Neues aus der Universität - Bauhaus

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Neues aus der Universität - Bauhaus
Journal der Bauhaus-Universität Weimar
Bauhaus der Zukunft
Stimmungsvoller Semesterauftakt
Stipendiaten 2009
4 | 2009
Universität
2 Neues aus der Universität
Projekte | Forschung
19 Neues aus der Fakultät Architektur
31 Neues aus der Fakultät Medien
32 Vom Dokumentar- bis zum Epochenfilm
Große Resonanz für erstes Filmfest im
3 Eine Büchersammlung als Zeitzeuge
19 DFG-Forschungsprojekt KREMLAS
Bauhaus-Bibliothek zeigt den Kosmos
Kreative computerbasierte
des frühen Bauhauses
Entwurfsunterstützung gesucht
Kunstfest
33 »OpinionCloud«
Rasend schnell und spielend leicht
4 Willkommen in der Welt des Studierens
20 Ein neues »Paar Flügel« Begrüßung der neuen Studierenden an
für die Architektur
der Bauhaus-Universität Weimar
Neue Arbeitsräume für die
Web-Kommentare analysieren
33 Radiokunst – Sound is Art?!
Studierenden und ALLES WEISS...
6 Mit unkonventionellen Ideen zum
Erfolg
neudeli-Gründertag zeigte Vielfalt der
34 Neues aus dem IKKM
21 Architektur-Studierende im Deutschen
Werkbund Berlin
studentischen Gründerszene
Internationale Fellows und neue
Fachzeitschrift für Medien- und
Kulturforschung
21 Stadthäuser in Stahlbauweise in 7 »Staats-Schatz« für die Bibliothek
Rudolstadt
Büchersammlung schließt Lücke im
Bestand
35 Eine Wirklichkeit aus Sehnsucht und
Traum
Schenkung aus privater Design22 Venedig :: Berlin
Premiere von »Lenz« im Audimax
Atmosphäre im Aufgabenfeld des
Stadtplaners und Architekten
36 KNOTEN WEIMAR GmbH
Schwerpunkt
23 Neues aus der Fakultät 9 »Diatomeen – Formensinn«
37 Bauhaus Weiterbildungsakademie
Bauingenieurwesen
37 Materialforschungs- und Prüfanstalt
Von Kieselalgen inspiriert
23 Sommerakademie
10 Was Maulwurf, Baustellen und Orgel
»Validation of Numerical Models«
verbindet
an der TU Wien mit dem DFG-
Kinderuniversität Weimar
Graduiertenkolleg 1462
Personalia
39 Neubesetzung
Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig
11 »Vom Labor zum Projekt«
Ausstellung und Symposium
12 Wissen für alle
Schöne Utopie oder nahe Realität?
24 RILEM International Symposium in
Island 2009
24 »NICE on RoadS« intensiviert übernimmt Professur Werkstoffe des
Bauens
39 Neue Auszubildende
Forschungsaktivitäten in Asien
40 Neu an der Fakultät Gestaltung
12 Glas-Kunststoff-Sandwichelemente als
innovative Fassadenbauteile
25 Straßenbetriebsdienst erhält die Lebensadern unserer Gesellschaft
40 Nachfolgerin im Dezernat Internationale Beziehungen (DIB)
13 Weimar im Halbfinale
»Olympiade der Kryptografen«
26 Altbeton gegen den Klimawandel?
Forschung zur gezielten Karbonatisierung
41 Neues aus dem Dezernat Studium und
Lehre (DSL)
13 Intelligentes Lernen
27 10 Jahre und 33 Bauhaus-Studierende
Jubiläum im AEC Global Teamwork
14 »Universal World House«
42 Dezernat Forschung
Modulares Haus aus Papier zum Einsatz
in Entwicklungsländern
41 Personalia
Project
28 Neues aus der Fakultät Gestaltung
43 Ehrung zum 80. Geburtstag
15 17. ibausil
Weltweites Interesse an Weimarer
29 »COLO« auf der BLICKFANG
Würdigung für ein innovatives Konzept
Inhalt
Baustoffkongress
Horst Kretzschmar – erster Professor für
Bauinformatik im deutschsprachigen
Raum
29 Grün, Orange und Lila oder Eine 16 »Technology and Society«
Huldigung, ohne zu imitieren
Leben
Neue Simulationstechnologien
gestalten die Welt sicherer
17 Hochschulpreise und Stipendiaten 09
30 Glücksparcours in Graz
46 Nahaufnahme
Der Studiengang Kunsterziehung für
In dieser Ausgabe: Johanna Warmuth
das Lehramt beim Kongress ITAE
und Frederik Bechtle
47 Campusluft schnuppern
Auf Erkundungstour durch die
Editorial
Bauhaus-Universität Weimar
48 marke.6
Neues aus der Universitätsgalerie
49 Plattform für junge Ideen
Das Bauhaus.TransferzentrumDESIGN
auf der Frankfurter Buchmesse 2009
In der Redaktion des bogen vollzieht sich
derzeit ein personeller Wechsel: Dr. Michael
Eckardt verabschiedet sich in dieser Ausgabe mit seinem 100. bogen-Beitrag als
49 Nach dem Bauhaus
Chefredakteur des Universitätsjournals. Für
Ausstellung und Buch zum Neuen
seine Arbeit und seine große Kollegialität
Bauen in Erfurt
möchte ich Ihm an dieser Stelle ausdrücklich danken. Er wird fortan die Medienarbeit
der Ingenieurkammer Thüringen betreuen
Erfahrungsaustausch in Schweden und
und somit engen Kontakt zu den Ingenieur-
Portugal
disziplinen der Bauhaus-Universität Weimar
Foto: Jens Hauspurg
50 Mitarbeiter unterwegs in Europa
halten. Für die neuen Aufgaben alles Gute.
Preise
Der letzte bogen im Bauhausjahr 2009
erscheint also in neuer Regie. Nun geleite
53 Gold für Geomechanik
ich Sie als Chefredakteur in das aktuelle
dierenden der Fakultät Medien, die eine
Absolvent erhält renommierten
Heft. Meine bisherige Tätigkeit an der
neue Sicht in die Tiefen der Naturwissen-
Leopold Müller Preis
Bauhaus-Universität Weimar als Projekt-
schaften entwerfen. Von Ingenieuren, die
koordinator 09bauhaus90 hat mir bereits
mit ihrer Baustoffforschung weltweites
53 Best Paper Award bei der »Mensch
und Computer 2009«
54 Fulldome-Oskar geht nach Weimar
360°-Filme mit »Domie« prämiert
54 Weimarer Kurzfilm »Zwischen Licht
und Schatten« erneut ausgezeichnet
zu vielen Kontakten und fachlichen Ein-
Interesse hervorrufen. Von Architekten,
blicken verholfen. Damit verbinde ich
die in der Globalisierung den sensiblen
die Hoffnung, den bogen auf dem einge-
Austausch von Know-how zur Erfüllung
schlagenen guten Weg zu halten und ihn
spezifischer individueller Bedürfnisse
strukturell so weiterzuentwickeln, dass
sehen. Oder von Gestaltern, die in die-
das erreichte Niveau des Universitätsjour-
sem Herbst eindrucksvoll ihr innovatives
nals auf noch mehr Leserinteresse stößt.
Auch wenn ich großen Wert darauf
lege, dass Ihre Beiträge über die Öffent-
55 Mobil, personalisiert und permanent
künstlerisches Potential unter Beweis
gestellt haben.
Qualität und Innovation sind ein guter
lichkeitsarbeit Ihrer Fakultät koordiniert
Katalysator dafür, dass die Bauhaus-
werden, halten Sie stets gern auch Kon-
Universität Weimar in diesem Jahr einen
Bauhaus-Studierende Romy Kniewel
takt mit mir. Mit Ihren Fragen, mit Ihren
erfreulichen Aufwärtstrend bei den
gewinnt den »Zukunftspreis
Ideen und, und, und.
online
Kommunikation«
55 Absolventin der Bauhaus-Universität
Immatrikulationen zu verzeichnen hat.
Die Telefonnummer bleibt dieselbe.
Man kann gut in Weimar arbeiten. Die
Das Rauschen des Bauhausjahres wird
zahlreichen Preisträger und Stipendiaten,
langsam schwächer. Wir haben an der
von denen in diesem Heft die Rede ist,
Weimar erhält DIA-Forschungspreis
Bauhaus-Universität Weimar großar-
sprechen eine deutliche Sprache.
Kalender | Verlag | Alumni
gesehen und bemerkenswerte Veranstal-
tige Projekte, Tagungen, Ausstellungen
tungen erlebt. Das Jubiläum 09bauhaus
Anregende Stunden wünscht Ihnen
90
57 Kalender
reflektieren nicht ohne Grund gleich zwei
58 Neuerscheinungen im ein Jubiläum notwendigerweise verlangt,
Sonderbögen. Bei allem Rückblick, den
Universitätsverlag
stellen wir uns an der Bauhaus-Univer-
Jörg Dietrich
sität Weimar immer den Fragen: Was ist
mar auf der Frankfurter Buchmesse
das Bauhaus heute? Und noch viel mehr:
Wie sieht das Bauhaus der Zukunft aus?
Wie tief dieser Gedanke in der For-
60 »Weimar bleibt das Herz meiner Erin-
schung, in den Projekten an der Bauhaus-
nerungen«
Universität Weimar verwurzelt ist, macht
Alumni der Bauhaus-Universität
der Schwerpunkt dieser Ausgabe des
Weimar berichten (15)
bogen, das Bauhaus der Zukunft, deutlich. Lassen Sie sich inspirieren von Stu-
Editorial
59 Verlag der Bauhaus-Universität Wei-
1
Neues aus der Universität
Beschlüsse des Universitätsrates
Erfreulicher Aufwärtstrend
Auf der Agenda des Universitätsrates, der
lung forschender Universitäten zu fördern,
Für ein Studium an der Bauhaus-Universi-
am 8. Oktober 2009 zu seiner zweiten
sei es deshalb wünschenswert, institutio-
tät Weimar haben sich in diesem Jahr zum
Beratung zusammengekommen ist, stan-
nelle Blockaden und Beharrungstendenzen
Winteresemester über 2.700 Interessenten
den mit der Strategieplanung und der
zu überwinden.
mittelfristigen Berufungsplanung unserer
Universität zwei gewichtige Themen.
Nach dieser intensiv geführten Debatte
beworben. Davon sind 1.010 Studienbewerber, unter ihnen 98 aus dem Ausland,
bestätigten die Professorin Mary Jane
im ersten Fachsemester immatrikuliert
Jacob und die Professoren Konstantin
worden. Das sind 208 Einschreibungen
mehr als im Wintersemester des Vorjahres.
In der längeren Diskussion wurden durch
Meskouris, Wolfgang Sattler und Nor-
die Mitglieder des Universitätsrates meh-
bert Walter die Strategieplanung und die
Derzeit studieren insgesamt 3.737 Studie-
rere Vorschläge unterbreitet und eine
mittelfristige Berufungsplanung der Bau-
rende an der Bauhaus-Universität Weimar,
Reihe von Fragen aufgeworfen, die eine
haus-Universität Weimar einstimmig.
weitere Erörterung in der Universität anre-
Abschließend regten die Mitglieder an,
hinzu kommen 192 Promovenden und 8
Zweithörer. Für einen Bachelorstudiengang
gen sollen. Der Universitätsrat empfiehlt,
dass das künftige Bauhaus-Museum nicht
haben sich 632 neue Studierende ent-
Vertreter der Arbeitswelt an der Erarbei-
nur die bestehende Sammlung präsentie-
schieden, weitere 307 beginnen im ersten
tung und Überarbeitung von Curricula zu
ren sollte, sondern insbesondere als ein
Fachsemester ihren Masterstudiengang.
beteiligen, nicht zuletzt um die Studie-
attraktiver Ort des Austauschs zwischen
»Wir freuen uns, einen deutlichen Auf-
renden besser auf den Arbeitsmarkt vor-
dem historischen Bauhaus und gegenwär-
wärtstrend bei den Neueinschreibungen
zubereiten, sowie Erfahrungen anderer
tigen Entwicklungen und Standpunkten
zu beobachten,« erläutert Gudrun Kopf,
Universitäten mit der Lehrevaluation zu
wirken müsse. Der Universitätsrat bot
Dezernentin für Studium und Lehre. »Das
nutzen, um das an der Bauhaus-Univer-
an, sich in der Planungsphase zu Wort zu
Online-Bewerbungsverfahren hat sich als
sität Weimar bestehende Instrument der
melden, um das Konzept des Bauhaus-
benutzerfreundliches Instrument erwiesen,
Veranstaltungsevaluation intensiver und
Museums in diesem Sinn mitzugestalten.
das von den Studienbewerbern gut ange-
gewinnbringender einzusetzen. Schließlich
Aufgabe der Bauhaus-Universität Weimar
nommen wird. Auch die Gesamtstudieren-
hinterfragten die Mitglieder des Univer-
sollte es dabei sein, die internationale
denzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr
sitätsrates, ob die »Gefäße« Studiengang
Perspektive zu stärken.
und Fakultät noch adäquat seien für die
Die nächsten Beratungen des Univer-
um mehr als 170 erhöht. Für das kommende Jahr rechnen wir mit einer weiteren
Zuordnung von Professuren. Aus Sicht der
sitätsrates finden planmäßig am 4. März
Steigerung der Bewerberzahlen, die sich
Mitglieder des Universitätsrates seien viel-
sowie am 7. und 8. Juli 2010 statt.
hoffentlich auch in einer hohen Immatri-
mehr zunehmend Überschneidungen über
kulationsquote wiederfindet.«
die Grenzen von Fakultäten hinweg zu
Dr. Andreas Mai
beobachten. Um eine fruchtbare Entwick-
Geschäftsführer Universitätsrat
Doreen Klamt
Universität
Dezernat Studium und Lehre
2
Neues Förder-Ranking der Deutschen
Forschungsgemeinschaft
Medienspiegel online
(uk / bauing) Im neuen Förderranking der
der Gesamtwertung der Ingenieurwissen-
Täglich berichten zahlreiche Medien
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG),
schaften belegt die Bauhaus-Universität
über die Bauhaus-Universität Weimar.
das den bundesweiten Wettbewerb der
Weimar damit den 33. Platz von insgesamt
Die Auswertung dessen können Sie im
Hochschulen um Fördermittel der DFG
97. Insgesamt erhielt die Bauhaus-Univer-
monatlichen Medienspiegel der Universi-
im Bewilligungszeitraum 2005 bis 2007
sität Weimar eine Unterstützung in Höhe
tätskommunikation online nachlesen und
abbildet, erzielt die Bauhaus-Universität
von 7,3 Millionen Euro von der DFG im
als PDF-Dokument ausdrucken.
Weimar einen der vorderen Plätze im Fach-
ausgewiesenen Zeitraum. Mehr als zwei
gebiet Architektur und Bauwesen. Mit
Drittel dieser Bewilligungen hat sie dem-
Claudia Weinreich
einem Fördervolumen von 5,4 Millionen
nach in den Fachgebieten Architektur
Pressesprecherin
Euro belegt sie Rang 6 der Tabelle, die
und Bauwesen erworben.
alle Bewilligungen für deutsche Hochschulen in diesem Forschungsfeld erfasst. In
www.uni-weimar.de/cms/aktuell/medienwww.dfg.de/ranking/ranking2009
spiegel.html
Eine Büchersammlung als Zeitzeuge
Bauhaus-Bibliothek zeigt den Kosmos des frühen Bauhauses
Mit »Die Bauhaus-Bibliothek – Versuch
zu erfassen. Als das Staatliche Bauhaus
Schwerpunkte des Bauhauses deutlich.
einer Rekonstruktion« veröffentlichte
Weimar 1919 gegründet wurde, übernahm
Sowohl einzelne Bücher als auch Ankäufe
der Verlag der Bauhaus-Universität Wei-
es auch die Bibliothek seiner Vorgänge-
in bestimmten Sachgruppen spiegeln
mar im September einen besonders für
reinrichtungen, der Großherzoglich Säch-
die Geisteshaltung und Denktraditionen
Bauhaus-Fans und Sammler interessanten
sischen Hochschule für bildende Kunst
der Bauhäusler wieder. Auch die eigene,
Band. Er dokumentiert erstmals syste-
und der Großherzoglich Sächsischen
also die Bauhaus-Publizistik, spielt in
matisch die in der Bauhauszeit erwor-
Kunstgewerbeschule. Erstmals kann man
der Sammlung eine Rolle. Zwei wertvolle
Originalausgaben der Reihe »Bauhaus-
benen Bücher und Zeitschriften, die sich
sich nun ein Bild davon machen, wie die
zu großen Teilen in den Beständen der
Bibliothek am Bauhaus zwischen 1919 und
Bücher« befinden sich in den Beständen,
Universitätsbibliothek erhalten haben.
1925 ausgesehen haben könnte.
nämlich »Internationale Architektur« von
»Besonders aufwändig war es, die Bücher
ferte Titel vor, drei inhaltliche Aufsätze
Bauhaus-Werkstätten«. Seit 2006 bemüht
anhand von Signaturen und Inventarisie-
von Karl Schawelka, Justus H. Ulbricht
sich die Universitätsbibliothek um die
Der Band stellt insgesamt 147 überlie-
Walter Gropius und »Neue Arbeiten der
rungsstempeln eindeutig der Bauhaus-
und Michael Siebenbrodt untersuchen
Restaurierung und Konservierung dieser
Bibliothek zuzuordnen. Das grenzte
die Bestände unter wissenschaftlichen
einzigartigen Sammlung und wird dabei
schon fast an Bibliotheks-Kriminalistik«,
Gesichtspunkten. Zahlreiche Abbil-
vom Freundeskreis der Bauhaus-Universi-
beschrieb Dr. Frank Simon-Ritz, Direktor
dungen veranschaulichen außerdem, wie
tät Weimar finanziell unterstützt.
Annika Nestler
Studentische Mitarbeiterin Universitätskommunikation
Die Bauhaus-Bibliothek – Versuch einer
Rekonstruktion
Herausgegeben von Michael Siebenbrodt
und Frank Simon-Ritz
Format: 17 x 24,7 cm
Klappenbroschur 188 Seiten
ISBN: 978-3-86068-377-4
Preis: 19,80 Euro
der Universitätsbibliothek, zur Präsenta-
sich moderne Typografie und Buchge-
tion die umfangreiche Recherche für die
staltung zwischen 1900 und 1925 ent-
Publikation. »Die Bücher und Zeitschriften
wickelt haben. »Ein großer Zugewinn
wurden damals mit speziellen Stempeln
dabei war die Entdeckung der Exlibris
gekennzeichnet, verwendet wurden dafür
und Handeinbände aus der Werkstatt
die weltbekannten Bauhaus-Signets von
Otto Dorfners«, betonte Michael Sieben-
Karl Peter Röhl und Oskar Schlemmer.«
brodt. »Damit erhöht sich der Wert der
Gemeinsam mit Michael Siebenbrodt,
Bauhaus-Bibliothek als Ausstellungs- und
Kustos am Bauhaus-Museum und Mit-
Forschungsobjekt.«
herausgeber des Buches, hatte die Uni-
Neben dem historischen und künstle-
versitätsbibliothek bereits vor 10 Jahren
rischen Wert erzählen die Bestände auch
begonnen, die Altbestände systematisch
aufschlussreiche Geschichten und machen
Universität
Dr. Frank Simon-Ritz und Michael Siebenbrodt präsentierten den im September erschienenen Band.
Foto: Jörg Dietrich
3
Willkommen in der Welt des Studierens
Begrüßung der neuen Studierenden an der Bauhaus-Universität Weimar
Neugier, große Erwartungen und auch
Rund um die eigene Studiumsorganisation,
eine Portion Ungewissheit begleiten
die Selbstverwaltung und die einzelnen
ter der Marke Bauhaus verbirgt, übergab
den Start ins Studium. Die Erstsemester
Gremien drehte sich die Organisations-
Reiner Bensch an die Vertreter des Stu-
stehen am neuen Studienort vor vielen
veranstaltung der Studienberatung am
dierendenkonvents (StuKo). Dieser stellte
Fragen: Wie organisiere ich mein Stu-
nächsten Tag im Audimax der Universi-
sich im Einzelnen vor und erklärte »wir
Neuling nun genau wusste, was sich hin-
dium? Wo finde ich die Uni-Gebäude?
tätsbibliothek. Katerstimmung von wegen:
sind 16 Studierende, je vier Mitglieder
Wie werde ich mich in einer neuen
Nach der offiziellen Begrüßungsparty am
der Fachschaftsräte der einzelnen Fakul-
Stadt, einer neuen Umgebung fühlen?
Vortag im Studentenclub Schützengasse
täten«. Der StuKo vertritt und artikuliert
konnten sich die angehenden Studie-
die Interessen gegenüber den Gremien
Für Antworten und Unterstützung beim
renden eingehend über Weimar und die
der Hochschule, dem Studentenwerk
Start ins Weimarer Studentenleben sorgt
Bauhaus-Universität Weimar informieren.
und der Öffentlichkeit und es steht somit
das umfangreiche Programm der Studien­
Reiner Bensch vom Dezernat Studium und
jedem Studierenden frei, seine Ideen und
einführungswoche. So füllte sich bereits
Lehre gab einen Überblick über die histo-
Meinungen einzubringen, um den Universitätsalltag weiterzuentwickeln.
am 5. Oktober die Mensa am Park mit
rischen und kulturellen Hintergründe der
erwartungsvollen Studienanfängern zur
Bauhaus-Universität Weimar, und stellte
offiziellen Begrüßung. »So viele Studienan-
die drei Hauptstandorte in Weimar vor.
mationen gab auch der Careers Service,
der den Studierenden bei der zukünf-
Richtungsweisende Backgroundinfor-
fänger hatten wir lange nicht mehr«, freute
»Die Geschichte der Universität fasziniert
sich Studienberaterin Ingrid Eismann, die
mich. Weimar ist wirklich spannend!«
tigen Berufsorientierung helfen will, zum
die neuen nationalen und internationa-
staunte die zukünftige Studierende des
Beispiel bei Jobangeboten, Praktika,
len Studierenden herzlich willkommen
Bauingenieurwesens Franziska (19) aus
aber auch bei der Herstellung von Fir-
hieß. »Das zeigt ein großes Interesse an
Sachsen-Anhalt. Dass ihre Heimat für die
men- und Unternehmenskontakten. Die
einem Studium an der Bauhaus-Universität
nächsten Jahre noch mehr zu bieten hat,
Gründerwerkstatt »neudeli« präsentierte
Weimar.« Mit ersten wichtigen Informa-
erfuhren die Weimarneulinge gleich im
sich ebenfalls und referierte gegenü-
tionen für die bevorstehende Studienein-
Anschluss. Denn Reiner Bensch nutzte die
ber den Zukünftigen über Möglichkeiten
führungswoche und das Studium machten
Gelegenheit, um auf das im nächsten Jahr
der Beantragung von Fördergeldern. Ob
sich die »Neuen« direkt nach der Begrü-
anstehende 150. Jubiläum der Bauhaus-
kostenfreie Büroräume oder Hilfe bei der
ßung gemeinsam mit den Tutoren ihrer
Universität Weimar hinzuweisen und regu-
logistischen Umsetzung selbstständiger
Fakultät auf den Weg durch die jeweiligen
läre Events, wie die Sommerakademie, das
Projekte, das Angebot des neudeli steht
Fakultätsräume. Dabei hatten sie die Gele-
backup_festival und die summaery vorzu-
allen Bauhaus-Studierenden offen.
genheit, sich gegenseitig zu beschnup-
stellen.
Als letzter Programmpunkt stand die
Nachdem die Informationsreise durch
Einführung in die Welt der Bücher auf
Arbeitsplätze zu erkunden und persönliche
die historischen und kulturellen Universi-
dem Plan, schließlich gehört zu jedem
Fragen zu stellen.
tätsgebäude abgeschlossen war und jeder
Studium ein umfangreicher Fundus an
Universität
pern, die Räumlichkeiten ihrer zukünftigen
4
Eindrücke der Immatrikulationsfeier. Fotos: Hamish Appleby
Prof. Dr. Gerd Zimmermann, Rektor der BauhausUniversität Weimar.
lernten die Hauptbibliothek sowie die
Limona kennen und wurden in die Benut-
Feierlich Immatrikulation mit rotem
Teppich und Gesprächslounge
haus-Studierenden, damit Weimar nicht
nur mit seiner Historie in Verbindung
gebracht wird.«
zung und Recherche in der Bibliotheksda-
Nach der Studieneinführungswoche rund
tenbank eingeführt.
um die Bauhaus-Universität Weimar fand
germeister stellte Victor Henning, ein
Neben dem Rektor und dem Oberbürehemaliger Bauhaus-Student und mittler-
Fernab aller relevanter Studien- und
am 14. Oktober 2009 im Audimax der
Gebäudeinformationen stand auch das
Bauhaus-Universität Weimar die feier-
weile Firmengründer von »Mendeley« in
Kennenlernen von Weimar im Programm-
liche Immatrikulation zum Wintersemester
London, seine Firma vor. In seiner Fest-
plan. Wie jedes Jahr rief die Bauhaus-Uni-
2009/10 statt.
versität Weimar ihre Stadtralley aus, und
rede motivierte er »die Neuen«, über den
Zu dieser begrüßte Rektor Professor
eigenen Tellerrand zu schauen und Dinge
alle Neuankömmlinge warteten auf den
Gerd Zimmermann die Erstsemester mit
»mal ganz anders zu machen als ihre Kom-
Fragenkatalog vor dem Hauptgebäude
einem Gedicht von Walter Gropius im
militonen.« Ein weiteres Highlight war
der Bauhaus-Universität Weimar. Binnen
Audimax der Universitätsbibliothek in der
die Präsentation des Kurzfilms »Durch
zweieinhalb Stunden mussten die inter-
Steubenstraße 6.
das Warten wachsen«. Der ungewöhn-
disziplinär besetzten Teams Fragen zur
Sehr erfreut zeigte er sich über den
Stadt beantworten, die vielleicht auch
Anstieg der Studierendenzahlen gegenü-
liche Clip von Ingo Schiller wurde von den
Gästen im Audimax mit großem Applaus
manch erfahrener Weimarer nicht ohne
ber den letzten Jahren und wünschte den
bedacht. Zwischen den Ansprachen sorgte
weiteres lösen kann. Wer weiß zum Bei-
neuen Studierenden viel Erfolg für ihr kom-
die Hip-Hop-Jazz-Band »The Awesome
spiel, wie viele Ampelmännchen es am
mendes Studium. In seiner Eröffnungs-
Soundsystem« für musikalische Abwechs-
Sophienstiftsplatz gibt oder wie viele
rede beschrieb er die Bauhaus-Universität
lung. Frontmann Aisek Auston schilderte,
Treppenstufen der lange Jakob besitzt?
Weimar im restlos gefüllten Audimax als
wie er mit einem selbstproduzierten Video
»ein Unikat in der deutschen Hochschul-
zum Musikstück »Jung & Alt« selbst zum
Durch diese spannende, vielseitige und
informative Einführungswoche wurden
landschaft«, besonders in punkto Kreativi-
Studium an der Bauhaus-Universität Wei-
die Erstsemestler aktiv ins Universitätsle-
tät und Global Playing. Außerdem sei die
mar gekommen war.
ben der Bauhaus-Universität Weimar und
Kulturstadt Weimar fest verbunden mit der
der Stadt Weimar integriert. Damit steht
Bauhaus-Universität Weimar.
das Fundament, mit einem guten Gefühl
Im anschließenden Grußwort von Wei-
Nach dem feierlichen Akt traf man sich
im Foyer der Universitätsbibliothek in der
Gesprächslounge, die aufwändig durch
sein abwechslungsreiches Studium an der
mars Oberbürgermeister Stefan Wolf
eine Lichtinstallation in Szene gesetzt
Bauhaus-Universität Weimar anzutreten.
wurden die neuen Studierenden nun auch
worden war. Hier gab es Gelegenheit,
»Die Bauhaus-Uni kombiniert alle meine
von Seiten der Stadt herzlich empfan-
mit Professoren und Kommilitonen ins
Interessenfelder«, freut sich Neuling Anne
gen und er bekräftigte die enge Verbun-
Gespräch zu kommen. Man konnte Fra-
(19) aus Rheinland-Pfalz auf ihr Studium
denheit zwischen der Stadt Weimar und
gen stellen oder die ersten Erfahrungen
der Medienkultur.
der Universität. »Wir brauchen die Bau-
der letzten Tage Revue passieren lassen.
Den krönenden Abschluss zum Einführungsmarathon an der Bauhaus-Universität Weimar bildete die sehr gut besuchte
Immatrikulationsparty am darauf folgenden Freitag. Auf dem E-Werk-Gelände
feierten die Erstsemester ausgelassen bei
Schwedenfeuer und elektronischer Musik,
um dann in der kommenden Woche richtig durchzustarten.
Die Bauhaus-Universität Weimar
wünscht allen neuen Studierenden viel
Spaß und Erfolg bei ihrem Studium.
Normen Fritz
Praktikant der Universitätskommunikation
Annika Nestler
Studentische Mitarbeiterin der Universitätskommunikation
Universität
Fachliteratur. Die neuen Studierenden
5
Mit unkonventionellen Ideen zum Erfolg
neudeli-Gründertag zeigte Vielfalt der studentischen Gründerszene
Der 15. Oktober stand im Zeichen neuer
und unkonventionell ausfielen. Das Team
der Abstimmungsfunktion ohne teure
Ideen: Zum 8. neudeli-Gründertag präsen-
von »modbird« zertrümmerte gar eine
Zusatzhardware außerdem interaktive
tierten sich mehr als zehn Gründungsvor-
(ausrangierte) Gitarre auf der Bühne, um
Präsentationen.
haben aus Jena und Weimar im Lichthaus
die Vorteile der von ihnen entwickelten
Kino im e-Werk. Die Besucher konnten
modularen Gitarre zu demonstrieren.
Annika Nestler
sich vor Ort ein Bild der aktuellen Grün-
Publikumsliebling war am Ende aber Stef-
studentische Mitarbeiterin der Universitäts-
derszene der Bauhaus-Universität Weimar
fen Otto mit »Sofy«, der als pinkfarbener
kommunikation
machen, und viele waren erstaunt über
»Superman« für mehr Schutz im Internet
den Einfallsreichtum der jungen Gründer.
warb. Seine Idee, mit einem Projekt Kin-
Das Spektrum reichte von modularen
dern und Jugendlichen ein sicheres Surfen
Gitarren über ökologiebewusst produ-
im Internet zu ermöglichen, wurde mit
zierte Taschen aus ausrangierten Sicher-
dem Publikumspreis in Höhe von 300 Euro
PingPongDoor
heitsgurten bis hin zu einem neuartigen
belohnt. Den Jurypreis mit 700 Euro ging
www.tobiasfraenzel.com
Eingabegerät für 3D-Anwendungen.
Die aktuellen Gründungsprojekte
an Tobias Fränzel mit seiner PingPongDoor,
der die Jury mit seiner simplen aber effek-
galerie.souvenir Um die Chancen, aber auch Risiken bei der
tiven Idee überzeugte. Zudem empfand die
[kunst.kollektiv.weimar]
Existenzgründung ging es beim neudeli-
Jury sein Projekt als am weitesten ausge-
[email protected]
Dialog »machs einfach! Erfolg selbststän-
tüftelt, die Tür, die sich per Klappmecha-
dig gestalten« am Nachmittag. Erfolgreiche
nismus in einen Ping-Pong-Tisch umwan-
Globefish
Gründer aus dem Umfeld der Universität
deln lässt, steht kurz vor der Marktreife.
www.custom-interfaces.de
sprachen bei der Podiumsdiskussion über
Zum Gründerchamp wartete die Grün-
ihre Erfahrungen beim Weg in die Selb-
derwerkstatt neudeli mit einer besonde-
Magazijn
ständigkeit. Michael Engelhardt, rabbix vfx,
ren Premiere auf. Eine der Gründerideen
[email protected]
Victor Henning, Mendeley, Peter Nocken,
konnte das Publikum gleich ausprobieren:
lombego systems und Christian Rotzoll,
Erstmals konnte es seinen Favoriten des
mFrage – Nr.1 für mobile Umfragen
mFrage, gaben in diesem Jahr Einblicke in
Gründerchamps per Handy wählen. Die
www.mFrage.de
ihre Arbeit.
dafür notwendige Abstimmungs-Software »mFrage« wurde von den Bauhaus-
Modbird – die Zukunft der E-Gitarre
Absolventen Christian Rotzoll, Günther
ist modular ...
so genannten »Elevator Pitch« stellten die
Lösel und Dennis Schaeffer unter der
www.modbird.com
jungen Existenzgründer ihre Ideen vor –
Mentorenschaft von Prof. Tom Gross,
Die Wahl des neudeli-Gründerchamps
war das Highlight des Abends. In einem
und hatten dafür gerade einmal 30 Sekun-
Professor für Computer Supported Coo-
»360 films« – eine runde Sache
den Zeit. So war es nicht weiter erstaun-
perative Work, entwickelt. Die neue
www.threesixtyfilms.com
lich, dass die Präsentationen sehr kreativ
Handy-Software ermöglicht neben
Vilde Svaner
www.vildesvaner.com
XingDong
www.xingdong.de
CareOS (Exist-Projekt: Ambient Assisted Profiler)
Universität
[email protected]
Rugwind Design Group – Produktdesign mit Rückenwind
www.rugwind.de
Sofy, mit Sofy sicher unterwegs.
