Presseinformation 270416 Herz Jesu - Marien

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Presseinformation 270416 Herz Jesu - Marien
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Presseinformation Pfarrei Propstei Herz Jesu:
125 Jahre Kirchweihjubiläum Herz Jesu
Pfingstsonntag, 15. Mai 2016, ab 10:45 Uhr
Am 10. Mai 1891 wurde die Herz Jesu Kirche als erstes katholisches Gotteshaus
nach der Reformation in Lübeck geweiht. Das Jubiläum der Kirchweihe feiert die
Pfarrei Propstei Herz Jesu mit einem Festhochamt am Vormittag und einem
internationalen „Fest der Völker“ anschließend auf der Parade.
Und so sieht unser Programm für diesen Tag aus:
Am Pfingstsonntag wird Erzbischof Dr. Stefan Heße um 10:45 Uhr den
Festgottesdienst zelebrieren. Dazu erwarten wir viele Gäste, aus der Stadt, aus den
evangelischen Schwestergemeinden, aus aller Welt. Pfingsten ist das Fest des
Heiligen Geistes, der mit vielen Zungen spricht – und so wollen auch wir in mehreren
Sprachen die Lesungen und Fürbitten halten. Denn die Propsteikirche ist auch
kirchliche Heimat für die ausländischen Missionen – die Spanier, die Italiener und die
Kroaten feiern hier ihre Messen in ihrer jeweiligen Landessprache.
Dazu gibt es feierliche Musik: Im Gottesdienst erklingt u.a. die "Spatzenmesse" CDur KV 220 von W.A. Mozart. Es musizieren Zsuzsa Bereznai (Sopran), Barbara
Rohlfs (Alt), Achim Kleinlein (Tenor), Simeon Nachtsheim (Bass), Mitglieder des
Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck, der Kirchenchor St. Paulus
Hamburg-Billstedt und der Propsteichor Lübeck unter der Leitung von Heiner Arden.
In der Kirche werden Sie an diesem Tag besondere Kunstwerke sehen: Wir haben
gemeinsam mit der Musik- und Kunstschule Lübeck aufgerufen zur „Kunstaktion
Barmherzigkeit“. Und so haben in den vergangenen Wochen etwa 15 Jugendliche
mit Stift und Pinsel, Leinwand und Farbe ihre Gedanken oder Visionen von
Barmherzigkeit künstlerisch bearbeitet. Seien Sie gespannt auf die Bilder, die zu
Pfingsten in der Propsteikirche ausgestellt werden.
Nach dem Hochamt eröffnen wir dann das „Fest der Völker“ – mit fröhlicher Musik,
kulinarischen Angeboten, Kindermitmachaktionen und viel Zeit und Raum für
persönliche Begegnung. Das Musikprogramm soll die Vielfalt der Völker
widerspiegeln und so freuen wir uns sehr über diese Gäste:
(Hinweis: die abgebildeten Fotos, incl. eines aktuellen Bildes des syrischen Duos, stellen wir
gern in einem hochauflösenden Format zur Verfügung. Kontakt: [email protected])
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Das Blechbläserensemble Lemmy’s Brass bietet unterhaltsame und festliche
Klänge und zieht quer über die Parade von Ort zu Ort. Das Ensemble wurde 2008
gegründet, als die Mitglieder noch Studenten an der Lübecker Musikhochschule
waren. Von der Kammermusik über Klassik und Kirchenmusik bis zur Moderne –
Lemmy’s Brass präsentiert die Vielfalt von Kompositionen aus fünf Jahrhunderten.
