Karnien und seine Täler Museen Ein bisschen Geschichte

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Karnien und seine Täler Museen Ein bisschen Geschichte
Natur und Sport, Gastronomie und Wohlbefinden, Kunst,
Geschichte und Traditionen: ein harmonisches Zusammenleben
in einem Dorf namens Karnien
WIE UND WO
Autobahnen
Verwaltete Berg-und Ferienhütten
Hauptstrassen
Schutzhütten und Läger
Nebenstrassen
Carnia Trekking Route
Nummern der Staatssstrassen
Mountain Bike Routen mit Tabellen
Enfernungen in km
Pferde - Trekking
Naturorte
Ski Pisten
Informationsbüros - Carnia
Ski Nordisch - Pisten
KARNIEN
Schwimmbäder
Thermen von Arta
Regione Friuli Venezia Giulia
AUSTRIA
Forni Avoltri
AUSTRIA
Ravascletto
Sauris
CARNIA
Forni di Sopra
Tarvisio
Arta Terme
A23
Tolmezzo
Gemona
del Friuli
Piancavallo
SLOVENIA
Europa
Cividale
del Friuli
San Daniele
del Friuli
Regione
Friuli Venezia Giulia
UDINE
Italia
PORDENONE
Palmanova GORIZIA
A28
A4
TREVISO
1758
Malga Varmost
SLOVENIA
Aeroporto FVG
Ronchi dei Legonari
A4
Aquileia
VENEZIA
Lignano
Sabbiadoro
Grado
TRIESTE
SLOVENIA
WIE MAN DORTHIN KOMMT
Mit dem Auto
Mit dem Flugzeug
Mit dem Zug
Autobahnen
A4 Turin - Triest
A23 Palmanova - Udine - Tarvisio
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Projekt und Realisierung: Five Zone Udine _ Druck: Druckerei La Tipografica - Basaldella _ Deutsche Ausgabe gedruckt in Februar 2011 _ Texte vom Touristbüro Carnia
Übersetzung: D’Agostini Organizzazione Dipartimento linguistico Dagoservice _ Fotos von: Archivio Fotografico Museo Carnico delle Arti e Tradizioni Popolari “M. Gortani”, Archivio Fotografico
Comunità Montana della Carnia, Archivio Immagini Biathlon Forni Avoltri, N. Brollo, Carnia Welcome, U. Da Pozzo, B. Deotto, L. Gaudenzio, Pentaphoto, V. Romanin, L. Tessaro, E. Trinca, M. Verin.
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zur Entwicklung des Tourismus L.135/01 “Alpi
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Ein bisschen Geschichte: Von dem Volk der Karnier bis heute
Karnien und seine Täler
NATUR, SPORT, SCHNEE, SPASS UND ERHOLUNG
Karnien ähnelt einer großen Hand: der Handteller besteht aus dem Tal, in dem der Tagliamento gemächlich
fließt, und die Finger sind die von seinen Nebenflüssen gegrabenen Täler. Im Tal des Tagliamento liegen
der Hauptort Tolmezzo und der bekannte Touristenort Forni di Sopra, der von den Gipfeln der Friaulischen
Dolomiten beherrscht wird. Das Val Lumiei führt zum bezaubernden Dorf Sauris, der höchstgelegenen
Gemeinde Friauls, an einem tiefgrünen See; das Val Degano dagegen führt nach Forni Avoltri, berühmt
für sein internationales Biathlonzentrum. Das Val Pesarina ist eine zauberhafte Naturlandschaft, mit
seinen Uhren und den typischen Dörfern Prato Carnico und Pesariis, während das Tal des Bût das Reich
des Wohlgefühls und des Sports ist, dank dem Kurort Arta Terme und dem olympischen Dorf Paluzza,
das ein ideales “Basislager” zum Bergsteigen ist und auch Langlaufloipen bietet. In den Thermen
von Arta gibt es neben den traditionellen Kuren mit Wasser und Schlammpackungen Abteilungen für
Schönheitsbehandlungen, zur präventiven Medizin, für Aktivitäten im Wasser zur Erholung und zur
Rehabilitation, neben der für Fitness. Das Valcalda, mit Ravascletto, ist die Heimat der Gastronomie und,
dank seiner Skilifte, die auf die Berge Zoncolan und Tamai führen, ein wichtiges Wintersportgebiet.
Wilder ist das Tal des Chiarsò, mit der wunderschönen Mulde von Paularo.
Thermen von Arta
Sauris
Bergturm Comici, Forni di Sopra
Kirche Frassenetto, F. Avoltri
“Fasjn la mede”, Zoncolan Typisches Haus
Ein bisschen
Geschichte
VON VOLK DER KARNIER
BIS HEUTE
Karnien ist seit der mittleren Altsteinzeit besiedelt. Dauersiedlungen, oft
befestigt, gibt es seit Ende 2. / Anfang 1. Jahrtausend v.Chr. Von nun
an wurden die Täler Karniens zum
Handelsort zwischen verschiedenen
Kulturströmungen: Paläovenetier (von
Westen) Hallstatt-Kultur (von Norden
und von Osten), Etrusker (von Süden).
Während der Eisenzeit war Karnien
von keltischen Stämmen bewohnt, den
Karniern, von denen es seinen Namen
bekam. Mit seiner Ausdehnung nach
Norditalien kam Rom in Kontakt mit
den Karniern, die sich allmählich mit
den Besatzern vermischten und deren
Sprache, Religion und Sitten annahmen. Iulium Carnicum (Zuglio) war
nicht nur Kolonie zum Schutz der Straße ins Noricum, sondern auch einer
der ältesten Bischofssitze.
Nach der Römerherrschaft kam die
des langobardischen Herzogtums Friauls, das den Bischofssitz von Zuglio
nach Cividale verlegte, Hauptstadt des
Herzogtums. Dann kam die Gründung
des Patriarchats Aquileia (1077), als
selbständiger Staat im Rahmen des
Heiligen Römischen Reichs, das aber
ab Ende des 13. Jahrhunderts unter
den Einfluss Venedigs geriet. Die erste
geschichtliche Erwähnung Tolmezzo
geht auf eine Urkunde aus dem Jahr
1000 zurück, in der es als einfacher
Ort zitiert wird; man verdankt dem Patriarchen Raimondo della Torre einen
Großteil der Entwicklung des Wohnund Handelsorts von Tolmezzo; zum
Dank ließ die Gemeinde das Symbol
della Torres in den Scheitelstein des
Bogens des Oberen Tors (Porta di Sopra) (Nord-) der Stadtmauer meißeln.
