Internationale Ansätze und Konzepte zur Berufsorientierung

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Internationale Ansätze und Konzepte zur Berufsorientierung
Antje Barabasch
Internationale Ansätze und Konzepte
zur Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Gestaltung des Übergangs
von der allgemein bildenden Schule in
die Berufsausbildung am Beispiel der
USA
Expertise im Auftrag der Landesinitiative
„Innovative Berufsbildung 2010 (IBB 2010)“
Institut Technik und Bildung
Universität Bremen 2007
Antje Barabasch:
Internationale Ansätze und Konzepte zur Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und der
Gestaltung des Übergangs von der allgemein bildenden Schule in die Berufsausbildung
am Beispiel USA, Expertise im Auftrag der Bremer Landesinitiative IBB 2010
Bremen: Institut Technik und Bildung (ITB), Universität Bremen, 2007
2
Inhalt
Vorwort............................................................................................................................ 5
1.
Einleitung ............................................................................................................... 7
2.
Das U.S. Amerikanische Bildungssystem .............................................................12
2.1
Institutionen der Schul- und Berufsbildung.................................................................. 12
2.2
Der Übergang von der Schule in den Beruf.................................................................. 17
2.3
Gesetzliche Grundlagen/Policies ................................................................................... 30
2.3.1.
Carl D. Perkins Act.................................................................................................. 30
2.3.2.
School-to-Work Opportunities Act....................................................................... 32
2.3.3.
National Career Development Guidelines ........................................................... 32
2.3.4.
Secretary’s Commission on Achieving Necessary Skills (SCANS) ................... 33
2.3.5.
National Standards for School Counselling Programs ....................................... 33
2.3.6.
High Growth Job Initiative..................................................................................... 33
3.
4.
5.
Berufberatungs- und Berufsvorbereitungsmaßnahmen ...................................... 35
3.1
Definitionen ....................................................................................................................... 35
3.2
Geschichtliche Entwicklung der Berufsberatung und Berufsvorbereitung
in den USA ......................................................................................................................... 36
3.3
Die Institutionalisierung der Berufsberatung und Berufsvorbereitung..................... 38
Konkrete Berufsvorbereitungsmaßnahmen vom Kindergarten bis zum College 42
4.1
Konzeptualisierungen des Übergangs von Schule zu Beruf mit dem Schwerpunkt
der Arbeitserfahrung im Lernprozess ............................................................................ 42
4.2
Berufsberatung und Berufsvorbereitung in Kindergarten und Grundschule .......... 45
4.3
Mittelschule ........................................................................................................................ 47
4.4
High School........................................................................................................................ 48
4.5
College ................................................................................................................................ 54
4.6
Unterrichtsgestaltungsmethoden .................................................................................... 54
4.7
Qualitätsstandards und Qualitätssicherung ................................................................... 58
Schlusswort ........................................................................................................... 59
Literatur ........................................................................................................................ 62
Anhang .......................................................................................................................... 70
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4
Vorwort
Im Rahmen der Bremer Landesinitiative IBB 2010 wurde diese Expertise vergeben, um
zusätzliche Einsichten in die Gestaltung der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung
zu gewinnen. Besonders hoch entwickelt sind diese Bildungstraditionen sowie Schullaufbahn- und Berufsberatung in Ländern mit einem horizontal gegliederten Bildungssystem,
da die Bildungs- und beruflichen Karrierewege weniger durch spezifische Schulformen
vorgegeben sind. Es war von daher naheliegend, das in sehr vielen Staaten der USA hoch
entwickelte System der Berufsorientierung als ein durchgängiges Konzept vom Kindergarten bis zur Senior Highschool auszuwerten. Diese Studie schließt an ein Forschungsvorhaben an, in dem Professor Gerd Reich (Universität Oldenburg) und Gerd Höpken (Universität Flensburg) zwei bedeutende Standardwerke zu den Standards für eine allgemeine
technische Bildung ins Deutsche übersetzt und herausgegeben haben. Entstanden sind
diese Werke in einem umfangreichen nationalen Projekt der USA, gefördert durch die National Science Foundation und andere nationale Institutionen. Sowohl für allgemeine
technische Bildung als auch für die Berufsorientierung liegen wegweisende Bildungskonzepte vor, die in der internationalen Bildungsdiskussion Maßstäbe gesetzt haben. Die Expertise zur Berufsorientierung hat für die Landesinitiative IBB2010 zum einen die Funktion, am Fallbeispiel der USA zu zeigen, welchen Entwicklungsbedarf das deutsche Bildungssystem in diesem Bereich der vorberuflichen und berufsorientierenden Bildung hat,
und dass die Akteure von den Beispielen von guter und bester Praxis lernen können. Zum
anderen geht es um die Sensibilisierung für internationale Entwicklungen, die in vielen
Fällen auf eine lange Tradition vorberuflicher Bildung verweisen können.
Bei Frau Dr. Barabasch bedanke ich mich sehr für die übersichtliche und umfassende
Auswertung der amerikanischen Tradition im Bereich Berufsorientierung und Berufsvorbereitung sowie für die umfangreichen und interessanten Materialien, die sie im Anhang
dieser Studie beigefügt hat.
Prof. Dr. Felix Rauner
Institut Technik und Bildung
Universität Bremen im Dezember 2007
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Antje Barabasch
Internationale Ansätze und Konzepte zur Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und der Gestaltung des Übergangs von der allgemein bildenden Schule in die Berufsausbildung am Beispiel USA
Expertise im Auftrag der Bremer Landesinitiative
„Innovative Berufsbildung 2010 (IBB2010)“
1. Einleitung
Das Thema Berufsvorbereitung und Berufsberatung hat in den letzten Jahren enorm an
Bedeutung gewonnen. Um den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern und
Schülern die Möglichkeit zu geben sich auch in späteren Lebensstadien noch auf eine College Ausbildung vorbereiten zu können, wurden zahlreiche Angebote im Land initiiert
und zum Teil institutionalisiert. Verschiedene Einrichtungen und Programme bieten sowohl eine frühe Vorbereitung und Spezialisierung auf eine Vielzahl von Berufen und eine
generelle Vorbereitung auf das Berufsleben als auch flexible Bildungsangebote, die auf das
Leistungsniveau der Schüler abgestimmt sind. Viele Kompetenzen, die in beruflichen
Vorbereitungskursen erworben werden, sind sowohl für das College Studium als auch für
die Arbeitswelt relevant.
Neben den School-to-Work Programmen existieren zahlreiche Initiativen im Bereich der
Berufsberatung und Berufsorientierung, die Schüler bei der frühzeitigen Planung ihrer
schulischen und beruflichen Laufbahn unterstützen. In den USA werden für die Berufsberatung einschließlich der Information über verschiedene Berufe die Begriffe „Career
Education/Career Development“, „Career Guidance“ und „Career Counselling“ verwendet. „Career Education/Career Development“ bezieht sich auf Bildungsmaßnahmen vom
Kindergarten bis zur Beendigung der High School beziehungsweise der ersten beiden College Jahre, die auf die Entwicklung von Kompetenzen im Bereich der Lebens- und Laufbahnplanung ausgerichtet sind und die frühe berufliche Orientierung unterstützen sollen.
Der Begriff „Career Development“ berücksichtigt dabei besonders die stufenweise Entwicklung verschiedener Kompetenzen. „Career Guidance“ steht für die Beratung und Begleitung dieses Entwicklungsprozesses durch Lehrer, speziell ausgebildete Career Counselors oder School Counselors, die ebenfalls bei der Karriereplanung helfen sollen. „Career
Counselling“ wiederum wird ausschließlich von Experten, den bereits genannten Career
Counselors, angeboten. Diese haben sich in der Regel im Rahmen eines Counselling Studiums auf die Berufsberatung spezialisiert. Sie arbeiten manchmal in Schulen, häufiger jedoch in Colleges, Departments of Labor und anderen Berufsberatungszentren.
1
In den USA wechseln die Angestellten in der Regel alle drei bis fünf Jahre ihre Beschäftigung, in wenig qualifizierten Berufen sogar noch häufiger. Deshalb ist Berufsberatung
bzw. Karriereberatung für verschiedene Altersgruppen und Lebensphasen relevant.
Nicht nur die Vorbereitung auf einen Beruf und die Aufnahme einer Beschäftigung, sondern auch die Begleitung in Phasen der Neu- oder Umorientierung, sind Aufgabe des Career Counselors. Besonders wichtig ist für Counselors die Unterscheidung zwischen der
Vorbereitung auf einen Job und der Vorbereitung auf eine Karriere. Letzteres wird verstanden als die Aufnahme einer Reihe von Jobs, die aufeinander aufbauen, so dass spezifische Kompetenzen entwickelt werden und damit ein Expertentum. Hingegen ist das
Aufhalten in verschiedenen Jobs ohne langfristige Spezialisierung und eventuelle Anbindung an ein Unternehmen oder einen bestimmten Unternehmenszweig meist hinderlich
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1
Stern, Finkelstein, Stone, Latting, & Dornsife, 1995
2
Durgin & Drier, 1992
3
Gray, 2000
7
für eine Karriere. Erfolgt ein häufiger Wechsel zwischen verschiedenen Jobs, was bei vielen Amerikanern bis in die frühen 30er Jahre hinein häufig vorkommt, so wird dies auch
als „Floundering Period“ oder positiver ausgedrückt als berufliche Orientierungsphase
bezeichnet.
Berufsberatung und -orientierung beginnt in den USA bereits im Kindergarten und wird
im Anschluss daran von verschiedenen Institutionen angeboten und organisiert. Grundlage für die frühe Orientierung ist die Überzeugung, dass der erfolgreiche Übergang von der
Schule in den Beruf nicht als ein Ereignis, sondern als ein Prozess betrachtet werden muss
und mit der Wahrnehmung der eigenen Interessen, Werte und Fähigkeiten als auch mit
dem frühen Aufmerksamwerden auf verschiedene Berufe in Kindergarten und Grundschule beginnt. Bis 2006 standen dafür noch Mittel aus dem ACRN (America's Career
Resource Network) im Rahmen des No Child Left Behind Act zur Verfügung. Diese Zuschüsse sind nun ersatzlos gestrichen worden und die Schulen müssen andere Quellen für
die Finanzierung ihrer Maßnahmen erschließen.
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Die Berufsvorbereitung und Berufsberatung bezieht sich sowohl auf den Übergang von
der High School über das 4-Year College in den Beruf als auch den Übergang von der
High School über verschiedene höhere Bildungseinrichtungen, die Berufsausbildungen
anbieten, in den Beruf und ebenso den direkten Übergang in den Beruf. Berufsausbildung
in den USA wird heute nicht mehr als „Vocational Education“ bezeichnet, sondern als
„Career and Technical Education“ and sowohl als Vorbereitung und Ausbildung für verschiedene Berufe als auch als eine Zwischenstufe zur Collegeausbildung verstanden bzw.
setzt sich an Technical Colleges und Community Colleges fort. Die Übergänge von der
High School in eine Berufsausbildung sind häufig fließend gestaltet und sollen gewährleisten, dass jederzeit weitere Bildungsabschlüsse an der nächst höheren Bildungseinrichtung
erworben werden können. Einstiegstests, deren Ergebnisse das Bildungsniveau in Fächern
wie Mathematik, Englisch oder Naturwissenschaften determinieren, sind ein wichtiges
Zugangskriterium für weitere Ausbildungen. Wird ein bestimmtes Niveau in einzelnen
Fächern nicht erreicht, können hier Auffrischungskurse bzw. die entsprechend notwendigen Kurse an der gewählten oder einer Partnereinrichtung absolviert werden. Der Übergang in weitere Ausbildungen ist häufig soweit flexibilisiert, dass der Einzelne keine unnötigen Wiederholungen von Kursen auf sich nehmen muss, um einen weiteren Abschluss
zu erwerben. Vorleistungen, soweit sie Bestandteil der Ausbildung sind, können häufig
auf den neuen Abschluss angerechnet werden.
Während in den Anfängen der Berufsbildung in den USA die klassische Lehrlingsausbildung bei einem Meister von europäischen Immigranten in Amerika weitergeführt worden
war, soll heute Berufsausbildung vor allem auch hohe Standards in den allgemeinbildenden oder akademischen Fächern setzen. Ein Umdenken in dieser Beziehung ist nicht nur
aufgrund des mittelmäßigen Abschneidens U.S. Amerikanischer Schüler in internationalen
Leistungstests erfolgt, sondern auch weil die Grundphilosophie des American Dream,
4
Lent, Hacket, & Brown, 1999
5
Der No Child Left Behind Act ist ein nationales Bildungsgesetz, welches im Jahre 2002 von Präsident Busch erlassen wurde. Ziel dieses Gesetzes ist es national einheitliche Schulleistungsstandards einzuführen und Schulen für die Nichterreichung dieser Standards zur Verantwortung zu ziehen.
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welcher in der Declaration of Independence manifestiert wurde, darin besteht, dass jeder
gleiche Ausgangschancen haben sollte. Dies bezieht sich vor allem auf den Erwerb von
College Abschlüssen und einer zunächst wenig spezialisierten Liberal Arts Education, die
– so die Erwartungshaltung, welche sich auf zahlreiche empirische Studien stützt - zu höheren Gehältern und damit einem gesellschaftlichen Aufstieg führen können. Aufgrund
dieser Überzeugungen muss Berufsbildung in den USA häufig so gestaltet werden, dass
sie den Besuch von Forschungsuniversitäten im Anschluss an die Ausbildung ermöglicht
und ergo eine akademische Grundausbildung als notwendige Voraussetzung dafür bietet.
Obgleich zu diesem Zweck zahlreiche Berufsbildungsprogramme und Initiativen entwickelt worden sind, ist der Erfolg bisher begrenzt.
Immer noch hat etwa die Hälfte der High School Abgänger eines Geburtenjahrgangs keinen Abschluss der weiter verwertbar ist . Die Quote der High School Absolventen liegt in
den einzelnen Bundesstaaten zwischen ca. 60 und 90%. Problematisch ist gerade auch in
der Beratung das weit verbreitete Stigma der Berufsausbildung. Häufig werden Schüler
aus einem niedrigen sozioökonomischen Milieu von den School Counselors in berufsvorbereitende Kurse und akademische Kurse mit einem niedrigen Anforderungsniveau gelenkt, was die sozioökonomische Stratifizierung in der Gesellschaft unterstützt und den
Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen deutlich erschwert. Auf der anderen Seite ist es
für viele technische und gut bezahlte Berufe gar nicht erforderlich ein 4-Year College oder
2-Year Liberal Arts College zu besuchen. Ein Großteil der technischen Berufe in der näheren Zukunft wird laut Prognosen Berufsabschlüsse voraussetzen, aber nicht unbedingt
einen College Abschluss. Bei nur etwa 23% der künftigen Jobs wird ein Bachelor oder
höherer Abschluss notwendig sein. Die meisten Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen
sich jedoch in technischen Berufen, in welchen nur 25% einen Universitätsabschluss erfordern. Man geht davon aus, dass heute ungefähr 43% der Universitätsabsolventen für
die Ausübung ihres Berufes überqualifiziert sind. Besonders gefragt sind in der näheren
Zukunft außerdem die Berufe Krankenschwester/Krankenpfleger, Kraftfahrzeugführer,
Verkaufsrepräsentant, Positionen im mittleren Management in Wirtschaft und Handel,
Grundschullehrer und Techniker. Der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in bestimmten Berufsgruppen variiert zwischen den Bundesstaaten. Die Kluft zwischen erwarteten
Berufs- und Verdienstchancen und prognostiziertem Bedarf am Arbeitsmarkt kann nur
durch intensive Aufklärung über tatsächliche Arbeitsmarktbedingungen und Arbeitsmarkterfordernisse bewältigt werden. Gleichzeitig sind Prognosen jedoch nie eine Garantie für künftige Arbeitsmarktentwicklungen und die Befähigung und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen sind eine wichtige Voraussetzung für die Anpassung an sich veränderte Arbeitsmarktanforderungen.
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7
8
9
10
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6
Zirkle, 2004
7
NCHEMS, 2007
8
Oakes, 2005; Urban & Wagoner, 2000
9
Gray & Herr, 1998
10
Gray, 2000
11
http://careervoyages.gov/hotcareers-main.cfm, 21.04.2007
9
Erste Forschungsergebnisse weisen außerdem darauf hin, dass Schüler in so genannten
Tech Prep Programmen an der High School motivierter sind, an fortgeschrittenen akademischen Kursen teilzunehmen, als Nichtteilnehmer und auch häufiger weiterführende
Studien aufnehmen. Damit scheint die Intention auch Schülern, die zunächst weniger Interesse an akademischen und mehr Interesse an berufsorientierenden Kursen haben, den
Zugang zu Colleges zu ermöglichen, aufzugehen. Einschränkend hinzufügen muss man
allerdings, dass Tech Prep ein sehr spezielles Angebot unter den zahlreichen berufsorientierenden Maßnahmen ist, da es sich auf besonders gefragte Berufe bezieht und die High
School Kurse an allen Colleges angerechnet werden. Es kann also nicht notwendigerweise
als Vorbereitung auf viele klassische Ausbildungsberufe verstanden werden. Dazu kommt,
dass die Abrechnung in Carnegie Units , welche nach Stunden erfolgt, nichts über die Intensität der Ausbildung aussagt.
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Eine andere Studie deutet ebenfalls auf den Erfolg berufsvorbereitender Kurse hin, und
zwar in erster Linie in Bezug auf die Motivation und Selbstdisziplin der Schüler. Die Studie, welche Schüler aus einer Career Magnet School mit Schülern aus einer Comprehensive High School verglich, kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Schüler der Career
Magnet School stärker mit ihrer Schule identifizierten, seltener dem Unterricht fern blieben, seltener in Streitigkeiten mit Mitschülern gerieten, schwanger wurden oder schwängerten, rauchten, tranken, Drogen nahmen, oder von der Polizei inhaftiert wurden. Mehr
Schüler der Career Magnet School planten auf ein College zu gehen und absolvierten dort
durchschnittlich mehr Kurse. Sie wussten auch früher als die Schüler der Comprehensive
High School für welchen Studiengang sie sich einschreiben wollten. Schüler der Career
Magnet School erwarteten deutlich häufiger, dass sie in den nächsten 6 bis 10 Jahren in ihrer gewünschten beruflichen Laufbahn ankommen würden
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16
.17
Es gibt in den USA keine landesweit geltenden einheitlichen Lehrrahmenpläne oder
Lehrpläne. Einige Bundesstaaten haben Lehrrahmenpläne für den Bereich der Berufsvorbereitung entwickelt, die als Leitfäden für Lehrpläne an einzelnen Schulen dienen können. Letztendlich obliegt die Entscheidung über die Durchführung von berufsvorbereitenden Maßnahmen jeder Schule. Aus diesem Grunde lassen sich keine Verallgemeinerungen für die USA treffen. Es gibt zahlreiche Bibliographien, die verfügbare Curricula
auflisten und auf Arbeitsmaterial hinweisen. Dazu kommen verschiedene Handreichungen des National Center for Research in Vocational Education. Die in dieser Expertise
18
12
siehe Kapitel 2.2
13
Bragg, Loeb, Gong, Deng, Yoo, & Hill, 2002
14
Carnegie Units gibt es seit 1906. Sie bestimmen wie viele Stunden Schüler oder Studierende in einem Programm verbringen. http://www.carnegiefoundation.org/about/sub.asp?key=17&subkey=1874, 27.06.2007
15
Dies sind staatliche Schulen mit einem besonderen Angebot bzw. bestimmten Schwerpunkten. Die Schüler kommen aus
den High Schools der Umgebung und bleiben teilweise formal dort eingeschrieben bzw. besuchen auch weiterhin
Kurse an ihrer Heimat High School.
16
Darunter fallen die meisten High Schools in den USA. Sie bieten ein breites Spektrum an Kursen für Schüler mit den verschiedensten Bedürfnissen.
17
Flaxman, Guerrero, & Gretchen, 1999
18
Es gibt nationale Standards und zusätzlich Bildungsstandards, die von den Ministerien der einzelnen Bundesstaaten festgelegt werden. In nationalen und bundesstaatlichen standardisierten Multiple Choice Tests wird gemessen inwieweit
Schüler und Schulen diese Standards erfüllen.
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dargestellten Maßnahmen und Initiativen haben sich weitläufig durchgesetzt, werden aber
von Schule zu Schule in unterschiedlichem Umfang und in verschiedenen Kombinationen
umgesetzt und angeboten.
Im Juni 2004 fand in San Francisco zum Thema Career Education und Career Guidance
ein internationaler Kongress mit Vertretern aus 46 Ländern statt. Auf dem Kongress wurden internationale und vergleichende Ansätze im Bereich der Gesetzgebung, theoretischen Modelle, Finanzierung und Ressourcenverteilung, Durchführungsmechanismen
und Umsetzungsstrategien sowie die Ergebnisse verschiedener Interventionen besprochen. In Policy Dokumenten der EU Kommission und der OECD, wie z.B. dem Memorandum on Lifelong Learning , wird in Punkt 6 explizit darauf verwiesen, dass Berufsberatung und Berufsvorbereitung eine zentrale Bedeutung im Rahmen dieses Bildungskonzeptes zukommen. Wie aus dem OECD Bericht über Career Guidance Policies in
Deutschland hervorgeht, ist die Berufsberatung und Berufsvorbereitung hier zwar durchaus sehr gut institutionalisiert und organisiert, erfüllt aber nicht immer den angestrebten
Zweck und ist deshalb verbesserungswürdig. Unter den genannten politischen Leitlinien
kommt der Qualität von Beratung und Betreuung eine besondere Bedeutung zu.
19
20
Das Thema Berufsvorbereitung ist zunehmend in der Forschung von Interesse, so dass es
mittlerweile mehrere jährlich stattfindende Konferenzen gibt, wie z.B. die National Career
Development Association Conference , dazu publizieren Fachzeitschriften wie Career
Development Quarterly, Journal of Counselling, International Journal for Educational and
Vocational Guidance and Development und The Career Development Quarterly Artikel
zum Thema. Die Vielzahl der Veröffentlichungen lässt darauf schließen, dass national und
regional die Bedeutung der langfristigen Berufsvorbereitung und der frühe Beginn der Berufsorientierung sowohl für die Lebens- und Karriereplanung als auch für das lebenslange
Lernen erkannt wurde.
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In dieser Expertise werden vor allem gesetzliche Grundlagen und politische Leitfäden in
den Bereichen „Career Education/Career Development“, „Career Guidance“, und „Career Counselling“ vorgestellt. Der Bericht weist auch auf Handlungsmöglichkeiten für
Lehrer und Berufsberater in verschiedenen Jahrgangsstufen der Schule und am College
hin. Im Vergleich zu Deutschland, wo Berufsberatung hauptsächlich in den staatlichen
Arbeitsämtern und deren Berufsberatungszentren stattfindet und die Beratungslehrer in
den Schulen oft nicht oder nicht ausreichend für ihre Tätigkeit qualifiziert sind, erscheint
Berufsberatung und Berufsvorbereitung in den USA erreichbarer und inhaltlich stärker an
den Bedürfnissen Einzelner orientiert.
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19
EU Commission, 2000
20
OECD, 2002
21
http://209.235.208.145/cgibin/WebSuite/tcsAssnWebSuite.pl?AssnID=NCDA&DBCode=130285&Action=DisplayTemplate&Page=AWS_NCD
A2_conference_info.html, 30.05.2007
22
OECD, 2002
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2. Das U.S. Amerikanische Bildungssystem
2.1
Institutionen der Schul- und Berufsbildung
Abb. 1 Das U.S. Amerikanische Bildungssystem
Alter
Institutionen und Bildungsabschlüsse
>18
Research
Universities
Community
Colleges
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16
Senior High
School
(4 Jahre)
Technical Colleges
Apprenticeships
Career Technology
Center
(2 Jahre)
Youth
Apprenticeships
(2 Jahre)
Private Berufsbildungseinrichtungen
Career Academy
(4 Jahre)
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Junior High
School (2-3 Jahre)
12
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Middle School
(3 Jahre)
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Alternativ:
Home Schooling
(Schüler werden zu Hause unterrichtet)
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Primary School
(Elementary
School)
(4-6 Jahre)
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6
3-6
Kindergarten
Nursery Schools
Preschool
Programs
Child/Daycare
Centers
Die Struktur des Schulsystems variiert in den einzelnen Bundesstaaten. Das Schuleintrittsalter liegt zwischen 5 und 7 Jahren. Es gibt keine landesweit einheitlichen Lehrpläne.
