Rendezvous mit dem Weltall

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Rendezvous mit dem Weltall
Die Zeitung der Bauindustrie Nordrhein-Westfalen 02 | 2016
BAU AKTUELL
Info-Veranstaltung DB Netz AG
Serieller Wohnungsbau
Petersberger Strategietage 2016
Wichtige Großprojekte wie z.B. die Betuwe-Linie standen
im Mittelpunkt einer Infoveranstaltung der DB Netz AG
und der Bauindustrie NRW. Rund 80 Unternehmensvertreter trafen sich am 15. März 2016 im Essener ABZ zum Dialog.
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Die serielle Fertigung von Wohngebäuden war Thema einer Fachtagung in der Düsseldorfer NRW.Bank. Diskutiert
wurde u.a. wie insbesondere in den Ballungszentren des
­Landes schnell viele gute Wohnungen gebaut werden
­können. RSeite 6
Wie die Digitalisierung die Bauwirtschaft revolutioniert: Auf
dieses Thema fokussierten sich die Redner der diesjährigen
Petersberger Strategietage in Königswinter. WDR-Moderator Michael Brocker führte souverän durch das Programm.
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Unternehmerabend 2016 im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Anton Bausinger (Mitte) erhält die Ehrennadel in Gold.
Dirk Grünewald und Prof. Beate Wiemann gratulieren.
Rendezvous mit dem Weltall
Köln. Wer sich für den Weltraum, seine Erforschung und zukünftige Missionen in unser Sonnensystem
interessiert, muss nicht weit reisen. Eigentlich nur bis zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
(DLR) in Köln-Porz. Das Weltall liegt dort zum Greifen nahe, direkt neben dem Flughafen Köln-Bonn
und auf irdischen Wegen bestens zu erreichen. Das wussten auch die Gäste des Unternehmerabends
am 24. Mai, die der Einladung von Bauindustriepräsident Dirk Grünewald und Hauptgeschäftsführerin
Prof. Beate Wiemann zur diesjährigen Sommerveranstaltung gerne gefolgt sind. Fazit: Die Mission
2016 war rundum erfolgreich. Das gilt für die Mitgliederversammlung, den geselligen Teil des Abends
und die Besichtigung des DLR genauso, wie für den spannenden Vortrag von Gastredner Dr. Stephan
Ulamec über die Rosetta-Raumsonde mit der Landeeinheit Philae, die nach zehnjähriger Reise zielgenau
den 500 Millionen Kilometer entfernten Kometen Churyumov-Gerasimenko erreichte. Bevor sich die
Teilnehmer in die spektakuläre Welt der Raumfahrt entführen ließen, hatten sie pflichtgemäß auf der
Mitgliederversammlung wichtige Basisarbeit für den Verband geleistet sowie Haushalts-Entscheidungen
für das neue Geschäftsjahr auf den Weg gebracht.
Neuwahlen. Die Mitglieder wählten während
der ordentlichen Mitgliederversammlung in
Köln mit Silke Sauer erstmals eine Frau in den
Vorstand des Bauindustrieverbandes NordrheinWestfalen. Sie vertritt nach dem Ausscheiden
von Reinhold Johannes Lehde im Vorstand die
Beitragsgruppe I. Silke Sauer, 46, ist DiplomIngenieurin und Geschäftsführerin der Sauer
& Sommer Straßen- und Tiefbau GmbH in
Meschede. Das 1978 gegründete mittelständische Familienunternehmen gilt als zuverlässiger
Partner für anspruchsvolle Straßenbau- und Tiefbauprojekte und hat sich weit über die Grenzen
des Hochsauerlandkreises hinaus einen Namen
gemacht. „Es freut uns ganz besonders, dass
zum ersten Mal in der Geschichte unseres Bauindustrieverbandes eine Unternehmerin den
Vorstand verstärkt“, erklärte Prof. Beate Wiemann
nach der Wahl. Als neu gewähltes ordentliches
Vorstandsmitglied für die Beitragsgruppe II ist
Axel A. Wahl, geschäftsführender Gesellschafter
der GWI Bauunternehmung GmbH, Düsseldorf,
erneut im Führungsgremium des Verbandes
vertreten. Bereits im März 2016 wurde Wahl
vom Vorstand des Bauindustrieverbandes zum
Schatzmeister bestimmt und löste damit Reinhold Johannes Lehde ab, der dieses Amt aus
Altersgründen niederlegte.
Verabschiedung aus dem Vorstand. „Ein ganz
besonderes Anliegen ist es mir heute, Reinhold
Johannes Lehde für seinen unermüdlichen
Einsatz im Sinne des Bauindustrieverbandes
und seiner Mitglieder zu danken“, fasste Dirk
Grünewald auf der Mitgliederversammlung
zusammen. Lehde, langjähriger Geschäftsführer
der J. Lehde GmbH Bauunternehmung in Soest,
verabschiedete sich nach 14 Jahren ehrenamtlicher Arbeit aus Altersgründen. Seit 2002 war der
Unternehmer Mitglied im Vorstand und Beirat
des Bauindustrieverbandes. In den Jahren 2011
bis 2016 verwaltete er als Schatzmeister die Finanzen. Mit viel Engagement leitete er von 2001
bis 2013 als Vorsitzender die Geschicke des Verbandsbezirks Südwestfalen und erhielt für seine
Ehrenämter die Ehrennadeln des Verbandes in
Silber und Gold. Noch etwas ist bemerkenswert: Seit 1993 verpasste Reinhold Johannes
Lehde keine Teilnahme am Freundschaftsmahl
St. Martin und gehört damit zu den treuesten
Unterstützern der Charity-Veranstaltung.
Goldene Ehrennadel für Bausinger. Anton
Bausinger, geschäftsführender Gesellschafter
der Friedrich Wassermann GmbH, Köln, und
langjähriger Vorsitzender des Verbandsbezirks
Köln, erhielt auf der Mitgliederversammlung im
DLR die Ehrennadel in Gold. Damit wurde er für
seinen engagierten ehrenamtlichen Einsatz im
Sinne der nordrhein-westfälischen Bauindustrie
ausgezeichnet. Das betonte auch Grünewald in
seiner Laudatio: „Sie haben zusätzlich zu Ihrer
unternehmerischen Verantwortung durch ihre
ehrenamtliche Arbeit viel für das Ansehen und
den Erfolg unseres Verbandes, seiner Unternehmen und der in ihnen tätigen Menschen getan.“
Seit vielen Jahren setzt sich Anton Bausinger für
die Interessen aller Mitgliedsunternehmen und
deren Belange gegenüber Politik, Presse und
Öffentlichkeit ein. Seit 2003 ist er Vorsitzender
des Verbandsbezirks Köln und in dieser Funktion
Mitglied im Beirat des Bauindustrieverbandes
NRW. Seit 2014 vertritt er den Verbandsbezirk
auch im Wirtschaftspolitischen Ausschuss. Von
2006 bis 2010 war Bausinger ordentliches und
als Schatzmeister auch geschäftsführendes
Vorstandsmitglied im Bauindustrieverband
und von 2006 bis 2010 Mitglied im Vorstand
des Berufsförderungswerkes der Bauindustrie.
Außerdem engagierte er sich 2006/2007 als
Mitglied im Beirat des BWI-Bau.  s
Reinhold Johannes Lehde (li.) erhält von Dirk Grünewald ein Abschiedsgeschenk.
Der neue Vorstand des Bauindustrie­
verbandes NRW auf einen Blick:
Präsident:
■■ Dirk Grünewald, geschäftsführender Gesellschafter
Heinrich Grünewald GmbH & Co. KG, Oberhausen
Vizepräsident:
■■ Jörg Rösler, Mitglied des Vorstandes STRABAG AG, Köln
Schatzmeister:
■■ Axel A. Wahl, geschäftsführender Gesellschafter
GWI Bauunternehmung GmbH, Düsseldorf
Ordentl. Mitglieder:
■■ Uwe Ausmeier, Niederlassungsleiter EUROVIA Teerbau GmbH,
Bottrop
■■ Dirk Rehaag, General Manager und Geschäftsführer
HOCHTIEF Solutions AG, Essen
■■ Silke Sauer, Geschäftsführerin
Sauer & Sommer Straßen- und Tiefbau GmbH, Meschede
■■ Axel A. Wahl, geschäftsführender Gesellschafter
GWI Bauunternehmung GmbH, Düsseldorf
Weitere Mitglieder:
■■ Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses: Andreas Schmieg,
geschäftsführender Gesellschafter TS Brandschutz GmbH, Essen
■■ Vorsitzender des Wirtschaftspolitischen Ausschusses: Klaus P
­ acher,
technischer Direktionsleiter Ed. Züblin AG, Düsseldorf
■■ Vorsitzender des Bautechnischen Ausschusses:
Hans-Ulrich Schlesinger, Krefeld
■■ Vorsitzender des Fachausschusses Berufsbildung: Martin Karnein,
geschäftsführender Gesellschafter Bernhard Heckmann GmbH &
Co. KG Bauunternehmung, Hamm
■■ Kooptiertes Mitglied: Martin Schlegel, Schlegel Consulting, Essen
BAU AKTUELL 02/ 2016
1
Ein spannender Arbeitgeber
Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt
Köln. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Forschungszentrum der
Bundesrepublik Deutschland und hat als „Allround-Talent“ umfassende Aufgaben. Von hier
aus wurde nicht nur die erste Landung auf einem Kometen gesteuert, hier trainieren auch
internationale Astronauten den Umgang mit den europäischen Modulen der Internationalen
Raumstation (ISS), von hier aus steuern Experten und Wissenschaftler das Kontrollzentrum der
europäischen Rosetta-Mission sowie das Anlagenkontrollzentrum für die ISS, um nur einige
Beispiele zu nennen. Auf dem 1959 eröffneten, 55 Hektar großen Gelände ist neben den
Forschungs- und Zentraleinrichtungen auch das Astronautenzentrum EAC der Europäischen
Weltraumbehörde ESA angesiedelt.
DLR-Zentralverwaltung in Köln. Die DLRForschungs- und Entwicklungsarbeiten in
Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und
Sicherheit sind alle in nationale und internationale Kooperationen eingebunden.
