ausbildung 2015

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ausbildung 2015
Seite 2
Ein Märchen?
I
st der viel beschworene
Fachkräftemangel nur ein
Märchen? Ein in dieser Woche ausgestrahlter Arbeitsmarktreport im ARD-Fernsehen kommt zu diesem Ergebnis. Tenor: Lobbyverbände der
Wirtschaft und selbst die
Agentur für Arbeit „lügen mit
Zahlen“, um das Feld zu bereiten für billige Arbeitskräfte
aus dem Ausland. Das Motto:
Lohndumping ist besser, als
die in Deutschland vorhandenen Kräfte auszubilden, einzuarbeiten und leistungsgerecht zu bezahlen.
Mal angenommen, da ist
was dran, kann das dann tatsächlich schon für den Ausbildungsmarkt gelten? Ja,
selbst das soll es schon geben.
Demografischer Fakt ist eben:
Deutschland hat künftig immer weniger Schulabgänger.
Dennoch: Auch hier empfiehlt sich ein Blick auf die
Zahlen: Trotz der derzeit noch
194 000 unbesetzten Lehrstellen gibt es trotz allem einen
leichten Bewerberüberhang.
Auf 467 000 Lehrstellen kommen in diesem Jahr 496 000
Bewerber. Aber Angebot und
Nachfrage passen eben nicht
immer und überall zusammen
– regional nicht, fachlich nicht
und leider eben nicht für alle
wunschgemäß.
Eines zeigen viele Berichte
in dieser Zeitung jedoch deutlich: Dass Betriebe sich viel
mehr um die jungen Menschen bemühen müssen, ist
alles andere als ein Märchen.
Uwe Karsten
Impressum
Diese Beilage „Berufsausbildung 2015“ erscheint
mit dem TAGEBLATT am
Sonnabend, 26. Juli 2014
Verleger:
Dr. Christoph Gillen (Stade), Klemens Karl Krause
(Goslar), Philipp Krause
(Goslar)
Geschäftsführer:
Dr. Christoph Gillen (Stade), Philipp Krause (Goslar), Georg Lempke (Stade)
Redaktion:
Uwe Karsten
(verantwortlich)
Titelseite:
Volker Rohbeck,
TAGEBLATT-Grafik
Anzeigen:
Georg Lempke
(verantwortlich)
Auflage:
36 500 Exemplare
Druck: Pressehaus Stade,
Zeitungsdruck-GmbH,
Glückstädter Straße 10,
21682 Stade
Internet:
www.tageblatt.de
AUSBILDUNG 2015
Die Trainerfrage stellen
IHK-Experte Dr. Bodo Stange: Ausbildungsbetriebe müssen attraktiver werden
Von Uwe Karsten
Stade. Früher hat der Personalleiter den Bewerber gefragt:
„Sagen Sie mir doch bitte, warum ich Sie einstellen soll?“
Heute fragt der Bewerber den
Personalleiter: „Sie haben mir
noch nicht gesagt, warum ich
bei Ihnen anfangen soll?“ Der
Mann, der diese Anekdote erzählt, kennt sich aus auf dem
Arbeitsmarkt. Dr. Bodo Stange
ist der für den Bereich Ausund Weiterbildung zuständige
Geschäftsführer bei der Industrie- und Handelskammer ElbeWeser in Stade. Und er kennt
die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf
dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Fakt ist: Der Nachwuchs
fehlt. Unternehmen müssen sich
immer mehr anstrengen, um
Auszubildende und neue Fachkräfte anzuwerben. Aber immerhin: So allmählich wird den
Verantwortlichen in den Unternehmen das Problem bewusst.
Das war vor einigen Jahren
noch lange nicht der Fall. „2008
haben wir das erste Mal 1600
Betriebe gefragt, wie sie die Demografie sehen.“ Tenor vieler
Antworten: „Nichts wird so
heiß gegessen, wie es gekocht
wird.“ Und: „Das betrifft uns
nicht.“ Die Konsequenz: Es
wurde wenig getan, um die Attraktivität zu steigern. Zwar
wurde gesehen, dass es mehr ältere Kunden gibt, dass man –
ein beliebtes Beispiel – barrierefreie Bäder bauen müsse, aber
das war‘s dann auch. 2012 wurde die Umfrage wiederholt. Und
siehe da. Es gab mehr Betroffenheit. Aber die Frage blieb:
Was tun? „Sie wissen es, aber
Er stellt die Trainerfrage: Dr. Bodo Stange. Foto: Karsten
die Masse macht nichts“, stellt
Dr. Bodo Stange fest. Eine Sonderumfrage brachte den Mangel
bei den Jüngsten, die Überalterung der Belegschaften zum
Vorschein. Dass die Arbeitnehmer in den Firmen im Schnitt
immer älter werden, lässt sich
so schnell schon nicht mehr ändern. 2020 sei jetzt schon abgeschlossen, so Dr. Stange.
Zwei Konsequenzen sind laut
Dr. Stange zu ziehen: 1. Die
Unternehmen müssen mehr in
Weiterbildung investieren. 2.
Die Unternehmenskultur muss
sich ändern. Früher gab es die
Jugendkultur, die Älteren galten
als Störfaktor. Künftig geben die
Älteren den Ton an. Sie werden
gebraucht. Die Jüngeren nehmen zahlenmäßig drastisch ab.
Rationalisierung ist in diesem
Zusammenhang für Dr. Stange
kein Allheilmittel gegen den
Fachkräftemangel. Viel vom Rationalisierungspotenzial
sei
schon ausgeschöpft. Den größ-
ten Mangel gibt es bei Pflegeberufen, bei technischen Berufen
und beim Ingenieurnachwuchs.
Und eine Lösung ist nicht in
Sicht. Bereits im Jahre 2025
wird es 20 Prozent weniger
Schulabgänger geben als heute.
Dabei gibt es sogar noch eine
gespaltene Entwicklung: Bei
den Haupt- und Realschulen
werden es 30 Prozent weniger
sein, bei den Gymnasien aber
sogar mehr Schulabgänger.
Konsequenz: Die Betriebe und
die Lehrlingsausbildung müssen
attraktiver für Abiturienten werden. Und Studienabbrecher
sollten vermehrt für eine Berufsausbildung begeistert werden.
Also, was ist aus all dem zu
folgern? Ja, den Jugendlichen
muss wohl in der Tat ein roter
Teppich ausgelegt werden. Dieser Aussage widerspricht IHKExperte Dr. Bodo Stange nicht.
Nur: Er stellt anschließend sogleich folgende Frage: „Was
wollen die Jugendlichen eigent-
lich?“ Antworten gibt es bereits. Die Industrie- und Handelskammern Stade und Oldenburg haben für den Niedersächsischen Industrie- und
Handelskammertag
(NIHK)
Schülerumfragen gemacht –
Stade im Jahr 2012 und Oldenburg ein Jahr später. Erstaunliches Ergebnis: Beide Umfragen
kommen zu einem identischen
Ergebnis, das in einer Broschüre veröffentlicht wurde (siehe
Artikel unten auf dieser Seite).
Dr. Stange betont einige Eckdaten: 1. Die Jugendlichen wollen respektiert werden. Stange
beschreibt diesen Punkt mit der
Trainerfrage „Van Gaal oder
Klopp?“
Herrscher
oder
freundschaftlicher
Förderer?
„Es stellt sich die Trainerfrage“,
so der IHK-Experte in Anlehnung an den Fußball. Ein Betrieb müsse im Konfliktfall vielleicht auch mal den Ausbilder
auswechseln. 2. Das Betriebsklima muss stimmen. Ein Praktikum kann dabei die Probezeit
einmal andersherum sein. 3. Die
Jugendlichen wollen etwas lernen. 4. Geld ist nicht so entscheidend, zum Teil die Größe
des Unternehmens und sehr der
gute Ruf. Firmen wie Airbus
und Dow sind gegenüber unbekannten zunächst im Vorteil.
Aber kleinere Betriebe können
mit einem fairen Umgang und
einer hohen Qualität der Ausbildung punkten. Dann haben
sie sogar mehr Chancen als
Großbetriebe. Dr. Stange: „Die
Kleinen müssen ihre Stärken
nutzen und besser verkaufen.“
›› Was Dr. Bodo Stange über
die notwendige Qualifizierung
und die Förderung der Schwachen sagt, steht im nächsten
MITTWOCHSJOURNAL.
Schülerumfrage: Der attraktive Betrieb
Landkreis (r). In Folge der demografischen Entwicklung verschärft sich der Wettbewerb
zwischen den Betrieben um
qualifizierte Bewerber für die
angebotenen Ausbildungsplätze. Gerade für kleine und mittelständische Betriebe kommt
es darauf an, in den Augen der
Jugendlichen aus der Region
als Ausbildungsbetrieb attraktiv
zu sein. Was sind aber die Faktoren, die darüber entscheiden,
ob ein Ausbildungsbetrieb aus
der Sicht der Schülerinnen und
Schüler attraktiv ist? Die IHK
Stade hat Jugendliche befragt,
worauf es ihnen bei einem Ausbildungsbetrieb ankommt. Im
Befragungszeitraum im Dezember 2010 haben sich mehr als
600 Schülerinnen und Schüler
aus dem Elbe-Weser-Raum an
einer Online-Umfrage beteiligt.
Die Ergebnisse liefern den Unternehmen eine spannende
Momentaufnahme und konkrete Hinweise, wie sie als
Ausbildungsbetrieb attraktiver
und damit besser werden können. Am wichtigsten ist den Jugendlichen ganz eindeutig der
Wunsch nach einem guten Betriebsklima, einem familiären
Umgang und vor allem danach,
auch in der Ausbildungszeit
schon als Person ernst genommen zu werden. Das beziehen
sie nicht nur auf sich selbst,
sondern auch auf alle anderen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb.
Fast genau so wichtig ist es
für die Schüler, etwas zu lernen. Sie betrachten ihre Ausbildungszeit als Investition in ihre
Die Broschüre zur NIHKSchülerumfrage.
berufliche Zukunft, für die sie
möglichst gut und umfassend
qualifiziert sein wollen. Der
Person des betrieblichen Aus-
bilders kommt eine Schlüsselrolle als Bezugsperson zu.
Auch die Verwertbarkeit der
erworbenen Qualifikationen ist
für die Jugendlichen ein wichtiges Kriterium. In diesem Zusammenhang ist weniger der
direkte berufliche Aufstieg entscheidend als vielmehr das
Streben, mit einer guten Ausbildung ein solides Fundament
für eine gute mittelfristige Perspektive gelegt zu haben.
Die materiellen Bedingungen
und die Sozialleistungen sind
in den Augen der Jugendlichen
weniger wichtig. Unter den
materiellen Rahmenbedingungen stehen die Arbeitszeit und
der Wunsch, auch während der
Ausbildung noch Freiräume für
Freizeitaktivitäten und Freunde
zu haben, an erster Stelle.
AUSBILDUNG 2015
Seite 3
Azubis bekommen mehr Geld
Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2013: Erneut ein deutlicher Anstieg in West und Ost zu verzeichnen
Landkreis (r). 767 Euro brutto
im Monat verdienten die Auszubildenden
2013
durchschnittlich in Westdeutschland.