6
www.it-otto.de/sofy/
Das Eckige (der Film) muss ins Runde (die Kuppel) – mit dieser anschaulichen Performance warb das Team der
360°-Filme für seine Idee. Foto: Annika Nestler
»Staats-Schatz« für die Bibliothek
Schenkung aus privater Design-Büchersammlung schließt Lücke im Bestand
»Die Aufgabe besteht nicht im Bewahren
dem weltweit nur 2.000 Exemplare exi-
der Asche, sondern in der Weitergabe der
stierten. Den Wert, den die Universitäts-
Flamme«, begründete Hartmut W. Staats
bibliothek der Büchersammlung beimisst,
in Anlehnung an ein Zitat von Thomas
verdeutlicht ein eigens angefertigter Stem-
Morus die Entscheidung, seine wert-
pel, mit dem die Bücher der Schenkung
volle Sammlung schon zu Lebzeiten der
gekennzeichnet werden.
Bauhaus-Universität Weimar zu verma-
Der mittlerweile 74-jährige Hartmut W.
chen. Bereits im Frühjahr 2009 hatte der
Staats war Graphiker, später Art Director
international renommierte Verpackungs-
und Leiter in der Europa Carton AG Ham-
designer große Teile seiner umfangreichen
burg und tätig für Markenartikelfirmen in
Privatbibliothek der Universitätsbiblio-
Europa und Nordamerika. Im Jahre 1974
thek Weimar geschenkt. Nun wurde die
gründete er die Staats Design Studios mit
Sammlung erstmals offiziell vorgestellt.
Ateliers in Hamburg, Zürich sowie einem
Partnerstudio in Mailand. Im Laufe seiner
Die Sammlung schließt eine signifi-
Karriere entwickelte er zahlreiche Logos
kante Lücke im Bibliotheksbestand in
für Wirtschaftsunternehmen, wie zum
den Bereichen Visuelle Kommunikation
Beispiel für Dr. Oetker oder die Parfüm-
sowie Grafikdesign und Verpackungsde-
marke 4711 Echt Kölnisch Wasser.
sign. Aus den 50er bis 80er Jahren fehlt
besonders in diesen Bereichen Litera-
Annika Nestler
tur, was sich zum einen aus der Struktur
Studentische Mitarbeiterin Universitätskom-
der Hochschule herleitet, die in dieser
munikation
Symbolhaft übergab Hartmut Staats eine Ausgabe
der Designzeitschrift Horizon von 1961, in der ein
Artikel über das »New Bauhaus« zu finden ist.
(v.l.n.r.: Dr. Frank Simon-Ritz, Prof. Siegfried Gronert,
Hartmut W. Staats)
Zeit stark von Architektur und Bauwesen geprägt war – die Fakultät Gestaltung
wurde erst 1993 gegründet. »Zum anderen ist diese Lücke aber auch ein Resultat
der Zurückhaltung gegenüber Literatur
aus dem »kapitalistischen Ausland«, die zu
DDR-Zeiten herrschte«, erklärte Siegfried
Gronert, Dekan der Fakultät Gestaltung.
»Umso höher ist der Wert der Sammlung
einzuschätzen, sie gibt praktische Beispiele
für unsere Studierenden, aber auch Aufschluss über die Geschichte und Theorie
von Kunst und Design.«
Die Idee zur Schenkung entstand
während eines Besuchs von Hartmut W.
Staats an der Bauhaus-Universität Weimar. Er war so angetan von der Universität und ihrer Bibliothek, dass er sich
entschloss, seine Sammlung von Designbüchern und -zeitschriften der Universitätsbibliothek zu überlassen. Und das
Universität
nicht erst nach seinem Tod, denn »sie
sollte so schnell wie möglich für die Studierenden nutzbar sein.« Unter den etwa
350 wertvollen Designbüchern befinden
sich wahre Schätze, wie zum Beispiel
eine originale Grafikmappe des Bauhäus-
7
lers Herbert Bayer oder der ebenfalls von
Bayer per Hand gestaltete Weltatlas, von
Eines der wertvollsten Stücke der Sammung: Die originale Mappe mit Grafiken von Bauhäusler Herbert Bayer.
Fotos: Normen Fritz
Schwerpunkt: Bauhaus der Zukunft
»Diatomeen – Formensinn«
Von Kieselalgen inspiriert
Kieselalgen, lateinisch Diatomeen, leben
in einem Haus aus Glas, produzieren 25
Prozent unseres Sauerstoffs und inspirierten Künstler, Designer und Architekten
– aber wie macht man daraus eine Ausstellung? Studierende der Fakultäten Medien
und Gestaltung sind der Einladung des
Phyletischen Museums Jena gefolgt und
haben in einjähriger Arbeit die Ausstellung »Diatomeen – Formensinn« realisiert.
Über 120 Exponate aus 900.000 Jahren Erdgeschichte finden sich dort in elf
Vitrinen-Kapiteln, Medienstationen und
interaktiven Installationen wieder. Die
Ausstellung zeigt die biologische Vielfalt der winzigen Einzeller und erzählt,
Der Ausstellungsraum. Foto: Gunnar Brehm
was hinter der Orientierung an der Natur
in Design, Kunst und Technik und den
Sattler, künstlerischer Mitarbeiter an
Zusammenhängen von Schönheit und
Professur Moden & öffentliche Erschei-
das Team der Bauhaus-Universität Weimar übernommen. Für Felix Sattler und
Funktion steckt. Sie weitet die Frage nach
nungsbilder, das Projekt umgesetzt. Die
die Studierenden eröffnete sich die Mög-
dem »Nutzen der Natur« aus und fragt
Idee zur Ausstellung und zur Zusammen-
lichkeit, den komplexen Anforderungen
nach den Gründen und Prozessen des kon-
arbeit stammt von Prof. Martin S. Fischer,
eines musealen Ausstellungsprojekts pro-
struktiven Verstehens der Natur in Kultur-
Direktor des Phyletischen Museums. Er
fessionell gerecht zu werden. Exponate
und Wissenschaftsgeschichte.
bot dem Team eine außergewöhnliche
wurden recherchiert, Konzepte verfasst
Gelegenheit, das interdisziplinäre Poten-
und Leihgeber davon überzeugt, Verträge
tial der Bauhaus-Studiengänge auszu-
und Versicherungen wurden ausgehan-
enmanagement, Produkt-Design, Visuelle
schöpfen: Alle Aufgaben der wissen-
delt und abgeschlossen. Von Anfang an
Kommunikation und MediaArchitecture
schaftlichen Konzeption, Gestaltung und
haben gemeinsam mit dem Kurator Felix
Produktion der Ausstellung wurden durch
[-> Fortsetzung auf nächster Seite]
Schwerpunkt
Insgesamt 15 Master-Studierende aus
Medienkunst /Mediengestaltung, Medi-
9
entstand parallel dazu eine Gestaltung, die
burg, das Alfred-Wegener-Institut Bre-
stützung durch die Holz- und Druckwerk-
dem ästhetischen Anspruch an eine zeit-
merhaven, das Leichtbauinstitut Jena
stätten der Fakultät Gestaltung (Andreas
gemäße museale Vermittlung wie auch
sowie der Botanische Garten und das
Riese und Jörg von Stuckrad) ermöglicht
konservatorischen Bedingungen gerecht
Botanisches Museum Berlin-Dahlem.
worden.
wurde.
Neben historisch bedeutenden Expo-
Auch an der Bauhaus-Universität Weimar wurde das Projekt sehr positiv auf-
Felix Sattler
naten aus Wissenschafts-, Architektur-,
genommen und engagiert unterstützt. Es
Fakultät Medien, Professur Moden und
Design- und Kunstgeschichte finden sich
wurde durch den Kreativfonds kofinan-
öffentliche Erscheinungsbilder
in der Ausstellung eine Reihe von Ent-
ziert und gemeinsam mit Prof. Wolfgang
würfen und Prototypen der Studierenden,
Sattler und Daniel Wessolek (Interaction
»Diatomeen – Formensinn«
die ihre eigene gestalterische Auseinan-
Design, Fakultät Gestaltung) als Projekt
23. Oktober 2009 bis Oktober 2010
dersetzung mit den Diatomeen reflektie-
betreut. Prof. Rainer Gumpp (Entwer-
Phyletisches Museum Jena
ren. Eine für alle Beteiligten spannende
fen und Tragwerkskonstruktion, Fakultät
Vor dem Neutor 1, 07743 Jena
Erfahrung war die Zusammenarbeit mit
Architektur) und Prof. Jürgen Ruth (Trag-
Museumsangestellten, Projektpartnern
werkslehre, Fakultät Architektur) haben
und dem wissenschaftlichen Beirat. Dazu
wertvolle Beratung geleistet. Die Reali-
gehören das Zoologische Museum Ham-
sation ist nicht zuletzt durch die Unter-
www.diatomeen-ausstellung.de
Was Maulwurf, Baustellen und Orgel verbindet
Sie sind Themen in der Kinderuniversität Weimar
Wer kennt sie nicht, die bohrenden
aus den verschiedensten Bereichen, so
Fragen unserer Kinder. Und so manche
u. a. aus der Musik, Kunst, Medizin, Poli-
dieser Fragen lassen uns ins Stocken
tik, Architektur, Geschichte, Philosophie
geraten, wenn es um die Beantwortung
und den Medien. Die Bauhaus-Universi-
geht. Warum ist die Orgel die Königin
tät Weimar ist mit je einer Vorlesung aus
der Instrumente? Woher weiß der Arzt
den Fakultäten präsent. In diesem Jahr
eigentlich, was ich habe? Was sind op-
bereichern die Themenpalette
tische Täuschungen? Eine Aufzählung
· Dipl.-Ing. Christian Bauriedel, Fakul-
ginge ins Unendliche. Und so bietet
tät Architektur, mit »Kann man wie ein
Weimar für diese Wissbegier etwas ganz
Maulwurf wohnen? Hausideen aus dem
Besonderes – eine Kinderuniversität.
Tierreich.«
· Prof. Hans-Joachim Bargstädt, Fakultät
In Weimar begann 2004 die Hochschule
Foto: Silvia Riedel
Schwerpunkt
für Musik FRANZ LISZT mit einem Vor-
10
Bauingenieurwesen, mit »Warum sind
Autobahnbaustellen immer so lang?«
lesungsprojekt für Kinder. Die Themen
Unterzeichnung der »Kooperationsverein-
· Jun.-Prof. Sonja Neef, Fakultät Medien,
kamen hauptsächlich aus der Welt der
barung zur Realisierung der Kinderuniver-
mit »Warum schreiben wir von links
Musik. Das Interesse an diesem Projekt
sität Weimar«. Mit dieser Vereinbarung
nach rechts?« und
war enorm, und die Studierenden im Alter
wurde diese Zusammenarbeit auf eine
von 10 bis 14 Jahren waren begeistert.
verbindliche und langfristig wirkende Basis
tung, mit »Vom kleinen Maulwurf, der
So entwickelte sich im Jahr 2005 die
gestellt. Die Partner konzipieren und orga-
wissen wollte, wer ihm auf den Kopf
gemacht hat.«
· Prof. Werner Holzwarth, Fakultät Gestal-
Idee einer Kinderuniversität Weimar in
nisieren die Vorlesungen der Kinderuni-
Zusammenarbeit mit verschiedenen Ein-
versität gemeinsam. Dieses Modell ist in
richtungen der Stadt, die 2007 über ein
Deutschland einmalig. Medienpartner der
Mitarbeiter können sich mit neuen inte-
Trägerverbundkonzept verwirklicht wurde.
Kinderuniversität Weimar sind die Zei-
ressanten Themenvorschlägen für das
Träger sind die Hochschule für Musik
tungsgruppe Thüringen, das Erlebnisheft
Studienjahr 2010/11 an das Alumni Büro,
FRANZ LISZT Weimar, die Bauhaus-Uni-
»GEOlino« und der SWR-Tigerentenclub.
[email protected], wenden.
Professoren und wissenschaftliche
versität Weimar, die Volkshochschule, die
Jeweils 12 Vorlesungen werden ab
Europäische Jugendbildungs- und Jugend-
November für die jungen Studierenden
Silvia Riedel
begegnungsstätte, das Kinderbüro und die
bis Juni des Folgejahres gehalten und
Alumni Büro
Stadtverwaltung Weimar. Dieses Konzept
können je nach Interesse besucht werden.
mündete im Mai 2009 in die feierliche
Die Themen und Vorlesenden kommen
www.kinderuni-weimar.de
»Vom Labor zum Projekt«
Ausstellung und Symposium
»Vom Bauhaus kann man lernen, dass
die 96 Exponate, die von Malerei über
ler und Künstler aus fünf Ländern waren
man in der jeweils gegebenen Situation,
Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installa-
der Einladung gefolgt, sich in Vorträgen
also heute, innovativ sein muss.« Was
tion, Video bis zu Designentwürfen und
dem Thema aus verschiedenen Perspekti-
Lucius Burkhardt der von ihm 1993 ge-
und multimedialen Projektpräsentationen
ven zuzuwenden.
gründeten Fakultät Gestaltung in seiner
reichten, optimal zur Geltung. Was da
Neben den historischen Aspekten
Eröffnungsrede mit auf den Weg gab,
von den insgesamt 138 Teilnehmern aus
lag der inhaltliche Schwerpunkt auf der
lässt sich zum Bauhaus-Jubiläum weiter-
den Disziplinen der Freien Kunst, dem
gegenwärtigen wissenschaftlichen Aus-
denken: Das Bauhaus kann man – zumal
Produkt-Design und der Visuellen Kom-
einandersetzung mit dem Konzept des
am Ort seiner Entstehung – feiern, indem
munikation zu sehen war, löste bei den
»Projektes«. Dabei wurde der Begriff, wie
man das Innovative der Gegenwart zeigt.
Besuchern und auch bei der Presse eine
in der Praxis auch, nicht auf Lehr- und
starke positive Resonanz aus. So schrieb
Lernprozesse begrenzt, sondern darüber
Ganz in diesem Sinne feierte die Fakultät
die TLZ vom »enormen künstlerischen
hinaus als eine Theorie und Praxis inter-
Gestaltung das Bauhausjahr ’09 mit der
Potential der Fakultät« und in einem ande-
diziplinär verbindende, zeitlich limitierte
umfangreichen Ausstellung »Vom Labor
ren Artikel: »Besser als jedem nüchternen
Arbeitsweise zur sinnfälligen Lösung
zum Projekt« im Neuen Museum Wei-
Hochschulinformationstag gelingt es der
komplexer Aufgaben in den unterschied-
mar. Es war ein echter Glücksfall, dass die
Ausstellung, Studieninteressenten einen
lichsten gesellschaftlichen Bereichen
Klassik Stiftung Weimar das Obergeschoss
Eindruck von dem zu vermitteln, was an
verstanden.
des Neuen Museums für sechs Wochen
der Fakultät Gestaltung entsteht.«
vom 16. Oktober bis zum 29. November
Der Titel der Ausstellung verwies auf
Ein ausführlicherer illustrierter Bericht
zur Ausstellung und zum Symposium folgt
zur Verfügung stellte. So wurde es mög-
die Unterschiede zwischen den päda-
im nächsten Sonderbogen zum »Wissen-
lich, großzügig zu planen und nicht nur
gogischen und künstlerischen Ideen des
schaftlichen Herbst ’09«. Darüber hinaus
ausgewählte Arbeiten von Studierenden
Bauhauses mit seinen als »Laboratorien«
ist gegenwärtig eine Publikation in Vor-
und Absolventen aus allen Studiengän-
verstandenen Werkstätten und dem Pro-
bereitung, die beides in vollem Umfang
gen der Fakultät in einer grossen Band-
jektstudium, wie es die Arbeitsweise an
dokumentiert.
breite zu zeigen, sondern die Perspektive
der Fakultät Gestaltung seit ihrer Grün-
noch entscheidend zu erweitern und sechs
dung prägt. Diesen Unterschieden wid-
Partneruniversitäten aus Tokio, New York,
mete sich auch ein international hoch-
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät
Chicago, Tel Aviv, Istanbul und Venedig
karätig besetztes Symposium, dass zur
Gestaltung/Freie Kunst
einzuladen. In den hohen, weiten und hel-
Eröffnung der Ausstellung am 16. und
len Räumen des Neuen Museums kamen
17. Oktober stattfand. Acht Wissenschaft-
Schwerpunkt
Thomas von Taschitzki
11
Blick in den Ausstellungsbereich Produktdesign, im Vordergrund das Projekt »Konkav_weißes Gold«. Foto: Olga Nesterenok
Wissen für alle
Schöne Utopie oder nahe Realität?
Am 21. Oktober 2009 fand im Rahmen
Der vielfältige wissenschaftliche Hinter-
der internationalen Open Access Week
grund der Diskussionsteilnehmer zeigte ver-
Lizenzen für elektronische Ressourcen auf
die Podiumsdiskussion »Alles nur ge-
schiedene Sichtweisen und unterschiedliche
die Bestandsentwicklung der Wissenschaft-
der immensen Preissteigerungen von
klaut? Publizieren im Netz« im Audi-
Berührungspunkte mit Open Access auf.
lichen Bibliothek. Er forderte die Wissen-
max statt. Dank des aktuell brisanten
Prof. Vismann beleuchtete die Figur des
schaftler dazu auf, verstärkt ihr Recht für
Themas und der hochkarätig besetzten
Autors sowie das Verhältnis von Original
die Zweitveröffentlichung in den Publikati-
Referentenrunde erfreute sich die Ver-
und Digitalisat. Prof. Hartmann schilderte
onsportalen der Universitäten einzufordern
anstaltung eines großen Publikums.
seine persönliche Erfahrung als wissen-
und zu nutzen sowie sich mit dem Thema
schaftlicher Autor mit Verlagen und stellte
des freien Zugangs zu wissenschaftlichen
Veröffentlichungen auseinanderzusetzen.
Unter der Moderation von Prof. Steffen
seine eigene Publikationspraxis im Inter-
Höhne (Hochschule für Musik) setzten
net vor. Die Reaktionen der Verlagswirt-
sich Prof. Cornelia Vismann, Prof. Matthias
schaft auf die digitale Revolution wurden
sondern wo man publiziert. Und immer
Maier (beide Fakultät Medien), Prof. Frank
anschaulich von Harald Liehr erörtert. Prof.
noch zählt der von Thorstein Veblen defi-
Denn chic ist weiterhin nicht nur was,
Hartmann (Fakultät Gestaltung), Harald
Maier kündigte nicht nur die Marktherr-
nierte Effekt: Nur das, was teuer und
S. Liehr (Böhlau Verlag),) und Dr. Frank
schaft der Netzwerke an, sondern rief auch
exklusiv ist, ist gut und wird gekauft. Doch
dies sollte nicht länger für wissenschaft-
Simon-Ritz (Universitätsbibliothek) mit
ein Forschungsprojekt zum Thema »Stu-
den Themen Open Access, Publizieren
dieren mit der digitalen Bibliothek« auf die
liche Publikationen gelten: Für alle Studie-
im Netz, Google Book Settlement oder
Agenda, das er mit den Studierenden des
renden, Forscher oder Interessierten sollte
Creative Commons sowie dem damit ver-
Masterstudiengangs Medienmanagement in
es heißen: Das ist gut, was sichtbar ist.
bundenen Wandel der Autorenschaft, des
Zusammenarbeit mit der Universitätsbibli-
Urheberrechts und der Publikationswirt-
othek durchführen möchte. Dr. Simon-Ritz
Dana Horch
schaft auseinander.
erläuterte die verheerenden Auswirkungen
Universitätsbibliothek
Glas-Kunststoff-Sandwichelemente als innovative Fassadenbauteile
Funktionale Fassadenelemente verbessern die Energieeffizienz von Gebäuden
In den letzten Jahren ist die Nachfrage
die Energieeffizienz der Bauwerke von
Diese Glas-Kunststoff-Elemente schaffen
nach lichtdurchlässigen Hüllelementen
großer Wichtigkeit.
mit der Vereinigung von Wärmedämmung
Schwerpunkt
für Gebäude außergewöhnlich ange-
12
Im Rahmen der vom Bund geförderten
und Belichtung in einem Bauteil einen
stiegen. Dies gilt sowohl für einfache
Forschungsinitiative ZukunftBau wird
Brückenschlag zwischen Architektur und
Verglasungen in Form von Fenstern
derzeit an der Fakultät Bauingenieurwe-
Bauphysik und erschließen Einsatzfelder,
und Türen, als auch für raumhohe Ele-
sen als Zusammenarbeit der Juniorpro-
die herkömmlichen großflächigen Vergla-
mente oder größere Dachflächen.
fessur Polymere Bindemittel und Bau-
sungen bisher verschlossen bleiben. Auf
stoffe und der Professur Stahlbau ein
diese Weise wird dazu beigetragen, die
Der Wunsch der Architekten und Bau-
Forschungsthema bearbeitet, welches
Gebäude der Zukunft energieeffizienter zu
herren nach gleichmäßiger Belichtung
die Entwicklung von hoch wärmedäm-
gestalten und die Nachhaltigkeit zu ver-
der Gebäude betrifft alle Gebiete des
menden, transluzenten Fassadenele-
bessern. Diese Fassadenelemente stehen
Bauwesens vom Einfamilienhaus bis
mente zum Inhalt hat. Ziel des Projektes
damit ganz in der Tradition des Bauhauses,
hin zu großen Gesellschafts- und Indus-
ist es, hybride Bauelemente zu entwi-
das mit seinem hohen Anspruch an Funk-
triebauten. Hinsichtlich des Wärme-
ckeln, die aus einer Kombination von Glas
tionalität und Ästhetik als Wegbereiter der
durchgangs muss aber besonders den
und Kunststoff bestehen und bei einer
Moderne gilt.
Fassadenbereichen, die der Belichtung
möglichst hohen Transluzenz eine Wär-
der Gebäude dienen, besondere Beach-
medämmung aufweisen, die mindestens
Alexander Gypser
tung geschenkt werden. Dies ist vor allem
das Dreifache einer zukunftsfähigen Fen-
Professur Polymere Bindemittel und
wegen der steigenden Anforderungen an
sterverglasung (U ≤ 0,20) beträgt.
Baustoffe
Weimar im Halbfinale
»Olympiade der Kryptografen«
Intelligentes
Lernen
Die an der Bauhaus-Universität Weimar
und der Technischen Universität Däne-
Die Markteinführung erfolgreicher Com-
mitentwickelte Hashfunktion »Skein«
marks entwickelt), »Echo« (von Mitarbei-
puterspiele übertrumpft mittlerweile viele
»Blockbuster« der Filmbranche. Ihr Erfolg
könnte im Jahr 2012 zum neuen welt-
tern der französischen Firma Orange Labs
weiten Standard für Hashfunktionen
entwickelt, einem Ableger der ehemaligen
beruht hier u. a. auf der intelligenten
werden. Dann endet ein vom amerika-
France Telecom) und »Fugue« (von Mitar-
Umsetzung moderner Lernprinzipien.
nischen National Institute of Standards
beitern des IBM T.J. Watson Research Cen-
Simulationsspiele werden als Lösung
and Technology (NIST) ausgeschrie-
ter in den USA entwickelt).
angesehen, Menschen den Umgang mit
64 Kandidaten im Rennen sind.
»Mit diesem Ergebnis haben wir ein-
komplexen Systemen näher zu bringen.
mal mehr bewiesen, dass wir im internationalen Maßstab zu den Besten auf dem
Sie beschleunigen zeitliche Abläufe und
Gebiet der IT-Sicherheit gehören«, freut
zeigen typische Fehler im Umgang mit
Hashfunktionen sind von zentraler Bedeu-
sich Stefan Lucks, Professor für Mediensi-
ihnen. Durch einen realitätsnahen Kon-
tung für fast alle Sicherheitsprotokolle auf
cherheit an der Bauhaus-Universität Wei-
text werden Erkenntnisse vielfältig mit
Computern bzw. in Computernetzwer-
mar. »Skein ist sicher, einfach, flexibel und
vorhandenem Wissen verknüpft. Mas-
ken, z.B. für digitale Signaturen, sicheres
effizient und erfüllt damit alle Anforde-
sively Multiplayer Online Games (MMOG)
Online-Banking, und dergleichen. Sie
rungen an eine zukunftsfähige Hashfunk-
erweitern sie um soziale Aspekte des Ler-
gelten als einer der Grundpfeiler für die
tion«, führt der Wissenschaftler weiter aus.
nens. Trotzdem beschränkt sich der Ein-
Sicherheit elektronischer Kommunikation
Dem Entwicklerteam von »Skein« (eng-
satz von Computerspielen in der Lehre auf
und dienen dazu, die Authentizität und
lisch »Gebinde« oder »Strang«) gehören
Grundlagenbereiche. Trotz ihres Potentials
Integrität (»digitaler Fingerabdruck«) von
neben Stefan Lucks weitere internationale
existieren keine Simulationsspiele, um die
Daten zu schützen. In den letzten Jahren
IT-Sicherheitsexperten wie Niels Ferguson
fortgeschrittenen Anforderungen an Inge-
hat sich jedoch herausgestellt, dass fast
(Microsoft), Bruce Schneier (British Tele-
nieure zu trainieren. Der Entwicklungsauf-
alle in der Praxis eingesetzten Hashfunk-
com), Doug Whiting (Hifn), Mihir Bellare
wand ist hoch und die Zielgruppe klein.
tionen tatsächlich unsicher sind und eine
(Universität San Diego, UCSD), Tadayoshi
An der Professur Bauphysik wird im
neue Standard-Hashfunktion dringend
Kohno (Universität Washington), Jon Cal-
Rahmen des Forschungsprojekts Intelli-
gebraucht wird.
las (PGP) und Jesse Walker (Intel) an.
gentes Lernen ein Konzept für ein Simu-
Im Jahr 2008 hatten insgesamt 64 Ent-
Ende 2010 wird das Teilnehmerfeld des
lationsspiel entwickelt. Es soll Studieren-
wicklerteams ihre Hashfunktionen für
internationalen Wettbewerbs auf etwa
den eine authentische Lernumgebung zur
den vom NIST ausgeschriebenen interna-
fünf Finalisten schrumpfen. Im Jahr 2012
Anwendung von Wissen in einem reali-
tionalen Wettbewerb eingereicht. Nach
soll über den Gewinner entschieden wer-
tätsnahen Kontext bieten. Dafür wird an
einer ersten Prüfung durch das NIST, das
den – also die Hashfunktion, die dann als
informationstechnischen Methoden gear-
Teil des amerikanischen Wirtschaftsmi-
SHA-3 (Secure Hash Algorithm) weltweit
beitet, die sich an den modularen Verfah-
nisteriums ist und in diesem Wettbe-
genutzt werden soll. »Auch wenn neue
ren herkömmlicher Simulationen orien-
werb die Schiedsrichter stellt, wurden 51
Hashfunktionen dringend gebraucht wer-
tieren. Das gewährleistet eine einfache
Kandidaten für die erste Runde zugelas-
den – schneller geht es nicht, denn das
Erweiterung und die Möglichkeit der
sen – frei für eine öffentliche Analyse und
NIST will den beteiligten Wissenschaft-
Fokussierung auf bestimmte Problemstel-
die systematische Suche nach möglichen
lern ausreichend Gelegenheit geben, alle
lungen. Eine Methode zur Fokussierung
Sicherheitslücken. Nun hat das NIST das
noch im Wettbewerb befindlichen Kandi-
wurde kürzlich im Rahmen der European
Teilnehmerfeld erneut verkleinert: 37
daten wirklich gründlich zu untersuchen«,
Conference on Games Based Learning
Kandidaten der ersten Runde schieden
erklärt Professor Lucks den langwierigen
vorgestellt.
aus – die meisten, weil tatsächlich Sicher-
Auswahlprozess.
heitslücken gefunden wurden, einige,
Dipl.-Ing. Thomas Bröker
weil sie für den praktischen Einsatz zu
Antje Klahn
ineffizient sind. In der zweiten Runde,
Prof. Stefan Lucks
dem »Halbfinale« des Wettbewerbes,
Fakultät Medien
stehen neben »Skein« nur noch 13 andere
Kandidaten, darunter zum Beispiel
http://www.skein-hash.info
»Grøstl« (gemeinsam von Forschern der
http://www.nist.gov/hash-competition
Technischen Universität Graz in Österreich
Juniorprofessur CAD in der Bauinformatik
Schwerpunkt
bener internationaler Wettbewerb, bei
dem jetzt noch 14 von ursprünglich
13
»Universal World House«
Modulares Haus aus Papier zum Einsatz in Entwicklungsländern
Eine Anfrage aus der Industrie an die
dichte und platzoptimierte Verpackung
beitet, was eine parallele Simulation und
Bauhaus-Universität Weimar beantwor-
mit entworfen. Die Module selbst stehen
Bewertung ermöglichte, sowie die Steu-
tete Prof. Dr. Dirk Donath mit einem
im Zeichen innovativer Materialverwen-
erung computergestützter Fertigungs-
modularen Hausprogramm, angefangen
dung: ausschließlich Wabenkernelemente
anlagen vereinfacht. Professor Donath
vom einfachen »Unterstand« (»Shelter«)
aus gepresstem und harzgetränktem
konnte für dieses Projekt seine 18-jährige
bis zum kompletten Haus für 20 Personen.
Papier kommen zur Verwendung. Die
Forschungserfahrung in Sachen moder-
robuste Konstruktion ermöglicht den ein-
ner Entwurfstechniken an der Bauhaus-
Die Projektparameter lauten wie folgt:
fachen Aufbau, selbst die zweckfremde
Universität Weimar und seine Kenntnisse
Hausgröße: von 18 m2 (Shelter) bis 42 m2
(Wieder-) Verwendung der Einzelteile ist
als bauausführender Architektur optimal
(Haus für 20 Personen)
möglich. Auch Aspekte der Ver- und Ent-
kombinieren.
Material: Wabenkernplatten aus gepres-
sorgung in schnell wachsenden Siedlungen
sentem, harzgetränktem Papier
in Verbindung mit dezentralen Versor-
Donath im Rahmen einer Initiative des
Entwurf: Bauhaus-Universität Weimar,
gungssystemen, wie Solarenergie, Warm-
Deutschen Akademischen Austausch-
Fakultät Architektur, Professur Informatik
wasseraufbereitung, Abwasserklärung
dienstes (DAAD) an die Addis Abeba
in der Architektur, Prof. Dr. Dirk Donath
wurden berücksichtigt.
Eine besondere Rolle beim Entwurf
Aufgrund dieser Erfahrung wurde Prof.
University in Äthiopien eingeladen. Als
Experte für das »ECAP-Engineering Capa-
Der entworfene Baukasten folgt den
spielten die sozialen und kulturellen
Anforderungen der Industrie, der Einsatz-
Aspekte. So konnten auch die einsatzbe-
city Building Program« lehrte er dort bis
Oktober 2009. Im Entwicklungsland Äthi-
bereiche und der Architektur in vielfältiger
dingten bzw. kulturelle Besonderheiten
opien stehen Fragen der Baukonstruktion
und der Architekturenticklung unter elementaren Bedingungen im Vordergrund.
Eben genau das, was auch die typisierte
Hausentwicklung leisten soll.