Darüber hinaus ist das DLR im Auftrag
der Bundesregierung für die Planung und
Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig, es erforscht Erde und
Sonnensystem, es stellt Wissen für den
2
Erhalt der Umwelt zur Verfügung und entwickelt umweltverträgliche Technologien
für Energieversorgung, Mobilität, Kommunikation und Sicherheit. Das DLR betreibt Großforschungsanlagen für eigene
Projekte und als Dienstleister für Partner in
der Wirtschaft, fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs und berät die Politik. Der
Standort Köln ist zudem Sitz des DLR-Vorstandes und der Zentralverwaltung. Das
BAU AKTUELL 02 / 2016
DLR beschäftigt in Köln-Porz rund 1.400
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
EAC – Europäisches Astronautenzentrum. Während der Mitgliederversammlung hatten die Begleitungen die Möglichkeit, die auf dem Gelände ansässigen
Einrichtungen des EAC und des „Envihab“Forschungslabors zu besichtigen. Das EAC
ist ein Kompetenzzentrum zur Auswahl,
Ausbildung, medizinischen Betreuung
und Überwachung von Astronauten.
Dort werden die Astronauten und das
Bodenpersonal für Weltraummissionen
ausgebildet. Sie lernen den Umgang mit
den europäischen Komponenten der internationalen Raumstation, zum Beispiel
dem Columbus-Labor der ESA und dem
ATV-Weltraumtransporter.
Envihab – eine medizinische Forschungsanlage. Im Envihab, einer weltweit einzigartigen, hochtechnologischen
Einrichtung für Raumfahrtmedizin, werden
die Wirkungen extremster Umweltbedingungen auf den Menschen und mögliche
Gegenmaßnahmen erforscht. Die zahllosen Forschungsmöglichkeiten spielen eine
wichtige Rolle für die Kontrolle der Raumfahrtmissionen und bei der Entwicklung
von Raumfahrzeugen. Darüber hinaus
helfen die Ergebnisse der dort durchgeführten Studien Humanwissenschaftlern,
den menschlichen Organismus besser zu
verstehen.
MUSC – Nutzerzentrum für Weltraumexperimente. Das MUSC ist ein Zusammenschluss aus zwei wissenschaftlichen
Instituten, Raumfahrtmedizin, Materialphysik im Weltraum und der Einrichtung
Raumflugbetrieb und Astronautentraining.
Außerdem befindet sich hier das Kontrollzentrum für die Kometenlandesonde Philae und das Anlagenkontrollzentrum für
die ISS. Die Gäste des Unternehmerabends
besichtigten das MUSC in Vorbereitung auf
den Vortrag von Dr. Stephan Ulamec im
Anschluss an die Mitgliederversammlung
und das Begleitprogramm.
Das Team des Philae-Kontrollzentrums
war für die Steuerung und den Betrieb
des Landers verantwortlich, unterstützt
vom wissenschaftlichen Partnerzentrum
bei der französischen Raumfahrtorganisation CNES in Toulouse und betreute
die beteiligten Wissenschaftler bei den
ferngesteuerten Experimenten. Ein funktionsidentisches Bodenmodell von Philae
ermöglichte das Testen von geplanten
Funktionsabläufen und die Verifikation von
automatischen Prozeduren.   s
Weitere Infos: www.dlr.de
UNTERNEHMERABEND 2016
Vortrag von Dr. Stephan Ulamec: die Rosetta-Mission
Ein Meilenstein in der
Weltraumforschung
Köln. Die Kometen-Mission Rosetta ist eine der faszinierendsten und zugleich
anspruchsvollsten Unternehmungen der europäischen Raumfahrt. Nach ihrem
Start am 2. März 2004 trat die Sonde ihre zehnjährige Reise zum Kometen
67P/Churyumov-Gerasimenko an. Auf ihrem Weg dorthin führte sie mehrere
komplexe Flugmanöver durch, dreimal an der Erde und einmal am Mars
vorbei, die ihr den ausreichenden „Schwung“ für den langen Weg verliehen.
Außerdem näherte sie sich den Asteroiden Steins (September 2008) und
Lutetia (Juli 2010), fotografierte sie und führte umfangreiche physikalische
Messungen durch. Um den weiten Weg zum Kometen zurücklegen zu können,
wurde Rosetta im Juli 2011 in einen Ruhemodus versetzt, weil die Flugbahn
die Sonde bis jenseits der Jupiterbahn führte. Dort, in einer Entfernung von
fast 800 Millionen Kilometern zur Sonne, hätten die Sonnensegel nicht mehr
ausreichend Strom für wichtige Funktionen erzeugen können. Am 20. Januar
2014 wurde sie wieder „geweckt“. Das Ziel war nahe - Rosetta befand sich zu
diesem Zeitpunkt neun Millionen Kilometer von Churyumov-Gerasimenko
entfernt.
Die Mission „Rosetta“ der europäischen Weltraumorganisation ESA soll die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erforschen, indem sie einen der
ältesten und ursprünglichsten Himmelskörper, einen
Kometen, untersucht. Die Mission besteht aus einem
Orbiter und der Landeeinheit Philae. Das Deutsche
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatte wesentliche Anteile beim Bau des Landers und betreibt
das Lander-Kontrollzentrum, das die schwierige und
bisher noch nie gewagte Landung auf dem nur vier
Kilometer langen Kometen am 12. November 2014 um
17:03 Uhr MEZ vorbereitet und betreut hat. „Wir hatten fast 20 Jahre diese Mission begleitet, sie geplant
und die Rosetta-Sonde und Philae zehn Jahre durchs
All geschickt, der Tag der Landung war dann schon
sehr besonders“, erinnerte sich Philae-Projektleiter Dr.
Stephan Ulamec vom DLR in seinem engagierten,
spannenden und hochinteressanten Vortrag.
Reise zum Kometen. Im Mai 2014 trat Rosetta zunächst in eine Art Umlaufbahn um den Kometen ein,
um erste Messungen und eine möglichst vollständige
Kartierung durchzuführen, sowie nach einer geeigneten Landestelle zu suchen. Am 12. November 2014
trennte sich das Landegerät Philae vom Mutterschiff,
um auf dem Kometen aufzusetzen. Nach dem ersten
Bodenkontakt prallte Philae wieder von der Kometenoberfläche ab, da die Harpunen zur Verankerung
nicht ausgelöst wurden. Insgesamt drei Mal landete
Philae, bis er dann auf der Kometenoberfläche endgültig stehenblieb. Am 15. November 2014 ging Philae
in den Schlafmodus. Am 13. Juni 2015 meldete er sich
aus seinem Winterschlaf zurück und schickte Daten zur
Erde. Der Kontakt dauerte 85 Sekunden, in dieser Zeit
übermittelte Philae über 300 Datenpakete. Danach
konnte noch mehrmals Kontakt zum Lander hergestellt werden, der letzte war am 9. Juli 2015.
„Die zuletzt andauernde Funkstille hatte es bereits angedeutet: Ein Kontakt mit Lander Philae wird immer
unwahrscheinlicher, und die Bedingungen für den
Lander auf dem Kometen schlechter“, so Ulamec. Für
Philae bedeute das, dass er zwar sehr wahrscheinlich
eisfrei, aber voraussichtlich mit Staub bedeckt an einem schattigen Platz auf Komet Churyumov-Gerasimenko in den ewigen Winterschlaf übergeht und sich
in der Kälte nicht mehr einschaltet. Die Sonde Rosetta
der europäischen Weltraumorganisation ESA wird hingegen noch bis September 2016 um den Kometen
kreisen und weiterhin mit ihren wissenschaftlichen
Instrumenten Messungen durchführen.
Historische Premieren im All. Mit der RosettaMission wurden gleich mehrere Premieren im All
gefeiert: Noch nie begleitete eine Raumsonde einen
Kometen auf seinem Weg um die Sonne, noch nie
landete ein Gerät auf einer Kometenoberfläche, um
dort Messungen durchzuführen. „Wenn man einen
Vergleich mit anderen historischen Missionen sucht,
wären dies vielleicht die Viking-Mission, die zum ersten
Mal detaillierte Bilder vom Mars sendete, oder auch die
Voyager-Sonden, die einen Blick auf die großen Planeten unseres Sonnensystems ermöglichten“, meinte Dr. Stephan Ulamec. Die letzten Fotos von Philae
wird es sehr wahrscheinlich im Sommer 2016 geben,
wenn die Rosetta-Sonde in nahen Vorbeiflügen auf
den Lander blickt. In etwa sechs Jahren werden Philae
und die Rosetta-Sonde, die im September 2016 zum
Abschluss der Mission auf dem Kometen landen soll,
zumindest wieder der Erde nahe sein. Dann hat Komet
Churyumov-Gerasimenko die Sonne ein weiteres Mal
umrundet.  s
Dr. Stephan Ulamec ist Seniorwissenschaftler und Projektmanager im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt,
DLR, in Köln. Neben seinen Aktivitäten als Projektleiter des
Rosetta Landers, Philae, ist er z.B. als Nutzlast-Manager von
MASCOT (ein kleiner Lander der zusammen mit der japanischen Hayabusa 2 Sonde zu einem Asteroiden unterwegs
ist) sowie an der Vorbereitung zukünftiger Missionen im
Sonnensystem, zusammen mit NASA und JAXA, beschäftigt.
Stephan Ulamec ist Mitglied der International Academy of
Astronautics (IAA) und der European Geophysical Union. Er
hat über 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und dem
Betrieb von Raumfahrtsystemen und Instrumenten zur
Erkundung des Sonnensystems. Zudem ist er Autor bzw. CoAutor von mehr als 200 Publikationen.
BAU AKTUELL 02/ 2016
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AUS DEN VERBANDSBEZIRKEN
Wahl im Verbandsbezirk Düsseldorf (v.l.): Siegfried
Steuer, Dirk Janßen, Thomas Fiedler,
Axel A. Wahl, Prof. Beate Wiemann, Ferdinand Tönnis
Hatten genauso viel Spaß beim Geschicklichkeitsbaggern wie die Schüler:
Yannic Degentesch und Dominik Kropf, Auszubildende bei der nesseler bau,
Marius Rader, Auszubildender bei der Bauunternehmung Derichs u Konertz,
Verbandsbezirksvorsitzender Karl-Peter Arnolds und sein Stellvertreter Uwe Thamm (v.l.)