Am 7. August 1302 war der Patriarch
Johann von Mähren in seiner Burg in
Tolmezzo und schenkte mit einer Bulle
Ländereien, befreite die Gemeinde von
Steuern und gab ihr ein neues Wappen:
statt des alten Turms mit Adler auf
dem Tor war es nun das weiße Kreuz
in blauem Feld mit rotem Rand. In den
ersten beiden Jahrzehnten des 15.
Jahrhunderts standen sich in Friaul
zwei Faktionen gegenüber: eine angeführt von den Gemeinden Tolmezzo,
Gemona und Venzone zur Unterstützung von Gregor XII, die andere unter
der Führung von Tristano Savorgnano
zugunsten des Patriarchen; dieser
Streit endete mit dem Einzug des Königs Sigismund von Ungarn in Friaul.
Diesem Eindringling stellte sich die
Republik Venedig entgegen, die Friaul
und Karnien in ihren Besitz nahm; das
war am 16. April 1421. Karnien wurde
von der Türkengefahr nur gestreift,
und auf der Bürgerversammlung vom
1. Januar 1477 wurde beschlossen,
den oberen Picotta-Turm als Wachposten gegen die Türken zu bauen.
Verwaltungsmäßig war Karnien in drei
Organe unterteilt: das erste war die
Gemeinde Tolmezzo mit ihren Dörfern;
das zweite waren die vier Stadtteile
S.Pietro, Gorto, Tolmezzo und Socchieve; das dritte bestand aus den Gismani, Feudalherren, die die Familien in 23
Burgen vertraten. Nicht zu Karnien gehörten Forni di Sotto und Forni di Sopra, die seit 1361 unter der Herrschaft
der Familie Savorgnano standen. 1692
war ein trauriges Jahr für ganz Karnien: schreckliche Überschwemmungen
zerstörten Straßen, Kirchen und Häuser und löschten ganze Dörfer aus.
Einen bemerkenswerten Beitrag zur
Verbesserung des wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Wohlbefindens
von Tolmezzo und von einem Großteil
Karniens leistete Jacopo Linussio aus
Paularo (1691 – 1747); mit den beiden
Textilfabriken in Moggio und Tolmezzo
stellte er um 1745 jährlich gut einundzwanzigtausend Stoffballen, die auf die
wichtigsten europäischen Märkte exportiert wurden.
Mit dem Vertrag von Campoformido,
der am 17. Oktober 1797 ratifiziert
wurde, kam Karnien zum Habsburgerreich und blieb dort bis 1805, als, nach
Austerlitz, Napoleon sich Venetien zurückholte und es ins Königreich Italien
eingliederte. Mit dem Sturz Napoleons 1814 und der Schaffung des Königreichs Lombardei-Venetien wurde
Karnien in diesen neuen Staat aufgenommen und dann 1866 ins Königreich
Italien. Beim Ausbruch des 1. Weltkriegs, am 24. Mai 1915, übertrug das
italienische Oberkommando das ganze
Gebiet, Zona Carnia genannt, an ein
selbständiges Armee-Korps (XII.). Am
1. Oktober 1917, im Gefolge der Niederlage von Caporetto, mussten sich
die italienischen Truppen, wie auch die
Zivilbevölkerung, teils Richtung Cadore und teils Richtung Tal des Arzino
zurückziehen. Dieses Opfer wurde ein
Jahr danach mit der Rückkehr Karniens in die Heimat belohnt.
Der Rest ist jüngste Geschichte, die
wir alle kennen, nämlich: der zweite
Weltkrieg, die Teilung unserer Halbinsel in freies und besetztes Gebiet, der
Widerstand, die Invasion der Kosaken
und schließlich die Befreiung.
Museen: Entdecken sie die Kultur und die Traditionen Karniens
Museen
ENTDECKEN SIE DIE KULTUR
UND DIE TRADITIONEN KARNIENS
Karnien als Wissensquelle birgt unzählige Museen und wertvolle Sammlungen. Volkskundlich bedeutend ist
das Museum der Volkskunst und -traditionen „Michele Gortani“ in Tolmezzo, das alle Aspekte des Lebens in Karnien vom 14. bis zum 19. Jahrhundert
zeigt. Zeugen des Volksguts sind die
Sammlung Cemuòt chi èrin (Wie wir
waren) in Forni Avoltri, das Wohnhaus
der Familie Bruseschi aus dem 17.
Jahrhundert in Pesariis di Prato Carnico, das Centro Etnografico in Sauris
di Sopra und das Centro Storiografico
in Sauris di Sotto.
Dass in der Römerzeit dieses Land
strategischer Verbindungspunkt mit
dem Noricum war, beweist das Archäologische Museum Iulium Carnicum in Zuglio, als unverzichtbare
Vorbereitung auf eine Besichtigung
der Ausgrabungen in Karnien. In etwa
750 m Höhe, bei der alten Pfarrkirche
von San Pietro, erstreckt sich auf vier
Terrassen der Giardino dei Semplici,
mit etwa 1200 zum größten Teil bodenständigen Pflanzen. Es ist ein thematischer botanischer Garten innerhalb
der Polse di Cougnes, eines ökumenischen Zentrums für Treffen, Spiritualität, Kultur und Umwelt. Auf der sogenannten Via Iulia Augusta gelangt man
in den Ortsteil Enfretors von Paluzza,
um die Reste eines der beiden Zolltürme aus dem 13. Jahrhundert zu bewundern: den Moscarda-Turm. Letzte
italienische Station der Römerstraße
ist Timau, das mit seinem Museum des
Ersten Weltkriegs und dem benachbarten Gebeinhaus von den traurigen
Erlebnissen der jungen Karnier in jenen schrecklichen Jahren zeugt.
