Ausgabe 02/2012 Wirtschaftsnachrichten West

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Ausgabe 02/2012 Wirtschaftsnachrichten West
GZ 02Z033423 M | P.B.B. | Verlagsort 8010 Graz | € 2,50 | Foto: Jupiter Images (Montage)
UNABHÄNGIGES WIRTSCHAFTSMAGAZIN FÜR SALZBURG, TIROL UND VORARLBERG FEBRUAR/2012
Im Fokus
Die Standort-Profis
erläutern ihre Strategien
für die Regionen
im Westen
SALZBURG CITYTUNNEL
Der Politstreit geht in
die nächste Runde
FRISCHE IDEEN
Wie junge Unternehmer mit neuen
Innovationen im Westen punkten
SOCIAL MEDIA
Auch für Unternehmer
ein heißes Thema
Unser Energieschatz!
TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG
Jetzt auch Bundesländer unterm Brennglas?
Stopp dem Rating-Wahnsinn!
sterreich, eines der wirtschaftlich gesündesten Länder Europas, wurde zusammen mit acht anderen Kandidaten Anfang des Jahres von einer US-Ratingagentur
abgewertet. Keine drei „A“ mehr, sondern
nur noch zwei. Warum? Vor allem, weil unsere Banken so stark im Osteuropageschäft
engagiert sind. Das sei riskant, befinden die
Rater in den USA. Doch damit nicht genug.
Die selbsternannten Schiedsrichter der globalen Finanzwelt raten seit Kurzem auch unsere einzelnen Bundesländer. Das muss man
sich bildlich vorstellen: Da sitzen ein paar
wildgewordene Rater in Boston und finden,
dass Tirol wirtschaftlich nicht mehr so recht
vertrauenswürdig ist. Lächerlich!
Ö
IMPRESSUM
Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz
Medieninhaber (Verleger): Wirtschaftsnachrichten
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Mediums Wirtschaftsnachrichten
Herausgeber & GF: Wolfgang Hasenhütl
Co-Herausgeber & Verlagsleitung: Josef Lipp
Blattlinie: Die Wirtschaftsnachrichten West sind das
unabhängige regionale Wirtschaftsmagazin für die
Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Themenschwerpunke sind wirtschaftliche Entwicklungen in
Österreich und international, Wirtschaftspolitik, Finanzen und Service für Unternehmer und Manager. Die
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demokratisch und unabhängig von politischen Parteien, Interessensverbänden und Religionsgemeinschaften.
Für Vorarlberg, Tirol, Salzburg: 5020 Salzburg, Innsbrucker Bundesstraße 40, Telefon 0662/842841-0,
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Erscheinungsort: Graz
Chefinnen vom Dienst: Mag. Michaela Falkenberg,
Mag. Sabrina Naseradsky
Redaktion: Dr. Thomas Duschlbauer, Jakob Egger,
Dr. Marie-Theres Ehrendorff, Eva Hasenhütl, Barbara
Hoheneder, Mag. Florian T. Mrazek, Mag. Sabrina
Naseradsky, Jürgen Philipp, Mag. Andreas Prammer,
Harald Reiterer, Mag. Arthur Schwaiger, Simon Wagner, Mag. Christian Wieselmayer
Fotos: Falls nicht anders angegeben:
Symbol Pictures, Archiv
Layout und Produktion: Hermann Knappitsch,
Hans Obersteiner
Druck: Leykam – Let’s Print
Erscheinungsweise 2012: 10 x jährlich
Anzeigenpreise: lt. aktuellem Anzeigentarif. Es gelten
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Bezugspreis: € 2,50/Ausgabe; Jahresabonnement Inland € 25,–, Ausland auf Anfrage. Das Abonnement ist
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Allgemeines: Alle Rechte, auch die Übernahme von
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Gerichtsstand ist das für Graz örtlich und sachlich zuständige Gericht.
Es gab hierzulande zwar einige empörte Reaktionen (z.B. Vorarlberg weigerte sich, sich
raten zu lassen), aber schon gleich wieder
die Stimmen, die abwiegelten. Nach dem
Motto: Man solle nicht den Überbringer
schlechter Nachrichten tadeln. Die Rater hätten doch Recht. Haben sie das? Das wage
ich ganz ernsthaft, zu bezweifeln!
Ignorieren wir einmal die Tatsache, dass die
US-Ratingagenturen auch Lehman’s noch
wenige Tage vor der katastrophalen Pleite
ein Triple-A ausgestellt haben. Ignorieren
wir auch, dass die meisten US-Rater kaum
wissen, wo Österreich auf der Landkarte
überhaupt zu finden ist. Ignorieren wir sogar,
dass Ratingagenturen keine staatlich bestellten, unabhängigen Behörden, sondern Unternehmen in Privatbesitz mit ausgesprochen
privaten Interessen sind.
NICHT ignorieren will ich aber die Tatsache,
dass man in den USA unter einer boomenden
und von daher Triple-A-würdigen Wirtschaft
etwas völlig anderes versteht als wir Europäer. Dass wir hier in Österreich ein grundsolides, immer moderat wachsendes und gesundes System fahren, ohne gierige Immobilien-Haie so fett zu füttern, dass sie platzen, wird in der Sichtweise der amerikanischen Wirtschafter als Schwäche angesehen.
Ebenso, dass unsere Unternehmen es sich
dreimal überlegen, bevor sie an die Börse gehen und sich damit auch der Lust und den
Launen von Investoren ausliefern. Wer hier
den Schritt aufs glatte Börsenparkett wagt,
weiß in der Regel, was er tut, und bleibt den
eigenen Grundsätzen treu. Sehen wir uns nur
Palfinger an. Hier werden nicht – wie in den
USA oder teilweise in Deutschland und
Frankreich – die Mitarbeiter kurzfristigen
Interessen geopfert, um die Zahlen für die
Investoren zu verhübschen. Alte Werte haben
hier noch Argumentationskraft. Österreichs
Wirtschaft sind kleine und mittelständische
Unternehmen – und die werden in den USA
schon seit Bush II systematisch ignoriert und
ausgerottet.
Mein Eindruck? Wir leben in der Zeit eines
nach außen fast unsichtbaren, im Hintergrund aber erbitterten Wirtschaftskrieges.
Die USA wissen, dass ihre Vormachtstellung
noch nie so bedroht war wie im Moment.
Europa ist – auch durch den Euro – erstarkt
und zu einer echten Währungsgröße aufgestiegen. Auf der anderen Seite wachsen
China und Indien zu einer unberechenbaren
Wirtschaftsmacht heran. China will eine eigene Goldbörse einrichten – mit der eigenen
Währung als Maß aller Dinge. Der Dollar
wird immer brüchiger und wird mit aller –
wirtschaftlichen – Brutalität verteidigt.
Die Ratingagenturen sind da nur Erfüllungsspitzen, die allerdings fatale Wunden schlagen können. Selbst wenn ein Land, das sie
herunterstufen, vorher noch gesund gewesen
sein sollte, bezahlt es nach dem Verlust des
Triple-A ungleich höhere Zinsen, wenn es
Geld aufnimmt. Eine Abwärtsspirale wird in
Gang gesetzt. Bei dem Schuldenstand, den
auch Österreich zugelassen hat, ist das schon
ein Dilemma für das Land. Für die EU jedoch ist es eine Katastrophe, die sie zerschlagen könnte.
Also Schluss mit dem Rating-Wahnsinn! So
lange Europa keine eigene, unabhängige und
von allen Ländern anerkannte eigene Agentur hat, die die Gegebenheiten der einzelnen
Mitgliedsstaaten kennt und berücksichtigt,
dürfte niemand ernst nehmen, was da von
Moody’s und Co. kommt.
Was ist Ihre Meinung?
Ihr
Josef Lipp
Verlagsleiter & Co-Herausgeber
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
3
INHALT
INHALT
Die Weichen auf Wachstum stellen
Coverstory
Salzburg: Stabdort Zukunft
22
Salzburg soll die beste Region zum Leben
und Arbeiten werden
Geht es nach Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer, dem Initiator des
neuen Wirtschaftsprogramms, soll diese
Vorgabe, wonach das Bundesland Salzburg die beste Region zum Leben und Arbeiten werden soll, bis zum Jahr 2020 erreicht werden.
Gut gerüstet für etwas
schwierigere Zeiten
32
In den westlichen Bundesländern rüstet
sich die Wirtschaft für ein schwieriges
Jahr 2012. Die Unternehmen sehen sich
dafür gut aufgestellt. Zweifel bestehen jedoch am sich abzeichnenden Konsolidierungskurs der Regierung: Neue Steuern
würden die Lage immens verschärfen.
Nur mit Strukturreformen könnten ausreichend Mittel für notwendige Investitionen
in Zukunftsthemen wie Bildung und Forschung sichergestellt werden.
Konjunktur nicht schlechter reden,
als sie ist
Jetzt aktuell
Transport, Logistik
& Infrastruktur
Der umfassende
Branchenüberblick.
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4
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
8
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind
die Standortagenturen im Westen mehr
gefragt als sonst. Denn gerade sie sind es,
die mit ihren Leistungen und Projekten
neues Wachstum auf den Weg bringen
können. Wie und womit das derzeit versucht wird und wo sich dabei Chancen für
bestehende und neue Unternehmen ergeben könnten, haben die Wirtschaftsnachrichten West untersucht.
36
Nur eine „Delle“, keine Rezession erwarten die heimischen Wirtschaftsforscher
für 2012. Trotz starker Konjunkturabschwächung wollen IHS-Direktor Bernhard Felderer und WIFO-Chef Karl Aiginger einen Silberstreif am Horizont erkennen, zumal es weiter den „Österreich-Bonus“ gibt: Das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll 2012 zum zehnten Mal
in Folge kräftiger wachsen als Westeuropa. Das WIFO geht von 0,4 Prozent, das
IHS von 0,8 Prozent realem Anstieg aus.
Und was prognostiziert Österreichs Wirtschaftselite?
CSR nicht nur ein Thema für die Großen –
Eine Frage der Verantwortung
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Unternehmen, die Werte vorleben, strategisch Verantwortung für Gesellschaft,
Umwelt und Mitarbeiter übernehmen und
managen, sind dünn gesät. Doch die alten
Grundsätze des ehrbaren Kaufmanns wie
Fairness, Transparenz und Ehrlichkeit erleben dank CSR derzeit ein Revival, was
langfristig und nachhaltig das Geschäft
beleben soll.
„Ich bin optimistisch“
46
Der deutsche Arbeitgeberpräsident Dieter
Hundt erklärt im WirtschaftsnachrichtenInterview warum sich Deutschland und
Österreich trotz Konjunkturpessimus gut
behaupten werden.
Österreichs Unternehmen investieren
in Forschung
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Innovation, Forschung und Entwicklung
sind die kräftigsten Motoren, die unsere
Wirtschaft ankurbeln. Und Österreich gibt
auf dem Weg zur führenden Forschungsnation kräftig Gas. 22 heimische Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Forschungsausgaben bis 2015 um 20 Prozent
zu steigern.
Kapseln, die die Welt bedeuten
119
Es ist zweifellos eine der größten Erfolgsgeschichten der jüngeren Geschichte: Die
Rede ist von Nespresso – jener Gelddruckmaschine des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, der nicht zuletzt
dank seiner Gallionsfigur George Clooney
(„What else?“) das Monopol auf dem Markt
der Kaffee-Kapseln hält. Von einem kleinen Ort in Frankreich aus hat nun ausgerechnet Ex-Nespresso-Chef Jean-Paul
Gaillard den Frontalangriff auf seine frühere Firma gestartet. Seit Ende letzten
Jahres sind die günstigeren und biologisch
abbaubaren Kapseln auch in Österreich
erhältlich.
Polit-Streit um Citytunnel geht weiter 128
Kaum ein Thema polarisiert in der Stadt
Salzburg seit Jahren so sehr wie der umstrittene Plan zum Bau des Kapuzinerbergtunnels. Das zeigen auch die heftigen
und emotionalen Reaktionen auf unseren
Bericht in der letzten Ausgabe der Wirtschaftsnachrichten. Wen wundert es noch,
dass sich die Parteien weder auf Landes-,
noch auf Stadtebene einig sind, wie es mit
dem Projekt weitergehen soll. Nun soll
der Bau auch noch den Status der Salzburger Altstadt als UNESCO Weltkulturerbe gefährden.
Mehr Passagiere
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann der Flughafen Salzburg Positives vermelden.
„Umso erfreulicher ist es, in diesen schwierigen Zeiten ein gutes Ergebnis offenlegen zu können.
In Salzburg geht der Trend eindeutig zu größeren Flugzeugen. Weniger Flugbewegungen bedeuten nicht gleichzeitig schlechtere Wirtschaftszahlen. Die Erträge aus dem Flugverkehr werden
im Wesentlichen durch die Entwicklung der Summe des Höchstabfluggewichtes der gelandeten
Luftfahrzeuge bestimmt. Dieses MTOW stieg im Berichtsjahr 2011 um sechs Prozent auf
551.323 Tonnen, ein durchaus respektables Ergebnis“, so die beiden Flughafen-Geschäftsführer
Ing. Roland Hermann und Mag. Karl-Heinz Bohl zu den aktuellen Verkehrszahlen 2011. Im
Jahr 2011 wurden auf dem Salzburg Airport 1.700.983 Passagiere abgefertigt, das entspricht
einem Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zu 2010.
Ü
Auf Goldkurs
sitour, weltweit führender Anbieter von Werbung in Skigebieten und erster Ansprechpartner in Fragen
der Sicherheit und Orientierung auf Pisten, unterstrich im Rahmen der 1. Olympischen Jugend-Winterspiele (YOG) einmal mehr eindrucksvoll seine Kompetenz mit Spezialanfertigungen für zwei der
YOG-Hauptsponsoren: Samsung und Coca Cola. sitour realisierte darüber hinaus an den Hotspots in
Innsbruck sowie im Kühtai individuelle Maßanfertigungen. Diese garantieren den Hauptsponsoren prominente Präsenz. Zentraler Mittelpunkt dabei das XXXL-Megaboard am Flughafen Innsbruck, der zur
Drehscheibe für namhafte Sponsoren, Sportler und Angehörige, sowie Medienvertreter und Fans aus
aller Welt wurde.
Ü
+ WEITER SO!
– ENTBEHRLICH!
Mobilitäts-Bonus
Schiefe Optik
Die durch die Tiroler Landesregierung
beschlossene Sanierung der Hypo Tirol
durch Dritte zieht immer weitere
Kreise. Das Land Tirol unter Landeshauptmann Günther Platter kam eindeutig nicht seiner Aufsichtspflicht
nach. Höhepunkt der Causa waren der
Rücktritt von SP-Aufsichtsrat LAbg.
Klaus Gasteiger und dessen Anzeige
bei der Finanzmarktaufsicht gegen den
aktuellen Vorstand der landeseigenen
Hypo Tirol Bank sowie eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck im Zusammenhang
mit den massiven Verlusten im Italiengeschäft. Ein Debakel also, das noch
länger auf wirtschaftlicher, politischer
und möglicherweise auch auf strafrechtlicher Ebene für Wirbel sorgen
wird.
Ü
Foto: APA
Flexibilität gerade bei Lehrberufen im
Tourismusbereich ist immer mehr gefragt. 500 der derzeit 1652 offenen Lehrstellen befinden sich in Salzburg. Gerade Jugendliche, die im Tourismus Fuß
fassen wollen wohnen oft nicht in dem
Bundesland, in dem ein Ausbildungsplatz frei ist. „Wir fordern daher einen
Mobilitätsbonus“, so Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Schenner. Nach Meinung
des Branchensprechers könnten so die
freien Stellen besetzt werden. Konkret
soll das AMS 100 Euro pro Monat über
die gesamte Lehrzeit hinweg zahlen.
Der Bonus soll zusätzlich zur Entfernungsbeihilfe gezahlt werden. Somit soll
ein finanzieller Anreiz geschaffen werden, woanders eine Lehre zu machen. Ü
Kommt in der Causa Hypo Tirol sicher
noch einiges auf ihn zu: Tirols LH Günther
Platter
Foto: APA
MENSCHEN & MÄRKTE
Geballte Medienpower
für die Wirtschaft
Die Zeitungen der österreichischen Wirtschaftskammern bündeln ab
sofort noch stärker ihre Kräfte. Ein neues, gemeinsames Layout
bringt mehr Lesefreundlichkeit, mehr Service – und der Wirtschaft
mehr Reichweite. „Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!
Die Optik der ‚SW‘ ist frisch und neu und ermöglicht damit noch
mehr Leseanreize. In Kooperation mit den anderen Wirtschaftszeitungen der Kammern bietet die Zeitung verstärkt gut aufbereitete
Service-Inhalte, noch mehr regionale Wirtschaftsberichterstattung –
und das Ganze mit dieser neuen Ausgabe auch noch als App für das
iPad“, freut sich WKS-Präsident Julius Schmalz.
Ü
IV-Präsident Dr. Reinhard Schretter, Robert Kalina (Designer Euro
Banknoten), Mag. Armine Wehdorn (Kuratorin und Leiterin des Geldmuseums), Dr. Gertrude Tumpel Gugerell (Vizegouverneurin der
OeNB und Direktoriumsmitglied der EZB), Mag.(FH) Armin Schneider
(Leiter OeNB Innsbruck)(v.l.n.r.)
Foto: OeNB
Ausstellung
WKS-Präsident
Julius Schmalz (links)
und WKS-Direktor
Hans Bachleitner.
Foto: WKS
Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es den Euro. Eine Ausstellung im
Foyer der OeNB Innsbruck gewährt Einblicke in eine Währung. Die
Ausstellung „Im Blickfeld: Euro Bargeld“ beschäftigt sich aber nicht
nur mit Münzen und Banknoten, sondern beleuchtet auch die volkswirtschaftliche Dimension des Euro. Rund 330 Millionen Menschen
in 17 Euroländern haben greifbaren wirtschaftlichen Nutzen von der
gemeinsamen Währung. Die Ausstellung verdeutlicht auch, wie wesentlich Österreich an der Gestaltung der Euro-Banknoten beteiligt
war. Mit dem Siegerentwurf des OeNB-Designers Robert Kalina im
Gestaltungswettbewerb lebt die österreichische Tradition künstlerisch
und sicherheitstechnisch hochwertiger Banknoten im Euro-Bargeld
fort. Der österreichische Entwurf setzte sich gegen 43 Mitbewerber
durch.
Ü
Neue Führung
Österreichs zweitgrößter Baukonzern ALPINE mit Sitz in Salzburg
wird künftig vom erfahrenen Baumanager DI Johannes Dotter geführt. Der 50-jährige Österreicher wurde zum Geschäftsführer der
weltweit tätigen ALPINE Holding bestellt. ALPINE ist in 30 Ländern
aktiv und setzt jährlich eine Bauleistung von rund 3,5 Milliarden
Euro um. Die ALPINE-Eigentümer, die FCC Gruppe mit Sitz in Madrid und der Salzburger Dietmar Aluta-Oltyan, bekennen sich mit
der Bestellung von DI Johannes Dotter klar zu ALPINE als ein österreichisches Unternehmen. DI Johannes Dotter verfügt über eine 25jährige Branchenerfahrung und kennt als erstklassiger Manager den
ALPINE-Heimmarkt
Österreich perfekt.
Der Österreich-Bonus, gepaart mit der
großen internationalen Erfahrung, sind
die besten Voraussetzungen für die Fortsetzung der ALPINE-Erfolgsgeschichte unter neuer
Führung.
Ü
DI Johannes Dotter
übernimmt die Leitung der ALPINE Holding
Foto: ALPINE
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Die XING-Gruppe Salzburg mit Uta Helmreich und Peter Harlander
war zu Gast bei Romy Sigl im Coworking-Space.
Foto: Coworking-Space
Vernetzt
Wie das Zusammenführen virtueller und realer Netzwerke ausschauen kann, erlebten zahlreiche Besucher kürzlich im ersten „Coworking Space“ Salzburgs. Romy Sigl, Gründerin und Eigentümerin,
hatte bei ihrer ersten Veranstaltung in ihrem zu Jahresbeginn neu eröffneten „Coworking-Space“ die Salzburger XING-Gruppe zu Gast.
Selbstständige, Kreative und Freelancer kommen im Coworking
Space zusammen, die zwar jeder für sich, aber trotzdem zusammen
arbeiten. Der soziale Austausch, den sie als Einzelkämpfer sonst vermissen, ist ihnen wichtig. Das gegenseitige Feedback, die Motivation
und der Spirit spornen sie an und geben Energie. Aktuell sind in Salzburg vier fixe Coworker eingemietet und eine unterschiedliche Anzahl von tageweisen Coworkern. Ein Tagesticket kostet 20 Euro, ein
Zehnerblock 180 Euro und ein Monatsticket 280 Euro.
Ü
Beflügeln Sie Ihr Business
Weiterbildung mit Erholungsfaktor – lernen Sie fernab
Ihres Arbeitsalltags, um besser als die Konkurrenz zu sein.
Fit for Business Sommerakademie 2012
22. bis 26. Mai 2012, Kemer/Türkei, Club Magic Life, Kiris Imperial
Preis 2.490,– Euro für Nicht-Volksbank Kunden)
Preis 1.390,– Euro für Volksbank Kunden
Buchung unter www.volksbank.at/sommerakademie
Volksbank. Mit V wie Flügel.
Die Weichen auf
Wachstum stellen
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind die Standortagenturen im
Westen mehr gefragt als sonst. Denn gerade sie sind es, die mit ihren
Leistungen und Projekten neues Wachstum auf den Weg bringen
können. Wie und womit das derzeit versucht wird und wo sich dabei
Chancen für bestehende und neue Unternehmen ergeben könnten,
haben die Wirtschaftsnachrichten West untersucht.
Von Simon Wagner
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
COVERSTORY
Tirol
ie Standortagentur Tirol hat die Aufgabe, die Tiroler Wirtschaft und Wissenschaft zu stärken. Insbesondere sollen
Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit
unterstützt werden. Sowohl für Betriebe und
Forschungseinrichtungen im Land als auch
für den Standort selbst geht es dabei darum,
Wettbewerbsvorsprung und Alleinstellungsmerkmale auf- und auszubauen. „Dazu forcieren und/oder begleiten wir Forschung, Innovation und Kooperation und prägen besondere Branchen oder Themen aus, treiben
also Spezialisierung voran“, erläutert Geschäftsführer Harald Gohm.
Zudem unterstützt die Standortagentur alle
Betriebe und Forschungseinrichtungen, die
sich für eine Ansiedlung oder Gründung in
Tirol interessieren. Ein weiterer ist das in-
„Steinbock“ in Szene – der innovative Transporter für das Hochgebirge von Mattro Mobility
Revolutions aus dem Cluster Mechatronik Tirol ist eine Weltneuheit.
Harald Gohm, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol.
LR Patrizia Zoller-Frischauf und LH Günther Platter bei einer gemeinsamen Führung durch die
Oncotyrol-Labors am Innrain 66a durch Lukas Huber. Die Labors stellt die TILAK zur Verfügung; innovative Therapien sollen ihren Patienten mit Hilfe des Oncotyrol-Konzepts früher als
andernorts zur Verfügung stehen. Fotos: Standortagentur Tirol
D
ternationale Marketing für den Wirtschaftsund Wissenschaftsstandort Tirol. Im Innovationsumfeld sind Clustermanagement, Ideenbewertung, Partnersuche in Tirol und ganz
Europa oder Identifikation geeigneter Förderungen beispielhafte Services.
Arbeit trägt Früchte
Umgerechnet auf Vollzeitstellen, arbeiten
rund 21 Personen in der Agentur daran, die
heimische Wirtschaft zu unterstützen. Nicht
umsonst, wie sich zeigt. Tirol hält bei der
jüngsten Standortanalyse der Bank Austria
Im Tourismus dominieren die mittelgroßen Bundesländer Tirol und Salzburg das Ranking im
Hinblick auf die Nächtigungen. Auch Vorarlberg weist bezogen auf die geringe Größe des Landes einen hervorragenden Wert auf. Quelle: Statistik Austria
von Juli 2011 den nunmehr dritten Platz im
Bundesländervergleich. „Diesen tollen Erfolg schreibe ich zum einen der Tatsache zu,
dass die Forschungs- und Innovationsoffensive des Landes, die wir maßgeblich begleiten, greift. Und zum anderen der Tatsache,
dass die dezidierte Clusterpolitik Früchte
trägt“, so Harald Gohm.
In der Tat kann sich die Forcierung der Cluster sehen lassen. Diese werden direkt von der
Standortagentur gemanagt. Ob erneuerbare
Energien, Informationstechnologien, Life
Sciences, Mechatronik und Wellness – nicht
weniger als 350 Unternehmen beteiligen sich
an den einzelnen Fachbereichen und leisten
gezielt Innovationsarbeit. Die gezielte Kooperation scheint sich auszuzahlen, wie Geschäftsführer Gohm veranschaulicht: „Es
sind ausnahmslos alle Unternehmen, die in
regionalen Kompetenzzentren – sogenannWIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
9
COVERSTORY
ten K-Regios – gemeinsam mit den heimischen Forschungseinrichtungen forschen,
Mitglieder unserer Cluster.“
Ein anderer noch junger Erfolg für den
Standort Tirol ist im Bereich der personalisierten Medizin zu verzeichnen. Eine internationale Expertenkommission hat im Oktober das K1-Zentrum Oncotyrol im Bundesprogramm COMET positiv evaluiert. Bis
2015 stehen damit weitere 13,5 Millionen
Euro zur Verfügung, um am Standort Tirol
im Verbund mit allen heimischen Universitäten sowie namhaften internationalen Wirtschafts- und Wissenschaftspartnern personalisierte Krebstherapien zu entwickeln.
Welche Stärken weiter gestärkt werden
In den kommenden Monaten wird die Standortagentur die Entwicklung der einzelnen Tiroler Standorte in den Fokus nehmen. „Konzertierte Standortentwicklung braucht eine
starke Rolle in den Regionen. Entsprechend
werden wir in den kommenden Monaten die
regionale Standortberatung ausbauen“, sagt
Gohm. Dazu wurde ein eigenes Analyseinstrument entwickelt, das soeben seinen ersten Einsatz absolviert. Unter anderem werden hier Chancen und Risiken einer Gemeinde oder Region im Hinblick auf verschiedene Branchen und Themen beleuchtet.
Ein künftiger Schwerpunkt wird die Positionierung des Standortes Tirol als begehrtester
Kraftplatz der alpinen Welt. Dazu arbeitet
die Standortagentur an der Entwicklung eines sogenannten Leuchtturmprojektes, das
als erfolgreiches Beispiel dienen soll. Mehr
darf darüber derzeit noch nicht verraten werden.
Für die einzelnen Branchen gibt es spezielle
Strategien. Die Konzentration gilt jenen Stärkefeldern, in denen Beschäftigung, Wertschöpfung und Innovation bereits sehr gut
und weiter ausbaubar sind. Diese decken
sich weitgehend mit den beschriebenen
Clustern. „Einen besonderen Schwerpunkt
setzen wir bei der fachübergreifenden Verknüpfung. Durch Kombination wollen wir
Nischen und Alleinstellung erarbeiten – zum
Beispiel im Stammfeld Tourismus mit den
herausragenden Leistungen bei erneuerbaren
Energien und den Life Sciences“, erklärt Harald Gohm.
Kooperation gewinnt
Unternehmen profitieren in Tirol von einem
dynamischen wirtschaftlichen Umfeld, der
Forschungsleistung an insgesamt sechs Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sowie deren enger Zusammenarbeit mit der
Wirtschaft. Ein Zusatzplus ist das Technologieservice, das die Standortagentur Tirol
über das Enterprise Europe Network auch
europaweit bietet: „Wer Marktvorsprung anstrebt und kooperative Entwicklung in einem
innovationsfreundlichen Umfeld vorantreiben möchte, kommt am Wirtschaftsstandort
Tirol nicht vorbei“, sagt Harald Gohm. Zu
diesem Thema kommt gerade ein beispielhafter Erfolg von Mattro Mobility Revolutions. Hier hat Kleinunternehmer Alois Bauer
einen innovativen Transporter für das hochalpine Gelände mit Hybridantrieb im europäischen Netzwerk entwickelt und den Prototyp anlässlich des 9. Tiroler Innovationstages präsentiert.
Vorarlberg
n Vorarlberg ist die WISTO (WirtschaftsStandort Vorarlberg GmbH) für das Standortmarketing zuständig. „Wir forcieren die
Innovationsdynamik der heimischen Wirtschaft und stärken die internationale Positionierung Vorarlbergs“, erläutert Geschäftsführer Joachim Heinzl. Er sieht die wichtigsten Aufgaben darin, Orientierung zu bieten,
I
Daten der Wirtschaftskammer zeigen, dass die Unternehmensstruktur im Westen Österreichs
von Klein- und Kleinstbetrieben dominiert wird. Allerdings beschäftigen die wenigen Mittelund Großbetriebe rund die Hälfe aller Arbeitnehmer. Deutlich mehr als zwei Drittel aller Unternehmen sind Familienunternehmen. Quelle: Mitgliederstatistik Wirtschaftskammer Tirol
10
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Impulse zu setzen und im Hintergrund zu unterstützen – dort, wo ihre Kompetenzen gefragt sind. Der Zugang dabei soll vor allem
unbürokratisch und flexibel sein. Die Leistungen sind für Vorarlberger Unternehmen
kostenfrei.
Die WISTO unterstützt insbesondere Unternehmen von der Gründung/Ansiedelung
über die Initiierung von Kooperationen bis
hin zur Realisierung von Innovationen. Zusätzlich führt sie gemeinsam mit Entwicklern Patent- und Technologierecherchen
durch, analysiert Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten und baut Forschungsstruktu-
Joachim Heinzl, Geschäftsführer der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO).
Foto: WISTO/Markus Gmeiner
ren auf. Andererseits betreibt die Gesellschaft gezielte Standortentwicklung, führt
Studien durch, entfaltet Zukunftsthemen und
kommuniziert die Region grenzüberschreitend.
Ressourcen, Betriebsflächen, Fachkräfte
Themen, mit den sich die WISTO derzeit
insbesondere wegen allgemeiner Knappheit
beschäftigen muss, sind Ressourcen, Betriebsflächen und Fachkräfte. Für Letzteres
hat die Vorarlberger Standortagentur unterschiedliche Initiativen gestartet. „In diesem
Kontext rekrutieren wir national und international technisch qualifizierte Arbeitskräfte,
kooperieren gemeinsam mit anderen Regionen und kommunizieren die Stärken Vorarlbergs als Lebens- und Arbeitsstandort nach
außen“, so Heinzl.
„Karriere mittendrin“ ist eine solche Initiative, um den immensen Fachkräftebedarf in
der Region zu decken. Gemeinsam mit der
Wirtschaftskammer Vorarlberg versucht die
WISTO, das Interesse von Studenten und
Absolventen für technische Berufe zu wecken. Netzwerktreffen und Exkursionen stehen ebenso am Plan wie Besuche von Karrieremessen in ganz Österreich.
COVERSTORY
Interview mit Agnes Steger, Geschäftsführerin der StandortAgentur Salzburg
n Hat sich im Zuge der wirtschaftlichen Anspannungen in den vergangenen Jahren
die Arbeit der Standortagentur erschwert?
Zeiten wirtschaftlicher Anspannungen erfordern von Unternehmen erhöhte Aufmerksamkeit im täglichen Geschäft. Dadurch bleibt oftmals weniger Zeit, um sich mit Expansionsgedanken zu befassen. Dennoch ist der Standort
Salzburg nach wie vor von Interesse für ausländische – hauptsächlich für deutsche – Unternehmen mit Erweiterungsplänen.
n Sind Anfragen aus dem Ausland bzw.
dem Inland zurückgegangen? Oder ist
das Gegenteil der Fall?
Die Anzahl an Anfragen aus dem Ausland ist
nicht spürbar zurückgegangen. Allerdings
merken wir, dass sich die anfragenden Unternehmen mit der tatsächlichen Ansiedlung –
sofern diese derzeit überhaupt zustande
kommt – weit mehr Zeit lassen als in den letzten Jahren.
n Gibt es neue Anforderungen oder Bedenken seitens der interessierten Unternehmen?
Um attraktiv zu bleiben, heißt es kontinuierlich an den Rahmenbedingungen zu arbeiten
und sich verändernden Anforderungen zu stellen. Wir wissen um Salzburgs Standort-Stärken wie die hohe Lebensqualität, das Image
als Kulturmetropole oder die sehr gute zentrale geografische Lage und Erreichbarkeit –
immerhin verfügt Salzburg nach wie vor über
den größten Flughafen in Österreich. Trotz allgemeinen Fachkräftemangels ist die Verfügbarkeit von motivierten Arbeitskräften ein
weiterer Standortvorteil. Um als Standort
noch wettbewerbsfähiger zu werden, sollte in
Salzburg eine durchgängige internationale
Schule etabliert werden – Ausbildung in englischer Sprache vom Kindergarten bis zur Matura. Eine internationale Schule wäre wichtige
Voraussetzung, damit vermehrt ausländische
Facharbeitskräfte und Manager mit Familien
nach Salzburg zuziehen. Damit könnte dem
Fachkräftemangel, den wir im Übrigen mit
ganz Österreich und Deutschland teilen, etwas
entgegengewirkt werden.
n Sind die zukünftigen Mitarbeiter
ein wichtiges Thema?
Die Anforderungen im Bereich der Relocation
steigen, da geht es um die Betreuung von ausländischen Mitarbeitern beim Zuzug nach
Salzburg. Wir beobachten seit einigen Jahren,
dass – neben der Beratung der Unternehmen
selbst – die Betreuung von mit den Unternehmen zuziehenden, ausländischen Mitarbeitern
an Bedeutung gewinnt. Mitarbeiter sind das
Kapital eines jeden Unternehmens und gerade
bei der Etablierung eines neuen Standorts
tragen diese entscheidend zum Erfolg einer
Ansiedlung bei. Daher sollten die Mitarbeiter
ihre Aufmerksamkeit auf das Unternehmen
richten können und nicht hauptsächlich mit
Fragen im privaten Bereich befasst sein. Umzüge bedeuten für ausländische Familien die
Konfrontation mit den vielfältigsten Fragen.
Das geht los bei der Frage nach der Einstufung des Kindes in das österreichische Schulsystem oder der Frage nach der Wohnqualität
in den einzelnen Salzburger Stadtteilen oder
Gemeinden und endet bei der Frage nach den
rechtlichen Bestimmungen für die Einfuhr des
Haustiers nach Österreich.
n Sind seitens der Politik die Rahmenbedingungen auf „Krisenzeiten“ geändert
worden? Wenn ja, wie?
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am
Standort Salzburg sind gut. Das österreichische Steuersystem ist attraktiv. Man denke
an die 25 Prozent KöSt, die Gruppenbesteuerung und die Tatsache, dass es keine Erbschafts- und Schenkungssteuer gibt. Auch im
Bereich Forschung und Entwicklung sind Förderungen für Unternehmen abholbereit. Mit
dem wirtschaftspolitischen Programm 2020
„Salzburg.Standort.Zukunft“ hat LH-Stv. Wilfried Haslauer mit zahlreichen Akteuren aus
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik außerdem ein starkes Konzept erarbeitet, mit dem
sich Salzburg den künftigen Herausforderungen stellen wird.
n Gibt es besondere Unterstützungen seitens der Politik?
Jedem sich in Salzburg ansiedelnden Unternehmen stehen dieselben steuerrechtlichen
Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten zur Verfügung wie auch heimischen Unternehmen.
n Werden Steuer- und Finanzberatung
jetzt in besonderem Maß angenommen?
Die Steuerberatung im grenzüberschreitenden
Bereich war und ist der zentrale Punkt einer
jeden Ansiedlungsberatung und wird an und
für sich von jedem ansiedlungsinteressierten
Unternehmen angenommen. Die Wahl der
passenden Rechtsform und eine professionelle Steuerberatung – gerade im Hinblick auf
das mögliche Vorhandensein von Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich
und anderen Ländern – sind für Betriebsansiedlungen und deren künftigen Erfolg am
Standort Salzburg von entscheidender Bedeutung.
n Beobachten Sie ein Wachstum des regionalen, nationalen sowie internationalen
Netzwerkes? Sprich: Rückt man näher
zusammen oder kehrt die Mentalität des
Kirchturmdenkens eher in die Köpfe zurück?
Im Bereich des Standortmarketings arbeiten
wir mit den Außenwirtschaftscentern der WKO
und auch mit den Ansiedlungs-Kollegen anderer Bundesländer zusammen. Gerade
auf Kongressen haben wir
gemeinsam
eine stärkere
Präsenz, als
wenn wir alleine oder jeder für sich
auftreten würden. Konkurrenzgedanken
haben wir
keine. Meist
haben ansiedlungsinteressierte Unternehmen bereits Präferenzen für ein Bundesland in dem sie sich
anzusiedeln planen und Salzburg bietet Vorteile, die andere Bundesländer eben nicht zu
bieten haben.
Foto: Standortagentur Salzburg
„Salzburg braucht eine internationale Schule“
n Beobachten Sie generell mehr Vorsicht
oder ist die Wirtschaftslage besser als
ihr Ruf?
Wir beobachten mehr Vorsicht.
n Ist es heute schwieriger, Förder- und Finanzierungspakete für Investitionsprojekte zu schnüren, z.B. im Hinblick auf
Basel III?
Als Standortagentur agieren wir im Bereich
Förder- und Finanzberatung als reiner Vermittler und „Kümmerer“. Bei tatsächlichem
Bedarf nach Förderabklärung und Finanzberatung holen wir Bankexperten für Finanzierungen und die Förderexperten des Landes
Salzburg zum Beratungsgespräch mit dem
ausländischen Unternehmer an einen Tisch.
Für die meisten der von uns beratenen Unternehmen spielt jedoch das Finanzierungspaket
für die Betriebsansiedlung am Standort Salzburg – zumindest zu Beginn – keine Rolle. Was
das Stichwort Basel III betrifft, ist davon auszugehen, dass Kredite aufgrund der verschärften Eigenkapitalstandards der Banken
für Unternehmen teurer und vor allem
schwieriger zu erlangen sein werden.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
11
COVERSTORY
das fördert die Professionalisierung des
Standorts.
So entstehen regionale Wertschöpfungsketten, die ökonomisch, aber auch ökologisch
vorteilhaft sind, wie die Ansiedelung von
Red Bull und Rexam zeigt, die in unmittelbarer Nähe mit Abfüller Rauch und Logistikspezialist JCL kooperieren. „Diese Vernetzung der Unternehmerlandschaft ist ein
weiterer wichtiger Standortfaktor genauso
wie die Branchenvielfalt der Region. Die
Kommunikationswege sind kurz, effizient
und Entscheidungen werden zeitnah getroffen, diese Flexibilität schätzen die Betriebe“,
sagt Joachim Heinzl. Nicht zuletzt sind es
für ihn aber die Menschen, die die Region
ausmachen. Fleiß, Courage und Kreativität
nennt er als jene Tugenden der Vorarlberger,
die sich in überdurchschnittlich hohen Exporten, Patentanmeldungen und Produktivitätszahlen zeigen.
Die HighQLaser Production GmbH aus Rankweil entwickelte den kürzest getakteten Laser der
Welt – den Femtosekundenlaser. Damit lassen sich beinahe alle Materialien (auch Diamant und
menschliches Gewebe) ohne thermische Schäden bearbeiten. Foto: HighQLaser Production GmbH
Vernetzung als Erfolgsfaktor
Eine weitere Kooperation hat die WISTO
mit der Prisma Unternehmensgruppe geschlossen, um die Kreativwirtschaft zu forcieren. Das „designforum Vorarlberg“ hat
eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft und
Kreativschaffenden als Ziel. Ebenso beteiligt
sich die WISTO aktiv am Projekt „Vierländerregion Bodensee“, das einer Region mit
drei Millionen Einwohnern ein einzigartiges
Profil verleihen und die Zusammenarbeit innerhalb dieses Wirtschaftsraums verstärken
soll.
So gerne die WISTO genauer über die größten Erfolge der eigenen Arbeit berichten
würde, es geht nicht. Denn ein wichtiger Erfolgsfaktor in diesem Metier ist Vertraulichkeit. Unternehmen kommen mit innovativen
Ideen zu den Beratern, erzählen über neueste
Entwicklungspläne und Herausforderungen
der Zukunft. Die WISTO unterstützt sie in
ihren Plänen und respektiert dabei gerne den
Wunsch nach Stillschweigen. Geschäftsführer Heinzl versteht das gut: „Bescheidenheit
ist in Vorarlbergs Gesellschaft kulturell verankert.“
Hirschmann Automotive arbeitet für
die großen Autohersteller wie
Audi, BMW, Daimler, Porsche und
VW. Das Unternehmen liefert für die
Mercedes MKlasse eine Reihe
von Komponenten
und Mikrogasgeneratoren für die
Rückhaltesysteme.
Foto: Hirschmann Automotive GmbH
Vorarlberger Tugenden
stärken den Standort
Klar ist, dass Vorarlberg von einigen sehr relevanten Standortfaktoren profitiert, die sich
gegenseitig stärken. Die Nähe zu den kaufkräftigen Absatzmärkten Süddeutschland
und Ostschweiz ist ein solcher Faktor, die
internationale Vernetzung der Region ein anderer. Die Offenheit, die in der Vierländerregion gegeben ist, sorgt für Weitsicht bei
den Unternehmen. Die Vielzahl der weltweit
tätigen Konzerne, die sich in Vorarlberg angesiedelt haben, verlangt Dienstleistungen
und Zulieferer auf internationalem Niveau,
12
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Die Entwicklung der Pro-Kopf-Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E)
zeigt in Tirol deutlich mehr Dynamik als etwa in Salzburg. Vorarlberg steigerte die Ausgaben
konstant. Quelle: Statistik Austria
COVERSTORY
Das Beraterteam der
ITG Salzburg betreut
vorwiegend KMU mit
innovativen Ideen.
Salzburg
Foto: ITG Salzburg
n Salzburg sind die Aufgaben der Standortentwicklung auf zwei Organisationen
verteilt. Während sich die Standortagentur
vorwiegend um ansiedlungswillige Unternehmen bemüht, konzentriert sich die Innovations- und Technologietransfer GmbH
(ITG Salzburg) auf bestehende Unternehmen. Bei Bedarf arbeiten die beiden Organisationen zusammen.
Die ITG Salzburg verfolgt das Ziel, Innovation am Standort zu fördern. Dies erfolgt mit
klassischer Standortentwicklung, die beispielsweise aus Bewusstseinsbildung für zukunftsträchtige Themen besteht. Derzeitige
Schwerpunkte sind etwa die betriebliche Gesundheitsförderung, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz oder die Sichtbarkeit der
Kreativwirtschaft. Ebenfalls dazu gehört
auch die Unterstützung des Landes Salzburg
bei der Entwicklung von Förderungen oder
die Initiierung von standortrelevanten Projekten, wie beispielsweise der Aufbau eines
Forums für die Kreativwirtschaft.
I
und helfen ihnen dabei, den nächsten Innovations- oder Entwicklungsschritt zu setzen“, erklärt Christian Prucher, Leiter des Innovationsservice.
Sollten Partner aus Wirtschaft oder Wissenschaft nötig sein, bietet die ITG Salzburg
auch hier Kontaktanbahnungsleistungen an.
Ein wesentlicher Vorteil ist es, dass interessierte Unternehmen einen Ansprechpartner
zur Seite gestellt bekommen, der sie bei allen
Vorhaben begleitet. Das Innovationsservice
wird von Land und Wirtschaftskammer Salzburg getragen, wodurch die ITG Salzburg
das gesammelte Wissen beider Akteure an
einem Ort vereinen kann.
Die Stärken Salzburgs nutzen
Sebastian Huber, Geschäftsführer der ITG
Salzburg. Foto: ITG Salzburg/Bernd Suppan
„Eine unserer zentralen Aufgaben besteht
darin, die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen aufzugreifen und vielversprechende Tendenzen positiv zu verstärken. Mit
der Fokussierung auf die Standortpotenziale
kann Salzburg seinen wirtschaftlichen Vorsprung sichern und weiter ausbauen“, erklärt
Sebastian Huber, Geschäftsführer der ITG
Salzburg.
Innovationsservice von A bis Z
Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der
ITG Salzburg ist seit 2011 das Innovationsservice. Diese Beratung umfasst sämtliche
Schritte: Bewertung einer Idee, Unterstützung bei der Projektplanung und -umsetzung
sowie Suche nach passenden Förderprogrammen und Hilfe bei der Antragstellung
dazu. „Wir holen Unternehmen dort ab, wo
sie sich in ihrer Entwicklung gerade befinden
Der Salzburger Wirtschaftsstandort ist geprägt durch einen starken Dienstleistungssektor und eine hohe Wissensintensität. Neben einem kleinen, aber feinen Industriesektor mit international renommierten Unternehmen bilden vor allem kleine und mittlere
Betriebe das Rückgrat im heimischen Wirtschaftsgefüge. Daher sind KMU mit innovativen Ideen eine wichtige Zielgruppe der
ITG Salzburg. Außerdem unterstützt das Beraterteam Forschungseinrichtungen, etwa bei
der Suche nach Partnern aus der Wirtschaft
oder auch bei Einreichungen zu Förderprogrammen.
Eine starke Flexibilität und ein traditionell
hohes Leistungsvermögen zeigen sich sowohl in Handel und Gewerbe als auch im
Tourismus. Spezielle Stärkefelder, die auch
die ITG Salzburg im Rahmen ihrer Projekte
bearbeitet, liegen im Bereich der Gesundheits- und Kreativwirtschaft sowie in speziellen Querschnittsthemen wie Informations- und Kommunikationstechnologien
(IKT).
Beratung für ansiedlungsinteressierte
Unternehmen
Die Standortagentur Salzburg ist die Betriebsansiedelungs- und Standortmarketinggesellschaft von Stadt und Land Salzburg.
Kernaufgabe ist die Betreuung von ausländischen Investoren bei der Ansiedlung am
Standort Salzburg sowie die Bewerbung des
Wirtschaftsstandortes Salzburg. Zudem werden kommerzielle Film- und Fernsehproduk-
tionen serviciert und die bilateralen Beziehungen zur Volksrepublik China intensiviert.
„Zu unseren kostenlosen Leistungen zählt
beispielsweise die Suche nach geeigneten
Unternehmensstandorten und Büroimmobilien, die wir in Kooperation mit den Salzburger Immobilienmaklern durchführen. Wir
beantworten gemeinsam mit Experten auch
steuer-, sozialversicherungs- und gesellschaftsrechtliche Fragen und vermitteln Förderpakete“, erklärt Geschäftsführerin Agnes
Steger. Ziel der Standortagentur ist es dem
ausländischen Unternehmer den Wirtschaftsstandort Salzburg mit seinen rechtlichen und
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in seiner Gesamtheit so darzustellen, dass er aufgrund der von uns und unseren Partnern aufbereiteten Informationen rasch eine Entscheidung treffen kann.
Nachhaltige Wirkung
des Standortmarketings
Seit der Gründung der Standortagentur vor
einem Jahrzehnt wurden etwa 140 Unternehmen bei der Ansiedlung beraten, dadurch
sind rund 1400 neue Arbeitsplätze entstanden. Ein Beispiel für die nachhaltige Wirksamkeit ist ein deutsches Unternehmen aus
der Medizintechnik-Branche, das 2007 mit
30 Mitarbeitern nach Salzburg gekommen
ist. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsservice
der Stadt Salzburg wurde der passende Betriebsstandort gefunden, die Standortagentur
hat allgemeine Informationen zum Standort
Salzburg aufbereitet und die einzelnen Mitarbeiter – gemeinsam mit Steuerberatern –
im Hinblick auf einen Zuzug nach Salzburg
beraten. Dieses Unternehmen beschäftigt
heute bereits über 70 Mitarbeiter und plant
100 Mitarbeiter bis Ende 2012. Neben den
für ganz Österreich geltenden Argumenten
wie den steuerlichen Rahmenbedingungen
nützt die Standortagentur für das Marketing
auch besondere Vorteile Salzburgs als Wirtschaftsstandort. „In diesen Gesprächen geht
es etwa um die schnellsten Behördenverfahren in ganz Österreich, die topmoderne Infrastruktur und die zentrale Lage, die hohe
Kaufkraft vor Ort, den Weltruf als Kulturzentrum, die hohe Lebensqualität oder die
idealen Bedingungen im Bereich Forschung
und Entwicklung“, erklärt Agnes Steger. Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
13
WIRTSCHAFT & POLITIK
Wirtschaftsprogramm 2020
für Salzburgs Zukunft
Klare Visionen, messbare Ziele und konkrete Maßnahmen, das sind die Bestandteile des von LHStv. Dr.
Wilfried Haslauer initiierten neuen Wirtschaftsprogramms „Salzburg. Standort Zukunft.“ Salzburg setzt
dabei auf Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit.
nnovativ, dynamisch und lebenswert –
Salzburg ist ein Standort mit viel Potenzial. Das Bundesland zählt heute zu einer
der wettbewerbsstärksten Regionen Europas,
mit niedriger Arbeitslosenrate und hohem
Lebensstandard. Dies alles gilt es langfristig
zu sichern. „Der Wirtschaftsstandort Salzburg muss auch im Jahr 2020 in jeder Hinsicht für Qualität, Forschung, Nachhaltigkeit
und hervorragende Lebens- und Arbeitsbedingungen stehen. Mit dem neuen Wirtschaftsprogramm stellen wir die entsprechende Weichen“, so Salzburgs Wirtschaftsreferent LHStv. Dr. Wilfried Haslauer. Salzburgs Wirtschaftspolitik baut dabei auf den
Stärken des Standortes auf und stützt sich
auf die regional verankerten mittelständischen Betriebe und die vielfach von Unternehmerfamilien geführte heimische Industrie. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen nachhaltiges Bauen und Sanieren/Holzprodukte und -technologien, Kreativwirtschaft, Biowissenschaften und angewandte
Gesundheitsforschung („life science“) sowie
Informations- und Kommunikationstechnologie und neue Medien. „Nun geht es darum,
das erste Umsetzungspaket zu schnüren“, so
Wilfried Haslauer, der über konkrete erste
Maßnahmenvorschläge informiert.
Breite Unterstützung für
das neue Wirtschaftsprogramm: LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer mit Bettina Lorentschitsch MSc,
MBA (Unternehmerin),
Dr. Hilmar Linder, Vizerektor der FH Salzburg,
Mag. Marcus Winkler, Eigentümer von WIBERG,
und Univ.-Prof. Dr. Fatima Ferreira-Briza, Vizerektorin für Forschung/Uni Salzburg
(v.l.).
I
Innovations-Impulsprogramm
Um die Innovationskraft von Unternehmen
zu forcieren, soll künftig ein zusätzliches Innovations-Impulsprogramm des Landes
Salzburg zur Verfügung stehen. Es wird zielgerichtet auf kleinere Unternehmen und flexibler in Hinblick auf innovative Projektinhalte ausgerichtet. Mit kostenmäßig kleineren Projekten und mit einem höheren Zuschuss kann so die Hebelwirkung verbessert
werden. Das neue Innovations-Impulsprogramm soll sich an Unternehmen, die erstmals eine derartige Förderung in Anspruch
nehmen oder in einen Innovationsprozess
einsteigen (Einsteigerbonus), richten. Vom
Programm sollen auch Betriebe profitieren,
die sich mit nachhaltigen Materialien, grünen Technologien, ressourcenschonenden
14
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Foto: Wildbild
Prozessen und Produkten befassen oder in
Richtung Ökobilanzierung Innovationsprozesse starten (Ökoinnovationsbonus).
Förderprogramm
für „Leopold Kohr Labors“
Der Zugang zu Forschung und Wissen soll
einer größeren Zahl von Betrieben erleichtert
werden, um gemeinsam mit Forschungseinrichtungen Innovationen voranzutreiben. Ein
Landesförderprogramm soll Forschungskooperationen unterstützen, die in nationalen
und europäischen Förderprogrammen nicht
zum Zug kommen, aber durchaus Potenzial
haben. Gefördert sollen mehrjährige Forschungskooperationen – sogenannte „Leopold Kohr Labors“ – werden.
Jugend in die Technik
Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen,
soll bei Jugendlichen das Interesse an technischen Berufen und Ausbildungszweigen
geweckt werden. Am erfolgversprechendsten ist ein unmittelbarer Zugang zu den
SchülerInnen: Salzburger Unternehmen und
Forschungseinrichtungen geben einen Einblick in ihre Unternehmensabläufe und machen Lust auf Ausbildungs- sowie Berufs-
zweige. Für eine solche Initiative unter dem
Titel „Jugend in die Technik“ sollen Mittel
aus dem Wirtschaftsressort bereitgestellt
werden.
Pilotprojekt Smart Grids
Ein weiteres Beispiel für eine konkrete Umsetzungsmaßnahme ist das Pilotvorhaben
Smart Grids in Köstendorf, wo gezeigt wird,
wie die Energieversorgung der Zukunft
schon heute funktioniert. Mit dem SmartGrids-Modellprojekt werden wirkungsvolle
Lösungen zur Implementierung von Steuerungs- und Überwachungsmechanismen gefunden, um die Einbindung der erneuerbaren
Energieerzeuger ins Netz optimiert zu ermöglichen. Der Modellversuch findet in einem Gebiet von Köstendorf statt, das rund
60 Objekte umfasst. Für das Projekt werden
rund 30 Fotovoltaikanlagen installiert und
zirka 30 Elektroautos verwendet. Die Salzburg AG stellt die technische Versorgung und
Infrastruktur sowie die Elektroautos zur Verfügung. Die Fotovoltaikanlagen werden von
Privathaushalten und Unternehmen installiert und vom Land aus den Ressorts Wirtschaft und Energie gefördert.
Ü
jung | dynamisch | sexy
radio am
point of sale
... die lokalsender
lokalsender westösterreichs
Salzburg / Oberösterreich:
Salzburg, Innviertel 106,2 Mhz
St. Johann, Pongau 107,5 Mhz
Zell am See, Pinzgau 107,1 Mhz
Saalfelden 104,3 Mhz
Linz, OÖ Zentralraum 91,8 Mhz
Steyr, Enns, Perg 102,6 Mhz
Kirchdorf 107,5 Mhz
Wels 98,3 Mhz
Kremsmünster, Sattledt 106,6
Tirol:
Innsbruck 92.9 Mhz
Jennbach / Zillertal 104.1 Mhz
Wörgl 91.4 Mhz
Kufstein 90.0 Mhz
Ötztal - Inntal 103.9 Mhz
Imst 104.7 Mhz
Pitztal 99.8 Mhz
Landeck 107,1 Mhz
Reutte 104.0 Mhz
Ehrwald 98.6 Mhz
WIRTSCHAFT & POLITIK
Tiroler Tourismus profitiert
von Olympischen Jugend-Winterspielen
ller guten Dinge sind drei: Die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele in Tirol,
die zugleich die dritten Olympischen
Winterspiele im Herz der Alpen darstellen,
wurden zum sensationellen Erfolg für die
Gastgeberregion. Zehntausende begeisterte
Besucher bejubelten die weltbesten Nachwuchsathleten, die von 13. bis 22. Jänner
2012 in Innsbruck, Seefeld und dem Kühtai
um die begehrten Medaillen kämpften.
Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol
Werbung, war vom olympischen Geist, der
in dieser Woche ganz Tirol erfasste, begeistert: „Bei dieser Weltpremiere, den ersten
Olympischen Spielen für die Jugend, bewies
Tirol wieder seine Rolle als perfekter Gastgeber, nachdem schon zwei Mal das olympische Feuer in Innsbruck gebrannt hatte.
Nicht nur die Mitarbeiter des Organisations-
A
Nach den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen (YOG) zieht die Tirol
Werbung eine positive Bilanz. Der wohl größte Sport- und Kulturevent
für Jugendliche weltweit hat die Wintersportregion Nummer eins der
Alpen in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit gerückt. Hunderte Medienvertreter berichteten vor Ort und sendeten traumhafte
Bilder vom verschneiten Tirol um den Globus. Die Touristiker jubelten
über volle Häuser im sonst mäßig gebuchten Jänner.
komitees, die zahlreichen Volunteers und die
Athleten aus aller Welt waren mit Begeisterung dabei, auch die Bevölkerung ließ sich
von Olympia in den Bann ziehen.“
Olympisches Feuer sorgte für volle Betten
Für Fritz Kraft, Direktor von Innsbruck Tourismus, waren die YOG ein außergewöhnliches Erlebnis: „Das Olympische Feuer ist
WIRTSCHAFT & POLITIK
angekommen und hat uns alle angesteckt.“
Aus touristischer Perspektive seien die
Spiele ein grandioser Erfolg für den Austragungsort Innsbruck gewesen, so Kraft: „Am
ersten Wochenende, von 12. bis 15. Jänner
2012, war die Stadt ausgebucht, während der
laufenden Woche waren wir ebenfalls überdurchschnittlich gut belegt.“ Im sonst mäßig
gebuchten Zeitraum Mitte Jänner haben die
YOG für volle Betten gesorgt, freut man sich
in der Landeshauptstadt. Und viele der über
die YOG neu gewonnen Gäste, so Kraft, hätten bereits einen Folgebesuch in Aussicht gestellt. In der Olympiaregion Seefeld, die neben Innsbruck und dem Kühtai als Austragungsort der YOG fungierte, freut sich TVBChef Markus Tschoner über „tolle und beeindruckende Zuschauerzahlen“ sowie neue
Infrastruktur dank Olympia: „Mit der YOG
konnten wir einmal mehr unsere Kompetenz
in Sachen nordischer Wintersport unterstreichen und einer breiten Weltöffentlichkeit unter Beweis stellen. Für die Bewerbe wurde
Infrastruktur für den Biathlon- und Skisprungsport geschaffen, die in der Folge
auch touristisch nutzbar bleibt.“
Sportjournalisten zu Gast in Tirol
Neben den YOG beherbergte Seefeld auch
den 75. Kongress des Weltverbandes der
Sportjournalisten (AIPS). Diese vier Tage
dauernde Parallelveranstaltung brachte der
Olympiaregion zusätzliche Gäste in Form
von rund 270 Sportreportern aus aller Welt,
für die das nordische Zentrum Tirols nun
ebenfalls ein Begriff ist. Noch sei es zu früh,
so Tschoner, um genaue Zahlen zum Nächtigungsplus während der YOG sowie dem
AIPS-Kongress zu nennen, aber eins stehe
bereits fest: „Die Stimmung im Ort war toll,
der Funke ist übergesprungen.“
Mehr als 700 Journalisten berichteten während der YOG aus Tirol und lieferten damit
traumhafte Winterbilder aus dem Herz der
Alpen in Millionen Haushalte weltweit. Für
das Image Tirols als junges, zukunftsorientiertes Urlaubsland eine unbezahlbare Werbung, die noch lange nachwirken wird, ist
Josef Margreiter überzeugt: „Durch die
sportlichen Erfolge der ausländischen Athleten fanden die YOG sehr starken Niederschlag in internationalen Medien, die Bilder
vom verschneiten Tirol in die Welt trugen.“
Die Verbindung Tirol und Olympische
Spiele, die mit den YOG ihre dritte, höchst
erfolgreiche Auflage erlebte, soll auch künftig gepflegt werden, verriet Margreiter zum
Abschluss der Großveranstaltung: „Wir wollen auch künftig bei Olympischen Spielen
präsent sein und Tirol in Szene setzen.“ Ü
Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol
Werbung, zieht eine positive Bilanz: „Diese
Spiele haben unvergleichlich prächtige Bilder und Stimmungen produziert. Die sportliche Begegnung der Jugend aus aller Welt
unter den olympischen Ringen ist beste Werbung für unser Herz der Alpen.“
Foto: Tirol Werbung
Die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck mit 1.059
Teilnehmerinnen und Teilnehmern
aus 70 Nationen wurden weltweit
als Fest des Sports und der
Freundschaft wahrgenommen.
Foto Innsbruck2012.com
Fotos: Jupiterimages
WIRTSCHAFT & POLITIK
Wirtschaftsförderung in Tirol
Alle Neuheiten und Änderungen ab 1.1.2012 auf einen Blick
it 31.12.2011 sind einige Förderprogramme wie die Ein-Personen-Unternehmen-Förderung (EPU) für den ersten Mitarbeiter, der 14-prozentige Gründerund Nachfolgebonus oder die Förderung von
Sicherheitsmaßnahmen im Unternehmen
zwar ausgelaufen, dafür gibt es aber eine
Reihe an neuen, lukrativen Vergünstigungen.
M
Aktion mit einem Einmalzuschuss gefördert
werden, welcher max. 30 Prozent der förderwürdigen Kosten wie Unternehmerlohn,
Kosten für externe Expertisen, Materialkosten usw. beträgt. Die Gesamtkosten des Projektes, welches von einer Kooperation mit
mindestens zwei Ein-Personen-Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft beantragt
werden kann, müssen mindestens 1.000
Euro und maximal 10.000 Euro betragen.
EPU-Kooperationsförderung
Förderung von betrieblichen
Breitbandanschlüssen
Eine neue Förderung des Landes Tirol, die
EPU-Kooperationsförderung, soll Ein-Personen-Unternehmen (EPU) bei der Bildung
sinnvoller betrieblicher Kooperationen unterstützen. Kooperationsprojekte, die im Zusammenhang mit der Entwicklung, der Herstellung und der Vermarktung von neuen
Produkten, Verfahren und/oder Dienstleistungen stehen, können im Rahmen dieser
18
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Ziel ist der Aufbau eines flächendeckenden,
modernen und qualitativ hochwertigen Angebots an Infrastrukturen der Informationsund Kommunikationstechnologie (IKT) sowie die Modernisierung vorhandener Breitbandinfrastrukturen. Das Land Tirol will im
Rahmen dieser Förderungsaktion gewerbliche Unternehmen bei Investitionen in Breit-
bandinfrastrukturen unterstützen. Das betrifft
den Bereich vom letzten Standort mit Lichtwellenleiter-Anbindung (LWL) wie beispielsweise dem Wählamt, bis zum jeweiligen Betrieb. Gefördert werden dabei ausschließlich Glasfasertechnologien mit mindestens zwölf Fasern. Die Förderung wird als
nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss gewährt
und beträgt max. 30 Prozent der förderwürdigen Kosten. Die Mindestbemessungsgrundlage liegt bei 10.000 Euro, die Höchstbemessungsgrundlage bei 100.000 Euro.
Förderung von emissionsarmen
schweren LKW
Das Land will mit dieser Aktion die Tiroler
Wirtschaft dabei unterstützen, ihren Fuhrpark möglichst rasch auf neue emissionsarme LKW umzustellen. Kleine und mittlere
Unternehmen (KMU) der gewerblichen
Wirtschaft, die eine aufrechte Berechtigung
WIRTSCHAFT & POLITIK
nach der Gewerbeordnung bzw. nach dem
Güterbeförderungsgesetz nachweisen und
den Firmenstandort (nicht Abstellplätze) in
Tirol haben, werden beim Ankauf neuer
emissionsarmer schwerer LKW über 7,5
Tonnen, die erstmals in Tirol behördlich zugelassen werden, gefördert. Als emissionsarme schwere LKW gelten im Sinne der
Richtlinie nur Nutzfahrzeuge der Euroklasse
VI bzw. EEV (Enhanced Environmentallyfriendly Vehicle). Die Förderung wird als
nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss gewährt
und beträgt 5.000 Euro je VI- beziehungsweise EEV-LKW. Pro Unternehmen kann
nur ein Antrag für maximal zwei neue abgasarme LKW gestellt werden.
Kreativwirtschaft: Einreichtermine
für Innovationsprojekte
Seit 1. Dezember 2011 nimmt die Austria
Wirtschaftsservice GmbH wieder Einreichungen von innovativen Projekten der
Kreativwirtschaft entgegen. Eingereicht werden können innovative Projekte aus den Bereichen
Design,
Architektur,
Multimedia/Spiele, Mode, Musikwirtschaft/Musikverwertung, Audiovision und
Film/Filmverwertung, Medien- und Verlagswesen, Grafik, Werbewirtschaft, Kunstmarkt. Teilnehmen können Gründer/-innen
und Unternehmer/-innen (KMU) aus allen
Branchen.
Änderungen bei der
Jungunternehmerförderung
Für Förderungen von Jungunternehmern, die
die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws)
für das Land Tirol gewährt, gelten ab sofort
folgende Richtlinien:
n Jungunternehmer-Scheck für Investitionen von 5.000 bis 20.000 Euro und falls
gewünscht ein erp-Kleinkredit
n Jungunternehmer-Prämie zum erpKleinkredit für Investitionen von 20.000
bis 100.000 Euro mit einem verpflichtenden erp-Kleinkredit
n Jungunternehmer-Topprämie für Investitionen von 100.000 bis 300.000 Euro
n Jungunternehmer-Haftung – entspricht
der Jungunternehmer-Topprämie und zusätzlich einem erp-Kleinkredit
Voraussetzungen für alle vier Produkte: Ein
kleines Unternehmen wird neu gegründet oder
übernommen, wobei die Gründung bzw. Übernahme längstens drei Jahre vor Einreichung
des Förderantrages liegen darf. Das Unternehmen muss im eigenen Namen und auf eigene
Rechnung betrieben werden. Der Jungunternehmer übt erstmals eine wirtschaftlich selbstständige Tätigkeit aus, wobei dieses Kriterium
auch dann erfüllt ist, wenn in den letzten fünf
Jahren vor Gründung bzw. Übernahme keine
wirtschaftlich selbstständige Tätigkeit ausgeübt
wurde oder Beteiligungen über zehn Prozent
gehalten wurden. Bei Gesellschaften muss eine
direkte Mindestbeteiligung von 25 Prozent vorliegen und die unternehmensrechtliche Geschäftsführung durch den Jungunternehmer
ausgeübt werden. Bei Unternehmensübernahmen muss die Mehrheit, das heißt mehr als 50
Prozent des Unternehmens, übergeben werden.
Der Jungunternehmer muss eine eventuelle
bisherige unselbstständige Tätigkeit zur Gänze
aufgeben, darf also keine Nebenbeschäftigung
ausüben.
Ü
INFORMATIONEN ZU:
n EPU-Kooperationsförderung
n Förderung von Breitbandanschlüssen
n Kauf von abgasarmen LKW
unter www.wko.at/tirol/service/
Informationen zu:
n Innovationsprojekte Kreativwirtschaft
n Jungunternehmerförderung
unter www.awsg.at
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
19
WIRTSCHAFT & POLITIK
Den Kopf bei der Sache und den
Vorarlbergs neuer Landeshauptmann Markus Wallner – ein M
it der Amtsübergabe am 7. Dezember
2011 von Herbert Sausgruber an Markus Wallner hat das „Ländle“ mit dem
5. Landeshauptmann einen wirtschaftsorientierten und modernen Landeschef bekommen. Er hat eine EDV-Ausbildung, pflegt
den persönlichen Kontakt zu Bürgern und ist
ein Ansprechpartner für die Unternehmen.
Würde man Vorarlbergs Verwaltung als Konzern anschauen und das Landhaus in Bregenz als die operative Geschäftszentrale,
dann wäre der neue Landeshauptmann wohl
der CEO, verantwortlich und mit allen Kompetenzen ausgestattet für ein Dienstleistungsunternehmen mit einem Jahresumsatz
von rund 1,4 Milliarden Euro. Leistungsbereitschaft, Sparsamkeit und die Verpflichtung
gegenüber sozialen Werten, das zeichnet dieses Unternehmen „Land Vorarlberg“ insgesamt aus. Oder der neue politische Stil von
Landeshauptmann Markus Wallner auf den
Punkt gebracht: „Den Kopf bei der Sache,
das Ohr am Volk und den Blick nach vorne“.
Was LH Wallner mit dem Blick nach vorne
meint, ließ er in seinen bisherigen Reden und
Statements bereits durchblicken. „Optimale
wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen sind für eine positive Weiterentwicklung unseres Landes ganz entscheidend.“ Die großen Hebel dazu sind
zwar auf europäischer und nationaler Ebene,
„wir werden aber in Vorarlberg dort, wo es
in unserer Macht steht, weitere Impulse für
Arbeit und Wirtschaft setzen“, sagte LH
Wallner in seiner Regierungserklärung.
„Kernziel der Wirtschaftspolitik ist die allgemeine Stärkung der Wirtschaftskraft im
Land als Voraussetzung für die nachhaltige
Sicherung und Steigerung der Beschäftigung.“
M
Exportweltmeister Vorarlberg
Der ökonomische Lebensnerv des Landes,
die Wirtschaft, ist dem neuen Landeshauptmann ein besonderes Anliegen, vor allem die
vom Export lebenden Unternehmen. Vorarlbergs Exportquote liegt bei ca. 62 Prozent
und damit deutlich über der Exportquote des
Bundes von knapp über 40 Prozent. Das Volumen der Exporte aus dem Ländle in alle
Welt machte 2008 rund 7,7 Milliarden Euro
aus. Nach einem leichten krisenbedingten
Rückgang wird für das Vorjahr 2011 eine
neue Rekordmarke jenseits der 7,7 Milliarden von ’08 erwartet.
Ein so attraktiver Produktions- und Wirtschaftsstandort – das soll Vorarlberg auch in
20
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Vorarlberg investiert in Zukunftschancen. Der neue Landeshauptmann Markus Wallner hat dazu ein wirtschaftsfreundliches Programm, das den international wichtigen Produktionsstandort sichern
soll.
Von Harald Reiterer
Gefällt: LH Wallner bürgernah im Facebook
Begeisterter Bergsteiger
Markus Wallner mit seinen drei Kindern
Amtsübergabe: Herbert Sausgruber und
Markus Wallner
Fotos: Land Vorarlberg
Zukunft bleiben, sagt LH Wallner. Benötigt
werden dazu ein grundsätzlich investitionsfreundliches Klima, innovative und eigenständige Unternehmen, eine bedarfsorientierte und zukunftsgerichtete Wirtschaftsförderung, der Ausbau der Verkehrs- und technologischen Infrastruktur wie Breitbandnetze, leistbare Energiekosten, qualifizierte
Fachkräfte und die Sicherung von Betriebsflächen.
wurde bereits die Erstellung von Entwicklungskonzepten für Betriebsgebiete im
Rheintal.
„Ein wichtiges Rückgrat für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg bilden die vielfältigen
mittelständischen Unternehmen sowie die
zahlreichen kleinen Betriebe im Handwerk,
im Gewerbe, auf dem Dienstleistungssektor
– vielfach in Familienhand“, sagt LH Wallner. Zwei Drittel aller Arbeitergeber-Betriebe in Vorarlberg sind Kleinbetriebe, die
bis zu fünf Mitarbeiter beschäftigen. „Ich bin
überzeugt davon, dass wir die Krise der vergangenen Jahre nicht zuletzt auch dank unserer kleinräumigen Wirtschaftsstruktur ganz
gut überstanden haben.“ Das soll so bleiben
und die wirtschaftliche Vorrangstellung ge-
Betriebsflächen gesichert
Hier setzt ein konkretes Projekt an. Mit einem zukunftsweisenden Betriebsflächenmanagement sollen langfristig freie Flächen gesichert und so heimischen Unternehmen eine
Expansion ermöglicht werden. Begonnen
WIRTSCHAFT & POLITIK
Blick nach vorne
ann der Wirtschaft im Portrait
halten, ja sogar ausgebaut werden.
Ressourcen für die Zukunft
Als erfolgreicher Produktionsstandort kann Vorarlberg dem
internationalen AuslagerungsTrend nach Asien wesentliche
Ressourcen entgegenhalten: das
Know-how der Mitarbeiter und
umweltfreundliche Energie.
Während andere Länder noch
diskutieren, hat in Vorarlberg die
Reduktion der CO2-Emissionen
schon begonnen. Die Wasserkraft-Potenziale der landeseigenen Stromgesellschaft illwerke
vkw werden stufenweise von
derzeit 220 auf 500 Gigawattstunden weiter ausgebaut. Das
Konzept lautet „Energieautonomie 2050“. Vor allem die produzierende Wirtschaft profitiert
jetzt schon davon durch beispielhaft niedrige Strompreise.
Zudem wird mit erneuerbaren
Energieträgern nachhaltig gewirtschaftet. Und zusammen mit
einem ambitionierten Solar-Programm werden unter LH Wallner „101 enkeltaugliche Maßnahmen zur Energieautonomie“
zum Klimaschutz bis 2020 ganz
realistisch umgesetzt. Dazu zählen: die Reduzierung des Energieverbrauchs für Raumwärme
bis 2020 im Schnitt um durchschnittlich 17 Prozent, der weitere Ausbau von Solar-Anlagen
um jährlich 15.000 m² und die
Errichtung von zusätzlich 40.000
m² Photovoltaikanlagen im Jahr.
Ziel in der Energieausnutzung ist
auch eine jährliche Effizienzsteigerung in der produzierenden
Wirtschaft von einem Prozent.
Das Ziel der Vorarlberger „Energieautonomie“ ist, so LH Wallner, „dass sich der jährliche
Energieverbrauch und die Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern die Waage halten“.
Eine Politik
von Mensch zu Mensch
Was den Familienmenschen
Markus Wallner – in seiner Frei-
zeit begeisterter Bergsteiger und
Skitourengeher – auszeichnet
und seinen kometenhaften Aufstieg in der Landespolitik ein
wenig erklärt, ist vielleicht seine
persönliche Haltung zu einer Politik „von Mensch zu Mensch“.
Sein Credo zu einer Menschlichkeit, zu einer Begegnung mit
den Menschen im Land findet
sich nicht in einem sperrigen
Parteiprogramm, sondern kurz
und knapp auf der Seite von LH
Markus Wallner im Facebook.
Dort heißt es: „Mein Ziel lautet:
aus Bürgern Beteiligte zu machen.“ Bereits rund 500 Usern
„gefällt das“.
Das sind keine leeren Versprechungen, sondern bereits landespolitischer Alltag. Alle 96 Gemeinden sollen besucht werden
und der Kontakt mit den Bürgern stattfinden. Erste Gemeinde
war am 24. Jänner Andelsbuch
im Bregenzerwald, wo Ehrenamtliche und Gemeindevertreter
zum „Treffpunkt Landeshauptmann“ ins Gemeindeamt kommen konnten. Und das sowie
zahlreiche Gemeinde- und Betriebsbesuche wird es auch noch
andernorts geben.
„Ich bin sicher, dass diese neue
Möglichkeit zum lockeren und
freundschaftlichen Gedankenaustausch in entspanntem Umfeld gut ankommen wird“,
zeigte sich LH Wallner zuversichtlich. Unter den Teilnehmerinnen
und
Teilnehmern
herrschte bei diesem „Landeshauptmann-Treffpunkt“ ein gutes Gesprächsklima. Es war „ein
Dialog auf Augenhöhe“. Vorschläge, Hinweise und Meinungen werden ernst genommen
„und in die Zukunftsarbeit einfließen“, so der Landeshauptmann: „Der Austausch ist wertvoll und unverzichtbar, die Herausforderungen, die sich uns
stellen, lassen sich nur lösen,
wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagt LH
Wallner. Sein Motto: „Vertrauen
stärken, Bürgernähe leben.“ Ü
ZUR PERSON
Bereits nach Abschluss seines Politik- und Geschichte-Studiums 1990 hat Markus Wallner seine ersten beruflichen
Erfahrungen in der Wirtschaft gemacht. Zuerst bei der Industriellenvereinigung in Wien, dort absolvierte er Anfang
der 90er Jahre ein dreijähriges Trainee-Programm. Im Rahmen dieser Ausbildung arbeitete er in einem internationalen EDV-Unternehmen sowie für die Europäische Kommission in Brüssel. Anschließend war er bei der Industriellenvereinigung Vorarlberg tätig.
Bereits 1995 holte der damalige Landeshauptmann
Herbert Sausgruber den
jungen Frastanzer Markus
Wallner mit seinen ITKenntnissen als Pressereferenten zu sich in die Landesparteigeschäftsstelle.
Die weiteren Stufen seiner
Karriereleiter gleichen einer Fahrt mit dem Landhaus-Fahrstuhl in den 6.
Stock, ins LH Büro: 1997
wurde Wallner persönlicher
Referent und Büroleiter von
Landeshauptmann Sausgruber und 1999 Landesgeschäftsführer der Vorarlberger Volkspartei. Am 11.
Oktober 2000 erfolgte seine Angelobung als Abgeordneter
des Vorarlberger Landtages. Ende Jänner 2003 übernahm
Markus Wallner dann das Amt des Klubobmanns des ÖVPLandtagsklubs im Landtag. Und am 13. Dezember 2006 erfolgte Wallners Eintritt in die Vorarlberger Landesregierung, wo er von Landeshauptmann-Stellvertreter Hans-Peter Bischof das Amt des Landesstatthalters und die Ressorts Gesundheit, Kultur und Weiterbildung übernahm. Mit
dem ÖVP-Parteitag am 17. März 2012 wird Markus Wallner
auch offiziell Parteichef der Vorarlberger Volkspartei.
Markus Wallner ist seit 1995 mit Gattin Sonja verheiratet
und Vater von zwei Töchtern (Jahrgang 1998 und 2000) und
einem Sohn (Jahrgang 2007). Er ist leidenschaftlicher Bergsteiger und Skitourengeher.
ABSTIMMUNG MIT DER WIRTSCHAFT
Vorarlbergs produzierende Wirtschaft ist eine der tragenden
Säulen des Wachstums und damit des Wirtschaftsstandortes des Landes. Zentrales Anliegen der Wirtschaftspolitik
ist es, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.
Dazu zählen neben einem Wirtschafts- und Tourismusförderungsprogramm die schnelle Abwicklung von Behördenverfahren, Betriebsflächenmanagement, die Schaffung von
leistungsfähigen Verkehrsinfrastrukturen, wie z.B. der geplante Ausbau des Güterbahnhofs Wolfurt, oder von überbetrieblichen F&E-Einrichtungen.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Weiterentwicklung des Bildungsbereichs. Das Vorhandensein von gut ausgebildeten
Fachkräften wird zum entscheidenden Standortfaktor der
Zukunft werden. Die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Wirtschaft und die gute Sozialpartnerschaft
sind Vorteile, die in der Vergangenheit zu Wachstum, Wohlstand und sozialem Frieden in Vorarlberg beigetragen haben.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
21
Salzburg: Standort Zukunft
Salzburg soll die beste Region zum Leben und Arbeiten werden
wei Jahre lang arbeiteten Experten des
Landes sowie Vertreter der Produktionswirtschaft, der Dienstleister und des Handels, des Tourismus, der Creative Industries
samt Kulturwirtschaft und der Freien Berufe
gemeinsam an definierten Visionen, messbaren Zielen und konkreten Maßnahmen der
Umsetzung. So soll der herrschenden Finanz- und Wirtschaftskrise effektiv entgegengesteuert und der rasche Übergang zu einer wissensbasierten Ökonomie in einem
durch die Globalisierung verschärften Wettbewerbsumfeld erreicht werden.
Z
Warum ein neues wirtschaftspolitisches
Programm?
Die derzeitige strategische Grundlage für die
Salzburger Wirtschaftspolitik ist das „Wirtschaftsleitbild Salzburg“ aus dem Jahr 2002.
Die internationale Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise hat jedoch zu deutlich geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
geführt, die eine Neuausrichtung sowohl der
22
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Geht es nach Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer,
dem Initiator des neuen Wirtschaftsprogramms, soll diese Vorgabe,
wonach das Bundesland Salzburg die beste Region zum Leben und
Arbeiten werden soll, bis zum Jahr 2020 erreicht werden.
Wirtschaftspolitik als auch der Wirtschaftsförderung nötig machten. Außerdem wird
nach der Neuausrichtung globalen Trends
wie demografischem und sozialem Wandel
oder der Verknappung der fossilen Energieressourcen und dem Klimawandel verstärkt
Rechnung getragen. Diese Entwicklungen
bergen nicht nur Risiken, sondern eröffnen
auch neue Chancen, die wirtschaftliche Existenz der Region zu sichern, sofern sie rechtzeitig identifiziert und genutzt werden. Es
wurde darauf geachtet, ein umsetzungsori-
entiertes Programm mit mittel- und langfristiger Perspektive zu erstellen, das den Blick
auf die bereits angesprochenen Zukunftsherausforderungen richtet. Ziele, Strategien
und Maßnahmen zur Absicherung und Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes
Salzburg wurden festlegt und unter Beteiligung der Interessenvertretungen, Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Politik sowie interessierter Bürger erstellt. Vor allem
den Themengruppen Nachhaltigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz, Forschung
WIRTSCHAFT & POLITIK
LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer präsentiert das neue Wirtschaftsprogramm.
und Entwicklung, Innovation, Regionalpolitik und Arbeitswelten wurde großes Augenmerk geschenkt.
Qualität und Innovation stehen
im Mittelpunkt
LH-Stv. Wilfried Haslauer beschreibt die
wirtschaftspolitische Vision für den Standort
Salzburg folgendermaßen: „Der Wirtschaftsstandort Salzburg muss in jeder Hinsicht für
Qualität, für Fortschritt und für hervorragende Lebens- und Arbeitsbedingungen stehen. Wir wollen die beste und attraktivste
Region zum Leben und Arbeiten in Europa
sein. Unsere Wirtschaftspolitik baut auf den
Stärken des Standortes auf, ohne sich neuen
Entwicklungen zu verschließen. Wir glauben
an die Kraft und die Zukunft der mittelständischen Betriebe und der vielfach von Unternehmerfamilien geführten heimischen Industrie. Es ist die zentrale Aufgabe der Wirtschaftspolitik, die Unternehmen dabei zu unterstützen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu
sichern.“
Vier übergeordnete wirtschaftspolitische
Ziele des Programms
Um die Vision von Salzburg als Standort der
Zukunft zu realisieren, werden folgende vier
übergeordnete wirtschaftspolitische Ziele
angestrebt:
1.
Salzburg positioniert sich als attraktiver Wirtschafts-, Arbeits-, Lebens- und
Erholungsraum. Die in Salzburg angesiedelten Unternehmen sollen sich durch attraktive Rahmenbedingungen veranlasst sehen, weiterhin am Standort Salzburg zu investieren. Gleichzeitig sollen Ansiedelungen
beziehungsweise Investitionen von Unternehmen aus dem In- und Ausland weiter intensiv begleitet werden. Bis 2020 soll es gelingen, die Position Salzburgs im europäischen Kaufkraftranking deutlich zu verbessern (2010: Wien Platz acht, Salzburg Platz
17), die Frauenerwerbsquote von derzeit
„Mit diesem Wirtschaftsprogramm ,Salzburg 2020‘ haben wir jetzt einen Plan für
die nächsten Jahre, wohin
wir die Wirtschaftsförderung
orientieren sollen.“
Sebastian Huber, Leiter Wirtschaftsabteilung des Landes
Fotos: LPB
67,7 Prozent auf 70 Prozent zu erhöhen und
die Verwaltungsverfahren zu entbürokratisieren.
Salzburgs Wirtschaft bringt sich verstärkt als kompetenter Partner in das
nationale und internationale Umfeld
ein. In einer globalisierten Welt braucht das
Land Salzburg international tätige Unternehmen, die sich mit authentischen und innovativen Produkten und Dienstleistungen auf
den Märkten behaupten. Bis 2020 soll es daher gelingen, die Außenhandelsverflechtung
der Salzburger Unternehmen anzuheben (gemessen am Warenexportanteil von 33 Prozent im Jahr 2009 auf 40 Prozent im Jahr
2020), neue Märkte über den europäischen
Markt hinaus zu erschließen (2009 wurden
64 Prozent der Waren in EU-Länder exportiert) sowie die Teilnahme von Salzburger
Unternehmen und Forschungseinrichtungen
an überregionalen und internationalen Kooperationen zur gemeinsamen Entwicklung
von Produkten und Dienstleistungen zu verstärken.
2.
Salzburg baut seine Position als innovations- und wissensorientierter Wirtschaftsraum aus. Dabei wird von einem breiten Innovationsbegriff ausgegangen, der nicht nur auf die erfolgreiche Um-
3.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
23
WIRTSCHAFT & POLITIK
„Dieses wirtschaftspolitische Programm ist letztlich
eine Leitlinie, nach der sich
die Wirtschaft richten kann,
wo sie kalkulierbar und berechenbar ihre Strategien
aufsetzen kann, um letztendlich im Land erfolgreich
zu sein und darüber hinaus
natürlich auch im Export.“
setzung von Forschungsergebnissen in der
Technologie beschränkt ist, sondern auch
nicht-technologische Neuerungen wie organisatorische, soziale oder designorientierte
Innovationen und damit auch den Dienstleistungssektor umfasst. Bis 2020 soll es gelingen, die Anzahl der Neugründungen in wissensintensiven Branchen gegenüber 2011 zu
steigern sowie den Anteil der Ausgaben für
Forschung und Entwicklung der Salzburger
Unternehmen von 54 Prozent im Jahr 2009
auf 60 Prozent anzuheben.
Salzburg verfügt über ein Wirtschaftssystem, das auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit beruht. Fragen der Versorgungssicherheit, der Verfügbarkeit und der
Kosten von Energie und Rohstoffen werden
zur zentralen Frage für kleinregionale Wirtschaftsräume. Bis 2020 ist daher geplant, die
Energieeffizienz zu steigern und den Energieverbrauch auf dem Niveau von 2005 zu
stabilisieren, eine Sanierungsrate von jährlich zwei Prozent des Gebäudebestandes zu
realisieren, den Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 50
Prozent zu steigern (aktuell 40 Prozent) sowie den Anteil an Treibhausgas-Emissionen
um 30 Prozent gegenüber 2010 zu senken.
4.
Die Zukunft liegt in der erneuerbaren
Energie.
Foto: pixelio
24
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Foto: pixelio
Julius Schmalz, Präsident Wirtschaftskammer Salzburg
Strategie und Umsetzung
Die konkreten Umsetzungsmaßnahmen konzentrieren sich im Wesentlichen auf Bereiche, in denen das Wirtschaftsressort selbst
Impulse setzen kann. Um hervorragende
Rahmenbedingungen für die Unternehmen
und die Arbeitnehmer zu schaffen und die
richtigen Weichen für die Zukunft Salzburgs
zu stellen, ist jedoch das Zusammenwirken
unterschiedlicher Politikbereiche nötig. Deshalb wird eine bestmögliche wechselseitige
Abstimmung insbesondere mit den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Arbeitsmarkt,
Raumordnung, Energie und Umweltschutz
angestrebt.
Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung
Das Land Salzburg wird unter anderem beim
Themenbereich Standortmarketing das Employer Branding (Arbeitgebermarkenbildung) vorantreiben, um im internationalen
Wettbewerb um die besten Köpfe und Talente langfristig zu reüssieren und damit dem
stetigen Mangel an Fachkräften entgegenzusteuern. Des Weiteren wird ein Landesförderprogramm erarbeitet, das viel versprechende Forschungskooperationen unter-
stützt, die in nationalen und europäischen
Förderprogrammen nicht zum Zug kommen.
Im Bereich Tourismus sollen die vielen kleineren Betriebe und die Regionen dabei unterstützt werden, als Top-Tourismusdestination auf dem Markt am Ball zu bleiben, und
im Rahmen der Initiative „Jugend in die
Technik“ werden Salzburger Unternehmen
und Forschungseinrichtungen Schülerinnen
und Schülern einen Einblick in ihre Unternehmensabläufe geben und Lust auf entsprechende Ausbildungs- sowie Berufszweige
machen.
LH-Stv. Haslauer bringt es auf den Punkt:
„Die Knochenarbeit der Umsetzung beginnt
jetzt: Ich verspreche allen, vom Einzelunternehmer bis zur Wirtschaftskammer, vom Experten bis zu den vielen Interessenvertretungen, die an diesem Programm mitgearbeitet
und sich eingebracht haben, dass wir ab sofort an der Umsetzung dieser Ziele arbeiten
und dabei offen für neue Entwicklungen sowie innovative Vorschläge bleiben.“
Ü
INFOS
Vier übergeordnete wirtschaftspolitische Ziele auf einen Blick.
Salzburg positioniert sich als
attraktiver Raum für Wirtschaft, Arbeit, Leben und Erholung.
Salzburgs Wirtschaft knüpft
verstärkt nationale und internationale Kontakte.
Salzburg schärft sein Profil als
innovations- und wissensorientierter Wirtschaftsraum.
Salzburgs Wirtschaft geht den
Weg der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit.
1.
2.
3.
4.
Innovation, Forschung und Entwicklung
Foto: pixelio
WIRTSCHAFT & POLITIK
Foto: Jupiterimages
Projekt- und Innovationsförderung
Neue Ideen und Nachhaltigkeit werden belohnt
Egal, ob ein neues Investitionsprojekt geplant ist, die Qualität der Produkte verbessert werden soll oder
die Erschließung neuer Märkte im Vordergrund steht, gute Ideen zahlen sich aus und werden – je nach
Bundesland – mit bis zu 30.000 Euro gefördert.
Rund um Vorarlberg leben
sieben Milliarden Menschen
So lautet der Slogan der Offensive für Export
go-international. Die Direktförderungen reichen von Exportberatungen über Exportschecks bis zu Auslandspraktika für Mitarbeiter. Daneben ermöglicht go-international
aber auch die kostengünstige Teilnahme an
attraktiven AWO-(Außenwirtschaft Österreich)-Serviceleistungen wie Wirtschaftsmissionen, Marktsondierungsreisen und
Messen. 35 Millionen Euro stehen bis 2013
dafür zur Verfügung. Marc Jablonowski,
Marketingleiter und Vertriebsleiter der A.M.I
Agency for Medical Innovations, sieht in gointernational eine wertvolle Unterstützung
beim Markteintritt. Ohne großen Aufwand,
schnell und unbürokratisch beschreibt Jablonowski die Exportoffensive der Wirtschaftskammer. Aber auch diejenigen, die sich auf
dem heimischen Markt weiterentwickeln
möchten, ermutigt das Förderservice der WK
Vorarlberg, ihre Ideen zu präsentieren.
ITG Salzburg – Innovationsservice
In Innovation, Forschung und Entwicklung
zu investieren und Förderungen in Anspruch
zu nehmen, lohnt sich. Durch mehrere Dutzend regionale, nationale und von der EU ge-
tragene Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten können Betriebe ihren Innovationsgrad erhöhen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Als Beratungsstelle für Innovationen verfolgt die Innovations- und
Technologietransfer Salzburg GmbH (IGT)
das Ziel, die Treffsicherheit bestehender Förderinstrumente zu verbessern. Der Leiter des
Innovationsservice, Mag. Christian Prucher,
empfiehlt die kostenlose Beratung durch das
Innovationsservice, da sie gute Voraussetzungen bietet, einen erfolgreichen Förderantrag zu stellen. „Das Expertenteam im Innovationsservice setzt auf eine ganzheitliche
Begleitung von der strukturierten Erstberatung bis hin zur Nachbetreuung“, so Christian Prucher.
Das Projekt muss innerhalb Tirols
verwirklicht werden
Die Tiroler Forschungs-, Entwicklungs- und
Innovationsförderung erstreckt sich in erster
Linie auf Unternehmen des produzierenden
Sektors und des produktionsnahen Dienstleistungssektors. In diesem Rahmen werden
Projekte, die zur Entwicklung bzw. Verbesserung neuer Produkte, Verfahren oder
Dienstleistungen führen, sowie die Anwendung neuer Technologien gefördert. Das Ziel
ist die Forcierung von Forschungs- und
Technologieentwicklung sowie Innovation
der kleinstrukturierten Wirtschaft in Tirol.
Für Unternehmen, die gleichzeitig auch konkrete Konzepte zur Gleichstellung von Männern und Frauen und/oder zur Vereinbarkeit
von Familie und Beruf erstellen und umsetzen, kann zusätzlich zur gegenständlichen
Technologieförderung ein einmaliger Bonus
für gendersensible Maßnahmen gewährt
werden.
Ü
INFORMATIONEN
Förderservice der Wirtschaftskammer Vorarlberg
Dr. Heike Müller
T 05522/305-1133
E [email protected]
ITG Salzburg Innovationsservice
T 0662/25 43 00-52
www.itg-salzburg.at
Wirtschaftsförderung Tirol
T 0512/508 32 17
E [email protected]
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
25
DAS PERFEKTE SPRUNGBRETT:
DIE BILDUNGSEINRICHTUNGEN
DER WIRTSCHAFTSKAMMER
SALZBURG.
Starker Turbo
für die Bildung
Wenn es um Aus- und Weiterbildung geht, ist die
Wirtschaftskammer Salzburg erster Ansprechpartner in Salzburg.
wko.at/sbg/bildungschafftzukunft
ei aller Vielfalt – Profis in
ihren Berufsfeldern haben
einen gemeinsamen Nenner: Der „Bildungs-Turbo“ für
ihren Erfolg wurde von der Wirtschaftskammer Salzburg gezündet. „Die WKS ist neben dem öffentlichen Bildungsbereich der
größte Anbieter von Aus- und
Weiterbildung im Bundesland
Salzburg“, macht der stellvertretende Direktor der WKS, Dr.
Manfred Pammer, deutlich:
„Bildung ist ein Erfolgsfaktor
für jeden Wirtschaftsstandort,
moderne Standortpolitik setzt
auf eine reichhaltige, wirtschaftsnahe
Bildungsszene,
denn wo sich Wissen konzentriert, können auch Betriebe erfolgreich sein. Das ist ein Grund,
warum die WKS schon seit den
90er Jahren stetig ihr Bildungsnetzwerk ausbaut.“
Der „Bildungskonzern“ der
WKS ist tatsächlich beachtlich.
Dazu gehören die seit über 65
Jahren erfolgreichen, mittlerweile runderneuerten Tourismusschulen ebenso wie die
Fachhochschule Salzburg mit
ihren Standorten in Urstein und
Kuchl. Eines der wesentlichen
Bildungskraftpakete im Portfolio der WKS ist das WIFI mit
jährlich rund 25.000 Besuchern
und einem Bekanntheitsgrad in
der Salzburger Bevölkerung von
weit über 90 Prozent. Unmittelbar berufsorientiert bildet auch
die BauAkademie Lehrbauhof
Salzburg aus. Neu ist seit 2010
das Technische AusbildungsZentrum
Mitterberghütten
(TAZ). Engagiert hat sich die
WKS im Wege ihrer Akademie
Schloss Urstein Privatstiftung
auch an der Salzburg Management Business School (SMBS),
B
Christian Kosmaier
Unternehmer
Evelyne Mitter
Kursteilnehmerin
Ulli Griesser
WIFI-Trainerin
Gut ausgebildete Fachkräfte sind für den Wirtschaftsstandort
Salzburg das Um und Auf. Die Wirtschaftskammer Salzburg
betreibt daher eine Reihe von wirtschaftsnahen Aus- und
Weiterbildungseinrichtungen. Als Marktführer in der beruflichen
Weiterbildung gilt das WIFI Salzburg: Jährlich absolvieren
25.000 Salzburgerinnen und Salzburger berufsnahe Kurse und
Seminare. Davon profitieren nicht nur die Kursteilnehmer, sondern
auch die Unternehmer in Salzburg.
Wirtschaftskammer Salzburg. Für eine starke Wirtschaft.
Direktor-Stv. Dr. Manfred Pammer:
„WKS ist wichtigster Bildungspartner der Salzburger
Wirtschaft.“
Foto: WKS
die ebenfalls ihren Sitz in Urstein hat. Besonderes Augenmerk legt die WKS auf die Lehrlingsausbildung. Die „Lehrlingsstelle“ übernimmt für Salzburgs Lehrbetriebe, die derzeit
über 10.000 Lehrlinge beschäftigen, wichtige Serviceaufgaben, vom Lehrvertrag bis zur
Lehrlingsförderung. Und nicht
zuletzt ist die WKS eine der
wichtigsten Info-Plattformen für
Berufe und Bildungswege. Die
2011 neu aufgestellte WKSKarriereberatung nutzen jährlich
über 8.000 Jugendliche und ihre
Eltern, um die Potenziale für die
richtige Berufswahl zu klären.
Dazu kommen noch mal rund
30.000 junge Leute, die sich Bildungsinfos auf der Berufsinformationsmesse „bim“ holen. Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
27
WIRTSCHAFT & POLITIK
HAK-Schwerpunkt Finanz- und Risikomanagement (FiRi)
Vorarlberger Modell macht
auch in Oberösterreich Schule
ach Tirol, Salzburg, Niederösterreich und
Wien startet Oberösterreich als sechstes Bundesland im September 2012 mit der Einführung von FiRi. Initiator dieses bank- und versicherungsspezifischen HAK-Schwerpunkts ist die
Wirtschaftskammer Vorarlberg, entwickelt gemeinsam von den Handelsakademien sowie den
Vorarlberger Banken und Versicherungen. In Vorarlberg wird FiRi seit 2005 erfolgreich an allen
Handelsakademien unterrichtet. Bundesweit haben bisher 411 Absolventinnen und Absolventen
diese Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen. Ziel
ist es, den Schülerinnen und Schülern in praxisorientiertem Unterricht die Grundlagen der Banken und Versicherungen zu vermitteln. Da Banken
und Versicherungen für HAK-Absolventen die
wichtigsten Arbeitgeber sind, soll der neue Ausbildungsschwerpunkt potenzielle Berufseinsteiger
bestmöglich qualifizieren.
Ü
Copyright Jupiterimages
N
Ihr Auftrag – unser Service.
AMS Tirol – Persönliche Betreuung.
Partner auch im Internet.
Der persönliche Kontakt steht an erster Stelle.
Mit dem eAMS-Konto bietet das AMS Tirol auf
www.ams.at/tirol zusätzlich online-Services, die
Unternehmen flexibel und effizient rund um die Uhr
in Anspruch nehmen können.
Foto: AMS/Petra Spiola
Professionelle Personalvermittlung
Unternehmen erhalten vom AMS Tirol aktive Unterstützung bei der Personalsuche und
Personalauswahl: rasch, zuverlässig und kostenlos. Die MitarbeiterInnen des Service für
Unternehmen erarbeiten mit den Personalverantwortlichen ein Stellenprofil und die
passende Besetzungsstrategie.
„Ebenso schlagen wir Ihnen qualifizierte Bewerber und Bewerberinnen vor. So sparen
Sie Zeit und Geld, denn: zwei von drei Stellen werden innerhalb eines Monats besetzt,“
wirbt die stv. Landesgeschäftsführerin des
28
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
AMS Tirol, Dr. Karin Klocker, für einen
Ausbau der Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft.
Innovative eServices
Mit dem eAMS-Konto für Unternehmen bietet das AMS Tirol einen direkten Zugang zu
einer Reihe von Dienstleistungen, die Betriebe unabhängig von den Geschäftszeiten
online in Anspruch nehmen können.
„Für die Einrichtung Ihres Kontos wenden
Sie sich an das Service für Unternehmen
in jeder Geschäftsstelle“, weist Dr. Karin
Klocker auf die flexible Abwicklung hin. Im
eJob-Room – Österreichs größter online Jobund Personalbörse mit mehr als 250.000
Stellenwerber/innen – können Firmen
schnell und einfach nach geeigneten Mitarbeiter/innen suchen.
eServices – rasch gefunden
Die Online Services finden Unternehmen auf
www.ams.at/tirol: das eAMS-Konto für Unternehmen und den eJob-Room.
GELD & FINANZEN
Selbst und ständig vorsorgen…
Tipps zur Vorsorge für KMU, Selbstständige und Freiberufler von
Armin Singer, Vertriebsdirektor in der TIROLER VERSICHERUNG.
J
Tipps vom Experten: Armin
Singer ist Ressortdirektor
Vertrieb in der TIROLER
VERSICHERUNG Foto: Aichner
Betriebshaftpflicht
Eine Betriebshaftpflichtversicherung
gehört praktisch in jedem Unternehmen
zum Grundbedarf. Die Risiken unterscheiden
sich stark von Branche zu Branche, daher ist
vor Versicherungsabschluss eine genaue Risikoanalyse ratsam und wichtig. Die wichtigsten Risiken, die im Rahmen einer Betriebshaftpflichtversicherung enthalten sind:
n Schäden, die aus der Bestand von
Immobilien entstehen.
n Schäden, die aus betrieblichen
Abläufen entstehen.
n Schäden durch Konstruktions- oder
Entwicklungsfehler von Produkten.
Daneben lassen sich verschiedene wichtige
Zusatzdeckungen einschließen, wie etwa
Umweltdeckung, Tätigkeit, Verwahrung,
Auslandsdeckung etc. Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt das Vermögen des
Unternehmers im Rahmen des vereinbarten
Versicherungsvertrages durch die Befriedigung gerechtfertigter Schadenersatzansprüche Dritter, Abwehr ungerechtfertigter Schadenersatzansprüche Dritter sowie die Feststellung eines von einem Dritten behaupteten
Schadenersatzanspruches. Die Wahl der richtigen Versicherungssumme ist hier wesentlich. Angehörige freier Berufe können eine
30
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Eine Betriebshaftpflicht schützt bei unvorhersehbaren Schadensfällen an Dritten
(z.B. Kunden).
Foto: Aichner
freiwillige Berufshaftpflichtversicherung abschließen, bestimmte Berufsgruppen benötigen eine Pflichthaftpflichtversicherung, welche die speziellen Risiken in der Ausübung
ihres Berufs abdeckt.
Sachversicherungen
Bei den Sachversicherungen unterscheidet
man zwischen Gebäudeversicherungen und
Versicherungen von beweglichen Gegenständen, wie der Betriebseinrichtung, Vorräten,
Waren, Werkzeug, Fahrzeugen etc. Sachversicherungen decken grundsätzlich Feuer-,
Leitungswasser-, Einbruch-, Glasbruch-, Elementar- und Katastrophenschäden. Daneben
gibt es für Großgewerbe- und Industriebetriebe die Möglichkeit, einen All-Risk-Vertrag zu vereinbaren. Die erforderliche Deckung kann je nach Branche stark variieren.
Auch zahlreiche Hotel- und Gastronomiebetriebe setzen auf die innovativen Versicherungsprodukte der TIROLER.
Foto: Haiden
bestimmten Voraussetzungen einen gesetzlich begründeten Abfertigungsanspruch. Betriebe können den Liquiditätsbedarf mit einer
Abfertigungsrückdeckungsversicherung der
TIROLER VERSICHERUNG durch garantierten Rechnungszins und Gewinnbeteiligung aufbauen und zusätzlich dem Liquiditätsengpass bei Ableben des Mitarbeiters vorbeugen. Durch konstante Versicherungsprämien, die als Betriebsausgabe absetzbar sind,
wird die finanzielle Belastung für den Betrieb
gleichmäßig und kalkulierbar.
Betriebsunterbrechungs-Versicherung
Sie deckt die finanziellen Folgen von Betriebsunterbrechungen infolge eines versicherten Sachschadens (weiterlaufende Fixkosten sowie entgangener Gewinn). Hierbei
sind die Wahl der richtigen Versicherungssumme (Deckungsbeitrag) sowie die Einschätzung des maximalen Betriebsstillstandes von größter Wichtigkeit.
Maschinen und EDV-Versicherung
„Abfertigung neu“
Die Maschinenversicherung deckt Schäden
an Maschinen, Apparaten, Instrumenten und
anderen technischen Anlagen, die aus eigenem oder fremden Verschulden entstanden
sind. Versicherungslösungen gibt es auch für
Computersysteme und Elektronik sowie
Kühlgut oder Reiseeffekten.
Für Mitarbeiter bzw. Beschäftigungsverhältnisse ab 1. 1. 2003 ist eine Anmeldung bzw.
Beitragsleistung für den Betrieb /Arbeitgeber
verpflichtend. Die Verwaltung und Veranlagung der vom Arbeitgeber zu leistenden Beiträge in der Höhe von 1,53 Prozent des monatlichen Entgelts obliegt den Mitarbeitervorsorgekassen. Die TIROLER VERSICHERUNG bietet Ihnen mit der VBV-Vorsorgekasse AG als Partner einen der leistungsstärksten und kompetentesten Spezialisten
Österreichs auf dem Gebiet der betrieblichen
Mitarbeitervorsorge.
Pensionsrückdeckung –
Firmenpension finanzieren
Vor allem leitende Angestellte und geschäftsführende Gesellschafter von Kapitalgesellschaften müssen bei Pensionsantritt mit einer
massiven Lücke zwischen Aktiveinkommen
und Pensionsleistung rechnen. Eine direkte
Leistungszusage bietet die Möglichkeit, diese
Pensionslücke zu schließen und somit den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.
Mittels einer Pensionsrückdeckungs-Versicherung der TIROLER VERSICHERUNG
kann der Barwert, der für die Erfüllung der
Pensionsverpflichtungen notwendig ist, gezielt angespart werden.
Abfertigungsrückdeckung –
„Abfertigung alt“
Jeder Mitarbeiter mit Beginn des Arbeitsverhältnisses vor dem 1. 1. 2003 hat unter
Die Vorteile
Zu den Vorteilen zählen die professionelle
Beratung und umfassende Betreuung, die
100 prozentige Kapitalgarantie, Steuerfreiheit der lebenslangen Zusatzpension sowie
die begünstigte direkte Auszahlung bei Pensionsantritt (Steuersatz sechs Prozent).
Ü
INFOS
Werbung
eder Unternehmer trägt für sich, seine
Mitarbeiter, seine Produkte und seine
Kunden eine weitreichende Verantwortung. Damit verbunden ist das gesamte unternehmerische Risiko, denn vorerst vermeintlich kleine Schäden können letztendlich
über die Zukunft, möglicherweise sogar über
den Weiterbestand des Unternehmens entscheiden. So unterschiedlich wie die unternehmerischen Risiken sind, so unterschiedlich muss auch für jeden Betrieb der speziell
dafür ausgearbeitete Versicherungsschutz
sein. Persönliche Gespräche und eine sorgfältige Risikoanalyse garantieren ein seriöses
Versicherungskonzept. Zwei Versicherungstypen stehen dabei im
Vordergrund: die Sozialversicherungen
(Pflichtversicherungen) sowie die Betriebsversicherungen
(freiwillig). Grundsätzlich kann dabei
eine Firma selbst entscheiden, welche Risiken sie abgedeckt
haben möchte.
www.tiroler.at
oder 0512-5313
GELD & FINANZEN
Vontobel sieht Chancen zur Entspannung der Eurokrise
Aktienmärkte sind im Jahresverlauf 2012 attraktiv
Wie geht es weiter?
„Seit dem Ausbrechen der Staatsschuldenkrise im Euroraum wird von unseren Kunden
eine besonders intensive Beratung erwartet.
Angesichts der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Situation suchen Anleger nach verlässlicher Orientierung. Die wachsende Unsicherheit, die Sorge um die Entwicklung der Schulden der Staaten und der gemeinsamen Währung war in allen Gesprächen gegenwärtig“,
so Robert Striberny, Vorstand der Bank Vontobel Österreich AG. Für 2012 sieht der Chefstratege der Vontobel Group, Dr. Thomas Steinemann, eine Entspannung der Eurokrise. Die
Konjunktur werde in diesem Jahr allerdings
schwächer und erst 2013 wieder anziehen.
Ist mein Geld noch sicher?
Die Unruhe bei den Anlegern resultiert aus
den Zweifeln über die Bedienbarkeit der
Staatsschulden einiger Länder, was wiederum
die Zinssätze für Neuemissionen von Staatsanleihen steil nach oben trieb. Thomas Steinemann ist überzeugt, dass der Schuldenschnitt für Griechenland ein Fehler ist und für
zusätzliche Unruhe bei den Anlegern sorgt.
Staatsanleihen galten bis dato als sehr sicher.
Dr. Thomas Steinemann, Chefstratege der
Vontobel Group
Robert Striberny, Vorstand der Bank Vontobel Österreich AG
Fotos: Bank Vontobel
Der Chefstratege sieht einen Paradigmenwechsel und erwartet neue Portfoliostrukturen. Staatsanleihen werden eher zu Risikopapieren, wohingegen Unternehmensanleihen
in Richtung Sicherheitsanleihen tendieren.
„Ich erwarte kein schlechtes Jahr für Aktien,
da die Börsen bereits im vergangen Jahr den
Abschwung der Wirtschaft vorweggenommen haben“ skizziert Steinemann den Ausblick für 2012.
Ü
WEITBLICK SPART GELD
Weil wir sagen: Bewusst verwenden statt verschwenden.
FAIR.
GÜNSTIG.
ENERGIEEFFIZIENT.
365 Energiespartipps – und das direkt vom regionalen Versorger? Ja, Energiesparen
geht auch ohne Komfortverlust. Und die beste Kilowattstunde ist die, die nicht
gebraucht wird. Aus unserer Sicht ist damit bewiesen: Weitblick spart Geld.
www.spare-energie.at
W EI TB L I CK L EB EN
KONJUKTURUMFRAGE
Gut
gerüstet
für etwas schwierigere Zeiten
In den westlichen Bundesländern rüstet sich die Wirtschaft
für ein schwieriges Jahr 2012.
Die Unternehmen sehen sich dafür gut aufgestellt. Zweifel be-
2012 wird für die heimische Wirtschaft
schwieriger als das Vorjahr. Die Unternehmen stellen sich darauf ein und
wollen die Ärmel hochkrempeln.
Foto: Jupiterimages
stehen jedoch am sich abzeichnenden Konsolidierungskurs der
Regierung: Neue Steuern würden die Lage immens verschärfen. Nur mit Strukturreformen
könnten ausreichend Mittel für
notwendige Investitionen in Zukunftsthemen wie Bildung und
Forschung sichergestellt werden.
Von Simon Wagner
Tirol sieht sich für
schwieriges Jahr gerüstet
In Tirol zeigt sich, dass der Konjunkturaufschwung zwar vorbei ist, aber keine neue Rezession droht. Die Wirtschaftskammer hat
Ende des Jahres zahlreiche heimische Betriebe für ihren Konjunkturbarometer befragt. Es zeigt sich, dass die Unternehmen
die aktuelle Geschäftslage als durchaus positiv bewerten. „Der Konjunkturaufschwung
nach der Krise dürfte im Jahr 2011 sogar zu
einem neuen Rekordwert bei den Exporten
geführt haben, wir rechnen mit einer Steigerung von 10,3 Milliarden Euro im Jahr 2010
auf rund 11,5 Milliarden im Jahr 2011“, sagt
der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident
Jürgen Bodenseer.