Wahlen im Verbandsbezirk Düsseldorf
Aachener Bauindustrie präsentierte „Bau – Dein Ding“
Wahl und Fiedler wiedergewählt
Düsseldorf. Axel A. Wahl, geschäftsführender Gesellschafter der GWI Bauunternehmung GmbH und
geschäftsführendes Vorstandsmitglied im Bauindustrieverband NRW, wurde auf der Mitgliederversammlung des Verbandsbezirks Düsseldorf am 11.
Mai 2016 in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt.
Stellvertretender Vorsitzender bleibt Thomas Fiedler, Bereichsleiter Wayss & Freytag Ingenieurbau AG.
Auch er wurde von den anwesenden Mitgliedern
einstimmig wiedergewählt.
Weiterhin wurden gewählt: Ferdinand Tönnis,
technischer Leiter der Niederlassung Düsseldorf
der Zechbau GmbH, als Vertreter im Wirtschaftspolitischen Ausschuss; Dirk Janßen, kaufmännischer
Niederlassungsleiter Düsseldorf der Porr Deutschland GmbH als Vertreter im Sozialpolitischen Ausschuss; Karl-Jürgen Athens, Niederlassungsleiter
Ingenieur- und Kraftwerksbau der GWI Bauunternehmung GmbH, und Thomas Fiedler als Vertreter
im Bautechnischen Ausschuss.
Der Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen gratuliert allen Ehrenamtlichen herzlich zur Wahl.  s
Der BauBus nach dem Vorbild Baden-Württembergs tourt seit Anfang des Jahres durch
nordrhein-westfälische Schulen, um den Nachwuchs für eine Ausbildung am Bau zu
­begeistern.
Pressegespräch im BauBus
Aachen. Die Nachwuchskampagne „Bau – Dein Ding“ hat auf ihrem Weg durch Nordrhein-Westfalen in Aachen
Station gemacht. Der multimediale BauBus, der bei Jugendlichen die Neugier auf Bauberufe wecken soll, diente
dem Verbandsbezirk der Bauindustrie am 23. Mai 2016 als Location für die jährliche regionale Pressekonferenz. Mit
dem interaktiven BauBus auf dem Gelände der Gesamtschule Brand konnten Karl-Peter Arnolds, Vorsitzender des
Verbandsbezirks Aachen, und der stellvertretende Vorsitzende Uwe Thamm neben wichtigen Daten und Fakten zur
Baukonjunktur gleichzeitig auch auf die engagierte Nachwuchswerbung der Branche aufmerksam machen.
Der BauBus zeigt sich immer mehr als
Multitalent bei der Suche nach geeignetem Nachwuchs für die Bauunternehmen im Land. Die Unternehmer
aus dem Verbandsbezirk Aachen hatten außerdem für die Ansprache der
Schüler ab Klasse 7 ihre Azubis mitgebracht. Das Konzept, junge Leute mit
den Schülern in den Dialog zu bringen,
hatte sich schon bei einer Station des
BauBusses in Düsseldorf bewährt. In
angeregten Gesprächen wurden viele
Informationen ausgetauscht, der potenzielle Nachwuchs fühlte sich ernst
genommen und zeigte sich von den
vielfältigen Angeboten der Baubranche beeindruckt. Wegen der guten
Resonanz sind weitere regionale Pressegespräche im BauBus geplant.
Gutes didaktisches Konzept
„Wir müssen trotz aller bisherigen
Anstrengungen und Engagements
noch aktiver werden, um mehr junge
Menschen für die Bauberufe zu interessieren“, begründete Karl-Peter Arnolds,
die neue Nachwuchskampagne vor
der Presse. Der BauBus als Highlight
unterstütze alle weiteren Bemühungen des Verbandes um den begehrten
Nachwuchs mit einem auf das Alter
abgestimmten didaktischen Konzept.
Ein multimediales Talent
Der BauBus ist ein ehemaliger LinienGelenkbus mit 18 Metern Länge und
24 Tonnen Gewicht. Er spielt als multimediales Talent die Schlüsselrolle in
der Nachwuchssuche und fährt in NRW
von Schule zu Schule, um Schülerinnen
und Schüler von Haupt,- Gesamt- und
Realschulen ab der 7. Klasse nicht nur zu
begeistern, sondern vor allem für eine
Berufsausbildung in der Baubranche
zu sensibilisieren. Einen lebendigen
Eindruck der Branche vermitteln viele
praktische Quizaufgaben, die von den
Jugendlichen im Team gelöst werden
müssen. Die jungen Menschen erfahren
außerdem eine Menge Wissenswertes
über die Ausbildung in den 20 Bauberufen und erleben spannende Multimedia-Elemente. Zu den Highlights zählen
der virtuelle Bungee-Sprung von einem
Kran und die virtuelle Fahrt auf dem
BauBoard durch eine Megabaustelle.  s
Mitgliederversammlung in Aachen
RWTH realisiert die Zukunft
Aachen. Die RWTH Aachen und deren Konzept für die Zukunft standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung
im Verbandsbezirk Aachen. Der Vorsitzende Karl-Peter Arnolds hatte die Bauunternehmer am 28. April 2016 auf das
Gelände der Hochschule eingeladen. Bevor es in der internen Mitgliederversammlung um die regionale Baukonjunktur
und die Berichte aus den Fachausschüssen ging, referierte Dr. Klaus Feuerborn, Geschäftsführer der RWTH Aachen
Campus GmbH über die „Campus-Vision, Konzept Realisierung.“
Die Campus-Gesellschaft ist für die Planung, Umsetzung und Sicherstellung der gesamten Campuskonzeption verantwortlich. Zu den Aufgaben zählen
im Wesentlichen: Clusterinitiierung, Akquisition von
Forschungspartnern und europaweite Ausschreibung
von Investorenauswahlverfahren zur Errichtung der
erforderlichen Gebäude.
In Europa Spitze. Mit ihren 260 Instituten und 480
Professoren zählt die RWTH Aachen zur Spitze der
europäischen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Nirgendwo in Europa existieren so viele
anerkannte und anwendungsnah forschende Hochschuleinrichtungen wie hier. Um diesen Standard
weiter auszubauen, beabsichtigt die Hochschule,
den Campus zu einer der weltweit führenden technischen Universitäten zu entwickeln. Es soll ein zusammenhängender Campus für Forschen, Lernen,
Entwickeln und Leben geschaffen werden. Vor diesem
Hintergrund entstehen in den kommenden Jahren auf
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BAU AKTUELL 02 / 2016
einer Fläche von rund 800.000 Quadratmetern bis zu
19 Forschungscluster mit Büro-, Seminar- und Hallenflächen sowie Laboreinrichtungen mit ergänzender
Infrastrukturnutzung. In diesen Forschungsclustern
werden Industrieunternehmen und Hochschulinstitute in einer neuen Qualität der Zusammenarbeit
und des Austausches ganzheitlich und interdisziplinär
an definierten Forschungsschwerpunkten arbeiten.
Nationale und internationale Technologieunternehmen (Forschungspartner) erhalten dadurch die Möglichkeit, sich im Verbund mit Hochschulinstituten mit
eigenen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten
auf dem Campus anzusiedeln und sich, über einzelne Forschungskooperationen hinaus, langfristig in die
Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten der RWTH
Aachen einzubringen.
Derzeit engagieren sich bereits über 120 Unternehmen auf dem Campus. Sechs Cluster befinden sich in
der Realisierung: Cluster Logistik, Produktionstechnik,
Dr. Klaus Feuerborn beim Vortrag in der Mitgliederversammlung. Karl-Peter Arnolds (links), Uwe Thamm (rechts)
Photonik, Biomedizintechnik, Schwerlastantriebe und
Nachhaltige Energie.
Projekt-Partnerschaften. Das gesamte Areal der
RWTH Aachen erstreckt sich über 2,5 Quadratkilometer und umfasst die bestehenden Flächen sowie
zwei Erweiterungsgebiete, den Campus Melaten im
Nordwesten der Kaiserstadt und den Campus West
auf einem Teilgebiet des Aachener Westbahnhofs. Der
RWTH Aachen Campus wird in Projektpartnerschaft
zwischen der RWTH Aachen Campus GmbH, eine gemeinsame Tochtergesellschaft der RWTH (95 Prozent)
und der Stadt Aachen (5 Prozent) und dem Bau- und
Liegenschaftsbetrieb entwickelt. Weitere Partner des
Projekts sind die Fachhochschule Aachen, die mit einem Lehr- und Forschungsgebiet involviert ist, sowie
die Fraunhofer-Institute des Standorts Aachen, die sich
in den Forschungsclustern engagieren.  s
Die Gäste der Mitgliederversammlung vor dem Eingang zur
Campus GmbH.
VERANSTALTUNGEN
Info-Veranstaltung der Bauindustrie NRW und der DB Netz AG
Großprojekte
an Rhein und Ruhr
Essen. Im Essener Ausbildungszentrum der Bauindustrie NRW trafen sich am
15. März 2016 rund 80 Unternehmensvertreter zu einem Dialog mit der DB
Netz AG über den Stand der Großprojekte an Rhein und Ruhr. Im Einzelnen
ging es um die Großprojekte „Rhein Ruhr Xpress“ (RRX), Ausbaustrecke 46/2
Emmerich-Oberhausen der Betuwe-Linie, Verlängerung und Streckenausbau
der S-Bahn-Linie 13 von Troisdorf nach Bonn-Oberkassel und das Brückenprogramm im Regionalbereich West der Deutschen Bahn AG. Bereits seit 2014
finden sich die Bauindustrie NRW und die Deutsche Bahn AG in regelmäßigen
Abständen zu Unternehmerforen zusammen, um die Kommunikation zu
intensivieren und zu verbessern.
„Wir sind hier, um gemeinsam den offenen Austausch
zwischen Bauindustrie und Bahn zu fördern und den
Leitgedanken einer Partnerschaft am Bau mit Leben
zu füllen. Für die Weiterentwicklung der Schienen-Verkehrsinfrastruktur in Deutschland und insbesondere
in NRW ist unsere Partnerschaft mit der Deutschen
Bahn wichtig und wegweisend“, fasste Hermann H.
Becker, Vorsitzender der Landesfachabteilung Eisenbahnoberbau des Bauindustrieverbandes NRW, in
seiner Begrüßung zusammen.
