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technik - Pixel
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■ fokus
Hoffnung
SPIEGELREFLEX-FOTOGRAFIE
auf mehr
A
Is Konica Minolta Anfang des Jahres
den Ausstieg aus der Fotografie
verkündete, war das ein Riesenschock
für die große Gemeinde der MinoltaSpiegelreflexfotografen. Viele mochten
auch nicht so recht an das Engagement von
Sony glauben, das Spiegelreflexgeschäft
des Autofokus-Pioniers zukünftig weiter
betreuen und weiter entwickeln zu wollen.
Mit der Vorstellung von Sonys erster
Spiegelreflex, der Alpha 100, und nicht
zuletzt auch mit der Ankündigung des
dazugehörigen umfangreichen Objektiv- und
Zubehörprogramms wurden die Zweifler
jedoch eines Besseren belehrt. Von allen
Neueinsteigern in die Spiegelreflexfotografie
hat der japanische Elektronikkonzern
mit dem Alpha-Spiegelreflexsystem das
bisher überzeugendste Konzept für ein
zukunftsweisendes Engagement in diesem
hart umkämpften Markt abgeliefert. Man hat
nicht nur Bewährtes der Traditionsmarken
Minolta und Konica wie etwa das
Objektivbajonett oder die Kamerainterne
Bildstabilisierung beibehalten und weiter
optimiert, sondern auch bestehende
Partnerschaften wie beispielsweise
mit dem Optikspezialisten Carl Zeiss
genutzt, um neue Qualitätsmaßstäbe
für die Digitalfotografie zu setzen.
Sollten die Japaner es wirklich
schaffen, ihre ehrgeizigen Pläne nicht
nur technologisch zu realisieren
sondern sie auch der fotointeressierten Öffentlichkeit zu
kommunizieren, könnte hier aufbauend auf den starken Wurzeln
der Traditionsmarke Minolta - ein
neues Spiegelreflexsystem entstehen,
das alle Voraussetzungen erfüllt, sich
zumindest in der Hobbyfotografie einen
Spitzenplatz zu erobern. Dafür sprechen
neben den aus der Partnerschaft
zu Zeiss hervorgegangenen ZAHochleistungsobjektiven vor allem auch das
gewaltige Know-how des Unternehmens
in der Sensortechnologie und seine
bereits führende Rolle bei den digitalen
Kompaktkameras. Weltweit tauschen hier
Canon und Sony den Spitzenplatz und
unterstreichen damit die Kompetenz des
Unternehmens in der digitalen Bilderfassung. Zudem steht die Marke Sony für
Innovation, Qualität und Design. Optimale
Voraussetzungen für eine breite Akzeptanz
des neuen Spiegelreflexsystems, auf das
wir alle mit Spannung gewartet haben und
dessen Entwicklung wir - wie alle anderen
SIR-Systeme auch - kritisch verfolgen
werden. Einer ersten Bewährungsprobe
musste sich Sonys Alpha 100 schon in
dieser Ausgabe unterziehen. Wie sich die
neue Spiegelreflex in unserem Labortest
behauptet hat und wie sie da im Vergleich zur
etablierten Konkurrenz abschneidet, lesen
Sie ab Seite 28.
3
INHALT
• BILD
7 Surflegende
Der Surf-Fotograf LeRoy
Grannis wird wiederentdeckt
18 Ausbildung
Die perfekte Welle: Surf-Fotos der
Legende LeRoy Grannis
4
Deutschlands beste
Fotoschulen
20 Marcus Bergmann
UNSER TITELMOTIV
„FRANZI UND IHR
ERSTE SCHOOTING“
WURDE FOTOGRAFIERT VON MARCUS
BERGMANN
ZUM HERAUSNEHMEN:
Fine Art Edition 1: „Mediengestalter die auch fotgrafieren“ Marcus Bergmann
Die Aktfotografien des Thüringers sind wie Liebeserklärungen
• TEST & TECHNIK
Impressum:
26 Info-Magazin
News und Trends der Fotowelt
28 Sony Alpha: der Test.
Die 10-Megapixel-Neuheit im
großen Labor- und Praxisvergleich
Sony Alpha 100: der große Test mit
Zubehör-Kaufberatung & Gewinnspiel
28
36 Weltrekordler im Labor.
Hochlichtstarke Zooms für das
Olympus E-System
42 Die Kamera der Zukunft.
Report: So fotografieren wir morgen
• PRAXIS
48 Sportfotografie
Professionelle Leichtathletikbilder
54 Know-How.
Gruppenbild digital
55 Praxis-Magazin
Das besonder Portfolio
Weltrekord-Zooms von Olympus im
BAS-Labor
46
Fußballfotos professionell
94
4
• RUBRIKREN
3 Fokus.
12 Magazin.
14 Bücher.
16 Ausstellungen
Diese Zeitschrift wurde mit Hilfe
des fotoMagazin 8/06 erstellt.
Die verwendeten Themen und
Bilder sind aus dieser Zeitschrift.
Die auf den Seiten 20 bis 25, 48 bis
53 und 55 bis 62 verwendeten Bilder
und Texte stammen ausschließlich von
Marcus Bergmann und dienen nur für
Bewerbungszwecke.
Der Herausgeber
Marcus Bergmann
geb. 20.08.1973
Engagiert, selbständig arbeitendes Multitalent (32 J.) mit
Erfahrungen im Kundengespräch / Verkauf, der Fotografie
und im Mediendesign (Bildbearbeitung mit Photoshop CS
II), Satzarbeiten (Zeitschriften mit QuarkXpress, InDesign),
sowie CorelDraw 12, Dreamweaver 8 Kentnissen und
unternehmerischem Denken bietet Mitarbeit als Mediengestalter im Bereich Mediendesign – Fotografie –
einschließlich Kundenberatung / Verkauf an.
Liebe Leser und Leserinnen,
Sie haben bestimmt schon viele Bewerbungsschreiben
gelesen, die so, oder so ähnlich begonnen haben. Dazu
konnten Sie bestimmt auch eine Menge an sehr guten,
guten und weniger guten Beispielarbeiten bewundern.
Ich für meinen Teil habe auch schon unzählige Bewerbungsschreiben mit so einem Anfang, oder ähnlich
klingenden Anfängen versand.
Nun finde ich aber, dass man gleich von Anfang an zeigen
sollte was man alles so drauf hat. Und aus diesem Grunde
habe ich beschlossen, gleich meine
eigene Zeitung herauszugeben.
Um einem potenziellen Arbeitgeber
zu zeigen was ich alles so kann. Ja,
sie dürfen sich als Empfänger einer
solchen sehr aufwendig gestalteten
Bewerbung freuen, mich kennen
zu lernen. Denn ich möchte Ihnen
hiermit meine Mitarbeit in Ihrem Unternehmen anbieten.
Das Gestalten von Flyern, Plakaten, Broschuren, Zeitungen, die Internetseitengestaltung und Pflege,
sowie die Fotografie sind immer neue
Herausforderungen, die angenommen
werden wollen. Deshalb bewerbe ich
mich hiermit um eine Stelle, als Mediengestalter für Digital-/ Printmedien,
FR Mediendesign und Fotograf.
Nach meinem Motorradunfall 1998
habe ich vom Drogisten zum Mediengestalter umgeschult. Diese Ausbildung absolvierte ich an der Akademie Schweiger & Schmitt in Plauen.
Im Juli 2002 schloss ich die Prüfung
erfolgreich ab. Während dieser Ausbildung eignete ich mir umfassende
Kenntnisse in Programmen wie: Photoshop, QuarkXPress, Freehand, Adobe PageMaker und Grundkenntnisse
in HTML an. Während des Praktikums zu oben genannter Umschulung gehörten zu meinen Hauptaufgaben das Setzen und Layouten von
Zeit schriften. Durch diese Arbeiten bin ich fit im Umgang mit PC
und Mac.
Von April 2004 bis März 2005 habe ich an genannter Akademie
eine modulare Weiterbildung in Layout- und Grafikprogrammen
wie QuarkXPress5 und Photoshop 6 / 7, sowie eine Einführung
in Macromedia Dreamweaver und Flash absolviert. Meine
erste eigene Präsentation finden Sie unter „http://www.pixelpinsel.de“. Zu genannter Weiterbildung habe ich während des
Praktikums den Internetauftritt des Vogtlandradios betreut. Da
habe ich die Nachrichten- und die Verkehrsseiten aktualisiert,
sowie einige kleinerer Projekte erarbeitet.
Im März 2007, wurde ich als Fotograf für Pass-, Bewerbungsbilder
bei Foto Stein in Jena, für ein halbes Jahr angestellt. Hier konnte ich meine Fotografiekenntnisse, die ich als Drogist und Mediengestalter besaß, auffrischen, erweitern und vertiefen. Hier
konnte ich auch meine Erfahrungen mit Photoshop die ich im
Laufe der Zeit erworben habe, mit einfließen lassen.
Nun, ich bin ein aufgeschlossener, teamfähiger, selbständig arbeitender Mensch und bin sehr neugierig
auf die anfallenden Arbeiten in Ihrem
Unternehmen. Über eine Einladung
zum persönlichen Gespräch, zu dem
ich Ihnen gern meine weiteren Arbeiten
zeigen würde, freue ich mich sehr.
Ihr Marcus Bergmann
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Bands wie die Beach Boys lieferten den Soundtrack der Ära und LeRoy Grannis die passenden Bilder der Surfkultur der
Sechziger Jahre. Fotos von wagemutigen jungen Männern auf
Boards in der Größe von Orcawals, von hippen Cars am
Strand und all jenen, für die Surfen zum integrativen Bestandteil eines neuen (amerikanischen) Lebensgefühls wurde.
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orking is for people who don‘t
surf.‘ Dieser Protest-Slogan von
Kaliforniens Stränden machte
in den Sechzigern die Runde.
Einst Ritual hawai-ianischer Könige, dann
Herausforderung für einsame Wagemutige,
entwickelte sich das Surfen zur Subkultur.
Mit Longboards beladene Woodies und Pickups, Surfgirls und durchtrainierte Jungs in
Boardshorts drängten an die Strände, die
Freiheit versprachen. Es roch nach Kokosnuss Surfwachs und warmem Neopren, aus
den Rekordern tönten Del-Tones und Beach
Boys. Nicht nur die Musik pushte das Surfen. Vor allem Filme und Fotos liefen um die
Welt, machten die Surfkultur zum globalen
Musthave. Mit Romanzen wie „Gidget“
(1959) holte Hollywood die Jugend in die
Kinos und schickte sie direkt an den Beach.
Zeitgleich entstanden aus der Szene heraus
die Magazine. John Severson gründete den
Surfer, tippte die Erstausgabe am Strand,
neben sich sein Board, dahinter den VW-Bus.
Innerhalb der nächsten
Jahre erhöhte sich die
Auflage von 5000 auf
100 000. Ein Markt
für Surffotografen tat
sich auf. Trotzdem
war die Zahl an
Leuten, die sich mit
der Kamera in die
Wellen wagten, gering.
„Photos by GrAnnis“
hieß in der Zeit einer
der meist gedruckten
Bildcredits. LeRoy Grannis sprang zwischen
den Magazinen hin und her, wurde schließlich
Chefredakteur von Surfing International und
1966 als Fotograf in die Surfing Hall of Fame
aufgenommen. Einen Block vom Strand im
legendären Hermoso Beach entfernt wurde
er geboren, und schon mit fünf Jahren war
LeRoy jeden Tag im Wasser. Sein erstes
Brett schnitzte er aus einem Kiefernblock
- es war so schlecht, dass er sich Boards
leihen musste, bis er sich nach der
Highschool eines leisten konnte. Einer
seiner Surfkumpels war John „ Doc „ Ball,
Surffoto-Pionier der ersten Stunde. Doch
erst 1960, mit 42 Jahren, trat Grannis in
seine Fußstapfen. Der Job bei Pacific Beil
Telephone hatte ihm ein Magengeschwür
eingebracht. Sicher dachte der Hausarzt
eher an Rosen züchten, als er ihm riet,
sich zum Ausgleich ein Hobby zu suchen.
LeRoy stellte eine dritte Garage auf das
Grundstück in Hermoso Beach, richtete sie
zur Hälfte als Dunkelkammer ein, legte sich
eine ostdeutsche Kleinbild-Spiegelreflex
zu und legte los. Im ersten Jahr schoss er
nebenbei 2500 Schwarzweißfotos, die er für
einen Dollar verkaufte, um ein wenig Geld
zurückzubekommen. Nach wenigen Monaten
hatte er seine erste Serie im Reef Magazine.
„Sie nahmen acht oder zehn Bilder und
zahlten mir fünf Dollar das Stück. Ich war im
Paradies.“ „Granny“ fotografierte in den Big
Waves von Waimea, wie Surfgötter Wellen
stehen oder aus den Wasserwänden fallen.
Er dokumentierte die rappel vollen Parkplätze
Malibus und den Style an den Stränden.
Er war dabei, als der ganze Hype begann.
Was seine Fotos ausmacht, ist die Ruhe
in der ganzen Aufregung, das Erhabene
im Halsbrecherischen. „Surfen zu können
macht einen guten Surffotografen aus“, meint
LeRoy. Wo wird die Welle brechen? Wann
wird der Surfer sein entscheidendes Manöver
machen? Und wie wird man selbst nicht
durchgewaschen? Zu Grannis‘ Grundsätzen
gehörte, bevorzugt vom Wasser aus zu
fotografieren. Auch
wenn bei einem seiner
ersten Versuche, gerade
an der berüchtigten
North Shore, beinahe
seine notdürftig in eine
Plastiktüte gewickelte
Pentax baden
gegangen wäre, als
ein Wellenset in den
sonst ruhigen Channel
brach. Später klebte
er mit Saugknöpfen
eine wasserdichte Box auf die Nase seines
Boards, damit er nicht einmal mehr zum
Filme wechseln aus dem Wasser musste.
Arbeiten ist was für Leute, die nicht surfen?
Das muss an LeRoy Grannis, der teils vier
Jobs gleichzeitig hatte, völlig vorbeigegangen
sein. Trotzdem scheint ihm das „Hobby‘
Surffotografie gut bekommen zu sein. Noch
mit über achtzig Jahren sah man ihn an der
kalifornischen Küste Wellen reiten. Ein wenig
old-school zwar, aber äußerst elegant.
Anja Martin
Die ersten
2500 Surfbilder verkaufte
LeRoy für je
einen Dollar
Eine Auswahl an Aufnahmen aus seinem
persönlichen Archiv ist gerade im Taschen
Verlag erschienen:“ LeRoy Gronnis, Surf
Photogrophy of the 1960s and 7970s „,auf
7000 Exemplare limitierte Sammlerausgabe
im XXL-Formot 39,6x33 cm, signiert, 350
Euro.
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STUDIOKLATSCH & SZENENEWS
S
chatz: Der Nachlass des im
vergangenen Jahr verstorbenen
US-Fotograf-en Richard Avedon hat
nach Angaben der USBranchenzeitschrift PON einen Wert von 60 Mio.
Dollar. Zum Besitz des Avedon Estates
zählen u. a. sein 6,5 Mio $-Appartement in New Yorks Upper West Side,
eine 3,9 Mio $ teure Sammlung von
Diene Arbus-Fotos und ein MatisseGemälde im Wert von 240.000 $.
eltbild: Seit über 20 Jahren setzt
sich die Organisation „Reporter
ohne Grenzen“ international für das
Recht auf freie Information ein. Der
jährlich erscheinende Bildband mit
“Fotos für die Pressefreiheit‘ ist neben
Spendengeldern zu einer wichtigen
Finanzierungsquelle der Organisation
geworden. Und zudem ein vorzügliches Werk mit Aufnahmen herausragender Bildermacher unserer Tage.
Diesmal haben Fotoreporter wie Alec
Soth, Anton Kratochvil und Zwelethu Mthethwa Fotos unter dem Motto
„Quer“ zur Verfügung gestellt. Infos
unter www.reporter-ohne-grenzen.de
chenkung: Der Verleger Hansgert
Lambers (ex pose S Verlag) hat
der Karl-Steinorth-Bibliothek des
Berliner Museums für Fotografie ca.