Auf der Bühne spielt zunächst das Martino Ensemble. Sonne, Kultur und Liebe dies sind die drei Hauptpfeiler der Musik, die das Ensemble um den Sänger
Gianmarco Martino in einer authentischen Besetzung (Mandoline - Roberto
Colantonio, Akkordeon - Susanne Frohriep, Violoncello - Caroline Metzger, Gitarre
und Gesang - Gianmarco Martino) seinem Publikum präsentiert. Gespielt werden
Stücke aus der Musikkultur des italienischen Südens, insbesondere Neapels und
Siziliens, in denen Landschaft, Kultur, Legenden, historische Ereignisse und nicht
zuletzt auch die vielseitigen Facetten der Liebe verarbeitet werden. Eine
Besonderheit ist darüber hinaus die Moderation, die die Stücke in ihren jeweiligen
kulturhistorischen Kontext bettet und den Inhalt zusammenfasst. Hierdurch werden
dem Zuhörer die Lebensfreude und das Flair dieser Region über die musikalische
Darbietung hinaus vermittelt.
Und schließlich ist noch ein syrisches Duo zu Gast: Geigerin Sousan Eskandar und
Bariton Hussein Atfah sind aus ihrer Heimat geflohen und haben Zuflucht gesucht
in Deutschland, und in Lübeck nun ein neues Zuhause gefunden. Hussein zieht
gerade von Rostock nach Lübeck, Sousan lebt schon einige Monate hier und gibt
u.a. Flüchtlingskindern im Johanneum Musikunterricht. Die beiden bieten ein
Programm aus klassischer Musik – an Violine und Piano, aber auch syrische
Volkslieder.
Wir freuen uns auf einen fröhlichen Nachmittag beim Kirchweihfest – und das „Fest
der Völker“ endet dann:
um 16 Uhr mit einem musikalischen Schlußpunkt in der Propsteikirche:
„Pfingstliche Feuerzungen und der Brennende Dornbusch“ lautet die Überschrift
für das Orgelkonzert mit Kerstin Petersen an der Kuhn-Orgel. Es erklingen Werke
von Du Caurroy, J.S. Bach, Rameau, Berlinski, Dupré, Zoltán und Zsolt Gárdonyi.
Der Eintritt ist frei.
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Ganz besonders freuen wir uns über die vielen Kindermitmachaktionen an diesem
Tag:
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Die Kita Herz Jesu lädt ein zum Malen und Gestalten von Herzen –
kleine Leinwände und viel bunte Farbe warten auf die Kinder
unterschiedlichen Alters. An der Kinderstation steht außerdem ein
besonderes Herz für Spenden: Der Erlös ist für krebskranke Kinder
gedacht, unter dem Motto: „Barmherzigkeit – Kinder für Kinder“.
Kinderspiel – und spaß: jugendliche und erwachsene Ehrenamtler
unserer Gemeinde schminken phantastische, bunte Masken auf
Kindergesichter. Im Garten vor dem Pfarrhaus werden lustige Spiele
angeboten, wie Bobbycarrennen und Sackhüpfen, Seilspringen und
Dosenwerfen. Wer es gerne bunt mag, darf natürlich auch selbst zu den
Farben greifen und malen, z.B. Klickbuttons, die ausgemalt und angesteckt
werden können. Und auch viele bunte Luftballons mit dem Kirchweihlogo,
wie sie die das Fest auf der Parade schmücken, können die Kids
aufpusten und als Andenken an diesen besonderen Tag mitnehmen.
Der Stamm Johannes Prassek der katholischen DPSG-Pfadfinder lädt
kleine und große Kinder ein, unter dem Schutz eines zünftigen JurtenDaches am Lagerfeuer auf der Pfarrwiese selbst Stockbrot zu backen.
Auf die Erwachsenen wartet frischer Kaffee und selbstgebackener Kuchen. Die Fa.
Freitag bietet leckere Bratwurst und kühle Getränke zu familienfreundlichen Preisen,
und für Nachtisch sorgt die 125-Jahre-Herz-Jesu-Marzipanedition von
Niederegger.