Erwähnen sollte man auch die Bedeutung des karnischen Kunsthandwerks: in Illegio di Tolmezzo ist noch
die Mulin dal Flec, eine Mühle aus dem
17. Jahrhundert, in Betrieb; in Sutrio
können wir die Frucht der dreißigjährigen Fleißarbeit des Tischlermeisters
bewundern, die Krippe von Teno, und
in Cercivento die Schmiede aus dem
15. Jahrhundert Farie di Checo. Durch
das Valcalda hindurch, das das Tal des
But mit dem Val Degano verbindet,
gelangt man zur Versorgungsstelle
für den Bau der Schiffe der Republik
Venedig und kann das Museum des
Holzes und des Sägewerks Venedigs
in Aplis besichtigen. Während eines
Aufenthalts in der Gemeinde Ovaro
verlässt man das Grün des Waldes,
um in das dunkle Bergwerk von Cludinico einzudringen. Wenn man dann
in das Val Pesarina abbiegt, hört man
das Läuten seiner Uhren, und entlang
den Gassen von Pesariis kann man die
ausgestellten Freilicht-Uhren und das
Uhrenmuseum bewundern. Neben
talentierten Handwerkern wohnen in
Karnien auch renommierte Künstler,
die, von der Schönheit dieses Landes
inspiriert, herrliche Werke geschaffen
haben, wie der Maler Enrico De Cillia,
der eine Galerie für Moderne Kunst in
Treppo Carnico gründete, mit Werke
von ihm und auch von anderen Künstlern der gesamten Region, so dass sie
heute eine der wichtigsten zeitgenössischen Kunstsammlungen ist. Ebenso entstand die Pinacoteca Davanzo
in Ampezzo, dank dem Nachlass des
Landschaftsmalers Marco Davanzo.
Anderer Art ist dagegen der Art Park
in Verzegnis, eine Privatsammlung
von Egidio Marzona, bestehend aus
Werken von bedeutenden Künstlern
aus dem In- und Ausland, die in einem
Park im Freien stehen. Ein weitere
Privatausstellung ist die des Meisters
Canciani in der Mozartina, im Palazzo Scala aus dem 18. Jahrhundert in
Paularo, wo man eine Sammlung unzähliger Musikinstrumente bewundern
kann, die perfekt funktionieren. Wer
sich auch für die Natur und Erdgeschichte der Gegend interessiert, kann
das Geologische Museum in Ampezzo
besichtigen, wo Felsen und Fossilien
von beträchtlichem wissenschaftlichem Interesse aufbewahrt werden,
die einen Zeitraum von etwa 400 Millionen Jahren abdecken, wie auch die
Naturausstellung von Preone - 200
Millionen Jahre - mit dem Urzeit-Lehrpfad Stavoli Lunas. In der Pfarrkirche
von Ovaro kann man eine Sammlung
von alten sakralen und profanen Gegenständen wie auch wertvolle Fresken bewundern, während in der von
Cesclans di Cavazzo Carnico kürzlich
eine Archäologieausstellung im Antiquarium eröffnet wurde, unter dem
Titel “Im Herzen der Kirche”: sie zeigt
die archäologische Forschung anlässlich der architektonischen Restaurierung und des Wiederaufbaus nach dem
Erdbeben und liefert so dem Besucher
Grundkenntnisse der Geschichte des
Sakralbaus, chronologisch geordnet.
Info:
Auskünfte jeder Art
bei CarniaMusei – dem Museumsnetz
der Berggemeinschaft Karniens:
tel +39 0433 487779
fax +39 0433 487760
[email protected]
www.carniamusei.org
Aktivtourismus in Karnien
Seen
Aktivtourismus
in Karnien
KLEINE WASSERFLÄCHEN
IN DEN BERGEN
Wie ein von Bergen eingefasster Tropfen erstreckt sich vor unseren Augen
der Lago di Cavazzo, das größte natürliche Becken Friaul Julisch Venetiens, an dem drei Gemeinden liegen:
Cavazzo in Karnien und Trasaghis und
Bordano im friaulischen Hügelland. Im
Südteil des Sees kann man dank eines
gesicherten Wegs in aller Ruhe spazierengehen und die für Seen typische
Flora und Fauna bewundern. Zwischen
den Bergen ist der See von Sauris
eingekeilt, der das Blau des Himmels
reflektiert und das Grün der Natur,
ideales Ziel für viele Sportfischer und
Liebhaber des Trekkings, des Mountainbikes und der Ausflüge zu Pferde.
Dieser Stausee entstand durch den
Bau der Talsperre des Lumiei und
wurde am 30. Mai 1948 als der höchste
Staudamm Europas eröffnet.
Ein weiterer Stausee ist der von Verzegnis, in einer grünen Mulde in der
Nähe des Ortsteils Chiacis gelegen.
Zwar darf man darin nicht baden, er ist
jedoch Ziel von Sportfischern, Wanderern und Mountain-Bikern, ein ruhiger
und erholsamer Ort.
Um ein paar Stunden im Freien zu verbringen, fern vom Massenbetrieb, gibt
es auch einige kleinere Seen, die leicht
erreichbar sind: der Laghetto Cison
tet Flüge über Gipfel und Täler.
Für die Mutigsten gibt es Kletterrouten
mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Klettersteige und Kletterhallen,
oder sie können das Canyoning (Canyoning) praktizieren, in den engen
Schluchten des Lumiei, des Rio Frondizzon und des Rio Vinadia.
Die karnischen Seen und Wasserläufe
sind ideale Orte zum Fischen, Surfen
und Segeln.
Eine neuartige Sportattraktion in der
Gegend von Forni Avoltri ist die Rollskipiste beim Stadion des Biathlon-
bei Amaro, der See von Villa Santina,
wo man ohne Lizenz und Erlaubnis angeln kann und nur den Fang bezahlt,
und der Lago di Caprizi in der Nähe
von Priuso.
Zu den Davost-Seen bei Forni di Sopra, in einem Pinienhain mit einem gut
ausgestatteten Spielplatz und auch
zur Sportfischerei geeignet, gelangt
man von dem Platz in der Ortsmitte
durch einen Spaziergang von 5 Minuten. Schließlich sind die bezaubernden Alpenseen zu nennen, vor allem
der im Naturschutzgebiet Bordaglia,
einer besonders schönen Landschaft,
am Boden einer Mulde aus der Eiszeit, inmitten der Weiden am Hang des
Monte Volaia in der Gemeinde Forni
Avoltri. Wenn man Richtung Valcalda
bergabfährt, biegt man in Ravascletto
in die Panorama-Gipfelstraße ein, die
zu den Seen von Tarond und Crasulina
führt, die durch ihren landschaftlichen
Reiz und ihre reiche Fauna und Flora
bestechen. Das Pfeifen der Murmeltiere ertönt von den Felsen rund um
den Lago Dimon am Gipfel des Monte
Paularo, der von Treppo Carnico mit
einer Wanderung von etwa drei Stunden erreichbar ist. Ebenfalls nahe der
österreichischen Grenze öffnet sich
im Pramosio-Wald die märchenhafte
Mulde des Lago di Avostanis.
