als PDF - SHG-Kliniken Sonnenberg - SHG

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als PDF - SHG-Kliniken Sonnenberg - SHG
2014
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Forum
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Das Gesundheitsmagazin der SHG-Kliniken Sonnenberg und der Reha-Einrichtungen
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Mu dKin on
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S S. 12
Gruppe
SHG-GRUPPE
ERFOLGSPROJEKT
SOZIALAUSSCHUSS
Branchensieger
im FOCUS-Ranking.
Arbeitstrainingsplätze
wird fortgesetzt.
des Landtags besuchte
KJPP in Kleinblittersdorf.
Ausgabe
lieber Leser,
um Familien nach der Geburt ihres Kindes optimal zu unterstützen, gibt es seit 2007 im Saarland das Projekt „Frühe Hilfen – Keiner fällt durchs Netz“. Das Angebot setzt
auf Vorsorge: Hilfestellungen sollen in der frühen Kindheit
bei belasteten Familien ankommen, bevor es zu einer Gefährdung des Kindeswohls kommt. Die steigenden Kosten
in Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie zeigen,
dass das Projekt gesellschafts- wie gesundheitspolitisch
notwendig ist.
Die SHG hat mit ihrer psychiatrischen und psychotherapeutischen Kompetenz dazu beigetragen, Lücken im Versorgungsnetz der frühen Hilfen zu schließen. So wurde
eine Säuglingsambulanz gestartet, die Störungen in der
Persönlichkeitsentwicklung von Kleinkindern behandelt.
Seit Oktober 2013 betreiben wir auch eine Mutter-KindStation. Sie nimmt psychisch kranke Mütter gemeinsam
mit ihren Kleinkindern auf. Mehr dazu lesen Sie in dieser
Ausgabe.
Daneben finden Sie viele weitere Berichte rund um die
SHG-Kliniken Sonnenberg. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.
Alfons Vogtel
Geschäftsführer der SHG
Dr. Kurt Wahrheit
Geschäftsführer der SHG
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Aktuelle THEMEN
4 SHG-Gruppe Branchensieger im FOCUS-Ranking
5 Projekt Arbeitstrainingsplätze wird fortgesetzt
6 Sozialausschuss des Landtags besuchte
KJPP Kleinblittersdorf
7 Jubilare geehrt
9 Hilfen für Angehörige in der Gerontopsychiatrie
11 Ausstellung Sánchez Caballero
SchwerpunktThema Mutter-Kind-Station
12 Versorgungslücke geschlossen
13 Psychotherapie in der stationären Behandlung
15 Psychische Störungen im Wochenbett
17 Berufsbilder im Krankenhaus
18 Entwicklung und Regulation im Säuglingsalter
Neues aus den Reha-Einrichtungen
22 Küche und Speisenversorgung neu gestaltet
Seelsorge
23 Gott nahe zu sein ist mein Glück
Inhaltsverzeichnis
Liebe Leserin,
April
2 0 14
Gutes für Körper und GEist
24
Rezepte
27
Kniffliges
28 Kontakt / Adressen
30 Rätselauflösung / Impressum
Gruppe
Die Klinikleitung
Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer, die Pflegedirektoren Volker Peters und Beate Reeb sowie der ärztliche
Direktor Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Hofmann (v. l.)
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Unter den besten Arbeitgebern Deutschlands
SHG-Gruppe Branchensieger im FOCUS-Ranking.
Projekt „Arbeitstrainingsplätze“ kann fortgesetzt werden
Regionalverband Saarbrücken finanziert weiterhin die berufliche
F o c u s Sp e z i a l - B e s t e A r b e i t g e b e r
Die SHG-Gruppe gehört laut einer
Umfrage des Nachrichtenmagazins
FOCUS zu den besten Arbeitgebern
Deutschlands. Der Klinikverbund
der Saarland-Heilstätten GmbH mit
seinen Krankenhäusern in Saarbrücken, Völklingen, Merzig und IdarOberstein kam im FOCUS-Ranking
Bei der Preisverleihung im Januar in Berlin stand die
SHG ganz oben.
Bewertungen von Arbeitnehmern als auch von Arbeitgebern berücksichtigt. Eine „Schlüsselfrage“ war unter
anderem, ob Mitarbeiter ihren Arbeitgeber weiterempfehlen würden.
Die SHG freut sich sehr über die Auszeichnung. Geschäftsführer Dr. Kurt Wahrheit sieht in ihr „einen Ansporn, den eingeschlagenen Weg der Einbindung der
Mitarbeiter in Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Transparenz im Unternehmen fortzusetzen“.
Bernd Mege, Verwaltungsdirektor des Klinikums
Idar-Obestein, nahm stellvertretend für die SHGGruppe die Auszeichnung entgegegen.
Alle Ergebnisse der Arbeitnehmerbefragung, einschließlich einer Reportage über Erlebnistherapien in
der Kinder- und Jugendpsychiatrie der SHG, sind in
einer Sonderausgabe des Nachrichtenmagazins nachzulesen („Die besten Arbeitgeber Deutschlands“, FOCUS SPEZIAL Februar/März 2014).
auf Platz 1 der Großunternehmen
in der Branche „Gesundheit und
Soziales“. Die branchenbereinigten
Bestenliste zeigt die SHG-Gruppe
auf Platz 82 unter den 800 am
höchsten bewerteten Unternehmen.
4
Der FOCUS hatte in einer Internetbefragung in Zusammenarbeit mit
dem beruflichen Netzwerk „Xing“
und dem Arbeitgeberbewertungsportal „kununu“ die 800 besten Arbeitgeber mit mehr als 500 Mitarbeitern aus insgesamt 22 Branchen
ermittelt. Dabei wurden sowohl
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Feierliches Ambiente bei der Preisverleihung.
Das Projekt „Arbeitstrainingsplätze“ (ATP), in dem psychisch erkrankte Menschen auf den Wiedereinstieg in den Beruf vorbereitet
werden, kann für Menschen im
ALG II-Bezug auch im laufenden
Jahr fortgesetzt werden. Es betreut
seit 1995 Menschen mit psychischen Erkrankungen mit dem Ziel
der beruflichen (Wieder-)Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Bis Mitte 2009 wurden die Kosten
aus Mitteln der Ausgleichsabgabe
getragen. Danach finanzierten der
Regionalverband und das Land das
Projekt gemeinsam weiter.
Nachdem das Land aus dieser Finanzierung im Jahr 2014 sukzessive aussteigen wird, haben Regionalverbandsdirektor Peter Gillo
und SHG-Geschäftsführer Alfons
Vogtel eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben. Darin ist
festgelegt, dass der Regionalverband Saarbrücken für Menschen
im ALG II-Bezug für bis zu 25
Plätze im SHG-Projekt die Kosten
in Höhe von 475 Euro pro Monat
übernimmt.
Nach langer Krankheit oder Arbeitslosigkeit wieder einen Arbeitsplatz zu finden ist oft nicht
einfach. Besonders große Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben
psychisch kranke Menschen. Hier
leistet das von der SHG getragene
Arbeitstrainingsprojekt wertvolle
Arbeit. Mit ihm sollen erwerbsfähi-
ge Hilfebedürftige für die Rückkehr
in ein reguläres Arbeitsverhältnis
fit gemacht werden.
auf die Bereitschaft gerade der mittelständischen Betriebe, hier aktiv
mit uns zusammen zu arbeiten“.
Das Hilfeprojekt betreut zusätzliche Arbeitsplätze in Betrieben oder
Behörden mit dem Charakter eines
Praktikums. Durch das Training
sollen Menschen, die infolge einer
psychischen Erkrankung erwerbslos sind, schrittweise an die Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarkts herangeführt werden.
Die Teilnehmer werden durch fachlich ausgebildete und qualifizierte
Die Erfolgsquote bei der Wiedereingliederung der Menschen spiegelt die Qualität der Arbeit wieder.
SHG-Geschäftsführer Vogtel: „Viele der von uns Betreuten konnten
bisher in den Arbeitsmarkt wieder eingegliedert werden“. Im Jahr
2012 wurden 64 Trainingsmaßnahmen durchgeführt. Davon wurden
26 Maßnahmen abschließend beendet. 14 Klienten konnten in eine
Bei der Pressekonferenz v. l.: Martin Stoiber, Verwaltungsdirektor der
SHG-Reha-Einrichtungen, Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und
SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel.
Projektmitarbeiter begleitet. „Wir
können auf die Arbeitstrainingsplätze nicht verzichten. Mit der
jetzt vereinbarten Projekt-Finanzierung leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur Integration in
Arbeit“, sagte Regionalverbandsdirektor Gillo bei der Vertragsunterzeichnung. Zugleich appellierte
er an die Unternehmen, vermehrt
Arbeitstrainingsplätze
bereitzustellen. Gillo: „Ich hoffe weiterhin
Beschäftigung oder eine weiterführende Maßnahme weitervermittelt
werden. 2013 konnten insgesamt
13 Klienten vermittelt werden.
In vielen Fällen hat die Teilnahme
am Arbeitstraining zu einer deutlichen psychischen Stabilisierung
der Teilnehmer geführt. So waren
rund ein Drittel der Klienten in
dem Jahr vor Beginn des Arbeitstrainings aufgrund ihrer Erkran-
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Projekt Arbeitstrainingsplätze
Integration psychisch kranker Menschen.
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mit Elementen anderer Therapierichtungen. Mit Erfolg, wie Chefärztin Möhler betont: „Wir konnten
signifikante Verbesserungen nach
der Therapie beobachten“.
