
Rheinländer. Das „Kölsch“, das obergärige Vollbier der Kölner, zog in die
Berliner Kneipenlandschaft ein und
der sonntägliche Karnevalsumzug
eine Woche vor Rosenmontag lockt
nun schon Jahr für Jahr immer mehr
Besucher an. 1996 säumten gerade
mal 50.000 Neugierige den Straßenrand. Heute erwarten die Veranstalter an die eine Millionen Besucher. In
einem Beitrag der Bundeszentrale für
politische Bildung heißt es „Karneval
ist die spielerische Gefährdung der
rationalen Ordnung, die reglementierte Störung des öffentlichen Lebens.
Sein subversives, anarchisches Potential erinnert stets an die mögliche
Katastrophe, zeigt die Brüchigkeit
des soziokulturellen und politischen
Systems auf und ermahnt damit zu
Disziplin im Alltag.“. Wenn man also
bedenkt, dass bei den großen Karnevalsumzügen Politiker jeder Partei und das politische Geschehen
im Allgemeinen im Fokus karnevalistischer Häme stehen, gehört ein
Karnevalsumzug ja unbedingt in die
Bundeshauptstadt!
Das Alaaf aus Köln und das Helau
aus Mainz sind allseits bekannt. Im
Februar jagt schließlich eine Karnevalssitzung die nächste. Die bekanntesten sind dabei auf ARD und ZDF
mitzuerleben. Mittlerweile haben
IMPRESSUM
INHALT • Februar 2012
Wer soll das bezahlen?
Wer soll das bezahlen,
Wer hat das bestellt,
Wer hat so viel Pinke-pinke,
Wer hat so viel Geld?
Sonntags, da sitzt in der Wirtschaft im Eck,
Immer ein feuchter Verein.
Bis gegen zwölf schenkt der Wirt tüchtig ein,
Dann wird das Taschengeld spärlich.
Vorigen Sonntag nun brachte der Wirt,
Runde um Runde herein.
Bis gegen zwei Uhr der ganze Verein
Fragte: Herr Wirt, sag uns ehrlich:
Wer soll das bezahlen,
Wer hat das bestellt,
Wer hat so viel Pinke-pinke,
Wer hat so viel Geld?
Kürzlich, da saß ich solide und brav
Mit meiner Gattin zu Haus.
Plötzlich, da zog meine Gattin sich aus,
Wollt mich mit Neuem ergötzen.
Was denn, so dachte ich, das kennst du längst!
Doch was dann kam, das war neu:
Wäsche und Strümpfe und Schuhe dabei!
Da rief ich voller Entsetzen:
Wer soll das bezahlen,
Wer hat das bestellt,
Wer hat so viel Pinke-pinke,
Wer hat so viel Geld?
Die ist das erste Karnevalslied von Jupp Schmitz
aus dem Jahre 1949. Es war eine Anspielung auf
die vorangegangenen Preissteigerungen durch die
Währungsreform.
Aber, seien wir ehrlich,
aktueller könnte das Lied nicht sein.
Herausgeber
Unternehmensgruppe Birkholz
Georgenstraße 64 · 99817 Eisenach
Telefon: 03691 | 716 – 0
E-Mail: [email protected]
Redaktion und Anzeigen
Dagmar Klug-Krögler
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Gestaltung
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Erscheinungsweise monatlich.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben
nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers
und der Redaktion wieder. Die Redaktion behält
sich die Kürzung und Bearbeitung der Beiträge
vor. Für unverlangt eingesendete Texte, Fotos
und Materalien übernimmt die Redaktion keine
Haftung.
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HeimKurier | Februar – 2012
aber auch die Berliner Karnevalisten einen eigenen Faschingsruf: HEI JO (steht für Heiterkeit und Jokus*).
Mein alter Weggefährte Hans-Dieter Falkenberg, den viele von Ihnen aus Eisenach kennen, ist ein waschechter Kölner, Absolvent
der Kölsch Akademie (Akademie för uns kölsche Sproch) und um nichts in der Welt würde
er die Karnevalstage in Köln verpassen wollen. Kein Termin ab Weiberfastnacht bis zum
Rosenmontag könnte je so wichtig sein, dass
man auf die jecken Karnevalstage verzichten
wollte. Die Magie und den Zauber des rheinländischen Karnevals muss man vielleicht ein
bisschen im Blut haben. Aber auch die Thüringer sind bestens vertraut mit den karnevalistischen Bräuchen des Landes. In Wasungen
40 km von Eisenach Richtung Werratal, existiert seit 2002 das Thüringer Karneval Museum. Das Wasunger Karnevalsgeschehen geht
sogar bis in das Jahr 1524 zurück.