Schulgesetze werden in den 50 Bundesstaaten bzw. den mehr als 14.000 School Districts
(Schulverwaltungsbezirken) festgelegt. Die High School kann mit verschiedenen Abschlüssen verlassen werden. Die meisten Schüler erwerben das Regular High School
Diploma nachdem sie alle erforderlichen Kurse abgeschlossen und mit ihren Testergebnissen die notwendigen Voraussetzungen erfüllt haben. Daneben gibt es die Möglichkeit
einen äquivalenten Test zu absolvieren, um das General Educational Development
(GED) Zertifikat zu erwerben. Andere erhalten ein Certificate of Completion. Es kann
mit der Teilnahme an Kursen bis zum Ende der 12. Klasse oder durch die Absolvierung
eines Tests erworben werden. Diejenigen, welche vorzeitig die High School verlassen oder
nicht das GED erwerben, verdingen sich häufig für viele Jahre in gering bezahlten Arbeitsverhältnissen und wechseln zwischen Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit. Die Ju23
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Blanchflower & Freeman, 2000; Münch, 1992
12
gendarbeitslosigkeitsquote, welche in den USA nicht sehr exakt erfasst werden kann, da
keine Meldepflicht und auch nicht unbedingt ein Meldeanreiz beim Department of Labor
besteht, betrug in 2006 10,5%.
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Es können drei Arten von High Schools mit berufsvorbereitenden Angeboten unterschieden werden: Comprehensive High Schools bieten sowohl eine breite Auswahl an akademischen als auch an berufsvorbereitenden Fächern an. Schüler können hier generell
so viele berufsvorbereitende Kurse besuchen wie sie möchten und müssen sich nicht
notwendigerweise auf einen Berufszweig festlegen. Lokale Berufsschulen, die von Schülern verschiedener High Schools an einzelnen Tagen oder Nachmittagen besucht werden,
offerieren ein breites Angebot an berufsvorbereitenden Kursen. In einigen Bundesstaaten
gibt es darüber hinaus auch Ganztages-Berufsschulen, die gleichzeitig High Schools sind.
Hier wird akademische und berufliche Bildung angeboten und es wird von allen Schülern
erwartet, dass sie einen Berufsabschluss erwerben. Während Schüler, die berufsvorbereitende Kurse besuchen, zumindest über eine gute Grundlage für eine Berufstätigkeit verfügen, sind Schüler, die ausschließlich akademische Fächer in der High School belegen
und keinen College Abschluss erwerben, weniger gut auf das Berufsleben vorbereitet.
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Berufsbildung kann in den USA bereits in der High School beginnen, meistens in Klasse
11, in manchen Einrichtungen aber auch schon ab Klasse 9. Am Ende der 12. Klasse besteht die Möglichkeit Zertifikate zu erwerben, die in einigen Berufen wie zum Beispiel
Kfz-Mechanik oder Hairstyling und Kosmetik als Eintrittsticket in das Berufsleben ausreichend sein können. Gefördert wird aber der Besuch weiterer Bildungseinrichtungen,
ganz besonders der Community Colleges, die sich auf zahlreiche Berufe spezialisiert haben. Einige High Schools bieten spezielle Ausbildungsprogramme, z.B. im Bereich Optik, Luftfahrt, oder KfZ-Technik, und die Schüler haben die Möglichkeit sich früh beruflich zu spezialisieren. Gleichzeitig sind die Optionen für die Spezialisierung aber sehr eingeschränkt. Um das Angebot auszuweiten, kooperieren einige Schulen mit benachbarten
High Schools.
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Im Anschluss an die High School kann eine Vielzahl von höheren Bildungseinrichtungen
besucht werden, die berufliche Bildung anbieten. Dabei können sowohl der Bachelor als
auch dem Bachelor untergeordnete Abschlüsse erworben werden. Die Einrichtungen lassen sich in sechs Kategorien einteilen: Staatliche Vierjahres-Institutionen, staatliche Zweijahres-Institutionen (Community Colleges), staatliche Institutionen, die Abschlüsse in weniger als zwei Jahren anbieten (Technische Berufsschulen), private gemeinnützige Vierjahres-Institutionen, private gemeinnützige Zweijahres-Institutionen, und private profitorientierte Bildungseinrichtungen. Der Bachelor Abschluss wird an vierjährigen Institutionen
vergeben; darunter können so genannte Associate Degrees oder Sub-baccalaureate Certificates erworben werden.
Career Academies sind Schulen, die entweder als eigenständige Einrichtung innerhalb einer High School existieren oder in einem eigenen Schulkomplex. Sie beginnen meist in
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BMWA, 2007
25
Staff & Mortimer, 2003
26
Hawley & Montrichard, 2007
13
der 9. Klasse, in einigen Fällen aber auch in der 11. Klasse. Hier werden berufsrelevante
und akademische Fächer unterrichtet. In den ersten beiden Jahren können die Schüler
verschiedene berufsorientierende Kurse belegen um durch probieren heraus zu finden wo
ihre Interessen und Begabungen liegen. In den letzten beiden Jahren sollten sich die Schüler auf eine Berufsrichtung bzw. ein Cluster festgelegt haben. Teilnehmer an der Career
Academy müssen sich um eine Aufnahme bewerben und wechseln dann teilweise komplett in diese Einrichtung oder sind formal weiterhin in ihrer Heimat High School eingeschrieben und bekommen dort ihr Abschlusszeugnis. Verschiedene Programme an der
Career Academy ermöglichen den fließenden Übergang an ein Community College bei
Anerkennung von bereits erbrachten Leistungen. Articulation Programs zum Beispiel
beinhalten, dass Schüler an einer Career Academy für mindestens zwei Jahre in einem bestimmten Ausbildungsprogamm waren und im Anschluss daran zwei Jahre an einem
Partner College oder einer Technical School verbringen. Einige der Credits, welche an der
Career Academy erworben wurden, können auf die College Ausbildung angerechnet werden. Viele Career Academies verfolgen für 1 bis 5 Jahre nach der Beendingung der High
School, wo ihre Schüler beruflich unterkommen bzw. studieren.
27
Obgleich die Schulen teilweise gezielt weniger leistungsstarke Schüler in diese Schulform
abschieben, zeichnen sich auch gegenläufige Entwicklungen ab. Es gibt bereits Schulen,
die deutlich mehr Bewerber als Kapazität haben. Ein größerer Teil der Schüler kommt aus
sozioökonomisch schwachen Haushalten. Aufgrund der hohen Attraktivität einzelner Angebote, wie z.B. Fotographie, Graphik Design, Filmproduktion, Architektur, Biotechnologie etc. ziehen Career Academies zunehmend auch leistungsstärkere Schüler an. Akademische Inhalte werden hier häufig mit praktischen Fächern verknüpft um theoretisches
Wissen anwendungsbezogen zu vermitteln. Das Konzept hat sich generell als Erfolg versprechend erwiesen, da viele Teilnehmer anschließend eine College Ausbildung aufnehmen.
Area Vocational Schools. Dort wo sich die Career Academies nicht allumfassend durchgesetzt haben gibt es häufig lokale Berufsschulen in denen verschiedene Berufsausbildungen
in Klasse 11 und 12 angeboten werden. Die Teilnehmer besuchen meist für einen halben
Tag ihre High School und absolvieren dort die akademischen Fächer. Anschließend werden sie mit Schulbussen in die Berufsschulen gefahren.
Career Centers gibt es bisher nur in einigen Bundesstaaten. Dies sind eigenständige Schulen, welche von Klasse 9 bis 12 sowohl akademische als auch berufliche Ausbildung anbieten. Die Teilnehmer werden meistens von ihren Heimatschulen entsandt, sind aber in
diesen formal noch eingeschrieben, bekommen von dort ihr Abschlusszeugnis und nehmen auch an der Graduierungsfeier teil. In den meisten Fällen belegen sie aber alle Kurse
im Career Center. Career Centers entstehen meist in einem Berufsschuldistrikt (Vocational District), welcher mehrere Schuldistrikte vereint. In ländlichen Regionen, in denen die
Gesamtzahl der Schüler nicht mehr als 300 beträgt, setzen sich solche Einrichtungen allerdings nicht durch. Neben den Programmen für High School Schüler bieten die Career
27
siehe Kapitel 2.2
14
Centers auch Weiterbildungsprogramme für Unternehmen und individuelle ältere Arbeitnehmer an.
Youth Apprenticeships sind eine neue Variante der traditionellen Lehrlingsausbildung.
Der Unterschied zur Lehrlingsausbildung, wie wir sie in Deutschland kennen, liegt ähnlich
wie auch bei allen anderen Maßnahmen darin, dass verstärkt auf ein hohes Niveau bei der
Vermittlung der allgemeinbildenden/akademischen Fächer gelegt wird. Außerdem kann
die Ausbildung bereits während der High School beginnen und dann über weitere Jahre,
parallel zu einem Studium, fortgesetzt werden. Youth Apprenticeships sind normalerweise
nicht an Gewerkschaften angebunden, sondern werden von Schulpersonal betreut. Sie
entsprechen im Wesentlichen der Tech Prep Ausbildung.
Apprenticeships beruhen auf einem formalen Vertrag zwischen einem Arbeitgeber und
einem Arbeitnehmer – dem Lehrling - für die Dauer der Ausbildung von bis zu vier oder
sogar sechs Jahren. Theoretische und praktische Ausbildung werden dabei kombiniert.
Das Modell entspricht im Wesentlichen der deutschen Lehrlingsausbildung. Der National
Apprenticeship Act von 1937 (Fitzgerald Act) legt die Voraussetzungen dazu gesetzlich
fest. Häufig werden Apprenticeships von Gewerkschaften angeboten. Die Teilnahmequoten in dieser Ausbildungsform liegen bei ca. 1%.
Apprenticeships sind in der Vergangenheit für ihre Instrumentalisierung von Auszubildenden für die Interessen der Unternehmen kritisiert worden. Mittlerweile werden sie
aber von vielen als eine gute Maßnahme für den erfolgreichen Übergang von der Schule
zum Beruf bewertet. Mit Apprenticeships kann verhindert werden, dass junge Erwachsene zwischen gering bezahlten Jobs und Arbeitslosigkeit pendeln. Im Apprenticeship
kann eine bildende/weiterbildende Arbeitserfahrung gesammelt und ein anerkannter Abschluss erworben werden. Der Erwerb eines berufsqualifizierenden Abschlusses im Rahmen eines Apprenticeships wird häufig auch besser bezahlt als un- oder angelernte Tätigkeiten. Auch Apprenticeships werden heute nicht mehr als die finale Stufe der Berufsausbildung betrachtet, sondern beinhalten viele Schulstunden für die Vermittlung akademischer Inhalte, so dass Teilnehmer theoretisch im Anschluss an die Ausbildung einen College Abschluss erwerben können. Neuere Lerntheorien gehen weiterhin davon aus, dass
Apprenticeships durch die Zusammenarbeit mit Mentoren und den Communities of Practice das konstruktivistische Lernen anregen. Leider wissen zu wenig junge Erwachsene
überhaupt von der Möglichkeit der Apprenticeships. Die Partizipation in Apprenticeships ist auch deshalb so gering, da allgemein die Auffassung besteht, dass anschließend
nur Berufe mit einem sehr geringen Prestige ausgeübt werden können. (Aus Gehaltstabellen des Departments of Labor geht hervor, dass viele junge Erwachsene nach der erfolgreichen Absolvierung eines Apprenticeships lukrative Gehälter verdienen. Das allein
reicht aber nicht um das „blue collar“ Image der Berufe aufzuwerten.) Die Hoffnung
28
29
30
31
32
28
Sutliff, 1995
29
Hamilton & Hamilton, 1997
30
Gregson, 1995
31
Guile & Young, 1998
32
Scharfenberg, 2000; Smith, 1997; Washington State, 1998
15
durch einen höheren Bildungsabschluss gesellschaftlich aufsteigen zu können ist so stark,
dass sich viele junge Erwachsene vor der Realität verschließen.
33
Community Colleges. Es gibt ungefähr 1600 Community Colleges im Land. Sie stellen die
wichtigste berufsbildende Einrichtung dar. Etwa 40% der High School Abgänger besuchen diese Institution. Es können dort sowohl allgemeinbildende als auch berufsbildende
Kurse besucht werden, so dass den Teilnehmern anschließend viele weitere Bildungswege
offen stehen. Zwei Drittel der Studierenden sind älter als 21 Jahre, ein Drittel ist älter als
30. Hauptziel der Community College Ausbildung ist es, die Chancen auf höher qualifizierte und besser bezahlte Arbeitsplätze zu steigern. Für die meisten dauert der Erwerb
eines Abschlusses drei Jahre, da sie sich parallel zur Ausbildung in Arbeitsverhältnissen
befinden, um den Lebensunterhalt zu sichern.
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Community Colleges werben heute nicht mehr in erster Linie mit Berufsausbildungen,
sondern preisen stattdessen ihre Kurse als „Career and Technical Education“. Da viele
der Teilnehmer bereits mehrere Jahre im Berufsleben waren und nicht immer das General
High School Diploma erworben haben, werden die Bewerber vor Beginn eines Studiums
zunächst in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch geprüft und
müssen, wenn sie die Voraussetzungen für ihr Studium nicht erfüllen, Kurse belegen, um
ihre Kenntnisse auf den erforderlichen Stand zu bringen. Etwa 64% der Teilnehmer an
Studienprogrammen der Community Colleges sind Teilzeitstudierende und nur jeder 21.
Student schließt jährlich mit einem Associate Degree ab. Ein Großteil besucht Kurse um
Wissen aufzufrischen oder sich auf ein späteres Studium vorzubereiten. Associate Degrees sind berufliche Zertifikate, die unterhalb des Bachelor Degrees angesiedelt sind. Mit
diesem Abschluss können die jungen Erwachsenen Apprenticeships beginnen oder aber
in bestimmten Berufszweigen direkt in das Berufsleben einsteigen. Gleichzeitig können
die Abschlüsse als Grundlage für einen Bachelor Studiengang genutzt und teilweise darauf
angerechnet werden.
35
On-the-Job-Training. Neben der Qualifizierungsmöglichkeit am Community College gibt
es das On-the-Job-Training. Ungefähr die Hälfte eines Jahrgangs wechselt direkt über in
das Berufsleben und erwirbt die nötigen Fähigkeiten und Fertigkeiten sukzessive am Arbeitsplatz. Da die ersten Arbeitsverhältnisse in der Regel jederzeit von beiden Seiten gekündigt werden können, verbleiben junge Arbeitnehmer oft nur kurze Zeit in den Unternehmen. Auf diese Weise lernen sie verschiedene Arbeitssituationen und Arbeitgeber
kennen, befinden sich zwischendurch aber in meist kurzen Phasen der Arbeitslosigkeit.
In der Regel bieten diese Jobs kaum Aufstiegsmöglichkeiten. Typischerweise werden Arbeitsverhältnisse so lange gewechselt bis die jungen Erwachsenen eine für sich akzeptable
Beschäftigung gefunden haben. Junge Erwachsene, die berufsvorbereitende Kurse in der
High School besucht haben, besitzen häufig eine klarere Vorstellung von ihrer beruflichen
36
37
33
Gitter & Scheuer, 1997; Scribner & Wakelyn, 1997
34
Heidemann, 1999
35
Hull, 2000
36
Blanchflower & Freeman, 2000
37
Münch, 1992
16
Kariere und wechseln seltener die Arbeitgeber. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in
einem Unternehmen kann ein Arbeiter ein Berufsprofil erworben haben, das dem des
Facharbeiters in Deutschland vergleichbar ist. Häufig haben dann die Unternehmen Interesse an einer Weiterqualifizierung ihrer Angestellten und unterstützen die Teilnahme an
Aus- und Fortbildungsprogrammen. In großen Unternehmen werden viele Weiterbildungen intern angeboten.
38
39
2.2
Der Übergang von der Schule in den Beruf
Der Übergang von der Schule in den Beruf ist für viele Schüler nicht fließend. Das Missverhältnis von Berufsaspirationen und tatsächlich Leistbarem, unzureichende Berufsvorbereitung und Berufsberatung, die Sozialisation in gesellschaftlichen Milieus, welche die
berufliche Weiterentwicklung nicht fördern, mangelnde soziale, aber auch finanzielle Ressourcen, Orientierungslosigkeit und Motivationsmangel sind von zahlreichen Autoren beschrieben worden. Obgleich eine breite Auswahl an möglichen Karrierepfaden besteht,
fehlt es vielen jungen Erwachsenen an Orientierung und der nötigen Entscheidungsfähigkeit. Das führt zu geringerer Motivation in der High School und so genannten Floundering Perioden im Anschluss daran. Junge Erwachsene wechseln oft für viele Jahre von einem gering bezahlten Job zum anderen und entscheiden erst mit Ende 20 welche berufliche Laufbahn sie einschlagen wollen. Dazu kommt, dass das Leistungsniveau in Fächern
wie Mathematik und Englisch bei manchen so gering ist, dass Aufnahmetests an Colleges
nicht bestanden werden und zunächst einmal Vorbereitungskurse besucht werden müssten. Das Resultat ist, dass diese jungen Erwachsenen für viele Berufe nicht ausreichend
qualifiziert sind. Die Einstellungsvoraussetzungen in den Unternehmen sind häufig aufgrund fortschreitender technologischer Entwicklungen gestiegen und erfordern von den
Bewerbern komplexes Denken, Teamarbeit und die Fähigkeit sich kontinuierlich weiter zu
bilden.
40
41
Aus der American Competitiveness Initiative: Workforce Training geht hervor, dass 80%
der in einer Studie befragten Betriebe nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte haben.
Bei 90% der Befragten war dies ein ernst zu nehmendes Problem. Im Bericht wird weiterhin der enorme bürokratische Aufwand für Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung kritisiert, welcher ca. 1/3 der staatlichen Ausgaben verschlingt. Im Budget für 2007 werden
so genannte „Career Advancement Accounts“ gefördert. Diese selbst verwalteten Konten
stellen Arbeitnehmern bis zu $ 3000 für notwendige Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Davon sollten ca. 800.000 Arbeitnehmer profitieren.
42
Da zum einen nicht alle Schüler und jungen Erwachsenen gleichermaßen für einen Collegebesuch qualifiziert sind, zum anderen die Amerikanische Wirtschaft dringend gut aus-
38
Mortimer, 2003
39
Lauterbach, 1995
40
Arnett, 2000; Brint & Karabel, 1991; Livingstone, 1998; National Center on Education and the Economy, 2006; Oakes,
2005; Orfield, 1997; Parnell, 1997; Schneider & Stevenson, 2000; Scott & Bernhardt, 1999; U.S. Government, 1984
41
Gray & Herr, 1998
42
Domestic Policy Council, Office of Science and Technology Policy, 2006
17
bildete Arbeitskräfte in vielen technischen bzw. klassischen Ausbildungsberufen benötigt,
hat sich in einigen Bundesstaaten die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Augenmerk verstärkt auf den Erwerb von Berufsabschlüssen gerichtet werden sollte. South Carolina war
der erste Bundesstaat, in welchem sich Schüler in der High School auf einen so genannten
Karrierepfad, also beruflichen Zweig, festlegen sollten. Neben den allgemeinbildenden akademischen Fächern belegen die Jugendlichen auch berufsvorbereitende Kurse, die auf
verschiedene berufliche Cluster ausgerichtet sind. Einige dieser Kurse vermitteln Grundlagen für spätere Hochschulstudien, wie z.B. Grafik Design, Architektur, Medien und
Kommunikation. Mittlerweile haben viele Schulen im ganzen Land berufliche Kurse in ihrem Angebot, welche sich nach den Career Clustern einteilen lassen.
Career Cluster (Abbildung 2). 1999 hat das U.S. Department of Education das System der
Career Cluster mit 16 beruflichen Domänen eingeführt. Career Cluster sind Berufskategorien, die sowohl Einstiegsjobs als auch Managementkarrieren aufzeigen. Das System dient
der Einteilung von beruflichen Kursen an den High Schools und zur beruflichen Orientierung und Karriereplanung. Bestimmte Qualifikationen sind für alle Cluster gleich. Studierende können sich anhand der Career Cluster über eine große Bandbreite an Berufen
informieren. Dieser Ansatz soll das Verständnis für berufsrelevante Fähigkeiten und Fertigkeiten fördern und dazu beitragen, dass die Schüler die Notwendigkeit der akademischen Kurse in der High School erkennen.
Schüler sollen aufgrund dieser Übersicht besser einschätzen können, welche Wahlkurse
sie für die Vorbereitung auf ein bestimmtes Berufsfeld belegen sollten. Für jedes Cluster
gibt es beispielhafte Stundenpläne und Informationsmaterial über mögliche Karrierepfade , die teilweise auch Cluster übergreifend realisierbar sind. Die Cluster in der Übersicht
sind jedoch nicht maßgebend und sollten je nach Erfordernissen auf die Bedingungen an
den Schulen und die Bedürfnisse der Schüler zugeschnitten werden. Obgleich die Cluster
zur Gestaltung und Wahl von berufsvorbereitenden Kursen gedacht sind, müssen die
Schulen sicherstellen, dass die Teilnehmer gleichzeitig die Leistungsanforderungen in den
akademischen Fächern erfüllen. Ein Grund für die Entwicklung dieser Cluster ist, dass ein
Teil der Schüler motivierter lernt, wenn eine unmittelbare praktische Anwendung des
Wissens gegeben ist. Betont wird bei der Information über berufsvorbereitende Kurse, die
in Anlehnung an die Cluster entwickelt wurden, dass Schüler damit nicht in einer beruflichen Sackgasse enden werden und häufig sogar die High School genauso gut abschließen
wie Schüler, die ausschließlich akademische bzw. studienvorbereitende Kurse (College
Prep ) besucht haben. Im Anschluss an die High School können die Teilnehmer entweder
direkt in das Berufsleben einsteigen, oder sich an den verschiedenen Bildungseinrichtungen weiter qualifizieren und z.B. einen Associate oder Bachelor erwerben. Außerdem
kann zwischen Clustern gewechselt werden. In den berufsvorbereitenden oder Tech Prep
Kursen erwerben die Teilnehmer Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für weitere Berufe ü43
44
43
http://www.doe.state.in.us/octe/facs/CrrClstrGrid.html, 30.05.2007
44
College Prep steht für College Preparatory Classes. Dies sind anspruchsvolle akademische Kurse, welche gezielt auf landesweite und bundesstaatliche standardisierte Leistungstests vorbereiten. Die Testergebnisse entscheiden neben anderen
Kriterien über die Aufnahme an Colleges.
18
ber ihr Cluster hinaus nützlich sind und den Übergang in ein anderes Berufsfeld erleichtern.
Kurse, die auf dem Career Cluster System beruhen, beginnen häufig in der 9. Klasse und
setzen sich dann bis zum 14. Schuljahr, i.d.R. der Ausbildung an einem Community College fort. Die Lehrpläne in den einzelnen Jahrgangsstufen bauen aufeinander auf. Im
Rahmen der Cluster sind akademische Standards, Fähigkeiten und Fertigkeiten und Standards für die so genannte Employability oder Soft Skills festgelegt. Jeder Bundesstaat hat
Standards entwickelt, die sich an den nationalen Standards orientieren und leicht voneinander abweichen können. Das System der Career Cluster definiert die Eintrittsqualifikationen für verschiedene Berufe bzw. Karrierewege neu. Dazu gehören die Erfüllung der
Leistungsansprüche in den akademischen Fächern, kritisches Denken, das Bewusstwerden
von eigenen Interessen und Lebensvorstellungen in Abhängigkeit von gewählten Berufen,
Arbeitsethik und gute Kommunikationsfähigkeiten.