In dem reizvollen Val Lumiei bedecken
ausgedehnte Rhododendron-Bestände
die Ufer der kleinen Seen von Festons
und Malins auf den Bergen von Sauris,
die auch vom Val Pesarina aus erreichbar sind. Der Laghetto di Mediana, der
von Sauris di Sopra oder von der Casera Razzo aus erreichbar ist, ist ein winziger smaragdfarbener Wasserspiegel,
in den dichten Wäldern des oberen Val
Lumiei versteckt.
Während der Wintersaison ist Karnien Synonym für Ski, aber es gibt
auch zahlreiche Anziehungspunkte
für junge Leute und für das Après-Ski:
beleuchtete Schlittenbahnen, Eislaufbahnen, Schwimmbäder, Turnhallen,
Tennishallen, und für totale Entspannung: Die Thermen von Arta, mit ihrem wohltuenden Wasser mit sulfatcalcium-magnesium-schwefelhaltigen
Mineralien.
Nach dem Weiß des Winters färbt sich
Karnien im Lauf des Frühlings grün
und man kann verschiedene Sportarten im Freien betreiben: Mountainbike, Fußball, Tennis, Bogenschießen,
Sportschießen.
Auf den berühmten Quads kann man
die höchsten Ziele auf unwegsamen
Wegen und Strecken erreichen, Orte,
an denen man sich in eine der zahlreichen Berghütten verlieben kann oder
eine der vielen Almhütten im Hochgebirge, in denen man einen erholsamen
Abend verbringen kann, umgeben von
der Stille der Natur.
Wer das Abenteuer liebt, darf es nicht
versäumen, einen “Spaziergang auf
den Bäumen” im Adventure Park zu
machen und den Sprung ins Leere aus
einer Höhe von 15 Metern zu wagen.
Glanzpunkt des Sports in Karnien ist
der Radsport, der in der Lage ist, jedes Bedürfnis zu befriedigen, von den
klassischen Parcours für Mountainbike und Straßenfahrrad bis zu den
anspruchsvollsten Bergstrecken für
Radrennen, die auch “den steilsten
Anstieg Europas” umfassen, eine berühmte Etappe des “Giro d’Italia”, die
von Ovaro zum Monte Zoncolan führt.
Karnien kann auch auf dem Pferdesattel entdeckt werden, auf Wegen
mit geringen Höhenunterschieden: die
Saumpfade sind breit und bequem und
die Wildbäche sind leicht zu durchwaten, oder man kann in den Talwäldern
auf Eseln reiten.
Am besten ausgebaut ist jedoch das
dichte Wegenetz, ideal zum Wandern
und Nordic Walking, das durch ganz
Karnien führt.
Paluzza und der Park des Karnischen
Hügellands sind ideale Orte, um sich
im Orientierungslauf zu versuchen.
Man kann diese Gebiete selbständig
erkunden oder mit erfahrenen Alpen-,
Natur- und Wanderführern.
Für die Mutigsten besteht die Möglichkeit Karnien von oben zu bewundern,
mit einem Hängegleiter oder einem
Fallschirm.
Eine gut ausgestattete Flugschule für
Ultraleichtflugzeuge und Freiflug bie-
Die Pfarrkirchen: Symbole der Kirchengeschichte
Alm- und
Berghütten
Die
Pfarrkirchen
GASTFREUNDSCHAFT
UND GASTBETRIEBE IN DEN BERGEN
Während der Entdeckungstour durch
die karnischen Berge kann man in
Berghütten, Almhütten und Käsereien
rasten und sich stärken. Berghütten
bieten Unterkunft und Bewirtung für
Bergsteiger in isolierten Berggegenden, außerhalb der Städte, ab 1.000
Meter Höhe, erreichbar auf Saumpfaden oder Wegen, für begrenzte Zeiträume im Jahr und an günstigen Orten
für Bergbesteigungen und Wanderungen. Die Almhütte ist das Sommerhaus
der Kühe, das heißt, sie bietet alles Nötige für den Almauf- und -abtrieb, wie
Viehweiden und eine Käserei. In vielen
Almhütten kann man Käseerzeugnisse
kaufen und kosten: vom Käse bis zur
Ricotta und zur Butter; einige verfügen
über Gästezimmer.
Die Käserei schließlich besteht aus
verschiedenen Gebäuden: der Woh-
nung der Almhirten und Räumen zur
Milchverarbeitung und zur Aufbewahrung und Reifung des Käses. Es ist
nicht schwer, einen Almhirten zu treffen, der Milch verarbeitet und die Methoden und die benutzte Ausrüstung
erklärt. Um spektakuläre Orte zu erreichen, wo Flora und Fauna am großartigsten sind, gibt es eine Vielzahl von
Wegen mit CAI-Markierungen. Thematische Routen bedecken ganz Karnien
und bieten die Möglichkeit, alle Almhütten zu entdecken, auch auf dem
Mountainbike oder zu Pferde, in einem
oder mehreren Tagen.
Die Berghütten sind nicht nur Orte
zum Ausruhen und Essen, wo man oft
typische Speisen probieren kann, sie
öffnen ihre Türen auch der Kultur und
Kunst: in den Sommermonaten finden
hier Musik- und Literaturtreffen im
SYMBOLE DER KIRCHENGESCHICHTE
Rahmen der Festivals “Noten in der
Berghütte” und “Worte in der Berghütte” statt.
Als Symbole der Kirchengeschichte
Karniens und Zeugnisse künstlerischer Entwicklungen von beträchtlichem Interesse sind die Pfarrkirchen
Karniens eine Gelegenheit für Ausflüge und kulturelle Routen für den,
der die Gegend in all ihren Aspekten
entdecken will. Sie waren religiöse,
gesellschaftliche und wirtschaftliche
Treffpunkte, isoliert gelegen und die
wichtigsten Täler und die alten Verbindungsstraßen beherrschend, und
in den dunklen Zeiten des Mittelalters
strategische Punkte für die Verteidigung der Einwohner gegen die Feinde.