Allerdings ist der Ausblick getrübt. Während
die Tourismuswirtschaft brummt – wovon
auch der Handel profitiert –, trifft die abflauende internationale Nachfrage die Industrie
und in weiterer Folge das Handwerk. Die Industrie ist jedenfalls für eine etwas schlech-
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
tere Zeit gerüstet. „Viele Tiroler Industrieunternehmen haben sich bereits 2010 von der
Rezession erholt und sind für weitere Expansions- und Akquisitionsvorhaben gerüstet“,
sagt Reinhard Schetter, Präsident der Tiroler
Industriellenvereinigung. Das sei vor allem
auf gezielte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, Effizienzsteigerung, neue Pro-
dukte und Rohstoffsicherung zurückzuführen.
Für das Gesamtjahr sieht die Tiroler Wirtschaftskammer nach einem eher schlechten
ersten Quartal aber sogar ein geringes
Wachstum um etwa ein Prozent. Dafür setzt
Industriellen-Präsident Schetter allerdings
mehr Sparwillen bei der Budgetkonsolidie-
KONJUKTURUMFRAGE
Fotos: Dietmar Mathis
Industriellenvereinigung
Rudolf Zrost, Salzburg
Foto: IV Salzburg
„Von einer zweiten Krise ist in Salzburg nach
wie vor keine Rede. Nach einem konjunkturell kühlen Winter wird es bis zum Sommerbeginn langsam wieder bergauf gehen. Die
Salzburger Industrie erwartet ein weiteres
Quartal mit schwacher Auftragslage. Optimistisch zeigen wir uns jedoch für den Sommer. Für die Industrie ist das Glas immer
halb voll anstatt halb leer. Mit diesem Optimismus sollte auch die Politik die notwendigen Kürzungen der Staatsausgaben endlich
umsetzen“, so Rudolf Zrost, Präsident der
Salzburger Industriellenvereinigung.
Reinhard Schretter, Tirol
Mathias Burtscher, Vorarlberg
„Verdienen wir uns das ‚Triple-A‘ zurück
durch ‚Multiple-I‘: Initiative, Ideen, Innovation, Internationalisierung, Investition, Infrastruktur und Industrie. Eine kluge Regierung
sollte Strukturen durchleuchten und das Engagement noch mehr in Richtung Bildung,
Forschung, Infrastruktur sowie Eroberung
neuer Märkte lenken. Das würde Wachstum
bringen, Wertschöpfung und Steuereinnahmen. Vor uns liegt ein großer Berg von Aufgaben. Stellen wir uns den Herausforderungen“, sagt der Präsident der Tiroler Industriellenvereinigung, Reinhard Schretter.
„Die heimische Industrie kommt zunehmend
unter Druck. Wir stehen vor einer konjunkturellen Durststrecke. Neue Steuerbelastungen für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter wären daher jetzt fehl am Platz. Dass es
auch mit weniger Steuerbelastung geht, ohne
unsozial zu sein, zeigen uns Länder wie die
Schweiz seit Jahren eindrucksvoll auf.
Gleichzeitig muss auch Wachstum mit Investitionen in Zukunftsbereiche wie Bildung, Forschung, Innovation und Energie
gefördert werden“, erläutert Mathias Burtscher, Geschäftsführer der IV Vorarlberg.
Wirtschaftskammern
Julius Schmalz, Salzburg
Foto: Neumayr
„Die Entwicklungen der Weltwirtschaft und
der ausländischen Finanzmärkte tragen natürlich viele Risiken in sich, die kleinräumig
nicht konkret abzuschätzen sind bzw. eine
Herausforderung für alle darstellen. Die angesichts einer Arbeitslosenquote von nur 4,5
Prozent stabile Arbeitsmarktlage in Salzburg
und die verstärkte Ausrichtung auf fundierte
Bildung und nachhaltiges Wissen und viele
positive Rückmeldungen aus den Betrieben
lassen uns aber zuversichtlich in die Zukunft
blicken“, sagt Julius Schmalz, der Salzburger
Wirtschaftskammer-Präsident.
Jürgen Bodenseer, Tirol
Foto: Erich Spiess
„Die aktuelle Geschäftslage wird von den
Tiroler Unternehmen derzeit noch als durchwegs positiv eingeschätzt. Aber die derzeitige Politik gleicht einer Fahrt in einer Geisterbahn. Und keiner weiß, wann das ‚rote‘
Krokodil kommt und mir etwas aus der Tasche zieht. Unsicherheit bedeutet abwarten
und damit werden auch Investitionen gebremst. Neue Steuern sind langfristig der falsche Weg. Mit neuen Steuern geht die Spirale
nach unten und die Betriebe sind nicht mehr
so leistungsfähig“, sagt der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident Bodenseer.
Manfred Rein, Vorarlberg
Foto: WK Vorarlberg
„Die Wirtschaftslage wird oft sehr schnell
und voreilig schlechtgeredet. 2011 konnte
die Wirtschaft kräftig expandieren, allerdings müssen wir uns darauf einstellen, dass
im Jahr 2012 das Wachstum einbrechen
wird. Aber gerade Vorarlbergs Unternehmen
haben in schwierigen Zeiten bewiesen, dass
sie ein stabiler Anker für Wachstum und Beschäftigung sind. Sie schaffen es immer wieder, wirtschaftlich herausfordernde Zeiten
nachhaltig zu meistern“, so Manfred Rein,
Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
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KONJUKTURUMFRAGE
Arbeitsmarktservice
Siegfried Steinlechner, Salzburg
Anton Kern, Tirol
Das Jahr 2011 war ein weiteres Jahr der Bewältigung von Krisenfolgen am Salzburger
Arbeitsmarkt. Besonders guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im 1. Halbjahr
stand ein Konjunkturabschwung im 2. Halbjahr gegenüber, der aber bisher nicht das Bild
eines Krisenszenarios zeigt. Für das Jahr
2012 ist nur ein geringes Beschäftigungswachstum zu erwarten, was bei gleichzeitiger Zunahme des Arbeitskräfteangebots einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit
nach sich ziehen wird“, sagt der Salzburger
AMS-Landesgeschäftsführer
Siegfried
Steinlechner.
Foto: AMS Salzburg
„Der heimische Arbeitsmarkt hat im Laufe
des Jahres 2011 die letzten Auswirkungen
der internationalen Rezession 2008/2009
überwunden. Die Produktion wurde im Zuge
der Erholung ab 2010 schnell wieder erhöht.
Über diesen Aufholeffekt hinaus stieg die
Beschäftigung in Tirol 2011 auf den höchsten jemals erzielten Wert an. Allerdings beginnt sich der Aufschwung abzuschwächen,
wie der Anstieg der Arbeitslosigkeit seit September 2011 zeigt. Zudem bestehen hohe Risiken für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung“, so der Tiroler AMS-Geschäftsführer Anton Kern.
„Obwohl das gegenwärtige Wirtschaftsklima
von einer spürbaren Verunsicherung geprägt
ist, kann die Entwicklung auf dem Vorarlberger Arbeitsmarkt nach wie vor positiv beurteilt werden. Zwar reagieren die Unternehmen bei Einstellungen deutlich vorsichtiger
und zurückhaltender als noch vor einigen
Monaten, Freistellungen in größerem Umfang sind aber bisher nicht erfolgt. Für das
Gesamtjahr 2012 erwarten wir aber doch einen Anstieg der Arbeitslosigkeit“, fasst
AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini
die Situation auf dem Vorarlberger Arbeitsmarkt zusammen.
rung voraus: „Bei den Ausgaben ist anzusetzen. Auch ein Unternehmen in Schieflage
wird sich letztlich nur durch straffes Kostenmanagement und nicht durch Preiserhöhungen retten.“ Derzeit schaut es auf dem Arbeitsmarkt noch gut aus, 2011 wurde ein
neuer Höchstwert bei der Beschäftigung erreicht. Der Tiroler AMS-Chef Anton Kern
sieht jedoch hohe Risiken für die zukünftige
Entwicklung.
der Ausblick für die Jahresmitte 2012 ist verhalten, nur drei der Befragten Prozent gehen
von besseren Geschäften aus, 62 Prozent erwarten eine Seitwärtsbewegung und 36 Prozent eine Verschlechterung.
Aber auch wenn das Wachstum einbrechen
sollte, befindet sich die Vorarlberger Wirtschaft in einem guten Zustand. Daher verwundert es nicht, wenn die Hauptaufgaben
für 2012 Themen wie Fachkräftemangel
oder Betriebsflächen sind. „Langfristig gesehen werden unsere Unternehmen den
Fachkräftemangel spüren – manche stärker,
manche schwächer“, sagt Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein. Das unterstreichen die Zahlen vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit hat 2011 um 15,7 Prozent abgenommen, für 2012 rechnet das AMS Vorarlberg nur mit einer geringfügigen Steigerung von etwa 400 mehr Arbeitslosen.
schen regional gefestigten Strukturen und internationaler Ausrichtung, sodass wirtschaftliche Engpässe im Allgemeinen gut abgefedert werden können“, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Julius Schmalz.
Auch vom Arbeitsmarkt kommen positive
Signale. Salzburg weist die bundesweit
zweitniedrigste Arbeitslosenrate auf. Vor allem das erste Halbjahr 2011 lief besonders
gut. Aber der kontinuierliche Abbau der Arbeitslosigkeit kam bereits im Sommer zum
Erliegen. Für 2012 rechnet das AMS Salzburg mit einer leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit.
Etwas verhalten zeigt sich die Salzburger Industrie. Die neuesten Umfrage-Daten belegen, dass vor allem das erste Halbjahr
schwieriger wird. Allerdings ist kein Abschwung in Sicht. Denn trotz der momentan
ungünstigen Auftragslage schätzen deutlich
mehr Industrielle als noch im Vorquartal die
Geschäftslage in sechs Monaten als „günstiger“ ein. IV-Salzburg-Geschäftsführerin
Mag. Irene Schulte fordert die Verantwortlichen in der Politik angesichts der konjunkturellen Entwicklung auf, „konstruktiv zu arbeiten, statt polemisch die Unternehmer als
Melkkühe missbrauchen zu wollen. Sonst
werden sich die vorsichtigen optimistischen
Erwartungen der Industrie wohl kaum bewahrheiten und auch der Sommer wirtschaftlich kalt ausfallen.“
Ü
Vorarlberg plant für den
nächsten Aufschwung
Auch in Vorarlberg zeigen sich einige dunkle
Wolken am Konjunkturhimmel. Während
sich im Gewerbe und Handwerk die Stimmung sogar noch im letzten Quartal 2011
verbessert hat, erwartet für 2012 nur noch
ein Viertel der Betriebe steigende Umsätze.
Etwas optimistischer zeigen sich die Vorarlberger Jungunternehmer, 75 Prozent wollen
die Investitionsaktivitäten beibehalten oder
sogar erhöhen.
In der Industrie hat sich das Geschäftsklima
im letzten Quartal weiter verschlechtert, das
Saldo lag mit +6,4 Prozent deutlich unter
dem Vorjahreswert von +45,1 Prozent. „2012
steht der heimischen Wirtschaft ein herausforderndes Jahr bevor“, sagt Industrie-Spartenobmann Christoph Hinteregger. Der derzeitige Auftragsbestand wird zwar noch von
48 Prozent der Unternehmen als gut und nur
von zehn Prozent als schlecht bewertet. Aber
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Foto: Die Fotografen
Salzburg bleibt vorsichtig optimistisch
Positive Nachrichten kommen von der Wirtschaftskammer Salzburg. 2011 ist gut verlaufen, man geht vorläufig von einem
Wachstum über drei Prozent aus. Die Handwerksbetriebe profitieren derzeit davon, dass
private Haushalte vermehrt in Immobilien
und Umbaumaßnahmen investieren. Im Tourismus sind deutliche Nächtigungszuwächse
zu verzeichnen. Auch der für Salzburg wichtige Automarkt weist ein deutliches Plus auf.
„Die Betriebe halten eine gute Balance zwi-
Anton Strini, Vorarlberg
Foto: AMS Vorarlberg
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KONJUNKTURUMFRAGE
Konjunktur nicht
schlechterreden, als sie ist
Nur eine „Delle“, keine Rezession erwarten die heimischen Wirtschaftsforscher für 2012. Trotz starker
Konjunkturabschwächung wollen IHS-Direktor Bernhard Felderer und WIFO-Chef Karl Aiginger einen
Silberstreif am Horizont erkennen, zumal es weiter den „Österreich-Bonus“ gibt: Das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll 2012 zum zehnten Mal in Folge kräftiger wachsen als in Westeuropa. Das
WIFO geht von 0,4 Prozent, das IHS von 0,8 Prozent realem Anstieg aus. Und was prognostiziert Österreichs
Wirtschaftselite?
zu zwei Milliarden Euro drohen. Ich erwarte
aber, dass die aktuelle Krise weniger heftig
ausfallen wird als die letzte 2008/2009. Gegen Ende des Jahres 2012 rechnen Wirtschaftsforscher wieder mit einer stärkeren
Aufwärtsbewegung. Diesen Optimismus
teile ich zwar, dennoch müssen wir alles unterlassen, was das 2012 nur zart sprießende
Konjunkturpflänzchen gänzlich abwürgen
würde. Daher muss die Budgetsanierung
über den Weg von Einsparungen und Strukturreformen bewerkstelligt werden. Daher
lautet mein Motto für 2012 weiterhin: „Erneuern statt Besteuern!“
Foto: APA_Herbert Neubauer
Dr. Christoph Leit, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO):
Österreichs Wirtschaft hat sich im Vorjahr
den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend relativ gut entwickelt. Das
zeigt, dass Österreichs Unternehmen auch in
schwierigen Zeiten ein stabiler Anker für
Wachstum und Wohlstand sind, was sich
auch bei der Arbeitslosenrate niederschlägt,
die in Österreich 2011 so niedrig war wie
sonst nirgends in der EU. Für 2012 wurden
die Karten neu gemischt und wir haben zweifelsohne ein schlechteres Blatt bekommen.
Neben den Schwierigkeiten einiger EuroLänder, vor allem jener, die zu unseren wichtigsten Handelspartnern zählen – wie Italien
oder Ungarn – ist auch der Wegfall der TopBonitätsbewertung Triple-A bei der Ratingagentur Standard & Poor’s ein weiterer
Punkt, der das Wirtschaftsjahr 2012 schwieriger gestalten wird. Alleine durch den Wegfall des Triple-A könnten Zinszahlungen für
neue Kapitalaufnahmen der öffentlichen
Hand teurer zu werden – Mehrkosten von bis
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Dr. Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung Österreichs (IV):
Die Industrie erwartet für 2012 ein herausforderndes Jahr: Wie die ökonomische Entwicklung verläuft, wird naturgemäß stark
von den gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten auf nationaler und
europäischer Ebene abhängen, wo Lösungen
für die Staatsschuldenkrise und ihre Auswirkungen gefunden werden müssen. Trotz der
Vielzahl an Gefahrenherden blicken wir in
der Industrie vorsichtig optimistisch auf die
kommenden Monate. So deuten die aktuellen IV-Konjunkturdaten darauf hin, dass die
konjunkturelle Schwächephase ihre Talsohle
bereits im 1. Quartal 2012 erreichen könnte,
wodurch die momentane Stagnation von einer Frühjahrsbelebung abgelöst wird.
Einerseits gründet sich diese Einschätzung
auf – über den Erwartungen liegenden – Datenveröffentlichungen für die USA und
Deutschland, andererseits hat sich der Verlust an wirtschaftlicher Dynamik im Dezember deutlich abgeschwächt. Vor allem aber
mehren sich die positiven Indizien: Nicht nur
die nach wie vor solide Auftragslage, sondern auch die anhaltende Investitionsneigung
ebenso wie der die Exporte begünstigende
Euro-Kurs weisen auf eine Fortsetzung der
Konjunkturerholung im weiteren Jahresverlauf hin.
Uns muss aber auch klar sein: Damit 2012
ein für die Wirtschaft und Industrie erfolgreiches Jahr werden kann, darf von Seiten
der Politik keine zusätzliche Unsicherheit
ausgehen. Das gilt insbesondere für die unausweichliche Budgetkonsolidierung, in deren Folge der Wirtschaftsstandort nicht durch
neue Belastungen für die Unternehmen gefährdet werden darf.
Foto: Markus Prantl/IV
Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender
Bank Austria:
Themen wie Staatsverschuldung, Schuldenkrise, globale Ungleichgewichte im Außenhandel und Sparpakete werden die Wirt-
KONJUNKTURUMFRAGE
schaft noch über 2012 hinaus begleiten und
Privatpersonen wie Unternehmen auf eine
nicht immer einfache Probe stellen. Als kapitalstärkste Großbank Österreichs stehen
wir der österreichischen Wirtschaft und unseren Kunden nicht nur in Schönwetterphasen, sondern insbesondere in bewegten Zeiten als verlässlicher Partner zur Seite. Das
erste Quartal 2012 wird wohl noch stark von
der globalen Wachstumsabschwächung geprägt sein. Gleichzeitig sollte uns jedoch bewusst sein, dass im Verlauf des zweiten
Halbjahres das Wachstum zurückkehren
kann, wenn es uns gelingt, die Unsicherheiten rund um die Staatsschuldenkrise im Euroraum zu reduzieren – und die Möglichkeit
dazu hat Europa. Sowohl Banken als auch
die Realwirtschaft sind in einem deutlich
besseren Zustand, als es die Stimmung derzeit vermuten lässt. Wir gehen daher davon
aus, dass Österreichs Wirtschaft spätestens
im zweiten Halbjahr zwar schwächer als
2011, aber dennoch wieder wachsen wird.
Viel liegt an der Politik der nächsten Wochen
und Monate.
Foto: Rigaud
tisch entgegen, wenn es die Politik schafft,
Reformen und Sparmaßnahmen umzusetzen, die die Konjunktur und die private
Nachfrage nicht abwürgen und wenn Schuldenbremsen nicht zu Konjunkturbremsen
werden. Wesentlich erscheinen mir Mut zur
Veränderung und langfristige strukturelle
Reformen, die nachhaltig wirken und uns
Bewegungsspielraum für die Zukunft verschaffen. Siemens Österreich – mit Zuständigkeit für weite Teile Mittel- und Südosteuropas – bewegt sich in einem Umfeld, das
nach wie vor höhere Wachstumsraten als
viele Länder Westeuropas aufweist. Trotz der
Sparzwänge, die auch in diesen Ländern notwendig sind, ist der bestehende Nachholbedarf für Investitionen in die Infrastruktur unverändert hoch. Ich bin daher zuversichtlich,
dass Siemens Österreich mit seinem Fokus
auf innovationsgetriebene Wachstumsmärkte
und seinem breiten ressourcenschonenden
und energieeffizienten Portfolio weiterhin
wachsen und im Exportgeschäft punkten
wird.
Foto: Siemens
Dr. Hannes Ametsreiter, Generaldirektor
Ing. Wolfgang Hesoun, Generaldirektor
Siemens AG Österreich:
Angesichts der sich teilweise überschlagenden Neuigkeiten in der europäischen Schuldenkrise sind Spekulationen über den weiteren Verlauf sehr schwierig und seriöse gesamtheitliche Prognosen nur schwer zu treffen. Unbestritten erscheint mir eine gewisse
konjunkturelle Eintrübung. Im Großen und
Ganzen sehe ich der Zukunft jedoch optimis-
A1 und Telekom Austria Group:
Herausfordernde Rahmenbedingungen und
ein intensiver Wettbewerb werden auch 2012
unsere Branche prägen. Gleichzeitig treiben
ein geänderter digitaler Lebensstil und neue
Geräte den Datenkonsum weiter in die
Höhe – zuhause und unterwegs. Die Netzkapazitäten werden dadurch stark beansprucht, ein weiterer Ausbau sowohl im Mobilfunknetz – Stichwort LTE – als auch im
Festnetz ist daher notwendig. Schon jetzt haben rund 50 Prozent der österreichischen
Haushalte und Unternehmen Zugang zu modernster Glasfasertechnologie, rund 2/3 unserer 4.800 Mobilfunkstationen sind ebenfalls schon an das A1-Glasfasernetz angeschlossen, um die Datenvolumina schnell ins
Netz bringen zu können. Damit stellen wir
nicht nur die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich für nationale und internationale Unternehmen sicher, sondern ermöglichen es auch den Österreicherinnen
und Österreichern, an der digitalen Gesellschaft teilzuhaben. Machine-2-Machine
wird 2012 ein wichtiges Thema sein: Wir
rechnen heuer mit über 700.000 SIM-Karten,
die Geräte miteinander vernetzen, dadurch
zur Effizienzsteigerung beitragen und neue
Geschäftsmodelle schaffen. Ich persönlich
bin auch überzeugt, dass NFC den Durchbruch schaffen wird. Ob ein Ticket für die
Straßenbahn oder die Zeitung in der Trafik:
Das Bezahlen mit dem Handy wird 2012 in
unser Leben Einzug halten.
Foto: A1 Telekom Group
KR Heinz Stiastny, Geschäftsführer ÖBBPostbus GmbH:
Die nach wie vor schwierige wirtschaftliche
Situation und die aktuelle Schuldenkrise in
Europa verunsichern die Märkte. Eine seriöse Konjunkturprognose oder mittel- bis
langfristige Trendanalysen sind somit äußerst schwierig. Da die Treibstoffpreise in
Dollar notiert sind, würde sich eine weitere
Euro-Abwertung für die ÖBB-Postbus
GmbH als Österreichs größten Mobilitätsdienstleister im Linienverkehr auf der Straße
jedenfalls negativ bemerkbar machen. Im
Sinne von Kosteneffizienz und Umweltschutz setzt die ÖBB-Postbus GmbH daher
ihre Initiative, Sprit-Spar-Trainings für LenkerInnen anzubieten, fort.
Durch spritsparende Fahrweise können bis
zu 5.000 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr vermieden und die Kosten für Treibstoff und
Wartung gesenkt werden.
Der ÖBB-Postbus befindet sich seit einigen
Jahren erfolgreich im Wettbewerb und wird
weiterhin alles daran setzen, um die Marktführerschaft im Personenverkehr auf der
Straße zu sichern. Allerdings werden sich
der Wettbewerb um öffentliche Verkehrsaufträge und die Konkurrenz am Markt in den
kommenden Jahren noch weiter verschärfen.
Angesichts des stagnierenden Wirtschaftswachstums gilt es außerdem, innerhalb des
Unternehmens weiterhin wirtschaftliche
Maßnahmen zur Abfederung von Konjunktur- und Stabilitätsschwankungen zu setzen.
Unser Marktanteil von 52 Prozent und die
mit 90 Prozent sehr hohe Zufriedenheit unserer Kunden sind aber eine gute Ausgangsbasis, um den Spitzenplatz der ÖBB-Postbus
GmbH trotz schwieriger Rahmenbedingungen auch dieses Jahr erfolgreich zu verteidigen.
Foto: Postbus
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
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GELD & FINANZEN
Foto: APA
Angst vor den Märkten
Finanztransaktionen gelten als
Heilmittel für die Finanzkrise.
Aber die Europäischen Staatsund Regierungschefs schrecken
noch vor einer Einführung zurück.
or dem Brüsseler Ratsgebäude demonstrierten Ende Januar die belgischen Gewerkschaften. Ausgerechnet am Tag des
informellen Rates der Staats- und Regierungschefs hatten die streitbaren Arbeitnehmervertreter einen Generalstreik ausgerufen.
Was in Belgien durchaus öfter vorkommt
und nicht bedeuten muss, dass das öffentliche Leben zusammenbricht. Die in grelle
Plastikwesten gehüllten Demonstranten demonstrierten gegen die Sparpolitik der EU.
„Sparen ist nicht die Lösung, sie ist das Problem“, sagte eine Sprecherin. Gewerkschaften und Linksparteien würden die Löcher in
den nationalen Haushalten gerne mit einer
neuen Steuer stopfen, und zwar mit einer auf
Finanztransaktionen. Unterstützung für ihre
V
38
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Forderungen bekamen die Demonstranten in
Brüssel von einem, der bei den Beratung mit
am Tisch saß: Parlamentspräsident Martin
Schulz. „Diejenigen, die ursächlich an der
Krise beteiligt waren, müssen an der Bewältigung der Folgen der Krise beteiligt werden“, forderte er. In der konservativ dominierten europäischen Volksvertretung gibt es
seit einiger Zeit eine Mehrheit für die Besteuerung von Finanztransaktionen und für
gemeinsame europäische Staatsanleihen, die
sogenannten Eurobonds. Also für Antworten
auf die Schulden- und Finanzkrise, die sonst
eher von linken politischen Kräften gegeben
werden.
Aber nicht nur. Auch Frankreichs Präsident
Nicolas Sarkozy, der um seine Wiederwahl
kämpft, hat am Tag vor dem Gipfel die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in
Frankreich angekündigt. Die Steuer von 0,1
Prozent wird in Frankreich ab August dieses
Jahres fällig und zwar, für nur für Geschäfte
mit Wertpapieren französischer Emittenten.
Erhoffter Ertrag: Eine Milliarde Euro pro
Jahr. Staats- und Firmenanleihen sind von
der Steuer ausgenommen.
Sarkozy hatte wohl bis zuletzt gehofft, andere Länder der Euro-Zone bei der Transaktionssteuer mitnehmen zu können. Vor allem
seine wichtigste europäische Partnerin, An-
gela Merkel. Die deutsche Kanzlerin winkte
ab, nicht zuletzt deshalb, weil Merkel ihren
Koalitionspartner, die vor sich hin schwächelnde FDP nicht brüskieren kann.
Aus vollem Herzen kam ihre Ablehnung
nicht, denn Merkel hat sich schon vor einiger
Zeit zur einer Besteuerung der Finanzgeschäfte durchgerungen. Wohl auch deshalb,
weil auch in Deutschland der Druck wächst,
die Märkte als Mitverantwortliche der Krise
nicht ungeschoren davonkommen zu lassen.
0,1 Prozent
Wie man das anpacken könnte, dazu hat die
EU-Kommission Ende September 2011ein
Papier vorgelegt, die die Besteuerung noch
um einiges weiter fasst als Sarkozy. Geht es
nach dem Willen der Brüsseler Behörde,
dann soll eine Steuer immer dann fällig werden, wenn ein Akteur in der EU ansässig ist.
Auf den Handel mit Anteilen und Anleihen
schlägt die EU-Kommission einen Steuersatz von 0,1 Prozent vor, der Handel mit Derivaten soll mit 0,01 Prozent belastet werden.
Der Vorschlag der Kommission geht also
weiter als die französische Steuer, die nur
den Handel mit französischen Papieren besteuert. Erhoffte Einnahmen aus dem Kommissionsvorschlag: rund 57 Milliarden Euro.
Die Kommission will mit der Steuer eigent-
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Informeller EU-Rat beschließt abgeschwächten Fiskalpakt: Kanzlerin Merkel mit Nicolas Sarkozy und Italiens Premier Mario Monti.
Fotos: APA
lich viel mehr erreichen als das Erschließen
einer neuen Geldquelle. Kommissionspräsident José Manuel Barroso will vor allem
auch einen ersten Schritt setzen, um besonders riskante Handelsgeschäfte verhindern.
Barroso hatte sich bei seinem Vorschlag auch
auf den Willen der EU-Bürger berufen können. Denn sein Umfrage-Institut Eurobarometer hatte erhoben, dass fast zwei Drittel
der Europäer eine Finanztransaktionssteuer
wünschen.
Hinzu kommt, dass mit der Finanztransaktionssteuer eigentlich nur eine Steuerbefreiung aufgehoben wird. Finanzdienstleistungen sind bislang von der Mehrwehrtssteuer
ausgenommen, weil es geradezu unmöglich
ist, eine Bemessungsgrundlage zu bestimmen.
Welche Folgen die Finanztransaktionssteuer,
deren Ertrag zwischen Mitgliedsstaaten und
EU-Budget aufgeteilt werden soll, auf die
europäische Finanzindustrie haben könnte,
darüber gibt es recht unterschiedliche Einschätzungen. Der britische Premier David
Cameron, der die neue Steuer auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos als „Verrücktheit“ disqualifiziert hatte, beruft sich auf Untersuchungen, wonach die Belastung des
Wertpapierhandels das Ende des europäischen Finanzdienstleistungssektor bedeuten
könnte. „90 Prozent dieser Dienstleistungen
werden dann aus Europa abgezogen“, behauptete Cameron. „das kostet Europa
500.000 Arbeitsplätze.“
Eine Einschätzung, die man in der Brüsseler
EU-Kommission nicht nachvollziehen kann.
Dort sagt man schnippisch, der britische Premier sorge sich mehr um seinen Finanzplatz
London als um die Sanierung der Eurozone.
Ein Eindruck, der nicht ganz von der Hand
zu weisen ist. Denn Cameron hat sich in den
letzten Wochen auch für einen britischen Politiker ungewöhnlich scharf von seinen europäischen Partnern distanziert. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise
seien „halbherziges Flickwerk“, den Regierungen der Euro-Zone fehle es schlichtweg
an Mut, die erforderlichen Maßnahmen zu
treffen.
Eine recht harsche Kritik, wenn man bedenkt, dass Cameron bei den Ratstreffen der
letzten Monate
eigentlich nur auf der Bremse stand. Ausgerechnet auch bei Merkels Vorschlag, der
Brüsseler Behörde stärkere Duchgriffsrechte
auf die Budgets jener Länder zu geben, die
beim Abbau der Staatsschuld hinter den gemeinsamen Zielen zurückbleiben. Großbritannien und Tschechien haben den sogenannte Fiskalpakt, mit dem automatische
Sanktionen für das Überschreiten der Defizitgrenzen eingeführt werden, als unzulässigen Eingriff in ihre nationale Souveränität
abgelehnt. Der Fiskalpakt wird deshalb bloß
als Vertrag zwischen 25-EU-Staaten in Kraft
treten können. Neuland beschritten wird mit
dem Pakt aber trotzdem. Zum ersten Mal
gibt in Europa automatische Sanktionen für
Schuldensünder. Aber es wäre keine europäische Einigung, wenn man sich beim Automatismus nicht doch noch eine Hintertür
offengelassen hätte. Zwei Drittel der EU-Finanzminister können nämlich die Sanktionen stoppen.
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CSR nicht nur ein Thema für die Großen
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Fairness, Transparenz und Ehrlichkeit erleben dank CSR derzeit ein Revival, was langfristig und nachVon Marie-Theres Ehrendorff
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Verantwortungsvolles Handeln ist angesagt.
Meinte man noch vor wenigen Jahren mit einer Obstschüssel in jeder Büro-Etage der Öffentlichkeit ein gesundes Unternehmen vorgaukeln zu können, hat sich Corporate Social
Responsibility (CSR) zu einem veritablen
Managementinstrument entwickelt, das sich
zum entscheidenden Standort- und Wettbewerbsfaktor der Zukunft mausert.
Die Österreichische Post AG strebt das VorWirtschaftskrisen-Niveau an, was aufgrund
der makroökonomischen Faktoren kein
leichtes Unterfangen ist. Dennoch oder gerade deswegen setzt Generaldirektor Georg
Pölzl auf CSR. „Die Post ist im permanenten
Kontakt mit den Menschen in unserem Land
und Arbeitgeber für 20.000 Mitarbeiter.
Nachhaltigkeit ist bei uns im täglichen Tun
und Handeln geerdet.“ Im neuen Leitbild
formuliert die Österreichische Post ihre wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte als zusammengehörende
Einheit. „Nur ein erfolgreiches Unternehmen
kann seine gesellschaftliche Verantwortung
langfristig wahrnehmen und einen angemessenen Beitrag leisten, um soziale und ökologische Bedürfnisse zu erfüllen“, ist Pölzl
überzeugt.
Das 1932 gegründete Unternehmen Palfinger mit Sitz in Salzburg zählt zu den international führenden Herstellern hydraulischer
Hebe-, Lade- und Handlingsysteme und ist
CSR-affin aus Überzeugung. Zweistellige
Zuwachsraten des Unternehmens zählten bis
zum Krisenjahr 2008 zur Regel, und der Einbruch der Realwirtschaft kam zwar nicht
ganz überraschend, traf das Unternehmen
deshalb aber nicht weniger hart. Der spanische Markt brach binnen weniger Wochen
um sagenhafte 90 Prozent ein, und viele andere Staaten schwächelten, was Palfinger einen Umsatzrückgang von fast 50 Prozent bescherte. Obwohl es für knapp ein Drittel der
Belegschaft keine Beschäftigung mehr gab,
entschied der Vorstand, die hoch qualifizier-
W
42
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Gertrude Schatzdorfer, Geschäftsführende Gesellschafterin der Schatzdorfer Gerätebau
GmbH. & Co.KG wurde von WKO-Spartenobmann Dr. Anton Helbich-Poschacher (r.) und WKOSpartengeschäftsführer Dr. Heinz Moosbauer (l.) mit der „Wirtschaftsmedaille der WKO Oberöstereich in Silber“ ausgezeichnet.
Foto: Eder
ten Mitarbeiter zu behalten und lediglich 734
weltweit zu entlassen. Hätte die Krise einige
Monate länger gedauert, wäre es eng geworden. „CSR kann nur funktionieren, wenn die
Unternehmensführung diese Philosophie
glaubwürdig vorlebt“, ist die Devise von Palfinger-Vorstandsvorsitzendem Herbert Ortner.
Schwierige Zeiten erfordern
unkonventionelle Lösungen
„Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen lassen sich nicht mehr mit den herkömmlichen Managementinstrumenten lösen“, stößt auch Karin Gastinger, Director
Consulting & Risk Services, PwC Österreich
ins selbe Horn.
„CSR oder Nachhaltigkeit soll dazu beitragen,
dass Unternehmen langfristig profitabel sind“,
hält sie fest. „Es geht um Zukunftssicherheit
und genau darum, wie ich mein Geschäftsmodell heute so aufstelle, dass dieses Unternehmen auch noch in zehn, 20 oder 30 Jahren
wirtschaftlich tragfähig sein wird. Grundlage
dafür ist, dass wir entlang der eigenen Wertschöpfungskette des Unternehmens unsere
Umwelt schonen, möglichst ressourcenschonend wirtschaften und unseren sozialen Einfluss verantwortungsvoll gestalten.“
Potenzial für die mittelständische Wirtschaft
sieht Gastinger in der Implementierung der
Nachhaltigkeit, also in die Eingliederung der
ökologischen und sozialen Aspekte in die
Geschäftsprozesse und deren Wertschöp-
SERVICE
WAS IST CSR?
CSR ist die Abkürzung für „Corporate Social Responsibility“,
was wörtlich übersetzt „soziale Verantwortung durch Unternehmen“ heißt. Treffender sind jedoch die Begriffe „gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“, „verantwortungsvolle Unternehmensführung“ und „nachhaltiges Wirtschaften“. Somit handelt es sich um ein neues und anderes
Management-Tool, nämlich das Kerngeschäft ökologisch
und sozial auszurichten. Drei Elemente sind dabei von zentraler Bedeutung: wirtschaftlicher Erfolg, Sozialverträglichkeit und Umweltschutz sowie Freiwilligkeit und auch das
Einbinden betroffener Interessengruppen (Stakeholder).
Internetquellen zum Thema:
Nachhaltiges Bauen ist für Baumeisterin Ing. Sandra Höbarth ein persönliches Anliegen: „Ich will positive Veränderungen in der Branche
bewirken.“ In ihrem Unternehmen setzt sie CSR bereits erfolgreich
um. Foto: BM Höbarth
www.csrleitfaden.at
www.fairantwortung.at
www.nachhaltigkeitsbericht.at
www.respact.at/praxisbeispiele
www.sustainabilityreporting.eu
www.trigos.at
www.wip.co.at
Buchtipp:
fungskette. „Denn Ziel von KMUs soll es sein, sich in Zukunft über
CSR strategisch zu differenzieren.“
KMUs mit CSR erfolgreich
„Die Wirtschaftskammer Österreich hat in bislang vier Bundesländern besondere Beratungs- und Trainingsprogramme für KMU
durchgeführt“, erzählt Andreas Schneider von der Stabsabteilung
Wirtschaftspolitik der WKO. „CSR kann gut in ,Best-Practice-Beispielen‘ transportiert werden. So musste beispielsweise ein Unternehmen mit 200 Mitarbeitern einen neuen Industriekompressor anschaffen. Die Abwärme dieses Kompressors wird nun genutzt, um
Warmwasser für die Duschen der Mitarbeiter zu erzeugen, was Strom
und Geld spart und langfristig auch die Umwelt schont. Diese Synergie-Effekte von Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaft zu nutzen,
macht CSR aus. Womit auch gleich die Frage beantwortet wäre: Kann
CSR wirtschaftlich etwas bringen? Wenn es einem Unternehmen
langfristig nichts bringt, wird es CSR nicht machen.“
Jedes Unternehmen wird nicht umhinkommen, herauszufinden, wo
seine Handlungsfelder im Bereich Ökologie, Soziales und Gesellschaft liegen. „Sind die Themen jedoch erkannt, geht es ans Zielesetzen und diese auch messbar zu machen. Daraus entwickelt das
Unternehmen jene Maßnahmen, die es heute zu erledigen hat, um
seine für die Zukunft gesetzten Vorhaben erreichen zu können. Und
das gilt für alle Unternehmen, auch für EPUs, die sich vielversprechend am Markt positionieren“, ist Gastinger überzeugt.
99,7 Prozent aller österreichischen Betriebe sind KMUs, die traditionell stark in regionale Strukturen eingebunden sind. Da ist es naheliegend, dass Wertschätzung im Umgang mit Geschäftspartnern,
Mitarbeitern, die schonende Nutzung der Umwelt sowie soziales
Engagement in der Gemeinschaft Teile des wirtschaftlichen Erfolgs
sind.
Dass Nachhaltigkeit in der Baubranche ein zentrales Thema ist, kann
wohl niemand bestreiten. Mit konkreten Maßnahmen für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen macht die planende Baumeisterin
Sandra Höbarth ihr Unternehmen zukunftssicher. Die Verarbeitung
regionaler und umweltfreundlicher Produkte sowie die Berücksichtigung von Umweltbelastung und ökologischem Fußabdruck als Bestandteil eines jeden Bauvorhabens bringt Kundenvorteile und Unternehmenserfolg. Als Einzelunternehmerin ist für Höbarth die Mitarbeit in Netzwerken wie der Niederösterreichischen Bauinnung oder
Corporate Social Responsibility
Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und
Praxis / A.Schneider, R. Schmidpeter (Hrsg.) Verlag Springer Gabler
ISBN 978-3-642-25398-0
Ab Februar 2012 im Handel erhältlich
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
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SERVICE
„Ein Unternehmen kann nur nachhaltig erfolgreich sein, wenn die Mitarbeiter auf das,
was sie tun, stolz sind und einen Beitrag zum
Ansehen in der Gesellschaft leisten“, meint
Dr. Georg Pölzl, Generaldirektor der Post AG.
Foto: Österreichische Post AG
„Die Implementierung von CSR zahlt sich
längerfristig wirtschaftlich immer aus. CSR
ist keine Weltverbesserungs-Phantasie, sondern schafft strategische Wettbewerbsvorteile“, ist Mag. Karin Gastinger, Director
Consulting & Risk Services, PwC (Price Waterhouse Coopers) Österreich, überzeugt.
Foto: PwC Österreich
der Unternehmenskooperation „Alle 8ung“,
bei der sich ursprünglich acht regionale Betriebe mit dem Ziel eines optimalen Kundenservice zusammengeschlossen haben, fixer
Bestandteil ihrer CSR. Die Verbreitung
nachhaltiger Ideen steht ebenso auf dem Programm wie kontinuierliche Weiterbildung,
damit Sandra Höbarth ihren Kunden stets
Lösungen am neuesten Stand anbieten kann.
CSR ist Teamwork
Foto: www.christian-husar.com
„Natürlich gehören auch die Konsumenten
dazu, die ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit
leisten“, betont Andreas Schneider. „ Es kann
nicht sein, dass nur ein Teil der Gesellschaft
nachhaltig ist, auch die Politik und die Medien sind dazu aufgerufen.“
Der Golfplatz im salzburgischen Goldegg
entstand aus der Verantwortung für die Region Goldegg, da der Golfplatz mit durchschnittlich 5.000 Greenfee-Spielern Arbeit
für rund 20 Mitarbeiter bietet. In der Implementierung stellte sich die Aufgabe, die bereits vorhandenen CSR-Maßnahmen im Unternehmen zu sammeln und zu strukturieren.
Neben den Grundsätzen der Unternehmensführung wie Verlässlichkeit und Handschlagqualität gilt auch der faire Umgang mit Mitarbeitern durch gute Bezahlung und flexible
Arbeitszeiten, aber auch der sensible Bereich
des Umweltschutzes. Alle diese Bereiche
wurden anhand der drei Säulen Ökonomie,
Soziales und Ökologie analysiert.
Mitarbeiter-Motivation durch CSR
Studien wollen belegen, dass in einem
durchschnittlichen österreichischen Unternehmen pro Jahr 58 Arbeitstage verschwendet werden. Eine der Ursachen liegen laut
WKO-CSR-Experten Andreas Schneider in
unmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitar-
„Unternehmen, die den langfristigen Nutzen
und den Risikoschutz von CSR im Kerngeschäft erkannt haben, treiben CSR auch in
der Wirtschaftskrise voran oder bauen es
sogar noch aus. Unternehmen, die hingegen
nur eine ,add on CSR‘ oder ,PR-CSR‘ betrieben haben wird dieser Nutzen und Erkenntnisgewinn nicht zuteil“, meint
Mag. Andreas Schneider, WKO-Experte in
der Wirtschaftspolitik.
Foto: Schneider
beitern. „Ein CSR-Stakeholder-Dialog
würde hier Abhilfe schaffen und Schwachstellen im Unternehmen aufzeigen und so
die Effektivität verbessern helfen.“
Eine die es versucht hat, ist Gertrude Schatzdorfer, geschäftsführende Gesellschafterin
der Schatzdorfer Gerätebau GmbH & Co.
KG. „Der nachhaltige Erfolg unseres Unternehmens entsteht aus der gelebten Verantwortung der Menschen, die bei Schatzdorfer
arbeiten“, meint sie. Als Managerin des Jahres 2006 und „Beste Unternehmerin Österreichs“ 2007 und mit der Überreichung des
„Pegasus in Silber“ 2008 hat sie diese Haltung vorgelebt. „Vertrauen schaffen, fordern,
fördern und menschlich bleiben“ sind daher
auch ihre logischen Anforderungen an das
Management.
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Die Stadt der Zukunft ist eine,
die nichts auf morgen verschiebt.
Wir gehen neue Wege. Mit Antworten für nachhaltige Stadtentwicklung.
Städte sind die Impulsgeber unserer Gesellschaft. Doch
auch beim Klimawandel liegen sie vorn: Auf Städte
entfallen heute 75 % des weltweiten Energieverbrauchs
und mehr als 80 % der CO 2 -Emissionen. Und die urbanen
Zentren wachsen.
Geht der Klimawandel heute vielfach von Städten aus,
bieten sich genau hier auch zahlreiche Möglichkeiten,
ihn zu bekämpfen. So lassen sich CO 2 -Emissionen von
Gebäuden mit energieeffizienter Technik um bis zu 50 %
senken. Aber nicht nur die Zukunft des Klimas entscheidet
sich in den Städten: Als Wirtschafts- und Lebenszentren,
deren Bruttosozialprodukt dem ganzer Länder entsprechen
kann, sind Städte auch Ausgangspunkt für nachhaltige
Entwicklung überhaupt.
Wien, Bratislava, Istanbul: Städte bringen Menschen,
Wirtschaft und Klimaschutz gewinnbringend zusammen,
indem sie konsequent auf zukunftsweisende Technologien setzen. Wien, zum Beispiel, wird nicht nur regelmäßig zur Stadt mit einer der höchsten Lebensqualität
weltweit gekürt, Wien belegt auch beim „European Green
City Index“ Platz 4 und zeigt damit, wie grün und nachhaltig eine Metropole sein kann. Überall in Österreich
und im zentraleuropäischen Raum arbeiten Planer und
Entscheider daran, Konzepte für die Stadt von morgen in
die Tat umzusetzen.
Die Antworten für die Stadt der Zukunft sind da. Und die
Zeit für neue Wege ist jetzt. Denn die Welt von morgen
braucht unsere Antworten schon heute.
siemens.at/klimawandel
SERVICE
Wachstum mit Factoring!
Beim Factoring dreht es sich nicht nur ums Geld. Auch jede Menge Service steckt dahinter.
uch in der Krise gibt es Wachstum, das
beobachten wir bei vielen unserer Kunden. Doch Wachstum zu finanzieren
wird besonders für KMU immer schwieriger.
Selbst wenn keine Kreditklemme in Sicht ist,
wird bei der Finanzierung des Umlaufvermögens daher von den Firmenkundenexperten der Banken verstärkt empfohlen, sich von
der klassischen Bank- und Kreditfinanzierung zu lösen. Als eine Alternative bietet sich
da eben der Forderungsverkauf mittels
Factoring an. In praktisch allen Ländern der
europäischen Union wird dieser schon intensiv umgesetzt und so ist Factoring in der Realwirtschaft eine einfach zu erschließende
Finanzierungsquelle geworden. Und das
nicht erst seit der „Krise“.
A
Factoring funktioniert einfach,
sicher und schnell
Dort, wo Factoring passt, ist es in der Praxis
einfach umsetzbar und schnell installiert. Es
bewirkt einen sofortigen Geldzufluss, da
auch die zu Beginn bestehenden Forderungen angekauft werden. Die typischen Factoringkunden sind Großhändler und Produzen-
lässt sich am besten mit einem Mix aus kurzfristiger Finanzierung, Debitorenmanagement und der Absicherung gegen Zahlungsausfälle beschreiben und ist zur Finanzierung des Umsatzes und des laufenden Geschäftsbetriebes bestens geeignet. Mittels eines Factoringvertrages werden die Kundenforderungen an VB Factoring verkauft. Dabei werden entweder alle oder ein bestimmtes, definiertes Forderungsportfolio, als Beispiel nur die Inlandsforderungen, angekauft.
Die wirtschaftlich sinnvolle Untergrenze
liegt bei 500.000 Euro jährlichem Umsatz.
Versorgen österreichweit KMU´s mit Liquidität - Vorstandsdirektoren Dr. Gerhard Ebner
(links) und Herbert Auer
Foto: VB Factoring
Verstärkter Zulauf – steigendes Volumen
ten, aber auch Dienstleister. Der Branchenbogen spannt sich dabei von der Produktionund dem Großhandel von bzw. mit Textilien,
Nahrungsmitteln, Druckerzeugnissen, Berufsbekleidung, Mineralöl, Baustoffen, Möbel, Fleisch- und Wurstwaren bis hin zu Reinigungs- und Transportunternehmen.
Rechtlich betrachtet ist Factoring ein Kaufgeschäft. Andererseits ist es in Österreich ein
Bankgeschäft, aber kein Kreditgeschäft. Es
Das Geschäftsmodell der 1980 in Salzburg
gegründeten VB Factoring Bank AG hat sich
besonders in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. 2011 gab es ein Plus von
40 Prozent und ein Geschäftsvolumen von
über 1,5 Milliarden Euro.
Ü
Weitergehende Information unter
www.vb-factoring-bank.at oder bei
unserer Beratung Markus Binderitsch
0662-623552-130, Mag. Helmut Zimmel
050-4004-4379
Weltweite Rekordgewinner
Das Multi-Technologieunternehmen 3M ist der Abräumer des aktuellen GOOD DESIGN Awards.
3M wurde für Produkte aus den
Sparten Büro und Haushalt vom
renommierten Design-Institut
„Chicago Athenaeum: Museum of
Architecture and Design“ gleich
sechsmal mit einem internationalen Award ausgezeichnet.
ährlich wählt eine Expertenjury in Los
Angeles aus den Tausenden eingereichten Produkten die Preisträger in insgesamt 25 Kategorien aus. „Ich gratuliere den
Design-, Marketing-, Labor- und Produkti-
J
46
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Ein recycelbarer Tischdispenser im Transparent-Look.
Foto: 3M Alpine Region
onsteams, die gemeinsam einen
tollen Job gemacht haben. Durch
deren integrierte Zusammenarbeit
wurden diese Auszeichnungen
überhaupt erst möglich. Ein toller
Start ins neue Jahr“, sagt Roland
Rigoni, Business Leader für Consumer & Office Products für 3M
Österreich und die Schweiz. Für
3M stellen die Preise ein besonderes Lob dar, legt das Unternehmen doch den Fokus stark auf
Forschung und Entwicklung
(F&E). Fast jeder Elfte der mehr
als 80.000 Mitarbeiter ist im
F&E-Bereich tätig, in den jährlich über eine Milliarde US-Dollar fließen. Rund 40 Prozent des
Umsatzes erreicht 3M mit Produkten, die jünger als fünf Jahre
sind. Mitarbeiter aus Design,
Marketing, Labor und Produktion
arbeiten Hand in Hand, um gemeinsam kreative Ideen zu entwickeln und in marktreife Produkte
umzuwandeln.
Ü
Über den Erwartungen
Das größte österreichische Franchise-Beratungsunternehmen Syncon
mit Sitz in Salzburg und München blickt auf ein gutes Geschäftsjahr
2011 zurück. Insgesamt Rund 70 Projekte aus dem In- und Ausland
wurden betreut, mehr als 20 Neukunden erwägen eine Expansion
mittels Franchising. Die Franchise-Wirtschaft wächst traditionell in
schwierigen Zeiten über dem Durchschnitt, viele Firmen setzen bei
Expansionsplänen auf die Multiplikation ihres Geschäftsmodels mit
selbstständigen Unternehmern. „Dies spiegelt sich auch in unseren
Auftragsbüchern wider“, zeigt sich Syncon Inhaberin und Geschäftsführerin Waltraud Martius zufrieden.
Ü
Gute Auftragslage für SynconInhaberin Waltraud Martius:
„Viele Unternehmen wollen
international mittels Franchising
expandieren.“
Foto: Syncon
Auszeichnung
Mit dem „LeasePlan Excellence Award” und dem „Supplier of the
Year” stellt LeasePlan Österreich Qualität und Kundenorientierung
von Markenwerkstätten in den Mittelpunkt. „Wir freuen uns, dass
wir heuer unseren begehrten Excellence Award bereits zum 15. Mal
vergeben“, erklärt Nigel Storny, Geschäftsführer von LeasePlan
Österreich. 2011 hat LeasePlan 119.000 Werkstattaufenthalte abgewickelt, die wir zur Bewertung herangezogen haben“, meint Storny.
Im Unterschied zu üblichen Werkstättentests, bei denen durch eine
einzige oder einige wenige Stichproben die Qualität einer Werkstatt
beurteilt wird, hat LeasePlan rund 119.000 Werkstattaufenthalte bewertet. Neben dem Excellence Award wurde zum siebten Mal der
Supplier of the Year ausgezeichnet. Alle Unternehmen, die partnerschaftlich mit LeasePlan zusammenarbeiten – von Werkstätten über
Mineralölgesellschaften, bis hin zu Neuwagenhändlern oder Versicherungen – und die direkte Leistungen an LeasePlan Kunden erbringen, wurden von einem interdisziplinären Team bewertet.
Ü
Dienstfahrzeug
Trendwende
Das erste Elektroauto in dem österreichische Wertschöpfung steckt,
wurde gestern im Rahmen der Vienna Autoshow an Verkehrsministerin Doris Bures übergeben. „Mit der Aufnahme des Ampera in den
BMVIT-Fuhrpark möchte das Verkehrsministerium ein Zeichen setzen und Vorbild sein, vor allem für andere Unternehmen, die auch
einen Fuhrpark betreiben“, betonte die Ministerin. Mit der Übernahme des Ampera in den Fahrzeugfuhrpark des BMVIT steht erstmals ein Elektroauto, in dem österreichische Technologie steckt, zur
Verfügung. Mit dem in den Wiener Opel Werken produzierten Range
Extender erreicht der Ampera eine Reichweite von über 500 Kilometern. Damit ist das neue Dienstfahrzeug eine umweltfreundliche
Alternative zur Bewältigung von Dienstwegen.
Ü
Für das Jahr 2012 sieht die ERSTE-SPARINVEST ermutigende Zeichen für eine Trendwende beim Risiko-Appetit der Investoren. Die
niedrigen Zinsen am Geldmarkt und bei Staatsanleihen mit erstklassigen Bonitäten lassen die Investoren nach attraktiven Anlagemöglichkeiten Ausschau halten“, so ERSTE-SPARINVEST Vorstandsvorsitzender Heinz Bednar. Investmentfonds sind aufgrund ihrer Ausstattung (Sicherheit, Transparenz) besonders geeignet. Das traditionelle Bonitätseinstufung „Staaten sind besser als Unternehmen“ gelte
so nicht mehr: Mitunter können Unternehmen eine weitaus besser
fundierte Ertragsperspektive liefern als so mancher Staat, dessen Bonität hinterfragt werde.“ Bednar sieht daher einen grundsätzlichen
Paradigmenwechsel in der Anlagestrategie privater und institutioneller Fondskunden.
Ü
Geschäftsführer General
Motors Austria GmbH Mag.
Alexander Struckl,
Ministerin Doris Bures
und General Motors
Austria GmbH Direktor für
Flotten und Behördenverkauf Michael Heilmann
bei der Übergabe des Opel
Ampera.
Foto: General Motors Austria GmbH
Absatzrekord
Die Renault Gruppe hat mit 2,722 Millionen Fahrzeugen weltweit
im Jahr 2011 einen neuen Verkaufsrekord aufgestellt und fast 100.000
Fahrzeuge mehr abgesetzt als im Vorjahr. „Mit 2,7 Millionen verkauften Fahrzeugen stellt die Renault Gruppe einen neuen Verkaufsrekord auf und stärkt ihre internationale Position außerhalb Europas
mit einem Anteil von 43 Prozent der Verkäufe“, erklärte Jérôme Stoll,
Executive Vice President Sales and Marketing and Light Commercial
Vehicles der Renault Gruppe. „Das starke Wachstum verdanken wir
allen Verkaufsregionen und der guten Entwicklung der Marke Renault“, so Stoll weiter.
Ü
Neuer Leiter
Richard Mieling (54) hat 1. Jänner 2012 die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit in der Porsche Holding übernehmen. R. Mieling ist seit
1980 im Unternehmen tätig und war zuletzt Audi-Markenleiter in
der Porsche Austria. Er folgt Mag. Hermann Becker (65), der nach
40jähriger Tätigkeit bei Porsche, davon 25 Jahre als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, nach Übergabe der Agenden per 1. April 2012 in
den Ruhestand tritt. H. Becker war unter allen bisherigen Porsche
Holding Geschäftsführungen für die externe und interne Kommunikation des Unternehmens zuständig.
