Sorten und ihre Standfestigkeit Sorten und ihre Standfestigkeit

Сomentários

Transcrição

Sorten und ihre Standfestigkeit Sorten und ihre Standfestigkeit
■ BAUERNBLATT l 16. Februar 2013
Landessortenversuche Futtererbsen
Sorten und ihre Standfestigkeit
Die Anbauwürdigkeit einer Sorte
bei den Futtererbsen hängt ganz
besonders von ihrer Standfestigkeit und von ihrer Erntbarkeit ab.
Die Ertragsleistung tritt gegen diese wichtige Eigenschaft in den Hintergrund. Aufgrund der großen Bedeutung der Standfestigkeit werden in den Landessortenversuchen
(LSV) in Schleswig-Holstein nur
noch solche Sorten geprüft, die
von vornherein für eine überdurchschnittliche Standfestigkeit
bekannt sind. Nach wie vor ist die
Sorte ‚Respect‘ das Maß der Dinge.
Auch von neueren Sorten wird sie
bislang nicht erreicht.
bleiben für die Auswertung nur
noch zwei Versuche.
2012 wurden fünf Sorten geprüft.
Darunter war mit ‚Abarth‘ eine neue
Sorte. Die Behandlungsintensität in
den LSV Futtererbsen ist einheitlich
und bedeutet, dass bei drohendem
Befall mit Botrytis Fungizide eingesetzt werden. Das war 2012 in
Schuby der Fall, während am Standort Hohenlieth im Rahmen der Wertprüfung keine Fungizide eingesetzt
werden dürfen, weil die vorgegebene Intensität des Bundessortenamtes das nicht vorsieht, um Resistenzen der neuen Sorten beurteilen zu
können.
Die LSV Futtererbsen werden seit
2012 in Zusammenarbeit von Landwirtschaftskammer und Norddeutscher Pflanzenzucht (NPZ) durchgeführt. Bei der NPZ steht die Wertprüfung für Futtererbsen des Bundessortenamtes. In dieses Prüfungssortiment können gemäß einer Vereinbarung von Länderdienststellen,
Bundessortenamt und dem Bundesverband deutscher Pflanzenzüchter
zum Sortenprüfwesen in Deutschland die Sorten aus dem LSV ergänzt werden. Dadurch wird mit einem geringen zusätzlichen Aufwand ein Ergebnis im Rahmen des
jeweiligen regionalen LSV-Prüfungssortimentes gewonnen. Im
Jahr 2012 wurden nur noch insgesamt drei Versuche angelegt. Neben dem Versuch in Hohenlieth
wurden in Schuby und Futterkamp
LSV angelegt. Am Standort SönkeNissen-Koog wurde 2012 kein LSV
mehr durchgeführt. Der Versuch in
Futterkamp ging leider durch starken Wildverbiss verloren. Somit ver-
Anbaujahr und Erträge
Die Entwicklung der Futtererbsen
verlief im Anbaujahr 2012 zunächst
gut. Die Erbsen konnten im März
ausgesät werden und hatten eine
gute Jugendentwicklung. Eine mineralische N-Düngung wird nicht gegeben. Nach den Ergebnissen früherer Jahre ist sie nicht nötig. Zur Ernte
hin gab es angesichts der zunehmenden Niederschläge Lager. Dies
mag mit zu den sehr unterschiedlichen Ertragsleistungen beigetragen
haben. Auf der Geest in Schuby wurden im vergangenen Jahr nur 30 bis
35 dt/ha geerntet, während am
Standort Hohenlieth 50 bis über
60 dt/ha gedroschen wurden (Übersicht 1). In Schuby mag auch eine Trockenphase zu der geringeren Ertragsleistung beigetragen haben.
Die Leistungen der Sorten unterscheiden sich zwischen beiden
Standorten zum Teil sehr stark. In
Schuby brachte ‚Respect‘ aufgrund
ihrer sehr guten Standfestigkeit die
Übersicht 1: Kornerträge in den LSV Futtererbsen
Anbaugebiet Geest, Hügelland 2012
Boden/AZ
Geest
Schuby
S/24
Aussaat
21.3.
Ernte
9.8.
100 rel. = dt/ha
33,1
Respect*
106
Casablanca*
97
Salamanca*
99
Navarro*
99
Abarth*
99
GD 5% rel. =
9
* VRS-Sorte 2012, Mittel = 100 rel.
