Der potamogene Verteidigungssaum 0-Chinas im

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Der potamogene Verteidigungssaum 0-Chinas im
Der potamogene Verteidigungssaum
im 11. Jahrhundert
0-Chinas
von K. Fle sei
(Tübing n)
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit einer Be onderh it der hi tori eh n hinesi eben Grenzsicherung und -Verteidigung, die durch peziell geographi ehe Vorbedingungen kombiniert mit einer temporären eigenwilligen Gr nzziehung ermöglicht wurde. Eine Konstellation dieser Art hat ich in der Ge chichte hina nicht noch
inmal wiederholt und auch vor der Sung-Zeit nicht exi tiertl.
Vom Thema her bot ich primo a pectu an die Unter uchung als Beitrag zur traditionellen chine ischen Militärgeographie anzulegen und zu begrenzen. Da aber ein olche Einengung den Blick für den Stellenwert der im folg nden zu diskutier nd n limoicben und fluvialen Grenzanlagen in der histori eben Zu ammen chau ver t llt hätte
wurde eine Reihe der für das Thema relevanten außenpoliti eben Äußerungen und
Vorgänge zwischen Sung-(1] und Liao-Staat2 mit eingewoben und analysiert. In die em
Zu ammenbang darf auch nicht der Hinweis fehlen daß die vorliegende Arb it d r
modernen Konfliktforschung einige wertvolle und anregend Impul e verdankt.
Doch vorab einige Prolegomena zu den zwischenstaatlichen Verhältni en wie ie
ich bi zur Jahrtausendwende zwischen den beiden Imperien der Sung und Kitan entwickelt hatten. Die einst sehr ehrgeizigen Pläne in den Gründerjahren der ordung-Dynastie (960-1126) zur Rückeroberung der sogenannten 16 Präfekturen im
ordenwichen zunehmend der Einsicht in die U nerreichbarkeit d zu hoch ge t ckten
Ziele . Die es für eine effiziente Landesverteidigung sehr bedeut ame Areal mit einen
leicht zu kontrollierenden Grenzpä sen hatte im Jahr 93 Shih Ching-t ang(2°]
( 92- 43), der von 936-943 regierende er te Kaiser der späteren Chin-Dyna tie[21 ]
(936--94 7), offiziell an die Liao abgetreten3. Es war der Prei , d~n der ehemalig
T ang-Gouvemeur und Monarch von Kitan Gnaden al Gegenleitung für eine Inthronisation zahlte. Chinesische Historiographen wurden eitdem nicht müde, die Gebietsabtretung als Landesverrat zu geißeln.
Die regierende Kla e in China hatte bereits in den er ten Dekaden der neuen
ung-Dynastie lernen mü en daß die bei der Reich einigung o großen militäri chen
Erfolge auf dem ehemaligen Territorium des T'ang-Reiche (618-906) im orden
nicht fortgesetzt werden konnten. Die Kitan, die neuen Besitzer der 16 Präfekturen
denen das Gebiet durch einen nach ihrer Auffassung rechtsverbindlichen Staatsvertrag
übe chrieb n worden war bekundeten alle andere al die Ab icht, kampflo etwa
on ihrem Hoheitsgebiet prei zugeben. Zwar berichten die chine ischen Aufzeichnungen z. B. im CJ>4 oder imHsüzu-chih fung-chien (Bd. 1) in extenso von hauptsächlich
langlo en Einzelsiegen der kai erlichen Berufarmeen in zahlreichen Scharmützeln
mit d m gefährlichen nördlichen acbbam, doch hatten ich die maßgeblichen Kreise
am ung-Hof trotzder in den Quellen anzutreffenden verharmlosenden und euphemiierenden Darstellungen der blamablen Schlappen von 979/80 und 986 im großen und
ganzen den Blick für die militärischen und machtpolitischen Realitäten wahren können.
Die im Rahmen der chinesischen Offensiven vorgetragenen entscheidenden Feldhlac~ten waren on einem Gegner abgeschlagen und in chinesische iederlagen um171
gemünzt worden der sich auf einen Bewegungskrieg mit schlagkräftigen, schnellen
wendigen und äußerst disziplinierten Reiterheeren besser verstand als der Angreifer.
Daß diese Kavallerie sich zudem noch ohne nennenswert organisierten Nachschub fast
ganz aus dem Lande ernähren konnte, machte sie zu einer Truppe, die selbst bei Operationen weitab von den heimatlichen Gefilden kaum etwas von ihrer gefürchteten Mobilität einbüßte. Die herrschende Oberschicht im Sung-Staat mußte mit anderen Worten
realisieren, daß die bisher so erfolgreich praktizierte Politik des ,sub potestatem redigere' aus der Zeit der Reich einigungbei diesem Kontrahenten ihre Grenzen gefunden
hatte. Doch damit nicht genug. In einer Zeit, in der Kriegführen alles andere als ein zu
meidendes Grundübel war galt es wollten die Sung die Früchte der Reichseinigung in
Ruhe genießen, neue Strategien zu entwickeln, um wenigstens eine territoriale Besitztandswahrung zu erreichen, wenn die Durchsetzung der Gebietswünsche im Norden
die '16 Präfekturen' betreffend schon nicht möglich war.
Die unbekümmerte, prävalente Ein tellung der Mächtigen im Liao-Reich zum Krieg
wird eindruck voll durch eine Episode aus dem Jahre 1044 charakterisiert: Als der
H ia-Herrscher Li Yüan-hao(2 2 ] (regierte v. 1032-48), der einigen aufständischen und
zu ihm übergelaufenen Stämmen gegen anrückende Kitan-Truppen Unterstützung gewährt hatte, auf diplomatischem Wege versuchte, durch das offizielle Eingeständni
eine fal eben Handeins owie andere Demutsbezeugungen die gegen ihn mobili ierte
und an der Lande grenze konzentrierte Liao-Streitmacht von der Eröffnung der Feindeligkeiten abzuhalten wurde zwecks Beratung der neuen Situation die Beamtenschaft
de Liao-Hofes zusammengerufen.
,Sie alle meinten, wenn man schon eine große Armee zusammengezogen habe, dann solle auch
Krieg ein ~ ' 5 •
Zweifello piegelte die offizielle chinesische Haltung zum Phänomen Orlog im allgern inen komplexere gediegenere reflexionsdimensionen doch hinderten auch diese
ved inerten Betrachtungsweisen die Sung-Führungsspitze mit ihrer gerontokratischen
Struktur nicht bei vermeintlich vorteilhaften Konstellationen ihre Ansprüche mit
Waffengewalt durchzusetzen. Die stets von China ausgehenden Auseinandersetzungen
mit dem H ia-Staat(23 ] (1032-1227)6 sowie die folgenreiche pätere Kriegsallianz mit
den D churd eben unter Mißachtung aller mit den Kitan geschlossenen Verträge, trotz
jabrz hntelanger Freund chaft beteuerungen und wortreicher Reversalen zeigen
üb rd utlich daß Krieg prinzipiell- bot er als hinreichend erachtete Erfolgschancenhne gr ße Gewi sen bi e al legitime Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln gehandhabt der anders ausgedrückt als fundamentaler Bestandteil menschlicher Leben w i e erachtet wurde7 •
W nn hina nach inen erfolglo en Invasionsabenteuern vor der Jahrtausendnd üb r hund rt Jahre auf weitere Aggres ionen im großen Stil gege~ das KitanR i h v rzicht t
ar d weniger einer von latent vorhandener Friedensliebe oder ein r v n äbnli h n morali eh n Kategorien getragenen Politik zuzuschreiben ondern
her d m F hl n d not ndigen Offen ivpotentials, um z.B. dennoch den nie aufgeg b n n An pruch auf die al Irredenta angesehenen 16 Präfekturen zu verwirklich n.
In iner Z it al in der die maßg benden Kreise im Sung-Reich ohne allzu drükkrup 1 den bewaffnet n onßikt al durchaus gängige Möglichkeit ihrer
auß npoliti hen ·· uß rung n racht ten-man ist versuchtzusagen al Quasi-In titu17
tion handhabten- konnte der Ruf nach ver tärkten militärischen An tr ngungen nicht
fern ein. Am Rande sei vermerkt daß man natürlich auch in China die Kun t v tand
d rartige Forderungen in scheinbar überzeugende Camouflagen zu kl iden bzw. eingängige Rechtfertigungsgründe zu fabrizieren wie ie schon in der alten römischen Parömie entwickelt worden aren: i vis pacem para bellum.