Die fünfte Jahreszeit aber hat aber sehr viel
mehr Gesichter als die regionalen Ausprägungen deutscher Karnevals- und Faschingstraditionen: Venedig und seine Maskenbälle sind
weltbekannt und Brasilien, wie wir alle wissen, hat nicht nur Fußball zu bieten. Karneval
in Rio ist heute wahrscheinlich die Touristenattraktion neben dem Zuckerhut.
Ich wünsche uns allen also eine „jecke“ Zeit
und Ihnen viel Spaß mit dem neuen Heft.
7Ihr Martin-Michael Birkholz
* Jokus in der Bedeutung Jux, Witz, Spaß
Das Unternehmen ganz persönlich
Wider dem Fachkräftemangel
4
Mitarbeiter im Porträt
Unsere Auszubildenen im „Haus Birkholz“
5
Die fünfte Jahreszeit
6
Nachrichten aus Berlin
Kulinarisches zur Karnevalszeit
8
Nachrichten aus Eisenach
Die Weihnachtszeit wird nun endgültig verabschiedet
9
Zu guter Letzt
Katerstimmung oder Katzenjammer?
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Veranstaltungstipps aus Berlin und Eisenach Kopftraining Die Unternehmensgruppe Birkholz 11
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Februar – 2012 | HeimKurier 3
Das Unternehmen ganz persönlich
Widerden
Fachkräftemangel
AuchAuszubildende
wollengepflegtwerden
An dieser Stelle haben wir schon einmal über
den sogenannten Missstand in der Altenhilfe
gesprochen: Gut ausgebildete Fachkräfte sind
heute nur schwer zu finden. Als Einrichtung
muss man Wege finden, diesem Phänomen mit
Kreativität und viel Tatkraft entgegenzutreten.
Sie fragen, wie sieht denn ihre Strategie
in der Unternehmensgruppe Birkholz aus?
Simpel und einfach: Wir bilden aus!
Von den Kooperationen unserer Eisenacher Einrichtungen mit ansässigen Schulen haben sie bereits
lesen können. Aber auch wenn es uns gelingt, Interessenten für unsere freien Ausbildungsstellen zu
finden, so hört die Verantwortung nicht mit der Unterschrift unter dem Ausbildungsvertrag auf. Hier
fängt sie nämlich gerade erst an.
Die sich uns anvertrauenden jungen Menschen
brauchen Unterstützung, professionelle Begleitung
und verbindliche Strukturen.
In der Berliner Einrichtung „Haus Birkholz“ wurde
nun eine für alle Auszubildenden verbindliche „Azubirunde“ unter der Leitung von Anita Böse eingerichtet. Initiiert wurde diese Runde von der Einrichtungs-
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HeimKurier|Februar–2012
leiterin Aranka Rusch, PDL Manuela Tesch und Anita
Böse. Alle drei sind sich einig, dass die Auszubildenden neben dem/der Praxisanleiter/in-Mentor/in ein
weiteres Forum benötigen, wo sie gemeinsam ihre
Bedarfe und Bedürfnisse als Auszubildende äußern
können und sollen.
Da ist zum Beispiel der praktische Ausbildungsplan,
der eigentlich akribisch geführt werden sollte. Wie
schnell aber geht der eine oder andere Eintrag im
Alltag unter. Und jeder kennt das von sich. Wenn
erst einmal etwas einreißt, dann werden die Löcher
immer größer. Hier wird Anita Böse in Zukunft monatlich nachhaken.
Der tägliche Arbeitsablauf macht es manchmal allen Beteiligten schwer innezuhalten und Abläufe zu
reflektieren. Der Tag, an dem man nicht mehr gerne
zur Arbeit geht, fällt nicht einfach so vom Himmel.
Dem gehen viele Kleinigkeiten voraus, die man runter schluckt; Prozesse, die nicht mehr rund laufen,
deren Ursachen man sich aber nicht bewusst macht.