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent. In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2013 um 5,0
Prozent auf durchschnittlich
708 Euro im Monat.
Prozentual fiel die Erhöhung
damit in West und Ost genauso
stark aus wie 2012. Im Osten
hat sich der Abstand zum westlichen Tarifniveau 2013 etwas
verringert: Es wurden 92 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht, 2012 waren es 91 Prozent. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche
Vergütungsdurchschnitt 2013 bei 761 Euro pro
Monat und damit um 4,2 Prozent über dem Vorjahreswert.
Zu
diesen
Ergebnissen
kommt das Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) in der
Auswertung der tariflichen
Ausbildungsvergütungen
für
das Jahr 2013. Ermittelt wurden dabei die durchschnittlichen Vergütungen für 184 Berufe in West- und 152 Berufe in
Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 Prozent der
Auszubildenden ausgebildet.
Zwischen den Ausbildungsberufen gab es jedoch erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Sehr hoch lagen die
tariflichen Vergütungsdurchschnitte beispielsweise in den
Berufen
Mechatroniker/Mechatronikerin (West: 938 Euro,
Ost: 921 Euro), Kaufmann/
Kauffrau für Versicherungen
und Finanzen (West und Ost:
935 Euro) und Medientechnologe/Medientechnologin
Druck (West und Ost: 905
Euro). In Westdeutschland waren auch in den Berufen des
Bauhauptgewerbes (zum Beispiel Maurer/Maurerin) sehr
hohe Ausbildungsvergütungen
tariflich vereinbart: Sie betrugen dort durchschnittlich 999
abrufbar
unter
Eine Gesamtübersicht über schnitte der Auszubildenden BIBB
Euro im Monat, während sie in
Ostdeutschland mit 803 Euro die für das Jahr 2013 ermit- in den erfassten Berufen ist www.bibb.de/ausbildungsver
Internetangebot
des guetung.
telten
Vergütungsdurch- im
deutlich geringer ausfielen.
Eher niedrig waren die tariflichen Vergütungsdurchschnitte
zum Beispiel in den Berufen
Florist/Floristin (West: 571
Euro, Ost: 312 Euro), Maler
und Lackierer/Malerin und Lackiererin (West und Ost: 558
Euro), Bäcker/Bäckerin (West
und Ost: 550 Euro), und Friseur/Friseurin (West: 469 Euro,
Ost: 269 Euro).
Auch zwischen den Ausbildungsbereichen
bestanden
2013 in West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede im
Vergütungsniveau. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 839
Euro, Ost: 764 Euro) und im
Öffentlichen Dienst (West und
Ost: 830 Euro) erreicht. Unter
dem Gesamtdurchschnitt lagen
dagegen zum Beispiel die Vergütungen im Handwerk (West:
638 Euro, Ost: 542 Euro).
AUSBILDUNG 2015
Seite 4
Treffen sich zwei Beamte ...
Klischees stimmen nicht: Die Ausbildung beim Finanzamt Stade
Von Elena Würger
und Jana Tietjens
Landkreis. Treffen sich zwei
Beamte auf dem Flur. Fragt
der eine: „Na, kannst du auch
nicht schlafen?“ Typisch Beamter. Richtig? Dies ist eines
von vielen Klischees, die nicht
mal annähernd richtig sind.
Das zeigt auch ein Erfahrungsbericht der Steueranwärterinnen Elena Würger und
Jana Tietjens nach Ablauf ihrer Ausbildungszeit im Finanzamt Stade:
„Wir haben durch die Ausbildung zur Finanzwirtin (ehemals mittlerer Dienst) im Finanzamt Stade das Gegenteil
erfahren können. Die Ausbildung zum Finanzwirt/in dauert
zwei Jahre. Es gibt einen praktischen und einen fachtheoretischen Teil. Der theoretische
Teil besteht aus vier Abschnitten, die insgesamt neun Mona-
te dauern. Zu Beginn waren
wir zu einem dreimonatigen
Einführungslehrgang in der
Steuerakademie Bad Eilsen.
Hier wurden uns die ersten
theoretischen Grundlagen des
Steuerrechts beigebracht.
Der zweite und dritte Lehrgang baut auf den Grundlagen
des ersten Abschnittes auf. Der
vierte und somit letzte theoretische Teil ist dann bereits der
Abschlusslehrgang, in dem die
Abschlussprüfungen geschrieben werden. In dieser Zeit
heißt es: lernen, lernen, lernen!
Dabei wirst du von deinem
„besten Freund“, dem Gesetz,
unterstützt.
Zwischen den theoretischen
Teilen waren wir im Finanzamt
Stade tätig. Innerhalb von 15
Monaten durchliefen wir verschiedene Dienststellen. Dort
erledigten wir jeweils die gleichen Arbeiten wie die „Großen“. Jeder Tag war mit verschiedenen Aufgaben gefüllt.
Wir nahmen an Schulungen
und Vorträgen teil, bearbeiteten diverse Steuererklärungen,
führten Telefonate mit Bürgern
und Steuerberatern und nahmen an Außenterminen (zum
Beispiel Außenprüfung) teil.
Zeit für ausgiebiges Quatschen oder den sogenannten
„Beamtenschlaf“ (siehe Überschrift) bleibt da nicht. Hier
gibt es immer etwas zu tun.
Das Erlernte aus der Theorie
konnten wir in die Praxis umsetzen. Man wusste nun, warum man so viel gelernt hat
und wofür man es braucht.
Im Amt haben wir nette Kollegen, die uns zur Seite stehen
und Fragen beantworten. Sie
helfen, wo sie können.
Wenn ihr denkt, wir wälzen
nur Akten hin und her, denkt
ihr falsch. Es gibt eine Menge
Einsatzmöglichkeiten und Bereiche. Man hat zum Beispiel
die Möglichkeit, Vollziehungs-
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Sie sind alles andere als „Bürostuhlakrobaten“: Jana Tietjens (links) und Elena Würger im Finanzamt Stade.
beamter und Betriebsprüfer im
Außendienst zu werden oder
im Innendienst Steuererklärungen und Einsprüche zu bearbeiten.
Der Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern steht hier
ebenso im Vordergrund. Viele
von ihnen erscheinen direkt im
Finanzamt oder rufen an. Jeder
Fall und jeder Mensch, der sich
dahinter verbirgt, hat einen anderen Hintergrund. Diese Abwechslung macht die Arbeit eines Finanzbeamten aus und interessant. Für uns war dies
auch ein wichtiger Punkt, uns
beim Finanzamt zu bewerben.
Ihr merkt, es ist sehr vielseitig bei uns, und für jeden ist der
geeignete Job dabei. Die Ausbildung ist aber nicht „ohne“.
Das können wir euch aus eigener Erfahrung sagen. Aber es
lohnt sich auf jeden Fall! Wir
können euch versichern, dass
es – neben dem interessanten
Arbeitsgebiet – noch andere
Vorteile gibt. Von Anfang an
steht man im Beamtenverhält-
nis, man hat bis zu 30 Tage Urlaub, und die Ausbildungsvergütung ist überdurchschnittlich
gut. Dadurch, dass wir sogenannte flexible Arbeitszeiten
haben, kann man sich seinen
Arbeitstag weitestgehend so
einteilen, wie man möchte. Die
Freizeitgestaltung kommt also
nicht zu kurz. Es gibt die Möglichkeit für Langschläfer, später
zu beginnen oder für die Frühaufsteher entsprechend früher.
Im Regelfall erfolgt nach bestandener
Laufbahnprüfung
ein Einsatz im Ausbildungsfinanzamt. Das Beamtenverhältnis bietet also einen krisensicheren Arbeitsplatz.
Für alle, die sich nach der
Ausbildung im mittleren Dienst
noch weiterentwickeln möchten, besteht unter gewissen Voraussetzungen, die Möglichkeit, das duale Studium (gehobener Dienst) zu absolvieren.
Wir sind mehr als nur „Bürostuhlakrobaten“. Haben wir
durch unseren kleinen Einblick
euer Interesse geweckt?
Die Lehrstellen-Suche zählt
mit für die Rente
Landkreis (r). Der letzte
Schultag ist Vergangenheit –
und eine Lehrstelle noch
nicht in Sicht? Wer bisher
keinen Ausbildungsplatz hat,
sollte sich frühzeitig bei der
Agentur für Arbeit melden.
Das kann später Vorteile für
die Rente bringen, teilte die
Deutsche Rentenversicherung
Braunschweig-Hannover mit.
Die Zeit der Ausbildungsplatzsuche wird in der Rentenversicherung als Anrechnungszeit berücksichtigt –
und das auch ohne Anspruch
auf Arbeitslosengeld. Damit
können die jungen Menschen
später eine höhere Rente oder
überhaupt erst einen Rentenanspruch bekommen. Voraussetzung: Die Schulabgänger
sind mindestens 17 Jahre alt
und bei der Agentur für Arbeit
für wenigstens einen Kalendermonat als Ausbildungssuchende gemeldet.
Informationen gibt es im Internet unter www.deutscherentenversicherung-braun
schweig-hannover.de,
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den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen
Rentenversicherung sowie am
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unter 콯 08 00/ 1 00 04 80 10.
AUSBILDUNG 2015
Seite 5
Start der Lehre originell
Das Autohaus Spreckelsen geht mit einem Azubi-Einführungstag erfolgreich neue Wege
Stade (k). Immer mehr Firmen
wissen: Wer gute Auszubildende bekommen möchte, muss
ihnen heutzutage einen roten
Teppich auslegen. Beim Autohaus Spreckelsen mit Standorten in Stade, Bützfleth, Bremervörde und Zeven liegt zwar am
Tag des Ausbildungsbeginns
kein echter roter Teppich vor
dem Autohaus, aber im übertragenen Sinne schon. Denn
die Neuen werden am 1. August auf ganz besondere Weise
begrüßt – mit einem Azubi-Einführungstag. Dieses Ritual
pflegt das Autohaus jetzt schon
seit einigen Jahren. „Wir wollen, dass der erste Tag für die
Auszubildenden nicht so starr
verläuft und sie in lockerer Atmosphäre unseren Betrieb kennenlernen“,
sagt
Nadine
Escher, die beim Autohaus
Spreckelsen Marketing-Verantwortliche ist. Höhepunkt des
Tages ist eine sportliche Überraschung. Im vergangenen Jahr etwa war es Bowling.
Am Morgen kommen die
neuen Auszubildenden zunächst jeweils zu den Spreckelsen-Betrieben, bei denen sie ihre Lehre hauptsächlich absolvieren. In Stade beginnen am 1.
August fünf neue Auszubildende, drei in der Werkstatt und
zwei im kaufmännischen Bereich, in Bützfleth startet ein
Auszubildender seinen Weg hin
zum Kraftfahrzeug-Mechatroniker, in Bremervörde sind es vier
Neue in der Werkstatt und in
Zeven zwei. Neun junge Männer und drei junge Frauen beginnen ihren Weg ins Berufsleben, wobei eine junge Dame in
der bisherigen Männendomäne
Werkstatt den Beruf der KfzMechatronikerin erlernen will.
Nach dem ersten Kennenlernen in den jeweiligen Betrieben
werden die Neuen nach Stade
gefahren. Dort stellen sie sich in
einer spielerischen Art und
Weise vor. „Wir wollen das
Ganze auflockern, damit auch
die etwas Schüchternen keine
Probleme haben. Das soll alles
nicht so verkrampft sein“, erläutert Nadine Escher. Auch die
Abteilungsleiter stellen sich und
ihre Abteilungen bei dieser Gelegenheit vor. Ein kurzer Abriss
der Firmengeschichte, das Leitbild der Firma Spreckelsen und
Informationen darüber, wer für
was in der Firma zuständig und
wo zu finden ist, vervollständigen das Kennenlern-Programm.