45
46
Die 16 Career Cluster sind:
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Agriculture, Food & Natural Resources
Architecture & Construction
Arts, Audio/Video Technology & Communications
Business, Management & Administration
Education & Training
Finance
Government & Public Administration
Health Science
Hospitality & Tourism
Human Services
Information Technology
Law, Public Safety, Corrections & Security
Manufacturing
Marketing, Sales & Service
Science, Technology, Engineering & Mathematics
Transportation, Distribution & Logistics
45
http://ed.sc.gov/agency/offices/cate/standards/, 21.06.2007
46
http://www.careerclusters.org/whatis.cfm, 30.03.2007
19
Abb. 2
47
47
Informationen über Cluster Details in Anhang A
20
Die meisten Berufe können anhand der erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten in dieses System eingegliedert werden. Besonderer Wert wird generell auf Technology Education gelegt, das heißt, dass mit verschiedensten Computerprogrammen, technischen Geräten, und modernen Medien gearbeitet wird. Die meisten High Schools bieten nur einige
der insgesamt 12 Career Cluster an und verbinden Lehrpläne von zwei oder mehr
Clustern um ein Überangebot an Kursen zu vermeiden. Einige der Berufe erfordern unter
Umständen eine ausschließlich schulische Ausbildung; für die Mehrheit der Berufe muss
jedoch im Anschluss eine Weiterqualifizierung abgeschlossen werden.
Lehrrahmenpläne legen fest wie Grundlagenfächer, technische Hauptfächer und berufsspezifische Kurse auf die Klassen 9 bis 12 verteilt werden sollen. Auf der Grundlage dieser Rahmenlehrpläne können Schulleiter und Lehrer ihre Lehrpläne gestalten und auf spezifische Bedingungen im Schulbezirk und Bundesstaat abstimmen. Die folgende Tabelle
zeigt auf wie der Lehrrahmenplan für jeden Jahrgang strukturiert sein könnte.
Tab. 1 Konzeptionelles Model für die Gestaltung des Lehrrahmenplans48
Technische/Berufliche Spezialisierung
Klassen 15-16 und
13-14 (nach der High School)
Fortgeschrittene technische Fertigkeiten in bestimmten Berufen
Fortgeschrittene akademische Fächer
Praktika und/oder Apprenticeships
Technische Grundlagenfächer
Klassen 11-12
(in der High School)
Technische Fertigkeiten innerhalb eines Clusters
Fortgeschrittene akademische Fächer
Work-Based Learning
Berufliche Grundlagen
Klassen 9-10
(in der High School)
Kontextgebundene Vermittlung akademischer Inhalte
Erste berufliche Erfahrungen
Generelle Berufsfähigkeit
Zu den generellen akademischen Fächern gehören Mathematik, Englisch, Naturwissenschaft und Sozialkunde. Die beruflichen Kurse in Klasse 9 und 10 dienen vor allem der
beruflichen Orientierung. Schüler können verschiedene Kurse belegen und Credits sammeln. Sie sollen zunächst erst einmal verstehen um welche beruflichen Tätigkeiten es sich
in den einzelnen Clustern handelt. Nach dieser Orientierungsphase können sich die Schüler für andere Ausbildungsrichtungen entscheiden ohne dabei Kurs-Credits zu verlieren
oder befürchten zu müssen, dass sie die Standards für die Graduation (High School Abschluss) nicht mehr erfüllen. In den letzten beiden Jahren der High School spezialisieren
sich die Schüler auf einen beruflichen Zweig. Dabei werden in den berufsspezifischen Fächern akademische Inhalte mit praktischen Anwendungen verknüpft, so dass die Fächer
auch auf die standardisierten Abschlussprüfungen vorbereiten.
48
Hull, 2000
21
Obgleich die Schulen dazu angehalten sind interdisziplinär zu unterrichten, hat sich dies in
der Praxis bis jetzt noch nicht umfassend durchgesetzt. Die Schüler können auch mehr als
einen berufsspezifischen Kurs belegen und bei besonderer Eignung oder Qualifizierung
bereits Kurse an Community Colleges besuchen (Dual Enrollment). Alle Schüler sollten
außerdem mindestens zwei Praktika im gewählten beruflichen Zweig absolvieren oder
Credit Hours beim Service Learning erwerben. Schüler, die ein solches Programm durchlaufen, sollten damit gleichzeitig alle Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss der
High School erfüllt haben. Die berufliche Grundlagenqualifizierung kann in einigen Bereichen für den Einstieg in niedrig qualifizierte Beschäftigungen ausreichend sein.
49
Um den Übergang in Ausbildungsgänge an höheren Bildungseinrichtungen flexibel und
ohne Zeitverlust gestalten zu können, besteht die Möglichkeit an der High School erbrachte Vorleistungen anerkennen zu lassen, so dass bereits besuchte Kurse nicht wiederholt werden müssen. Hierfür bestehen zum einen Absprachen zwischen den High
Schools und bestimmten Colleges. Im Rahmen von Tech Prep gibt es aber auch landesweit geregelte Vorschriften für die Anerkennung von Vorleistungen, so dass diese an jeder
höheren Bildungseinrichtung anerkannt werden müssen.
50
Work-Based-Learning. In den letzten Jahren hat das Work-Based-Learning zunehmend an
Bedeutung gewonnen. Dabei handelt es sich um das frühe Sammeln von Arbeitserfahrungen, die parallel zur High School organisiert werden. Arbeitgeber erwarten von den
Schulabgängern, dass diese „work ready“ sind, also für die Arbeit in einem Unternehmen
notwendige soziale Fähigkeiten besitzen bzw. erlernt haben. Neben dem Beherrschen der
akademischen Grundlagen, kritischem Denken und der Fähigkeit langfristig planen zu
können, sollten die jungen Erwachsenen beim Einstieg in das Berufsleben über entsprechende Kommunikationsfähigkeiten verfügen und sich in ein Team einbringen können.
Außerdem wird erwartet, dass die jungen Arbeitnehmer eine positive Arbeitsethik verinnerlicht haben. Viele dieser Fähigkeiten werden am besten bei der Arbeit erworben.
51
Empfohlen wird in der 9. und 10. Klasse kurze Phasen der Arbeitserfahrung von bis zu
20 Stunden in den Lehrplan einzubauen. Ein Mentor betreut die Schüler und hilft ihnen
herauszufinden, ob das gewählte Berufsfeld mit ihren Interessen und Fähigkeiten übereinstimmt. Er sorgt auch für die Platzierung in Sommer Praktika (von bis zu 160 Stunden)
nach der 10. Klasse oder in einer Teilzeitbeschäftigung (von bis zu 20 Stunden in der Woche im 12. Schuljahr). Solche Angebote existieren jedoch nicht in allen Schulbezirken, so
dass teilweise auch auf o.g. Service Learning oder Projektarbeit zurückgegriffen wird.
52
49
Service Learning ist eine Methode, bei welcher die Schüler eine Serviceleistung oder Dienstleistung entweder in ihrer Schule oder in ihrem Wohnviertel leisten. Die dabei erbrachte Arbeit ist Bestandteil des Curriculums und soll das theoretische Wissens durch praktische Anwendung und Erfahrung ergänzen und zur Menschenbildung (civic education)
bzw. Formung des Characters (character education) beitragen. Die Maßnahmen werden als Beitrag zur Demokratieerziehung verstanden. Die Service Aktivitäten werden mit Leistungsträgern und Non-Profit Organisationen innerhalb
des Schulbezirkes organisiert. Corporation for National Service, 1995. Beispiele unter http://www.servicelearningpartnership.org/site/PageServer?pagename=tr_teaching, 21.06.2007 (siehe Anhang I)
50
http://www.ed.gov/programs/techprep/index.html, 21.06.2007
51
Grubb, 1996a
52
Hull, 2000
22
In der so genannten Postsecondary Phase nach Beendigung der High School sollten junge
Erwachsene, die nicht direkt an das College wechseln, mindestens 400 Stunden in einem
Apprenticeship Verhältnis arbeiten (unter der Aufsicht eines erfahrenen Arbeiters). Diese
Phase hilft dabei die Arbeit intensiver kennen zu lernen und gleichzeitig sich potentiellen
Arbeitgebern vorzustellen. Alle Aktivitäten in der Rubrik Work Based Learning sollten
abgerechnet werden, so dass der Schüler dafür Kreditpunkte erhält, die im Transcript (einem Zeugnis, das alle absolvierten Kurse auflistet) erscheinen.
Tech Prep Program. Im Carl D. Perkins Act werden Career and Technology Education
Programs of Study definiert als Programme, die berufliche und technische Inhalte vermitteln und Kurse der High School mit Angeboten an höheren Bildungseinrichtungen kombinieren. Dabei sollen die akademischen Standards in den berufsvorbereitenden Kursen
inhaltlich nicht von den Standards der so genannten College Prep Kurse abweichen. Bei
den Tech Prep Programmen orientieren sich die akademischen Inhalte jedoch stärker an
der Arbeitswelt und der konkreten praktischen Anwendung. Die Kurse greifen ineinander
und bauen aufeinander auf, wobei Dopplungen vermieden werden. Die Career and Technical Education Study Programs kombinieren High School Kurse und Kurse an weiterführenden höheren Bildungseinrichtungen, führen zu einem von der Industrie anerkannten Abschluss und ermöglichen den Erwerb eines Associate oder Bachelor Abschlusses
bei Weiterführung der Ausbildung an einer höheren Bildungseinrichtung. Tech Prep
Programme werden i.d.R. im am Arbeitsmarkt gefragten Berufen angeboten.
53
54
Viele Schüler, die Tech Prep Programme an der High School besuchen, sind häufig neben
der Schule bereits in Arbeitsverhältnissen. Aus einer Studie geht hervor, dass 65 – 90%
der Schüler in meist gering bezahlten Beschäftigungsverhältnissen sind, etwa 7 Dollar die
Stunde verdienen und zwischen 11 und 30 Stunden die Woche arbeiten. Etwa 80% der
Schüler, die an Tech Prep Programmen teilnahmen, haben anschließend höhere Bildungseinrichtungen - meist Community Colleges - besucht. Allerdings schlossen sowohl unter
den Tech Prep Teilnehmern als auch unter den College Prep Schülern oder NichtTeilnehmern, im Durchschnitt 10,5%, drei bis vier Jahre nach Beendigung der High
School ein Studium ab. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine Teilnahme an Tech
Prep Programmen zwar die Aufnahme weiterführender Studien fördert, die Studierenden
aber mehr Unterstützung benötigen, um höhere Studiengänge bzw. weitere berufliche
Qualifizierungen auch tatsächlich erfolgreich abzuschließen. Ein Grund für die geringen
Abschlussquoten ist der niedrige sozio-ökonomische Status vieler Schüler. Sie sind meist
die erste Generation in der Familie, die einen College Abschluss anstrebt. Besonders
wichtig ist es deshalb unter anderem ausführliche Informationen über Stipendien und
Bankkredite zur Finanzierung eines Studiums zur Verfügung zu stellen. Auch die kontinuierliche Betreuung bei der weiteren Karriereplanung ist zu empfehlen.
55
53
siehe Kapitel 2.3.1
54
Carl D. Perkins Act, 2006, Section 3, S. 685-686 (4 A-B), Programs of Study: Section 122, S. 717 (1 A I – iv), Content of
Tech Prep Program: Section 203, S. 739 (2 B c); Bragg, 1995; Bragg & Layton, 1995; Grubb, Badway, Bell, &
Kraskouskas, 1996
55
Bragg, Loeb, Gong, Deng, Yoo, & Hill, 2002
23
Der Bundesstaat Ohio hat beispielsweise gemäß den Anforderungen des reauthorisierten
Carl D. Perkins Act einen 6-Jahresplan aufgestellt. Daraus geht hervor, dass Programme
zu entwickeln sind, die in den letzen beiden Jahren der High School beginnen und sich für
mindestens zwei weitere Jahre am College fortsetzen. Um den fließenden Übergang zu
ermöglichen und die Anerkennung der Vorleistungen in der High School oder einem Career Center zu gewährleisten, sollen Verträge zwischen den High Schools und Colleges
abgeschlossen werden. Besonders gefördert werden sollen Programme in den Bereichen
Ingenieurwissenschaften, Medizin, Naturwissenschaften, Umweltwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Informationstechnologie. Des Weiteren soll gewährleistet werden, dass auch Schüler aus sozial benachteiligten Verhältnissen Zugang zu dieser Ausbildungsform haben. Für die Tech Prep Programme sind von den High Schools und College
Partnern entsprechende Lehrpläne auszuarbeiten. Innerhalb des Bundesstaates sind entsprechende Weiterbildungsprogramme für Lehrer und Berufsberater anzubieten. Zur
Betreuung der Schüler während dieser Zeit zählt auch die Bereitstellung einer kontinuierlichen Berufsberatung. Außerdem sind Maßnahmen im Bereich Work-Based-Learning zu
installieren.
Abb. 3 Optionen für School-to-work Programme56
56
http://www.techprepohio.org/index.asp, 02.04.2007
24
Abb. 4 Ohio Tech Prep Pathways57
Das Ohio College Tech Prep Advisory Council hat folgende Programm Standards für den
Bundesstaat vorgeschlagen, welche die landesweiten Standards ergänzen.
57
http://www.techprepohio.org/index.asp, 02.04.2007
25
In den Tech Prep Programmen soll Folgendes gewährleistet werden:
ƒ Abstimmung der akademischen Standards auf den arbeitsbezogenen Kontext
ƒ Vermittlung von Algebra II sowie des Senior Mathematik Kurses (als akademischer
Kurs oder als integraler Bestandteil eines technischen Kurses bis zum Ende der High
School
ƒ Teilnahme an mindestens drei Kursen in den Naturwissenschaften (davon zwei im
Labor)
ƒ Verwendung eines landesweit geprüften Lehrplanes
ƒ Evaluierung der Programme alle zwei Jahre
ƒ Abschluss von Verträgen mit weiterführenden höheren Bildungseinrichtungen (Colleges)
ƒ Beteiligung von Unternehmen an den Programmen
ƒ die Programme operieren als landesweit anerkannte Career und Technical Education
Programme
ƒ die Ausbildung am College basiert auf einem fortgeschrittenen Kompetenzmodell,
ƒ Abstimmung der Programme auf Ohio’s College Tech Prep Standards
ƒ und soweit möglich Verknüpfung von akademischen und berufsrelevanten/technischen Inhalten.
Die Tech Prep Initiative in Ohio wird getragen vom Ohio Board of Regents und dem
Ohio Department of Education. Die Finanzierung wird gewährleistet durch das U.S. Department of Education, den Carl D. Perkins Career and Technical Education Improvement Act und durch verschiedene lokale Partner.
Abb. 5 Die Trägerschaft der Tech Prep Initiative im Bundesstaat Ohio58
58
http://www.techprepohio.org/about/network.asp, 26.06.2007
26
Die in der folgenden Tabelle beispielhaft aufgelisteten Maßnahmen beziehen sich auf die
Berufsvorbereitung, welche im Rahmen der staatlich geförderten Tech Prep Programme
angeboten werden konnten. Diese Maßnahmen werden von einzelnen Schulen organisiert,
sind auf deren Bedürfnisse abgestimmt, und variieren deshalb zwischen den Schulen.
27
Tab. 2 Beispiele für Tech Prep Maßnahmen aus dem Bundesstaat Ohio59
Career Exploration (Erkundung, Ideenfindung)
Titel
Jahr
Träger
Kategorie
Subkategorie
Marketing and Part2005
North Central Prep
Marketing PartnerCareer Exploration
ship Development
nership Development
Career Development für Schüler in der Middle School: Der „Reality Store“, Besuche von Career Centers für Schüler der 8.
Klasse, “Rising Stars” Sommer Camps, Berufsorientierungstage an der eigenen Schule.
Marketing and
2005
Heart of Ohio Tech
Marketing
Career Exploration
Prep
Partnership
Partnership
Development
Development
Die Einrichtung war beteiligt an der Erstellung eines Tech Prep Werkzeugkastens für die Counselors der Middle School, Informationsbroschüren, Newsletter, Organisation von Berufsorientierungstagen und Sommer Camps, und Einsatz der Indi60
vidual Career Plans (ICP’s) (Anhang M)
Marketing and Part2005
South East Ohio
Marketing PartnersCareer Exploration
Tech Prep
hip Development
nership Development
Summer Career Exploration Camp in welchem die Schüler jeden Tag eine andere Technologie kennen lernen und ausprobieren, Videoproduktion zur Dokumentation des Summer Camps, Weiterbildung für Lehrer und Counselor, Zusammenstellung von „Hands on Activities“ für die Schüler, Aktivitäten der Middle School Schüler mit den Primary School Schülern.
College Transition
College Transition
2005
Lakeland Tech Prep
Verschiedene Programme wurden initiiert um Schüler über Studienmöglichkeiten zu informieren, auf weiterführende Studien vorzubereiten und ihnen beim Übergang zum Studium am Lakeland und anderen Colleges zu helfen. Dazu gehört 1.
61
die Nutzung eines Compass Placement Tests , 2. kostenlose Sommertutorials zur Wiederholdung von Lehrstoff, 3. ein Bildungs- und Karriereplan, 4. Richtlinien zum Erwerb von Credits, die auf eine Collegeausbildung angerechnet werden, 5. In62
volvierung in Ohio’s Course Applicability System (CAS) , 6. die Einstellung eines Tech Prep College Admission Coordinators, der sich mit allen Schülern in Klasse 12 beschäftigt, und 7. die Vergabe von mindestens sechs $ 500 Stipendien für
das Lakeland College.
Transition Strate2005
Miami Valley Tech
gies
Prep
Es gibt eine Kooperation mit dem Sinclair Community College, welches allen Tech Prep Absolventen die kompletten Studiengebühren erlässt. Den Schülern stehen zahlreiche Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung,
einschließlich der Information wo nach der High School Berufsberatung stattfindet, College Touren, Audits in verschiedenen Colleges, Compass Placement Tests, College Transition Student Workbook, in welchem alle Kurse aufgelistet werden
und eine Übersicht über bereits Erreichtes und noch Geplantes möglich ist.
College Transition
2005
Ohio Valley Tech
Prep
Information über verschiedene Colleges, Besuch des Rio Grande Community Colleges, Sommer Stipendien für Sommer
College Programme (Kurse dort kosten dann nur $ 12 für die Semesterstunde), ein Stipendium für jedes Konsortium der
acht Schuldistrikte.
College Transition
2005
Workforce DeveStrategies
lopment Council
Das Konsortium hat eine Partnerschaft mit Bowling Green State University (BGSU) Firelands, Clyde High School, EHOVE
Career Center, Sandusky High School, Sentinel Career Center, und dem Technology Center and Terra Community College. Verschiedene Informationsmaterialien wurden auf Grundlage der ISO9000 Norm entwickelt. Studierende die sich für
das Tech Prep Secondary Program einschreiben sind automatisch auch am Community College eingeschrieben und nehmen dort bereits an Kursen teil. Es werden ACT Compass Placement Tests mit einem umfangreichen Förderunterricht, um
Schüler auf College Programme vorzubereiten, angeboten. Etwa 85% der Schüler setzen ihre Ausbildungen im Anschluss
an die High School an einem Community College fort.
59
http://www.techprepohio.org/consortia/bestpractices02.asp?BPID=15, 26.06.2007; Weitere Beispiele unter
http://www.techprepohio.org/about/spotlight_programs.asp, 30.05.2007; http://www.ohiocareerdev.org/,
30.05.2007, http://www.ohiociad.com/Logon.asp , 30.05.2007 (Passwort geschützt);
http://www.acrnetwork.org/Default.aspx, 30.05.2007; http://www.vocopher.com/, 30.05.2007;
http://www.ocis.org/, 30.05.2007 (Passwort geschützt) (mehr Maßnahmen im Anhang K & L)
60
http://www.ohiocareerdev.org/ICP-CP.htm, 26.05.2007
61
Mit Hilfe des Tests soll heraus gefunden werden, ob die Schüler ausreichende Kenntnisse für das Studium am College
besitzen. Die Testergebnisse sind gleichzeitig Indikator für das benötigte oder anzustrebende nächste Kursniveau.
62
Das Online Programm ermöglicht es Informationen über den Kurstransfer an andere Colleges und in andere
Studienprogramme sowie die Äquivalenz von verschiedenen Programmen zu sammeln.
https://oh.transfer.org/cas/index.jsp, 26.05.2007
28
Jedes Tech Prep Konsortium bietet ähnliche Maßnahmen. Dabei variiert die Summe der
Stipendien, die Voraussetzungen für ein Stipendium, die Anzahl der Stipendien, die Verbindung und Kooperation mit einem oder mehreren Community Colleges (Von 4-Jahres
Colleges werden die Vorleistungen in der Regel nicht anerkannt.), die Anzahl des Beratungspersonals, Dauer und Inhalt der Sommer Camps, schließlich die Anzahl der Schüler
die keine akademischen Kurse wiederholen müssen und direkt nach der High School auf
ein College überwechseln.
Weitere School-to-Work Maßnahmen sind:
Cooperative Education steht für ein Modell, bei welchem Schüler Kurse in der Schule besuchen, die auf einen bestimmten beruflichen Zweig vorbereiten und dann jeweils entweder einen halben Tag, ganze Tage, oder mehrere Wochen in einem Unternehmen arbeiten.
Dieses Programm muss eng mit der Schule oder dem College abgestimmt und vom
Schulpersonal begleitet werden. Generell können solche Maßnahmen auf die Bedürfnisse
einzelner Schüler zugeschnitten werden.
School-Based Enterprises sind Unternehmen innerhalb der Schulen, wie z.B. Autowerkstätten, Geschäfte, Bauunternehmen, Verlage, Kinderbetreuung, oder Güterproduktion,
in welchen die Schüler selbständig arbeiten. Parallel dazu vermitteln entsprechende berufliche Kurse das nötige Hintergrundwissen. In diesen Unternehmen wird das reale Arbeitsleben recht genau wieder gespiegelt, so dass dabei auch verschiedene Arbeitstugenden
vermittelt werden.
Work Shadowing bedeutet, dass die Schüler vor allem beobachtend am Arbeitsprozess
teilnehmen, dabei aber auch Gelegenheit zur aktiven Teilnahme und zum Gespräch mit
den Arbeitern/Angestellten haben. Work Shadowing kann als individuelle Schülerinitiative gefördert werden, aber auch Bestandteil des School Curriculums sein. Die Dauer variiert meist zwischen einem halben Tag und zwei Wochen.
Clinical Training wird vor allem für Gesundheitsberufe angeboten. Schüler und Studierende besuchen zunächst mehrere Einstiegskurse, die zum Teil an den schulischen Einrichtungen angeboten werden. Parallel dazu bzw. im Anschluss daran sind die Teilnehmer
in verschiedenen Positionen in der Praxis tätig. Außerdem müssen Lizenzen zur Ausübung vieler Tätigkeiten erworben werden. Nahezu alle Ausbildungen im Gesundheitswesen folgen dieser Norm.
Compacts and Collaboratives sind Kooperationen zwischen mehreren Schulen und zahlreichen Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist die Boston Compact Initiative , bestehend
aus 7 Schulen und 60 Unternehmen in Boston, Massachusetts. Während Schüler mehr
über die Arbeit in Privatunternehmen lernen können, ist der Einblick in Anforderungen
der Arbeitswelt auch für Lehrer sehr hilfreich. Aus dieser Kooperation heraus sind zahlreiche andere Initiativen entstanden. Eine weitere beispielgebende Maßnahme ist das Kalamazoo Valley Education for Employment Consortium , an welchem 9 Schulbezirke, die
lokalen Community Colleges und mehr als 100 Unternehmen beteiligt sind. Das Konsor63
64
63
http://www.bostonpic.org/compact/bostoncompact.pdf, 30.05.2007
64
http://kresa.schoolwires.com/105710619131148840/site/default.asp, 30.5.2007
29
tium bietet Berufsberatung, Mentorenprogramme und Betriebspraktika65. Die Kooperationsprogramme variieren stark. Bedingung für einen höheren Bildungsabschluss ist, dass
für mindestens zwei Jahre Kurse an der High School und für zwei weitere Jahre Kurse an
einer höheren Bildungseinrichtung absolviert worden sind. Darüber hinaus gibt es auch
Kooperationen, die nach zwei High School Jahren weitere 4 Jahre an höheren Bildungseinrichtungen erfordern. Andere Programme beginnen bereits in der 9. Klasse .