Hügelland
Hohenlieth
lS/45
Mittel
2012
2 Orte
Mittel
2011
3 Orte
Mittel
2010
3 Orte
25.3.
14.8.
55,0
94
105
109
103
90
11
44,0
100
101
104
101
94
-
57,0
106
94
98
106
14
52,3
98
103
105
9
44
Pflanze
BAUERNBLATT l 16. Februar 2013 ■
Standfestigkeit
Die Erbsen hatten einen guten Feldaufgang. Die weitere Jugendentwicklung verlief zügig.
Übersicht 2: Bestandesmerkmale in den LSV Futtererbsen 2012
Sorte
Bestandesdichte
TKM
Lager
Lager
Für die Anbaubedeutung einer
g
nach Blüte1)
bei Ernte1)
Pfl./m2
Erbsensorte ist jedoch weniger die
2 Orte
2 Orte
2 Orte
2 Orte
Ertragsleistung als vielmehr die
63
268
1,5
7,1
Standfestigkeit von allergrößter Be- Respect
51
299
1,5
7,0
deutung. Im Merkmal Lager bei Ern- Casablanca
59
260
1,5
6,9
te (Übersicht 2) waren die Unter- Salamanca
schiede zwischen den Sorten im Mit- Navarro
64
259
1,5
7,8
tel der Standorte vergleichsweise ge- Abarth
63
232
1,5
8,0
ring. Das stärkste Lager hatten die Mittel
60
264
1,5
7,3
beiden jüngeren Sorten ‚Navarro‘ 1)
nur Standorte mit Unterschieden zwischen den Sorten
und ‚Abarth‘. Zwischen den drei Sorten ‚Respect‘, ‚Casablanca‘ und ‚Salamanca‘ waren im Mittel kaum Un- Übersicht 3: HEB-Index in den LSV Futtererbsen 2012
terschiede vorhanden.
Sorte
Schuby
Hohenlieth
2012
2011
2010
Der HEB-Index zeigt an, wie stark
2 Orte
3 Orte
3 Orte
die Bestände zusammengerutscht
Respect
0,18
0,40
0,29
0,53
0,66
sind (Übersicht 3). Er errechnet sich
Casablanca
0,16
0,44
0,30
0,30
0,59
aus der Bestandeshöhe bei Ernte geSalamanca
0,21
0,27
0,24
0,31
0,60
teilt durch die Wuchshöhe nach Blüte. Den höchsten Wert kann er mit Navarro
0,11
0,31
0,21
0,28
1,0 erreichen. Das wäre dann der Abarth
0,14
0,28
0,21
Fall, wenn die Bestände bei Ernte ge- Versuchsmittel
0,16
0,34
0,25
0,32
0,57
nauso hoch wären wie bei Blühende.
HEB-Index = Bestandeshöhe bei Ernte/Pflanzenlänge bei Blühende
Der HEB-Index ist auch gut geeignet,
höchsten Ertragsleistungen. Die anderen Sorten gingen unter den dortigen Anbaubedingungen mehr
oder weniger stark ins Lager, während ‚Respect‘ nicht so stark betrof- Übersicht 4: Sortenempfehlung für Futtererbsen 2013 in Schleswig-Holstein
fen war. In Hohenlieth hatten dage- (Ergebnisse der Landessortenversuche)
gen zahlreiche andere Sorten höhe- unter besonderer Berücksichtigung von HEB-Index, Standfestigkeit, Pflanzenlänge und Bestandeshöhe bei Ernte; Eigenschaften
re Erträge. Insbesondere ‚Salaman- der Sorten nach beschreibender Sortenliste 2012 unter stärkerer Berücksichtigung der Ergebnisse der LSV Schleswig-Holstein
ca‘, aber auch ‚Casablanca‘ und ‚NaEmpfehlung
varro‘ hatten höhere Erträge als
versuchsweise nach
voll
mit Einschränkung6)
‚Respect‘. Der Lagerdruck war an
einem Prüfjahr
diesem Standort nicht so hoch, und Sorte
Navarro
Abarth
Respect
Salamanca
Casablanca
die Bedeutung der Standfestigkeit
10-12
10-12
10-12
11-12
12
für die Ertragsleistung nimmt unter Prüfjahre
1) 10-12
0,38
0,40
0,49
solchen günstigen Anbaubedingun- HEB-Index
0,41
0,27
0,30
0,24
gen entsprechend ab. Die erstmalig HEB-Index1) 11-12
geprüfte Sorte ‚Abarth‘ hatte in HEB-Index1) 2012
0,21
0,29
0,24
0,30
0,21
Schuby Erträge, die auf dem Niveau HEB-Index1) 2011
0,53
0,31
0,30
0,28
der meisten Verrechnungssorten la- HEB-Index1) 2010
0,66
0,60
0,59
gen, während sie in Hohenlieth die
Kornertrag rel.2)
100
101
99
104
geringste Ertragsleistung hatte.