„Wir brauchen Partner am Bau“. Bernd Köppel, Leiter Großprojekte West der Deutschen Bahn, betonte
angesichts von 5.000 Kilometern Schienenstrecke mit
7.500 Zugbewegungen täglich allein in NordrheinWestfalen „wir haben in NRW einen immensen Erneu-
erungsbedarf und stehen vor einem Mittelhochlauf
für den Ausbau unserer Infrastruktur. Unsere Bauvorhaben können meist nur ‚unter dem rollenden Rad‘
ausgeführt werden. Dafür brauchen und wollen wir
Partner am Bau, die mit uns diese Bauwerke erfolgreich
errichten.“ Deshalb seien die Foren mit den Bauindustriefirmen, so Köppel weiter, ganz wichtige Veranstaltungen für die Deutsche Bahn. In den kommenden
Jahren werde man jeweils bis zu einer Milliarde Euro in
NRW verbauen und dieses Investitionsvolumen lasse
sich nur gemeinsam und partnerschaftlich stemmen.
RRX. Artur Wiatowski, Teilprojektleiter beim RRX, erläuterte konkret den notwendigen Ausbau der Infrastruktur für den ab 2018 startenden 15-Minuten-Takt
zwischen Köln und Dortmund. „Zukünftig werden
zwischen Düsseldorf und Dortmund parallel vier Linien verkehren“, konkretisierte Wiatowski das geplante
Bauvorhaben, das in insgesamt 14 Planfeststellungsabschnitte unterteilt werde. Die Strecke zwischen
Köln und Düsseldorf-Benrath werde auf vier Gleise,
ab Düsseldorf-Benrath bis Dortmund auf durchgängig
sechs Gleise ausgebaut.
Betuwe Linie. Über den aktuellen Sachstandbericht
der Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen der Betuwe-Linie informierten der verantwortliche Projektleiter Stefan Ventzke und sein kaufmännischer Kollege
Christian Belitz. Dieses wichtige Teilstück dient dem
Lückenschluss der transeuropäischen Güterverkehrsstrecke von Rotterdam nach Genua. Die auf deutscher
Seite bislang noch nicht fertiggestellte Strecke umfasst
insgesamt 73 Kilometer. Sie soll auf einer Länge von
70 Kilometern auf drei Gleise und von drei Kilometern
auf vier Gleise erweitert werden.
S-Bahn 13. Die S-Bahn-Linie 13 verkehrt derzeit von
Horrem über Köln und den Flughafen Köln/Bonn bis
nach Troisdorf. Um Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis
über die S-Bahn an den Flughafen anzubinden, wird
die S-Bahn-Linie erweitert. Von Troisdorf bis nach
Bonn-Oberkassel wird die Strecke größtenteils um
zwei zusätzliche Gleise erweitert und zwei neue Haltepunkte entstehen. Projektleiter Jens Sülwold stellte
das derzeit größte Nahverkehrsprojekt der Bahn vor,
dessen Baubeginn für 2017 geplant ist. Zehn Jahre
habe das Genehmigungsverfahren gedauert, berichtete Sülwold. Nach jetzigen Planungen werde die erste
Linie S13 dann 2028 ans Netz gehen.
Brückenbauprogramm. Petra Meid, Leiterin Portfolio
Konstruktiver Ingenieurbau, erläuterte das Brückenbauprogramm im Regionalbereich West der Deutschen Bahn. Dank der erneuerten Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarung (LuFV) stehen der Bahn
zwischen 2015 und 2019 insgesamt rund 20 Milliarden Euro für ihre Infrastruktur zur Verfügung. Davon
werden insgesamt drei Milliarden in die Sanierung und
den Ersatzneubau von Brücken und eine Milliarde Euro
in die Tunnelsanierung fließen. Bis 2019 müssen allein
in Nordrhein-Westfalen 78 Brücken saniert und neu in
Betrieb genommen werden. Können die Brücken in
dieser Zeit nicht wieder funktionstüchtig hergestellt
werden, drohen der Bahn Strafzahlungen. Angesichts
dieser Sanierungsherausforderungen betonte auch
Petra Meid am Ende ihrer Ausführungen „Das können
wir nur gemeinsam und im partnerschaftlichen Kontext schaffen. Also, packen wir es an!“  s
Werkstattgespräch der CDU-Landtagsfraktion
Willkommenskultur
für Wohnungsbauer
Oberhausen. Wohnungsmarkt auf dem Prüfstand – Schaffen wir den zusätzlichen Wohnungsbedarf in NRW? Mit dieser Frage beschäftigten sich zahlreiche Bauexperten und führende Akteure
am Wohnungsmarkt im Rahmen eines Werkstattgespräches der CDU-Landtagsfraktion am 6. April
2016 im Technologiezentrum Oberhausen. Handlungskonzepte und Ansätze zur Schaffung von
günstigem Wohnraum standen thematisch im Mittelpunkt der Veranstaltung. Bauindustriepräsident
Dirk Grünewald forderte eine neue „Willkommenskultur“ für den Wohnungsbau.
„Die Bauwirtschaft baut nicht nur gerne neu, sondern saniert auch gerne alt“, fasste Grünewald auf
der Podiumsdiskussion zusammen. „Wir fordern die
Kommunen zu einer aktiven Flächen-Vorratspolitik
und zur Erstellung eines Baulücken-Katasters auf.“
Der bestehende Flächenmangel sei das Hauptproblem für den zügigen, preisgünstigen Wohnungsbau,
so Grünewald. Der Parlamentarische Geschäftsführer
der CDU-Fraktion Lutz Lienenkämper betonte, dass der
Wohnungsbau neben dem Thema Verkehr dauerhaft
eine wichtige Rolle sowohl in der Bundes- als auch
Landespolitik spielen müsse. Wilhelm Hausmann, baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion sieht im Thema
Wohnungsbau auch ohne die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge ein wichtiges Thema. Das Zinstief
überdecke dabei bislang das eigentliche bestehende
Investitionsdefizit. Wohnungen, die vor 30 Jahren gebaut wurden, würden heute aufgrund des fehlenden
Standards nicht mehr nachgefragt.
Steigende Kosten. Der Wohnungsbau in NordrheinWestfalen wird zurzeit mit großen Herausforderungen
konfrontiert. Die Kosten für die Schaffung von Wohnraum steigen immer weiter an. Gleichzeitig werden
Investoren durch zahlreiche Auflagen und stetig steigende Wohnungsbaukosten abgeschreckt. Gerade
im Bereich des sozialen Wohnungsbaus sind neue
politische Konzepte und Ideen dringend notwendig,
um den immer größer werdenden Bedarf zu decken.
Verzögerungen vorprogrammiert. Kritik übten die
Wohnungsbauexperten im Rahmen der Veranstaltung
vor allem an zu langen Verfahren für Baugenehmigungen. Diese verzögerten den Wohnungsbau in
einem nicht mehr hinzunehmenden Ausmaß. Leidtragende seien Wohnungssuchende und Investoren
gleichermaßen. In der Diskussion wurde deutlich,
wer einen Bauantrag stelle, fühle sich auf nordrheinwestfälischen Bauämtern häufig nicht willkommen,
Klaus Voussem MdL, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion NRW; Sylvia Jörrißen
MdB, Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Bauen (CDU); Wilhelm Hausmann MdL,
baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion NRW; Bauindustriepräsident Dirk Grünewald;
Marie-Luise Dött MdB, baupolitische Sprecherin der CDU-Bundestagsfraktion (v.l.)
sondern als Störenfried. Die CDU plädiert daher für
eine Willkommenskultur für Wohnungsbauer. Auf
völliges Unverständnis stießen bei den Wohnungsbauexperten die Pläne von Bundesjustizminister
Maas (SPD), das Mietrecht drastisch zu verschärfen.
Diese Vollbremsung für den Mietwohnungsbau dürfe man nicht zulassen, so der einhellige Tenor unter
den Teilnehmern der Podiumsdiskussion. Kritik wurde
seitens der Vertreter der Wohnungswirtschaft auch
im Hinblick auf die Novelle der Landesbauordnung
geäußert. Der um Jahre zu spät vorgelegte Entwurf
der rot-grünen Landesregierung werde zu erheblichen
Baukostensteigerungen führen und Verfahren komplizierter machen. Trotz zusätzlicher Unterstützung
von finanziellen Mitteln der Bundesregierung schaffe
es die Regierung von Ministerpräsidentin Kraft nicht,
den sozialen Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen
voranzutreiben. Auch der zweite Entwurf des Landesentwicklungsplans stehe dem Wohnungsbau nur
entgegen. Die Agenda für Bauminister Groschek sei
riesengroß und die Zeit knapp.
„Nicht im Griff“. Als Fazit des Werkstattgesprächs
hielt der Moderator der Veranstaltung, CDU-Landtags­
mitglied Klaus Voussem, fest: „Die größten Probleme,
die insbesondere dem sozialen Wohnungsbau in
unserem Land entgegenstehen, sind überflüssige
Vorschriften, Bürokratie und mangelnder Baugrund.
Dies ist seit Jahren bekannt, aber die rot-grüne Landesregierung hat diese Probleme nicht in den Griff
bekommen.“  s
BAU AKTUELL 02/ 2016
5
PERSONALIE
Der neue Präsident Peter Hübner
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
Peter Hübner
ist neuer Präsident
Berlin. Die Mitgliederversammlung des
Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie wählte am 2. Juni 2016 Dipl.-Ing. Peter
Hübner, Mitglied des Vorstands der STRABAG AG, Köln, zum neuen Präsidenten der
deutschen Bauindustrie. Hübner tritt damit
die Nachfolge von Prof. Thomas Bauer an,
der nach fünfjähriger Präsidentschaft nicht
mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung
stand.
„Auftraggeber und Auftragnehmer der deutschen Bauwirtschaft stehen vor einem tiefgreifenden Modernisierungsprozess“, erklärte Hübner im Anschluss an seine Wahl. Die
durchgängige Digitalisierung aller Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsprozesse stehe ebenso auf der Agenda wie die
stärkere Industrialisierung des Bauens. Gleichzeitig müssten
aber auch die Beziehungen zwischen Auftraggeber und
Auftragnehmer auf eine neue partnerschaftliche Grundlage
gestellt werden. Dazu gehöre ein faires Bauvertragsrecht ohne
einseitiges Anordnungsrecht ebenso wie neue Formen der
Beschaffung, in denen Planer und Bauwirtschaft gemeinsam
Verantwortung übernehmen. „Nur so können wir die Investitionswende im Bereich der öffentlichen Infrastruktur schaffen,
einen Beitrag zur Überwindung der gesamtwirtschaftlichen
Investitionsschwäche leisten und die vor uns liegenden Herausforderungen im Wohnungsbau bewältigen“, fasste Hübner
zusammen.
