En attendant Godot - Dr. Eva Erdmann | Romanistik

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En attendant Godot - Dr. Eva Erdmann | Romanistik
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg / Romanisches Seminar / Winter 2013/14
HS Littérature du minimalisme / Dr. Eva Erdmann
En attendant Godot (Samuel Beckett): Sprache in Abwesenheit Referat am 4. November 2013 – Eva Erdmann •
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En attendant Godot ist ein Theaterstück in 2 Akten, das zunächst 1952 in der französischen Originalfassung bei Minuit publiziert wurde, das Manuskript datiert von 1948/49. Die Uraufführung fand 1953 in Paris, in einem Theater am Boulevard Raspail vor kleinem Publikum statt. Es folgten unmittelbar Aufführungen in Deutschland (1954, Münchner Kammerspiele) und Europa. En attendant Godot wurde ein Publikumserfolg. B. betrachtete die Arbeit daran als eine Erholung vom Romane-­‐Schreiben (Murphy, Mallone meurt). Das Stück wurde vom Autor in die englische Fassung übertragen. Sämtliche Übersetzungen seines Werkes ins Deutsche, durch Erika und Elmar Tophoven, wurden von Beckett autorisiert und in Kooperation überabeitet. Eine letzte autorisierte Aufführung des Stücks wurde in Becketts Todesjahr 1989 inszeniert (siehe Teil 1, Teil 2). Vladimir und Estragon treffen sich auf einer "route de la campagne" und haben offenbar eine Verabredung mit Godot, über die sie sprechen, auf den sie warten und die sie abhält weiter zu gehen ("Estragon: 'Allons-­‐y.' Ils ne bougent pas."). Ihr Problem ist beschreibbar als eine Art von Festsitzen an einem falschen Ort (Straße). Das Warten spannt sich über zwei Tage. (anders: POZZO: Je n'arrive pas … il hésite ... à partir." dann: POZZO/LUCKY: Ils sortent.) Es kommen zwei weitere Figuren vorbei, die ihnen nicht weiterhelfen können. "Godot" wurde weit über das Theater hinaus als Chiffre für das Absurde rezipiert, respektive für einen Gott, der nicht kommt (vgl. Toilettensprüche zu Nietzsche / Beckett: "'Gott ist tot'", sagt Nietzsche. 'Nietzsche ist tot', sagt Godot"). Dabei reicht es zunächst aus festzuhalten, dass Godot in dem Stück ein Abwesendes repräsentiert, auf das sich die Protagonisten beziehen ("On attend Godot."). Sie, Vladimir und Estragon, richten ihre Entscheidungen, Bewegungen und Gespräche an dieser Abwesenheit aus ("Oui, dans cette immense confusion, une seule chose est claire : nous attendons que Godot vienne.") Unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit Becketts ließen sich verschiedene phonetische oder biographische Erklärungen für "Godot" finden (allerdings: Godot ist ein Eigenname, hat also keine Bedeutung): franz.: "godasse": "Estragon … essaie d'enlever sa chaussure." / dtsch. und engl.: "Gott"/"god": vgl. Kassel 1928 bis München 1936. Die ebenso für alle weiteren Beckett-­‐Stücke typischen Stilelemente sind in En attendant Godot ausgearbeitet: 2 -­‐
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die karge Bühne (vgl. dazu: Regieanweisungen oft ausführlicher als Figurenrede) das unzertrennliche Paar (hier: Vladimir/Estragon, vgl. Negg/Nell, Hamm/Clov, Winnie/Willie) die Wiederholung (sprachlich: "On n'était pas là hier." / gestisch: POZZO: "il s'arrête, se retourne, crie", mimisch: "Silence", szenisch: "Même endroit.") die Suggestion einer Katastrophe (vgl. "Oh!" in Come and Go) das Leben in der Nachwelt (ESTRAGON: "Mais moi, je n'en peux plus." / ESTRAGON: "Il n'y a plus de carottes." / VLADIMIR: "C'est fini. N'y penses plus".) die Differenz im Gleichen ("Lendemain. Même heure. Même endroit." / "ESTRAGON: Qu'est-­‐
ce que je dois dire? VLADIMIR: Dis, Je suis content. ESTRAGON: Je suis content. VLADIMIR: Moi aussi. ESTRAGON: Moi aussi. VLADIMIR: Nous sommes contents. ESTRAGON: Nous sommes contents.") Siehe variiert und ebenso auffindbar ebendiese Strukturelemente in: Come and Go (Berlin: Schiller-­‐Theater, 1966), in einer Inszenierung von John Crow, Artmore Studios, Irland [2012]. Primärliteratur
Beckett, Samuel: Warten auf Godot / En attendant Godot / Waiting for Godot, Frankfurt / Main: Suhrkamp,
11
1979 [Nr. 1 der Bibliothek Suhrkamp (st)].
[ders.: En attendant Godot, online, o.P. Acte 1 et Acte 2.]
ders.: Va-et-vient, Paris: Minuit 1966.
Sekundärliteratur
Birkenhauer, Klaus: Samuel Beckett. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek bei Hamburg:
Rowohlt, 1984 [11979].
Brunkhorst, Martin: "Becketts Fußzeug", in: Der komische Körper, hrsg. von EE, Bielefeld: Transkript 2003, S.
186-195.
Derrida, Jacques: "La parole souffée", in: ders.: L'écriture et la différence, Paris: Seuil 1967, S. 253-292.
Esslin, Martin: Das Theater des Absurden. Von Beckett bis Pinter, Reinbek bei Hamburg, Rowohlt, 1985, darin:
"Samuel Beckett. Die Suche nach dem Ich", S. 19-65.
Kaiser, Joachim: "Vorwort", in: Beckett, Samuel: Warten auf Godot / En attendant Godot / Waiting for Godot,
Frankfurt / Main: Suhrkamp, 111979, S. 7-23.
Walther, Rudolf, "Die andere Hölle", in: der Freitag, online eingestellt am 10.2.2013, eingesehen am 9.5.2013.

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