In der Klinik bekommen die Kinder
einen auf sie abgestimmten Therapieplan. Neben der Gesprächs-
kung stationär in einer psychiatrischen Klinik. Während ihres Arbeitstrainings wurden deutlich weniger
Klinik-Aufenthalte registriert.
Diese Fakten zeigen, dass das Projekt Arbeitstrainingsplätze mit dem Ziel, psychisch schwerbehinderte
Menschen wieder ins Arbeitsleben zu integrieren, seit
nunmehr 18 Jahren eine unverzichtbare und absolut
notwendige Arbeit verrichtet. Seit diesem Zeitraum
wird das aktuell von allen Institutionen geforderte Ziel
der Inklusion von Menschen mit Behinderungen vom
Projekt Arbeitstrainingsplätze bereits umgesetzt.
Die Mitarbeiterinnen des Projekts Arbeitstrainingsplätze.
und Verhaltenstherapie können je
nach Interesse beispielsweise auch
Musik-, Kreativ- und Sporttherapie hinzukommen. In der eigenen
Klinikschule werden die Kinder in
Kleingruppen unterrichtet. Die Aufenthaltsdauer kann von nur einem
Tag in akuten Notfällen bis hin zu
drei Monaten dauern. Das Umfeld
der Kinder wird mit einbezogen
und nach dem Aufenthalt werden
sie ambulant weiter betreut, um
Rückfälle zu vermeiden.
Neubauarbeiten bestimmen auch das Jahr 2014
Erfolgreiche Klinik – angespannte Belegungssituation
ehrungen eingeladen.
Sozialausschuss des Landtags besuchte die Kinder- und Jugend-
Die Ehrung langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stand im
Mittelpunkt des festlichen Neujahrsempfangs der SHG-Kliniken
Sonnenberg, zu dem sich rund 300
Beschäftigte in der Alten Schmelz
in St. Ingbert eingefunden hatten.
KJ P P K l e i n b l i t t e r s d o r f
psychiatrie in Kleinblittersdorf.
Über die Situation und die Therapiemöglichkeiten in der SHG-Klinik
für Kinder- und Jugendpsychiatrie
und -psychotherapie in Kleinblittersdorf hat sich der Sozialausschuss des Landtags bei einem Besuch in der Einrichtung informiert.
Angesichts zunehmender psychischer Erkrankungen denken die
Parlamentarier über die Vernetzung
bestehender Systeme nach. Die Belegungssituation in Kleinblitters-
dorf ist angespannt: Auf der Warteliste für die 26 stationären und fünf
teilstationären Plätze stehen derzeit
80 Kinder.
Die steigenden Fallzahlen machten
deutlich, „dass die Politik schauen
muss, wo sie Vernetzungen von
Systemen voranbringen kann“,
sagte der Ausschussvorsitzende
Hermann Scharf (CDU). „Die Situation der psychiatrischen Versor-
gung wird immer problematischer“,
betonte SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel. Die Kassen zahlten
nur bis zu einer Belegung von 98
Prozent. Für jeden zusätzlichen Patienten erhalte der Behandlungsträger lediglich 15 Prozent des
Pflegesatzes. „Bei der Kinder- und
Jugendpsychiatrie haben wir eine
Belegung von fast 120 Prozent“, so
Vogtel.
Nach der jüngsten Studie des Robert-Koch-Instituts haben 18 Prozent aller Jugendlichen eine psychische Störung, zehn Prozent mit
Behandlungsbedarf. Professor Dr.
Eva Möhler, Chefärztin der SHGKinder- und Jugendpsychiatrie,
und der leitende Psychotherapeut
Stefan Eisenbeis sehen dafür viele
Ursachen, vor allem zerrüttete Familienverhältnisse, aber auch den
übermäßigen Konsum moderner
Medien.
Bei der Besichtigung des Musiktherapieraums (v. l.): Gisela Rink (CDU),
Alfons Vogtel, Ausschussvorsitzender Hermann Scharf, Chefärztin Eva
Möhler und Psychologe Stefan Eisenbeis.
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Die Klinik in Kleinblittersdorf ist
eine der wenigen in Deutschland,
die für die Heranwachsenden das
DBT-Trainingsprogramm anbietet.
Es kombiniert Verhaltenstherapie
Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer ließ in seiner Begrüßung
die Ereignisse des vergangenen
Jahres Revue passieren und gab einen Ausblick auf 2014. So sollen
in Kürze die neuen Räumlichkeiten
der Kinder- und Jugendpsychiatrie
in Kleinblittersorf und St. Wendel
in Betrieb genommen werden. Auf
dem Sonnenberg gehen derweil die
vorbereitenden Arbeiten für den
geplanten Neubau weiter. Hierzu
wird zunächst die Anfahrt für die
Krankentransporte neu gestaltet.
Anschließend geht es an den Hochbau. Das neue Klinikgebäude soll
2017 fertig sein.
Betriebsratsvorsitzende Ursula Emmerich-Körner erinnerte in ihrem
Grußwort an die Demonstration
von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gegen weitere Einschnitte
bei der Krankenhausfinanzierung
durch Bund und Land im Herbst
letzten Jahres in Saarbrücken. Dabei sei gemeinschaftlich ein starkes
Die Jubilare mit Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer (rechts), der Betriebsratsvorsitzenden Ursula Emmerich-Körner (links) und Personalchef
Dr. Martin Huppert (mittig).
Signal gegeben worden. Diese Gemeinsamkeit müsse sich jetzt auch
bei den anstehenden Tarifverhandlungen und Gesprächen über die
Personalentwicklung beweisen.
Für ihr 25-jähriges Dienstjubiläum wurden Giovanna Arena, Thomas Sommerlade, Iris Weichel und
Rita Weltermann geehrt. Blumen
und Urkunden gab es auch für
Hedwig Assmann, Colette Philippe und Waltraud Weyer-Thönnes
für ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Aus dem Dienst verabschiedet
wurden Hedwig Assmann, Angelika Friedrich, Ingrid Kneip und
Clairie Trenz. Die Gärtner Martin
Gross, Lorenz Langer, Hans-Werner Meyer und Frank Sattler sind
nach 20-jähriger Beschäftigung in
den Kliniken Sonnenberg wieder
zu ihrem ursprünglichen Arbeitgeber, dem heutigen Regionalverband
Saarbrücken, zurückgekehrt. Für
Verbesserungsvorschläge namentlich belobigt wurden Elmar Paulus
(Tagesklinik Schönbach), Waltraud
Adam (Klinik Tiefental) und Martin Schweig (Klinik Halberg). Anschließend wurde bei Klängen der
Band „inflagranti“ getanzt und gefeiert.
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N e u j a h r s e m pf a n g
SHG-Kliniken Sonnenberg hatten zum Neujahrsempfang mit Jubilar-
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lust der Autonomie und der Selbstbestimmung einher. Auch für die
Kinder ist es nicht immer leicht, die
Rolle der nun Sorgenden zu übernehmen und einen guten Weg zwischen notwendiger Übernahme von
Hilfeleistungen bei ihren Eltern und
Akzeptanz deren Bestreben nach
Eigenständigkeit auch bei nachlassenden Kräften zu finden.
Eine besondere Herausforderung an
die Eltern-Kind-Beziehung entsteht
im Alter, wenn Eltern ihre Selbständigkeit durch Krankheiten oder Altersgebrechen verlieren und zunehmend von der Fürsorge ihrer Kinder
abhängig werden. Jeden Zweiten
erwartet im Alter eine Zeit der Pflegebedürftigkeit. Nach einem langen
selbstbestimmten Leben, in dem die
Fürsorge für die Kinder bis in deren
Erwachsenenzeit hinein neben der
Verantwortung im Beruf eine große Rolle spielte, fällt es den meisten
Älteren sehr schwer, in die Rolle des
Hilfsbedürftigen zu wechseln. Dies
geht leider oft auch mit einem Ver-
In dieser Situation kann es zu erheblichen Konflikten im Familiensystem kommen, die die Beteiligten
oft überfordern und ratlos machen.
Diese Konflikte führen bei den Eltern nicht selten zu depressiven
Krisen, auch psychosomatische Erkrankungen können sich verstärken
oder in dieser Krisensituation erstmals manifestieren. In der Psychotherapie, wie sie in der Gerontopsychiatrischen Klinik angeboten wird,
spielen diese oft unbewussten Konflikte zwischen dem Wunsch nach
Erhalt der Selbstbestimmung einerseits und Versorgungswünschen an
die Kinder eine bedeutsame Rolle.
„Wenn man irgendetwas benötigt, ist immer sofort Hilfe da. Man ist nie allein.
Außerdem gibt es jeden Tag irgendetwas zu tun oder zu erleben.“
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Es gehört deshalb zu den Grundsätzen gerontopsychiatrischer Behandlung, die Angehörigen in die Beratung und Therapie einzubinden.
Durch Klärung der oft unausgesprochenen Wünsche und Vorstellungen
sowie der begleitenden Gefühle der
Beteiligten können neue Wege und
Lösungen der Konfliktsituationen
erarbeitet werden. Therapeutisches
Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis zu fördern und die Akzeptanz der neuen Rollensituation auf
beiden Seiten zu ermöglichen.
Besonders schwierige Situationen
im Eltern-Kind-Verhältnis können entstehen, wenn ein Elternteil
an Demenz erkrankt. Immer noch
dauert es oft sehr lange, bis die
Veränderungen im Verhalten von
Vater oder Mutter als krankhaft
erkannt werden und eine ärztliche
Abklärung und Behandlung erfolgt.