Das Produkt wird zur Zeit von der
CONSIDO AG in Schaffhausen weiteren
Tests unterzogen und auch von dort aus
vermarktet. Der im April 2008 errichtete Prototyp wurde bereits zahlreichen,
auch fachlich begleiteten Tests unterzogen und stellte seine Eignung in den letzten Monaten eindrucksvoll unter Beweis.
Zusammen mit anderen Entwicklungen
des Industriepartners wird mit diesem
Entwurf die Hoffnung verbunden, sowohl
Prototyp des »Universal World House«. Foto: Prof. Dr. Dirk Donath
für Katastrophen- und Flüchtlingsge-
Schwerpunkt
biete, als auch für Entwicklungsländer
14
Weise. Die dabei beachteten Kriterien
mit einbezogen werden, so z.B. dass die
mit enormem Bedarf an Wohnraum eine
zukunftsweisende Alternative zu bieten.
füllen einen ganzen Katalog. In Sachen
Toilette seperat am Haus installiert ist,
Normierung unterliegen alle Elemente
die Bereiche Küche und Leben in vielen
einem strengen Raster, welches die Basis
Kulturen zusammen gehören oder große
gen an die Bauhaus-Universität Weimar und Professor Donath zeigen das
Die zahlreichen internationalen Anfra-
für flexible Zusammenstellungen bildet.
Regale sogar auch als Betten nutzbar
Möglich sind 32 verschiedene Typen, die
sind und umgekehrt. Für warme Klimate
hohe Interesse an dieser Entwicklung.
auf dem gleichem Prinzip basieren und
wurden die Außenwandpanele aufklapp-
Die Bauhaus-Universität Weimar stellt
die Entwicklungs- und Ausbaufähigkeit
bar gestaltet, so dass sie sowohl als Son-
damit erneut ihren Anspruch an zukunfts-
garantieren. Der Einfachheit halber wur-
nenschutz, als auch zur Aufhebung der
weisende technische Entwicklungen in
den nur modulare Elemente verwendet,
strikten Trennung zwischen Außen- und
Verbindung mit moderner Architektur
die zu verschiedenen beliebigen Varian-
Innenraum verwendet werden können.
unter Beweis und folgt einmal mehr der
ten zusammengebaut werden können. In
Bezug auf die Herstellung sind sowohl die
Die Entwurfsentwicklung selbst folgte
Bauhaus-Tradition.
dem Konzept des »Rapid Prototyping«:
zentrale, als auch dezentrale Fertigung
von Beginn an wurde auf Basis eines
Prof. Dirk Donath
möglich. Für den Transport wurde eine
durchgängigen 3D-Bauwerksmodell gear-
Professur Informatik in der Architektur
17. ibausil
Weltweites Interesse an Weimarer Baustoffkongress
Vom 23. bis 26. September 2009 fand
Seidel (Weimar), Udo Ludwig (Aachen)
verfahren sowie der Erweiterung des
im congress centrum neue weimarhalle
und Werner Reichel (Dresden).
Einsatzbereiches von Recyclingprodukten
in Weimar die 17. Internationale Bau-
Nach vier Plenarvorträgen wurden in
stofftagung ibausil statt. Auch in die-
drei Sektionen in etwa 200 Vorträgen
sem Jahr konnte der Veranstalter, das
aktuelle Probleme der Baustoffforschung,
F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde,
-herstellung und -anwendung vorgetra-
behandelt.
Die 17. ibausil war für Teilnehmer wie
Organisatoren eine rundum gelungene
Veranstaltung. Ein prominenter Teilneh-
etwa 750 Wissenschaftler und praktisch
gen und zur Diskussion gestellt. In der
mer fasste das wie folgt zusammen: »…
tätige Ingenieure aus rund 40 Ländern
Posterausstellung wurden etwa 150 wei-
die ibausil war, trotz oder gerade wegen
an drei Tagen im September zu einem
tere Beiträge dieser Tagung vorgestellt.
ihrer Größe, erneut eine Veranstaltung,
regen Meinungsaustausch begrüßen.
Einen Schwerpunkt innerhalb der Sektion Anorganische Bindemittel stellten
bei der man viel lernen, gute Diskussionen führen und viele Bekannte und Kol-
Die ibausil unterstreicht mit dieser großen
Zemente dar, die bei möglichst geringer
legen treffen konnte. Ihr könnt wirklich
und internationalen Besetzung wieder ein-
CO2-Emission hergestellt werden kön-
stolz auf diese im deutschen Raum einzig-
mal ihre Bedeutung als wichtiges Podium
nen, denn neben den technischen und
artige Konferenz sein …«.
der Baustoffforschung. In ihren Eröffnungs-
wirtschaftlichen Aspekten wird die Lei-
und Begrüßungsreden unterstrichen
stungsfähigkeit von Zementen zuneh-
Bernd Wicht
sowohl der Rektor der Bauhaus-Universität
mend auch nach ökologischen Gesichts-
F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde
Weimar, Prof. Dr. Gerd Zimmermann, als
punkten bewertet. In der Sektion Beton
auch der Direktor des gastgebenden F.A.
und Dauerhaftigkeit standen neben den
Finger-Institutes für Baustoffkunde, Prof.
stets aktuellen Problemen der Dauerhaf-
Dr. Jochen Stark, die gleich bleibend hohe
tigkeit von Beton insbesondere bei einer
fachliche Kompetenz und Kontinuität, die
Vielzahl der Vorträge die Sonderbetone,
diese Tagung seit ihrem Bestehen aus-
wie Hochleistungs- und Ultrahochfeste
zeichnet. Prof. Stark, der kurz auf die Ent-
Betone im Mittelpunkt. Innerhalb der
wicklung der Tagung einging, konnte bei
Sektion Wandbaustoffe, Bauwerkser-
der diesjährigen Tagung auch Teilnehmer
haltung, Recycling wurden Fragen der
begrüßen, die schon bei der ersten ibau-
Effizienz bei Instandsetzungs- und Erhaltungsmaßnahmen, der Bauwerksdiagnose mit Hilfe zerstörungsfreier Prüf-
Schwerpunkt
sil 1964 dabei waren. Dies waren u. a. die
ehemaligen Baustoffprofessoren Gottfried
15
Vorsitzender des Tagungskomitees – Prof. Dr. Stark
Blick ins Auditorium. Fotos: FIB
»Technology and Society«
Neue Simulationstechnologien gestalten die Welt sicherer
Anfang Oktober fand an der Bauhaus-
Weimar und den Wissenschaftlern der
und CAE (Computer Aided Engineering),
Universität Weimar der dritte Workshop
USCD, bestehend aus Ingenieuren der
deren Analyse, gelegt. Der Übergang von
der Reihe »Technology and Society« statt.
Jacobs School of Engineering und den IT-
CAD zu CAE ist heutzutage mit sehr vie-
Initiator dieser Reihe ist Prof. Karl Beucke,
Spezialisten des California Institute for
len Informationsverlusten über die Struk-
Inhaber des Lehrstuhls Informatik im
Telecommunications and Information Tech-
tur und Konstruktion verbunden und bie-
Bauwesen und Prorektor Forschung an
nology (Calit2), zeigte schon, wie wich-
tet daher ein breites Feld für zukünftige
der Bauhaus-Universität Weimar. Durch
tig die zukünftige disziplinübergreifende
wissenschaftliche Weiterentwicklungen.
seine hervorragenden Kontakte zur Uni-
gemeinsame Forschung ist.
Das Interesse an diesem Themenbereich
versity of California in San Diego (USCD)
Auch der diesjährige Workshop in
wurde durch ein internationales Teilneh-
und seine langjährige freundschaftliche
Weimar stand ganz im Zeichen einer
merfeld unterstrichen, welches aus Teil-
Beziehung zu Professor Frieder Seible, De-
internationalen themen- und fächerü-
nehmern aus Südafrika, dem Iran, Norwe-
kan der Jacobs School of Engineering an
berspannenden Zusammenarbeit unter-
gen, den USA und Deutschland bestand.
der USCD, wurde eine Workshop-Reihe
schiedlichster Forschungsbereiche. Das
Der zweite, nicht öffentliche Teil des
initiiert, welche die Kooperation zwischen
Thema der diesjährigen Veranstaltung
Workshops beschäftigte sich mit dem
der Bauhaus-Universität Weimar und der
»Simulation Methods-extreme events:
Ziel, ein internationales Graduiertenkolleg
USCD festigen und neue Ideen der ge-
Modeling, Analysis and Prediction –
zum Thema »Visualisierung und Simula-
meinsamen Forschung hervorbringen soll.
Research for the society« soll die Trag-
tion« und einen neuen Studiengang »Digi-
Nachdem im Oktober 2007 das erste
weite neuer Technologien im Bereich der
tal Engineering« in Zusammenarbeit mit
Simulation von Ingenieurkonstruktionen
der UCSD zu etablieren. Dazu wurde als
Thema der Reihe in Weimar »Visualisie-
hervorheben und deren Ergebnisse für den
Referent Dr. Sebastian Granderath von
rungstechnologien – Forschung für die
Menschen unter Zuhilfenahme von moder-
der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) eingeladen, um über die Möglich-
Gesellschaft« lautete, beschäftigte sich der
nen Visualisierungsmethoden begreifbar,
2. Workshop 2008 in San Diego mit dem
fassbar gestalten. Der Begriff Ingenieur-
keiten internationaler Forschungsanträge
Thema »Collaborative on Technology and
konstruktion umfasst hier nicht nur Autos,
und Graduiertenkollege zu referieren.
Society«. Dabei wurden Forschungsvor-
Flugzeuge, Maschinen und Bauwerke, son-
haben abgesteckt, die auf Basis moderner
dern reicht bis zu künstlichen Konstrukti-
fens zum Anlass genommen, die guten
Letztlich wurde der Erfolg dieses TrefBeziehungen nach San Diego durch die
Simulations- und Visualisierungsverfahren
onen in der Medizin, wie Prothesen und
den klassischen Entwurfsprozess im Bau-
Implantaten. Deren Auslegung, Optimie-
Planung weiterer abwechselnder Work-
ingenieurwesen durch integrative com-
rung, Zuverlässigkeit, Sicherheit und die
shops in dieser Reihe fortzusetzen, so
dass wir uns auf ein neues Treffen im son-
puterbasierte Planungs-, Entwurfs- und
Voraussage des Verhaltens in beliebigen
Ausführungsunterstützung disziplinüber-
Situationen und unter beliebigen Bedin-
nigen Kalifornien im nächsten Jahr freuen
greifend in ein neues Licht rücken. Die
gungen spielt eine immer größere Rolle.
dürfen.
Besonderes Augenmerk wurde dabei auf
die Kopplung von CAD (Computer Aided
Prof. Timon Rabczuk
sen und Medien der Bauhaus-Universität
Design), dem Design einer Konstruktion,
Institut für Strukturmechanik
Schwerpunkt
letztjährige Teilnehmerliste, mit Professoren aus den Fakultäten Bauingenieurwe-
16
Das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar spiegelt sich in den Cuben,
Seminargebäude der Fakultät Architektur. Foto: Alexander Burzik
University of California in San Diego. Foto: UCSD
Die Hochschulpreise und Stipendiaten 2009
Verleihung im Rahmen der feierlichen Immatrikulation
DAAD-Preis 2009
Catherine Rogister, Frankreich
Hochschulpreis für Studierende
Fakultät Architektur
Andreas Wolter und Jens Weber
Thema: »Impuls-Bauhaus – kulturelle Interventionen eines sozialen Netzwerks«
Fakultät Bauingenieurwesen
Maria Noack
Thema: »Gebirgsmechanische und maschinentechnische Analyse der Verkle­
bungs­phänomene beim maschinellen
Schildvortrieb«
Die Stipendiaten. Foto: Hamish Appleby
Fakultät Gestaltung
Cindy Cordt
Franziska Loh, Fakultät Gestaltung
Rektor-Stipendium
Künstlerische Arbeiten 2006 – 2009
Ulrike Mothes, Fakultät Gestaltung
Jonathan Rodriguez, Fakultät Medien,
Delphine Regnauld, Fakultät Architektur
Master Mediengestaltung
Fakultät Medien
Sarah Schreier, Fakultät Medien
Max Große
Claudia Tomadoni, Fakultät Architektur
Stipendien des Vereins zur Förderung der
Stipendien im Rahmen der
Weimar
Thema: »Coded Aperture Projection«
Studierenden der Bauhaus-Universität
Hochschulpreis für Nachwuchs­
Frauenförderung
Sarah Czerney, Fakultät Medien, Master
wissenschaftler
Katrin Kanus-Sieber, Fakultät Architektur
Medienkultur
Anke Steinborn, Fakultät Medien
Yafeng Duan, Fakultät Gestaltung, Freie
Fakultät Architektur
Thomas Breyvogel
Bauhaus-Stipendien
Cornelia Durka, Doctor of Philosophy in
Thema: »Zurück in die Zukunft – der
Sophia Gräfe, Fakultät Medien, Bachelor
Art and Design
öffentliche Raum Bad Langensalza und die
Medienkultur
Dominik Ganghofer, Diplom/Bachelor,
Erfindung der alten Stadt«
Jan Keinath, Fakultät Architektur, Master
Architekur/Bauingeneurwesen
Fakultät Bauingenieurwesen
Sabine Koschorreck, Fakultät Bauingenieur-
Hjördis Hoffmann, Diplom Architektur
wesen, Master [Management Bau Immobi-
Martin Leibinger, Fakultät Gestaltung,
Dr. Rayk Thumser
lien Infrastruktur]
Master Public Art
Thema: »Simulation des Rissfortschritts in
Jasmin Meerhoff, Fakultät Medien, Master
Anna Linke, Fakultät Gestaltung, Diplom
autofrettierten und nicht autofrettierten
Medienkultur
Visuelle Kommunikation
Bohrungsverschneidungen auf der Grund-
Robert Müller, Fakultät Gestaltung, Diplom
Mario Urbina, Fakultät Medien, Promotion
lage der linear-elastischen Bruchmechanik«
Visuelle Kommunikation
Karoline Weber, Fakultät Medien, Master
Sabine Niebel, Fakultät Bauingenieurwesen,
Medienkultur
Graduierten-Stipendien
Infrastruktur & Umwelt
Stefan Wilke, Fakultät Medien, Promotion
Milad Asslan, Fakultät Bauingenieurwesen
Lars Nüthen, Fakultät Architektur, Bachelor
Steffen Cyrus, Fakultät Gestaltung
Karoline Reichart, Fakultät Gestaltung,
Post-Doc-Stipendium
Jerzy Elzanowski, Fakultät Architektur
Lehramt Kunst
Dr.-Ing. Laura Colini
Moritz Fehr, Fakultät Gestaltung
Philipp Schöpfer, Fakultät Gestaltung,
Bauhaus Research School – Binationales
Susann Hempel, Fakultät Medien
Diplom Produkt-Design
Promotionsprogramm Urban Heritage
Zoe Kreye, Fakultät Gestaltung
Valerie Stephani, Fakultät Gestaltung,
Sukanya Krishnamurthy, Fakultät Architektur
Diplom Produkt-Design
Maja Linke, Fakultät Gestaltung
Florian Wehking, Fakultät Gestaltung,
Danny Lobos, Fakultät Architektur
Diplom Visuelle Kommunikation
Universität
Kunst
17
Projekte | Forschung
Brauchen Städte heute ein
»urbanes Branding«?
DNK Workshop 2009
(archit) Das neue Online-Journal
(archit) Vom 13. bis 19. September
Der Industriebau steht seit der Einstellung
WEIMARPOLIS ist erschienen und
2009 waren 20 Studierende aus dem
der Produktion 1994 leer und wird nur
widmet sich in seiner ersten Ausga-
ganzen Bundesgebiet und aus Russland
zeitweise genutzt. Konzepte für die Erhal-
be Fragen in diesem Themenfeld.
in Apolda und Weimar zu Gast, um
tung und eine zukünftige Nutzung des
sich im Rahmen eines vom Deutschen
Eiermannbaus zu entwickeln, stand daher
im Zentrum der Workshoparbeit.
WEIMARPOLIS ist das jüngste Projekt des
Nationalkomitees für Denkmalschutz
Alumni-Vereins »Absolventen und Freunde
zusammen mit dem thüringischen
der Europäischen Urbanistik« an der Bau-
Landesdenkmalamt und der Bauhaus-
men mit dem Tag des offenen Denkmals
am 13. September im Eiermannbau.
Eröffnet wurde der Workshop zusam-
haus-Universität Weimar und präsentiert
Universität Weimar organisierten
ab sofort frei zugänglich Themenbeiträge
Workshops mit dem so genannten Ei-
Während der Workshopwoche waren
aus Raumplanung, Städtebau, Stadtge-
ermannbau in Apolda zu beschäftigen.
Referenten verschiedener Fachrichtung
schichte sowie den Kultur- und Sozial-
Architektur
Neues aus der Fakultät Architektur
zu Gast. So hielt der Berliner Architekt
wissenschaften. Das Online-Journal ist
Das Feuerlöschgerätewerk in Apolda
Winfried Brenne am 17. September einen
Themen und Aspekten aus Theorie und
erhielt im Dritten Reich durch Egon Eier-
Vortrag zum Thema »Gebaute Pädagogik: die Bundesschule in Bernau – funk-
Praxis des urbanen Diskurses gewidmet
mann einen Anbau. Bereits Zeitgenos-
und veröffentlicht wissenschaftlich hoch-
sen lobten den eleganten Bau mit seinem
tionales und nachhaltiges Bauen der
wertige Artikel in deutscher und eng-
Dachgarten samt Flugdach und den glä-
Moderne – wiederentdeckt!«
lischer Sprache. Es ist frei zugänglich, voll
sernen Treppenhäusern, der uns heute als
zitierfähig und wird von nun an jährlich in
Vorbote der Nachkriegsmoderne erscheint.
zwei Ausgaben erscheinen.
ISSN 1869-1692
www.weimarpolis.net
DFG-Forschungsprojekt KREMLAS
Kreative computerbasierte Entwurfsunterstützung gesucht
Zur computerbasierten Lösung von Lay-
onären Algorithmen basierenden Gene-
outproblemen wurden bereits vielfältige
rierungs- und Evaluationsmechanismen.
gefördertes Forschungsprojekt zum
Optimierungstechniken erprobt. Aller-
Inhaltlich sollen Layoutprobleme auf drei
Thema »Entwicklung einer kreativen
dings fehlt bei diesen Studien weitgehend
verschiedenen Maßstabsebenen behan-
evolutionären Entwurfsmethode für
die entscheidende kreative Komponente.
delt werden, erstens auf der Ebene der
Layoutprobleme in Architektur und
Da reine Optimierungsmethoden für Ent-
städtebaulichen Nachbarschaft, zweitens
Städtebau«. Das Projekt wird von der
wurfsaufgaben nicht zu gebrauchen sind,
auf der der Gebäudemassen und drittens
Professur Informatik in der Architektur
konnte bisher auch keine allgemeingültige
auf der der Grundrissorganisation. Das
in Kooperation mit dem Fachbereich
Methode für eine computerbasierte Ent-
beantragte Projekt wird insbesondere
CAAD der TU München durchgeführt.
wurfsunterstützung abgeleitet werden.
einen Beitrag zur Synthese von Optimie-
Das Ziel des vorliegenden Vorha-
rungs- und Gestaltungsstrategien leisten.
Layoutaufgaben sind in Architektur und
bens besteht in der Entwicklung einer
Städtebau von zentraler Bedeutung. Auf
Methode zur kreativen algorithmischen
Reinhard König
verschiedenen Maßstabsebenen geht es
Lösung von Layoutaufgaben in Archi-
Professur Informatik in der Architektur
jeweils um die kreative Anordnung von
tektur und Städtebau. Deren Grundlage
Projekte | Forschung
Im Oktober startete ein von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG)
Parzellen, Gebäuden, Räumen oder Bau-
besteht in einem zirkulär gekoppeltem
http://infar.architektur.uni-weimar.de/
19
teilen im richtigen Verhältnis zueinander.
Trial- and Error-System mit auf evoluti-
infar/deu/forschung/KREMLAS
Architektur
Ein neues »Paar Flügel« für die Architektur
Neue Arbeitsräume für die Studierenden und ALLES WEISS...
Den Erstsemestern eröffnete sich mit
den unter der Betreuung der Mitarbeiter
dem traditionellen Einführungskurs – der
und Lehrbeauftragten der Professuren
in diesem Jahr unter dem Motto ALLES
Bauformenlehre und Darstellungsmetho-
WEISS ganz in das Licht der Nichtfar-
dik zu einer ersten eigenen Kollektion am
be Weiss getaucht war – nicht nur das
Körper um.
Studium an der Bauhaus-Universität
Weimar, sondern mit den von der Fakul-
Mit der zweiwöchigen und damit sehr
kurze Bearbeitungszeit des Bühnenpro-
tät Architektur zur Verfügung gestellten
jektes wurde eine intensive Phase des
Arbeitsräumen in der Amalienstraße 13
gegeseitigen Kennen- und Vertrauen-
ein räumlich nahes und mit der Leh-
lernens provoziert, die so als Einfüh-
re noch enger verzahntes Arbeiten.
rungskurs auch eher auf das »Einfühlen«
in die Studienabläufe und den Studien-
Im Rampenlicht
Im Arbeitsraum: Einfühlen in die Materie
Projekte | Forschung
Ein strahlender Auftakt der Studierenden
20
Choreografie im Foyer des Hauptgebäudes. Fotos: Bernd Rudolf
Gemeinsam mit dem erleuchteten white.
ort Weimar selbst zielt. Als krönender
selseitiger Einflussnahme zwischen Lehre
cube ließen die neuen Studierenden am
Abschluss wurden alle Ergebnisse der
und Studierenden erhalten werden. In
22. Oktober mit ihren ersten Werken die
Studienbeginner in einer gemeinsamen
günstiger Lage und lichten und hellen
abendliche Szenerie im und am Hauptge-
Choreografie im Foyer des Hauptgebäu-
Arbeitsräumen auf insgesamt drei Ebe-
bäude in weißem Licht erstrahlen.
des grandios präsentiert. Die bunte Viel-
nen finden ab sofort ca. 150 Studierende
So wie die Nichtfarbe Weiss alle Spek-
falt der Lösungsansätze strahlte aus der
ideale Bedingungen zum eigeninitiativen
vermeintlichen Nichtfarbigkeit hervor
studentischen Arbeiten. Hier kommt das
den ganz alltäglichen Dingen über die
und mit den Erstsemestern wurde eine
Miteinander der Studierenden zur vollen
reine Zweckbestimmung hinaus raumbild-
mitreissende Stimmung in die Fakultät
Entfaltung und soll ganz bewusst die
nerische Möglichkeiten inne, welche von
getragen, die bei den Teilnehmern und
gemeinsame Arbeit beflügeln: Die Grund-
den Kursteilnehmern prozeßhaft aus-
Besuchern der Show sicher noch lange
lagen hierfür sind mit dem Arbeitsge-
gelotet und zu einer der Bauhausbühne
nachklingen wird.
bäude in der Amalienstraße 13 gelegt.
tren des Lichts in sich birgt, wohnen auch
ebenbürtigen Vorführung mit bizarren
Die sichtbar werdende Kreativität der
Figuren komponiert wurden. Alle erdenk-
Teilnehmer des Einführungskurses soll
Kristin Reinhardt
lichen weißen Materialien, Stoffe oder
im weiteren Studienverlauf noch besser
Fakultät Architektur
Readymades gestalteten die Studieren-
mit den neuen Arbeitsräumen in wech-
Architektur
Architektur-Studierende im Deutschen Werkbund
Berlin
Die Werkbund-Galerie Berlin präsentierte im August / September städtebauliche Projekte der Studierenden
des 6. Semesters (Ba) der Professur
Entwerfen und Siedlungsbau unter dem
Titel: »Tempelhof – Alles eine Frage
des Maßstabs«. Die Ausstellung wurde
eröffnet von Prof. Paul Kahlfeld, Vorsitzender des Deutschen Werkbunds
Berlin und Prof. Hilde Barz-Malfatti.
Mit großem Interesse und lebhaften
Ausstellungseröffnung in Berlin. Foto: Katinka Satzinger
Gesprächen wurden die Arbeiten von den
Werkbund-Mitgliedern und zahlreichen
nach dem Umfang und der Art baulicher
der aufbauenden Maßstabsebenen eine
Gästen u. a. aus der Senatsbauverwaltung
Nachverdichtung.
wesentliche Rolle.
Berlin am Eröffnungsabend aufgenommen.
In den Projekten wurden hierzu unter-
Nachdem im Oktober 2008 der Berliner
schiedliche Konzeptionen erarbeitet, von
Die Arbeiten sollen, auf Anregung
der Senatsbaudirektorin hin, demnächst
Flughafen Tempelhof geschlossen wurde,
neuen Siedlungsbereichen und Stadt-
zusammen mit anderen Beiträgen in
sind die Diskussionen um eine Nachnut-
teilergänzungen, kombiniert mit natür-
einer Gesamtschau in Tempelhof gezeigt
zung des 380 Hektar großen Tempelhofer
lichen und künstlichen Landschaften bis
werden.
Feldes und des weltgrößten Flughafenge-
zu Orten für Sport oder Großereignisse.
bäudes voll im Gange. Neben der Chance,
Dabei spielten die Strategie eines offenen
Prof. Hilde Barz-Malfatti
eine große innerstädtische Parkland-
städtebaulichen Planungsprozesses und
Professur Entwerfen und Siedlungsbau
schaft zu erhalten, stellt sich die Frage
der Umgang mit verschiedenen aufeinan-
Stadthäuser in Stahlbauweise in Rudolstadt
In Rudolstadt wurde ein erster Schritt für
Die vier Gebäude sind zukunftsfähige und
die Realisierung eines Bauprojekts getan,
nachhaltige Musterhäuser in der Innen-
das aus dem interdisziplinären Forschungs-
stadt, mit in der Fassade integrierten,
projekt ISSY Bau der Professuren Stahlbau
modernen Energiegewinnungsanlagen,
(Prof. Dr.-Ing. habil. Frank Werner), Baukli-
einer offenen Grundrissgestaltung und
matik (Prof. Dr.-Ing. Kurt Kießl), Gebäude-
einem Tragwerk aus Stahl.
technik (Prof. Dr.-Ing. Marina Schulz) und
Die Umsetzung der Werbeanlage
Entwerfen und Wohnungsbau (Prof. Mag.
wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit der Bauhaus-Universität Weimar,
Eröffnung der Werbeanlage in Rudolstadt. Foto:
Caroline Kodisch
der Rudolstädter Systembau GmbH (RSB)
zepte für eine mögliche Realisierung ent-
Meter in die Höhe ragt, markiert eine
Die Werbeanlage und der Film sind täg-
wickelt.
Ecke des Areals der künftigen Bebauung.
lich von 10 bis 18 Uhr in Rudolstadt am
Ein vorgelagertes Holzpodest mit Sitzge-
Schlossaufgang II Ecke Stiftsgasse zu
wurf von Prof. Stamm-Teske und Kath-
legenheit lädt zum Verweilen ein. Durch
sehen.
leen Hohmann mittels einer ungewöhn-
einen Sehschlitz in der Stahlstele sieht
Projekte | Forschung
Arch. Walter Stamm-Teske) hervorging. Im
lichen Werbeanlage der Öffentlichkeit
der Betrachter einen Konzeptfilm der
Carolin Kodisch
21
präsentiert. Eine Stahlstele, die sechs
geplanten Stadthäuser.
Professur Entwerfen und Wohnungsbau
Seminar »Stahl im Wohnungsbau« an der
Professur Entwerfen und Wohnungsbau
wurden im Wintersemester 2008/09 Kon-
Am 8. September 2009 wurde der Ent-
und der Rudolstädter Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft mbH (RUWO).
Architektur
Venedig :: Berlin
Atmosphäre im Aufgabenfeld des Stadtplaners und Architekten
Als gestaltende Stadtplanung kümmert
sich der Städtebau seit ihren Anfängen
in der Mitte des 19. Jahrhunderts um die
ästhetische Dimension der Stadt. Heute
wird in diesem Zusammenhang ein Begriff
besonders oft genannt: Atmosphäre.
In wohl keiner anderen Stadt lässt sich die
atmosphärische Stimmung des gebauten
Raumes besser empfinden als in Venedig.
15 Studierende der Bauhaus-Universität
Weimar werden in diese atmosphärisch
geladene Stadt eintauchen und der Frage
nachgehen, wie die Stadträume Venedigs
gestimmt werden und was ihre unverwechselbare Ausstrahlung ausmacht.
Der Architekt und Stadtplaner Marco
Venturi, Mittglied in der Akademie der
Künste Berlin, Professor für Urbanistik
am Istituto Universitario di Architettura
di Venezia (IUAV) und in Venedig geboren, wird den Teilnehmern der Exkursion
Imbiss Wunderwurst, Lübeckerstraße, Berlin Moabit.
durch seine profunde Kenntnis Venedigs,
ihrer Geschichte und besonderer Orte,
bewussten erfahren von Atmosphären
Ergebnis eines rationalen, funktionalen
einen persönlichen und geschärften Blick
geht es darum, Atmosphärenkompetenz
und reproduzierbaren Prozesses kann
auf die Stadt ermöglichen. Der Besuch
auszubilden und der Frage nachzugehen,
auch als eine Form von Funktionalismus
der zurzeit unter dem Motto Weltenma-
wie Atmosphäre gestaltet werden kann.
Die Produktion von Atmosphären
des Bauhauses verpflichtet fühlt. Der Dis-
einen weiteren und besonderen Blick auf
beginnt beim Bau von Wohnungen und
kurs um Atmosphäre tritt an Stelle einer
das Thema Atmosphäre. Bei der diesjäh-
Gärten bis hin zur Atmosphärischen Auf-
Diskussion um Material und Form, die
rigen Biennale wird die leibliche Anwe-
ladung Bars oder Hotels, geht über die
das Bauen in den letzen Jahrzenten domi-
senheit des Besuchers von vielen Künst-
Inszenierung von Warenwelt und endet
niert hat.
lern bewusst ein- und vorausgesetzt.
bei der Gestaltung von Städten, Parks
Nicht zuletzt weil der Mensch durch
und ganzen Landschaften. Je stärker sich
seine körperliche Präsenz die Atmosphäre
die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Ein-
retische Auseinandersetzung mit dem
des Raumes mit gestaltet. Neben dem
kaufen, Kultur und Freizeit wieder in der
Thema, dienen der Ableitung konkreter
Stadt mischen, desto mehr rückt der Stra-
Planungs- und Gestaltungsideen für
Projekte | Forschung
22
verstanden werden, der sich der Tradition
chen stattfindenden 53. Biennale bietet
ßen- und Platzraum in den Mittelpunkt
einen alltäglichen Stadtraum in Berlin.
der Aufmerksamkeit. Der städtische
Anhand von Skizzen, Plänen und Atmo-
Außenraum wandelt sich vom Durch-
sphärischen Modellen in städtebaulichen
gangsraum und Abstellplatz für parkende
Maßstäben wird ein drei Blöcke umfas-
Autos zum Aufenthaltsraum der Städter.
sender Straßen- und Platzraum in Berlin
Zugleich müssen die vielfältigen Funkti-
Mitte städtebaulich aufgeladen.
onen miteinander verknüpft werden. Ihre
Städtebau ist mehr denn je die Kunst,
gestalterische Vielfalt drückt sich eben-
Urbanität als Lebensqualität zu stiften.
falls öffentlich in der Komposition von
Oder: ein atmosphärisch gestimmter
Baukörpern und Fassaden sichtbar aus.
Hieraus ergibt sich die naheliegende
Venedig, Piazza San Marco. Modelle.
Gruppenarbeit: Julia Krause, Katharina Herre, Julia
Wiegand
Die Erfahrung der besonderen (Stadt)
Atmosphären Venedigs und die theo-
Städtebau rückt wieder Architektur ins
Zentrum der stadtplanenden Disziplinen!