So liegen denn auch alle elf Pfarrkirchen, die im Verzeichnis des 1247 erscheinen, an alten Verbindungsstraßen
mit dem Noricum oder mit dem Cadore, oder in der Nähe davon: im Tal des
Tagliamento (Cesclans, Verzegnis, In-
villino, Enemonzo, Socchieve, Ampezzo und Forni di Sotto), im Val Degano
(Santa Maria di Gorto), im Tal des Bût
(Santa Maria Oltre Bût, Illegio und San
Pietro di Zuglio). Wenn man von Cavazzo Carnico Richtung Cesclans fährt,
gelangt man kurz nach Beginn des Anstiegs zur Pfarrkirche Santo Stefano, in
der seit kurzem wieder Gottesdienste
stattfinden. Hier brachten Ausgrabungen die Überreste eines Kultgebäudes
mit einem Wachtturm am Eingang
aus dem 8.-9. Jahrhundert zutage.
Der Verlauf der Ausgrabungen unter
der Pfarrkirche ist jetzt im Antiquarium ausgestellt. Wenn man vom Hügel
wieder heruntergekommen ist und den
Hauptort Karniens erreicht hat, muss
man unbedingt Santa Maria Oltre Bût
oder die Pfarrkirche San Lorenzo im
Ortsteil Caneva besichtigen, die einen
Großteil des Tals beherrscht. Dasselbe
gilt für die Pfarrkirche San Floriano in
Illegio (9. Jahrhundert), die, vom Gipfel
des Monte Giaideit aus, den ersten Teil
des Tals des Bût dominiert. Man fährt
auf der Staatsstraße 52bis in Richtung
Arta; die Kirche ist aber nur zu Fuß erreichbar, über den Weg, der auf Höhe
Imponzo beginnt: es ist ein angenehmer Spaziergang durch eine ländliche
Gegend mit Ausblicken von großer
Schönheit. Die Pfarrkirche ist zu Fuß
auch von Illegio erreichbar, wo auch
die Ausgrabungen von San Paolo vecchia (der ältesten Kultstätte Karniens
vom Ende des 4. Jahrhunderts) besichtigenswert sind. Wenn Sie wieder nach
Imponzo hinabgestiegen sind, geht die
Reise weiter Richtung Zuglio, eine römische Ausgrabungsstätte von großer
Bedeutung (das Ausgrabungsgelände
und das Museum sollten besichtigt
werden) und dann Richtung Fielis. Von
hier kann man zu Fuß zur Pfarrkirche
San Pietro (Sitz eines Bistums aus dem
5. Jahrhundert) gelangen, indem man
der Straße folgt und der breiten Treppe. Im Val Degano können wir sowohl
die frühchristliche Kirche aus dem 5.
Jahrhundert mit Taufkapelle daneben
bei der Kirche San Martino bewundern
(nach dem Ende der Ausgrabungen
wurde der Bereich zu einem Museum),
als auch die Pfarrkirche von Gorto
(11.-12. Jahrhundert) auf der Anhöhe
von Agrons. Auch in dieser Pfarrkirche
gibt es ein kleines Museum. Nun führt
uns die Pfarrkirchen-Rundtour ins Tal
des Tagliamento. Hier sind die ältesten
Pfarrkirchen die von Santa Maria Maddalena in Invillino (die auf den Hügel
Santino verlegt wurde, nach der Aufgabe der frühchristlichen Basilika aus
dem 5. Jahrhundert, die auf dem Hügel Zuca stand und heute ein Museum
ist) und die von Santa Maria Assunta in
Socchieve, Ortsteil Castoia. Anders ist
es mit der Lage der anderen vier karnischen Pfarrkirchen im Tal des Tagliamento, das heißt die von San Martino
in Verzegnis, die der Heiligen Ilario
und Taziano in Enemonzo, die von San
Daniele in Ampezzo und die von Santa Maria del Rosario in Forni di Sotto.
Diese Kirchen sind inmitten der Ort-
schaften entstanden, so dass sie von
einer ruhigeren Epoche zeugen, die
von der weltlichen Macht der Patriarchen gekennzeichnet war. Die Pfarrei
Ampezzo hatte nur kurz Bestand, denn
schon Ende des 14. Jahrhunderts unterstand sie der Rechtsprechung von
Socchieve.
Die Kirchen bieten im Juli und August
Konzerte des Festivals “Carniarmonie”, das mit großem Erfolg die Kultursommer Karniens bereichert.
Zentrums (Ort Piani di Luzza).
Die Piste ist 3 km lang und vollständig
asphaltiert und beleuchtet. Sie ist ideal
für das Training von Mannschaften aus
dem In- und Ausland, aber auch für
den, der es zum ersten Mal versuchen
will.
Orte und Zauber der Natur
Orte
und Zauber
der Natur
Karnien ist reich an bezaubernden
Orten, die zu entdecken sich lohnt, im
Schatten der Felsen der Dolomiten
oder inmitten der Verbotenen Wälder
der Serenissima, wo intakte Flora und
Fauna seit Jahrhunderten harmonisch
zusammenleben. In der Mitte dieser
Mikroregion liegt der Parco Intercomunale delle Colline Carniche, mit
Teilen der Gemeinden Raveo, Lauco,
Villa Santina und Enemonzo. Er ist der
ideale Ort für Kultur- und Naturausflüge, und Ausgangspunkt für einige davon könnte der Teich des Pinienhaines
von Villa Santina sein; von dem Ortsteil
Vinaio in der Gemeinde Lauco bis Villa Santina bietet sich die Besichtigung
einer der bemerkenswertesten Flusserosionen der Alpen an: der Canyon
des Wildbachs Vinadia, eine Schlucht
mit fast 200 Meter hohen Felswänden.
Weiter befindet sich der Stolz der ganzen Region: der Naturpark der Friaulischen Dolomiten, der kürzlich zum
Kulturerbe der Menschheit erklärt
wurde, ein richtiges Paradies für die
Liebhaber des Bergsteigens, des Trekkings und der Ausflüge inmitten herrlicher Naturlandschaften und Dolomitengipfel, unter denen imposant die
Türme der Forcella Giâf hervorstechen.