Durch den meist schleichenden Beginn der Erkrankung und dem Bestreben der Betroffenen, entstandene kognitive Defizite soweit es geht
zu verbergen oder zu kompensieren,
ergeben sich bei den Angehörigen
oft längere Phasen von Unverständnis und Hilflosigkeit angesichts der
Situation. Das Ansprechen von Defiziten kann zu Konflikten führen,
die sich bis hin zu Vorwürfen oder
im schlimmsten Fall zu ablehnendem oder gar aggressiven Verhal-
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„Von Menschen und Geschichten“ heißt die Ausstellung mit Malereien des kolumbianischen Malers Freddy
Sánchez Caballero in der kleinen Galerie der SHG-Kliniken Sonnenberg. Die farbenprächtigen Bilder erzählen Geschichten von Menschen aus Kolumbien, einem
Land, in dem es großen Reichtum gibt, in dem viele
aber auch in unvorstellbarer Armut leben.
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Holzapfel ist mit dem Maler seit Jahren befreundet.
Wenn er ihn frage, was er denn mit seinen Werken ausdrücken wolle, dann lächele der nur amüsiert und sage:
„Schau hin“. Er betrachte es nicht als seine Aufgabe, die
Welt zu beschreiben, sondern er wolle die Welt zeigen
„Wenn wir das Wort Kolumbien hören, denken wir leider nur zu oft an Drogen, Mord und Exzesse“, sagte
Personalchef Dr. Martin Huppert bei der Ausstellungseröffnung. Aber dieses Bild sei falsch. „Kolumbien ist
auch ein wunderschönes und abwechslungsreiches
Land. Ein Land, in dem warmherzige, ehrliche, gastfreundliche, aber auch stolze Menschen leben“. Das
zeigten gerade auch die Bilder von Freddy Sánchez Caballero.
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Dr. Rosa Adelinde Fehrenbach
Chefärztin Gerontopsychiatrie
Kleine Galerie zeigt Bilder von Freddy Sánchez Caballero.
Derzeit versorgt die SAANATEX etwa 8.000 Bedienstete alleine im
Gesundheitsbereich. An den Standorten Idar-Oberstein und Merzig
werden täglich an die 16 t Wäsche aufbereitet und ihrer Bestimmung
zugeführt. Mit dem Bau einer weiteren Betriebsstätte in Idar-Oberstein – Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 5 Mio. Euro – schafft die
SAANATEX die Voraussetzungen, die tägliche Wäschekapazität auf
bis zu 25 t zu erhöhen. In der Anfangsphase werden 25 Mitarbeiter
hier Beschäftigung finden. Geplanter Eröffnungstermin: Mitte 2014
Modernes Textilmanagement
auch Angehörigenschulungen, die
ein besseres Verständnis der Erkrankung und Strategien zum Umgang
sowie Hilfen bei der Pflege und
Versorgung vermitteln. In Selbsthilfegruppen finden Angehörige
Erfahrungsaustausch und emotionale Entlastung und Unterstützung
in der oft schwierigen Pflegesituation. Pflegestützpunkte und die lokalen Alzheimer-Vereine, wie auch
das beim Demenzverein Saarlouis
angebundene Demenz-Telefon, bieten Informationen und Beratung zu
Versorgungsmöglichkeiten.
Von Menschen und Geschichten
Richtungsweisende Investition
Bei Planung und Bau des neuen Gebäudes und bei der Auswahl des
Maschinenparks nimmt der Umweltschutz eine zentrale Rolle ein.
Durch Wärme- und Wasserrückgewinnung können die wichtigen Ressourcen Wasser und Energie minimiert, der Waschmitteleinsatz kann
deutlich reduziert werden. Biologisch abbaubare Produkte sind bei
der SAANATEX Standard, die eingesetzten Miettextilien sind hautschonend. Unter Umweltschutz versteht man bei der SAANATEX weiterhin die EDV-gestützte Optimierung der gesamten Transportlogistik.
Unnötige Wege werden vermieden, Zeit und Betriebsstoffe können
eingespart werden.
Viele Angehörigen berichten in Gesprächen, dass ihnen viel Leid und
konflikthafte Auseinandersetzungen erspart worden wären, wenn
die Krankheit ihrer Eltern früher
diagnostiziert worden wäre und sie
besser über die entstehenden Probleme informiert gewesen wären.
Die Gedächtnissprechstunden der
SHG-Kliniken Sonnenberg bieten
Diagnostik und Behandlung von
Demenzerkrankungen, Aufklärung
über das Krankheitsgeschehen und
Beratung und Unterstützung bei
Versorgungsfragen und der Krankheitsbewältigung an. Im stationären
Bereich spielt die sozialpsychiatrische Beratung der Angehörigen bei
den Patienten der Demenz-Station
eine wichtige Rolle. Hilfe bieten
Stellvertretend für den Maler erläuterte Pfarrer Matthias Holzapfel das Anliegen des Künstlers, der Lehrer für
Kunstgeschichte an der deutschen Schule in Medellin
war und heute auch mit Ausstellungen in Europa tätig
ist. In den Bildern Caballeros drehe sich alles um Menschen. Um Menschen in einem kleinen Land, in dem
das Leben nicht leicht ist.
Dr. Martin Huppert und Pfarrer Matthias Holzapfel
(r.) vor einem Bild des kolumbianischen Malers.
wie sie ist. „Caballero geht es um den Menschen, um
dessen Leben und dessen Stellung in der Gesellschaft.
Die Ausstellung in Haus 2 ist noch bis Anfang April
zu sehen.
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Sánchez Caballero / Gerontopsychiatrie
ten bei den dementiell Erkrankten
steigern können. Besonders verletzend erleben die Kinder auch Situationen, wenn diejenigen, die Hilfe
gewähren wollen, abgelehnt werden oder gar des Diebstahls oder
böser Absichten im Rahmen von
wahnhaftem Erleben der Erkrankten bezichtigt werden. Das dadurch
entstehende Misstrauen kann das
Pflegeverhältnis erheblich belasten.
Bei fortschreitender Demenzerkrankung werden die Kinder von den
Erkrankten oft als noch jung und
betreuungsbedürftig erinnert. Die
Vorstellung, dass die Kinder selbst
schon im fortgeschrittenen Alter
sind, geht verloren. Es kommt nicht
selten vor, dass eigene Kinder von
den Betroffenen als Eltern verkannt
werden.
M u t t e r - K i n d - S t a t i o N
M u t t e r - K i n d - S t aT i o n
Psychotherapie in der stationären Mutter-Kind-Behandlung
M u t t e r - Ki n d - S t a t i o n
Auf zunächst kleiner und vorsichtiger Flamme wird seit
Oktober 2013 die Vorgabe des aktuellen Landesbettenplans verwirklicht, in den SHG-Kliniken Sonnenberg
eine Mutter-Kind-Station mit sechs Betten vorzuhalten.
In der Mutter-Kind-Einheit kommt ein Behandlungskonzept
zum
Einsatz, das in ähnlicher Form an der
Universität in Heidelberg wissenschaftlich
evaluiert wurde. Es
handelt sich um ein
Programm für die
stationäre Therapie
psychisch kranker
Mütter, die gemeinsam mit ihren
Kindern im Alter von bis zu 24
Monaten aufgenommen werden.
Die Nachfrage seit Eröffnung der ersten drei Plätze ist
erheblich und es ist bereits eine Warteliste entstanden. Nachfragen sind zahlreich und können derzeit
gar nicht alle bedient werden. Die Erweiterung auf die
genehmigten sechs Plätze soll sobald als möglich statt-
Professor Dr. Eva Möhler
finden. Die neue Mitarbeiterin, die approbierte Psychotherapeutin Anne Immich, absolviert die Ausbildung
zur Eltern-Kind-Psychotherapeutin an der Universität
Heidelberg.
Die Mutter-Kind-Station arbeitet eng mit der Säuglingsambulanz der SHG-Kliniken zusammen. Außerdem sind Anne Immich und Nina Sonnenberg, die
Leitende Psychologin der Säuglingsambulanz, eng
eingebunden bei den Frühen Hilfen, dem landesweiten
Präventionsprojekt des Saarlandes. Nina Sonnenberg
ist in diesem Rahmen als Supervisorin für die in diesem Projekt eingesetzten Familienhebammen tätig.
Insbesondere im Bereich der frühen Kindheit ist Vernetzung besonders wichtig. Die Mutter-Kind-Station
schließt die letzte Lücke im Versorgungsnetz des Saarlandes und ist somit ein begrüßenswertes zartes Pflänzchen, das intensiver Nährung und Pflege bedarf.
Professor Dr. Eva Möhler
Chefärztin der SHG-Kinder- und Jugendpsychiatrie
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Forum A m
P u l s
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Indikation für eine Behandlung in
der Mutter-Kind-Einheit der SHG
Kliniken Sonnenberg können unterschiedliche psychiatrische Diagnosen sein, wie beispielsweise
psychotische Störungen, affektive
Störungen, Anpassungsstörungen,
Angst- und Zwangsstörungen oder
Persönlichkeitsstörungen. Häufig
bezieht sich die Symptomatik inhaltlich auf die Mutterschaft (z.
B. Angst dem Kind etwas anzutun
oder fehlende Gefühle dem Kind
gegenüber). Die Krankheit beeinträchtigt zumeist das intuitive Elternverhalten und führt so zu einer
gestörten Mutter-Kind-Interaktion.
Frühe Interaktionsstörungen können wiederum die Entwicklung des
Kindes langfristig beeinträchtigen.
Bei stationärer Aufnahme sollte das
Alter des Kindes 24 Monate nicht
überschreiten, da sich das Therapieprogramm auf diese entwicklungspsychologische Phase bezieht.