Werdegang. Die berufliche Karriere von Hübner begann 1986
in der Hauptniederlassung der Bilfinger Berger AG in Frankfurt am Main. 1990 wechselte Hübner zur Hermann Kirchner
Bauunternehmung GmbH, wo er zunächst als Bauleiter und
Prokurist und von 1999 bis 2014 als Geschäftsführer tätig war.
Nach der Übernahme von Kirchner durch die Strabag im Jahr
2008 verantwortete Hübner auch geschäftsführend das Osteuropageschäft der Hermann Kirchner Polska Sp. z o.o. Ab
2012 war er für die Strabag als Technischer Direktionsleiter der
Direktion Großprojekte Nord tätig und geschäftsführend für
Tochtergesellschaften in Deutschland, den Niederlanden und
Dänemark verantwortlich. Seit April 2013 ist Hübner Mitglied
des Vorstands der Strabag AG Deutschland.
Sein verbandliches Engagement begann Hübner 2006 als
Vorsitzender des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen.
Damit wurde er gleichzeitig Mitglied im Präsidium des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Darüber hinaus war
Hübner von 2008 bis 2014 Mitglied im Vorstand des Ausschusses für Wirtschaft und Recht im Hauptverband der Deutschen
Bauindustrie.   s
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BAU AKTUELL 02 / 2016
VERANSTALTUNGEN
Vorstandsmitglied Klaus Pacher (links) in der Fachrunde „Schaffen wir das?“ mit
­Jürgen Bott, Technischer Leiter Allbau AG Essen, Markus Lehmann, Hauptgeschäftsführer Architektenkammer NRW, und Rudolf Graaff, Beigeordneter Städte- und
Gemeindebund NRW. Die Moderation der Veranstaltung übernahm die Hörfunkund Fernsehmoderatorin Judith Schulte-Loh.
Bauindustriepräsident Dirk Grünewald (links) und Hauptgeschäftsführerin Prof.
Beate Wiemann im Gespräch mit Bauminister Michael Groschek (2.v.r.), Dietrich
Suhlrie, Vorstand der NRW.Bank (Mitte) und Alexander Rychter, Verbandsdirektor
VdW Rheinland Westfalen.
Wohnungsmarkt entlasten
„Serieller Wohnungsbau
– viel, schnell, gut“
Düsseldorf. Damit schnell viele bezahlbare Wohnungen entstehen, soll die serielle Fertigung von Wohngebäuden unterstützt werden. Technisch ist vieles machbar. Das wurde auch auf der Fachtagung „Serieller
Wohnungsbau – viel, schnell, gut“ am 4. April 2016 in der Düsseldorfer NRW.Bank deutlich. Dort diskutierten
Experten darüber, welche Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden müssten. Zu der Veranstaltung
eingeladen hatten das nordrhein-westfälische Bauministerium, der VdW (Verband der Wohnungswirtschaft)
Rheinland Westfalen und der Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen. Rund 150 Gäste interessierten sich
für das Thema und besuchten die Fachtagung.
Die aktuellen Ereignisse und Berichte in der Tages- und Fachpresse haben
die Situation auf dem Wohnungsmarkt deutlich gemacht. An vielen Orten und Städten in Nordrhein-Westfalen steigt der Bedarf an geeigneten
Wohnungen. Insbesondere in den Ballungszentren werden deutlich mehr
bezahlbare Wohnungen benötigt. Durch den stark ansteigenden Zuzug von
Schutzsuchenden wird dieses strukturelle Defizit noch verstärkt. Aus diesem
Grunde sind alle Verantwortlichen aus Wohnungspolitik, Wohnungswirtschaft
und Bauindustrie aufgefordert, kurzfristig mehr Wohnungen zur Verfügung
zu stellen.
Aktuelle Fragen. Wie aber kann der große Bedarf schnell befriedigt werden,
ohne Bausünden für zukünftige Generationen zu hinterlassen? Wie können
insbesondere in den Ballungszentren des Landes schnell viele gute Wohnungen gebaut werden? Wie kann der steigende Bedarf an bezahlbaren
Wohnungen bewältigt werden? Wie kann Wohnungsnot vermieden werden?
Antworten auf diese Fragen kann der serielle Wohnungsbau bieten. Welche
Potenziale der serielle Wohnungsbau mit sich bringt und welche möglichen
Hemmnisse auszuräumen sind, darüber diskutierten auf der Fachtagung
Experten aus dem Bundesgebiet und Praktiker aus den Bereichen Planung,
Wohnungswirtschaft und Bauindustrie. Politische Statements gab es von
Bauminister Michael Groschek und Umweltminister Johannes Remmel. Im
Fazit waren sich die Verbände VdW und Bauindustrie einig: Um diese wohnungsbau- wie auch sozialpolitische Herausforderung zu meistern, müssen
Bau- und Wohnungswirtschaft stärker auf die Vorteile seriellen Bauens setzen.
Das heißt: In Ergänzung zur Einzelfertigung die Entwicklung von Prototypen
vorantreiben, die deutschlandweit schnell und kostengünstig in Serie umgesetzt werden.
Groschek fordert mehr Offenheit. Laut NRW-Bauminister Michael Groschek
teile sich der zusätzliche Wohnraumbedarf zu 70 Prozent auf die unter der
Wohnungsknappheit leidende einheimische Bevölkerung und zu 30 Prozent
auf ankommende Flüchtlinge auf. Das von Seiten des Bundes zugewiesene
Geld sei in der Vergangenheit stets direkt und unmittelbar als Tilgungsnachlass in den sozialen Wohnungsbau geflossen. „Unsere Wohnungsbauoffensive
greift. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Zahl der Wohnungen,
die mit Mitteln des Wohnraumförderprogramms gefördert wurden, 2015
um gut 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist.“ Dieser Trend
setze sich mit verstärkter Dynamik 2016 fort. Aber: „Es müssen noch viel mehr
bezahlbare Wohnungen für alle Menschen entstehen, und das schnell. Die
Förderkulisse ist wichtig, aber wir setzen auch auf Innovation und gute Lösungsansätze.“ Ein solcher Lösungsansatz sei die serielle Bauweise, meinte
auch Groschek. Dadurch könnten Gebäude deutlich zügiger errichtet und
Genehmigungsprozesse verkürzt werden. Dafür bedürfe es aber auch einer
„größeren Offenheit“ für das serielle Bauen. Die Wohnraumknappheit sei mittlerweile in der Breite des Landes als wichtiges Thema angekommen“, betonte
der Bauminister abschließend, räumte aber noch Optimierungspotenziale in
der Synchronisation von Bundes- und Landesförderung ein.
Grünewald: „Wiederholung senkt die Kosten.“ Dirk Grünewald, Präsident
des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, betonte: „Serielles Bauen
ermöglicht es, eine Vielzahl von Komponenten bis hin zu vollständigen
Wohnmodulen industriell vorzufertigen und durch Wiederholungseffekte
die Kosten erheblich zu senken. Diese zügige Bauweise vereint heute Qualität,
Innovation und Kosteneffizienz mit ansprechendem Aussehen für den modernen Wohnungsbau.“ Die Bauindustrie sei bereit, sich als Innovationsmotor
zu betätigen, sobald der Startschuss gegeben werde.
Von den Nachbarn lernen. Für die Wohnungswirtschaft im Westen betonte
Verbandsdirektor Alexander Rychter: „Insbesondere bei unseren skandinavischen Nachbarn entstehen auf diesem Weg bereits viele qualitätsvolle, bezahlbare Wohnungen.“ In Deutschland sorgten nach wie vor langwierige Genehmigungsprozesse für die Verzögerungen von Bauprojekten der Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften. NRW-Umweltminister Johannes Remmel
nutzte die Fachtagung, um auf die erheblichen Potenziale der Holzbauweise
hinzuweisen: „Mit dem Bau von modernen Holzgebäuden können wir Menschen schnell und effizient mit Wohnraum versorgen. Bei der Unterbringung
von Flüchtlingen gibt es hier bereits eine Reihe erfolgreicher Projekte. Aber
auch darüber gibt uns der nachwachsende Rohstoff Holz die Möglichkeit, ökologische Vernunft und bezahlbares, gutes Wohnen miteinander in Einklang zu
bringen. Dies muss sich auch in der neuen Landesbauordnung wiederfinden.“
Auf Einladung der Veranstalter hatten sich auf der Fachtagung auch eine
Reihe von Partnern in die Diskussion eingebracht: Beteiligt waren die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, die Architektenkammer Rheinland-Pfalz
sowie der BFW Landesverband NRW. Unternehmen der Bauindustrie sowie
Wohnungsgesellschaften und –genossenschaften steuerten Praxisbeispiele
zu den bisherigen Erfahrungen mit seriellen Bauweisen bei.  s
BWI BAU
Beste Stimmung bei den Petersberger Strategietagen
Petersberger Strategietage 2016
Bonn/Petersberg. Am 11. und 12. März 2016 trafen sich hochkarätige Referenten und aufgeschlossene Unternehmer
zum dritten Mal zu den Petersberger Strategietagen im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter. Der
Bauindustrieverband NRW und das BWI-Bau sehen in dieser Veranstaltung ein nachhaltiges Fundament, um die
Bauunternehmen mit neuen strategischen Impulsen zukunftssicher zu machen.
„Wir haben die Möglichkeit für ein digitales Wirtschaftswunder. Die Frage ist, ob es in Deutschland
stattfindet.“ Zwei Jahre nach dieser Aussage von
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim IT-Gipfel 2014
ist das Thema bei vielen Bauunternehmen angekommen, ebenso wie die zentrale Erkenntnis, dass vormals
geschlossene Unternehmensstrukturen sich öffnen
und entgrenzen - weit über das Maß hinaus, das gerade Bauunternehmen traditionell gewohnt sind. Wie
am Anfang jeder Revolution, sind die Folgen kaum
abschätzbar, es fehlen aussagekräftige Kriterien für die
Zukunftsplanung. An diesem Punkt setzte die Tagung
an, sowohl für die Gegenwart am Beispiel eines digital
konsequenten Bauunternehmens, als auch für die Zukunft auf Basis der Trendforschung. Das Konzept der
Tagung überzeugte auch diesmal wieder: fesselnde
Redner, eine angenehme Atmosphäre im traditionsreichen Veranstaltungsort, kombiniert mit der professionellen Moderation durch den WDR-Journalisten
Michael Brocker. Die Teilnehmer waren auch in diesem
Jahr begeistert, davon zeugen zahlreiche Statements
über die anregenden Vorträge sowie die engagierten
Diskussionen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen
untereinander.