2000 Bände historischer und aktu-eller
Fotoliteratur überlassen. Die bereits
erfassten Bücher der 15000, einst vom
DGPh-Vorsitzenden Karl Steinorth zusammengetragenen Büchersammlung sind derzeit im Lesesaal die
Kunstbibliothek im Kulturforum Potsdamer Platz einsehbar und werden
mit den Werken der neuen Schenkung
langfristig im Museum für Fotografie in
der Jebensstraße untergebracht.
ngagement: Die im April 2005
gegründete HilfsEorganisation
„Now 1 Lay Me Down to Sleep“ hat
in den Vereinigten Staaten binnen
weniger Monate ein Netz von über
500 ehrenamt-lichen Profifotografen
aufgebaut, die für Eltern totgeborener
Babies auf Wunsch Portraits des verstorbenen Nachwuchses anfertigen
und damit einen Beitrag zur Trauerhilfe leisten. Fotografen, die Interesse
an einer Mitarbeit haben, müssen
nach den Statuten der Organisation
eine eigene Website haben (damit
betrof-fene Eltern sich ein Bild
über die Arbeit des Profis machen
können) und kostenfrei arbeiten Infos:
www.nowisleep.com
W
In Memoriam
Arnold Newman 1918 -2006
Er war ein Meister jenes Portrait-
stils, der die Dargestellten in einem
für sie typischen Umfeld zeigt. So
hat Arnold Newman einige der
einflussreichsten Persönlichkeiten
des 20. Jahrhunderts fotografiert
und dabei ihr Umfeld ins Bild aufgenommen. Es ging ihm darum,
seinen individuellen Eindruck einer
Persönlichkeit mit deren Erscheinungsbild zu kombinieren. So
wirkt Marilyn Monroe auf seinem
Bild zerbrechlich, weil sie für ihn
zum Zeitpunkt der Aufnahme „die
traurigste Frau der Welt“ war. Am
berühmtesten ist jedoch Newmans Foto des Komponisten
Igor Stravinsky am Klavier. Ein
großer Flügel („Er sah stark,
rauh, linear, aber sehr schön aus,
wie Stravinskys Musik“) gibt die
Kompositionstruktur der Aufnahme
vor, in die sich bescheiden der
große Musiker einfügt. Illustrierte
wie Life, Harper‘s Bazar und Esquire liebten Newmans elegant
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komponierte Prominentenportraits,
bei denen die Abgebildeten meist
direkt in die Linse blickten. So entstand der Eindruck einer direkten
Kommunikation zwischen Betrachter
und Abgebildeten. „Es kommt darauf
an, wie wir fotografieren, nicht
was wir fotografieren“, postulierte
Newman in „A Life in Photography“.
„Zu oft werden exotische oder
ungewöhnliche Motive mit guter
Fotografie verwechselt. Ganz unabhängig davon, wie die Qualität
der Interpretation ist.“ Ein Fotograf
sollte seiner Ansicht nach flexibel
und offen sein, um das Unerwartete
zu entdecken. Und jedes Portrait
unabhängig von der Prominenz der
Abgebildeten Interesse wecken. Das
ist Arnold Newman wie nur wenigen
anderen gelungen. Am 6. Juni starb
der Portraitist im Alter von 88 Jahren
in New York.
maz
S
E
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bücher
BUCH DES MONATS
SAUL LEITER EARLY COLOR
Leiters Farbaufnahmen wurdern bereits 1953 im New
Yorker Museum of Modern Art ausgestellt. Und dann
erstaunlicherweise weitgehend vergessen. Dabei ist
dieser New Yorker einer der großen Pioniere der Farbe,
ein Künstler mit Visionen, dessen selektive Wahrnehmung die Stadt zart und poetisch sieht, ein wunderbares
Geflecht aus Farbe und Form, Schärfen und Unschärfen strukturiert, wie es keiner vor ihm vermochte. Eine
Offenbarung! 176 Seiten, 100 Farb-Abb., 20 x 20 cm, Steidl Verlag, € 48,- (engl. Texte) «««««
BESTSELLER
KURZCHECK
DIE MEISTVEKAUFTEN BILDBÄNDE DER
BUCHHANDLUNG SCHADEN.COM IM JUNI 2006
HENRY WESSEL
1 John Davis - The Britsh Landscape
(Boot), € 68,2 John Divola - Three Acts
(Aperture), € 55,3 Jitka Hanzlova - Forest
(Steidl), € 50,4 Angela Strecker/ Peter Specht - Sprint of Fu
(Brandit Fernsicht), € 58,5 Netherlands Now. L´École du Nord
(Editions du Regard), € 30,6 Peter Grasner - Coney Island
(Hatje Cantz/ Mennour), € 35,7 Juergen Teller - Nürnberg
(Steidl), € 65,8 Ragnar Axelsson - Faces of the North
(Edda); € 88,9 Harvey Benge - You Are Here
(Schaden.com), € 26,80
10 Marnix Goossens - Deep Light
(Episode Publishers), € 28,-
Henri Cartier-Bresson
DER KLANG DER SEELE.
PORTRAITS
Er suchte beim Portrait „die Stille im Innern“,
hat Henri Cartier-Bresson mal gesagt, er wolle
„die Persönlichkeit herüberbringen, nicht irgendein Ausdruck.“ Und nachdem das dem Meisterfotografen vorzüglich glückte, zeigt uns dieser Bildband die Menschen natürlich nicht in kalkulierter
Pose. Besonders erfreulich auch, dass hier nicht
nur Prominenz und Ikonen ausgewählt wurden,
sondern besonders schwingende Seelenklänge.
Schirmer/Mosel Verlag, € 39,80 «««
BRUCE DAVIDSON
ENGLAND/ SCOTTLAND 1960
Babbies, Bars & Bowlerhats:
Davidson blickte 1960 auf typisch
Britisches in Stadt und Land, zeigt
uns Schottland und England in
meist ruhigen, kontem-plativen Bilder, die noch wenig von den Wirren
der Swining Sixties erahnen lassen.
Steidl Verlag, € 39,80 ««««
ULI BOHNEN
PARADISE L-OST
Goodbye Lenin. Wie sich Religion, und
Politik im Straßenbild von Ländern des
Ostens spiegelt. Bohnen sucht zwischen 1994 und 2004 u.a. in der ehemaligen DDR, Polen, Litauen und Armenien nach den schwindenden Symbolen
der (neuen?) Religiosität. Hatje Cantz
Verlag € 25,- (broschiert) ««
www.fotoMAGAZIN.de
JEAN-BAPTISTE
MONDINO
GUITAR EROS
Mandinos fotografische Liebeserklärung
an die Gitarre. Der französische Glamourfotograf insziniert das Saitenistrument als
Lustobjekt mit Models, Stars und Nobodies. Für (Pop-)Glamour sorgen - neben
den schmuck ins Bild gerückten Instrumenten und einigen Berufsschönheiten
- Persönlichkeiten wie Lenny Kravitz,
Madonna, Tom Waitz und Karl Lagerfeld.
Schirmer/Mosel Verlag € 49,80 ««
DER BUCH-SHOP
Bildbände, Technik-Guides und Kamera-Bücher zum Bestellen
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ØCalifornia and the West/
Odd Phptos/ Las Vegas/ Real
Estate Photographs/ Night
Walk (Steidl Verlag EUR 72,-)
Großartige Bücherbox mit
fünf Bildbänden dieses
feinsinnigen Vertreters der
“New Topography”,
Wessels Blick findet siet
drei Jahrzehnten ebenso
sicher das Signifikante der
Land-schaft des amerikanischen West- ens, wie er
uns die Künstlichkeit des
Traums von Surburbia
aufzeigt. Kluge, oft sehr
humorvolle Bilder zutiefst
amerikanischer Szenerien
und Charaktere, harmonisch
vereint in einer Box, der
man viele Käufer wünscht.
DAVID DOUGLAS DUNCAN
ØPicasso & Lump (Benteli Verlag, EUR 19,80 - engl. Texte),
Picasso und der berühmteste
Dackel der Kunstgeschichte,
portraitiert vom Life Fotoreporter und Künstlerfreund
Duncan. Dessen Dackel
Lump beschloss eines Tages
sich bei Picasso ein neues
Heim zu suchen und wechselte den Besitzer. Bilder einer
Hundeliebe, fotografiert von
einem der großen Bildjournalisten des 20. Jahrhunderts.
ØHumanism in China. Ein
fotografisches Portrait
(Edition Braus, EUR 49,90)
Chinesischer Alltag, dokumentiert von heimischen
Bildermachern in 600,
über wiegend schwarzweißen Bildern aus fünf Jahrzehnten. Selten gesehene
Introspektive, die nun als
Aus-stellungskatalog mit
deutschen Begleittexten
erscheint.
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ausstellungen
IM AUGUST
Robert Doisneau.
Der Jäger der Bilder
Graphikmuseum
Pablo Picasso
Königstraße 5,
48143 Münster,
bis 10. September 2006
Er war einer der
großen Vertreter
der humanistisch
gesinnten Reportage, ein Poet
der Bilder, ein
groß-herziger, sym-pathischer Bildermacher,
die das öffentliche Bild vom Frankreich
des 20. Jahrhunderts so geprägt haben
wie <Cartier-Bresson. 70 Werke des 1994
verstorbenen Fotografen Robert Doisneau darunter der legendäre „Kuss vor dem Rathaus“
-sind jetzt in Münster zu sehen.
Mark Seliger.
Portraits
Flo Peters Gallery
Levantehaus,
Mönckebergstr.7,
20095 Hamburg,
bis 19. August 2006
Er war der Nachfolger
von Annie Leibovitz bei
Rolling Stone, ist ihr
auch zu der USIllustrierten Vanity Fair gefolgt und hat als Portraitist
der zeitgenössischen Popkul- tur spätestens seit
dem Bildband „Physiognomy“ eine fast ähnlich große
Reputation. Die Galerie Flo Peters zeigt Seligers
Starportraits
Tina Barney. The Europeans
Museum der Moderne, Mönchsberg
Mönchsberg 32,
5020 Salzburg, Österreich,
20. Juli bis 1. Oktober 2006
Mit ihren Bildern der amerikanischen Upper
Class wurde Barney berühmt. In der neuen
Serie „The Europeans“ wagt sie Neues. Sie
arbeitet nicht mehr als kultureller Insider, nähert
sich der Bourgoisie Europas in verschiedenen
Ländern, indiziert Rollenverhalten und
ermöglicht nun internationale Vergleiche.
AACHEN
> Große Sprünge: Der
entscheidende Moment in der
Fotografie (17. 8. - 12. 11.
06), Suermondt-LudwigMuseum
BERLIN
> Läszlö Moholy-Nagy;
Color in Transparency (bis
4. 9. 06), Bauhaus Archiv
> Martin Munkacsi: Think
while you shoot (5. 8.- 6. 11.
06), Martin-Gropius-Bau >
Berlin-Tokio/Tokio-Berlin (bis 3.
10. 06), Neue Nationalgalerie
> Louis Stettner (5. 8. - 16. 9.
06), Galerie Camera Work
BIELEFELD
> Josef Albers & Lászlßó
Moholy-Nagy (bis 17. 9. 06),
Kunsthalle
DELMENHORST
> Man Ray bis Sigmar Polke
Eine besondere Fotogeschichte
(16. 7. - 24. 9. 06), Städtische
Galerie
DÜREN
> Tamara Grcic: Still
(bis 13. 8 06), Leopold
Hoesch-Museum
DÜSSELDORF
> (Tat)Orte (bis 6. 8. 06),
NRW-Forum Kultur und
Wissenschaft
FRANKFURT/MAIN
> Thomas Demand/Max
Beckmann (bis 27. 8. 06),
Museum für Moderne Kunst >
Zeitgenössische chinesische
Fotografie (bis 27. 8. 06),
Museum für Moderne Kunst
> Zeitgenössische Kunst aus
der Slowakei (bis 8. 9. 06),
Europäische Zentralbank
HAMBURG > Hermann
Försterling: Rosen (bis 20.
8, 06), Museum für Kunst
und Gewerbe > Mark
Seliger.- Portraits (bis 19, 8.
06), Flo Peters Galerie > Pierre
Bourdieu: Der Algerienkrieg
und die Fotografie (bis 10.
9. 06), Deichtorhallen >
Yaei Bartana (bis 3. 9. 06),
Kunstverein
> Nudes (bis 6, 9. 06),
Monika Mohr Galerie
> Markus Dorfmüller:
Reeperbahn (bis 18. 8. 06),
Robert Morat Galerie
HANNOVER
> Isaac Julien: true north fantôme afrique (bis 20. 8.
06), Kestner Gesellschaft
> Moi Wer.- Ci-contre «bis 8.
10. 06), Sprengel Museum
KÖLN
> Bernd & Hilla Becher.
Zeche Concordia (bis 3. 9.
06), Die Photographische
Sammlung
» Tatsachen. Fotos des 19.
& 20, Jh. aus der Sammlung
Agfa (bis 13. 8, 06),
Museum Ludwig
> Garry Winogrand
(bis 9. 9. 06),
Galerie Thomas Zander
LEIPZIG
> Giorgio Sommer in Italien
(bis 8.10. 06),
Kamera- und Fotomuseum
MANNHEIM
> Ins Heilige Land
- Fotos des 19. Jahrhunderts
(23. 7.- 5. 11. 06),
Reiss-Engelhom-Museen
MÜNCHEN
> Hans Bellmer.- Anatomie
der Begierde (bis 2 7, 8.
06), Pinakothek der Moderne
> Daniel & Geo Fuchs:
TOYS/STASI (bis 27. 8. 06),
Museum Villa Stuck > 10
Jahre Dokumentarfotografie
Förderpreise der Wüstenrot
Stiftung (bis 10. 9. 06),
Fotomuseum im Stadtmuseum
> Horst Schäfer- Das Auto (bis
8. 10. 06), Deutsches Museum
Verkehrszentrum > Andrew
Moore (bis 2, 9. 06), Galerie
f 5,6
MÜNSTER
> Robert Doisneau: Der
Jäger der Bilder (bis 10. 9.
06), Graphikmuseum Pablo
Picasso
OBERHAUSEN
> Henn Cartier-Bresson:
Fotos und Zeichnungen
(bis 27. 8. 06), Ludwig
Galerie Schloss Oberhausen
PASSAU
> Jürgen Klauke: Desaströses
Ich (22. 7. - 24. 9, 06),
Museum Moderner Kunst
ROSENHEIM
> Michael Martin: Die
Wüsten der Erde (bis 3. 9.
06), Städtische Galerie
WOLFSBURG
> Vergessen und Erinnern
in der Gegenwartskunst (bis
13. 8. 06), Kunstmuseum >
Ken Ohara (bis 27. 8. 06),
Städtische Galerie
A - SALZBURG > Tina
Barney: The Europeans (20.
7.- 1. 10. 06), Museum der
Moderne, Mönchsberg
A - WIEN > Why Pictures
Now? Fotografie und
Medienkunst heute (bis 1. 10.
06), Museum Moderner Kunst
> Isa Grenzken (bis 10. 9.
06), Secession
CH - WINTERTHUR
> Gregory Crewdson:
Fotografien 1995 - 2005 (bis
20. 8. 06), Fotomuseum
CH - ZÜRICH
> Ed Ruscha. Photographer
(19. 5. - 13. 8. 06), Kunsthaus
> Hans Finsler und die
Schweizer Fotokultur
(bis 17. 9. 06), Museum für
Gestaltung
CH - MÜNCHENSTEIN
> Tacita Dean
(bis 24. 9. 06), Schaulager
F - PARIS
> Cindy Sherman
(bis 3. 9. 06), Jeu de Paume
> Poetique de la Ville: Paris
(bis 17. 9. 06), Hötel de Sully
GB - LONDON
> Antonionis Blow-Up.- London
1966 (21. 7. - 17. 9~ 06),
Photographers’ Gallery >
Thomas Demand (bis 20. 8.
06), Serpentine Gallery
NIL - AMSTERDAM
> Bound for Glory: America
in Color 1939-1943 (bis 7. 9.
), foam. Fotografiemuseum
Deutschlands beste
Hier studieren Deutschlands Stars von morgen. Top-Ausbildungsstätten für ambitionierte Fotografen,
Lette-Verein
Die Stiftung des öffentlichen
Rechts bietet in ihrer Berufsfachschule für Design eine
3-jährige Ausbildung zum
staatlich geprüften Fotodesigner an. Aufnahmeprüfung
(Bewerbung bis 31. Dezember 2006). Die positive Mappenbewertung ist Voraussetzung für die Zulassung zur
Aufnahmeprüfung. Ziel der
projekt- und praxisorientier-
Das Gebäude des Berliner
Lette Vereine
ten Ausbildung ist
die Entwicklung der
persönlichen Bildsprache.
Schulgeld pro Halbjahr:
480,Euro.
Viktoria-Luise-Platz 6, 10777
Berlin, Tel: 030-21994600,
wwtv.lette-verein.de
Fachhochschule
Bielefeld
Schwerpunkt Fotografie und
Medien im Fachbereich Gestaltung (Prodekan: Roman
Bezjak, Professur: u. a. Katharina Bosse). Ziel ist die
Entwicklung eines eigenen
Profils sowie die Erweiterung
des klassischen Berufsbildes
des Fotografen in Richtung
Mediengestalter; Abschluss
mit Diplom. Aufnahme nur
zum Wintersemester. Anmeldeschluss für das Master
Aufnahmeverfahren: 1.
Mai, sonst 17. Juli. Zu den
Bewerbungsunterlagen
gehören ein Exposée über ein
eigenes Projekt und ein
Portfolio mit künstlerisch
gestalteten Arbeitsproben.
18
Lampingstraße 3, 33615
Bielefeld, Tel: 0521-1067652,
www.fh-bielefeld.de
Kunstakademie Düsseldorf
Schwerpunktmäßig kann
man an der Kunstakadernie
Düsseldorf Fotografie im
Fachbereich Kunst bei Albrecht Fuchs und Benjamin
Katz studieren. Bewerbung
nur zum Winterseinester.