Und hier ein paar organisatorische Hinweise mit der Bitte um Veröffentlichung:
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Pfingstsonntag ist die Parade ab 6 Uhr für den Aufbau gesperrt – und
erst ab 19 Uhr wieder frei für den PKW-Verkehr. Besucherinnen und
Besucher werden gebeten, die umliegenden Parkhäuser anzufahren, den
ÖPNV zu nutzen, oder am besten mit dem Rad bzw. zu Fuß zu kommen.
Anwohner und Gäste müssen also bitte ihre Autos spätestens bis zum
Morgen entfernt haben.
Die Zufahrt für Rettungswagen zum Marienkrankenhaus bleibt
gewährleistet.
Vor Ort wird ein Sanitätsdienst des Malteser Hilfsdienstes Lübeck
vorgehalten.
Ein ergänzender Veranstaltungshinweis:
Am 16.5.2016, PFINGSTMONTAG, ist um 10:45 Uhr das Ökumenefest, das wir
gemeinsam mit St. Marien in der Propsteikirche feiern. Anschließend ist Stunde der
Begegnung im Gemeindehaus. Auch hier freuen wir uns über viele
KirchenbesucherInnen.
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Zur Kirchengeschichte:
In den vergangenen Wochen haben wir im Rahmenprogramm des Kirchweih-Jahres
u.a. einige Vorträge über die Entwicklung der katholischen Kirche in Lübeck und die
historische Einordnung des Kirchenbaues gehört. Hier einige Informationen zur
Propsteikirche Herz Jesu mit dem Blick auf diese Zusammenhänge:
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Seit der Gründung Lübecks im 12. Jahrhundert prägt der gemeinsame
christliche Glaube 400 Jahre lang die christliche Geschichte und läßt mit dem
Dom, St. Aegidien, St. Jakobi, St. Marien, St. Petri sowie den vielen Klöstern
die großartigen Kirchbauten und ein reiches kirchliches Leben in der Stadt
entstehen.
1530 wurde die Reformation eingeführt, allerdings blieb das Lübecker
Domkapitel bis zu seiner Auflösung 1803 evangelisch-katholisch, also
gemischtkonfessionell besetzt.
Auf dem Territorium des Domkapitels, das vom Dom bis zur Kapitelstraße und
zum Fegefeuer konnte auch nach Abschaffung des öffentlichen kath. Gottesdienstes in der Stadt in den Wohnungen der kath. Kapitulare und Vikare die
Hl. Messe gefeiert werden.
Die Zahl der Katholiken in Lübeck war nach der Reformation sehr gering: 1709
waren es etwa 60 und 1762 etwa 150 Personen. Dank kaiserlicher
Schutzbriefe konnten die Gottesdienste auch von Auswärtigen besucht
werden. Derzeit zählt die Gemeinde mit den Kirchen Herz Jesu und St. Vicelin
etwa 5.700 Mitglieder (in Lübeck gesamt: etwa 24.000 Katholiken).
Der „Kath. Kirchort“ war das Haus in der Kapitelstraße 7. Von 1651 bis 1773
versahen Jesuiten die Seelsorge, danach bis 1900 Priester des Bistums
Münster, schließlich Priester des Bistums Osnabrück und Hamburgs.
1755 wurde eine Vikarswohnung zur Kapelle umgebaut. 1873-1885 fanden
die Gottesdienste in einer anderen Domvikarie an der Parade statt, danach in
einem Betsaal im neuerbauten Schulhaus.
Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Katholiken aufgrund der wachsenden
Industrialisierung und der Eisenbahnanbindung von 200 im Jahre 1842 auf
1500 Menschen am Ende des Jahrhunderts.
Die Stadt Lübeck erließ am 14. 7.1841 ein Regulativ, durch das die kath.
Kirchengemeinde für das Gebiet der ganzen Stadt Lübeck staatlich anerkannt
wurde.
Die kath. Schule bestand von 1850 – 1938, das Marienkrankenhaus wurde
1888 eingeweiht. Seit einigen Jahren gibt es hier wieder eine kath. Schule.