Ü
Steigerung
Das weltweit in Exchange Traded Products (ETP) auf Rohstoffe verwaltete Vermögen legte 2011 um acht Milliarden US-Dollar zu und
beträgt nun insgesamt 171 Milliarden US-Dollar. Denn zunehmende
Sorgen über die Risiken der europäischen Staatsverschuldung, ein
gedämpftes weltwirtschaftliches Wachstum und eine immer geringere Risikobereitschaft der Investoren haben Investmententscheidungen bestimmt. Allein Gold hat sich dem Trend fallender Rohstoffpreise widersetzt.
Ü
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Foto: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
INTERVIEW
„Ich bin optimistisch“
Der deutsche Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erklärt im Wirtschaftsnachrichten-Interview, warum
sich Deutschland und Österreich trotz Konjunkturpessimus gut behaupten werden.
n Deutschland ist Österreichs wichtigster Wirtschaftspartner. Für die Steiermark und ihre Zulieferindustrie ist
Deutschland der wichtigste Exportmarkt. Welche Entwicklungen erwarten Sie in den nächsten Jahren?
Hinter uns liegen wirtschaftlich zwei außerordentlich erfreuliche Jahre. Auch für die
Zukunft sind die Chancen beider Länder für
eine gesunde und robuste Entwicklung gut.
2012 wird die Konjunktur im Vergleich zu
den beiden vorangegangenen Jahren zwar etwas abgeschwächt verlaufen. Insgesamt
werden sich Deutschland und Österreich
aber gut behaupten. Beide Länder werden
besser abschneiden als andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union – vorausgesetzt,
dass sich die europäische Staatsschuldenkrise nicht zu einem Hagelschlag verschärft.
n Österreichs Ruf scheint nach den Korruptionsaffären angeschlagen. Werden die Affären Auswirkungen haben
auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland?
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen
unseren beiden Ländern waren und sind hervorragend. Sie werden dies auch in Zukunft
sein.
n Was würden Sie der österreichischen
Politik raten, um Imageschäden von
der heimischen Wirtschaft zu vermeiden?
Die Politik ist immer am besten beraten,
wenn sie strittige Sachverhalte zügig und
transparent aufklärt.
n Die Ratingagentur Standard&Poor’s
hat Österreich das Triple-A aberkannt. Ist dieses Downgrading in Ihren Augen gerecht?
Österreich wird vor allem auch durch das
nachbarschaftliche Umfeld belastet, etwa die
Länder Ungarn und Italien. Es ist aber nicht
hilfreich, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Alle Staaten der Eurozone müssen alle
Anstrengungen unternehmen, um die Staatsverschuldung wieder in den Griff zu bekommen und bessere Bedingungen für mehr
Wirtschaftsdynamik zu schaffen – auch Länder mit einem Triple-A. Deutschland und
Österreich sind gleichermaßen gefordert,
drängende Strukturreformen konsequent
umzusetzen.
n Seit Monaten ringen Europas Staatsund Regierungschefs um eine Lösung
in der Euro-Krise. Ohne Erfolg, wie es
scheint. Warum kommt die EU nicht
aus der Krise?
Es gibt keine Lösung aus dem Lehrbuch und
insbesondere keine, die sofort wirksam ist.
Die Situation, in der sich die Europäische
Union gerade befindet, ist äußerst komplex.
Insgesamt ist die EU mit den jüngsten Gipfel-Beschlüssen auf dem richtigen Weg. Mit
den notwendigen besonnenen, aber auch entschiedenen Schritten kann Europa die zu einem großen Teil selbstverschuldete Krise
meistern. Ich bin optimistischer als vor einigen Monaten.
n Sind verfassungsrechtlich garantierte
Schuldenbremsen die richtige Antwort
auf die Schuldenkrise?
Wirksamere Regeln wie nationale Schuldenbremsen und Sanktionen sind dringend erforderlich, um die ausgeuferten Staatsschulden einzudämmen. Aber auch ein dauerhafter Rettungsschirm, der an strenge Bedingungen geknüpft ist, sowie ein geschärfter
Stabilitäts- und Wachstumspakt sind entscheidende Voraussetzungen für die Lösung
der Krise.
n Bergen sie nicht die Gefahr in sich,
dass eine europaweite Austeritätspolitik nicht die Verschuldung bremst,
sondern vielmehr das Wachstum?
Wirtschaftswachstum, das durch eine unverantwortliche Staatsverschuldung finanziert
wird, ist nicht nachhaltig und ist auf Dauer
nicht möglich. Die Krise muss mit einer
Doppelstrategie angegangen werden: Die
Haushalte müssen ausgabenseitig konsolidiert werden, gleichzeitig sind wachstumsfördernde Strukturreformen notwendig. Insgesamt muss deutlich mehr für die Wettbewerbsfähigkeit der 27 EU-Länder getan werden.
n Was halten Sie von gemeinsamen europäischen Staatsanleihen? Für viele
sind Eurobonds der logische nächste
Schritt einer sinnvollen europäischen
Vergemeinschaftung.
Die aktuellen Probleme sind nicht durch Eurobonds zu lösen. Sie sind gegenwärtig das
falsche Mittel, weil sie es den schwächeren
Ländern erleichtern würden, sich zulasten
der stärkeren Länder noch mehr zu verschulden. Entscheidend ist, dass zunächst einmal
die Staatshaushalte konsolidiert werden. Dafür ist und bleibt eisernes Sparen unabdingbare Voraussetzung.
n Der neue deutsche Präsident des EUParlaments, Martin Schulz, beklagt,
dass die Krisendiplomatie der Staatsund Regierungschefs den Parlamentarismus in Europa schwächt. Ist eine
echte Vergemeinschaftung der Wirtschafts-und Fiskalpolitik ein sinnvoller
Schritt?
Die Parlamente müssen die Regierungen insbesondere bei Haushaltsfragen streng überwachen. Staaten, die dauerhaft und zum
Schaden aller über ihre Verhältnisse leben,
darf es in Zukunft nicht mehr geben. In
Europa muss grundsätzlich Einigkeit über
die Zielsetzung bessere Wettbewerbsfähigkeit und mehr Wirtschaftsdynamik bestehen.
Wenn Europa seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Welt
behaupten will, brauchen wir eine stärkere
Abstimmung der Fiskalpolitik – mindestens
innerhalb der Eurozone.
n Ist es nicht hoch an der Zeit, die Währungsunion durch eine echte politische
Union abzusichern und der Kommission echte Durchgriffsrechte auf nationale Budgets zu gewähren?
Die Währungsunion wird sich auf mittlere
Sicht zu einer politischen Union weiterentwickeln. Wie genau und weit das gehen soll,
wird noch intensiv zu diskutieren sein. Es ist
zunächst ein wichtiger Schritt, dass die Fiskalpolitik innerhalb der EU künftig besser
koordiniert wird und Verstöße gegen die
Maastricht-Kriterien mit automatischen
Sanktionen verknüpft werden.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
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SERVICE
WasVomkennt
man
an
den
Zahlen?
Sinn und Unsinn betrieblicher Leistungsmessung
Es ist ein uraltes und brandaktuelles Thema zugleich: Jedes Unternehmen stellt sich die Frage,
was es leistet oder was es leisten
sollte. Auskunft darüber könnten
nachvollziehbare Zahlen geben,
frei nach dem amerikanischen
Slogan „If you cannot measure it,
you cannot manage it“.
Von Marie-Theres Ehrendorff
50
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
s gibt Bereiche, in denen man Zahlen
förmlich anbetet, wie das Datum, die
Uhrzeit, die Geschwindigkeit und vieles
mehr“, weiß die profilierte Unternehmensberaterin Ursula Puschmann von up consult,
die von Betrieben gerne in Zeiten der Umstrukturierung und in Krisensituationen gerufen wird. Das ist jener Zeitpunkt, an dem
man reflexartig zu messen beginnt. „Daher
misst man auch so gerne Geld, denn es lässt
sich hervorragend zählen.“
Unternehmen können ihre Wirtschaftlichkeit
an Hard- und Soft-Facts messen, wobei in
der Welt der Ökonomie nach wie vor eine
„Kennzahlen-Hörigkeit“ mit einhergehender
überbordender Controlling-Bürokratie Platz
greift. „Die Soft-Facts sind für Unternehmen
durchaus relevant“, bemerkt Puschmann,
„leider keineswegs von so hoher Bedeutung,
dass man sich ernsthaft damit auseinandergesetzt hat, wie man sie messen kann.“
Kennzahlen sind Messgrößen, die in konzentrierter Form auf fassbare Weise über betriebliche Tatbestände informieren. „Man er-
E
kennt in Unternehmen an den Kenngrößen,
die sie verwenden, was ihnen wichtig ist“,
erklärt die studierte Betriebswirtin. „Im Verkaufsbereich gibt es immer Kennzahlen, das
ist auch jener Bereich, in dem die meisten
Boni und leistungsabhängigen Prämien gezahlt werden. Obwohl ein Verkäufer im
Grunde es nicht beeinflussen kann, ob ein
Kunde kauft. Denn die Verkaufsentscheidung liegt immer beim Käufer. Der Verkäufer kann verkaufsfördernde Maßnahmen ergreifen, allein an diesen wird er nicht gemessen, sondern er wird an einem Erfolg gemessen: dem Abschluss des Geschäfts.“
Die Herausforderung, sinnvolle Kennzahlen
quer durch alle betriebswirtschaftlichen Disziplinen zu bilden, um Fehlinterpretationen
zu vermeiden, die in falschen Entscheidungen münden, ist allgegenwärtig, doch schwer
zu realisieren.
Im Soft-Facts-Bereich versucht man erst gar
nicht eine falsche oder richtige Kenngröße
zu finden, weil der Verkauf etabliert ist und
als entscheidender als die Kundenbetreuung
Innovation garantiert Vorsprung
Wettbewerbsfähigkeit stärken, Standort sichern: Das Wirtschaftsministerium
unterstützt kleine und mittlere Unternehmen mit einer Mittelstands-Offensive. So ist
Österreich auch gegen den Konjunkturknick 2012 gut gerüstet.
„Innovations-Fitnesspaket schafft neue
Arbeitsplätze”
„Zuschüsse, günstige
Kredite und Haftungen
für innovative Firmen”
„Erfolge im Ausland
sichern den Wohlstand
in Österreich”
nnovationspotenziale heben
I
Innovationen sichern Österreichs Wohlstand und schaffen
zukunftsträchtige Arbeitsplätze. Daher setzt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ein Innovations-Fitnesspaket
für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Jungunternehmer um. Neue Innovations-, Technologie- und Kreativschecks forcieren den Strukturwandel.
nvestitionen unterstützen
I
Das Wirtschaftsministerium unterstützt innovative Firmen
über die Austria Wirtschaftsservice (aws) mit zinsgünstigen
ERP-Krediten, Zuschüssen und Haftungen. So wurden allein
im Jahr 2011 Investitionen von rund drei Milliarden Euro
ausgelöst. Weitere Impulse setzt die erfolgreiche Förderaktion für die thermische Sanierung.
nternationalisierung fördern
I
Exporterfolge schaffen Wachstum und Arbeitsplätze in
Österreich. Daher richtet das Wirtschaftsministerium die
Internationalisierungs-Offensive auf neue Märkte und neue
Produkte aus. So können unsere Exportbetriebe ihre Chancen in Ländern wie China und Indien optimal nützen und
Krisen in traditionellen Märkten besser verkraften.
Holen Sie sich jetzt das Fitnesspaket mit allen Förderchancen unter: www.bmwfj.gv.at
SERVICE
„Zahlen sind einerseits unbeständig, andererseits gefügig“,
findet Mag. Ursula
Puschmann, Unternehmensberaterin
www.upconsult.at
„erst der sinnvolle Gebrauch macht sie zur
Messlatte“.
Foto: Stefan Gergely
gesehen wird. So kann man erahnen, wie
groß der Frust beim bestandserhaltenden
Personal ist, da diesen Leuten nicht klar ist,
was sie tun müssen, um einen guten Job zu
erledigen. Geredet wird mit ihnen nur dann,
wenn „etwas in die Hosen“ geht. Dabei ist
es unumgänglich für Mitarbeiter zu wissen:
„Was muss ich tun?“, „Wofür werde ich hier
bezahlt?“
Sinnhaftigkeit als Leistungsanreiz
„Alle Tätigkeiten, die in einem Unternehmen
passieren, sind per se sinnvoll“, so
Puschmann. „Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Tätigkeiten finden, die niemand
braucht, lassen Sie sie bleiben. Alles was im
Unternehmen passiert, passiert, weil es im
Dienste des Unternehmenszwecks passieren
muss, passiert, um mit den Unternehmensleistungen bei den Kunden erfolgreich zu
sein. Diese Zusammenhänge gehören definiert, d.h. der Unternehmenszweck auf alle
Tätigkeiten heruntergebrochen, damit Mitarbeiter ihre Rolle und ihren Beitrag an der
Gesamtleistung verstehen, denn nur das ist
die Basis für ihr Engagement und ihre Motivation.“ – Damit löst sich die Sinnfrage
des Unternehmens.
„Sinnvoll ist eine Tätigkeit aus Sicht eines
Unternehmens dann, wenn sie zur Wertschöpfung beiträgt, und sinnvoll für einen
Mitarbeiter, wenn sie drei Dinge erfüllt: Er
kann das, was er soll, er hat die nötigen Ressourcen sowie ein wenig Gestaltungsspielraum, und last but not least, seine Tätigkeit
muss einigermaßen zu seinen Werten und
Bedürfnissen passen.“
Im Verkauf wird der Umsatz gemessen und
in der Produktion die Qualität, wobei es sehr
52
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
leicht möglich ist, dass diese beiden in Konkurrenz zueinander treten. „Weil der eine darauf achten muss, dass er hält, was der andere
gar nicht erst versprochen hat, weil er darauf
ausgerichtet ist, möglichst viel und nicht
möglichst gut zu verkaufen.“ Wenn die SLA,
die Service Level Agreement, nicht zu dem
passt, was der Verkäufer anbieten muss, dann
gibt es im Unternehmen Probleme. „Das
heißt, Kennzahlen sollten sich in der innerbetrieblichen Wertschöpfungskette an der
Kunden-Lieferanten-Beziehung orientieren.
Wenn das keinen Sinn macht, kollabieren die
Mitarbeiter. Das erkennt man an den Zahlen.“
Werte ohne Inhalt
„Man erkennt auch die Werte, die gelebt werden“, so Puschmann. „In Einstellungsgesprächen ist oft von Wertschätzung, von Offenheit, Vertrauen und Leistungsorientierung
die Rede und das Erste, was viele neue Mitarbeiter nach der Vertragsunterzeichnung bekommen, ist der Zugangscode zum Zeiterfassungssystem. Es setzt sich immer das
durch, was gelebt wird und nicht das, was
nur gesprochen wird.“
„Leitungsmessung der Mitarbeiter wird fast
ausschließlich positiv angenommen“, weiß
Ursula Puschmann, „denn die große Sehnsucht der Menschen ist, dass sie bemerkt
werden, erkannt werden und dass man sie
für ihre Leistung schätzt. Und die größte
Angst, die Menschen haben, ist, dass sie bemerkt, erkannt und dafür abgelehnt werden.“
Daher macht es Sinn, Leistung in Unternehmen zu messen, aber auch die Kriterien dafür
auszumachen. Das erhöht sogar das gemeinsame Verständnis für den Job und die Tätig-
keiten, die notwendig sind, ihn gut zu erledigen. „Der Qualitätsbegriff muss definiert
werden und es muss ausgemacht werden, wo
die vereinbarte Qualität kontrolliert wird.
Die meisten Menschen sind sehr willig, sich
in die Karten schauen zu lassen, wenn Sie
ihnen vorher die Chance geben, diese Karten
selber mitzubestimmen und sozusagen das
Spiel zu verstehen.“
Kann man Ethik rechnen?
„Ja. Dort, wo Ethik ein Teil einer Kaufentscheidung ist“, ist Puschmann überzeugt.
„Es gibt mittlerweile Konsumenten, die sehr
genau darauf achten, woher die Dinge kommen, die sie einkaufen, und unter welchen
Voraussetzungen sie produziert werden. ,Fair
trade‘ ist ein echter Wert geworden. Er ist
dann ein Geschäft, wenn er tatsächlich Teil
der Wertschöpfungskette eines Produkts ist.
Das führt dazu, dass sich auch immer mehr
Menschen darüber Gedanken machen, wie
Dinge, die nicht mehr zu gebrauchen sind,
recycliert werden können. Von Handtaschen
aus Altreifen bis zu eingeschmolzenen
Handys, die in neuem Glanz erstrahlen, ist
die Produktpalette groß. Und Ethik rechnet
sich auch dort, wo sie sich auf den Umgang
mit den Menschen auswirkt. Gelebte Ethik
hat mit Respekt zu tun, und das heißt wiederum, dass die Menschen ihre eigene Wahrnehmung ihrem Vis-à-vis zumuten, also
Konfrontation statt Schonung praktizieren.
Das rechnet sich, weil es selbstbewusst und
leistungsfähig macht, weil es anstachelt, und
das bringt dem Unternehmen jene Erfolge,
die es sich wünscht.“
Ü
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UNGARN
Raffeisen-Filiale in Sopron: Orbáns
Schuldenerlass für Kreditnehmer kostet
das Institut 60 Millionen Euro.
In der
Zwickmühle
Foto: APA
Ungarn wird zum Testfall der Europäischen Union. Die Gefahr einer
Staatspleite macht österreichischen
Banken schwer zu schaffen. Die EUKommission will Premier
Orbán
zwingen, autoritäre Gesetze zurückzunehmen.
54
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
UNGARN
ngarn bereitet der EU ganz schön Kopfzerbrechen. Auch deshalb, weil man
sich in Brüssel nicht erinnern kann, je
in einer verzwickteren Lage gewesen zu sein.
Ungarn braucht dringend Geld von der EU,
ohne frisches Geld steuert das Land auf eine
Staatspleite zu. Gleichzeitig tut der regierende Premier Viktor Orbán alles, um die Europäer vor den Kopf zu stoßen. Ausgerüstet
mit einer komfortablen erdrückenden ZweiDrittel-Mehrheit im Parlament, hat der Parteichef von Fidesz seit seinem Amtsantritt
vor zwei Jahren an die 200 Gesetze durch
das Parlament gejagt, die in Ungarn eine autoritäte „neue Ordnung“ herstellen sollen.
Orbán hat die Unabhängigkeit der Justiz und
der Unabhängigkeit der Zentralbank beschnitten und die ungarische Presse an die
Kandare genommen. Seine Gefolgsleute
kontrollieren die Schulbehörden und die
Theater, die Gerichte und den Rechnungshof. „Die freiheitliche Demokratie, wie man
sie im Westen kennt, ist beendet“, sagte einer
der bekanntesten ungarischen Schriftsteller,
György Konrád.
Was Orbán offenbar kaltlässt, obwohl er
weiß, dass seine autoritären Projekte gegen
europäisches Recht verstoßen. Die EUKommission hat inzwischen Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Nicht
zuletzt deshalb, weil sich im europäischen
Parlament eine Koalition aus Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen formiert hat,
U
Premier Viktor Orbán vor dem EU-Parlament in Straßburg Mitte Jänner: eine der schärfsten
Debatten, die je ein Regierungschef über sich ergehen lassen musste.
Foto: APA
die gegen Orbán am liebsten ein viel schwereres Geschütz in Stellung bringen will.
Nämlich ein Verfahren, bei dem die EU-Minister prüfen müssen, ob Ungarn nicht nur
gegen einzelne Rechtssätze, sondern gegen
die Grundwerte der EU verstößt. Was im
Ernstfall dazu führen könnte, dass Ungarn
seine Stimmrechte im EU-Rat verliert.
Restrisiko
Eine verfahrene Situation. Auch deshalb,
weil Ungarn ohne massive Finanzsspritze
von EU und IWF seine Schulden nicht mehr
bedienen kann. Experten haben errechnet,
dass Orbán zwischen zehn und 20 Milliarden
Euro braucht, um liquide zu bleiben. Die Finanzspritze ist durch die Herabstufung der
Ratingagenturen auf Ramschniveau nur noch
dringender geworden. Mehr als elf Prozent
Zinsen zahlt Ungarn zurzeit für seine Staatspapiere, ein Zinssatz, der dem Land mit einer
Schuldenquote von 80 Prozent das Genick
brechen könnte. Das bestätigt auch der Ungarnexperte Viktor Szabo von der Aberdeen
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Asset Management. „Ein Restrisiko einer
Staatspleite besteht und das Vertrauen der Investoren hat einen tiefen Knacks bekommen“, sagt er. Zumal Ungarns Wirtschaft stagniert. Wirtschaftsforscher sagen dem Land
ein Wachstum von gerade einmal 0,5 Prozent
voraus, viel zu wenig also, um die Schuldenkrise durch eine höhere Steuerleistung auffangen zu können.
Ökonomisch hat Viktor Orbán den Karren
an die Wand gefahren. Mit seinem radikalen
Schuldenerlass für Schuldner mit FrankenKrediten hat er sich wortreich als Retter der
kleinen Leute in Szene gesetzt und die Kosten schlichtweg auf die Gäubiger abgewälzt.
Orbáns populistischer Schuldenschnitt kostet die Raiffeisen Bank International satte 60
Millionen Euro.
lieferanten gab es eine Sondersteuer. Orbán
hat sich sogar bei der privaten Altersvorsorge
bedient und die Fonds kurzerhand verstaatlicht. Ein Trick, der dem Premier geholfen
hat, sein Staatsdefizit zu drücken. Denn seine
große Steuerreform, die Einführung eines
einheitlichen Einkommenssteuersatzes von
16 Prozent, hat zwar der ungarischen Oberschicht zusätzliches Geld gebracht, die Wirtschaft in Schwung gebracht hat sie nicht.
Versprechen
Bei seinem Besuch im Europäischen Parlament Mitte Jänner hat Viktor Orbán die bisher schärfste Debatte erlebt, die je ein Regierungschef über sich ergehen lassen
musste. Dass Orbán Geld will, aber gleichzeitig europäische Gesetze bricht, das geht
Wochenmarkt
in Sopron:
Ungarns Wirtschaft
stagniert.
Foto: APA
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Österreichische Banken, Erste Group, Raiffeisen und Volksbanken AG, haben nach Angaben der Basler Bank für Internationalen
Zahlungsausgleich (BIZ) mehr als rund 32
Milliarden Euro an Ungarn verliehen. Das
ist rund ein Drittel aller Forderungen ausländischer Banken gegenüber Ungarn.
Experten haben sich in den vergangenen Wochen bemüht, das Ausfallsrisiko herunterzuspielen. Höchstens ein Drittel der ungarischen Schulden in Österreich entfielen auf
den öffentlichen Sektor, erklärte ein Raiffeisen-Sprecher. Zudem habe Ungarn bislang
seine Schulden noch immer zurückgezahlt
hat. Raiffeisen-Chef Herbert Stepic gab
Durchhalteparolen aus. „Wir werden durchtauchen, ich denke nicht daran, das Land zu
verlassen“, sagte er. Und fügt hinzu: „Wir
werden die Verluste in Ungarn in einem
überschaubaren Zeitrahmen zurückverdienen.“
Wäre da nicht das Risiko, dass Orbán auf stur
schaltet und damit EU und IWF brüskiert.
Zuzutrauen ist das Orbán allemal. Denn der
Premier führt einen „Freiheitskampf“ im Namen des „Ungarntums“ gegen ausländische
Banken. Dafür hat Orbán recht kräftig an der
Steuerschraube gedreht. 27 Prozent Mehrwertsteuer zahlen die Ungarn heute für ihre
Waren, den höchsten Steuersatz in Europa.
Für Banken, Telekom-Firmen und Energie-
den meisten Abgeordneten über die Hutschnur. Immerhin konnte sich der Premier
zu einer ersten Konzession durchringen. Er
werde das Nationalbankgesetz prüfen, das
er kurz vor dem Jahreswechsel beschließen
hat lassen. Mit dem Gesetz, das Zentralbank
mit der Finanzaufsichtsbehörde zusammenlegt, hat er den Nationalbank-Chef kurzerhand zum Befehlsempänger der Politik gemacht, was gegen einen der wichtigsten
Grundsätze der europäischen Verträge verstößt. Orbán hat von der EU-Kommission einen Monat Zeit bekommen, auf ihre Kritik
zu reagieren. Tut Orbán das nicht, riskiert er
nicht nur eine Verurteilung durch das Luxemburger Gericht und saftige Strafzahlungen, dann wird auch eine Staatspleite wahrscheinlicher. Denn auch IWF-Direktorin
Christine Lagarde will Ungarn nur dann
Geld geben, wenn Orbán das Nationalbankengesetz zurücknimmt.
Ob aller Druck von EU und IWF jedoch zu
einem substantiellen Kurswechsel in Ungarn
führen kann, darüber haben Ungarnkenner
ihre Zweifel. Denn die Opposition, die seit
ein paar Wochen trotz klirrender Kälte gegen
Orbán demonstriert, ist schwach und zersplittert. Wird Orbáns Partei Fidesz geschwächt, dann dürfte wohl eher die rechtsradikale Jobbik-Partei profitieren.
Ü
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Unternehmen und öffentliche
Hand ziehen an einem Strang:
„Innovationsland Österreich“
zur nachhaltigen Standort- und
Arbeitsplatzsicherung.
Foto: APA/Roland Schlager
Österreichs Unternehmen investieren in Forschung
Millionenpaket ist geschnürt
Innovation, Forschung und Entwicklung sind die kräftigsten Motoren,
die unsere Wirtschaft ankurbeln. Und Österreich gibt auf dem Weg
zur führenden Forschungsnation kräftig Gas. 22 heimische Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Forschungsausgaben bis 2015 um
20 Prozent zu steigern.
gesamtwirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.
Im August des vergangenen Jahres unterzogen sich bei den Alpbacher Technologiegesprächen elf Unternehmen dieser Selbstverpflichtung. Zu den Unterzeichnern zählen
Infineon, Magna, Lenzing, KTM, Kiska,
AT&S, AVL-List, Geoville, Doppelmayr,
Marinomed und TTTech.
Von Maria-Theres Ehrendorff
ie von Infrastrukturministerin Doris Bures gestartete Initiative „Innovationsland
Österreich“ ist ein klares Bekenntnis
zum Innovationsstandort Österreich. Eine
WIFO-Untersuchung belegt, dass Unternehmen mit hohen F&E-Investitionen – das sind
rund zehn Prozent – die Krise besser überstanden haben als Unternehmen mit geringen
oder gar keinen Investitionen. Seit 2008 beträgt der Vorsprung im Beschäftigungswachstum im Durchschnitt zwei Prozentpunkte pro Jahr, beim Umsatzwachstum
macht der Wachstumsvorsprung sogar acht
Prozentpunkte aus.
Unternehmen mit den höchsten F&E-Investitionen – das sind 20 Prozent und mehr –
haben seit 2008 pro Jahr durchschnittlich
fünf Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen.
Unternehmen mit hohen Investitionen in
D
58
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
F&E haben 2010 im Durchschnitt eine um
15 Prozentpunkte höhere Exportquote gegenüber Unternehmen mit geringen oder
mittelhohen Investitionen in F&E.
„Die öffentliche Hand und Unternehmen
können gemeinsam das ambitionierte Ziel
erreichen, die Forschungsquote von gegenwärtig 2,79 Prozenten auf 3,76 im Jahr 2020
zu steigern“, erklärte Ministerin Bures.
„Länder, denen es nicht gelingt, ihre Realwirtschaft wettbewerbsfähig zu halten, haben die größten Probleme.“
22 Unternehmen haben bereits die Deklaration „Innovationsland Österreich“ unterschrieben, und gehen damit die Verpflichtung ein, die Dynamik ihrer Innovationstätigkeit weiter auszubauen. Das stärkt den
Technologiestandort Österreich mit seiner
wissensbasierten Wirtschaft und erhöht die
Neu hinzu kommen:
Baxter Innovations GmbH
Mit Standorten in Wien und Orth an der Donau, wo die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens in Österreich
gebündelt sind. Zwei Drittel der Forschungsaktivitäten von Baxter – zum Beispiel die Erforschung neuer Impfstoffe, neuer therapeutischer Proteine, Stammzellentherapien oder
Substanzen zur Wund- und Knochenheilung
– finden in Österreich statt. Mehr als 75 Prozent der für Baxter BioScience – den forschungsintensivsten Bereich des Unternehmens – tätigen Wissenschaftler sind in Österreich ansässig: Rund 900 Forscher aus dem
In- und Ausland arbeiten hier an neuen Wirkstoffen und der Weiterentwicklung bereits
am Markt befindlicher Medikamente.
SERVICE
Bernecker + Rainer
Industrie Elektronik Ges.m.b.H
ist ein internationaler Konzern, der sich mit
seinem Gespür für Marktentwicklungen und
Trends und dem Willen, High-tech-Lösungen zum Nutzen der Kunden anzubieten,
zum Innovations- und Technologieführer in
der Automatisierungstechnik-Branche hinaufkatapultiert hat. Vom Prototyp bis zur
Serie wird jede Komponente am Standort im
oberösterreichichen Eggelsberg gefertigt.
Modernste Fertigungsmethoden, neueste
Technologien und vollautomatische Testund Prüfverfahren führen zu Produkten auf
höchstem Qualitätsniveau.
Borealis AG
ist ein weltweit tätiger Anbieter von Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) in den
Bereichen der Infrastruktur (Rohrsysteme,
Energie- und Kommunikationskabel), Automobile und hochwertigen Verpackungen.
Die von Borealis AG produzierten Kunststoffe werden zu Produkten, wie etwa Lebensmittelverpackungen, medizinischen
Utensilien, Windeln, Energie- und Telekommunikationskabel, Autoteilen sowie sanitären Rohrsystemen, verarbeitet.
Hauptsitz des Unternehmens ist Wien. Das
Hauptgeschäft findet primär in Europa statt,
Industrieanlagen befinden sich in Österreich,
Deutschland, Belgien, Finnland, Schweden,
Quads), dreirädrige Roadster und für Motorräder sowie für leichte Sportflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Motorsegler, HeißluftLuftschiffe und Karts.
Smart Cards und Automotive-Anwendungen. In Gratkorn wird auch die Near-FieldCommunication (NFC)-Technologie entwickelt, die eine drahtlose Datenübertragung
über wenige Zentimeter ermöglicht.
FACC AG
ist eines der weltweit führenden Unternehmen in Design, Entwicklung und Fertigung
von fortschrittlichen Faserverbundkomponenten und -systemen für die Luftfahrtindustrie. Durch kontinuierliche Investitionen in
F&E konnte das Unternehmen seine Position
in der Wertschöpfungskette der Flugzeugindustrie ausbauen und somit trotz der Wirtschaftskrise den Wachstumskurs beibehalten. So ist z.B. der Mitarbeiterstand seit 2006
um jährlich ca. vier Prozent angestiegen.
Fronius International GmbH
beschäftigt sich seit 1945 mit der Wandlung
von Energie und konnte sich durch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung in den Sparten Batterieladesysteme, Schweißtechnik und Solarelektronik
international positionieren und als Technologieführer etablieren. Die Aufwendungen
für F&E und die Anzahl der F&E MitarbeiterInnen konnten in den letzten Jahren stark
gesteigert und der Standort Wels zum zentralen F&E Standort des Konzerns ausgebaut
werden. Fronius wurde 2009 mit dem Staatspreis Innovation ausgezeichnet.
Knowles Electronics Austria GmbH
Knowles Sound Solutions ist mit rund
30 Prozent Marktanteil seit Jahren weltweiter Markt- und
Technologieführer
bei Mini-Lautsprechern für Mobiltelefone. Die Top Ten der
weltweiten Handyhersteller setzen für
ihre Geräte auf Lautsprecher von Sound
IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer, InfrastrukturministeSolutions. Über fünf
rin Doris Bures und der Industrielle Dr. Hannes Androsch erkennen
Milliarden Sounddie Chancen von hohen F&E-Investitionen. Foto: Innovationsland Österreich
produkte wurden bisher verkauft. Seit 2001 steuert der Wiener
Italien, Brasilien und der USA. Zusätzlich
Standort eine Tochterfabrik in Peking, die
gibt es zwei Innovationszentren in Schweden
schwerpunktmäßig für den asiatischen
und Finnland sowie das European Innovation
Markt produziert.
Headquarter in Linz, Österreich.
BRP-Powertrain GmbH & Co KG
NXP Semiconductors Austria GmbH
ist ein österreichischer Motorenhersteller
(Tochterunternehmen der kanadischen Firma
Bombardier Recreational Products BRP) mit
Sitz in Gunskirchen in Oberösterreich. Unter
dem Markennamen Rotax, unter dem die
Firma auch in der Öffentlichkeit bekannt ist,
produziert BRP-Powertrain Hochleistungsmotoren für Schneeschlitten, Jet- und Sportboote, Geländefahrzeuge (ATVs und
Das Entwicklungszentrum für RFID-Halbleiter in Gratkorn ist dank kontinuierlicher
Investments in Forschung und Entwicklung
Weltmarkt- und Technologieführer bei Halbleitern für hochsichere Smart Cards und für
kontaktlose elektronische Identifikationssysteme. Das weltweite Kompetenzzentrum
entwickelt die gesamte Bandbreite von kontaktlosen Halbleitern für Smart Labels/Tags,
Rosenbauer International AG
Rosenbauer ist im abwehrenden Brand- und
Katastrophenschutz der führende Hersteller
von Feuerwehrfahrzeugen weltweit. Mit der
breiten Palette an kommunalen Löschfahrzeugen und Hubrettungsgeräten nach europäischen sowie US-Normen (NFPA), der umfassenden Baureihe an Flughafen- und Industriefahrzeugen, modernsten Löschsystemen
und feuerwehrspezifischer Ausrüstung ist
Rosenbauer der Vollsortimenter der Branche.
Das zentrale Know-how liegt in komplexen,
nach Kundenanforderungen gebauten Löschsystemen und Feuerwehrfahrzeugen. Alle
dazu erforderlichen Prozesse sind unter einem Dach vereint, nämlich Entwicklung und
Produktion der gesamten Löschtechnik, der
feuerwehrtechnische Aufbau sowie die passende Steuerung des Gesamtsystems.
voest alpine Stahl GmbH
Die voestalpine Stahl GmbH ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der voestalpine AG, fungiert innerhalb des Konzerns als
Leitgesellschaft der Division Stahl und ist
ein verlässlicher Partner der Automobil-,
Bau-, Hausgeräte- und Energieindustrie. Die
voestalpine Stahl GmbH betreibt in Linz ein
voll integriertes Hüttenwerk, das zu den modernsten Werken Europas zählt. Das Kerngeschäft der voestalpine Stahl GmbH liegt
im Bereich der Flachprodukte. Stahlbänder
und die in einer Tochtergesellschaft produzierten Grobbleche bilden die Basis für die
weiterverarbeitenden Schritte. Durch in den
vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigerte F+E-Aktivitäten, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zurückgenommen, sondern weiter ausgebaut wurden (2011 ca. 111 Millionen Euro), konnten
in allen fünf Divisionen (Stahl, Edelstahl,
Bahnsysteme, Profilform, Automotive) die
starken Marktstellungen gehalten bzw. sogar
ausgebaut werden. In allen Kernsegmenten
hält man eine Spitzenpositione und ist entweder Weltmarktführer, europäischer Marktführer oder europäischer Top-3-Lieferant.
Wolford AG
Das österreichische Unternehmen Wolford
mit Sitz in Bregenz und insgesamt 1.058
Mitarbeitern ist ein international tätiger Konzern, der für höchste Qualität im Strumpfund Lingeriebereich steht. Die überwiegende
Produktion im Inland (Bregenz 87 Prozent,
Feldbach fünf Prozent, Slowenien acht Prozent) sichert eine hohe Wertschöpfung für
Österreich. In Bregenz steht eine F&E-Abteilung mit aktuell 70 MitarbeiterInnen und
einem jährlichen F&E-Aufwand von 7,2
Millionen Euro bereit.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
59
Foto: Pixelio.de
Es lebe die Expertise!
iner der wichtigsten Teile des Verwaltungsverfahrens ist das Ermittlungsverfahren in der I. Instanz. In diesem Verfahrensabschnitt wird nämlich sämtlichen
Parteien die Möglichkeit gegeben, ihren
Rechtsstandpunkt darzulegen und ihre Interessen zu vertreten. Aber auch für die Behörde ist dieser Verfahrensabschnitt von großer Bedeutung, da sie hier die Aufgabe hat,
den für die Erledigung einer Verwaltungssache maßgebenden Sachverhalt festzustellen.
In diesem Zusammenhang ist aber darauf
hinzuweisen, dass es nicht Aufgabe eines
Sachverständigen ist, Rechtsfragen zu beantworten. Derartige Fragen sind ausschließlich von der erkennenden Behörde zu beurteilen. Wie verhält sich nun dieses System in
der Praxis? Die Chronologie einiger ausgewählter Fälle.
E
Causa Meinl/MEL
Wie viel Geld teilweise in Gutachterverfahren im Spiel ist, zeigt eindrucksvoll die
60
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Unserer heutigen rechtsstaatlichen Mentalität entspricht es, bei jeder
Entscheidungsfindung Unsicherheiten zu vermeiden. Bis hin zu den
unteren Verwaltungsbehörden sichert man sich durch Abertausende
sogenannte wissenschaftliche Gutachten ab. Ja, wir haben ein grandioses Gutachter-(Un-)wesen entwickelt, das viel Zeit und Geld kostet. Ein paar Kostproben gefällig?
Causa Meinl: Dem ehemaligen Meinl-Gutachter Thomas Havranek ist beispielsweise
laut Medienberichten vom Oberlandesgericht (OLG) Wien das volle Honorar von
600.897,70 Euro zugestanden worden – eine
Beschwerde, die Meinl-Bank-Vorstand Peter
Weinzierl dagegen eingelegt hatte, wurde abgewiesen. In seinem Beschluss führt das
Von Arthur Schwaiger
OLG laut dem Bericht unter anderem aus,
dass die „entsprechende Qualifikation“ des
Gutachters sehr wohl vorgelegen sei und
Havranek eine mögliche Befangenheit noch
vor Auftragserteilung kundgetan habe – ein
Umstand, der an sich schon zu denken geben
muss. Pikanterie am Rande: Es kam dann zu
einem Gutachterwechsel an den Grazer
QR-Code scannen und Kursbuch
gleich online bestellen.
Verbindungsentgelt abhängig vom
Mobilfunktarif. QR-Reader unter
mobile.wifi.at/QRreader
SERVICE
Gutachten und Studien kommen uns teuer zu stehen: In kapitalen Fällen gehen die Honorare in die Hunderttausende Euro, wie zum Beispiel
beim BAWAG-Skandal, dort kostete eine Expertise knapp 640.000 Euro!
Foto: Pixelio.de
Sachverständigen Fritz Kleiner, Havraneks
zehnköpfige Mannschaft soll davor bereits
ein Jahr an der Expertise gearbeitet haben.
Der Wirtschaftstreuhänder Kleiner seinerseits schmiss im November des Vorjahres
seine Gutachterfunktion hin, nachdem er die
Staatsanwaltschaft um Enthebung gebeten,
diese aber zunächst noch mit Ablehnung reagiert hatte. Er wisse, dass er Auftragnehmer
der Staatsanwaltschaft sei, sagte Kleiner. Er
könne diesen Auftrag aber nicht erfüllen, da
sein Gutachterauftrag massiv eingeschränkt
und ein zusätzlicher Sachverständiger ernannt worden war. Fazit: Knapp vor Jahresende ging das traurige Schauspiel in die
nächste Runde. Stimmen wurden laut, wonach das Handelsgericht Wien einen eigenen
Gutachter bestellt habe. Die Wahl fiel demnach auf den Sachverständigen für Börsenund Bankwesen Oliver Lintner, der schon in
den Causen AvW, Bawag und Madoff mit
Gutachtertätigkeiten betraut worden war. Im
Zentrum des laufenden Prozesses steht die
Frage, ob Anleger getäuscht wurden. Postwendend hat die Meinl Bank gegen den vom
Handelsgericht Wien erst kürzlich bestellten
neuen Gutachter Lintner einen Ablehnungsantrag eingebracht. Begründung: Der vom
Anlegeranwalt Michael Poduschka vorgeschlagene Sachverständige Oliver Lintner
und die von ihm geleitete und ihm gehörende
Lintner Vermögensverwaltungs GmbH hätten ein massives Eigeninteresse an einem bestimmten Ausgang der gegen die Meinl Bank
geführten Anlegerverfahren und sei damit
klar befangen, so die Bank. Fazit: Das Handelsgericht Wien hat auf Grund des Ablehnungsantrages umgehend die vorläufige Einstellung der Gutachtertätigkeit beauftragt.
62
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Das Spiel beginnt von vorne ...
Hypo Alpe Adria
Widmet man sich einem weiteren Finanzskandal, heißt es, die verschlungenen Wege
rund um die Hypo Alpe Adria zu entdecken:
So kam ein von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestellter deutscher Gerichtsgutachter
zu dem Schluss, dass Dietrich Birnbacher für
seine Beratungstätigkeit für das Land Kärnten beim Verkauf der Hypo Alpe Adria an die
Bayern Landesbank 30 Mal zu viel (!) Geld
bekommen hat – nach der Halbierung seiner
Gage. Birnbacher, der 2007 vom damaligen
Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) und
Landesrat Josef Martinz (Kärntner ÖVPChef) beauftragt worden war, den Verkauf
der Landeshypo zu begleiten, hätte ursprünglich zwölf Millionen Euro erhalten sollen,
halbierte diese Gage dann aber nach öffentlichem Druck auf sechs Millionen. Wirklicher Wert seiner Tätigkeit wären aber nur
200.000 Euro gewesen, meinte der Düsseldorfer Gutachter Frank A. Schäfer. Birnbachers Leistung wurde dabei der einer Investmentbank gleichgesetzt und das Honorar mit
100.000 Euro plus 1,5 Prozent des Verkaufserlöses berechnet – das ergab zwölf Millionen Euro. Als die ursprünglich geheime Abmachung aufflog, akzeptierte Birnbacher eine
Halbierung auf sechs Millionen Euro. Seine
Leistung sei aber nicht mit der eines Investmentbankers vergleichbar gewesen, heißt es
im Gutachten Schäfers, für den Job wäre eine
Honorierung wie für einen Anwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, also 100.000
bis 200.000 Euro (netto), angemessen gewesen. Birnbacher selbst wird auch zitiert, dass
er mit weniger als sechs Mio. Euro auch zu-
frieden gewesen wäre. Haider habe ihn gefragt: „Birni, wir können dir die zwölf Millionen nicht zahlen. Bist du mit sechs auch
zufrieden?“ Birnbacher habe Ja gesagt: Auf
die Frage, ob er auch mit einem niedrigeren
Honorar, etwa zwei Millionen zufrieden gewesen wäre, hätte Birnbacher laut Medienberichten geantwortet: „Ja, aber mich hat niemand gefragt.“ Wie ging’s nun weiter? Die
Kärntner Landesholding hat nach Absage des
Verfassungsrichters Christoph Herbst den
Grazer Universitätsprofessor Waldemar Jud
mit der Erstellung eines neuerlichen Gutachtens in der Causa Dietrich Birnbacher bestellt. Jud solle prüfen, ob die Landesholding
bei der Übernahme des Honorars „sorgfältig
und korrekt“ vorgegangen ist. Zur Höhe des
Honorars für Birnbachers sechsseitige Expertise hieß es seitens der Holding, dazu würden bereits einige Gutachten vorliegen, welche „auf Basis des damaligen Wissensstandes“ die Höhe des Honorars bestätigten.
Kommentar überflüssig.
Beliebig lange Liste
Die beiden eben kurz angerissenen Beispiele
zum Thema Gutachten- und Studien-(Un)wesen in Österreich werfen einen oft schaudernden Blick hinter die Kulissen unseres
rechtsstaatlichen Empfindens und dessen –
legale (!) – Auswüchse. Die Liste der Prozesse könnte schier endlos fortgesetzt werden, unterfüttert mit klingenden Namen wie
Grasser und Kartnig bis hin zum dissertationsbeschädigten Johannes Hahn. Und wie
könnte es am Ende einer solchen Story anders heißen: Für sämtliche angeführten Personen – und natürlich Gutachter – gilt die
Unschuldsvermutung.
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Rahofer.
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Das Ding aus einer anderen Welt.
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nicht nur Tradition haben, sondern auch Zukunft. So können wir zum Beispiel
mit der PALFINGER Funkfernsteuerung in Verbindung mit PALTRONIC 150 nicht
nur unsere bestehenden Kunden und Investoren begeistern.
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Nataliya Zozulyak (Henkel), BM Hundstorfer (v.l.n.r.) Foto: BMASK
Der Eintritt ins
gelobte Land?
Die Rot-Weiß-Rot-Card regelt seit Juli den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt für
Nicht-EU-Bürger und hat bisher mäßigen Absatz gefunden. Dem Modell liegen die Vorschläge
der Sozialpartner und der Industriellenvereinigung zu Grunde.
ngelehnt an die Zuwanderungsmodelle
anderer Staaten soll eine flexiblere,
durch arbeitsmarktpolitische Kriterien
gesteuerte Neuzuwanderung stattfinden. Das
österreichische Pendant zur amerikanischen
Greencard gibt Schlüsselarbeitskräften und
Hochqualifizierten die Möglichkeit, in
Österreich eine zeitlich befristete Aufenthalts-und Arbeitserlaubnis zu erwerben.
Über ein Punktesystem werden Alter, Ausbildung, Sprachkenntnisse und Arbeitserfah-
A
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
rung bewertet. Profisportler bekommen in
diesem System Extrapunkte, da sie es ohne
Studium ansonsten nicht schaffen würden.
In den ersten beiden Monaten wurden 255
Bewilligungen und 31 Ablehnungen erteilt.
92 Anträge sind noch in Arbeit, wie aus den
Daten des AMS im September hervorgeht.
Auffallend ist, dass bisher gerade einmal
sieben Hochqualifizierte die Rot-Weiß-RotCard erlangt haben und das größte Interesse
bei Sportlern, vor allem bei Eishockey-Profis
aus Kanada, vorhanden ist.
Der Eishockey-Klub Red Bull Salzburg bestätigte im Kurier, dass man für Kampf- und
U-20-Mannschaft zehn Kanadier zugekauft
und für sie Arbeitsbewilligungen als Schlüsselkräfte beantragt habe. Dazu kämen Neuerwerbungen aus Kroatien, Japan und den
USA, die sich ebenfalls die Rot-Weiß-RotCard gesichert hätten.
An der Spitze der Nationenwertung steht unangefochten Kanada. Rund 27 Rot-Weiß-
Einfach zuverlässige IT Lösungen.
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Alles andere funktioniert sowieso perfekt. Einfach Alles.
Für Ihr Business. Aus einer Hand.
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A1.net
SERVICE
Rot-Karten wurden an Bürger des nordamerikanischen Landes vergeben. Auf Platz zwei
folgt Kroatien mit 25 Bewilligungen, gefolgt
von den USA mit 18 und Russland mit 17
Genehmigungen. Insgesamt gingen RotWeiß-Roten-Karten an Bürger aus mehr als
40 Nationen – von Kamerun bis Panama.
Der überwiegende Anteil an Arbeitsbewilligungen ging an die so genannten Schlüsselkräfte mit 205 positiven Erteilungen, neben
den sieben Karten für besonders Qualifizierte gab es noch 30 für Studienabsolventen
und 17 Blue Cards, das sind Bewilligungen,
die gemäß EU-Vorgaben zu vergeben sind.
Das FP-Schreckgespenst der „Massenzuwanderung“ könnte nicht weiter entfernt
sein. Im Sozialministerium selbst wurde pro
Jahr mit moderaten 8000 Karten-Inhabern
gerechnet, wovon wir bei dieser Entwicklung ebenfalls noch meilenweit entfernt sind.
BM Hundstorfer, BMin Mikl-Leitner
Das Punktesystem ist sehr speziell auf junge
High-Potentials ausgerichtet und scheint den
älteren Spitzenkräften ohne sprachlichen
Hintergrund den Zugang zu verwehren.
Drei Monate nach Einführung der Rot-WeißRot-Card sei diese schon ein Erfolg, das zumindest haben Innenministerin Johanna
Mikl-Leitner und Sozialminister Rudolf
Hundstorfer Anfang Oktober in einer Pressekonferenz verlautbart.
„Wir haben das Erfolgsprojekt gemeinsam
auf den Weg gebracht“, meinte ÖVP-Minis-
terin Mikl-Leitner zum Koalitionspartner
und demonstrierte Einigkeit. „Wir wollen die
hochqualifizierte Zuwanderung unterstützen
und weltweit die besten Köpfe holen“, so die
Ministerin.
Basierend auf einem Kriterienkatalog wird
hochqualifiziertes Personal und solches für
Mangelberufe nach Österreich geholt. Die
Ausstellung der Karte beinhaltet gleichzeitig
das Recht auf Niederlassung sowie das Recht
auf Zugang zum Arbeitsmarkt.
„Wir brauchen diese geregelte Zuwanderung, das war die richtige Antwort“, erklärte
SPÖ Minister Hundstorfer. „Natürlich kommen auch Profisportler über dieses System
rein, aber das ist nicht die Masse.“ Auch
Mikl-Leitner erklärte, dass Sportler nicht die
größte Gruppe unter den Rot-Weiß-RotCard-Eignern sind. Für Schlüsselkräfte wie
Wissenschaftler und Forscher würden der-
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Studie belegt positive
volkswirtschaftliche Effekte
„Die Studie belegt, potentielle Auswirkungen einer Änderung der österreichischen Migrationspolitik in Richtung qualifizierte Zuwanderung auf das mittel- bis langfristige
Wirtschaftswachstum. Mit einem Prognosehorizont bis 2050 könnte die Arbeitslosigkeit
Foto: BMASK
Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin
der Wirtschaftskammer Österreich Foto: WKO
zeit mehr Karten ausgestellt als für Zuwanderer in Mangelberufen, so Mikl-Leitner. Da
das System derzeit noch neu sei, rechnet sie
damit, dass die Zahl der Anträge künftig steigen wird.
Während FPÖ-Generalsekretär Herbert
Kickl das Punktesystem zur Erlangung der
Card als „absurd“ bezeichnet, fordert das
BZÖ die Umsetzung des BZÖ-Ausländerchecks. Abgesehen davon zeige sich, dass
„es der Bundesregierung mehr um Zuwanderer als um die eigene Bevölkerung“ gehe,
gesenkt, das Bildungs- und Beschäftigungsniveau gehoben und die Produktivität ebenso
wie die Investitionen erhöht werden“, ist sich
Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin
der WKO, sicher.
Verbessert wurde mittlerweile die Informationsmöglichkeit für interessierte Zuwanderer. Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit, sich
via Internet über die Rot-Weiß-Rot-Card
umfassend zu informieren. Unter www.migration.gv.at/ wird das System erklärt und
auch mittels eines Punkterechners die Gelegenheit geboten, selbst abzutesten, ob man
die nötige Punktezahl erreicht.
Ü
BESUCHEN SIE UNS AUCH IM INTERNET
WWW.WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN.COM
66
so Kickl. Sicherheitssprecher Peter Westenthaler kritisierte außerdem, dass die RotWeiß-Rot-Card nicht auf Deutschkenntnisse
abziele.
IV-Generalsekretär Neumayer erklärte hingegen, Österreich sei auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen, denn diese seien ein
Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Er rechnet durch das neue System mit
„positiven Auswirkungen“ auf die Migrations- und Integrationspolitik.
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Marktführer in der
europäischen
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68
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
69
FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Immigration und Innovation
JOANNEUM RESEARCH koordiniert das erste europäische Projekt
zum Thema Technologieinnovation für Immigranten.
nsere globalisierte Welt ist in Bewegung. Die Europäische Union empfängt
jährlich mehr als eine Million Immigrantinnen und Immigranten, die einen wesentlichen Beitrag zur Bevölkerungsstabilisierung und wirtschaftlichen Dynamik in
Europa leisten können. Die rasche und reibungsfreie Integration ist dabei von zentralem ökonomischen und sozialen Interesse
der Mitgliedsländer.
Um dies zu erleichtern, gibt es von der EUKommission als auch vom Institut für Technologieentwicklung der EU (JRC-IPTS) entsprechende Initiativen mit Hinblick auf Themenbildung und strategischer Begleitung für
die Digitale Agenda 2020.
Das Institut DIGITAL der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft koordiniert ein europaweit einzigartiges F&E-Projekt im Anwendungsbereich eInclusion und
kulturelle Diversität: MASELTOV (Mobile
Assistance for Social Inclusion and Empowerment of Immigrants with Persuasive
Learning Technologies and Social Network
Services).
MASELTOV identifiziert die Risiken für Immigrierende bezüglich drohender sozialer
Ausgrenzung von der Informationsgesellschaft und erkennt das große Potential mobiler Services zur Unterstützung kooperativer Integration für eine produktive Diversität
in Europa. Handelsübliche Smartphones bilden hierbei eine flexible Grundlage, um in
der Form eines mobilen Service eine
„everywhere/everytime“-Assistenz für Immigranten anbieten zu können. MASELTOV
forscht und entwickelt dafür innovative
Technologien im Bereich sozialer Netzwerke, digitaler Spieltechnologien und kon-
U
70
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
textsensitiver mobiler Systeme. Der „user
centred approach“ garantiert dabei die vollständige und iterative Einbindung der Endbenutzer in Anforderungsanalysen, Designentwurf und Evaluierungsphasen.
Beim Kick-off-Meeting in Graz trafen sich
am 30.-31. Jänner 2012 unter der Koordination von Lucas Paletta die 14 Partnerorganisationen aus neun Städten und sechs Ländern
(Österreich, England, Spanien, Italien,
Tschechische Republik, und Griechenland;
www.maseltov.eu), um die Weichen für dieses Projekt zu stellen.
JOANNEUM RESEARCH DIGITAL trägt
damit zur technischen Innovation mit mobiler multisensorgestützter Assistenz und Human Factors Technologie für die Analyse
kultureller Diversität bei. Kooperiert wird in
Österreich mit CURE, FH JOANNEUM,
Fluidtime Data Services GmbH und dem
Verein Danaida in Graz. Die Wirtschaftspartner ermöglichen eine unmittelbare Realisierung der entwickelten Services in dynamischen Wirtschaftszweigen mit Millionen potenzieller Kunden in den Bereichen Sprachlernen, Kommunikation in sozialen Netzen
und Urbane Navigationsservices.
Innovative Medizinprodukte
JOANNEUM RESEARCH HEALTH bietet Service entlang des gesamten
Produktlebenszyklus.
edizintechnik ist eine äußerst variantenreiche, vielfältige und komplexe
Branche. Medizinprodukte erfüllen
neben dem medizinischen Nutzen und den
hohen Ansprüche von Ärzten und Patienten
auch außerordentlich hohe regulatorische
und sicherheitstechnische Anforderungen,
vergleichbar jenen der Automobilindustrie.