Und irgendwann weiß man nicht mehr, wann und wo
die Schieflage eigentlich begonnen hat. Das soll den
engagierten jungen Mitarbeitern gar nicht erst passieren. Anita Böse will hier den jungen motivierten
und engagierten Azubis den Rücken stärken.
Außerdem lernen die jungen Ausbildungskandidaten
im Laufe der Zeit, dass Theorie und Praxis zweierlei
Paar Schuhe sind. Diese Diskrepanz führt oft zu großen Verunsicherungen. Auch das wird in der Runde
immer wieder thematisiert.
Und wer wäre als unabhängiger Ansprechpartner
und Mittler für die Auszubildenden in unserem Haus
nicht besser geeignet als Anita Böse. Vielen ist sie
noch als Heimleiterin des „Haus Birkholz“ am alten
Standort Heineckeweg in Erinnerung. Und eigentlich
war sie ja schon im Ruhestand. Aber gerne ist sie
dem Vorschlag gefolgt, an zwei Tagen in der Woche
wieder den Weg von Potsdam nach Berlin zu finden,
um unser Haus tatkräftig zu unterstützen. Ihre Erfahrung als Medizinpädagogin an der Fachschule
Potsdam, wo sie 17 Jahre als Fachlehrerin für Praxis
unterrichtet hat, bringt sie mit in die Azubirunde ein.
Von all ihrem Wissen und ihren vielseitigen Erfahrungen werden die zukünftigen examinierten Altenpfleger großen Nutzen ziehen.
Wir wünschen den neuen Auszubildenden in
unseren Häusern eine gute Lehrzeit!
Mitarbeiter im Porträt
UnsereAuszubildendenim„HausBirkholz“–
Ein starkes Team
Name: Melissa Sinnen
Alter: 19 Jahre
Ausbildungsjahr: 1.
Beruf: examinierte Altenpflegerin
Hobbys: Lesen, Schwimmen,
Freunde treffen
Melissa hat vor Beginn der Ausbildungszeit bereits einen 200 – stündigen Pflegebasiskurs absolviert. Aber, so sagt sie, das habe ihr nicht
ausgereicht. Da konnte man allenfalls mal in den
Beruf reinschnuppern. Also entschied sie sich für
die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin.
Die vielen Bewerbungen, die sie auf einen Schlag
abgeschickt hat, zeigen, wie ernst es ihr mit ihrer
Entscheidung war. Und nun ist sie schon sehr gespannt auf die kommenden drei Jahre im „Haus
Birkholz“.
Name: Isabell Haase
Alter: 22 Jahre
Ausbildungsjahr: 1.
Beruf: examinierte Altenpflegerin
Hobbys: Schlittschuhlaufen,
Freunde treffen
Isabells Großeltern sind der Grund, warum sie
den Weg in die Altenpflege gefunden hat. In der
Schule besuchte sie schon in der 7. Klasse eine
Arbeitsgemeinschaft „Alt und Jung“. Es war klar,
dass sie sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschied. In diesem Jahr hat sie die Arbeit in einer
Behindertenwerkstatt kennengelernt. Dann hat
sie weiter Erfahrungen im Bereich Altenpflege gesammelt. Aber das war alles nicht zufriedenstellend. Also ging es von Baden-Württemberg nach
Berlin und hier begann ab Dezember 2011 die
Ausbildungszeit im „Haus Birkholz“
Für alle Auszubildenden im „Haus Birkholz“ findet jeden 1. Mittwoch im Monat
um 13.00 Uhr das Treffen der Azubis, wenn
nicht anders angegeben, im Konferenzraum im Erdgeschoss statt. Bitte bringen
Sie zu jedem Treffen Ihren praktischen
Ausbildungsplan mit!
Name: Marat Volovych
Alter: 21 Jahre
Ausbildungsjahr: 3.
Beruf: examinierter Altenpfleger
Hobbys: Boxen
Marat ist bereits seit dem 01. November bei uns im Haus. Er hat die Ausbildungsstätte gewechselt und schon im August 2012 wird
er seine Prüfungen zum examinierten Altenpfleger
machen. In den Bereich der Altenpflege hat er als
Schülerpraktikant in der 7. Klasse reingeschnuppert. Dem Lehrer, der das organisiert hatte, war
vielleicht nicht klar, dass er die entscheidenden
Weichen gestellt hat. Denn gleich nach der 10.