Frage: Bei wem liegt in Planungsfragen
die atmosphärische Kompetenz? Das Pla-
Valentin Hadelich
nen und Entwickeln von Atmosphären als
Entwerfen und Städtebau I
EFRE fördert Hochleistungs­
verbund­system
6. Weimarer Bauphysiktage
Für mehr Straßensicherheit
in Weimar
(bauing) Im Rahmen eines Kooperations-
Auch die 6. Weimarer Bauphysiktage
(bauing) Die internationale Verkehrssi-
projektes zwischen der Professur Holz- und
konnten am 14. bis 15. Oktober 2009
cherheitsorganisation »European Transport
Mauerwerksbau und dem Unternehmen
der traditionellen Zielsetzung, Schnitt-
Safety Council (ETSC)« lud Anfang Oktober
Bennert GmbH wird ein neuartiges Hoch-
stelle zwischen Theorie und Praxis zu
25 europäische Studierende zu einem ein-
leistungsverbundsystem entwickelt, bei
sein, gerecht werden. Die Tagung wurde
wöchigen Camp im Rahmen ihres »Roads
dem Holzträger durch innovative Hoch-
in Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Uni-
to Respect (R2R)«-Programms nach Brüs-
leistungskunststoffe ergänzt werden. Hier-
versität Weimar, dem Verband Beratender
sel ein. Im Vorfeld mussten sie eine Jury
durch wird es möglich, den nachhaltigen
Ingenieure (VBI) sowie dem Fraunhofer-IRB
von der Qualität ihres Engagements in der
Baustoff Holz effektiver einzusetzen und
und dem SKZ Würzburg organisiert. Durch
Verkehrssicherheitsarbeit überzeugen. Als
hoch belastete Detailpunkte von Holz-
die Veranstaltung führten Prof. Oliver Kor-
einer von zwei deutschen Teilnehmern war
bauteilen durch druck- oder zugverstärkte
nadt und Prof. Kurt Kießl gemeinsam mit
Daniel Wanzek von der Bauhaus-Univer-
Kunststoffe zu verstärken. Das Forschungs-
Dipl.-Ing. Elmar Sälzer (VBI). Die Plenarvor-
sität Weimar dabei. Ziel des ETSC ist, die
projekt mit einem Gesamtumfang von
träge und Workshops thematisierten die
Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen
rund 1,2 Mio. Euro wird über zwei Jahre
Raumakustik sowie den Bereich der ther-
zu reduzieren. Die Studierenden haben
durch die Thüringer Aufbaubank aus Mit-
mischen Bauphysik. Dabei konnten Infor-
die Aufgabe, an einem selbstgewählten
teln des Europäischen Fonds für regionale
mationen über aktuelle Untersuchungen
»Blackspot« (einer gefährlichen Stelle) in
Entwicklung (EFRE) gefördert.
gesammelt sowie Planungs- und Ausfüh-
ihrer Heimatstadt die Verkehrssituation zu
rungsfragen geklärt werden. Aber auch
verbessern. Daniel Wanzek wählte dafür
auf aktuelle, baurechtliche Fragen wurde
den Fußgängerüberweg in Oberweimar
in der Vortragsreihe eingegangen. Die 7.
aus. Die drei erfolgreichsten Arbeiten wer-
Weimarer Bauphysiktage finden im Herbst
den in einem Jahr im europäischen Parla-
2011 statt.
ment in Brüssel ausgezeichnet.
Bauingenieurwesen
Neues aus der Fakultät Bauingenieurwesen
Markus Hofmann, Lehrstuhl Bauphysik
Sommerakademie
»Validation of Numerical Models« an der TU Wien mit dem DFG-Graduiertenkolleg 1462
Das Graduiertenkolleg »Modellqualitäten«
dynamik, der Strukturmechanik, des kon-
Wechsel in Weimar, Wien und Brünn
der Bauhaus-Universität Weimar organi-
struktive Ingenieurbaus und der Informatik.
stattfinden. Sie ist international ausge-
sierte zusammen mit dem Forschungsbe-
Die Mitglieder des Graduiertenkollegs nut-
richtet und bietet Doktoranden aus dem
reich für Baumechanik und Baudynamik
zen die Gelegenheit zur Präsentation ihres
Bauingenieurwesen und dem Maschinen-
der Technischen Universität Wien die
Forschungsstands und diskutierten mit
bau die Möglichkeit mit Fachkollegen aus
diesjährige fachliche Sommerakademie
Fachkollegen aus Österreich, Tschechien,
aller Welt intensiv und auf hohem Niveau
»Validation of Numerical Models« an
Bulgarien, Griechenland und Ungarn.
ins Gespräch zu kommen.
der Technischen Universität Wien.
Ergänzend zum Vorlesungs- und Semi-
Besonderer Dank gilt an dieser Stelle
Prof. C. Bucher und Frau C. Schneider, TU
Professoren der Bauhaus-Universität Wei-
Institute of Technology AIT« den Teilneh-
Wien und Frau Meeta Khurana-Wolff,
mar und der Technischen Universität Wien,
mern der Sommerakademie Einblick in
Bauhaus-Universität Weimar, für die Orga-
sowie Nachwuchswissenschaftler und Dok-
deren aktuelle Forschung zum Bauwerks-
nisation, die wesentlich zum Erfolg der
toranden des Graduiertenkollegs gestal-
monitoring und zu Systemidentifikati-
diesjährigen Sommerakademie beitrug.
teten zusammen mit Gastprofessoren aus
onen. Ein Besuch auf der Baustelle einer
Brünn, Budapest und Prag Veranstaltungen
Donaubrücke im Zuge des Autobahnrings
merakademie »Validation of Numerical
und Übungen zu den Themengebieten
um Wien rundete das fachliche pro-
Models« in Weimar statt.
»Systemidentifikation«, »Sensitivitätsa-
gramm ab.
Projekte | Forschung
narprogramm gewährte das »Austrian
Martin M. Zimmerer
23
nalysen« und »Optimierungsverfahren«,
angewandt auf Themengebiete der Bau-
Künftig wird die Sommerakademie
»Validation of Numerical Models« im
Im kommenden Jahr findet die Som-
Graduiertenkolleg »Modellqualitäten«
Bauingenieurwesen
RILEM International Symposium in Island 2009
Vorträge der Professur Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung
Vom 19. bis 21. August 2009 fand in Rey-
beschäftigt sich in seiner Arbeit mit dem
kjavik das 3rd RILEM INTERNATIONAL
Korngrößenwachstum und der Reaktions-
SYMPOSIUM on »Rheology of Cement
kinetik von Zementen in der frühen Hydra-
Suspensions such as Fresh Concrete« statt.
tationsphase. Neben einem Überblick über
die neuesten Ergebnisse auf dem Gebiet
Als Gastgeber lud der renommierte Rhe-
der Rheologie ergaben sich interessante
ologie-Fachmann Olafur H. Wallevik Inte-
Diskussionen mit den anderen Tagungsteil-
ressierte aus Wissenschaft und Praxis
nehmern und zahlreiche Impulse für wei-
ein, um Themen rund um das Fließver-
tere Forschungsansätze.
halten von Mörtel und Beton zu disku-
Das Tagungsgeschehen wurde durch
tieren. Neben nahmhaften Referenten,
ein abwechslungsreiches Rahmenpro-
wie S. Shah und Ch. Ferraris aus den
gramm ergänzt, welches u. a. eine Abend-
USA, Fr. de Larrard aus Frankreich, oder
veranstaltung in der berühmten Blue
M. Khrapko aus Neuseeland eröffnete
Lagoon beinhaltete. Weiterhin konn-
sich auch für zwei Weimarer Wissen-
ten sich die Tagungsteilnehmer von den
schaftler die Möglichkeit, einem interna-
hervorragenden Fließeigenschaften von
tionalen Publikum einen Einblick in ihre
selbstverdichtendem Beton wie auch
Forschungsarbeiten zu geben. Eingeladen
einiger Proben der wohlberüchtigten
waren Katrin Ostheeren und Stefan Erfurt,
Whiskeysammlung von O. H. Wallevik
beide Mitarbeiter der Professur Aufberei-
überzeugen.
Gebrochene Gesteinskörnung für selbstverdichtenden
Mörtel
tung von Baustoffen und Wiederverwertung. Katrin Ostheeren untersucht in ihrer
Panta Rhei – Alles fließt.
Arbeit das Wirken von runden und gebrochenen Gesteinskörnungen auf die Eigen-
Katrin Ostheeren
schaften von Frischmörtel, insbesondere
Professur Aufbereitung von Baustoffen und
auf das rheologische Verhalten und die
Wiederverwertung
Einfüllen von selbstverdichtendem Beton in eine
Schalung. Foto: ABW (Innovation Center Iceland)
Verarbeitungseigenschaften. Stefan Erfurt
»NICE on RoadS« intensiviert Forschungsaktivitäten in Asien
Projekte | Forschung
In 2005 gründeten die Szechenyi Istvan
24
Safety in Thailand – A Common Challenge
University (Gyoer, Ungarn), die Prince
for European and Thai Universities« am AIT
of Songkla University (Hat Yai, Thailand)
in Bangkok statt. Darin streben die Netz-
und die Beijing University of Technology
werkpartner an, verkehrssicherheitsrele-
(Peking, China) unter Leitung der Profes-
vantes Wissen für thailändische Verkehrs-
sur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
ingenieure und Straßenplaner in Form von
(VPT) das Netzwerk »NICE on RoadS
Regelwerken bzw. Richtlinien verfügbar zu
– EU-Asia Network in Competence Enhancement on Road Safety«. Im März 2009
Kick-off-Meeting des Thai-E.C. Projektes in Bangkok
im März 2009, Foto: Dipl.-Ing. A. Vesper (VPT)
konnte Prof. Brannolte das Asian Instinerländern zu leisten. In den letzten vier
University (beide Bangkok, Thailand) als
Jahren wurden mit finanzieller Unter-
Zielsetzung von »NICE on RoadS« ist es,
einen nachhaltigen Beitrag zur Erhöhung
der Straßenverkehrssicherheit in den Part-
beim Entwurf der Straßeninfrastruktur in
Thailand zukünftig eine wichtigere Rolle
tute of Technology und die Thammasat
neue Mitglieder im Netzwerk begrüßen.
machen. Somit soll der Verkehrssicherheit
beigemessen werden.
stützung der Europäischen Union diesbe-
Dipl.-Ing. Andreas Vesper
züglich verschiedene Projektaktivitäten
Professur Verkehrsplanung und Verkehrs-
erfolgreich durchgeführt.
technik
Im März 2009 fand das Kick-off-Meeting
des EU-Projektes »Improving Road Traffic
www.nice-roads.com
Straßen wie z. B. Autobahnen und Land-
Die Professur Baubetrieb und Bauver-
gestützt, deren Parameter die Forscher
straßen, aber auch innerstädtische Ver-
fahren arbeitet zusammen mit dem Lan-
aus den erfassten Daten entwickeln. Der
kehrsadern, stellen einen wesentlichen
desbetrieb Bau Sachsen-Anhalt daran,
Datenqualität kommt hier eine besondere
Teil unseres volkswirtschaftlichen Ver-
Entscheidungskriterien für einen effizi-
Bedeutung zu. Deshalb wurden die Stra-
mögens dar. Gleichzeitig sind sie Rück-
enten und auf Nachhaltigkeit ausgerichte-
ßenwärter mit GPS-gestützten Erfassungs-
grat unserer arbeitsteiligen Wirtschaft
ten Straßenbetriebsdienst zu entwickeln.
geräten ausgestattet, mit denen nicht nur
und Voraussetzung für eine individuelle
Seit nunmehr drei Jahren wurden zunächst
die Leistung selbst erfasst, sondern auch
Lebensgestaltung. Zur Pflege und zur
auf Pilotstrecken, dann auch flächen-
zuverlässig bestimmt wird, an welchen
Erneuerung von Straßen sind besonders
deckend für alle Betriebsteile des Landes-
Punkt im Straßennetz gerade gearbeitet
langfristig ausgerichtete Investitionen
betriebes die entsprechenden Einsätze zur
wird.
erforderlich. Ingenieure haben hier
Pflege von Landes- und Bundesstraßen
Entscheidungen zu fällen, deren posi-
erfasst und wissenschaftlich ausgewertet.
hige Zwischenergebnisse erarbeitet wer-
tive, aber auch negative Konsequenzen
Hieraus werden Modelle abgeleitet, wie
den konnten, so sind gerade die Effekte
über mehrere Jahrzehnte nachwirken.
die Straßen noch effizienter unterhalten
der Abnutzung durch natürliche Alterung,
werden können, wie das Unfallgesche-
durch Witterung und durch die verän-
Ein Beispiel für die Komplexität der hier
hen minimiert und der Fahrkomfort weiter
derliche und sehr dynamische Verkehrs-
durch Bauingenieure fundiert vorzuberei-
erhöht werden kann. Parallel dazu haben
belastung häufig erst über eine lange
tenden Entscheidungen sind die Dauerhaf-
die Forscher an der Bauhaus-Universität
Beobachtungszeit sicher zu erfassen. Des-
Bauingenieurwesen
Moderner Straßenbetriebsdienst erhält die
Lebensadern unserer Gesellschaft
Auch wenn schon erste sehr aussagefä-
tigkeitsversuche an Straßenbetonen, die in
Weimar erstmals die anfallenden Unter-
halb soll die Studie auch noch über eine
speziellen Klimakammern am F.A. Finger-
haltungsarbeiten mit dem Alter und dem
zweite Periode von wiederum drei Jahren
Institut für Baustoffkunde durchgeführt
Qualitätszustand einzelner Streckenab-
fortgesetzt werden, um damit eine ver-
werden und das Auftreten der AKR, der
schnitte verknüpft. So kann wesentlich
lässliche Grundlage für ein modernes und
Alkali-Kieselsäure-Reaktion, auch Beton-
treffsicherer als bisher entschieden wer-
nachhaltiges Pavement-Management-
krebs genannt, verhindern sollen. Ein
den, bis wann gerade noch das Ausfli-
System zu erarbeiten. So trägt die inge-
weiteres Beispiel sind Entwicklungen zur
cken und Reparieren einzelner Fehlstellen
nieurtechnische Forschung in Weimar
wirtschaftlich geboten ist, und wann eine
dazu bei, dass die finanziellen Ressour-
komplette Straßenerneuerung die volks-
cen in Bund und Ländern zukünftig noch
baustrecken, zu denen an der Professur
wirtschaftlich günstigere Variante ist. Das
effizienter eingesetzt werden und das
Betriebswirtschaftlehre im Bauwesen über
liefert ganz konkrete Antworten auf die
umfangreiche Straßennetz in einem guten
alternative Betreibermodelle, so genannte
Frage, ob auf bestimmten Landstraßen
Zustand erhalten wird.
PPP-Projekte, geforscht wird. Ein drittes
einzelne Schlaglöcher ausgebessert wer-
Beispiel, über das im Folgenden berichtet
den sollten, oder ob ein ganzer Straßen-
Prof. Hans-Joachim Bargstädt
wird, befasst sich mit methodischen Ansät-
zug z. B. mit einer neuen Straßendecke
Dipl.-Ing. Dirk Orbanz
zen zur Verbesserung von Instandhaltungs-
versehen werden sollte. Entscheidungen
Professur Baubetrieb und Bauverfahren
strategien in Straßennetzen.
darüber werden durch Berechnungen
Projekte | Forschung
technisch-wirtschaftlichen Optimierung
von Bau und Betrieb von Autobahn-Aus-
25
Aufgaben der Straßenwartung und -pflege. Fotos: Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt
Bauingenieurwesen
Altbeton gegen den Klimawandel?
Forschung zur gezielten Karbonatisierung
Die globale Erwärmung unserer erd-
stoffen und Wiederverwertung nachgegan-
und einer Vergleichmäßigung der Eigen-
nahen Lufthülle ist die Folge des stetig
gen. Ursache für die Verfestigung ist die
schaften manifestiert.
Um Altbeton gezielt karbonatisieren und
wachsenden Kohlendioxidgehaltes in der
Karbonatisierung, wie sie bei Betonbau-
Atmosphäre. Seit Beginn der Industria-
werken auftritt. Von unserem Standpunkt
im Labor untersuchen zu können, wurde
lisierung ist die CO2-Konzentration von
aus allerdings viel zu langsam. In dem
eine Versuchsapparatur entwickelt. Abbil-
280 ppm auf 380 ppm gestiegen. Diese
Projekt wird untersucht, wie der Prozess
dung 1 zeigt die vollständig aufgebaute
Konzentrationserhöhung stellt eine Ge-
beschleunigt werden kann, um gewisser-
Versuchsanlage. Im Probenraum werden
fährdung von Mensch und natürlicher
maßen zwei Fliegen mit einer Klappe zu
die Probekörper kontinuierlich mit einem
Umwelt dar. Der Gehalt an Kohlendioxid
schlagen: Einen kleinen Beitrag zur CO2-
voreingestellten Gasgemisch um- und
in der Lufthülle gilt außerdem als der
Sequestration zu leisten und gleichzeitig
durchströmt. Die CO2–Konzentration des
wichtigste Indikator des Klimawandels.
die Qualität der Rezyklate so zu verbes-
Reaktionsgases kann zwischen 0 Vol.-%
Um dem Klimawandel entgegensteuern
sern, dass sie wieder als Betonzuschläge
CO2 und 100 Vol.-% CO2 variiert werden.
zu können, ist es notwendig, die CO2-
Verwendung finden können. Dadurch
Die Überprüfung der Gaskonzentration
Emissionen zu verringern und einen Teil
werden Ressourcen geschont und die
erfolgt über die im Zulauf befindliche CO2
des bereits freigesetzten CO2 permanent
kostenintensive Deponierung der Altbe-
Messzelle. Eine Salzlösung, die sich im
aus der Atmosphäre zu eliminieren.
tonmassen vermieden.
Der Verlauf der Karbonatisierung im
Probenraum befindet, gewährleistet eine
gleichbleibende relative Luftfeuchte von
Unter Recyclingunternehmern existiert die
Altbeton ist ein Prozess, bei dem CO2
70 Prozent. Über eine Messsonde erfolgt
Redensart »es riecht nach frischem Kalk«,
durch Diffusion in das Kapillarporensy-
die Überwachung der Luftfeuchtigkeit und
wenn Altbeton zu Rezyklaten aufbereitet
stem des Betons eindringt, sich im Poren-
der Temperatur im Reaktorinneren. Nach-
wird. Gleichzeitig kann bei diesem Mate-
wasser löst und mit dem ebenfalls im
dem das Gasgemisch den Probenraum
rial, wenn es auf Halden zwischengelagert
Porenwasser gelösten Calciumhydroxid
durchströmt hat, wird es nach dem Ver-
wird, häufig eine Verfestigung festgestellt
zu Calciumcarbonat reagiert. Mit dieser
lassen des Rohrreaktors über eine zweite
werden, so dass nach längerer Lagerungs-
Reaktion kann man CO2 in Form von Cal-
Messzelle geleitet und die Konzentration
dauer ein Radlader nicht mehr ausreicht,
cit langfristig und sicher von der Atmo-
an CO2 bestimmt. Aufgrund der CO2-
um das Material abzubauen. Was sind die
sphäre isolieren. Die Gesamtporosität des
Konzentrationsänderung zwischen dem
Ursachen für diese Effekte und können sie
Betons verringert sich, da das Carbonat in
Zu- und dem Ablauf des Rohrreaktors kön-
gezielt genutzt werden? Beiden Fragestel-
den Poren kristallisiert. Dadurch erfolgt
nen Aussagen über den CO2-Verbrauch in
lungen wird in einem Forschungsprojekt
eine Qualitätsverbesserung des Altbetons,
Folge der Karbonatisierung der Probekör-
an der Professur Aufbereitung von Bau-
die sich in einer Festigkeitssteigerung
per getroffen werden.
Erste Messungen zeigen, dass die CO2Aufnahme durch den Beton unter den
gewählten Versuchsbedingungen tatsächlich beschleunigt werden kann. Der
Zeitmaßstab, der bei Betonbauwerken
in Jahren gemessen wird, verschiebt sich
in den Stundenbereich. Allerdings ist das
für eine technische Anwendung immer
noch zu lang. Wie der Prozess weiter
beschleunigt werden kann und wie ein
Projekte | Forschung
technischer Reaktor aussehen kann, das
sind die nächsten spannenden Fragen, die
zu lösen sind.
Das Forschungsprojekt wird von der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
gefördert.
Marko Seidemann
Professur Aufbereitung von Baustoffen und
26
Wiederverwertung
Versuchsapparatur der gezielten Karbonatisierung. Foto: Professur ABW
Jubiläum im AEC Global Teamwork Project
Bauingenieurwesen
10 Jahre und 33 Bauhaus-Studierende
2010 wird die 10. Generation BauhausStudierende am renommierten AEC
(Architecture, Engineer, Construction
Management) Global Teamwork Project
der Stanford University in Kalifornien
teilnehmen – ein Jubiläum, das in der
letzten Oktoberwoche in Anwesenheit
der Stanford-Professorin Dr. Renate
Fruchter gebührend gefeiert wurde.
Das Projekt wurde von Prof. Fruchter 1993
auf den Weg gebracht und bedeutet für
die von allen Kontinenten teilnehmenden
Studierenden eine wegbereitende Erfahrung in globaler und projektbezogender
Zusammenarbeit. Unter Zuhilfenahme von
cutting-edge IT-tools, die Prof. Fruchter
und ihr Team in Stanford mitten im Silicon Valley entwickeln, führen die über den
Erdball verstreuten Studierenden in kleinen Teams via Internet in nur vier Monaten eine komplexe Projektentwicklung
durch. Die Ergebnisse dieser internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit
von Studierenden der Disziplinen Architektur, Bauingenieurwesen und Baubetrieb
sind stets beeindruckend. Zum Erfolgsrezept des AEC Global Teamwork Project
gehört sicherlich, dass die Studierenden
von Praktikern und Fachleuten ihrer Dis-
Sandra Kittler (LCE), Charlotte Thomas (LCE), Frank Scheiber (E) und Sebastian Kohts (LCE) (von links) sind die
10. Generation Bauhaus-Studierenden, die am AEC Global Teamwork Project der Stanford Universität teilnehmen. Initiator des Projektes: Prof. Dr. Fruchter (ganz rechts im Bild)
ziplinen tatkräftige Unterstützung finden –
und aus der engen Zusammenarbeit heraus
2004: Jörg Braunes (A), Christian Alexi
schon oft Jobangebote resultiert haben.
(E), Matthias Ehrlich (C) und Mohamed
Nadin Dittmann und Tobias Wolff (beide
LCE). Die Stipendiaten, die im Januar
Dass Studierende der Bauhaus-Universität
Noor (E/C), 2005: Barbara Ascher (A),
2010 nach Stanford fliegen, sind im Bild
Weimar an diesem Projekt teilnehmen
Mario Rinke (E) und Björn Wündsch (C).
zu sehen.
können, ist Prof. Dr. Karl Beucke (Profes-
Seit 2006 wurde unter Mitarbeit der Pro-
sur Informatik im Bauwesen) zu verdan-
fessur BWL im Bauwesen (Prof. Dr. Hans
work Project ist für die Bewerber mit
ken, der die Relevanz dieses Projektes für
Wilhelm Alfen) mit dem Life Cycle Engi-
einem Auswahlprozess verbunden, an
die Ausbildung der Bauhaus-Studierenden
neer (LCE) eine neue Disziplin in das
dessen Ende nicht nur die Möglichkeit
bereits im Jahre 2000 erkannt hatte. Tat-
Team eingeführt, die durch die Studie-
zur Teilnahme steht, sondern auch ein
kräftige Unterstützung fand er in Prof. Dr.
renden des Studienganges Management
Stipendium, das Reise- und Aufenthalts-
Frank Werner (Professur Stahlbau) und
[Bau Immobilien Infrastruktur] abgedeckt
kosten für die beiden kurzen Besuche
Prof. Dr. Dirk Donath (Fakultät Architektur,
wird. 2006 nahmen die Studierenden
an der Stanford University (Auftaktver-
Informatik in der Architektur).
Friedrich Traub (A), Holger Keitel (E) und
anstaltung und Abschlusspräsentation)
Susanne Trescher (LCE) teil. 2007 wur-
unterstützt.
Im Jahr 2001 nahmen dann mit Katrin
Wendler (A) und David Steinbach (C) die
den aus den Bewerbern Tobias Leicht
ersten Weimarer Studierenden am AEC
(A), Susann Nikulla (E) und Annika Feige
Dipl.-Ing. Andrea Frank-Jungbecker, M.Sc.
Project teil. Es folgten 2002: Jacob Baetz
(LCE) ausgewählt. 2008 waren es Michael
Professur Betriebswirtschaftslehre im Bau-
(A) und Matthias Neibling (E), 2003: Chri-
Kraus (A), Moritz Fritz (A) und Miriam
wesen
stian Tonn (A), Maik Brehm (E), Andrea
Schneider (LCE), 2009 Josephine Köppen
Jungbecker (C) und Oliver Hanke (C),
(A), Robert Bingel (E), Markus Reuter (E),
http://pbl.stanford.edu/
Projekte | Forschung
Die Teilnahme am AEC Global Team-
27
Gestaltung
Neues aus der Fakultät Gestaltung
»Wer A sagt, muss auch B sagen!«
Das Sprichwort lässt sich nicht nur
onal mit realen Materialien zu arbeiten.
auf (fast) alle Lebenslagen anwen-
Auch die Typografie wurde konsequent
den, man kann es auch grafisch ganz
ins Räumliche erweitert: Bärenfallen wur-
unterschiedlich interpretieren. Das
den zu Buchstaben, Buchstaben zu Puste-
beweist eine Ausstellung der Fakul-
blumen, Worte gingen in einer Wanne
tät Gestaltung, die gegenwärtig in der
baden, warfen Schlagschatten oder
Universitätsbibliothek zu sehen ist.
türmten sich zu eigenwilligen Gebilden.
Gezeigt werden dort experimentelle gra-
Rauminszenierungen sind noch bis zum
fische Arbeiten von 22 Studierenden des
10. Januar 2010 als großformatige zwei-
Studienganges Visuelle Kommunikation,
dimensionale Bilder im Bibliotheksneu-
Die Ergebnisse dieser ungewöhnlichen
die im Projekt »Der Raum der Oberfläche«
bau in der Steubenstraße zu besichtigen,
unter der Leitung von Ricarda Löser und
ergänzt um eine »Ahnengalerie«, in der
Peter Heckwolf im Sommersemester 2009
die Studierenden, dem inhaltlichen und
entstanden sind.
gestalterischen Konzept entsprechend,
Dabei wurde das titelgebende
ihre eigenen Porträts präsentieren.
Sprichwort zum Anlass genommen,
die bekannten Pfade des mittlerweile
Rüdiger Haufe
üblichen, rein digitalen Gestaltens zu
Öffentlichkeitsarbeit Fakultät Gestaltung
verlassen und stattdessen dreidimensi-
Installation von Martin Schuchardt und Sabine
Schulz
Eine »Nacht der 1000 Lichter«
Das traditionsreiche »Europa-Rosarium«
ben bedacht waren, an diesem Projekt.
im sachsen-anhaltinischen Sangerhausen
Von ersten assoziativen Annäherungen
veranstaltet alljährlich am ersten Samstag
über Entwürfe, Versuche und Irrtümer bis
im August ein Kulturfest, zu dem der Ro-
zur Produktion (zum Teil nicht unerheb-
sengarten jedes Mal stimmungsvoll illu-
licher Stückzahlen) und dem Aufbau vor
miniert wird. Dabei geht es nicht um eine
Ort war es ein weiter, spannender, lehr-
bloße Anhäufung bunter Effekte, sondern
und schließlich sehr erfolgreicher Weg.
um eine geplante Inszenierung des Lichts,
die dem Event und seinem Ort entspricht.
Welf Oertel
Professur Produkt-Design
Projekte | Forschung
Im Sommer 2009 nahmen sich Studierende
28
Installation »Der Würfelschwarm« im Europa-Rosarium Sangerhausen
Teilnehmer:
des Semester-Projekts »Anschluss« die-
kleinen Budget! Auch war der Wunsch
ser, Lisa-Marie Heiermann, Dominic Heiße,
ser anspruchsvollen Aufgabe an. Über die
nach seriell einsetzbaren Lichtobjekten
Caroline Hemmann, Johannes Hetzold,
gestalterischen Fragen hinaus waren dabei
geäußert worden, die ebenso zu anderen
Nadin Jahn, Elizabeth Jöcker, Christian
auch logistische Probleme zu lösen: Die
Gelegenheiten eine zarte Grundhelligkeit
Kieschnick, Christian Krüger, Sebastian
Installationen sollten robust, wartungsarm,
auf den Wegen schaffen können, um die
Kühn, Nora Kühnhausen, Tobias Mathes,
Platz sparend zu lagern, möglichst netz-
Poesie des Ortes zu unterstreichen.
Markus Moser, Maria Pilchowski, Mareike
der Fakultät Gestaltung unter der Leitung
von Prof. Heiko Bartels, Dipl. Des. Welf
Oertel und Cornelia Büschbell im Rahmen
unabhängig und einfach zu montieren sein.
Und das alles bei einem vergleichsweise
Maria Bräutigam, Emilia Cizeika, JohannesChristian Dau, Joana Greulich, Arvid Häus-
26 Studierende beteiligten sich in 12
Teams, die mit jeweils mehreren Aufga-
Rittig, Daniel Scheidler, Rene Schwolow,
Matthias Stezycki, Jens Zijlstra.
Gestaltung
»COLO« auf der BLICKFANG
Würdigung für ein innovatives Design-Konzept
Als aufstrebendes Design-Talent im Ös-
Die Juroren des Wettbewerbs BLICK-
terreichischen Museum für angewandte
FANG next zeigten sich begeistert. Eine
Kunst (MAK) ausstellen? Die inter-
kostenlose Standfläche auf der Messe im
nationale Design-Messe BLICKFANG
Museum für angewandte Kunst inklusive
macht’s möglich. Helene Steiner und
Eintrag im Messekatalog und der Über-
Peter Schwartz gehörten mit »COLO«,
nahme aller Nebenkosten waren die Folge.
einem innovativen Geschirrspüler, zu
Doch nicht nur in Wien wussten
den Siegern des Studentenwettbewerbs
Helene Steiner und Peter Schwartz mit
BLICKFANG next 2009 und präsentierten ihren Prototypen vom 16. bis zum
»COLO« zu überzeugen. Schon im Juni
Geschirrspüler »COLO« im Einsatz. Foto: Michael Ott
18. Oktober auf der Messe in Wien.
2009 schafften sie es auf dem DMY International Design Festival bei den erst-
kombiniert. Mehrere zugehörige Ein-
mals vergebenen DMY Awards unter die
sätze, wie sie in einem handelsüblichen
zehn von einer Jury nominierten besten
ckelten die beiden angehenden Produkt-
Gerät zum Einsortieren des Geschirrs die-
Arbeiten. Der Preis hier: Die Top Ten wur-
Designer in ihrem 3. Studiensemester an
nen, erfüllen zugleich die Funktion eines
den im August 2009 in einer eigens kon-
der Fakultät Gestaltung im Rahmen des
bequem tragbaren Tabletts, und, dank
zipierten Ausstellung im Bauhaus-Archiv
von Prof. Gerrit Babtist betreuten Projekts
einer dezenten, an der Küchenwand zu
Berlin vorgestellt.
»Design und Management«. »COLO« ist
befestigenden Aufhängung, auch die eines
Das Konzept für den Geschirrspüler entwi-
besonders geeignet für kleine Küchen-
Regals. Zum Reinigen wird ein Tablett mit
Rüdiger Haufe
räume. Um Platz zu sparen, ist das Spül-
Geschirr in das Becken gestellt, das durch
Öffentlichkeitsarbeit der
system direkt mit dem Spülbecken
eine Spülhaube geschlossen wird.