Der Park erstreckt sich zwischen den
Provinzen von Pordenone und Udine, in
Karnien zwischen den Gemeinden Forni di Sopra und Forni di Sotto. Von Forni di Sopra gelangt man nach Sella di
Cima Corso in der Gemeinde Ampezzo,
wo, in der Mulde eines nacheiszeitlichen Sees, das Biotop von Cima Corso
mit seinem Sumpf liegt. 1998 wurde es
Naturschutzgebiet wegen der bemerkenswerten Artenvielfalt der Gegend
und ihres Reichtums und der Raritäten von Flora und Fauna. In dem Biotop gibt es ein Netz von interessanten
Wegen zum Spazierengehen. Einer der
reizvollsten Orte des Tals von Sauris ist
die wilde Schlucht des Lumiei, sowohl
von der Natur her als auch historisch,
da bis zu den Dreißiger Jahren der
Pfad, der es entlangführt, der einzige
Zugangsweg für das Tal war, vor dem
Bau der Fahrstraße. Wenn man in das
bezaubernde und grüne Val Pesarina
hinabfährt, erblühen vor den Augen
des Besuchers unzählige bodenständige Pflanzen im Garten der Pesariner
Dolomiten Il Clap Grant. Im oberen Val
Degano, in der Gemeinde Rigolato, erstreckt sich der Wald von Gracco, einer
der 38 Verbotenen Wälder Karniens,
d.h. Wälder, die zu Zeiten der Republik
Venedig unter dem Schutz der Sere-
nissima standen, weil sie das Holz für
den Schiffbau brauchte, so dass heute
diese Wälder von der Tier- und Pflanzenwelt her einen außergewöhnlichen
Reichtum darstellen. Geschützt ist
auch das Tierschutzgebiet von Bordaglia in der Gemeinde Forni Avoltri, wo
nahezu alle Fleischfresser der Region
zusammenleben, zusammen mit den
Huftieren, dem Murmeltier und dem
Steinadler. Wenn man Richtung Valcalda fährt, gelangt man in das Dorf
Ravascletto, Ausgangspunkt des herrlichen Panorama-Gipfelwegs. Entlang
der sogenannten Via Iulia Augusta
erstreckt sich an der italienisch-österreichischen Grenze ein weiterer Wald
von großem Wert: der von Pramosio
in der Gemeinde Paluzza. Wenn man
Richtung Plöckenpass weiterfährt, ist
von der Staatsstraße der schäumende
Karstwasserfall des Wildbachs Bût Il
Fontanon gut sichtbar. Oberhalb davon
sieht man die Öffnungen zahlreicher
Höhlen, bekannt als die Höhlen von
Timau, die früher triste Festungsanlagen waren. In dieser Gegend wächst
auch der Verbotene Wald von Timau,
der wegen seines jahrhundertealten
Buchenwaldes zu den Naturdenkmälern Friaul Julisch Venetiens gehört. Wenn man auf der Kamm der
italienisch-österreichischen
Grenze
bleibt, ist im Val d’Incarojo ein Ort von
großem Interesse für die Umwelt und
auch historisch-geologisch die Ebene
von Lanza, die auch bemerkenswert
für ihre Sümpfe und für Karsterscheinungen wie die Attila-Höhle ist. Oberhalb dieser Mulde fließt der Wildbach
Chiarsò am Boden einer unwegsamen
tiefen Schlucht, die über eine weite Strecke von fast 200 Meter hohen
Kalkfelsen eingeschlossen ist, örtlich
auch als Forra de Las Callas bekannt:
eines der interessantesten und grandiosesten Beispiele für Erosion in den
Kalkfelsen der Karnischen Alpen. Im
darunterliegenden Kanal San Pietro
schuf der Rückzug des Eispanzers vor
10000 Jahren Erosionszinnen von sehr
sonderbarer Form, Campanili del Lander genannt. In Fielis di Zuglio, in der
Nähe der alten Pfarrkirche, lohnt sich
ein Aufenthalt im botanischen Garten
“Giardino dei Semplici” bei La Polse di
Cougnes, um die 1200 hier angebauten
bodenständige Pflanzenarten zu bewundern.
Schnee in Carnia: Nicht Nur skifahren
Gastronomie
Schnee
in Carnia
UNVERFÄLSCHTE KÖSTLICHKEITEN
NICHT NUR SKIFAHREN
Wer unverfälschte und wohlschmeckende Erzeugnisse liebt, hat in Karnien die Qual der Wahl.
Zu den typischsten Erzeugnissen
gehören der zarte leicht geräucherte Schinken von Sauris, die typische
Schultar von Timau (geräucherte
Schweineschulter) und die Wurstwaren. Der Käse, der direkt in den Käsereien zu kaufen ist und im Sommer
in verschiedenen Almhütten, ist das
Glanzstück der karnischen Gastronomie; um nur einige zu nennen: der
Almhüttenkäse, die frische Ricotta, die
geräuchert werden kann und so die
Grundlage für viele Rezepte bildet, der
gesalzene Käse, in Salzlake gereift,
und schließlich der vorzügliche formadi frant, der aus Käseresten erhalten
wird. Im Sommer und Herbst findet
man frische Pilze und für die, die gar
nicht darauf verzichten können, auch
getrocknete das ganze Jahr über, und
im Frühling aromatische Kräutergemische für Omeletts und Risotti. Wenn
der Schnee schmilzt, sprießt der radic
di mont (Alpen-Milchlattich), den man
in Salaten isst, in Omeletts oder in Öl.
Seine Sammelzeit beträgt ungefähr
fünfzehn Tage und er gilt als Delikatesse, so dass er auch ein Presidio Slow
Food ist. Und noch mehr: Kekse, die
traditionellsten werden Esse genannt
(wegen ihrer charakteristischen SForm), Honig, Konfitüren, Mürbeteigkuchen mit Waldbeeren, Obstsirupe
und Äpfel verschiedener Sorten, aus
denen ein exzellenter Apfelwein hergestellt wird.
Schmackhaft ist das Mais- und das
Buchweizenmehl für Polenta und
rustikale Nudelgerichte, vorzüglich
die Kartoffeln, die Saubohnen, der
Wirsingkohl und das Gemüse im allgemeinen. Dann gibt es noch Mineralwasser, das Vollwertbier von Sauris
und das mit Gebirgskräutern von Forni
di Sopra, Grappe mit wild wachsenden
Pflanzen, Wurzeln und Beeren wie den
charakteristischen Slivowitz (Pflaumengrappa) von Cabia.
Diese wertvollen Zutaten führen
zwangsläufig zu vorzüglichen Speisen,
die aber gleichzeitig einfach aus einer
wahren, echten typischen, aber auch
mit ein bisschen Fantasie „modernisierten“ Küche enstanden sind.
Zu den typischen Speisen gehören die
Cjarsòns, Ravioli mit süßer Füllung
oder mit Kräutern, von denen es unendlich viele Varianten gibt.