Klasse hat er eine 1-jährige Pflegehelferausbildung gemacht. Marat fühlt sich hier im „Haus
Birkholz“ wohl und dass man sich um die Auszubildenden nun so intensiv kümmert, macht ihm
Mut für seine bevorstehenden Prüfungen.
Marat kam übrigens im Alter von 6 Jahren aus
der Ukraine nach Deutschland. Der Ort, aus dem
er stammt, heißt Dneproptrovski. Wenn sie das
nicht auf Anhieb aussprechen können, bitten sie
Marat, ihnen zu helfen. Es klingt ganz wunderbar.
Name: Robby Küntzel
Alter: 22 Jahre
Ausbildungsjahr: 1.
Beruf: examinierter Altenpfleger
Hobbys: Fahrradfahren, PC
Spiele
Robby hat schon viele Praktika im Sozialen Bereich absolviert. Dabei hat er die unterschiedlichsten Erfahrungen sammeln können. Die Altenpflege war für ihn die nachhaltigste Erfahrung. Die
Arbeit in einer stationären Einrichtung im ständigen Kontakt mit den Bewohnern hat ihm so gut
gefallen, dass er sich nun entschieden hat, die
Ausbildung zum examinierten Altenpfleger ab dem
01. Februar zu beginnen.
Februar–2012|HeimKurier
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In der Woche vor Aschermittwoch
geht es turbulent zu. Vor allem
in den katholischen Hochburgen
wie dem Rheinland oder im RheinMain-Gebiet ist dann im wahrsten
Sinne des Wortes „der Teufel
los“: Farbenprächtige Kostüme,
Wagenumzüge, Karnevalssitzungen.
Immer aber geht es feucht-fröhlich zu.
Die Herkunft der Begriffe Karneval oder Fastnacht ist unter Fachleuten nicht eindeutig geklärt.
Die heute geläufigste und am
meisten anerkannte Erklärung
bezieht sich auf das lateinische
„carne levare“ (Fleisch wegnehmen) und auf das althochdeutsche fasta (Fastenzeit) und naht
(Nacht). Beides steht im Kontext
zur anschließenden Fastenzeit
ab Aschermittwoch. Zur Vorbereitung auf die 40-tägige Fastenzeit
bis Ostern lässt man es sich in
der vorangehenden Woche vorher
noch einmal richtig gut gehen.
Schon seit dem 12. Jahrhundert
kennt man Narrenfeste, die zwar
in Kirchen begangen wurden, aber
eben nicht kirchlich waren. Hier
wurden z. B. die Rollen von Geist-
6
HeimKurier|Februar–2012
cher müssen sich allerdings vorher anmelden.
Venedig – Stadt der Gondeln
und Masken
karneval −
fasching −
fastnacht −
die fÜnfte jahreszeit
lichen eingenommen und deren
Gehabe parodiert. Diese Feste
fanden um den 6. Januar statt.
Das ist auch der eigentliche offizielle Beginn der Karnevalszeit.
Auch wenn Rheinländer jetzt heftig widersprechen würden. Sie
kennen den 11.11. um 11.11 Uhr
als Beginn der Narrenzeit. Dieser
Brauch ist allerdings erst im 19.
Jahrhundert aufgekommen.
Neben den bekannten Umzügen
in Köln, Mainz und Düsseldorf
sind in Süddeutschland, vor allen
Dingen in Baden-Württemberg,
Fastnachtsumzüge bekannt. Die
großartigen Masken der alemannischen Fastnacht sind über die
Grenzen hinweg berühmt.