Einreichungsfrist-. 15. Mai
bis 10.Juni. Eiskelterstraße 1,
40213 Düsseldorf, Tel: 021113960, www.kunstakademieduesseldorf.de
Fachhochschule
Dortmund
Die Fotografie gehört hier zum
Fachbereich Design. Ab dem
Wintersemester 2006/07 gibt es
hier Bachelor- und Masterstudiengänge (Bachelor Fotografie
und Master Foto/Film) zusätzlich zum Diplomstudiengang
Foto-Design.
Max-Ophüls-Platz 2, 4413
7 Dortmund, Tel: 023191124261447,
www.fh.-dortmund.de
Universität
Duisburg-Essen
Fotografie ist eine Fachrichtung des Studiengangs Kommunikationsdesign. Elke
Seeger lehrt hier FotoDesign, Jeanne Faust und
Jörn Zehe künstlerische
Fotografie, Gisela Bullacker
die Grundlagen der Fotografie und Jörg Sasse Dokumentarfotografie. Die
künstlerisch-gestalterische
Eignung wird in einem
dreitägigen Prüfungsverfahren getestet. Zur Vorauswahl
müssen Anfang Mai eine
Mappe mit mindestens 25
Arbeiten sowie eine themenbezogene Hausarbeit eingereicht werden. Studienbeginn
zum Wintersemester.
Universitätsstraße 12, 45141
Essen, Tel: 0201-1832085,
www.uni-due.de
Lazi Akademie
Die Akademie für audiovisuelle Medien und Kommunikation bietet die Ausbildung
zum Foto Designer (4 Semester) sowie zum Kommunikations- und Fotodesigner
mit Lazi-Diplom (7 Semester). Aufnahmeprüfung an
Infotagen jeweils der erste
Freitag im Monat), keine
Bewerbungsfristen. Das
Semester beginnt jeweils
September und März. Die
Ausbildung ist interdisziplinär mit Schwerpunkt auf
der Praxis. Staatlich anerkannte Privat-Akademie.
Studiengebühr: 2970,- Euro
pro Semester, Aufnahmegebühr: 290,-Euro, Aufnahmeprüfung: 25,- Euro und
Zwischen- und Abschlussprüfung: 320,- Euro.
SchlössIesweg 48-50, 73732
Esslingen, Tel: 0711-9378380,
www.Iazi-akademie.de
Die Latzi-Akademie
in Esslingen
Fotoschulen
zusammengestellt von Anne Kotzan
Staatliche Hochschule
für Gestaltung Karlsruhe
Fotografie gehört zum Fachbereich „Kommunikations Design“ und dort in den Bereich
Medienkunst. Der Schwerpunkt hegt auf der künstlerischen Fotografie (Thomas
Struth, Lois Renner und
Jochen Gerz sind hier Assoziierte Professoren). Für die
Zulassung ist der Nachweis
der künstlerischen Eignung zu
erbringen. Die Vorauswahl zur
Aufnahmeprüfung (praktisch
und mündlich) erfolgt anhand
der eingereichten Mappe (1020 Arbeitsproben) und einer
zweiseitigen Bewerbungsbegründung. Bewerbungen bis
31. Mai 2007.
Lorenzstraße 15, 76135 Karlsruhe,
www.hfg-karlsruhe.de
Kunsthochschule in der
Universität Kassel
Fotografie im Studiengang
,Visuelle Kommunikation“. Im
Grundstudium stehen gestalterische Grundlagen und Techniken im Vordergrund, während das Hauptstudium nach
individuellen Ansprüchen
selbst zu planen ist.
Bewerbung mit Mappe, die
mindestens 25 Arbeiten enthalten sollte. Einreichungsfrist
30. April.
Die Ausgewählten werden
zur eintägigen künstlerischen
Aufnahmeprüfung eingeladen.
Bernhard Prinz lehrt hier
Experimentelle Fotografie.
Menzelstraße 13-15, 34121
Kassel, Tel: 0561-8045331,
www.uni-kassel.de
Kunsthochschule für
Medien Köln
Fotografie im Fachbereich
Medienkunst, schwerpunktmäßig auf Künstlerische Fotografie ausgerichtet. Professor
ist Jürgen Klauke. Für die
künstlerische Eignungsprüfung sind eine Mappe (1020 Arbeiten) und ein Textbeitrag „Begründung der Studienwahl“ einzureichen.
Bewerbungen sind nur zum
Wintersemester möglich.
Abgabfrist: 15. April bis 31. Mai.
Peter-Welter-Platz 2, 50676
Köln, Tel: 0221-201890,
www.khm.de
Hochschule für Grafik
und Buchkunst Leipzig
Eine der derzeit besten Ausbildungsadressen in Deutschland.
Die Zulassung zum ersten
Fachsemester ist nur zum
Wintersemester möglich.
Bewerberauswahl: anhand eingereichter Mappen (Abgabe:
12. Dezember bis 1. Februar)
wird über die Zulassung zu
den Aufnahmeprüfungen entschieden. Auf ein 2-jähriges
Grundstudium folgt das
Hauptstudium in Fachklassen
nach Wahl, derzeit von
Joachim Brohm, Tina Bara,
Timm Rautert, Helfried
Strauß und Peter Piller.
Studienziel ist, eine eigene
Haltung und Bildsprache zu
entwickeln. Wächterstraße
11, 04107 Leipzig Tel: 03412135-0, www.hgb-leipzig.de
Akademie der Bildenden
Künste München
Fotografie findet im Studiengang „Freie Kunst in Klassen
statt. Professor ist hier Dieter
Rehm. Außerdem gibt
es den Schwerpunkt „Digitale
Fotografie“. Die besondere
künstlerisch-kreative Begabung ist in einer Eignungsprüfung nachzuweisen. Zulassung
nur zum Wintersemester,
Abgabefrist Mitte Mai 2007.
Akademiestr. 2, 90799
München, Tel: 089-38520,
www.adbk.mhn.de
Fachhochschule
München
Das Foto-Design-Studium gehört zum Fachbereich Gestaltung und ist aus der ehemaligen Fachakademie für Fotodesign hervorgegangen. Der
Lehrplan wird ausgerichtet auf
eine projekt- und anwendungsbezogene sowie die
eigenständige künstlerische
Arbeit. Aufnahme zum Wintersemester. Bewerbung mit
Mappe (maximal 20 Arbeiten). Aus den Mappen werden
Kandidaten für die Eignungsprüfung ausgewählt.
Bewerbungen: 2. Mai bis 15.
Juni. Mit dem Wintersemester
05/06 startete hier der Bachelor-Studiengang Fotodesign.
Infanteriestraße 14, 80797
München, Tel: 089-12654201,
www.fh-muenchen.de
Feine Adresse: die HGB
Leipzig
Weitere gute
Adressen
Hochschule für Bildende
Künste Braunschweig
Fotografie als Teil des
Studiengangs „Freie
Kunst“ 4-semestriges
Grundstudium, 6-semestriges Hauptstudium
in Fachklassen, derzeit
Klasse Prof Dörte
Eißfeld. Bewerbungen bis
30. April 2007 JohannesSelenka-Platz 1, 38118
Braunschweig, Tel: 0531-3
919122, www.hbk-bs.de
Hochschule für bildende
Künste Hamburg
Fotografie ist hier
Teil des Studiengangs
Visuelle Kommunikation
mit Schwerpunkt küns
tlerischexperimentelle
Fotografie, Dokumentarund inszenierte Fotografie.
Bewerbungen bis Juli
2007 Lerchenfeld 2,
22081 Hamburg, Tel:
040-428989269 www.hfbkhamburg.de
Akademie für Bildende
Künste der Johannes Gutenberg Universität Mainz
Studiengang „Freie
Bildende Kunst“. Zwei
Bewerbungsmöglichkeiten
pro Jahr: 1. Mai und
1. Dezember. Am
Taubertsberg 6, 55122
Mainz, Tel: 061313932122, www.kunst.unimainz.de
Fachhochschule Darmstadt
Fotografie im Fachbereich
Gestaltung als Teil des Studiengangs Kommunikationsdesign. Prof. Kris
Scholz. Honorar-Prof:
Barbara Klemm. Bewerbungsfrist bis 1. Juni 2007.
Olbrichweg 10, 64287
Darmstadt, Tel. 06151168
331, www.fh-darmstadt.de
19
20
21
22
23
P0RTF0L0
Prints für Sammler
Für Liebhaber edler Fine
Art-Prints hat Bruno
Bisang eine Portfolio Box
in exklusiver Auflage von
25 Exemplaren zusammengestellt. Jede Box enthält
zehn signierte Schwarzweißprints auf Silbergelatinepapier im Format 37x
45 cm. Preis, 6900 Euro
(plus MwSt.) Infos unter,
[email protected]
BILDBÄNDE
Bisang zum
Nachschlagen
Bislang sind im Verlag
teNeues zwei Bildbände
mit Aktfotografien von
Bruno Bisang erschienen:
Das Erstlingswerk
„Photographs“ (25 Euro)
aus dem Jahr 2000 ist ausschließlich mit Schwarzweißaufnahmen bestückt,
während der großartige,
2004 erschienene Band
„Exposure“ (50 Euro)
Farb und Schwarzweißaufnahmen mischt. Er zählt zu
den schönsten Aktbänden
der vergangenen Jahre.
S
eine Aktbilder pulsieren in sanften
Rhythmen. Der Schweizer Bruno
Bisang nähert sich dem Thema
in changierenden Gegensätzen, die ihre
größte Kraft entfalten, wenn sie einander
gegenübergestellt werden. Dazu seine
Exkurse in die Schattenwelt, in der die
Schwärzen eines Bildes zu erzählen
beginnen, von all den Dingen die wir nicht
sehen. Posen, Blicke, hier ein Geste der
Hand am Körper, dort das Bild eines BHTrägers, der von der Schulter gleitet. Oder
etwa die fast schon beiläufige Aufnahme vom
Abstreifen eines T-Shirts von einem perfekten
Frauenkörper. Bilder zwischen poetisch hingehauchter und in Stein gemeißelter Schönheit, zwischen atemlosen Stillstand und lustvoller Bewegung.
Unter diesem Motto sollten meine ersten Studioaufnahmen entstehen. Ich habe versucht
Bruno Bisangs Motto umzusetzen. Er ist
für mich einer der großen Fotografen und
Vorbilder, dessen Kunst ich sehr bewundere!
Es war nun mein erstes Shooting dieser Art
und ich war ziemlich aufgeregt. Franzi, mein
Model auch, es war ebenfalls ihr erstes Mal,
dass sie nackt vor einer Kamera stand.
ich diese dann im Passbildstudio fotografiert.
Meine beiden Kolleginnen übertrugen mir
von mal, zu mal immer komplizierter werdende Aufgaben am Mac. So habe ich mal hier,
mal da ein altes, zerknittertes Fotos in neuem
Glanz erscheinen lassen. Bei einem anderen
Auftrag, sollte ich Leute aus dem Foto verschwinden lassen. Oder ich durfte die Studioaufnahmen, ein wenig nach bearbeiten. Und
so wollte ich auch gern einmal tolle Fotos
machen. Deshalb fragte ich an, ob ich nicht
meinem ersten Opfer einen Sonderpreis
vorschlagen könnte. Man willigte ein.
Und so kam es, wie es kommen sollte. Franzi
das junge Mädchen, welches sie auf diesen
Seiten sehen, kam zu mir in das Geschäft.
Sie erkundigte sich nach Aktaufnahmen, den
Preis, wie das Ganze von statten geht und so
weiter. Aber als sie dann die Preise sah, wollte
sie urplötzlich nicht mehr fotografiert werden.
Also nahm ich allen Mut zusammen und sagte
zu ihr und ihrer Mutter: „Wenn du nicht mehr
weiter weißt, mache ich einen Sonderpreis!“.
Ich schlug ihr einen Deal vor und sie willigte ein.
Nun stand ich aber vor einem neuen Problem!
Wie sollte ich die Kleine fotografieren, dass
es nicht zu billig aussieht. Ich nutzte alle Me-
Posen, Blicke, Gesten:
wie zelebriert man die
Emotion der Traumfrau?
Wie kam ich nun dazu, eine mir wildfremde
Person nackt zu fotografieren? Nun, wie ich
ihnen bereits im Vorwort mitgeteilt habe, bin
ich auf der Suche nach einem neuen Job. Und
so habe ich im März 2007, bei Foto Stein, in
Jena angeheuert. Ich bekam die Chance auf
einen befristeten Arbeitsvertrag, der ein halbes Jahr dauern sollte. Während dieser Zeit
konnte ich die Pass- und Bewerbungsfotos
machen. Aber die Aufgaben sollten mit der
Zeit, die ich bei Stein war, immer schwieriger
werden. So kamen, in dieser Zeit, zwei Pärchen zu mir die ein Bild von sich gemacht haben wollten. Sie aber keine Zeit hätten, eine
Woche auf die Bilder zu warten. Und so habe
dien, um ein kleines Skizzenbuch anzufertigen. Als ich das Buch fertig hatte, habe ich
mit den Kolleginnen Rücksprache gehalten,
wie ich es denn am besten fotografiere. Man
erklärte mir die Studioanlage und
worauf ich achten müsste beim Fotografieren
mit einer Kamera, von Nikon. Ich selbst
besitze eine Canon EOS 350 D, da ist alles
einwenig anders, als bei dieser. Außerdem
besprachen wir die einzelnen Skizzen. Nun
konnte der große Tag kommen! Und er kam
am 26.Juli 2007. Was dabei entstanden ist
sehen sie auf diesen Seiten.
Marcus Bergmann
FACTFILE
BRUNO BISANG
Eine Kurzbiographie
Geboren am16.7.1952, aufgewachsen in Ascona (Schweiz). Mit 19 Jahren studiert er Fotografie an der Züricher Hochschule für Angewandte Kunst. Seit 1979 selbstständiger Fotograf, zunächst in Zürich, München und Mailand. Lebt
in Paris und Zürich. Zu den Kunden des gefragten Mode-, Beauty- und Werbefotografenzählen Firmen wie Chanel,
Guerlain und Cacharel. Website: www.brunobisang.com
24
25
technik
INFMAGAZIN
Kodak Easyshare P712
Schnelle SuperzoomKamera
E
nde Juli bringt Kodak sein neues SuperzoomFlagschiff Easyshare P712 mit optisch stabilisiertem Zwölffachzoom (2,8-3,7/36-432mm) zum Preis
von ca. 500 Euro auf den Markt. Gegenüber der
Vorgängerin P850 hat Kodak die Auflösung des
1/2,5-Zoll-CCDs von 5,1 auf 7,1 Megapixel erhöht.
Laut Kodak hat die Kamera außerdem das schnellste
Autofokussystem bei Superzoomkameras.
Ihre Eignung für Ambitionierte Fotografen unterstreicht die Easyshare mit Halbautomatiken und manueller Belichtungssteuerung, RAW- und TIFF-Modus
und einem Systemblitzschuh. Weitere Features sind
ein 2,5-Zoll-Monitor (237 000 Pixel), eine integrierte
Rote-Augen-Korrektur, ein Panoramamodus und ein
Videomodus, der in VGA-Auflösung mit 30 Bilder/s und
aktivem optischen Zoom arbeitet.
DXO Optics Pro 4.0
Sigma EX 3,5/8 mm
DG Circular Fisheye
Verbesserte
Bildkorrektur
Ab Anfang August bietet DXO Labs
eine ‚kostenlose Beta-Version des
Bildkorrekturprogramms DXO Optics
Pro 4.0 für Windows und Mac an.
Neu dabei sind unter anderem Geometriekorrekturen: So lassen sich
Bilder rotieren, um einen schiefen
Horizont gerade zu rücken, und stürzende Linien gleicht die Trapezkorrektur aus. Sehr interessant: die Korrektur anamorpher Verzerrungen, wie sie bei
VVW-Optiken auf-treten und die dazu führen, dass Motive am Bildrand in die Breite
gezogen werden. Zudem können jetzt gezielt Farben optimiert und das Farbprofil
einer bestimmten Kamera auf Bilder angewendet werden, die aus einem anderen Gerät stammen. Nach wie vor kann die Software Verzeichnung, Randabdunklung und -unschärfe, Farbsäume und Rauschen korrigieren sowie dunkle
Bildbereiche aufhellen. Pro 4.0 besitzt eine neue Bedienoberfläche, ist auch als
Photoshop-Plug-in erhältlich und bis zu 500 Prozent schneller geworden. Die finale
Version soll im Sommer erscheinen und für Käufer, die Version 3.55 vor dem 20.6.
gekauft haben, kostenlos sein. Weitere Preise sind offen.
Lichtstärkerer
Nachfolger
Mit einem neuen Fisheye-Objektiv
wartet Sigma auf. Das EX 3,5/8 mm DG
Circular Fisheye ersetzt das bisherige,
lichtschwächere 4,0/8 mm und bildet
mit seinem 180 Grad-Bildwinkel Motive
kreisförmig auf Vollformatsensor oder
Kleinbildfilm ab. „Ran ans Motiv“
geht dank der Nahgrenze von nur
13,5 Zentimetern, dann wird ein
Abbildungsmaßstab von 1:4,6 erreicht.