Die Auszubildenden bekommen dazu auch Info-Material
an die Hand, und bei einem
Rundgang durch den Betrieb
können die Neuen sich von
dem bisher Gehörten gleich ein
praktisches Bild machen. Das
gemeinsame Mittagessen ist
Schon seit
einigen Jahren gibt es
beim Autohaus Spreckelsen den
Azubi-Tag.
Das obere
Foto zeigt
das Treffen
im vorigen
Jahr. Beim
Azubi-Tag
am 1. August wird
der „alte Hase“ Sebastian Meyer
(unteres Fotos) über sei- Lehrlings-Tour schon vor ihne Erfahrun- rem geistigen Auge ablaufen.
gen berichOb das Essen gereicht hat?
ten.
Das wird bei der abschließendann wiederum eine lockere
Angelegenheit. „Wir treffen uns
alle an einer ÜberraschungsStation mit Leckereien“, erklärt
Nadine Escher und freut sich
selbst schon sichtlich über diesen Programmpunkt, bei dem es
nicht nur um die simple Nahrungsaufnahme geht, sondern
bei dem sich alle Beteiligten
auch näher beschnuppern können und sollen. Auch diese lockere Art des Azubi-Tages hat
mittlerweile Tradition. 2013 gab
es Pizza für alle, 2012 die VW-
Currywurst und jetzt eben ...?
Das wird noch nicht verraten.
Danach wird ein „alter Hase“,
ein Lehrling im dritten oder
vierten Lehrjahr, über seine eigene bisherige Ausbildung berichten und den „Frischlingen“
jede Menge Tipps geben.
Dann folgt der vergnügliche
Teil des Azubi-Tages, der bis dahin aber auch noch nicht so
schrecklich bierernst sein wird,
wie es für nicht wenige junge
Menschen in früheren Zeiten
der erste Tag der Lehre wohl ge-
wesen ist. Denn an einem noch
geheimen Ort in Stade starten
die neuen Auszubildenden und
etliche ihrer neuen Kollegen
vom Autohaus Spreckelsen zu
einer gemeinsamen Tour – in
gemischten Gruppen.
Anderthalb Stunden soll der
Spaß dauern. Da darf natürlich
ein wenig Verpflegung nicht
fehlen. Die Gruppen bekommen Lunch-Pakete mit. „Damit
die Neuen uns nicht verhungern“, scherzt Nadine Escher
und lässt die bevorstehende
den sogenannten FeedbackRunde wohl eher nicht die
wichtigste Frage sein. Aber die
neuen Auszubildenden sollen
am Schluss „ihres“ Tages schon
sagen, was ihnen gefallen hat,
was vielleicht nicht so sehr.
So, wie Nadine Escher die
Planungen für den Azubi-Tag
beschreibt, kann eigentlich so
viel Kritik nicht kommen. Denn
in den Genuss so eines Begrüßungs-Tages kommen nicht allzu viele Azubis. Auch wenn es
keinen roten Teppich geben
wird – noch nicht.
Seite 6
AUSBILDUNG 2015
Ausbildung bei
der Nummer 1
Media Markt Stade bietet Jugendlichen guten Karriereeinstieg
Neue Ausbildungsbroschüre
Landkreis (r). Die IHK Stade
gibt in Zusammenarbeit mit
dem „mediaprint infoverlag“
bereits zum 19. Mal das Ausbildungsmagazin „Ready for
Take Off“ heraus, um Jugendliche bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Mit dieser Broschüre erhalten insbesondere die Schülerinnen und
Schüler, die im Sommer 2015
ihren Abschluss machen, einen Überblick über die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten im Elbe-Weser-Raum.
Stade (r). Junge Menschen, die
eine kaufmännische Ausbildung im Einzelhandel machen
möchten, können sich jederzeit
beim Media Markt Stade bewerben – je früher, desto besser. Die Ausbildungsplätze sind
begehrt, denn für die berufliche
Karriere könnten die Einstiegsbedingungen kaum besser sein:
Europas Nummer 1 im Elektrofachhandel ist bekannt für
die hohe Ausbildungsqualität
und bietet seinen Azubis nach
erfolgreicher Abschlussprüfung
optimale Zukunftschancen.
Nicht jeder kann seinen
Traum verwirklichen und Fußballprofi, Pilot oder Model
werden. Doch es gibt auch
Traumberufe auf den zweiten
Blick. Zum Beispiel bei Media
Markt: „Wer sich für innovative Technikprodukte interessiert, gut mit Zahlen umgehen
kann und gern mit Menschen
zu tun hat, ist bei uns genau
richtig. Ein Berufsabschluss als
Kaufmann oder Kauffrau im
Einzelhandel ist ein ausgezeichnetes
Karrieresprungbrett“, erklärt Karl-Heinz Wiebe, Geschäftsführer des seit
2007 in Stade ansässigen Media Markts, in dem heute mehr
als 40 Mitarbeiter einen festen
Arbeitsplatz haben.
Dazu finden sie wertvolle Informationen zum Bewerbungsverfahren, den Berufsbildern sowie den Möglichkeiten einer beruflichen Karriere. Zusätzlich erhalten die
Schulen für die Arbeit mit der
Broschüre eine Lehrerhandreichung inklusive Arbeitsblättern. Das Magazin wird im
Elbe-Weser-Raum ab sofort an
„Gute Mitarbeiter
allen Schulen mit einer Sesind das A und O“
kundarstufe I verteilt und ist
außerdem direkt im ServiceDie Geschäfte des ElektrofachCenter der IHK erhältich.
markts entwickeln sich bestens, daher besteht ständig Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs. „Gute Mitarbeiter sind
im Handel das A und O, weil
sie durch Fachkompetenz und
Freundlichkeit maßgeblich zur
Zufriedenheit der Kunden beitragen. Es ist in unserem ureigensten Interesse, erstklassige
Mitarbeiter auszubilden, um
unsere führende Marktposition
weiter auszubauen“, so der Geschäftsführer. Individuelle Mitarbeiterförderung wird deshalb
von Anfang an großgeschrieben. Die Azubis können sich
jederzeit an einen persönlichen
Betreuer wenden, der sie sowohl bei ihrer Tätigkeit in den
Media-Markt-Fachabteilungen
als auch bei den Hausaufgaben
und Prüfungsvorbereitungen in
der Berufsschule unterstützt.
Besonders reizvoll ist die
Ausbildung bei Media Markt
aufgrund des spannenden Umfelds. Das Sortiment umfasst
die gesamte Bandbreite moderner Elektrogeräte. Bei Fernsehern, Audiogeräten, Smartpho-
Rundum zufrieden mit der Wahl ihres Ausbildungsplatzes
(von links): Steffen Albers, Lisa Kraft, Dominik Lohse, und
Joe Jeske. Die vier Lehrlinge verstärken seit August 2013
das Media-Markt-Team in Stade.
nes, Tablets, Computern, Kameras, Haushaltsgeräten und
Entertainment-Artikeln ist Media Markt stets auf der Höhe
der Zeit.
„Langeweile kennen
wir hier nicht“
„Langeweile kennen wir hier
nicht, denn fast täglich kommen neue Elektronikprodukte
in den Handel. Man bekommt
alle aktuellen Trends aus
nächster Nähe mit – das ist ungeheuer faszinierend“, bemerkt
Karl-Heinz Wiebe. „Dies verlangt natürlich auch die Bereitschaft, sich ständig mit Neuem
auseinanderzusetzen. Im Grunde hört bei uns das Lernen nie
auf.“
Besonders wertvoll ist die
dreijährige Ausbildung bei Media Markt aufgrund des hohen
Praxisbezugs. Die Azubis lernen von der Pike auf die
Grundlagen und Geschäftsabläufe eines Unternehmens kennen, das sich innerhalb von
nur 35 Jahren zum Branchenprimus in Deutschland und
Europa entwickelt hat. Interne
Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen vermitteln
ein einzigartiges Know-how.
„Ein wesentlicher Grund für
unseren Erfolg besteht darin,
dass wir die Kreativität und Eigenverantwortung unserer Mitarbeiter stärken – dies wird
auch den Auszubildenden von
Anfang an eingeimpft“, erläutert der Geschäftsführer.
Schon früh werden den Azubis veranwortungsvolle Aufgaben wie die Warenbestellung
und Warenpräsentation übertragen. Karl-Heinz Wiebe: „Eigene Ideen zu entwickeln und
umzusetzen, gehört bei uns zu
den wichtigsten Lernzielen.“
Wer bei Media Markt anheuern will, muss natürlich auch
bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Ob
Hauptschulabschluss oder Abitur – mindestens befriedigende Schulnoten
in Deutsch und Mathematik
sind notwendig, da mündliche
und schriftliche Sprachbeherrschung sowie Rechnen bei der
täglichen Arbeit unverzichtbar
sind. Außerdem sollte man
Kontaktfreudigkeit,
Engagement und Begeisterung für innovative Technik an den Tag
legen, um auf die Anforderungen im Elektronikfachhandel
vorbereitet zu sein. „Am besten
ist es, man fügt den Bewerbungsunterlagen noch ein paar
persönliche Zeilen hinzu, in
denen man schildert, warum
man seine Ausbildung gerne im
Media Markt Stade machen
möchte. Dann hat man die besten Chancen, zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu
werden“, so der Media-MarktChef.
Über Media Markt
Media Markt, Deutschlands
und Europas Elektrofachhändler Nummer 1, wurde 1979 gegründet und wird heute unter
dem Dach der Media-SaturnHolding GmbH als eigenständige Vertriebsmarke geführt. In
Deutschland ist das Unternehmen derzeit mit 259 Märkten
vertreten; Ende 2013 beschäftigte Media Markt hier mehr als
12 000 Mitarbeiter. Insgesamt
findet man europaweit in 14
Ländern mehr als 750 Media
Märkte mit rund 45 000 Mitarbeitern.
AUSBILDUNG 2015
Frauen und
Mädchen in
der Luftfahrt
MEC-Tag von „hochschule 21“ und Airbus
Buxtehude (r). Die hochschule 21 und Airbus Stade
laden Schülerinnen ein, die
sich für Technik und Luftfahrt begeistern lassen und
sich für Ingenieurberufe interessieren. Am Donnerstag,
31. Juli, veranstalten die
Hochschule mit Sitz in Bux-
und die dualen Studienplätze bei Airbus kommen können und wie ihr Unternehmen die Karrieren von Frauen fördert. Matthies: „Die
Bewerberinnen und Bewerber sollten neben guten Noten in Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch
Ein Beruf
sowohl für
Männer als
auch für
Frauen:
Fluggerätelektroniker
analysieren
elektrische
Funktionen
und Systeme.
Foto: Airbus
Operations
GmbH
tehude und das Partnerunternehmen aus Stade einen
MEC-TAG für Mädchen und
Frauen. Eingeladen sind
Schülerinnen ab Klassenstufe zehn, sofern sie Abitur
oder Fachhochschulreife anstreben oder in der Tasche
haben – und Freude an Mathematik und Naturwissenschaften mitbringen.
Die Teilnahme und das
Material für den Workshop
sind kostenfrei. Der Transport von der Hochschule zu
Airbus und zurück zur
Hochschule erfolgt in einem
Bus, den das Unternehmen
stellt. Vormittags können die
Teilnehmerinnen sich über
das duale Studium informieren.