Berliner Karneval –
Eine neue alte Sitte
Auch in Berlin ist heute der Karnevalsumzug eine Woche vor Rosenmontag nicht mehr wegzudenken. Bis zu 1 Millionen Zuschauer
stehen am Wegesrand und jubeln den vorbeiziehenden Wagen
zu. Auch hier werden tonnenwei-
se Bonbons und Blumen in die
Menge geworfen. In Köln ruft die
Menge „Kamelle, Kamelle“. Dieser Brauch hängt wahrscheinlich auch mit den kommenden
Fastentagen zusammen. Vorher
noch einmal ordentlich über die
Strenge schlagen, um die mageren 40 Tage zu überstehen. Obwohl Berlin nicht zu den traditionellen katholischen Hochburgen
zu zählen ist – Katholiken befinden sich hier eher in der „Diaspora“ –, ist die Stadt seit dem
frühen 19. Jahrhundert, genauer
gesagt, seit die Preußen 1815
das Rheinland eingenommen haben, durchaus mit dem Karneval
vertraut. Rheinische Migranten
brachten ihre Bräuche mit. Und
diese verbanden sich mit Berliner
Traditionen, die bis ins 15. Jahrhundert zurück reichen.
Thüringen –
Karneval mit Tradition
Auch in Thüringen kennt man von
Alters her den Karneval. Gar nicht
weit von Eisenach entfernt, in
Wasungen im Werratal, sind die
Karnevalsfeiern bereits 1524 beurkundet. Es existiert eine Rechnung für einen Eimer Bieres, die
der Bürgermeister von Wasungen „für die Mitwirkenden der
Fastnachtspiele auf dem Markt“
stellte.
Am Sonnabend vor Aschermittwoch steht Wasungen auch heute noch Kopf. Dann ziehen hier
die Narren durch die Straßen und
Tausende von Zuschauern freuen
sich daran. Seit dem 23. November 2002 hat Wasungen auch
sein eigenes Thüringer Karneval
Museum am Untertor 1. Besu-
Man kann sich kaum vorstellen,
dass der Karneval in Venedig erst
1980 nach fast 200 Jahren des
Erliegens wieder in den Festkalender der Stadt aufgenommen
wurde Heute zählt er zu den Publikums- und Touristenattraktionen. Bereits im 11. Jahrhundert
ist das Karnevalstreiben für die
Stadt überliefert. Das Bild, das
wir heute von den großartigen
Masken und aufwendigen Kostümen kennen, ist geprägt von der
Commedia dell’arte aus dem 16.
Jahrhundert. Diese Theaterform
verfügte über ein festes Repertoire an Figuren (Masken), die
typische Eigenschaften der bürgerlichen Gesellschaft in Italien
verkörperten. Mit der Einnahme
Venedigs durch Napoleon war
es dann vorbei mit den schönen
Festen. Auch die Österreicher,
die nach Napoleon das Sagen in
Venedig hatten, hielten an dem
Verbot fest. Man fürchtete venezianische Verschwörer, die unerkannt in Masken den politischen
Umsturz vollziehen konnten.
Brasilien – Heiße Nächte bei
Sambarhythmen
Diese Karnevalstradition kennt
vermutlich ein jeder. Wunderschöne Frauen in noch schöneren opulenten Kostümen, unvorstellbar
riesige Umzugswagen, artistische
Einlagen der Tänzer. Tausende
und Abertausende von Teilnehmern. All das sieht am großen
Umzugstag fantastisch aus. Nicht
jeder weiß, dass dahinter ein gan-
zes Jahr harte Arbeit steckt.
Bestritten wird die Parade von den
großen Sambaschulen. Die Sambaschulen sind ähnlich wie in der
Bundesliga in vier Ligen eingeteilt.
Jeweils 6 Sambaschulen bestreiten sowohl am Karnevalssonntag
wie Karnevalsmontag die Parade.
Mit einem komplizierten Punktesystem bewertet eine Jury die
einzelnen Auftritte der Schulen.
Die Schule mit den meisten Punkten steigt für das kommende Jahr
in die erste Liga auf.
Und auch das muss man wissen:
Für sein Kostüm muss jeder Teil-
nehmer selber aufkommen. Diese werden meist in Handarbeit
angefertigt. Und buchstäblich
vom Munde abgespart für diesen
einen Tag im Jahr.
Und nach den tollen Tagen
ist alles vorbei.
„Am Aschermittwoch ist alles
vorbei. Die Schwüre von Treue sie
brechen entzwei.
Von all deinen Küssen darf ich
nichts mehr wissen. Wie schön
es auch sei, dann ist alles vorbei.“
(Jupp Schmitz, 1950)
Februar–2012|HeimKurier
7
Nachrichten aus Eisenach
Nachrichten aus Berlin
Kulinarisches zur Karnevalszeit
Rheinland, wo die Pfannkuchen
aus Berlin eher unter dem Pseudonym Berliner bekannt sind. Alles klar? Gott sei Dank kann man
das Schmalzgebäck an seinem
Äußeren dann doch ganz eindeutig identifizieren.
