Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker

Сomentários

Transcrição

Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker
[email protected] (Thorben Heyd)
Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker
Kommissär Hans Bärlach
-Referat von Timo Mornhinweg und Johannes Dannecker-
Was charakterisiert ihn?
Er findet Zeitungen nutzlos und hält das Lesen für Zeitverschwendung. Er ist clever und listig. Er
ißt oft in seiner Stammkneipe, der “Schmiedstube”, zu Mittag. Der leidenschaftliche
Zigarrenraucher mag den Anblick von Leichen nicht und schaut sich deshalb auch nicht den toten
Körper seines Kollegen und Freundes Schmied an, genau so wenig wie sein Totenprotokoll.
Außerdem besitzt er eine ausgezeichnete Menschenkenntnis. Er trinkt gerne ein Schlückchen
Wein, doch da ihm der neue “Twanner”1 nicht bekommt, muß er sich häufig übergeben, wegen
seiner schweren Krankheit. Er liest sehr gerne Bücher und liebt das Abenteuer (z.B. trägt er keine
Waffe, besitzt keine Türklingel und schließt seine Haustüre nicht ab). Der gute Tierkenner
verträgt das schnelle Fahren nicht, ist aber dafür nicht auf den Mund gefallen. Er liebt das Leben
und gibt alles dafür.
Er zieht normalerweise keine voreiligen Schlüsse, hat aber dennoch von Anfang an den Verdacht,
daß Tschanz der Mörder sein könnte.
Der ehemalige Vorgesetzte des ermordeten Schmied präsentiert sich als schon etwas älterer
Mann, der überhaupt nicht in das gängige Detektivbild passen will.
Während er kurz vor der Pensionierung steht und dem Tod ins Auge schaut, spielt er ein sehr
raffiniertes Spiel mit Menschen, als seien sie Schachfiguren.
Alles in allem genommen, führt Bärlachs Art sich zu geben, dazu, daß man ihn unterschätzen
könnte. Eine Schlüsselszene um den Kommissar ist das Abschiednehmen von seinem Feind
Gastmann: Nur ein Gedanke hatte ihn Jahre lang beherrscht, nämlich den zu vernichten, der tot
vor ihm lag. Zu diesem Zeitpunkt verändert sich das Leben Bärlachs total: Sein einziges
Lebensziel, nämlich Gastmann zu richten, war jetzt erreicht. Damit hat er seinen Job als “Richter”
erfolgreich beendet und somit die Wette gewonnen.
Sein Werdegang
Am Anfang stand er 10 Jahre lang im Dienste der Türkei (Konstantinopel, das heutige Istanbul).
Später war er in der Weimarer Republik Chef der Kriminalpolizei von Frankfurt/Main. Doch aus
der deutschen Karriere wurde nichts, weil er 1933 einen hohen Beamten der neuen deutschen
Regierung – “also einen arrivierten Nazi”2- geohrfeigt hat. Deshalb mußte er zurück nach Bern,
wo er seinen neuen Chef Dr. Lucius Lutz kennenlernt. Einen Deutschen hätte solch eine Tat wohl
den Kopf gekostet. Diese Tat aber wurde 1945 als für einen Schweizer einzig Mögliche
ausgelegt. Aus diesen Reisen ist ihm die Liebe zur internationalen Küche und der Verstand für
Wein und gute Zigarren geblieben.
Sein Verhältnis zu den weiteren Hauptpersonen
Bärlach stellt Tschanz oft Fallen, in die Tschanz meist hinein tritt. Er hat sich gut über Tschanz
1
2
Schweizer Wein
Zitat aus Königs Erläuterungen
[email protected] (Thorben Heyd)
informiert, er weiß sogar wo Tschanz 1947 im Urlaub war. Er benutzt die ganze Zeit über
Tschanz als seinen “Henker”, um sich an Gastmann zu rächen und um seine schon 40 Jahre alte
Wette mit diesem zu gewinnen.
Er führt seit über 40 Jahren einen Privatkrieg mit Gastmann, den er in einer Bar in Konstantinopel
kennengelernt hat. Nach der Wette mit Bärlach entwickelt sich Gastmann zu einem gewitzten
Verbrecher. Bärlach sieht sich als Gastmanns “Richter”.
Seine eigenwilligen Ermittlungsmethoden
Da Bärlach am Tatort zufällig auf die Revolverkugeln, mit denen Schmied erschossen worden
war, stieß, brauchte er nur noch einen Beweis, daß die Kugel aus der Pistole des Tschanz
stammte. Daher inszenierte Bärlach den Vorfall, bei dem Tschanz auf den Hund des Gastmann,
der Bärlach angriff, schoß. Damit hatte Bärlach einen weiteren Beweis, daß Tschanz der Mörder
war.
Dies ist auch ein Beweis für Bärlachs Listigkeit, Clevernis und seine eigenwilligen
Ermittlungsmethoden im Sinne des Schimanski.
Bei Verhören nimmt er es immer sehr genau. Bei seinen Ermittlungen unternimmt er nicht immer
das Nächstliegende, sondern denkt oft gleich einen Schritt weiter.
Seine Krankheit
Wegen seiner Krankheit, die sich in Form von Stechen im Magen bemerkbar macht, kann er
kaum schlafen, kaum Treppen steigen und hat oft Magenschmerzen. Wenn er sich
schnellstmöglich operieren läßt, hat er noch ein weiteres Jahr zu leben. Mit seinem Hausarzt Dr.
Samuel Hungertobel, der seine Krankheit entdeckt hatte, ging er zusammen auf das Gymnasium.
Er möchte seine Krankheit so lange wie möglich geheimhalten.
Der Fall
Bärlach ist wegen der Wette schon lange hinter seinem Rivalen (in diesem Fall hat er den Namen
Gastmann angenommen) her. Bärlach stößt nicht zufällig wegen des Mordes auf diesen, sondern
weiß schon lange über diesen Bescheid und ist auch schon lange hinter diesem her. Auch setzt er
Schmied auf diesen an, obwohl er dies gegenüber seinem Chef Dr. Lucius Lutz bestreitet.
Ursprünglich wollte Bärlach Schmied als Henker verwenden, da Tschanz diesen aber getötet
hatte, mußte er sich einen neuen Henker suchen, Tschanz.
Der Mord an Schmied unterbrach nur den Plan des Bärlach, den Gastmann zu töten und machte
ihn auch etwas komplizierter (Seite 33 und Seite 44).
Bärlach wußte relativ früh, daß Tschanz der Mörder sein mußte. Ihm wurde klar, daß Tschanz
wegen seines Neides auf den Kommissär so gelobten Schmied Tschanz der Mörder war.
Bärlach merkte dies vor allem daran, daß sich Tschanz genauso verhielt wie Schmied. Zum
Beispiel ist er jetzt mit der Verlobten des Schmied zusammen, kauft sich den Wagen des Schmied
und fährt auch genau wie Schmied ganz langsam Auto wenn Bärlach auf dem Beifahrersitz Platz
genommen hat (Seite 26).
****************************************************
Das Referat stammt von Timo Mornhinweg und Johannes Dannecker und wurde mit der Note
1,75 bewertet.