Studentinnen
laden
Mädchen und Frauen zu Gesprächen und einem Workshop ein.
In den Laboren für Elektrotechnik und Automatisierung können sich die Teilnehmerinnen einen Überblick verschaffen, was im
Studiengang
Mechatronik
Dual vermittelt wird. Nachmittags geht es mit einem
Bus zu Airbus Stade, wo
Frauen in leitenden Funktionen, Studentinnen und weibliche Auszubildende den
Teilnehmerinnen zeigen, wie
gelernt wird, Flugzeuge zu
bauen.
Christiane Matthies, Leiterin der Ausbildung bei Airbus Stade, erläutert nach einer Werksbesichtigung, wie
Frauen an die Ausbildungs-
auch Spaß an der Technik
sowie Interesse an Informatik mitbringen.“
Seit dem Wintersemester
2011 erhalten jährlich drei
Studierende im Studiengang
Mechatronik Dual die Möglichkeit, ihre Praxisphasen
im Airbus-Werk Stade zu absolvieren.
Die angehenden Bachelor
of Engineering sind fest in
das duale System des Konzerns integriert und erhalten
eine Übernahmezusage für
die Zeit nach dem Studium.
Vorrangiges Ziel der Zusammenarbeit von Unternehmen
und Hochschule ist der Aufbau von Kompetenzen in der
Automatisierung, in der Prozesssteuerung und in der
Produktplanung – im Flugzeugbau und vor allem in
den Prozessen für den Werkstoff CFK (Kohlefaserverbundwerkstoff).
Das Werk Stade ist innerhalb der Airbus-Familie spezialisiert auf die Herstellung
und Weiterentwicklung der
CFK-Technologie
in
der
Luft- und Raumfahrt. Die
Bewerbungen für die Studienplätze werden von Airbus
und Hochschule gemeinsam
in das Airbus Recruitment
Center eingesteuert, wobei
die
Anforderungskriterien
von Airbus definiert werden.
❑ Eine Anmeldung für diesen Tag ist notwendig und
möglich über die Web-Site
www.genialdual.de/mec-tag.
Seite 7
AUSBILDUNG 2015
Seite 8
Von Mechanik zu
Mechatronik
E-Bikes: Ausbildung zum Zweiradmechatroniker modernisiert
Wir sind eine expandierende mittelständische Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Zu unseren
anspruchsvollen Mandanten zählen Unternehmen der verschiedensten Branchen sowie Privatpersonen.
Zum 1. August 2015 suchen wir für unsere Büros in
Stade und Steinkirchen
Auszubildende
zur/m
Steuerfachangestellten
Besuchen Sie nach Ihrem Realschulabschluss
die höhere Handelsschule oder erwerben Sie das Abitur,
richten Sie Ihre schriftliche Bewerbung an
F.-W. Hoffmann – R. Hammann – U. Nodorp – T. Wiegers
Wirtschaftsprüfer - Steuerberater
Harburger Straße 97, 21680 Stade
Telefon 0 41 41 / 9 80 00
[email protected]
www.hhn-stb.de
Landkreis (r). Längst hat die
technologische
Entwicklung
auch in der modernen Zweiradtechnik Einzug gehalten.
Der Absatz von Fahrrädern mit
Elektromotor wächst rasant –
die sogenannten „E-Bikes“ und
„Pedelecs“ sind voll im Trend.
Auch der Anteil elektronischer
Systeme an und in Motorrädern nimmt kontinuierlich zu.
In den Hersteller-, Handelsund Handwerksbetrieben, die
mit dieser Fahrzeugtechnik arbeiten, werden entsprechend
ausgebildete Fachkräfte dringend benötigt.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat daher
im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis die dreieinhalbjährige Berufsausbildung auf den neuesten Stand gebracht. Dabei hat
die technologische Entwicklung auch Auswirkungen auf
die Berufsbezeichnung: Aus
dem Zweiradmechaniker und
der Zweiradmechanikerin wird
nun der Zweiradmechatroniker
und die Zweiradmechatronikerin.
Inhaltlich berücksichtigt die
modernisierte Ausbildungsordnung den höheren Anteil von
elektrischen und elektronischen Arbeiten an Zweirädern.
Auch in der Zweiradtechnik
kommt die Hochvolttechnologie inzwischen zum Einsatz.
Zudem müssen komplex verknüpfte Mechatronik- und ITSysteme gewartet werden. Dies
erfordert neue Reparatur- und
Von der Mechanik zur Mechatronik – auch mit zwei
Rädern.
Foto: BIBB/ES
Diagnosemethoden. Auch die
Weiterentwicklung der verwendeten Leichtbaustoffe – wie
zum Beispiel Carbon im Rahmenbau – findet Berücksichtigung. Wie bereits im Vorgängerberuf, der zuletzt 2008 modernisiert worden ist, erfolgt
die Ausbildung weiterhin in
den zwei Fachrichtungen Fahrradtechnik und Motorradtechnik.
Zweiradmechatroniker
ist
ein Beruf mit Zukunft. So ist
die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im
Jahr 2013 im Vergleich zum
Vorjahr um fast zehn Prozent
von rund 650 wieder auf mehr
als 700 gestiegen. Die Zahl der
Auszubildenden liegt seit mehreren Jahren konstant bei rund
2000. Der Anteil der jungen
Männer unter den Auszubildenden beträgt rund 90 Prozent. Die Übernahmechancen
als Fachkraft sind gut.
Die neue Ausbildungsordnung tritt – vorbehaltlich der
Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt – am 1. August 2014
in Kraft. Im Anschluss an die
Ausbildung stehen den jungen
Erwachsenen vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten offen:
zum Beispiel zum Zweiradmechanikermeister, zum geprüften
Zweirad-Servicetechniker oder
auch zum staatlich geprüften
Techniker.
❑ Weitere Informationen zur
neuen Ausbildungsordnung
„Zweiradmechatroniker/-in“
gibt es im Internetangebot
des
BIBB
unter
www.bibb.de/de/64876.htm.
Berufsberatung kann helfen
Industrie-Rohr Bau GmbH
Kehdinger Industrie Service GmbH
Betriebsstätte Stade:
Hörner-Deichfeld-West 11
21683 Stade
Fertigung/Verwaltung
Werkstr. 14
21706 Drochtersen
Wir sind ein expandierendes, mittelständisches Unternehmen und sind mit Schwerpunkt
im Rohr- und Apparatebau bundesweit tätig.
Zum 1. August 2015 suchen wir eine/n
Auszubildende/n zum Industriemechaniker/in
Wir erwarten einen mittleren Bildungsabschluss,Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft,
Motivation und gutes technisches Verständnis.
Wir bieten Ihnen eine attraktive und praxisnahe Ausbildung und bereiten Sie an modern
ausgestattenen Ausbildungsplätzen auf Ihre berufliche Zukunft vor.
Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung an:
Industrie-Rohr Bau GmbH, Herrn Klaus Köster
Werkstraße 14, 21706 Drochtersen, Tel. 04143/ 99 920, E-Mail: [email protected]
Landkreis (r). Die richtige Entscheidung zu treffen, ist nicht
leicht – vor allem, wenn sie die
Berufswahl und damit die eigene Zukunft betrifft. Viele Fragen stellen sich auf dem Weg in
das Berufsleben. Und gefundene Antworten wollen gut überlegt sein. Die Berufsberatung
der Agentur für Arbeit ist dabei
ein guter Ansprechpartner. Das
Team der Berufsberaterinnen
und Berufsberater unterstützt
Jugendliche und junge Erwachsene bei ihrer Berufswahl, während der Berufsausbildung und
am Anfang ihres Berufslebens.
Es geht in die Schulen und informiert über berufliche Möglichkeiten und Fragen zur Berufs- und Studienwahl. Es berät
in persönlichen Einzelgesprächen in der Agentur für Arbeit,
in Schulen und anderen Einrichtungen. Die Experten haben engen Kontakt mit ausbildenden Betrieben und vermitteln Ausbildungsstellen. Außerdem helfen sie bei der Suche
nach schulischen Ausbildungsmöglichkeiten und informieren
über Studienwege und deren
Zugangsvoraussetzungen. Sie
veranstalten
Vortragsreihen,
Berufserkundungen,
Messen
mit Arbeitgebern, können mit
berufsvorbereitenden Lehrgängen unterstützen, falls diese erforderlich sind.
❑ Termine für Beratungsgespräche können telefonisch
im Service-Center (콯 08 00/
4 55 55 00) oder persönlich in
der Eingangszone der Agentur
vereinbart werden.
AUSBILDUNG 2015
Seite 9
Fingerspitzengefühl und Gehör
Von der Zither bis hin zur E-Gitarre: Die Ausbildung zum Zupfinstrumentenmacher wird immer vielfältiger
Landkreis (r). Rund 1500
handpolierte
Einzelteile
braucht es für eine Konzertharfe – und ein gutes musikalisches Gehör sowie eine gewisse eigene Spielfertigkeit.
Denn Zupfinstrumentenmacher und Zupfinstrumentenmacherinnen müssen ein Instrument nicht nur bauen,
sondern auch seinen Klang
überprüfen können. Zum
Spektrum ihrer Arbeit gehören neben dem Bau von Gitarren und Harfen auch die
Herstellung von Mandolinen,
Lauten, Zithern und Banjos.
Um die gestiegenen Anforderungen insbesondere beim
Bau elektronischer Instrumente wie der E-Gitarre und
die unterschiedlichen Fachrichtungen Gitarren- und
Harfenbau stärker in der Ausbildung zu verankern, hat das
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der
Bundesregierung gemeinsam
mit den Sozialpartnern und
Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis die dreijährige Berufsausbildung auf den
neuesten Stand gebracht.
Im neuen Berufsbild wird
durch die Differenzierung in
die beiden Fachrichtungen
„Gitarrenbau“ und „Harfenbau“ dem unterschiedlichen
Herstellungsverfahren
der
beiden wichtigsten Instrumente Rechnung getragen. Innerhalb des Harfenbaus gibt
es neben der Konzertharfe
auch die historische Barockharfe und die keltische Harfe.
Da der Bedarf an elektronischen Zupfinstrumenten gestiegen ist, wird dies in der
neuen Verordnung mit der eigenen
Berufsbildposition
„Montieren von Tonabnahmesystemen“ berücksichtigt.
Die Ausbildung erfordert
handwerkliche Geschicklich-
Foto:
BilderBox
keit und ein gutes Gehör. Neben der klanglichen Feinabstimmung sind auch feinmotorische Fähigkeiten gefragt:
So sind zum Beispiel bei der
Herstellung einer Konzertharfe präzise Nietbohrungen von
1/100 mm erforderlich.
Zupfinstrumentenmacher
arbeiten hauptsächlich in
Klein- und Mittelbetrieben
des Musikinstrumentenbaus,
aber auch im Musikalienfachhandel mit angeschlossener
Reparaturwerkstatt oder in
Museen mit Restaurationsabteilungen für Musikinstrumente.
Die Ausbildung eröffnet
nach erfolgreichem Abschluss
vielfältige berufliche Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten. So kann man sich beispielsweise zum staatlich geprüften Zupfinstrumentenmachermeister qualifizieren oder
selbstständig in eigener Werk-
Zum 1. August 2015 suchen wir Sie als:
Inspektor-Anwärter/in
Ihre aussagefähigen Unterlagen reichen Sie bitte bis zum 31. August 2014 bei uns ein.
statt
arbeiten.