Kaum ein Gebäck hat so viele Namen wie der Krapfen oder der Berliner oder doch der Pfannkuchen?
Um die Sache zu verkomplizieren,
sind Pfannkuchen in Berlin nicht
identisch mit Pfannkuchen im
Pfannkuchen sind ein für die Karnevalszeit typisches Gebäck, um
das sich viele Legenden ranken.
Eine ist schöner als die andere.
Eine Legende rankt sich um einen ehemaligen Kanonier Friedrichs des Großen, der angeblich
1756 als wehruntauglich eingestuft wurde und dann doch als
Feldkoch Friedrich Ehre erwei-
sen durfte. Er soll zum Dank den
ersten Pfannkuchen einer Kanonenkugel nachempfunden haben.
Und da der Feldbäcker keinen
Backofen zur Verfügung hatte,
buk er seine Kreation in Fett. Eine andere Legende spricht von
einer unglücklich verliebten Köchin, die, weil eben nicht ganz bei
Sache, Hefestücke ins Fett fallen
ließ. Was daran nun wahr ist?
Man weiß es nicht genau.
Der Samstag vor Karneval auf jeden Fall wird im Volksmund auch
Schmalzsamstag genannt, weil
an diesem Tag traditionell der
Pfannkuchen gebacken wurde.
Rezept für Berliner Pfannkuchen
Zutaten (für zwölf bis 15 Stück):
500 g Weizenmehl
1/8 l lauwarme Milch
50 g Hefe
60 g Zucker
2 Eigelb
1 Prise Salz
2 EL Rum
Füllung:
200 g Marmelade oder Pflaumenmus
Öl oder Kokosfett zum Ausbacken
Puderzucker oder Zucker zum Bestreuen
1 TL Salz
150 g Sultaninen
Salz
Pfeffer
Semmelbrösel
Fett zum Backen
1 Becher sauren Rahm
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HeimKurier | Februar – 2012
Zubereitung:
Das Mehl in eine Schüssel geben.
In die Mitte eine Mulde drücken,
Hefe reinbröckeln, 2 TL Zucker
darüber streuen, mit 2 EL von
der lauwarmen Milch zum Vorteig
verrühren. Etwas Mehl vom Rand
darüber stäuben. Mit einem Küchentuch bedeckt 15 Minuten
an einem warmen Platz gehen
lassen.
Zu dem Vorteig restliche Milch,
Salz, 2 Eigelb, Zucker und Rum
hinzufügen. Alles zu einem Teig
verkneten, mit einem Küchentuch
abdecken, 30 Minuten an einem
warmen Platz gehen lassen.
Dann den Teig dick ausrollen und
runde Plätzchen von etwa acht
Zentimetern Durchmesser aus-
stechen. Mit einem Teelöffel etwas Marmelade oder Pflaumenmus auf die Mitte geben, und
die Teigplatten zu einem Kloß
schließen. Die Teigränder fest zusammendrücken, damit die Marmelade nicht herausfließen kann.
Zugedeckt noch einmal 15 Minuten gehen lassen.
Öl oder Fett auf 175° C erhitzen,
zur Temperaturkontrolle müssen
sich an einem Holzlöffel Bläschen bilden. Die Pfannkuchen im
schwimmenden Fett auf beiden
Seiten je 2–3 Minuten goldbraun
backen. Herausnehmen und abtropfen lassen. Während sie noch
heiß sind, in Zucker wenden oder
mit Puderzucker bestäuben.
(Quelle: rbb)
Die Weihnachtszeit wird nun
endgültig verabschiedet
Unter diesem Motto trafen sich
unsere Heimbewohner am Nachmittag des Drei-Königs-Tages
im Saal des Haupthauses, um
gemeinsam an diesem Tag die
Weihnachtszeit zu verabschieden.