Die spätere Propsteikirche wird – übrigens durchaus gegen Widerstände in
der Stadt und der evangelischen Kirche – an einem großartigen Platz mitten in
der Altstadt in drei Jahren erbaut, von 1888 bis 1891 durch Architekt
Güldenpfennig aus Paderborn. Bischof Johann Bernhard Höting konsekrierte
die Kirche am 10. Mai 1891.
Aus der einen Gemeinde mit der Herz-Jesu-Kirche wurden ausgegründet:
1910 in Kücknitz St. Joseph, daraus 1937 in Travemünde St. Georg und 1954
in Schlutup St. Ansgar, 1932 Schönberg (Dekanat Schwerin), 1948 in Marli St.
Konrad und Hl. Geist, daraus 1955 in Eichholz Liebfrauen, 1952 in St. LorenzNord St. Bonifatius, 1955 in St. Jürgen St. Vicelin, 1962 in St. Lorenz-Süd St.
Birgitta. Niendorf/Timmendorfer Strand wurde 1938 ausgegliedert, die Kirche
St. Paulus entstand 1960; Bad Schwartau entstand 1945 ebenfalls von Eutin
her, Maria Königin wurde 1955 erbaut.
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Vier große Umbauten und Renovierungen gab es in Herz Jesu: 1955, 1966,
1975 und 2013. Es ist eine dreischiffige neugotische Hallenkirche aus rotem
Backstein mit Kreuzgratgewölben. Der wuchtige untere Teil des quadratischen
Ostturmes, der mit einer Balustrade abgeschlossen ist, findet seine
Fortsetzung in einem oberen Teil auf kleinerer Grundfläche, der in einem
Kreuzdach ausläuft, auf das eine schlanke Spitze gesetzt ist. Ca. 350
Menschen finden ihre Sitzplätze. 1998 wurde die Große Kuhn-Orgel
eingeweiht. 2013 entstand im Rahmen der Sanierung im neu errichteten
Anbau und im Kryptageschoss die Gedenkstätte für die Lübecker Märtyrer;
zugleich konnte das Geläut wieder auf die ursprünglichen 3 Glocken
vervollständigt werden.
Die 1955 errichtete und heute genau vor 61 Jahren am Pfingstfest
eingeweihte Märtyrer-Gedächtnisstätte in der Krypta ist der Erinnerung und
der Verehrung der durch die Nationalsozialisten am 10. November 1943 in
Hamburg hingerichteten drei Kapläne dieser Gemeinde Johannes Prassek,
Hermann Lange und Eduard Müller sowie des evangelischen Pastors KarlFriedrich Stellbrink gewidmet. Nach jahrzehntelang gewachsenem Gedenken
wurden die kath. Kapläne vor fünf Jahren bei gemeinsamer Verehrung des
evang. Pastors hier vor der Kirche auf der Parade seliggesprochen.
In der Krypta werden zugleich die Sonntagsmessen der italienischen,
kroatischen und spanischen Gemeinde sowie die Werktagmessen, die
sonntägliche Kinderkirche, Wortgottesfeiern und Andachten gefeiert.
Die GesprächspartnerInnen des Pressegesprächs:
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Propst Franz Mecklenfeld, Pfarrer der Gemeinde
Kirsten Kögel, Kunstschule der GEMEINNÜTZIGEN LÜBECK, für die
„Kunstaktion Barmherzigkeit“
Die Kunstschülerinnen Maja Perschke und Friederike Brunzema (beide 18 J.)
Dr. Mechthild Mäsker, Pfarrgemeinderat, für den Festausschuss
Und zum guten Schluß noch dieser Hinweis:
Am 2. Juli 2016 feiert die Pfarrei Propstei Herz Jesu außerdem 60 Jahre Kirchweih
St. Vicelin. Informationen hierzu folgen zu gegebener Zeit.
Lübeck, d. 27.4.2016
Pfarrei Propstei Herz Jesu, Parade 4, 23552 Lübeck, Tel. 0451/7098765.

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