Zudem unterliegen Medizinprodukte nicht
den freien Marktgesetzen, da der Bezahler
der Technologien bzw. von Leistungen die
mithilfe der Medizinprodukte erbracht werden, oft die öffentliche Hand ist. Das Institut
für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der JOANNEUM RESEARCH hat
jahrelange Erfahrung in unterschiedlichen
Bereichen der Medizintechnik- und Pharmabranche, profundes Marktwissen im Gesundheitsbereich und durch die jahrelange
und intensive Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz Zugang zu einem
Netzwerk von Patienten und Medizinern aus
verschiedenen Disziplinen. Als unabhängiger Impulsgeber, aber auch Entwickler und
Hersteller eigener Technologien und Medizinprodukte, ist das Forschungsunternehmen
in der Lage bei einzelnen Fragen der Entwicklung, Bewertung, Zulassung und Marktbeobachtung sowie bei der Erhebung klinischer Daten des Produkts zu unterstützen.
M
Potenziale von Web 2.0 nutzen
Das von den beiden Web-2.0-Experten Alexander
Stocker (JOANNEUM RESEARCH DIGITAL) und
Klaus Tochtermann (ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft) verfasste Fachbuch „Wissenstransfer mit Wikis und Weblogs“ ist nun in der 2.
Auflage beim renommierten Gabler-Verlag erschienen (311 Seiten, 49,95 Euro). Es richtet sich sowohl
an Manager, die vor der Aufgabe stehen, Anwendungen des Web 2.0 in ihrem Unternehmen einzuführen,
als auch an Lehrende, anwendungsorientierte Forschende und Studierende der Fachrichtungen Informatik, Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaftslehre.
Mit dem Web 2.0 haben sich Nutzer von Konsumenten zu Produzenten von Inhalten gewandelt. Die
Möglichkeit, selbst Informationen zu generieren und
anderen verfügbar zu machen, übt auf sie eine un-
FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Wachstum
Zu wenig Menschen? Zu viele Menschen? JOANNEUM RESEARCH nähert sich dem Thema Bevölkerungsentwicklung sowohl regional als
Franz Prettenthaler:
„Der Steiermark fehlen in 20 Jahren
340.000 Menschen, um
beim derzeitigen Pensionsantrittsalter das
Verhältnis von Personen im Erwerbsalter
und im Pensionsalter
zu stabilisieren.“
auch international.
ie weltweite
demografische
Entwicklung
ist ein kontroverses
Thema. Einerseits
wird international
die Frage diskutiert, wie viele
Menschen unser
Planet vertragen
kann. Von Bevölkerungsexplosion
ist die Rede und
vom ökologischen
Fußabdruck, den
jede und jeder von
uns durch unser
Tun hinterlassen.
Doch dieses Wachstum ist regional höchst
unterschiedlich verteilt. Ist doch bei uns in
Österreich und vielen anderen entwickelten
Gesellschaften z. B. von notwendigem
Wachstum die Rede, um den Wohlfahrtsstaat, die Pensionssysteme und die Versorgung für die älteren Personen in Industrieländern finanzieren zu können.
„In den westlicher Industriestaaten bedarf es
wegen der Überalterung der Gesellschaft einer engagierten Zuwanderungs- und Familienpolitik“, so Forschungsgruppenleiter
Franz Prettenthaler, „umlagebasierte soziale
Sicherungssysteme sind sonst in der derzeitigen Form nicht haltbar.“
Der Entwicklung der Bevölkerung und die
Auswirkungen
auf Sozialsysteme und Ökologie, aber auch
Stadt- und Regionalentwicklung gehören zu
den Forschungsschwerpunkten
der
JOANNEUM
RESEARCH. Deswegen lud das
steirische Forschungsunternehmen Ende
Jänner auch internationale Ex-
D
glaubliche Faszination aus. Zahlreiche neue ITWerkzeuge wie Wikis und Weblogs sind aus dem
Web 2.0 entstanden, die es Nutzern einfacher denn
je machen, Inhalte mit Gleichgesinnten zu teilen.
Das Buch zeigt auf, wie Unternehmen die Potenziale von Web 2.0 für
ihr Wissensmanagement nutzen
können. In elf umfangreichen Fallstudien ist dargestellt, wie Wikis
und Weblogs erfolgreich im Unternehmen eingesetzt werden können.
Ausgehend von zahlreichen Interviews mit den für Web 2.0 in Unternehmen verantwortlichen Managern werden in jeder Fallstudie Ausgangssituation, Zielsetzung, Einführungsprozess, Ergebnisse und Erfolgsfaktoren
systematisch analysiert. Die gewonnenen Erkenntnisse zu Web 2.0 im Unternehmen werden zusätzlich
mit Hilfe von Umfragen aus der Perspektive der Nutzer beleuchtet.
Elektroautos
pertinnen und Experten zum „Mariazeller
Dialog“.
Das Thema des demografischen Wandels ist
von hoher regionalpolitischer Relevanz. Ziel
des „Mariazeller Dialogs“ war die Präsentation aktueller Ergebnisse durch Expertinnen
und Experten sowie die Diskussion der ethischen Aspekte, um daraus die richtigen Weichenstellungen für künftige Entscheidungen
und die diese unterstützende Forschung vorzunehmen. JOANNEUM RESEARCH zeigt
damit als stark technologie- und wirtschaftsorientiertes Forschungsunternehmen, dass es
ständig auch einer Reflexion der ethischen
und gesellschaftspolitischen Relevanz des
eigenen Tuns auf höchstem Niveau bedarf.
www.mariazellerdialog.at
– Ein Mittel gegen den Klimawandel?
ie Forschungsgruppe Energieforschung
von JOANNEUM RESEARCH RESOURCES hat gemeinsam mit der TU
Graz detaillierte Grundlagen zur Einführung
von Elektro-Fahrzeugen im größeren Stil erarbeitet.
Von der Antwort auf die Frage „Woher
kommt der Strom?“ und der Analyse, wieviel
Energie ein Elektrofahrzeug im Vergleich zu
einem Benzin- oder Dieselfahrzeug braucht,
hängt die Reduktion der Treibhausgase
(THG) ab.
Am Beispiel eines PKW-Kleinwagens: Wird
der Strom aus erneuerbaren Energie (Wind,
Wasserkraft, Photovoltaik) erzeugt, dann ist
die THG-Emission pro gefahrenen Kilometer um ca. beachtliche 80 Prozent niedriger
gegenüber dem vergleichbaren Diesel-PKW.
Wird das Elektrofahrzeug jedoch mit Strom
aus dem typischen österreichischen Strommix (Wasserkraftanteil 45 Prozent) betrieben, können noch ca. 50 Prozent THG-Emissionen eingespart werden. Bei Strom aus
Erdgas ist eine Reduktion nur mehr um ca.
20 Prozent möglich. Letztendlich kann dies
sogar kippen: Denn unter Berücksichtigung
von Reduktionspotenzialen im Verbrauch
heutiger Diesel- und Benzin-Fahrzeuge („3Liter-Auto“) verringert sich dieses Reduktionspotenzial. Bei aus fossilen Brennstoffen
D
(z.B. Erdgas) erzeugtem Strom für ElektroPKW kann dies zu höheren THG-Emissionen im Vergleich zum Diesel-PKW führen!
„Unsere Rolle als Forscher ist es aufzuzeigen, welche Auswirkungen verschiedene
Maßnahmen haben. Die Erwartungen sind
da oft zu hoch. Bei Elektroautos wird oft vergessen, dass ja auch der Strom wo herkommen muss“, so DI Martin Beermann. Die
Kompetenz, die sich die Grazer Forscher erarbeitet haben, wird dabei international geschätzt: JOANNEUM RESEARCH leitet in
der Internationalen Energieagentur (IEA)
eine neu eingerichtete Arbeitsgruppe zur Lebenszyklusanalyse von Elektrofahrzeugen,
die Dr. Gerfried Jungmeier drei Jahre lang
als Operating Agent leiten wird.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
71
Gehirnforschung
trifft Wirtschaft
DI Jürgen Wieser :„Wir müssen
uns vom USP-Denken im Marketing endlich verabschieden.“
Die Gehirnforschung zeigt: Emotionen sind die wahrhaft mächtigen Entscheider im menschlichen Gehirn.
Die Marketingpraxis setzt große Hoffnungen in den Anwendungsnutzen der Neuroökonomie. Mit „Hirnscannern“ werden heute auch die unbewussten Prozesse der Entscheidung im Kundengehirn gemessen,
dort, wo laut Forschern die wirkliche „Musik“ im Kundengehirn spielt.
Die Macht der Emotionen
„Herbert, trink das!“ – Herbert aus der Joghurtdrink-Werbung weckt den Hypochonder in uns. Seine Erlebnisse emotionalisieren
das Konsumentengehirn. Und wie die moderne Hirnforschung zeigt, sind sie auch die
wirkungsvollen Treiber im menschlichen
Gehirn, wenn Kunden Kaufentscheidungen
treffen.
Zu den weltweit führenden Experten in der
Marketing-Hirnforschung und ihrer Übertragung auf die Marketingpraxis zählt der deutsche Diplompsychologe Hans-Georg Häusel. Der Bestseller-Autor und Vorstand der
Gruppe Nymphenburg Consult AG in Mün-
72
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
chen entwickelte mit seinem innovativen
„Limbic®“-Ansatz ein weltweit einzigartiges Neuromarketing-Instrumentarium. „Objekte und Informationen, die keine Emotionen auslösen, sind für das Gehirn wert- und
bedeutungslos“, so Hans Georg Häusel.
Hirnscanner-Untersuchungen ermöglichen
heute tatsächlich einen ganzheitlichen Blick
auf die Wirkung von Werbespots und Anzeigen-Sujets und die damit verbundenen neuronalen Strukturen im Gehirn. Die Ergebnisse liefern konkrete Hinweise, warum ein
TV-Spot oder eine Anzeige einen Kunden
emotionalisiert. Man erhält quasi eine Art
Abdruck der Werbemaßnahmen im Gehirn.
Werbung wirkt belohnend
Fragt man Menschen nach ihrer Meinung zu
Werbung, erfährt man oft eine ablehnende
Reaktion. Man hört: „Werbung nervt, unterbricht spannende Filme, Firmen sollten sich
ihr Geld lieber sparen, da man sich durch
Werbung nicht beeinflussen lässt.“
Doch wirkungsvolle Werbung zeigt im
„Hirnscanner“ ein völlig anderes Bild und
oft erstaunliche Ergebnisse. Herbert aus der
Joghurt-Werbung, die bekannteste Werbefamilie der Möbelbranche oder Österreichs
bestes Bier, was haben diese TV-Spots alle
gemeinsam? Sie schaffen es, die menschlichen Belohnungsareale, z.B. das Ventrale
Der Hirnscanner im Einsatz: Mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) werden
dieser Testperson unterschiedliche TV-Spots präsentiert.
Striatum, im Zwischenhirn zu aktivieren.
Diese Prozesse sind für die Markenloyalität
entscheidend und laufen größtenteils unbewusst ab.
Um zu verstehen, wie TV-Spots und Inserate
im Konsumentengehirn verarbeitet werden,
untersucht der Steirer Jürgen Wieser an der
Christian Doppler Klinik in Salzburg die
markenrelevante, emotionale Wirkung von
Werbung. Der Experte für limbische Kommunikation und Geschäftsführer der Limbio
Business OG in Kapfenberg untersucht derzeit für bekannte österreichische Unternehmen auch die Effekte von Prospekt-Preisauszeichnungen und die Wirkung von Firmenund Verkaufspräsentationen. „Über 85 Prozent der Präsentationen, meist mit Powerpoint-Gestaltung, werden heute als überwiegend langweilig empfunden. Die meisten
Unternehmen bringen ihre ,Leistungs-PS’
kommunikativ nicht auf die Straße und lassen wichtige Umsätze und Kundenpotenziale liegen“, betont
Jürgen Wieser. Er
setzt auf völlig
neue Strategien, die ein
Umdenken
im Marketing und
Verkauf
zur Folge
haben.
Vielen
Management-Methoden, die über Jahrzehnte
gelehrt wurden, erteilt Jürgen Wieser größtenteils eine Absage. Marketing-Klassiker
wie USP, AIDA & Co haben seiner Meinung
nach ausgedient, weil das Kundengehirn anders funktioniert, als lange Zeit angenommen wurde.
Der Wahrheit ein Stück näher kommen
In der Marketingpraxis werden sehr häufig
klassische Befragungen für Marktforschungszwecke eingesetzt. Die Krux dabei:
Sie kratzen nur an der kognitiven Oberfläche
des Bewusstseins. Die wahre Markensubstanz manifestiert sich aber im Unbewussten,
genau hier liegt der Wert der Marke.
In zahlreichen internationalen Studien
konnte der Nachweis erbracht werden, dass
Marken zwei Effekte im Gehirn auslösen.
Zum einen schalten sie das rationale Denken
zurück. Zum anderen pushen sie die Emotionsareale im Gehirn. Marken legen dabei
also den Schalter von rational auf emotional
um. Dieser Effekt ist den Konsumenten
meist nicht bewusst, spielt aber die wesentliche Rolle für die kaufentscheidende Wirkung einer Marke.
Eine bekannte österreichische Biermarke im
Werbespot-Test: Die hohe neuronale Aktivierung im hinteren Temporallappen zeigt,
dass das Gehirn sehr stark auf die gezeigte
Geschichte des Spots reflektiert.
Fazit: Die Gehirnforschung zeigt uns neue
Wege, um Kundenreaktionen vorhersehbar
zu machen.
Ü
Zum Weiterlesen: www.limbio-business.at
„Unternehmen, die den limbischen Turbo zünden, nutzen neues Wissen und zeigen Mut in der
praktischen Umsetzung“, so DI Jürgen Wieser,
Geschäftsführer Limbio Business OG,
Kapfenberg
Fotos: Limbio Business OG
„Objekte und Informationen, die keine Emotionen auslösen, sind für das Gehirn wertund bedeutungslos.“ – Dr. Hans-Georg
Häusel, Vorstand der Gruppe Nymphenburg
Consult AG, München
TIPP:
Neuromarketing Kongress 2012:
Customer Experience Management
– was unbewusst (wirklich) wirkt,
26.4.2012, BMW Welt München
www.nymphenburg.de
Gehirngerechte Arbeitswelt
1.Tagung zur Anwendung der neuesten Ergebnisse der Gehirnforschung
in Führung, Management und Beratung.
12.5.2012, Wirtschaftsuniversität Wien
www.solutionmanagement.at
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
73
FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Millioneninvestition in die
Forschungsinfrastruktur
Einzigartiger Spritzgießcompounder für die Kunststofftechnik
„In den letzten acht Jahren wurden an der Montanuniversität insgesamt rund 60 Millionen Euro in
Gebäude und ca. 30 Millionen in
die Geräteinfrastruktur investiert, davon für die Kunststofftechnik allein 22 Millionen Euro“,
so Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Universitätsrates.
Leobens Bürgermeister Dr. Matthias Konrad mit Universitätsratsvorsitzendem
Dr. Hannes Androsch (2.v.l) und Vertretern der Montanuniversität
ie österreichischen Universitäten seien
gefordert, sich um den Wissenschaftsund Wirtschaftsstandort Österreich in
verstärktem Maße zu bemühen und ihre Verantwortung als exzellente Wissens- und Forschungsstätten wahrzunehmen, so Androsch,
der die Montanuniversität zur neuen Forschungsinfrastruktur im Bereich der Kunststoffe beglückwünschte. „Wir wollen uns in
der Kunststofftechnik zu einem international
sichtbaren ‚Center of Excellence‘ entwickeln“, so Androsch, der auch die Weiterentwicklung des PCCL (Polymer Competence
Centers Leoben) gemeinsam mit der Studienrichtung Kunstsofftechnik zu einem Cometzentrum als Ziel nannte.
D
Spritzgießcompounder
Der von der Firma Engel gebaute und in seiner Konzeption weltweit einzigartige Spritz-
74
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
gießcompounder wird am Department für
Kunststofftechnik für die kooperative Forschung und Hybridbauteilentwicklung verwendet.
Die Compoundieranlage des Forschungsaggregates ist speziell für die Herstellung und
Verarbeitung von nanoverstärkten Polymeren maßgeschneidert. Die Anlage besteht aus
einem 27 mm/44 bis 52D Leistritz-Compounder und einer vollelektronischen 1800
kN Engel Spritzgießmaschine, konzipiert für
Mehrkomponentenspritzgießen und die Herstellung von Polymer Nanocomposites auf
Basis konventioneller als auch hochtemperaturbeständiger Thermoplaste.
Die Gesamtanlage ist mit einem 3-WegeVentil ausgestattet und kann sowohl als
Spritzgießcompounder als auch getrennt als
Compoundieranlage bzw. Spritzgießmaschine verwendet werden.
Neue Wege für Forschung und Entwicklung
Sowohl Univ. Prof. Walter Friesenbichler
vom Lehrstuhl für Spritzgießen von Kunststoffen, als auch Dr. Peter Neumann, Geschäftsführer der Engel Holding GmbH verwiesen in Ihren Statements auf die Wichtigkeit der neuen Forschungsanlage für den
Kunststoffstandort Österreich.
„Diese weltweit einzigartige Maschine im
kleinen Industriemaßstab erlaubt bei höchster Energieeffizienz eine schnelle und anwendungsorientierte Produktenwicklung“ so
Neumann, der auch darauf verwies, dass
mittlerweile rund 25 Prozent der gesamten
Kunststoffproduktion über Spritzgießmaschinen realisiert werden.
Ü
FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Prof. Dr. José Geraldo Arantes
de Azevedo Brito (Direktor der Escola
de Minas), Vizerektor Peter Moser,
Arbeitsdirektor Dieter Kroll (ThyssenKrupp
Steel Europe), Univ.-Prof. Johannes Schenk
(v.l.n.r.)
Foto: Montanuniversität Leoben
Montanuniversität forciert
internationale Kooperationen
Die internationalen Beziehungen der Montanuniversität Leoben mit
wissenschaftlichen und industriellen Partnern werden weiter ausgebaut. Vor wenigen Tagen paraphierte Vizerektor Univ.Prof. Peter
Moser Kooperationsverträge mit Vertretern der Universität von Ouro
Preto in Brasilien und mit der Führungsspitze des deutschen Stahlriesen ThyssenKrupp Steel Europe.
ie ehemalige Goldgräberstadt Ouro
Preto (übersetzt: Schwarzes Gold) liegt
im brasilianischen Bundesstaat Minas
Gerais. Die „Escola de Minas de Ouro Preto“
wurde im Jahre 1876 gegründet und zählt zu
den renommiertesten Universitäten Brasiliens. An der Uni studieren derzeit rund
15.000 junge Menschen in acht Fakultäten.
Fachliche Anknüpfungspunkte mit der Montanuniversität Leoben ergeben sich in mehreren Bereichen. Wie Prof. Dr. José Geraldo
Arantes de Azevedo Brito (Direktor der Escola de Minas) in seinem Statement ausführte, sei man in der Startphase vor allem
an Kooperationen im Bereich der Metallurgie interessiert. Der Kooperationsvertrag
umfasst Schwerpunkte zum Austausch von
Studierenden und Lehrenden sowie zur Intensivierung der Zusammenarbeit in der Wissenschaft.
D
Zeitgleich wurde auch zwischen dem renommierten Stahlproduzenten ThyssenKrupp
Steel Europe AG und dem Department für
Metallurgie der Montanuniversität Leoben
ein Kooperationsvertrag unterschrieben. Die
ThyssenKrupp Steel Europe AG gehört zu
den weltweit technologisch führenden Qualitätsflachstahl-Anbietern und liefert mit ihren rund 29.000 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und hocheffizienten
Anlagen intelligente Stahlprodukte für die
Innovationen von morgen. Kernpunkte dieser Zusammenarbeit sind zum einen die Förderung qualifizierter Studierender, Kooperationen in Lehre und Weiterbildung, sowie
der Austausch wissenschaftlicher Ergebnisse
und die Unterstützung universitärer Veranstaltungen. „Für uns ist diese Kooperation
nicht nur ein wichtiger Schritt in Hinblick
auf den akademischen Nachwuchs für unser
Unternehmen, sondern auch in Bezug auf
Kooperationen auf wissenschaftlicher Basis“, erläuterte Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der ThyssenKrupp Steel
Europe AG, Dieter Kroll. „Dass auch die
Universität von Ouro Preto, mit der wir
schon seit geraumer Zeit zusammenarbeiten,
mit im Boot ist, freut uns umso mehr, als die
internationale Ausbildung unserer Studierenden ein Gebot der Stunde ist“, so Kroll abschließend. „Wir sind sehr stolz über diese
neuen Kooperationspartner“,
meinte
Univ.Prof. Johannes Schenk, Leiter des
Lehrstuhls für Metallurgie an der Montanuniversität Leoben, in einer ersten Stellungnahme, „erfreulich ist vor allem, dass die
Idee und die Vorarbeiten für die Partnerschaft mit der brasilianischen Universität von
Ouro Preto auf die Initiative der ThyssenKrupp Steel Europe AG zurückgeht.“
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
75
SERVICE
Sicher vor Hacker-Angriffen – mit ISO 27001
Das Jahr 2011 war geprägt von
hilft der Standard ISO 27001 für Informationssicherheit durch die Verbesserung von
Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen. So
dürfen IT-Admins nicht mehr einfach „kurz
die Verschlüsselung abschalte, um schnell
etwas zu testen“.
spektakulären Hacking-Angriffen – laut Experten die größer
Serie von Web-Attacken in der
Geschichte. Unter den Opfern befinden sich Unternehmen wie der
Spielekonsolenhersteller Sony
und sogar die CIA. In Österreich
wurde die GIS Opfer eines Angriffs. Wie die Websicherheit mit
Hilfe des internationalen Stan-
DI Herfried Geyer ist Auditor der Zertifizierungsorganisation CIS für Informationssicherheit nach ISO 27001.
Fotos: CIS
dards für Informationssicherheit
ISO 27001 in den Griff zu bekommen ist, erklärt DI Herfried
Geyer, Auditor der Zertifizierungsorganisation CIS.
n Herr Geyer, warum sind große Organisationen, die viel in die Sicherheit investieren, immer wieder angreifbar?
Die Annahme, dass in großen Organisationen generell viel für die Web-Sicherheit getan wird, stimmt so leider nicht. Es steht selten die Sicherheit eines Webportals, sondern
meist die Funktionalität und Rentabilität im
Vordergrund.
n Wo liegen in der Regel die Schwachstellen?
Gegen die Gefahr menschlicher Fehler
helfen nur standardisierte Sicherheitsprozesse.
Ein Problem stellen ganz klar Smart Phones
dar. Auf diesen können nicht nur ganze Unternehmensdatenbanken mitgenommen werden, Hacker benutzen sie auch dafür, in das
Firmennetzwerk einzubrechen. Um einen
PDA zu synchronisieren, muss der DomainAccount mit Kennung und Passwort auf dem
mobilen Gerät gespeichert sein. Über unsichere Betriebssysteme können die Zugangsdaten zum Firmennetzwerk dann relativ
leicht ausgelesen werden. Deshalb gehören
solche Technologien gemäß ISO 27001 klassifiziert und beispielsweise mittels PasswortVerschlüsselung gesichert.
n Welche Rolle spielt dabei der Faktor
Mensch?
Glaubt man einschlägigen Studien, so werden die meisten Datenpannen durch Systemfehler oder Schlamperei von Mitarbeitern
erst möglich. Vergesslichkeit liegt nun einmal in der Natur des Menschen. Auch hier
n Mit welchen Konzepten lassen sich
Web-Portale „wasserdicht“ machen?
Auf einer viel befahrenen Autobahn kann
schneller ein Unfall geschehen als auf einer
ruhigen Nebenstraße. Gemäß dieser Logik
ist Websicherheit eng mit dem heterogenen
Risikoansatz der Security-Norm ISO 27001
verbunden. Demnach sollten Unternehmen
„Risiko-Hotspots“ definieren, für die dann
wirksame Sicherheitsmaßnahmen einzurichten sind. Bei kritischen Web-Plattformen
muss der Sicherheits-Gedanke fixer Bestandteil des Prozesses werden – von der Planung,
über die Inbetriebnahme bis zur permanenten Anpassung an neue Bedrohungen.
n Wie ist die technische Sicherheit laut
ISO 27001 umzusetzen?
Generell gibt der Standard keine Technologien vor, sondern bietet ein Rahmenwerk zur
systematischen Erfüllung notwendiger Sicherheitsziele. Für den proaktiven Schutz
kommen meist Systeme zum Einsatz, die
zwar gegen Massenangriffe schützen, bei gezielten Attacken aber meist zahnlos sind.
Hier hilft intelligentes Log File Management: Diese Lösungen können mittels komplexer Analysen Event-Logs mögliche
Schwachstellen abdichten.
n Ist ISO auch für hochsensible Bereiche
– etwa in Banken – einsetzbar?
Auf jeden Fall! Durch den ganzheitlichen
Zugang gewährleistet ISO 27001 den umfassenden Schutz von Informationen – egal
ob auf dem Schreibtisch, am Laptop oder in
den Köpfen der Mitarbeiter. So wurde beispielsweise auch das Raiffeisenrechenzentrum Süd, das für den Betrieb der IT-Infrastruktur der steirischen Raiffeisen-Gruppe
zertifiziert. Im Rahmen der Risikoanalyse
wurden sämtliche IT-Komponenten, die zur
Bereitstellung von Internetdiensten verwendet werden, abgesichert. Denn eine Webseite
die heute als sicher gilt, kann schon morgen
etwa aufgrund eines Softwarefehlers angreifbar.
n Können auch mittelständische Unternehmen ISO 27001 nutzen?
Ja, es gibt zertifizierte Unternehmen mit rund
20 Mitarbeitern. Da die anfängliche Risikoanalyse den individuellen Sicherheitsbedarf
festlegt, ist der Sicherheits-Standard gut skalierbar.
Ü
76
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
SERVICE
Ob Schloss, Palais oder Kunsthaus Graz – im ältesten Museum
Österreichs lassen sich Feierlichkeiten jeder Art in zahlreichen Räumlichkeiten, von hochmodern bis traditionell, im Her-
nen verwirklichen. Mittelalter,
Barock
und
zeitgenössische
Kunst - der Fantasie sind kaum
Grenzen gesetzt.
Foto: H. Schullin, privat
zen der Stadt oder mitten im Grü-
Feiern Sie sich durch 500 Jahre Architekturgeschichte –
Rent a museum
ür jedes Veranstaltungsformat gibt es einen passenden Rahmen: Präsentationen,
Vorträge, Kongresse, Hochzeiten, Sommerfeste, Konzerte, Lesungen, Theater,
Candlelightdinner, Cocktailparties oder extravagante Empfänge. Kunst trifft Event, so
könnte die Devise des Universalmuseums
Joanneum heißen, wenn es darum geht, als
Museum auch Event-Location zu sein.
Wer schon immer im Bauch eines Außerirdischen tagen wollte, ist hier richtig. Der
Space04 des „Friendly Alien“ - des Kunsthauses Graz – stimuliert das Denken in fernen Dimensionen, und die gläserne Needle
fädelt Events mit Weitblick ein. Mitten im
Weltraum befinden sich Gäste im Schloss
Eggenberg. Der exklusive Planetensaal bietet das perfekte Ambiente für Veranstaltungen, die nach den Sternen greifen. Erdiger
präsentiert sich der charmante Heimatsaal
des Volkskundemuseums. Der große, helle
Raum mit gemütlichem Garten strahlt einen
besonderen Wohlfühlcharakter aus.
Attraktiv ist auch das Zeughaus als Platz für
Lesungen oder kleine Empfänge. Das martialische Ambiente in der Kanonenhalle
bringt alle ins Staunen.
Ein neuer Museumsbezirk ist in Graz entstanden. Im November 2011 eröffnete mit
dem „Joanneumsviertel“ ein Museum besonderer Art - gestaltet vom spanisch-österreichischen Team Nieto Sobejano/eep architekten. Das Besucherzentrum und der sehr modern ausgestattete Veranstaltungsraum, das
Auditorium, bieten viele Möglichkeiten, Ihr
Event zu gestalten. Das Veranstaltungsmanagement des Universalmuseums Joanneum
besteht seit Oktober 2003.
78
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Foto: N. Lackner, UMJ
F
Anfänglich wurden ausschließlich Veranstaltungen im Kunsthaus Graz organisiert und
betreut. Seit Jänner 2005 ist das Veranstaltungsmanagement für mehr als 10 Häuser
des Universalmuseums Joanneum zuständig.
Zu den über 100 internen Veranstaltungen,
die das Veranstaltungsmanagement jedes
Jahr organisiert, zählen u.a. große Ausstellungseröffnungen und Pressekonferenzen.
Foto: N. Lackner, UMJ
Foto: N. Lackner, UMJ
SERVICE
Weitere interne Veranstaltungen sind Symposien, Podiumsdiskussionen, Vorträge und
Meetings. Der Arbeitsschwerpunkt liegt aber
im externen Vermieten der Räumlichkeiten
des Universalmuseums Joanneum.
Von den mehr als 30 vermietbaren Räumen
sind der Space04 und die Needle im Kunsthaus Graz, das Auditorium im neu eröffneten
Joanneumsviertel, der Heimatsaal im Volkskundemuseum, die Prunkräume im Museum
im Palais und der Planetensaal im Schloss
Eggenberg die beliebtesten Veranstaltungsorte. Über 100 externe Veranstaltungen organisiert das Veranstaltungsmanagement jedes Jahr, darunter Galadiners, Filmdrehs,
Theatervorführungen, Roadshows oder Prä-
sentationen, und es betreut die Kooperationspartner/innen wie Diagonale, Springfestival, La Strada, Steirischer Herbst, Styriarte
oder steirisches Kammermusikfestival in den
Räumlichkeiten des Universalmuseums Joanneum. Des weiteren hat das Veranstaltungsmanagement seit 2007 den Zuschlag
KONTAKT
Universalmuseum Joanneum
(0043)-(0)316-8017-9218
[email protected]
www.joanneum-to-rent.at
www.museum-joanneum.at
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für alle standesamtlichen Trauungen außerhalb des Rathauses in Graz bekommen, die
zusätzlich zu den kirchlichen Trauungen, die
in der Antoniuskapelle, Stiftskirche und
Schlosskirche Eggenberg stattfinden, angeboten und organisiert werden.
Für grenzenlosen Genuss unter freiem Himmel bietet das Veranstaltungsmanagement
auch Picknicks im Park vom Schloss Eggenberg an.
Bei der Beratung, Planung und Durchführung steht Ihnen das engagierte Team des
Veranstaltungsmanagements mit Gabriela
Filzwieser, Sarah Spörk und Franz Adlassnig
mit seiner langjährigen Erfahrung zur Verfügung.
Ü
SERVICE
Personalentwicklung im Wandel
Auf die Mitarbeiter kommt es an
Bereits 40 Prozent des Unterneh-
Foto: Symbol
menserfolgs werden der Personalarbeit zugerechnet. Kein Wunder, haben doch in unserer Wissensgesellschaft jene Betriebe
die Nase vorn, die „Wissen“ als
vierten Produktionsfaktor erkennen und schneller als die Mitbewerber ihr Know-how in innovativen Produkten und Dienstleistungen umsetzen.
Von Marie-Theres Ehrendorff
aut Experten-Schätzungen beträgt die
Halbwertszeit des beruflichen Fachwissens nur mehr fünf Jahre, des Technologiewissens drei und des EDV-Wissens gar
nur noch ein Jahr. Daher sind Unternehmen
in unserer vernetzten und zunehmend globalisierten Welt mit stetig wachsenden Herausforderungen konfrontiert. „Wissen und Innovation sind entscheidende Wachstumsfaktoren, speziell in einem Hochlohnland wie
Österreich. Einen globalen Lohnkostenwettbewerb können wir sicher nicht gewinnen“,
meint WIFI-Österreich-Kurator Karl H. Pisec. „Unsere Chancen liegen in Qualifikation, Forschung und neuen Technologien.“
Im Allgemeinen sind sich Österreichs Unternehmen der Bedeutung der Personalentwicklung auch bewusst. „Die ELAN-Studie
der EU-Kommission hat herausgefunden,
dass Unternehmen, die in die Mehrsprachigkeit ihrer Mitarbeiter investieren, um 44,5
Prozent höhere Exportumsätze erzielen als
solche, die das vernachlässigen. Und eine
über drei Jahre laufende Studie unter Führungskräften in der Schweiz kam kürzlich
zum Schluss, dass man mit Investitionen in
Weiterbildung – im konkreten Fall waren es
Coachings- und Führungskompetenz-Trainings – eine jährliche Rendite von 12,6 Prozent erwirtschaften kann“, wie WIFI-Österreich-Institutsleiter Michael Landertshammer feststellt.
L
80
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Personalpolitik als
Unterscheidungsmerkmal
Mitarbeiter sind ein wesentliches strategisches Unterscheidungsmerkmal, was heimische Betriebe auch zunehmend erkennen.
Laut einer aktuellen Kienbaum-Studie sind in
90 Prozent aller Unternehmen die Personalagenden in den obersten beiden Führungsebenen angesiedelt. Über einen Personalverantwortlichen verfügen aber meist nur größere
Betriebe. Für Michael Landertshammer ist
das die Bestätigung, „dass sich KMUs primär
mit der Personalauswahl und dem Personalcontrolling befassen und sich für Weiterbildungsmaßnahmen externe Partner holen“.
Personalentwicklung rechnet sich für Unternehmen
und Mitarbeiter, denn Know-how auf dem neuesten
Stand und Innovationskraft sind entscheidende
Wettbewerbsfaktoren im Wirtschaftsleben.
Personalentwicklung gewinnt
an Bedeutung
In Umfragen geben mittlerweile 92 Prozent
der Betriebe an, Kurse und Seminare zu nutzen, und zwar in durchschnittlich vier unterschiedlichen Bereichen. EPUs in drei Bereichen, KMUs in 3,5 und Großunternehmen
in 6,6 Bereichen. „Wir stellen eine deutliche
Professionalisierung der Personalentwicklung fest, was als strategischer Bestandteil
SERVICE
„Im globalen Wettbewerb liegen die Chancen von Hochlohnländern
wie Österreich eindeutig in Qualifikation, Forschung und neuen
Technologien“, weiß WIFI-Österreich-Kurator KR Karl H. Pisec, MBA.
Foto: WIFI/ Formanek
einer professionellen Organisationsentwicklung gesehen wird“, findet Landertshammer,
„und deshalb überlegen Unternehmen eben
ganz genau, welche Weiterbildungsmaßnahmen konkret den Umsatz und die Produktivität steigern können.“
Zu beobachten ist derzeit ein Trend der österreichischen Unternehmen in Sachen Professionalisierung, der weniger kurzfristige Kostenvorteile als langfristige Wettbewerbsfaktoren im Auge hat. „Besonders gefragt sind
Bereiche wie EDV und Technik, aber auch
Weiterbildung in Unternehmensführung sowie der Erwerb und die Perfektionierung von
Fremdsprachen“, weiß Michael Landertshammer. „Wesentlich ist in diesem Zusammenhang auch Diversity Management, also
das Ausschöpfen der Potenziale individuell
unterschiedlicher Mitarbeitergruppen.“
Besonders für die Förderung älterer Arbeitnehmer in Unternehmen sieht Landertshammer dringenden Bedarf. „Denn bis 2020 wird
es laut Statistik Austria 240.000 Erwerbstätige zwischen 15 und 45 Jahren weniger geben als heute und schon jetzt wird es immer
schwieriger, junge qualifizierte Fachkräfte
zu finden. Umso wichtiger ist es auch, ältere
FÖRDERUNGEN
Fast die Hälfte der österreichischen
Unternehmen hat laut einer aktuellen
makam-Erhebung bereits eine Weiterbildungsförderung in Anspruch genommen – 48 Prozent kennen allerdings keine Fördermöglichkeiten. Je
kleiner das Unternehmen, desto weniger sind Fördertöpfe bekannt. Jedes
zweite Unternehmen wünscht sich
aber mehr Förderungen, einen vereinfachten Zugang und weniger Administrationsaufwand.
„Unternehmen wachsen, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
wachsen, daher bringen Investitionen in Weiterbildung
langfristig hohe Renditen“, analysiert WIFI-Österreich-Institutsleiter
Prof. Dr. Michael Landertshammer.
Foto: WIFI/Michaela Bruckberger
Beschäftigte zu motivieren, ihr Know-how
auf dem letzten Stand zu halten und mit ihrem ganzen Wissensschatz bestmögliche Ergebnisse zu liefern.“
Qualifikation gegen Fachkräftemangel
Gibt es zu wenig qualifizierte Fachkräfte, leidet die Wirtschafts- und Innovationskraft des
Landes. Eine repräsentative market-Studie
vom August 2011 belegt, dass jedes dritte
Unternehmen plant, neue Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter einzustellen. Insgesamt
werden 152.000 Personen gesucht, wovon
ein Drittel von der Gastronomie benötigt
wird, gefolgt von kaufmännischen und technischen Berufen. Allerdings geben sieben
von zehn Arbeitgebern an, Schwierigkeiten
zu haben, geeignete Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zu finden. Das größte Problem
bei der Mitarbeitersuche liegt für knapp 60
Prozent darin, dass es zu wenig fachlich geeignete Personen mit der entsprechenden
Qualifikation gibt. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzen 70 Prozent der
Unternehmen auf Aus- und Weiterbildung
bzw. Umschulung, 49 Prozent auf langfristige Personalplanung, wie der market-Studie
im Auftrag der WKO „Fachkräfte – Die aktuelle Situation in Österreich“, 2011, zu entnehmen ist.
„Drei Viertel der Unternehmen mit Auslandsaktivitäten klagen, dass sie ihre Exportchancen aufgrund von mangelnden Kompetenzen nicht ausschöpfen können“, erklärt
Karl H. Pisec, der sich auch in seiner Funktion als Bundesgremialobmann des Außenhandels und Vorsitzender des EU-Außenhandels ständig mit dieser Thematik konfrontiert
sieht. „Laut den Unternehmen liegen die Defizite vor allem im Bereich Fremdsprachen
und interkulturelle Skills. Weiters mangelt
es an internationalem Wirtschafts-Knowhow.“ Gäbe es diese Defizite nicht, wären
die österreichischen Exporte im Jahr 2009 -
laut ibw-Studie „Außenwirtschaft und Humanressourcen“, 2010 – um sechs Prozent,
also um 7,7 Milliarden Euro höher gewesen.
„Hinzu kommt, dass in Österreich die
Sprachkenntnisse und Skills von Migrantinnen und Migranten viel zu wenig genutzt
werden“, so Pisec. 540.000 Beschäftigte in
der Privatwirtschaft haben Migrationshintergrund. 60 Prozent der Unternehmen mit Auslandsaktivitäten nutzen auch gezielt deren
sprachliche und kulturelle Kompetenzen –
dennoch sind 39 Prozent der Arbeitnehmer
mit Migrationshintergrund unter ihrem Qualifikationsniveau beschäftigt. Gründe dafür
sind mangelnde Deutschkenntnisse, fehlende
fachliche Qualifikationen und Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, wie es das Forum „Nachhaltiges Österreich“ herausgefunden hat. Ü
POTENZIALE ERKENNEN
Wie es um die Verankerung der Personalentwicklung im eigenen Unternehmen bestellt ist und wo es Optimierungschancen gibt, können Führungskräfte und Personalisten anhand einer Bildungsbedarfsanalyse
beim neuen WIFI-Kompetenz-Check
für Personalentwicklung herausfinden. Vier Fragenkomplexe von „Organisation und Unternehmenskultur“
über „PE-Strategie und Marketing“
bis „Mitarbeiterkompetenzen und Potenziale“ sowie „PE-Planung und
Controlling“ warten auf die Teilnehmer/innen. Die Auswertung macht
Stärken und Schwächen der aktuellen
Human Resources deutlich und zeigt,
mit welchen Maßnahmen Mitarbeiter/innen künftig ihr volles Potenzial
entfalten können. Der kostenlose
Online-Check ist abrufbar unter
www.wifi.at/personalentwicklung
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
81
SERVICE
Internationale
Drehscheibe
In Sachen e-mobility ist Graz der Anlaufpunkt
Nummer 1. Heuer fand bereits zum dritten Mal die
e-mobility Conference in der steirischen Landeshauptstadt statt. Graz wird somit immer mehr zur
internationalen Drehscheibe in Sachen Elektromobilität und alternative Antriebe.
urch die Konferenz und dazugehörige
Expo ist es Graz gelungen, sich als Kompetenzzentrum im Bereich der Elektromobilität zu positionieren. „Der Erfolg gibt
uns Recht und wir wollen den eingeschlagenen Weg auch in den nächsten Jahre weiter
gehen“, so der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl. Rund 70 Vortragende aus ganz
Europa informierten die 200 Teilnehmer über
die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich. Besonders im Jahr 2012 will die Conference neue Wege gehen und sich noch stärker von vergleichbaren Veranstaltungen abheben. Denn gerade in den letzten beiden
Jahren hat sich im Bereich der Elektromobilität und alternativen Antrieben so viel getan,
dass es immer wichtiger wird, diesen Themenbereich in allen Facetten zu behandeln.
D
Gelebte Mobilität
82
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Fotos: Stadt Graz
e-mobility findet statt
Gemeinsam mit dem Lebensministerium
und dem Land Steiermark arbeitet die Stadt
Graz unter Bürgermeister Siegfried Nagel
daran, die wichtigen Themen noch weiter zu
forcieren. Dazu der Bürgermeister: „Graz
nimmt nicht nur mit der e-mobility-conference eine Vorreiterrolle ein, auch die Leistungen der Modellregion liegt im nationalen
und internationalen Bereich im Spitzenfeld.
Dies beruht nicht zuletzt auf der Tatsache,
dass die Modellregion sehr aktiv handelt und
innovativ und auch sehr günstige Angebote
auf den Markt gebracht hat. Im Konkreten
bedeutet dies, dass es mittlerweile günstiger
ist, ein E-Auto zu kaufen als das Modell,
wenn es mit konventionellen Treibstoffen angetrieben wird. „Das Thema e-mobility ist
ein Zukunftsthema, dass wir intensiv bearbeiten müssen. Es ist notwendig intelligent
zu sparen, aber gerade dieses Thema müssen
wir im Fokus halten. Wir müssen Strukturen
für die Zukunft schaffen“, so Minister Nikolaus Berlakovich. Ziel des Ministers ist ein
energieautarkes Österreich in Europa, da
Erdöl immer teurer wird. Auch beim Klimaschutz ist ein neues Denken gefordert. Hier
ist es vor allem wichtig auch die Bundesländer verbindlich im Boot zu haben. Wichtig
ist ein intelligentes Mobilitätsmanagement
und eine Bewusstseinsbildung bei Klimaschutz und Verkehr. Laut LR Siegfried
Schrittwieser ist die Konferenz ein wichtiger
Beitrag zur Bewusstseinsbildung. „Mit seiner Energiestrategie 2025 hat das das Land
Steiermark auch ganz klar formuliert. Wichtig ist es gemeinsam die Dinge anzugehen,
die die Politik allein nicht schaffen kann.
Formuliertes Ziel der EU ist es den individual Verkehr umzustellen und die Anschaffung von E-Fahrzeugen zu verbilligen. Das
Land Steiermark will auch Anreize schaffen,
Minister Nikolaus Berlakovich, Bürgermeister Siegfried Nagl, LR Petra Bohuslav,
LR Siegfried Schrittwieser, Holding GrazVorstand Wolfgang Malik (v.l.n.r.)
um die Anschaffung von E-Fahrzeugen zu
fördern“, so der Landesrat. „E-Mobilität ist
keine Hauptsache der Energieunternehmen
und der Autoindustrie. Die Holding Graz als
größtes Verkehrsunternehmen Österreichs ist
gerne mit dabei und gibt ein klares Bekenntnis zur E-Mobilität ab. Wir sehen Urban
große Chancen für eine neue Mobilität“,
blickt Holding Graz Vorstand Wolfgang
Malik positiv in die Zukunft. Neu zu den
Prof. KR Ing. Siegfried , Russian Machines, war
einer der herausragenden Vortragenden.
Modellregionen ist auch das Land Niederösterreich dazugekommen. LR Petra Bohuslav: „Wir freuen uns sehr in die Modellregionen aufgenommen worden zu sein. Wichtig ist was kann und will Niederösterreich
beitragen. Uns ist es ein Anliegen, die Lebensqualität unserer Bürger langfristig zu gewährleisten. Niederösterreich ist sehr dynamisch in dem Bereich. So wollen wir bis
2030 die Treibhausemission um 50 % senken. E-Mobilität ist dafür ein wichtiger Faktor.“ Niederösterreich hat zu dem ein Ehrgeiziges Ziel: Energieautarkie bis 2015. Ü
Der luxuriöseste Reisebus in Österreich der Number One von Albus.
Der Weg ist das Ziel
ervice is our Success“ – auch wenn dieser Slogan von einer Fluglinie geklaut
ist, würde er dennoch perfekt auf die Firmenmentalität von Albus Salzkraft passen.
Denn kein anderes Busunternehmen legt derart großen Wert auf den Komfort und die Zufriedenheit seiner Passagiere. Und der Erfolg
gibt ihnen Recht: 250 Mitarbeiter, rund 13
Millionen beförderte Fahrgäste pro Jahr und
ein ständig wachsendes, internationales Netz
starker Partner auf der ganzen Welt sind doch
ein vielsagende Hinweise auf erfolgreiche
Arbeit.
Im Mai dieses Jahres startet Albus dann die
nächste „Evolutionsstufe“ in Sache Busverkehr: Dann nimmt im Charterverkehr die
neue Marke ASR Premium den Betrieb auf.
Ein bestens ausgebildetes Team und trainierte Fahrer sind dabei ebenso selbstverständlich wie die beeindruckende Flotte luxuriöser Busse. Speerspitze dieses Angebots
ist jedoch der „Number One.“
S
84
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Albus Salzkraft – dieser Name steht seit Jahrzehnten als Synonym
für Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und überragende Serviceleistungen. 1927 gegründet, ist Albus Salzkraft eines der traditionsreichsten
Busunternehmen in Salzburg und einer der größten Busbetriebe in
Westösterreich. Obwohl nach wie vor im traditionellen Linienbetrieb
verwurzelt, zählen Touristik und der Reisebusverkehr zu den ausgesprochenen Stärken von Albus.
Ein 14 Meter langes Aushängeschild
Doch was versteckt sich hinter der vielsagenden Bezeichnung „Number One“? „Der
Number One ist mit 14 Metern Länge, vier
Metern Höhe und 2,5 Metern Breite der neue
Star unserer Busflotte“, klärt Albus-Direktor
Erich Schabhüttl bereitwillig auf. Doch
schiere Größe ist nicht das einzige Kennzeichen des neuen Luxusliners. Ein edler Holzfußboden und eine Bordküche inklusive
Party-Bierzapfanlage und moderner Espressomaschine machen ihn zu einem RundumWohlfühl-Transportmittel.
„Unser neuer Number One wird die Kunden
SERVICE
beginnt der eigentlichen Event bereits beim
Einsteigen. Die avisierte Zielgruppe für den
Number One? „Sport- und Eventveranstalter,
Unternehmen, Vereine – die Möglichkeiten
sind grenzenlos“, ist Erich Schabhüttel überzeugt. „Der Spezialreisebereich bietet sich
ebenso an, etwa Sommelier- oder Gourmetreisen – im Grunde genommen jeder, der
nicht nur von A nach B kommen, sondern
unterwegs bestmöglich betreut werden
möchte.“
Dauerbrenner Busreise
Leder, Holz und jede Menge Service: Das First-Class-Interieur im Number One.
Das Highlight war zweifellos die Europameisterschaft 2008, als Albus als die Europameister aus Spanien chauffieren durfte.
Organisiert werden nationale und europaweite Luxusreisen mit dem Bus, bei denen
Komfort gepaart mit Ruhe und Erholung die
größte Rolle spielt. So etwa im Jahr 2011,
als über den Kooperationspartner mit Thomas Cook allein 20 Busse mit Touristen aus
Indien 14 Tage lang auf einer Europarundfahrt mit Stationen in Zürich, Paris, Brüssel,
Hamburg und London unterwegs war.
Wenngleich der Reisebus als ein sehr sensibles Reisemittel gilt – Katastrophen wie etwa
die Tsunami-Katastrophe in Japan oder die
Vogelgrippe-Gefahr vor einigen Jahren waren sofort im Buchungsverhalten spürbar –
so ist und bleibt der Bus doch das mit Abstand wichtigste Transportmittel. „Während
des Flugverbots aufgrund des Vullkanausbruchs auf Island sind wir in ganz Europa
für die Fluglinien eingesprungen. Und auch
darüber hinaus ist der flexibler und komfortabler als jede Billig-Fluglinie.“
Sound of Music-Tour im Cabrio-Bus
Neben der neuen Mercedes S-Klasse umfasst der Fuhrpark auch die E-Klasse sowie Viano und
Sprinter.
Fotos: Albus
begeistern. Schon beim Einsteigen wird man
als echter VIP-Gast behandelt. Man nimmt
Platz in ergonomisch geformten Ledersesseln Platz und lässt sich auf Wunsch vom
Bordservice verwöhnen“, schildert der Albus-Chef. Trotz seiner enormen Größe verfügt der Dreiachser über gerade einmal 30
Sitzplätze in komfortabler 2 + 1 Bestuhlung.
Jede Menge Platz und Beinfreiheit sind somit garantiert. Im Heck des Luxusbusses befindet sich zudem ein Lounge-Bereich mit
sechs Sitzplätzen, je einer Kühlbox für
Champagner, Rot- und Weißwein sowie einem beleuchteten Sternenhimmel. W-LAN,
Sat-TV mit fünf Monitoren sowie Steckdosen an jedem Sitzplatz sind selbstverständlich.
Doch es nicht nur der schiere Luxus, der
komfortbewusste Busreisende aufhorchen
lässt. Ob Sportevents, Firmenkongresse oder
sonstige Präsentationen – im Number One
Als Ergänzung zur luxuriösen Busflotte mit
dem Number One an deren Spitze hat Albus
mit seinem Limousinen-Angebot einen zusätzlichen Erfolgsbaustein im Talon, der das
Angebot optimal abrundet. „Von der neuen
Langversion der Mercedes S-Klasse, der EKlasse, dem Viano bis hin zum Sprinter ist
ist unser Limousinen-Service bestens aufgestellt“, so der Albus-Direktor. „Von Salzburg
über München, Innsbruck bis nach Zürich
bedienen wir damit sämtliche Flughäfen.“
Als Abrundung bietet Albus-Salzkraft auch
im sogenannten „Hop on – hop off“-Segment bestes Service an. Schabhüttl: „Ab dieser Saison wird es in Salzburg spezielle
Sound of Music Spezialtouren mit
dem großen Cabrio-Bus geben.“ Eines ist also klar: Geht es um das
Thema Busreisen, so kommt man
an Albus-Salzkraft nicht vorbei. Ü
Reisen wir ein Konzernboss:
Das Limousinenservice
von Albus rundet das
Angebot perfekt ab.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
85
SERVICE
®
tesa -
Kleben ohne Grenzen
tesa®ACXplus öffnet tesa
neue Märkte und Kunden neue
Chancen
it der neuen, leistungsfähigsten Produktlinie der über 75-jährigen Unternehmensgeschichte revolutioniert tesa
den Markt für hochfeste Permanentverklebungen. Die innovativen, doppelseitigen
Acrylat-Klebebänder tesa®ACXplus basieren
auf einer weltweit einzigartigen, besonders
umweltschonenden Technologie und verfügen über Eigenschaften, die selbst widrigsten
Umständen trotzen.
M
Markt für hochfeste
Permanentverklebungen
Erstmals lassen sich durch die von tesa selbst
entwickelte ACX-Technologie – abgeleitet
vom Begriff „Acrylat Extrusion“ – besonders hohe Schichtdicken mit extrem starker
Klebkraft herstellen. Diese bleibt selbst auf
kritischen Oberflächen verlässlich und dauerhaft erhalten. tesa®ACXplus Produkte besitzen nicht nur die Fähigkeit, Vibrationen und
Spannungen zwischen verschiedenen Materialien auszugleichen. Auch extreme Temperaturen und Witterungsverhältnisse, UVund chemische Einwirkungen können den
Klebebändern nichts anhaben. Diese Eigen-
86
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
schaften machen die neue Produktlinie insbesondere für Konstruktionen interessant,
bei denen eine verlässliche Permanentverklebung unabdingbar ist. Beispiele dafür
sind die Montage von Bauteilen in der Automobil-, Elektronik-, Wind- und Solarindustrie, Verklebungen im Leuchtschildermarkt,
im Innenausbau oder im Baugewerbe, wo
eine hochfeste Verklebung schwerer Fassadenelemente gewährleistet sein muss.
Kunden gewinnen Sicherheit und Zeit
Insgesamt betrachtet gewinnen anspruchsvolle Permanentverklebungen an Bedeutung
für zahlreiche Anwendungen und Industrie.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Während
herkömmliche Fügetechniken wie Schrauben, Schweißen oder Nieten die innovativen
Materialien beschädigen und Korrosion hervorrufen können, lassen sich Werkstoffe
durch Kleben schonend und flächig verbinden. Dabei hat tesa®ACXplus auch Flüssigklebern gegenüber Vorteile, denn Trocknungsprozesse, Aushärtung und Reinigungsschritte entfallen. Der Verarbeitungsprozess
wird einfacher und wesentlich schneller.
Elastische und fließende Eigenschaften
Kern der neuen tesa®ACXplus Produkte ist
ihre besondere Viskoelastizität. Der Fachbegriff beschreibt ein Materialverhalten, das
gleichermaßen durch elastische und flie-
ßende Eigenschaften geprägt ist. Dank dieser
speziellen Balance lassen sich verschiedenste Oberflächen sicher benetzen. Gleichzeitig führen die maßgeschneiderte Zusammensetzung und Dicke der tesa®ACXplusKlebebänder dazu, dass dynamische Kräfte
und Schwingungen kompensiert und die Verbundmaterialien nicht so stark strapaziert
werden.
Der Langzeitstress, der beispielsweise bei
Verbindungen von zwei unelastischen Materialien wie Glas und Metall entsteht, wird
abgeleitet. So gewährleistet tesa®ACXplus
selbst bei unterschiedlichen Materialausdehnungen durch Temperatureinfluss permanente und sichere Verklebungen.
Patentierte Technologie „made by tesa“
Selbst entwickelte Herstellungsverfahren haben bei tesa eine lange Tradition. Dabei steht
der Verzicht auf Lösemittel bereits seit über
20 Jahren im Fokus. Mit der ACX-Technologie gelang dem internationalen Klebebandhersteller ein Quantensprung: Im Gegensatz zu herkömmlichen Technologien
wird das Lösemittel dem Acrylat unmittelbar
nach dem ersten Prozessschritt (Polymerisation) entzogen und anschließend in den
Kreislauf zurückgeführt. Die weitere Produktion erfolgt komplett lösemittelfrei. Auch
Abluftreinigung und Abwasserbehandlung
entfallen.