66
Business Partnerships (Partnerschaften mit Unternehmen) sind individuelle Initiativen,
wie zum Beispiel die Gruppe Partners in Education, welche aus Industrievertretern, Schulen, und freiwilligen Mitgliedern der Community besteht. Die Gruppe verschickte einen
Fragebogen an Unternehmen in ihrer Region und erfasste inwieweit diese Unternehmen
bereit wären mit Schulen im Rahmen der Berufsvorbereitung der Schüler zusammen zu
arbeiten (Anhang J). Der daraus entstandene Leitfaden steht Schulen zur individuellen
Planung und Gestaltung der Berufsvorbereitung und Berufsberatung zur Verfügung.
67
JobCorps ist ein landesweites Programm für benachteiligte Jugendliche im Alter von 1624 Jahren. Private Unternehmen, staatliche Behörden und Gewerkschaften rekrutieren
junge Erwachsene für diese Trainingsmaßnahmen und vermitteln die Auszubildenden anschließend in den Arbeitsmarkt. Während der Ausbildung erhalten die Teilnehmer eine
Ausbildungsvergütung, die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, und einfache medizinische Versorgung abdeckt. Auch nach der Ausbildung haben die Teilnehmer noch bis zu
12 Monate Anspruch auf Berufsberatung und -betreuung. Es gibt derzeit 122 JobCorps
Centers in 48 Staaten. Berufsausbildungen werden in mehr als 100 Berufen angeboten.
Im Rahmen der Ausbildung können auch praktische Arbeitserfahrungen gesammelt werden. Auszubildende bestimmen selbst das Tempo ihrer Ausbildung und können bis zu
zwei Jahre in der Einrichtung bleiben.
68
2.3
Gesetzliche Grundlagen/Policies
2.3.1 Carl D. Perkins Act
Das wichtigste Gesetz im Bereich der Berufsbildung ist der Carl D. Perkins Act. Die
Begriffe Career Guidance und Academic Counselling werden darin definiert. Im Wesentlichen verbirgt sich dahinter die berufliche Beratung und Lenkung. Aus dem Gesetz geht
hervor, dass Schüler/Studierende/Auszubildende und Eltern Zugang zu Informationen
erhalten sollen, die der Berufsorientierung dienen und die Planung einer beruflichen Laufbahn unterstützen. Dies schließt auch Informationen über verschiedene Berufe bzw. Karriereoptionen sowie die finanzielle Unterstützung für weiterführende Studien zum Erwerb
eines Associate oder Bachelor Abschlusses ein.
69
70
65
Office of Technology Assessment, 1995
66
Hershey, Silverberg, Owens, & Hulsey, 1998
67
Tudor, Kaiser, Schumm, & Rode, 1995
68
http://jobcorps.dol.gov/, 26.06.2007
69
http://www.ed.gov/offices/OVAE/CTE/legis.html, 26.06.2007
70
Public Law 109-270-Aug. 2, 2006 Carl Perkins Act Section 3, S. 686
30
Bezüglich der Berufsinformationen legt das Gesetz fest, dass die Bundesstaaten eine Institution für die Erstellung und Distribution von Informationsmaterial autorisieren sollen.
Diese Institution soll sowohl über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren als
auch über berufliche Perspektiven in so genannten nicht-traditionellen Bereichen. Der
Gesetzesabschnitt legt weiterhin fest, dass sowohl allgemein bildende Lehrer als auch Berufsschullehrer, Hochschullehrer, Administratoren und Berufsberater mit dem erforderlichen Wissen, Fähigkeiten und Berufsinformationsmaterial ausgestattet werden sollen, um
Eltern und Schüler, insbesondere diejenigen mit besonderen Ansprüchen und Bedürfnissen, informieren zu können. Diese Informationen betreffen mögliche Berufspfade, Ausund Weiterbildungsmöglichkeiten, Bildungsfinanzierung und Arbeitsmarktanforderungen
bezüglich am Arbeitsmarkt gefragter Berufe und Berufe in nicht-traditionellen Bereichen,
einschließlich der Berufe und Bereiche, die einen Bachelor Abschluss erfordern. Es wird
weiterhin darauf verwiesen, dass die Koordination und Kommunikation zwischen Administratoren und Programmplanern auf staatlicher, bundesstaatlicher und lokaler Ebene
verbessert werden sollte, um Überschneidungen von Maßnahmen zu verhindern und die
umfangreiche Nutzung von Informationen und Daten zu gewährleisten. Absatz 6 bezieht
sich auf die Notwendigkeit der Evaluierung und des Feedbacks von Empfängern der Beratungsleistung und die kontinuierliche qualitative Verbesserung der Informationsmaterialien. In Absatz 7 ist festgelegt, dass Berufsinformationsmaterialen zu verschiedenen Wirtschaftssektoren und dem dort jeweils verfügbaren bzw. benötigten Arbeitskräftepotential
zur Verfügung stehen sollen.
71
72
Sektion 122 im Carl D. Perkins Act ist der Erstellung von Plänen zu berufsvorbereitenden
und berufsbildenden Maßnahmen auf bundesstaatlicher Ebene gewidmet. Hierin wird unter anderem festgelegt, dass auch Eltern, Schüler, Vertreter der einzelnen TechPrep Konsortien und Colleges, der Industrie, der Gewerkschaften und der Communities in den
Planungsprozess einbezogen werden sollen. Weiterhin müssen die Pläne darlegen, wie Berufsbildung in der High School und weiterführende Studien miteinander verknüpft werden, so dass Schülern ein fließender Übergang zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen und Bildungsabschlüssen ermöglicht wird. Schüler sollen die Möglichkeit haben
bereits während ihres High School Aufenthaltes an Programmen von höheren Bildungseinrichtungen teilzunehmen (Dual/Concurrent Enrollment), wobei die dort erworbenen
Credits auf spätere Studien angerechnet werden können. Geplante Kurse müssen zu einem von der Industrie anerkannten Abschluss, einem Associate oder einem Bachelor führen. Es wird weiterhin erwartet, dass die Agenturen in ihren Plänen darlegen, wie diese
Kooperationen zwischen High Schools und höheren Bildungseinrichtungen etabliert werden können. Besonders hervorgehoben wird im Carl D. Perkins Act die Bedeutung der
akademischen Aus- und Weiterbildung, um klar zu stellen, dass Berufsbildung nicht in einer Sackgasse enden muss, sondern jederzeit alle Türen für jedwede Weiterbildung offen
lässt. Die lokalen Agenturen sind angehalten Erfahrungen bzw. Best Practices zu verbreiten, um die qualitative Verbesserung von Programmen zu fördern. Einmal jährlich sollen
71
Als nicht traditionelle Berufe werden Beschäftigungen von Männern in typischen Frauenberufen and vice versa bezeichnet.
72
Public Law 109-270-Aug. 2, 2006 Carl Perkins Act Section 118, S. 713-714 (c 1-7)
31
Career und Technical Education Programs evaluiert werden. Die enge Vernetzung von
beruflicher Bildung und akademischer Bildung wird erneut aufgegriffen in Sektion 124
über die Finanzierung von Bildungsmaßnahmen. Landesweit sollen Verträge zwischen
Berufsbildungsinstitutionen, die den Erwerb von Associate Degrees anbieten und Postsecondary Bildungseinrichtungen, die den Bachelorabschluss anbieten, abgeschlossen werden.
73
74
2.3.2 School-to-Work Opportunities Act
1994 wurde der School-to-Work Opportunities Act erlassen und damit Gelder für verschiedene Ausbildungsprogramme, die Schülern den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern sollten, zur Verfügung gestellt. High Schools und Community Colleges
konnten Kooperationsprogramme mit Industriepartnern entwickeln, in welchen akademische und berufliche Ausbildung verknüpft wurden. Im Gesetz wurde erstmalig der Begriff
der „Career Majors“ eingeführt, womit eine Reihe von Kursen, die für ein bestimmtes Berufsfeld qualifizieren, zusammengeschlossen wurde. Diese Idee findet sich seit dem in allen Gesetzen wieder und wurde in verschiedenen Maßnahmen umgesetzt. In Bezug auf
Berufsberatung und Berufsvorbereitung legt der School-to-Work Opportunities Act fest,
dass damit spätestens in der 7. Klasse begonnen werden sollte. Die Wahl eines beruflichen
Schwerpunktes in den Career Majors sollte in der 11. Klasse erfolgen. Das Gesetz unterstützt weiterhin die Etablierung verschiedener Ausbildungsmodelle.
75
2.3.3 National Career Development Guidelines76
Die National Career Development Guidelines (NCDG), erstmalig 1989 herausgegeben
vom National Occupational Information Coordinating Committee (NOICC)77, sind ein
Leitfaden für die Kompetenzmessung in berufsvorbereitenden Maßnahmen. In den
NCDG sind auch Strategien für die Einführung von Career Development Programmen
für Jugendliche und Erwachsene formuliert. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung
von Career Guidance Programmen in den Bundesstaaten und deren Bildungseinrichtungen und legen die erwarteten Outcomes in der Grundschule, Mittelschule, Sekundarstufe
und der Erwachsenenbildung fest. Kompetenzen, die jeweils erworben werden sollten,
sind darin spezifiziert. Drei generelle Bereiche stehen zur Evaluation zur Verfügung:
Selbsterkenntnis, Identifikation von beruflichen Interessen und Bildungsinteressen, und
Laufbahnplanung. Weiterhin sind notwendige Qualifikationen für Berufsberater und die
Ausstattung von Berufsberatungszentren vorgeschrieben. Die Guidelines dienen als Maßgabe für eine nationale Standardisierung im Bereich Career Guidance. Career Guidance
Programme können nach deren Richtlinien evaluiert werden. Die Guidelines beinhalten
73
Public Law 109-270-Aug. 2, 2006 Carl Perkins Act Section 122, p 719-120
74
Public Law 109-270-Aug. 2, 2006 Carl Perkins Act Section 124, p 726
75
http://www.doleta.gov/SGA/sga/97-018sga.htm, 03.05.2007
76
Siehe Anhang G
77
Miller, Goodman, & Collison, 1991
32
auch eine Auflistung der Career Guidance Maßnahmen in den verschiedenen Schulstufen,
Kompetenzindikatoren sowie Empfehlungen und Vorschläge für Aktivitäten.
78
ƒ Elementarstufe: Schüler sollen sich der großen Auswahl an Berufen bewusst werden
und zum nachdenken über die eigene Berufswahl angeregt werden. Schüler sollen lernen sich selbst zu erkennen, ihre Vorlieben und Abneigungen, Interessen und auch
Veränderungen von Prioritäten wahrzunehmen.
ƒ Mittelstufe: Schüler sollen die Möglichkeit haben verschiedene Berufe/Karrieren kennen zu lernen. Dabei sollten sie erkennen inwieweit ihre eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse nach einem bestimmten Lebensstil mit möglichen Karrierewegen kompatibel sind.
ƒ High School: Schüler sollen Kompetenzen erwerben, die ihnen die Fächerwahl hinsichtlich ihrer Berufswahl erleichtern.
2.3.4 Secretary’s Commission on Achieving Necessary Skills (SCANS)79
Die staatliche Kommission hat ein Rahmenwerk etabliert, welches Standards für verschiedene Berufe beschreibt. Es besteht aus zwei Teilen: 1. Grundlegende Fertigkeiten (z.B.
Denkfähigkeiten) und 2. Arbeitsbezogene Kompetenzen (z.B. Technologie). Die Liste
hilft bei der Berufsplanung ist aber auch ein Leitfaden für Arbeitgeber bei der Erstellung
von Job Anzeigen. Obgleich diese Übersicht 1992 aufgestellt wurde, wird sie heute immer
noch genutzt.
2.3.5 National Standards for School Counselling Programme80
Die Guidelines sind in drei Teilbereiche untergliedert: 1. Bildungslaufbahn, 2. berufliche
Entwicklung, und 3. persönliche/soziale Entwicklung. Im Teil über die berufliche Entwicklung sind die folgenden drei Kompetenzen gelistet:
Standard A. Schüler lernen sich über die Arbeitswelt zu informieren und die Kenntnisse in
Relation zu eigenen Interessen zu setzen, um eine informierte Entscheidung über die berufliche Laufbahn zu treffen
Standard B. Die Schüler wenden Strategien an, die sie langfristig zum Erfolg und zur
Selbsterfüllung führen.
Standard C. Studierende verstehen die Interdependenz zwischen persönlichen Eigenschaften, Bildung und Ausbildung und der Arbeitswelt.
2.3.6 High Growth Job Initiative
Im Rahmen dieser von George W. Bush initiierten Maßnahme wurden 14 Industriesektoren identifiziert, welche hohe Wachstumsraten verzeichnen oder in größerem Umfang
technologischen Veränderungen unterliegen. Dazu gehören: Verarbeitende Industrie,
78
Beispiele befinden sich in Abschnitt 6
79
Secretary’s Commission on Achieving Necessary Skills (SCANS), 1991; http://wdr.doleta.gov/SCANS/, 26.06.2007
80
http://www.schoolcounselor.org/content.asp?contentid=134, 26.06.2007 (Siehe Anhang H)
33
Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Biotechnologie, Bauwesen, Energiewirtschaft,
Finanzdienstleistungen, Geospatial Technology, Gesundheitswesen, Homeland Security
(Polizei und Sicherheitsdienst), Hotellerie und Gastronomie, Computertechnologie, sowie
Einzelhandel und Transportwesen. Für diese Sektoren wurden Gelder zur Verbesserung
der Aus- und Weiterbildung, aber auch zur Verbesserung der Informationen über Berufsbilder, zur Verfügung gestellt. Ziel der zahlreichen Investitionen ist es, ausreichend
Nachwuchs auszubilden, Kompetenzmodelle und Karrierepfade zu entwickeln, vorhandene Ausbildungen im Rahmen von Lehrausbildungen und Programmen an Community
Colleges zu verbessern, den Zugang für Arbeitnehmer zu ermöglichen, die bisher in anderen Wirtschaftszweigen beschäftigt waren, Strategien für die Weiterqualifizierung vorhandener Arbeitskräfte zu entwickeln und kleine Betriebe stärker in diese Maßnahmen einzubeziehen.
81
81
http://www.doleta.gov/BRG/JobTrainInitiative/, 30.03.2007
34
3. Berufberatungs- und Berufsvorbereitungsmaßnahmen
3.1
Definitionen
In den USA wird seit den frühen 50er Jahren nicht mehr von Berufsberatung (Occupational Guidance), sondern von Karriereberatung (Career Guidance) gesprochen. Da sich die
Bezeichnung „Occupational Guidance“ sehr stark auf die Lenkung des Einzelnen hin zu
einem bestimmten Beruf bezog und damit nicht unbedingt die persönlichen Entwicklungspotenziale berücksichtigte , hat die National Vocational Guidance Association 1951
die Bezeichnung geändert. Die Qualität der Beratung hatte sich weg von einer reinen Instrumentalisierung der Beratung zugunsten der Interessen der Arbeitgeber und des Marktes und hin zu den Bedürfnissen des Einzelnen entwickelt. Die neue Definition trug dieser
Werteverschiebung Rechnung.
82
Die Identifikation des Selbstkonzeptes, sowie Unterstützung bei der Analyse eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten, der Selbsterkenntnis und Selbstannahme, stehen nun im Vordergrund. Die dieser neuen Ausrichtung zugrunde liegende Philosophie ist die, dass der
Einzelne zunächst eine klare Vorstellung von seinen persönlichen Eigenschaften, Zielen,
Werten, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln sollte, um auf dieser Grundlage eine berufsorientierende Bildungsentscheidung und später eine Berufswahl, treffen zu
können. Damit widerspricht die neue Definition nicht der ursprünglichen, sondern erweitert diese und rückt die individuellen Bedürfnisse stärker in den Vordergrund. Career Guidance bezieht sich auf die gesamte Lebensspanne und beinhaltet verschiedene Programme, welche Teilnehmern helfen sollen notwendige Fähigkeiten, z.B. in den Bereichen
Karriereplanung, Jobsuche, Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein, Frustrationsmanagement, Stressreduzierung, und Entscheidungsfindung zu erwerben.
83
Career Education beinhaltet systematische Programme zur beruflichen Vorbereitung.
Darin können Tests zur Erkennung der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten enthalten
sein, aber auch verschiedene Maßnahmen um Schüler und Studierende an die Arbeitswelt
heran zu führen. Career Education wird als ein kontinuierlicher Prozess verstanden,
kann bereits im Kindergarten beginnen, sollte strategisch ausgerichtet sein und kontinuierlich über verschiedene Klassenstufen hinweg in den Unterricht implementiert werden, um
langfristig und nachhaltig auf berufliche Veränderungen und Neuorientierungen vorzubereiten.
84
Die Begriffe „Career Advising“ und „Career Counselling“ werden oft synonym verwendet, obgleich sie sich auf unterschiedliche Tätigkeiten beziehen. Gordon (2006) hat diese
Unterschiede herausgearbeitet und die beiden Begriffe in einer Tabelle gegenüber gestellt
(Anhang B).
Career Advising: Viele Professoren und Lehrer fungieren als Berater/“Advisor“, besitzen
aber keinen formalen Bildungsabschluss dafür. Sie unterstützen die Schüler oder Studie82
Herr & Cramer, 1996
83
Herr & Cramer, 1992
84
Gray & Herr, 1998
35
rende vor allem bei der Suche und Verarbeitung von Informationen über mögliche Karrierewege. Durch gezielte Fragen und das Bereitstellen von Informationen fördern sie die
Entwicklung analytischer Fähigkeiten. Ziel der Beratung ist meist der erfolgreiche Abschluss des Studiums.
85
86
Career Counselling. Dies wird normalerweise von speziell dafür ausgebildeten Counselors
angeboten, welche durch Gespräche und Tests dazu beitragen, dass die Klienten ihre Interessen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Neigungen etc. ergründen und lernen, ihre beruflichen
Aspirationen darauf abzustimmen. Counsellors helfen weiterhin bei der Vorbereitung auf
Bewerbungsgespräche und unterstützen, wenn emotionale Probleme das Studium erschweren oder behindern, Stipendien oder Kredite für die Zeit des Studiums benötigt
werden oder aktive Hilfe bei der Vermittlung in einen Arbeitsplatz gesucht wird. Ein neuer Begriff dafür ist auch Career Coaching. Hansen (1997) hat das Konzept erweitert indem nicht nur die berufliche Welt, sondern auch die private Lebenswelt in den Prozess
der Beratung mit einbezogen wird. Er nennt dies integrative Lebensplanung. Einige
Counsellors haben sich darauf spezialisiert und bezeichnen sich als Life Coach.
87
Career Development bezieht sich auf die Entwicklung von Berufsidentität und Selbsterkennung, Selbstbewusstsein in Bezug auf die eigene Arbeit und die Fähigkeit zu planen.
Es wird auch interpretiert als der Prozess des lebenslangen Lernens und der beruflichen
individuellen Entfaltung. Verschiedene Institutionen sind involviert. Die Counsellors beraten individuell und führen verschiedene Assessment Tests durch. Lehrer entwickeln Unterrichts Curricula, die das Thema Berufsvorbereitung und Berufslaufbahnplanung beinhalten. Die Career Center stellen Informationsmaterial über verschiedene Berufe und Unternehmen bereit. Das Churchill Career Development Modell in der Anlage C verdeutlicht
die Aufgabenbereiche.
88
3.2
Geschichtliche Entwicklung der Berufsberatung und Berufsvorbereitung in den USA
Frank Parson war der erste Amerikaner, welcher sich für die Etablierung einer Berufsberatung einsetzte. Er arbeitete in Boston und war besorgt, dass junge Leute keine Anlaufstelle hatten, um sich beraten zu lassen und häufig als billige Arbeitskräfte ausgenutzt
wurden. 1909 schreibt Parson sein Verständnis von Career Counselling nieder. Darin enthalten ist die Analyse individueller Interessen und Fähigkeiten, die Beratung über verschiedene Berufe und die Betreuung bei Problemen. Seit dem hat sich die Idee des Career
Counselling weitläufig durchgesetzt, so dass dieser Service nun bereits im Kindergarten
angeboten werden kann. Die erste nationale Konferenz zum Thema Career Guidance
fand dank Parson 1910 in Boston statt. In der Zeit von 1900 bis 1940 wuchs das Interesse
an der Evaluierung und Messbarkeit des Beratungserfolges. Das Ziel war rein instrumenteller Natur. Es sollten Klassifizierungen von Gruppenmerkmalen gefunden werden, um
85
Butler, 1995
86
Gordon, 2006
87
Gordon, 2006
88
Herr & Cramer, 1992
36
feststellen zu können, wer sich gut für den Einsatz beim Militär oder in bestimmten Industriezweigen eignen würde. Verschiedene amerikanische Wissenschaftler entwickelten
Tests, die teilweise auch heute noch zur Erfassung von beruflichen Fähigkeiten und Interessen heran gezogen werden. Zu nennen sind hier vor allem die Arbeiten von Lewis
Terman, Louis Thurstone, Arthur Otis, Robert Woodworth und Clark Hull. Auch in den
Gesetzen, die das Thema Berufsbildung betreffen wird das Thema Career Guidance behandelt. 1939 wurde erstmals das Dictionary of Occupational Titles veröffentlicht. Seit
mehr als 40 Jahren werden Theorien zum Thema Career Development als lebenslange
Aufgabe entwickelt. Viele Maßnahmen wurden in Grund-, Mittel- und High Schools umgesetzt. Unter der Regierung Nixons entstand das so genannte Career Education Movement, in welchem sich viele prominente Counsellor für die Etablierung von berufsvorbereitenden Programmen einsetzten. Ziel dieser Maßnahmen war das Bekanntmachen der
Schüler mit verschiedenen Berufen und möglichen Karrierewegen, das Erlernen von Soft
Skills, wie Entscheidungen treffen zu können, das Erlernen erster berufsspezifischer Fertigkeiten und die Entwicklung der Selbstwahrnehmung. Hoyt (1977, S. 5) definierte
Career Education folgendermaßen:
89
90
Career education is an effort aimed at refocusing American education and the
actions of the broader community in ways that will help individuals acquire and
utilize the knowledge, skills, and attitudes necessary for each to make work a
meaningful, productive and satisfying part of his or her way of living.
[Career Education ist der Versuch sowohl Schulbildung als auch Maßnahmen innerhalb der Community so aufeinander abzustimmen, dass die oder der Einzelne
Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen erwirbt, die zu einer bedeutungsvollen und
zufrieden stellenden Arbeit und Lebensweise beitragen.]
Seit dem hat sich die Career Guidance Bewegung stetig weiter entwickelt. Es gibt bundesstaatliche Programme zur Unterstützung von berufsvorbereitenden und berufsberatenden
Maßnahmen und Institutionen. Berufsvorbereitung findet in den Schulen statt. Die Universitäten bieten Spezialisierungen im Bereich Career Counselling und die Nutzung moderner Technologien an, insbesondere von Computerprogrammen, die die Berufsorientierung und Karriereplanung unterstützen, hat zugenommen. Der Bereich der Beratung und
Betreuung wurde zunehmend professionalisiert. Während zunächst der funktionale Nutzen für die Wirtschaft im Vordergrund stand, ist die Beratung heute vor allem auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichtet und nutzt häufig verschiedene psychologische Testverfahren. Außerdem beschäftigen sich Career Counsellors mit individuellen psychologischen Problemen, die die Berufswahl und Berufsausübung erschweren können. Dazu gehören unter anderem Probleme mit abweichendem Verhalten und soziale Probleme.
91
89
Siehe Kapitel 2.3
90
Siehe Kapitel 3.3
91
Drummond & Ryan, 1995
37
3.3 Die Institutionalisierung der Berufsberatung und Berufsvorbereitung
Zahlreiche Institutionen sind heute in die Berufsberatung und Berufsvorbereitung involviert. Auf staatlicher Ebene stellt das National Occupational Information Coordinating
Committee (NOICC) Berufs- und Arbeitsmarktinformationen zur Verfügung. Es ist für
die Vernetzung verschiedener Agenturen zuständig, die Informationsmaterial erstellen
und verteilen und stellt Gelder für den Aufbau von Distributionssystemen zur Verfügung.