Indikation zur Aufnahme kann sowohl eine objektivierbare Störung
der mütterlichen Kompetenzen und
der frühen Mutter-Kind-Interaktion
sein, oder auch subjektiv erlebte Defizite in der Beziehung zum
Kind, wie beispielsweise negative
Gedanken oder Schuld- und Insuf-
Dipl. Psych. Anne Immich
fizienzgefühle, die die Mutterrolle
betreffen.
Das Therapieprogramm setzt sich
aus folgenden Bausteinen zusammen:
Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung der Mutter
In regelmäßigen psychotherapeutischen Einzelgesprächen werden die
krankheitsrelevanten Themen der
Patientinnen behandelt. Über die
störungsspezifische Therapie hinaus liegt der Fokus auf der Verbesserung der Mutter-Kind-Interaktion
und -Beziehung. Darüber hinaus ist
eine medikamentöse Behandlung
bei vielen postpartalen psychischen
Erkrankungen ebenfalls indiziert
und wird individuell auf die Patientin abgestimmt.
Verhaltenstherapeutische Müttergruppe
Die interaktionale kognitiv-behaviorale Gruppentherapie für Mütter
mit postpartalen psychischen Störungen findet zweimal wöchentlich, in der Regel ohne das Beisein
der Kinder, statt.
In einem halboffenen Setting können Mütter jederzeit in die Therapie
einsteigen, da die Themen der einzelnen Stunden nicht aufeinander
aufbauen, sondern sich lediglich
durch themenbezogene Übungen
überlappen. Es werden die folgenden zehn Themen bearbeitet:
Rollenbilder, Neugierde an der
Beobachtung des Kindes wecken,
die Bedeutung der beschreibenden
Sprache, Stressfaktoren, Stressbewältigungsstrategien,
kindlichen
Signalen ein Echo geben, Beruhigungstechniken,
Wahrnehmung
positiver Gefühle, Führen und Folgen in der Interaktion und das Erstellen eines Krisenplans.
Durch die Auswahl dieser Themen soll die Auseinandersetzung
mit der neuen Rolle als Mutter
gefördert werden. Außerdem sollen konkrete Hilfen zur Stressbewältigung und in der Interaktion
mit dem Kind vermittelt werden.
Psychoedukative Elemente, beispielsweise Informationen zur Entwicklung des Kindes, sollen bei
den Müttern Expertise und somit
auch Selbstsicherheit ausbauen.
Auch der Umgang mit krankheitsauslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen, sowie die Iden-
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P s y c h o t h e r a pi e
Mutter-Kind-Station
schließt letzte Lücke im
Versorgungsnetz des Saarlandes
M u t t e r - K i n d - S t a t i o N
wie beispielsweise der Art, wie beide miteinander in Kontakt stehen,
in welcher Form Kommunikation/
Sprache stattfindet oder in welchem
Verhältnis das Führen der Interaktion durch die Eltern und das Folgen
der kindlichen Impulse durch die
Eltern zueinander stehen.
Bedeutende Momente der Videoaufzeichnung werden in einer
zweiten Sitzung gemeinsam mit der
Mutter angesehen und analysiert.
Dabei werden zunächst die trotz der
Erkrankung vorhandenen Ressour-
Arbeit mit Vätern und Angehörigen
Die Arbeit mit Vätern und Angehörigen erfolgt in Paar- bzw. Angehörigengesprächen. Darüber hinaus
bieten wir einmal im Monat eine
Gruppensitzung für Angehörige an,
in der vornehmlich psychoedukativ
die Inhalte analog zur verhaltenstherapeutischen Müttergruppe mit
den Vätern und Angehörigen behandelt werden. Weitere Themen
sind die Vermittlung eines adäquaten Krankheitsmodells, die emotionale Entlastung der Väter sowie
die Förderung von Ressourcen, die
nach der stationären Behandlung
eine Entlastung für die Familie darstellen können (z.B. gemeinsame
Ausflüge oder regelmäßige Kinderbetreuung durch einen Babysitter).
P s y c h o t h e r a pi e
Unterstützung der Mutter-KindBeziehung im Alltag
Teamarbeit auf der Mutter-Kind-Station: Kinderkrankenpflegerin Rahab Murengi, Dipl. Psychologin Anne Immich und Stationsleiter Claus
Wartenpfuhl (v.l.n.r.).
te der Feinfühligkeit, der intuitiven
elterlichen Kompetenzen, der Affekt- und Lautspiegelung zur Unterstützung der Aufmerksamkeitsentwicklung, der Affektregulation
und des natürlichen Explorationsbedürfnisses des Kindes.
Videogestützte Einzelpsychotherapie der Mutter-Kind-Beziehung
In der videomikroanalytischen
Therapie werden typische Interaktionen zwischen Mutter und Kind
aufgezeichnet (z.B. wickeln, füttern,
spielen). Die Analyse der Videosequenzen erfolgt anhand verschiedener für die Mutter-Kind-Interaktion besonders wichtiger Konzepte,
14
Forum A m
P u l s
cen der Mutter in der Interaktion
mit ihrem Kind in den Vordergrund
gestellt und zum Aufbau mütterlicher Kompetenzen im emotionalen
Austausch mit dem Kind genutzt.
In einem zweiten Schritt werden
Möglichkeiten erarbeitet, das gesehene positive Verhalten häufiger
auftreten zu lassen.
Die Therapie ist auch für die Behandlung schwer erkrankter Mütter
gut geeignet, da durch das Medium
Bild ein unmittelbarer emotionaler
Zugang gelingt. Zusätzlich werden
durch dieses Vorgehen Autonomiebedürfnis und Kritikempfindlichkeit
in der therapeutischen Beziehung
respektiert.
d e r
Z e i t
Das Pflegeteam unterstützt die
Mutter, sollte dies nötig sein, bei
der alltäglichen Versorgung des
Kindes. Die einmal wöchentlich
von einer Hebamme angeleitete Babymassage fördert durch den Körperkontakt die mütterliche Sensitivität und die emotionale Beziehung
zum Kind. Auch im sporttherapeutischen Angebot werden alltägliche
(z.B. Waldspaziergang) und neue
(z.B. schwimmen) Aktivitäten von
Mutter und Kind begleitet. Positive mütterliche Verhaltensweisen
werden bestätigt. Falls notwendig,
wird im Sinne eines „Coachings“
auf kindliche Signale aufmerksam
gemacht und der Mutter geholfen,
diese adäquat zu interpretieren und
darauf zu reagieren – z.B. mit Anleitungen zu Beruhigungstechniken.
Dipl. Psych. Anne Immich
Psychologische Psychotherapeutin
auf der Mutter-Kind-Station
Psychische Störungen im Wochenbett
Nie sind die Tränen der Freude so
häufig und so selbstverständlich
wie am Bett eines neugeborenen
Kindes! Mutter, Vater, Oma, Opa
und die sonstigen Angehörigen
brechen in Tränen der Freude aus:
Unser Kind ist da!
Diese Reaktionen zeigen die emotionale Erschütterung, die uns alle
betrifft bei der Geburt eines Kindes.
Deshalb dürfen wir uns nicht wundern, dass derartige emotionale Erschütterungen auch zu Störungen
des psychischen Befindens führen
können.
Wenn wir uns dann noch die biologischen Veränderungen im Körper
der jungen Mutter vor Augen halten, wundern wir uns nicht mehr
über ihre oft wechselnde Befindlichkeit. Am Ende der Schwangerschaft stand die werdende Mutter
unter höchsten Hormondosen von
Östrogenen, Gestagenen und anderen Hormonen, die im Mutterkuchen (Plazenta) gebildet wurden.
Nach der Geburt des Kindes wird
auch der Mutterkuchen ausgestoßen, damit verliert die junge Mutter
ihre hohen Hormonspiegel. Sie ist
in den ersten Tagen einem abrupten
Entzug aller Schwangerschaftshormone ausgesetzt.
Dieser Hormonabfall bedingt entscheidend die sogenannten „Flenntage“, wie man im Saarländischen
die überraschenden Stimmungswechsel der jungen Mütter in den
Tagen nach der Geburt nennt. Die
glücklichste Mutter weint; und sie
weiß noch nicht einmal, warum.
Aktuell redet man vom „BabyBlues“ und meint damit ebenfalls
die depressive Verstimmung, die
nach der Geburt einsetzen kann.
Die meisten Mütter finden binnen
weniger Tage wieder zu ihrem emotionalen Gleichgewicht und zum
Glück der jungen Elternschaft zurück. Leider bleiben aber etwa 10
Prozent aller Gebärenden im Stimmungstief hängen und entwickeln
die so genannte „Wochenbett-Depression“.
In der Wochenbett-Depression verliert die junge Mutter die Freude;
schlimmer noch, ihre Gefühle erstarren, sie spürt wenig oder nichts
mehr für ihr Kind. Sie bekommt
Angst, dass ihr das Kind gleichgültig werden könne. Wie soll sie
dann die Betreuung und spätere Erziehung des Kindes bewältigen? Ist
sie dafür überhaupt geeignet? Oder
ist sie eine „Rabenmutter“? Soll sie
diese Befürchtungen dem Kindesvater und ihrer Familie mitteilen?
Was werden diese von ihr denken?
Depressionen sind keine modernen Krankheiten; Hippokrates
hat vor 2500 Jahren die „Melancholie“ beschrieben und auch die
Wochenbett-Depression ist keine neuzeitliche Escheinung. Bereits im 16. Jahrhundert wurden
die ersten Abhandlungen über die
nachgeburtliche (postpartale) Depression verfasst. Das Auftreten
der Wochenbett-Depression ist also
nicht Folge unseres modernen Lebensstils. Jedoch sind die heutigen
Mütter und ihre „Klein-Familien“
mehr auf institutionelle Hilfe angewiesen, als dies unsere Großmütter
waren.