Während der Liao-Staat bewiesen hatte daß er mit der ihm zu G bot teh nden
Kriegsma chine jede Invasion seines nächsten und mächtig ten Wid r ach
vom igenen Territorium zurückschlagen konnte wurde es aus der Sicht der Sung-Regi rung
notwendig neue militärische Konzepte zu erarbeiten um der hoffnung los üb riegeneo Kitan-Reiterei etwas Gleichwertiges entgegen etzen zu können i.e. bei einem drohenden militäri eben Einbruch in chine isches Gebiet die gegneri eh Angriff walz
nach Möglichkeit bereits an der Grenze abzufangen. Der Versuch e den Kitan in ihrer
Domäne der Kavallerie gleichtun zu wollen war a limine chon wegen d r kümm rlichen Pferdebestände des Sung-Reiches au icht lo . Selb t in den be ten Zeiten gab e
kaum mehr als 250 000 für Kriegszwecke einsetzbare Pferde währ nd allein die in
Staatsbe itz befindlichen Rosse des Liao-Imperium etwa 1 Million zählten die mehrere Millionen ausmachenden und im Kriegsfall verfügbaren Privatb stände nicht einmal gerechnet8 • So wurde von Kaiser T ai-t ung( 25 ] (976--998) zu Beginn d Jahre
9 9 ein lande weite brain-storming verordnet:
ä:mtliche Zivil- und Militärbeamte sollen ich mit Lö ung vorschlägenfür die Verbe
der Grenzanlagen und Abwehr der Barbaren (Kitan) befa en" 9 .
rung
Das zunächst wichtigste Ergebnis de kollektiven Nachdenken bestand darin daß
mit bemerkenswerter Nüchternheit die insgesamt nicht ehr günstige strategi ehe Lage
owie die militärgeographischen Achillesfer en verdeutlicht wurden. Zwar boten der
T ai-bang- han[ 26] und seine Ausläufer im Westen unter Einbeziehung der Großen
Mauer hinreichenden Flanken chutz ( vgl. dazu die beigefügte Karte), die eigentliche
Gefahr drohte jedoch nach der Grenzverlegung von 938 (s.o.) au einer anderen Richtung:
··· üdlich von Yen(2 7] und Chi1° erstreckt sich auf 1000 li Flachland ohne daß nennen werte
Berg~ oder große tröme ein Hindemi bildeten und e wird von Barbaren (Kitan) und Chine n
gemem am bewohnt. Daher rührt, daß China keinerlei Geländevorteile mehr bat und Pre i neo
au ge tzt i t 11.
Au der Erkenntni -fehlende orographische und pärliche potamisehe Hindemi e
präde tinieren den größten Teil Nordost-Chinas zum idealen Aufmarschgebiet für die
gefürchtete Kitan-Reiterei- erwuchs der Plan wirkungsvolle Kavalleriesperren entlang der relativ ungeschützten Grenze anzulegen. Unter ver chiedenen Möglichkeiten
wie dichte Waldstreifen Fallgruben Vedetten oder Palisadenfort u.a.m. gewann
hli Blich die Idee Was er als Waffe einzusetzen besonderes Gewicht.
Die e Überlegung das nasse Element für Kriegszwecke zu nutzen wurde nicht er t
unter d n Sung geboren sondern konnte aufetliche bis zur Chou-Dyna tie (11. Jahrhundert bis 221 v. Chr.) reichende Präzedenzien blicken als zur Zeit der Kämpfenden
Reiche (481-221 v. Chr.) einzelne Staaten künstliche Inundationen für den feindlichen
achbarn in ihrem Aggre sionsrepertoire bereithielten und diese Mittel auch anwend tent .
eu an die er Palimnese war indessen daß nunmehr das aß zu Defensivzwecken an
d r Grenze gespeichert werden sollte. Damit konnte man einer eits einen wichtigen
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Schritt hin zu einer wirkungsvollen Grenzsicherung tun. Andererseits war eine Möglichkeit gefunden worden, die Konfinität nicht zusätzlich durch eine provozierende, als
wirkung volle Verteidigungsmaßnahme überdies fragwürdige Verstärkung der konventionellen militärischen Präsenz, wie etwa die Verlegung von mehr Soldaten in Garnisonen des unmittelbaren Grenzbereichs, belasten zu müssen. Ein weiterer we entlicher Vorteil dieser stationären Grenzfeste bestand darin, daß zusätzliche, kostspielige
Zerealientransporte aus dem Süden entfielen, die bei einer zahlenmäßigen Aufstokkung der Grenzwächtereinheiten unumgänglich gewesen wären.
Die Realisierung des Projektes einer fluvialen Grenzverteidigung hing eng zusammen mit eingehenden Beobachtungen, die zu den morphologischen und metearatropischen Eigenheiten des zu schützenden Grenzsaumes angestellt worden waren. Die Erfor chung und Ausnutzung der günstigen geographischen Faktoren schufen die Vorau etzungen für die en äußerst wichtigen Teil der Grenzsicherungsmaßnahmen die
bi zum Ende der Nördlichen-Sung-Dynastie stets einen Eckpfeiler in der chinesischen
Militärpolitik gegenüber dem Liao-Reich bildeten.
Die Anfänge der neuartigen Grenzverteidigung wurden etwa um das Jahr 990 durch
außergewöhnliche Niederschläge vorgezeichnet: 13
... Jahr für Jahr gab e in ordchina schwere Regenfälle, Überschwemmungen und Flü se die
zu reiß nden Strömen angewachsen waren, so daß Mauem, Schutzwälle und Wohnhäuser zerstört
wurden ; de wegen peicherte man allerorten das Wasser und legte eingedeichte Seen an ... ".
Mit die em meteorologischen Geschenk der für Nordchina charakteristischen Variabilität der Nieder chläge sowie der Selbsthilfe der Bevölkerung war die Grundlage gechaffen worden, die chinesische Grenzverteidigung um die eigenwillige, sungspezifiche Variante der Tang-po T'ang-lo, T'ang-shui, (28 ] die S~auseen- oder Speichern kette) zu bereichern. Etwa ab dem Jahre 995 trat man in die Phase eines mehr
planmäßigen und y tematischeren Ausbaus der potamogenen Front ein, als östlich der
Militärpräfektur Shun-an[ 29 ] Arbeiten begannen, gezielt Speicherseen durch die Übertauung von Flußläufen zu füllen 14 • Schritt für Schritt wurden dann weitere Fluß yteme de nördlichen Konfiniums für den gleichen Zweck herangezogen; und zwar zunächst nur in den Gebieten die als besander gefährdet im Falle eines Kitanangriff
einge tuft wurden. In ge arnt gesehen befand ich der Aufbau der Speicherseenkette
j d eh noch im Embryonal tadium - so klafften z.B. im besander exponierten Abchnitt zwi eben den Präfekturen Pa(JO) und Hsiung(3 1 ] vor 1004 die empfindlichsten
Lücken - 15 a1 die Ereignis e nach derJahrtausendwende unaufhaltsam auf die kriegen hen Verwicklung n ZU teuerten die erst im Jahre 1005 mit dem Friedensvertrag
v n han-yüan(3 2] beendet wurden.
11 hi · r nicht im Detail der Kriegsschuldfrage nachgegangen werden doch
h int die Fe tellung angebracht, daß viele reputierte Autoren in ihrer Parteinahme
d n chin i h n Hi toriographen auf den Leim gegangen sind die- wer will es einem
patriotis h n konfuziani eh n Ge chicht schreiher verdenken - geschickt die Alleinhuld t t d n 'tan zug chanzt haben. Die unvoreingenommene Lektüre de unter
di m G icht punktkaum purgierten CP für die betreffenden Jahre (etwa eh. 46-59)
a r deut t darauf hin daß der Kri g eher das Ergebnis einer letztendlich außer Kontr 11 g r t n n Eskalation on Grenzzwi ebenfällen war. Für den groben Klotz räuber· h r Kitan-Üb rgrifi di mit hing bungs oller Sorgfalt auf chinesischer Seite aufg z i hn t urd n fand n di ung inen groben Keil:
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Erlaß für die Offizianten und da Volk im Grenzbereich: Für den abg hnitt n n opf in
Feinde gibt e ine B~lohnung . on 5 Geldsch?üren für ein n leb. nd g fan nen F ind da D ppelte; für ein aufgegnffene [Kitan-] Pferd gibt e 2 Rollen 1d ... 1 6.