In den Schulen gibt es Career Ressource Centers (CRC), welche häufig über eine große
Auswahl an Testverfahren, Assessments und Berufsinformationsmaterial verfügen. Weitere Institutionen, die sich ebenfalls mit der Erstellung von Informationsmaterialien sowie
der Herausgabe von Standards beschäftigen sind: Das U.S. Department of Education, das
Office of Vocational and Adult Education (OVAE), das Federal Interagency Committee
und das State Occupational Information Coordinating Committees (SOICC). Die Labor
Market Information Division (LMI) stellt wichtige Arbeitsmarktinformationen innerhalb
ihres Bundesstaates zusammen.
Berufsinformationssysteme
Eines der wichtigsten Bücher in der Berufsberatung ist noch immer das Dictionnary of
Occupational Titles (DOT) welches online abrufbar ist. Täglich werden neue Jobs kreiert und andere obsolet. Der Guide for Occupational Exploration (GOE) ist eine Publikation des United States Employment Services (USES) und enthält eine Übersicht über
Berufe, die in 12 Interessenfelder aufgeteilt sind. Dazu gehören die Bereiche:
Kunst/Kultur, Wissenschaft, Pflanzen und Tiere, Homeland Security, Mechanik, Industrie, Wirtschaft, Verkauf, Unterkunft, Humanitäre Hilfe, Leadership sowie physische Betätigung. Das Gliederungssystem enthält 66 Berufs- bzw. Arbeitsgruppen und 348 Untergruppen. Für jede Beschäftigungsgruppe werden die folgenden Fragen beantwortet:
,92
93
94
ƒ Welche Art von Arbeit würdest Du ausführen?
ƒ Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sind dafür notwendig?
ƒ Wie kannst Du herausfinden, ob Dir diese Arbeit Spaß machen würde und ob Du die
nötigen Fertigkeiten dazu erlernen könntest?
ƒ Wie kannst Du Dich auf diese Arbeit vorbereiten? Wie kannst Du den Einstieg in diesen Arbeitsbereich finden?
ƒ Was solltest Du außerdem über diese Arbeit wissen?
In der Beschreibung ist auch eine Liste mit DOT Codes enthalten. Das System wurde
entwickelt als ein Instrument für Arbeitssuchende, die damit selbständig passende Berufe
suchen können.
92
http://www.occupationalclassifcations-titles.net, 30.05.2007
93
Ludden, Shatkin, & Farr, 2001
94
http://www.uses.doleta.gov/, 30.05.2007
38
Das Standard Occupational Classification Manual (SOC) ordnet alle Berufe des DOT’s
nach 22 Arbeitbereichen und 60 Hauptgruppen. Außerdem ist es in vier Niveaus gegliedert (Division, Major Group, Minor Group, Unit Group). Das System ist aufgrund seiner
komplizierten Unterteilung weniger zur selbständigen Nutzung geeignet. Counsellor nutzen das System um ihre Informationsmaterialien zu kategorisieren. Das Occupational
Outlook Handbook ist ebenfalls nach diesem System organisiert.
95
Das Standard Industrial Classification Manual (SIC) und das daraus hervorgegangene
North American Industry Classification System (NAICS) klassifiziert Unternehmen nach
ihren Aktivitäten, Produkten oder Serviceleistungen. Es gibt 10 Kategorien: Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei, Bergbau, Bauwirtschaft, Manufacturing, Transport,
Kommunikation, Energie/Gas/Sanitär, Groß- und Einzelhandel, Finanzwirtschaft/Versicherung/Real Estate, Serviceindustrie und Öffentliche Verwaltung. Diese
Einteilung ermöglicht vor allem einen Überblick über Jobs in verschiedenen Bereichen,
die ähnliche oder gleiche Qualifikationen erfordern. Die Employment and Training
Administration Section im U.S. Department of Labor publiziert außerdem den Guide for
Occupational Exploration.
96
97
Das Occupational Statistics Program vom Bureau of Labor Statistics informiert über
die Anzahl benötigter Arbeitskräfte in verschiedenen Sektoren. Es wird vor allem genutzt,
um den Bedarf an Arbeitskräften zu prognostizieren. Das Programm enthält sieben Kategorien:
Management
und
Administration,
professionelle
Berufe/semiprofessionelle/technische Berufe, Verkauf, Bürogehilfen- and Assistenzberufe, Service,
Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei, und Produktion/Baugewerbe/Operative-, Instandhaltungs- und materialwirtschaftliche Berufe. Mit Hilfe der statistischen Informationen können Berufsberater auf Arbeitsmarkttrends auf den künftig zu erwartenden Bedarf
aufmerksam machen. Daneben werden das Occupational Outlook Quarterly ,
Occupational Projections and Training Data , das Occupational Employment Statistics
Survey Operations Manual und das Occupational Employment Statistics Dictionary of
Occupations heraus gegeben.
98
99
100
101
102
Seit 1970 wird außerdem alle 10 Jahre ein nationaler Census auf der Basis von Haushalten
erhoben. Auf dessen Grundlage wird eine Klassifizierung von Unternehmen und Berufen
vorgenommen. Darin enthalten sind ca. 20.000 Industrien und ca. 30.000 Berufstitel. Die
Census Statistik ermöglicht einen Überblick über die Demographie der Bevölkerung, Anzahl von Beschäftigten nach Berufen, Berufsverläufe und Berufspläne, sowie Weiterbildungsvorhaben. Die Industriesektoren werden nach dem SIC klassifiziert.
95
http://www.bls.gov/soc/, 30.05.2007
96
http://www.census.gov/epcd/www/sic.html, 30.05.2007
97
http://www.census.gov/epcd/www/naics.html, 30.05.2007
98
http://www.bls.gov/OES/, 30.05.2007
99
http://www.dol.gov/dol/topic/statistics/index.htm, 30.05.2007
100
http://www.bls.gov/opub/ooq/ooqhome.htm, 30.05.2007
101
http://www.bls.gov/emp/optd/home.htm, 30.05.2007
102
http://www.workforce.az.gov/admin/uploadedPublications/1024_Occupational_Dictionary.pdf, 30.05.2007
39
Das United States Office of Education hat außerdem eine 15 Cluster Taxonomy entwickelt, welche vor allem in den 70er und 80er Jahren genutzt wurde und häufig als Grundlage für die Entwicklung von Informationsmaterial dient. Jedes Cluster enthält eine Berufshierarchie, welche, beginnend mit den ungelernten Berufen, alle nächst höher qualifizierten Berufe listet. Die 15 Cluster sind: Business and Office, Marketing und Distribution, Kommunikation und Medien, Baugewerbe, Produktion, Transport, Agribusiness und
natürliche Ressourcen, Marine Science, Umwelt, Verwaltung, Gesundheitswesen, Freizeit
und Hotellerie, Personal Services, Schöne Künste und Humanities, sowie Consumer and
Homemaking Education. Kritisch an diesem System ist, dass viele Berufe verschiedenen
Klassifizierungen zugeordnet werden könnten.
103
Das Career Occupational Preference System (COPS) Interest Inventory besteht aus 168
Einheiten anhand derer das Interesse an bestimmten beruflichen Aufgaben und Aktivitäten in Übereinstimmung mit 14 Career Clustern erfasst werden kann. Jedes Cluster ist auf
das High School und College Curriculum abgestimmt, ebenso wie auf aktuellere Berufsinformationen. Das COPS System beruht auf einem „hands-on“ Ansatz zur Career Exploration. Darin enthalten sind Arbeitsblätter zur Bildungsplanung und eine Liste von Aktivitätsvorschlägen.
104
Weitere Klassifikationssysteme, die teilweise in der Berufsberatung genutzt werden, sind
das Klassifikationssystem von Roe (1957), Holland , die World of Work Map, welche die
einzelnen Cluster auflistet , das Minnesota Occupational Classification System III und
das Cubic Classification System. Isaacson und Brown (1997) haben eine ausführliche
Übersicht zu den Klassikationssystemen und deren Entstehungsgeschichte zusammengestellt.
105
106
107
108
Eine Klassifizierung nach Status und Prestige wurde von Parker und Chan (1988) entwickelt. Die Autoren fanden heraus, dass Berufe mit hohen Bedarfserwartungen ein hohes
Prestige aufwiesen. Die Top Ten in ihrer Liste erforderten alle einen höheren College Abschluss. Parker und Chan’s Schlussfolgerungen sind jedoch nicht auf die aktuelle Situation
anwendbar, da viele der am Markt gesuchten Berufe nicht unbedingt ein hohes Prestige
aufweisen und eben deshalb von wenigen erlernt werden.
Das größte Online Portal in den USA zur Berufsinformation ist America’s Career Kit
(ACK). Es enthält Informationen über Jobs, Gehälter sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Berufsinformationssystem wird gemeinschaftlich vom Staat und den
einzelnen Bundesstaaten getragen und vom Department of Labor finanziert. Das System
besteht aus vier Online Portalen : America’s Job Bank (AJB) , America’s Career Infonet
109
103
www.edcountability.net/downloads/CTE_Classification_Notes1.doc, 30.05.2007
104
http://www.edits.net/cops.html, 30.05.2007
105
Gottfredson, Holland, & Ogawa, 1982, 1996
106
Hanson, 1974; Prediger, Swaney, & Mau, 1993
107
Dawis, Dohm, Lofquist, Chartrand, & Due, 1987
108
D’Costa & Winefordner, 1969
109
Office of Inspector General, 2001
110
http://www.ajb.org, 25.05.2007
40
110
(ACINet) , America’s Learning eXchange (ALX) , und America’s Service Locator
(ASL) . Ein weiteres Internetportal des U.S. Department of Labor informiert über verschiedene Karrierewege und richtet sich an Schüler, Eltern und Career Advisor Außerdem gibt es die Programme CHOICES, Guidance Information System (GIS), und
DISCOVER. ONET ist ein Computerprogramm, welches vom Department of Labor
entwickelt wurde und Jobs nach Kompetenzen und Fertigkeiten kategorisiert. Americas
Job Bank und Career One Stop bieten eine Übersicht über Jobangebote und Jobgesuche.
111
112
113
.114
115
116
Das Ohio Career Information System informiert über verschiedene Berufe, Aus- und
Weiterbildungsmöglichkeiten, sowie generelle Informationen zur Bewerbung, Rechten
von Arbeitnehmern und Informationen zur beruflichen Um- oder Neuorientierung. Es
kann außerdem ein individuelles Interessenportfolio erstellt und gespeichert werden. Das
Online Portal kann auch für die Kursplanung genutzt werden.
117
118
Zusätzlich gibt es eine Vielzahl an Programmen, die den High Schools zur Verfügung stehen, z.B. das Programm Metroguide, ein New Yorker Programm, welches über verschiedene Berufe, den dazu nötigen Bildungsweg und deren Bedarf am New Yorker Arbeitsmarkt informiert.
119
Neben zahlreichen Internetinformationsprogrammen sind auch Videos über Berufe entstanden, die meist in den Career Centers zur Verfügung gestellt werden. Auch Wissenschaftsmuseen wie das Cosi in Columbus, Ohio, informieren mit Ausstellungen und Filmen über Berufe.
111
http://www.alx.org, 25.05.2007
112
http://www.alx.org, 25.05.2007
113
http://www.servicelocator.org, 25.05.2007
114
http://www.careervoyages.gov/, 25.05.2007
115
http://www.ajb.dni.us/http://www.ajb.dni.us/, 25.05.2007
116
http://www.careeronestop.org/TRAINING/TrainingEduHome.asp, 25.07.2007
117
http://www.ocis.org/, 25.07.2007
118
http://www.ocis.org/portfolio.htm, 25.07.2007
119
The University of the State of New York, 1991
41
4. Konkrete Berufsvorbereitungsmaßnahmen vom Kindergarten
bis zum College
120
4.1 Konzeptualisierungen des Übergangs von Schule zu Beruf mit
dem Schwerpunkt der Arbeitserfahrung im Lernprozess
In der Entwicklungspsychologie wurden verschiedene Theorien über die phasenweise Etablierung einer beruflichen Vorstellung und der Umsetzung einer beruflichen Laufbahn
entwickelt. Eine häufig von Career Counsellors verwendete Theorie ist Super’s Vocational
Life Stage Theorie. In bestimmten Lebensphasen sollte der Einzelne demzufolge verschiedene berufliche Entwicklungsaufgaben meistern. Super schlägt fünf Lebensphasen
vor:
121
1.
Wachstum (0-14 Jahre)
Phantasie (4-10 Jahre)
Interesse (11-14 Jahre)
Kapazitätsentwicklung (13-14)
2.
Explorationsphase (15 – 24 Jahre)
Richtungsorientierung (15-17 Jahre)
Übergang (18-21 Jahre)
Versuch (22-24 Jahre)
3.
Etablierungsphase (25-44 Jahre)
Versuch (25-30 Jahre)
Stabilisierung (31-44 Jahre)
4.
Erhaltungsphase (45-64 Jahre)
Anpassung und Positionssicherung
5.
Rückgang (ab 64 Jahre)
Rückzugsprozess (65-70 Jahre)
Ruhestand (ab 71 Jahre)
Die Einteilung der beruflichen Orientierung in diese fünf Phasen ist auch heute noch relevant. Nicht berücksichtigt wurde hier die Phase der beruflichen Neuorientierung, welche
sich in der Lebensphase 35 bis 55 Jahre befindet.
Das Office of Technology Assessment of the U.S. Congress (1995) hat ein Modell entwickelt, welches die Phasen der Berufsvorbereitung beginnend mit der Grundschule ab
120
Cunanan & Maddy-Bernstein, 1997; Cunanan & Maddy-Bernstein, 1997b; Dare & Maddy-Bernstein, 1999; Goldberger &
Aloni, 1996; Hamilton & Hamilton, 1994; Maddy-Bernstein & Cunanan, 1995; Martinez, Matias & Maddy-Bernstein,
1999; The University of the State of New York, 1991
121
Miller, 1985; Super & Bohn, 1970
42
Klasse 1 darstellt. Die Grafik zeigt verschiedene Phasen der Erkenntnisgewinnung und
mögliche Institutionalisierungen der Berufsvorbereitung. In der Praxis gibt es zahlreiche
Varianten dieses Modells. Wichtig ist der frühe Beginn der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung, welche das arbeitsbezogene Lernen in der High School mit einbeziehen.
Abb. 6 Verschiedene Arten des arbeitsbezogenen Lernens im Verlauf der Schulbildung und
beruflichen Ausbildung122
Career Development ist ein lebenslanger Prozess und beinhaltet sowohl die Allgemeinbildung als auch berufliche Bildung und Arbeit. Bei der Entwicklung eines schulinternen Career Development Programms ist es deshalb wichtig, dass die einzelnen Maßnahmen in
den Klassenstufen aufeinander aufbauen.
Herr123 hat Lernprozesse benannt, die systematisch Bestandteil des Unterrichts sein könnten um vor allem die Jugendlichen, welche keine Bachelor oder Master Abschlüsse am
College anstreben, frühzeitig an Berufe heran zu führen. Damit hat er eine Grundlage für
die spätere Entwicklung der National Career Development Guidelines geschaffen.
ƒ Schüler sollten in der Grundschule das Verständnis entwickeln, dass in der Schule lernen ihre Arbeit ist und das ihr Arbeitsverhalten, das sie hier entwickeln, später im Be-
122
Eine ähnliche Grafik von Howard, Warner, & Loyd (2002) zeigt den Prozess der Karriereplanung und listet entsprechende Aktivitäten, die in den einzelnen Phasen durchgeführt werden können. (siehe Anhang E) Im Anhang befindet sich
auch eine Übersicht einzelner berufsvorbereitender Aktivitäten die in den verschiedenen Phasen durchgeführt werden können.
123
1995, S. 97-102
43
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ruf sehr wichtig sein wird. Außerdem sollten Grundschüler eine positive Einstellung
sich selbst gegenüber und gegenüber den Möglichkeiten entwickeln, die sie im Leben
wahrnehmen können. Sie sollten weiterhin ein Gefühl für ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln. Informationen über verschiedene Berufe sind in erster Linie dazu
gedacht, den Schülern aufzuzeigen wie viele Möglichkeiten sie haben
In der Mittelschule sollten Schüler über verschiedene Studiengänge und Berufsausbildungen informiert werden. Außerdem sollte auf Zusammenhänge zwischen theoretischem Wissen und konkretem Arbeitskontext verwiesen werden
Die Berufsvorbereitung, welche bereits im Kindergarten beginnen kann, sollte Schülern helfen eigene berufliche Pläne zu entwickeln, sowie sich selbst kennen und einschätzen zu lernen
Berufsvorbereitung sollte unmittelbar in akademische Fächer integriert werden um
Schülern die Anwendbarkeit des erworbenen Wissens zu verdeutlichen
Die Einrichtung eigenständiger Schulzweige innerhalb einer High School (Career Academies), die berufsorientierend sind, sollte gefördert werden. Hierbei können auch
Eltern und die umliegende Community miteinbezogen werden. Diese Schulzweige
können dazu beitragen, dass Schüler durch praktische Anwendungen lernen und
durch Arbeitserfolge zu schulischem Lernen motiviert werden
Leistungsstandards sollten weiter entwickelt werden
Engagement in der Community sollte als Bedingung für den High School Abschluss
eingefordert werden
In der Schule sollten aber nicht nur technische Fertigkeiten vermittelt werden, sondern auch verschiedene Sprachen, Führungsverhalten, soziales Verhalten, Wissen über
kulturelle Unterschiede, nationale Geschichte sowie politische und ökonomische Systeme der Handelspartner der USA
Die Schule sollte auch Life Skills vermitteln, wie z.B. eine gute Arbeitsmoral, Interaktion mit öffentlichen Verwaltungen, die Suche nach einem Arbeitsplatz, Verhalten bei
der Arbeit, Arbeit im Team, Verfassen von Bewerbungen und das Befolgen von Instruktionen sowie die bewusste Suche nach einer bedeutungsvollen Arbeit. Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Akzeptanz konstruktiver Kritik und Supervision, Ehrlichkeit und Selbstdisziplin können entwickelt werden, wenn Schüler die Schule als ihre
Arbeit konzeptionalisieren. Praktika, Lehrausbildungen und Kooperationen mit Betrieben zur praktischen Ausbildung können zur Heranbildung dieses Bewusstseins
förderlich sein
Tiedeman and O’Hara (1963) weisen darauf hin, dass Eltern, Berufsberater und Lehrer
Kindern vermitteln sollten, dass deren Berufswahl nichts Endgültiges ist, sondern stattdessen sei zu erwarten, dass verschiedene Karrieren im Laufe eines Lebens verfolgt werden, die verschiedene Qualifikationen erfordern. Berufsorientierung ist heute häufig ein
Prozess der mehrfach im Leben durchlaufen wird. Grundlage für die Gestaltung von Berufsberatungsprozessen ist unter anderem die Förderung der Fähigkeit zur biographischen
Planung und Selbstgestaltung, welche ein hohes Maß an Selbstreflexivität und Selbstakzeptanz erfordert. Der Einzelne muss befähigt werden, sich und seine beruflichen Optionen realistisch einschätzen zu können, neue Ziele zu setzen, einen entsprechenden Bildungs-/Weiterbildungsplan zu entwickeln und umzusetzen und Erwartungen und Realität
44
in Bezug auf die eigene Lebensvorstellung und Lebensgestaltung aufeinander abstimmen
zu können.
Kompetenzentwicklung in der Berufsvorbereitung
Basierend auf der Kompetenzbeschreibung SCANS124 im Bericht der Secretary Commission on Achieving Necessary Skills (1991), haben Badway und Grubb (1997) sieben
Kompetenzdomänen identifiziert, welche sowohl für die Vorbereitung auf akademische
Studien als auch für jedwede berufliche Ausbildung notwendig sind. In den einzelnen
Domänen kann akademisches Wissen mit arbeitsrelevantem Wissen und Anwendungen
kombiniert werden.
ƒ Fundiertes Grundlagenwissen in den wichtigsten akademischen Fächern wie Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften
ƒ Demokratieerziehung und Gesellschaftskunde (ökonomische, politische und soziale
Aspekte der Arbeitswelt)
ƒ Arbeitsrelevante/technische Fähigkeiten
ƒ Career Exploration (Berufliche Erstorientierung)
ƒ Informationsgewinnung und Informationsverarbeitung
ƒ Allgemeine technische Kenntnisse und Fertigkeiten
ƒ Arbeitsorganisation
4.2
Berufsberatung und Berufsvorbereitung in Kindergarten und
Grundschule
Neben den im Carl D. Perkins Act genannten Entwicklungszielen spielen schon früh auch
andere Elemente der Erkenntnis und des Wissens eine Rolle in der Berufsentwicklung ,
wie z.B. emotionale Intelligenz , Self-efficacy Outcome Orientierung und Ziele sowie
die Rekonzeptionalisierung von Elementen der beruflichen Exploration. Maßnahmen
um Kinder frühzeitig an Berufe heranzuführen sind beispielsweise das Rollenspiel von typischen Berufen in der Community (Feuerwehrmann, Lehrer, Polizist, Verkäufer, medizinisches Personal, Postbote). Wichtig ist, dass die Festlegung von Geschlechterrollen auf
bestimmte Berufe sehr früh beginnt und dem bereits in der Grundschule entgegengewirkt
werden kann, indem z.B. weibliche Feuerwehrleute, Krankenpfleger, Malerinnen etc. eingeladen werden.
125
126
127
128
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124
Voorhees & Harvey, 2005
125
Herr, Cramer, & Niles, 2004
126
Goleman, 1995
127
Lent, Hacket, & Brown, 1999
128
Flum & Blustein, 2000
129
McGowan & Law, 2000; Staley & Mangiesie, 1984
45
Helwig (1998) hat mit seiner Längsschnittstudie bei Schülern in der Grund- und Mittelschule diese Erkenntnis bestätigt und weiterhin heraus gefunden, dass Schüler in der Zeit
von der zweiten bis zur sechsten Klasse zunehmend Berufe identifizieren, die einen höheren sozialen Status haben, realistischere Vorstellungen über die eigene Berufswahl entwickeln, und sich berufliche Ziele an den Wahrnehmungen der Eltern orientieren. Um alle
Schüler gleichermaßen frühzeitig auf eine Bandbreite von Berufen einzustimmen, empfehlen Bobo, Hildreth, und Durodoye (1998), dass bereits im Kindergarten Berufsinformationen vermittelt werden sollten und gleichzeitig darauf geachtet werden muss, dass gerade
auch Kinder von Immigranten oder Kinder aus einem niedrigen sozioökonomischem Milieu auf verschiedene Berufe und Karrierewege aufmerksam gemacht werden. In den Informationen sollten Frauen und Männer gleichermaßen als Stellvertreter verschiedener
Berufe gewählt werden. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Eltern, da diese den
größten Einfluss auf die Berufsorientierung ihrer Kinder haben. In der Mittelstufe sollten
die Berufsinformationen auf die Interessen der Schüler abgestimmt sein. Hilfreich in der
Berufsorientierung sind in dieser Phase Firmenbesuche und Mentorenprogramme. Karrieretage oder Berufstage in der Schule können dazu genutzt werden Eltern, Schüler, Vertreter der Gemeinden und ortsansässigen Unternehmen zusammen zu führen. Viele dieser
Entwicklungsziele und Aufgaben befinden sich in den ASCA National Standards for
School Counselling Programs.
130
131
Career Development Maßnahmen können innerhalb der High Schools und anderen
Schultypen angeboten, aber auch von außen herein getragen werden. Die Career Technology Center haben häufig sogenannte Outreach Programme entwickelt und bieten Career
Education und Career Development Maßnahmen in den High Schools ihres Vocational
Districts an, um auf diese Weise Schüler für ihre Programme zu gewinnen. Ein Beispiel
für ein umfangreiches Career Development Curriculum, welches sich über alle Klassenstufen erstreckt und von den Butler Technology and Career Development Schools in
Ohio entwickelt wurde, befindet sich in Anhang D.