Fakultät Gestaltung
Unter dem Veranstaltungstitel »bauhaus
Das Forum Typografie feierte in Weimar
Ausstellung »Typografik« im Haus Am
hoch n« fand vom 17. bis zum 20. September
auch sein 25-jähriges Bestehen. Seit der
Horn eröffnet. Schon der Ausstellungstitel
das 24. Jahrestreffen des Forums Typografie
Gründung 1984 versteht es sich als Platt-
verwies dabei auf ein zentrales Konzept
in Weimar statt. Anlässlich des Jubiläums-
form und Anlaufstelle zur Förderung einer
heutiger Typografie, die enge Verbindung
Jahres 2009 nahmen die Veranstalter so
qualitätsbewussten Schriftgestaltung in
zwischen Schriftgestaltung und Grafikde-
einerseits Bezug auf eine große Tradition,
allen Kommunikationsbereichen. Zu seinen
sign in der visuellen Kommunikation – der
vermieden aber andererseits jeglichen
Mitgliedern gehören Typografen, Schrift-
Begriff »Typografik« steht für die grafische
rückwärts gewandten Traditionalismus.
entwerfer, Designer, Grafiker, Schriftsetzer,
Gestaltung von Schrift wie für den Ein-
Journalisten, Texter, Werbefachleute und
satz von Schrift als grafisches Mittel. Am
Das reichte bis in die Farbgebung des Pro-
Hochschullehrer. Viele von ihnen kamen
historischen Ort, dem einzigen gebauten
grammsheftes hinein. Statt der Bauhaus-
nach Weimar, um sich der übergreifenden
Zeugnis des Bauhauses in Weimar, präsen-
Farben Rot, Blau und Gelb hatten sich
Frage zu widmen, wie aktuell die Kon-
tierte die Ausstellung bis zum 1. November
die Organisatoren, ein Team um Prof. Jay
zeptionen des historischen Bauhauses für
einen umfassenden und abwechslungs-
Rutherford und Gaby Kosa von der Fakul-
die Typografie der Gegenwart noch sein
reichen Überblick zur Arbeit des Bereiches
tät Gestaltung, für die Komplementärfar-
können. Zu diesen und weiteren Fragen
Typografie an der Fakultät Gestaltung, ein
ben Grün, Orange und Lila entschieden,
sprachen auf der dreitägigen Konferenz
Angebot, dass nicht nur von den Gästen
zugleich ein Rückgriff auf den Farbkreis
16 Fachreferenten, deren Vorträge im voll-
des Forums mit großem Interesse ange-
Johannes Ittens. Damit verband sich ein
besetzten Auditorium des Oberlichtsaales
nommen wurde.
klares Statement der Gastgeber von der
im Hauptgebäude der Universität und in
Bauhaus-Universität Weimar: »Mit die-
weiteren Gesprächsrunden intensiv dis-
Rüdiger Haufe
ser Farbkombination huldigen wir dem
kutiert wurden. Im Rahmen des Forums
Öffentlichkeitsarbeit der
Geburtstagskind, ohne es zu imitieren.«
wurde am 19. September außerdem die
Fakultät Gestaltung
Projekte | Forschung
Grün, Orange und Lila oder Eine Huldigung, ohne zu imitieren
29
Gestaltung
Glücksparcours in Graz
Der Studiengang Kunsterziehung für das Lehramt beim Kongress ITAE
Am Internationalen Kongress für künst-
spunkt unserer Projektarbeit – wurden
lerische Bildung in Graz beteiligte
sehr positiv aufgenommen. Beim Glücks-
sich eine Projektgruppe der Bauhaus-
workshop in der großen Turnhalle der
Universität Weimar unter Leitung von
Pädagogischen Hochschule bot sich ein
Dr. Brigitte Wischnack. Das Weimarer
abwechslungsreicher Parcours vom tem-
Modell der Fakultät Gestaltung geriet
peramentvollen Auftakt mit Musik und
dabei vom 8. bis 10. Juni 2009 in den
Trampolinsprüngen bis hin zum medita-
europäischen Diskurs von Studierenden,
tiven Abschluss. Lachchor und Speed-
Lehrenden, Künstlern, Kulturpolitikern
Dating sorgten sofort für eine heiter
und Philosophen aus 15 Ländern.
entspannte Atmosphäre, in der sich das
Statements und Podiumsdiskussionen
stiller individueller Momente entfalten
namhafter Vertreter aus Kunst und Wis-
konnte. Bis ins Detail stimmig präsen-
Glück gemeinsamer Aktivitäten und
senschaft – wie Konrad Paul Liessmann,
tierten die Studierenden Christin Beukert,
Peter Weibel und Wolfgang Zinggl – wech-
Martin Eckardt, Dagmar Fella, Marie
selten sich ab mit Projektberichten und
Grund, Katharina Juncker, Frauke Libelle
Workshops, in denen Erfahrungen und
Ketelsen, Katharina Molitor, Karolin
Erkenntnisse des multinationalen Projekts
Reichardt und Juliane Schlereth ihre eige-
ITAE ihren Niederschlag fanden. Die ein-
nen künstlerischen Arbeiten und ani-
drucksvollen Beispiele aus der kunstpä-
mierten die Teilnehmer zum Mitmachen,
dagogischen Praxis von Peter Angerer aus
Kommunizieren und Nachdenken. Glück
Frohnleiten/Österreich korrespondierten
in Tüten, Fernsehinsel, Fotoalbum mit
mit Beiträgen der Pädagogischen Hoch-
glücklichen Werbemenschen, Dia-Experi-
schule Heidelberg – vorgestellt von Mario
mente und der Bauchladen zur deutsch-
Fernsehinsel.
Meditation.
Urlaß – und mit der Präsentation unseres
tschechischen Postkartenaktion lieferten
scheinbar harmlose Traumreise unterm
Glücksparcours. (1)
Gesprächsimpulse und Ideen. Mit der
Zelt entpuppte sich gegen Ende als iro-
Leuchtschrift »Happiness is a warm gun«
nisch gewendete Verführung, die – kor-
Verbindung studentischer künstlerischer
Besonderes Interesse fand die direkte
lockte der Schießstand, bei dem jeder
respondierend mit den groß projizierten
Arbeit mit kunstpädagogischen Aktionen
sein Glück versuchen und debattieren
Glücksvorstellungen – den Reigen schloss.
vom Kindergarten bis in die Gymnasi-
konnte. Eine interaktive Schriftinstalla-
alzeit. Sowohl Referat als auch Work-
tion ließ die Worte Sehnsucht, Liebe und
shop – Essenz und interaktiver Schlus-
Leidenschaft rot aufleuchten. Und die
Noch Tage danach war die Wirkung des
Erlebten an Gesichtern, spontanen Äußerungen und vielfachen Rückmeldungen
ablesbar. Infiziert vom Enthusiasmus der
Projektgruppe aus Weimar und beflügelt
vom aktiven Mitgestalten spürten die
Teilnehmer etwas von dem, was der Australier Stephen Copland in seinem Referat
postulierte: »Kunst, die zwischen Leben
und Kunst agiert«.
Projekte | Forschung
Dr. Brigitte Wischnack
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Professur
Kunst und ihre Didaktik
(1) Nachzulesen im Buch »ITAE. Interventionen durch Kunstunterricht – kunstpädagogische Strategien und Möglichkeiten
für eine Schule der Vielfalt« Hg. Franziska
Pirstinger. Graz 2009. ISBN 978-3-200-
30
01546-3
Speed-Dating, Fotos: Katharina Molitor
Medien
Neues aus der Fakultät Medien
Gastprofessur Medien­
gestaltung neu besetzt
TELEPORTATION in Chicago
Harald Lesch zu Gast bei
Studio Bauhaus
(medien) Julian Rosefeldt, geboren 1965
(medien) Der Kurzfilm Teleportation des
(medien) Vielen ist Harald Lesch durch
in München, studierte Architektur in
Weimarer Regisseurs Markus Dietrich
seine Sendereihen im Bayerischen Rund-
München und Barcelona. Seit 1999 lebt
lief im Wettbewerb des größten Festivals
funk und als Moderator von »Abenteuer
und arbeitet er in Berlin. Er erhielt meh-
für Kinderfilm in Nordamerika, dem Chi-
Forschung« (ZDF) bekannt. Der Münchner
rere Stipendien im Bereich Kunst und
cago International Children’s Film Festival.
Astrophysiker bringt dem Fernsehpubli-
Medien und bestritt zahllose Einzel- und
Damit konnte der aktuelle Film von Mar-
kum auf unterhaltsame Weise komplexe
Gruppenausstellungen im In- und Aus-
kus Dietrich (outsourcing / Mein Robodad)
naturwissenschaftliche und philosophische
land. Seine monumentalen Filminstal-
seine erfolgreiche Festivaltour fortsetzen.
Sachverhalte nahe. Im August produzierte
lationen werden auf der ganzen Welt
Nach Screenings in Jerusalem, Sarajevo
ein Filmteam von Studio Bauhaus vier
gezeigt, darunter seine Trilogy of Failure
und auf dem Filmfest München eroberte
Kurzfilme mit dem bekennenden Goe-
(2004/05), The Ship of Fools (2007) oder
Teleportation im Oktober auch den norda-
the-Liebhaber auf den Spuren von Goe-
die 5-Kanal-Film-Installation »American
merikanischen Kontinent.
Night« (2009). Seit dem Wintersemester
thes Naturphilosophie. Gedreht wurde im
Das Buch zu Teleportation schrieb Mar-
Goethehaus, am Stein zum guten Glück,
2009/2010 ist Julian Rosefeldt Gastpro-
kus Dietrich, Absolvent der Bauhaus-Uni-
am Ettersberg, in einer Dorfschmiede in
fessur an der Fakultät Medien im Bereich
versität Weimar, zusammen mit Hanna
Ramsla und im Jenaer Haeckel-Haus. Die
Mediengestaltung.
Reifgerst, die auch als Produktionsleitung
Filme handeln von Goethes Vorstellung
das Projekt betreute. Christiane Schlicht
von der Anschaulichkeit wissenschaftlicher
übernahm die Aufnahmeleitung und Urs
Erkenntnisse, den Grenzen menschlicher
Zimmermann die Kamera. Alle vier Filme-
Naturbeherrschung und der Idee einer
macher sind bei Gruppe Weimar Filmpro-
Natur, die sich im ständigen Wandel befin-
duktion tätig.
det. Die Filmpremiere mit Harald Lesch
www.gruppe-weimar.de
sam mit der Erstaufführung des Films zum
ist für den 9. Dezember geplant, gemeinStudio-Bauhaus-Projekt »G8 – Reise zum
Gipfel.«
American Night, 2009, 5-Kanal Filminstallation,
Installationsansicht Galerie Arndt & Partner, Berlin
www.studio-bauhaus.tv
Auseinandersetzung mit der Katastrophe
Unter dem Titel »Katastrophe. Medien
sei es durch seine fiktionale Vorwegnahme,
tober 2009 die Jahrestagung des Gradu-
durch seine mathematische Vorausberech-
iertenkollegs »Mediale Historiographien«
nung oder durch die nachträgliche Integra-
statt. Wie Prof. Gerd Zimmermann, Rektor
tion in eine sinnstiftende Erzählung. Die
der Bauhaus-Universität Weimar, zur Er-
Panels zum »Fiktionswissen der Katastro-
öffnung bemerkte, hatte der gemeinsam
von den Universitäten Weimar, Erfurt
und Jena getragene Forschungsverbund
Prof. Dr. Dominique Raynaud (Grenoble) diskutiert
die Überraschungseffekte des Klimas. Quelle: Alena
Williams
phe«, zur Logik des Börsencrashs und des
Klima-Desasters machten deutlich, dass
sich die Rolle der Medien dabei keines-
damit ein ausgesprochen anschlussfä-
um den Zusammenhang von Medien und
wegs auf die nachträgliche Repräsentation
higes Thema gewählt. So herrschte trotz
Geschichtsschreibung in den Blick zu neh-
des Geschehens beschränkt – vielmehr
katastrophal schlechten Wetters großer
men. Denn die Katastrophe stellt zunächst
sind sie zunehmend in den katastro-
Andrang im Festsaal des Goethehauses.
ein Ereignis dar, das aufgrund seiner über-
phischen Prozess selbst verwickelt.
Wie die drei Konferenztage zeigten, bil-
ordnung widersteht. Doch hat es nie an
Stephan Gregory
dete die Frage nach der Katastrophe
Versuchen gefehlt, das Ungeheure den-
Graduiertenkolleg »Mediale Historiogra-
einen äußerst schlüssigen Ansatzpunkt,
noch beherrschbar zu machen und dem
phien«
wältigenden Macht der historischen Ein-
Projekte | Forschung
geschichtlichen Kontinuum zu integrieren –
und Geschichte« fand vom 15. bis 17. Ok-
31
Medien
Vom Dokumentar- bis zum Epochenfilm
Große Resonanz für erstes Filmfest im Kunstfest
Die Filmreihe des Kunstfestes wurde
sich Michael Nyman ein besonderes Projekt
in diesem Jahr erstmals als Zusammen-
vorgenommen: Er vertonte den Stummfilm-
im Rahmen des Filmfests im Kunstfest
arbeit zwischen der Kunstfest GmbH
Klassiker »Das elfte Jahr« (1928) des sowje-
wurde von Filmgesprächen mit nam-
und dem Bauhaus Film-Institut (BFI)
tischen Avantgarde-Filmers Dziga Vertov.
haften Filmemachern, Wissenschaftlern
gestaltet. Gemeinsam wurde somit ein
Darüber hinaus zeigte die Filmreihe eine
und Schauspielern begleitet. Neben dem
bislang einzigartiges Projekt aus der
Auswahl filmkompositorischer Arbeiten
Filmkomponisten Michael Nyman, als
Taufe hoben: das Filmfest im Kunstfest.
Nymans wie die Sozial-Utopie »Gattaca«
einer der zentralen Persönlichkeiten des
Mit gleich zwei Sonderprogrammen feiert
Eine Vielzahl der Kinoveranstaltungen
(Andrew Nicoll, USA 1997), Volker Schlö-
Filmfests im Kunstfest, konnten unter
ndorffs Picaro-Film »Der Unhold« (D, F,
anderem die Schauspieler Henriette Con-
das »Filmfest im Kunstfest« vom 25. August
GB 1996) und die Künstlerdokumentation
furius und Dominique Horwitz, die Doku-
bis 28. Oktober Premiere: Die Filmreihe
»Man on Wire« (James Marsh, GB 2008).
mentarfilmer Helke Misselwitz, Uli M.
»Filmmusik: Michael Nyman« präsentierte
2009 ist das 20. Gedenkjahr des Mauer-
die kongeniale Verbindung von Filmkunst
falls. Aus diesem aktuellen Anlass präsen-
auch die Regisseure Sebastian Peterson
Schueppel und Christiane Büchner als
und Musik in einer Person – dem englischen
tierte das Sonderprogramm des Bauhaus
und Hannes Stöhr begrüßt werden. In
Filmkomponisten Michael Nyman. Das Pro-
Film-Instituts Filme aus den Wende-Jah-
Film- und Regiegesprächen verliehen sie
gramm »Film-Wende | Wende-Filme« wid-
ren und Filme, die die Wende themati-
den Filmveranstaltungen Exklusivität.
mete sich dem 20. Jahrestag des Mauerfalls,
sieren, darunter DEFA-Dokumentarfilm-
der in diesem Jahr begangen wird.
Klassiker wie »Winter ade« von 1988,
Zu den Höhepunkten des Programms
»Film-Wende | Wende-Filme« zählten
sicherlich die stark nachgefragte Publikumspremiere des ARD-Spielfilms »Jenseits der Mauer« sowie die Wiederaufführung der 89er »Aufbruchfilme« der
Hochschule für Film- und Fernsehen
»Konrad Wolf« (HFF) Potsdam-Babelsberg im Audimax der Bauhaus-Universität
Weimar. Mit Lothar Bisky als ehemaliger
und Dieter Wiedemann als derzeitiger
Präsident der HFF waren wichtige Zeitzeugen aus der Führungsetage der Filmhochschule anwesend und erläuterten die
Produktionsgeschichte der Aufbruchfilme
im Kontext der Wendeereignisse. »Jenseits der Mauer« und die studentischen
»Aufbruchfilme« machen das ganze Spektrum der Auseinandersetzung mit der
DDR und dem Mauerfall deutlich, das
vom perfekt inszenierten Epochenfilm bis
zu authentischem Dokumentarfilmmaterial reicht.
Projekte | Forschung
Die zahlreichen Begegnungen mit Regis-
32
Filmfest im Kunstfest – Michael Nyman und Band. Copyright: Kunstfest / Maik Schuck
seuren, Autoren und Darstellern, die gute
Akzeptanz der Filmgespräche und der
Die Musik des englischen Filmkompo-
Nach-Wende-Produktionen wie »Helden
nisten Michael Nyman prägte die Filme
wie wir« und »Berlin is in Germany«, aber
Erfolg des diesjährigen Filmfests im Kunstfest machen deutlich, dass die Zusammen-
von Peter Greenaway (u. a. »Der Kontrakt
auch soeben erst gedrehte Spielfilme. Die
arbeit des Kunstfestes Weimar mit dem
des Zeichners«), er komponierte aber auch
vorgestellten »Wendefilme« und »Nach-
Bauhaus-Film-Institut auch in den näch-
für große Hollywood-Produktionen. Mit
Wende-Filme« – zum Teil durchaus unter-
sten Jahren fortgeführt werden soll.
dem Oscar-nominierten Soundtrack zum
haltsamer Natur – sollten zur Reflexion
Erfolgsfilm »Das Piano« von Jane Cam-
darüber anregen, wie sich der Mauer-
Juliane Fuchs
pion wurde er einem großen Publikum
fall vor 20 Jahren auf die Menschen von
Bauhaus Film-Institut
bekannt. Im Auftrag des Kunstfestes hatte
heute auswirkt.
Medien
»OpinionCloud«
Rasend schnell und spielend leicht Web-Kommentare analysieren
(medien) Kommentare sind ein zentraler
Hilfe maschineller Lernverfahren. Im
Bestandteil des Web 2.0 – nur leider all-
laufenden Betrieb schlägt OpinionCloud
zu oft nichtssagend. Eine neue Software
jedes Wort in einem Kommentar einfach
aus der Bauhaus-Universität Weimar
im Wörterbuch nach.
macht es möglich, die vorherrschenden
Die Darstellung der vorherrschenden
Meinungen in einer Menge von Kom-
Wörter in den Kommentaren lässt sich
mentaren übersichtlich darzustellen.
mit den »Tag clouds«, den »StichwortWolken«, vergleichen, wie es sie auf vie-
»Für den Nutzer ist es oftmals zeitrau-
len Nachrichten-Websites gibt. Positiv
bend und langweilig, Kommentare zu
besetzte Wörter erscheinen grün, neu-
lesen. Unser Ansatz hilft, sich einen Über-
trale grau, negativ besetzte Wörter rot.
blick zu verschaffen, indem die in Kom-
Je häufiger ein Wort vorkommt, desto
mentaren geäußerten Meinungen zu einer
größer wird es dargestellt. Dem Nutzer
›Meinungs-Wort-Wolke‹ zusammengefasst
erschließt sich über Farben und Größen
Die Software ist als Zusatzprogramm
werden«, erklärt Martin Potthast vom
leicht die vorherrschende Meinung.
(»Add-on«) für den Internet-Browser Fire-
Lehrstuhl Content Management und Web
Technologien (Professor Benno Stein) an
der Fakultät Medien.
Die Software OpinionCloud funktio-
Martin Potthast und der Studierende
OpinionCloud
neun Millionen Kommentare analysiert.
fox kostenlos verfügbar. Sie funktioniert
Steffen Becker entwickelten ihre Soft-
aktuell nur mit englischen Kommentaren,
ware für die Video-Plattform YouTube
eine Version für deutsche Kommentare
und für die Foto-Plattform Flickr. »Ein
ist in der Entwicklung.
niert ebenso simpel wie ausgeklügelt:
Kommentar dort weist in aller Regel nur
Zentraler Bestandteil ist ein Wörterbuch,
eine Tendenz auf, und es steht eine große
http://www.webis.de/research/projects/
opinioncloud
in dem Wörter als positiv, negativ oder
Menge an Kommentaren zur Verfügung«,
neutral besetzt klassifiziert wurden. Das
begründet Potthast diese Wahl. Für das
geschah sowohl per Hand als auch mit
Wörterbuch von »OpinionCloud« wurden
Radiokunst – Sound is Art?!
Im Masterprojektmodul »Hörräume« wur-
Die entstandenen Surround-Hörspiele sol-
de im Sommersemester 09 das räumliche
len nun an verschiedenen Hörspielorten in
akustische Denken gelernt. Wahrneh-
Deutschland aufgeführt werden, u.a. auch
mungsrundgänge und Tonstudiobesuche
in Weimar.
auf einer Berlin-Exkursion förderten die Sensibilisierung auf raumakustische Phä-
fessur unter der Leitung von Prof. Natha-
nomene. Hörspielstoffe wurden speziell
lie Singer erneut ein ganz besonderes
unter dem Anspruch einer akustisch-
Projekt vor, das vollends im Zeichen der
immersiven Ästhetik entwickelt, einem
Klang- oder auch Radiokunst steht.
Eintauchen des Zuhörers in ein durch Sur-
Mit dem Masterprojekt »Radiokunst –
roundton gefördertes Raumklangerlebnis.
Thomas Thieme bei den Proben. Foto: Maximilian
Werkhausen
Radio nach der Klangkunst im heutigen
Sechs Hörspiele sind hierbei unter der Lei-
Szymczak endgemischt wurden. Als Spre-
Zeitalter und der Art und Weise, auf die
Sound is Art?!« fragt das Experimentelle
tung von Robert Matejka (Deutschlandra-
cher konnten u.a. der in Weimar ansässige
sie als Spiegel der Gesellschaft dienen
dio Kultur, Berlin), Jean Szymczak (studio
Schauspieler Thomas Thieme (Minister
kann.
p4, Berlin), Andreas Feddersen und Mario
Bruno Hempf in Das Leben der Anderen)
Weise entstanden, die im Radiostudio der
und Santiago Ziesmer (deutsche Synchron-
Janina Bahlmann
Marienstraße sowie im Studio des auf Sur-
stimme von »Winnie Pooh« Winnie Pooh
Studierende der Mediengestaltung
roundton spezialisierten Tonmeisters Jean
und SpongeBob) gewonnen werden.
Projekte | Forschung
Auch in diesem Semester stellt die Pro-
33
Medien
Neues aus dem IKKM
Internationale Fellows und neue Fachzeitschrift für Medien- und Kulturforschung
Mit dem Wintersemester ist das Interna-
reichen Verlagshaus
tionale Kolleg für Kulturtechnikforschung
mit Schwerpunkt
und Medienphilosophie (IKKM) der Fa-
Geisteswissen-
kultät Medien in die zweite Hälfte eines
schaften und Philo-
Forschungsjahres gestartet, in dem es sich
sophie.
schwerpunktmäßig mit der Rolle, Genese
Die Zeitschrift
und Geschichte der Dinge beschäftigt.
bietet dem vergleichsweise neuen
In den letzten Jahren hat diese Diskussion
Fach der kultur-
innerhalb der Kulturwissenschaften erheb-
Cover
lich an Bedeutung gewonnen. Es wurde
wissenschaftlichen
Medienforschung
und wird weiterhin untersucht, inwiefern
ein internationales Forum. Durch die
Dinge nicht einfach gegeben sind, sondern
enge Bindung an das IKKM wollen die
erstens im kulturellen Prozess hervorge-
Herausgeber die Zeitschrift als den Ort
bracht werden müssen und zweitens ein
für die anspruchsvolle Diskussion neues-
enges Geflecht mit menschlichen Wesen
ter Forschungstendenzen und Fachfra-
eingehen, das man dann als Kultur oder
gen positionieren. Entsprechend ist die
Gesellschaft beschreiben kann.
Redaktion auch an diesem Kolleg angesiedelt. Weitere Informationen zur Zeit-
Fellows
Jacques Aumont. Foto: privat
Am IKKM sind mit dem laufenden Winter-
seine im Taschen-Verlag erscheinende
semester wieder eine Vielzahl von neuen
Reihe der Dekaden-Filmbücher bekannt
Fellows angekommen, die alle spannende
geworden (Filme der 20er, 30er usw.) In
Das IKKM veranstaltet wie in jedem Seme-
diesen reich bebilderten Bänden bietet
ster auch im Wintersemester wieder eine
Weimar gebracht haben. Im Laufe von ein
Müller einen hervorragenden Überblick
Vorlesungsreihe. Darin stellen die aktu-
bis zwei Semestern widmen sich die Fel-
über die bedeutendsten Filme des jewei-
ellen Fellows sowie die Direktoren des
lows hier dezidierten Forschungsprojekten,
ligen Jahrzehnts. Der Kunsthistoriker von
IKKM ihre laufende Forschung vor. Wäh-
die nicht selten auch bis zur Publikations-
der TU Dresden hat in den letzten Jahren
rend in der Vergangenheit die Vorlesungen
intensiv zur Frage der Bildironie bei Dürer,
bereits als Podcast über das Internet
Unter den diesjährigen Fellows befin-
Caravaggio und Rembrandt geforscht und
heruntergeladen werden konnten, wird
det sich mit Jacques Aumont einer der
will nun während seines Aufenthaltes
das IKKM die Vorträge ab dem Winterse-
wichtigsten französischen Film- und Bild-
diese Forschungen auf den Bereich des
mester auch als Videos auf der Homepage
wissenschaftler. Aumont gehörte in den
Kinos ausdehnen. Dazu wird er regelmä-
anbieten. Näheres dazu auf der Home-
sechziger und siebziger Jahren neben
ßig in der Vorlesung »Der lustige Film«
page unter dem Menüpunkt »Publikati-
Leuten wie Godard und Truffaut zum
des IKKM-Direktors Lorenz Engell zu
onen / Audio & Video«. Die IKKM Lectures
Kreis der Herausgeber der berühmten
Gast sein..
2009/10 finden wie immer im Salon des
Cahiers du Cinéma. In seinen akademischen Schriften widmete er sich vor
allem der Rolle des Gesichts im Kino (Du
Projekte | Forschung
IKKM Lectures
Themen und Forschungsprojekte mit nach
reife gebracht werden.
34
schrift unter www.ikkm-weimar.de/zmk
visage au cinéma. Paris 1992) sowie den
ehemaligen Palais Dürckheim in der Cra-
Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung
Filmen von Godard, Bergman, Eisenstein
Im Herbst ist von den Direktoren des
und Dreyer. In seinem Forschungspro-
IKKM Lorenz Engell und Bernhard Siegert
jekt am IKKM forscht er zu mit bildlichen
erstmals die neugegründete Zeitschrift
Repräsentationen des Himmels aus den
für Medien- und Kulturforschung heraus-
letzten beiden Jahrhunderten und fragt
gegeben worden. Die Zeitschrift zielt auf
etwa nach dem Status religiöser Zuschrei-
die fächerübergreifende Diskussion einer
bung an Himmelsbilder, denen diese
Theorie der Kulturtechniken sowie medi-
kaum entkommen.
enphilosophischer Problemstellungen. Sie
Aus der Reihe der Fellows ist außerdem
Jürgen Müller in den letzten Jahren durch
erscheint im renommierten Hamburger
Felix Meiner Verlag, einem traditions-
nachstraße 47 statt.
André Wendler
IKKM
www.ikkm-weimar.de
Medien
v.l.n.r.: Kameramann Florian Foest, Hauptdarstellerin Karoline Teska, Regisseur Andreas Morell (vorn), Produzent Maik Plewnia und Karl Albert. Foto: Michael Wagenhäuser
Eine Wirklichkeit aus Sehnsucht und Traum
Premiere von »Lenz« im Audimax
Das Bauhaus Film-Institut präsentierte
vorrat des Sturm und Drang für die Gegen-
wöhnlichen Montage Raum gegeben hat,
die Premiere der Literaturverfilmung
wart und zeigt ein Psychogramm des
deutlich. Auch der Einfluss eines geringen
»LENZ« am 5. November 2009 im Audi-
jungen Literaten Jakob Lenz (gespielt von
Budgets auf die Filmproduktion sowie
max der Bauhaus-Universität Weimar.
Barnaby Metschurat), dessen Scheitern das
die Perspektiven des Drehorts Weimar/
Produziert wurde der Film von der Berli-
der Gesellschaft vorwegnimmt.
ner Produktionsfirma novapool artists im
Morell, Produzent Maik Plewnia, Kame-
Weimarer Land kamen im Dialog mit den
Filmschaffenden zur Sprache.
Die Fernsehpremiere von »LENZ« fand
ramann Florian Foest, Cutter Carsten
am 10. November 2009 auf 3sat statt und
wandeln sie ab, gewichten neu, behalten
im Filmgespräch mit Prof. Wolfgang Kis-
aber immer Lenz und seinen Konflikt im
sel, Direktor des Bauhaus Film-Instituts.
mit seinen exklusiven Filmreihen und
Blickfeld. Es gibt dafür einen konkreten
In der angeregten Diskussion wurde das
anspruchsvollen Begleitprogrammen an.
Projekte | Forschung
Auftrag von ZDFtheaterkanal und 3sat.
Zur Premiere waren Regisseur Andreas
35
Regisseur Andreas Morell und Drehbuch-
Piefke sowie die Darsteller Karoline
erreichte ca. 200.00 Zuschauer. Mit der
autor Thomas Wendrich verlegen die von
Teska und Karl Albert anwesend. Im
Uraufführung von »LENZ« im Audimax
Georg Büchner in seiner Novelle »LENZ«
Anschluss an die Aufführung stellten sie
knüpfte das Bauhaus Film-Institut Wei-
skizzierte Handlung in die Gegenwart,
sich den Fragen der etwa 400 Zuschauer
mar an den Erfolg des kürzlich zu Ende
gegangenen »Filmfest im Kunstfest«
Ort und eine definierte Zeit: sie erzählen
offene Regiekonzept, das dem herausra-
eine Provinz-Geschichte aus dem heutigen
genden Spiel der Titelrolle, der experi-
Antje Klahn
Deutschland. Der Film befragt den Ideen-
mentellen Kameraführung und der unge-
Öffentlichkeitsarbeit Fakultät Medien
An-Institute
KNOTEN WEIMAR GmbH
Involvierung in Excellence-Projekt
enganges »Environmental Engineering and
ingenieure aus Polen, Island, Bangladesch,
Management« unterstützen.
Kroatien, Irak, Russland, Ukraine, Kasachstan und Deutschland ihr Wissen aktuali-
Der KNOTEN WEIMAR GmbH ist es
gelungen, im Excellence Projekt »Sustainable Water Management in Developing
Projektzuschlag Umwelttechnologie­
transfer – Krankenhausabfälle
sieren und erweitern. Hierzu nehmen sie
teilweise am regulären Vorlesungsbetrieb
der Universität sowie an speziell für die
Countries« (gefördert durch den DAAD)
In einem Vorhaben des Umweltbun-
Gruppe organisierten Kursen teil. Die Stu-
mitzuwirken. Unter Projektleitung der
desamtes (UBA) zur Entwicklung eines
dierenden sind an der Bauhaus-Universität
TU Braunschweig, Prof. Dr. mult. Dr. h.c.
modularen Informationssystems für immis-
Weimar immatrikuliert und sehr an Kon-
M. Bahadir, wird in den kommenden
sionsrelevante Umwelttechnologien mit
takt, Gedankenaustausch und gemein-
drei Jahren im Verbundprojekt gemein-
dem Schwerpunkt Abfallbehandlung
samer Arbeit in Projekten mit anderen
sam mit Universitäten aus Deutschland,
konnte sich die KNOTEN WEIMAR GmbH
Studierenden der Universität interessiert.
Asien, Afrika und Südamerika ein globa-
für das Modul »Krankenhausabfälle« plat-
In einem Outdoor-Team-Training in der
AUQA-Kurs 2009/210 – Teamtraining.
Foto: Carola Westphalen
Erstes Treffen der Projektpartner, TU Braunschweig. Foto: Dr. A. Sebastian
Projekte | Forschung
les Netzwerk aufgebaut, das die Entwick-
36
zieren. In diesem Projekt werden u. a.
Rhön zu Beginn der Studienmaßnahme
lung eines Ph.D.-Studienprogramms im
Markübersichten Abfallbehandlungstech-
konnten interkulturelle Kompetenzen und
Bereich »Sustainable Water Management«,
nologien, Beispielanlagen sowie Transfer-
Management-Fähigkeiten gefördert wer-
gemeinsame Forschungen sowie marktori-
relevanz im nationalen und internationalen
den, die Studienablauf und persönliche
entierte Weiterbildungsmöglichkeiten ent-
Bereich untersucht und für ein modulares
Organisation der Teilnehmer während des
wickelt. Ein weiteres Ziel des Projekts ist
Informationssystem des UBA aufbereitet.