3)
Die Landessortenversuche werden
nur noch an wenigen Standorten
durchgeführt. Hier in Schuby steht die
Sorte ,Respect’ im Rand, die eine sehr
gute Standfestigkeit hat.
RP-Gehalt in %
20,5
21,8
21,4
21,6
Blühbeginn
fr-m
fr-m
fr
sfr-fr
fr
Reife
fr-m
fr-m
fr
fr-m
fr
Pflanzenlänge5)
++
++
+
+
+
Standfestigkeit
++++
+++
++
++
++
Bestandeshöhe Ernte
++++
+++
+++
++
++
Toleranz gegen Ascochyta
zurzeit keine Einstufung möglich, da geringer Krankheitsbefall
Rohproteingehalt4)
0
+
+
+
0
TKG
m
m
m-h
m-h
m
Züchter/Vertrieb
BayWa
NPZ
KWS-Lochow
NPZ
Limagrain
Zulassung/Jahrgang
2006
2009
2007
2010
2011
Vermehrungsflächen in Schleswig-Holstein (ha)
2012
14
0
0
0
0
2011
16
0
0
0
2010
20
6
0
Wichtige Sorteneingenschaften: HEB-Index, Standfestigkeit, Bestandeshöhe bei Ernte, Pflanzenlänge, Reifezeit, Proteingehalt;
1)
HEB-Index als Verhältnis von Bestandeshöhe bei Ernte (HE) zu Pflanzenlänge nach Blüte (HB). Hohe Werte bedeuten,
dass der Bestand bis zur Ernte im Verhältnis zur Wuchshöhe nach Blüte nicht so stark „zusammengerutscht“ ist.
2)
Kornertrag über drei Jahre; VRS-Sorten = Respect, Casablanca, Salamanca; 100 rel. 2010-2012 = 51,6 dt/ha; 2011-2012 = 50,7 dt/ha;
3)
Rohproteingehalt bei 86 % TM, Mittel LSV 2010-2012 beziehungsweise 2011-2012;
4)
Rohproteingehalt nach beschreibender Sortenliste 2012;
5)
Pflanzenlänge: ++ = lang; -- = kurz;
6)
„zweitbeste“ Sorten in der Standfestigkeit; Anbau für Betriebe mit Erfahrung im Anbau von Futtererbsen, wenn von den voll
empfohlenen Sorten kein Saatgut mehr verfügbar ist.
■ BAUERNBLATT l 16. Februar 2013
Die Anbaufläche von Futtererbsen ist in den letzten Jahren zurückgegangen.
Die anderen Sorten ‚Salamanca‘,
‚Casablanca‘ und ‚Navarro‘ sollten
nur dann angebaut werden, wenn
von ‚Respect‘ kein Saatgut mehr verfügbar ist. Diese Sorten rangieren in
der Standfestigkeit und in der Erntbarkeit hinter ‚Respect‘. Sowohl im
dreijährigen Vergleich wie auch im
zweijährigen Vergleich zeigt sich,
dass diese Sorten im HEB-Index deutlich hinter ‚Respect‘ zurückliegen.
Ähnliches dürfte auch für die Sorte ‚Abarth‘ gelten, für die erst einjährige Prüfergebnisse vorliegen. Allerdings hatte ‚Abarth‘ eine geringere Ertragsleistung als viele andere
Sorten, sodass für diese Sorte nach
diesem ersten Ergebnis noch keine
Sortenempfehlung
Empfehlung ausgesprochen werden
Die Sortenempfehlung für das An- kann.
Unterschiede in der Toleranz gebaugebiet Schleswig-Holstein ist in
Übersicht 4 auf der nebenstehenden genüber Krankheiten lassen sich bei
Seite wiedergegeben. Darin sind die
Ergebnisse aus den drei vergangenen Prüfjahren zusammengefasst.