Gefiltert wird bei Bedarf hinten in einem
Gelatine-Filterhalter. Das 3,5/8 mm
bringt 400 Gramm auf die Waage und
wird noch im Sommer für etwa 900 Euro
mit Anschlüssen für Sigma, Canon EF
.
und Nikon AF erscheinen
ANKAUF - VERKAUF - TAUSCH
... Berlin, 15. Oktober/ 17. Dezember, Logenhaus Wilmersdorf, Emser Str. 12-13 ... Bielefeld, 9. Dezember, Ravensberger Spinnerei, Bleichstr. +++
Brennen, 16. September, Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstr. 34 ... Darmstadt, 3. Dezember, Mensa TU/Lichtwiese, Petersenstr. 14 ... Deidesheim,
12.August, Freigelände Regionale Schule und 9. Dezember, Stadthalle ... Dresden, 16. Dezember, Kulturpalast, Schlossstr. +++ Essen, 2. September/4.
November, Zeche Carl, Wilheim-Nieswandt-Allee 100 ... Frankfurt, 3. September, Volkshaus Enkheim, Borsigallee 40 ... Hamburg, 17. September/ 19.
November, Handwerkskammer, Holstenwall 12, und 9. September/4. November, Haus Eimsbüttel ... Hannover, 8. Oktober/ 10. Dezember, Wienecke
Xl, Hildesheimer Str. 380 ... Kassel, 26. November, PhilippScheidemann-Haus ... Kiel, 18. November, Lichtsaal im Legienhof, Legienstr. 22 ... Köln,
[.Oktober, Stadthalle Mülheim, Wiener Platz ... Leipzig-Schkeuditz, 14. Oktober, Kulturhaus Sonne, Schulstr. 10 ... Magdeburg, 7. Oktober, AMO
Kongresshaus, Erich-Weinert-Str. 27 ... München, 22. Oktober, Kulturhaus Milbertshofen, Schleißheimer Str. 332 ... Osnabrück, 28. Oktober, Stadthalle,
Schlosswall 1-9 ... Solrns, 2.Dezember, Taunushalle � NIEDERLANDE: Houten, S. November, Messekomplex Euretco � SCHWEDEN: Olofström,
10. September � SCHWEIZ: 30 18 Bern, 19. November, Kursaal � ÖSTERREICH: 1120 Wien, 1. Oktober, Berufsschule, Längenfeldgasse 153
26
... TICKER . . . TICKER . . . TICKER . . . TICKER . . . TICKER ...
Neue Sigma-DSLR
Sigma-DSLR hat verlauten lassen,
dass der Nachfolger der SID 10
pünktlich zur photokina September
vorgestellt würde. Zur Ausstattung
wollte sich Sigma allerdings bislang
noch nicht äußern.
1000 Euro von Leica für die Alte
Nur noch bis 31. August bietet Leica
eine Sonderaktion für das R-System
an. Beim Kauf eines Sets bestehend
aus der Spiegelreflexkamera Leica
R9 mit dem digitalen Rückteil DMR
können Interessenten ihre eigene,
gebrauchte Spiegelreflexkamera
eintauschen und erhalten 1000 Euro
des Kaufpreises zurückerstattet.
Weitere Infos zur Aktion gibt es beim
Leica-Fachhändler.
Canon stoppt Entwicklung
Jetzt hat auch der Marktführer
keine Lust mehr: Canon stellt die
Entwicklung neuer analoger Kameras
ein. „Das macht keinen Sinn mehr“,
verlautete aus Unternehmenskreisen.
Die Produktion der bestehenden
Palette Film-basierter Kameras soll
jedoch weiterlaufen.
Panasonic L1/Olympus E-330
Verbessertes Live-Bild
Panasonic hat
die offiziellen
Spezifikationen seiner,
in Kooperation mit
Olympus entwickelten
Digital-SLR Lumix
L1 bekannt gegeben.
Sie nutzt wie die
Olympus E-330 einen
MOS-Sensor mit 7,5
Megapixeln, der ein
permanentes Live-Bild
auf dem Monitor ermöglicht. Während
die E-330 zwei Live-View-Modi
mitbringt - einen mit hochgeklapptem
Spiegel und einen, bei dem ein zweiter
CCD im Strahlengang das Bild für
den Monitor abnimmt - funktioniert
das Live-Bild bei der Lumix nur bei
hochgeklapptem Spiegel. Dafür zeigt
die L1 in diesem Modus anders als die
E-330 eine Vorschau auf Weißabgleich
und Belichtung. Das Live-Bild zeigt
das tatsächlich aufgenommene Bild
zu hundert Prozent an und ermöglicht
sowohl den AF-Betrieb - zu diesem
Zweck wird der Spiegel kurz in den
Strahlengang geschwenkt - als auch ein
manuelles Fokusieren. Zu den weiteren
Funktionen der L1 gehören ein „FilmModus“ mit verschiedenen Farbund Kontrasteinstellungen und das
aus den Lumix-Kompaktkameras
bekannte „erweiterte optische Zoom“,
das im Live-View-Modus und bei
einer Auflösung von 3 Megapixeln den
Zoombereich um den Faktor 1,5
erweitert. Die L1 ist kompatibel zu
allen FourThirds-Objektiven und wird
ab September
mit dem optisch
stabilisierten Leica
D Vario-Elmarit
2,8-3,5/14-50 mm
erhältlich sein. In
den USA soll das Kit
2000 Dollar kosten;
einen Euro-Preis
nannte Panasonic
noch nicht. Kurz nach
der Vorstellung der L1-Spezifikationen
hat Olympus ein Firmware-Update
für die E-330 bereitgestellt, das die
Autofokus-Funktion im Live-Modus B,
also bei hochgeklapptem Spiegel, nachrüstet. Die Vorschau auf Belichtung
und Weißabgleich bleibt allerdings der
Lumix L1 vorbehalten.
technik
TEST
Von Null auf
SONY ALPHA 100
Eins
Mitte Juli kommt Sonys erste digitale Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven auf den Markt.
Mit einer Sensorauflösung von gut 10 Megapixeln setzt die Alpha 100 in der Preisklasse bis 1000
Euro neue Maßstäbe. Unser ausführlicher Praxis- und Labortest zeigt, wie gut sie tatsächlich ist
D
ie Alpha 100 tritt das Erbe der digitalen Dynax-Modelle von Minolta an.
Ähnlichkeiten mit der Dynax 5D dem
ehemaligen Einsteigermodell von Minolta,
sind schon beim Gehäuse unübersehbar,
und auch die Menügestaltung entspricht
dem bekannten Minolta-Layout. Die Bedienung ist überwiegend gelungen: Über
ein Einstellrad auf der Kameraoberseite
lassen sich die wesentlichen Einstellungen
schnell vornehmen; lediglich das fehlende
Statusdisplay ist gewöhnungsbedürftig. Die
Einstellungen werden stattdessen auf dem
großen Rückseitenmonitor angezeigt, der
sich aber, um Strom zu sparen, automatisch
nach spätestens einer Minute Inaktivität
ausschaltet. Bei Hochformataufnahmen
wird das Infomenü auf dem Display übri-
gens automatisch gedreht. Erfreulich für
alle Minolta-Fotografen ist die Kompatibilität zum bekannten Systemzubehör:
Das Sony Alpha-Bajonett ist nichts anderes als das bekannte Minolta ABajonett und versteht sich daher auf alle
Minolta AF-Objektive, beziehungsweise
entsprechende Fremdobjektive von Sigma und Tamron Sony selber hat bereits 18
Objektive angekündigt, bei denen es sich
im Wesentlichen um adaptierte MinoltaOptiken handelt. Von Carl Zeiss kommen
zwei neue, lichtstarke Festbrennweiten
und ein Weitwinkelzoom (siehe Seite
36). Ebenfalls aus dem Minolta-Sortiment bekannt sind unter anderem die
beiden neuen Sony- Blitzgeräte HVLF56AM und HVL-F36AM, der MakroFür 100
Euro Aufpreis wird
die Alpha
100 im Set
mit dem DT
3,5-5,6/1870mm ausgeliefert.
Scharfe
Bilder liefert
der große
2,5-ZollMonitor
Im DoubleZoom-Kit ist
zusätzlich das
4,5-5,6/75-300
mm enthalten
28
Zwillingsblitz HVLMT24AM sowie das
Ringlicht HVL-RLAM.
Tolle Ausstattung
Dass die Alpha 100 trotz ihres 10-Megapixel CCDs in der Basis- und nicht in der
(Semiprofi)klasse spielt,zeigt sich unter
anderem am Kunst-stoffgehäuse, an der
fehlenden Synchronbuchse für Studioblitzanlagen, an de nicht auswechselbaren
Suchermattscheibe und daran, dass Sony
keinen Batteriegriff mit Hochformatauslöser anbietet. Dafür hat die Alpha aber
einige hoch interessante Ausstattungsmerkmale zu bieten, die über die SLR
Grundversorgung hinausgehen. Von Minolta übernommen wurde der beweglich
gelagert (CCD-Sensor, der nun „Super
Steady Shot‘ statt „Anti-Shake“ heißt. Er
gleicht Verwacklungen beim Fotografieren aus und soll laut Sony bis zu 3,5
Zeitstufen längere Belichtungszeiten ermöglichen. Mit dem 18-70er
Der 10-Megapixel-Sensor
der Alpha ermöglicht starke Detailvergrößerungen
Setobjektiv wären danach im Telebereich (kleinbildäquivalente 105 mm)
Belichtungszeiten bis zu 1/9 Sekunde
ohne Verwacklung möglich. Tatsächlich
gelang es uns im Test mit sehr ruhiger
Hand scharfe Aufnahmen mit 1/10
Sekunde im Telebereich des Setobjektivs zu machen. Im Sucher zeigt die
Alpha 100 übrigens auf einer Skala
die Verwacklung an. Pfiffig ist die Idee,
die Beweglichkeit des CCDs zur Sensorreinigung zu nutzen: Im Menü
lässt sich eine kurze Vibration starten,
die lockeren Staub abschütteln soll.
Dieser Vorgang findet außerdem automatisch bei jedem Ausschalten der Kamera
statt. Zusätzlichen Schutz vor Staub bietet
die eine antistatische Beschichtung des
LowPass-Filters vor dem Sensor.
Bereits von den Dynax-Modellen bekannt ist der Eye-Start-Sensor: Dabei
wird der AF aktiviert, sobald der Fotograf die Kamera ans Auge hält, was die
Auslöseverzögerung verkürzt. Der
Eye-Start lässt sich übrigens im Menü
deaktivieren. Eine Neuerung stellt die
Funktion zur Opti- mierung des Dynamik Bereichs (D-Range Optimizer =D-R)
da. Sie lässt sich in zwei Stufen zuschalten, wobei die erste Stufe (Standard) in unserem Test eine generelle
Aufhellung des Bildes bewirkte, wodurch in sehr hellen Bildbereichen
die Lichter aus-fressen können. Die
zweite Stufe (D-R+) heilt nicht nur
die dunklen Bereiche effektiver auf,
sondern erhält auch die Zeichnung in
den Lichtern und ist daher bei kon-
Die Brennweite
des Setobjektives reicht im
Vergleich zum
Kleinbild von 27
(links) bis 105
mm (rechts)
BESTENLISTE DSLR -BASISKLASSE
Preis (laut
Hersteller)
Auflösung
(eff.)
Brennweitenfaktor
Punkte
Labortest
Punkte
Praxistest
Gesamtpunktzahl
Urteil
Test in
fotoMagazin
Platzierung
Sony Alpha 100
ca. 900 Euro
10,2 Mio Pixel
1,5
71,7
86
157,7
sehr gut
8/06
1 Platz
Nikon D50
Canon EOS 350D
ca. 750 Euro
6,1 Mio Pixel
1,5
75,3
80
155,3
sehr gut
9/05
2 Platz
ca. 800 Euro
8,0 Mio Pixel
1,6
72,1
83
155,1
sehr gut
6/05 9/05
3 Platz
Olympus E-330
ca. 1000 Euro
7,5 Mio Pixel
2
71,3
82
153,3
sehr gut
4/06
4 Platz
Olympus E-500
ca. 700 Euro
8,0 Mio Pixel
2
69,8
82
151,8
sehr gut
1/06
5 Platz
Pentax *ist Ds
ca. 900 Euro
6,1 Mio Pixel
1,5
72,3
79
151,3
sehr gut
6/05 9/05
6 Platz
Konica Minolta Dynax 5D
ca. 1000 Euro
6,1 Mio Pixel
1,5
67,4
83
150,4
sehr gut
10/05
7 Platz
Olympus E-300
ca. 800 Euro
8,0 Mio Pixel
2
71,6
78
149,6
sehr gut
6/05 9/05
8 Platz
Nikon D70s
ca. 950 Euro
6,1 Mio Pixel
1,5
66,6
83
147,3
sehr gut
9/05
9 Platz
Prntax *istDL
ca. 800 Euro
6,1 Mio Pixel
1,5
70,3
77
146,0
sehr gut
9/05
10 Platz
Samsung GX-1L
ca. 700 Euro
6,1 Mio Pixel
1,5
68,5
77,5
145,4
sehr gut
6/05 9/05
11 Platz
29
In der Einstellung DR+
hellt die Alpha dunkle
Bildbereiche sehr
effektiv auf: links ohne
DR, rechts mit DR+
trastreichen Motiven empfehlenswert. Zu
den weiteren Ausstattungsmerkmalen
der Alpha 100 zählen eine Abblendtaste,
eine Spiegelvorauslösung (kombiniert mit
dem Zwei-Sekunden-Selbstauslöser) und
ein Schwarzweiß-Modus. Wünschenswert wäre eine feinere Abstufung der
ISO-Werte: Sie lassen sich lediglich in
gan-zen EV-Stufen verändern, also mit
den Einstellungen ISO 100, 200, 400,
800 und 1600. Wie schon die Dynax bietet auch die Alpha eine spezielle LowKey Einstellung mit ISO 80 und einen
modifizierten ISO-200-Modus für HighKey-Aufnahmen. Die wählbare ISO-Automatik regelt die Lichtempfindlichkeit übriigens bei Bedarf bis ISO 400 hoch,
in den Motivprogrammen Nacht und
Sonnenuntergang auch bis ISO 800.
Neben JPEG- nimmt die Alpha auch
30
RAW-Dateien mit der Dateiendung ARW
auf, optional auch parallel zu den JPEGs.
Die mitgelieferte Software „Image Data
Converter SR“ beherrscht die wesentlichen
RAW-Bearbeitungsfunktionen. Interessanterweise lassen sich die ARW-Dateien
bereits mit dem aktuellen Adobe Camera
RAW (ACR) Plug-in (Version 3.4) für Photoshop CS oder Elements öffnen.
Sepienbilder ohne Limit
Sehr gute Noten verdient sich die Alpha
100 auch bei der Geschwindigkeit. Die
Einschaltverzögerung ist mit 1,1 Sekunden praktisch irrelevant, und auch der
Autofokus arbeitet zusammen mit dem
Setobjektiv sehr flott (siehe Tabelle S.
30). Der Fotograf kann manuell zwisch-
en Einzel- und kontinuierlichem AF umschalten; im AF-Automatik-Modus entscheidet die Kamera selbstständig anhand der vorhandenen Bewegung
zwischen den beiden Betriebsarten. Der
von Minolta bekannte „Direct Manual
Focus“ (DMF) erlaubt im AF-Betrieb die
manuell Nachfokussierung. Im Serienbildmodus erreichte die Alpha in unserem
Test lediglich eine Frequenz von 2,7 statt
der von Sony versprochenen 3 Bilder
pro Sekunde. Dafür ist die Anzahl der
Serienbilder im JPEG-Modus nur von der
Kapazität der Karte begrenz. Bei RAWs
hängt die Bildfolge von der Geschwindigkeit der verwendeten Speicher karte ab.
Sony selber gibt sechs Bilder in Folge an.
Wir konnten mit einer Standard-CF-Karte
von Sandisk acht und mit einer Extreme
111 sogar 26 RAWs in Folge aufnehmen.
Oben: Das Alpha-Bajonet ist mit dem
Minolta A-Bajonet identisch.
Links: Zur Kamerasteuerung steht unter
anderem ein Programm- und ein Funktionswahlrad zur Verfügung
Höchste Auflösung
Wie zu erwarten war, erreicht die Alpha
100 mit ihrem 10 Megapixel-CCD die
höchste Auflösung in der DSLR-Basisklasse - die Konkurrenz verbaut hier 6oder 8-MegapixelSensoren. Die durchschnittliche Nettodateigröße mit dem zum
Test verwendeten Setobjektiv (DT 3,5-5,6/
18-70 mm) liegt bei 15,1 MB -die Dynax 5D
hatte mit dem gleichen Objektiv lediglich
9,7 MB erreicht. In der Basisklasse kommt
die Olympus E-330 (getestet mit Setobjektiv 14-45 mm) mit einer Nettodateigröße
von 14 MB der Sony am nächsten.