Es b darf kaum de makabren Hinwei e daß man d n beigebracht n Häupt m und
and rer ehemaliger Kitan-Habe nicht ansah ob ie die it oder j n it d r Gr nz n
den Be itzer gewechselt hatten. Zur ErheBung ei angemerkt daß im gleich n Jahr
10 di Sung-Regierung ich genötigt ab, perErlaß die Raubzüg d r eigen n Unt rtanen in Liao-Gebiet unter Strafe zu teilen:
,Dem Volk im Grenzgebiet· t on jetzt ab nicht mehr ge tattet in das nördlich Territ rium
(Liao-Reich) einzudringen und zu plündern. Zuwiderhandelnde werden an Ort und tell fe tgenommen· alle Gericht verfahren werden nach oben gemeldet' 17 •
Di e Maßnahme erhärtet den Verdacht daß nicht nur die Kitan di im offiziell n
Feindbild als inkarnierte Bösewichter darge teilt werden die
.. .leichtfertig und unordentlich, habgierig und ohne veiWandt haftlieh Bindungen ind ... '
und ... plötzliche Überfälle für ein akzeptable Benehmen halten... ' 1 ,
die Alleinverantwortung für die Grenzzwi ehenfälle und Provokationen trugen. Man
ollte überdies nicht verge sen daß durch die Abtretung erklärungvon Shih hingt ang[ 20 ] im Jahre 938 ur prünglich innerchine ischeGemarkungenund Präfekturgrenzen zu Staat grenzen geworden waren daß die oft unklar verlaufenden Demarkation Iinien mithin in der Regel nicht ver chiedene Ethnien trennte ondem lediglich Ackerbau treibende chine ischeBevölkerungsteile mit vergleichbarem Aggre ion verhalten
eparierte de en einem Teil nolens volen durch die Zeitläufte eine andere Staatsangehörigkeit zugefallen war. Daher nimmt es auch nicht Wunder daß man unter d r Rubrik Grenzverletzungen durch dieKitan die mit die em Volkapriori nicht ohne weitere a soziierte Straftat de unerlaubten Pflügens auf chine ischem Territorium findet19.
törfaktoren von dritter Seite gab es in die em Flachlandgrenzab chnitt kaum: D r
Aufenthalt transhumanter Kitanstämme oder die Veran taltung von taatlichen Jagden
oder Angelpartien auf Geheiß des Liao-Kai er waren ephemer. Die zahlreichen mit
etwa 10 Mann b etzten militärischen Grenzvorpo ten in die hüben zum großen Teil
koop rationswillige Barbaren sowie ortsfremde Angehörige der chine ischen
Beruf armeenund drüben aus Kitan-Stämmen rekrutierte oldaten- in beiden Fällen
al o keine ,Hie igen '-abkommandiert wurden, ind nur vereinzelt als chuldige für
die zahllo en Zwi ehenfälle in den Quellen genannt20 •
Wir wollen es an dieser Stelle mit der Feststellung bewenden lassen daß beide Seiten
an ehnliche Beiträge für die ständigen Grenzquerelen lieferten die ich chließlich zum
Krieg erdichteten. Der Frieden von Shan-yüan(3 2 ) im Jahre 1005 etzte dem b waffn ten Konflikt schließlich ein Ende und ermöglichte den Sung durch zähe und gechickte Verhandlungen owie das Angebot von jährlichen Reparation zahlungendie
H r tellung des territorialen status quo ante. Die unversehrte Erhaltung de chine ihen Reich gebieteswar ohne Zweifel eine Meisterleistung der chinesischen Diplomatie ein auf dem Schlachtfeld ausgebliebener jedoch am Verhandlungstisch nachgeholt r Sieg. Ein Sieg zwar aber nicht frei von erheblichen Makeln, wie etwa die erwähnten
lästigen Kriegsentschädigungen die im Schwurbrief des Sung-Kai ers Chenung[44] 998-1023) schönfärbefisch als Beitrag für die Armeekosten bezeichnet
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wurden21 • Von weitaus größerer Bedeutung für unsere Betrachtungen zur Speieherseenkette waren indessen inhibierende Bestimmungen bezüglich der fluvialen chinesischen Grenzbehauptung, die den Sung im Katalog der Zugeständnisse an die Kitan
ebenfalls abgerungen worden waren. Durch die emsige Arbeit der "Fünften Kolonne'
de Liao-Reiches, die in ihren Aktivitäten der Spionage Chinas kaum nachstand2 2, war
bereits vor Ausbruch des Krieges dem Kitan-Hof die chinesische Geschäftigkeit bei der
Anlage von überstauten Gewässern vor seiner Haustür sicherlich nicht verborgen geblieben. Die Möglichkeit der persönlichen Inspektion ·beim Vormarsch auf chinesischem Gebiet hatte ein übriges getan, bereits in den ersten Vorverhandlungen im Jahre
1004 für den späteren Friedensschluß das Verbot zu thematisieren, Manipulationen an
den Flußläufen im gemeinsamen Grenzgebiet vorzunehmen 23 • Der schließlich in zwei
" Schwurbriefen" fixierte Vertragstext enthielt neben der Regelung, daß in Zukunft nur
noch konservierende Arbeiten an den Verteidigungsanlagen erlaubt waren, den Pasus:
"Es i t jetzt nicht mehr gestattet, neue Wälle und Gräben anzulegen oder mit dem Bau von
Flußbetten zu beginnen" 24 •
Für heutige Verhältnisse mutet es wie die Einmischung in innerstaatliche Angelegenheiten an, daß cheinbar reine Defensivmaßnahmen auf eigenem Territorium, wie
etwa der Ausbau von Flußläufen zu Stauseen, untersagt wurde. Bekundete hier das
Liao-Reich pärlich bemäntelt seine insgeheim gehegten Aggressionsabsichten, um
möglicherwei e beim nächsten Waffengang leichteres Spiel zu haben?
Zur Beantwortung dieser Frage bedarf es vorweg einiger grundsätzlicher Feststellungen: Der Friede von Shan-yüan(3 2 ] war für die Kitan in erster Linie die konsequente
Um etzung der Erkenntnis daß sie kaum- wenn überhaupt- in der Lage waren
Sung-China militäri eh ohne weiteres zu besiegen und zu besetzen. Denn was hätte für
die herr ehenden Kreise näher gelegen als ich mit Hilfe der nun schon einmal mobiliierten und tief nach China vorgestoßenen etwa allein 60 000 Mann zählenden elitären
Ordo-Reitertruppe- nicht eingerechnet die zahlreichen gewöhnlichen, aus verbündeten Stämmen owie Milizen rekrutierten Berittenen und starken Infanterieverbände
(vor allem Pioniere)25 - in den Be itz der Quelle des ungeheuren Reichtums im Süden
zu s tzeo? Einen ersten Eindruck von dem was eine siegreiche Armee erwarten durfte
hatte man päte tens im Jahre 936 am Liao-Hof gewonnen, als China begonnen hatte,
jährliche Tribute in Form von 300 000 Rollen Seide und andere erlesene Kostbarkeiten
anzuliefern2 6 • Im Zusammenhang mit der Einstellung der Kampfhandlungen darf jedo h nicht ganz außer Betracht bleiben daß Emanationen einer ererbten psychologichen Barriere für deren Grundmauem der zweite Kitan-Herrscher Te-kuang(33 ]
(927-947) und eine Mutter verantwortlich waren auch eine gewisse Rolle bei der Ber it chaft zum Fried n gespielt haben könnten. In einem Dialog hatten beide nämlich
di 0 rzeugung geäußert daß China nie von einem Kitan regiert werden könne27 ; ein
inderw rtigk it gefühl das, falls e tradiert worden war, im Jahre 1005 immerhin von
der u icht er üßt urde durch den Friedensvertrag die Möglichkeit zu haben, die
hine i ehe Kuh m lken zu können ohne sich der Arbeit des Hütens unterziehen zu
mü en. uch nicht ganz ohne Belang für den Friedens chluß dürfte der Tod des Kitan-B fehl hab rs H iao T a-lin(3 4 ] (ca. 950--1004) vor der Präfekturstadt Shan gewein28 d h ar die e Ereignis akzidentiell ein Katalysator der das ohnehin ged r b chleunigt haben mag.
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Auf chinesischer Seite wird der Waffengang eine endgültige Be tätigung für die
chon nach den verlorenen Kriegen von 979/ 80 und 986 heraufdämmernde Ein icht
gewesen sein daß der Gegner im Norden zu einer permanenten potentiell existenzb drohenden Gefahr geworden war, die durch militärische Offensiven od r lnva ion n
nicht eliminiert werden konnte. Die Ver icherungen jeder Seite nach Einstellung der
Feindseligkeiten, daß man den anderen natürlich vernichtend hätte chlagen könn n
man aber wegen der inständigen Bitten der Gegenseite um Fri den davon abge eh n
habe29, Ia senzwei Folgerungen zu. Einerseits spiegeln die Au fiihrungen vordergründig das Bemühen sich Siege oder überlegenemoraliehe Qualitäten an die eigenen
Fahnen zu heften wenn nötig auch erst nachträglich mit dem Schreibpin el. Anderereits be tätigen ie mittelbar- ebenso wie der im Grunde von beiden Seiten als ultima et
optima ratio herbeigeführte Friedensvertrag von 1005 -, daß eine militärische Pattsituation ent tanden war die verhinderte daß eine Seite die Anne ionder anderen mit
icherer Aus icht auf Erfolg betreiben konnte. Die e Balance konnte jedoch nur olange Bestand haben, wie die Addition von Angriffs- und Verteidigung potentialen auf
beiden Seiten jeweils gleichwertige Resultate ergab, und somit der unerlaubte Griff
nach demNachbarnmit zu hohen Risiken für das eigene Überleben bedroht wurd . Die
militäri ehe Ebenbürtigkeit kommt impre siv in einem Ge präch zwischen dem chine isehen Unterhändler Fu Pi(3 5 ) (1004-1083) sowie dem Liao-Kaiser im Jahre 1042 zum
Au druck als die Beziehungen zwischen Sung und Kitan einen bedrohlichen Tiefstand
erreicht hatten ein offener Konflikt jedoch durch eine modifizierte Neuauflage de
Shan-yüan(32 ]-Friedens abgewendet werden konnte.