Das Drama der Wochenbett-Depression spielt auf einem emotional hoch besetzten Gelände, was
schnell zu einer Zuspitzung und
Krise führen kann. Welche Mutter geriete nicht in Panik bei dem
Gedanken, ihr Kind sei nicht gut
Dr. Wolfgang Hofmann
versorgt? Auch die Familie gerät in
Unruhe, wenn die junge Mutter ihre
Sorgen und Befürchtungen mitteilt.
Die Konfrontation mit dem Neugeborenen ist eine riesige Herausforderung für die junge Mutter. Im
Zustand der depressiver Verstimmung ist dies nicht zu leisten: Der
Mutter fehlt die Energie, sie leidet
sowie so unter Schlafmangel wegen der nächtlichen Still-/FütterZeiten. Und sie sieht keinen Erfolg,
sie spürt keine Zufriedenheit, ihr
fehlt das Gefühl als Steuerung ihres Handelns im Umgang mit dem
Kind. Und die Ängste kommen
hinzu, der Kampf gegen die Ängste kostet sie noch mehr Kraft. Man
könnte noch mehr zu den vielfältigen Beschwerden in der Depression
sagen, aber ziehen wir die wichtigste Nachricht vor: Die WochenbettDepression hat eine sehr gute Prognose und sie dauert nicht so lange,
wie eine Depression außerhalb des
Wochenbettes.
Die vielfältigen Anforderungen an
die jungen Mütter und die mannigfachen Veränderungen wühlen die
Wöchnerinnen auf. In diesem emotionalen Aufruhr können auch frühere Symptome und Beschwerden
wieder hervortreten. Dies können
Ängste verschiedenster Art sein, die
nun um das Kind kreisen, um sei-
Forum A m
Puls
der
Zeit
15
Psychische Störungen
tifikation von Risikofaktoren wird
im Sinne einer Rückfallprophylaxe behandelt. Krankheitsmodelle
(z.B. Vulnerabilitäts-Stress-Modell)
werden vermittelt und an die spezifische Situation einer Frau in der
frühen Mutterschaft angepasst. Die
Mütter werden während der Gruppensitzungen dazu angehalten, sich
über eigene Erfahrungen auszutauschen und Unterschiede im Verlauf
ihrer Erkrankung zu reflektieren.
Grundlage der entwicklungspsychologischen Themen sind Konzep-
M u t t e r - K i n d - S t aT i o n
M u t t e r - K i n d - S t a t i o N
M u t t e r - K i n d - S t aT i o n
Psychische Störungen
ne Gesundheit
oder
um
sein Befinden. Ebenso
sieht man das
erneute Auftreten
von Zwängen bei
Müttern, die zuvor etwa
in der Pubertät Zwangssymptome entwickelt hatten. Auch hier gelten
die Zwänge der Kontrolle, der Reinigung
oder die Denkzwänge dem Neugeborenen.
Wochenbett-Psychosen sind ausgesprochen
selten und betreffen nur 0,1 Prozent der
Gebärenden. Die psychotischen Zustände
mit Realitätsverkennung, mit Wahnideen
und Sinnestäuschungen entwickeln sich
äußerst rasch und stellen eine akute Gefährdung von Mutter und Kind da. Hier ist
rasche Hilfe erforderlich. Erfreulicherweise
hat die Wochenbett-Psychose wie auch die
sonstigen psychischen Störungen im Wo-
Ein wesentlicher Gesichtspunkt aller Störungen des Wochenbettes ist erst in den letzten zehn Jahren erkannt
worden: Jede der oben genannten Störungen führt zu
einer erheblichen Störung der Mutter-Kind-Interaktion.
Eine depressive Mutter kann sich nicht emotional ihrem
Kind widmen, eine ängstlich unsichere Mutter kann ihr
Kind nicht stimulieren und anderes mehr.
Die Neugeborenen sind aber von der ersten Stunde
auf menschliche Zuwendung angewiesen; die alleinige
Nahrungsversorgung und erforderliche Körperpflege
sind nicht ausreichend für die menschliche Entwicklung. Ein neugeborenes Menschenkind bedarf der intensiven Zuwendung, des Körperkontaktes und des
Blickaustausches mit der Mutter, es braucht die sprachliche Stimulation. Störungen der Mutter-Kind-Interaktion in den ersten Lebensjahren führen zu Störungen
der emotionalen Entwicklung des Kindes, wie umfangreiche Untersuchungen der letzten Jahre gezeigt haben.
Berufsbilder im Krankenhaus: Kinderkrankenpflegerin
Rahab Murengi berichtet aus Ihrem Arbeitsalltag auf der
Mutter- Kind-Station.
Mein Name ist Rahab Murengi und
ich arbeite seit 1. Oktober 2013 auf
der Station P3, zu der neben der
Erwachsenenpsychiatrie auch die
Mutter-Kind-Station gehört.
Ich bin gelernte Kinderkrankenpflegerin und habe im Anschluss
an meine Ausbildung zusätzlich
das Examen zur Gesundheits- und
Krankenpflegerin erworben. Der
Beruf der Kinderkrankenpflegerin
beinhaltet die Betreuung von Kindern aller Altersgruppen und deren Pflege, egal ob sie gesund oder
Die Aufgaben der Kinderkrankenpflegerin auf der Mutter-Kind-Station sind zum einen die Anleitung
und die Beratung der Mütter im
Umgang mit ihren Kindern und bei
deren Pflege. Der Austausch mit
Therapeuten, Eltern und Ärzten
gehört ebenso zum Aufgabenbereich. Zusätzlich ist es erforderlich,
den Umgang und das Verhalten der
Mutter mit dem Kind zu beobachten, z.B. beim Spielen, Wechseln
der Windeln oder der Nahrungsverabreichung, um mögliche Defizite der Mutter zu erkennen, die
Deshalb liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit auf der
Mutter-Kind-Station in der Förderung der MutterKind-Interaktion, selbstverständlich werden die Mütter
psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt. Die Besonderheit unserer Arbeit liegt jedoch auf dieser Förderung des Mutter-Kind-Kontaktes.
Dr. Wolfgang Hofmann
Chefarzt Psychiatrie, Psychotherapie
und Psychosomatik
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Rahab Murengi
krank sind oder eine Behinderung
haben. Hierbei ist die Pflege der
kleinen Patienten an den jeweiligen psychischen und physischen
Zustand und an das jeweilige Alter
angepasst. Die Mütter bekommen
während des stationären Aufenthaltes auf unserer Station Therapiepläne, die individuell auf sie angepasst werden, um ihren Alltag zu
simulieren und sie damit auf ein
Leben zu Hause vorzubereiten (z.B.
„Auszeit“ als Zeit für die Mutter).
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Forum A m
P u l s
d e r
Z e i t
Mutter auf diese
hinzuweisen und
sie zu einem
angemessenen
Umgang mit dem
Kind anzuleiten.
Zusätzlich werden
die Mütter auch gegebenenfalls in hygienischen
Fragen aufgeklärt. Mit dieser
präventiven Maßnahme soll die
Gesundheitserhaltung bestmöglich
unterstützt werden.
Außerdem vermitteln wir als neutrale Personen bei möglichen Konflikten zwischen verschiedenen
Parteien, je nach Bedarf der Mutter. Dabei muss die Kultur und die
Herkunft unserer Patienten selbstverständlich berücksichtigt werden.
Natürlich gehen wir individuell
auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mütter und ihrer Kinder ein
und versuchen Ihnen bestmöglich
in beratender und assistierender
Funktion zur Seite zu stehen. Als
Ziel meiner Aufgaben sehe ich es,
eine gute Beziehung zu den Müttern und ihren Kinder aufzubauen
und dadurch auch positiv auf das
Beziehungsverhalten der Mütter
einzuwirken.
Rahab Murengi
Kinderkrankenpflegerin
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der
Zeit
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Ki n d e r K r a n k e n P f l e g e r i n
chenbett insgesamt eine gute Prognose und ist meist
nur von kurzer Dauer.
Entwicklung und Regulation
im Säuglingsalter
entwIcklung und regulatIon
Das Säuglings- und Kleinkindalter ist durch eine
sehr hohe Entwicklungsdynamik gekennzeichnet.
Menschliche Neugeborene
sind nach Adolf Portmann
„physiologische Frühgeburten“ (Portmann, 1951). Entsprechend kommen menschliche Neugeborene mit einem
relativ unreifen Nervensystem
zur Welt und durchlaufen noch
erhebliche Reifungs- und Anpassungsprozesse. Eine aktuelle Studie
von Knickmeyer et al. (2008) hat gezeigt, dass im ersten Lebensjahr das
Hirnvolumen um 101 Prozent zunimmt. Das Hauptwachstum im ersten
Jahr ging dabei in erster Linie auf das
enorme Wachstum der grauen Substanz zurück, welche sogar um 149
Prozent zunahm (Knickmeyer et al.
2008).
Frühe zwischenmenschliche Erfahrungen werden durch den Säugling bzw.
das Kleinkind also während der Zeit
des stärksten Hirnwachstums gemacht
und prägen entsprechend die biologische Struktur des wachsenden Gehirns
nachhaltig. Folglich wirken sich Interaktionserfahrungen des Kindes mit den
Eltern auf die biologische Ausformung
von Gehirnfunktionen maßgeblich aus
(Heim/Nemeroff 2001, 2009).