Die Rangierung der Sorten und die
Empfehlung erfolgen unter besonderer Berücksichtigung von Standfestigkeit und Erntbarkeit. Erst danach wird die Ertragsleistung berücksichtigt.
Die Sorte, die voll empfohlen
wird, ist ‚Respect‘. Sie hat mit Abstand die beste Standfestigkeit, und
sie hat eine besondere Stabilität des
Strohs. Diese kann sogar mit der bloßen Hand nach der Blüte im Bestand
im Vergleich zu den anderen Sorten
bewertet werden. ‚Respect‘ ist langstrohig, hat dennoch eine sehr gute
Standfestigkeit und eine gute Bestandeshöhe bei Ernte. Langstrohige
Sorten haben entgegen der vielfach In den LSV werden nur Sorten geprüft,
geäußerten Meinung eine bessere die eine besonders gute StandfestigErntbarkeit als kurzstrohige Sorten, keit haben. Unter günstigen Anbauwie Versuche unter Praxisbedingun- bedingungen bleiben die Erbsen bis
gen in früheren Jahren gezeigt ha- zur Ernte stehen und können gut geben.
droschen werden.
um Unterschiede zwischen den
Standorten und Anbausituationen
deutlich zu machen. Die Übersicht 3
zeigt, wie stark die Bestände in
Schuby gelagert haben und dass der
Lagerdruck in Hohenlieth nicht ganz
so hoch war. In 2012 waren die Unterschiede zwischen ‚Respect‘ und
‚Casablanca‘ im Mittel beider Orte
sehr gering. ‚Salamanca‘, ‚Navarro‘
und ‚Abarth‘ hatten dagegen den
geringsten HEB-Index und das
stärkste Lager. In den beiden Vorjahren wird die Überlegenheit von ,Respect’ an diesem Merkmal deutlich,
insbesondere 2011.
46
Tier
den Futtererbsen derzeit nicht beurteilen. Der Befall war in den vergangenen Jahren gering, sodass keine
Ergebnisse hierzu vorliegen.
Geringere Unterschiede gibt es im
Proteingehalt der Erbsensorten. Sie
liegen zwischen 20,5 % bei ‚Respect‘
und 21,8 % bei ‚Salamanca‘ im Mittel der letzten drei Jahre. Diese Unterschiede können bei der Sortenwahl aber vernachlässigt werden,
ebenso die Unterschiede in der TKM.
Hier gibt es zwar größere Unterschiede zwischen den Sorten. So hat
‚Abarth‘ das geringste TKM, ‚Salamanca‘, ‚Navarro‘ und ‚Respect‘ liegen im mittleren Bereich, und ‚Casablanca‘ hatte 2012 das höchste TKM.
Gleichwohl haben die Auswertungen früherer Jahre gezeigt, dass die
Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit über den Saatgutpreis bei
diesen Größenordnungen vergleichsweise gering sind. Entscheidender sind die Ertragsleistung und
bei den Futtererbsen insbesondere
die Standfestigkeit.
In den vergangenen Jahren wurde häufig berichtet, dass von den
empfohlenen Sorten kein Saatgut
verfügbar sei. In aller Regel befinden sich die Vermehrungsflächen
außerhalb Schleswig-Holsteins, sodass Saatgut verfügbar ist. Da bei
BAUERNBLATT l 16. Februar 2013 ■
den Futtererbsen die Standfestigkeit der Sorte nicht nur über die Sortenwahl, sondern über die Anbauwürdigkeit der Fruchtart insgesamt
entscheidet, sind in Übersicht 5 die
Kontaktdaten der Züchterhäuser
für die Sorten aus den LSV 2012 angegeben, sodass sich die Betriebe
gegebenenfalls dort direkt über die
Saatgutverfügbarkeit informieren
können.
Der Hülsenansatz war wiederum gut.
Die Erträge standen im vergangenen
Jahr in starker Abhängigkeit von der
Standortbedingungen.
Fotos: Dr. Wolfgang Sauermann
effekte müssen dann mit einbezogen werden. Ebenso wie die Ackerbohne, so bietet auch die Futtererbse eine gute Möglichkeit, um herbizidtoleranten Ackerfuchsschwanz
erfolgreich bekämpfen zu können.