Überraschend gut schlägt sich nach wie
vor die Nikon D70s, die trotz 6-Megapixel-CCD 13,8 MB erreicht. Offenblendeneinschränkungen ergeben sich mit dem
Setobjektiv in der kurzen und langen
Brennweite hier sollte man um eine Stufe
abblenden. In der mittleren Brennweite
ist das Objektiv dagegen offenblendtauglich. Während die Kamera waagerechte
undsenkrechte Strukturen störungsarm
wiedergibt, können bei leichtgeneigten
Strukturen Farb- und Helligkeitsmoires
auftreten. Insgesamt ist die Artefaktneigung relativ stark, wodurch die Alpha in
dieser Disziplin nur 2,3 von 8 möglichen
Punkten erhält (siehe Tabelle). Vorbildlich ist dagegen die Scharfzeichnung in der
Werkseinstellung: Hier treten keine sichtbaren Farbsäume oder Artefakte auf, und die
Kantenwiedergabe ist sehr natürlich.
Besonders gespannt waren wir darauf,
wie sich die hohe Auflösung auf das
Rauschverhalten auswirkt. Die Labormessungen zeigen, dass sich die Alpha
dabei sehr gut schlägt: Bei ISO 100
hat sie sogar das niedrigste Rauschen
in der DSLR-Basisklasse, wobei einige
Kameras (vor allem von Nikon und
Pentax) ein bei ISO 200 starten. In
dieser Einstellung erreicht die Alpha
immer noch sehr gute Werte, lediglich
die Nikon D50 ist geringfügig besser.
Bei ISO 400 entsteht erstes leichtes
Farbrauschen, das bei ISO 800 stärker
wird, im Klassenvergleich aber immer
noch gut ist. Erst bei ISO 1600 fällt
das Rauschen stärker aus als bei den
DSLRs von Nikon, Canon und Pentax. Im
Vergleich zu der semiprofessionellen Nikon
D200, die mit einem ähnlichen Sensor
arbeitet, erreicht die Alpha bis ISO 200 das
geringfügig bessere Rauschen, während
die D200 ab ISO 400 bessere Ergebnisse
erzielt. Ähnliche Werte wie beim Rauschen
zeigen sich auch bei der Eingangsdynamik:
Sie ist bei ISO 100 mit 8,8 Blendenstufen
sehr gut, ab ISO 800 (7,5) und 1600 (6,5
Blendenstufen) eher etwas schlechter als
bei der Konkurrenz.
Das Setobjektiv liefert angesichts des
niedrigen Aufpreises von 100 Euro gute
Ergebnisse, wobei Verzeichnung und
Randabdunklung (bei offener Blende)
im Weitwinkel relativ deutlich ausfallen.
Im Praxistest konnten wir der Alpha eine
gute Farbwiedergabe und einen präzisen
Weißabgleich attestieren. Außerdem fiel
auf, dass die Kamera bei vielen Motiven mit
40-Segment-Mehrfeldmessung relativ hell
belichtet, was bei kontrastreichen Motiven
zu ausgefressenen Lichtern führen kann.
Wer seine Bilder nachbearbeitet, sollte
daher eventuell mit einer leichten negativen
Belichtungskorrektur arbeiten.
Text und Praxis: Andreas Jordan
Labor: Anders Uschold
31
technik
TEST
32
33
technik
KAUFBERATUNG
DAS SONY-SYSTEM
Seine erste Spiegelreflexkamera vorzustellen, ist die eine Sache
- ein komplettes Kamerasystem anzubieten, eine ganz andere.
Sony schafft es, mit dem Start der Alpha 100 auch eine Menge
Objektive und Zubehör auf den Kunden los zu lassen
Minolta-Fotografen können aufatmen,
Neueinsteiger in die Spiegelreflexfotografie ruhigen Gewissens zugreifen: Nach
Sonys Ankündigung, die Fotosparte von
Konica Minolta zu übernehmen, war nicht
so richtig klar, ob und wenn ja, wie weit die
Kompatibilität zwischen neuen Sony- und
älteren (Konica) Minolta-Geräten gegeben
ist. Jetzt ist raus, dass alles miteinander
harmoniert; alte Minolta-Objektive an der
Alpha 100, neue Blitzgeräte auch an einer
Dynax 7 oder 7D. Das hat auch seinen
einfachen Grund, denn die meisten neuen Sony-Produkte sind bereits zuvor
existierende Minolta-Geräte, die jetzt
das Sony-Logo tragen. Dazu gehören
beispielsweise 16 der 19 neuen Objektive
und die beiden Konverter.
DAS SYSTEM
Mit einer eindrucksvollen
Produktpalette startet Sony in sein
Unternehmen Spiegefreflex
34
Die Objektivpalette ist ein bunter Querschnitt von Brennweiten zwischen 16 und
500 mm, von Festbrennweiten, Zooms
und Spezialobjektiven (siehe Tabelle
rechts unten). Spannend ist vor allem
das Engagement der Carl Zeiss AG, die
vorerst drei Objektive beisteuert (siehe
Kasten rechts), was aber noch nicht alles
sein soll. Auch die drei DT-Objektive für
den reinen Digitaleinsatz tauchen im
Sony-Programm wieder auf.
Alles angepasst
Die zwei G-Telekonverter 1,4-fach und
2,0-fach haben wie bisher das weiße Outfit
und sind speziell für die professionellen
2,8er-G-Objektive geeignet. Gerne blitzenden Fotografen wird ein Licht aufgehen, denn die Blitzgeräte bieten viele
Funktionen und ordentlich Power. Das
leistungsstarke Aufsteckgerät HVL-FS6
AM entspricht dem bekannten Minolta
Programmblitzgerät 5600HS (D), weiterhin wird es das HVL-F36AM, einen
BLITZGERÄTE
Die renommierte Minolta-Biliztechnologie
wird in den Aufsteckgeräten HVL-F56AM
und HVL-F36 AM fortgeführt
Zangenblitz und einen Ringblitz geh
Kabelfernauslöser RM-SI AM Remot
Comander zur Alpha 100 besitzt eine
Länge von 50 Zentimetern.
Interessant ist das Netz- und Ladegerät
VQ900AM, ein Ladegerät für zwei A
gleichzeitig ein Netzgerät für den Be
Kamera direkt über die Steckdose. Als
Ersatz- bzw. Zweit-, Dritt...-Akku gibt es
den NP-FM55H InfoLithium der M-Serie
mit 1600 mAh.
Auch an das Drumherum hat Sony
gedacht, neben einem Kameragurt gibt
es eine kleine Kameratasche für Hand,
Schulter und Hüfte mit Organizer-Fach
für Kleinteile wie Speicherkarten und
Batterien sowie einen Schutzbeutel für
Objektive bis 90 mm.
Lars Theiß
DE-OBJEKTIVE
SPEZIALISTEN
Die jüngsten Objektive im damaligen Minolta-Sortiment, die drei DT- (Digital
Technology-)Objektive nur für den APS-großen Digitalsensor, tauchen auch
im Sony-Portfolio auf: Das 4,5-5,6/11-18 mm, das 3,5-5,6/18-70 mm und das
3,5-6,3/18-200 mm
Besondere Objektive wie das 8/500
mm-Spiegeltele oder das 2,8/135 mm
Smooth Transmission Focus (oben)
machen das Sony-System für Spezialisten interessant
ZEISS - OBJEKTIVE
Neben Sony wird auch Carl Zeiss
Objektive zur Alpha 100 beisteuern.
Bisher sind drei Typen von den Oberkochenern, die schon seit zehn Jahren
Objektive für Digitalkompakte und
Camcor-der von Sony prouzieren,
angekündigt: Das Planar T* 1,4/85
mm ZA, das Sonnar T* 1,8/135 mm
und das Vario-Sonnarr DT 3,5-4,5/
16mm ZA. Gezeigt werden diese
Objektive erstmals im September auf
der photokina Köln. ZA bedeutet Zeiss
Alpha, macht diese Objektive als
Sony- und Minolta-Bajonettkompatibel
erkenntlich und unterscheidet
sie von den Zeiss ZF für
das Nikon F-Bajonett. Alle
besitzen Autofokus und
können auch an
älteren Minolta
Dynax-Analogund -Digitalkame-
ras verwendet werden. Mit Ausnahme
des Zooms zeichnen sie das volle
Kleinbildformat aus - das hält Optionen
für die Zukunft offen, zum Beispiel eine
Sony mit einem Vollformatsensor. Das
PlanarT* 1,4/85 mm ZA „löst“ das
bisherige Minolta AF 1,4/85 mm D
G ab. Es wird mit etwa 1350 Euro
gute 300 Euro teurer als das Minolta
sein und bietet an der Alpha eine
Brennweite von 125,7 mm. Dank neun
Blendenlamellen, die eine kreisrunde
Öffnung ergeben sollen, wird es
eine schöne Hintergrundunschärfe
beispielsweise bei Portraits
produzieren. Es besitzt einen
Shärfe-speicherknopf, und seine
Nahgrenze beträgt 85 Zentimeter.
Das 1,4-er 85 mm
gibt es bereits in einer
Manuellfokus-Version
für Nikon-Anschluss. Nummer zwei
im Bunde ist das superlichtstarke
Sonnar T* 1,8/135 mm ZA, das
an der Alpha 100 zum 1,8/202,5
mutiert. Zum Vergleich: Canon und
Nikon bringen es bei ihren 135ern
„nur“ auf Lichtstärke 2,0. Mit der
Nahgrenze von 72 Zentimetern und
der maximalen Vergrößerung von
0,25-fach eignet sich das Sonnar für
Nahaufnahmen. Als Preisempfehlung
hat Sony 1450 Euro ausgegeben. Erst
für November ist das VarioSonnarT*
DT 3,5-4,5/16-80 mm ZA (rund 800
Euro) angekündigt. Es zeichnet nur
den kleineren Digi-APS-Bildkreis aus
und entspricht einem Fünffachzoorn
von 24-120 mm. Dieses sehr variable
Standardzoom besitzt zwei asphärische Glaselemente und ist mit 440
Gramm verhältnismäßig leicht.
PROFI-G-MODELLE
Sony lässt die professionellen G-Objektive weiterhin weiß lackiert.
Zuerst erscheinen das 2,8/70-200 mm (links) und das 2,8/300 mm
Ebenfalls aus dem Minolta-Sortiment übernommen wurden die
beiden Telekonverter 2x und 1,4x
35
technik
PRAXISTEST
TOKINA AT-X 4,5-5,6/80-400 MM D
Sparzoom der
3. Generation
Actionaufnahmen gehören nicht zu den
Stärken des AT-X 840D
Tokina hat sein 80-400 mm-Zoom jetzt in einer „digitalen“ Version
aufgelegt. Ultraschallantrieb und Bildstabilisator fehlen zwar weiterhin, doch das kompakte Fünffachzoorn hat seine Stärken
Z
ehn Jahre nach dem Urtyp bringt
Tokina nun die dritte Generation seines 4,5-5,6/80-400mm heraus. Das
AT-X 840 D (ca. 690 Euro) ist für digitale Ansprüche modifiziert, was sich
hauptsächlich in einer verbesserten
Mehrschichtvergütung gegen Geisterbilder manifestiert. Was 1996 galt, gilt
heute noch immer: Es gibt kein kleineres
und leichteres Zoom mit diesem Brennweitenbereich. Äußerlich fällt die neue,
kratzfeste Alumite-Beschichtung auf, wie
sie bei den anderen neuen Tokinas üblich ist. Mechanisch wurde die Innefokussierung derart geändert, dass die zu
36
verschiebenden Linsen nicht mehr rotieren müssen, was sich in höherer Fokussiergeschwindigkeit bemerkbar machen
soll. Der Fokusring läuft im manuellen
Betrieb zwar etwas hakelig, bietet aber
fast eine halbe Umdrehung Einstellweg
zwischen der Nahgrenze und Unendlich.
Das Objektiv ist nicht ganz leise, was zum
einen am sirrenden Fokussiermotor, zum
anderen an der nicht ganz passgenau
sitzenden Gegenlichtblende und ihrem
Drehrad liegt. Letzteres dient dazu, auch
bei aufgesetzte Streulichtblende ein eingeschraubtes Polar* sationsfilter bedienen zu können, was durci die bewegliche
Klasse: Entferntes nah heran holen.
Weniger klasse: Vignetierung bei f 5,6
Lagerung des Gummirade ganz pfiffig
gelöst ist und in der Praxis gu funktioniert.
Ein lichtschwaches Telezoon mit Lichtschluckendem Polfilter: da ist dei Stativeinsatz für unverwackelte Bilder nahe
zu unvermeidlich. Zum Glück hat das
AT-X eine solide Stativschelle, die jedoch
weder abnehmbar ist noch bei 90 Grad
einrastet Bei unseren ersten Aufnahmen fiel
eine Vignettierung beim Kleinbildformat
bei aller Brennweiten und offener Blende
auf, bei Digi APS nicht - alles weitere wird
ein BAS Digital-Test klären müssen.
Lars Theiß
37
37
technik
OBJEKTIVTEST
OLYMPUS TOP PROFI-OBJEKTIVE MIT REKORDDATEN
Die neue
Lichtstärkenliga
Mit dem Zuiko Digital ED 2/35100 mm und Zuiko Digital ED
2,8/90-250 mm bietet Olympus
zwei spektakuläre Zooms an, die
ihresgleichen suchen. Wir wollten
wissen, ob die hohe Lichtstärke zu
Lasten der optischen Qualität geht
38
38
A
Is Olympus im vergangenen Jahr
zwei neue Telezooms ankündigte,
weckte dies in Fachkreisen und
bei Olympus-Fans sofort starkes Interesse. Kein Wunder, sollten die neuen Optiken für das Olympus-E-System doch eine
Lichtstärke aufweisen, die bei vergleichbarer Brennweite kein Kleinbildobjektiv
bislang erreicht. Möglich wurde der Lichtstärkenweltrekord durch den kleinen
Aufnahmechip in FourThirds-Spiegelreflexkameras. Die Namen der beiden
Lichtriesen: Olympus Zuiko Digital ED
2/35 - 100 mm und Olympus Zuiko Digital
ED 2,8/90-250 mm. Durch den kleineren
Aufnahmesensor entsprechen sie Kleinbildzooms mit den Kenndaten 2/70
- 200 mm sowie 2,8/180 – 500 mm. Wir
checkten die beiden Ausnahmezooms in
Labor und Praxis.
Um sofort klar zu machen, wer die Zielgruppe für die beiden Zooms ist,
ordnete Olympus sie hausintern in die
Klasse der “Top Profi-Objektive“ ein,
zu der etwa auch das Zuiko Digital
ED 2/150 mm gehört. Ein Blick auf die
Labormessergebnisse und erst recht der
Blick auf die Resultate nach
dem Praxiseinsatz bestätigt, dass beide
Telezooms tatsäch top professionell
sind.
Dazu gehört auch die mechanische Ausführung, nicht jedoch die Ausstattung.
Na-türlich ist die eine Blendestufe mehr
sehr schön, die das Zuiko Digital ED
2/35-100 mm einem 2,8/70-200 mm
TELEZOOM - ALTERNATIVEN
Besitzer von digitalen Spiegelreflexkameras mit APS- oder Vollformatsensor haben auch die Wahl unter
einigen anderen interessanten und
lichtstarken Telezooms, die wir Ihnen
kurz vorstellen.
Leistungsprofil Optik: 9,8 Mechanik: 9,8 (alter BAS-Test) Prädikat SUPER, Test in fM 8/2004
Nikon AF-S VR 4/200-400 mm G IF-ED
Hervorragend gefertigtes, supersolides
Zoom für den Einsatz an Nikon- und
Fujifilm-DSLRs. Superschneller Ultra
schallfokussiermotor, Bildstabilisator,
Filterschublade sowie Fokussierbereich
sbegrenzer und AF-Lock-Tasten lassen
keine Wünsche offen. Optisch bei jeder
Blende und Brennweite exzellent.
Preis: ca. 7500 Euro
Sigma EX 2,8170-200 mm DG
APO HSM IF
Kompaktes Objektiv mit sehr guter
Metall Kunststofffassung. Ultrasch
allfokussiermotor, aber leider kein
Bildstabilisator. Optisch ist das Sigma
an APS-DSLR sensationell (96%), an
der Vollformat-DSLR ist es ebenfalls
ausgezeichnet (70%). Abblenden um
nur eine Stufe steigert die ohnehin
hohe Auflösung noch einmal.
Preis: ca. 1200 Euro
Gesamtnote Optik: 83% -
Aufnahme mit dem 2,0/35 - 100 mm bei
2,0/90 mm: sehr schön für Portraits
Kleinbildzoom von Canon oder Nikon
voraus hat. Für die Praxis vorteilhafter ist
jedoch deren integrierter Bildstabilisator
- mag er auch etwas an optischer Leistung kosten. Das sehr hohe Gewicht von
1800 Gramm verlangt beim Zuiko 2/35
- 100 mm eigentlich ständig mindes-tens
nach einem Einbeinstativ, um ermüdungsbedingtes Verwackeln zu vermeiden. Daspritzwassergeschützte Zoom
ist überwie-gend in hochwertiger Kunststoffbauweise ausgeführt. Neben vier(!)
gut erreichbaren AF-Lock-Tasten verfügt
das Objektiv über einen Fokussierbereich
sbegrenzer für drei Entfernungsbereiche.
Den zu durchfahrenden Einstellbereich
vorab zu verkleinern ist auch sehr
Mechanik: 79% - Prädikat SUPER,
Test in fM 10/2005
Sigma EX 2,8/120 - 300 mm DG
APO HSM IF
Sehr praktisches Telezoom, das in
etwa so groß ist wie das Olympus
2,8/90-250 mm, aber trotz solider
Metallfassung nur 2600 Gramm wiegt.