Neben den Reifungsprozessen des
Nervensystems vollbringen Säuglinge
besonders in den ersten drei Lebensmonaten enorme körperliche Anpassungsleistung. Während das Kind in
der Gebärmutter stabile Wärme-, Lichtund Lautstärkebedingungen vorfand,
wirken in der extra-uterinen Außenwelt
häufig wechselnde Reize auf das Kind
ein. Der Wärmehaushalt muss reguliert,
Nahrung selbstständig aufgenommen
und verdaut und Reize verarbeitet bzw.
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Forum
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z e I t
M u t t e r - k i n d - s t A t i o n
ausgeblendet werden. All dies kann das noch unreife
System des Kindes überlasten und entsprechend können
diese Reifeprozesse in den ersten Lebensmonaten Quelle
von Anpassungsproblemen sein.
Schreien
Ein Säugling ist bereits von Geburt an mit einer Reihe
von Kompetenzen ausgestattet, welche es ihm ermöglichen, mit seinen Bezugspersonen in Kontakt zu treten
und damit sein Überleben zu sichern (Brazelton 1974).
Von den Ausdrucksmöglichkeiten eines Babys ist das
Schreien die stärkste Form. Schreien ist die effektivste
und wichtigste Kommunikationsform eines Neugeborenen und Säuglings mit dem der Umwelt Bedürfnisse
wie Hunger, Durst, Frieren oder Schwitzen, Missbehagen oder Schmerzen bei Erkrankungen, sowie Bedürfnis nach Nähe mitgeteilt werden (La Gasse, Neal, &
Lester, 2005). Schreien erweckt bei Betreuungspersonen innerhalb kürzester Zeit eine starke Motivation,
etwas zu tun, um den Anlass des Schreiens herauszufinden und das Schreien zu beenden (Soltis 2004).
Somit hat das Schreien einen hohen evolutionären
Stellenwert, da es für das Überleben von Kindern von
zentraler Bedeutung ist (Hofer 2002; Zeifman 2001).
Schreien führt bei den Eltern zu emotionaler Erregung,
einer Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks.
Schreien weckt Fürsorglichkeit und ein Bedürfnis, das
Baby auf den Arm zu nehmen, zu wiegen und mit beruhigender Stimme zu trösten.
In westlichen Gesellschaften ist bei gesunden Säuglingen ein charakteristischer Verlauf des Schreiens in
den ersten drei Lebensmonaten zu beobachten (Brazelton 1962; Lucas/St James-Roberts 1998). Von der
Geburt bis zur 6. Lebenswoche nimmt das Schreien
kontinuierlich zu (auf durchschnittlich etwa 1,5 bis
2 Stunden täglich), um dann schließlich bis zum ersten Lebensjahr auf ca. 1 Stunde täglich abzusinken.
Es gibt eine Häufung des Quengelns und Schreiens in
den Abendstunden zwischen 17 und 22 Uhr. Längere
Schreiphasen in der Nacht sind selten. Diese Muster
gehören zur ganz normalen Entwicklung eines Kindes und sind wahrscheinlich Ausdruck steigender und
schließlich gemeisterter Entwicklungsaufgaben.
Schlafen
Der Schlaf von Säuglingen und Kleinkindern unterscheidet sich massiv von jenem der Erwachsenen
(Singh et al 1992). Das Schlafbedürfnis von Kleinkin-
dern ist relativ hoch. Neugeborenes verbringen fast den gesamten
Tag schlafend (etwa 16-18 Stunden
täglich). Mit zunehmendem Alter
nimmt jedoch das Schlafbedürfnis deutlich ab. So benötigen Kinder mit 6 Monaten etwa 14 bis 15
Stunden und mit einem Jahr durchschnittlich etwa 12 Stunden Schlaf
täglich (Iglowstein et al 2003).
Bei Neugeborenen ist der Gesamtschlaf relativ gleichmäßig über den
gesamten Tag hinweg auf mehrere Schlafphasen verteilt. Dabei ist
ein immer wiederkehrender Zyklus
von ca. drei Stunden Schlaf gefolgt
von einer einstündigen Wachphase zu beobachten. Die Wachphasen
tagsüber werden jedoch mit zunehmendem Alter des Kindes länger
sodass sich etwa ab 12 Wochen bei
den meisten Kindern zunehmend
ein Nachtschlaf etabliert.
Im Alter von sechs Monaten beträgt die längste Schlafphase im
Mittel sechs Stunden. Dabei ist der
Nachtschlaf bei den meisten Kindern in zwei Schlafperioden unterteilt, welche von einer Wachphase
zur Nahrungsaufnahme unterbrochen ist. Somit ist nächtliches Erwachen im ersten Lebensjahr die
Regel, nicht die Ausnahme. Tagsüber weisen die Kinder in diesem Alter im Mittel zwei kürzere
Schlafepisoden auf.
Gegen Ende des ersten Lebensjahres sind die meisten Säuglinge nun
in der Lage durchzuschlafen. Der
Nachtschlaf hat sich weitestgehend
etabliert. Zwischen dem ersten und
dem zweiten Lebensjahr reduziert
sich zudem der Tagschlaf auf eine
einzelne Schlafepisode (Iglowstein
et al. 2003).
Nahrungsaufnahme
Die kindliche Ernährungsform ist
der jeweiligen Entwicklungsphase angepasst. Sie entspricht den
Möglichkeiten des Organismus,
bestimmte Nahrungsmittel aufzunehmen und zu verdauen. Bereits
vorgeburtlich erlerntes Saugen und
Schlucken von Fruchtwasser wird
bei der Geburt durch die Atmung
in einen komplexen physiologischen Prozess integriert, in welchem das Neugeborene autonom
atmet, saugt und seinen Speichel
schluckt (Gewolb et al 2004).
Im Säuglingsalter, also bis etwa
zum 6. Lebensmonat, wird die benötigte Energie des Kindes ausschließlich durch die Aufnahme
von Muttermilch oder Säuglingsmilch gedeckt. Das Kind ist somit vollständig von seinen Eltern
abhängig. Im Laufe der weiteren
Entwicklung des Kindes wird dieses zunehmend selbstständiger und
möchte sich beispielsweise selbst
füttern. Fütterungsprobleme sind
deshalb auch häufig im Kontext
der Autonomieentwicklung zu sehen (Chatoor 1984).
Zwischen dem 6. und dem 9. Lebensmonat kann der Bedarf an
Proteinen und anderen Nährstoffen
nicht mehr ausschließlich durch
Milchnahrung gedeckt werden
und Säuglinge sind nun besonders
empfänglich für die Umstellung
auf feste Nahrung (Wolke 2000).
Spätestens mit 12 Monaten ist das
Kind in der Lage, das Ernährungsangebot seiner Umgebung mit einiger Hilfestellung, wie Hochstuhl
oder Kinderlöffel, motorisch und
verdauungstechnisch zu verkraften. Kinder entwickeln eine Vorliebe für jene Speisen, welche ihnen
ihre Umgebung (also die Eltern)
anbietet. So ist die Essensentwicklung funktionell, motorisch und
geschmacksmäßig stark kulturell
geprägt. Im Laufe der Kindheit
entwickeln sich spezifische Geschmacksvorlieben noch weiter
aus. Das Kleinkind kann sich aber
so ernähren, wie die ihn umgebenden Erwachsenen.
Professor Dr. Eva Möhler
Chefärztin der SHG-Kinderund Jugendpsychiatrie
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entwIcklung und regulatIon
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Mutter-Kind-Station aus pflegerischer Sicht
Rundum optimal versorgt
Erste Antworten fanden wir in
Wiesloch und Herten. In den dortigen Kliniken gibt es schon seit
mehreren Jahren Mutter-KindEinheiten. Während Herten eine
reine Mutter-Kind-Station mit zehn
Plätzen vorhält, setzt die Klinik in
Wiesloch ebenfalls auf die gemeinsame Betreuung mit allgemeinpsychiatrischen Patienten. Beide
Einrichtungen wurden von uns besucht und die Erfahrungen wurden
mit in unser Team gebracht.
Dr. Christiane Hornstein, Chefärztin der Mutter-Kind-Station
in der Klinik Wiesloch, half mit
ihren Erfahrungen.
Schnell wurde klar, dass ein Konzept
erarbeitet werden muss und dass
personelle Verstärkung gebraucht
wird. So kamen 1,5 Pflegekräfte und
eine Psychologin in unser Team. Mit
Chefarzt Dr. Hofmann erstellten wir
ein erstes Konzept.
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Claus Wartenpfuhl
Durch die Zusammenarbeit mit den
beiden erfahrenen Kliniken mussten wir das Rad nicht mehr neu
erfinden. Zunächst legten wir eine
Altersgrenze für die Kinder fest.
Keines der Kinder soll bei Aufnahme älter als zwei Jahre sein.
Die Kinder werden zunächst als Begleitperson aufgenommen. Daraus
folgt, dass die Mutter Nahrung und
Hygieneartikel für ihr Kind selbst
vorhalten muss. Ebenso wurden die
Regeln für die gesamte Station angepasst, z.B. dass keine Aufnahmen
nach 16 Uhr stattfinden, um eine Einschätzung der Neuaufnahme durch
den Stationsarzt zu gewährleisten.
Viele unserer Fragen konnten auch
durch Frau Dr. Christiane Hornstein,
Chefärztin in Wiesloch, beantwortet
werden. Am 1. Oktober 2013 konnten wir unsere erste Mutter mit ihrem Kind begrüßen.