Rechtzeitig die richtigen Weichen stellen
Dr.-Ing. Matthias Jacob, Geschäftsführer der Wolff &
Müller Holding GmbH & Co. KG, Stuttgart, konzentrierte sich in seinem Perspektivvortrag auf die Frage, wie
sich Bauunternehmen die Besonderheiten der Digitalisierung zunutze machen können. Der Erfolg werde davon abhängen, wer für sich die Datenhoheit innerhalb
des gesamten Wertschöpfungsprozesses Bau erringe.
In diesem Zusammenhang sei es eine grundlegende
Herausforderung für jedes Bauunternehmen, bisher
nicht definierte Prozesse zu standardisieren, denn nur
dann könne Digitalisierung greifen. Darüber hinaus
appellierte Dr. Jacob auch an ein „Entstauben“ der
Branche allgemein und plädierte z. B. für eine Revision der Funktionsbezeichnungen: ein Bauzeichner
als „BIM-Modellierer“ oder ein Maschinenführer als
„Baumaschinenpilot“. In der digitalen Revolution wer-
de das Wissen der jungen „Digital Natives“ zum Fortschrittstreiber und deshalb auch zu einer begehrten
Ressource für die Zukunftssicherheit im Unternehmen.
Blick in die Zukunft
Das war das Stichwort für die Übergabe an den Zukunftsforscher Dipl.-Ök. Kai Jannek, Geschäftsführer
der Z_punkt GmbH, Köln, der die möglichen Konsequenzen der digitalen Transformation für unsere
Lebens-, Berufs- und Bauwelten aufzeigte. Er beschäftigte sich mit der Frage: „Wenn Daten die neue Basis
für die Wertschöpfung sind, wie wird sich dann die
Wertschöpfungslogik in der Bauwirtschaft verändern?“
Neue Technologien eröffneten neue Kreativitätspotenziale, so Jannek. Anhand zahlreicher bereits in der Umsetzung befindlicher Beispiele ermöglichte er den Blick
in eine Zukunft, in der Algorithmen z. B. Architekten
ersetzen, Bauwerke zum Gadget werden, für das man
sich Apps herunterlädt, oder aber smarte Gebäude
über ein digitales Nervensystem verfügen und sich in
Echtzeit wandeln.
Geschäftsmodelle im Wandel
Der zweite Tag stand im Zeichen umfassender Neupositionierungen, die Dr. Niels Peter Thomas, Geschäftsführer der Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH,
auf der Unternehmensebene in ihrem Ausmaß mit
der kopernikanischen Wende verglich. Am Beispiel der
Medienbranche veranschaulichte er, wie sich ehemals
lineare Wertschöpfungsketten in flexible Wertschöpfungsnetzwerke mit völlig neuen Beziehungen der
beteiligten Parteien untereinander verwandelt hätten,
und das innerhalb kürzester Zeit. Sein Resümee für die
Bauwirtschaft: Nicht für Bücher (Gebäude), sondern
für Wissen (Funktion) werde der Kunde zahlen. Im
Mediengeschäft steige die Zahlungsbereitschaft für
die strukturierte, verlässliche Information, eine Entwicklung, die durchaus auch auf andere Branchen
übertragbar sei.
Monheim, ebenfalls einen erheblichen Effizienzsprung
durch die intelligente Digitalisierung der Bauproduktion, in der Standardisierung und Individualisierung
keine unvereinbaren Gegensätze mehr sein müssten.
Auf der Kundenebene zeigten Björn Schäfer und
Marcus Normann, beide verantwortlich für den Einkauf Technische Leistungen für die Nestlé Deutschland
AG, worin für gewerbliche Auftraggeber die Herausforderungen einer durchgängig digital unterstützten
Wertschöpfungskette lägen: Gewünscht seien langfristige Partnerschaften mit einer begrenzten Auswahl
an Partnern in einem definierten regionalen Umfeld,
deren Leistungen in einem transparenten Informationsaustausch in einem sog. E-Katalog ausgewählt,
zusammengestellt und budgetiert werden könnten.
Ziel sei es, die Planungssicherheit für beide Seiten zu
erhöhen und kooperativ sowohl Reibungsverluste
zu verringern, Kosten im Griff zu behalten und die
Qualität zu steigern.
Abschließend setzte Anitra Eggler, Bestseller-Autorin
und Digital-Therapeutin, Wien, einen Kontrapunkt auf
der Verhaltensebene und konfrontierte die Teilnehmer
mit den Absurditäten der Nutzung virtueller Medien.
Humorvoll und mit dem Finger immer genau in der
Wunde schaffte sie es, nach den faszinierenden Fachvorträgen nochmals einen Höhepunkt zu setzen. Mit
einem ihrer Bestseller als Gastgeschenk endeten die
3. Petersberger Strategietage 2016.
© Bundesministerium der Finanzen, Foto: Ilja C. Hendel
Digitalisierung
revolutioniert die Bauwirtschaft
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU)
Freundschaftsmahl St. Martin 2016
Alexander Dobrindt
als Festredner
Düsseldorf. Das 44. Freundschaftsmahl St. Martin findet am Dienstag, den 15. November 2016
im Festsaal des Maritim-Hotels Düsseldorf statt.
Der Bauindustrieverband freut sich, Alexander
­Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale
Infrastruktur, als Festredner begrüßen zu können.
Bitte notieren Sie sich vorab den Termin der traditionellen karitativen Abendveranstaltung, die
mit einem Empfang im Foyer um 18 Uhr startet.
Eine persönliche Einladung erhalten Sie Anfang
Oktober dieses Jahres.  s
Wer zukünftig auch von dem Ideenreichtum und den
strategischen Impulsen der Petersberger Strategietage
profitieren möchte, sollte sich schon vorab den nächsten Termin notieren: 10./11. März 2017  s
Weitere Informationen unter www.bwi-bau.de
Für die Projektebene prognostizierte Dipl.-Ing. Andreas
Rieger, Geschäftsführer der GOLDBECK West GmbH,
BAU AKTUELL 02/ 2016
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AUS DEM VERBAND
Studierende auf Tour
Münster. Achtzehn zukünftige Führungskräfte aus dem berufsbegleitenden Bauingenieur-Studiengang Baustellenmanagement waren im April auf Tour durch Süddeutschland. Im Rahmen einer einwöchigen Exkursion besuchten sie die BAUMA in
München sowie verschiedene Firmen und interessante Baustellen. Dazu gehörten eine
Werkstattbesichtigung der Fa. Knauf im fränkischen Iphofen sowie die Besichtigung
des Bürohochhauses „Highrise One“, das zurzeit in München von Hochtief errichtet
wird. Auf Einladung der SEH Engineering GmbH gab es spektakuläre Einblicke in die
Brückenbaustelle „Hochmoselübergang“ bei Zeltingen-Rachtig, ein Highlight zum Abschluss der Exkursion. Für den Besuch der Leitmesse BAUMA wurden die Studierenden
übrigens von den Unternehmen Zeppelin und Paschal mit Tickets versorgt. Herzlichen
Dank für das Sponsoring! Die Exkursion ist Bestandteil des berufsbegleitenden Studiengangs, den die BAU-Akademie West in Kooperation mit der FH Münster anbietet.  s
Weitere Informationen: www.bachelor-baustellenmanagement.de
Maria Emig, Tel. 0211 6703-231, [email protected]
Der Fachausschuss Berufsbildung traf junge Flüchtlinge im ABZ Essen
Demonstrationsmodul zum Forschungsprojekt “BIM-basiertes Bauen mit RFID-Technik”
RFID und BIM
Forschungsinitiative
der Uni Wuppertal
Wuppertal. Die Bau- und Immobilienbranche hinkt in Sachen Digitalisierung deutlich hinter
anderen Branchen, wie z. B. der Automobilindustrie, hinterher. Dies ist neben der Komplexität
des Bauens und den stetig wachsenden Anforderungen insbesondere auf die Tatsache
zurückzuführen, dass am Bauprozess unterschiedliche Fachleute mit verschiedenen Aufgaben,
Zielen, Fachkenntnissen und Interessen beteiligt sind.
Um Informationsverluste bzw. Medienbrüche über den Lebenszyklus eines Bauwerks
zu vermeiden und eine Datendurchgängigkeit zu erreichen, beschäftigt sich die
„ARGE RFIDimBau“ bereits seit 2006 im
Rahmen der Forschungsinitiative ZukunftBau mit dem Einsatz der RFID-Technik zur
Erfassung von physischen Ist-Daten in Verbindung mit digitalen Bauwerksmodellen
Building Information Modeling (BIM). Die
RFID-Technik wird in diesem Zusammenhang für eine eindeutige Identifikation von
Bauteilen auf unterschiedlichen Ebenen
der digitalen Kennzeichnung genutzt.
Das Forschungsprojekt „BIM-basiertes
Bauen mit RFID-Technik“ setzt hier an. Ziel
ist es, die mittels AutoID-Technik erfassten
Ist-Daten an Bauwerksmodelle mittels der
Methode BIM zu knüpfen, um u. a. Soll/IstVergleiche während der Bauausführungs-,
Nutzungs- und Rückbauphase durchführen zu können.
Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig
Neben der Lösung inhaltlicher Fragestellungen zum Thema Standardisierung, wie
z. B. Datenaustausch, Nummernstrukturen
zur Kennzeichnung und Klassifizierung,
liegt auch die Öffentlichkeitsarbeit im Fokus. Für die Präsentation der Forschungs-
ergebnisse steht allen Interessierten ein
Demonstrationsmodul der „ARGE RFIDim
Bau“ zur Verfügung, welches demnächst
in Wuppertal besichtigt werden kann.  s
Kontaktmöglichkeiten:
Bergische Universität Wuppertal
Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und
Bauwirtschaft/
Prof. Dr.-Ing. Manfred Helmus
Tel.: +49 (0)202 / 439 - 4114
email: [email protected]
www.biminstitut.de
Fachausschuss Berufsbildung
Mit Flüchtlingen im Gespräch
Essen. Die Gewinnung von Fachkräftenachwuchs unter den Flüchtlingen war ein
wichtiges Thema auf der Sitzung des Fachausschusses Berufsbildung unter dem Vorsitz von Martin Karnein. Das Gremium tagte am 21. April 2016 im Ausbildungszentrum
der Bauindustrie (ABZ) in Essen. Bereits seit 2015 bietet das Berufsförderungswerk der
Bauindustrie (BFW) Qualifizierungsmaßnahmen für Flüchtlinge in Essen und Kerpen
an, auch das ABZ Hamm wird in Kürze damit starten. Im Anschluss an die Sitzung
sprachen die Vertreter mit sechs Flüchtlingen über Ausbildungs- und Studiengänge
in den Herkunftsländern. Ziel ist es, aus den Flüchtlingen zukünftige Facharbeiter zu
gewinnen. Dabei steht die Vermittlung von Deutschkenntnissen zunächst im Vordergrund. Die bisherigen Erfahrungen mit den Jugendlichen in den Ausbildungszentren
sind überwiegend positiv, die jungen Menschen sind motiviert, haben gute Umgangsformen und sind bereit zu arbeiten. Die Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahmen
kommen aus Syrien, Afghanistan, Iran, Eritrea und dem Irak. Die Bildungssituation ist
unterschiedlich, fast 70 Prozent haben zwölf Jahre die Schule besucht oder ein Studium im Herkunftsland absolviert. In den nächsten Phasen sind Eignungsfeststellungen,
Praktika, Vorbereitung auf eine Tätigkeit im Baubereich durch modulare Schulungen
und Integration in den Arbeitsmarkt vorgesehen.
Praktikanten stehen ab Sommer zur Verfügung
In persönlichen Gespräch mit den Flüchtlingen signalisierten die Unternehmensvertreter aus dem Fachausschuss Berufsbildung grundsätzliches Interesse, Praktikanten
aufzunehmen. Die Flüchtlinge zeigten eine große Bereitschaft zur Mobilität, auch
im Hinblick auf eine spätere Einstellung als Mitarbeiter. Nicht abschließend geklärt
werden konnten aber die Fragen nach den Inhalten der Studiengänge in den Fächern
BWL und Bauingenieurwesen in den Herkunftsländern und die Vergleichbarkeit mit
deutschen Lehrinhalten. Gemeinsam stellte man fest, dass die fachliche und auch
sprachliche Kompetenz nur in einem längeren Praktikum festgestellt werden könne.
Ab Sommer/Herbst 2016 stehen die Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahmen den
Unternehmen für ein Praktikum zur Verfügung.  s
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BAU AKTUELL 02 / 2016
Junge Führungskräfte
im DFB-Museum
Dortmund. Der Kreis Junge Führungskräfte
im Bauindustrieverband NRW traf sich auf Einladung seines Vorsitzenden Christian Drössler
am 8. Juni 2016 im Deutschen Fußballmuseum
in Dortmund. Erst im Oktober 2015 war es
als offizielles nationales Fußballmuseum des
Deutschen Fußballbundes (DFB) eröffnet worden und erfreut sich seitdem
großer Beliebtheit. Die jungen Führungskräfte begrüßte Museumsdirektor
Manuel Neukirchen persönlich und stellte kurz das Konzept sowie die Highlights
des Museums vor. Dieses bietet auf einer Gesamtfläche von 7.000 qm die
erste Dauerausstellung zur Geschichte des deutschen Fußballs mit interaktiven und multimedialen Inszenierungen sowie mehr als 1.600 Exponate. Die
bemerkenswerte Architektur und der außergewöhnliche Ausstellungsinhalt
begeisterten alle Teilnehmer, die den Tag mit einem Imbiss und anregenden
Gesprächen ausklingen ließen.  s
AUS DEN VERBANDSBEZIRKEN
Mitgliederversammlung VB Südwestfalen
Zu Gast bei der
Günther Bauunternehmung
Netphen. Das Fertigteilwerk der Bauunternehmung Günther GmbH & Co KG in Netphen-Helgersdorf
stand im Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbandsbezirks Südwestfalen
am 19. April 2016. Dessen Vorsitzende, Annette Hering, hatte ins Siegerland eingeladen, um nach der
Tagesordnung die Gelegenheit zu nutzen, ein langjähriges und interessantes Mitgliedsunternehmen
aus dem Bauindustrieverband näher vorzustellen. Für die „außerordentliche Gastfreundschaft“ bedankte
sie sich bei den Geschäftsführern Werner Günther und Elmar Siebel, die es sich nicht nehmen ließen,
selbst durch die unternehmenseigene Betonfertigteilproduktion zu führen.
Am 24. Januar 1934 legte Maurermeister Werner Günther sen. in DreisTiefenbach den Grundstein für die erfolgreiche Firmengeschichte. Was mit
kleinen Reparaturaufträgen begann ist heute ein bundesweit agierendes
Bauunternehmen mit umfassender Produktpalette und Leistungen in den
Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie Stahl- und Spannbetonfertigbau. Ein
Großteil der Bauten wird schlüsselfertig errichtet. Handwerkliches Knowhow und der hohe Anspruch an Maschinen und Technik garantierten,
so Geschäftsführer Werner Günther, eine hohe Kundenzufriedenheit.
Qualität und Termintreue seien wichtige Stärken in der 82jährigen Firmengeschichte. Rund 150 fest angestellte Mitarbeiter aus dem technischen, kaufmännischen und gewerblichen Bereich sowie in der Regel 15
Auszubildende sorgen für den Unternehmenserfolg. Dabei legt Werner
Günther großen Wert auf Qualifikation. „Fachwissen und Kompetenz sind
der Schlüssel zum Erfolg und sorgen dafür, dass wir höchste Standards
zur Zufriedenheit der Bauherren erfüllen können.“
Eigenes Fertigteilwerk. Die Schaltzentrale von Günther hat ihren Sitz
heute in Netphen-Helgersdorf. Neben dem modernen Verwaltungsgebäude und dem technischen Büro sind dort auch das Betonfertigteilwerk,
die Schlosserei sowie der Bauhof mit seinen Maschinen und dem Fuhrpark
angesiedelt. Darüber hinaus hat hier auch die Günther Transport GmbH
ihren Sitz, die mit Spezialtiefladern für den Transport der Betonfertigteile
im Einsatz sind.
Im firmeneigenen Werk in Helgersdorf fertigt das Unternehmen auf 7000
qm Fläche Betonfertigteile. Die seien von höchste Qualität, so Günther,
und die Produktion werde ständig seitens der maßgeblichen Verbände
überwacht. Die Produktpalette reicht von klassischen Standardlösungen
bis hin zu individuellen Speziallösungen.
Von den Vorteilen seiner Produkte ist der Firmenchef überzeugt, Stahlund Spannbetonteile seien äußerst umweltfreundlich, beeindruckend
wirtschaftlich und böten die Möglichkeit effizient, zeitgemäß und mit
enormem Tempo zu bauen.
Just in time. Denn parallel zu den Erdarbeiten, so Günther weiter, würden
die Betonfertigteile in den großen Hallen fertiggestellt und just in time mit
den eigenen Tiefladern zur jeweiligen Baustelle gefahren und montiert.
Auf diese Weise ließen sich Bauzeiten und Kosten senken, und die Gebäude seien schnell nutzbar. Der Betonfertigteilbau kommt sowohl in der
Industrie und im gewerblichen Bereich als auch im Ingenieurbau und bei
schlüsselfertigen Objekten zum Einsatz. Mit diesem eigenen Betonfertigteilwerk könne die Bauunternehmung Günther kompetenten KomplettService rund um den Bau anbieten, eben „alles aus einer Hand“.  s
Ein Teil der Gruppe bei der Besichtigung des Fertigteilwerks der Bauunternehmung Günther in Netphen. Geschäftsführer Werner Günther (li) erläutert die
­Produktion.
Unternehmertreffen Ruhrgebiet-Münsterland
Im Kraftwerks-Simulator
Essen. Außergewöhnliche Einblicke in die Steuerung und den Betrieb eines Kernkraftwerks bot das
jährliche Unternehmertreffen im Verbandsbezirk Ruhrgebiet-Münsterland. Auf Einladung des Vorsitzenden Heinrich Schulze hatten die Mitglieder am 12. April 2016 die Gelegenheit, das Simulatorzentrum
der KSG-GfS in Essen zu besichtigen. Das Interesse an diesem ausgefallenen Programm war groß. Die
Bezeichnung KSG steht für Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft und GfS für Gesellschaft für Simulatorforschung. Das Zentrum wird von den großen Energiekonzernen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall sowie
dem Kraftwerksbetreiber EPZ aus den Niederlanden betrieben und ist die weltweit größte Einrichtung
seiner Art.
Dietmar Dusmann von der Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft (KSG) und
Gesellschaft für Simulatorschulung (GfS) begrüßte die Teilnehmer und
führte zusammen mit einem Mitarbeiter zwei Gruppen durch das Simulatorzentrum. Das startete seine Arbeit im Jahr 1977 mit zwei Simulatoren,
jeweils einem für Kraftwerke mit Druckwasser- und Siedewasserreaktoren.
Heute betreibt das Zentrum acht kraftwerksspezifische Simulatoren für
zehn Kernkraftwerke. Hier wird das verantwortliche Betriebspersonal eines
holländischen und aller in Betrieb befindlichen deutschen Kernkraftwerke
geschult. Die Simulatorschulung ist gesetzlich vorgeschrieben und ein
wesentlicher Bestandteil zur Erlangung und zum dauerhaften Erhalt der
behördlich vorgeschriebenen Fachkunde des Lizenzpersonals.