,Fu Pi sagte: Können Majestät(!) beim Einsatz von Militär die Garantie übernehmen daß es in
jedem Fall siegreich ein wird oder nicht? Der Barbarenanführer (!)antwortete: Kann ich nicht.
Fu Pi meinte dann: Wenn Sie ich eine Sieges nicht ·eher sein können, wie wollen Sie wi n daß
ie nicht eine Niederlage hinnehmen müssenJO?"
China wurde von militärischen Abenteuern zur Rückgewinnung der 16 Präfekturen
-die Kitan führten den Feldzug von 1004/ 5 nach eigenen Bekundungen u. a., um olchen vermuteten bedrohlichen Entwicklungen vorzubeugen _Jt durch dieäußert effiziente Reiterei des nördlichen Anrainerstaates abgehalten. Angriffsgelüsten de
Liao-Reiches konnte China außer den nur sehr schwer einnehmbaren, gut befe tigten
tädten eine zahlenmäßig beeindruckende Streitmacht entgegenstellen, die um 1040
mit allein 1259 000 Mann Berufssoldaten-ohneMilizen- ihren absoluten Höhepunkt
in der ördlichen Sung-Zeit erreichte, sowie eine überlegene Krieggerätetechnik vor
allem auf dem Gebiet mechanisierter Waffen.
. ···Chinas Trumpf sind die schweren Armbrüste, ein Äquivalent zu den Elitereitern der
Kitan,
wie Shen Kua(3 6 ] (1029-1093) es einmal bündig formulierte 32 •
Da militärische Gleichgewicht ergab sich somit aus folgenden Faktoren:
Die eine Seite verfügte über furchterregende Reiterheere - die Hauptangriffswaffe
jener Zeit - bei einer gleichzeitig schwachen Ausbildung von stationären Verteidigungssystemen. Eine Konsequenz hieraus ist augenscheinlich: Während des Einsatze
der Kitan-Kavallerie bei großen Invasionen in fremdes Staatsgebiet präsentierte sich
die ihres wirksamsten und wichtigsten Schutzes entblößte Liao-Etappe als lohnendes
Zie das gegnerischen Vergeltungsschlägen relativ wehrlos ausge etzt war. Kaiser
Chen-tsung[44 ] gab dann auch die Parole au :
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, Sobald das Haupttruppenkontingent (der Feinde) nach Süden (i. e. China) vorgedrungen ist
wählen wir Seitenwege, begeben uns eilends nach Yu[4 ] und Yen[27] (i. e. Liao-Gebiet) und neh:
menihnen ihre Wagen und Jurten weg. Die Grenzmilitärbezirke werden außerdem angewiesen in
geeigneter Form zu helfen '3 3.
Die andere Seite konnte sich auf schwer überwindliehe Stadtfestungen wirkungsvolle Waffen und beachtliche Truppenstärken- allerdings mit mäßigem Kampfwertstützen, mußte jedoch mit einer in jeder Hinsicht zweitrangigen berittenen Truppe vorliebnehmen.
Offen ichtlich hatte man am Liao-Hof die von einer Seenkette im Grenzbereich ausgehende, latente Gefahr für das Gleichgewicht der militärischen Kräfte erkannt. Eine
geschlossene Was erfront, deren Teiche
, zu tief waren zum Durchwaten und zu flach um mit Booten überzusetzen"
und vor der elb t Elitesoldaten kapitulieren mußten 3 4, war geeignet, die schärfste
Waffe der Kitan- ihre Kavallerie- abzustumpfen und damit die Ausgewogenheit der
Militärpotentiale erheblich ins Wanken zu bringen. Mit einer komplett ausgebauten
"fluvialen Maginotlinie' die zudem noch von den durchschnittlich 3-4 km auseinanderliegenden chinesischen Pali adenforts im selben Grenzgebiet bewacht werden
konnt 35 , mußte China in den Augen der Liao-Militärs eine erfolgversprechende
hance haben, den Motor der immensen Durchschlagskraft der Kitan-Reiterei die
Schnelligkeit, schon im Grenzbereich zu drosseln. Hier konnten die berittenen Einheiten gezwung n werden, amphibische Land zu überwinden oder flache Seen zu durchwaten-jeweil mit dem Risiko steckenzubleiben-oder gar mit Booten bzw. Flößen
zeitraubend hinderliche Wasserflächen zu überwinden. Gleichzeitig hätte sich in dieser
Ph e de verz·· gerten Fortkoromens dem Heerbann der Sung, der durch die zahlreichen vorge chobenen mit jeweils etwa 10 Leuten besetzten Forts rechtzeitig alarmiert
w rd n konnte die Möglichkeit geboten seine überlegenen Waffen wie die (schweren)
Bögen Armbrü te oder Bleiden gegen die nunmehr sich nur noch mäßig schnell bewegenden Ziele mit optimaler Wirkung einzusetzen. Da hierdurch die Reiterheere der
Liao nicht nur in trategischer Sicht entscheidende Abstriche von ihrem Kampfwert
hätt n hinnehmen mü en wäre da bisher- cum grano salis- als ausgeglichen zu betrachtende Ar enal der Ab chreckung faktorenbeider Staaten auf Seiten des KitauReich um eineweentliehe Komponente geschwächt worden. Als Folge davon mußt n di Liao-Strat gen in ihr Kalkül einbeziehen daß ich die Furcht des Sung-Hofe
vor V rg ltung chläg n in Form tiefer und vernichtender feindlicher Kavallerieeinbruch im Vertrauen auf den re pektablen Kampfwert des neuen Wasserbollwerk
tärk r r lativi rt und ich damit die Hemm ehwelle der Regierenden in China für die
In z · ni rung von kri geri eh n Auseinander etzungen erheblich senkte. Da der
ia - f di Frieden liebe hinas vermutlich wie seine eigene einschätzte- eine im
Prinzip ich rlich nicht falsche Annahme- mußte er den denkbaren praktischen Konqu nz n au d m t ten ilitärpotentialzuwachs Chinas begegnen, nach Möglichkeit
d
i h anbahn nd Derangement d r militäri eben Kräfteverhältnisse bereits im
im rstick n. Hierfür bot ich al unblutige Lösung der Friedensvertrag von 1005
in d n aufB tr ib n der Kitan-Mächtigen das bereits genannte Verbot des militärih n a rbau im Gr nzbereich eingefügt wurde. Nicht eine notdürftig kaschierte
gr i n ab icht a1
ond m ein rn thafte Bemühen um einen möglichst dauerhaft n mod qui ti vi endi tand bei die er Politikdes Liao-Hofe Pate. Natürlich ar
17
die ·· chtung des Wasserbau für kriegeri ehe Zwecke nicht altrui ti eh und konnt e
nicht sein· auch wenn sie für beide Staaten verbindlich war ging ie im Grund zu Laten Chinas. Gleichwohl i t den Kitan mit diesem Schachzug ein au geprägter Sinn für
Realpolitik zu attestieren- Sung-China hatte nie offiziell seinen Verzi ht auf da Gebiet der 16 Präfekturen' erklärt, sondern, im Gegenteil die e Frage fi ngehalt n.
Der Liao-Staat mußte daher stets um seine territoriale Integrität be orgt ein ein
Befürchtung, die man ihm aufgrundseiner Erfahrungen mit dem Sung-Reich in d en
aggre iver Gründungsphase durchaus nachzufühlen bereit i t. Die pätere Krieg allianz mit den Dschurdschen rundet und bestätigt noch zusätzlich das Bild da man ich
von den veritablen Intentionen der Sung in Sachen Gebiet an prüche zu machen hat.