Unsere Mutter-Kind-Zimmer sind
alle mit Wickeltisch, Badewanne,
Kinderbett und Hochstuhl ausgestattet. Die Stationsanrichte steht
den Müttern als Milchküche zur
Verfügung; hier befinden sich Wasserkocher, Babykostwärmer, Einmalsauger und Einmalbabykostflaschen (Hygienevorgaben). Auch ein
Spielzimmer wurde eingerichtet.
d e r
z e I t
Auf dem Therapieplan finden sich
neben den Angeboten der Psychologin auch Babymassage durch eine
externe Hebamme, Sporttherapie
mit und ohne Kind sowie ergotherapeutische Angebote. Während
den der Mutter allein vorbehaltenen Therapien wird das Kind durch
das Personal betreut. Schon bei den
ersten Kontakten war zu erkennen,
dass sich das Leben auf der Station ändern wird. Einige Patienten
lebten durch die Anwesenheit der
Kinder plötzlich auf - und das über
unsere Stationstür hinweg. Aber wir
hatten auch Startprobleme.
So stellte es sich heraus, dass einige
Mütter mit falschen Vorstellungen
auf unsere Station kamen, was sich
allerdings durch intensive Gespräche klären ließ.
Dieses und weitere sich aus der Praxis ergebende Fragen zeigen uns,
dass unser Konzept nicht in Stein
gemeiselt sein darf. Eine ständige
Überarbeitung und Evaluation
ist für den Erfolg unseres
Vorhabens unbedingt
notwendig.
PFlege auF der mutter-kInd-statIon
PFlege auF der mutter-kInd-statIon
Im März 2013 fragte mich Chefarzt
Dr. Hofmann, ob ich mir vorstellen
könnte, Leiter einer Mutter-KindStation zu werden. Nach ersten Gesprächen planten wir auf der Station P3 zunächst einmal drei Zimmer
für Mütter mit Kindern zu schaffen.
Im Team stellten wir uns die Frage,
wie eine solche Einheit auf einer
allgemein-psychiatrischen Station
konkret aussehen könnte.
Umfassende Betreuung aus einer Hand im eigenen Haus!
Ob Menü Mobil, moderner Hausnotruf, rund um die Uhr Pflegeleistungen durch unsere
Sozialstationen oder viele andere, alltägliche und wertvolle Servicedienste – die AWO
Saarland bietet allen Menschen auch im Alter die Möglichkeit ein unabhängiges und
selbstbestimmtes Leben zu Hause zu führen. Weitere Informationen dieser professionellen
Betreuung finden Sie unter
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Oder rufen Sie uns an unter der
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Claus Wartenpfuhl
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z e I t29.02.12 09:13
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küche und sPeIsen-
versorgung der FachklInIk Für PsychosomatIk und abhängIgkeIts-
neugestaltung der küche und sPeIsenversorgung
erkrankungen entsPrechen jetzt den neuesten standards.
Rund 75 000 Euro hat die SHG in
die Modernisierung von Küche und
Speisenversorgung der Fachklinik
für Psychosomatik und Abhängigkeitserkrankungen investiert. „Hier
entspricht jetzt alles den neuesten Standards“, freute sich Martin
Stoiber, Verwaltungsdirektor der
SHG-Reha-Einrichtungen, bei der
kleinen Einweihungsfeier. Die Neuerungen seien von den Rehabilitanden wie auch von den Mitabeitern
gut angenommen worden.
Freude auch darüber, dass die Maß-
nahmen „dank vieler engagierter
Mitarbeiter in Rekordzeit umgesetzt werden konnten“, so Stoiber
weiter. Dankesworte kamen auch
von SHG-Geschäftsführer Alfons
Vogtel, der betonte, dass es nach
wie vor schwierig sei „eine solche
Einrichtung auskömmlich zu finanzieren“.
Zuvor war baulich wie organisatorisch einiges zu tun. So erhielt
die Küche leicht zu pflegende und
rutschfeste Bodenbeläge, die Wände wurden neu gefliest, neue Heiz-
Dankeschön für engagierte Mitarbeiter (von links): Chefärztin Dr. Christa Balzer, Martin Stoiber, Alfons Vogtel, Jennifer Noll, Myriam Scherer,
Olaf Ruppenthal und Therapeut Jürgen Wagner.
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z e I t
Guten Appetit! Küchenchef Olaf
Ruppenthal hat die neue Speisenversorgung mit konzipiert.
körper wurden installiert und eine
Tür mit großem Glasausschnitt
eingebaut. Die neuen Speiseausgabenvitrinen verfügen jetzt über
Warmhaltemöglichkeiten und sind
beleuchtet, die neuen Speisentransportbehälter können komplett in
die Vitrinen eingeschoben werden.
Neu sind auch Kühlschränke, Teller- und Tablettwägen.
Auch die Service- und Versorgungsqualität wurde verbessert. So
wird das Mittagessen für die Rehabilitanden jetzt von eigens abgestellten Servicekräften ausgegeben.
Frühstück und Abendessen werden
als Büffets angeboten.
„Gott nahe zu sein ist mein Glück“
„Gott nahe zu sein ist mein Glück“,
so lautet die Jahreslosung für das
Jahr 2014. Jahreslosungen werden
von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen immer schon Jahre vorher festgelegt
und verantwortet. Ähnlich wie die
Herrnhuter Losungen für den Tag
soll dieses Wort aus dem 73. Psalm
uns durch ein ganzes Jahr hindurch
als Leitwort begleiten und sensibel
machen, so manche eigene Gedanken verstärken oder auch in Frage
stellen und damit einen neuen Impuls zum Weiterdenken geben.
Wer als Patient in einem Krankenhaus liegt, hat oft mehr Zeit als er
möchte zum Nachdenken. Da gehen einem viele Gedanken durch
den Kopf. So grübelt man vielleicht
über sein „Pech“ nach, das einen
ins Krankenhaus gebracht hat, oder
man lässt so manche Begegnung
oder Begebenheit der Vergangenheit noch einmal Revue passieren,
die einen mehr oder weniger intensiv beschäftigt. Man denkt über sich
und die Welt nach, und viele Fragen
tauchen auf nach dem Sinn oder
Unsinn des Lebens. Der Beter des
73. Psalms lässt auch sein Leben
vor seinem inneren Auge vorbeiziehen und wenn man seinen Psalm
als Ganzes liest, dann bekommt
man einen ungeschönten Einblick
in sein Leben. Man erfährt, dass
dieser Mensch tiefe Verzweiflung
kennt, dass er mit seinem Schicksal
hadert und ihn die Frage umtreibt,
wo in all dem Gott ist. Es ist ein
Mensch, ein Mann oder eine Frau,
der - wie viele von uns - schon in
frühen Kindertagen von Gott gehört
hat. Vertraute Menschen wie Eltern
und Großeltern haben ihm von einem Gott erzählt, der uns Menschen
liebt, von einem guten und gerechten Gott, der immer für uns da ist.
Das hat ihn berührt und in kindlichem Vertrauen konnte er sagen:
Gott nahe zu sein ist mein Glück.
Doch im Laufe seines Lebens wurde
dieses kindliche Vertrauen erschüttert, wie bei vielen Menschen, die
ich im Krankenhaus antreffe. Der
Psalmbeter kann die Rede von der
Güte Gottes nicht mehr mit dem
zusammenbringen, was er zurzeit
erlebt oder im Alltag beobachtet.
Von wegen: wer sich an Gott hält,
dem wird nichts fehlen. Wem geht
es denn gut in dieser Welt? Doch
denen, die besonders rücksichtslos
sind, die sich allein um ihr Wohlergehen kümmern, denen es gerade
egal ist, was sie in der Welt anrichten. Sie bedienen sich unlauterer
Methoden, lügen, betrügen, ziehen andere über den Tisch. Ja, denen geht es gut! Denkt er. Die sind
glücklich!
Und ich? Mir geht es nicht gut, ich
fühle mich elend. Ich bemühe mich
immer um ein anständiges Leben.
Und was ist mit den anderen? „Ich
bin doch täglich geplagt“, formuliert er. Er leidet an seinem Schicksal, was immer es ist, er leidet daran,
dass es den anderen, den Kriminellen, wie er sie nennt, gut geht. Ihm
bleibt nichts erspart, obwohl er Gott
vertraut, obwohl er fromm ist.
Viele Patientinnen und Patienten
kennen diese Erfahrung: Wieso
ich? Wieso bin ich krank, wieso hat
mich dieses harte Schicksal getroffen und nicht die anderen? Die haben Glück! Sie sind glücklich! Und
jetzt? Am Ende des Psalms formuliert genau dieser Mensch für sich:
„Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“
Wie kommt es dazu? Wie kommt
es zu dieser Wende? Im Psalm
heißt es nach vielen Klagen: „bis
ich ging in das Heiligtum Gottes“.
Hier kommt es zu einer intensiven
Begegnung mit Gott, der ihm eine
neue Sichtweise auf die Welt ermöglicht. Vielleicht war es im Tempel in Jerusalem. Vielleicht hat er
dort gebetet, Gott sein ganzes Leid
geklagt? Vielleicht hat ihn Gott in
Rolf Joachim Kiderle
der Feier eines Gottesdienstes neu
angesprochen oder in den Liedern,
in den Worten, in der Gemeinschaft
mit anderen. Vielleicht haben auch
andere mit ihm oder für ihn gebetet? Fand er überlieferte Worte des
Glaubens, der Bibel, die ihn neu getragen haben? Oder haben andere
Menschen seine Not gesehen und
ihm ganz tatkräftig, handfest geholfen? Wie genau es sich mit ihm
zugetragen hat, wissen wir nicht.