Ultraschallfokussiermotor, aber leider
kein Bildstabilisator. Optisch bei allen
Blenden sehr gut mit nur geringem
Leistungsabfall vom Bildzentrum
zum Bildrand. Preis: ca. 3000 Euro
Leistungsprofil Optik: 9,8 Mechanik: 9,6 (alter BAS-Test) Prädikat SUPER. Test in fM 3/2003
TESTBILDER MIT
ZUIKO DIGITAL ED
2,8/90-250 MM
39
39
technik
OBJEKTIVTEST
DIE TESTOBJEKTIVE AUF EINEN BLIVK
Hersteller
bzw. Vertrieb
Objektiv
Linsen/
Gruppen
Bildwinkel
Nahgrenze
kleinste
Blende
Filtergewinde
Baulänge
Gewicht
in Gramm
Olympus Europa GmbH,
20097 Hamburg
Zuikl Digital ED 2/35 - 100 mm
21/18
34-12
1,4m
22
77 mm
213,5 mm
1800 gm,
Stativring
Four Thirds
2500,-
Olympus Europa GmbH,
20097 Hamburg
Zuikl Digital ED 2,8/90 - 250 mm
17/12
14-5
2,5m
22
105 mm
276 mm
3500 gm,
Stativring
Four Thirds
6400,-
reicht, dass die durch Ultraschallmotoren
getriebenen Wettbewerber von Canon
und Nikon schaffen.
Dagegen zeigt Olympus der Konkurrenz
bei der optischen Leistung, wo der Hammer hängt: In den Kerndisziplinen Auflösungsvermögen, Verzeichnung und Randabdunklung räumt das Zuiko Digital ED
2/35 - 100 mm die volle Prozentzahl
ab. Ein Rekordergebnis, an das bislang
nur in etwa das Leica Vario-APO-ElmaritR 2,8/70-180 mm und das Sigma
EX 2,8/70-200 mm DG APO HSM IF
herangekommen sind. Die „schwächste“
Brennweite sind 100 Millimeter. Um von
„sehr gut“ auf „ausgezeichnet“ zu kommen, muss der Fotograf die Blende auf
2,8 schließen; alle anderen Brennweiten
zeigen bereits bei Offenblende ein ausgezeichnetes Ergebnis. Die kissenförmige
Verzeichnung ist mit völlig vernachlässigbaren 0,4 Prozent bei Brennweite 100
Millimeter am stärksten ausgeprägt.
Alles in allem ist dieses Telezoom so gut,
dass es jedem Vergleich mit absoluten
Spitzenfest brennweiten standhält.
Den muss auch das Olympus Zuiko Digital
ED 2,8/90-250 mm nicht scheuen. Dieses
Zoom entspricht der Kleinbildbrennweite
2,8/180-500 mm. Das mit 28 Zentimetern
Baulänge vergleichsweise kompakte Ob-
40
jektiv ist kein Leichtgewicht. Durch die
großen Linsen und seine supersolide
Fassung aus einer Metalllegierung bringt
es 3,5 Kilo auf die Waage. Dazu kommt
noch die mitgelieferte, mit Samt ausgeschlagene Bajonett-Streulichtblende aus
Metall (beim 2/35 - 100 mm ist sie aus
Kunststoff)I. Dies und der auch beim
2,8/90-250 mm fehlende Bildstabilisator
machen ein Stativ unentbehrlich, sollen
sich die optischen Leistungen des Zooms
auch im Bild zeigen. Zwar spendierten
die Olympus Entwickler dem Objektiv
vier AF-Lock Tasten und einen Fokussierbereichsbegrenzer, nicht jedoch eine Filterschublade im hinteren Teil des Objektivs. So ist der Fotograf auf die Verwendung von 105-Millimeter-Filtern vor der Frontlinse angewiesen: ein teures und vor allem
schweres Vergnügen. Optisch ist dieses
Extremzoom etwas schwächer als sein
kleiner Bruder. Um eine Stufe abgeblendet,
wird es sehr gut. Auffallend ist seine sehr
gleichmäßige Leistung: Die Messkurven
für unterschiedliche Brennweiten und
Blen-den verlaufen ziemlich parallel und
liegen dicht beieinander. Abblenden
steigert also kaum die Auflösungsleistung.
Wie beim ED 2/35 - 100 mm spielen
auch beim 2,8/90-250 mm die geringe
Verzeichnung (maximal 0,4 Prozent bei
Anschlüsse
ca.-Preise
in Euro
Brennweite 250 mm) und Randabdunklung
in der Praxis keine Rolle.
Text und Praxis: Frank Thoma, Praxis:
Harry P., Labormessungen: Anders Uschold
FAZIT
Beide Zooms hinterlassen etwas
gemischte Gefühle. In punkto Mechan
und vor allem bei den optischen Leistungen gibt es daran nichts auszusetze
zwei Traumobjektive. Ihr Handicap ha
ben sie jedoch zum einen beim fehlen
den Bildstabilisator - in der Profiklasse
ein (durch und durch sinnvolles) Muss.
Zum anderen leiden die beiden „Top
Profi-Objektive“ darunter, dass es für s
im Olympus-Sortiment noch kein Top
Profi-Gehäuse“ gibt. Damit die beiden
Zoom-Boliden für die anvisierte Zielgruppe wirklich interessant werden,
müsste Olympus endlich eine verbesse
te E-2 vorstellen, die in der Pixel- und
Ausstattungsklasse einer Nikon D200
spielt und über ein schnelleres AF-System verfügt. So lange diese Grundbedingung nicht erfüllt ist, werden sich
wohl nur wenige Liebhaber finden, die
gewillt sind, die (Listen-)Preise von 250
Euro und 6400 Euro für die beiden
Schmuckstücke zu berappen.
nik
en:
ane
.
sie
n
er-
-
e
00
technik
OBJEKTIVTEST
Zukunft der
Fotografie
Die
Mit dem Umbruch von der analogen zur digitalen Fotografie haben
sich die Inovationszyklen dramatisch verkürzt. Wir haben einen
Blick hinter die Kulissen gewagt und zeigen, welche Trends und Produktentwicklungen die Zukunft der Fotografie bestimmen könnten
Die Großen der Fotobranche arbeiten
ständig und unter großem Konkurrenzdruck an der Weiterentwicklung ihrer
Aufnahmesysteme. Die meisten Entwicklungen finden unter strengster Geheimhaltung in den Entwicklungsabteilungen
der Hersteller statt, zum Teil aber auch in
enger Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Forschungsinstituten und Universitäten der Welt. fotoMAGAZiN hat
sich in den Forschungslabors und Patentämtern umgesehen, um herauszufinden, wo die Schwerpunkte der Industrie
in Forschung und Entwicklung liegen und
weiche Innovationen und Trends sie für
die photokina 2006 erwarten lassen.
42
Snsortechnik: zwischen Dichtung
und Wahrheit
Wurde bisher hauptsächlich die Pixelzahl
als Gradmesser für die Qualität der Bildsensoren in Digitalkameras angesehen, so
werden zukünftig stärker Eigenschaften wie
Empfindlichkeit, Dynamikumfang, Rauschverhalten und Farbwiedergabe in den
Vordergrund treten. Auch Faktoren und
Größe der einzelnen lichtempfindlichen Elemente, ihre Anordnung und Geometrie
sowie Gesamtgröße
der Bildfläche spielen eine große Rolle.
Auswirkungen auf die Bild-qualität hat
außerdem die Anzahl der lichtempfindlichen Sensorelemente, die für die Darstellung der Farbe eines Bildpunktes
benötigt werden. In den zurzeit verwendeten Mosaik-Sensoren sind dazu
in der Regel mindestens drei Pixel
erforderlich - jeweils eines für den roten,
den grünen und den blauen Farbanteil.
Um die tatsächliche Anzahl der farbigen
Bildpunkte, die ein solcher Sensor auflöst, zu erhalten, müsste man die Pixelzahl durch drei teilen. Innovative Sensorkonzepte versuchen daher, alle Farbinformationen mit nur einer Photodiode
zu erfassen, um Bildfehler wie Artefakte
Dieser CCD von Dalsa für
Mittelformatkameras bietet
nicht nur 33 Mega-pixel
sondern auch einen sehr
hohen Dynamikbereich
und relativ große Pixel (7,2
Mikron)
der Berechnung der Farbe aus den Informationen nebeneinander liegender Pixel mit
unterschiedlichen Farbfiltern entstehen.
Einen solchen Dreifarbensensor, der alle
Farbinformationen in nur einem Bildpunkt
erfasst, wollen die Wissenschaftler in den
Forschungslaboren von Fujifilm entwickeln.
Statt der in heutigen Digitalkameras üblichen RGB-Mosaikfilter will Fujifilm einen
Sensoraufbau mit drei übereinander angeordneten färbempfindlichen Schichten realisieren. Sollte es ihnen gelingen, würde
dies die Herstellung höherempfindlicher,
besser auflösender und färbtreuerer Digitalkameras fördern.
Den Sensor mit der bisher höchsten
Pixel-zahl hat der Chiphersteller Dalsa
vorgestellt. Der 111 -Megapixel-CCD besitzt
eine Auflösung von 10560 x 10560 Pixel
und wurde für den Einsatz in der Astronomie
entwickelt. Er besitzt eine Bildfläche von 4 x
4 Zoll. Die einzelnen Pixel haben eine Breite
von 90 µm. Gefertigt wurde der Chip für das
kalifornische Unternehmen Semiconductor
Technology Associates. Er soll im US Naval
Observatory für die Erforschung der Positionen und Bewegungen von Himmelskörpern
eingesetzt werden.
Nano-Technologie für die Nacht
Den ersten hochempfindlichen „Single
Carrier Photo Detector“- Bildsensor
(SMPD) auf Basis von Nano-Technologien hat die koreanische Firma Planet82
Inc. entwickelt. Er ist zweitausend Mal
empfindlicher als herkömmliche Bildsensoren und kann scharfe Fotos noch bei
0, 1 Lux erfassen. Das ist mehr als mit
dem bloßen Auge erkennbar ist
Während normale Sensoren Hunderttausende von Photonen benötigen,
um Licht zu erfassen, braucht das
neuartige Sensorsystem von Planet82
nur eine Handvoll davon. Die Firma
hat Produktionsverträge mit IBM
und eine Partnerschaft mit Pentax
angekündigt. Pentax will den Sensor
Für astronomische Anwendungen wurde
dieser 111MegapixelCCD von Dalsa
entwickelt.
in Oberwachungssystemen verwenden.
Der Einsatz in Fotohandys, Camcordern,
Digitalkameras sowie in der Medizin und
Verkehrstechnik soll bald folgen.
Wovon Digitalfotografen nur träumen, ist
für die Automobilbranche längst Realität:
eine Kamera, die selbst bei stärksten
Kontrasten in Lichtern und Schatten perfekte Zeichnung liefert. Zu verdanken haben sie dies einem von BMW gemeinsam
mit dem Fraunhofer Institut IMS Duisburg
entwickelten Bildsensor mit dem bisher
höchsten Dynamikumfang. Zwar liefert der
Sensor nur Schwarzweißbilder, aber dies
mit einem Dynamikumfang von 120 dB im
Vergleich zu den üblichen 50 bis 70 dB,
den sonst heute Bildsensoren erfassen
können. Mit diesen Sensoren ausgestattete
Kameras in Automobilen sehen nicht nur
Licht, sondern auch ein klares Bild im und
am Ende des Tunnels.
Belichtungswahl nach der Aufnahme
Bisherige Sensoren liefern einen Dynamikumfang, vergleichbar mit dem Belichtungsspielraum eines Films von maximal zwölf
Blendenstufen. Es gibt jedoch bereits
spezielle Sensoren, die einen weit größeren Helligkeitsumfang erfassen können.
Leider fehlen aber Fotopapiere, Drucker
oder Bildschirme, die in der Lage sind,
das Helligkeitsspektrum, wie es unser
Auge wahrnimmt, wirklichkeitsnah wiederzugeben. Innovative „High Dynamic Range
Imaging“ -Technologien (HDRI) sollen es
demnächst ermöglichen, digitale Aufnah-
men ohne Belichtungsfehler zu erfassen.
Dabei werden alle Helligkeitsstufen so wiedergegeben, wie sie das Auge, das sich ja
unterschiedlichen Helligkeiten anpassen
kann, wahrnimmt. Bisher wurden solche
Bilder durch die Kombination von unterschiedlich belichteten Aufnahmen mit Programmen wie Photoshop von Adobe oder
Photomatix von HDRsoft realisiert. Dazu
waren aber mehrere Aufnahmen, die jeweils optimal auf die verschiedenen Motivhelligkeiten belichtet wurden, erforderlich.
Neue Sensoren und neue Kamera-Firmware sollen zukünftig automatisch Bilder
dahingehend korrigieren, dass keine Lichter
mehr ausfressen und keine Schatten mehr
zulaufen.
Staubbremsen
Besitzer digitaler Spiegelreflexkameras
können ein Lied davon singen: Win-zige
Staubpartikel, die sich beim Objektivwechsel auf dem Sensor festgesetzt haben,
verursachen unschöne Effekte im Bild und
verlangen oft eine mühsame Nachbearbeitung. Vor allem Berufsfotografen, die
häufig das Objektiv wechseln müssen,
warten hier auf effektivere Lösungen.
Mit Nachdruck arbeitet beispielsweise
das Fraunhoferinstitut an innovativen
Methoden und Materialien, die Reinigungen vermeiden, vermindern und,
wenn notwendig, weitestgehend automatisieren sollen. Dabei spielen zunehmend moderne Formen der Oberflächenbeschichtung mit Strukturen im Nanobereich eine Rolle. Sie sorgen einerseits
dafür, dass sich auf der Oberfläche kein
Schmutz festsetzen kann. Zum anderen
aber geben sie der behandelten Ober-
Herkömmliche Sensoren reagieren
auf harte Kontraste mit ausgefressenen Lichtern (links). Der vom Fraunhoferinstitut entwickelte HDRI-Sensor kann selbst extreme Kontraste
wiedergeben (rechts)
43
Mit der Software Photomatix von
HDRsoft können Fotografen aus Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen optimal belichtete Bilder mit hohen
Dynamikunfang erstellen.
fläche ausreichenden Schutz vor Kratzern
und ähnlichen Beschädigungen, die beim
Reinigungsprozess auftreten könnten. Durch
das Aufbringen nanostrukturierter Oberflächen können dem so behandelten Material nicht
nur Schmutz abweisende Eigenschaften,
sondern ganz gezielt un-terschiedliche Funktionen zugeordnet werden.
Displays von morgen:
die helle Freude
Der große Vorteil der Digitalfotografie, bei
der Motivwahl ein Live-Bild zur Verfügung
zu haben oder die Ergebnisse direkt nach
dem Auslösen auf dem in der Kamera
integrierten Monitor betrachten zu können,
verkehrt sich in das Gegenteil, sobald in
sehr heller oder Sehr dunkler Umgebung
fotografiert wird. In beiden Fällen kann
man bei der Motivwahl den Bildausschnitt
nur erahnen, da das Monitorbild entweder zu dunkel ist
oder vom Umgebungslicht überstrahlt wird. Schwierigkeiten gibt es
auch, wenn man die
Monitorbilder gemeinsam betrachten
möchte, da einer-
44
44
seits die eingebauten Displays zu klein
sind oder diejenigen, die schräg auf das
Bild schauen müssen, kaum noch etwas
erkennen können. Neue Technologien sollen die Displays daher größer, heller und
schärfer machen, den Umfang darstellbarer
Farben und Kontraste erhöhen, aber sie auch
mit neuen, zusätzlichen Funktionalitäten
ausstatten. So wird es beispielsweise bald
möglich sein, eine Digitalkamera über ihren
herausnehm-baren Touchscreen-Monitor
kabellos fernzusteuern.
Nanobeschichtungen der Displayoberflächen sollen das Reflexionsverhalten
optimieren und einen Einblick von allen
Seiten ermöglichen. Zudem sollen neue
Methoden der Beleuchtung die Ausschnittwahl und die Betrachtung der Ergebnisse auch bei sehr hellem Umgebungslicht zum Vergnügen machen. Beispiele für innovative Kameradisplays in
attraktiven Größen von 3,5 Zoll und mehr,
mit hohen Auflösungen, beeindruckender
Helligkeit, Touchscreen-Funktionalität und
großem Einblickwinkel waren in diesem
Frühjahr bereits als Bauteile auf dem
Kongress der SID (Society for Information
Displays) in den USA von Samsung,
Liquavista, LG oder Philips zu sehen.
Aber nicht nur die Displays in den Kameras werden besser. Auch Monitore und
TV-Geräte eignen sich immer besser für
die Wiedergabe hochwertiger Digitalfotos. Neue 3D- Techniken, etwa von Philips, oder Displays für die Anzeige von
Bildern mit extrem hohen Dynamikbereichen(HDR) erreichen langsam aber sicher Marktreife.