132
Best Practices
ƒ Mitglieder der Community kommen an einem Tag in die Schule, bringen ein Arbeitsgerät mit, erklären das Gerät, ihre Tätigkeit und welche theoretischen Kenntnisse dafür erforderlich sind (modifiziert auch mit Betriebsfahrzeugen möglich). Die Schüler
sollen sich mit drei Berufen intensiv beschäftigen, Interviews durchführen und ihre
Ergebnisse anschließend im Englisch Unterricht vorstellen.
ƒ Nutzung von Werkzeugen, Puzzles, Spielen, und Spielzeug um über Berufe zu sprechen.
ƒ Kartenmaterial kann dazu dienen einen Überblick über Unternehmen in der Region
zu gewinnen und über die dort auszuübenden Berufe zu sprechen.
130
Berufsinformationen für Kinder befinden sich beispielsweise in The Children’s Occupational Outlook Handbook
(Schwartz & Wolfgang, 1995), Children’s Dictionnary of Occupations, Kaleidoscope of Careers und im Career
Exploration Workbook (Center on Education & Work).
131
Campbell & Dahir, 1997; Department of Labor, 1998
132
http://www.butlertech.org/, 27.06.2007
46
ƒ Gespräche und Demonstrationen zum Thema Wetter können zu Gesprächen über
wetterabhängige Berufe führen.
ƒ Ab Klasse 4 können Diskussionen über Lifestyles und Career Cluster geführt werden.
(Anhang P-1)
ƒ Ab Klasse 5 können Schüler Videofilme über Arbeiter und Arbeiten in der Stadt oder
Region produzieren. Während der Dreharbeiten können auch weiterführende Informationen zu den Berufen gesammelt werden.
ƒ Über mehrere Klassenstufen ist jeder Monat einem anderen Berufsfeld gewidmet.
Hierbei wird gleichzeitig die enge Verbindung bestimmter Unterrichtsfächer mit diesem Berufsfeld hervorgehoben.
ƒ Die Schüler nehmen an Veranstaltungen zum Thema Technologie im Stadtviertel teil.
ƒ Schüler und Senioren bauen gemeinsam Vogelhäuschen und beobachten die Vögel
zusammen mit einem Ornithologen.
ƒ Schüler der 2. und 4. Klasse betreiben gemeinsam ein eigenes Geschäft.
ƒ Die Kinder im Kindergarten unterhalten eine Postfiliale.
ƒ Schüler der 5. Klasse simulieren Unternehmensaktivitäten.
ƒ Im Sozialkundeunterricht kann über die Bedeutung der Arbeit und Entwicklungen in
der Arbeitswelt gesprochen werden. (Beispiel Curriculum in Anhang P-31)
133
134
4.3
Mittelschule
Die Themen der Berufsvorbereitung sind die gleichen wie in der Grundschule. Es geht
um die Selbstwahrnehmung, das Kennenlernen verschiedener Berufe, Einstellungen zur
Arbeit, das Erfassen der Bedeutung des Lernens, wirtschaftliches Grundverständnis und
das Erlernen prinzipieller Verhaltensstrategien, die im Berufsleben wichtig sind. Einen
großen Einfluss haben auf dieser Stufe die Eltern, wenn sie sich an dem Prozess der beruflichen Orientierung beteiligen. Schüler der Mittelstufe sollten in der Lage sein über die
Anforderungen verschiedener Berufe zu sprechen, sich mit den Klassifikationssystemen
auskennen und wissen wo sie Informationen erhalten. Außerdem sollten sie einschätzen
können, inwieweit persönliche Wertvorstellungen und Fähigkeiten mit beruflichen Interessen vereinbar sind. Eine positive Einstellung zur Arbeit sollte entwickelt werden. Aufgabe der Career Counsellors ist es in dieser Entwicklungsstufe zunächst die Selbsteinschätzung zu unterstützen sowie die Entwicklung interpersoneller Fähigkeiten. Berufsinformationen sollten noch nicht zu speziell ausfallen, damit die Berufswahl nicht zu früh
determiniert wird.
Best Practices
ƒ Gestaltungsorientierte Lernformen über Berufe (z.B. Diskussionsrunden über Prestige
von Berufen, Kartenspiele, die Berufe und Berufsbildbeschreibungen enthalten, Diskussionsrunden über die Bedeutung von Einkommen, Bildung, soziale Herkunft und
133
Florida Department of Education, 1990, S. 4
134
Ridener, 1973
47
kulturellem Hintergrund und deren Einfluss auf den gewünschten künftigen Lebensstil, Rechercheaktivitäten zu diesen Themen, Arbeit mit Quiz, welches weit verbreitete
Mythen über einzelne Berufe enthält und dazu genutzt werden kann, realistischere
Vorstellungen von der Berufswelt zu entwickeln).
Interview mit den Eltern oder Verwandten über deren Berufe.
Identifikation von Berufen, mit denen man in Kontakt kommt.
Aktivitäten, die das Planen üben. Dazu sollten vor allem relevante Berufsinformationen zur Verfügung gestellt werden, z.B. anhand der Typologie von Holland (1984).
In der 7. Klasse wird das Video „Your Future: Planning Through Career Exploration“
gezeigt. Anschließend füllen die Schüler ein Planungsquizz aus, dessen Ergebnisse in
das „Career Portfolio“ einfließen.
Das Handbuch „Planning for Life, College, and Careers“ sowie der Film “Your
Interest: Related to Work Activities” werden in der 8. Klasse besprochen.
135
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ƒ Schüler der 8. Klasse füllen den Differential Aptitude Test (DAT) aus.
ƒ Jeder Schüler bekommt ein Career Pathway Buch, das auch ein 10-minütiges Video
enthält.
ƒ Unter dem Motto „Putting Your Best Foot Forward“ findet für Schüler der 7. und 8.
Klasse ein Informationstag über Karrierewege für Frauen in typischen Männerberufen
und vice versa statt.
ƒ Schüler beschäftigen sich mit der Rolle bestimmter Berufe in der Gesellschaft (Anlage
P-6).
ƒ Schüler üben „Soft Skills“, z.B. das aktive Zuhören (Anlage P-7).
ƒ Die Schüler lernen sich mit Emotionen, ihren Ursachen und Auswirkungen auseinander zu setzen (Anhang P-8).
136
Eine weit verbreitete Maßnahme ist die Erstellung eines Career Portfolios, welches individuelle Präferenzen und Fähigkeiten gegenüberstellt und die berufliche Laufbahn- und Lebensplanung unterstützt. Dafür sammeln Schüler Informationen über ihren Lernstil, eigene Kompetenzen, berufliche Interessen und die Erwartungen der Eltern. Diese Daten
werden selbständig ausgewertet und daraus schlussfolgernd werden mögliche berufliche
Laufbahnen erschlossen. Lehrer können zur Unterstützung dieses Prozesses verschiedene
Methoden einsetzen, wie z.B. Mindmapping oder Gruppendiskussionen. Im eigentlichen
Portfolio stehen dann die Stärken und Schwächen beim Lernen, akademische sowie Ausbildungsinteressen, soziale Interessen und unmittelbare sowie zukünftige Ziele (siehe Anhang M).
4.4
High School
Die letzten Schuljahre werden für die Berufsvorbereitung und die Berufswahlentscheidung genutzt. Für die Schüler ist es wichtig, sich mit verschiedenen Berufsbildern intensiv
beschäftigen zu können, um auf der Basis detaillierter Informationen und erster Arbeitser-
135
Miller, 1989
136
http://www.shrm.org/testing/products/PsychCorp/DAT.asp, 26.07.2007
48
fahrungen eine bewusste Berufswahl treffen und längerfristig planen zu können. Um
Schülern eine interessengerechte Ausbildung zu ermöglichen, ist die flexible Gestaltung
der berufsvorbereitenden Maßnahmen und der Berufsberatung notwendig. Da die letzten
Jahre der High School auch darüber entscheiden, ob Schüler das College besuchen bzw.
welche Art von College sie besuchen werden, wird der Vorbereitung auf verschiedene
standardisierte Tests viel Zeit eingeräumt. Ziel der Berufsvorbereitung ist es, den Schülern
sowohl die Fähigkeit der selbständigen Informationssuche und Berufsvorbereitung zu
vermitteln als auch sie auf eine langfristige Lebenslaufplanung und den College Besuch zu
orientieren. Dabei werden verstärkt verschiedene computergestützte Tests durchgeführt
und angeboten. Da viele Berufsinformationen heute durch Computerprogramme und das
Internet vermittelt werden, lernen die Schüler gleichzeitig den Umgang mit Assessments
und die selbstständige selektive Recherche nach qualitativ hochwertigen Informationen
aus dem Internet. Im Anhang O befinden sich Übersichten über einen Career Education
Course, der in Klasse 10 angeboten werden könnte.
Zahlreiche individuelle Schulprojekte sind speziell für benachteiligte Jugendliche entwickelt worden. Obgleich viele Schulen eine individuelle Betreuung ihrer Schüler durch einen School Counsellor anbieten werden damit häufig in erster Linie Verhaltens- und Leistungsprobleme abgedeckt. Es ist hingegen deutlich seltener der Fall, dass auch ein spezieller Vocational oder Career Counsellor zur Verfügung steht.
137
Best Practices
ƒ Student Government zum Erlernen von Leadership Skills, Kooperation und Kommunikation.
ƒ Schülerzeitung mit Berichten über die Welt der Arbeit.
ƒ Theatergruppe spielt Stücke die sich mit der Arbeitswelt beschäftigen.
ƒ Durchführung von Interessen, Fähigkeiten und Werte Assessments, die Bestandteil
des Career Portfolios werden.
ƒ Mentoring Programme: Schüler treffen sich mit einem Mentor für 2 bis 3 Stunden
einmal im Monat und beobachten ihn bei der Arbeit oder nehmen aktiv an seiner Arbeit teil.
ƒ Schüler, die an einem schulinternen Business Ownership Kurs teilgenommen haben,
sind für die letzten 9 Wochen als Praktikanten in der Industrie und beschäftigen sich
mit einem bestimmten Beruf bzw. Bereich zu dem sie dann einen Geschäftsplan entwickeln.
ƒ Teacher Cadet Program: Schüler beobachten von der 9.-12. Klasse Lehrer beim Unterricht und beschäftigen sich mit den Schülern. Bei erfolgreichem Abschluss des Kurses wird dieser bereits auf einen Collegeabschluss angerechnet.
ƒ Policy Cadets Program: Schüler beschäftigen sich mit den Aufgabenbereichen eines
Polizisten und nehmen an Wettbewerben mit anderen Schulen teil.
ƒ Co-op/On-the-Job Training Programs: Schüler sind bis zu 4 Stunden am Tag in ei-
137
U.S. Department of Labor, 1993
49
nem Unternehmen.
Apprenticeships/Internships: Schüler sind entweder bis zu vier Stunden täglich in einem Betrieb oder alternieren in ganzen Tagen zwischen Schule und Betrieb.
Die Schüler füllen einen Online Fragebogen zur Berufsplanung aus. Dieser wird gemeinsam mit dem Counsellor ausgewertet und über den Schulabschluss hinaus auf der
Schuldatenbank gespeichert.
Schüler nehmen an einem Career Awareness Workshop teil.
Tutorien für Schüler mit Lern- oder Orientierungsproblemen
School-Based Enterprises: Postamt, Plätzchenfabrik und -verkauf, TV News Programm, Kiosk, AAA (American Automobile Association) Büro mit Reisevermittlung
und Reiseproduktverkauf, Friseur, Kosmetik, Kinderbetreuung
Tutoring Programs
Career Days
Field Trips in Firmen
Besuche von Vertretern verschiedener Berufe in verschiedenen Kursen
Schuleigenes Career Center (Berufsinformationsbüro), welches an zwei Abenden in
der Woche geöffnet ist und Eltern und Schülern offen steht.
Durchführung von bis zu 25 Career Awareness Seminaren in welchen Schüler vor allem auch über nicht-traditionelle Berufe informiert werden.
Career Counsellor trifft sich einmal jährlich mit den Eltern. Eltern können die Software ausprobieren und sich über Finanzierungsmöglichkeiten verschiedener Bildungswege informieren.
Schüler bekommen die Aufgabe eine Hausarbeit über ein Berufsbild zu schreiben.
Lehrer unterstützen die Recherche und begleiten Schüler ins Career Center.
Schulinterne oder auch überregionale Career Messen oder School-to-work Expos bieten die Möglichkeit, sich über verschiedene Berufe und Unternehmen zu informieren.
Summer Institute ist eine Maßnahme, bei welcher Schüler in den Sommerferien an einer beruflichen Orientierungswoche in ihrer High School teilnehmen; Bestandteil des
Programms sind unter anderem Besuche bei verschiedenen Unternehmen, häufig dort
wo ehemalige Schüler arbeiten.
High Schools etablieren Patenschaften mit Unternehmen. Voluntäre aus den Unternehmen stehen als Mentoren für Schüler zur Verfügung, halten Vorträge in der Schule, führen Schülergruppen durch das Unternehmen. New York Telephone stellt beispielsweise verschiedene Sommerjobs besonders für benachteiligte Jugendliche zur
Verfügung. Aus solchen Patenschaften entstehen auch Sponsorship Beziehungen.
Von den Unternehmen bereitgestellte Gelder werden für die Anschaffung moderner
Computertechnologie verwendet oder für Career Education Angebote (z.B. Ausflüge
in Unternehmen).
Schüler erhalten von der 4. bis zur 12. Klasse einen Career Outlook, eine Publikation
die Berufs- und Arbeitsmarktinformationen bezüglich des Bundesstaates enthält
Der Comprehensive Test of Basic Skills (CTBS) wird einmal im Jahr von den Schü138
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Grubb & Badway, 1995
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lern ausgefüllt, um deren Fortschritt nach zu verfolgen.
Von der 7.-12. Klasse nehmen die Schüler jedes Frühjahr an einer individuellen oder
Gruppen-Counselling Sitzung teil und planen ihre Kurse für das nächste Jahr.
Projekt WISE (National Science Foundation) finanziert Programme für Schülerinnen
der High School an der University of Stony Brook, Brookhaven National Laboratory,
Cold Spring Habor Laboratory. Jede Schülerin verbringt einen Tag im Monat an einer
der Institutionen. Jeden Sommer sind die Schülerinnen involviert in einen 14tägigen
Wissenschaftskurs. Außerdem nehmen die Teilnehmerinnen an Workshops for Skill
Training and Counselling for College teil.
Die Schüler füllen die Employability Skills Checklist aus. (Anhang P-28)
Die Schüler erhalten einen Career Passport. Dieser enthält eine Beschreibung des
Schulprofils, der Anforderungen für die Graduierung, des Kursniveaus und der Kursgewichtung im Abschlusszeugnis, der Teilnahme an Advanced Placement and Honors
Courses, der derzeitigen Kursbelegung und der Testergebnisse (ACT /SAT ). Außerdem enthält er einen Lebenslauf des Schülers und ein Career Essay. Das Career
Essay besteht aus einer Beschreibung der Berufsinteressen, eine Beschreibung möglicher Wege um diese Interessen zu verfolgen und eine Karriere zu planen als auch die
Beschreibung der Gründe für die Wahl dieses Karriereweges. Des Weiteren soll vom
Schüler beschrieben werden, welche Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Karriereplanes erwartet werden und wie man damit umgehen könnte. In einem nächsten Abschnitt soll ein College Essay geschrieben werden. Dem Passport können Referenzbriefe, Auszeichnungen, eine Liste der eigenen Kompetenzen, Fähigkeiten und Zertifikate und das High School Transcript (Zeugnis) beigefügt werden.
Kurs zum Thema Life Planning durchführen. (Anhang P-1)
Die Schüler absolvieren das Programm „Future Builders“. (Anhang P-9)
Die Schüler beschäftigen sich mit traditionellen und nicht-traditionellen Berufen. (Anhang P-13)
140
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Best Practices Klasse 8 und 9
ƒ Industrial Techology Exploratory Kurs (Klasse 8)
ƒ Die Schüler schreiben einen Vier-Jahresplan und sprechen einmal jährlich mit dem
Counsellor darüber. (Anhang P-11)
ƒ In der 9. Klasse wird das Thema Berufsorientierung in den Englisch Unterricht eingebaut. Die Schüler füllen eine Career Area Interest Checklist aus und schreiben Reden
und Hausarbeiten über Berufe, die für sie von Interesse sind.
139
http://www.acsu.k12.vt.us/sclrpt97/CTBSCORS.html, 03.05.3007
140
Farmer, 1997
141
Der ACT ist ein USA weit genutzter Einstufungstest, der für die Bewerbung an Colleges benötigt wird. Getestet werden
Kenntnisse in Englisch, Mathematik, Lesen, und Naturwissenschaften. Neben Multiple Choice Fragen enthält er auch
die Aufgabe Essays zu schreiben.
142
Der SAT Test ist ebenfalls ein USA weit genutzter Einstufungstest, der für die Bewerbung an Colleges erforderlich ist.
Getestet werden Critical Thinking Skills in Mathematik, Lesen und Schreiben. Er besteht hauptsächlich aus Multiple
Choice Fragen und dauert 3,75 Stunden.
143
http://www.commonapp.org, 27.06.07
51
ƒ Die Schüler interviewen Menschen mit verschiedenen Berufen. (Anlage P-2)
ƒ Schüler absolvieren die Tests „Explore“ und „Learning Style Inventory“. (Klasse 9)
ƒ Besuch aller Career Cluster, die vom Vocational Technical Center angeboten werden.
(Klasse 8-9)
ƒ Die Schüler füllen das Kuder Assessment online aus. Das System erlaubt ein regelmäßiges updaten und damit die Kontrolle über die Berufsvorbereitung und Karriereplanung für Schüler und Counsellor.
144
Best Practices Klasse 10
ƒ In der 10. Klasse absolvieren die Schüler die General Aptitude Test Battery (GATB) ,
um sich über ihre Stärken und Schwächen klar zu werden und ihren Fähigkeiten und
Interessen entsprechende Berufe identifizieren zu können. (Anhang P-18)
ƒ Die Schüler sollen an drei verschiedenen Assessments teilnehmen (Self-Directed
Search Form R, Meyers Briggs, 10th Grade Wisconsin Student Assessment).
ƒ „You Can Be What You Want To Be“ Aktivität der American Vocational Association
kann durchgeführt werden, um Interessen besser einschätzen zu können.
ƒ Am Ende der 10. Klasse lernen die Schüler wie sie sich über Studiengänge und Universitäten/Colleges mit Hilfe des College Kataloges informieren können.
ƒ Schüler absolvieren Probeinterviews.
ƒ Eltern und Schüler sind zu einem Career Workshop eingeladen, der über die neuesten
Trends und Arbeitsmarktentwicklungen informiert.
ƒ Schüler verbringen eine Stunde in zwei Career Clustern.
ƒ Schüler absolvieren einen Career Planning Course.
ƒ Schüler beschäftigen sich mit ihrer Wunschlaufbahn und damit wie ein Leben in ihrem
Wunschberuf aussehen könnte.
ƒ Die Schüler denken darüber nach, welche ihrer Freunde bei der Suche nach einem
Ausbildungsplatz, einer Firma bzw. einem geeigneten Beruf behilflich sein könnten.
(Anhang P-17)
ƒ Besuch eines Career Camps, in welchem die Schüler meist ein Career Technology
Center besuchen und dort mit den verschiedenen Angeboten der Career Cluster vertraut werden. Sie können verschiedene Dinge ausprobieren und sich mit Lehrern und
Schülern in den Programmen unterhalten.
ƒ Die Schüler lernen Berufsinformationen richtig zu interpretieren. (Anhang P-22)
ƒ Die Schüler beschäftigen sich mit am Arbeitsplatz geforderten Eigenschaften. (Anhang P-24)
ƒ Die Schüler lernen ihren Bildungsstand selbständig einzuschätzen.
145
Best Practices Klasse 11
144
http://www.kuder.com, 26.06.2007
145
http://www.applicanttesting.com/pdf/confirmGATB.pdf, 03.05.2007
52
ƒ Conflict Meditation Program: Schüler helfen anderen Schülern bei Disziplinproblemen.
ƒ Schüler können den Preliminary Scholastic Aptitude Test (PSAT) absolvieren, um
sich auf künftige standardisierte Tests vorzubereiten und die Ergebnisse für Bewerbungen an Universitäten/Colleges zu nutzen.
ƒ Die Schüler verbringen einige Stunden im Job Shadowing.
ƒ Schüler nehmen an Service Learning Aktivitäten teil (Klasse 11-12).
ƒ Jährliche Workshops zur Vorbereitung auf die standardisierten Tests (Klasse 11-12).
ƒ Teilnahme am Dual Credit Program, in welchem High School Schüler am College
Kurse besuchen und diese auf ihren High School Abschluss anrechnen lassen können
(Klasse 11-12).
ƒ 8-wöchiges Programm zur Vorbereitung auf das College Studium (Klasse 11-12).
ƒ Senior-to-Senior Konferenz bringt Schüler der 12. Klasse und ehemalige Schüler zusammen zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.
ƒ Die Schüler sammeln Informationen über Colleges.
146
Best Practices Klasse 12
ƒ Die Schüler nehmen am ACT Test teil. Dessen Ergebnisse geben Auskunft über die
Möglichkeit sich an höheren Bildungseinrichtungen einschreiben zu können.
ƒ School-to-Apprenticeship Programs beinhalten häufig, dass Schüler einen Teil der 12.
Klasse bereits in einem Unternehmen verbringen und von diesem nach Beendigung
der High School als Lehrlinge in einen regulären Apprenticeship übernommen werden. Unternehmen, die dies umgesetzt haben sind z.B. Transit Authority and Long Island Railroad in New York.
ƒ Die Schüler besuchen Workshops, in denen sie mit einem Counsellor ihre Career
Portfolios evaluieren, standardisierte Tests zur Karriereplanung durchführen und die
Kurse in weiteren Ausbildungsprogrammen planen. Außerdem werden die Schulergebnisse besprochen und Möglichkeiten für Stipendien und Bankkredite sowie andere
Finanzierungsmöglichkeiten eruiert. Die Schüler erhalten eine Checkliste, die ihnen
hilft alles nötige für einen erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf oder
zunächst in die nächst höhere Bildungseinrichtung zu planen.
ƒ Die Schüler absolvieren den ASVAB Test.
ƒ Die Schüler informieren sich selbständig über verschiedene Unternehmen.
ƒ Die Schüler beschäftigen sich mit dem Thema „arbeiten gehen“ und sprechen über
verschiedene Standpunkte.
147
148
146
http://www.collegeboard.com/student/testing/psat/about.html, 06.05.2007
147
http://www.act.org/aap/, 06.06.2007
148
http://www.asvabprogram.com/, 23.05.2007
53
4.5
College
An Amerikanischen Colleges fungieren die Professoren in der Regel auch als so genannte
Advisor und sind damit in die Karriereplanung ihrer Studierenden eingebunden. In erster
Linie bezieht sich die Beratungsfunktion auf die Kurswahl der Studierenden, welche sich
allerdings unmittelbar an Karrierezielen orientieren sollte. Der Service von Counsellors
wird an Community Colleges häufig nicht in Anspruch genommen. Verschiedene Colleges bieten Counselling Kurse an, um Studierenden die Möglichkeit zu geben in der
Gruppe Selbsteinschätzungen vorzunehmen, persönliche Interessen, Fähigkeiten und
Werte zu identifizieren und über berufliche Alternativen nachzudenken. Andere Colleges
bieten zu Beginn eines Studiums in einem bestimmten Bereich Orientierungskurse an, in
denen die Studierenden mit den verschiedenen Berufen in ihrem Sektor bekannt gemacht
werden. Ziel dieser Kurse ist in der Regel, dass Studierende mit den Serviceleistungen des
Counselling Centers vertraut gemacht und dazu ermutigt werden, dieses zu nutzen.
149
4.6
Unterrichtsgestaltungsmethoden
150
Um berufsvorbereitende Inhalte mit akademischen Inhalten zu verknüpfen bestehen verschiedene Unterrichtsgestaltungsmethoden:
ƒ Infusion. Unabhängige technische oder akademische Module oder Anwendungen werden in einen bestehenden Kurs eingefügt und sorgen für zusätzliches Kontextwissen.