Es bleibt auch offen, ob er sich auf
den Weg gemacht hat, oder ob ihm
Gott überraschend begegnet ist.
Aber da gab es einen Moment, in
dem in ihm etwas passiert ist, sich
etwas in ihm verändert hat. Einer
von den Momenten, wo sich plötzlich eine andere Sichtweise auf das
eigene Leben auftut. Wo sich etwas
in einem weitet.
Der Beter macht die Erfahrung von
Gott an der Hand gehalten zu werden: “Du hältst mich an meiner
rechten Hand“, formuliert er. Mitten in erbärmlichen Verhältnissen
findet er wieder eine Heimat bei
Gott. Es ist letztlich dieses sinnlich
spürbare Nahekommen Gottes, das
die aufwühlenden Fragen des Beters zur Ruhe bringt, ja noch viel
mehr, das ihn glücklich macht und
sagen lässt: „Gott nahe zu sein, ist
mein Glück“.
Rolf Joachim Kiderle
Evangelischer Klinikseelsorger
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seelsorge
75 000 Euro in Modernisierung investiert
s e e l s o r G e
K ö r p e r
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G e i s t
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zum Nachkochen
präsentiert von
unserem Küchenchef
Olaf Ruppenthal
Alle Zutaten für 4 Personen
Vorspeise
Gebratene Jakobsmuscheln an Frühlingssalaten
mit Walnussöl und Himbeeressig
12 Stück Jakobsmuschelfleisch
(ohne Rogen)
400g Frühlingssalate
(Frissee, Radiccio,
Rucola- und Feldsalat)
1 EL Senf (mittelscharf)
0,1 l Walnussöl
0,1 l Himbeeressig
0,1 l Wasser
Salz, Pfeffer,
Sambal Oelek,
Salatkräuter
Zucker
Zubereitung
Walnussöl – Himbeeressig Dressing: Essig, Öl, Wasser, Zucker und Senf
in einem Gefäß zusammenrühren, Salatkräuter fein hacken und zugeben,
mit Salz, Pfeffer und einer Messerspitze Sambal Oelek abschmecken. Frühlingssalate putzen und waschen, gut abtropfen lassen (ggf. schleudern).
Kurz vor dem Anrichten das Jakobsmuschelfleisch unter klarem Wasser
abspülen, mit Küchenpapier abtupfen, mit Salz und Pfeffer würzen, in einer heißen Pfanne mit Butterschmalz auf beiden Seiten anbraten und neben dem Herd abgedeckt 2-3 Minuten ziehen lassen.
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Hauptgang
Lammrücken Provenciale mit Kartoffelgratin
und Böhnchen im Speckmantel
ZuTATEN
800g Lammrücken
1 EL Tomatenmark
1 Karotte
¼ Knolle Sellerie
½ Stange Lauch
½ Gemüsezwiebel
4 Stück Knoblauchzehen
2 EL Balsamicoessig
6 dicke Kartoffeln
3 Stück Fleischtomaten
1 l Sahne
250g geriebener Käse
500 g Keniabohnen
8 Scheiben Bacon
Salz
Pfeffer
Muskat
Gemüsebrühe
Kräuter der Provence
Butterschmalz
Zubereitung
Sauce Provenciale: Karotte, Sellerie, Lauch, Gemüsezwiebel und zwei
Knoblauchzehen in feine Würfel schneiden und mit Butterschmalz gut anbraten, Tomatenmark zugeben und mitrösten, mit Rotwein ablöschen. Circa ¼ l Wasser zugeben und alles weichköcheln. Dann mit dem Stabmixer
passieren, mit Gewürzen abschmecken und durch ein feines Sieb streichen
und Balsamicoessig zugeben. Fleischtomaten vierteln, entkernen, in Würfel schneiden und in die Soße geben. Mit Gewürzen und Kräutern der Provence abschmecken, ggf. mit Kartoffelstärke oder Soßenbinder abbinden.
Kartoffelgratin: Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden.
Eine Knoblauchzehe reiben oder pressen. Kartoffeln, Knoblauch, Salz,
Pfeffer, Muskat und Sahne in einen Topf geben und sämmig kochen. Noch
einmal nachschmecken und alles in eine feuerfeste Form geben. Mit dem
geriebenem Käse bedecken und im Backofen bei 200°C fertig garen.
Speckböhnchen: Keniaböhnchen in kochendem Salzwasser bissfest kochen, mit kaltem Wasser und ggf. Eis abschrecken. Abtropfen lassen, mit
Küchenpapier abtupfen, in acht gleiche Portionen aufteilen. Bacon auslegen, die Bohnen hineinlegen und zu Bündchen rollen. Mit Salz, Pfeffer und
Knoblauch würzen und in einer Pfanne mit Butterschmalz anbraten.
Lammrücken: Am Stück in einer heißen Pfanne mit Butterschmalz auf
beiden Seiten scharf anbraten, aus der Pfanne nehmen und im Backofen
circa zehn Minuten bei 200°C ziehen lassen. Dann in acht gleiche Tranchen schneiden auf der Soße servieren und die Bohnenbündchen anlegen.
Mit frischen Thymian und Rosmarin garnieren, Gratin dazu reichen.
Salate auf einem Essteller geben, Jakobsmuscheln darauf anrichten und
mit dem Dressing beträufeln, mit Cherrytomaten und roter Kresse garnieren.
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Dessert
Apfel -Beignets im Bierteig mit Vanillesoße
Homecare aus Erfahrung
Wir begleiten Sie von der Klinik in die ambulante Nachversorgung.
Unser Service für Sie:
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VersorgunginberatungsintensivenTherapiebereichen:
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ZuTATEN
2 Äpfel
2 EL Kirschwasser
Puderzucker
1/8 l Bier
125 g Mehl
20g Zucker
2 EL Öl, 1 Ei
Zubereitung
Bierteig: Bier, Mehl, Zucker, Öl und Ei in einer Schüssel zu einem glatten,
sämigen Teig verrühren. Äpfel schälen, Kerngehäuse ausstechen und in
acht gleichmäßige Scheiben schneiden. Mit Kirschwasser beträufeln, mit
Puderzucker bestäuben und durchziehenlassen.
Apfelscheiben im Bierteig wenden und schwimmend in Fett (Friteuse) ausbacken. Aus dem Fett nehmen, mit Küchenpapier abtupfen und auf einem
Teller mit Vanillesoße anrichten, ggf mit roten Beeren garnieren.
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Guten Appetit & viel Spaß beim Nachkochen!
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Rezepte
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Vierecke entstehen.
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auch in jeder Zeile und jeder Spalte müssen alle
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SHG-Klinik Halberg, Klinik für Geriatrie
Spitalstraße 2 / D 66130 Brebach
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49 Betten, 4 chirurgische Belegbetten, 4 Tagesklinikplätze
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SHG-Klinik Kleinblittersdorf
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie
Waldstraße 40 / D 66271 Kleinblittersdorf
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26 Betten, 23 Tagesklinikplätze, 5 Institutsambulanzen
CA PD Prof. Dr. med. Eva Möhler
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Saarbrücken-Schönbach
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Bernd Gehlen
CA Geriatrie
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Fehrenbach
CA Gerontopsychiatrie
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Thomas Vaterrodt
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Weitere Einrichtungen
Sonnenbergstraße 10 / D 66119 Saarbrücken
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VD Martin Stoiber
Haus für Psyche und Gesundheit
Großherzog Friedrich Str. 11 / D 66121 Saarbrücken
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Sonnenbergstraße 10 / D 66119 Saarbrücken
64 Betten, 6 Pendlerplätze
CA Dr. med. Dorothee Rixecker
T. +49. (0)681. 889-2530 / F. +49. (0)681. 889-2856
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Zentrum für psychotherapeutische Rehabilitation
Sonnenbergstraße 1 / D 66119 Saarbrücken
80 Betten
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T. +49. (0)681. 389-1255
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T. +49. (0)681. 389-1241 / [email protected]
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T. +49. (0)681. 389 1212
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Projekt Arbeitstrainingsplätze für Menschen
mit einer psychischen Behinderung im
Regionalverband Saarbrücken
T. +49. (0)681. 389 1223
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Virtuelle Werkstatt
T. +49. (0)681. 389 1236 / [email protected]
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Lehrinstitut für Gesundheitsberufe der SHG
Scheidter Str. 35 / D 66130 Saarbrücken-Brebach
T. +49. (0)681. 87009-0 / F. +49. (0)681. 87009-16
[email protected]
Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland
Scheidter Str. 35 / D 66130 Saarbrücken-Brebach
T. +49. (0)681. 87009-820
SIAP Saarländisches Institut
zur Aus- und Weiterbildung in Psychotherapie
Großherzog-Friedrich-Str. 35 / D 66111 Saarbrücken
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Standort Quierschied mit 4 chirurgischen Belegbetten
Prof. Dr. med. Eva Möhler
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Jugendpsychiatrie/ -psychotherapie Kleinblittersdorf
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Kontakt.
Wo
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ÄDÄrztlicher Direktor / Ärzliche Direktorin
ÄL Ärztliche Leitung
CA Chefarzt / Chefärztin
FL Fachliche Leitung
KL Kommissarische Leitung
PD Pflegedirektor / Pflegedirektorin
VDVerwaltungsdirektor / Verwaltungsdirektorin
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Rainer Scheel
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Dipl.-Psych.
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Impressum.
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V.i.S.d.P. Alfons Vogtel, Dr. Kurt Wahrheit / Sonnenbergstraße 10 / 66119 Saarbrücken
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Ökologie
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