Studiums unterstützen.
der Aufbau eines Expertenpools für KnowHow-Transfer in den Bereichen Hochschulbildung, Forschung, Industriekooperation
und Politik. Im Oktober 2009 fand das
10. Kurs »Studienergänzung
Bauwesen«
erste Treffen der Projektpartner in Braun-
Seit 1. Oktober wird nun der 10. Kurs des
schweig statt. Die KNOTEN WEIMAR
Akademikerprogramms der Otto-Benecke-
GmbH kann das Projekt wesentlich durch
Stiftung e.V. in Weimar durch die KNOTEN
die Erfahrungen bei der Organisation und
WEIMAR GmbH betreut. In zehn Mona-
Durchführung des eLearning-Masterstudi-
ten werden die 25 Architekten und Bau-
Personalwechsel im Vorstand der Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar
An-Institute
Bauhaus Weiterbildungsakademie
Am 27. Oktober fand die diesjährige
Mitgliederversammlung der Bauhaus
Weiterbildungsakademie Weimar (WBA)
statt. Versammlungsort war diesmal die
Albert-Schweitzer-Gedenk- und Begegnungsstätte. Dort gab die Leiterin Beate
Lepper im Rahmen eines Rundganges
Auskunft zur Geschichte des Hauses.
Anschließend gab der geschäftsführende Vorsitzende des Vereins, Dr.-Ing.
Ulrich Wolff, einen Rückblick über das
vergangene Geschäftsjahr, welches sehr
erfolgreich beendet werden konnte.
Der neue geschäftsführende Vorsitzender Joachim
Bendl (2.v.r.)
Feierliche Verabschiedung von Dr. Ulrich Wolff..
Fotos: WBA
Dabei hob er insbesondere die gestiegene
Quantität und Qualität der Leistungen
In diesem Semester sind ca. 100 Teil-
als Vorstandsmitglied für weitere zwei
der WBA – wie z.B. die Organisation von
nehmer immatrikuliert und studieren
Jahre den Verein tatkräftig unterstützen.
Bildungsveranstaltungen oder die Unter-
beispielsweise berufsbegleitend Projekt-
stützung beim Finanzmanagement von
management, Bauwerkserhaltung oder
ist Joachim Bendl, der sich zukünftig mit
Kongressen (ibausil, IKM) hervor. Über-
lassen sich im eLearning Studium Bauphy-
ganzer Kraft für die Stabilität und Ent-
haupt hat sich unter seiner Führung die
sik zum zukünftigen »Master of Science«
wicklung des Vereins einbringen wird.
Bauhaus Weiterbildungsakademie in den
ausbilden.
vergangenen 14 Jahren zu einer stabilen
Neuer geschäftsführender Vorstand
Mit der Neuwahl des Vorstandes der
Weiterbildungsinstitution, die als An-Insti-
WBA stand ein personeller Wechsel an.
tut eng mit der Bauhaus-Universität Wei-
Dr. Wolff wurde als langjähriger Vereins-
mar verbunden ist, entwickelt.
vorsitzender verabschiedet, wird jedoch
Materialforschungs- und Prüfanstalt
Der Forschungsschwerpunkt »Feuchte-
Landwirtschaft und im Umweltbereich.
die Messung der Bodenfeuchtigkeit und
messverfahren« der MFPA kann mit einem
Abstimmungen und Vorversuche wurden
des Salzgehaltes der Meere. Für die Refe-
weiteren bewilligten Forschungsvorha-
bereits mit der Thüringer Landesanstalt
renzmessverfahren zur Bodenfeuchte sind
ben gestärkt werden. Durch die Zusam-
für Landwirtschaft und der Thüringer
offensichtlich die Forschungsergebnisse
menarbeit mit der TU Ilmenau und dem
Fernwasserversorgung durchgeführt.
aus Weimar so interessant, dass der Kon-
Ilmenauer Messtechnikunternehmen
In diesem Zusammenhang ist es bemer-
MEODAT GmbH wird erstmals der Weg
kenswert, dass der Leiter der Arbeits-
zu chipbasierten Sensoren beschritten.
gruppe »Feuchtemessverfahren«, Dr.
Dazu soll die an der TU Ilmenau weiter-
Kupfer, durch die Europäische Weltraum-
entwickelte Ultra-Wide-Band-Technologie
behörde (ESA) zum Start eines neuen For-
genutzt werden.
schungssatelliten am 2. November einge-
Angestrebte Anwendungsfälle sind
die Messung der Bodenfeuchte für die
laden wurde. Das Forschungsprogramm
SMOS für den neuen Satelliten beinhaltet
takt gesucht und hergestellt wurde.
www.esa.int/esaCP/Germany.html
Projekte | Forschung
Neues aus der MFPA
37
Personalia
Neubesetzung
Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig übernimmt Professur »Werkstoffe des Bauens«
(bauing) Am 1. November 2009 übernahm
fahrenstechnik an
Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig an
der Hochschule für
Erforschung und Optimierung des Zusam-
der Fakultät Bauingenieurwesen am F.A.
Architektur und Bau-
menwirkens von organischen Stoffen mit
mbH, einer Forschungsgemeinschaft zur
Finger-Institut für Baustoffkunde die
wesen in Weimar
zementären Baustoffen. Ab September
neue Professur »Werkstoffe des Bauens«.
und promovierte
2008 übernahm Prof. Ludwig als Head of
dort 1996 mit einer
Research/Development bei der Heidel-
Hauptgegenstand des Lehrgebietes ist der
Arbeit »Zur Rolle
bergCement AG in Leimen die Verantwor-
Komplex Baustoffe. Prof. Ludwig über-
von Phasenum-
tung für die Betreuung und Koordination
nimmt damit auch die Aufgaben der Pro-
wandlungen bei der
der F+E-Aktivitäten der HeidelbergCe-
Frost- und Frost-Tau-
ment Group weltweit. Seit Oktober 2008
salz-Belastung von
hat er einen Lehrauftrag an der FH Würz-
fessur Allgemeine Baustoffkunde, die von
Foto: privat
Prof. Dr.-Ing. habil. Jochen Stark noch
während des Wintersemesters 2009/2010
Beton«. Von 1996 bis 2008 war er leiten-
burg-Schweinfurt mit der Vorlesungsreihe
vertreten werden. Zu diesem Zeitpunkt
der Angestellter bei der Schwenk Zement
»Werkstoffe im Bauwesen«. Prof. Ludwig
werden dann auch die Amtsgeschäfte des
KG, u. a. als Leiter der Forschung und
ist Mitglied verschiedener nationaler und
Direktors des F. A. Finger-Institutes für
Entwicklung verantwortlich für die Betreu-
internationaler Fachgremien.
Baustoffkunde von Prof. Ludwig verant-
ung und Koordination der F+E-Projekte
wortlich wahrgenommen. Prof. Ludwig
der gesamten Schwenk-Gruppe. Von 2002
wurde 1962 in Weimar geboren, stu-
bis 2008 war er gleichzeitig Geschäftsfüh-
dierte von 1984 bis 1989 Baustoffver-
rer der ZEMBET Entwicklungsgesellschaft
Neue Auszubildende
Seit dem 1. September 2009 hat
niker in der Fachrichtung Sand und Kies,
Medien- und Informationsdienste in der
die Bauhaus-Universität Weimar
Albrecht Henning als Baustoffprüfer in der
Fachrichtung Bibliothek sowie Christian
Fachrichtung Mörtel und Beton, Mela-
Knopse und Sebastian Schröder als Fachin-
sieben neue Auszubildende.
nie Stichling und Luisa Wachtelborn als
formatiker in der Fachrichtung Systeminte-
Ihre dreijährige Ausbildung begannen
Fachangestellte für Bürokommunikation,
gration. Somit werden derzeit insgesamt
Steve Uhlmann als Aufbereitungsmecha-
Christian Knappe als Fachangestellter für
24 Auszubildende in acht verschiedenen
Berufen des Handwerks, der Industrie
und der Verwaltung ausgebildet.
Ab 15. Oktober 2009 können sich interessierte Jugendliche für das Ausbildungsjahr 2009/2010 bewerben. Informationen
zu den Ausbildungsberufen, dem Ausbildungsablauf, den freien Stellen, den
Bewerbungsmodalitäten und -terminen
sowie die Filme über die Berufsausbildung an der Bauhaus-Universität Weimar
sind auf den Internetseiten der Universi-
Dezernat Personal
Personalia
tät abrufbar.
www.uni-weimar.de/ausbildung
39
Nicole Klemm
v.l.n.r. Albrecht Henning, Luisa Wachtelborn, Christian Knappe, Melanie Stichling, Steve Uhlmann, Christian
Knospe und Sebastian Schröder. Foto: Christiane Zuleger
Neu an der Fakultät Gestaltung
Prof. Dr. Frank Hartmann
Nachfolgerin im
Dezernat Internationale
Beziehungen (DIB)
(gestaltung) Zum laufenden Winterse-
Bachelor- und Masterstudiengänge zu
(me) Das Dezernat
mester wurde Frank Hartmann auf die
betreuen haben und uns gleichzeitig in
Internationale Bezie-
Professur Geschichte und Theorie der
einem Umbruch der Medienkultur befin-
hungen wird nach
Visuellen Kommunikation an der Fa-
den, ist es wichtig, nicht abgehobene
der Pensionierung
kultät Gestaltung berufen. Er kommt
Theorie zu betreiben, sondern diese in
von Dr. Bernd Ufer
von der Universität Wien, wo er in
der alltäglichen Gebrauchskultur zu erden.
ab dem 1. Oktober
Philosophie promovierte und sich für
Sowohl Gestalter als auch Künstler kön-
von Dr. Muriel K.
den Fachbereich Medien- und Kom-
nen von einer kulturwissenschaftlichen
Helbig geleitet. Mit
munikationstheorien habilitierte.
Perspektive stark für ihre künftige Tätigkeiten profitieren.« Somit möchte Frank
Prof. Dr. Frank Hartmann. Foto: Rüdiger
Haufe
Dr. Helbig zieht eine
Muriel Helbig.
Foto: Jens Hauspurg
in Washington D.C.
Seine Forschungs-
Hartmann neue Akzente setzen, um den
geborene Psycholo-
und Lehrtätigkeit ist
Studiengängen an der Fakultät Gestal-
transdisziplinär ange-
tung entgegenzukommen: Visual Literacy
über eine breite internationale Erfahrung
verfügt. Nach Schulbesuchen in Deutsch-
gin ins DIB ein, die
legt. Wer sich für das
für die Visuelle Kommunikation und Arti-
Denken interessiere,
stic Research für den Ph.D.-Studiengang
land, dem Libanon und den USA stu-
so Hartmann, komme
Freie Kunst und Design / Freie Kunst. Ein
dierte sie in Potsdam mit Austausch nach
nicht um die Frage
unübersehbarer Wandel in der Ästhetik
Palermo. Anschließend promovierte sie
nach dessen Aus-
der Kommunikation lasse es nicht zu, die
an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Lehre nach dem Muster eines »Master
zum Thema »Ethnische Identität jugend-
drucksmodus herum
– also Schrift, Bild,
narratives« anzulegen, also eine leitende
licher Aussiedler« in einer Kooperation
Ton, Medien. Es gelte nicht nur, die Verän-
Kulturtechnik wie etwa »Bildlichkeit« zu
mit der Universität Haifa. 2004 führte sie
derungen dieser Kulturtechniken begrifflich
privilegieren. Forschung und Lehre müs-
ein Forschungsaufenthalt an die Univer-
zu fassen, sondern sich auch ihrer Herkunft
sen sich statt mit dem Werk oder dem Bild
sity of California (Los Angeles). In Jena
und Zukunft zu vergewissern.
stärker mit dem Prozesshaften kreativer
koordinierte Dr. Helbig das internationale
Tätigkeiten beschäftigen, und damit, wie
Graduiertenkolleg »Konflikt und Koopera-
Entsprechend sind Frank Hartmanns
Publikationen sowohl theoretisch ange-
Technologien der Sichtbarmachung den
tion zwischen sozialen Gruppen« und die
legt – als Medienphilosophie – als auch
Umgang mit sozialer und kultureller Wirk-
Graduiertenschule »Human Behaviour in
historisch, wie etwa »Globale Medien-
lichkeit bestimmen. In einer eigens gegrün-
Social and Economic Change«. Seit 2007
kultur. Techniken, Geschichte, Theorien«
deten Schriftenreihe seines Lehrstuhls
war sie Referentin der dortigen Graduier-
oder »Bildersprache. Otto Neurath Visu-
plant Hartmann bereits im kommenden
ten-Akademie.
alisierungen.«. Er verfasste zudem auch
Jahr dazu erste Ergebnisse vorzulegen.
aktuelle Einführungen zu Medien und
Coudraystr. 13 A, Zi. 107
Kommunikation bzw. Multimedia in der
Geschw.-Scholl-Str. 15, Zi. 202
Telefon: 0 36 43 / 58 23 64
Reihe UTB Profile. »Gerade da wir mit
Telefon: 0 36 43 / 58 32 26
[email protected]
den wissenschaftlichen Lehrgebieten jetzt
[email protected]
Personalia
Rüdiger Haufe
40
Foto: privat
(gestaltung) Rüdiger
Germanistik, Neuere Geschichte und
Ausstellungsgestaltung, Veranstaltungs-
Haufe hat die Pres-
Soziologie arbeitete er zunächst mehrere
organisation sowie in der Jugend- und
se- und Öffentlich-
Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in
Erwachsenenbildung. Seit dem 1. Oktober
keitsarbeit an der
kulturhistorischen Forschungsprojekten
2009 gehört der gebürtige Weimarer nun
Fakultät Gestaltung
an der Klassik Stiftung Weimar. Danach
zur Bauhaus-Universität Weimar.
übernommen.
war er freiberuflich auf einem weiten
Feld kultureller und geisteswissenschaft-
Geschw.-Scholl-Str. 15, Zi. 210
Nach dem Abschluss
licher Dienstleistungen tätig, vorrangig
Telefon: 0 36 43 / 58 30 04
seines Magisterstudi-
in den Bereichen Public Relations/Mar-
[email protected]
ums in den Fächern
keting, Publizistik, Lektorat/Redaktion,
Neues aus dem Dezernat Studium und Lehre
Neue Dezernentin
Neue Leiterin Studentenamt
Wechsel zur WBA
(dsl) Seit dem 1. Oktober heißt die
(dsl) Das Studentenamt im Dezernat
(dsl) Joachim Bendl, bis zum 30. Septem-
neue Dezernentin für Studium und
Studium und Lehre hat mit Doreen Klamt
ber Dezernent für Studium und Lehre,
Lehre Gudrun Kopf. Sie übernahm
seit dem 1. Oktober eine neue Leiterin.
wechselt nach 38 Jahren Weimarer Uni-
das Amt von Joachim Bendl.
versität statt in den Ruhestand in die Privatwirtschaft: Seit
Doreen Klamt stu-
dem 27. Oktober ist
dierte bis 2003 an
er Geschäftsführender
bekannt. Gudrun
der Bauhaus-Uni-
Vorstand der Bauhaus
Kopf hat hier im
versität Weimar im
Weiterbildungsakade-
ersten Studium Bau-
damals neu gegrün-
mie e.V. (WBA). Seine
ingenieurwesen stu-
deten Studiengang
langjährigen Erfah-
diert und im zweiten
Europäische Medi-
rungen in der Konzep-
ihren Abschluss
enkultur. Lyon wurde
tion und Betreuung
als Diplom-Kulturwissenschaftlerin
(Medien) gemacht. Nebenbei arbeitete sie
Foto: privat
für zwei Jahre zum
Foto: privat
Lebensmittelpunkt,
zum einem in vergnüglicher, zum ande-
von Studiengängen
kommen nun dem
An-Institut zu gute. Die Entwicklung von
im Organisationsteam der Europäischen
ren in arbeitsintensiver Weise, aber mit
postgradualen weiterbildenden Masterstu-
Sommerakademie, später war sie deren
allen Vorzügen eines Pilotstudiengangs. In
diengängen, gemeinsam mit allen Fakul-
Managerin. 2005 übernahm sie die Leitung
der Folge sammelte sie praktische Erfah-
täten der Bauhaus-Universität Weimar,
des Studentenamtes. Demnächst stehen
rungen am Goethe-Institut Jerusalem und
steht ebenso auf seiner Agenda der näch-
für sie einige neue Projekte an:
am ZKM Karlsruhe, bevor sie ihr Diplom
sten Jahre, wie auch das Anschieben von
internationalen Projekten.
»Für das Jahr 2010 haben wir die ein-
über ein Theaterstück des Dramaturgen
malige Möglichkeit, ein Service-Zentrum
und Kabarettisten Rainald Grebe been-
für Studierende gegenüber dem Haupt-
dete. Bis 2009 arbeitete Doreen Klamt
gebäude aufzubauen. Hierauf liegt mein
im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsar-
ganzes Augenmerk. Es gilt Prozesse zu
beit sowie Projektkoordination, vornehm-
überdenken, neue Servicefunktionen zu
lich für medizinische Fachgesellschaften
etablieren, das ganze Unternehmen sinn-
und Unternehmen. Die Tätigkeit war
voll zu strukturieren und mit den Part-
gekennzeichnet durch einen ausgepägten
nern zu vernetzen.
Davor steht natürlich die Einarbeitung
Servicegedanken, den sie nun auch im Stu-
Personalia
Neu an der Universität
dentenamt fortführen möchte. Die gebür-
in den neuen Job. 38 Jahre Erfahrung sind
tige Brandenburgerin freut sich über die
nicht einfach zu ersetzen. Neue Akzente
neue Aufgabe und darüber, zusammen mit
möchte ich im Organisatorischen setzen.
ihren Mitarbeiterinnen studentische Ange-
Dr. Arne Käding
Dazu gehört für mich nicht zuletzt ein
legenheiten für Lehrende, Studierende und
Fakultät Bauingenieurwesen,
modernes elektronisches Büromanage-
Bewerber so unkompliziert und schnell
Professur Bauchemie
mentsystem zu installieren als erste Stufe
wie möglich zu bearbeiten.
eines Clearingsystems für das ServiceZentrum.
Desweiteren werde ich mich für die
Sicherung des Careers Service einsetzen,
Seit Juli 2009
Dipl.-Ing. Julia Gabriele Pohl
Coudraystr. 7, Zi. 402/403
Fakultät Architektur,
Telefon: 0 36 43 / 58 23 52
Professur Tragwerkslehre
[email protected]
der bisher aus Mitteln des Verwaltungs-
Dipl.-Ing. Jens Schneider
kostenbeitrages finanziert wurde, und
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
den Aufbau eines eigenen Beratungs- und
Bauchemie
Informationsbereiches für unsere Masterangebote anstreben.«
Seit August 2009
Coudraystr. 7, Zi. 411
Dipl.-Mediengestalter Katja Bose
Telefon: 0 36 43 / 58 23 50
Fakultät Architektur, Professur Raumpla-
[email protected]
nung und Raumforschung
Personalia
Foto: privat
Die »Neue« ist an
der Universität gut
41
Dezernat Forschung
Die neue EU-Referentin stellt sich vor
(dfo) Seit 1. November 2009 bekleidet
Dörte Dedes beruf-
Dörte Dede die Stelle der EU-Referentin
licher Übergang zur
im Dezernat Forschung ist die Unterstüt-
an der Bauhaus-Universität Weimar.
Forschungsförderung
zung der internationalen Projektarbeit in
zurückgreifen. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit
erfolgte schließlich
allen Phasen. Sie berät bei der Auswahl
An der TU Braunschweig und an der Bart-
über eine Projekt-
geeigneter Förderprogramme und hilft bei
lett School of Architecture in London
stelle in Ludwigs-
der Suche nach Projektpartnern. Deswei-
hat sie Architektur studiert. Nach ihrem
burg am EU-Referat
teren begleitet sie die Antragseinreichung
Diplomabschluss in Braunschweig war sie
der Pädagogischen
sowie nach der Bewilligung die Vertrags-
Hochschulen. Nach
phase. Außerdem unterstützt sie bei der
drei Jahren in Baden-
Durchführung laufender Projekte.
zunächst freiberuflich in einem Architek-
Foto: privat
turbüro tätig und hat unter anderem an
Wettbewerbsbeiträgen mitgewirkt. Aus-
Württemberg übernahm sie im Sommer
gelöst durch ihr Interesse an Sprachen
2008 die EU-Forschungsförderung an der
Dipl.-Ing. Dörte Dede
gelangte sie in Nebentätigkeit als Tuto-
Technischen Universität Clausthal. So kann
Telefon: 03643 / 58 25 35
rin im Fachbereich Fremdsprachen an die
ich auf vielfältige Erfahrungen mit den
[email protected]
Volkshochschule Stuttgart und konnte im
europäischen Zuwendungsmechanismen
Rahmen dieser Tätigkeit erste Erfahrungen
für unterschiedliche Fachbereiche in den
bei der Antragstellung für ein EU-Bildungs-
Ingenieurs- und Geisteswissenschaften,
projekt sammeln.
aber auch im künstlerischen Bereich,
Carolin Hauspurg
Dipl.-Ing. (FH) Jörg Kopprasch
Danica Dakic-Trogemann
Universitätsbibliothek, Einstellung nach
Fakultät Architektur, Professur Entwerfen
Fakultät Gestaltung, Dekanat
Ausbildung
und Wohnungsbau
Dipl.-Des. Florian Manderscheid
Dr. Hung Nguyen-Xuan
Fakultät Architektur, Professur Informatik
Fakultät Gestaltung, Produkt-Design
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
in der Architektur
Dipl.-Ing. Jan Ruben Fischer
Modellierung und Simulation – Mechanik
Dipl.-Ing. Christin Pflug
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur Allgemeine Baustoffkunde
Petra Giese
Dipl.-Ing. Katharina Stepien
Fakultät Architektur, Professur Entwerfen
und Wohnungsbau
Dipl.-Ing. Valentin Hadelich
Fakultät Architektur, Professur Entwerfen
Sarah Vogel
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
Dezernat Finanzen
Seit Oktober 2009
und Städtebau I
Grundbau, Einstellung nach Ausbildung
Dr. Frauke Anders
Dr. phil. Ulrike Hanstein
Seit September 2009
Fakultät Architektur, Professur Informatik
Fakultät Medien, Professur Medienphilo-
Kristina Hellmann
Tetana Andrusuk
Personalia
sophie
42
Fakultät Medien, Professur Gestaltung
Fakultät Bauingenieurwesen, Institut für
Rüdiger Haufe
medialer Umgebungen
Wasserwesen
Fakultät Gestaltung, Öffentlichkeitsarbeit
Bernhard Hopfengärtner
Konstanze Bleul
Dr. Muriel Kim Helbig
Fakultät Medien, Professur Gestaltung
Dezernat Forschung
Leitung International Office
Cornelia Büschbell
Nico Herzog
medialer Umgebungen
Dipl.-Politologe Janos Klocke
Fakultät Gestaltung, Professur Produkt-
Universitätskommunikation
Fakultät Architektur, Professur Sozialwis-
Design
Mitarbeiter Thüringer Hochschulmarketing
senschaftliche Grundlagen
Ehrung zum 80. Geburtstag
Horst Kretzschmar – erster Professor für Bauinformatik im deutschsprachigen Raum
Mit einem Ehrenkolloquium zum 80.
D2 – ein Röhrenrech-
Organisationswissenschaften (LOW)
Geburtstag würdigte die Fakultät Bauin-
ner mit 4096 Spei-
sowie die beiden Dienstleistungsbereiche
genieurwesen der Bauhaus-Universität
cherplätzen – zur
System- und Operativprogrammierung
Weimar am 9. Oktober Prof. Horst Kretz-
Verfügung.
(SOP) und Leitungs- und Informations-
schmar. Innerhalb des Faches war er der
Nach der Habi-
System Hochschulwesen (LIS). Die Sek-
erste, welcher dezidiert für das Lehrgebiet
litation mit einer
tionsleitung hatte Prof. Kretzschmar bis
Datenverarbeitung im Bauwesen berufen
Arbeit über die
zur Übergabe an Prof. Reinhard Hübler im
wurde, aus der sich später die Disziplin
Berechnung von
April 1989 inne.
Bauinformatik entwickeln sollte. Im Rah-
Faltwerken erfolgte
men der Ehrung wurde besonders die
Foto: privat
wissenschaftliche Weitsicht von Horst
Neben dem Aufbau des Bereichs
1966 die Berufung
Datenverarbeitung im Bauwesen
an die Hochschule
bemühte er sich um einen wissenschaft-
Kretzschmar hervorgehoben, wie Prof.
für Architektur und Bauwesen Weimar für
lichen Vorlauf für die rechnergestützte
Udo Meißner (TU Darmstadt) mit zahl-
das Gebiet Datenverarbeitung im Bau-
Bauplanung. Dass diese Arbeit über die
reichen Belegen aus Konferenzbeiträgen
wesen – zu dieser Zeit ein Novum in der
Grenzen der Hochschule hinaus Anerken-
des Jubilars demonstrieren konnte.
deutschsprachigen Hochschullandschaft.
nung fand, zeigte die Berufung in diverse
Die Professur Informatik im Bauwesen ist
Fachgremien. Als Mitglied der Bauaka-
Nach einem Diplomstudium des Bau-
auch heute unverzichtbarer Bestandteil
demie war Prof. Kretzschmar Dekan der
ingenieurwesens an der TH/TU Dres-
der Ingenieurausbildung in Weimar. Die
Fakultät Bautechnik und Vorsitzender der
den nahm er dort eine wissenschaftliche
wissenschaftlichen Mitarbeiter unter der
Sektion Projektierung und Rechentechnik
Tätigkeit auf und wurde 1959 promoviert.
Leitung von Prorektor Prof. Karl Beucke
beim Plenum der Bauakademie.
Danach entwickelte er das erste Pro-
arbeiten dazu an verschiedenen hoch-
gramm für die Berechnung orthogonaler
aktuellen Themengebieten wie zum Bei-
Stockwerkrahmen mit. Zur gleichen Zeit
spiel den Bauwerksinformationsmodellen
seit fast 20 Jahren als Berater im Inge-
untersuchte Dr. Kretzschmar die Nutzungs-
(BIM) oder dem Integrative Structural
nieurbüro für Tragwerksplanung seines
möglichkeiten der Analogrechentechnik
Design mit.
für die Baumechanik. Voraussetzung für
Nachdem im Zuge der Hochschulre-
Nach Beendigung seiner Hochschulkarriere arbeitet Prof. Kretzschmar nunmehr
Sohnes und Kammermitgliedes Frank
Kretzschmar. Prof. Kretzschmar sagt
die Untersuchungen zur Anwendung der
form 1968/69 aus dem Institut für Mathe-
Rechentechnik im Bauwesen waren die
matik die Sektion Rechentechnik und
selbst dazu: »Diese Tätigkeit kann als eine
Krönung meiner beruflichen Laufbahn
Entwicklungsarbeiten des Computerpio-
Datenverarbeitung (RT/DV) hervorging,
angesehen werden, da hier die Erfah-
niers Nikolaus Joachim Lehmann, Direktor
übernahm Prof. Kretzschmar 1970 die Lei-
rungen eines über 50-jährigen Berufsle-
des Instituts für maschinelle Rechentech-
tung der Sektion und prägte maßgeblich
bens als Bauingenieur einfließen.«
nik der TH Dresden. N. J. Lehmann begann
deren Profil. Neben dem Rechenzentrum
Mitte der 1950er Jahre mit der Entwick-
umfasste die Sektion die Wissenschafts-
Dr. Michael Eckardt
lung von Rechenautomaten der D-Serie.
bereiche Mathematik, Datenverarbeitung
Ingenieurkammer Thüringen
1959 stand in Dresden der Digitalrechner
im Bauwesen (DV) und Leitungs- und
Silvia Kämpfer
Frank Matuse M.Sc.
Michael Schwedler M.Sc.
Dezernat Finanzen
Fakultät Medien, Professur Interface
Fakultät Bauingenieurwesen, Institut für
Design
Strukturmechanik
Dezernat Forschung
Dipl.-Kulturwiss. (Medien) Silke Martin
Dipl.-Ing. Christian Semmler
Fakultät Medien, Bereich Medienkultur
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
Bauchemie,
Doreen Klamt
Dezernat Studium und Lehre, Leitung Stu-
Dipl.-Ing. Timo Riechert
dentenamt
Fakultät Architektur, Professur Bauformen-
Dipl.-Ing. Marie Ulber
lehre
Fakultät Architektur, Professur Entwerfen
und Gebäudelehre II
Dipl.-Ing. Mathias Klöpfel
Fakultät Architektur, Professur Entwerfen
Verena Schütz
und Gebäudelehre I
Dezernat Finanzen
Personalia
Andreas Kettritz
43
Seit November 2009
Nicht mehr an der Universität
Dr. Tobias Nanz
Fakultät Medien, Professur Medienge-
Lisa Conrad
Seit Juni 2009
schichte der Wissenschaften
Fakultät Medien, Professur Medienmanagement
Dörte Dede
Dipl.-Ing. Heiko Holzberger
Prof. Dr. Frank Petzold
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
Fakultät Architektur, Juniorprofessur Archi-
Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
tekturinformatik
Dezernat Forschung
Dipl.-Mineral. Jessica Kohnke
Susanne Ring
Christiane Loch
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
Fakultät Gestaltung, Lehramt Kunst
Universitätsbibliothek
Bauchemie
Bettina Ruhland
Annika Müller, M.A.
Seit Juli 2009
International Office
Fakultät Architektur, Professur Sozialwissenschaftliche Stadtforschung
Umsetzung
Chien-Hung Lu
Dr. Martina Sauer
Fakultät Bauingenieurwesen, Graduierten-
Fakultät Gestaltung, Dekanat
kolleg »Modellqualitäten«
Marc Schäfer
Universitätsbibliothek
Gudrun Kopf
Dezernat Studium und Lehre
Seit August 2009
Berufungen
Saskia Benger
Fakultät Architektur, Professur Informatik
Fakultät Medien, Professur Interface-
in der Architektur
Dipl.-Ing. Sven Schneider
Mit Wirkung vom 2.9.2009 wurde Prof. Dr.
Design
Frank Hartmann zum Universitätsprofessor
Jörn Weinhold
für das Fachgebiet »Geschichte und Theo-
Dr.-Ing. Kay-Uwe Schober
rie der Visuellen Kommunikation« an der
Fakultät Bauingenieurwesen, Institut für
Fakultät Gestaltung ernannt.
konstruktiven Ingenieurbau
Seit Oktober 2009
Mit Wirkung vom 24.9.2009 wurde Prof.
Seit September 2009
Thomas Gebhardt
Azim Akcivan
Geodäsie und Photogrammetrie
Dr. Cornelia Vismann zur Universitätsprofessorin für das Fachgebiet »Geschichte
Bauhaus Research School
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
und Theorie der Kulturtechniken« an der
Fakultät Medien, Professur
Fakultät Medien ernannt.
Medien-Ereignisse »Studio Bauhaus«
Ruhestand/Altersteilzeit
Mit Wirkung vom 3.9.2009 wurde Dr. phil.
Dipl.-Mediengest. Daniel Fischer
Joachim Bendl
Markus Krajewski zum Juniorprofessor für
Fakultät Medien, Professur Virtual Reality
Dezernat Studium und Lehre
das Fachgebiet »Mediengeschichte der
Wissenschaften« an der Fakultät Medien
Dipl.-Inf. Stefan Hesse
Heidrun John
ernannt.
Fakultät Medien,
Kanzleramt
Professur CSCW
Mit Wirkung vom 1.10.2009 wird Dr. phil.
Dr. Hartmut Krug
Christiane Voss als Vertretungsprofesso-
Nancy Hünger
rin für »Medienphilosophie audiovisueller
Fakultät Gestaltung, Professur Ästhetik
Medien« an der Fakultät Medien eingestellt.
Fakultät Bauingenieurwesen, FIB
Gisela Mey
Prof. Dr. Markus König
Universitätsbibliothek
Fakultät Bauingenieurwesen, JuniorprofesMit Wirkung vom 01.10.2009 wird Yvonne
sur Theoretische Methoden des Projekt-
Christina Vogler
Förster, M.A. als Gastprofessorin für das
managements
Fakultät Architektur
Fachgebiet Ästhetik an der Fakultät Gestal-
Personalia
tung eingestellt.
44
Dipl.-Ing. Arnim Marx
Melitta Weißleder
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
Fakultät Bauingenieurwesen, Professur
Theoretische Methoden des Projektma-
Informations- und Wissensverarbeitung
nagements
Ulrike Mohr
Fakultät Gestaltung,
Professur Freie Kunst
Leben
Nahaufnahme
In dieser Ausgabe: Johanna Warmuth und Frederik Bechtle (Bauhaus Internationals)
Deutsche Kartoffel trifft exotische Frucht.