Die Methode wird genutzt, wenn an einem Defizit gearbeitet wird, etwas bereits Gelerntes wiederholt werden soll, um auf ein neues Thema vorzubereiten oder um darauf
hinzuweisen, wie etwas bereits gelerntes im täglichen Leben nützlich ist. Infusion bezieht sich sowohl auf die Implementierung akademischen Wissens in einen praktischen Kurs als auch die Implementierung praktischen Wissens in einen theoretischen
Kurs. Es kann interdisziplinär vermittelt werden, in einzelnen Kursen oder auch im
Rahmen einer größeren schulinternen Initiative. Beispiel: Am Colby Community College in Kansas konnten Schüler zwar Essays in Englisch schreiben und lernten wie
man Texte strukturiert, dieses Wissen wurde aber nicht in berufsvorbereitenden Kursen angewendet. Die Schüler waren nicht in der Lage Geschäftsberichte oder wirtschaftliche Analysen zu schreiben. Lehrer verschiedener Fächer haben schließlich einen gemeinsamen Lehrplan entwickelt und ihre Unterrichtsinhalte miteinander verknüpft. Angehende Krankenschwestern am Imperial Valley College in California
schreiben im Englisch Unterricht Patientenbetreuungspläne und klinische Fallstudien.
Am Chattahoochee Technical Institute in Georgia schreiben Studierende elektronische Laboratoriumsberichte und am George Wallace Community College in Alabama
Autohandbücher. Die Vermittlung interpersoneller Fähigkeiten findet entweder in Fächern wie Psychologie oder Kommunikation statt, kann aber auch in eigenständigen
Kursen wie Human Relations at the Workplace, Group Process, Interpersonal Effectiveness oder Individual and Group Behavior in Organizations vermittelt werden. Am
Southwestern Technical College in Minnesota lernen die Studierenden etwas über die
individuelle Entwicklung des Arbeiters, Interpersonal Development for Team Mem149
Grubb, 1996b
150
Badway & Grubb, 1997; Bragg & Hamm, 1996; Heinemann, DeFalco, & Smelkinson, 1991
54
bership sowie Career Planning and Development. Der Kurs basiert vor allem auf den
individuellen Erfahrungen der Schüler.
ƒ Hybrid Courses. verbinden berufsvorbereitende Domänen mit akademischen Konzepten innerhalb eines Kurses durch das Hinzufügen von angepasstem Hintergrundwissen, zusätzlichen Materialien und dem Vermitteln weiterer Fähigkeiten. Die Kurse
können eher allgemeiner Natur oder auch speziell auf bestimmte Berufszweige abgestimmt sein. Oft hängt der Erfolg eines solchen Kurses stark vom einzelnen Lehrer ab
und Kurse können nicht weiter geführt werden, wenn dieser die Schule verlässt. Beispiel: Am Merritt Community College in Kalifornien hat ein Lehrender einen Englisch
Kurs so gestaltet, dass er insbesondere für Studierende, die für medizinische Berufe
eingeschrieben waren, interessant war. Die Studierenden lernten verschiedene Arten
von Aufsätzen zu schreiben, in welchen sie moralische, ethische und ökonomische
Fragen rund um die Gesundheitsreformvorschläge von 1994-1995 bearbeiteten.
Am Illinois Central College kooperierten der Mathematiklehrer und der Technologielehrer, so dass das mathematische Wissen direkt in der Werkstatt bzw. im Labor zur
Anwendung kam. Andere angewande Naturwissenschaftskurse sind z.B. Biologie für
medizinische Berufe am Normandale Community College in Minnesota, Angewandte
Physik für Röntgentechnologie am Vista College in Kalifornien, Umweltingenierwissenschaften, eine Kombination aus Chemie und Ingenieurwissenschaften am Mohegan Community College in Connecticut, Technisches Schreiben für Berufe im Bereich
Umweltwissenschaft am Albuquerque Technical College und angewandte Mathematikkurse für die verschiedensten Berufe.
ƒ Linked oder Cluster Courses. Studierende nehmen an mehreren aufeinander aufbauenden oder miteinander verbundenen Kursen in einem Semester teil. In allen geht es
entweder um ein gemeinsames Thema, einen bestimmten Berufszweig oder ein bestimmtes Entwicklungsniveau. Cluster können sehr flexibel gestaltet werden, so dass
z.B. wenn zusätzliche Zeit in einer Sequenz benötigt wird, diese von anderen Sequenzen oder Kursen abgezweigt werden kann. Cluster sollten von mehreren Lehrern zusammen geplant werden. Beispiel: Am Monroe Community College in New York
werden im Literaturunterricht Texte rund um das Thema Geld gelesen und verknüpft
mit Betriebswirtschaftslehre. Die Studierenden beschäftigen sich mit der sozialen Dimension wirtschaftlichen Verhaltens, wirtschaftlichen Werten und diskutieren über
ökonomische Aspekte im Leben jedes Einzelnen. Sie analysieren Gewinn und Strategie in „King Rat“ von Clavell (1993) und vergleichen die Aussagen verschiedener Autoren zum Thema „Was ist Geld?“.
Ein anderes sehr ambitioniertes Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem
Dutchess Community College in New York und IBM. Es wurde ein 30 Wochen und
32 Unit (Semesterwochenstunden) umfassendes Cluster entwickelt das zum Erwerb
der Hälfte der erforderlichen Kreditpunkte für ein Associate Degree führt. IBM war
daran interessiert die Grundlagenausbildung potentieller zukünftiger Mitarbeiter zu
verbessern und den Studierenden mehr Problemlösungsfähigkeiten zu vermitteln. Das
Cluster umfasst Stunden in Englisch, Mathematik, Wirtschaft, Computeranwendung,
Physik und Chemie und basiert auf arbeitsrelevanten Anwendungen. Der Ansporn für
die Entwicklung des Clusters waren zuvor eingegangene Klagen über die unzureichende praxisorientierte Ausbildung der Studierenden. Simulationen, in denen die Arbeitssituation möglichst realitätsnah nachgestellt und praktiziert wird, sind ein weiteres
Beispiel. Am College of DuPage in Illinois werden im Rahmen eines Business Simulation Projektes 7 Kurse in Betriebswirtschaft, Marketing und Management verknüpft.
55
Die Studierenden formen entsprechende Abteilungen in einem hypothetischen Unternehmen. Die Simulation soll Studierenden helfen die Abhängigkeit und Interaktion
der einzelnen Abteilungen zu verstehen und wie das System als Ganzes funktioniert.
Die Studierenden arbeiten in Teams und kommunizieren mit den verschiedenen Abteilungen.
ƒ Capstone Projekte sind Projekte, mit welchen die Studierenden ihr Studium abschließen. Sie sind eigene Studienprogramme, in welchen Kommunikationsfähigkeiten, Mathematikkenntnisse, technische und produktive Fähigkeiten benötigt werden. Diese
Projekte sind sehr umfangreiche und komplexe an der Realität der Arbeitswelt orientierte Aktivitäten, bei welchen die Schüler planen, ausführen und einschätzen was sie
bearbeiten. Am Columbus State Community College in Ohio arbeiten Studierende in
Microcomputer Technology in Kleingruppen an der Evaluierung von Hard- und Softwarelösungen für ein Start-up Unternehmen, entwickeln die entsprechenden Formulare, Kundenpräsentation, Datenbanken und Abrufprozesse, die das Unternehmen benötigen würde. Für den Abschluss des Projektes müssen die Studierenden Interviews
mit Firmenmitgliedern und Außenstehenden durchführen um Informationen über die
Firma zu sammeln, den Management Plan des Unternehmens evaluieren und eine Alternative erstellen, eine Simulation der Unternehmensdatenbank, ein Spreadsheet und
andere funktionale Systeme erstellen und schließlich abschließend eine ausführliche
Präsentation im Seminar geben. Für die Ausbildung im Bereich Industrial Technology
arbeiten die Studierenden des Sinclair Community Colleges in Ohio in Teams und
entwickeln ein Unternehmenskonzept für eine Firma, die 504.000 Radzylinder im Jahr
herstellt. Dazu muss ein Bericht geschrieben werden, welcher eine technische Grundrisskarte über die Firmengebäude enthält, eine Beschreibung der Materialbeschaffung
und des Operation Managements, Kostenvoranschläge und Prognoserechnungen für
die nächste Dekade, Kosten- und Leistungsrechnungen mit Kalkulation der Arbeitskosten pro Schicht und pro Jahr, jährliche Gehaltskosten, geschätzte Materialkosten
für die fertigen Produkte und Ausschuss, eine Liste der notwendigen Maschinen und
Kostenvoranschläge für die Stundenlöhne, Distributionsmechanismen und –kosten,
Ausrüstung und Installation, Instrumente der Qualitätskontrolle, Aufbau einzelner
Unternehmenszweige, Flow Charts der Unternehmensprozesse, ein Unternehmenslayout und die Kalkulation der Stückkosten. Am Ende des Semesters simulieren die
Studierenden einen Bericht vor der Unternehmensleitung des Produktionsunternehmens.
ƒ Work-Based Learning. Theoretisches Lernen in der Schule wird mit praktischen Anwendungen verknüpft. Arbeitserfahrungen werden durch verschiedene Schulaufgaben
ergänzt. Das La Guardia Community College in New York hat ein mehrstufiges Coop Education Programm entwickelt, welches alle Studierenden für 12 Wochen durchlaufen müssen. Für 15 bis 40 Stunden die Woche sind sie in Unternehmen und besuchen parallel dazu ein Seminar, welches theoretische Aufgabenstellungen mit der praktischen Anwendung am Arbeitsplatz verknüpft. Vor der Platzierung in einem Praktikum muss zunächst ein Co-op Prep Seminar besucht werden, in welchem die Studierenden lernen, wie man sich für einen Job bewirbt, wie man sich bei einem Jobinterview verhält sowie Arbeitsnormen und Fertigkeiten, die für ihre Platzierung notwendig sind. Danach durchlaufen die Studierenden drei verschiedene Praktika und parallel
dazu stattfindende Seminare. Das zweite Seminar zum Thema „Understanding Critical
Issues at Work“ zielt auf das Verständnis von Corporate Culture, Organisationsformen, Leadership Styles, und Corporate Ethics. Spezielle Arbeitsaufgaben im Unter56
nehmen beziehen sich auf die Analyse der Teamarbeit, Macht- und Autoritätsverhältnisse, Corporate Values und ethische Dilemmas. Das dritte Seminar beschäftigt sich
mit beruflichen Herausforderungen, formellem und informellem Lernen, Berufsinformationsquellen und der Nutzung persönlicher und professioneller Netzwerke. Die
Studierenden lernen wie sie sich beruflich weiterentwickeln und in der Unternehmenshierarchie aufsteigen können, Strategien für den Umgang mit schwierigen Situationen, die Beobachtung von Schlüsselfiguren und wie sie Feedback über ihre Stärken
und Schwächen erhalten. Ein abschließendes Seminar beschäftigt sich mit der Anwendung theoretischen Wissens im jeweiligen Berufsfeld. Beispiele für Arbeitsaufgaben in diesem Seminar sind: Im Schwerpunkt Buchhaltung analysieren die Studierenden die Informationsweitergabe in einem Unternehmen; in Food Service Management
kritisieren die Studierenden die Mechanismen der Personalwahl und Supervision; in
Liberal Arts untersuchen die Studierenden die Auswirkungen der Technologienutzung
in der modernen Gesellschaft.
Spielerisch Karriere planen
Verschiedene Autoren haben Lehrmaterialien zur Berufsorientierung für Schüler verschiedener Klassenstufen entwickelt, z.B. Arbeitsblätter, Spiele, psychologische Tests. Ziel
ist auch hier, dass die Schüler Berufsziele mit den eigenen Fähigkeiten und der eigenen
Persönlichkeit abzustimmen lernen und gezielt High School Kurse auswählen können, die
zu realistischen Karrieren führen. Kirk und Kirk (1995) entwickelten eine Anleitung mit
verschiedenen Spielen zum Thema Karriereplanung und Arbeitswelt. Die Spiele adressieren die folgenden Laufbahnthemen:
151
ƒ Career Motivation: generelles Interesse an Berufsplanung soll geweckt werden
ƒ Career Development: Verständnisaufbau für Berufswahltheorien und biografische
Planung
ƒ Career Dynamics: Kennenlernen verschiedener beruflicher Domänen
ƒ Career Climate: Kennenlernen von führenden amerikanischen Unternehmen
ƒ Career Promotion: Erlernen von Fähigkeiten der Selbsteinschätzung und Abschätzung
von möglichen Berufswegen
ƒ Career Management: Erlernen von Möglichkeiten der individuellen und organisationsinternen Karriereplanung und -gestaltung
Miller und Knippers (1992) entwickelten eine modifizierte Variante von Jeopardy zur beruflichen Orientierung.
The Real Game ist ein Spiel, welches in allen Klassenstufen eingesetzt werden kann, beginnend mit der 3. Klasse. Es steht in verschiedenen Sprachen online zur Verfügung. Die
Schüler schlüpfen dabei in eine Berufsrolle. Sie erhalten eine Anleitung mit notwendigen
Anschaffungen/Ausgaben wie Auto, Haus, Urlaub. Die Schüler lernen im Rahmen dieses
Spiels nicht nur mit vorhandenen finanziellen Ressourcen umzugehen, sondern auch das
152
151
Baughman & Kindell, 1995
152
http://www.realgame.com/, 27.06.2007
57
Schreiben eines Lebenslaufs sowie den Umgang mit Bewerbungen, dem Verlust des Jobs
und der beruflichen Neuorientierung.
Career Explorers ist ein Brettspiel, welches im Unterricht verwendet werden kann und
dazu dient einen Überblick über mögliche Karrierewege zu bekommen. Ziel des Spiels für
insgesamt bis zu 6 Teilnehmern ist es sich so viele Fertigkeiten anzueignen, dass man einen bestimmten Beruf ausüben kann.
Pädagogisches Arbeitsmaterial
Es gibt viele Handreichungen, Berichte, Videos, CD ROM, Spiele und Arbeitsblätter, die
sich mit dem Thema der Career Education beschäftigen. Darin werden die verschiedensten Themen behandelt. Auch Videos und Spiele stehen zur Verfügung. In einem Teil der
Methodenbaukästen geht es um die Entwicklung von Life Skills, wie z.B. der Umgang mit
Geld, das Planen von Vorhaben, und die realistische Selbsteinschätzung. In verschiedenen
Schritten sollen die Schüler lernen ihre weitere berufliche Laufbahn zu planen. Fragen der
Finanzierung von Bildung sowie der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Bildung, möglicher beruflicher Wege einschließlich der Möglichkeit ein eigenes Unternehmen zu gründen sind maßgebend in den Manuals, die im Unterricht eingesetzt werden können. Andere Materialien bieten Anleitungen für konkrete Workbased Learning Aktivitäten, Varianten der Unterrichtsgestaltung in den akademischen Fächern unter Einbeziehung von Career Themen und zahlreiche Berichte über Aktivitäten, die einzelne Schulen durchgeführt
haben. In den verschiedenen Anhängen des Dokumentes befinden sich einige Beispiele.
In der Bibliographie sind Sammelwerke gelistet, die wiederum Listen über die große Anzahl der zur Verfügung stehenden Materialien enthalten.
153
4.7
Qualitätsstandards und Qualitätssicherung
Career Counselling ist eine Spezialisierung im Studiengang “Counselling” und wird i.d.R.
von speziell dafür ausgebildeten Beratern durchgeführt. Aufgrund der beruflichen Spezialisierung, die auch auf die Bedeutung der Beratung hinweist, sind Qualitätsstandards entwickelt worden, die zur Evaluierung der Beratung herangezogen werden (American
Counselling Association, 2001, Council for Accreditation of Counselling and Related Educational Programs, 1996, National Occupational Information Coordination Committee
(NOICC), 1996). Die NCDA Quality Guidelines sind sehr detailliert und beinhalten nahezu alle Aspekte, die den Bereich Berufsvorbereitung betreffen. Richtlinien wurden
entwickelt für Informationsliteratur, Computerinformationssysteme, die Erstellung und
Evaluierung von Informationsfilmen und Softwareprogrammen zur Karriereplanung.
154
153
Farr & Christophersen, 1991; Dare & Maddy-Bernstein, 1999
154
http://www.ncda.org, 26.06.2007
58
5. Schlusswort
Die gesetzlichen und administrativen Weichen für einen fließenden und rationalen Übergang von der Schule in den Beruf sind gestellt. Career Guidance und Career Counselling
Maßnahmen ermöglichen es dem Einzelnen, sich individuell auf diesen Übergang und den
erfolgreichen Eintritt ins Berufsleben vorzubereiten. Trotzdem schließt immer noch ein
großer Prozentsatz der High School Absolventen keine weitere Ausbildung bzw. kein
College Studium ab. Eine der wichtigsten Fragen für viele junge Erwachsene ist deshalb:
Does Education pay off?
Der Wert von Bildung und Ausbildung wird in den USA sehr stark am zu erwartenden
Gehalt gemessen. Aus diesem Grunde stehen zahlreiche Gehaltsinformationen zur Verfügung. Da Gehälter in vielen Ausbildungsberufen deutlich über den Gehältern für Absolventen vieler Bachelor Studiengänge liegen, wird dies häufig als Anreizargument für technische Ausbildungen verwendet. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil viele Studierende
trotz verfügbarer finanzieller Hilfen, hohe Beträge in ihre Ausbildung investieren müssen,
ohne wirklich abschätzen zu können, ob sich die Investitionen langfristig lohnen werden.
Ein ähnlich kritisches Thema stellt die Gleichberechtigung der Frauen in den USA dar.
Seit dem Inkrafttreten des Federal Title IX 1972 - einem Gesetz zur Gleichberechtigung
der Geschlechter - hat sich wenig an der Geschlechterverteilung in einzelnen Berufszweigen geändert. Während 1977 nur 14% der Frauen in traditionellen Männerberufen gearbeitet haben, waren es 2005 15%. Im Report des National Women’s Law Centers wird
aufgeführt, dass die befragten jungen Frauen ihre Berufswahl für typische Frauenberufe
damit begründeten, dass ihnen bei der Berufsberatung von Männerberufen abgeraten
wurde und aufgrund von sexueller Belästigung. Die finanziellen Folgen dieser Einseitigkeit in der Geschlechterverteilung sind erheblich. Das höchste Durchschnittsgehalt für typische Frauenberufe (Gesundheitsberufe) ist niedriger als das niedrigste Durchschnittsgehalt für traditionelle Männerberufe (Landwirtschaft).
155
Aus diesen beiden Problembereichen ergeben sich wichtige Aufgaben für die Berufsvorbereitung und Berufsberatung in den USA. Maßnahmen, die die reflexive Auseinandersetzung mit traditionellen und nicht-traditionellen Berufen für Frauen und Männer fördern
als auch Maßnahmen, die dem Aufbau einer beruflichen Identität dienen, erscheinen unter
den gegebenen Bedingungen als besonders wichtig. Besondere Aufmerksamkeit verdient
die Gruppe der Jugendlichen, die keinen College Abschluss anstrebt oder zumindest in
der High School wenig Interesse an reinen akademischen Fächern zeigt. Eine Stärke des
Systems in den USA ist, dass trotz geringer akademischer Begabung auch Berufsausbildung und berufsvorbereitende Maßnahmen akademische Module enthalten bzw. akademische Inhalte in Kombination mit arbeitsrelevantem Wissen vermitteln, um so die Studierfähigkeit der Teilnehmer zu unterstützen. Auch wenn die Betonung der akademischen
Qualität von Ausbildung nicht notwendigerweise dazu beitragen wird, dass die Teilnehmer eines Tages ein Studium aufnehmen, so unterstützt es doch die Einsicht in die Be-
155
Washington State Workforce Training and Education Coordinating Board, 1998, University of Central Florida
59
deutung theoretischer Grundlagen für die eigene Arbeit und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.
Die Stärke der U.S. amerikanischen Bildungsangebote liegt darin, dass dem Einzelnen
zahlreiche Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen und das System insgesamt keine Altersvorgaben festlegt. Der Einzelne wird (zumindest in der Theorie) seiner ganz persönlichen Situation entsprechend betreut, beraten und versorgt, vorausgesetzt er besitzt die Initiativbereitschaft und Eigenverantwortung sich diese Unterstützung zu suchen und in
Anspruch zu nehmen. Vom philosophischem Ansatz her ist das System auf den Einzelnen und seine Bedürfnisse ausgerichtet und nicht auf das Bildungssystem oder die Anforderungen der Arbeitgeber. Trotzdem spielen in einem vom Wettbewerb gesteuerten Bildungs- und Ausbildungssystem Marktmechanismen eine wichtige Rolle. Das Ausbildungsangebot als auch das Beratungsangebot orientieren sich an Markterfordernissen. Career Tech Center und Technical Colleges werben mit Vermittlungsquoten oder garantieren sogar eine Beschäftigung im Anschluss an die Ausbildung. Es gibt auch Technical
Colleges, die den kostenlosen Besuch weiterer Kurse versprechen sollte ein Absolvent im
Anschluss an seine Ausbildung keinen Job finden. Der Wettbewerb unter den Schulen garantiert, dass sich die Ausbildungen sehr stark an den Markterfordernissen orientieren und
fördert die enge Kooperation zwischen schulischen Berufsausbildungseinrichtungen und
Betrieben.
Die zahlreichen in dieser Expertise beschriebenen Career Education und Career Development Maßnahmen unterstützen die Berufsvorbereitung, sind allerdings nur bedingt
ausschlaggebend für Berufswahl- und Bildungsentscheidungen. Familie, sozioökonomischer Status, Freunde und die individuelle Lebenssituation sind häufig deutlich gewichtigere Einflussfaktoren bei der Berufswahl. Trotzdem sind die hier genannten Maßnahmen
ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung der frühen Orientierung als auch zur Entwicklung
verschiedener Kompetenzen, die für die Lebensplanung besonders relevant sind.
Obgleich sich die Situation deutscher Schüler, Auszubildender und Studierender in vielerlei Hinsicht von der ihrer Kollegen in den USA unterscheidet, so lassen sich aus den in
dieser Expertise aufgelisteten Ansätzen und Maßnahmen doch Schlussfolgerungen für
den deutschen Kontext ziehen. Die Maßnahmekataloge als auch U.S. amerikanische Erfahrungen bieten Orientierungsvorlagen für einen Diskurs über die Intensivierung der Berufsvorbereitung und Berufsberatung. Zur Diskussion beitragen sollen im Rahmen dieses
Beitrages die folgenden Maßnahmen:
1. Berufsvorbereitung und Berufsberatung ist Aufgabe aller am Bildungs- und Erziehungsprozess Beteiligten. Der Auftrag für Schule und Lehrer ihre Schüler und
Auszubildenden auf den Berufsentscheidungsprozeß vorzubereiten sollte deshalb
sowohl in den Landesschulgesetzen als auch im Berufsbildungsgesetz verankert
werden und nicht in erster Linie dem Arbeitsamt überlassen bleiben.
2. Berufsberatung sollte verstärkt dort stattfinden wo Berufsfindungsprozesse und
Berufsvorbereitung erfolgt: in den Schulen und Ausbildungszentren.
3. Berufsberatung und Berufsvorbereitung sollte integrierter Bestandteil der Lehreraus- und Weiterbildung sein.
60
4. Berufsberater in den Arbeitsämtern sollten eine spezielle Ausbildung als Berufsund Karriereberater durchlaufen, die auch eine psychologische Grundausbildung
enthält.
5. Schulen benötigen eigene School Counselors. Dies wurde bereits erkannt und in
einigen Schulen in den Ländern Deutschlands umgesetzt. Hier ist die Bereitschaft
der Länder gefragt sich generell auf diese Maßnahme einzulassen.
6. Die Schulen sollten mit Computersoftware ausgestattet werden, die der Berufsvorbereitung dient und den Schülern außerhalb des Unterrichts zur Verfügung
steht.
7. Berufsvorbereitende Maßnahmen sollten in die Stundenpläne jedes Jahrganges einfließen. Diese können sowohl Bestandteil mehrer Unterrichtsfächer, eines bestimmten Unterrichtsfaches, eines zusätzlichen Kurses oder eines mehrtägigen
Workshops sein. Da Berufsvorbereitung und Berufsberatung in das Aufgabengebiet aller Lehrer fällt, können auch alle an der Gestaltung dieser Maßnahmen beteiligt werden.