Außerdem
kann nach Abschluss der dualen Ausbildung zum Zupfinstrumentenmacher und dreijähriger Erfahrung im Beruf
der Studiengang „Holztechnik“ mit Bachelorabschluss
an der Fakultät für Holztechnik und Bau der Fachhochschule
Rosenheim
angeschlossen werden.
Im Jahr 2013 wurden insgesamt 15 Ausbildungsverhältnisse für Zupfinstrumentenmacher registriert. Die Ausbildungsvergütung
liegt
im
Durchschnitt bei 626 Euro
brutto pro Monat.
Länderübergreifende Fachklassen gibt es derzeit an der
„Staatlichen Berufs- und Berufsfachschule
Mittenwald“
(Bayern) sowie am „Beruflichen Schulzentrum für Technik und Hauswirtschaft Reichenbach“, Außenstelle Klingenthal (Sachsen).
AUSBILDUNG 2015
Seite 10
Ab ins Grüne
Berufswahlmagazin mit Schwerpunkt Landwirtschaft und Natur
Landkreis (r). Tiere versorgen,
Pflanzen pflegen – bei der aktuellen Ausgabe des planetberuf.de-Berufswahlmagazins
der Bundesagentur für Arbeit
liegt alles im grünen Bereich.
Im Fokus stehen Berufe rund
um Landwirtschaft, Natur,
Tiere und Umwelt. „Das
Schöne ist, dass man den
Lauf des Jahres sieht“ – meint
der angehende Gärtner Daniel.
Auf ihren grünen Beruf stehen auch die anderen Azubis,
die im neuen Berufswahlmagazin zu Wort kommen. Eine
Auszubildende zur Landwirtin erklärt, weshalb sie sich
für diesen eher männertypischen Beruf entschieden hat.
Ein angehender Tierwirt und
eine Auszubildende zur Tiermedizinischen Fachangestellten erläutern, warum bei ihren Tätigkeiten Tierliebe allein nicht ausreicht.
Die doppelseitige Grafik
„Zu Besuch auf dem Bauernhof“ gibt zudem einen Überblick über die vielseitigen
Ausbildungsmöglichkeiten in
der Branche.
Auf dem Platz beeindruckt
sie die Gegnerinnen durch ihren starken Willen. Im Interview mit planet-beruf.de erzählt Tennisprofi Angelique
Kerber, wie sie sich stets neu
motiviert. Jugendlichen rät
sie, immer hart für ihre Ziele
zu arbeiten, aber dabei nie
den Spaß zu vergessen.
Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.
September 2014.
Das planet-be
ruf.de-Berufswahlmagazin ist
Teil der Medienkombination
„planet-beruf.de
– Mein Start in
die Ausbildung“.
Sie wird von der
Bundesagentur
für Arbeit herausgegeben.
Leitmedium ist
mit circa 3,7
Millionen Besuchern und rund
32
Millionen
Seitenzugriffen
jährlich das Portal www.planetberuf.de.
Im
Mittelpunkt des
Online-Portals
stehen
das
SelbsterkunDas neue Berufswahlmagazin von „pla dungsprogramm
net-beruf.de“ widmet sich in der aktu- Berufe-Univerellen Ausgabe den „grünen“ Berufen.
sum und das interaktive BewerBei der planet-beruf.de-Ak- bungstraining.
Einzelexemplare sind beim
tion ist diesmal fotografisches
Können gefragt. Gesucht wer- Berufsinformationszentrum
den die süßesten und lustigs- (BiZ) der Agenturen für Arten Fotos von Tieren aller Ar- beit erhältlich. Gegen Gebühr
ten und Rassen. Unter den können die Hefte auch beim
besten Einsendungen wird ei- Bestellservice der Bundesne Nikon 1 S1 Systemkamera agentur für Arbeit angefordert
werden, telefonisch unter
verlost.
09 11/12 03 10 15 oder per
❑ Das nächste Berufswahl- E-Mail an [email protected]
magazin erscheint am 24. stellservice.de.
Nicht überall Mangel
Fachkräftebedarf regional unterschiedlich
Wir machen den Weg frei
Die Spar- und Kreditbank eG bietet Perspektiven in der Region!
Für das neue Ausbildungsjahr ab 01.08.2015 freuen wir uns auf Ihre Bewerbung als
Auszubildende/r
zur Bankkauffrau/zum Bankkaufmann
Was wir von Ihnen erwarten:
einen guten Realschulabschluss oder Abitur
■ Interesse und Engagement für die Tätigkeit
im sich dynamisch entwickelnden Bankgeschäft
■ Spaß an Leistung und Willen zum Erfolg
■ Freude am Umgang mit Menschen
■ Bereitschaft, sich auch nach der Schule
weiter zu entwickeln und Ziele anzustreben
■ Flexibilität im Denken und Aufgeschlossenheit
gegenüber neuen Ideen
■
Was wir Ihnen bieten:
■ eine qualifizierte Ausbildung in der Region
■ eine partnerschaftlich und innovativ
geprägte Unternehmenskultur
■ abwechslungsreiche Aufgabenstellungen
■ ein einzigartiges Weiterbildungskonzept
(TopStart)
■ eine überdurchschnittlich hohe
Ausbildungsvergütung und 30 Tage Urlaub
■ hohe Übernahmechancen bei guten Leistungen
Bewerben Sie sich per email unter [email protected]
oder senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an die:
Spar- und Kreditbank eG, Personalabteilung,
Bahnhofstraße 43, 21714 Hammah
Spar- und
Kreditbank eG
Landkreis (r). In ihrer halbjährlichen
Engpassanalyse
stellt die Bundesagentur für
Arbeit (BA) die neuesten Erkenntnisse zum Thema Fachkräftemangel vor.
Nach der aktuellen Analyse
ist zwar weiterhin kein flächendeckender
Fachkräftemangel zu verzeichnen. In
einzelnen Berufen und bestimmten Regionen herrschen
jedoch deutliche Mangelsituationen.
Ein bundesweiter Fachkräftemangel besteht vor allem in
technischen
Berufsfeldern,
wie zum Beispiel in der Automatisierungs- und Energietechnik. Das gilt auch für Gesundheits- und Pflegeberufe,
also zum Beispiel für examinierte Pflegekräfte und für
Humanmediziner.
„Die Arbeitgeber haben es
sehr schwer, geeignetes Personal für diese Berufe zu finden.
Dass dies keine subjektive
Wahrnehmung ist, lässt sich
ganz objektiv an der Dauer
der Vakanzzeit erkennen, die
deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt“, so FrankJürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der BA. Die Vakanzzeit beschreibt den Zeitraum, in dem die Stelle über
den gewünschten Einstellungszeitraum hinaus unbesetzt bleibt.
Die Anzahl der Mangelberufe insgesamt hat sich gegenüber der letzten Analyse vor
einem halben Jahr zwar um
einen Beruf verringert – bei
den Experten in der technischen Forschung und Entwicklung liegt aktuell kein
Mangel mehr vor.
Allerdings zeigt sich, dass
die Engpässe nicht mehr nur
bei akademischen Berufen
vorkommen, sondern auch
zunehmend bei nichtakademischen Fachkräften zu finden sind.
AUSBILDUNG 2015
Seite 11
Mehr als nur reine Muskelkraft
In der Betonindustrie haben Fachkräfte gute Einstiegschancen
Landkreis (djd/pt). Reine Muskelkraft reicht auf dem Bau
längst nicht mehr aus, um beruflich weiterzukommen: Rund
um moderne Werkstoffe und
Produktionsverfahren
haben
sich hochqualifizierte Berufe
entwickelt, die Fachwissen und
jede Menge „Köpfchen“ erfordern. Für Schulabgänger verbinden sich damit vielfältige
Einstiegs- und Aufstiegschan-
Eine völlig neue Onlineplattform will Schüler aller Schulformen ganzheitlich in ihrer beruflichen Findungsphase
begleiten und Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten bieten.
Foto: djd/www.blicksta.de
Einfach zu
viel Druck
Neue Schülerplattform zur Berufsfindung
Landkreis (djd/pt). Jede vierte
Ausbildung und 30 Prozent der
universitären Bachelorstudiengänge werden Schätzungen zufolge in Deutschland vorzeitig
abgebrochen. Ein deutliches
Zeichen dafür, dass viele Jugendliche mit der Berufsorientierung überfordert sind und
diese zunehmend als Drucksituation empfinden. Nötig sind
daher langfristige und ganzheitliche Ansätze, die sowohl Schülern als auch Unternehmen helfen.
Diese neuen Lösungen sollten
die individuellen Stärken, Anforderungen und Bedürfnisse so
präzise wie möglich berücksichtigen. Damit könnten die Studien- und Azubi-Abbrecherquoten wirksam gesenkt sowie
Frustration und Enttäuschung
auf beiden Seiten vermieden
werden. Schüler und Unternehmen würden viel öfter passgenau zueinanderfinden.
Eine völlig neue Onlineplattform unter dem Namen blicksta will deshalb Schüler aller
Schulformen nun ganzheitlich
in ihrer beruflichen Findungsphase begleiten und Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten bieten. Die Plattform
soll Jugendlichen helfen, die
Vielfalt ihrer beruflichen Möglichkeiten zu überblicken und
gleichzeitig einen einfachen
Einstieg in die Gestaltung ihrer
Zukunft zu finden.
Die Nutzer von blicksta.de
können in wissenschaftlich fundierten Tests ihre beruflichen
Interessen und Stärken ermitteln und mit Hilfe eines sogenannten Matchings sehen, welche Ausbildungs- und Studiengänge – dazu zählen auch die
dualen Studiengänge – beson-
ders gut zu ihnen passen.
Anhand der Ergebnisse der
Orientierungstests sowie weiterer Faktoren wie dem angestrebten Schulabschluss und der
verbleibenden Zeit bis zum Abschluss werden dem Schüler auf
ihn zugeschnittene Inhalte angezeigt. Dazu gehören nicht nur
Berufsporträts, Erfahrungsberichte von Auszubildenden und
Studierenden, Webinare und
Ratgeberartikel, sondern auch
passende Stellenangebote.
Die Plattform richtet sich an
Jugendliche ab 15 Jahren – unabhängig von ihren schulischen
Leistungen und unabhängig davon, ob sie sich mit dem Thema
Berufsorientierung bereits auseinandergesetzt haben oder
nicht.
Bisher haben sich junge Menschen häufig auf einen bestimmten Zeitpunkt konzentriert, um
eine berufliche Entscheidung zu
treffen. Die neue Plattform begleitet sie dagegen in verschiedenen
Orientierungsphasen
über einen langen Zeitraum.
Durch das individuelle Angebot an Inhalten wird der Blick
auf die tatsächlich relevanten
beruflichen Themen und Angebote geschärft. „Die Schüler befinden sich heute in einem wahren Dschungel an Möglichkeiten. Unser Anspruch ist, Druck
und Überforderung zu reduzieren und die Lust auf die eigene
Zukunft zu fördern“, sagt Gero
Hesse, Initiator der Plattform
und Mitglied der Geschäftsleitung der Medienfabrik Gütersloh, welche die Plattform gemeinsam mit namhaften Partnerunternehmen aus der deutschen Wirtschaft und mit Partnerhochschulen ins Leben gerufen hat.
cen, denn ausgebildete Fachkräfte sind begehrt. Sehr gute
Perspektiven werden in der Betonindustrie zum Beispiel Verfahrensmechanikern
zugeschrieben. Mit technischem
Verständnis, handwerklichem
Geschick und der nötigen
Sorgfalt im Umgang mit den
Materialien erfüllen Bewerberinnen und Bewerber wichtige
Voraussetzungen für diesen
dreijährigen Ausbildungsberuf.
