Herrenweste - Museum Digital

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Herrenweste
Altmärkisches Museum Stendal - Inv.Nr: VI-e-491
Diese Weste wurde im Jahre 1948 von den Erben des Dr. Große (Stendal) erworben.<br>
Sie besteht aus cremefarbenem Seidenrips (Gros de Tours*), dessen Webekante drei rote Streifen
aufweist. Die Vorderkanten und Taschenklappen wurden mit Seiden- und Friséfäden** in Gestalt
feiner Blütenranken bestickt (Platt-, Stiel-, Knötchenstich). Die Ränder, die Taschenrahmung und
-klappen sind mit geflochtenen silbernen Litzen belegt, welche mit Seidenzwirn aufgenäht
wurden.<br>
Die Weste ist mit acht bezogenen und bestickten Knöpfen zu schließen. Die Knopflöcher sind mit
Seide umstochen. Zur Entlastung wurde der Verschluss (später) in Verlängerung des ebenfalls
später eingenähten Baumwollfutters mit einer inneren Knopf- und Knopflochleiste versehen (kleine
flache bezogene Knöpfe).<br>
Die Weste besitzt zwei eingeschnittene Taschen aus Baumwolle mit geschwungenen Klappen.<br>
Das Futter in den Vorderteilen bestand ursprünglich aus Taft; der Rücken besteht innen und außen
aus Barchent und ist auf den oberen 13 cm zusammengenäht, sonst offen und geschnürt. Die
Schnürlöcher sind umstochen. Zuletzt wurde der Rücken mit einem grauen Bindfaden
geschnürt.<br>
Die Weste besitzt einen kleinen bis zu 1 cm breiten Kragen. Im Innern befindet sich ein Aufhänger
aus Leinen. Das Stück ist insgesamt recht verbraucht, das Seidenfutter nur noch in Resten
vorhanden.<br>
<br>
*Gros de Tours: abgeleitete Leinwandbindung, bei welcher der Schuss jeweils aus zwei Fäden
besteht.<br>
**Frisé: Metallfaden mit Ondé-Seidenseele. Ondégarn: welliges Garn, bei dem ein dicker und ein
dünner Faden miteinander verzwirnt wurden
http://www.museum-digital.de/san/index.php?t=objekt&oges=14023
(20.01.2017)