Referates des StuKo, welches seit dem
Mit dieser augenzwinkernden Analogie
Wintersemester 08/09 als Bauhaus Inter-
Sie lebte im Wohnheim »Jakob« vor allem
rufen die Bauhaus-Internationals auf, in
nationals auftritt.
mit Landsleuten zusammen, so dass sie
ihrem Projekt mitzuarbeiten. »Wir versuchen, Vorurteile und Berührungsängste
Auch Frederik Bechtle, der an der
sie zu den Bauhaus Internationals kam:
privat mit der deutschen Kultur nur wenig
Bauhaus-Universität Weimar Architek-
in Berührung kam. »Mir ist es wichtig,
zwischen ausländischen und deutschen
tur studiert und ebenfalls bei den Bau-
den Austauschstudenten zu zeigen, dass
Studierenden abzubauen«, sagt Johanna
haus Internationals mitwirkt, sieht einen
es hier viel zu entdecken gibt. Anderer-
Warmuth, die sich seit einem Jahr bei
großen Bedarf an einer kontinuierlichen
seits zeigen die ausländischen Studenten
den Bauhaus Internationals engagiert.
Fortführung des Projekts. Mit Länder­
auch mir mein Land aus einem ganz ande-
abenden, bei denen ausländische Studie-
ren Blickwinkel, das macht die Arbeit so
Die Produktdesign-Studentin erfuhr aus
rende ihre Heimat vorstellen, Exkursionen
interessant.« Das bestätigt auch Johanna:
dem »bogen«, dass der Verband der aus-
und besonders dem Buddy-Programm
»Die anfänglichen Hemmschwellen wer-
ländischen Studierenden schon seit einiger
(»der bogen« berichtete) soll der kultu-
den schnell überwunden und man spricht
Zeit aus Mitgliedermangel nicht mehr exi-
relle Austausch gefördert werden. »Für
offen über viele Dinge.« Beide wünschen
stierte. Der Aufruf des International Office,
mich ist es sehr spannend, Studenten aus
sich, dass sich noch mehr Leute für die
sich für die Kommunikation zwischen aus-
der ganzen Welt zu treffen und etwas
Bauhaus Internationals finden und auch
ländischen und deutschen Studierenden zu
über ihre Kultur zu erfahren«, erwi-
die Zusammenarbeit mit der Uni weiter
ausgebaut wird. »Schließlich haben wir
engagieren, traf bei ihr auf offene Ohren.
dert Frederik auf die Frage nach seinen
»Die Problematik wurde mir bewusst, als
Beweggründen, sich aktiv zu beteili-
ja den Ruf einer internationalen Hoch-
ich zu Beginn meines Studiums in Wei-
gen. »Mir war gar nicht bewusst, aus wie
schule«, bringt es Johanna auf den Punkt.
mar im Hostel zwei Kanadierinnen kennen
vielen Ländern junge Leute nach Wei-
lernte, die Schwierigkeiten hatten, sich
mar kommen, um zu studieren. Ich habe
sich bei den Bauhaus Internationals
in Weimar einzuleben«, erzählt Johanna.
mittlerweile zum Beispiel Studenten aus
engagieren will oder sich für weitere
»Das Betreuungsprogramm des Inter-
Bangladesh, Malaysia oder Pakistan ken-
Events interessiert, kann sich im Internet
national Office ist zwar sehr gut organi-
nen gelernt, Länder, von denen ich vorher
informieren oder einfach zum wöchent-
siert, aber es fehlten eben aktive Leute
nur wenig Vorstellung hatte.«
lichen Treffen montags 19 Uhr in die M18
von studentischer Seite, die besonders
Er erinnert sich besonders an eine
»Don’t be shy and just come by« – Wer
kommen.
die Vollzeitstudierenden aus dem Ausland
Begebenheit, bei der ihm die Situation
kontinuierlich begleiten und helfen, Kon-
vieler Studenten besonders aus dem asi-
Annika Nestler
takte aufzubauen.« So engagierte sie sich
atischen Raum klar wurde. Eine chine-
Studentische Mitarbeiterin der
mit vielen motivierten (inter)nationalen
sische Studentin erzählte bei einem der
Universitätskommunikation
Studierenden bei der Neustrukturierung
Länderabende, dass sie einen »Kultur-
des schon existierenden multikulturellen
schock« eigentlich erst hatte, nachdem
Leben
www.uni-weimar.de/internationals
46
Keine Couch-Potatoes, sondern »deutsche Kartoffeln«: Johanna Warmuth und Frederik Bechtle helfen ausländischen Studierenden, sich in Weimar zurechtzufinden.
Foto: Annika Nestler
Campusluft schnuppern
Auf Erkundungstour durch die Bauhaus-Universität Weimar
In den Herbstferien hatten Gymna-
stellen. Künstlerisch Veranlagte durften
Stationen des Wegs. Hier konnten sie
siasten wieder die Gelegenheit, eine
in den Werkstätten der Fakultät Gestal-
sich einen breitgefächerten Überblick
Woche lang die Studienbedingungen
tung selbst Hand anlegen und zum Bei-
über die historischen und künstlerischen
an der Bauhaus-Uni zu »testen« und
spiel einen Siebdruck herstellen. Schü-
Gebäude der Bauhaus-Universität Wei-
mittendrin im Uni-Geschehen zu sein.
lerinnen und Schüler, die ihre Zukunft
mar verschaffen.
Ingrid Eismann begrüßte am 19. Ok-
eher im Ingenieurbereich sehen, experi-
tober Schüler und Schülerinnen, unter
mentierten in den hochmodernen Prüf-
Bauhaus« stand ein Besuch der im Herzen
anderem aus Bayern und Sachsen, im
laboren der Fakultät Bauingenieurwe-
Weimars stehenden Universitätsbiblio-
Audimax der Universitätsbibliothek.
sen und setzten beispielsweise Beton
thek auf dem Programm. Hier erfuhren
so lange unter Druck, bis er in tausend
die interessierten Schülerinnen und Schüler alles über die Struktur der Universi-
Am vorletzten Tag des »Abenteuers
Was erwartet mich bei einem Studium
Teile zerspringt. Für alle war das Neu-
an der Bauhaus-Universität Weimar? Wie
land und sicherlich eine nicht gekannte
tätsbibliothek, welche Bücher man auslei-
finde ich ein passendes Studium für mich?
Informationsflut. Zur Verdauung gab es
hen kann und wie man schnell das Buch
findet, was man gerade sucht.
Wann muss ich mich bewerben? Diese
anschließend die Stadtrallye durch Wei-
und weitere Fragen beschäftigen die ange-
mar. Bei dieser Gelegenheit konnten die
henden Abiturienten, wenn sie sich für ein
Abiturienten Weimar kennen lernen und
Mit dieser abwechslungsreichen Exkursion durch die »Welt des Bauhauses«
Studium entscheiden. Das Schnupperstu-
gleichzeitig eigene Fotos von Orten oder
konnten sich die Schüler ein Bild über das
dium ist deshalb die ideale Möglichkeit,
Objekten machen, die sie als besonders
Leben und Studieren an der Bauhaus-Uni-
mehr über die Fakultäten und die verschie-
ausdrucksstark empfanden. Das beste
versität Weimar machen. Und sicher wer-
denen Studiengänge zu erfahren. »Man
Foto wurde am Abend prämiert.
den einige nach bestandenem Abitur im
muss abwägen, welche Interessen man hat
Beim Studienspaziergang am nächsten
und wo die Stärken liegen«, bekräftigte
Tag erhielten die Teilnehmer geschicht-
Ingrid Eismann.
liche Hintergrundinformationen zum
nächsten Jahr nach Weimar zurückkehren,
um hier ein Studium zu beginnen.
Bauhaus. Das Hauptgebäude der Bau-
Normen Fritz
haus-Universität Weimar, die Gebäude
Praktikant der Universitätskommunikation
konnten die Gymnasiasten bei realen,
der Fakultäten Gestaltung und Medien
ausgewählten Lehrveranstaltungen fest-
sowie ein Blick in die Werkstätten waren
Leben
Dass Studieren nicht nur heißt, vor
Büchern oder in Vorlesungen zu sitzen,
47
Dana Horch erklärte den »Schnupperstudierenden«, wie man bei der Bibliotheksrecherche vorgeht. Foto: Normen Fritz
marke.6
Neues aus der Universitätsgalerie
marke.6 hat sich als Universitätsgalerie
derts im Kontext des Web 2.0. Weitere
die Aufgabe gesetzt, die zeitgenössischen
Arbeiten und Interviews mit den Künst-
Themen und Fragestellungen aus den
lern können auch als Videodokumentation
unterschiedlichen Bereichen der Bauhaus-
auf der Homepage der Universitätsgalerie
Universität Weimar zu präsentieren und
angesehen werden. Dr. Golo Föllmer, Juni-
mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren.
orprofessor für `Interkulturelle Medien-
In diesem Sommer nahm marke.6 auf
wissenschaft, Schwerpunkt Audiokultur«
Initiative von Max Neupert, künstle-
an der Martin-Luther Universität Halle-
rischer Mitarbeiter der Professur Gestal-
Wittenberg beriet marke.6 in der Aus-
tung medialer Umgebungen mit »Hört,
stellungskonzeption. In seinem Text zur
Hört- Seht, Seht! Eine Ausstellung für
Ausstellung setzt er die Weimarer Arbeiten
»Echolot« von Moritz Wehrmann.
Auge und Ohr« erstmalig raumbezogene
in ein Verhältnis zu den zeitgenössischen
in Chisinau, der Hauptstadt der Repu-
und objekthafte Audio-Installationen,
Entwicklungen und Diskursen in Klang-
blik Moldau, ein leer stehendes Zirkus-
interaktive Arbeiten und Performance-
und Medienkunst und ihre Genre-Über-
gebäude als Raum für Experimente wie-
Dokumentationen von Studierenden,
schreitungen zu den bildkünstlerischen
derbelebt. Synapsen vereinte Künstler,
Lehrenden und Alumni der Bauhaus-Uni-
Traditionen, der Bildhauerei, Installations-
Designer und Kulturwissenschaftler aus
versität Weimar und der Hochschule für
kunst, Performancekunst sowie zur Lite-
Deutschland, Italien, Rumänien und der
Musik Franz Liszt Weimar in den Fokus.
ratur. Die Arbeiten sind entstanden bei
Republik Moldau in einem produktiven
Prof. Robin Minard, Studio für elektroa-
und kreativen Austausch vor Ort.
Die Formensprache und Funktionsweise
kustische Musik, Hochschule für Musik
der künstlerischen Arbeiten thematisier-
Franz Liszt, Prof. Ursula Damm, Professur
Mit Unterstützung des Kreativfonds
erarbeiteten die Synapsen-Initiatoren
ten dabei das technologisch geprägte Ver-
Gestaltung medialer Umgebungen, Prof.
Waldmann und Heunemann nun die Aus-
ständnis künstlich erzeugter Erfahrungen.
Barbara Nemitz und Anke Stiller, Studien-
stellung »Import – Export: From Mol-
Moritz Wehrmanns Arbeit »Echo« etwa
gang Freie Kunst.
dova with Love« und zeigen Werke von
präsentierte sich im Ausstellungsraum als
Seit dem 16. Oktober präsentieren die
Interventii3, einem Projekt der Chisinauer
ein Stickbild eines Harzer Tal-Ortes, über
Kuratoren Julia Heunemann und Georg
Kunstinitiative »Oberliht«, die sich mit
dass sich via Mikrophon und Internet ein
Waldmann in der Ausstellung »Import-
aktuellen moldauischen Problematiken
Echo in eben jenem Harzer Tal erzeugen
Export: From Moldova with Love« zeit-
wie Sprachpolitik und nationaler Identi-
liess. Michael Markerts Arbeit »Kempe-
genössische Kunst aus Moldawien in
tätsfindung auseinandersetzen: Fotogra-
len 2.0« aktualisierte Wolfgang Kempelens
den Räumen der Universitätsgalerie. Die
fien, Arbeiten auf Papier, Skulpturen und
Untersuchungen und Versuche zu einer
Initiative Synapsen, 2008 von Weimarer
Installationen.
Sprechmaschine Ende des 18. Jahrhun-
Studierenden und Alumni gegründet, hat
Im Rahmen des Salon Import-Export
werden begleitend zur Ausstellung
Gesprächsrunden und Präsentationen
weitere Einblicke in kulturelle und politische Thematiken der Republik Moldau
eröffnen, am 26. November, 10. Dezember und 15. Januar, jeweils um 20 Uhr vor
Ort bei marke.6.
Import-Export: From Moldova with
Love wird aus Mitteln des Kreativfonds
der Bauhaus-Universität Weimar unterstützt. Die Ausstellung ist bis zum 17.
Januar 2010. Dienstags bis Sonntags von
Leben
11 bis 17 Uhr zu sehen.
Dörte Dennemann
Projektleitung
marke.6, Neues Museum Weimar
48
www.markepunktsechs.de
»Kempelen 2.0« von Michael Markerts. Fotos: marke.6
Plattform für junge Ideen
Das Bauhaus.TransferzentrumDESIGN auf der Frankfurter Buchmesse 2009
Die größte Buchmesse der Welt mit 7.000
boyante Pangrammjuwelen, schön verkürzt
Ausstellern aus 100 Ländern fand vom 14.
und exquisit illustriert« ausgedacht hat.
Oktober bis 18. Oktober 2009 in Frankfurt
Es war eines der ausgesuchten Pro-
am Main statt. 3000 Veranstaltungen,
dukte auf der Frankfurter Buchmesse
290.469 Besucher, darunter 181.155 Fach-
2009, die dank des BTD realisiert wurden.
besucher zog es auf die diesjährige Buch-
Ein Vogelhäuschen von Georg Panther,
messe. Das Bauhaus.TransferzentrumDE-
Alumnus der Bauhaus-Universität Wei-
SIGN war erstmals mit einem eigenen
mar, sowie ein Sitzkeil, der sich als Akten-
Stand im Bereich Non-book vertreten.
ordner tarnt von Martin Kuban, Professor
»Wissen Sie was ein Pangramm ist?« Dies
Gestaltung, waren weitere.
im Bereich Produkt-Design der Fakultät
war eine der vielen Einstiegsfragen mit
Im Zentrum der Präsentation stand in
denen das Team des Bauhaus.Transfer-
diesem Jahr der Bauhaus-Kalender 2010,
Foto: BTD
zentrumDESIGN (BTD) das Gespräch mit
der durch seine schräge Ecke im idealen
dem Fachpublikum suchte. Die Reakti-
Lesewinkel auf dem Schreibtisch platziert
ment drückt zugleich die Atmosphäre am
onen der Besucher reichten von Erstaunen
werden kann. Das internationale Publi-
Stand des Bauhaus.TransferzentrumDE-
bis Begeisterung, wenn sie dann von der
kum zeigte sich von dieser ebenso ein-
SIGNs aus. Als Schnittstelle zwischen
jeweiligen Geschichte erfuhren, die jedem
fachen wie innovativen Idee immer wie-
der Bauhaus-Universität Weimar und der
der Produkte des BTD mitgegeben ist.
der verblüfft und erfreut.
Wirtschaft bot das Bauhaus.Transferzen-
»Juveniler Typograf, für Barockantiqua
schwärmend, setzt schöne Fließtexte.« ist
Juergen Boos, Direktor der Frankfur-
trumDESIGN mit dem Messeauftritt eine
ter Buchmesse, zog Bilanz: »Viele Ver-
gelungene Plattform für junge Ideen und
ein Satz in dem alle Buchstaben des Alpha-
leger haben diese Messe als die Beste
Produkte.
bets vorkommen und dabei auch eines der
seit langem empfunden – die Gespräche
30 neuen Pangramme, die Ina Hattenhauer
waren intensiver denn je, die Atmosphäre
Sina Berst
sich für ihren kleinen Band »Äußerst flam-
konzentriert und ruhig.« Dieses State-
Büro des Rektors / Partner und Alumni
Nach dem Bauhaus
Ausstellung und Buch zum Neuen Bauen in Erfurt
Spätestens seit der legendären Wei-
tur, Gestaltung und Medien der Bauhaus-
ßenhofsiedlung des Werkbundes 1927
Universität Weimar. Grundlegend war ein
blikation stellt zudem die Geschichte des
in Stuttgart war das Neue Bauen zur
architekturhistorisch-fotokünstlerisches
Neuen Bauens in Erfurt und seine foto-
tonangebenden deutschen Architek-
Seminar im Sommersemester 2009. Unter
grafische Darstellung in den 1920er Jahren
turströmung geworden. Obwohl einst
Betreuung der Professur Denkmalpflege
ausführlich dar. Betreut durch die Profes-
auch in Erfurt lebhaft begrüßt und mit
und Baugeschichte (Fakultät Architektur,
sur Visuelle Kommunikation / Typografie
zahlreichen qualitätvollen Bauwerken
Prof. Hans-Rudolf Meier) und der Dozen-
(Fakultät Gestaltung, Prof. Jay Ruther-
vertreten, ist diese Bauepoche in der
tur Fotografie (Fakultät Medien, Alexan-
ford) entstand die Gesamtkonzeption für
heutigen thüringischen Landeshauptstadt
der Lembke) entstanden fotografische
das Erscheinungsbild aller Medien dieses,
fast vergessen. Ziel der Ausstellung »Nach
Gebäudeporträts nicht nur aus architek-
durch den Kreativfonds der Bauhaus-
dem Bauhaus« war es, dies zu ändern.
tonischer Perspektive, sondern auch mit
Universität Weimar geförderten, Projekts.
einem künstlerischen Blick. Diese studen-
Geplant ist nun eine weitere Ausstellung
Die 14-tägige, gutbesuchte Präsentation
tischen Arbeiten widmen sich vor allem
in Weimar.
in den Räumen des Erfurter »Weinreiter-
der Gegenwart dieses nicht immer gelieb-
Hauses« Anfang November entstand als
ten Erbes. Wandel, Alterung und Gebrauch
Iris Engelmann
Gemeinschaftsarbeit von Studierenden
werden genauso thematisiert, wie die
Dr. Mark Escherich
und Lehrenden der Fakultäten Architek-
Abwesenheit und die mögliche Rückkehr
Professur Denkmalpflege und Baugeschichte
Leben
der Menschen. Die zugehörige Buchpu-
49
Mitarbeiter unterwegs in Europa
Erfahrungsaustausch in Schweden und Portugal im Rahmen des ERASMUS-Programms
In den Sommermonaten konnten Ka-
jahr 2010/11 auch Studierenden die Mög-
rin Ailland (Professur Baubetrieb) und
lichkeit zu einem Auslandsaufenthalt in
Dr. Volkmar Zabel (Institut für Struk-
Porto bzw. Weimar zu ermöglichen.
turmechanik) mit Unterstützung des
Dipl.-Ing. Karin Ailland besuchte im
ERASMUS-Programms für Personalmobilität
Rahmen des ERASMUS-Programms das
zu Fort- und Weiterbildungszwecken
Institut für Real Estate and Construction
wertvolle Erfahrungen an den Universi-
Management der KTH in Stockholm.
täten in Porto und Stockholm sammeln.
Für drei Wochen wurde sie dort sehr herz-
Auf Einladung von Prof. Rui Calçada und
digen Arbeitsplatz ausgestattet und in die
lich aufgenommen, mit einem vollstänProf. Álvaro Cunha von der Ingenieurwis-
international besetzte Forschergruppe des
senschaftlichen Fakultät der Universität
Instituts eingebunden. Neben dem inten-
Porto hatte Dr. Zabel im Juli Gelegen-
siven Austausch mit schwedischen Kol-
heit, die Forschergruppen in Porto für drei
legen zu aktuellen Forschungsprojekten
Wochen bei ihrer Arbeit zu begleiten. Die
entstanden so auch rege Diskussionen mit
Themen des Erfahrungsaustauschs reichten von der Untersuchung vorgefertigter
Prof. T. Kalbro, K. Ailland und Prof. H. Lind an der
KTH. Foto: Karin Ailland
Ph.D.-Studierende aus China, Polen und
Die Aufnahme durch die portugiesischen
Professoren Hans Lind und Örjan Wik-
Stahlbetonbrückenkonstruktionen unter
dynamischer Belastung bis hin zu Studien
Kollegen aus dem arabischen Raum.
Betreut wurde ihr Aufenthalt durch die
zur Modellierung von komplexen Eisen-
Kollegen war ausgesprochen herzlich. Über
forss, welche sich sehr bemüht haben,
bahngleissystemen. Diese Forschungsar-
den Austausch mit ihren Arbeitsgruppen
Kontakte zu weiteren Universitäten und
beiten umfassen sowohl numerische als
hinaus ermöglichten sie auch, die eigene
zu schwedischen Praxispartnern zu ver-
auch umfangreiche experimentelle Unter-
Arbeit und die Bauhaus-Universität Wei-
mitteln. Zusätzlich boten sie ihr die Mög-
suchungen. Besonders interessant war die
mar vorzustellen sowie den Besuch inte-
lichkeit, ihr Dissertationsthema im Rah-
Begleitung von zwei Versuchsreihen an
ressanter Vorträge und das Gespräch mit
men einer Vortragsreihe des Instituts
Bahnanlagen. Es zeigte sich eine Reihe
weiteren internationalen Gästen in Porto.
von Anknüpfungspunkten für zukünftige
Auf der Basis dieser für beide Sei-
vorzustellen. Karin Ailland kehrte mit
einer Vielzahl von Ideen und Anknüp-
Forschungskooperationen zwischen den
ten sehr fruchtbringenden Erfahrungen
fungspunkten für zukünftige Forschungs-
Arbeitsgruppen in Porto und dem Institut
wurde der Ausbau des Austauschs verein-
projekte zwischen der KTH Stockholm
für Strukturmechanik in Weimar.
bart. Es wird angestrebt, ab dem Studien-
und Bauhaus-Universität Weimar zurück.
Auch für die internationalen Beziehungen der Universität war die Reise ein
Erfolg. Besonders positiv wurde von den
schwedischen Kollegen aufgenommen,
dass neben dem erfolgreich etablierten
Austausch von Studierenden nun auch
erstmals eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bauhaus-Universität Weimar die
KTH Stockholm auf Basis der ERASMUSKooperation besucht hat.
Dr. Zabel und Karin Ailland möchten
an dieser Stelle auch allen danken, die
diesen Austausch ermöglicht und unterstützt haben. Im Besonderen den Mitarbeitern des International Office der Bau-
Leben
haus-Universität Weimar, Dr. Ufer sowie
Prof. Dr.-Ing. habil. Könke, Prof. Dr.-Ing.
Rabczuk und Prof. Dr.-Ing. Bargstädt.
50
Dr. Volkmar Zabel
Karin Ailland
Dynamische Versuche an einer Eisenbahnbrücke in Portugal. Foto: Volkmar Zabel
Vermischtes
Bauphysik auch sportlich fit
Am Wochenende des 10. und 11. Oktobers
fand der Weimarer Stadtlauf im Rahmen
des 356. Zwiebelmarktes statt. Mit dabei
in diesem Jahr: der Lehrstuhl Bauphysik.
Sieben sportliche Wissenschaftler stellten
ihre körperliche Fitness bei der 10 km-Strecke auf die Probe. Dabei hat der Lehrstuhl
gezeigt, dass er nicht nur zu wissenschaftlichen Höchstleistungen fähig ist, denn alle
Starter hielten durch. Natürlich hatte der
Lehrstuhl auch einen Sponsor! Die T-Shirts
der Läufer machten auf den online weiterbildenden Master- und Zertifikatstudiengang eLearning Bauphysik aufmerksam,
der an der Bauhaus-Universität Weimar
belegt werden kann.
v.l.n.r.: Thomas Bröker, Karin Gorges, Oliver Kornadt, Albert Vogel, Conrad Völker. Foto: Markus Hofmann
Albert Vogel
Gute Perspektiven für Bachelor-Absolventen
Eine neue Studie zum Berufserfolg von
und ist mit der Erstanstellung überwie-
schung (INCHER-Kassel). Während der
Hochschulabsolventen bescheinigt Bache-
gend zufrieden. Ein weiteres Ergebnis der
Tagung »Studienbedingungen, Kompeten-
lor-Absolventen gute Berufschancen. Sie
Untersuchung: Über die Hälfte der Bache-
zerwerb und Berufserfolg« an der Freien
haben bei fächerübergreifender Betrach-
lor-Absolventen von Universitäten stu-
Universität Berlin am 8. und 9. Oktober
tung ähnliche Chancen, eine Anstellung
diert weiter. Durch die im internationalen
2009 wurden die Ergebnisse der Untersu-
zu finden wie Absolventen früherer Stu-
Vergleich überdurchschnittlich hohe Wei-
chung vorgestellt.
diengänge. Die Beschäftigungssuche dau-
terstudierendenquote wird auch die rela-
ert mit rund drei Monaten genauso lange
tiv niedrige Studierendenanfängerquote
Bundesministerium für Bildung und
wie bei Diplom- und Magisterabsolventen.
in Deutschland teilweise ausgeglichen.
Forschung, Pressereferat
Darüber hinaus schätzt sich ein gleich
Die Studie zum Berufserfolg von Hoch-
hoher Anteil von Bachelor-Absolventen
schulabsolventen stammt von dem Inter-
als ausbildungsadäquat beschäftigt ein
nationalen Zentrum für Hochschulfor-
An den Erfurter Bauhäusler Erich Bor-
Meyer und weiteren Bauhäuslern nach
chert (1907 – 1944) erinnert seit kurzem
Moskau, wo er für den Bereich Fassaden-
eine Gedenktafel an dessen Wohnhaus in
und Innenraumgestaltung gigantischer
der Friedrich-Engels-Str. 67. Auf Initiative
Wohnungsbauprojekte verantwortlich war.
von Dr. Mark Escherich, Lehrbeauftragter
Im Zuge der stalinistischen Säuberungen
an der Professur Baugeschichte und Bau-
wurde er nach Kasachstan deportiert und
denkmalpflege, wurde darüber hinaus mit
verstarb in einem Gulag.
Leben
Bauhaus-Künstler geehrt
einer Reihe von Veranstaltungen auf das
tragische Schicksal des Erfurter Künstlers
Dr. Michael Eckardt
aufmerksam gemacht. Borchert übersie-
Ingenieurkammer Thüringen
delte 1930 mit Bauhausdirektor Hannes
51
Foto: Dr. Michael Eckardt
Preise
Gold für Geomechanik
Absolvent erhält renommierten Leopold Müller Preis
(bauing) Nach dem Pionier der Felsme-
initiale Zustände und Randbedingungen
chanik, des Tunnelbaus und der Ingeni-
beschreiben. Neben dem Rückgriff auf
eurgeologie, Leopold Müller, ist der mit
ungenaue Erfahrungswerte und/oder der
2.500 Euro dotierte Preis benannt, den
kostenintensiven und nicht immer mög-
die Österreichische Gesellschaft für Geo-
lichen Bestimmung mittels Versuchen,
mechanik (ÖGG) einmal jährlich für eine
bietet sich hier eine Rückrechnung dieser
hervorragende Arbeit in ihrem Fachgebiet
Parameterwerte auf der Basis von Mess-
vergibt. Dieses Jahr fand die Preisverlei-
werten an. Die Vor- und Nachteile dieses
hung am 8. Oktobear im Rahmen des Geo-
Vorgehens werden in der Arbeit disku-
mechanischen Kolloquiums der ÖGG statt.
tiert. Interessierte können die Dissertation als Publikation der Schriftenreihe
Im Mittelpunkt stand Dr. Jörg Meier,
Geotechnik der Bauhaus-Universität Wei-
Jörg Meier erhielt im Rahmen des Geodätischen
Kolloquiums der ÖGG den Leopold Müller Preis.
Foto: ÖGG
mar nachlesen.
mittels inverser Verfahren für geotech-
terrückrechnung mittels mathematischer
Weimar wurde die prämierte Arbeit von
nische Problemstellungen« lautet der Titel
Optimierungsverfahren gegenübergestellt.
Prof. Tom Schanz, ehemals Professur
Absolvent der Bauhaus-Universität Weimar
und Preisträger. »Parameterbestimmung
seiner prämierten Dissertation, die sich mit
In der Geotechnik finden eine Viel-
Von Seiten der Bauhaus-Universität
Bodenmechanik, und Prof. Klaus Gürle-
den numerischen Eigenheiten und Eigen-
zahl empirischer, analytischer und
schaften geotechnischer Modelle aus Sicht
numerischer Modellierungsverfahren
beck, Professur Angewandte Mathematik,
betreut. Externe Gutachter waren Prof.
der Parameterrückrechnung auseinan-
Anwendung. Dafür werden verschiedene
Michael Moser, Lehrstuhl für angewandte
der setzt. In diesem Kontext werden die
Parameterwerte benötigt, die u. a. das
Geologie an der Friedrich-Alexander-Uni-
Bedürfnisse und Charakteristika geotech-
konstitutive Verhalten des Bodens, seine
versität Erlangen-Nürnberg, sowie Prof.
nischer Modelle mit denen der Parame-
geometrischen Eigenschaften als auch
Helmut Bock.
Best Paper Award bei der
»Mensch und Computer 2009«
Am 7. September 2009 hat Arkadiusz M.
Der standardmäßige Zugang zum Compu-
Frydyada de Piotrowski bei der 9. fachüber-
ter ist für Personen mit Beeinträchtigungen
zeigen sich jedoch bei den Betroffenen in
greifenden Konferenz »Mensch und Compu-
oft versperrt, weil sie die von den Tech-
der Regel Fähigkeiten, die bei einer alter-
ter 2009« den Best Paper Award verliehen
nologien gestellten Anforderungen nicht
nativen Gestaltung der Mensch-Computer-
erfüllen können. Auf der anderen Seite
bekommen. Der Diplom-Informatiker ist
Schnittstellen die Interaktion erleichtern
wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pro-
oder erst ermöglichen. Arkadiusz M. Fry-
fessur Computer-Supported Cooperative
dyada de Piotrowski hat auf der Tagung
Work von Prof. Dr. Tom Gross an der Fakul-
eine Klassifikation der Fähigkeiten vorge-
tät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.
stellt, die für die Mensch-Computer-Inter-
Die von der von der Gesellschaft für Infor-
eine systematische Erstellung von Benut-
matik sowie dem German Chapter of
zerprofilen von Menschen mit Beeinträch-
the ACM in Berlin ausgerichtete Tagung
tigungen. Somit kann mittels Heuristiken
behandelt Themen der Mensch-Computer-
eine angemessene Anpassung der Mensch-
Interaktion für interaktive und koopera-
Computer-Schnittstellen ermittelt werden.
tive Medien. Der Beitrag von Arkadiusz M.
Frydyada de Piotrowski beschäftigt sich
mit der Accessibility von Computertechnologien.
Die Preisträger Michael J. Tauber (mi.) und Arkadiusz M. Frydyada de Piotrowski (re.) bei der Preisverleihung in Berlin. (Foto: Professur CSCW)
Prof. Tom Gross
Professur Comuter-Supported Cooperative
Work
Preise
aktion relevant sind. Diese erlaubt nun
53
Fulldome-Oskar geht nach Weimar
360°-Filme mit »Domie« prämiert
(medien) Mit den Fulldome-Filmen »Ri-
läums 2009 eine Collage à la Kandin-
Raphael Köhler (Kamera), Christian Brink-
sing« und »Lucca« waren Studierende der
sky in schwarz-weiß. Darin lässt sie die
mann, Philipp Zettl (3D-Modelling und
Fakultät Medien der Bauhaus-Universität
legendären, von der Tänzerin Palucca
Compositing), Dietmar Thal (Technik)
Weimar als Finalisten zum »DomeFest«
und Andreas Vorwerk (Ton) hatten für
nach Albuquerque, USA, eingeladen.
den fünfminütigen Film in monatelanger
»Rising« konnte in der Kategorie »Best
Arbeit eine komplette 3D-Welt am Com-
Students Piece« überzeugen – ihren
puter erschaffen. Lediglich die Schau-
»Domie« nahmen die Studenten am
spieler waren real – sie wurden in
13. Oktober in Jena in Empfang.
einer Blue Box im Fernsehstudio
der Fakultät Medien abgefilmt
und dann in den Film montiert.
trafen sich internationale Exper-
Den zeitlichen Aufwand für die
ten und Künstler, die sich mit
der noch relativ jungen Technik der Ganzkuppelprojektion
auseinandersetzen, zum fünf-
tät Medien
: Fakul
Foto
.