Mehrere Blöcke im Unternehmen sowie in spezialisierten
Berufsschulen wechseln sich
während der Ausbildungszeit
ab. So erleben die angehenden
„Verfahrensmechaniker Transportbeton“ schnell, wie vielfältig ihr künftiger Beruf aussieht.
❑ Details gibt es im Internet
unter www.verfahrensmecha
niker.de.
Seite 12
AUSBILDUNG 2015
„Jugend forscht“
Start von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb
Noch viele freie
Stellen zu haben
Arbeitsagentur vermittelt Ausbildungsplätze
Landkreis (r). Auf der Suche
8. Berufskraftfahrer/in
9. Restaurantfachmann/
nach einer Lehrstelle? Bei der
-frau
Agentur für Arbeit Stade gibt
10. Bankkaufmann/-frau
es noch viele freie Lehrstellen.
Die Berufspalette der Ausbildungsstellen reicht von A wie
Jugendliche, die noch keiAltenpfleger/in bis Z wie Zernen Ausbildungsplatz haben
spanungsmechaniker/in.
und den Weg in die Agentur
für Arbeit noch nicht gefunDie Top 10 der freien
den haben, sollten einen TerAusbildungsstellen:
min in der Berufsberatung
1. Verkäufer/in
vereinbaren. Die Beraterinnen
2. Kaufmann/-frau im
und Berater vermittelt AusbilEinzelhandel
dungsstellen, geben Tipps zu
3. Anlagenmechaniker –
Bewerbung und VorstellungsSanitär-Heizungsgespräch und besprechen fiKlimatechnik
4. Kraftfahrzeugmechatroni- nanzielle Fördermöglichkeiten.
ker – Pkw-Technik
5. Fachverkäufer/in
–
Lebensmittelhandwerk
❑ Die Terminvereinbarung
erfolgt am besten telefonisch
– Bäckerei
unter 콯 08 00/ 4 55 55 00, in
6. Koch/Köchin
7. Fachmann/-frau –
der Schulsprechstunde oder
Systemgastronomie
der Agentur für Arbeit.
Landkreis (r). Unter dem Motto
„Es geht wieder los!“ startet
„Jugend forscht“ in die 50.
Wettbewerbsrunde. Ab sofort
können sich junge Menschen
mit Freude und Interesse an
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik
(MINT) wieder bei Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb anmelden.
Schülerinnen und Schüler,
Auszubildende und Studierende sind aufgerufen, in der Jubiläumsrunde spannende und innovative Forschungsprojekte
zu präsentieren.
Wer bei „Jugend forscht“ mitmachen will, der muss kein
zweiter Einstein sein. Wer jedoch auf Entdeckungsreise gehen möchte und nach neuen
Herausforderungen sucht, wer
leidenschaftlich gerne forscht,
erfindet und experimentiert, für
den ist der Wettbewerb genau
das Richtige.
Die Jungforscherinnen und
Jungforscher sind gefordert,
neugierig und kreativ zu sein,
Fragen zu stellen und nach
Antworten zu suchen. Es gilt,
die Welt neu zu entdecken und
die eigenen Ideen zu verwirklichen. Es geht wieder los, und
alle talentierten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten dabei sein: bei
„Jugend forscht 2015“.
An „Jugend forscht“ können
junge Menschen bis 21 Jahre
teilnehmen. Jüngere Schülerinnen und Schüler müssen im
Anmeldejahr mindestens die
4. Klasse besuchen. Studierende dürfen sich höchstens im
ersten Studienjahr befinden.
Stichtag für diese Vorgaben ist
der 31. Dezember 2014. Zugelassen sind sowohl Einzelpersonen als auch Zweier- oder
Dreierteams. Die Anmeldung
für die neue Runde ist bis 30.
November 2014 möglich. Beim
Wettbewerb gibt es keine vorgegebenen Aufgaben. Das Forschungsthema wird frei gewählt. Wichtig ist aber, dass
sich die Fragestellung einem
der sieben „Jugend forscht“Fachgebiete zuordnen lässt: Arbeitswelt, Biologie, Chemie,
Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik,
Physik sowie Technik stehen
zur Auswahl.
Für die Anmeldung im Internet reichen zunächst das Thema und eine kurze Beschreibung des Projekts. Im Januar
2015 müssen die Teilnehmer
eine schriftliche Ausarbeitung
einreichen. Ab Februar finden
dann bundesweit die Regionalwettbewerbe statt. Wer hier gewinnt, tritt auf Landesebene
an. Dort qualifizieren sich die
Besten für das Bundesfinale
Ende Mai 2015. Auf allen drei
Wettbewerbsebenen
werden
Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von mehr als einer
Million Euro vergeben.
„‚Jugend forscht‘ ist seit 50
Jahren Best Practice, wenn es
darum geht, junge Menschen
für Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften
und
Technik zu begeistern. Bereits
bei seinem Start etablierte der
Wettbewerb einen innovativen
Ansatz zur Vermittlung von
MINT-Inhalten, der heute allgemein Modellcharakter besitzt“, sagt Dr. Sven Baszio,
Geschäftsführender Vorstand
der Stiftung „Jugend forscht“
e.V. Und: „So bietet die Projektarbeit einen optimalen
Rahmen, um Schülerinnen und
Schüler individuell zu fördern.
Durch forschendes Lernen
können sich die Jugendlichen
zudem schon frühzeitig mit
dem Handwerkszeug des wissenschaftlichen Arbeitens vertraut machen und wichtige
Kompetenzen erwerben. ‚Jugend forscht‘ ist ein Markenzeichen für wirksame Talentförderung.“
❑ Die Teilnahmebedingungen, das Formular zur Online-Anmeldung sowie weiterführende Informationen
und das aktuelle Plakat zum
Download gibt es im Internet
unter
www.jugendforscht.de.
Web-Adressen
www.dasbringtmichweiter.de (alles zu Berufswahl)
www.planet-beruf.de
(alles zur Berufswahl)
www.berufenet.arbeits
agentur.de
(Berufsbilder und Ausbildungen)
www.kursnet.arbeits
agentur.de
(alles über
Weiterbildung)
www.jobboerse.arbeits
agentur.de
(alles zur Ausbildungssuche)
www.abi.de
(Infos für Abiturienten)
www. komm-machmint.de
(Infos für Mädchen in
technischen Berufen)
www.arbeitsagentur.de
(Übersicht )
AUSBILDUNG 2015
Seite 13
Mehr als Stracciatella und Vanille
Fachkraft für Speiseeis wird am 1. August neuer Handwerksberuf – Professioneller Umgang mit Kunden
Landkreis (r). Bereits ein Löffel Eis genügt, um Glücksgefühle im Gehirn auszulösen –
das haben britische Hirnforscher vor Kurzem herausgefunden. Was aber ist bei der
handwerklichen Herstellung
von Speiseeis oder Speiseeiserzeugnissen und im Umgang
mit Gästen alles zu berücksichtigen, damit diese Glücksgefühle eintreten können?
Das weiß in Zukunft die
„Fachkraft für Speiseeis“.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat jetzt
im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis eine neue dreijährige Berufsausbildung entwickelt. In
den ersten beiden Ausbildungsjahren werden die Auszubildenden gemeinsam mit
dem Ausbildungsberuf „Fachkraft im Gastgewerbe“ beschult. Gegenstand des dritten
Ausbildungsjahres sind dann
Tätigkeiten rund um die handwerkliche Herstellung von
Speiseeis.
Die neue Struktur ist das Ergebnis eines intensiven Diskussionsprozesses der Sozialpartner zum weiteren Umgang
mit dem zweijährigen Ausbildungsberuf „Speiseeishersteller/-in“, dessen Erprobung
zum 31. Juli 2014 enden wird.
Grundlegend für die Entscheidung zugunsten des neuen
dreijährigen Ausbildungsberufes war die Evaluation der Erprobungsverordnung
durch
das BIBB.
Die beruflichen Kompetenzen der Fachkraft für Speiseeis
verknüpfen die Speiseeisherstellung mit dem professionellen Umgang mit Gästen. Die
Zubereitung und Verarbeitung
von Eismixturen unter Berücksichtigung
hygienischer
und
lebensmittelrechtlicher
Anforderungen sowie das Gestalten von Eistorten, Eisdesserts oder Eisbechern sind ein
wesentlicher Bestandteil der
Tätigkeit. Fachkräfte können
zudem kleine Gerichte sowie
Aufguss- und Heißgetränke
zubereiten,
Verkaufsräume
herrichten und sind für die
Beratung von Gästen qualifiziert. Warenwirtschaft sowie
Werbung und Verkaufsförderung runden die Ausbildung
ab. Im Hinblick auf eine mögliche Existenzgründung werden außerdem kaufmännische
Grundlagen zur Führung eines
Eiscafés vermittelt.
Fachkräfte für Speiseeis arbeiten in Betrieben, die handwerklich Speiseeis herstellen,
in Eiscafés, Eisdielen und
Konditoreien.
Bundesweit
wurden bislang jährlich rund
Die Fachkraft für
Speiseeis
wird ab
dem
1. August
2014
neuer
Ausbildungsberuf
Foto: Uniteis
e.V. Berlin
40 Ausbildungsplätze angeboten.
Mit der neuen Ausbildung
wird das Ziel verfolgt, weitere
Ausbildungsbetriebe zu gewinnen und die Ausbildungszahlen in diesem Beruf deutlich
zu erhöhen. Die Übernahme-
chancen für Fachkräfte sind
gut.
Im Anschluss an die Ausbildung stehen verschiedene Aufstiegs- und Weiterbildungswege offen, so zum Beispiel zum/
zur Verkaufsleiter/-in im Nahrungsmittelhandwerk, Hotel-
meister/-in oder zum/zur Restaurantmeister/-in.
Die modernisierte Ausbildungsordnung und der darauf
abgestimmte, von der Kultusministerkonferenz (KMK) für
den schulischen Teil der dualen Ausbildung entwickelte
Rahmenlehrplan lösen – vorbehaltlich der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt –
zum 1. August 2014 die aus
dem Jahr 2008 stammende Erprobungsverordnung „Speiseeishersteller und Speiseeisherstellerin“ ab.
AUSBILDUNG 2015
Seite 14
Besserung in Sicht
Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege steigt kräftig
Landkreis (r). Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
hat in einer aktuellen Studie
Daten und Fakten zu den Ausbildungsgängen der 17 bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufe in einer
Gesamtbetrachtung
zusammengestellt und ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen insgesamt steigende Schülerinnenund Schülerzahlen sowie eine
große quantitative Bedeutung
der Pflegeberufe. „Die steigenden Ausbildungszahlen in der
Gesundheits- und Krankenpflege sowie insbesondere in
der Altenpflege sind ein ermu-
Gerechtigkeit Gemeinsam Gestalten
Die niedersächsische Justiz bildet aus:
Ausbildung
Justizfachwirt/in
R 2 ½-jährige praxisorientierte
Berufsausbildung
R Voraussetzung:
Realschulabschluss
R Beginn: 1. September 2015
Duales Studium
Dipl.-Rechtspfleger/in (FH)
R 3-jähriges praxisorientiertes
Fachhochschulstudium
R Voraussetzung: Hochschuloder Fachhochschulreife
R Beginn: 1. Oktober 2015
Bewerbungen bis zum 31. Dezember 2014 an das
Oberlandesgericht Celle, Schlossplatz 2, 29221 Celle
Wir bieten:
R moderne, vielseitige und verantwortungsvolle Arbeitsplätze
R sicheres Einkommen auch schon während
der Ausbildung
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R gute Weiterbildungs- und Aufstiegschancen
R Einsatzmöglichkeiten in Ihrer Region
R weitere Infos: www.oberlandesgericht-celle.niedersachsen.de
WACHSTUM AUF EINE FORMEL GEBRACHT –
MIT MITARBEITERN (M/W) AUS DER REGION.