Futtererbsen sind für die leichten
Standorte auf der Geest in Schleswig-Holstein sowie für die Standorte
im südöstlichen Schleswig-Holstein,
in denen in der Regel die Niederschlagsmengen auch im Sommer etwas geringer ausfallen, eine anbauFruchtfolge
würdige Alternative. Beim Anbau
Auch die Futtererbsen haben als der sehr standfesten Sorte ‚Respect‘
Körnerleguminosen eine sehr gute ist in aller Regel eine gute ErntbarVorfruchtwirkung. Sie sind interes- keit gegeben.
sant, wenn es um die Bewertung von
Dr. Wolfgang Sauermann
Fruchtfolgen geht, und wichtig,
Landwirtschaftskammer
wenn es um die innerbetriebliche
Tel.: 0 43 31-94 53-334
Verwertung und um eine gute [email protected]
schaftlichkeit geht. Die Fruchtfolge-
Übersicht 5: Anschriften der Züchterhäuser beziehungsweise Vertriebsfirmen für die
Futtererbsensorten der LSV 2012
Sorte
Respect
Casablanca
Salamanca
Navarro
Abarth
Vertrieb über
Anschrift
BayWa-Züchtervertrieb
Arabellastraße 4
81925 München
Saaten-Union
Eisenstr. 12
30916 Isernhagen
Limagrain GmbH
Griewenkamp 2
31234 Edemissen
Telefon
Fax
0 89-92 22-33 16
0 89-92 22-32 34
KWS Lochow GmbH
Ferdinand-vonLochow-Str. 5
29303 Bergen-Wohlde
0 50 51-477-124
0 50 51-477-165
05 11-7 26 66-133
05 11-7 26 66-130
0 51 76-98 91-26
0 51 76-70 60
Erfolgreich füttern: Futterharnstoff in Milchkuhrationen
Sorgfalt beim Einsatz ist wichtig
Für die Eiweißversorgung einer
Kuh ist entscheidend, wie viel
nutzbares Protein am Dünndarm
(nXP) zur Verfügung steht. Dieses
setzt sich aus dem Mikrobeneiweiß
und dem im Pansen unabbaubaren
Futterprotein (UDP) zusammen.
Ersteres macht bei Kühen mit hoher Leistung zirka 70 bis 75 % des
gesamten Eiweißbedarfes der Kuh
aus. Das bedeutet also, dass auch
für die notwendige bedarfsgerechte Eiweißversorgung in erster
Linie die Pansenmikroorganismen
verantwortlich sind, und die benötigen für die Produktion von Bakterieneiweiß Energie und Stickstoff. Dafür ist es notwendig, dass
jederzeit ausreichend Stickstoff im
Pansen verfügbar ist.
Wenn sich zum Beispiel aber bei
dem Einsatz größerer Mengen an
Rapsextraktionsschrot zeigt, dass –
zumindest bei sehr maisreicher Fütterung – die ruminale Stickstoffbi-
sein. Auch wenn Wiederkäuer
grundsätzlich in der Lage sind, über
den rumino-hepathischen Stickstoffkreislauf wieder Stickstoff zu
rezyklieren, bleibt die Frage bestehen, ob der Stickstoffmangel im
Pansen letztlich so groß ist, dass die
Mikrobentätigkeit dort beeinträchtigt wird. In solch einem Fall könnte
die von der Kuh selbst bereitgestellte nur unzureichende Mikrobeneiweißmenge leistungsbegrenzend
sein.
Einen Anhaltspunkt hierfür liefert der Milchharnstoffgehalt. Bei
dessen Absinken in einen Bereich
deutlich unter 200 mg/kg Milch sollte neben einer grundsätzlichen
Überprüfung der Rationsgestaltung hinsichtlich Energie- und Eiweißbereitstellung auch die RNB
Eine Rationsberechnung mit besonderer Beachtung der Kenngröße RNB muss kontrolliert und gegebenenfalls angehoben werden. Für Letzteres ist –
dem Harnstoffeinsatz unbedingt vorausgehen.
bei einer ansonsten ausreichenden
lanz (RNB) der Gesamtration Werte te damit auch ein Stickstoffmangel Eiweißversorgung – der Einsatz von
unterhalb von null annimmt, könn- im Vormagen der Kuh verbunden Futterharnstoff geeignet, liefert

Documentos relacionados