Unsere Ergotherapeutin Martina
Plaß hat zu diesem Anlass wieder einmal gezaubert. Die Kerzen an unserem herrlichen Weihnachtsbaum und der Duft von
Glühwein erfüllten den Raum. Mit
Stollen,
Weihnachtsplätzchen
und winterlichem Tischschmuck
auf den Tischen erinnerte man
sich noch einmal der schönen
Weihnachtstage.
wir wahrscheinlich heute das
Weihnachtsfest nicht oder ganz
anders begehen.
Frau Plaß rundete die Erzählung
noch mit einigen historischen
Fakten ab. So nahm man mit
großem Erstaunen zur Kenntnis,
dass heute Teile der Gebeine der
Heiligen Drei Könige im Kölner
Dom liegen.
Am Ende des Nachmittags fragte Frau Plaß dann noch in die
Runde, wie die zahlreichen Veranstaltungen der Advents- und
Weihnachtszeit den Bewohnern
gefallen haben. Zur großen Freu-
Aber Fastnacht ist nicht mehr
weit und dann sind es bis
Ostern auch nur noch
40 Tage!
7 Renate Voss
Im Mittelpunkt dieser gemütlichen Nachmittagsrunde stand
natürlich die Geschichte der Heiligen Drei Könige. Frau Plaß erwies
sich einmal mehr als Expertin ihres Faches. Es gelang ihr immer
wieder alle anwesenden Gäste
in die Erzählung der Geschichte
einzubeziehen.
Aus Erinnerungen der Bewohner
und Ergänzungen von Frau Plaß
entspann sich die Geschichte
der Heiligen Drei Könige Melchior, Kaspar und Balthasar, die
trotz Mühe und Umwegen und in
tiefem Vertrauen an die Geburt
eines größeren Königs als sie
selbst, dem Stern der Verkündigung bis zu einem einsamen Stall
in der Stadt Bethlehem folgten.
Hier fanden sie das Neugeborene in einer Krippe, brachten ihm
Geschenke dar und verkündeten
diese gute Nachricht im ganzen
Morgenland. Ja, wären die Drei
dem Stern nicht gefolgt, würden
de der Mitarbeiter waren alle Bewohner voll des Lobes für all die
vielen Festivitäten. Jeder Bewohner fühlte sich gut aufgehoben.
Die Stimmung im Haus war wahrhaft weihnachtlich. Ganz besonders hatte allen die Weihnachtsfeier im Saal mit dem Duo Lübeck
und der Frühschoppen am 31.
Dezember gefallen.
Auf jeden Fall haben die Bewohner
nun Lust auf mehr Festlichkeiten.
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Februar – 2012 | HeimKurier 9
Zu guter Letzt
Katerstimmungoder
Katzenjammer
ZuvielistebenZuviel
Besonders an Karneval
kann es mal zu viel werden. Unnötig hinzuzufügen,
dass damit ein Zuviel des
Alkohols gemeint ist. Und
dann ist guter Rat teuer!
Es gibt ungefähr soviel
Hausmittel wie es wohl
Kater am Morgen danach
gibt: Rollmops oder Spiegelei oder Tabasco mit Mineralwasser. Es gibt auf dem Feld der Katerbekämpfung nichts, was es nicht gibt.
Doch, was hat es mit dem „Kater“ eigentlich genau
auf sich?
Fast jeder kennt den stechenden Kopfschmerz, das
Unwohlsein und um die Magengegend fühlte es
sich auch schon mal besser an. Ganz besonders
schlimm sind die Filmrisse, wenn man es nun wahrlich übertrieben hat. Keine Erinnerung mehr an die
vergangenen 24 Stunden. Au weia!
All diese Symptome sind die Folgen einer leichten
Alkoholvergiftung! Ja, Sie lesen richtig. Die Leber,
fresh!
150 Rezepte für Säfte,
Smoothies & Co
Vom
Wochenmarkt
direkt ins Glas: 150
Rezepte für frische,
gesunde und unwiderstehlich leckere
Säfte, Smoothies &
Co – alles in einem
Buch!
Aus süßem Obst und
knackigem Gemüse werden im
Handumdrehen köstliche Fitma-
die ja mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt ist,
schafft ihre Arbeit nicht mehr. Giftige Abbauprodukte geraten in den Körper und die treiben ihr Unwesen. Der Kopfschmerz am nächsten Morgen ist eine
der Folgen.