Wir suchen neue engagierte Auszubildende (m/w)
zum 01. August 2015 in den Berufen
■
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■
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■
Chemikant
Chemielaborant
IT-System-Elektroniker
Industriekaufmann/-frau
Fachkraft für Lagerlogistik
Neugierig? Wir freuen uns auf die vollständigen Bewerbungsunterlagen, die an unsere Personalabteilung, Frau Mauch-Kaupert, gerichtet werden können.
Cheminova Deutschland GmbH & Co. KG
Stader Elbstraße 26–28 | DE-21683 Stade
Tel. +49 41 41-92 04-0 | [email protected]
tigendes Zeichen“, betont
BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. Denn gerade hier
sei aufgrund der demografischen Entwicklung von einem
stark steigenden Bedarf auszugehen. Dies bestätigten
auch aktuelle Arbeitsmarktprojektionen
des
BIBB.
„Wenn der momentane Trend
sich verstetigt, besteht die
Chance, dass wir den gerade
in dieser Branche erwarteten
Fachkräftemangel abmildern
können“, so Esser weiter.
Im Einzelnen zeigt die Auswertung des BIBB auf der
Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes, dass
mit rund 187 000 Schülerinnen und Schülern im Jahr
2011/2012 im Vergleich zum
Schuljahr 2007/2008 ein Anstieg um 5,9 Prozent in nichtakademischen Erstausbildungen der Gesundheitsfachberufe zu verzeichnen ist. Steigende Zahlen verzeichnen zum
Beispiel die Ausbildungsgänge
Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (+4,7 Prozent), Gesundheits- und Krankenpflege
(+7,6 Prozent), die Ausbildung
zum Rettungsassistenten/zur
Rettungsassistentin
(+21,6
Prozent) sowie zum Podologen/zur Podologin (+29,7 Prozent. Der größte Anstieg mit
+36,2 Prozent ist jedoch in der
Altenpflegeausbildung zu verzeichnen. Hier sind sogar
noch weitere Steigerungen vor
Die Situation wird besser: In der Altenpflege steigt die
Zahl der Auszubildenden kräftig an.
Foto: BilderBox
dem Hintergrund der Ende
2012 vereinbarten „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ zu erwarten – dem ersten bundesweiten
Ausbildungspakt für den Bereich der Altenpflege. Ersten
Ergebnissen für das Schuljahr
2012/2013 zufolge sind rund
21 500 neue Schülerinnen und
Schüler im ersten Ausbildungsschuljahr zu verzeichnen. Dies entspricht einer Zunahme von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Rückläufige Zahlen verzeichnen dagegen die Ausbildungen zum Physiotherapeuten/zur
Physiotherapeutin
(-10,1 Prozent), zum Ergotherapeuten/zur Ergotherapeutin
(-23,7 Prozent), zum Masseur
und medizinischen Bademeister/zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin (-28,1
Prozent) sowie zum Diätassistenten/zur
Diätassistentin
(-42,2 Prozent).
Mit einem Anteil von fast 66
Prozent aller Schülerinnen
und Schüler kommt den drei
Pflegeberufen
„Altenpflege“,
„Gesundheits- und Krankenpflege“ sowie „Gesundheitsund Kinderkrankenpflege“ im
Schuljahr 2011/2012 quantitativ die größte Bedeutung im
Bereich der Gesundheitsfachberufe zu.
Das BIBB hat bislang alle
Informationen zu den anerkannten Ausbildungsberufen
im dualen System gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) beziehungsweise Handwerksordnung (HwO) zur Verfügung
gestellt. Zu den dualen Ausbildungsberufen im Gesundheitswesen zählen zum Beispiel
Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, Kaufleute im Gesundheitswesen,
Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, Augenoptiker/-innen, Hörgeräteakustiker/-innen, Orthopädietechnik-Mechaniker/-innen,
Orthopädieschuhmacher/-innen
sowie Zahntechniker/-innen.
Die neue BIBB-Veröffentlichung beinhaltet nun darüber
hinaus auch Daten und Fakten
zu den nicht-akademischen
Ausbildungen der bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufe außerhalb von
BBiG und HwO. Dazu zählen
unter anderem die Ausbildungen in Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Podologie. Rechtsgrundlage hierfür sind die jeweiligen Berufsgesetze sowie
die entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der nicht-ärztlichen
Heilberufe.
Die Zuständigkeit für die
insgesamt 17 Ausbildungsberufe liegt beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
beziehungsweise für die Altenpflegeausbildung beim Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
(BMFSFJ).
Hinzu kommt noch eine
Vielzahl weiterer, nach jeweiligem Landesrecht geregelter
Berufe, die jedoch nicht in der
Publikation enthalten sind.
AUSBILDUNG 2015
Seite 15
Gut gepolstert
ist halb
gewonnen
Polsterer haben gute Zukunftsaussichten
Landkreis (r). Gemütlich auf
die Couch fallen, individuell
verstellbare Sitz- und Liegeplätze genießen, aus der Relax-Position des Fernsehsessels die Fußball-Bundesliga
miterleben oder auf einer rückengesunden Matratze schlafen: Für diese Annehmlichkeiten arbeiten Polsterer und
Polsterinnen. Die höheren
technischen und ökologischen Anforderungen an die
lien, wie zum Beispiel Afrik,
das aus den Blättern der afrikanischen Zwergpalme gewonnen wird, findet man nur
noch bei Spezialaufträgen
oder beim Instandsetzen alter
Polstermöbel.
Teil der neuen Ausbildungsverordnung sind zudem der
Einbau vielfältiger technischer
Elemente sowie Umweltschutzaspekte. In die Ausbildung wird ferner das Entwickeln
und
Anfertigen
von Prototypen
aufgenommen, um
die Einsatzmöglichkeiten der Fachkräfte zu erweitern.
Polsterer und
Polsterinnen
arbeiten
hauptsächlich
in Unternehmen der PolsEin Sofa entsteht: Polsterer bei der Arbeit
termöbelinFoto: HDH
dustrie, zum
Produkte bringen aber neue Teil auch in der handwerkliArbeitsinhalte mit sich, eben- chen Polstermöbelherstellung
so das große Spektrum der und in Unternehmen der
mechanischen und elektri- Raumausstattung und Matratschen Funktionen von Mö- zenherstellung.
Es ist ein leichter, jedoch
beln wie Entspannungs- und
Liegefunktionen, Massagevor- stetiger Rückgang der Ausbilrichtungen oder Anschlüsse dungszahlen zu beobachten.
Während im Jahr 2005 330
für digitale Medien.
Gemeinsam mit den Sozial- Ausbildungsverhältnisse verpartnern und Sachverständi- zeichnet wurden, waren es
gen aus der betrieblichen Pra- 2012 noch 225.
Da viele Beschäftigte in den
xis hat das Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) daher nächsten Jahren in den Ruheim Auftrag der Bundesregie- stand gehen, werden dringend
rung die dreijährige Berufs- junge qualifizierte Fachkräfte
ausbildung der Polsterer/Pols- in den Unternehmen benötigt.
terinnen auf den neuesten Somit sind die Aussichten auf
eine dauerhafte Übernahme
Stand gebracht.
Die modernisierte Ausbil- und Beschäftigung gut.
Im Anschluss an die Ausbildungsordnung berücksichtigt
die veränderten Anforderun- dung stehen verschiedene
und
Weiterbilgen an die Produkte, deren AufstiegsFunktionen und entsprechend dungswege offen, so zum Beiveränderte Arbeitsinhalte. Die spiel zum geprüften Industriehandwerklich geprägten ar- meister oder zur geprüften InFachrichbeitsintensiven Polsterarbei- dustriemeisterin,
ten sind zurückgegangen: Ge- tung Polsterei.
Die modernisierte Ausbilstelle, Formteile und Zubehör
werden heute in der Regel dungsordnung und der darauf
nicht mehr selbst in den Un- abgestimmte, von der Kultusternehmen gefertigt, sondern ministerkonferenz (KMK) für
von Lieferanten bezogen. Das den schulischen Teil der duaVorpolstern und Beziehen der len Ausbildung erarbeitete
Polstermöbel und Matratzen Rahmenlehrplan lösen die bestellt heute die Haupttätigkeit stehende Verordnung aus
von Polsterern und Polsterin- dem Jahre 1997 ab und treten
nen dar. Dabei werden über- – vorbehaltlich der Veröffentwiegend Schaumstoffe einge- lichung im Bundesgesetzblatt
setzt. Natürliche Füllmateria- – zum 1. August 2014 in Kraft.
Wir bilden auch 2015 aus
Kaufmann / -frau für Büromanagement
Kaufmann / -frau im Einzelhandel
Koch / Köchin
AUSBILDUNG 2015
Seite 16
Anschreiben und Fotos
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Ausbildungsmarkt
Landkreis (r). Die Zahl der
Bewerber, die für den Herbst
2014 eine duale Ausbildung
anstreben und sich von Oktober 2013 bis Juni 2014 bei
der Ausbildungsvermittlung
gemeldet haben, fällt mit
496 000 um 5000 höher aus
als im Vorjahreszeitraum.
Gleichzeitig ist auch die
Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen gestiegen
und zwar um 10 000 auf
467 000 Ausbildungsstellen.
Tendenziell haben sich Angebot und Nachfrage in den
letzten Jahren zahlenmäßig
angenähert.
Immer gut drauf
Landkreis (r). Bewerbungsschreiben und Bewerbungsfotos sind die Visitenkarten von
Bewerbern. Wer auf Floskeln
und Phrasen setzt, geht mit
seiner Bewerbung in der Masse unter. Das Bewerbungsschreiben ist die erste Arbeitsprobe, die das Unternehmen
vom Bewerber zu sehen bekommt – und darum besonders wichtig. Der Personaler
möchte sich ein Bild machen,
um entscheiden zu können, ob
der Bewerber zum Ausbildungsplatz passt. Bewerber
sollten sich deshalb im Bewerbungsanschreiben von Floskeln, die alle benutzen, verabschieden und stattdessen die
persönlichen Stärken in den
Vordergrund stellen.
Mit dem Bewerbungsfoto
soll der Personaler davon
überzeugt werden, dass der
Bewerber genau die richtige
Person für den anvisierten Job
ist. Deshalb haben Privatbilder
in der Bewerbung nichts zu
suchen. Wer sich bewirbt,
braucht Fotos vom Profi. Eine
professionelle Aufnahme ist
ein Vermarktungsinstrument,
und die besten Ergebnisse erreichen Bewerber nur im Fotostudio. Deshalb sollte ein Fotograf nicht für Drei-MinutenSchnellschüsse engagiert werden. Er produziert schließlich
das offizielle Porträt zum Beginn einer großen Karriere –
hoffentlich. Der Fotograf weiß
in der Regel auch, wie die
Kandidaten sich kleiden und
wie sie in die Kamera schauen
sollten. Zudem gibt es einschlägige Ratgeber zu all diesen Themen.