Algorithmen für perfekte Fotos
Schon seit einiger Zeit gibt es kamerainterne Programme zur Korrektur von
Abbildungs und Aufnahmefehlern. So
erkennen Kameras dank ausgeklügelter
Algorithmen Personen im Motiv und legen dann automatisch die Schärfe auf
das Gesicht. Sie sind auch in der Lage,
bei ungünstigen Aufnahmewinkeln stürzende Linien oder trapezförmige Verzerrungen auszugleichen.
Zum fünften Geburtstag seines EasyShare Systems stellte Kodak weitere kamerainterne Bildbearbeitungsfunktionen wie
die automatische Retusche von Hautunreinheiten oder die nachträgliche
Optimierung des Bildausschnitts vor.
Zudem zeigte das Unternehmen neue
Möglichkeiten der Internet-Telefonie mit
der Easyshare-One-Kamera. Mit einer
speziellen Software können sich Telefonpartner gegenseitig Bilder schicken und
über das integrierte Kamera-Mikrofon
und den Lautsprecher miteinander reden.
Die „PhotoVoice“ genannte Technologie ist
eine Gemeinschaftsentwicklun von Kodak
und dem Telefonieunternehmen Skype.
Mit der „Konga Line“ demonstrierte Kodak außerdem eine praktische Methode
der Bildauswahl. Dabei lässt der Anwender die Bilder eines Ordners in
einer Linie am unteren Bildschirmrand
Revue passieren. Fährt man mit der
Maus über eines der Fotos, wird es
automatisch Bildschirmfüllend angezeigt
und kann für ein bestimmtes Projekt,
etwa für den eMail-Versand oder die
Zusammenstellung eines Albums be-
Die Illusion
einer räumlichen Darstellung
liefern die
neuen 3DMonitore von
Philips. Möglich wird dies
durch eine
spezielle
Oberflächenstruktur der
Bildschirme
Mit der Anamorphose-Korrektur von DXO Optics Pro lassen sich Verzerrungen von Weitwinkeln einfach korrigieren
ziehungsweise einer Photoshow, ausgewählt werden. Eine weitere Software-Funktion bringt Ordnung in den digitalen Schuhkarton und macht eine sorgfältige Archivierung undVerschlagwortung überflüssig.
Dieses neue Modul kann mit Hilfe von Gesichts- und Motiverkennung alle Bilder zu
einem Thema, beispielsweise alle Aufnahmen
vom Eiffelturm oder von den Pyramiden, auf
der Festplatte automatisch finden. Auch
Werkzeuge entwickelt. Als besonders innovativ zeigt sich hier wieder einmal die französische Software-Schmiede DXO Labs mit der
neuen Version des Programms DXO ptics Pro
(siehe auch Seite 26): Mit der AnamorphoseKorrektur lassen sich per Mausklick Zerrbilder,
wie sie vor allem bei Weitwinkelaufnahmen
am Bildrand auftauchen, ausgleichen. Ne-ben
perspektivischen Kontrollen, wie der Korrektur stürzender Linien, soll die neue DXOEiner der
wenigen Hersteller, die
Monitore für
die Wiedergabe von HDRFotos ermöglichen, ist die
amerikanische
Firma Brightside
Personen werden so in den tiefsten Winkeln
der Festplatte aufgespürt. Weitere Parameter,
nach denen sich die Bilder automatisch sortieren lassen, sind Ereignisse oder Orte, die
auf Grund der gespeicherten Datums- und
GPS-Metadaten automatisch gefunden werden können.
Von der Firma Foto Nation wurde eine Software zur Gesichtserkennung vorgestellt.
Dieses Programm sorgt dafür, dass Autofokus
und Belichtung im Vorschaubild auf eine bestimmte Person festgelegt werden. Bewegt
sich die Person, ändern sich automatisch Entfernungseinstellung, Weißabgleich und Belichtung. Gleichzeitig sorgt das Programm für eine
angenehme Hauttonwiedergabe. Die Software
kann dank ihrer ausgeklügelten Algorithmen sogar
mehrere Personen im Bild gleichzeitig verfolgen.
Objektivfehler ausgleichen
Auch für die automatische Bildoptimierung bei
der Nachbearbeitung werden neue, effektive
Software sogar die Verzeichnungen runder
Fisheye-Fotos in ein rechteckiges Bild wandeln können. DXO Labs arbeitet außerdem
an einer Technologie, mit der sich der Schärfepunkt nachträglich frei wählen und die Qualität preiswerter Linsen stark verbessern lässt.
Diese neuen Entwicklungen sollen zunächst
in Foto-Handys zum Einsatz kommen.
Digitale Fotografie stellt an die Objektive ganz
besondere Ansprüche. Umgekehrt sind die digitalen Technologien dazu geeignet, eventuelle Bildfehler eines Objektivs rechnerisch zu
korrigieren. Das kann Konstruktionen preiswerter aber eventuell auch Neurechnungen überflüssig machen. Solange die Kamera weiß,
welches Objektiv mit welchen Einstellungen
verwendet wird, kann der integrierte Bildprozessor bei der Berechnung des Bildes mögliche Bildfehler ausgleichen. Je besser die
Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Kamera und Objektiv, umso größer sind die
Chancen für eine Optimierung der Ergebnisse. So liefert beispielsweise Leica bereits
seit dem 1. Juli alle neuen Objektive für das
M-System mit einer neuen 6-BitKodierung
für die Verwendung an der zu erwartenden
digitalen M-Kamera aus. Die Kodierung der
Objektive erfolgt über sechs schwarze oder
weiße Felder am Bajonettring, mit der sich
der Zahlenraum von 1 bis 64 im Binärcode
abbilden lässt. Die Kamera liest diese Information optisch aus und kann so die erforderlichen Bildoptimierungen ausführen.
Viele Fotografen haben beim Umstieg auf
die digitale Fotografie beklagt, dass sie auf
lieb gewonnene, spezielle Charakteristiken
einer bevorzugten Filmemulsion verzichten
mussten. Zu Unrecht, denn moderne Kameras können über Voreinstellungen eine Vielzahl von Farbtendenzen simulieren. So kann
der Fotograf bei seinen digitalen Aufnahmen
wählen, ob sein Bild eher eine natürliche,
eine höhere oder aber eine geringere Farbsättigung haben soll. Zukünftig soll es auch
möglich sein, typische Farbeigenschaften
einer Systemkamera mit Aufnahmen des
Konkurrenzmodells zu simulieren, also beispielsweise typische Canon-Fotos mit einer
Nikon-, Panasonic-, Samsung- oder SonyKamera zu machen.
Der digitale Fingerabdruck
Ähnlich wie Kriminologen früher nachweisen
konnten, dass ein bestimmter Brief auf einer
bestimmten Schreibmaschine geschrieben
worden sein musste, arbeiten heute Spezialisten der Binghampton Universität im Staat
New York daran, digitale Fotos zweifelsfrei
einer bestimmten Kamera zuzuordnen. Mit
der gleichen Methode lassen sich auch
gefälschte oder unrechtmäßig verwendete
Bilder identifizieren. Das Forschungsteam um
Professor Jessica Friderich nutzt für die Kameraidentifizierung ein spezielles, mit dem
Rauschverhalten vergleichbares Muster,
das die Unterschiede einzelner Pixel erfasst.
Diese für das menschliche Auge unsichtbaren
Unterschiede ergeben sozusagen den Fingerabdruck einer Kamera.
45
technik
REPORT
Microsoft: Mit WMP gegen JPEG
Ein neues Format zur Speicherung
digitaler Fotos hat Microsoft entwickelt
und in sein neues Betriebssystem Vista
integriert. Windows Media Photo hat die
Endung. WMP und soll dem weit verbreiteten JPEG-Format weit überlegen
sein. So soll es im Vergleich stärkere
Komprimierung bei höherer Qualität liefern. Microsoft gibt an, dass WindowsMediaPhoto-Dateien bei gleicher Darstellungsqualität nur etwa die Hälfte des
Speicherplatzes von JPEG-Dateien benötigen. Dank der höheren Kompression
verkürzen sich auch die Transfer- und
Schreibzeiten für die Bilder. So werden
laut Microsoft schnellere Bildfolgen und
kürzere Bildübertragungen möglich. Parallel wird auch der Hersteller-unabhänig
JPEG-Standard weiterent-wickelt: Er soll
zukünftig eine effektivere Kompression
bieten und eine höhere Farbtiefe von 16
statt 8 Bit ermöglichen.
WEITERE INFOS
Binghampton University:
www.binghamton.edu
Dalsa: www.dalsa.com
DXO Labs: www.dxo.com
Fotonation: fotonation.com
Frauenhoferistitut:
www.frauenhofer.de
HDRsoft: www.hdrsoft.com
Kodak: www.kodak.com
Leica: www.leica-camera.de
Liquavista: www.liquavista.com
MIT: http://web.mit.eu
Planet82: www.planet82.com
SD Card Association:
www.sdcard.org
Stanford University:
http://graphics.stanford.edu/
papers/lfcamera
Univesität Karlsruhe:
www.aph.uni-karlsruhe.de
Varioptics: www.varioptics.com
Zeiss: www.zeiss.de
Kameras mit Insektenaugen
Seit der Physiker Professor Dr. Ernst
Abbe, Mitinhaber des von Carl Zeiss
gegründeten optischen Unternehmens,
ein System zur Berechnung der Abbildungsleistung optischer Systeme entwickelt hat, wälzen Optiker auf der Suche
nach dem perfekten Objektiv riesige
Zahlenkolonnen. Schon längst nutzen
sie dazu die immer größeren Rechenleistungen leistungsstarker Computer. Sie
berechnen nicht nur Form und Größe
der erforderlichen Linsen, sondern neben
unzähligen weiteren technischen Parametern auch die Brechungseigenschaften der verwendeten, optischen Materialien. Auf der Suche nach dem perfekten Objektiv und den dafür benötigten
Materialien standen bei den Optikrechnern Werkstoffe mit negativem Brechungsindex ganz oben. Das Problem:
Solche Stoffe kommen in der Natur nicht
vor. Jetzt ist es Forschern gelungen, solche Materialien herzusteifen. Mit ihnen
soll es möglich werden, Linsen herzustellen, bei denen die Beugung nicht die
Auflösung begrenzt. Im sichtbaren Spektralbereich des Lichts ist dies leider noch
immer nicht möglich. Doch Professor Dr.
Martin Wegener, Forscher und Physiker
an der Universität Karlsruhe, der erst
kürzlich für seine Forschungen auf den
Gebiet optischer Metamaterialien mit dem
Descartes-Preis und dem Carl-ZeissForschungspreis 2006 ausge-zeichnet
wurde, glaubt, dass es noch innerhalb
dieses Jahres auch Materialien für den
sichtbaren Anteil des Lichts geben wird.
„Allerdings werden Metamaterialien wohl
nie in gewöhnlichen Objektiven zu finden sein“, so der Forscher. Seine Begründung: „um eine negative Brechzahl zu
bekommen, braucht man in allen bekannten
Die Brechung
des Lichtes in
normalen Wasser (links) und in
„Metamaterialwasser“ (rechts)
mit negativen
Brechungsindex
demonstrieren
diese beiden
Wassergläser
Fällen Resonanzen. Diese Resonanzen
führen zu dramatischen chromatischen
Aberrationen. In sofern kommen nur monochromatische Anwendungen in Betracht,
also zum Beispiel Linsen für die Lithographie
oder Laser Mikroskopie.“Solche Linsen
könnten beispielsweise in Objektiven für
die Herstellung von Halbleitersensoren Verwendung finden.
Facettenaugen als Vorbild
Insekten dienten den Forschern des
Fraunhoferinstituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena als
Vorbild für die Entwicklung eines superflachen Objektivs. Die halbrunden Sehorgane dieser Tiere bestehen aus etwa
10000 Einzelaugen, bei denen Linse und
Fotorezeptor dicht hintereinander liegen.
Ein solches System für neue ultraflache
Kameras haben die Forscher des Instituts nachgebaut. Dazu setzten sie tausende von lichtempfindlichen Zellen nebeneinander, die durch lichtundurchlässige Kanäle voneinander getrennt wurden,
um sich nicht gegenseitig zu beeinflussen.
Winzige Linsen über jedem Lichtkanal
fokussieren das einfallende Licht auf
eine mikrometerkleine Lochblende am
Boden des Systems. Sobald das Licht
die Blende passiert, fällt es auf einen
Sensor, der es in ein elektrisches Signal
umwandelt. Für die Auswertung wer den
die Signale der Einzelaugen zu eine
Gesamtbild zusammensetzt. Das ganze
optische System ist nicht stärker als etwa drei Haaresbreiten. Obwohl das
künstliche Insektenauge in seiner Auflösung den lebende Vorbildern überlegen
ist, müssen die For scher hinsichtlich
des großen Blickwinkel der Tiere zurückstecken. Sie können bisher nur
plane Systeme mit einem begrenzten Blickwinkel herstellen. Amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, ein halbkugelförmiges, nur 2,5 Millimeter großes Facettenauge aus Kunststofflinsen zu konstruiere das in winzigen Kameras, beispielsweise in der
Endoskopie oder Überwachungssystemen eingesetzt werden könnte. Um die
bienenwabenförmig auf einem planen
Träger angebrachten und durch eine
Kunststoffschicht miteinander verklebten
Mikrolinsen zu einer Halbkugel zu formen, verwendet die Forscher ein spezielles Vakuumverfahren.
Scharfstellen nach der Aufnahme
Eine Vielzahl hinter dem Objektiv angebrach-
46
ter Mikrolinsen verwendeten Forscher
der Stanford University, um die Schärfe
einer Aufnahme erst nach Erfassung der
Bilddaten auf jedes beliebige Bilddetail
einstellen zu können. Mit Hilfe der Mikrolinsen registrieren sie den Einfallswinkel
und die Stärke der einfallenden Lichtstrahlen. Diese Informationen dienen
dazu, bei der Nachbearbeitung der Daten
die Schärfeebene festzulegen. Bei den
Ver-suchen wurde eine Folie mit 90000
Mikrolinsen mit einem Durchmesser von
125 Mikrometern eingesetzt. Auf Basis
der damit erfassten Informationen über
die Intensität und den Einfallswinkel
des Lichtes kann nun mit Hilfe einer
speziellen Software das Bild nachträglich
scharfge-stellt werden.
Flüssiglinsen
Die Mimik des menschlichen Auges simulieren Flüssiglinsen, die ihre Brenn-weite
verändern, sobald eine Spannung angelegt wird. Führend in der Entwicklung
solcher Linsen sind die Firmen Varioptic
und Philips. Für die Konstruktion wird eine
spezielle Flüssigkeit zwischen zwei Glasflächen platziert. Wird nun Strom angelegt, ändert sich die Form der Flüssiglinse und damit auch ihre Brennweite.
Diese Verfahren sind inzwischen soweit
Flüssigkeiten, deren Form sich durch Anlegen unterschiedlicher Stromspannungen ändert, sollem
zukünftig integrierte Kameras in Handys oder Notebooks noch kleiner machen
ausgereift, dass derartige Linsen für die Verwendung in Kamerahandys und ähnlichen Miniaturaufnahmesystemen eingesetzt werden
können. Im Vergleich zu herkömmlichen Autofokus- und Zoomobjektiven sind die Flüssiglinsen-Alternativen preiswerter herzustellen,
weniger anfällig gegen Stoß und Schlag und
verbrauchen weniger Strom.
Akkus der Zukunft
Kurze Ladezeiten, Leistungserhalt
bei Nichtnutzung und praktisch unbegrenzte Wiederaufladungen sollen auf
Nanotechnologie basierende Akkus ermöglichen, die am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt werden. Dabei verbinden die
Wissenschaftler die Nanotechnologie mit bewährten Kondensatoren. Die Schwierigkeit bei
Kondensatoren lag bisher darin, dass ihre Leistung von der
Oberfläche der Elektroden abhängt und sie eine sehr viel
größere Fläche benötigten als beispielsweise chemische Batterien. Deshalb
setzen die Wissenschaftler Nanofasern ein,
mit denen sie die Elektroden ummanteln,
Nanofasern
vergrößern
die Oberfläche von
Kondensatoren, die
dadurch bei
kleinerer
Baugröße
mehr Energie speichern
und sich
häufi-ger
aufladen lassen
sollen
um ihre Oberfläche zu vergrößern. Die
Super-Akkus aus einer Mischung von Kondensatoren und Nanotechnologie sollen
über 100 000 Ladevorgänge aushalten.
Speichepkarten bis 32 Cß
Höhere Bildqualitäten und größere Datenvolumen lassen die Nachfrage nach
Speicherkarten mit höheren Kapazitäten ständig steigen. Jetzt hat die SID
Card Association (SDA) neue Spezifikationen für SD-Speicherkarten mit Kapazitäten über der 2 GB Speicherkapazität festgelegt. Diese ermöglichen die
Entwicklung von SD High Capacity Speicherkarten (SDHC) mit Speicherkapazitäten
von bis zu 32 GB. Zudem wurden Bezeichnungen für unterschiedliche Leistungsklassen festgelegt, die zur
tandardisierung der Datentransfer-Geschwindigkeiten dienen. Zukünftig werden die Klassen 2, 4 und
6 das steigende Leistungsvermögen
der Speicherkarten anzeigen.