Betriebspersonal findet hier dieselben Arbeitsbedingungen und Anforderungen vor, wie sie in der Realität beim Bedienen und Überwachen
der Anlage auftreten oder auftreten können. Die Übungsprogramme
beinhalten das gesamte Spektrum des Betriebs eines Kernkraftwerkes:
Normalbetrieb, betriebliche Störungen sowie alle Stör- und Schadensfälle
bis hin zu auslegungsüberschreitenden Szenarien. Und dies in beliebigen
Kombinationen, mit wechselnden Intensitäten und unter verschiedensten
Randbedingungen. Als gleichrangig mit dem Bedienen und Verstehen der
Technik wird das Verhalten des Menschen im Team geschult: sein eigenes
Arbeitsverhalten, Teamfähigkeit, Kommunikation, Entscheidungs- und
Führungsverhalten.
1500 Kursteilnehmer jährlich. Das Simulatorzentrum der KSG/GfS wird
jedes Jahr von etwa 1.500 Kursteilnehmern besucht, in rund 300 Kursen
lernen und üben sie an den Simulatoren, ihr Kernkraftwerk unter allen
denkbaren Betriebsbedingungen zu bedienen und zu verstehen. Die
für das Simulatortraining genutzten Simulatoren geben das jeweilige
Kernkraftwerk in seinem Erscheinungsbild und seinem technischen, physikalischen und zeitlichen Verhalten exakt wieder. Das verantwortliche
Mit der politischen Entscheidung, die deutschen Kernkraftwerke bis 2022
stillzulegen, muss sich das KSG zu einem neuen Unternehmen umbauen.
Neue Märkte werden schon erschlossen.  s
Eine der beiden Besuchergruppen im Kraftwerkssimulator
Dr. Friedrich Günther am Steuerpult des Kernkraftwerks ISAR II. Er löst probehalber den „Supergau“ aus.
BAU AKTUELL 02/ 2016
9
AUS DEM VERBAND
Jörg Rösler, (re.) im Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (2.v.l.) am Stand des Bauindustrieverbandes.
Zahlreiche Abgeordnete nutzten den Parlamentarischen Abend zum Meinungsaustausch mit den Repräsentanten der Wirtschafts- und Unternehmensverbände.
4. Parlamentarischer Abend von unternehmer nrw
Politik trifft Wirtschaft
im Landtag NRW
Düsseldorf. Unter dem Motto „Politik trifft Wirtschaft“ veranstaltete die Landesvereinigung
der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw) am 21.4.2016 bereits
zum vierten Mal einen Parlamentarischen Abend im Landtag NRW. Dabei stand der intensive
Austausch und Dialog zwischen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden und der Politik in
NRW im Mittelpunkt. Zahlreiche Wirtschafts- und Unternehmensverbände aus Land und
Kommunen präsentierten sich interessierten Abgeordneten und Ministern. Der Bauindustrieverband NRW war wieder mit einem Informationsstand vertreten, an dem Vizepräsident
Jörg Rösler und Tobias Siewert, Leiter Politik - Presse - Kommunikation, als Gesprächspartner
zur Verfügung standen.
Horst-Werner Maier-Hunke, Präsident von
unternehmer nrw, begrüßte die Gäste: „Es
haben sich fast 500 Persönlichkeiten aus
Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden
und Gesellschaft aus ganz NordrheinWestfalen angesagt. Das ist ein lebendiges
Beispiel für ein gutes Miteinander von Politik und Wirtschaft in diesem Land.“ Er bedankte sich bei den 13 teilnehmenden Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden, die
sich und ihre Mitgliedsfirmen an diesem
Abend in der Bürgerhalle präsentierten.
Vor dem Hintergrund des stagnierenden
Wirtschaftswachstums in NRW appellierte
Maier-Hunke an die anwesenden Abgeordneten und Regierungsvertreter: „Wir
sollten alles vermeiden, was unser Land
schwächt oder unsere Unternehmen
im Vergleich zu Konkurrenten anderer
Standorte zusätzlich belastet.“ Denn eines
sei klar, „am liebsten investieren wir Unternehmer in Arbeits- und Ausbildungsplätze
in Nordrhein-Westfalen, denn hier sind
unsere Wurzeln“.
Auch das Thema „Integration von Flüchtlingen“ sprach Maier-Hunke an. So versicherte er, dass die Bereitschaft in den Betrieben
Flüchtlinge einzustellen nach wie vor sehr
groß sei: „Deshalb werden wir als unternehmer nrw das Thema Integration weiter aktiv begleiten. In Kooperation mit dem Land
und mit der Arbeitsverwaltung. Das sage
ich Ihnen heute Abend ausdrücklich zu.“  s
Die Bauindustrie NRW
trauert um Dr. Alfred Stolte
geb. 11.11.1922 – gest. 14.03.2016
Dr.-Ing. Alfred Stolte war von 1977 bis 2004 ehrenamtlich im Bauindustrieverband
NRW tätig. Von 1979 bis 1990 engagierte er sich als Vorstandsmitglied, und von 1990
bis 2004 als Beisitzer im Ehrengericht. Als Delegierter des Verbandsbezirk Bergisch
Land vertrat er von 1977 bis 1990 die Interessen der Unternehmer im Sozialpolitischen Ausschuss, von 1979 bis 1990 hatte er dort den Vorsitz inne. Alfred Stolte war
zudem von 1977 bis 1981 Mitglied im Fachausschuss Verkehrswirtschaft, bis 1990
brachte er sich als Arbeitskreismitglied im Verbandsbezirk Köln ein und war zudem
Mitglied in der Bundesfachabteilung Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz im
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. 1981 erhielt er das Verdienstkreuz am
Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Die Bauindustrie NRW trauert um Dr. Alfred Stolte und wird ihm ein ehrendes
­Andenken bewahren.
Herzlich willkommen
im Bauindustrieverband NRW
Wir freuen uns, ein weiteres Mitgliedsunternehmen in unserem Verband begrüßen zu dürfen.
Lück + Wahlen Baugesellschaft GmbH & Co. KG, Düren
www.lueck-wahlen.de
Herzlichen Glückwunsch
Impressum
Herausgeber:
Bauindustrieverband
Nordrhein-Westfalen e.V.
Uhlandstraße 56, 40237 Düsseldorf
Tel. 02 11/67 03-219
www.bauindustrie-nrw.de
Verantwortlich:
Petra Zenker
Politik – Presse – Kommunikation
[email protected]
Redaktion:
Jennifer Winkelsträter,
WIN Agentur für Kommunikation, Willich
Layout: u
bb kommunikation, Bochum
Fotos: Bauindustrieverband NRW,
Martin Leclaire, Mirko Scheibeck
Druck: paffrath print & medien GmbH
Auflage: 1.100
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Wesseling. Senator h.c. Friedrich Graf, geschäftsführender Gesellschafter der Hans Graf
Bauunternehmung GmbH & Co. KG in Wesseling, wurde am 22. Mai 2016 80 Jahre alt. Prof.
Beate Wiemann würdigte ihn für seine Verdienste um die nordrhein-westfälische Bauindustrie
in einer Festrede anlässlich seines Geburtstagsempfangs am 24. Mai 2016 im Graf Forum
des Wesselinger Unternehmens. Im Namen des Bauindustrieverbands NRW gratulierte sie
sehr herzlich und wünschte Fritz Graf für die nächsten Lebensjahre viel Gesundheit, Glück,
Zufriedenheit, Schaffenskraft und Gottes Segen.
„Friedrich (genannt Fritz) Graf ist Bauingenieur und Betriebswirt, Bauunternehmer
mit großer Leidenschaft, engagiertes Mitglied im Arbeitskreis des Verbandsbezirks
Köln des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, Inhaber hoher Auszeichnungen, bauunternehmerisches Urgestein
mit viel Humor und Weitblick, eckig und
kantig und von großem Gewicht, Freund
klarer Worte, abwägend und impulsiv, leidenschaftlicher Skifahrer und passionierter
Segler, „eingefleischter“ Familienmensch,
er ist ein sich weit über das normale Maß
hinaus engagierender Bürger Wesselings,
Politiker, Schützenbruder und Karnevalist,
mitten im Leben stehend“, fasste Beate
BAU AKTUELL 02 / 2016
Wiemann den Charakter und die Persönlichkeit des Jubilars in ihrer Gratulation zusammen. Graf ist Unternehmer und Wesselinger Bürger mit Leib und Seele, das zeige
sich an seinem vielfältigen Engagement als
amtierendes Mitglied, Ehrenmitglied und
Vorsitzender verschiedenster politischer,
wirtschaftlicher und gesellschaftlicher
Vereine und Institutionen. Von seinem
hohen ehrenamtlichen Einsatz und seiner
Fach- und Fachkompetenz zeugten die
vielen Auszeichnungen, die er in seinem
erfolgreichen Leben bisher erhalten hat,
so Wiemann weiter.
Auszeichnungen und Orden. Fritz Graf
ist Träger des Verdienstkreuzes am Bande
des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland, Ehrenringträger der Stadt
Wesseling sowie Ehrenpräsident, Träger
des Europakreuzes in Gold und Inhaber
des Gold-Jupiter (Wirtschafts- und Ausbildungspreis Soziale Marktwirtschaft) des
Wirtschaftskomitee Deutschland e.V. Er
erhielt viele Ehrennadeln und Ehrenurkunden, u.a. die silberne Ehrennadel der VRBank Rhein-Erft, die Malteser Dankplakette
des Malteser Hilfsdienstes sowie silberne
und goldene Verdienstorden, Ehrenschild
und Ehrenring verschiedener Karnevalsgesellschaften und dem Festkomitee Kölner
Foto: Montserrat Manke
Friedrich Graf feierte 80. Geburtstag
Zu seinem 80. Geburtstag erhielt Fritz Graf
vom Wirtschaftskomitee Deutschland e.V. den
Orden am Halsband ‚Erhöhte Sonderstufe‘
zum Europakreuz in Gold. Daniel Quack
(links), Bundesgeschäftsführer und Generalsekretär des Wirtschaftskomitees Deutschland,
überreichte zusammen mit Siegfried Auffermann (nicht auf dem Foto), Präsident des
Gesamtverbandes Wirtschaftskomitee
Deutschland, diese hohe Auszeichnung.
Karneval. Ihm wurde der „Große Orden für
Glaube, Sitte, Heimat“ der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft verliehen, er
besitzt die „goldene Nadel“ des Boxring
Wesseling 62 e.V. und ist Polizeimeister
h.c. Außerdem ist Graf zweiter Vorsitzender
des ChemNet (ChemCologne e.V.), einem
Netzwerk der chemischen Industrie im
Rheinland.  s

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