Die Polenta isst man zu zahlreichen
Speisen wie dem Frico; sie ist so fest,
dass sie, wenn sie auf das Hackbrett
kommt, die Form des Kessels beibehält und mit einem Bindfaden in Scheiben geschnitten werden kann. Nicht
außer Acht lassen sollte man auch die
vielen Suppen mit Kräutern, Gemüse
oder Gerste, die Gnocchi mit Ricotta,
die Pflaumen, den Kürbis und die Käsesorten. Als Hauptgerichte gibt es Erzeugnisse aus Schweinefleisch, Wild,
Frico, eine Art Gemüsekuchen aus
Kartoffeln und verschiedenen Käsesorten, musèt und brovade (Kochwurst
mit in Trester eingelegten Rüben) und
sogar delikate Rezepte mit Süßwasserfisch. Erwähnenswert sind auch die
zahlreichen Süßspeisen wie die Salviade, Schmalzgebackenes mit Salbei,
die Pestadice, getoastete, zerstampfte
und gesüßte Maiskörner, die Lops ta
spòngje, das heißt Äpfel mit Butter.
Skifahren, aber nicht nur. Die langen
Skipisten die von den Gipfeln der Dolomiten und der Karnischen Alpen
herabführen, sind einer der Gründe,
warum es sich wirklich lohnt, Karnien
im Winter kennenzulernen: ein ideales
Ziel für den, der Landschaften liebt
und das wahre und unverfälschte Wesen des Gebirges, fern vom Gedränge
und der Gleichschaltung des Massentourismus. Sie sind sonnig und führen
an Hütten vorbei, ideal für einen Imbiss mit den unverfälschten Speisen
der einheimischen Gastronomie, um
sich zu sonnen und, bei Eltern mit
Kleinkindern, um immer in der Nähe
ihrer Sprösslinge zu sein.
Die Pisten der Gebiete für den Abfahrtslauf Varmost bei Forni di Sopra
und Zoncolan bei Ravascletto-Sutrio
gehören zu den bekanntesten und
bestausgerüsteten in Karnien. Sie gehen bis auf 2.000 m Höhe und während
des ganzen Winters, dank der Schneefälle und auch einer Kunstschneeanlage, wird Schneesicherheit garantiert.
Die Mulde von Forni di Sopra, in 900 m
Höhe gelegen und umringt von herrlichen Gipfeln, bietet die Möglichkeit,
mit dem Sessellift 2073 m zu erreichen, von wo die Ansicht 360° über die
Dolomiten reicht, vom Antelao bis zu
den Drei Gipfeln von Lavaredo. Die Abfahrt auf der Piste des Varmost ist fast
7 km lang. Eine Reihe von anderen Anlagen ermöglicht es, auch im Tal skizufahren, nicht weit vom Ort entfernt.
Hier sind die Pisten auch für Anfänger
geeignet und für die, die den waghalsigen Abfahrten sanftere Hänge vorziehen. Wenig weiter liegen die Pisten
für Schlitten und Gummireifen und der
Spielplatz Fantasy Snow Park mit Matratzen und aufblasbarem Spielzeug,
wo auch die Kleinsten sich im Schnee
vergnügen können.
Neue und schnelle Skilifte gestatten
den Skiläufern, den Gipfel des Monte
Zoncolan zu erreichen, bequem von
Ravascletto mit der hochmodernen
Seilschwebebahn mit Einzelkabinen
oder direkt mit dem eigenen Wagen
von Sutrio, auf der Straße, die bis auf
1300 Meter hinaufgeht.
Vom Skigebiet am Zoncolan erkennt
man den weiten Horizont der Karnischen und Julischen Alpen, von der
friaulischen Ebene bis zu den Grenzen
zu Österreich und Slowenien. 28 km
herrliche Pisten, ideal sowohl für den,
der Ski als Erholung ansieht, als auch
für Fortgeschrittene, die die schwarzen Pisten heimsuchen. Viel Platz gibt
es auch für die Snowboarder mit dem
neuen Free-style-Bereich, mit einer
Strecke für Boarder cross und Ski
Cross und einem Bereich ausschließlich für Sprünge. Kleinere Anlagen gibt
es in den Orten Sauris, Forni Avoltri,
Prato Carnico, Sella Chianzutan und
Lauco. Karnien bietet auch die Gelegenheit, Ski Nordisch zu praktizieren.
Die herrlichen Rundloipen, die durch
hundertjährige Wälder verlaufen, bieten die Gelegenheit, Natur und Sport
zu verbinden, mit Strecken für jeden
Geschmack und Anspruch. Zu den
schwierigsten gehören die im Val Pesarina und das Zentrum Piani di Luzza
in Forni Avoltri, das auch auf Biathlon
spezialisiert ist, und die Teiche von Timau, wo die olympischen Geschwister
Di Centa ihre ersten Schritte taten.
Eine der vollkommensten Arten, um
das Gebirge im Winter zu erleben, ist
zweifellos das Skibergsteigen.
An Hängen in unberührtem Pulverschnee eine Spur zu öffnen, ist eines
der befriedigendsten Gefühle für die
Skiläufer. Karnien verfügt über zahlreiche Routen von großer Schönheit,
z. B. die zur Forcella del Monte Bivera
(2338 m) oder zum Gipfel des Monte
Pramaggiore (2479 m) oder die zum
Herrscher der Karnischen Alpen, dem
Monte Coglians (2780 m). Und für die
verwegensten der Pizzo Collina (2689
m), die erste Extremskifahrt der friaulischen Berge. Hier erlebt man das
große Abenteuer auf Skiern, nur für
wenige, diejenigen, die das Steile lieben, die den Schnee kennen und eine
gute Kondition haben, und noch dazu
viel Erfahrung.
Das Gebirge im Winter genießt man
auch mit den Cjaspe, den Schneeschuhen: sie gestatten herrliche Spa-
ziergänge auf den Wegen, die zu den
Alm- oder Berghütten führen, eventuell mit einem erfahrenen Führer. Für
das Après-Ski hält Karnien – neben
Schlitten- und Eislaufbahnen - noch
eine Überraschung bereit: das wohltuende Wasser der Thermen von Arta,
berühmt seit der Antike, in wenigen
Kilometern Entfernung von dem Skigebiet des Zoncolan.
Karnien:
Land
archäologischer
Entdeckungen
In Karnien gibt es zahlreiche archäologische Funde, die von der wichtigen
Rolle dieser Gegend zeugen, von der
Vorgeschichte bis zum Mittelalter, als
Kreuzungspunkt des kulturellem Austauschs und Handelsverkehrs. Die historisch und archäologisch wichtigsten
Orte im Hochmittelalter, an denen in
letzter Zeit Ausgrabungen stattfanden,
sind: die frühchristliche Kirche San
Martino in Ovaro (5. Jahrhundert n.