Ü
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Kulturwissenschaft
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und Forschung
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SERVICE
Was international zum guten Ton
gehört, wird nun auch in Österreich salonfähig: Der Markt für
Manager auf Zeit, die eine Füh-
Interims-Management in Österreich immer bekannter
Feuerwehr für KMU
rungskraft kurzfristig ersetzen,
wenn Not am Mann oder an der
Frau ist, wächst.
Von Marie-Theres Ehrendorff
INTERIMS-MANAGEMENT
Was ist Interims-Management?
Im angloamerikanischen Raum ist
Interims-Management seit Langem
weit verbreitet. Die ersten in Europa,
die diese Arbeitsform bereits in den
1970er Jahren eingesetzt haben,
waren die Niederlande und die
Schweiz. In Deutschland besteht der
Markt seit 15 Jahren, während in
Österreich Interims-Management
erst seit Mitte des vergangenen
Jahrzehnts ein Thema ist.
Wann ist Interims-Management
von Nutzen?
n Wenn besondere Herausforderungen anstehen,
n kurzfristiges Besetzungsproblem
oder eine unvorhergesehene Vakanz gegeben ist,
n bestimmtes Know-how benötigt
wird,
n Abwicklung zeitlich begrenzter
Projekte, wo Personalreserven im
Unternehmen nicht zur Verfügung
stehen.
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Probleme beim
Interim-Management:
n Interims-Manager braucht zu
lange, um sich einzuarbeiten
n Das unternehmensinterne Führungsteam akzeptiert den Manager nicht
n Investitions- und Sanierungsentscheidungen werden von den
Banken nicht mitgetragen
n Die Unternehmensleitung behindert den Interims-Manager mit
Entscheidungen in seinem Bereich
n Nach Beendigung des Mandates
sind neu gefasste Strukturen noch
anfällig
88
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Wer schnell hilft, hilft doppelt: das Wesen des Interims-Managements ist die schnelle Verfügbarkeit eines Top-Managers, der sowohl durch fachliche Expertise als auch durch Führungskompetenz punkten kann.
Foto: Symbolpictures
eitarbeit ist in Österreich in anderen Bereichen bereits weit verbreitet, auf Management-Niveau allerdings noch relativ
unbekannt. Es muss nicht nur die ernsthafte
Erkrankung eines Mitarbeiters sein, die
Schwangerschaft einer Führungskraft, der
legitime Wunsch auf ein „Sabbatical Year“
oder die unerwartete Kündigung eines Managers. Auch als Projektleiter für eine bestimmte Zeit kann sich der Einsatz eines Interims-Managers als sinnvoll erweisen.
„Gerade für KMU sind Interims-Manager
interessant“, meint Maria Theresia Bühler,
Gründerin von Bühler Management, einem
Interims-Management-Provider mit Sitz in
Wien, einer Niederlassung in der Schweiz
und einer Repräsentanz in Deutschland.
„Während Großunternehmen meist über eine
mehr oder minder komfortable Human-Ressourcen-Ausstattung verfügen, kann bei einem mittelständischen Betrieb der Ausfall
eines leitenden Mitarbeiters zum Problem
werden“, weiß sie. „Je kleiner das Unternehmen, desto wahrscheinlicher passiert es,
dass durch Personalreserven der vakante
Mitarbeiter nicht schnell genug ersetzt werden kann,“ so die Expertin für SüdostEuropa.
Interims-Manager sind vollwertige Führungskräfte für eine bestimmte Position über
einen bestimmten Zeitraum. Sie übernehmen
Ergebnisverantwortung für ihre Arbeit in ei-
Z
ner Linienposition. Sobald das Problem gelöst, eine stabile neue Unternehmens- oder
Bereichsführung etabliert oder der Relaunch
der strategischen Geschäftseinheit vollzogen
sind, verlässt der Manager auf Zeit das Unternehmen.
Zeitarbeit on demand
Bühler-Management agiert wie eine Agentur. „Ich betreibe seit sechs Jahren diesen
Management-Pool und habe rund 450 Manager unter Vertrag, die allesamt selbstständige Unternehmer mit Gewerbeschein sind.
Tagsatz oder Monats-Fee wird an den Kunden mit Agenturaufschlag verrechnet. Die
Honorare der Interim Manager liegen rund
20 Prozent über einem Fixgehalt, berechnet
zu Vollkosten. Bezahlt werden nur die geleisteten Zeiten. Dafür bietet der Provider
dem Kunden innerhalb weniger Tage mehrere Kandidaten zur Auswahl, die den Anforderungen entsprechen. Eine strende Due
Diligence der Kandidaten ist für Maria Theresia Bühler von höchster Bedeutung. Neben
der fachlichen Kompetenz sind auch die kulturelle Entsprechung sowie adäquate „soft
skills“, wie soziale Kompetenz und Empathie, für sie Voraussetzung für die Aufnahme
in ihren Pool von Premium-Managern.
Das Wesen des Interims-Managers ist seine
schnelle Verfügbarkeit, was auch die Ab-
SERVICE
Charakter, wenn es sich beim KMU im besten Sinn des Wortes um ein bodenständiges
Unternehmen handelt.“ Im Sinne der Qualitätssicherung begleitet der Provider den gesamten Einsatz und bleibt mit dem Auftraggeber und dem Interims-Manager in laufendem Kontakt.
Jeder Branche ihre Spezialisten
„Die Kosten eines Interims-Managers sind
kalkulierbar, denn verrechnet werden nur
jene Zeiten, in denen auch Leistung erbracht
wird“, sagt Mag. Maria Theresia Bühler,
Gründerin von Bühler Management, dem
ersten Interims-Manager-Provider in Österreich.
Foto: Bühler Management
Interims-Manager gibt es für alle Branchen
und alle Funktionen eines Unternehmens. Ob
ein mittelständisches Unternehmen für die
Finanzierung durch die Bank eine Begleitung
für die Erstellung seines Businessplans, der
Mittelfristplanung und Unterstützung bei den
Verhandlungen mit Banken braucht oder ein
international tätiger Baumaschinenhändler
sein neues ERP-System einführt und für den
Roll-out in den 15 Tochtergesellschaften im
CEE einen Projektleiter benötigt – alles ist
möglich, vorausgesetzt der Interims-Manager ist ein Profi und er passt zum Unternehmen. Laut Bühler arbeitet er zwei bis fünf
Tage in der Woche meist für zwei Monate bis
maximal drei Jahre.
Interims-Manager im Wandel
grenzung zum Executive Search darstellt.
„Die Nachbesetzung eines Operations Managers dauert oft ein halbes bis ein Dreiviertel Jahr und so lange kann kein Unternehmen
ohne Führung existieren. Ein Interims-Manager kann innerhalb von wenigen Tagen gestellt werden, daher sind die Pools auch so
groß. Wird ein guter Operations-Manager im
Lebensmittelmittelbereich gesucht, habe ich
zehn zur Verfügung, die dafür geeignet sind.
Wenn ich dann durchrufe, sind drei davon
verfügbar.“ Teil des Qualitätsmanagements
ist es auch, Manager zu finden, die kulturell
zum Unternehmen passen. „Also manchmal
nicht zu akademisch, sondern mit ,hand on’-
Mehr und mehr wandelt sich auch das Profil
des Interims-Managers. Wurde er früher als
reiner Sanierungsexperte gesehen, so wird er
heute verstärkt als „Puffer“ zur Überbrückung durch den vermehrt auftretenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften eingesetzt, wovon auch das Top-Management betroffen ist. Interims-Manager sind heute keinesfalls nur Vertreter der Gilde der „Elder
Businessmen“. „Ich habe jedoch nur Leute
unter Vertrag, die älter als 35 Jahre sind, denn
ein Interims-Manager muss einen relevanten
Werdegang haben sowie zehn Jahre Führungserfahrung. Wenn ich einen InterimsManager vorschlage, dann suche ich jeman-
den, der in dieser Branche oder in einer verwandten die gleiche Funktion schon ein- oder
mehrmals inne hatte. Er muss ein Profi sein,
denn er muss sich innerhalb von zwei bis
zweieinhalb Tagen in seiner Funktion beweisen, sonst haben wir einen Auswahlfehler gemacht. Die Kündigungsfrist in meinem Einsatzvertrag beträgt zwei Tage, und da diese
Manager alle Unternehmer sind, sind sie an
Folgeaufträgen interessiert und haben außerdem einen Ruf zu verlieren.“
Ein Job als Herausforderung
Das Angebot der Manager hat sich im Zuge
der Wirtschaftskrise vergrößert, sind doch
auch Führungskräfte den Sparmaßnahmen
zum Opfer gefallen. Meist aber ist es der
Reiz, sich in einem unbekannten Umfeld beweisen zu wollen, was Top-Leute in diesem
Job suchen. Finanzexperte Christian Endl ist
einer von ihnen, der seine Management-Jobs
in internationalen Konzernen gegen die Freiheit des Interims-Managements bewusst getauscht hat. „Das Spannende sind die regelmäßig neuen Herausforderungen in verschiedenen Unternehmen und verschiedenen
Branchen. Ein guter Interims-Manager bedeutet für das Unternehmen ein gewisses Risiko, weil viel von den Fähigkeiten abhängt,
da er ja temporär eine entscheidende Rolle
spielt. Daher sollten an ihn oder sie hohe Anforderungen gestellt werden.“
Führungskräfte auf Zeit müssen Situationen
umgehend erfassen und beurteilen können,
mobil sein und schnell und überzeugend arbeiten können. „Der Vorteil von InterimsManagern besteht darin, dass Unternehmen
kurzfristig und professionell auf Situationen
reagieren können. Restrukturierungen, Fusionierungen oder Vorbereitungen für einen
Markteintritt können mit externen Fach- und
Führungskräften rasch und effizient umgesetzt werden.“
Ü
Umfassende Leistungen für Immobilienprojekte
au- und Finanzierungsprojekte
sind in der Regel sehr komplex
und bringen eine Vielzahl an
schwerwiegenden Entscheidungen
mit sich. Die Erste Group Immorent unterstützt ihre Auftraggeber
durch ihr bewährtes Konzept „Alles aus einer Hand“. Gemäß diesem Leitspruch bietet der Spezialist für Immobilien- und Infrastrukturprojekte seinen Kunden hochwertige nationale und internationale Finanzierungsmöglichkeiten
von Immobilienleasing und Mobilienleasing über Kreditfinanzierungen bis hin zu strukturierten Finan-
B
zierungslösungen. Neben Finanzierungsfragen ist die Erste Group Immorent ein perfekter Ansprechpartner bei der Erschließung, Errichtung und Adaption von Immobilien. Im Bereich Immobilien-Investmentprodukte bietet die Erste
Group Immorent Immobilienfonds
mit breiter Streuung und klarer
Portfoliostruktur an. Die vielfältigen Leistungen aus eigenem Haus
sichern die Qualität und Rentabilität der Projekte und der Erste
Group Immorent dadurch eine Alleinstellung am Markt.
Foto: Paul Ott
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
89
Fotos: RHI AG
Ja zu Österreich
Ein klares Bekenntnis zum heimischen Standort gibt die RHI AG ab.
Die weltweite Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist im steirischen
Leoben konzentriert.
as Technology Center Leoben der RHI
AG ist die weltweit größte FeuerfestForschungseinrichtung in der Industrie.
Hier und in den anderen weltweiten Standorten werden Stoffe erforscht, weiterentwickelt und verbessert, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Der Weltmarktführer für
feuerfeste Baustoffe ist mit seinen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten äußerst kundenorientiert. Um die Zufriedenheit
ihrer Kunden zu garantieren, betreibt RHI
Anlagen im Miniformat, um genau zu simulieren, wie ihre Produkte in den Anlagen der
Kunden reagieren. So werden Weiterentwicklungen der Produkte getestet und den
Kunden können optimale Lösungen anboten
werden.
Das 1959 gegründete Forschungszentrum in
Leoben konzentriert die Forschungstätigkeiten der RHI in der Steiermark und hat sich
in den letzten Jahrzehnten zu einem internationalen Player entwickelt. Weltweit betreibt
RHI mittlerweile 33 Produktionsstandorte.
Österreich ist als Standort besonders wichtig,
da das Know-how der heimischen Fachkräfte
und die Nähe zur Montanuniversität dem
Unternehmen einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil verschafft. Mehr als 150
Wissenschaftler, Forscher, Techniker und
Laboranten aus mehr als zehn Nationen forschen in Leoben.
D
Zukunftsinnovationen
„Wir haben im Moment drei große Themenbereiche, mit denen sich unsere F&E-Abteilung beschäftigt. Rohstoffe, Umwelt und
Energie“, weiß Mag. Bernd Buchberger
F&E-Leiter in Leoben.
Aufgrund der immer knapper werdenden
Rohstoffe wird es immer wichtiger, neue
synthetische Rohstoffe zu entwickeln. „RHI
90
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
versucht vor allem Rohstoffe zu entwickeln,
die es so am Markt nicht zu kaufen gibt“, so
Buchberger. In den Labors und Produktionsstätten entwickelt RHI maßgeschneiderte
Rohstoffe für ihre Kunden. Durch den steigenden Bedarf an Magnesit ist die Selbstversorgung mit diesem Rohstoff ein wichtiger Erfolgsfaktor für RHI. In Norwegen errichtet RHI ein Werk, das aus Meerwasser
Magnesiumhydroxid gewinnt und daraus
Schmelzmagnesia herstellt, um die Selbstversorgung weiter voranzutreiben. „Hier
steckt eine sehr aufwendige Technologie dahinter. Diese sichert aber innereuropäisch die
Versorgung unserer Produktion mit einem
unserer Hauptrohstoffe ab“, erklärt Buchberger. Ein zweites wichtiges Thema ist die Umweltthematik. Denn gerade in der Industrie
sind nicht alle Einsatzstoffe immer ökologisch abbaubar. Mit ihren Prozessen versucht
RHI ihre derzeitigen Produktionsstoffe
durch neue Produkte zu ersetzen, die wesentlich umweltfreundlicher sind. „Diese Entwicklung wird, wie die anderen Themen
auch, durch eine sehr intensive Zusammenarbeit mit der Montanuniversität Leoben unterstützt“, sagt Buchberger.
Der dritte Themenschwerpunkt ist die Energie. RHI-Produkte werden größtenteils bei
sehr hohen Temperaturen gebrannt, um auch
im Einsatz den Betriebsbedingungen widerstehen zu können. Dafür wird entsprechend
viel Energie benötigt. Um den Energiebedarf
zu minimieren wird unter anderem an Möglichkeiten gearbeitet, bei niedrigeren Temperaturen zu brennen ohne die guten Eigenschaften der Produkte zu verlieren. „Uns ist
es wichtig, die Qualität für unsere Kunden
zu gewährleisten“, ist Buchberger überzeugt.
Zahlreiche neue Herstellungsprozesse wurden in den vergangenen Jahren entwickelt,
viele Patente angemeldet. „Wir melden jedes
Jahr zahlreiche Patente an. Unsere Politik ist
es aber, gut zwischen patentierbarem und internem Know how zu differenzieren, um
nicht Mitanbietern wertvolle Entwicklungsschritte mittels Patentoffenlegungsschrift als
„Anleitung zum Nachbau“ zu offenbaren.
Am Fertigprodukt nicht mehr erkennbare
Entwicklungsmerkmale werden strikt als internes Know how betrachtet“, macht Buchberger klar.
Zur guten F&E-Quote der Steiermark trägt
sicher auch RHI mit ihrer Forschungsarbeit
bei. Dafür spricht auch die sehr gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Förderstellen
der SFG und FFG.
Ü
RHI
RHI ist Weltmarkt- und Technologieführer bei hochwertigen keramischen Feuerfestprodukten und
Serviceleistungen mit Unternehmenssitz in Wien.
Bei allen industriellen Hochtemperaturprozessen müssen Feuerfestprodukte eingesetzt werden, um die Aggregate/Öfen gegen thermische, aber
auch mechanische und chemische
Angriffe zu schützen. Ebendiese Produkte produziert RHI. Die feuerfesten
Materialien sind Steine in verschiedenen Geometrien und Massen, also ungeformte Produkte. Mit den Steinen
werden die Innenseiten von Anlagen
ausgekleidet. Sie bilden den feuerfesten Schutz und verhindern zum Beispiel, dass flüssiger Stahl die Anlage
beschädigen kann. Im allgemeinen
Sprachgebrauch bezeichnet man als
feuerfest solche Erzeugnisse, die in
Prozessen verwendet werden, die bei
Temperaturen über 600 °C ablaufen!
SERVICE
Fotos: Messe Congress Graz
Zehn Jahre stadthalle|graz
ie Stadthalle Graz feiert 2012 Jubiläum
und blickt zurück auf ein Jahrzehnt voll
internationaler Stars und begeisterter Besucher. Als modernste Veranstaltungshalle
Österreichs schafft es die Stadthalle Graz seit
zehn Jahren, die verschiedensten Events, von
Konzerten und TV-Shows über Kongresse und
Messen bis zu Sportevents und Bällen, unter
einem Dach zu vereinen. Weltstars wie Linkin
Park, Pink oder Simply Red waren bereits in
der Stadthalle Graz zu Gast, ebenso wie verschiedenste TV-Shows von „The Dome“ über
„Wetten, dass…?“ bis hin zum Silvesterstadl.
Im Jubiläumsjahr 2012 legt Österreichs modernste Multifunktionshalle noch einiges
D
T SCHWER ...
R
4 WOCHEN SPÄTE
ten zum World Filitration Congress. Im Kalender unbedingt vormerken sollte man sich
außerdem die atemberaubenden Shows, die
2012 in der Stadthalle Graz Einzug halten:
Während der Cirque du Soleil von 22. bis 26.
Februar mit seiner Akrobatik-Show Saltimbanco in ungeahnte Höhen führt, wird die Galanacht der Pferde zu einem Erlebnis für die
ganze Familie. Auch die TV-Produktion „Willkommen bei Carmen Nebel“ wird im Herbst
2012 in der Stadthalle Graz zu Gast sein.
So weit nur ein erster Vorgeschmack! Im
Jubiläumsjahr dürfen sich die Besucher auf
eine breite Palette an Events gefasst machen.
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ALLER ANFANG IS
nach. Mit den Ärzten, Seeed und Unheilig
konnten die derzeit erfolgreichsten deutschen
Bands verpflichtet werden. Udo Jürgens, André Rieu oder Helene Fischer fehlen im Eventkalender ebenso wenig wie Bushido oder der
selbsternannte Volks-Rock’n’Roller Andreas
Gabalier. Allen Grund zum Lachen haben die
Besucher, wenn die deutschen Comedians Michael Mittermeier und Bülent Ceylan mit ihren neuen Kabarettprogrammen in Graz zu
Gast sind.
Internationale Kongresse sowie Fach- und Publikumsmesse gehören ebenfalls ins vielfältige
Programm. So begrüßt die Stadthalle Graz
etwa im April unzählige internationale Exper-
SERVICE
Logistik macht Schule
Und bei diesem Thema darf auch keiner sitzen bleiben.
hne Logistik wären wir kaum in der
Lage, uns neuen Schuhe oder Müsliriegele zu kaufen. Wie Prof. (FH) DI Franz
Staberhofer, Obmann des Vereins Netzwerk
Logistik und Studiengangsleiter an der FH
OÖ erläutert, kommen die Produkte in unseren Geschäften aus der ganzen Welt nach
Österreich. „Damit die neuesten Trends immer in den Regalen verfügbar sind, wird es
für die unterschiedlichen Unternehmen entlang der Lieferkette immer wichtiger, zusammenzuarbeiten und ihre logistischen
Aufgaben und Abläufe aufeinander abzustimmen. Dies erfordert ein hohes Maß an
Kommunikation, Organisation und Zuverlässigkeit.“
Um ein gemeinsames Verständnis von Logistik zu fördern, wurde deshalb vom Verein
Netzwerk Logistik (VNL Österreich) und
dem Logistikum – der Logistikkompetenz
der FH Oberösterreich – die neue Lernunterlage "Logistik macht Schule" erstellt, mit
deren Hilfe die verschiedenen Facetten dieser Disziplin interessant und spannend erklärt werden. Die Unterlage wird in AHS,
BHS und Berufsschulen verwendet – hauptsächlich von BWL-, Logistik- oder Geographie-Lehrern.
O
Zukunfts-Jobs in der Logistik
Neben einem einheitlichen Logistikverständnis soll durch „Logistik macht Schule“
bei Schülern und Lehrlingen auch das Interesse an einer weiterführenden LogistikAusbildung geweckt werden, denn fähige
Mitarbeiter in der Logistik werden immer
gefragter. Um sicherzustellen, dass sich Güter immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort befinden, sind hochqualifizierte
Spezialisten unentbehrlich.
Interaktive, modular aufgebaut
Wie leicht die Verwendung der Unterlagen
ist, bestätigt Prof. Ferdinand Dorfwirth aus
der HAK Perg: „Durch die Aktion ‚Logistik
macht Schule‘ wird es viel einfacher, die
Welt der Logistik den Schülern auf kompakte Weise näher zu bringen. Kurze theoretische Inputs, unterlegt mit vielen praktischen Beispielen aus österreichischen Logistikdienstleistungs-Unternehmen geben
eine gute und verständliche Einführung in
die Thematik.“ „Logistik macht Schule" ist
so konzipiert, dass Professoren einzelne Kapitel aufgreifen und so spielend leicht eine
92
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Auf in die weite Welt der Logistik!
oder auch mehrere Unterrichtsstunden gestalten können. Die Lernunterlage versteht
sich dabei als interaktives Tool und bietet neben theoretischen Basisinformationen über
die Grundlagen der Logistik auch spannende
Beiträge von Unternehmen (z.B Fronius International GmbH, uvm.) und deren Lösungen bei logistischen Problemstellungen.
Kontrollfragen und Übungsaufgaben wie
Kreuzworträtsel und Gruppenarbeiten erlauben ein spielerisches Erlernen aller Themen
rund um die Logistik. Aufgelockert wird das
Ganze auch noch durch kurze Videos und
Spiele. „Logistik macht Schule“ bildet damit
eine wertvolle Basis für eine tiefer gehende
Beschäftigung mit der Materie.
Die vielen Facetten
„Logistik macht Schule" unterteilt sich
grundsätzlich in Logistik FÜR Unternehmen, Logistik IM Unternehmen sowie Logistik als Gestaltungsaufgabe. In Logistik
Foto: ÖBB
FÜR Unternehmen beschäftigt sich der theoretische Teil mit Transport und Verkehr, integrierten Logistikanbietern, Logistik-Technologie-Anbietern und Logistik in Bildung
& Forschung. Danach stellen sich Firmen
vor, die logistische Dienstleistungen anbieten und Spezialisten in bestimmten Teilbereichen der Logistik sind. In Logistik IM Unternehmen werden im Theorieteil die Aufgaben der Planung, Beschaffung, Produktion
und Distribution näher erläutert. Anschließend beschreiben Firmen, wie sie in diesen
Bereichen größtmögliche Verbesserungen
erzielt haben. Unter Logistik als Gestaltungsaufgabe wird Supply Chain Management mit seinem übergreifenden, ganzheitlichen Konzept verstanden. Ein weiterer
Theorieteil über Green Logistics befasst sich
mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Logistik. Die Rubrik Logistikspiele bietet spannende Spiele rund um Logistik und lädt zum
gegenseitigen Messen im Wettkampf ein. Ü
LOGISTIK AUF ABRUF BEREIT
Unter www.logistikmachtschule.at stehen
n die Lernunterlage
n Präsentationen und begleitende Videos zu den einzelnen Kapiteln
n zusätzliche Übungen im PDF-Format und
n Logistikspiele
zum Download bereit. Zudem bietet auch die Website der Sparte Transport-Verkehr
der Wirtschaftskammer Österreich Unterlagen, die speziell für den Einsatz im
Schulunterricht aufbereitet wurden.
RHI: Weltmarktführer in der
Feuerfesttechnologie
Für mehr als 10.000 Kunden in 180 Ländern ist die beste Feuerfesttechnologie „made by RHI“.
Die Innovationskraft der RHI beruht auf jahrzehntelang etablierter F&E-Arbeit, die im RHI T
Technology
echnology
ec
e
Center
in Leoben konzentriert ist. Mehr als 150 Experten arbeiten kontinuierlich an Produktinnovationen und
Weiterentwicklungen
Weiterentwicklungen in enger Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen.
Für unsere Kunden bedeutet das Wettbewerbsvorteil
Wettbewerbsvorteil durch Spitzentechnologie und
höchste Wertschöpfung
Wertschöpfung in ihren Produktionsprozessen.
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Door Opener
Steigende Sicherheitsstandards und bessere Dokumentation lassen
das Geschäft mit schlüssellosen Zutrittssystemen stark wachsen. Der
Technologieführer SimonsVoss öffnet seine Türen und bietet einen
Einblick in sein Geschäft.
echanische Zutrittssysteme haben einen „langen Bart“, schlüssellose Zutrittssysteme liegen im Trend. Antreiber dieser Entwicklung ist SimonsVoss aus
Deutschland. Mehr als 10.000 Systeme wurden von Wien bis Singapur bereits installiert.
„Unsere Systeme sind komfortabler, sicherer
und wirtschaftlicher als mechanische
Schließsysteme“, bringt Karl Rogler, bei Simons Voss seit Februar 2002 zuständig für
die Märkte in Österreich, der deutschsprachigen Schweiz und Osteuropa, das Mission
Statement auf den Punkt. Vor allem die steigenden Sicherheitsvorkehrungen in den Labors, Unternehmen und Werksgeländen dieser Welt sind Hauptgrund für schlüssellose
Systeme. Zutritte werden dokumentiert und
öffnen für jeden die Türen, für die er berechtigt ist.
M
Nie wieder Schlüssel vergessen
Mechanische Systeme für verschiedenste
Zutrittsberechtigungen verschlingen viel
Zeit und damit Produktivität. Hat einmal ei-
ner seinen Schlüssel vergessen, kann es
lange dauern, bis er sich Eintritt verschaffen
kann. Noch grausamer wird es, wenn man
einen mechanischen Schlüssel verliert oder
einfach nicht wiederfindet. Die Produkte von
SimonsVoss binden heute sämtliche Zutrittsund Zugangsberechtigungen bis hin zur Kantinenabrechnung mit ein. Das System 3060
fügt einzelne Komponenten flexibel zusammen und bietet somit maßgeschneiderte Lösungen. Ein Knopfdruck öffnet heute von der
Garagentür bis hin zu Schreibtischschubladen oder Aufzugsanlagen alle Türen. Die eigene Software wird zur Steuerzentrale für
Zutritte, Alarme und vieles mehr. Die
„Schlüssel“ können Transponder sein,
SmartCards, PIN-Code Tastaturen oder biometrische Wandleser. Mittels Mausklick
werden Berechtigungen angelegt oder im
Bedarfsfall innerhalb von Sekunden gesperrt. Transponder werden dabei sogar zur
„Stempelkarte“ oder zum bargeldlosen Zahlungsmittel in der Betriebskantine. Den Betrieb von bis zu 64.000 solcher Transponder
Karl Rogler ist der wohl modernste „Door
Opener“ Österreichs, der deutschsprachigen
Schweiz und Osteuropas.
Fotos: SimonsVoss
bietet bereits die Basisversion. 100 Zeitzonengruppen können verwaltet werden. Die
Implementierung wird dabei zum Kinderspiel. Bestehende Listen können ins System
geladen werden, problemloses Nachrüsten
ist damit garantiert.
Innovationsgeschichte
Begonnen hat alles 1995, als die Firma in
München gegründet wurde. Das Umfeld mit
zahlreichen Technologiekonzernen in der
Nachbarschaft hat die Entwicklung rasant
vorangetrieben. Zwei Jahre später brachte
man als erstes Produkt das verkabelungsfreie
Schloss auf den Markt. „Der Durchbruch gelang uns mit dem weltweit ersten verkabelungsfreien Schließzylinder, den wir 1998
auf den Markt brachten.“ Dank kabellosem
Netzwerk, das Online-Programmierung und
Datenerfassung ermöglichte, stiegen die Verkaufszahlen kontinuierlich an. Im Jahr 2000
erfolgten die ersten Schritte ins Ausland.
Frankreich und Singapur sorgten für kräftiges Wachstum, das eine Verlagerung der Produktion nach Petersberg bei
Jena mit sich brachte. „Damit
konnten wir die steigende
Nachfrage durch bessere Anpassung der Kapazitäten gewährleisten.“ Wer heute etwa
ins Innere der Allianz Arena,
den Flughafen Düsseldorf, in
die Handelskammer Gibraltar oder in die Krebsforschungsstation des AKH
Wien gelangen will, wird zuerst von einem SimonsVossSystem gecheckt. Wer dort
nichts verloren hat, dem bleiben die Tore verschlossen. Ü
Für weitere zukunftsweisende Sicherheitslösungen von SimonsVoss
stehen Ludger Voss (CTO),
Hans-Gernot Illig (CEO) und
Bernd Quade (CFO) (v.l.)
94
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Ich will, dass Österreich beim
Klimaschutz schneller ans Ziel kommt:
Das schafft Strom aus Wasserkraft.
Nur gemeinsam können wir Österreichs Klimaziele erreichen – durch bewussteren Verbrauch und
umweltfreundliche Herstellung von Strom. Deshalb gewinnt VERBUND schon heute mehr als
vier Fünftel des Stroms aus Wasserkraft und deckt so – ergänzt durch Wind- und modernste
Wärmekraftanlagen – fast die Hälfte des österreichischen Strombedarfs. Mehr darüber erfahren
Sie unter www.verbund.com
Finden Sie uns auf Facebook.
Zum Thema „Umweltschutz versus Klimaschutz“ diskutierten Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Naturwissenschaftler und Umweltökonom, sowie Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG, unter der Leitung von Dr. Gisela Hopfmüller.
Foto: EnergieAllianz Austria/Andreas Scheiblecker
Muss Energie teurer werden?
ie Entwicklung des Klimas ist hauptsächlich unseren Enkeln geschuldet,
denn die Auswirkungen der Finanz- und
Wirtschaftskrise sehen wir schon heute“, erklärte der deutsche Naturwissenschaftler und
Umweltökonom Prof. Ernst Ulrich von
Weizsäcker, bei einer Diskussion zum
Thema „Umweltschutz versus Klimaschutz“. „Verursacht werden beide durch die
gleiche Mentalität des ,heute feiern, morgen
bezahlen“, ist er überzeugt, „doch in Bezug
auf das Klima gibt es keine Rating-Agenturen.“
Der sorglose Umgang mit Geld und Umwelt,
der die Finanzkrise ausgelöst hat, macht ihm
ebenso Kopfzerbrechen wie die Tatsache,
dass der Staat kein Geld mehr besitzt, weil
er alles Geld in die Rettung der Kreditinstitute gesteckt hat. Der staatliche Umweltschutz ist daher unter die Räder gekommen.
Sein Gegenpart beim Energie Talk der EnergieAllianz Austria im Wiener Saturn Tower,
der Vorstandsvorsitzender des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG, Gerald Grohmann, brachte seine
Sichtweise ein, die in vielen Aspekten unterschiedlich, in einigen Punkten jedoch deckungsgleich ist. Die Energiewende muss
gelingen, doch die Wege dorthin können verschieden sein.
Der enorme Energiebedarf geht laut Groh-
D
96
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Keine Frage: Umwelt- und Klimaschutz sind wichtig. Nach wie vor.
Doch wer gewinnt in der Konfrontation Umweltschutz versus Klimaschutz? Ist es möglich die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu
sichern, ohne die Natur zu zerstören?
Von Marie-Theres Ehrendorff
mann derzeit vor allem von aufstrebenden
Wirtschaftsnationen wie China und Indien
aus. Er ortet daher „eine ungebrochen steigende Nachfrage nach Öl und Erdgas“. Auch
aus seiner Sicht ist ein hoher Ölpreis für die
Energie- und Umweltpolitik erforderlich:
Denn dieser stelle die Versorgung sicher und
führe zu einem verantwortungsvolleren und
effizienteren Umgang mit Energie. „Viele alternative Energieformen rechnen sich erst
bei einem hohen Ölpreis“, so Grohmann.
Energie muss wertvoll werden
So plädiert auch von Weizsäcker: „Für die
großen Energieverbraucher muß es vorhersehbar sein, dass Energie immer teurer wird,
wenn sie bei den alten Technologien bleiben.
„Denn hohe Energiepreise bringen einen Innovationsschub, wie das Beispiel Japan
zeigt.“ Weizsäcker will den Klimaschutz
über den Umweltschutz gestellt wissen. Der
Wunsch der Konsumenten nach niedrigen
Energiekosten sei zwar legitim, aber keineswegs zukunftsweisend und muss ein Ende
haben, warnt er. „Dass die CO2-Emissionen
steigen ist ein äußerst schlechtes Vorbild für
die Entwicklungsländer. Viele Länder des
Nordens haben sich so unvorbildhaft verhalten, dass die Länder des Südens keinen Anlass sehen, etwas zu ändern. Die Klimaverhandlungen gehen erst dann in die richtige
Richtung, wenn Klimaschutz beweisen
kann, dass man dadurch reicher werden
kann.“
Energie darf etwas kosten
„Energie sollte“, so von Weizsäcker, „in kleinen Schritten, parallel mit dem Fortschritt
ENERGIE & UMWELT
„Energie soll in kleinen Schritten teurer gemacht werden, wenngleich durch ein sozialverträgliches Modell die durchschnittlichen
monatlichen Energieausgaben der Privathaushalte gleich bleiben sollen“, so Naturwissenschaftler und Umweltökonom Prof.
Ernst Ulrich von Weizsäcker.
Foto: EnergieAllianz Austria/Andreas Scheiblecker
der Energieproduktivität, teurer gemacht
werden.“ Zugleich will er durch ein sozialverträgliches Modell sichergestellt wissen,
dass die durchschnittlichen monatlichen
Energieausgaben von privaten Haushalten
gleich bleiben.
Bei der effizienten Nutzung von Energie
sieht er die Möglichkeiten noch lange nicht
ausgeschöpft, sondern um ein Fünffaches
steigerbar. „Es muss das Ziel sein, fünfmal
so viel Wohlstand aus einer Kilowattstunde
herauszuholen. Technisch ist diese Energie-
effizienz möglich, aber unter den Bedingungen billiger Energie wird sie nicht stattfinden – daher benötigen wir höhere Preise.“
Was allerdings im Vorfeld einiges an Investitionen abverlangen wird. „Die Faktor-5Technologien werden im 21. Jahrhundert ohnehin siegreich sein“, sinniert von Weizsäcker. „ Wer am frühesten einsteigt, hat den
Pioniergewinn. Da kann man eine hohe Pionierrendite einfahren.“ Österreich, Deutschland und Japan könnten sich an die Spitze
der Bewegung setzen und damit nur reicher
werden, ist seine Überlegung.
Georg Grohmann findet es zwar auch „gut
und richtig, dass wir große Anstrengungen
in die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien setzen, dennoch besteht ein deutlicher
Unterschied in der Größenordnung zwischen
den Beiden.“ Er hält fest, dass derzeit 80 Prozent der Primärenergie aus fossilen Energieträgern stammen und daher mache der Anteil
der erneuerbaren Energie nur wenige Prozent aus. „Da stehen wir erst am Anfang und
werden in den nächsten Jahrzehnten an Öl
und Gas nicht vorbeikommen“, so seine
Prognose. „Die Industrie kann nicht sehr
kühn in die Zukunft planen. Sie muss sich
hauptsächlich nach dem Markt richten. Und
der Markt hat ihr in den letzten 25 Jahren
immer mitgeteilt: Energieeffizienz ist eigentlich nicht wichtig, sondern es muss schick
und modern aussehen“, hält von Weizsäcker
dem entgegen.
Eine lohnende Sache kann Industrie-Vertreter Grohmann in der Anwendung von Effizienz und Produktivität in der Nutzung von
Energieressourcen erkennen. „Wir müssen
anstreben, dass wir durch die Erhöhung des
Wirkungsgrades weniger Energie brauchen“,
so der Schoeller-Bleckmann Vorsitzende Gerald Grohmann. „Ich finde es allerdings perfide, die Probleme der CO2-Emissionen dadurch lösen zu wollen, dass wir Nahrungsmittel knapper und teurer machen“, wirft
„Es ist gut, wenn wir große Anstrengungen
in die Weiterentwicklung erneuerbarer
Energien setzen, doch fallen diese derzeit
noch wenig ins Gewicht“, gibt Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG, zu bedenken.
Foto: EnergieAllianz Austria/Andreas Scheiblecker
Grohmann ein. Wobei er in der Ablehnung,
aus Nahrungsmitteln Treibstoff herzustellen,
mit Weizsäcker hundertprozentig übereinstimmt.
Bis die Energiewende erreicht sei, werde es
„noch ein sehr schwieriger und langer Weg
sein“, bemerkt Gerald Grohmann, während
sich der Wissenschaftler Ernst Ulrich von
Weizsäcker wesentlich kämpferischer gibt:
„Es muss uns gelingen, ernsthaften Klimaschutz und zugleich Wohlstand zu schaffen.“
Ü
Neue Erfahrungen sammeln:
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Vorstandssprecher
Mag. August Hirschbichler (li.)
und Vorstand Dr. Leonhard Schitter
setzen auf Energieeffizienz.
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Energieeffizienz für Salzburg
Der
Stromverbrauch
wächst
jährlich in Salzburg um rund 1,5
Prozent. Die Salzburg AG intensiviert daher ihre Aktivitäten
rund um Energieeffizienz und
Energiesparen und bietet Kunden ein Bündel von Produkten
und Services für mehr Energieeffizienz im Bundesland.
nergieeffizienz bedeutet, die richtige
Energie sparsam einsetzen. Gemäß diesem Motto haben wir vor Jahren damit
begonnen, hausintern alle Maßnahmen unter
E
dem Gebot der Energieeffizienz zu planen
und umzusetzen“, betont Vorstandssprecher
August Hirschbichler. Als Beispiele nennt
Hirschbichler den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien (die Salzburg AG hat in
den letzten sechs Jahren neun Wasserkraftwerke errichtet bzw. modernisiert); die Umstellung des Fernwärmesystems in der Stadt
Salzburg von Dampf auf Heißwasser; die
deutliche Stärkung der Energieberatung mit
dem Partner Land Salzburg; die Planung und
Errichtung so genannter Ökoenergieparks
(Neumarkt, Bergheim); oder die Federführung und Modellprojekte bei den beiden Zukunftsthemen Elektromobilität und Smart
Grids. „Die Salzburg AG lebt die Energiewende – und das seit vielen Jahren, lange bevor es zu Fukushima und dem Umdenken in
der Branche kam“, ergänzt Hirschbichler.
HeizungsCheck für Gewerbekunden
Unternehmer unterstützt die Salzburg AG ab
sofort mit einem „HeizungsCheck“, der wiederum aus vier verschiedenen AngeDIE ENERGIEBERATUNG
boten besteht: einer
gratis EnergieberaEine Energieberatung ist sinnvoll, weil rund drei Viertel altung mit Fokus Heiler im Haushalt benötigten Energie für Heizung und Warmwasser aufgeht. Neben einfachen Energiespartipps, wie das
Absenken der Raumtemperatur, zahlt es sich aus, die Heizung regelmäßig überprüfen zu lassen. Es lässt sich schnell
klären, ob der Verbrauch dem Gebäude und der Wohnungsgröße entspricht oder der hohe Energieverbrauch mit anderen Faktoren, wie etwa mit einer schlechten Dämmung, zusammenhängt. Gleichzeitig können wir Sie über die Fördermöglichkeiten durch Salzburg AG und Land Salzburg informieren.
www.spare-energie.at
zung, einer Förderung für den Energieausweis (Heizlastberechnung), einer Förderung
für den Heizungspumpentausch sowie einer
für die Optimierung des Heizsystems. Daneben ist die Salzburg AG auch als Träger
des umwelt service salzburg aktiv, das sich
auf die Energieberatung von Unternehmen
spezialisiert hat. „Energieeffizienz hört nicht
beim Stromverbrauch auf. Für uns bedeutet
das, die richtige Energie sparsam einzusetzen. Mit unseren neuen Angeboten bieten
wir unseren Kunden die Möglichkeit, einfach und ohne große Anstrengung bewusster
mit Energie umzugehen“, so Vorstand Leonhard Schitter. Als zentrale Plattform für alle
Fragen rund ums Energiesparen dient weiter
die Homepage www.spare-energie.at, die neben verschiedenen Verbrauchs-Checks auch
einen Kompass zur Orientierung und einfachen Zugang zu Förderungen integriert hat.
Hirschbichler: „Wir arbeiten bereits an weiteren Ideen für neue Services und Produkte,
die uns helfen, Salzburg noch energieeffizienter zu machen. Wir waren schon bisher
ein Vorreiter unter Österreichs Energieversorgungsunternehmen und werden es durch
unsere vorgestellten und zukünftig geplanten
Angebote auch bleiben.“
Ü
JETZT DIE HEIZUNG OPTIMIEREN …
… mit dem HeizungsCheck der Salzburg AG:
n
n
n
n
Berechnung Energieausweis
Energieberatung und Heizungsüberprüfung
Förderungen für den Tausch der Heizungspumpe
Förderung für die Optimierung Heizsystem
Serviceline: 0800/660 660
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
99
ENERGIE & UMWELT
Nachhaltigkeit aus dem Baukasten
Als erstes achtstöckiges, ungekapseltes Holz-Hybrid-Gebäude wächst der „LCT ONE“ seit September
2011 in Dornbirn in die Höhe. Was 2009 mit einem Forschungsprojekt begann, wird jetzt Wirklichkeit:
Der LifeCycle-Tower (LCT), das innovative Konzept für Holz-Hybridhochhäuser der Cree GmbH, geht in
die Realisierungsphase.
ie Vorarlberger Rhomberg-Gruppe engagierte 2009 führende Experten aus
Architektur, Holzbau, Bauphysik und
Statik, um ein marktreifesn Hybridbausystem für Hochhäuser bis zu 30 Stockwerken
zu entwickeln. Die Experten für nachhaltiges
Bauen wollen mit dem Prototyp nun zeigen,
wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten des
modularen Bausystems sind. Zudem sollen
auch die Vorteile des Gebäudekonzeptes wie
Ressourcen- und Energieeffizienz, verbesserte CO2-Bilanz, kürzere Bauzeit nach
Baumeisterarbeiten oder Serienfertigung einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.
D
Als besonders vorteilhaft erweist sich die lebenszyklusoptimierte Konzeption – von der
Entstehung über die Nutzung
bis hin zum Rückbau.
Fotos: designed by Hermann Kaufmann
Vom Forschungsprojekt
zum gebauten Objekt
Baustart für den weltweit ersten LifeCycleTower, den „LCT ONE“, war Mitte September. Die Arbeiten am Fundament wurden bereits abgeschlossen, jetzt wird am sogenannten Erschließungskern gearbeitet. „Derzeit
befinden wir uns beim Bau in der Vorbereitung zum Aufbau des LCT-Systems, bei dem
Ende März in der Holzmodulphase Decken,
Stützen und Fassade montiert werden“, sagt
Michael Zangerl, Leiter Organisation, Marketing und Finanzen bei der Cree GmbH, der
zur Realisierung gegründeten Tochterfirma
der Rhomberg-Gruppe.
„Die offene, nicht verkleidete Holz-Struktur
macht die Vorzüge des Baustoffes Holz auch
im Innenraum erlebbar, spart Ressourcen
und ist gleichzeitig wichtiger Teil des Brandschutzkonzeptes“, erklärt Michael Zangerl.
So werden etwa in den offenen Balkenfeldern der Decken Haustechnik und Löschanlagen integriert. Die offene HolzverbundRippendecke erschwert im Ernstfall die
Brandweiterleitung, da die einzelnen Holzbalken nicht direkt miteinander verbunden
sind.
Der Name ist Programm
Als besonders vorteilhaft erweist sich der LifeCycle-Tower durch seine lebenszyklusoptimierte Konzeption – von der Entstehung
über die Nutzung bis hin zum Rückbau. Baukastensystem und Serienfertigung reduzieren die Lebenszykluskosten schon bei der
Entstehung. „Durch die enorme Bauzeitreduktion stehen den Nutzern die Flächen frü-
100
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Der LifeCycle-Tower in Dornbirn soll Prototyp für ein
Hybridbausystem werden, das Hochhäuser mit bis zu 30
Stockwerken ermöglicht.
ENERGIE & UMWELT
Die offene, nicht verkleidete Holz-Struktur macht die Vorzüge des
Baustoffes auch im Innenraum erlebbar, spart Ressourcen und ist
gleichzeitig wichtiger Teil des Brandschutzkonzeptes.
her zur Verfügung, was die Rendite erhöht“,
erklärt Zangerl.
Ein komplexes haustechnisches Versorgungskonzept – wählbar sind Plusenergie-,
Niedrigenergie- oder Passivhausstandard –
sorgt für einen möglichst niedrigen Energiebedarf. Dieser kann standortabhängig mit
verschiedenen regenerativen Energien gedeckt werden und hält die Unterhaltskosten
niedrig. Und selbst für die Urenkel der Bauherren bleibt der LifeCycle-Tower profitabel,
denn er ist voll recyclierbar.
Flexibilität in der Nutzung
Der achtstöckige Prototyp wird zeigen, wie
universell einsetzbar das System ist. Primär
wird der „LCT ONE“ als Bürogebäude genutzt. Zudem wird er eine Ausstellungsflä-
Kein reiner Holzbau: In den offenen Balkenfeldern der Decken werden Haustechnik und Löschanlagen integriert.
che für nachhaltige Ideen, Produkte und
Konzepte beherbergen. „Da keine tragenden
Trennwände eingesetzt werden müssen,
bleibt das System als solches sehr flexibel
und erlaubt eine individuelle Gestaltung der
Raumaufteilung“, erklärt Stangerl.
Der „LCT ONE“ ist nicht als Einzelprojekt
zu verstehen, sondern Ziel ist es, mit dem
modularen System unterschiedlichste Projekte zu realisieren, die alle auf demselben
im Detail durchgeplanten und getesteten
System basieren. Wie in einem Baukasten
können die strukturellen Elemente nach Belieben verschieden angeordnet werden.
Und auch den Erfordernissen unterschiedlicher Länder wird das LCT-System gerecht.
Im Vergleich zu anderen Holzhochbauprojekten verfolgt Cree einen „Top-Down“-An-
satz und liefert ein System, bei dem alle
Komponenten so geplant wurden, dass sie
bei einer Internationalisierung leicht an die
Anforderungen und Regulierungen in den jeweiligen Ländern angepasst werden können.
Vorbild für nachhaltiges Bauen mit Holz
Michael Zangerl ist überzeugt, dass das System weltweit Schule machen wird und insbesondere für den urbanen Raum enorme
Chancen bietet. Dieser Ansicht scheinen
auch die Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) zu sein, die das Projekt fördern.
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
101
ENERGIE & UMWELT
Auhofalm:
Das Holz,
aus dem die
schönsten Einkehrschwünge sind
Die Bramberger Holzbauprofis
verleihen alten Brettern neuen
Glanz: Wie der Bau der neuen Auhofalm in Wagrain eindrucksvoll
beweist ...
Kubikmeter Altholz und 3.000 Quadratmeter Altholzschalungen – oder
anders gesagt, das Holz von vier(!)
alten Bauernhäusern hat das Traditionsunternehmen aus Bramberg neu verarbeitet und
anschließend mitten ins Wagrainer Skigebiet
hingezaubert. Das Ergebnis: eine Skihütte
mit urigem Ambiente, die nicht nur aufgrund
ihres „Vorlebens“ eine Menge zu erzählen
hat ...
70
Zuerst das Dach, aber alles vom Fach
Nach Abschluss der Gesamtplanung durch
„Die Wohnkultur GmbH“ in Kirchdorf (Tirol) haben die Holzbau Maiers ihr Herzblut
zuallererst in den Bau und die Fertigung des
überdimensionalen Dachstuhls gelegt. „So
ein riesiges Projekt braucht immer auch einen akribischen Zeitplan. Je mehr man da
bereits im Werk vorproduzieren kann, desto
besser. Und zum Glück ist man dann auch
nicht immer auf die Launen Petri angewiesen
...“, weiß die Geschäftsführerin und diplomierte Architektin Birgit Maier.
Fotos: Holzbau Maier
Sechs Monate für den Innenausbau
Was nach außen hin so perfekt dasteht, verlangt natürlich auch im Inneren Top-Qualität
und Hingabe. Zwölf Mann der Holzbau
Maier-Crew waren deshalb von Juni bis November 2011 in 1.450 m Höhe unterwegs,
um der neuen Auhofalm ein gemütliches
Ambiente zu verleihen. Die warmen Farbtöne des Altholzes und die liebevolle Gestaltung der Inneneinrichtung machen die Auhofalm nicht nur zu einem unvergesslichen
Erlebnis am Berg, sondern liefern auch einen
schönen Beweis dafür, warum das Herz der
Holzbau Maiers für Holz schlägt.
Ü
MEHR INFO
Holzbau Maier GmbH & Co KG
Gewerbestraße 171
A – 5733 Bramberg
Tel.: +43/(0)6566/72 64
[email protected]
www.maier.at
102
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Hört, hört ...
ein neues
Ärztehaus
Für unser neues Ärztehaus in Bramberg
am Wildkogel (Pinzgau) suchen wir
noch Fachärzte zum Kauf oder zur
Anmietung von Praxisräumen.
LAGE:
direkt an der Gewerbestraße in Bramberg
sehr gute Anbindung an das öffentliche
Verkehrsnetz (Bus und Bahn).
OBJEKTBESCHREIBUNG:
Das 3-geschossige Gebäude (Gesamtfläche: 900 m2)
wird in bewährter Holzbauweise errichtet und verfügt über
ein zentrales Treppenhaus, einen Aufzug und ausreichend
Parkmöglichkeiten vor dem Haus. Im Erdgeschoß befinden sich
eine Apotheke (ca. 180 m2) und ein praktischer Arzt (ca. 120 m2).
Im 1. Obergeschoß ist ein Physiotherapiezentrum untergebracht.
NOCH VERFÜGBARE RÄUMLICHKEITEN:
1. OG: 75 m2, 2. OG: 300 m2 zur Aufteilung in 2 oder 3 Praxen
(bei der Raumaufteilung etc. ist Mitsprache erwünscht)
WEITERE INFORMATIONEN:
HOLZBAU MAIER GmbH & Co KG
DI Arch. Birgit Maier
Gewerbestraße 171, 5733 Bramberg
Tel.: +43/(0)6566/72 64
[email protected]
www.maier.at
SERVICE
KMU-freundliche Ausschreibung in Salzburgs Gemeinden
Faire Ausschreibungskriterien
sollen auch für Gemeinden gelten
Für das Jahr 2012 wollen der
Salzburger Gemeindeverband
und
die
Wirtschaftskammer
Salzburg (WKS) ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen und nach
dem Vorbild des Landes auch auf
Gemeindeebene faire öffentliche
Ausschreibungskriterien umsetzen. Das betrifft vor allem die Bereiche Lehrlingsausbildung, Ef-
WKS-Präsident Julius Schmalz und Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer (v.l.n.r.)
bekräftigen ihre Zusammenarbeit.
Foto: WKS/Neumayr
fizienz in der Verwaltung und
Raumordnung.
Schmalz ergänzt: „Mit der Unterzeichnung
der Empfehlung des Gemeindeverbandes,
diese Prinzipen anzuwenden, bekommt der
Fairnesskatalog enorme Schubkraft.“
Gemeinden als Motor der Wirtschaft
Die Investitionen der Salzburger Gemeinden
liegen jährlich bei rund 230 Millionen Euro
und machen damit mehr als 50 Prozent der
öffentlichen Investitionen aus (Länder 30
Prozent, Bund 18 Prozent). 75 Prozent der
Aufträge gehen an Klein- und Mittelbetriebe
in einem Umkreis bis 50 km zur jeweiligen
Gemeindegrenze. Sie sind ein starker Motor
für die Wirtschaft und sichern dabei 2.500
regionale Arbeitsplätze. Bereits im Oktober
2011 wurde auf Landesebene ein wesentlicher Fortschritt in der öffentlichen Vergabe
erreicht. Ein „Fairness-Katalog“ und neue,
bis dato in Österreich einzigartige Bestbieterkriterien wurden von der Landesregierung
beschlossen und erleichtern die Teilhabe der
klein- und mittelständischen Betriebe an öffentlichen Ausschreibungen. „Der Gemeindeverband unterstützt aktiv das Fairnessabkommen mit dem Land Salzburg und empfiehlt den Gemeinden, auf Basis des bestehenden Vergaberechts einen Vergabemodus
zu wählen, der KMU nicht benachteiligt, bei
dem auch regionale Anbieter ihre Chancen
wahren können und bei dem die Wertschöpfung nach Möglichkeit im Land bleibt“, betont Gemeindebund-Präsident Helmut
Mödlhammer. WKS-Präsident Julius
104
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Gemeinden durch Bürokratieabbau
entlasten
Mödlhammer ist überzeugt: „2012 werden
wir sinnvolle Verbesserungen angehen, die
Gemeindebürgern und Betrieben zugute
kommen. Unser gemeinsames Ziel ist es, unsinnige Bürokratie zurückzudrängen, die die
Gemeindeämter hemmt und die Bevölkerung wie die Betriebe gleichermaßen ärgert.“
WKS-Experte Dr. Franz Hirnsperger und
Gemeindeverbandsgeschäftsführer Dr. Martin Huber haben gemeinsam verwaltungstechnische Vereinfachungen ausgearbeitet.
So sollen etwa die Bereiche Raumordnung,
Baurecht oder Feuerbeschau von überbordender Bürokratie befreit werden.
Wichtiger Ausbildungspartner
der Wirtschaft
Die Gemeinden sind ein wichtiger Ausbildungspartner der Wirtschaft, insbesondere
im Bereich der Lehre. Sie schaffen ausbildungsfreundliche Rahmenbedingungen vor
Ort und unterstützen ortsansässige Betriebe
bei der Lehrlingsanwerbung und Ausbildung. Der Salzburger Gemeindeverband und
die WKS werden deshalb im Frühjahr 2012
die lehrlingsfreundlichsten Gemeinden Salz-
burgs, die sich besonders für die duale Berufsausbildung engagieren, auszeichnen.
Ziel ist es, die Bedeutung der Lehre als wichtige Ausbildung in der Gemeinde und der
Region noch mehr ins Bewusstsein zu rücken.
Ü
FORDERUNGEN
WKS und Gemeindeverband wollen
die Verwaltung vereinfachen:
n Weniger Bürokratie in der Raumordnung durch weniger aufsichtsbehördliche Kenntnisnahmen und
Genehmigungsnotwendigkeiten
n Baulandmobilisierung: Bauland,
das nicht innerhalb von zehn Jahren genützt wird, sollte entschädigungslos rückgewidmet werden.
n Grundeigentümer unbebauter
Baugrundstücke sollten einen Infrastrukturerhaltungsbeitrag
nach oberösterreichischem Vorbild leisten.
n Illegale Zweitwohnungen müssen
zurückgedrängt werden, ohne
dass den Gemeinden die Vollzugspflicht überantwortet wird.
n WKS und Gemeindeverband treten
für den Entfall der Feuerbeschau
bei Kleinwohnhäusern (bis zu fünf
Wohnungen) ein.