«
g
isin
Vom 25. bis 27. September 2009
Herstellung ihres FulldomeFilms schätzt Weißflog auf das
50- bis 100-fache eines herkömmlichen Spielfilms.
ten »DomeFest« in Albuquerque,
Das »Rising«-Team erhielt
USA. Zu dem Filmfestival waren
seinen »Domie« am 13. Oktober
»R
2009 im Jenaer Planetarium aus
s
au
Projektmanager im Geschäftsfeld Pla-
e
en
und damit in das Auswahlprogramm.
den Händen von Volkmar Schorcht,
Neben Filmen aus Australien, England
Sz
insgesamt 40 Beiträge eingereicht
worden, 14 davon kamen ins Finale
netarien der Carl Zeiss Jena GmbH. Die-
und den USA konnte sich Deutschland
ser hatte den Preis in Albuquerque stell-
mit insgesamt sechs Beiträgen in die Finalrunde einbringen, darunter auch drei
vertretend in Empfang genommen und
inspi-
rierten
mit nach Deutschland gebracht. Bereits
Filme, die erst im April beim FullDome-
Strichmännchen Kandinskys in moderner
im April hatte »Rising« beim FullDome-
Festival in Jena ihre Premiere gefeiert
Manier wiederauferstehen.
Festival in Jena den »Performance Award«
hatten. Zwei der Finalisten wurden von
Studierenden der Fakultät Medien der
Bauhaus-Universität Weimar produziert.
Mit »Lucca« präsentierte Michaela
Honauer anlässlich des Bauhaus-Jubi-
Der 3D-Film »Rising« wurde beim
sowie den »Audience Award« erhalten.
DomeFest 2009 mit dem »Domie« in der
Kategorie »Best Students Piece« ausge-
www.fulldome-festival.de
zeichnet. Die Studenten der Bauhaus-Universität Weimar Heino Weißflog (Regie),
Preise
Weimarer Kurzfilm »Zwischen Licht und Schatten« erneut ausgezeichnet
54
(medien) Fabian Giesslers Diplomfilm
Filme wurden im Wettbewerb gezeigt.
unter der Betreuung von Prof. Wolfgang
»Zwischen Licht und Schatten« hat auf
Der Hauptpreis des Festivals wurde in
Kissel und Honorarprofessor Günter
dem »International Youth Film Festival«
diesem Jahr geteilt und ging sowohl an
Reisch und feierte seine Premiere im
in Sankt Petersburg, Russland, den Preis
»Zwischen Licht und Schatten« als auch
Januar 2008 auf dem renommierten Film-
für den besten Kurzspielfilm gewonnen.
an den bereits mehrfach ausgezeichne-
festival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken.
ten spanischen Filmbeitrag: »Porque hay
Seitdem ist er auf 56 internationalen
Das Filmfestival richtet sich an Filme-
cosas que nunca se olvidan« (Because
Film-Festivals aufgeführt und mit insge-
macher bis 29 Jahre. In den Kategorien
there are things you never forget).
samt 14 Preisen ausgezeichnet worden.
Kurzspielfilm, Dokumentarfilm, Experi-
»Zwischen Licht und Schatten« ist eine
mentalfilm und Animation wurden Preise
sensible Auseinandersetzung mit dem
vergeben. Insgesamt 60 internationale
Thema »Alzheimer«. Der Film entstand
www.zwischenlichtundschatten.de
Mobil, personalisiert und permanent online
Bauhaus-Studierende Romy Kniewel gewinnt den »Zukunftspreis Kommunikation«
(medien) Mit ihrem Interface-Konzept
sie dezentral bei ihm gespeichert sind.
»me+« konnte die Master-Studentin
Zudem macht me+ es dem Anwender
der Mediengestaltung am Dienstag, 3.
möglich, über das sogenannte »Impres-
November 2009, die Jury überzeugen.
sion Management« unterschiedliche digitale Abbilder von sich zu präsentieren.
Der vom Deutschen Verband für Post,
Die »Digital Bubble« dient somit der sozi-
Informationstechnologie und Telekommu-
alen Kommunikation mit Fremden und
nikation e.V. (DVPT) bereits zum vierten
Bekannten, aber auch dem Austausch mit
Mal ausgelobte Studentenwettbewerb
sogenannten »Smart Environments« der
sucht jährlich die besten Kommunikations-
Stadt. Zugleich beschreibt die »Digitale
Visionen der Zukunft. Die sechs für die
Blase« eine parallele Existenz von realer
Finalrunde 2009 nominierten Projekte
und digitalisierter Ebene.
wurden von einer unabhängigen, aus
Allerdings kann sich der me+-Nutzer
Kommunikationsexperten bestehenden
auch abschirmen. Mit Hilfe einer Body-
Jury bewertet.
guard-Funktion kann er den Datenein-
Den mit 4.000 Euro dotierten 1. Platz
belegte in diesem Jahr das Interface-
gang steuern und so z.B. festlegen, dass
er während der Arbeit keine Nachrichten
Konzept »me+« von Romy Kniewel,
von Freunden oder Familienmitgliedern
Masterstudentin der Mediengestaltung
erhält. Im Bodyguard ist es auch möglich,
an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre
sich »unsichtbar« in der lokalen Umge-
»mobile soziale Software der Zukunft«
bung zu machen.
liefert dem Benutzer ein grafisches
Ihr Interface-Konzept entwickelte
»me+« main screen, Quelle: Romy Kniewel
tion Stuttgart im Rahmen des Eigenfor-
Interface, das ihn dazu befähigt, die
Romy Kniewel im Rahmen ihrer Master-
schungsprojektes »Augmented Identity«.
ihn umgebende »Digital Bubble« – also
arbeit (Bauhaus-Universität Weimar,
Sie wird ihre Arbeit im Laufe des aktu-
seine persönlichen digitalen Informati-
Mediengestaltung MFA, Professur
ellen Semesters verteidigen und damit
onen – effizient für die soziale und beruf-
Interface Design, Betreuer Professor
ihren Abschluss Mediengestaltung MFA
liche Kommunikation einzusetzen und
Jens Geelhaar) am Fraunhofer-Institut
erlangen.
sie aktiv über sein Handy zu steuern, da
für Arbeitswirtschaft und Organisa-
(bauing) Zum elften Mal verlieh die Deut-
Die unter der Betreuung von Prof. Dr.-Ing.
Ansatz, der neben den Produktions- auch
sche Immobilien-Akademie (DIA) gemein-
Hans Wilhelm Alfen, Professur Betriebs-
die Koordinationskosten bei der Pla-
sam mit dem baden-württembergischen
wirtschaftslehre im Bauwesen, an der
nung berücksichtigt. Er umfasst die drei
Ministerpräsidenten Günther Oettin-
Bauhaus-Universität Weimar entstandene
Bereiche Gestaltung der Vertrags- und
ger auf der Gewerbeimmobilienmesse
Dissertation Dr. Katrin Fischers wurde von
Transaktionsbeziehung, operative Kon-
Expo Real in München Anfang Oktober
der Jury aufgrund ihrer Lösungsansätze für
trolle und strategische Steuerung. Die
2009 ihren Forschungspreis. Den Preis
aktuelle Problemstellungen, ihrer Berei-
Ergebnisse dieser Arbeit bilden die
in der Kategorie »Dissertation« erhielt
cherung der immobilienökonomischen
Grundlage für weitere Forschungsar-
Dr.-Ing. Katrin Fischer von der Bauhaus-
Forschung und ihres praktischen Nutzens
beiten, werden aber auch bereits konkret
Universität Weimar für ihre Arbeit »Le-
für diese Ehrung ausgewählt.
in der Praxis angewendet.
benszyklusorientierte Projektentwick-
Katrin Fischer entwickelt im Rahmen
lung öffentlicher Immobilien als PPP«.
ihrer Arbeit einen Value-Management-
Preise
Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar
erhält DIA-Forschungspreis
55
Kalender | Verlag | Alumni
Kalender
2. 12. 2009
16. 12. 2009
Ort: Hauptgebäude, Raum 205/206
Vortragsreihe IKKM Lectures 2009/2010
Vortrag zum Geodätischen Kolloquium
www.uni-weimar.de/careersservice
Peter Geimer (Zürich): »Faux terrain« –
Prof. Dr.-Ing. Reinhard Dietrich (TU Dres-
Fragmente einer Kunstgeschichte des
den): Geodätische Forschungen der TU
20. 1. 2010
Dings
Dresden in der Antarktis
Vortragsreihe IKKM Lectures 2009/2010
Beginn: 19 Uhr
Beginn: 17 Uhr
Dieter Mersch (Potsdam): Mediale Dinge
Ort: IKKM – Cranachstr. 47, Salon
Ort: Marienstraße 13, Hörsaal D
und ihre ästhetische Reflexion
www.ikkm-weimar.de
www.uni-weimar.de/Bauing/Vermess
Beginn: 19 Uhr
Ort: IKKM – Cranachstr. 47, Salon
2. 12. 2009
6. 1. 2010
Firmenpräsentation
Vortragsreihe IKKM Lectures 2009/2010
www.ikkm-weimar.de
jangled nerves gmbh – Projekte an der
Hartmut Böhme (Berlin): Evidenz im Bild.
22. /23. 1. 2010
Schnittstelle von Medien und Raum
Van Goghs Schuhe, Heidegger und kein
Workshop
Grundlagen der Argumentation und Ver-
Beginn: 13 Uhr
Ende
Ort: Audimax, Steubenstraße 6
Beginn: 19 Uhr
handlung
www.uni-weimar.de/careersservice
Ort: IKKM – Cranachstr. 47, Salon
Beginn: 17 Uhr
www.ikkm-weimar.de
Ort: Bauhausstraße 11, Raum 13
4. /5. 12. 2009
www.uni-weimar.de/careersservice
Workshop
13. 1. 2010
»Rhetorik – Freie Rede und Präsentation«
Vortragsreihe IKKM Lectures 2009/2010
27. 1. 2010
Beginn: 17 Uhr
Joachim Krausse (Dessau): Bewegungs-
Vortrag
Ort: Bauhausstraße 11, Raum 015
räume – Kinematographie und Architektur
www.uni-weimar.de/careersservice
Beginn: 19 Uhr
Ort: IKKM – Cranachstr. 47, Salon
lungen in Europa«
www.ikkm-weimar.de
Beginn: 13 Uhr
Tagung
Ort: Audimax, Steubenstraße 6
Personalgewinnung und Personalbindung
15. /16. 1. 2010
in der Wissenschaft: Altes Thema – Neue
Workshop
Werkzeuge?
»Last Minute Präsentationsschulung von
27. 1. 2010
Veranstaltung des AK Fortbildung im Spre-
Abschlussarbeiten«
Vortragsreihe IKKM Lectures 2009/2010
cherkreis der Universitätskanzlerinnen und
Beginn: 17 Uhr
Eva Geulen (Bonn):
-kanzler
Beginn: 10 Uhr
www.uni-weimar.de/careersservice
Ort: Bauhausstraße 11, Raum 014
Lebend Ding bei Goethe
www.uni-weimar.de/careersservice
Beginn: 19 Uhr
Ort: Marienstraße 13, Hörsaal C
Ort: IKKM – Cranachstr. 47, Salon
12. 1. 2009
www.ikkm-weimar.de
9. 12. 2009
Workshop
Vortragsreihe IKKM Lectures 2009/2010
Studium und Kind unter einem Hut
3. 2. 2010
Christoph Asendorf (Frankfurt a.d. Oder):
Es werden Experten aus verschiedenen
Vortrag zum Geodätischen Kolloquium
Nuclear City. Formgebung im Atomzeit-
Bereichen eingeladen, die Infos zu Themen
Dr.-Ing. Karl-Friedrich Thöne (DVW-Prä-
alter
wie Finanzierung, Beurlaubung, Organisa-
sident; Thüringer Ministerium für Land-
Beginn: 19 Uhr
tion und Betreuung geben.
wirtschaft, Naturschutz und Umwelt in
Ort: IKKM – Cranachstr. 47, Salon
Zeit: 16.30 – 18.30 Uhr
Erfurt): Zukunft der Geodäsie und der
Ort: Erfurt, Beratungsstelle Engelsburg,
Geodäten – zur Notwendigkeit berufspoli-
www.ikkm-weimar.de
Allerheiligenstraße 20/21
9. 12. 2009
tischen Engagements
Beginn: 17 Uhr
Vortrag
19. 1. 2010
Ort: Marienstraße 13, Hörsaal D
Leben und Arbeiten in Thüringen
Workshop
www.uni-weimar.de/Bauing/Vermess
Info-Veranstaltung des UFAS Thüringen
»Plancoaching für Stadtplaner und Land-
Beginn: 13 Uhr
schaftsarchitekten«
Ort: Audimax, Steubenstraße 6
Annett Seidler – Buero4 Weimar
www.uni-weimar.de/careersservice
Beginn: 9:30 Uhr
Kalender
7. – 8. 12. 2009
VG Bild/Kunst »Internet und Urheberecht
– Google, Flatrate und Rechtsentwick-
57
Neuerscheinungen im Universitätsverlag
Bauhaus-Alben 4
blick auf seine Fotografie umfassend
Auf Nietzsches Balkon
Bauhaus-Ausstellung 1923, Haus Am Horn,
dar und widmet sich darüber hinaus der
Philosophische Beiträge aus der Villa Sil-
Architektur, Bühne, Druckerei
Frage des Umgangs mit diesem nicht
berblick
Herausgegeben von Klaus-Jürgen Winkler
immer geliebten Erbe. So reflektiert ein
Herausgegeben von Rüdiger Schmidt-
ausführlicher Bildteil die Gegenwart aus-
Grépály unter Mitarbeit von Marina Sawall
gewählter Wohnungs- und Wohlfahrtsbauten, Geschäfts- und Bürohäuser sowie
Der Philosoph
Industriegebäude. Sie werden nicht nur
Friedrich Nietzsche
als Architektur wahrgenommen, sondern
träumte von einem
auch aus der Perspektive der Kunst und
»Kloster für frei-
des Alltags. Wandel, Alterung und leben-
ere Geister«. Die-
diger Gebrauch finden sich genauso in den
sen Impuls nahm
fotografischen Serien wie die Abwesenheit
das Kolleg Friedrich
und die mögliche Rückkehr der Menschen.
Nietzsche auf. Seit
Format: 17 x 23,7 cm, Leinen mit Plakatum-
seiner Gründung im
schlag, 212 Seiten,
Jahr 1999 lädt das Kolleg Wissenschaftler
Der letzte Band schließt die vierbändige
ISBN: 978-3-86068-399-6,
ein, im Rahmen eines Fellowships in resi-
Reihe der Edition »Bauhaus-Alben« ab
Preis: 16,80 Euro
dence in Nietzsches ehemaligem Wohn-
und kann als ein Höhepunkt angesehen
haus, der Villa Silberblick, zu leben und
werden: In der großen Bauhausausstel-
zu denken. Die Themenvielfalt, die aus
lung im Sommer 1923 wurden alle Kräfte
Schriften aus dem Kolleg Friedrich Nietz-
zusammengeführt und zu einer komple-
sche
Forschungsgebieten der Fellows in resi-
xen Leistung gebracht. Dabei tritt das
Nietzsches Renaissance-Gestalten.
dence entstanden ist, zeigt sich in diesem
Versuchshaus Am Horn besonders heraus,
Shakespeare, Kopernikus, Luther
Band, in dem Beiträge aus den Gebieten
weil es alles erfasst: die Idee des Bauens,
Duncan Large
der Philosophie, der Literaturwissenschaft,
Verlag
die Gemeinschaftsleistung der Werkstätten
58
den unterschiedlichen Perspektiven und
der Kunstgeschichte, der Filmtheorie, der
und die Suche nach neuen Gestaltungsmit-
Bei Shakespeare,
Politikwissenschaft sowie der Soziologie
teln. Die Architektur ist nur mit wenigen
Kopernikus und
versammelt sind.
Studienarbeiten im Album präsent. Dafür
Luther geht es
werden Leistungen des Baubüros Gropius
Nietzsche darum,
Format: 15,5 x 22,8 cm, Broschur,
und der sogenannten Architekturabteilung
sich mit drei »Meta-
374 Seiten, ISBN: 978-3-86068-395-8,
Preis: 21,80 Euro
vorgestellt, die sozusagen das Bauen als
phern« für sich selbst
ein »Endziel der Bauhausarbeit« belegen.
zu befassen, obwohl
Daneben wird auch die Bühnenwerkstatt
er diesen philolo-
»Die Glücklichen sind neugierig«
mit einigen Abbildungen präsentiert. Zum
gischen Begriff erst
Zehn Jahre Kolleg Friedrich Nietzsche
Schluss wird die Druckerei beschrieben.
in Ecce homo wieder
Herausgegeben von Julia Wagner und Ste-
Format: 29,6 x 21 cm, Hardcover, 272 Sei-
einführt, um Schopenhauer und Wagner
ten, ISBN: 978-3-86068-372-9,
zu beschreiben, seine ehemaligen Men-
fan Wilke
Preis: 52,00 Euro
toren und die angeblichen Gegenstände
Buchpräsentation am 30.11.2009, 11:30, im
seiner dritten und vierten Unzeitgemässen
Von Platons Garten über die
Haus Am Horn
Betrachtungen.
florentinische Aka-
Nietzsche ist selbst so veränderlich, dass
demie und Heide-
seine Identifikations-Gestalten unumgäng-
ggers Hütte nach
Nach dem Bauhaus
lich mit hineingerissen werden: Folglich
Weimar: Das Kol-
Geschichte und Fotografien des Neuen
haben seine Schilderungen meistens viel
leg Friedrich Nietz-
Bauens in Erfurt
mehr über Nietzsche selbst auszusagen als
sche markiert einen
Herausgegeben von Iris Engelmann, Mark
über die historischen Gestalten, mit denen
bedeutenden
Escherich und Alexander Lembke
sie so oft keinen Berührungspunkt haben.
Punkt in der gei-
Format: 15,5 x 22,8 cm, Broschur, 72 Seiten,
stigen Landschaft Europas. Standen im
Das vorliegende Buch stellt die Geschichte
ISBN: 978-3-86068-394-1,
historischen Nietzsche-Archiv die Hand-
des Neuen Bauens in Erfurt auch im Hin-
Preis: 9,60 Euro
schriften, Manuskripte, Briefe und Notiz-
hefte im Zentrum der Beschäftigung, ist
ist es, im Sinne einer Dokumentation alle
die Programmatik des seit 1999 im Haus
Publikationen zu erschließen, die aus Ver-
Ausgehend von den
rechtlichen Anfor-
beheimateten Kollegs Friedrich Nietzsche
anstaltungen und Fellowships des Kollegs
derungen werden
eine ganz andere: Die lange Reihe der bis-
hervorgegangen sind und auf diese Weise
wichtige Planungs-
her eingeladenen Fellows dokumentiert
die vielfältige wissenschaftliche Auseinan-
grundlagen zur
den philosophischen Diskurs der Gegen-
dersetzung zu veranschaulichen, die unter
Integration von
wart, der sich nicht zwingend thematisch
dem Dach des früheren Bewohners und
Umweltschutzmaß-
mit Nietzsche auseinandersetzt, aber vom
Philosophen Friedrich Nietzsche in der
nahmen in indus-
Denkstil und der Sprache des Philosophen
Villa Silberblick (dem ehemaligen Nietz-
immer wieder neu inspiriert wird.
sche-Archiv) ihren Ausgang nahm.
vermittelt. In den folgenden Kapiteln wird
Format: 15,5 x 22,8 cm, Broschur, 262 Sei-
Format: 15,5 x 22,8 cm, Broschur,
auf die verschiedenen Behandlungsverfah-
ten, ISBN: 978-3-86068-397-2,
118 Seiten, ISBN: 978-3-86068-398-9,
ren näher eingegangen. Der letzte Teil des
Preis: 18,60 Euro
Preis: 9,60 Euro
Buches widmet sich ausgewählten Indus-
Industrieabwasserbehandlung
zu deren Abwasserbehandlung.
Bibliografie des Kollegs Friedrich Nietz-
Herausgegeben vom Weiterbildenden Stu-
Format: 21 x 29,6 cm, Broschur, 234 Seiten,
sche 1993 – 2009
dium Wasser und Umwelt
ISBN: 978-3-86068-321-7,
trielle Prozesse
triebranchen und den Verfahrenstechniken
Preis: 50,00 Euro
Herausgegeben von Marina Sawall
Dieses Buch gibt einen Überblick über
Zum 10-jährigen Jubiläum des Kollegs
mögliche Verfahrenstechniken der Indus-
Friedrich Nietzsche erscheint die vorlie-
trieabwasserbehandlung und deren Ein-
gende Bibliografie. Ziel dieser Bibliografie
satz in ausgewählten Industriebranchen.
Verlag der Bauhaus-Universität Weimar auf der Frankfurter Buchmesse
Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft
tingen, Graz, Hamburg, Ilmenau, Inns-
Universitätsverlage stellte der Verlag der
bruck, Jülich, Karlsruhe, Kassel, Potsdam,
Uni-Verlage den diesjährigen Friedens-
Bauhaus-Universität Weimar seine Neuer-
Weimar). Dieses Jahr standen zum ersten
preisträger des deutschen Buchhandels,
scheinungen auf der Buchmesse in Frank-
Mal in unmittelbarer Nachbarschaft die
Claudio Magris, an ihrem Stand begrüßen.
furt aus (14. – 18. Oktober 2009). Dabei
Universitätsverlage Italiens (z. B. aus Rom,
Literatur war. Am letzten Tag konnten die
standen vor allem die Publikationen zum
Florenz, Pisa, Siena und Triest), so dass
Dr. Heidemarie Schirmer
Bauhaus-Jahr wie »Der Bauhaus-Spazier-
der Stand für das Publikum eine unüber-
Universitätsverlag
gang« und »Die Bauhaus-Bibliothek« im
sehbare Präsentation an wissenschaftlicher
Mittelpunkt, aber auch die Veröffentlichungen zur Stadtentwicklung in Bad
Lang­en­salza und aus der Schriftenreihe
des Nietzsche-Kollegs, das am 15. Oktober sein 10-jähriges Bestehen feierte, so-
Verlag
wie weitere neue Bücher waren zu sehen.
Der Stand der AG Univerlage präsentierte
sich als ein Gemeinschaftsstand, an dem
59
sich die Mitglieder der AG präsentieren
(Bamberg, Berlin, Bozen, Chemnitz, GötClaudio Magris (Mitte) am Stand der Universitätsverlage. Foto: Beate Bergmar, Universiypress Kassel
»Weimar bleibt das Herz meiner Erinnerungen«
Alumni der Bauhaus-Universität Weimar berichten (15)
Husameldin Salah Mahmoud studierte
eine kleine Stadt, aber reich an Kunst und
von September 1990 bis November 1998
Kultur. Die Bauhaus-Universität Weimar ist
Bauingenieurwesen an der Bauhaus-Uni-
eine der bedeutendsten Hochschulen ihrer
versität Weimar. In dieser Zeit lernte er
Art in der ehemaligen DDR gewesen, die
die deutsche Sprache, Kultur, Land und
sich durch ein breites Spektrum bauwis-
Leute kennen und schloss seine Ausbil-
senschaftlicher Fachgebiete auszeichnete.
dung erfolgreich als Diplom-Bauingenieur
Die Ausbildung hier hatte und hat einfach
ab. Nach verschiedenen Jobs in Stuttgart
einen sehr guten Ruf.
kehrte er Deutschland 2004 den Rücken.
Seit fast fünf Jahren lebt und arbeitet er
Husameldin Salah Mahmoud an seinem Arbeitsplatz
in Dubai. Fotos: privat
Was sind Ihre wertvollsten Erinnerungen
nun schon in den Vereinigten Arabischen
auf die Baustellen zu liefern und diesen
an Ihre Zeit in Weimar? Wurden Sie von
Emiraten. Über seine Erfahrungen in Wei-
frisch zu halten, bis er an seinem Einsatz-
Seiten der Bauhaus-Universität Weimar
mar und sein Arbeiten im Ausland sprach
ort angekommen ist, manchmal in mehre-
während Ihrer Zeit hier unterstützt?
er mit Claudia Goldammer.
Sie leben nun schon fast seit fünf Jahren
ren hundert Metern Höhe. Damit einher
geht die Entwicklung von neuen Betonmi-
Weimar war, ist und bleibt das Herz mei-
schungen, die spezifisch auf die Wünsche
ner Erinnerungen in meinem ganzen
in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
und den Bedarf unserer Kunden zuge-
Leben. Freunde, Straßen, Cafes und die
Warum haben Sie Weimar und schließ-
schnitten sind. Um diese zu entwickeln
Mensa: Einfach alles ist immer noch
lich auch Deutschland nach Ihrem Studium
und abzustimmen, sind natürlich auch
in meiner Erinnerung, als wäre ich erst
verlassen?
Meetings und Konferenzen mit Projektma-
gestern von dort weggegangen.
nagern und Kunden ein wichtiger Bestand-
Ich muss wirklich sagen, die Bauhaus-
Ich habe den Vorteil, dass ich deutsch, eng-
teil meines Jobs. Dabei kommt es natürlich
lisch und arabisch fließend sprechen und
auf Fachwissen, aber auch auf Kommuni-
Universität Weimar hat damals die ausländischen und die deutschen Studieren-
schreiben kann. Da die Arbeitslage als Bau-
kationsbereitschaft und Einfühlungsver-
den richtig zusammen integriert durch
ingenieur nach meinem Abschluss damals
mögen an. Ein weiterer wichtiger Aspekt
viele von ihr gut organisierte Veranstal-
1998 schwierig war, bin ich schließlich nach
meiner Tätigkeit ist außerdem die finanzi-
tungen, Exkursionen, Ausflüge und mehr.
Dubai gezogen. Ursprünglich bin ich aus
elle Seite, also Kostenkalkulationen, und
dem Sudan, aber die Arbeitschancen in den
last but not least: dafür sorgen, dass alle
Wie haben Sie die deutsche Kultur und
Vereinigten Arabischen Emiraten waren
Bezahlungen termingerecht eingehen.
Lebensweise kennengelernt? Was sind die
größten Unterschiede zum Leben in Ihrer
damals vielversprechender. Heute sieht die
Situation ja etwas anders aus und ich hätte
Inwieweit hat Sie Ihr Studium des Bauin-
vielleicht hier bleiben können.
genieurwesens in Weimar auf Ihre jetzige
berufliche Tätigkeit vorbereitet?
Sie arbeiten derzeit in Dubai bei Unibeton
Heimat?
Die deutsche Kultur und die Lebensweise
waren für mich einfacher als ich erwar-
Ready Mix, einem großen internationalen
Ich betrachte mein Studium in Weimar als
Unternehmen in der Beton Industrie als
Fundament für meinen Erfolg als Bauinge-
Sales Account Manager. Was genau sind
nieur, als Betontechniker und als Verkäufer.
Ihre Aufgaben?
Das fachliche Wissen, das systema-
Nachdem ich nach Dubai gekommen war,
welches ich in Weimar gelernt habe, sind
habe ich zunächst als Projekt-Manager für
der Schlüssel für jede Herausforderung in
verschiedene Unternehmen gearbeitet,
den Vereinigten Arabischen Emiraten.
tet hatte. Ich sollte nur bleiben, wie ich
tische Denken und das logische Arbeiten,
Alumni
bevor ich schließlich zu Unibeton Ready
60
Mix wechselte. Als Sales Account Mana-
Warum haben Sie sich Weimar als Studien-
ger habe ich dort ein sehr breites und
ort ausgesucht?
interessantes Aufgabenspektrum. So analysiere und erforsche ich den Baumarkt,
Das Studium in Deutschland war überall für
um unseren Kunden zeitgemäße Produkte
seine Fortschrittlichkeit bekannt. Außerdem
anbieten können. Ein Schwerpunkt dabei
ist Deutsch eine der meist genutzten Spra-
ist beispielsweise das Problem, frischen
chen der Welt. Ein anderer und auch wich-
Beton bei sehr hohen Außentemperaturen
tiger Grund war die Stadt selbst. Weimar ist
Großer Betonierauftrag mit 16.000 m3 Beton.
Impressum des Universitätsjournals
»der bogen«
Herausgeber
Der Rektor der Bauhaus-Universität
Weimar, Prof. Dr. Gerd Zimmermann
bin und vor allem andere Kulturen und
Aber es ist für jeden, der damit umgehen
(V.i.S.d.P.)
Lebensweisen respektieren. Ich war so
und es aushalten kann, unbedingt emp-
Chefredakteur
eingebunden und integriert mit der deut-
fehlenswert. Für sich selbst lernt man eine
Jörg Dietrich (jd)
schen Kultur und Lebensweise, dass ich
Menge dazu.
die deutsche Staatsbürgerschaft bean-
Redaktion
Annika Nestler, Yvonne Puschatzki
tragt und bekommen habe. Ich wäre gern
Sind Sie bis heute in Kontakt mit ehema-
Redaktionelle Mitarbeit
hier geblieben, aber trotz der intensiven
ligen Professoren oder Kommilitonen?
Kristin Reinhardt (archit), Claudia Gold-
Arbeitssuche nach meinem Diplom und
ammer (bauing), Rüdiger Haufe (gestal-
vielen kurzzeitigen Arbeitsmöglichkeiten,
Leider habe ich keine Kontakte mehr zu
tung), Antje Klahn (medien)
einen festen Job als Bauingenieur habe ich
ehemaligen Professoren, aber zu einigen
E-Mail
damals nur in Dubai gefunden. Also bin
Kommilitonen und Freunden schon. Ich
[email protected]
ich schweren Herzens gegangen.
besuche Deutschland auch ab und zu, je
Postanschrift
nachdem, wie es meine Zeit erlaubt, und
der bogen, Bauhaus-Universität Weimar,
Konnten Sie während des Studiums auch
freue mich immer sehr, wenn ich Weimar
Universitätskommunikation,
Berufserfahrung in Deutschland sammeln
wiedersehe.
Marienstraße 9, 99423 Weimar
Sicherlich hat Sie ab und zu auch das
Christiane Zuleger
Heimweh gepackt. Wie haben Sie diese
Titelbild
Situationen gemeistert und welchen Rat
Bauhausmaschine, Stefan Kraus
Satz und Gestaltung
und wenn ja, inwieweit unterscheidet
sich die Arbeitsmentalität zu der in Ihrer
Heimat?
Richtig langjährige Berufserfahrungen
geben Sie anderen Studierenden, die
Fotos Trennseiten
habe ich erst in Dubai gesammelt. Was
fernab der Heimat studieren?
Ausstellung Diatomeen, Fotos von
ich in Deutschland gemacht habe, war mir
Alexander Lembke
nicht genug. Zwar habe ich meine Promo-
Das Heimweh hat mich in meiner Studi-
Erscheinungsweise
tion für einen Job bei der Siemens AG als
enzeit immer und immer wieder getroffen,
Zweimal im Semester
Bauplaner in Stuttgart unterbrochen und
aber ich habe es mit viel Hilfe von guten
Erscheinungsdatum
auch noch als Bauingenieur für ein kleines
und lieben Menschen in meinem Leben
Dezember 2009
Projekt auch in Stuttgart bei einem Ener-
bekämpft. Sich nur zu verstecken, ist keine
Auflage
giebüro gearbeitet, aber erst in Dubai hat
Lösung gegen Heimweh. Jedem Betrof-
2.000 Exemplare
sich meine Arbeitserfahrung verfestigt.
fenen gebe ich den Rat, hinaus zu gehen
Druck
Trotzdem ist mir natürlich aufgefallen, dass
und sich als freundlicher und produktiver
Druckerei Gutenberg GmbH Weimar
die Arbeitsmentalität in den Vereinigten
Mensch in der Gesellschaft zu zeigen –
Hinweis
Arabischen Emiraten sehr unterschied-
dann wird das Heimweh ganz schnell ver-
Mit vollem Namen gekennzeichnete
lich im Vergleich zu Deutschland ist. Viel
gessen sein.
schwieriger und durch die extreme MultiNationalität noch schwieriger zu verstehen.
Beiträge geben nicht unbedingt die
Meinung des Herausgebers oder der
Vielen Dank für das Gespräch.
Redaktion wieder. Kürzungen, redaktionelle Änderungen und das Zurückweisen von Manuskripten ohne
Begründung behält sich die Redaktion
vor. Manuskripte werden nur in deutscher Sprache angenommen.
»der bogen« ist online verfügbar unter
www.uni-weimar.de/bogen
Alumni
ISSN 1866-7880
www.uni-weimar.de
Baustelle in Dubai.
61
www.uni-weimar.de

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