E dürfte nahezu ein Topos sein wenn man fe tstellt, daß nicht hinr ichend e akt
au formulierte Bestimmungen begrenzte Möglichkeiten die Einhaltungvon Reg Iungen zu überwachen und vor allem mangelnder Wille ich an Geist und Buch tab n v n
Verträgen zu halten miserable Garanten für die Erfüllung zwi eben taatlicher Abkommen ind. Im Falle der Sung kann man sich nicht des Eindrucks erwehren daß ie
nahezu alle Möglichkeiten aus chöpften, den Friedensvertragzweck Heraus chinden
eigener Vorteile zu konterkarieren, wenn man von einer kurzen Pha e unmittelbar
nach einem Zustandekommen ab ieht. In dieser Zeit wurden die Beamten und die Beölkerung in den Grenzbezirken durch kaiserliche Erla e gewarnt unerlaubt Kitangebiet zu betreten und bei Todesstrafe aufgefordert, Plünderungen zu unterla en 36 •
Offenbar nagte jedoch insgeheim an den Herrschend n in China zunehmend die Unzufriedenheit über die Erkenntnis daß man sich mit einem nie al gleichwertig empfundenen Partner eingelassen, sich notgedrungen mit Barbaren ver tändigt hatte denen
gegenüber man wegen vermeintlich klaffender kultureller Niveauunter chiede glaubte,
e mit der gewissenhaften Vertragstreue nicht allzu genau nehmen zu mü sen. Al ein
kleine Indiz für die chine ische Überheblichkeit mag dienen daß man die Kitan für
den internen Dien tgebrauch {bei Eingaben, Berichten etc.) überwiegend al Hu(3 8 ] ,
H iung-nu(3 9 ] Ti[40] kurzum als (unzivilisierte) Barbaren oder gar al Banditen37 titulierte. Lediglich bei diplomatischen Noten bequemte man ich zu den offiziellen Bezeichnungen. Ein anderer Born für allgemeine chinesische Superioritätsgefühle wurde
au der als inferior eingeschätzten Lebensweise, vor allem der nomadisierenden Kitantämme gespeist. Im Bereich der Herrschenden nährte sich die er Hochmut au der Anicht daß der in luxuriö er Lebenshaltung fast ebenbürtige Liao-Hof einem unbeholfenen Autodidakten gleich, peinliche Lücken in Etikette- und Protokollfragen hatte,
natürlich gemes en am perfektionistischen offiziellen Zeremoniell des Sung-Hofes.
Die e von konfuzianischem Dünkel geprägte und in weiten Teilen der Beamtenschaft
erbreitete inozentrische Grundeinstellung war der ideale ährboden, um geri ene
Vertragexegeten aber auch im Denken schlichtere Haudegen mit chauvini tischem
An trieb hervorzubringen die China an der Erfüllung des Abkommens von 1005 aber
auch päterer Übereinkünfte) vorbeilavieren wollten bzw. die vertraglich fixierten
erpfiichtungen einfallslos mit Gewalt zu hintertreiben suchten.
E wäre jedoch falsch, Vertretern aus diesem Lager in jedem Fall zu unterstellen, daß
ie damit geistig oder praktisch den Grundstock für neue Offensiven eitens des SungReichs legen wollten. Vielmehr waren die Vorschläge der Au legungsexperten und die
anschließenden Aktionen häufig nur auf eine Verbreitung der Verteidigungsbasis abg teilt, ohne daß die weiteren Implikationen von den Eingabenstellern zu Ende refl ktiert orden ären. Ähnlich wie heutzutage ein gegen jede Vernunft gerichtete und in
179
jeder Hinsicht unsinniges Overkillpotential von den Supermächten angehäuft wird waren in der Sung-Zeit Angehörige der Beamtenschaft darauf erpicht, entgegen dem
rechtsgültigen Abkommen von 1005 und dessen Neuauflage im Jahre 1042 für das militärische Verteidigungspotential zusätzlich Überkapazitäten in Form eines stets undurchdringlicher werdenden amphibischen Grenzsaums zu horten. Um die ständigen
Vertragsbrüche nicht allzu augenfällig werden zu lassen, wurde der permanente Au bau der Speicherseenkette per nefas verschleiert, indem man die vor den Kitanagenten
nicht geheimzubaltenden, zahlreiche Dienstverpflichtete erfordernden diesbezüglichen Arbeiten als reine Instandsetzungsmaßnahmen deklarierte, und, wo diese Ausrede nicht anzuwenden war, als die Anlage von Naßfeldern erläuterte; beides Tätigkeiten die von den Verträgen nicht erlaßt wurden 38 . Gerade die zuletzt genannte wirkungsvolle Art der Vertragsumgehung machte es den Kitan schwer, substantiierte Kritik zu üben da in der Regel der Unterschied zwischen einem großflächigen gefluteten
Feld und einem Flachwassersee bestenfalls ein profuses jedoch fruchtloses Interpretationsgerangel evozieren konnte. Bisweilen hielt es allerdings die chinesische Seite nicht
einmal für nötig, Ausreden für ihre Vertragsbrüche zu finden, sondern entsprechende
Monita der Kitan schlicht zu ignorieren oder
, auf zwei überreichte (Prote t-] Noten nur einmal zu antworten" 39 .
War bei der Sabotierung der Abkommen durch den angeblichen Bau von Naßreisfeldern (in Wirklichkeit: Grenzseen), in den Textenfang-fien [41 ] = Vierecksfelder genannt wenig tens noch Schläue im Spiel, so erweiterte eine Reihe von leitenden Beamten in den Grenzpräfekturen die Palette der Kontraventionen um ebenso primitive wie
brutale Grenzübergriffe mit Mord, Brandstiftung und Plünderung auf eigene Faust.
Stellvertretend für diese Provinzkamarilla seien hier die Grenzpräfekten Chao
Yung[42 ] und Chang Li-i[43 ] genannt. Deren Untaten zu entlarven war besonders
chwierig, weil man innerhalb dieses verschworenen Kreises von Störenfrieden und
Scharfmachern sehr um ichtig von Machinationen und Falschaussagen gegenüber Unt r uchung au schü en der ZentralverWaltung Gebrauch machte40 . Wenn sie schließlich überführt und bestraft wurden, geschah dies vielleicht auch aus Gerechtigkeitserwägungen im Hinblick auf die drangsalierte Bevölkerung jenseits der Grenze, jedoch in
er ter Linie deshalb weil kein Staat es letztlich zulassen kann daß sein Gewaltmonopol
durch nicht von ihm offizielllegitimierte Einzelaktionen- selbst wenn sie in seinem Intere e liegen - infrage ge tellt wird. Zwar scheinen derartige privat angezettelte
Grenzkriege nicht die Regel gewe en zu sein, doch stimmt eine Bemerkung Kaiser
Chen-tsung [44] (998-1023) im Jahre 1014 über die Mentalität seiner Beamten im äußer ten orden de Reiche nachdenklich:
Die Grenz · amt n inderpicht darauf, Militär einzusetzen, ihnen i t ganz und gar unbekannt,
daß nicht ri g zu führen das oberste [Gebot] i t 4t.
Die ennung von liao Yung(42 ] und Chang Li-i(43) bedeutet gleichzeitig einen
ehr nologi chen prung der uns in die 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts führen solL Wie
rwähnt hatt der Fried n vertragvon Shan-yüan(32] 1042 eine Neuauflage erfahren
in d r eiten d Liao-Reiche u. a. versucht wurde durch eine bessere Formulierung
d r
rgrößerung der Seeflächen mit friedlichen Mitteln Einhalt zu gebieten.
Diejenigen tau- und Flach en im beider itigen Grenzgebiet die schon vorher (vor
trag b chluß) ang l gtwurden dürfen alle über den alten [Vertragste t von 1005] binau
j tzt an ni ht m hr rweitert werden' 42.