Next Generation Avant
Seit 39 Jahren ist er quasi das Urmeter unter den sportlichen
Kombis – jetzt spendiert Audi
dem A4 Avant ein Facelift.
it neuen Lösungen bei Antrieb, Fahrwerk
und Infotainment ist der Ingolstädter
Dauerbrenner, von dem bisher (inklusive
dem Vorgänger Audi 80) rund zehn Millionen
Exemplare verkauft wurden, gegen die Angriffe von BMW und Mercedes gerüstet.
Einmal ehrlich: Der Erfolg des Audi A4 besteht
nicht gerade in seinem außergewöhnlichen Äußeren. Mainstream, wie es in der Musikbranche
heißt, beschreibt das Design des Audi A4 wohl
am besten. Doch gerade dieser Wiedererkennungswert über alle Segmente hinweg ist es,
die Audi zu den erfolgreichsten Automarken
der Gegenwart gemacht hat. Im mittlerweile
etwas unübersichtlich gewordenen Wildwuchs
der Modelle – vom kompakten A1 bis hin zum
ausladenden Luxus-Coupé A7 ist beinahe jedes
Segment besetzt – ist der A4 so etwas wie das
Urmeter aller Audis. Und das vor allem als
Avant. Wenngleich auch die direkte innerdeutsche Konkurrenz, der BMW Dreier und die
Mercedes C-Klasse, immer öfter als Kombi
verkauft werden, reichen die Zahlen bei Weitem noch nicht an die des A4 heran: Gute 70
Prozent fuhren in Spitzenjahrgängen als Avant
aus den Schauräumen. Die Avant-o-manie geht
so weit, dass die Marke mit den Ringen sogar
vom vergleichsweise winzigen A1 eine viertürige Sportback-Version auf den Markt bringt.
Man kann durchaus sagen: Audi hat den
Kombi salonfähig gemacht.
M
Schau mir in die Augen!
Und als ebensolcher steht der frisch gefaceliftete A4 vor unserer Haustüre. Wenngleich kein
echter Modellwechsel, wirkt das Design auf den
ersten Blick noch klarer und markanter. An der
Front sind die horizontalen Linien stärker betont, die Motorhaube wölbt sich kräftiger. Im
neu gezeichneten Stoßfänger fallen die kantigen
Lufteinlässe und die flachen Nebelscheinwerfer
ins Auge. Stichwort Scheinwerfer: Ihre Unterkante zieht eine leichte Welle. Bei den optionalen Xenon plus-Einheiten (Serie ab 180 kW)
bildet das LED-Tagfahrlicht eine elegante
Spange. Auf Wunsch gibt es das „adaptive
light“ samt dynamischem Kurven- und Abbiegelicht. Am Heck gehen die Lichtspiele munter
weiter: Auch hier sind die sportlichen LEDBänder optional erhältlich, der Stoßfänger mit
dem Diffuser-Einsatz ist neu gezeichnet. Die
Qual der Wahl haben die zukünftigen Audianer
bei den Außenfarben: 15 Töne stehen ab sofort
zur Auswahl, darunter sechs neue Mischungen.
Bei Limousine und Avant gibt es zudem das S
line Exterieurpaket. Dieses umfasst ein ganz in
Schwarz gehaltenes Interieur, 18-Zoll-Räder
und ein Sportfahrwerk, das die Karosserie um
30 Millimeter tiefer legt. Neu gezeichnet ist
auch die breite Auswahl neuer Lenkräder mit
dem unten abgeflachten Sportlederlenkrad an
der Spitze. Von zahlreichen Bedienelementen
prangt das Chrom, auch der Zundschlüssel
wurde einem Redesign unterzogen. Beim Infotainmentsystem MMI wird Ergonomie groß
geschrieben: Vier Tasten reichen nun für sämtliche Funktionen.
Motoren-Schaulaufen
Großes Kino bietet Audi bei den Motoren. Im
Durchschnitt sind die Verbrauchswerte um elf
Prozent gesunken, obwohl bei vielen Leistung
und Drehmoment zugelegt haben. Zur Auswahl stehen gleich sieben TDI und vier Benziner – allesamt aufgeladene Direkteinspritzer
mit serienmäßiger Start-Stop-Automatik. Welcher der zahlreichen TDI-Motoren für Vielfahrer nun der beste ist, ist in diesem Rahmen
kaum zu beantworten. Fakt ist, dass es den 2.0
TDI in nicht weniger als fünf Leistungs-Abstufungen von 120, 136, 143, 163 und 177 PS
gibt. Welcher Business-Kunde den Unterschied
zwischen 136 und 143 oder 163 und 177 PS
erfühlen soll, bleibt dahingestellt. Fakt ist, dass
sich der von uns beispielhaft herausgegriffene
143 PS-TDI mit einem Durchschnittsverbrauch von gerade einmal 4,7 Litern nobel zurückhält. Einziges wirkliches Kriterium ist
wohl, dass der Allradantrieb quattro ab 143 zu
haben ist. Spannender ist da schon die Entscheidung zwischen dem serienmäßigen
Sechsgang-Schaltgetriebe und der optionalen
stufenlosen Multitronic. Ist man eher sportlicher unterwegs, wird man wohl zum Handschalter greifen. Im Stadtverkehr schont die
Multitronic Nerven. Ab dem 2.0 TDI mit 177
PS ist die Siebengang S tronic mit an Bord.
Da die Ausmaße wie alle anderen Hardfacts
weitestgehend gleich bleiben, zum Abschluss
noch ein ganz besonderes Zuckerl, das zeigt,
mit wie viel Detailliebe die Audi-Ingenieure
an den neuen A4 herangegangen sind: Die
elektromechanische Servolenkung vermittelt
nicht nur exakten Fahrbahnkontakt, sondern
benötigt bei Geradeauslauf keinerlei Energie.
Das spart pro 100 km bis zu 0,3 Liter Sprit bzw.
7 Gramm CO2.
Ü
AUDI A4 AVANT 2.0 TDI QUATTRO
Motor: Reihen-Vierzylinder-Diesel mit VTG Abgasturbolader, DOHC, TDI-Direkteinspritzung • Fahrleistungen: 105 kW (143 PS) bei 4.200 U/min, 320 Nm bei 1.750 2.500 U/min, Spitze: 208 km/h, 0-100 km/h: 9,5 sec. • Verbrauch: (Stadt/Land/gesamt): 5,6 /4,2/4,7 l /100 km, 124 g/km • Gewichte: Leergewicht: 1.535 kg, zulässiges Gesamtgewicht: 2.105 kg, maximale Anhängerlast: 1.800 kg• Maße (L x B x H):
4.699 x 1.826 x 1.436 mm, Kofferraumvolumen: 490-1.430 Liter• Grundpreis Testfahrzeug: € 36.380,-
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
105
Möglichst früh Interessen erkennen und fördern!
Lehrlingsrekord in Vorarlberg
Mehr als 8.000 Lehrlinge in Ausbildung –
so viele wie seit über 20 Jahren nicht mehr
s bestätigt sich einmal mehr, dass unsere
Unternehmen mit großem ideellen und
finanziellen Einsatz den jungen Menschen in Vorarlberg eine berufliche Zukunft
bieten“, findet Dr. Christoph Jenny, Leiter
der Lehrlingsstelle in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Und auch dem neuen Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner
ist die Zukunft von jungen Menschen ein Anliegen. „Die Zukunft von Vorarlberg gehört
unseren Kindern und jungen Menschen.
Kein Jugendlicher darf zurückgelassen werden. Der Nachwuchs braucht die bestmögliche Bildung, und das schon von Geburt an.
Unser Ziel ist es, in Vorarlberg Vorreiter in
Sachen Frühförderung zu sein“, so der Landeshauptmann. „Im Schulbereich gilt die Devise: Kein Abschluss ohne passenden Anschluss“, so der Landeshauptmann weiter.
Mit dem Projekt „ACHT plus“ geht Vorarl-
E
106
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Vorarlbergs Unternehmen nehmen ihre Verantwortung für eine Qualifizierung im eigenen Betrieb offensichtlich ernst. Ende des vergangenen Jahres standen 8.118 Lehrlinge in Ausbildung. Das sind um
117 Auszubildende oder 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Zusätzlich
absolvieren derzeit 121 Menschen eine Ausbildung in der so genannten Teilqualifikation.
berg bereits neue Wege. Dabei soll jedem Jugendlichen der Besuch einer weiterführenden Schule oder eine moderne und sehr praxisnahe duale Ausbildung mit einer großen
Vielfalt an beruflichen Chancen ermöglicht
werden. Ein Beispiel dafür ist die Berufsreifeprüfung, die seit einigen Jahren bereits
während der Lehrlingsausbildung abgelegt
werden kann und den Zugang zu Universitäten und Fachhochschulen eröffnet. Jugendliche müssen sich nicht mehr zwischen einer
praxisorientierten oder einer theoretischen
Ausbildung entscheiden, sondern können einen Lehrabschluss und die Matura erreichen.
SERVICE
LEHRLINGSZAHLEN 2011
Unterstützenden Maßnahmen wie die Hilfe
beim Übergang von der Schule ins Berufsleben oder Lehrlingscoaching werden zusätzlich angeboten, um damit den Bedarf an
dringend benötigten qualifizierten Fachkräften für die heimische Wirtschaft zu sichern.
Im Jahr 2011 wurden 3.514 neue
Lehrverträge abgeschlossen
n 121 Personen absolvieren ihre
Ausbildung gemäß § 8b(2) Berufsausbildungsgesetz in der so genannten Teilqualifikation.
n Fast die Hälfte aller weiblichen
Lehrlinge wird in drei, fast 70 % in
zehn Lehrberufen ausgebildet.
Bei den männlichen Lehrlingen
finden sich dagegen ca. 51 % in
den zehn beliebtesten Lehrberufen.
n 2.335 Betriebe in Vorarlberg bilden Lehrlinge aus. Der Anteil ist
im Gewerbe mit 46 % deutlich am
höchsten.
n 237 Betriebe haben 2011 erstmals
Lehrlinge ausgebildet. 72 Unternehmen haben sich erstmals für
die Ausbildung in neuen Lehrberufen entschieden.
Auch in Krisenzeiten stabile Zahlen
Die Erfahrungen aus der Vergangenheit belegen, dass die Lehrlingsausbildung in den
Vorarlberger Unternehmen langfristig gesehen wird. So blieb auch in den Krisenjahren
2008/2009 die Anzahl der Lehrlinge auf hohem Niveau stabil. Besonders erfreulich hat
sich die Zahl der weiblichen Lehrlinge entwickelt. 2.802 Mädchen absolvieren derzeit
eine Lehre, das sind 106 mehr als im Jahr
davor. Eine positive Entwicklung zeigt auch
die Zahl der Lehrlinge im 1. Lehrjahr. Sie ist
um 3,3 Prozent auf 2.713 Jugendliche gestiegen. Im Vergleich zum Wert des Jahres
2002 bedeutet das sogar eine Steigerung um
435 Personen oder 19,1 Prozent.
Karrierechancen mit Lehre
Gesamt gesehen, haben sich im vergangenen
Jahr 50 Prozent der Jugendlichen im 9.
Schuljahr für eine Lehr-Ausbildung entschieden. Vorarlberg war damit auch 2011
das Bundesland mit der höchsten Lehrlingsquote. Um diese Spitzenposition zu halten,
soll das Sozialprestige der Lehre weiter verbessert werden. Das hat sich beispielsweise
die „Akademie Lehrlingsausbildung“, eine
gemeinsame Initiative der Vorarlberger Landesregierung, der Arbeiterkammer und der
Wirtschaftskammer Vorarlberg, auf ihre Fahnen geschrieben. Die Akademie ist keine Bildungseinrichtung im herkömmlichen Sinn,
das heißt, es werden weder Kurse noch Seminare angeboten. Ziel ist vielmehr, die
(Weiter-)Bildungsangebote bestehender Institutionen für die Qualifikation von Lehrlingsausbildner/innen zu strukturieren und
zu bewerten und ihrem Können öffentliche
Immer mehr Frauen sind in traditionellen
Männerberufen tätig.
Fotos: Jupiterimages
Anerkennung zuteil werden lassen. „Trotz
unserer sehr hohen Lehrlingsquote werden
wir aber nicht müde, auf eine umfassende
Bildungsreform zu drängen, damit die Lehrlingsausbildung für Jugendliche und Unternehmen weiter attraktiv bleibt. Dazu gehört
eine umfassende Reform der Pflichtschule
ebenso wie eine fundierte, möglichst frühe
Bildungs- und Berufsorientierung“, betont
der Vorarlberger Wirtschaftskammerpräsident Manfred Rein. „Das Sozialprestige der
Lehre muss weiter verbessert und damit den
Jugendlichen bessere Aufstiegschancen ermöglicht werden. Es gilt, verstärkt aufzuzeigen, welche Karrierechancen mit der Lehre
möglich sind.“
Ü
Größter Lehrlingsausbilder bleibt
das Gewerbe und Handwerk mit
3.672 Lehrlingen, sprich 45,2 %, gefolgt von der Industrie (1.423 bzw.
17,5 %) und dem Handel (1.178 bzw.
14,5 %).
Schulbildung der Lehrlinge im 1.
Lehrjahr:
Letzte vor Lehrzeit besuchte Schule,
Angaben in Prozent:
Polytechnischer Lehrgang
45
Hauptschule
18
Sonstige Schule
13
Berufsbildende mittlere Schule 10
Berufsbildende höhere Schule
9
Allgemein bild. höhere Schule
5
Quelle: Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Vorarlberg
Karriere
mit Lehre
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
107
Mit einem Ausbildungsverbund
Ausbildungsverbund Tirol: Optimierung der
Lehrlingsausbildung.
Foto: Jupiterimages
die Chancen wahren
Es gibt Betriebe, die Lehrlinge zwar ausbilden wollen, dies aber nicht können, weil bestimmte strukturelle
Voraussetzungen fehlen. In solchen Fällen bietet sich ein Ausbildungsverbund als Lösung des Problems an.
Das Land Tirol refundiert dabei bis zu 100 Prozent der Kosten für verpflichtende Ausbildungsmaßnahmen.
m Rahmen eines Ausbildungsverbundes
können auch jene Betriebe Lehrlinge ausbilden, in denen die für den Lehrberuf im
Berufsbild festgelegten Fertigkeiten und
Kenntnisse nicht im vollen Umfang vermittelt werden können. In diesem Fall sieht das
Berufsausbildungsgesetz (BAG) einen verpflichtenden Ausbildungsverbund vor: Die
Ausbildung ist dann zulässig, wenn ergänzende Ausbildungsmaßnahmen in einem anderen hierfür geeigneten Betrieb oder einer
anderen hierfür geeigneten Einrichtung, wie
z.B. im WIFI, erfolgen. Die für den Lehrberuf wesentlichen Fertigkeiten und Kenntnisse müssen jedoch überwiegend im eigentlichen Lehrbetrieb selbst ausgebildet werden
können.
I
Auswirkungen auf den Lehrvertrag
Grundsätzlich verbleiben alle Rechte und
Pflichten wie Lehrlingsentschädigung oder
Kurskosten beim Lehrberechtigten. Ein verpflichtender Ausbildungsverbund muss im
Lehrvertrag verankert werden. Dabei sind
jene Ausbildungsinhalte, die außerhalb des
eigentlichen Lehrbetriebes vermittelt wer-
108
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
den, sowie die „Verbundpartner“ anzuführen. Zudem ist festzuhalten, wann die Ausbildung bei den „Verbundpartnern“ durchgeführt wird und wie lange sie dauert. Ausbildungsverbünde können auch freiwillig
eingegangen werden, wenn dem Lehrling
besondere, über das Berufsbild hinausgehende Qualifikationen vermittelt werden sollen, wie etwa spezielle Computerprogramme
oder Fremdsprachenkenntnisse.
Förderungen
Kurskosten für freiwillige Ausbildungsverbünde können in einem Ausmaß von bis zu
75 Prozent erstattet werden. In Tirol werden
Kurskosten für verpflichtende Maßnahmen
durch eine Zusatzförderung des Landes sogar bis zu 100 Prozent gefördert. Der Maximalbetrag der Förderung beträgt pro Lehrverhältnis 1.000 Euro. Grundsätzlich wird
den Betrieben empfohlen, schon vor dem
Start des Kurses oder der zwischenbetrieblichen Maßnahme mit dem Ausbildungsverbund Tirol im Förderservice der Lehrlingsstelle Kontakt aufzunehmen, um die Förderwürdigkeit prüfen zu lassen.
Ausbildungsverbund Tirol
unterstützt Lehrbetriebe
Der Ausbildungsverbund Tirol veröffentlicht
zweimal im Jahr ein aktuelles Kursprogramm der verschiedenen Weiterbildungsanbieter. Die darin angeführten Kurse sind
inhaltlich bereits auf die Förderwürdigkeit
überprüft. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
informieren persönlich über geeignete Ausbildungsmaßnahmen und stellen bei Bedarf
sogar den Erstkontakt zu potenziellen Partnerbetrieben her und wickeln die Bundesbzw. Landesförderung ab.
Ü
KONTAKT
Weitere Auskünfte zum Thema Ausbildungsverbund erteilt die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer
Tirol bzw. sind alle wichtigen Informationen unter
www.tirol-lehrling.at bzw.
www.ausbildungsverbund.at
abrufbar.
Die Einreichfrist
zum Constantinus Award hat
begonnen.
Bild: Constantinus
Jubiläums-Constantinus in Salzburg
Kreativ
Foto: WKS/Neumayr
Mit 547 Einreichungen von 79 Agenturen hat der Salzburger Landespreis für Marketing, Kommunikation & Design 2012 wieder ein
rekordverdächtiges Ergebnis erzielt. Die meisten Nominierungen
gingen auf das Konto der Agenturen ideenwerk (22), Red Bull Creative (8), Christian Salic (6) und Linie 3 (5). Erfolgreichster Newcomer
war Marcel Chytra mit drei Nominierungen.
Zudem wurden die Preisträger der vier Salzburger Bildungseinrichtungen gekürt, die heuer das erste Mal am Landespreis teilnehmen
konnten. Mehr als 200 Werber ließen sich den Nominierungsevent
nicht entgehen. Das große Finale des Landespreises, die „Nacht der
Werbung“ findet am 8. März im Messezentrum Salzburg statt. Ausgeschrieben wird der Landespreis von der Fachgruppe Werbung undMarktkommunikation und der Fachvertretung Audiovisions- und
Filmindustrie in der WKS mit Unterstützung von Wirtschaftskammer
und Land Salzburg.
Ü
Österreichs großer Beratungs- und IT-Preis wird auch heuer wieder
an die Besten der Branche verliehen – die Einreichung ist seit 23.
Jänner 2012 möglich. Gerade in fordernden Zeiten ist es wichtig, die
Treiber für Wachstum und Wohlstand zu stärken und in den Mittelpunkt stellen. Die Beratungsbranche sorgt mit ihrem Know-how auch
in schwierigen Zeiten dafür, dass Wirtschaftskraft und Wohlstand in
Österreich Zukunft haben. Der Constantinus-Award gibt den Erfolgsgeschichten der UBIT-Mitglieder eine Bühne und rückt die besten
Beratungsprojekte ins mediale Rampenlicht. Die Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre Constantinus“ findet am 14. Juni 2012 im Rahmen
einer glanzvollen Gala in den exklusiven Räumlichkeiten der „Scalaria“ in St. Wolfgang am Wolfgangsee statt.
Mag. Herbert Ehart, CMC, Obmann der Fachgruppe UBIT Salzburg:
„Als Gastgeber des Constantinus 2012 am Wolfgangsee ist für uns
klar: Wir wollen erstklassige österreichische Projekte und natürlich
vor allem erstklassige Beratungsqualität aus Salzburg präsentieren
und prämieren können. Die Salzburger Preisträger aus den letzten
Jahren zeigen, was unsere Unternehmen am Standort Salzburg alles
leisten. In diesem Sinn freue ich mich auf eine spannende, spektakuläre und gewinnbringende Constantinus Gala 2012 – und auf möglichst viele Top-Einreichungen von Salzburger Beraterinnen und Beratern.“
Ü
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
109
MENSCHEN & MÄRKTE
EXPERTEN-TIPP
Mobil
Der neue Volkswagen Crafter überzeugt seit dem Frühjahr 2011 durch seine durchzugsstarken
und sparsamen Vierzylinder-TDI-Motoren – jetzt geht er als Crafter 4MOTION mit Achleitner
Allradantrieb auch ins Gelände: Der österreichische Allrad-Spezialist hat ein Allradsystem
entwickelt, das für überzeugende Traktion auch abseits befestigter Wege sorgt. Der Crafter
4MOTION ist dank hochwertiger Allrad-Technik im Rahmen seiner physikalischen Gesetzmäßigkeiten so geländegängig wie ein waschechter Geländewagen. Zugleich hat Volkswagen
Nutzfahrzeuge 2011 das bislang beste Verkaufsergebnis seiner Geschichte erzielt. Weltweit
lieferte die Marke 528.800 leichte Nutzfahrzeuge aus – gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Plus von 21,4 Prozent (2010: 435.700 Fahrzeuge). „Erstmals haben wir
deutlich mehr als eine halbe Million leichte Nutzfahrzeuge verkauft“, betont Harald Schomburg, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen Nutzfahrzeuge.
Ü
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Factoring bezeichnet den Ankauf von
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Factoring passt sich in seiner Finanzierung ideal an den Verlauf der Geschäftstätigkeit des Unternehmens
an: Somit kann es sofortige, umsatzdynamische Liquidität und Unabhängigkeit von der Zahlungsmoral
der Abnehmer bieten.
Für wen ist Factoring geeignet?
Factoring ist vor allem für Dienstleistungs-, Handels- und Produktionsunternehmen mit hohen Forderungsständen, langen Zahlungszielen, saisonalen Spitzen und Umsatzschwankungen geeignet und bietet
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Zahlungsausfällen.
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110
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Erweiterung
Die Eurotours GmbH, eine 100-prozentige Tochter der österreichischen Verkehrsbüro
Group mit Sitz in Kitzbühel, erweitert aufgrund laufender Expansion die Geschäftsführung um zwei Mitglieder. Neben Firmengründer und Geschäftsführer Dieter Toth
(66) übernehmen zum 1. Jänner 2012 Helga Freund, Bereichsleiterin Touristik bei
Eurotours, sowie Martin Winkler, Leiter Controlling & Finance der Verkehrsbüro
Group, Agenden im Management. „Ich freue mich, mit Helga Freund und Martin
Winkler nicht nur zwei langjährige Mitarbeiter der Verkehrsbüro Group und ausgesprochene Touristik-Profis in der Geschäftsleitung begrüßen zu dürfen, sondern die
beiden waren auch meine Wunschkandidaten“, so Toth.
Ü
Fortsetzung
Die Hypo Landesbank Vorarlberg zählt zu den langjährigen Hauptpartnern der Messe Dornbirn und ist auch als Aussteller auf den Publikumsmessen anzutreffen. „Wir dürfen mit Freude
die Weiterführung der Zusammenarbeit mit der Hypo Landesbank Vorarlberg bekannt geben.
Es war uns ein großes Anliegen, die erfolgreiche Partnerschaft auch weiterhin fortzuführen,
was für die nächsten zwei Jahre der Fall sein wird“, erklärt Messe-Geschäftsführer Mag.
(FH) Dietmar Stefani. Positiv sieht auch Dr. Johannes Hefel, Vorstandsmitglied der Hypo
Landesbank Vorarlberg, die weitere Kooperation: „Die Messe Dornbirn hat sich genauso wie
die Hypo Landesbank zu einer festen Institution in Vorarlberg entwickelt: Beide sind nahe
bei den Menschen und an der heimischen Wirtschaft – stets am Puls der Zeit. Wir freuen
uns, diese bewährte Partnerschaft als exklusiver Bankpartner weiter fortzuführen. Damit
wollen wir auch unsere Wertschätzung für die Bevölkerung und die Unternehmen in der Region zum Ausdruck bringen.
Ü
Rekordgewinner
Das Multi-Technologieunternehmen 3M ist der Abräumer des aktuellen GOOD DESIGN
Awards. „Ich gratuliere den Design-, Marketing-, Labor- und Produktionsteams, die gemeinsam einen tollen Job gemacht haben. Durch deren integrierte Zusammenarbeit wurden diese
Auszeichnungen überhaupt erst
möglich. Ein toller Start ins neue
Jahr“, sagt Roland Rigoni, Business Leader für Consumer & Office Products für 3M Österreich
und die Schweiz. Für 3M stellen
die Preise ein besonderes Lob
dar, legt das Unternehmen doch
den Fokus stark auf Forschung
und Entwicklung (F&E). Fast jeder Elfte der mehr als 80.000
Mitarbeiter, ist im F&E-Bereich
tätig, in den jährlich über eine
Milliarde US-Dollar fließen. Ü
MENSCHEN & MÄRKTE
Unternehmerland
Jahresausblick 2012
Salzburg ist nicht nur ein beliebter Boden für UnternehmerInnen,
sondern auch für NeugründerInnen. 2011 haben viele SalzburgerInnen Unternehmergeist gezeigt und den Schritt in die Selbstständigkeit
gewagt. Während österreichweit die Zahl der Neugründungen zurückgegangen ist, ist sie in Salzburg auf konstant hohem Niveau geblieben. Für 2011 wurden 2.149 Neugründungen (2010: 2.120) verzeichnet, darin enthalten sind auch die PersonenbetreuerInnen, die
im vergangenen Jahr in die Selbstständigkeit gestartet sind. „Salzburg
ist neben Kärnten das einzige Bundesland, das keine Rückgänge bei
den Neugründungen verzeichnet“, freut sich WKS-Präsident KommR
Julius Schmalz. Mit einer Unternehmerquote von 60,2 konnte Salzburg außerdem seinem Ruf als Land der Unternehmer erneut gerecht
werden. In keinem anderen Bundesland gab es 2011 pro 1.000 EinwohnerInnen mehr UnternehmerInnen.
Ü
Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG lud zu einem „Jahresausblick 2012“ ins Kavalierhaus in Klessheim, mehr als 100 Gäste verfolgten gespannt den Ausführungen des Anlagestrategen Anastassios
Frangulidis. Der gebürtige Grieche sieht in der Euro-Krise viel mehr
als eine reine Schuldenkrise der einzelnen Staaten: „Sie ist Ausdruck
der im letzten Jahrzehnt entstandenen makroökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der europäischen Währungsunion. Die
Euro-Krise wird uns im Jahr 2012 noch durchgehend beschäftigen,
Europa steht vor einer Rezession, die Zukunft findet aus heutiger
Sicht in den Schwellenländern statt.“ Anastassios Frangulidis, Chefökonom der Zürcher Kantonalbank, gab im Rahmen eines Vortragsabends in Salzburg nicht allzu rosige Einschätzungen für den europäischen Wirtschaftsraum ab. Für Anleger sieht der Experte attraktive
Renditechancen in Unternehmensanleihen und Gold.
Ü
Feier
Die feierliche Sponsion in der traditionsreichen Aula der Universität Salzburg ist der würdige Studienabschluss für die 69
Absolventen und Absolventinnen der SMBS – University of
Salzburg Business School des letzten Halbjahres. Dr. Philipp
Müller, seit Oktober neuer Academic Dean der SMBS, betonte in seiner Ansprache die Eckpfeiler des Erfolgs der
SMBS: „Grundlage für unser Managementdenken sind die
effektiven Modelle des führenden Managementexperte Dr.
Fredmund Malik. Und wir können mit Stolz behaupten, die
internationalsten Executive MBA-Programme der europäischen Branche zu präsentieren.“ Damit erhöht sich die Gesamtzahl aller Absolventen der SMBS auf knapp 3700, davon
über 1600 allein im Master- und MBA-Bereich. Schon jetzt
sind Anmeldungen für die im Oktober startenden MasterProgramme der SMBS möglich - bei Anmeldungen bis Ende
Februar ist ein Rabatt von zehn Prozent einräumen.
Ü
Weitere Informationen auf www.smbs.at.
Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG lud zum „Jahresausblick
2012“ nach Wien und Salzburg (v.l.): Anastassios Frangulidis,
Christian Nemeth, Richard Rella und Hermann Wonnebauer.
Foto: Zürcher Kantonalbank Österreich AG
Neujahrsempfang
Anlässlich des Neujahrskonzerts 2012 der Bläserphilharmonie Salzburg - musikalische Schätze aus Russland und Wien standen auf
dem Programm - luden der Vorsitzende des Aufsichtsrates UNIQA
Österreich Generaldirektor Hartwig Löger und die SALZBURGER
Vorstandsdirektoren Dr. Peter Humer und Dr. Reinhold Kelderer
Kundinnen und Kunden, sowie wichtige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu einem Empfang in die Fördererlounge ein. So
konnte vor dem sehr beschwingten Konzert nochmals gemeinsam
auf das Neue Jahr angestoßen werden. Ü
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
111
Fotos: Jupiterimages
Fit in Social Media
Einblick in die neue Medienwelt
Die neuen Medien begleiten uns auf Schritt und Tritt. Twitter, Facebook & Co. sind aus unserer Gesellschaft
nicht mehr wegzudenken. Auch für Unternehmer wird das Thema immer wichtiger. Laut einer Studie der
WKO zur Social-Media-Nutzung der heimischen Wirtschaft gaben 48 Prozent der Betriebe an, Twitter,
Facebook, Xing und dergleichen zu nutzen. 2010 war der Anteil mit 39 Prozent noch um einiges geringer.
Zwei Drittel der Nutzer posten mindestens einmal pro Woche, 18 Prozent täglich.
und um Social Media und Web 2.0
setzte in den vergangenen Monaten
ein regelrechter Hype ein. Allein in
Österreich kletterte die Zahl der FacebookAccounts auf über 2,25 Millionen. Dabei
vermischt sich private Nutzung zunehmend mit beruflicher. Auch immer mehr
Unternehmen wollen die Chancen, die
diese neue Medienlandschaft bietet, nutzen. Denn Social Media bietet gerade
R
112
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
KMU eine Vielzahl an Möglichkeiten sowohl zur Neukundengewinnung als auch
für die Pflege von Kundenbeziehungen sowie für Verkauf und Vertrieb. Kleine Unternehmen profitieren besonders von EBusiness und sozialen Medien. Doch gerade in diesen Betrieben fehlt häufig die
Zeit, um sich mit der rasant fortschreitenden Entwicklung der Geschäftswelt zwischen Handy-Apps und Twitter-Feeds, Fa-
cebook-Kampagnen und virtuellem Marketing zurechtzufinden.
Web 2.0 und Social Media
Web 2.0, Social Media oder Soziale Netzwerke sind Begriffe, die oft synonym verwendet werden. Zu den bekanntesten Anwendungen zählen Facebook, Xing und
Twitter. Gemeint ist eine bestimmte Art und
Weise, das Internet zu nutzen. Inhalte wer-
SERVICE
den nicht mehr nur passiv konsumiert, wie
z. B. ein Artikel, der auf einer Unternehmenswebsite gelesen wird. Im Web 2.0, dem
„neuen“ Web oder Social Media, ist es für
Kunden, Partner, Mitarbeiter und Interessenten einfach, selbst ihre Meinungen und Erfahrungen, auch über Unternehmen, einer
großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Die
Nutzer tauschen sich in Kommentaren,
Posts, Blogs, Kurzmeldungen oder Foren untereinander über die gewonnenen Eindrücke
aus. Das kann erfreulich für ein Unternehmen sein oder auch unangenehm.
Ein besonderes Experiment
Die Telefit – Österreichs größte IT-Roadshow
– präsentierte Ende letzten Jahres ein ganz besonderes Experiment. 100 Tage lang hat ein
Musterbetrieb Plattformen wie Facebook oder
Xing im Alltag getestet, um herauszufinden,
ob soziale Netzwerke auch für das Geschäft
nützlich sein können. Das Ergebnis: Das Unternehmen konnte in diesem Zeitraum 114
Freunde gewinnen und erhielt drei Aufträge.
WKS-Vizepräsident Mag. Peter Genser betonte in seinem Statement, dass auch die Wirtschaftskammer soziale Netzwerke für die
Kommunikation mit den Mitgliedern nütze
und dabei beste Erfahrungen mache.
nicht die vertraute Einbahnstraße der Presseaussendungen. Gut aufbereitete, regelmäßig aktualisierte Inhalte sind ebenso wichtig
wie Multiplikatoren, Unterstützer und Empfehler sowie Ideen zur Abgrenzung von der
Konkurrenz. Warum sonst sollte jemand Fan
einer Unternehmensseite werden?
Die Anstrengung lohnt sich
Die wichtigsten Fragen
Wer sich als Unternehmer für ein Engagement in Social Media entscheidet, muss zunächst einmal die Unternehmensziele für einen Social-Media-Auftritt definieren. Sollen
bestehende oder neue Kunden angesprochen
werden, die Kundenbindung verbessert oder
neue Geschäftsfelder erschlossen werden?
Dient der Auftritt auch der Imagepflege?
Was macht das Produkt oder die angebotene
Dienstleistung besonders? Ohne ein klares
Ziel vor Augen, werden sich die Anstrengungen nicht nachhaltig lohnen. Facebook ist
2011 waren 79 Prozent aller Österreicher im
Alter zwischen 16 und 74 Jahren im Internet
aktiv. Zu einer der wichtigsten Nutzungszwecke gehört dabei das Informationsangebot. 68 Prozent der User verwenden Wikis
(Wikipedia, Online-Enzyklopädien). Soziale
Netzwerke, wie Facebook, Twitter oder MySpace werden von 45 Prozent der Internetnutzer verwendet. Die Möglichkeit über das
Internet zu telefonieren, wurde 2006 von
zwölf Prozent der Nutzer in Anspruch genommen, 2011 waren es bereits 29 Prozent
Der richtige Kanal, um zielgerichtet zu wer-
ben, ist daher von besonders
großer Bedeutung. 13 Jahre
benötigte zum Beispiel das
Medium Fernsehen, um 50
Millionen Menschen zu erreichen, Facebook schaffte diese
Verbreitung in nur zwei Jahren. 72 Prozent der heimischen Facebook-User fallen
in die Alterszielgruppe 20 bis
59, das entspricht einer Zahl
von 1,4 Millionen Nutzern.
Das eröffnet große Chancen,
vorausgesetzt die Fanpage
auf Facebook ist mit einer gut
gestalteten Webpage bzw. einem Online-Shop gekoppelt.
Eine besonders erfolgreiche
Zukunft
wird
dem
Smartphone vorausgesagt.
Das Handy wird heute zu
weit mehr als nur zum Telefonieren genutzt.
Abends gibt es via Google mehr Suchanfragen über das Handy als über Desktop-PCs.
Mehr als zwei Milliarden Menschen verfügen aktuell über einen Internetzugang, mehr
als 100 Millionen Smartphones wurden im
letzten Quartal 2010 verkauft und rund
400.000 Android-Aktivierungen gibt es derzeit pro Tag. Die zentrale Frage ist, wie Unternehmen diese Technik nützen können, um
Kundenbegeisterung und damit Frequenz zu
schaffen. Grazia Nordberg, Geschäftsführerin von Loebell & Nordberg, fasst den Erfolg
von gezielter PR wie folgt zusammen:
„Wenn ein junger Mann ein Mädchen kennen lernt und ihr erzählt, was für ein großartiger Kerl er ist, so ist das Reklame. Wenn
er ihr sagt, wie reizend sie aussieht, so ist das
Werbung. Wenn sie sich aber für ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört hat, er
sei ein feiner Kerl, so sind das Public Relations.“
Ü
Social Media für Unternehmen:
Präsenz bringt zusätzliche Kunden und erhöht die Bekanntheit. Experten raten, den Social-Media-Auftritt
Alle Statistiken: Statistik Austria
gut vorzubereiten. „Ohne klares Ziel vor Augen wird sich die Anstrengung nicht nachhaltig lohnen.“
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
113
LIFESTYLE
Kapseln,
die die Welt bedeuten
Es ist zweifellos eine der größten Erfolgsgeschichten der jüngeren Geschichte: Die Rede ist von Nespresso
– jener Gelddruckmaschine des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, der nicht zuletzt dank seiner
Galionsfigur George Clooney („What else?“) das Monopol auf dem
Markt der Kaffee-Kapseln hält. Von einem kleinen Ort in Frankreich aus hat nun ausgerechnet Ex-Nespresso-Chef JeanPaul Gaillard den Frontalangriff auf seine frühere Firma
gestartet. Seit Ende letzten Jahres sind die günstigeren und biologisch abbaubaren Kapseln auch in
Österreich erhältlich.
ean-Paul Gaillard ist 57 Jahre alt – und möchte den Kaffee-Kapsel-Markt revolutionieren. Und zwar mit biologisch abbaubaren
Kapseln, die in jede Nespresso-Maschine des Marktführers passen. Die von ihm 2008 gegründete Ethical Coffee Company (ECC)
mit Sitz in Lausanne befüllt die Hüllen aus Pflanzenfasern und Maisstärke mit Kaffee, den ECC um 15 Prozent teurer einkauft, aber um
bis zu 20 Prozent billiger als Nestlé an die Konsumenten weiterverkauft. Das Pikante an dieser Situation: Gaillard selbst war es, der
als Nespresso-Chef von 1988 bis 1998 den Kult um die Kapsel erst
so richtig entfachte. Mit coolen Boutiquen und clever designten Maschinen legte er den Grundstein für das, was nach seinem Abgang
weiter steil bergauf ging.
J
Die biologisch abbaubare Alternative
600 Millionen Kapseln hat Nespresso 1998 verkauft, 2010
waren es bereits 4,8 Milliarden. Rund 15 Millionen Maschinen sind seit 1986 in den zumeist europäischen Haushalten
gelandet. Ein ausreichend großer Markt also, um trotz rund
1700 Patenten, mit dem das Nespresso-System vor unliebsamen Nachahmern geschützt ist, den Kampf aufzunehmen.
Für den Boss der Ethical Coffee Company kein Grund, seine
Pläne zu ändern: Nur sechs Patente bezögen sich auf die Kapseln – und ECC verletze kein einziges von ihnen. Sicherheitshalber hat er die erste Fabrik aber in den EU-Raum,
direkt an die Grenze zum Nestlé-Heimatland Schweiz, ge-
REWE-Pressesprecherin Karin Nakhai berichtet von einer durchaus positiven Resonanz der Kunden auf biologisch abbaubaren Kaffeekapseln. Fotos: REWE
LIFESTYLE
Kapsel des Anstoßes: Seit der Kalenderwoche 45 des vergangenen Jahres sind die fünf Sorten
des ECC-Kaffees in Billa- und Merkur-Filialen in Österreich erhältlich.
legt.
Seit Ende Oktober letzten Jahres sind die alternativen Espressokapseln auch in Österreich bei rund 1.000 Billa und rund 120 Merkur-Märkten erhältlich. „Wir freuen uns,
dass wir unseren Kunden auch in Österreich
als erstes Unternehmen für das NespressoSystem kompatible, hochwertige Kaffeekapsel der Ethical Coffee Company anbieten
können“, freut sich Erich Riegler, Leiter des
Zentraleinkaufs REWE International AG.
Zu Beginn werden fünf Espresso-Sorten eingeführt: ein kräftiger Espresso, ein fruchtiger
Cremoso, ein milderer Armonioso, der Indiadoro und die entkoffeinierte Variante Decarabica. Mit einem Verkaufspreis von 2,99
Euro je 10er-Packung liegen die ECC-Kapseln etwa 15 bis 20 Prozent unter dem Preis
für Original-Nespresso-Kapseln. Den Kunden schmeckt der nachhaltige Kaffee jedenfalls – wie Karin Nakhai, Pressesprecherin
von REWE International AG bestätigt: „Wir
sind mit dem Kaffeekapselverkauf sehr zufrieden. Die Kunden schätzen den nachhaltigen Mehrwert. Weil sie zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind, kann man die Kapseln
nach dem Gebrauch in der Bio-Tonne oder
auf dem Kompost entsorgen.“
Technologie made in Austria
Mit seiner Vision, 2013 schon 3,5 Milliarden
Kapseln abzusetzen, will Jean-Paul Gaillard
freilich eher neuen Geldgebern den Mund
wässrig machen. Zu den Investoren des rasch
wachsenden Unternehmens, an dem Gaillard
gut ein Drittel der Anteile hält, zählen neben
der Benetton-Familie, der Investmentfirma
„21 Partners“ und einigen Fonds auch mehrere vermögende Privatpersonen. Ein Börsengang wird für 2013 ins Auge gefasst,
dann sollten auch die Patentstreitigkeiten mit
Nestlé bzw. Nespresso gelöst sein, glaubt
Gaillard.
Mit österreichischer Hilfe soll der Erfolg der
ECC-Kapseln nun zusätzlich beschleunigt
werden. Zwar sind die von Gaillard behaupteten Zahlen zum heimischen Verkaufsstart
– sechs Millionen verkaufte Kapseln binnen
vier Wochen, 20 Prozent Marktanteil – nicht
überprüfbar. Doch der ECC-Boss setzt nicht
nur auf den rot-weiß-roten Geschmack, sondern auch auf Technologie made in Austria.
Besonders enge Kontakte werden ihm mit
BWT-Gründer Andreas Weißenbacher nach-
gesagt. Die in Mondsee ansässige, börsennotierende Best Water Group (BWT), die auf
Wasseraufbereitung spezialisiert ist, soll ab
Mitte 2012 eigene ECC-Espressomaschinen
liefern.
Was die Verträglichkeit mit anderen Systemen betrifft, kann es sich der Kleinere leisten, dem Großen gegenüber richtig großzügig zu sein. So werden sowohl NespressoKapseln als auch die Kapseln anderer Mitbewerber mit den ECC-Maschinen funktionieren. Dass nicht alles Gold ist, was glänzt,
beweisen auch Konsumententests, die teilweise von durchfallenden, sich verhakenden oder schwerer zu drückenden Kapseln
berichten – sowohl bei den biologisch abbaubaren REWE-Kapseln von Gaillard als
auch beim Spar-Produkt Caffè Vergnano,
das in Plastikgefäßen abgefüllt ist. Geschmacklich bleiben eingefleischte Nespresso-Fans ohnehin dem Original treu. In
einer Blindverkostung für konstument.at
gewann der Nespresso-Kaffee klar vor den
Herausforderern.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
115
Eine Wildkatze für Haus und Hof: In der
Landwirtschaft macht das Arctic Cat 700 Diesel ebenso gute Figur wie im urbanen Einsatzgebiet.
Eierlegende Wollmilchsau
Es ist so etwas wie der Unimog des 21. Jahrhunderts – die Rede ist von „All Terrain Vehicles“ oder kurz
ATVs. Lange Zeit als Bonsai-Traktor oder überflüssiges Spielzeug für Radaubrüder verschrien, führten
ATVs hierzulande lange Zeit ein Schattendasein. Doch dank verlässlicher Technik, vielfältigem Zubehör
und nicht zuletzt einer sparsamen Diesel-Motorisierung haben sich die kompakten Alleskönner zur perfekten Ergänzung zwischen Traktor, Pick-up und kompaktem Geländewagen gemausert. Im Test: die Diesel-Version des Arctic Cat 700.
ei großen Firmenfuhrparks ist es ähnlich
wie bei den Landwirten: Nicht selten
wird der Erfolg eines Geschäfts noch an
der Anzahl der Fahrzeuge gemessen. Ob es
nun darum geht, den Firmenparkplatz von
Schnee zu räumen, die Skihütte mit Proviant
B
116
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
zu versorgen oder einfach nur im unwegsamen Gelände auf dem schnellsten Weg von
A nach B zu kommen – spätestens 2012 ist
die Gleichung „Je größer, desto größer das
Prestige“ nun endgültig passé. Dass die Zeiten der großen Spielzeuge für große Jungs
tatsächlich vorbei sind, beweisen auch die
Verkaufsstatistiken für landwirtschaftliche
Nutzfahrzeuge: Kannte der Leistungswettlauf der Hersteller noch zur Jahrtausendwende keine Grenzen, so kam es in den letzten Jahren zu einer Trendumkehr. Statt PS
LIFESTYLE
und Hubraum achtet die neue Generation
nachhaltig wirtschaftender Fuhrparkmanager nun sehr wohl auf Betriebskosten und
Umweltbilanz ihrer motorisierten Arbeitsgeräte.
Die Alternative aus Amerika
Umso erstaunerlicher, dass die logische Antwort auf diesen Trend nun ausgerechnet aus
den USA nach Europa kommt. Im Land der
unbegrenzten Möglichkeiten galten ATVs
seit jeher als „Farmers best Friend“ – also
als bester Freund jener, die beim täglichen
Einsatz eher klotzen als kleckern. Somit ist
es nur logisch, dass die Erfolgsgeschichte
der Allrad-Alleskönner in Österreich zu guten Teilen auch die eines amerikanischen
Unternehmens ist. Zur Unterscheidung:
Während die asiatischen Hersteller wie Yamaha, Suzuki oder Kymco hauptsächlich auf
die kleineren, sportlichen und zweiradangetriebenen Quads setzen, machten sich die
einstigen Motorschlitten-Spezialisten von
Arctic Cat seit Mitte der Neunziger Jahre mit
ihren besonders hochwertigen und widerstandsfähigen ATVs einen Namen. Die Europazentrale des Traditionsunternehmens
aus Minnesota liegt in St. Johann im Pongau.
Hier erfolgen nicht nur die Montage und der
Vertrieb in über 20 europäische Länder – hier
wartet auch eines der aktuell stärksten Fahrzeuge am Markt darauf, einen Tag lang auf
Herz und Nieren geprüft zu werden: das
Arctic Cat 700 Diesel.
Unaufhaltsamer Kraftprotz
Eines gleich vorweg: Ein spurtstarker
Leichtathlet ist das selbstzündende Arctic
Cat nicht. Dazu ist der raubeinige Zweizylinder-Diesel mit seinen 18 PS zu sehr auf
Drehmoment getrimmt. Überhaupt erinnert
das Verhältnis zwischen dem Dieselmodell
und seinen benzingetriebenen Brüdern ein
wenig an die Geschichte von Hase und Igel:
Während die Benziner auf Wunsch mit bis
zu 100 km/h durchs Gelände preschen, bahnt
sich der Diesel vergleichsweise gemächlich,
dafür jedoch unaufhaltsam wie ein Panzer
seinen Weg durchs Dickicht. Der zuschaltbare Allradantrieb, die Differenzialsperre
vorne sowie das robuste Automatikgetriebe
mit Untersetzung sorgen dafür, dass der
Wildkatze auch im anspruchsvollen Gelände
nicht die Puste ausgeht. Hat man es dennoch
einmal übertrieben und steckt fest, dient die
bärenstarke Seilwinde mit bis zu zwei Tonnen Zugkraft als willkommene Hilfe zur
Selbsthilfe.
Daumen hoch statt Bleifuß
Wer das erste Mal auf dem Rücken der Geländekatze Platz nimmt, sollte sich jedoch
unbedingt ein paar Minuten Zeit zum Üben
nehmen, bevor es ins schwere Gelände oder
gar auf öffentliche Straßen geht. Im Gegensatz zu Motorrädern gibt man ATVs nicht
per Drehgriff, sondern mittels Daumenhebel
Dank des vielseitigen Angebots an Zubehör schwören auch immer mehr Förster und Jäger auf
die ATVs aus St. Johann. Hier im Einsatz: die schwere Seilwinde.
Fotos: Eva trifft.
die Sporen. Auch das Arctic Cat verrät damit
seine Verwandtschaft zu den Motorschlitten.
Der Grund dafür ist in beiden Fällen der gleiche: Im Geländeeinsatz kann es trotz des
enormen Federwegs schon mal passieren,
dass der Fahrer ungewollt abgeworfen wird.
Der Daumenhebel, der zum Gasgeben permanent nach vorne gedrückt werden muss,
verhindert im Falle eines Falles die weitere
Solo-Irrfahrt des ATVs. Auch Bremsen und
Kurvenfahren wollen gelernt sein: Je nach
Untergrund sollte das Verhältnis zwischen
Hand- und Fußbremse weise gewählt werden, um ungewollte Drifts zu vermeiden.
Und obwohl das Quad vier Räder besitzt, ist
auch das In-die-Kurve-Legen schon allein
deshalb empfehlenswert, um bei hohen Geschwindigkeiten ein Kippen zu vermeiden.
Kein Wunder also, dass in Österreich Helmpflicht herrscht. Arctic Cat fahren dürfen übrigens alle mit dem normalen Pkw-Führerschein.
Hat man die wichtigsten Tricks jedoch einmal verinnerlicht, so muss man eigentlich
nur noch darauf achten, im Sattel des Arctic
Cat nicht dem Größenwahn zu verfallen.
Denn mit einer Steigfähigkeit von sagenhaften 70 Prozent erklimmt dieses Gerät Hänge,
die selbst auf allen Vieren eine Herausforderung darstellen. Kein Wunder also, dass ne-
ben der Bergrettung auch das Bundesheer
auf die Stärken des Arctic Cat schwören. Sogar bei den letzten Olympischen Spielen und
bei den „World Logging Championships“,
der offiziellen Weltmeisterschaft der Waldarbeiter, kamen die Geräte aus St. Johann
zum Einsatz.
Ein echtes Multitalent
Die zweite große Stärke des Arctic Cat neben
seinen Offroadfähigkeiten ist zweifellos
seine Vielseitigkeit: Ob zusätzlicher Gepäcksträger, Anhängekupplung, Alufelgen
oder Schneepflug – die Liste des verfügbaren
Zubehörs liest sich wie die Wunschliste von
Tim Taylor, dem Heimwerkerkönig. Tatsächlich verwandelt der 50 Seiten starke Katalog
der Extras den eigenen Arctic Cat auf
Wunsch in ein Schneemobil (Gleisketten),
ein Expeditionsfahrzeug für Pioniere
(Rammbügel und Tarnzelt-Aufbau samt Gewehrhalterung) oder einen vollwertigen
Traktor samt Pflug-, Saat-, Mäh- und Ernteaufsatz. Und das Tollste daran: Ganz egal,
für welche Spezialaufgabe der Arctic Cat auf
diese Art ausgerüstet wird: Mit Hilfe eines
Schraubenschlüssels sind alle Aufbauten von
einem Mann binnen weniger Minuten wieder demontierbar.
Ü
ARCTIC CAT 700 DIESEL TRV
Motor: Zweizylinder I-Twin, SOHC, 4-Takt, 2-Ventil • Leistung: 13 kW/18 PS • Hubraum: 686 ccm • Tankinhalt: 20,8 Liter • Getriebe: Automatikgetriebe CVT mit EBS
Antriebsart: 2/4 WD + Differenzialsperre • Bremsen vorne/hinten: Hydraulische
Scheibe • Fahrwerk & Federung: Radaufhängung vorne: Doppelte Querlenker •
Federweg vorne: 20,3 cm • Radaufhängung hinten: Doppelte Querlenker • Federweg hinten: 20,3 cm • Abmessungen: Gesamtlänge: 239 cm • Gesamtbreite: 124
cm • Gesamthöhe: 129 cm • Radstand: 148 cm • Bodenfreiheit: 25,4 cm • Gewicht
(fahrbereit): 400 kg • Zuladung & Anhängerlast: Max. Rack-Zuladung vorne: 45,4
kg • Max. Rack-Zuladung hinten: 90,8 kg • Preis: 10.990 Euro inkl. MwSt. und
NoVa.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
117
SERVICE
Onlineplattform
vernetzt Innovatoren
Innovative Unternehmen erfinden die Welt meist nicht ganz allein neu. Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Forschungsgesellschaften und Universitäten stehen an der Tagesordnung. Mit innovators.eu will die Kommunikationsagentur Plenos gemeinsam mit Salzburg Research diese Vernetzung
nun vereinfachen.
Die Onlineplattform innovators.eu soll die
Kooperation in der Forschungscommunity
vereinfachen. Die Initiatoren wollen Mitte
Februar mit der ersten Ausbaustufe fertig
sein: (v.l.) Siegfried Reich (Salzburg Research), Wolfgang Immerschitt (Plenos) und
Thomas Birner (Wirtschaftsförderung
Berchtesgadener Land).
Foto: Plenos
islang hat eine gemeinsame Plattform
für innovative Unternehmen gefehlt, auf
der sich diese nach außen präsentieren
und mit anderen intern vernetzen können“,
erklärt Wolfgang Immerschitt von Plenos.
Die Kommunikationsagentur hat daher gemeinsam mit der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research einen Onlineauftritt konzipiert, der Mitte Februar in der ersten Ausbaustufe fertig wird. Maßgeblich unterstützt wurden sie dabei vom Land Salzburg und den Kooperationspartnern ITG
Salzburg, Innovationsservice der Wirtschaftskammer Salzburg, Industriellenvereinigung Salzburg und Wirtschaftsförderung
Berchtesgadener Land.
austauschen
können. „Jeder
Kontakt in diesem Umfeld
führt zu frischen Ideen
und kann vollkommen neue
Produkte und
Leistungen anstoßen oder
sogar
neue
Märkte eröffnen“,
sagt
Reich.
B
Neue Kooperationen anstoßen
„Auch für Forschungsgesellschaften und
Universitäten stellt sich die Frage, wie sie
ihre Leistungen kommunizieren können, um
so mit möglichen Kooperationspartnern in
Kontakt zu kommen“, erklärt Siegfried
Reich, Geschäftsführer der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research. Er
ist davon überzeugt, dass entsprechende
Leistungen auch von Unternehmen deutlich
öfter in Anspruch genommen werden, wenn
diese transparenter dargestellt werden können. Mit innovators.eu soll das gelingen, dafür sollen die zahlreichen Möglichkeiten sorgen, die diese Onlineplattform den teilnehmenden Unternehmen bietet.
Die Plattform soll ein Innovationsnetzwerk
118
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
werden, das vorerst Partner im Land Salzburg und im angrenzenden Berchtesgadener
Land nach außen optimal präsentiert. Die
teilnehmenden Unternehmen erhalten ein eigenes Profil auf der Seite, auf dem sie sich
in einem innovativen Umfeld für Interessenten weltweit präsentieren können. „Auch im
Hinblick auf die Fachkräfteproblematik kann
dieser Auftritt viele positive Effekte erzeugen“, sagt Immerschitt.
Internes Netzwerk
Für die Unternehmenspartner kommt neben
der Außendarstellung noch ein weiterer Vorteil hinzu. Mit der Teilnahme bekommen sie
auch exklusive Einladungen zu Innovationsveranstaltungen oder Hinweise zu neuen
Förderungsmöglichkeiten. Ziel ist es, eine
Innovationsgemeinschaft aufzubauen, in der
sich Unternehmen und Forscher regelmäßig
Auf der Höhe der Zeit
Damit innovators.eu seine volle Wirkung
entfalten kann, wurden zahlreiche Tools entwickelt, die dem Benutzer die Bedienung
einfach machen. „Zentral dabei ist die Suche
nach Unternehmen oder einzelnen Merkmalen, darauf haben wir besonderen Wert gelegt“, sagt Wolfgang Immerschitt. Daher gibt
es einfache Suchmöglichkeiten etwa nach
Branchen, Produktkategorien und Forschungsschwerpunkten oder geografischem
Standort und diversen Unternehmenskategorien. Zusätzlich ist eine neuartige Suchsoftware in Verwendung, die vom Partner Findologic stammt. Diese erstellt intelligente
Rankings je nach Relevanz, hat eine automatische Fehlertoleranz, erkennt sinnverwandte Zusammenhänge und stellt intuitive
Filtermöglichkeiten zur Verfügung.