8. Eine Erfolgsmessung dieser Maßnahmen ist möglich durch die Installation eines
sogenannten Accountability (Kontroll- und Qualitätsbewertungs-) Systems, welches dafür eingesetzt wird, Leistungen der beruflichen Vorbereitung und Beratung
regelmäßig zu evaluieren und zu verbessern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Verständnis von Berufsberatung und Berufsvorbereitung auch in Deutschland grundsätzlich wandeln muss um junge Erwachsene
adäquat auf die Herausforderungen des modernen Arbeitsmarktes und der modernen Gesellschaft vorzubereiten. Gesellschaftliche Entwicklungen, die zur Veränderung und teilweisen Auflösung tradierter Arbeitsbeziehungen führen, beanspruchen neue Rollen wie
die des Arbeitskraftunternehmers, Entrepreneurs, oder aktiven Gestalters des eigenen Lebenslaufs. Diese veränderten Bedingungen erfordern, wenn sie von jungen Erwachsenen
erfolgreich gemeistert werden sollen, neue Lehr- und Lernmethoden. Zur allseitigen Persönlichkeitsentwicklung gehört unbedingt die Entwicklung von Fähigkeiten zum Umgang
mit Arbeitsmarktunsicherheiten und Lebensplanungsungewissheiten dazu. Verstärktes
Augenmerk muss deshalb aus pädagogischer Perspektive auf die langfristige und kontinuierliche Entwicklung der Fähigkeit zur selbstkritischen und realistischen Einschätzung eigener Begabungen und Fertigkeiten gelegt werden. Junge Erwachsene benötigen sowohl
Zeit als auch Begleitung und Unterstützung im Prozess der Identifikation ihres Selbstkonzeptes, sowie der Selbsterkenntnis und Selbstannahme. In Zeiten wachsender Unsicherheit bietet dies die innere Stabilität um mit veränderten äußeren Bedingungen flexibel umgehen zu können.
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69
Anhang
Anhang A
70
Anhang B
71
Anhang C
72
Anhang D
73
74
75
76
77
78
79
Anhang E
Quelle: Howard, Warner, & Loyd (2002), S. 7
80
Anhang F
81
82
83
84
85
156
86
156
156
http://www.okcareertech.org/guidance/CareerInfo/caf.htm, 26.06.2007
87
88
Anhang G
89
The framework is organized into three domains, goals that support those domains, and
indicators of mastery under each goal. The indicators are further grouped by learning
stage.
Domains and Goals
Domains, goals and indicators organize the NCDG framework. The three domains:
Personal Social Development (PS), Educational Achievement and Lifelong Learning (ED)
and Career Management (CM) describe content. Under each domain are goals (eleven in
total). The goals define broad areas of career development competency.
Indicators and Learning Stages
Under each goal in the framework are indicators of mastery that highlight the knowledge
and skills needed to achieve that goal. Each indicator is presented in three learning stages
derived from Bloom’s (1956) Taxonomy: knowledge acquisition, application and
reflection. The stages describe learning competency. They are not tied to an individual’s
age or level of education.
Knowledge Acquisition (K). Youth and adults at the knowledge acquisition stage expand
knowledge awareness and build comprehension. They can recall, recognize, describe,
identify, clarify, discuss, explain, summarize, query, investigate and compile new
information about the knowledge.
Application (A). Youth and adults at the application stage apply acquired knowledge to
situations and to self. They seek out ways to use the knowledge. For example, they can
demonstrate, employ, perform, illustrate and solve problems related to the knowledge.
Reflection (R). Youth and adults at the reflection stage analyze, synthesize, judge, assess
and evaluate knowledge in accord with their own goals, values and beliefs. They decide
whether or not to integrate the acquired knowledge into their ongoing response to
situations and adjust their behavior accordingly.
Coding of the Framework
The NCDG framework has a simple coding system to identify domains, goals, indicators
and learning stages. The coding system makes it easy for you to use the NCDG for
program development and to track activities by goal, learning stage and indicator.
However, you do not need to know or include the codes to use the NCDG framework.
Domains:
PS—Personal Social Development
ED—Educational Achievement and Lifelong Learning
CM—Career Management
90
Goals:
Coded by domain and then numerically.
For example, under the Personal Social Development domain:
Goal PS1: Develop understanding of yourself to build and maintain a positive selfconcept.
Goal PS2: Develop positive interpersonal skills including respect for diversity.
Indicators and Learning Stages:
Coded by domain, goal, learning stage and then numerically.
Learning Stages:
K—Knowledge Acquisition
A—Application
R—Reflection
For example, the second indicator under the first goal of the Personal Social
Development domain:
PS1.K2 Identify your abilities, strengths, skills, and talents.
PS1.A2 Demonstrate use of your abilities, strengths, skills, and talents.
PS1.R2 Assess the impact of your abilities, strengths, skills, and talents on your career
development.
Using the NCDG Framework
The NCDG framework is the foundation for all of the other NCDG materials. Consider
the following possibilities for using the framework:
ƒ Youth and adults can use the goals and indicators as an informal checklist to
determine areas of competency and gaps that need attention.
ƒ Parents, guardians, spouses, or family members can use the framework to better
understand how to help someone with career development questions.
ƒ Teachers can use the framework to review their curriculum and existing lessons for
career development connections.
ƒ Teachers can use the framework to write new lessons that enhance academic rigor by
infusing career development concepts.
ƒ Counselors, career practitioners and administrators can use the framework to review
an existing career development program for students or adults to see what
competencies are covered and where the gaps are.
ƒ Counselors, career practitioners and administrators can use the framework to craft
needs assessments for youth and adults.
ƒ Counselors, career practitioners and administrators can use the framework to craft a
91
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
new competency-based career development program for youth or adults.
Counselors, career practitioners and administrators can use the framework to develop
a program evaluation and accountability plan.
Counselors, career practitioners and media specialists can use the framework to review
materials and resources on hand or those being considered for purchase.
The framework can serve as the basis for staff development workshops offered
locally, statewide, or regionally (e.g., ACRN workshops).
The framework can inform the development of professional standards, accreditation,
certification and legislation and policy at both the national and state levels.
Product developers can use the framework to target their materials to meet specific
career development needs of potential customers.
Technical Reference: Development of the NCDG Framework
The National Career Development Guidelines was first released in 1989 in a series of
handbooks that contained the NCDG framework and strategies for implementing the
NCDG with various populations (e.g., elementary students, high school students and
adults). The National Occupational Information Coordinating Committee (NOICC), the
State Occupational Information Coordinating Committees (SOICC's), national experts in
career development and leading career counseling and development professional
organizations collaborated in the NCDG project. Two resources played a key role in the
development of the original NCDG: Career Development Education: A Program
Approach for Teachers and Counselors and BORN FREE Training Packets to Reduce
Sex-role Stereotyping in Career Development: Elementary, Secondary and Postsecondary
Levels.
In 2003, OVAE contracted with DTI Associates, Inc. - A Haverstick Company (DTI) to
manage the National Training Support Center (NTSC) projects including the update and
revision of the National Career Development Guidelines framework. DTI charged a team
of three career development experts with the responsibility of writing the new NCDG
framework. Early in their writing process they gathered input from a broad range of
career development practitioners. They used the original 1989 NCDG as the foundation
for the revision work. The writing team reviewed numerous other career development
frameworks (e.g., the Canadian Blueprint for Life Work Designs, those from several states
and the American School Counselor Association's National Standards for School
Counseling Programs) for content and organization. DTI also convened a work group
that included representatives from America's Career Resource Network (ACRN),
counselor educators, state departments of education, national associations, practitioners,
career development experts and OVAE. The work group provided ideas and input
throughout the development process.
From July 2003 - June 2004 the writing team sought feedback from the career
development community through e-mail broadcasts, ACRN website postings, discussion
groups, and presentations at national conferences (e.g., National Career Development
Association [NCDA], American School Counselor Association [ASCA], National
92
Employment Counseling Association [NECA], National Consortium of State Guidance
Supervisors and Association of Computer-Based Systems for Career Information
[ACSCI] and ACRN grantee meetings). The team incorporated many of the recommendations to create a first draft of the revised NCDG. It was circulated for review and comment. In total, this revision/comment process was repeated three times as the document
was further refined. The NCDG framework was then validated through a rigorous set of
"matching" procedures. DTI engaged five career development professionals and an
evaluation consultant to perform eight exercises that included matching:
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
goals to domains;
all indicators to domains;
indicators to goals for each domain; and
indicators to learning stages for each domain.
When three or more of the matchers placed an item differently than that found in the
NCDG framework, that item was reviewed for clarity and utility. Adjustments were made
as appropriate. The matching exercise provided information to further refine the NCDG
framework leading to the final version of the NCDG.
Die Guidlines wurden entwickelt von: American Association for Counseling and
Development, American School Counselor Association, American Vocational Association
Guidance Division, Association of Computer-Based Systems for Career Information,
Council of Chief State School Officers, National Association of State Career
Development/Guidance Supervisors, National Association of State Occupational
Information Counseling Committees, National Career Development Association.
93
Anhang H
94
Anhang I
Quelle: Howard, Warner, & Loyd (2002), S. 19
95
Anhang J
96
97
Anhang K
Komponenten exemplarischer Career Guidance und Counseling Programme
A.)
Career Guidance und Counseling Programm Plan
1.
Hilfe für Schüler
1.1
Hilfe beim Sammeln von Informationen über sich selbst
157
1.2
Kennenlernen von Weiterbildungsmöglichkeiten und verschiedenen Berufen/Karrierewegen
1.3
ruf
Lifelong Career Planung, Vorbereitung des Übergangs von der Schule in den Be-
2.
Bedürfnisse benachteiligter Jugendlicher
3.
Program Support Service
B.)
Kollaboration, Artikulation und Kommunikation
1.
Einbeziehen der Eltern/der Familie
2.
Einbeziehen der Lehrer/Mitarbeiter in das Career Guidance und Counseling Programm
3.
Intra- und Interagency Kollaboration
4.
Kollaboration mit Unternehmen
C.)
Institutionelle Unterstützung, Leadership, und Programm Evaluierung
1.
Institutionelle Unterstützung
2.
Einrichtungen
3.
Finanzen
4.
Guidance Personal Qualifikation
5.
Professional Development (Weiterbildung)
6.
Programm und Planungsevaluation
7.
Follow-up bei den Absolventen und Ausbildungsabbrechern
157
Cunanan & Maddy-Bernstein, 1997
98
Anhang L
Berufsvorbereitende Programme am Butler Tech in Ohio
1.
Commercial Arts
2.
Communications/Broadcasting
3.
Business Office Education (College Tech Prep)
4.
Cosmetology
5.
Criminal Justic
6.
Culinary Arts
7.
Early Childhood Education
8.
Firefighting Technology
9.
Auto Collision Technology
10.
Auto Technology (College Tech Prep)
11.
Carpentry
12.
Network Systems (College Tech Prep)
13.
Construction Electricity
14.
Precision Machining
15.
Power Equipment Technology
16.
Welding Technology
17.
Health Technology (College Tech Prep)
18.
Equine Science (im Butler Tech Natural Science Center)
19.
Veterinary Sciences (im Butler Tech Natural Science Center)
Satelliten Programme
158
20.
Agricultural Education
21.
Biotechnology (College Tech Prep)
22.
Business and Management
23.
Cooperative Business Education
24.
Engineering Construction Foundations
25.
Engineering Design (College Tech Prep)
26.
Engineering Manufacturing Foundations
158
Diese Programme werden nicht in den Räumen des Butler Tech, sondern in verschiedenen High Schools von Dozenten
des Butler Tech durchgeführt.
99
27.
Engineering Manufacturing (College Tech Prep
28.
Engineering Technology Transportation
29.
Fairfield-Butler Tech Business Academy (College Tech Prep)
30.
Health Technology Foundations
31.
Interactive Media (College Tech Prep)
32.
Introduction to Commerical Arts
33.
Information Technology (College Tech Prep)
34.
Marketing (College Tech Prep)
35.
Network Systems (College Tech Prep)
36.
Programming and Software Development
37.
Teacher Academy
100
Anhang M
Individual Academic
Plan
&
Career
What's up with YOUR plan?
Students who make the connection between their academic coursework
and future goals are more likely to graduate from high school, complete
postsecondary education and succeed in the workplace.
Take control! Your Individual Academic and Career Plan (IACP) portfolio
is your planning tool for academic and career decision-making. It's all good.
Go to Section
1
2
3
4
5
6
7
IMPORTANT DIRECTIONS
File Name
™ Before entering information, choose Save As from the File Menu then add your first initial
and last name to the end of file name.
Sample file name: IACP-JGreen
™ In the Save in box, choose a destination such as a folder or a disk. This will allow you to
create your own IACP document while preserving the original should it be needed later.
Information Entry
Click in the white table cells and text boxes to enter information.
Web Resources
The Student Guide (www.ohiocareerdev.org/IACPStudent.htm) provides help
resources for IACP development.
101
Individual Academic & Career Plan
Section 1
Personal Information
Click to the right of the red arrow to make entries
Name
School District
Previous School
District
Career Fields
A career field is a group of occupations that share knowledge and skills required for success in getting a job
and additional education.
(Control-click the career field for more information)
“X” the career fields that fit your career goals each year
Grades
8
9
10
Grades
11
12
8
9
10
11
Agricultural & Environmental Systems
Health Science
Arts & Communication
Hospitality & Tourism
Business & Administrative Services
Human Services
Construction Technologies
Information Technology
Education & Training
Law & Public Safety
Engineering & Science Technologies
Manufacturing
gies
Finance
Marketing
Government & Public Administration
Transportation Systems
My career goals are: (Remember to include today’s date by month/year)
102
12
Technolo-
Go to Section
1
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6
7
Name
(Remember to include today’s date by month/year)
What I like to do that supports my career goals:
Classes at my high school most related to my career goals:
My plans after high school to reach my career goals:
Outside-of-school activities I need to reach my career goals:
Degree, certification, license and/or specialized training I will need for my
career goals:
Go to Section
1
2
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4
5
6
7
103
Educational Planner
Name
Check your school’s course catalog to develop your Educational Planner
below
.
- Double-click anywhere in the table below to make entries and to activate calculations
- Type numbers and decimals ONLY for Credit>, Earned>, and Grade Point>
- Post Secondary Enrollment Option (PSEO) and weighted courses are not calculated in
the Educational Planner
-
Minimum Ohio High School Graduation Requirements
Graduation
Requirements
English
Grade>
9th
10th
11th
12th
Class Credit>
Earned Credit>
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit>
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit>
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit>
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit>
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit>
Grade P o int>
Math
Science
Social Studies
Health
P.E.
Required
Credit Totals>
Post-secondary Enrollm ent Option
Course
Credit
Grade Point
Credit Totals>
0
0
0
0
GPA>
#DIV/0!
Dual Enrollm ent
0
Electives
Course
Spanish 1
Type elective here
Type elective here
Type elective here
Credit
Grade Point
Class Credit>
Earned Credit >
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit >
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit >
Grade P o int>
Class Credit>
Earned Credit >
Grade P o int>
Type elective here
Class Credit>
Credit Totals>
Earned Credit >
Elective Credit Totals >
0
0
0
#DIV/0!
0
All Credit Totals >
0
0
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0
Overall GPA > #DIV/0! #DIV/0! #DIV/0! #DIV/0!
104
0
GPA>
Grade P o int>
UNOFFICIAL RECORD
Effective Electives
Check your school's course catalog for details about the electives available to you. Click here to
see typical electives required for admission to higher education.
Go to Section 1
2
3
4
5
6
7
Individual Academic & Career Plan Revised 6/1/06
Section 2
Assessment Record
Name
8th Grade Achievement Test “x” the requirements met
<Reading
Requirements met:
<Writing
<Math
<Science
<Social Studies
On Target for transition to high school? “x” one
(Ready for HS level work)
Yes
No
If no, go to the 8th Grade Improvement & Enrichment Plan (Section 3)
Ohio Graduation Test
Requirements met:
“x” the requirements met
<Reading
<Writing
<Math
<Science
<Social Studies
Career Interest
Grade Level >
Assessment
name>
Results>
Grade Level >
Assessment
name>
Results>
Grade Level >
Assessment
name>
Results>
Grade Level >
Assessment
name>
Results>
On Target for high school graduation and career goals? ( “x” the boxes)
105
Remember you can use the Academic Help section of the IACP Student Guide
9th
Graduation
Yes
No
Grade
Career Goals
Yes
No
10th
Graduation
Yes
No
Grade
Career Goals
Yes
No
11th
Graduation
Yes
No
Grade
Career Goals
Yes
No
12th
Graduation
Yes
No
Grade
Career Goals
Yes
No
Go to Section
106
1
If no, go to the10th Grade Improvement & Enrichment Plan (Section
3)
If no, go to the 11th Improvement & Enrichment Plan (Section 3)
If no, go to the Improvement & Enrichment Plan (Section 3)
If no, go to the Improvement & Enrichment Plan (Section 3)
2
3
4
5
6
7
Individual Academic & Career Plan Revised 6/1/06
Section 3
Improvement & Enrichment Planner
Name
Remember you can use the Academic Help section of the IACP Student Guide
9th Grade -BackAreas Needing Improvement
Reading
Improvement Plan
Will have 2 periods a week in the reading improvement
lab
Evaluation Date
4/8/06
10th Grade -BackAreas Needing Improvement
Improvement Plan
Evaluation Date
Improvement Plan
Evaluation Date
11th Grade -BackAreas Needing Improvement
107
12th Grade -BackAreas Needing Improvement
Go to Section
108
Improvement Plan
1
2
3
4
Evaluation Date
5
6
7
Individual Academic & Career Plan Section 4 Revised 6/1/06
Extracurricular Activity Log
Name
Include sports, clubs, church activities, community service, work experience, etc.
EXTRACURRICULAR ACTIVITY
Go to Section
GRADE
LEVEL
1
2
3
4
LEADERSHIP
5
6
AWARD
7
109
Individual Academic & Career Plan Section 5 Revised 6/1/06
Enrichment and Work-based Learning
Name
Enter work-based experiences that are related to your career goal in the boxes below. Include any
explanation
necessary
to identify the learning experience. Indicate the grade level and date by month/year with each
entry.
Exploration/Job Shadowing An event where the student observes a worker in an occupation of interest
Mentoring A formal relationship between a student or worker and a worksite role model who provides support and
encouragement
Internship
A program where a student works for an employer for a specified period of time and learns about a
particular occupation, often unpaid
Service/Community Learning
A student volunteer work/assistance program at an organization in the
community
Tech Prep A high school high tech program with credits that can be applied to an equivalent college program
Career and Technical Career or job training programs offered at a high school or a career center
Apprenticeship Training A relationship between an employer and an employee during which the worker, or
apprentice, learns a trade
110
Career Fields
Section 6
A career field is an organizing and curricular tool grouping occupations and broad
industries that share a fundamental base of knowledge and skills required for success in
pursuing employment and further study. The occupations in OCIS are clustered around
these career fields. -BackAgricultural & Environmental Systems
Includes technical- and professional-level careers in animal and crop production;
agricultural services and engineering; food processing; horticulture; natural resource
management; environmental services; and agricultural and environmental education,
communications and research -BackArts & Communication
Includes technical- and professional-level careers related to the humanities and the
performing, visual, literary, and media arts -BackBusiness & Administrative Services
This field includes technical- and professional-level careers in business management,
administrative support, human resources, and business administration which encompass
planning, organizing, directing and evaluating business functions essential to efficient and
productive business operations. Business, Management and Administrative Services
career opportunities are available in every sector of the economy
-Back-
Construction Technologies
Includes technical- and professional-level careers in designing, planning, managing, and
building and maintaining the built environment, including roadways and bridges and
industrial, commercial, and residential facilities and buildings -BackEducation & Training
Includes technical- and professional-level careers in planning, managing, and providing
education and training services and related learning support services -BackEngineering & Science Technologies
Includes technical- and professional-level careers in (a) planning, managing, and
providing scientific research and services such as laboratory and testing and research
and development and (b) design, process and development services such as electrical
engineering, industrial engineering, materials science, nanofabrication, fuel cell
technology, and robotics -BackFinance
Includes technical- and professional-level careers in financial and investment planning,
accounting, banking, insurance, real estate, and business financial management -BackGovernment & Public Administration
Includes technical- and professional-level careers in national defense, foreign service,
governance, revenue and taxation, regulation, and public administration at local, state,
and federal levels -BackHealth Science
111
Includes technical- and professional-level careers in planning, managing, and providing
therapeutic services, diagnostic services, health informatics, support services, and
biotechnology research and development
-Back-
Hospitality & Tourism
Includes technical- and professional-level careers in the management, marketing, and
operations of restaurants and other food services, lodging, attractions, recreation events,
and travel related services.
-Back-
Human Services
Includes technical- and professional-level careers related to families and human needs
within economic, political and social systems such as social services, counseling and
mental health services, consumer services, and personal care services -BackInformation Technology
Includes technical- and professional-level careers in the design, development, support
and management of hardware, software, multimedia, and systems integration services.
(Occupations where workers use computer systems or software, such as word
processing software, but do not design, develop, implement or support the system are not
included in this career field.) -BackLaw & Public Safety
Includes technical- and professional-level careers in planning, managing, and providing
judicial, legal, public administration, public safety, and protective services and homeland
security including professional and technical support services in public planning,
emergency management planning, fire protection, emergency medical services, and the
criminal justice system -BackManufacturing Technologies
Includes technical- and professional-level careers in planning, managing and performing
the processing of materials into intermediate or final products and related professional
and technical support activities such as production planning and control, maintenance,
and manufacturing/process engineering -Back-
Marketing
Includes technical- and professional-level careers in planning, managing, and performing
marketing activities such as distribution, promotion, pricing, selling, financing, information
management, and product/service management to reach organizational objectives
Back-
Transportation Systems Includes technical- and professional-level careers in planning,
management, and movement of people, materials, and goods by road, pipeline, air, rail,
and water -Back-
112
Name
Worksheet Section 7
Use the space below for career research reports, essays, additional notes, or to copy-paste information from
other sources
113
Anhang N
QQue
lle: Howard, Warner, & Loyd (2002), S. 69
114
Anhang O
.
115
Anhang P-1
Quelle: Rogala, J. A., Lambert, R., & Verhage, K. (1991-1992b)
116
117
118
119
120
121
122
123
Anhang P-2
Quelle: Rogala, J. A., Lambert, R., & Verhage, K. (1991-1992b)
124
Anhang P-3
Quelle: Rogala, J. A., Lambert, R., & Verhage, K. (1991-1992)
125
Anhang P-4
126
Anhang P-5
Quelle: Howard, Warner, & Loyd, 2002
127
128
129
130
131
132
133
134
Anlage P-6
135
Anlage P-7
136
Anlage P-8
137
Anlage P-9
138
139
140
Anlage P-10
141
Anlage P-11
142
Anlage P-12
143
Anlage P-13
Quelle: Rogala, J. A., Lambert, R., & Verhage, K. (1991-1992)
144
Anlage P-14
145
146
147
148
Anlage P-15
149
Anlage P-16
150
151
Anlage P-17
152
Anlage P-18
153
Anlage P-19
154
155
156
Anlage P-20
157
Anlage P-21
158
159
160
Anlage P-22
161
Anlage P-23
162
Anlage P-24
Quelle: Rogala, J. A., Lambert, R., & Verhage, K. (1991-1992b)
163
Anlage P-25
164
Anlage P-26
Quelle: Rogala, J. A., Lambert, R., & Verhage, K. (1991-1992b)
165
Anlage P-27
166
167
168
169
170
Anlage P-28
171
Anlage P-29
172
Anlage P-30
173
174
175
176
177
178
179
180
Quelle: Howard, Warner, & Loyd (2002), S. 35-36
181
Anlage P-31
182
183
184
185
186
187
188
189
Quelle: Howard, Warner, & Loyd (2002), S. 35-36
190
191
192
193
194
Quelle: Howard, Warner, & Loyd (2002), S. 45-49
195