Heiner Henninges
SD-Speicherkarte der jüngsten Generation mit vier GB
Speicherplatz und hohen
Transferraten
FAZIT
Von der Optik bis zur Elektronik gibt
es zahlreiche innovative Ansätze,
die für die Weiterentwicklung der
Fotografie interessant werden
könnten. Noch sind nicht alle
Forschungsergebnisse marktreif oder
für den Einsatz in Kameras für den
Massenmarkt geeignet. Die Arbeiten
der Forschungsabteilungen geben
dennoch einen Ausblick, auf das,
was früher oder später die Zukunft
der Fotografie bestimmen wird.
47
praxis
SPORTFOTOGRAFIE
48
48
LEICHTATHLETIKBILDER
VON MARCUS BERGMANN
SPORT-Shots
Sportfotografie ist ein hoch professionalisiertes Geschäft. Deshalb habe ich mich auch mal an
dieses Thema gewagt. Ich war
am 03.06.2007 zum 9. Zeulenroda
Meeting und habe da diese Fotos
erstellt.
49
49
praxis
SPORTFOTOGRAFIE
Vor dem
Wettkampf…
Als ich am 03.06.2007 die ersten Bilder
machte, hatte ich schon einen halben Tag
hinter mir. Schon morgens habe ich die
Kamera fertig gemacht für die Aufnahmen, die ich im Waldstadion, am Nachmittag schießen wollte. Ich checkte noch
einmal meine EOS 350D, habe die bei-
5050
den Objektive 1:4.5 - 5.6/55-200 mm und
das 1:3.5 - 5.6 / 18 - 55 mm, die ich besitze,
in meine Tasche gepackt. Vorsichtshalber
habe ich das Ersatzbatteriefach frisch mit
neuen Zellen bestückt und ebenfalls mit in
die Tasche getan. Danach befasste ich
mich noch einmal, kurz, mit der Bedienungsanleitung meiner Canon. Das ich
dann im Stadion alles im Griff habe und
das ich keine unüberlegten Einstellungen
vornehme. Die mir dann, vielleicht, einen
Totalverlust von Bildern einbringen würden.
Nun war ich so gegen 13.30Uhr in
Zeulenroda angelangt. Zuerst habe ich
ein paar Probebilder gemacht. Was
sich als gar nicht so einfach erwies,
denn der Himmel war ziemlich bewölkt
und es herrschte ein Zwielicht. Nach
einigen Bildern hatte ich die Einstellung
gefunden, mit der ich dann diese Bilder
fotografierte. Nach dem ich nun das
Programm studiert hatte, konnte ich mir
die einzelnen Wettkämpfe ansehen und
diese Fotos dabei schießen.
Es war ein sehr faszinierender Nachmittag
für mich, denn ich hatte als Jugendlicher
auch schon meine Bahnen in diesem
Stadion gedreht. Ich habe während meiner Schulzeit aktiv Leichtathletik betrieben.
Und von daher wusste ich gar nicht so
recht, wo ich zuerst hinschauen sollte.
Auf meine, bzw. durch meine Kamera,
oder ob ich die Wettkämpfe beobachten
wollte. Schlussendlich zog ich aber meine
Kamera vor. Denn so konnte ich die Wettkämpfe beobachten und gleichzeitig foto-
grafieren. Da mich im Prinzip jede einzelne Disziplin interessierte, habe ich auch
versucht von allen ein paar Eindrücke festzuhalten. Denn wie bereits erwähnt, hatte
ich ja aktiv Leichtathletik betrieben. Am
Ende meiner sportlichen Laufbahn war ich
Zehnkämpfer. Und von daher, fasziniert
mich jede einzelne Disziplin.
Ich habe hier nur die Bilder von den Disziplinen, die ich früher auch sehr gern betrieben habe abgebildet. Leider hatte das
Stabhochspringen schon stattgefunden.
Das war eine meiner Lieblingsdisziplinen.
Nichts desto trotz, habe ich aber weiterfotografiert. Denn im Weitsprung, im Hochsprung und im Hürdenlauf war ich auch
ganz Erfolgreich.
Was aber nicht heßen soll, dass die anderen Bilder weniger gut sind. Bilden Sie sich
bitte selbst Ihr Urteil.
Marcus Bergmann
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51
praxis
SPORTFOTOGRAFIE
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52
53
praxis
GRUPPENBILD PERFEKT
FM-TUTORIAL: BILDBEARBEITUNG
Gruppenbild
perfekt
Mit dem kostenlosen Programm
„Groupshot“ von Microsoft kann
man die Gesichter in einer Serie von
Gruppenfotos individuell anpassen
UND SO FUNKTIONIERT ES...
Wer kennt das nicht: Da macht man 20
oder mehr Fotos von der Hochzeitsgesellschaft und auf keinem der Bilder gucken
alle in die Kamera. Hier hilft das kostenlos
herunterladbare Programm „Groupshot“ von
der Microsoft Research Group. Das Programm gibt es zwar nur in Englisch, aber
die Bedienung ist kinderleicht. Groupshot
funktioniert immer dann, wenn Sie eine
Gruppe vom selben Standpunkt aus
mehrmals fotografiert haben. Das Licht darf
sich nicht verändert haben, ebenso nicht
sonderlich der Standort der Personen. Die
Software entnimmt die besten Teile der
Aufnahmen und fügt sie zu einem neuen
Foto zusammen. Laden Sie die Software
unter
„http://research.microsoft.
com/
projects/GroupShot“ herunter und installieren Sie das Programm.
Sortieren Sie vorab
Ihre Fotos. Suchen
Sie Bilder aus, auf
denen Ihre „Models“
besonders nett
ausschauen. Am
besten, sie benennen die Dateien
gleich so, wie die
Person, die Sie vom
jeweiligen Foto
nutzen wollen
Starten Sie
Groupshot und
ziehen Sie einfach
alle Fotos auf die
graue Fläche.
Oben erscheinen.
Karteireiter mit
den Namen Ihrer
Digitalfotos
54
Aktivieren Sie den ersten Reiter und ziehen Sie mit der Maus
ein Rechteck um die Person, die auf diesem Foto gut getroffen
ist. Bestätigen Sie die Auswahl oben auf der rechten Seite des
Programms mit Klick auf „Add to composite“ („zum Composing hinzufügen“). Für kurze Zeit erscheint eine farbige Maske
auf dem Foto, die anzeigt, welche Bereiche für das Composing
genutzt werden. Fahren Sie fort und machen Sie dasselbe
mit allen geladenen Bildern. Ein Klick auf „View Composite“
(„Composing anzeigen“) zeigt das Endergebnis, das Sie
speichern können. Um die volle Auflösung der Ausgangsdatei
zu erhalten, klicken Sie im Menü auf „File“ und dann auf
„Export Full Resolution Composite ... („Composing mit voller
Auflösung exportieren“). Fertig!
14 verschiedene Ansichtskarten mit Motiven seiner Heimatstadt Auma gestaltete der 31-jährige Print- und Digitalmediengestalter Marcus Bergmann. (Foto: Henze)
Hier sehen sie zwei Beispiele meiner fotografierten und gestalteten Karten.
Das beondere
Portfolio
Auma. Den ungewöhnlichen, den alltäglichen
oder den etwas anderen Blick auf bekannte
oder unbekannte, auf markante oder bislang kaum wahrgenommene Motive in der
Kleinstadt Auma hat Marcus Bergmann gesucht und versucht, auf seinen Fotografien mit
einer Kleinbildkamera festzuhalten. Für den
Betrachter ist es schon erstaunlich, aus wie
vielen verschiedenen Perspektiven beispielsweise das beliebteste Fotomotiv der Stadt, die
Postsäule, betrachtet werden kann. Als Digital- und Printmediengestaltet hat der 31-Jährige natürlich dann auch noch die fundierten
Kenntnisse und das nötige Gespür, aus seinen
Aufnahmen in kleiner Stückzahl gestaltete
Ansichtskarten entstehen zu lassen.
Da präsentieren sich die groß flächige Seniorenresidenz in ihren zarten Farbtönen von
der schönsten Seite oder das Sophienbad,
wo man förmlich das Wasser auf dem Foto
plätschern hört. Der Weiße Stein, das Aurnaer
Wahrzeichen, der Markt samt Postsäule,
oder der Na-turlehrpfad. Aber auch eigene
handge-zeichnete Motive mit dem außergewöhnlichen Blick auf das Bächlein Auma
hat er festgehalten und als Ansichtskarte
entsprechend gestaltet. 14 verschiedene Motive hat er so gestaltet und zur Ansichtskarte
umfunktioniert.
Das entstandene Produkt gefiel Mutter Heidi
Bergmann, Drogistin und Inhaberin der gleichnamigen Aumaer Drogerie, und fortan hat sie
ihr Sortiment mit den 14 verschiedenen
Ansichtskarten ergänzt, Doch für den
jungen Mann zählen weniger die Ansichtskarten. Der Mediengestalter hofft,
sich in seinem Beruf etablieren zu kön-
55
praxis
PORTFOLIO
nen. Nach einem Motorradunfall schulte
er 2002 um und nun sucht er Arbeit in
seinem Job. Für Interessenten hat er
weitere Arbeitsproben, denn die Ansichtskarten sind nur ein kleiner Teil
seiner umfangreichen Werke. Was er
noch so alles drauf hat, kann man beispielsweise auf seiner Homepage unter
www.pixel-pinsel.de entdecken.
Dieses Bild und diesen Text druckte am
04. Juni 2005 die OTZ im Lokalteil ab.
Frau Henze (Fotoreporterin) schrieb diesen Text und erstellte das Bild von mir
und den Karten. Nach ca. einem 1 Stündigen Interview hatte sie alles in „Sack
und Tüten“. Ich habe das Sortiment
mittlerweile um 10 Karten erweitert.
Nun habe ich mich aber nicht nur mit
Postkarten beschäftigt. Ich habe mich im
August am Greizer Theaterherbst beteiligt. Dabei sind einige Porträts der Teilnehmer der Fotowerkstatt entstanden.
Diese sehen sie rechts oben. Ich habe
mich zusehends, durch die Teilnahme am
Theaterherbst, mehr mit Porträtfotografie
beschäftigt.
In der Mitte rechts sehen sie den Schlagzeuger in Aktion. Die beiden Fotografien,
mitte, sind auf dem 12. Butzemannfest in
Triptis, 2006 entstanden.
Unten die drei Bilder sind 2006 auf dem
Böllerschießen in Pößneck entstanden.
Hier wurde ich extra eingeladen, um eine
Bilder serie zu fotografieren. Sie sollte in
der Vereinschronik erscheinen. Ob die
Bilder da gelandet sind kann ich Ihnen
nicht sagen. Aber eines der entstandenen
Bilder, ziert die Fahrertüren eines der
Mitglieder.
56
Von einem Porträt ist der Schritt nicht
mehr weit zu einem Gruppenbild. Seit
1992 habe ich sämtliche Klassentreffen,
die in meiner Heimatstadt Auma stattgefunden haben, fotografiert. Leider wusste
ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts von
dem Programm, „GroupShot“, auf Seite
54. Es hätte mir bestimmt so manches
mal das mühsame retuschieren mit Photoshop erspart. Aber ich habe fast immer,
Gott sei Dank, alle Personen mit einem
kleinen Lächeln im Kasten gehabt.
Meine ersten Klassenfotos, habe ich allerdings mit ener Chinon, analoge Kleinbildkamera fotografiert. Hier konnte ich
die Bilder immer erst am übernächsten
Tag ausliefern. Mittlerweile besitze ich
eine EOS 350 D, und Mutter hat in ihrem
Geschäft ein Sony SnabLab stehen. So
können die Bilder noch am selben Tag
ausgeliefert werden. Auf den nächsten
Seiten sind einige Beispiele von Klassentreffenfotos zu sehen. Ab Seite 58
und das Bild unten.
Ich habe fast immer noch einen kleinen
Text mit eingefügt. Das war das Besondere und dass die Bilder noch am selben
Abend ausgeliefert worden sind.
Es sollten aber auch Aufträge von Vereinen folgen. So habe ich beispielsweise
den SMZ Auma für ein Plattencover
abgelichtet. Zum einen die komplette
Besetzung des Schalmeienvereins und
dann sollten noch die einzelnen Register
folgen. Die Cherleader durften selbstverständlich mit in den Innenteil der „Scheibe
Mit Zeugs“. Bild rechts oben, die anderen zwei Bilder sind Registergruppen.
Sehen sie selbst, auf den nun folgenden
Seiten einige der Klassentreffenbilder
und was ich sonst noch alles vor meine
Linse bekam.
57
58
Im Normalfall habe ich die fotografierten
Klassentreffenbilder schon aussortiert und
das Beste vorgelegt, um danach eine Bestellung, mit der gewünschten Anzahl der
Bilder entgegenzunehmen.
Doch bei der Klasse mit dem 20-jährigen
Klassentreffen, links, war es ein wenig anders. Hier meinten ein, zwei Leute sie wollten gern mal was anderes bekommen, als
immer nur das eine Motiv mit der Schule
im Hintergrund. Gesagt, getan, also habe
ich diese Klasse vor ein Wahrzeichen,
meiner Heimatstadt Auma, platziert. Ich
hatte zwar nicht die besten Lichtverhältnisse, aber die Jungs und Mädchen waren
zufrieden mit dem entstandenen Bild. Deshalb ist diese Klasse mal im Hochvormat
abgebildet und nicht wie gewöhnlich im
Querformat 13x18cm.
Das ich in Auma und Umgebung schon
sämtliche Klassentreffen fotografiert habe,
sprach sich in Windeseile rum. So war es
nur eine Frage der Zeit, dass ich auch andere Veranstaltungen fotografieren sollte.
Und so kam, im Juni 2006, eine Frau in
das Geschäft meiner Mutter und erkundigte sich, ob wir nicht auch die Hochzeit
ihrer Tochter fotografieren könnten. Mutter
holte mich dazu und wir besprachen den
Termin und den Umfang der zu erstellenden Fotos.
Schlussendlich einigten wir uns darauf,
dass ich einfach die Hochzeit nach dem
Standesamt begleiten sollte. Das bedeutete für mich, ich soll einige Bilder beim
zersägen des Baumstammes, und auf dem
Weg zur Kirche, in der Kirche und danach
fotografieren, also eine Reportage. Drei
der erstellten und einwenig nachbearbeiteten Bilder finden sie auf S.60.
Ich habe aus den vielen Fotos, welche ich
gemacht habe, noch ein Fotobuch erstellt,
damit das Brautpaar alle Fotos in einem
hat. Das hat auch den Vorteil, dass keine
Bilder im Laufe der Zeit abhanden kommen
können. Nun ich habe es einfach mit angeboten und das Brautpaar kaufte es.
Auf einem der zahlreichen Bilder ist die
Schweter der Braut zusehen, wie sie den
Brautstrauß fängt. Was nicht weniger zu
sagen hat, dass sie die nächste sein sollte
die heiraten wird. So ist es dann auch, im
Mai 2007, geschehen. Madleen kam zu mir
und fragte, ob ich nicht auch ihre Hochzeit
fotografieren könnte. Ich willgte ein und so
habe ich mittlerweile zwei Hochzeitsreportagen fotografieren können.
Nun wird aber nicht rund um die Uhr in
Auma geheiratet und es gibt ja auch andere Fotografen als mich. Was macht ein
Mediengestalter und Fotograf in dieser
Zeit? Ich habe auch lange überlegt was
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man tun könnte, bis ich eines Tages auf
die Idee kam, den Bleistift zu spitzen, um
ein wenig zu zeichnen. Denn das Zeichnen und Malen gehören schon seit längerer Zeit zu meinen großen Hobbies.
Und ich begann langsam wieder mit dem
Zeichnen anzufangen. Ich kaufte mir ein
Buch: „Die große Zeichenschule Porträts“. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten, meine Feinmotorik rich-tig zu
steuern, begann ich mit meinen Zeichnungen. Die von mal zu mal immer ausgereifter wurden. Meine ersten Übungen
können Sie auf www.pixel-pinsel.de sehen. Es gibt hier unter der Rubrik: „Pinsel“,
einen Button: „Übungen“ dort können sie
meine ersten Bilder sehen die ich nach
verschiedenen Zeichenschulen entstehen ließ.
Auf dieser Seite sehen sie oben rechts:
Marylin Monroe, unten links: Veronika
Ferres und ganz rechts Esther Schweins.
In der Mitte ist ein Selbstporträt zu sehen.
Dieses Bild ist allerdings ohne das Wissen
eines Lehrbuches entstanden.
Ich habe immer versucht mit anderen Malstilen zu arbeiten. So finden Sie auf meiner Homepage auch einige Acryl-, Öl- und
Pastellbilder. Aber als Mediengestalter
wollte ich immer mit am PC zeichnen. Und
so habe ich mir ein tolles Malprogramm
zugelgt, Corel Painter 8, man kann hier
verschiedene Malstile und Hintergründe
simmulieren. Und was blieb anderes übrig, als den neu gestalteten Marktplatz,
der Stadt Auma, ins Visier zu nehmen.
Mein erstes Computerbild sehen
Sie auf der nächsten Seite. Mein zweites
auch, das ist eine Dame aus meinem Skizzenbuch, für die Aktaufnahmen von Seite
20 ff.
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