Ü
SERVICE
Medikamentenversand
liegt über Prognosen
Kunden seither regelmäßig in den unternehmenseigenen Kommunikationskanälen über
das Angebot der Zur Rose-Tochter. Die VfG
beliefert die dm-Kunden im Gegenzug unter
der Marke Zur Rose mit rezeptfreien, in
Österreich zugelassenen Original-Medikamenten – sogenannten „Over the counter
(OTC)“-Medikamenten.
Neuer Bezugskanal hat sich etabliert
Positive Zwischenbilanz nach einem Jahr
Versandapotheken-Kooperation zwischen
dm drogerie markt und der Schweizer Zur
Rose-Gruppe: (v.l.) Rainer Seiler (Geschäftsführer VfG – Versandapotheke) Harald Bauer
(dm Geschäftsführer) Walter Oberhänsli
(CEO Zur Rose-Gruppe)
Foto: dm/APA-Fotoservice/Hinterramskogler
Verdoppelter Umsatz, verdreifachte Kundenzahl: Dies ist die Zwischenbilanz der
Schweizer Zur Rose-Gruppe nach einem
Jahr Kooperation mit dm drogerie markt
Österreich. Der Bezugsweg Versand für in
Österreich zugelassene, rezeptfreie OriginalMedikamente entspricht offensichtlich einem Kundenbedürfnis.
Die Schweizer Zur Rose-Gruppe ist seit vier
Jahren mit ihrer Tochter, der Versandapotheke VfG, in Österreich aktiv. Vor einem
Jahr baute sie ihre hiesige Präsenz aus und
ging eine Partnerschaft mit dm ein: Die Drogeriemarktkette informiert Kundinnen und
Die Kooperation kommt an: Die Zur RoseGruppe konnte nicht nur ihren in Österreich
erzielten Umsatz auf fünf Millionen Euro
verdoppeln, auch die Kundenzahl konnte
von gut 30.000 auf 100.000 verdreifacht
werden – in nur einem Jahr. „Der Bezugskanal Versand hat sich in Österreich für rezeptfreie Medikamente etabliert“, stellt Walter
Oberhänsli, CEO der Zur Rose-Gruppe, fest.
„Die Möglichkeit, bequem und sicher bei einem seriösen Anbieter zu bestellen, wird
ganz offensichtlich geschätzt.“
Vollauf zufrieden mit dem ersten Jahr ist
auch Harald Bauer, Geschäftsführer von dm
drogerie markt: „Mit dieser Kooperation nutzen wir die einzige Möglichkeit, die uns
rechtlich zur Verfügung steht, unseren Kunden rezeptfreie Arzneimittel in Markenqualität zu deutlich günstigeren Preisen anzubieten. Letztendlich haben die Kunden dieses Angebot in einem Ausmaß angenommen,
das bei Weitem über unseren internen Prognosen liegt“, berichtet Harald Bauer, für den
neben den Umsatzzahlen auch die vielen positiven Rückmeldungen von Seiten der Kunden eine großartige Bestätigung waren.
Angebot soll intensiver
kommuniziert werden
In der Kommunikation rund um das Angebot
von Zur Rose wird dm die Erfahrungen des
ersten Jahres nutzen und 2012 kräftige Impulse setzen: „Nur jeder vierte Konsument
kennt die Marke Zur Rose namentlich – es
besteht somit ein großes Potenzial, allein
schon über die Steigerung der Bekanntheit
zusätzliche Konsumenten zu erreichen“, so
Harald Bauer. Dazu soll insbesondere das
Dialogmarketing hin zu den dm-Kunden
weiter optimiert werden. Geplant sind aber
auch Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit im
Laden: So wird demnächst ein Online-Terminal getestet, um dm-Kunden über einen
Internetzugang die Bestellung bei der Marke
Zur Rose in der dm-Filiale zu ermöglichen.
Mehr Platz soll auch die qualitative Seite der
Kommunikationsmaßnahmen erhalten: „Es
soll noch mehr über Wirkungen und Wechselwirkungen informiert und verstärkt auf
das telefonische Beratungsangebot hingewiesen werden. Und wir wollen noch klarer
darlegen, dass die Bestellung von Markenartikeln bei einer EU-Versandapotheke
nichts zu tun hat mit Billigfälschungen aus
dem Osten“, will Harald Bauer seine Kunden
auch verstärkt über Gefahren informieren,
die durch den Bezug aus unzuverlässigen
Quellen drohen. Dazu habe man auch bereits
dem Finanzministerium und der Apothekerkammer als Verantwortliche der Initiative
„Auf der sicheren Seite“ Unterstützung für
diese Kampagne angeboten, so Harald
Bauer.
Ü
40 Jahre Liquidität für
heimische Unternehmen
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
119
Freuten sich gemeinsam über ein pädagogisch, ökologisch und sozial wertvolles Projekt: (v.l.) Schülerin Eva Schitter, Lehrer Konrad Steiner,
Schüler Dionys Viehhauser, Schülerin Karo Mödlhammer, Caritas-Direktor Hans Kreuzeder und Gabriele Leibetseder (Isocell). Fotos: Neumayr/MMV
Isocell dämmt mit Schülern
ein Flüchtlingshaus
nter Beteiligung von 44 Schülerinnen
und Schülern der Höheren land- und
forstwirtschaftlichen Schule Ursprung
(HLFS) wurde der über 200 m2 große Dachboden des Flüchtlingshauses in Salzburg gedämmt. Die energetische Sanierung ist Teil
der praktischen Ausbildung der Schule und
wurde von Isocell gesponsert. Das Neumarkter Unternehmen hat das gesamte Material
zur Verfügung gestellt und die Schülerinnen
und Schüler technisch bei der Umsetzung
des anspruchsvollen Projektes betreut.
Das Flüchtlingshaus war bisher in der obersten Geschoßdecke nur unzureichend isoliert,
U
120
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Klassische Win-win-Situationen sind bekannt. Bei der Dämmung des
Flüchtlingshauses der Caritas in Salzburg handelt es sich hingegen um
eine Win-win-win-win-Situation. Die beteiligten Schüler haben gelernt,
wie einfach Dämmen sein kann, die Caritas spart Energiekosten, die Umwelt wird entlastet und der Salzburger Material-Sponsor Isocell kann
sich über die positive Wirkung auf das Image freuen.
Von Simon Wagner
SERVICE
dadurch ist viel Energie verloren gegangen. Das
Flüchtlingshaus habe im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsoffensive nach einer Lösung gesucht
und mit Isocell einen sehr engagierten Partner
gefunden, sagte Caritas-Direktor Hans Kreuzeder. Da Isocell bereits seit vielen Jahren mit der
HLFS Ursprung kooperiert, kam es letztlich zu
der für alle Beteiligten erfreulichen Zusammenarbeit. Die Schülerinnen und Schüler der HLFS
Ursprung haben das Projekt im Rahmen eines
Freifachs umgesetzt. Neben den Dämmarbeiten
vor Ort berechneten sie auch den Energieausweis
vor und nach der Sanierung mit dem „WoodyFIX“-System von Isocell. Die Zahlen sprechen
für sich: Der sogenannte U-Wert vor der Sanierung von 0,87 konnte auf 0,11 reduziert werden.
„Das entspricht einer Ersparnis von sieben Litern
Heizöl, und zwar pro Tag“, sagte Karo
Mödlhammer, eine der beteiligten Schülerinnen.
Dämmen lernen für den Bauernhof daheim
Prof. Konrad Steiner erhofft sich durch Schulprojekte wie dieses auch Vorbildwirkung, da
viele der Schülerinnen und Schüler aus landwirtschaftlichen Betrieben kommen. Bei Bauernhäusern sei durch Dämmmaßnahmen ein wesentlicher Beitrag zur CO2-Vermeidung möglich.
„Bisher heißt es oft: Wir haben ja eh genug Holz
zum Heizen‘, aber mit den steigenden RohstoffPreisen ist es für Bauern besser, wenn sie das
Holz verkaufen können und es nicht verheizen
müssen“, sagt Steiner.
Für Fälle wie beim Flüchtlingshaus hat Isocell
vor wenigen Jahren mit „WoodyFIX“ ein inzwischen am Markt sehr gut aufgenommenes Modulsystem entwickelt. Vorgefertigte passgenaue
Steckelemente ermöglichen einfaches, zeitsparendes und damit wirtschaftliches Dämmen der
obersten Geschoßdecke. Auf das Basis-DämmModul wird eine Konstruktionslatte genagelt, auf
der dann die Bodenplatte befestigt wird.
Kleine Unebenheiten der Geschoßdecke gleicht
das System durch die Verbindungslatten aus, bei
größeren Dimensionsunterschieden werden Unterlagsplättchen verwendet. Der zwischen Geschoßdecke und Bodenplatten entstehende Hohlraum wird schließlich lückenlos und frei von
Wärmebrücken mit Isocell-Zellulosedämmung
im Einblasverfahren befüllt. Die Konstruktion
stellt bereits bei der Verwendung von nur 18 mm
dicken Holzwerkstoffplatten ein begehbares und
äußerst tragfähiges System dar.
Normalerweise wird das Material mit dem Kran in den Dachboden gebracht. Bei diesem
Projekt erledigten das die insgesamt 44 beteiligten Schülerinnen und Schüler.
Das „WoodyFIX“-System von Isocell ermöglicht mit vorgefertigten passgenauen Steckelementen ein einfaches, zeitsparendes und damit wirtschaftliches Dämmen der obersten
Geschoßdecke.
Ökologisch, ökonomisch, sozial, pädagogisch
Gabi Leibetseder von Isocell zeigte sich begeistert von den jungen Helfern. „Die Schüler waren
großartig. Unglaublich, wie professionell, engagiert und schnell sie dieses Projekt durchgezogen
haben.“ Leibetseder zollte auch Prof. Steiner
Respekt. Es sei hervorragend, dass es Lehrer mit
so guten Ideen wie ihn gibt. Caritas-Direktor
Hans Kreuzeder bedankte sich auch im Namen
der Flüchtlinge im Haus bei allen Beteiligten:
„Vielen herzlichen Dank an alle Schülerinnen
und Schüler und Prof. Steiner und insbesondere
an Sponsor Isocell.“
Ü
Der Hohlraum zwischen Geschoßdecke und Bodenplatten wird lückenlos und frei von Wärmebrücken mit Isocell-Zellulosedämmung im Einblasverfahren befüllt.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
121
SERVICE
Neue Unternehmen mit
Woran erkennt man die Innovationsstärke einer Wirtschaftsregion? Unter anderem an ihren Jungunternehmern. Die Wirtschaftsnachrichten West haben daher drei bemerkenswerte Start-ups aus Vorarlberg,
Tirol und Salzburg genauer unter die Lupe genommen. Es zeigt sich: Ob Entsorgung, Werkstoffe oder Beleuchtung – an Marktnischen und Geschäftsmöglichkeiten für neue Unternehmen mangelt es nicht.
Von Simon Wagner
INFEO GmbH, Dornbirn
Branche: Entsorgung
Tätigkeit: Optimierung der Touren mit mathematischen Algorithmen
elbst eine mittlerweile so selbstverständliche Dienstleistung wie
die Müllentsorgung bietet Chancen für neue Ansätze und damit
auch für ein neues Unternehmen mit einem äußerst vielversprechenden Geschäftsmodell. Im Fall der Infeo GmbH aus Dornbirn ist
dies die Optimierung von Touren. Kommunale und private Entsorgungsunternehmen fahren tagtäglich Zigtausende Kilometer durch
S
Das Vorarlberger Start-up Infeo optimiert Touren von Entsorgungsbetrieben. Gegründet wurde das Unternehmen von (v.l.) Florian
Reischer, Herbert Koschier und Thomas Steinberger.
Fotos: Infeo
reits kurz danach zahlreiche Anfragen erhalten und uns daher schnell
entschlossen, auf eigenes Risiko ein eigenes Unternehmen mit eigener Software zu gründen“, erinnert sich Koschier. Das Team passt
perfekt zusammen: Koschier bringt betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Branchenerfahrung ein, Steinberger entwickelt als Mathematiker die Algorithmen und Reischer kreiert mit seinem Team die
notwendige Software.
Infeo ist bereits seit der Gründung im April 2010 mit einem riesigen
Interesse von Seiten zahlreicher Entsorgungsunternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum konfrontiert. „Wir machen Optimierungsmöglichkeiten in einer immensen Tiefe auf Basis mathematischer Algorithmen sichtbar, diese Dienstleistung gibt es so noch
nicht“, erklärt Herbert Koschier. Kein Wunder, dass die Entsorger
daran Interesse haben – bedeuten kürzere Touren doch gleichzeitig
enorme Kosteneinsparungen als auch einen deutlich umweltfreundlicheren Betrieb. Für die Kommunen kommt der geringere Verkehr
als zusätzlicher Vorteil hinzu.
Algorithmen machen die Entsorgung effizienter
die Städte und Gemeinden, um den unvermeidlichen Müll abzuholen.
Infeo unterstützt die Entsorger dabei, unnötige Kilometer zu vermeiden – mit Hilfe modernster Software.
„Wir haben bereits für drei Vorarlberger Städte das Potenzial untersucht und dabei Einsparungsmöglichkeiten bei Verkehr, Emissionen
und Kosten von jeweils 20 Prozent ermittelt“, sagt Herbert Koschier,
einer der drei Gründer. Er selbst kommt vom Vorarlberger Umweltverband, wo er weiterhin für die betriebswirtschaftliche Leitung zuständig ist. Denn die Gründer der Infeo GmbH haben sich entschieden, das Unternehmen in den ersten drei Jahren vollkommen ohne
Ausschüttungen aufzubauen. Co-Gründer Thomas Steinberger lehrt
daher auch weiterhin an der Fachhochschule Vorarlberg Mathematik.
Der Dritte im Bunde, Florian Reischer, ist Softwareentwickler und
Informatiker.
Gründer ergänzen einander
Die drei Vorarlberger gründeten das Unternehmen nach einem gemeinsamen Projekt, das sie in diesem Themenbereich für Fachhochschule und Umweltverband erfolgreich absolvierten. „Wir haben be-
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
Das Dienstleistungsspektrum des Unternehmens reicht von der Tourenaufzeichnung als Basis über die Potenzialanalyse und die Simulation bis hin zur Tourenoptimierung. Dabei spielen nicht nur die
kürzesten Wege für Tour und Rückfahrt eine Rolle, sondern auch
Faktoren wie Fahrzeugtechnologie, Abfuhrrhythmen und -intervalle
oder Auslastung. Derzeit konzentriert sich das Team auf die sogenannte Haushaltssammlung mit sehr vielen Abholpunkten. In weiterer Folge sollen die Geschäfte aber auch auf die Gewerbesammlung
oder andere Bereiche der Abfallwirtschaft ausgedehnt werden.
In der Gründungsphase hat die Wisto (Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH) den Gründern massiv geholfen. „Da haben wir unschätzbar wertvolles Know-how und viele gute Kontakte vermittelt bekommen, außerdem wurde uns für zwei Jahre ein zinsfreier Kredit zur
Verfügung gestellt“, sagt Herbert Koschier. Diese Leistungen helfen
dem jungen Unternehmen dabei, Fuß zu fassen und die Leistungen
weiter auszubauen. Denn derzeit sind die Optimierer selbst mit dem
Optimieren beschäftigt. Schnelligkeit und Bedienerfreundlichkeit
der Kundensoftware werden ebenso verbessert wie das spezielle Navigationsgerät für die Fahrer der Touren.
SERVICE
frischen Ideen
BILTON International GmbH,
Saalfelden
Branche: Beleuchtung
Tätigkeit: Produktion von LED-Beleuchtungen und
LED-Steuerungen
er Umstieg auf die LED-Technologie hat die Beleuchtungsbranche in einen Zukunftsmarkt verwandelt, auf dem sich zahlreiche
große Konzerne tummeln. Doch in deren Schatten bleibt ausreichend Platz für neue Unternehmen, die ihre Vorteile zu nutzen
wissen. Eines davon ist die Bilton International GmbH aus dem Salzburger Pinzgau. „Unsere Stärke ist die Tatsache, dass wir ein zahlenmäßig eher kleiner ‚Global Player‘ sind“, sagt CEO Patrick Müller. So kann Bilton Sonderanfertigungen für ganz spezielle Vorhaben
schnell entwickeln und umsetzen. „Große Konzerne tun sich da häufig und naturgemäß eher schwer“, erklärt der Jungunternehmer.
Das „International“ im Firmennamen ist bewusst gewählt. Obwohl
erst 2009 gegründet, ist das Unternehmen bereits in 15 Ländern aktiv,
neben Deutschland und Frankreich etwa auch Dubai oder Aserbaidschan. Rund 50 Prozent der gesamten Produktion gehen in den Export. Diese schnelle Expansion geht auch mit einem kräftigen Mitarbeiterwachstum einher. 16 Mitarbeiter sind mittlerweile im Unternehmen tätig. „Und wir wachsen weiter“, sagt Patrick Müller. Beim
Umsatz sieht der Strategieplan für 2016 zehn Millionen Euro vor,
im ersten Jahr waren es 730.000, 2011 waren es bereits 1,6 Millionen.
D
München oder der Nike-Flagship-Store in London halfen dabei. Beflügelt von den Verkaufszahlen machte sich Patrick Müller daraufhin
daran, eine eigene Produktion in Saalfelden aufzubauen. Vom Standort ist er überzeugt, er will die Wertschöpfung dauerhaft im Pinzgau
halten und sagt, dass eine Produktion auch hier konkurrenzfähig sein
kann.
Schnell und individuell reüssieren
Gerade die Produktion vor Ort ist ein Erfolgsfaktor für das Unternehmen. „Deshalb können wir auch auf spezielle Anforderungen
schnell eingehen und gezielt Lösungen entwickeln, die ebenso funktional wie einzigartig sind“, erklärt Müller. Ein Schwerpunkt liegt
auf der Bedienbarkeit der Beleuchtungssysteme. Leuchten und deren
Steuerung sind gerade in größeren Objekten ein komplexes Thema.
„Wir wollen die perfekte Symbiose aus einfacher Bedienung und
endloser Lichtvielfalt schaffen“, sagt Patrick Müller. So werden die
LED-Einheiten beispielsweise direkt angesteuert und diese reagieren
dank einfachster Programmierung genau so, wie es von Kunde, Architekt oder Installateur vorgesehen war.
An ein frühes Ende des LED-Booms glaubt Müller nicht. Einer der
Hauptgründe dafür ist die Ökologie. Bereits jetzt verbrauchen Bilton-Lösungen ein Drittel weniger Energie als vergleichbare konventionelle Beleuchtungen – bei mindestens ebenbürtigem Wirkungsgrad
und einer längeren Lebensdauer.
Und die eigenen Innovationen sollten sich ebenfalls positiv auf den
Geschäftserfolg auswirken. Bilton setzt ebenso auf Design, wie etwa
bei dem intuitiv zu bedienenden „BASE Lichtszenen Controller“,
wie auch auf Funktionalität – beispielsweise mit der mobilen Gebäudesteuerung „AYCONTROL“ für Smartphone und Tablet-PC.
Bei den Leuchten selbst bietet Bilton für so gut wie jeden Einsatzzweck außen wie innen entsprechende Produkte. „Und falls wir etwas
nicht im Katalog haben sollten, können wir es ja immer noch entwickeln“, sagt Patrick Müller.
superTEX composites GmbH,
Telfs
Patrick Müller hat das LED-Unternehmen Bilton 2009 in Saalfelden
gegründet.
Foto: Bilton
Für den Boom gerüstet
Gründer Patrick Müller stammt aus der Region, der Viehhofener absolvierte in Zell am See eine Elektrikerlehre und machte bei einem
Elektriker in Saalfelden die Meisterprüfung. Danach war er drei Jahre
für eine Beleuchtungsfirma in Tirol tätig. Dort hat er auch die ersten
Anzeichen für den kommenden LED-Boom bemerkt. Er witterte eine
Chance und gründete eine Firma. Ein wichtiger Partner von Beginn
an war die Firma Misy Microsysteme in Leogang. Deren Chef, Josef
Mitteregger, ist bis heute maßgeblich in Forschung, Entwicklung
und Produktion eingebunden.
Gemeinsam entwickelten die beiden LED-Steuerungen und -Leuchten, die Müller unter der Marke Bilton vermarktete. Der Erfolg stellte
sich schnell ein, der LED-Boom kam genau rechtzeitig und die Produkte etablierten sich schnell am Markt. Zahlreiche große Referenzprojekte wie etwa der Flughafen Kopenhagen, das Hofbräuhaus in
Branche: Kunststofftechnologie
Tätigkeit: Entwicklung und Vermarktung eines neuen
Faserverbundstoffs
rchitekten und Designer haben ein großes Problem: Am Computer lassen sich die wunderbarsten und schwierigsten geometrischen Figuren konstruieren; allein an den Werkstoffen für deren Umsetzung mangelt es. Die gebürtige Südtirolerin Valentine Troi
hat in genau dieser Situation nicht gezögert, sondern einfach einen
eigenen Leichtbau-Werkstoff aus Faserverbund entwickelt und ihn
„splineTEX“ getauft. Anwendung finden soll das Multitalent in
Sportgeräten, in Möbeln, in Gebäudebauteilen oder sogar in Autokarosserien.
Faserverbundstoffe, besonders jene mit textilen Komponenten, sind
derzeit in der Werkstoffindustrie ein heißes Thema. Denn komplexe
geometrische Strukturen herzustellen ist teuer. Mit „splineTEX“ soll
das deutlich billiger werden. Dieser sogenannte Mehrphasenwerkstoff auf Basis von Kohle-, Glas-, Basalt- oder Hanffasern kann nämlich in weichem Zustand in die gewünschte Form gebracht werden.
Er verhält er sich dabei in etwa wie ein Gartenschlauch. Erst danach
A
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
123
SERVICE
zelunternehmen. Mit Hilfe der Förderbank aws und dem Center for
Academic Spin-offs Tyrol (CAST) konnte die Erfinderin so einen
Businessplan entwickeln und parallel erste Projekte umsetzen – vorwiegend noch in Manufaktur-Bauweise.
Von der Manufaktur zur Industrie
Valentine Troi, Gründerin von superTEX
Foto: superTEX
wird er gehärtet. Damit entfällt der aufwendige Formenbau, der bisher für freigeformte Strukturbauteile notwendig ist.
Architektin, Erfinderin, Unternehmerin
Valentine Troi unterrichtete von 2003 bis 2011 als Assistentin Architektur an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck. Dort
erfand und entwickelte sie den neuen Hochleistungswerkstoff. Für
sie als Architektin war es schwierig, Förderer von der Innovation und
den Umsetzungschancen zu überzeugen – „als Chemikerin hätte ich
mir da leichter getan“, erinnert sich Valentine Troi heute. Daher entwickelte sie einen Prototypen, der dann auch skeptische Förderungsstellen zu überzeugen gewusst. Die Universität meldete für den Werkstoff ein Patent an und Troi konnte den Prototypen bauen.
„Für den nächsten Schritt reichte dann den Förderern ein Prototyp
nicht mehr. Offenbar waren die entsprechenden Stellen so überzeugt
von den Chancen des Werkstoffs, dass eine
Firmengründung als notwendig erachtet
wurde“, sagt Valentine Troi. Die Architektin
und Neo-Erfinderin nahm die Herausforderung an und gründete Anfang 2011 ein Ein-
Der Businessplan war so gut, dass Troi damit den Wettbewerb adventure X 2011 gewonnen hat. „Die Unterstützung von Seiten der
Förderer war dabei ungemein wichtig. Wir Wissenschafter brauchen
Hilfe auf dem Weg vom Elfenbeinturm zum Markt, da haben mir unter anderem die kostenlosen BWL-Workshops enorm geholfen“, so
Valentine Troi. Und bereits im ersten Jahr wurde deutlich, dass der
Werkstoff auch für die industrielle Fertigung geeignet sein sollte.
Daher hat Valentine Troi Ende 2011 eine GmbH gegründet, in der
auch die Uni-Holding als Patentinhaber sowie ein namhafter Tiroler
Industriebetrieb als Entwicklungspartner engagiert sind.
Mittlerweile sind in der superTEX GmbH sechs Personen beschäftigt,
neben ehemaligen Architekturstudenten auch ein Chemiker und ein Produktionsexperte. „Allein mit Manufaktur-Aufträgen für Design-Objekte
könnten wir uns bereits jetzt selbst tragen, aber wir wollen den Werkstoff
industriell verarbeiten“, sagt Valentine Troi. Mit und bei der in Telfs ansässigen Unternehmensgruppe Thöni implementiert die Neo-Unternehmerin derzeit die notwendigen Prozesse und eine Produktionsstraße für
eine Serienproduktion. „Wir müssen schnell zur Serienreife kommen,
der Markt wartet nicht. Schon jetzt dafür eine eigene Industrie aufzubauen,
geht daher nicht“, so Troi. Aber auch wenn ihre superTEX GmbH derzeit
vorwiegend Forschung und Entwicklung betreibt, hält sich Troi für die
nächsten Jahre alle Optionen bis hin zur eigenen Produktion offen. Ü
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WWW.WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN.COM
TIGAS erhöht Förderungen um 25 Prozent – 25 Jahre Erdgas in Tirol!
ie TIGAS versorgt seit 1987 Tirol mit
Erdgas und investiert laufend in neue
Geschäftsbereiche. Heute bietet das Unternehmen seinen Tiroler Kunden umfassende Lösungen in allen Bereichen der Energieversorgung. Anlässlich des Jubiläums „25
Jahre Erdgas in Tirol“ erhöht die TIGAS im
Jahr 2012 die bisherigen Förderungen um 25
Prozent! Mehr als 80.000 Tiroler Haushalte,
Industrie- und Gewerbebetriebe in über 140
Tiroler Gemeinden nutzen bereits die Vorzüge des innovativen Energieträgers Erdgas.
Die TIGAS baut ihr 2.674 km langes Erdgasnetz dem Bedarf entsprechend aus und
wird im Jahr 2012 die Gemeinden Tux und
Leutasch erschließen. Neben der erfolgreichen Entwicklung des Kerngeschäfts Erdgas
engagiert sich die TIGAS auch in den Bereichen Fernwärme und Energie-Anlagenmanagement. Noch heuer wird sie industrielle
Abwärme von Industrieanlagen über eine regionale Fernwärmeschiene zwischen Innsbruck und Wattens verfügbar machen.
D
Eigenes Erdgas
Seit 2007 hat die TIGAS durch ihre Beteiligung an der Bayerngas Norge AS Zugang zu
Erdgasfeldern in der Nordsee und damit zu
eigenem Erdgas. Langfristig will die TIGAS
124
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
damit bis zu einem Drittel des Tiroler Erdgasbedarfs mit „eigenem Erdgas“ abdecken.
„Der Weg vom Händler zum Produzenten
bietet unseren Kunden zahlreiche Vorteile
und ist ein bedeutender Schritt für unser Unternehmen. Mit eigenem Erdgas leisten wir
schon heute einen in die Zukunft gerichteten
Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen
und wirtschaftlichen Energieversorgung“, so
Dr. Philipp Hiltpolt, kaufmännischer Geschäftsführer der TIGAS.
beseitigen, das mit dem richtigen Treibstoff
erst gar nicht entsteht? Bessere Luft zum halben Preis – das ist doch ein gutes Angebot!
Denn wer heuer sein Erdgasauto in Nordtirol
anmeldet, erhält von der TIGAS eine Förderung von 625 Euro (inkl. USt.). Gewerbetreibende erhalten zusätzlich 500 Euro im
Rahmen der Initiative des Lebensministeriums für aktiven Klimaschutz „klima:aktiv“.
TIGAS-Förderprogramm 2012
n Umstellprämie 25plus: Bei Umstellung
Kein Feinstaub mit Erdgasautos
Erdgas lässt sich auch als Treibstoff ideal
einsetzen: Denn bei der Verbrennung entstehen weder Feinstaub- noch Rußpartikel und
auch die anderen Emissionen, wie Stickoxide und CO2, sind vergleichsweise gering.
In Tirol gibt es bereits 24 Erdgaszapfsäulen,
die den umweltschonenden Treibstoff anbieten. Zudem sparen Erdgasfahrzeuge gegenüber einem vergleichbaren Dieselfahrzeug
rund 40 bis 50 Prozent, gegenüber einem
Benziner sogar mehr als die Hälfte der Treibstoffkosten! In der Anschaffung kostet ein
Erdgasfahrzeug etwa so viel wie ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Und das alles
ohne Feinstaub. Warum also mit unausgereiften und teuren Filteranlagen ein Problem
einer bestehenden Heizanlage auf Erdgas: 500 Euro (bei Mehrfamilienhäusern
250 Euro pro Wohneinheit).
n Energiesparbonus 25plus: Bei erstmaliger Erdgasbezugsaufnahme und Einbau
eines Brennwertgerätes: 750 Euro (bei
Mehrfamilienhäusern 375 Euro pro
Wohneinheit).
n Umweltprämie 25plus: Für den Einsatz
von Erdgas-Brennwertgeräten und den
Austausch konventioneller Erdgasheizungsgeräte gegen Erdgasbrennwertgeräte: 250 Euro je Zählpunkt.
n Erdgaswärmepumpenförderung: Bei
Einbau einer Erdgaswärmepumpe: 600
bis 6000 Euro (abhängig von der Anschlussleistung).
Ü
SERVICE
Haas+Sohn zündet
Produktfeuerwerk
Haas+Sohn, Österreichs führender Hersteller von Einzelraumheizgeräten, startet mit einer
Der Wärmespeicherbeton des „Adonis“ wird farblich unbehandelt geliefert; der Ofen kann in jenen Farben
bemalt werden, die am besten zur
Einrichtung und zum Wohnstil passen.
Produktoffensive ins neue Jahr.
Das Salzburger Unternehmen
setzt dabei konsequent auf Design, Innovation und Qualität. Die
neuen Pellet- und Kaminöfen sowie Kaminbausätze machen das
deutlich.
ass Tradition und Innovation sich nicht
ausschließen, beweist Haas+Sohn. Bereits seit 1854 stellt das Unternehmen
Öfen und Herde her. Heute ist Haas+Sohn
in Österreich Marktführer, in Deutschland
zählt man zu den Top-5-Anbietern, in Tschechien hält man Position zwei. Die Gruppe
beschäftigt in der Zentrale in Puch bei Salzburg sowie drei Werken im Zillertal, in
Tschechien und in Ungarn 430 Mitarbeiter.
D
Über hohe Ansprüche zum Erfolg
Ein wesentliches Erfolgskriterium bei Öfen
und Herden ist mittlerweile das Design geworden. Haas+Sohn setzt auf eine Vielfalt an
Stilrichtungen und edle Materialien, um Behaglichkeit zu schaffen. Nicht weniger wichtig ist heutzutage das Thema Effizienz. Zahlreiche neue technische Standards und Patente
verhelfen dem Unternehmen zu einer Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz und Funktionalität.
Der neue Pelletofen Catania zeigt, wie sich
dieser Ansatz auf die Produkte auswirkt. Dieses Design-Heizmöbel ist nicht nur ein Raumwunder, sondern kann auch mit seinen inneren Werten überzeugen. Automatische Brennstoff-Qualitätserkennung, Sicherheits-Thermosensoren und ein neu konzipierte externer
Wärmetauscher sorgen dafür, dass das Gerät
sicher, effizient und kostengünstig betrieben
werden kann. Optional lässt sich der Ofen sogar per Handy von unterwegs steuern.
Der neue Pelletofen Catania aus dem Hause
Haas+Sohn ist ein hochmodernes Heizmöbel
im platzsparenden, schlanken Format.
Rund, schlank, hoch, elegant: Mit dem neuen
Kaminofenmodell „Kalius“ geht Haas+Sohn
neue Wege bei Design und Funktionalität.
Designer-Kaminöfen
mit hohem Wirkungsgrad
„Eine ‚runde Sache’ im wahrsten Sinne des
Wortes ist die Kombination aus Design,
Funktionalität und Technik bei unserem neuesten Kaminofenmodell ‚Kalius‘“, sagt
Manfred Weiss, CEO der Haas+Sohn Ofentechnik GmbH. Dank schlanker, zylindrischer Form und nach oben wegführendem
Rauchrohranschluss lässt sich der ganz in
edlem Schwarz gehaltene „Kalius“ optimal
im Raum platzieren und ausrichten. Das sehr
große Sichtfenster garantiert eine perfekte
Sicht vom Lieblingsplatz auf das Flammenspiel.
Drittes Element der
großen Produktoffensive sind zwei neue Kaminbausätze: Die beiden kompakten Modelle „Adonis“ und „Pinus“ sind wahre Platzsparmeister und eignen
sich so auch für kleinere
Wohnräume. Beide Kaminbausätze bestechen
durch modernes, geradliniges Design, emaillierte Feuerraumtüren,
individuelle farbliche
Gestaltbarkeit und innovative Heiztechnik. Ü
Manfred Weiss,
CEO der
Haas+Sohn Ofentechnik GmbH
Fotos: Haas+Sohn
Ofentechnik GmbH
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 1-2/2012
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Ein Bild, das sich jedes Jahr wiederholt:
Verkehrsüberlastung und Unfälle sorgen für kilometerlange Staus auf der
Autobahn A8.
Foto: ÖAMTC
Das vergessene
deutsche Eck
ie stellt man sich eine Straße vor, die
vor ziemlich genau acht Jahrzehnten
bewusst landschaftlich exponiert gebaut wurde, um den Autofahrern schöne
Ausblicke in die Voralpen und auf den
Chiemsee zu ermöglichen? Und deren Auftraggeber ein gewisser Adolf Hitler war, der
bewusst eine Steigung von sieben Prozent
über den Irschenberg in Kauf nahm, um die
Überlegenheit der deutschen Ingenieurskunst zu untermauern? Nun – wer Interesse
an diesem Stück Zeitgeschichte hat, braucht
nur ins Auto steigen und von Salzburg aus
in Richtung München fahren. Auf dem ersten
Abschnitt des sogenannten „großen deutschen Ecks“ von Salzburg nach Rosenheim
eröffnet sich dann ein Fahrerlebnis der be-
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Als die deutsche Bundesregierung vor knapp zwei Jahren vollmundig
verkündete, die Autobahn A8 zwischen Rosenheim und Salzburg auszubauen, waren seit deren Bau Anfang der 1930er-Jahre satte 80
Jahre vergangen. Spediteure, Vielfahrer und Urlauber atmeten auf:
Die Zeiten zwei enger Fahrspuren ohne Pannenstreifen, die sich am
Chiemsee entlangschlängeln, schien endgültig gezählt. Bis die Politik
Anfang des Jahres erneut den Retourgang einlegte. Der längst überfällige Ausbau der einstigen Nazi-Panoramastraße wird bis nach 2015
verschoben.
sonderen Art: Zwei enge Fahrspuren, enge
Kurven, wilde Steigungen und das Fehler
jeglicher Pannenstreifen machen die deutsche Autobahn A8 zu einer der gefährlichsten Straßen Europas – auf Augenhöhe mit
den berühmt-berüchtigten Tunnels Süditaliens.
Jahrelanger Streit ohne Resultat
Während selbst große Teile des früheren Ostblocks dank EU-Millionen längst mit frisch
geteerten, sechsspurigen Autobahnen erschlossen wurden, rangiert eine der wichtigsten West-Ost-Verkehrsverbindungen
Europas technisch auf dem Stand der Zwischenkriegszeit. Für den deutschen Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kein Grund,
den Plan, die Autobahn jeweils dreispurigen
plus Pannenstreifen auszubauen, auf die
lange Bank zu schieben. Konkret wurde das
Vorhaben bei der Präsentation des jüngsten
Fünfjahresplans des Verkehrsministeriums
Anfang Jänner auf die Jahre nach 2015 verschoben. Neben dem obligatorischen Geldmangel war daran auch ein andauernder
Streit der Anrainergemeinden schuld: Jahrelang wurde gestritten, ob nun die verbreiterte
Trasse nur tiefer gelegt oder gleich ganz per
Tunnel im Berg verschwinden soll. Bei Streit
aber reagiert die Politik bekanntlich mit Finanzentzug. Ebenso kein Geld ist für eine
Umfahrung von Laufen samt Salzachbrücke
nach Oberndorf vorgesehen. Auch für die
Ortsumfahrung von Bad Reichenhall mit
dem geplanten Kirchholz-Tunnel wird es in
naher Zukunft kein Geld geben. Wer also per
Autobahn von Salzburg nach München fährt,
wird bis auf Weiteres die enge Fahrbahn benutzen müssen.
Wettbewerbsnachteil durch „Nadelöhr“
Während die Mitglieder deutscher Bürgerinitiativen wie „A8 – Bürger setzen Grenzen“ oder „Gradraus“, aber auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) jubilieren, befürchtet vor allem die Wirtschaft in Salzburg
und in Tirol – den Anrainerländern des
„deutschen Ecks“, massive Wettbewerbsnachteile. Josef Ölhafen, Geschäftsführer der
Sparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Tirol befürchtet keine direkten, wohl jedoch indirekte Nachteile für die
Tiroler Wirtschaft: „An starken Tagen ist die
A8 hoffnungslos überlastet und an ihrer maximalen Kapazität angelangt. Im Falle eines
baldigen Ausbaus hätten vor allem die Spediteure von einer Lockerung der FerienreiseVerordnung profitieren können.“
In die gleiche Kerbe schlägt auch sein Salzburger Amtskollege Robert Soder. „Im Falle
der A8 ist aufgeschoben leider wirklich aufgehoben – zumindest auf längere Sicht halte
ich einen Ausbau nun nicht mehr für sehr
wahrscheinlich“, so der Sprecher der Sparte
Transport undVerkehr in Salzburg. „Das zeigen schon die Beispiele anderer Infrastrukturprojekte, die dann gänzlich in der Schub-
lade verstaubt sind. Wenn man bedenkt, dass
der Güterverkehr zwischen West und Ost
permanent ansteigt, wäre es wirklich höchste
Zeit, dieses Nadelöhr zu entschärfen. Die im
heutigen Transportalltag übliche Just-intime-Lieferung funktioniert nur, wenn auch
die Infrastruktur passt. Wenn während der
Ferienmonate wieder einmal alles steht –
egal, ob Pkw oder Lkw –, dann steht eine
ganze Branche still.“
Spürbare wirtschaftliche Nachteile und potenzielle Unfallherde ortet Rudolf Zrost, Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg.
So sei es sehr bedauerlich, dass der Ausbau
dieser völlig überlasteten Autobahn noch
länger auf sich warten lässt. „Wenn man von
Salzburg aus über den Walserberg fährt, findet man ehemalige Ostblockverhältnisse vor
– rostige Leitschienen und der fehlende Pannenstreifen sind ein enormen Sicherheitsrisiko“, so Zrost. Zudem sei der Flughafen
München für Salzburger Industrieunternehmer, die vor allem international tätig sind,
auf der ständig überlasteten Strecke nur
schwer erreichbar.
Josef Ölhafen, WK Tirol: „Hätten von Lockerung der Ferienreise-Verordnung profitieren
können.“ Foto: WK Tirol
„Staus auf der A8 kein Aushängeschild
für Urlaubsland Salzburg“
Doch nicht nur im Transportwesen, auch im
Tourismus befürchtet man Nachteile: So bezeichnet Leo Bauernberger, Chef der SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft, die
Meldung über den verschobenen Ausbau der
A8 als „nicht gerade förderlich für den Salzburger Tourismus“. „Wir wissen, dass bis zu
80 Prozent der deutschen Touristen mit dem
eigenen Auto anreisen – und die Anreise
wird ebenfalls als Teil des Urlaubs wahrgenommen. Wenn man auf dem Weg in den
wohlverdienten Urlaub schon mit Angst eine
Straße benützt, die vor allem aufgrund der
negativen Meldungen im Verkehrsfunk bekannt ist, so führt das zu keinem guten Renommee und ist ein greifbarer Wettbewerbsnachteil für unser Land.“
Zwar sei es ein erklärtes Ziel des Salzburger
Tourismuschefs, möglichst viele Urlauber
zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen.
Salzburg ist in diesem Bereich vergleichsweise gut angebunden, vor allem Skiorte wie
Werfen und Werfenweng, aber auch Gastein
oder Zell am See sind dank Kooperationen
mit den ÖBB und der Deutschen Bahn sehr
gut mit dem Zug erreichbar. Außerdem hilft
der Boom des Skiverleihs dabei, das Killerargument Nummer eins, gerade für Wintersportler mit all ihrer Ausrüstung sei die Bahn
ungeeignet, zu entkräften. Doch die Erfahrung zeigt, dass man trotz aller Bemühungen
maximal zehn Prozent der Zielgruppe zum
Umstieg bewegen kann. „Da stößt man irgendwann an einen unsichtbaren Plafond.
Das Auto ist nun einmal der liebste Freund
des Deutschen“, so Bauernberger. „Viele
wollen nun mal schon auf der Anreise und
im Urlaubsort selbst mit dem eigenen Auto
flexibel und unabhängig sein.“
Ü
Robert Soder, WK Salzburg: „Im Falle der A8
ist aufgeschoben vermutlich leider wirklich
aufgehoben.“ Foto: WK Salzburg
Rodolf Zrost, Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg: „Flughafen München für
Industriebetriebe nur schwer erreichbar.“
Foto: IV Salzburg
Leo Bauernberger, Chef der SalzburgerLand
Tourismus Gesellschaft: „Versuchen, möglichst viele Urlaubsgäste vom Umstieg auf
die Bahn zu überzeugen.“
Foto: SalzburgerLand Tourismus GmbH
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SALZBURG
Anton K. Bucek, ehemaliger Gemeinderat
in Salzburg und Mitglied des Wirtschaftsparlaments der Wirtschaftskammer Salzburg: „Salzburg darf nicht Simmering
werden!“
Foto: KK
Polit-
geht
Kaum ein Thema polarisiert in
der Stadt Salzburg seit Jahren so
sehr wie der umstrittene Plan
zum Bau des Kapuzinerbergtunnels. Das zeigen auch die heftigen und emotionalen Reaktionen
auf unseren Bericht in der letzten
Ausgabe der Wirtschaftsnachrichten. Wen wundert es noch,
dass sich die Parteien weder auf
Landes- noch auf Stadtebene einig sind, wie es mit dem Projekt
weitergehen soll. Nun soll der
Bau auch noch den Status der
Salzburger Altstadt als UNESCOWeltkulturerbe gefährden.
eit dem ersten Artikel zu diesem Thema
mit dem Titel „Die unendliche TunnelGeschichte“ ist viel geschehen. So hat
das Land Salzburg ein Verfahren gestartet,
um die Trasse für den Kapuzinerbergtunnel
freizuhalten – damit wäre eine anderweitige
Verbauung unmöglich. So auch der Bau eines Wohnkomplexes, wie durch einen bayerischen Bauunternehmer geplant. Die betroffenen Flächen beim geplanten Nordportal
(Schallmooser Hauptstraße/Vogelweiderstraße) und beim Südportal (Dr.-Franz-
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SALZBURG
-Streit um Citytunnel
weiter
Rehrl-Platz) sollen zum „Straßenplanungsgebiet“ erklärt werden. Eine entsprechende
Verordnung nach dem Bundesstraßengesetz
kann die Landesregierung erlassen. Zunächst
werden alle Planungsunterlagen sechs Wochen lang beim Magistrat aufgelegt. Alle
Bürger und die Stadt Salzburg können eine
Stellungnahme abgeben. Dann werden die
Beamten einen Bericht an die Landesregierung erstellen.
Wohnbau oder Verkehrslösung?
Ob der geplante Bau auf dem Grund neben
dem Unfallkrankenhaus damit passé ist, steht
jedoch noch nicht fest. Planungsstadtrat Johann Padutsch von der Bürgerliste sieht
durchaus politischen Spielraum. „Wenn eine
Verordnung erlassen wird, dass eine Zufahrt
zu einem möglichen Tunnel frei zu halten
ist, wäre die geplante Verbauung trotzdem
möglich. Wir halten einen zwanzig Meter
breiten Streifen frei. Wird eine Verordnung
erlassen, die auf dem von der Wirtschaftskammer vorgelegten Projekt basiert, gäbe es
nichts mehr zu verbauen. Dann wäre die gesamte Fläche ein Verkehrsknoten.“ Die
Machbarkeitsstudie der Wirtschaftskammer
geht von maximal 25.000 Fahrzeugen täglich
aus, die den Tunnel passieren (zum Vergleich: In der Eberhard-Fugger-Straße fahren 30.000 Autos). Für einen solchen Tunnel
wären je zwei Einfahrts- und Ausfahrtsspuren nötig, die im Tunnel zusammenlaufen.
Der Tunnel selbst wäre zweispurig.
Burgstaller bremst
Während die ÖVP in Stadt und Land, die
Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer
für die Verordnung zur Freihaltung des
Rehrlplatzes eintreten, will Landeshauptfrau
Gabi Burgstaller (SPÖ) diese vorerst nicht
unterschreiben. Nun ist bekannt, dass Burgstallers Parteifreund, Bürgermeister Heinz
Schaden, als vehementer Gegner des Kapuzinerbergtunnels gilt. Die Vermutung liegt
also nahe, dass die Landeshauptfrau einen
neuerlichen offenen Konflikt zu diesem
Thema nun vermeiden
möchte. „Ich habe damit
keine Eile in dem Sinne,
dass wir jetzt eine Verordnung erlassen müssen“, so Burgstaller.
„Ich habe ein gemeinsames Hearing mit Stadtund Landespolitikern vorgeschlagen. Von
mir gibt es nur dann eine Unterschrift, wenn
wir miteinander einen intelligenten Weg in
die Zukunft finden.“
Gefahr für Weltkulturerbe?
Und ob die Situation noch nicht kompliziert
genug wäre, kommt nun noch ein zusätzlicher Aspekt hinzu: Aus Expertensicht würde
sich das Tunnelprojekt negativ auf die kultur- und architekturhistorische Bedeutung
der Innenstadt auswirken. Das geht aus einem Brief der UNESCO-Experten an die
Salzburger Landesregierung hervor. Sollte
die Tunnelplanung fortgesetzt werden, dann
verlangen die UNESCO-Experten eine umfassende Information, um das Weltkulturerbe
weiterhin überwachen zu können. Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) bewertet den Brief der UNESCO-Experten als
einen deutlichen Hinweis, dass ein Tunnel
das Weltkulturerbe massiv angreifen würde.
Laut Padutsch müssten drei historische Gebäude in der Arbenbergstraße der Tunneleinfahrt weichen. Der Rehrlplatz neben dem
Salzburger Unfallkrankenhaus liegt in der
Schutzzone des UNESCO-Weltkulturerbes.
Citytunnel – die unendliche Geschichte
Die Pläne um den Bau eines Tunnels durch
den Kapuzinerbergs sind fast genauso alt wie
der Verkehr selbst: Bereits 1899 sah ein Entschluss des Gemeinderats einen Tunnel zwischen dem rechten Salzachufer im Bereich
des Äußeren Steins (bei der Einmündung der
Steingasse in die Imbergstraße) und Schallmoos in der Höhe der Bayerhamerstraße vor.
Dieser Plan ist das erste Dokument, in dem
die Errichtung eines Tunnels ausdrücklich
erwähnt wurde. Nach zahlreichen ähnlichen
Vorstößen geht 1971 der Vorschlag des
Münchner Verkehrsexperten Karl Heinz
Schächterle als der „Schächterle-Plan“ in die
Geschichte ein. Als Ergebnis seiner umfassenden Verkehrsanalyse schlägt er zur Bewältigung des künftigen Verkehrsanstiegs
den Bau von Ringstraßen und Brücken sowie
eines Tunnels durch den Kapuzinerberg vor.
Im Gegenzug könnte die Innenstadt verkehrsberuhigt werden. Nur ein Jahr später,
1972, finden sich dementsprechende Pläne
in den Verkehrsprogrammen sämtlicher
Stadtparteien an oberster Stelle. Zeithorizont
für die Realisierung: 1976.
1988 beauftragt der Gemeinderat erneut die
Erstellung einer Machbarkeitsstudie: Diese
neue Variante sieht einen vierspurigen, niveaufreien Straßentunnel durch den Kapuzinerberg von der Vogelweiderstraße bis zum
Bürglstein und weiter eine Unterflurtrasse
unter der Salzach bis zur Alpenstraße vor.
Kosten des rund zwei Kilomter langen Tunnels: rund eine Milliarde Schilling. Dieser
Plan wurde jedoch ebenso wieder verworfen
wie die Machbarkeitsstudie zum Citytunnel
von 2001 oder die gemeinsame Erklärung
der Gemeinden des Ragionalverbandes Salzburg Stadt und Umgebungsgemeinden 2003.
„Salzburg darf nicht Simmering werden!“
In einem ausführlichen Leserbrief nimmt der
Salzburger Anton K. Bucek, ein langjähriges
Mitglied des Wirtschaftsparlaments in der
Wirtschaftskammer Salzburg, nun Stellung.
In seiner Zeit als Gemeinderat in Salzburg
hatte Bucek allein etwa 25 Anträge und Anfragen für ein dringend notwendiges Entlastungsprojekt durch den Kapuzinerberg eingebracht. „In den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden vom Bund bereits
zig Millionen für dieses Entlastungsprojekt
budgetiert, da es in Salzburg aber zu keinem
Gemeinderatsbeschluss kam, wurde dieses
für Salzburg reservierte Geld der Stadt Wien
zugewiesen, die damit die Verlängerung der
U6 von Erdberg nach Simmering finanziert
hat. Salzburg ist um das Investitionsvolumen
umgefallen.“
Laut Bucek liegen mittlerweile ingesamt
fünf Studien vor, die nicht nur die bautechnische und Machbarkeit, sondern auch die
zentrale Bedeutung des Projekts für die
Stadtentwicklung bestätigen. „Die Untersuchungen zeigen überaus positive Ergebnisse“, so Bucek. „Laut Studie kommt es –
im Gegensatz zu den Behauptungen im gegenständlichen Antrag – zu keinerlei Steigerung des Individualverkehrs im Untersuchungsgebiet, sondern zur Reduktion von
über sechs Millionen Umwegkilometern im
Jahr. Das entspricht 14 autofreien Tagen in
der Stadt Salzburg.“
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MENSCHEN & MÄRKTE
Neues Produkt
Mit gesunden Smoothies wurde innocent Marktführer in ganz
Europa. Nun ist innocent erneut Vorreiter eines europaweiten Trends:
Seit 30. Jänner gibt es die neuen, gekühlten innocent-Säfte aus puren,
frischen Früchten auch in den Kühlregalen der österreichischen Supermärkte. „Für unsere Säfte pflücken wir nur das beste Obst, das
wir finden können“, erklärt Line Büchner, Marketing-Verantwortliche
von innocent. „Dieses Obst wird innerhalb weniger Stunden gepresst
und in unsere Karaffen abgefüllt. Weil nichts als Frucht drin ist, müssen unsere Fruchtsäfte gekühlt werden und sind nur begrenzt haltbar
– theoretisch, denn praktisch schmecken sie viel zu gut, um sie verschlossen im Kühlschrank herumstehen zu lassen.“
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Upgrade
Ab sofort verfügt auch Kufstein über ein BEST WESTERN PLUS(R) Klasse Hotel. Das Hotel Alpenrosekann nun mit einem überkompletten Katalog an
PLUS-Extras aufwarten. Das 2011 umfangreich renovierte Hotel zeichnet sich nicht nur mit seinem exclusiven und familiären Ambiente und 27 Zimmern
aus, sondern punktet auch mit seiner legendären Gastfreundschaft und seiner Spitzengastronomie. Das Restaurant Alpenrose zählt seit Jahren zu den besten in
der Region. Küchenchef Günther Kandlhofer und sein
Team legen den kulinarischen Schwerpunkt auf die
neue, leichte Interpretationen typisch Österreichischer
und Tiroler Küche. "Wie man ein sehr gutes Hotel
noch besser machen kann, zeigt recht eindrucksvoll
die Entwicklung unseres neuesten PLUS-Hotels",
freut sich Mag. Ulrike Hirsch, Quality Manager von
Best Western Central Europe.
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Deutliche Verbesserung
Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 kann der Salzburger Kranhersteller Palfinger zurückblicken. Einen Anstieg um 30 Prozent ist
beim Gruppen-Umsatz zu verzeichnen dies bedeutet ein Rekordniveau von 845,7 (2010: 651,8) Mio. Euro, das operative Ergebnis (inklusive assoziierter Unternehmen) wuchs um 83 Prozent auf 67,9
(37,1) Mio. Euro. Die Dividende je Aktie soll auf 0,38 (0,22) Euro
erhöht werden. Die Steigerung ist auf die Erholung der Märkte und
eine weiteren Ausbau der eigenen Märkte und das Vertriebsnetz zurückzuführen. Das Management geht auch für 2012 von leichten
Umsatzzuwächsen aus.
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Die neue WESTbahn belebt die
Konkurrenz.Foto: APA
Positiv
Auf die Bedürfnisse der Fahrgäste positiv auswirken dürfte sich die
Konkurrenz zwischen ÖBB und WESTbahn. Zu diesem Ergebnis
kommt die Plattform probahn durch eine Umfrage auf ihrer Webseite.
Rund 500 Personen haben bisher an der Befragung teilgenommen.
Die probahn-Umfrage hat unterdessen ergeben, dass die Passagiere
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den Eindruck haben, dass man sich mehr um sie bemüht. Die WESTbahn punktet vor allem mit behindertengerechten Einstiegen, der
Personalpräsenz in jedem Waggon und dem Kauf von Tickets im
Zug. Der ÖBB-Railjet bekam gute Noten für Pünktlichkeit, Schnelligkeit, Verpflegung und Gepäckablagemöglichkeiten. Beim ÖBBIntercity wissen die Kunden zwar die eigenen Abteile zu schätzen,
bemängeln aber schadhafte Toiletten, fehlende Service-Leistungen
und kulinarische Mankos.
Ü
18 Konzerte besucht
und immer das
gleiche Ergebnis.
Clemens Kroell
Konzertfan
Bei Konzerten kann mir keiner was vormachen. Da habe ich schon eine Menge gesehen
und gehört. Aber in die stadthalle|graz komme ich immer wieder gerne zurück.
Schließlich ist hier nicht nur das Ambiente, sondern auch die Akustik wirklich vom Feinsten.
Und genau deshalb ist das Ergebnis immer das gleiche.
T. 0043 316 8088-228
www.mcg.at
█Der Umwelt zuliebe:█
co22 neutrale zustellung.█
█co
Als größtes Logistikunternehmen Österreichs sind wir uns unserer Verantwortung gegenüber der
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Bereich alternativer Energieformen und die Unterstützung von Klimaschutzprojekten, können wir
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Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.
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