Chr.) und in Illegio die Pfarrkirche San
Floriano (9. Jahrhundert), die Kirchen
San Paolo Vecchia (4. Jh.) und San Vito
(8. Jh.) sowie die Befestigungsanlagen
Broili und Feleteit. Eine frühchristliche Kirche aus dem 5. Jahrhundert,
mit Mosaikfußboden, ist auch auf dem
Hügel Zuca von Invillino zu sehen,
während auf dem nahen Hügel Santino eine mehrschichtige befestigte
Siedlung ausgegraben wurde, die als
das uneinnehmbare Ibligo von Paolo
Diacono identifiziert wurde. In Raveo
verdienen besondere Aufmerksamkeit
der Monte Sorantri mit seinen keltischen (Kultstätte) und römischen Funden (befestigte Siedlung) sowie die nahen Hügel Cuel Taront und Cuel Budin
mit Überresten aus dem Hochmittelalter. Auf dem Hügel Mazéit von Verzegnis kann man eine mehrschichtige be-
festigte Siedlung (3600 v. Chr. bis zum
13. Jahrhundert n. Chr.) bewundern,
und flussaufwärts am Tagliamento
werden wichtige spätrömische, hochund spätmittelalterliche Befestigungsanlagen zur Zeit ausgegraben, in Forni
di Sotto (Pra di Got) und Forni di Sopra
(Sacuidic und Cuol von Cjastiel). Bei
der Kirche San Nicolò degli Alzeri, in
Piano d’Arta, kommt gerade ein mittelalterliches Hospiz der Ritter von San
Giovanni zutage. Unter den besonders bemerkenswerten vorrömischen
Funden sind zu nennen: die mittelsteinzeitlichen Stätten im Hochgebirge zwischen Sauris und Paularo (6.-5.
Jahrtausend v. Chr.), die Nekropole von
Misincinis (Paularo), die zwischen dem
8. und dem 1. Jahrhundert v. Chr einzuordnen ist, der Schatz von 399 keltischen und römischen Münzen in Colza
(Enemonzo) aus dem 2. Jahrhundert
v. Chr. und die keltischen Fundstücke
von Raveo (Monte Sorantri), Lauco und
Amaro. Das archäologisch wichtigste
Zentrum für die Römerzeit ist Zuglio,
die nördlichste Römerstadt Italiens.
Von besonderer Bedeutung ist das
Archäologische Museum von Zuglio,
das die alte Geschichte Karniens zeigt,
vom ersten Auftreten des Menschen
in der mittleren Altsteinzeit bis zum
Die Tradition
der Werkstätten
von
Handwerkern
Hochmittelalter, unter besonderer
Berücksichtigung der Entwicklung
der römischen Niederlassung Iulium
Carnicum und ihres Bischofssitzes. In
der Nähe des Museums kann man das
Ausgrabungsgelände mit dem Forum
Romanum besichtigen.
In diesem Land sind zahlreiche Erzeugnisse nach alten Arbeitsmethoden entstanden, die vom Vater an den Sohn
überliefert wurden. Im Mittelpunkt
des karnischen Kunsthandwerks steht
das Holz. In seiner Bearbeitung lebt
die Vergangenheit wieder auf, mit den
Ornamenten, Einkerbungen, Formen
und Techniken früherer Zeiten. Aus
dem Holz der Tanne, Lärche, Buche,
Nussbaum, Zirbelkiefer, Kirschbaum,
Sommereiche entstehen geschnitzte, intarsierte und dekorierte Möbel,
Statuen, Karnevalsmasken (berühmt
sind die von Sauris), Spielzeug, hochentwickelte Uhren wie die aus dem Val
Pesarina. Sehr wichtig war vor allem in
der Vergangenheit die Bearbeitung des
Steins. Das meistbearbeitete Material
waren Dolomitblöcke (tof), hauptsächlich für Tür- und Fensterrahmen sowie
Ecksteine für Kirchen und Wohnhäuser.
In den Häusern gab es Einrichtungsgegenstände aus Stein, wie den seglâr:
er und der fogolâr waren die Orte des
Wassers und des Feuers, unentbehrlich für die Küche. Ein anderes wichtiges Element für das karnische Haus
war die piêra dal ont: ein eingebuchteter Stein, um die ont aufzubewahren, die geschmolzene Butter. Auch
die Bearbeitung des Schmiedeeisens,
mittlerweile selten geworden, aber immer noch von hohem Wert, rühmt sich
einer sehr alten Tradition. Das Eisen
war in der Küche Karniens ein grundlegendes Element: das zeigt die reichhaltige Sammlung von Feuerböcken
im karnischen Museum der Volkskunst
“Michele Gortani”. Der Feuerbock war
Bestandteil des fogolâr: er trug das
Brennholz und die Kochtöpfe. Hochangesehen ist die Textiltradition dank des
einheimischen Unternehmers Jacopo
Linussio, der im 18. Jahrhundert als
Vorläufer der modernen Industrie eine
Fabrikanlage schuf, die die erste ihrer
Art in Europa war und sogar nach Asien und Südamerika exportierte. Eine
Webstuhlarbeit, die noch heutzutage
in den Werkstätten der Handwerker
fortgesetzt wird, wo man häufig unter
Bezugnahme auf die alten Entwürfe
und auch auf Anfrage, Teppiche, Tischdecken, Schals, Wandbehänge, Matten
und Halstücher herstellt.
In den Geschäften kann man die stilvollen scarpets kaufen, die karnischen
Pantoffeln aus Samt, ganz per Hand
hergestellt und mit Blumenmotiven
geschmückt, wie auch die bronzins, typische Bronzetöpfe mit drei Füßen, die
in der Vergangenheit benutzt wurden,
um die Speisen auf dem fogolâr zu
kochen. Verbreitet sind auch die Keramikwerkstätten, wo die Künstler sich
an der Natur inspirieren, um Tafelgeschirr, Schüsseln und Tabletts herzustellen. Das Kunsthandwerk in Karnien umfasst nicht nur die traditionellen
künstlerischen Bearbeitungen, man
sollte daher auch die Werkstätten für
Leder, Glas und Edelmetalle besichtigen. Die Erzeugnisse des Kunsthandwerks und der karnischen Tradition
sind in Tolmezzo in der Ente Mostra
Permanente della Carnia ausgestellt,
mit dem Ziel, das Handwerk und die
Kunst der Gegend bekanntzumachen.

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