1
eron
D eh änderte das Konstitut an der bereits thematisierten chine i eben Grundhaltung
in Sachen Vertragstreue gegenüber den Kitan im Prinzip nichts. Wie gehabt cherte
man ich nach einer gewi sen Zeit in der einige Seen - allerding nur orübergehendabgelas en wurden43 kaum noch um die bilateralen Verpflichtungen di man auf dem
wa erbausektor im Grenzbereich einzuhalten ich verpflichtet hatte. Welche orgfalt
der ung-Hof den Vertragsdokumenten von 1042 selbst entgegenbrachte, wird ohn
daß es eine Kommentars bedürfte, durch eine Fe tstellung S u-ma Kuang [45 ]
(1019-1086) pointiert: Bereits 1057 waren alle drei in den Räumen de Militärra
(Shu-mi- yüan) [46 ] aufbewahrten Kopien des Schwurbrief von 1042 verloren gegangen. Der Schlendrian wurde erst ruchbar als man zur Kompilationen eine die b treffend Zeit erfassenden Geschichtswerke schreiten wollte· mit einer glücklicherweise
noch orhandenen privaten Abschrift konnte die Lakune schließlich noch gefüllt werden44.
icbt ohne Genugtuung wird einmal in einer Eingabe de Jahre 1055 vermerkt, daß
man allein seit dem RegierungsantrittKaiser Jen-tsungs[ 47] (1023-1064) den Se ngürtel im Grenzbereich um mehr als 165 km verlängert habe ohne auch nur den Anflug
von Skrupeln bezüglich der damit automatisch begangenen Vertrag brüche zu haben45 •
Wohlgemerkt handelte es sich in diesem Fall nur um die Verlängerung de fluvialen
Verteidigungsgürtels; die ständigen Anstrengungen, ein nach Möglichkeit noch lückenIo ere mehrfach in die Tiefe gestaffelte Bollwerk fertigzustellen, waren hiervon all r
Wahr cheinlichkeit nach unberührt.
achden bi herigen Ausführungen drängt sich die Frage auf, warum Sung-China
da mit dem ungenierten Ausbau seines Defensivpotentials im Prinzip die Möglichkeit
g chaffen hatte ich für Offensivpläne zur Durchsetzung seiner Gebiet an prüche den
Rücken von Gegen chlägen weitgehend freizuhalten die Gelegenheit nicht nutzte. Zu
einer einigermaßen erschöpfenden Beantwortung dieser Frage in ihren vielfältigen
Dirnen ionen wäre ohne Zweifel eine gesonderte Studie vonnöten. Ich be chränke
mich hier aus Platzgründen darauf, die Umstände zu diskutieren die Sung-China und
eine Militär trategen bewogen die Verläßlichkeit ihres Was erbollwerks vor ichtiger
und zurückhaltender als die potentiellen Gegner einzuschätzen, die auf diesem Sektor
akkumulierten Verteidigungskräfte nicht zum Substrat für Aggres ionengroßen Stil
bzw. Inva ionenwerden zu lassen. Die an sich richtige Analyse der chine ischen Waserfront al dämpfendes und dadurch sehr effiziente Auffanghindernis für chnelle
Kavallerie hatte einige wichtige Punkte außer acht gelas en, die sich wie tille Verbündete für da Liao-Reich auswirkten. Ebenso wie die Stauseen ihr Zustandekommen einer meteorologi eben Laune mitverdankten, waren ie in ihrer Wa serführung der lokalen, tarken Variabilität der Niederschläge ausgeliefert. Das temporäre Trockenfallen ganzer Abschnitte der Seenkette ließ ihren strategischen und taktischen Wert zu einer schwer abschätzbaren variablen Größe werden zu einem unzuverlässigen Bunde gen en. Der zeitweise Durchfluß des nördlichen Huang-ho-Arms durch Teile de
er aumes z.B. nach 1048) teilte kurzfristig sicherlich eine Ver tärkung des Gürtels dar brachte langfristig mit der nicht aufzuhaltenden Sedimentation jedoch o viele
Probleme mit sich daß dadurch der Verteidigungswert stark herabgemindert wurde. In
eichen Größenordnungen sich die Instandsetzungsarbeiten bewegten die vor allen
Dingen akut wurden als der Huang-ho wieder durch einen weiter üdlich gelegenen
Arm floß und die Beseitigung der zurückgebliebenen Anlandungen in Angriff genommen werden mußte mag ein Hinweis au dem CP illustrieren: achEntstehende Hu181
ang-ho-0 tarms im Jahre 1060 trockneten etwa 20 000 ha Seenfläche aus46 die on
Gegnern de Konzepts einer fluvialen Verteidigung am liebsten für immer unter den
Pflug genommen worden wären. In die Reihe derjenigen, die z. T. sicherlich unbeabsichtigt mit Hand anlegten, um die Qualität der Seen als potamogene Grenzfeste zu zersetzen, gehörten eine Anzahl ehrgeiziger Präfekte und andere leitende Provinzbeamte
denen die Teiche als wohlfeile Reservoire für lokale Bewässerungsprojekte hochwillkommen waren, als Bestandteil des nationalen Militärpotentials hingegen nicht viel bedeuteten. Die Versuche, die Wasserflächen in bestimmten Bereichen direkt zur Gewinnung von Binsen, Fischen, eßbaren Weihemüssen (trapa natans) etc. heranzuziehen konnten für die in der Regel auf höhere Steuereinkünfte erpichten Lokalbeamten
natürlich keine ökonomische Alternative zum Gebrauch der Seen als Irrigationswasserspeicher ein. Die Produkte dieser Teichwirtschaft, die auch ohne ein Ablassen de
Wassers gewonnen werden konnten, wurden so gering eingestuft, daß es in SS gönnerhaft heißt:
, Man kann ie an die armen Leute geben ' 47 .
Doch wurde selbst dieses frugale Zubrot bzw. Nebeneinkommen bisweilen den Begün tigten durch Amtsstellen streitig gemacht, die erstperErlaß von ihren unrechtmäßigen Zugriffen abgehalten werden mußten48 .
Folgt man den Darlegungen eines Erlasses aus den letzten Jahren der Dynastie, wird
der letztendliche Verfall der Seenkette der nicht mehr zu bewältigenden Aufsedimentation und dem gleichzeitigen Trockenfallen sowie dem Raubbau zugeschrieben den
Beamte mit dem Wasserhaushalt der Teiche zwecks Bewässerung des umliegenden
Landes getrieben hatten o daß schließlich auch die für die Stauseen unerläßlichen
Deiche allmählich verfielen49 • Der von den Kitan im Prinzip richtig analysierte, der
Seenkette immanente, militäri ehe Wert, konnte sich nie zu der befürchteten Wirkung
entfalten da owohl geographische Faktoren als auch menschliche Unzulänglichkeiten
ihrer Effizienz entgegenarbeiteten. Trotz allem leistete der amphibische Grenzsaum
ei e wegen seiner Überschätzung durch die Kitan als wirksame Kavalleriesperre sei e
durch seine weniger optimistische Einschätzung und die daraus resultierende ichtutzung al Rückversicherung bei Invasionen durch die Sung, einen sehr erheblichen
B itrag für die Aufrechterhaltung eines mehr als 1OOjährigen kriegslosen Zustandes
zwi chen den b iden großen Reichen.
E fällt chw r die B ziehungender beiden Staaten ab 1005 mit dem Eigenschaftwort friedlich zu v r eben da außer diplomatischen Artigkeiten in Form von gegenseitig n Delegationen zu Kai r Geburt tag Inthronisation Tod etc. wenig Gesten die
die
Adjektiv verdienten, zu verzeichnen waren ingegen der Hader und Zank wegen Gr nz erletzungen Überfällen Vertragsverstößen u.a. demgegenüber aL überdirneo ionale Größe empfunden werden muß. Diesen Zustand bzw. die Qualität der bilat ralen Bezi hung n eh int mir der von Galtung und Rudge geprägte Terminu de
n gativ n Fri d n ' am ehesten zu erfa en. Diese Autoren verstehen darunter ein
V rhältni zwi h n taaten da durch Abwesenheit von Krieg und organisierter Gewalt in gr ß m Umfang aber auch durch fehlende Kooperation gekennzeichnet ist50 •
achzutragen bleibt daß d m amphibischen Grenzsaum Chinas selbst in der Phase
in
rfal noch in beachtlicher militäri eher Wert als Kavalleriehindernis zugechri ben urd . Er flößte dem orrückenden Dschurdschen-Heerbann so viel Rep kt in daß r ich na h Erob rung de Gebietes um das heutige Peking im Laufe d
1
Jahres 1125 da or hütete, das cheinbar nächstliegende zu tun und aufkürze t m
g
in das im Süden unmittelbar vor ihm liegende Hopei vorzudringen etwa entlang der
auch von den-Kitan bis 1004 benutzten Invasionsschneisen in der ähe der Militärpräfekturen Kuang-hsin[48 ], Hsiung(3 1 ] und Pa.(3°]. Stattde en umgingen die D hurdchen- größere Umwege und zum Teil auch tärkere chin · he Arm e inh iten in
Kaufnehmend-Chinas ,fluviale Maginotlinie 'im We ten und trugen ihr n Hauptangriff in einem Bogen über T'ai-yüan[49 ] vor um dann chließlich das im Südo ten gel g ne K'ai-feng(50 ] zu zernieren.
Erläuterungen zur Rekonstruktion der sung-zeitlichen Speicher eenkette
Mit der beigefügten Karte wurde der Versuch unternommen die im CP S und im
Wu-ching tsung-yao des T eng Kung-liang genannten einzelnen Seen die ich zum
fluvialen Grenzwerk fügten kartographisch zu erfas en 51 • Leider wird bei ihrer Aufzählung weder im CP noch SS mitgeteilt über welchen Stand der Fertig tellung referiert wird ob hier etwa die Endausbauphase der Seenkette gemeint i t.