Das beste Mittel gegen Kater ist wohl erst gar keinen Alkohol zu trinken. Aber manchmal greift man
dann doch zum Glas. Und dann gilt:
Tipp 1: Für jedes Glas Alkohol ein Glas Wasser
trinken. Das verhindert die Dehydrierung des
Körpers.
Tipp 2: Die Resorption des Alkohols wird
tatsächlich verlangsamt, wenn man vorher
etwas Fetthaltiges zu sich nimmt.
HeimKurier|Februar–2012
Veranstaltungen
Berlin
Wissensquiz
Ankündigung April 2012
Vorhang auf
für die neue
Theatergruppe
Der Vorhang
öffnet sich
am Ostermontag,
9. April 2012,
16.00 Uhr
Tipp 4: Gönnen Sie ihrem Körper am nächsten
Morgen eine Vitamin- und Mineralienkur in
Form von Säften. Vor allem Artischockensaft
oder Rote-Beete-Saft unterstützen die
Entgiftung der Leber.
Der folgende Buchtipp kann auch helfen. Da finden
Sie genügend Vitaminspritzen, die Ihrem Körper einfach nur gut tun.
Wie wäre es zum Beispiel mit einem fruchtigen Mango-LimettenSmoothie, dem erfrischenden
Karotten-Ingwer-Saft oder einem
spritzigen Heidelbeersirup mit
Apfelsaftschorle? Ob gepresst,
püriert oder gemixt: Alle Drinks
sind im Mixer, mit dem Pürierstab oder dem Entsafter schnell
und einfach zubereitet und bringen garantiert den absoluten
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Kopftraining
Tipp 3: Schlafen Sie bei offenem Fenster,
damit ihr Körper ausreichend Sauerstoff erhält.
cher voller Vitamine. Cremige Kokosmilch, die Schärfe von Ingwer
oder aromatische Gewürze verleihen jeder Kombination ihre individuelle Note.
im„HausBirkholz“(Berlin)beiPETRAENGLING
E-Mail [email protected]
Telefon 030 | 38 39 58 – 008
Veranstaltungstipps
im„HausSt.Annen“(Eisenach)beiDIANAPOHL
E-Mail [email protected]
Telefon 03691 | 716 – 2066
Veranstaltungen
Eisenach
Ankündigung
Februar 2012
Am 21. Februar
ab 15.00 Uhr
findetimSaalunsereFaschingsfeiermit
musikalischerBegleitungdurchunseren
Alleinunterhalterstatt.
ThemaderdiesjährigenFeiersinddie
WaltDisneyFiguren.
Eine Frage –
eine Antwort ist richtig!
InBrasilienwirdKarnevalbesondersaufwendiggefeiert.
RiesigeWagenundüppigeKostümesindhierPflicht.
WelchemTanzwirdhiergehuldigt?
a Walzer
b Foxtrott
c Samba
Venedigistfürdas„acquaalta“,dasHochwasser,
bekannt.MitwelchemFortbewegungsmittelgelangen
dieVenezianervonAnachB?
a Rollschuhe
b Gondel
c Ruderboot
Wannbeginntdieoffizielle(!)Karnevalszeitim
deutschsprachigenRaum?
a Aschermittwoch
b Weiberfastnacht
c Dreikönigstag (6. Januar)
RiodeJaneiroistdiezweitgrößteStadtBrasiliens.
WelcheTouristenattraktionkannmanhierfinden?
a Mehltau
b Salinenstiefel
c Zuckerhut
„AmAschermittwochistallesvorbei“singendie
Karnevalisten.DochwelcheZeitbeginntmitdem
Aschermittwoch?
a Valentinszeit
b Fastenzeit
c Regenzeit
ImRaumVenedigwirdseitderSpätantikeGlas
hergestellt.Seitdem13.Jh.existierthiereine
besondereGlasfabrik.WieheißtdasweltberühmteGlas?
a Fabergé
b römisches Glas
c Murano
WieheißtderSamstagnachWeiberfastnacht?
a Muskatsamstag
b Pfeffersamstag
c Nelkensamstag
WelcheBerufsgruppesorgtamAschermittwochfür
mächtigenKrawall?
a Beamte
b Politiker
c Bischöfe
Februar–2012|HeimKurier
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Die
Unternehmensgruppe
Birkholz
Unternehmensgruppe Birkholz
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Pflegenetzwerk
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