Die überwiegende Kongruenz der Bezeichnungen für die einzelnen Seen wie i im
CP und SS einerseits und dem 1044 dem Thron eingereichten Wu-ching tsun.g-yao
andererseit zum Ausdruck kommt legt den Schluß nahe daß jeweil praeter propt r
die Verhältni e dererstenHälfte des 11. Jahrhundert ange proeben ind. Mit ander n
Worten wird in etwa die Situation um 1040 be chrieben in der die Hauptv rlau linien
de Seengürtel ihre endgültigen Konturen bereits erhalten hatten. Fehlen dürft n beanders etliche unter dem Vorwand von Feldflutungen ge chaffene Teiche die päter
angelegt wurden um das potamogene Bollwerk, den be tehenden Verträgen zuwider
weiter zu ergänzen und zu verdichten.
Wenn auch keine der zahlreichen zeitgenössischen oder späteren hi tori eben Kart n zur Seenkette überliefert sind, so eröffneten die tradierten Lagehe chreibungen d r
ung-Zeit mit Angaben über Anzahl und Au dehnungder Wa eroberflächen in Verbindung mit dem ausführlichen Kartenmaterial in den Regionalbe chreibungen
(Fang-chih) [51 ] dennoch die Möglichkeit den fluvialen Verteidigungs aum kartographisch wieder erstehen zu lassen. Ausgewertet wurden aus acht überwiegend eh mgzeitlichen Fang-chih elfKartens 2 , deren Maßstab meist größer als 1 : 100 000 war und
im Einzelfall sogar etwa 1 : 10 000 betrug.
Die Beziehung von histori eben Atlanten erwie ich al nutzlo da alle einge eheneo Kartenwerke auf die einschlägige Darstellung der Seen verzichtet haben ei e aus
ichtkenntnis, sei es aus Gründen zu kleiner Maßstäbe. Selb t die Karte zu der oft a1
tandard erk apo trophierten Arbeit über den Liao-Staat von Wittfog l und Feng die
auch weite Teile des nördlichen Sung-Reichsgebietes erfaßt, registriert die e für die
Kitan ebenfalls in jeder Hinsicht äußer t bedeutsame Grenzanlage nicht.
Die in die Regionalbeschreibungen aufgenommenen Kartierungen verzeichneten
nur in den selten ten Fällen Seen, die einem Pendant in der Sung-Zeit hätten zugeordnet erden können. Dies war insofern vorhersehbar, als daß in Bereichen mit Lößbedeckung in denen Flü e durch erbebliche Sedimentbelastung eine besonder gr ße
Verlagerungsfreudigkeit aufweisen, das Gegenteil, sei!. über längere Zeiträume an einer Stelle verharrende potamogene Seen eher überrascht hätten. Zur Rekonstruktion
der Sung-Seen dienten daher als Anhaltspunkte in erster Linie ehemalige Flußbetten
Altwas er, Sumpfgebiete, rezent als Flutbecken benutzte Geländesenken ober aßpolder owie bisweilen auch verfallene kartographisch jedoch erhaltene ehemalige
183
Deichanlagen. Die in den jeweiligen Fang-chih anzutreffenden Kapitel ,Alte Spuren" (ku-chi) (52] in denen auch Berichte über die vormalige Speicherseenkette nicht
fehlen, waren zur Klärung kartographischer Details eine zusätzliche Hilfe. Bei der Auffindung und Zeichnung der wichtigsten sung-zeitlichen Flußtrassen habe ich auf Vorarbeiten zu den Karten zurückgegriffen, die zwei meiner eigenen im Literaturverzeichnis
angeführten Publikationen beigefügt sind.
Für die Festlegung des Grenzverlaufs zwischen Sung- und Liao-Reich wurden Angaben bei Tseng Kung-liang zugrunde gelegt, i.e. das Konfinium aus Sung-Sicht gezeichnet. ~it der lückenlosen Aufzählung aller chinesischen Grenzforts um 1040, mit Angaben über ihre Entfernung zueinander und zu bekannten Präfektur- oder Kreisstädten
insbesondere aberzur Staatsgrenze hatTsengeineFülle von kartographisch verwertbaren Geländepunkten geliefert, die man nur durch eine Linie zu verbinden brauchte.
Dabei zeigte sich daß die z.B. auf der Karte bei WittfogeVFeng eingezeichnete Grenze
entlang des Chü-ma-Flusses[53 ] viel zu weit nördlich, bereits aufKitan-Territotium verläuft, ein Demarkationslinienverlauf also, der von den Sung, wenn auch nie gefordert,
so doch sehr begrüßt w~rden, bei den Liao bestimmt auf härtesten Widerstand gestoßen
wäre.
Dem leider nicht kartierten, aber detailliert erläuterten Vorschlag H. Matsuis folgend habe ich die Küstenlinie Hopeis zum Pohai hin korrigiert, d.h. um die in der
Sung-Zeit noch nicht vorhandenen Huang-ho-Schwemmkegel zurückgenommen.
Al allgemeine Grundlage für die Karte, vor allem für die Einzeichnung der 500 m
I ohypse diente das Blatt Hopei im The Times Atlas of China London 1974, jedoch
wurdeebenfallsderNationalAtlasofChina, 5 Bde., YangMinShan 1961-64, herangezogen, der sich wegen der eingezeichneten, wenn auch neuzeitlichen Hsien [54 ]-Grenzen
häufig als nützlich erwies. Der Sitz der sung-zeitlichen (Militär-)Präfekturverwaltungen wurde unter Verwendung der Hinweise im Chung-kuo ku-chin ti-ming ta-tzu-tien
Tapei 1961 eingezeichnet da die Arbeit von H. Wright: Alphabetical List of Geographical Names in Sung-China (Sung-Projekt), Paris (1956), wegen der durchgängig falchen Koordinatenangaben für diesen Zweck unbrauchbar war.
Anmerkungen
(Zu den im vorliegenden Aufsatz erwähnten topographischen Einzelheiten im Sung-Grenzgebiet
. die beigefügt Karte.
1
Eine au führliehe Studie über die Grenzsicherung und verwandte Fragen ist in Vorbereitung
al Habilitationsschrift unter dem Arbeitstitel: Das chinesische Militärpotential und seine Funk.
tion in den Beziehungen zwischen Sung- und Liao-Reich
2 In die r Arbeit wurden die Bezeichnungen Kitan(2] und Liao(3] gleichberechtigt nebenetJ?ander gebraucht da auch die amensträger ihre Selbstbezeichnung wiederholt wechselten Wie
twa in den Jahren 947 983 und 1066· . LI IUNG-Ts UN, P. 5
Zur Gebi tsabtretung . Yü AN SHu, Bd. 14 {h ia), P. 30. Hierwerden folgende 16 Präfektur n g nannt: Yu[4] Chl[5] Ying[ 6] Mo['] Cho[s] T an(9], Shunpo] Hsin(11], Kuei[ 12], Ju[ 13]
u(1 4 ] Yün[t 5 ] Ying(1 6 ] Huan(17] , Shuops] Wei(19].
.
ach einem Eroberungfeldzug unter dem zweiten Kaiser der Späteren-Chou-Dynasbe
951-960 urde den Kitan im Jahre 959 wieder ein Teil ihres territorialen Zugewinns entrissen.
E handelte ich um das Gebiet der Drei Pä se ' ein Areal das im wesentlichen die Gemarkung n der Präfekturen Pa und H iung umfaßte · . S. ToMI
497, P. 516/ 17 Anm. 2
Zu d n krieg rischen Verwicklungen zwischen Sung und Liao bi zur Jahrtausendwende vgl.
z. B. 0 . FRA
Bd. I P. 125 f
P.
1
• Vgl. dazu CP Bd. 1/2, eh. 1-55.
Für die vorliegende Untersuchung wurde die von T'Ao CmN-SHB G und W G MIN-Hs1
s. Literaturverzeichnis) besorgte Sammlung herangezogen die in über ichtlich r Form int rpunktiert und gutem ~ruck das im C~ enth~tene Material zu den Beziehungen zwi hen Sung und
Liao darbietet und eme große Arbeitserleichterung bedeutete.
Da ich vermute, daß die genannte Materialsammlung im Gegensatz zum CP nicht allenthalben
verfügbar i t zitiere ich im folgenden nach zuletzt genanntem Werk.
s S. Liao-shih, Bd. 1, eh. 19, P. 230/31
6
Zu den von den Sung ausgehenden Aggressionen s. E. KYCANOV P. 117 pas im.
An die Stelle des konventionellen in chinesischen Werken häufig genannten Gründung jahre
für den Tangutenstaat, das mit dem Regierungsantritt Li Yüan-hao (1032-104 ) identi eh i t
kann man mit gleicher Berechtigung die Machtübernahme Li Chi-eh ien [24 ] (963/ 65?- 1004
setzen, der im Unterschied zu seinen Vorgängern als erster unverhohlen gegen den jungen ungtaat Front machte; vgl. dazu E. KYCANOV, P. 105/ 106.
' Zu der letzten allgemeinen, pessimistischen Auffassung vgl. die Disku sionen bei M. FRIED
et al., P. 202, passim. Als einen von vielen Belegen für die leichtfertige Ein tellung der Sung zum
Krieg siehe auch die im eng ten Kreis um den Kaiser, im Prinzip unwider proeben hingenommenen Erörterungen zu einem Überfall auf den zu dieser Zeit (um 1081) durch Thronnachfolgequerelen fast wehrlosen Hsi-hsia-Staat, die ausschließlich aufeiskaltem Machtkalkül ba iert n; . P
Bd. 9, eh. 312 9/10.
8
Zu den Angaben über die Pferdebestände s. K. FLESSEL {2) P. 60 sowie die Arbeit von Su G
CH'ANG-LIEN passim; vgl. ferner WITIFOGELIFENG, P. 118, 131.
9
S. CP Bd. 2 cl1. 30,1
10
Einpars prototofür das ehemals cbine ischeGebiet im Norden (938 ante).
11
S. CP, Bd. 2, eh. 30, 112
12
S. z. B. Y. SHEN, P. 11; s. auch J. H. PLATH P. 235/36 derwohl den er ten Hinweis aufdie e
Art des Kriegsruhrens in der deutschen Sekundärliteratur geliefert haben dürfte.
t3
S. CPPM, Bd. 1, eh. 11, 4b, P. 286
14
S. TSENG KUNG-LIANG, pen 6 eh. 16, 2b
15
S. dazu die umfänglichen militärstrategischen Überlegungen Fu Pis die in ihrem in 7 Punkte
untergliederten 2. Teil unter Nr. 2 auf die en Mangel hinweisen, P Bd. 5 eh. l.SO 23.
16
S. CP, Bd. 2, eh. 47, 24
17
S. CP, Bd. 2, eh. 47, 9
18
S. SS, Bd. 9, eh. 273, 7b (P. 3547)
Da verwandtschaftliche Beziehungen einen dominierenden Bestandteil im konfuzianischen
Wertsystem bildeten, soll der propagandistische Hinweis auf ihr Fehlen verdeutlichen mit welch
üblen und unzivilisierten Kreaturen sich Sung-China angeblich herumplagen mußte.
19
S. CP, Bd. 5, eh. 174, 4
20
Zur Lage und Bemannung der Grenzlandforts um das Jahr 1040 s. TsENG KUNG-LIANG, pen
6 eh. 16, 4a-24b
21
S. ScHWARZ-SCHILLING P. 139; zur Erläuterung des Terminus Schwurbrief', op. cit. P. 55
22
Zur Liao-Spionage vor dem Frieden von Shan-yüan(3 2 ] s. u. a. CP, Bd. 2, eh. 55, 11. Zu
den chine ischen Feindaufklärungsaktivitäten mit Kampfauftrag bzw. Einsatz von Saboteuren vor
1005 s. u. a. CP, Bd. 2, eh. 50, 19
23
S. CP Bd. 2, eh. 58, 16
24
S. CP Bd. 2, eh. 58, 23; vgl. ferner SCHWARZ-ScHILLING P. 139
25
Zur Zahlenangabe sowie zur Zusammensetzung der Liao-Streitmacht s. WITI'FOGELI
o,
P. 515; vgl. ferner op. cit. P. 563.
26
S. 0. FRANKE, Bd. IV, P. 44, 47
27
S.O.F~,Bd.fV,P. 52
28
Vgl. dazu ScHWARZ-8CmLUNG P. 47, passim.
29
Vgl. dazu z. B. CP, Bd. 8, eh. 262 21 u. ScHWARZ-ScmLLING, P. 145.
30
S. CP, Bd. 4 Rekompilation aus dem Yung-lo ta-tien eh. 12400 Sb.
31
S. CP, Bd. 2, eh. 57, 16
32
S. CP, Bd. 8 eh. 267 4. Zur Stärke der Berufsarmeen s. Lo CH'Iu-CmNo, P. 224, p im;
die Lebensdaten Shen Kuas sowie anderer Sung-Persönlichkeiten in diesem Artikel ind dem
Sung-jen chuan<hi tzu-liao so-yin (s.Literaturverzeichnis) entnommen.
33
S. Tseng Kung-Liang, pen 2, eh. 4, 9a. Im Sung-Reich hatte man nicht nur diese Achille ferse der Kitan klar erkannt, sondern auch in den Kämpfen des Jahre 1004 schon eine Variant
erpro~t, als die Garnisonen der nicht eingenommenen, jedoch überrollten Grenzstädte im Rücken
der Liao-Angriffswalze Au fälle unternahmen und beachtenswerte Erfolge für ich verbuchen
konnten, s. CP, Bd. 2, eh. 57, 13/14· vgl. ferner ScHWARZ-ScFDLLING P. 40 fi
~ S. CP, Bd. 4, eh. 112, 5· SS eh. 95 B. 749a1s-1e
185
35 Die durch chnittlicbe Entfernung ergibt sich aus einer Eingabe des Präfekten Ho Ch'engchü(37) (946-1006) der die alle Krümmungen und Windungen einschließende Länge der Speicherseenkette im Jahre 999 mit etwa 500 km und die Zahl der benachbarten Militärstützpunkte
mit 135 angibt, s. CP Bd. 2, eh. 44, 15.
36 S. CP, Bd. 2, eh. 59 3 u.15
37 S. CP, Bd.4, ch.l12, 5· vgl. dazuauchdieTitulierung , Majestät" bzw. , Barbarenanführer'
in d r Unterredung Fu Pi (3 5] mit dem IGtan:-Kai er im Jahre 1042 P. 11 im Haupttext .
38 Zum letzten Punkts. z. B. CP, Bd. 9, eh. 301 9
39 S. CP, Bd. 9, eh. 302 4
40
Zu diesen Au führungen vgl. CP, Bd. 7 eh. 236, 9/10; eh. 236, 14/15; eh. 237, 13/14· CP
Bd.
eh. 238 12/13.
Die Lebensdaten Chang Li-is werden im Sung-jen chuan-chi tzu-liao so-yin nicht mitgeteilt Der
ame Chao Yung fehlt ganz, lediglich ein später lebender Namensvetter wird erwähnt.
4t
S. CP, Bd. 3 eh. 83, 16
42
S. CP, Bd.4, Rekompilation aus dem Yung-lo ta-tien, eh. 12400, 9b.
43 S. SS, eh. 95, P. 74 b,~-2o
44 S. P, Bd. 6 eh. 1 6 5
4s S. CP Bd. 6, eh. 179, 12
• 6 S. CP, Bd. 14 eh. 501 6
47 S. SS, eh. 95, P. 749b2e; zu den Huang-ho-Katastrophen s. die Über etzung des betreffenden Kapitel au dem Sung-shih h in-pien bei K. FLES EL (1), P. 108-208.
48
S. CP Bd. 5, eh. 155 14
49
S. SS eh. 95 P. 75 a2s-2s
50
Zu d n B griffen positiver und negativer Frieden 's. 1. GALTU G und M. H. RunGE im Literaturverzeichni ).
51 S. CP, Bd. 4, eh. 112, 4/ 5; SS eh. 95 P. 748b-749a; TsBNG KuNG-LIANG, pen 6, eh.
16 24b-25b· vgl. ferner M. AGA E P. 26.
52
Im einzelnen ind dies folgende Regionalbeschreibungen : Ts'ang hsien-chih Bd. 1 P. 30;
h'ing hsien-chih Bd. 1, P. 28; Ching-hai hsien-chih Bd.l, P. 232; Pa-hsien hsin-chih, Bd. 1 P.
l6; Hsiung hsien-hsiang-t'u chih P. 4; Hsiung-hsien hsin-chih Bd. 1, P. 2; Kao-yang hsien-chih
Bd. 1 P. 62
91; Ch'ing-yüan hsien-chih, Bd. 1 P. 34 54· die beigefügten Seitenzahlen geben
Au kunft darüber, nach wel.c her Seite die ausgewerteten Fang-chih-Karten zu finden sind.
Abkürzungen.
Chung-kuo fang-chih ts'ung-shu Serie Hua-pei ti1ang, Taipei 1968 ff
. unter LI TAO im Literaturverzeichni
. unter YANG CHUNG-LIANG im Literaturverzeichnis
. unter Sung- hih im Literaturverzeichnis
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REKONSTRUKTION
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