Wir suchen zum kommenden
Kindergartenjahr 2014/2015
2-3 BUNDESFREIWILLIGENDIENSTLEISTENDE,
die unsere Erzieherinnen in der täglichen
Kindergartenarbeit unterstützen. In den
beiden Gruppen werden je bis zu 25 Kinder im Alter von 2-6 Jahren betreut.
Ein Mindesteintrittsalter von 18 Jahren
wird erwünscht.
Im Dorf besteht eine Busverbindung
nach Horneburg.
Die Öffnungszeiten gestalten sich derzeit
von 8.00 bis 14.30 Uhr.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen,
senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen
gerne an:
Verein zur Förderung der
Waldorfpädagogik e. V.
z. Hd. Frau Friedrich
Bremers Garten 18a, 21640 Nottensdorf
oder an: [email protected]
Nun ist der Drops gelutscht
Süßwarentechnologen: Die neue Ausbildung rund um Konfekt und Kamelle
Landkreis (r). Wie werden
Bonbons in Form gebracht?
Wie wird aus Kakaobohnen eigentlich Schokolade, und wie
lässt sich aus braunem Kakao
weiße Schokolade herstellen?
In diesen spezialisierten Bereichen der Verarbeitung von
Rohstoffen und der Lebensmittelproduktion sind „Süßwarentechnologen und -technologinnen“ tätig. Die Ausbildung erfolgt in einem der fünf
Einsatzgebiete:
Schokoladewaren und Konfekt, Bonbons
und
Zuckerwaren,
Feine
Backwaren,
Knabberartikel
oder Speiseeis. Gemeinsam
mit den Sozialpartnern und
Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis hat das
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) jetzt im Auftrag
der Bundesregierung die dreijährige Berufsausbildung auf
den neuesten Stand gebracht.
Die modernisierte Ausbildungsordnung berücksichtigt
dabei auch die verfahrenstechnologischen Fortschritte
der Herstellung von Süßwaren sowie die wachsende Bedeutung von Qualitätssicherungsprozessen und Lebensmittelsicherheit.
Die beruflichen Kompetenzen der Süßwarentechnologen
und -technologinnen sind
vielfältig. Sie müssen zum Beispiel Mischungen, Teige und
Halbfabrikate ansetzen, Produktionsanlagen vorbereiten
und in Betrieb nehmen, Produktionsprozesse überwachen
sowie Störungen feststellen
und beseitigen. Da der Süßwarenmarkt ständig Neuerungen hervorbringt, ist auch die
Mitwirkung an der Entwicklung neuer Produkte Gegen-
stand der Ausbildung, ebenso
wie das Verpacken von Süßwaren und die Überprüfung,
Annahme und Lagerung von
Roh-, Hilfs- und Zusatzstoffen.
Die ausgebildeten Fachkräfte
üben somit eine wichtige Kontrollfunktion aus und gewährleisten, dass nur einwandfreie
Produkte auf den Markt kommen.
Die modernisierte Ausbildungsordnung und der darauf
abgestimmte, von der Kultusministerkonferenz (KMK) für
den schulischen Teil der dua-
len Ausbildung entwickelte
Rahmenlehrplan lösen die bestehenden Regelungen aus den
Jahren 1980 und 1989 für den
Vorgängerberuf „Fachkraft für
Süßwarentechnik“ ab. Die
neue Ausbildungsordnung tritt
– vorbehaltlich der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt –
zum 1. August 2014 in Kraft.
Bundesweit werden jährlich
rund 100 Ausbildungsplätze in
der Süßwarenindustrie angeboten, die Übernahmechancen
als Fachkraft sind sehr gut. Im
Anschluss an die Ausbildung
stehen Aufstiegs- und Weiterbildungswege offen, beispielsweise zum/zur Geprüften Industriemeister/-in der Fachrichtung Süßwaren oder Lebensmittel
oder
zum/zur
Staatlich Geprüften Techniker/-in der Fachrichtung Lebensmittel mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Zudem
gibt es fachspezifische Studiengänge im Lebensmittelbereich, beispielsweise Lebensmitteltechnologie mit dem
Schwerpunkt Back- und Süßwarentechnologie.
Die Ausbildung für Süßwarentechnologen wurde modernisiert.
Foto: ZDS
AUSBILDUNG 2015
Seite 17
Viele Wünsche
unerfüllbar
Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt passen nicht
Landkreis (r). Ungeachtet einer deutlich besseren Lage
als etwa noch zur Mitte des
letzten Jahrzehnts stellen zunehmende Passungsprobleme ein zentrales Problem auf
dem Ausbildungsmarkt in
Deutschland dar: Die Ausbildungsangebote der Betriebe
und die Ausbildungswünsche der Jugendlichen driften insbesondere in regionaler und beruflicher Hinsicht
auseinander. Eine Analyse
des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sieht als
Ursachen die demografische
Entwicklung und Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der
Regionen, aber auch das bisherige Informations- und
Auswahlverhalten der Jugendlichen wie der Betriebe.
Die BIBB-Analyse beleuchtet dies detailliert und systematisiert mögliche Lösungsansätze.
Typische Regionen, in denen es besonders viele Ausbildungsplatzangebote, aber
bereits zu wenige Ausbildungsplatznachfrager
gibt,
sind die bayerischen Arbeitsagenturbezirke Passau, Weilheim, Landshut-Pfarrkirchen
und Freising. Aber auch
Nordhausen in Thüringen
zählt dazu. Dagegen gibt es
in Recklinghausen, Hagen,
Hameln, Solingen-Wuppertal
(Nordrhein-Westfalen),
in
Limburg-Wetzlar
(Hessen)
und
in
Frankfurt/Oder
(Brandenburg) im Vergleich
zur Zahl der ausbildungsinteressierten
Jugendlichen
viel zu wenig Ausbildungsplatzangebote.
Was die Berufe angeht, so
leiden vor allem Ausbildungsberufe im Lebensmittelhandwerk
(Bäcker/-in,
Fleischer/-in,
Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk), im Gastronomiebereich (Restaurantfachmann/
frau, Fachkraft für Systemgastronomie, Koch/Köchin)
und in der Reinigungsbranche (Gebäudereiniger) unter
einem massiven Bewerberdefizit.
Dagegen herrscht Lehrstellenmangel in den bei den Jugendlichen beliebten Berufen
wie Gestalter/-in für visuelles
Marketing, Fotograf, Mediengestalter Digital und Print,
Bürokaufmann/-frau und Veranstaltungskaufmann/-frau.
Besonders schwierig wird
es, wenn berufliche und regio-
nale Ungleichgewichte zusammenkommen. Ein Beispiel ist die touristische Hochburg Stralsund. Hier gibt es
allgemein zu wenig Jugendliche und zudem oft Ausbildungsplatzangebote in Berufen wie Restaurantfachmann/frau oder Koch/Köchin, die
bei Jugendlichen zurzeit nicht
besonders nachgefragt sind.
Die Folge: 27 Prozent des betrieblichen Ausbildungsplatzangebots in der Region blieben unbesetzt – der Spitzenwert in Deutschland.
Wie die Analysen des BIBB
zeigen, liegen die Ursachen
für die zunehmenden Passungsprobleme zum Teil in
demografischen Entwicklungen, zum Teil auch in der unterschiedlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der
Regionen. In Regionen mit
bereits stark gesunkenen
Schulabgängerzahlen kommt
es deshalb darauf an, insgesamt mehr Jugendliche für eine Berufsausbildung zu gewinnen, zum Beispiel Abiturienten,
Studienabbrecher,
Migranten, sozial Benachteiligte. In Regionen mit Lehrstellenmangel müssen umgekehrt noch mehr Betriebe für
eine Ausbildungsbeteiligung
gewonnen werden, gerade
auch in den von den Jugendlichen präferierten Branchen.
Vor allem müssen aber die
Anstrengungen
vergrößert
werden, das bestehende Angebot und die bestehende
Nachfrage besser als bislang
zusammenzuführen.
Zum
Teil hilft es schon, Betriebe
und Jugendliche dabei zu unterstützen,
eine
bessere
Marktübersicht zu gewinnen.
In anderen Fällen müssen die
Mobilitätsbereitschaft
und
-fähigkeit der Jugendlichen
gefördert werden.
Besonders wichtig ist es
offenbar auch, Jugendlichen
ein nüchternes Bild ihrer tatsächlichen Chancen auf dem
Ausbildungsmarkt zu vermitteln. Überschätzen sie ihre
Chancen, so besteht die Gefahr, dass sie sich nur noch
auf vermeintlich attraktivere
Berufe bewerben, während
Lehrstellen in Berufen, in
denen sie eine reale Chance
gehabt hätten, unbesetzt
bleiben.
Insgesamt ist es wichtig, so
ein Ergebnis der BIBB-Analyse, die Risiken auf dem
Ausbildungsmarkt für die
Ausbildungsplatzanbieter,
aber auch für die ausbildungsinteressierten Jugendlichen gleichmäßiger als bislang zu verteilen.
Nur so kann der Gefahr
entgegengewirkt
werden,
dass sich bestimmte Branchen, Betriebe oder Jugendliche wegen chronischer Erfolglosigkeit dauerhaft von
ihrem
Ausbildungswunsch
verabschieden. Dies wäre
angesichts des drohenden
Fachkräftemangels, von dem
gerade auch die mittlere
Qualifikationsebene – Gesellen, Facharbeiter und Fachangestellte – betroffen ist, eine sehr ungünstige Entwicklung.
❑ Die BIBB-Analyse „Wenn
Angebot und Nachfrage immer seltener zusammenfinden. Wachsende Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt: Analysen und
Lösungsansätze“ mit einer
Systematik der möglichen
Lösungsansätze für die Passungsprobleme steht im Internetangebot des BIBB unter
www.bibb.de/de/
67051.htm zur Verfügung.
Das Handwerk sucht noch
Landkreis (r). Viele Handwerksbetriebe suchen kurz vor
Beginn des neuen Ausbildungsjahrs noch händeringend
nach Lehrlingen. Es gibt etwa
30 000 offene Stellen, 3000
mehr als vor einem Jahr. Vor
allem kleinere Betriebe haben
es schwer. Bis Ende Juni hat
das Handwerk bundesweit
58 311 neue Lehrverträge abgeschlossen – so viel wie 2013.
Seite 18
AUSBILDUNG 2015
Naturwissenschaft
mit viel Herz
Apotheker: Abwechslungsreich und familienfreundlich
Landkreis (r). Salben und Zäpfchen selbst herstellen, individuelle Einnahmelösungen für
Patienten finden, Kunden beraten und in der Therapie begleiten, einen Betrieb führen
und unternehmerische Entscheidungen treffen – kann ein
Beruf
abwechslungsreicher
sein? Kaum! Daher entscheiden sich viele junge Menschen
für ein Pharmaziestudium.
Auch die Zukunftsaussichten
sind hervorragend, wie die
Apothekerkammer
Niedersachsen mitteilt. Die aktuelle
Altersstruktur der Apotheker
zeigt, dass in den nächsten Jahren viele Apothekeninhaber
und angestellte Apotheker
durch Erreichung des Rentenalters ausscheiden werden. Es
gibt somit gute Perspektiven
für den dringend benötigten
Nachwuchs.
Knapp 60 000 Apotheker
gibt es in Deutschland, und der
Bedarf an Apothekern nimmt
wegen den steigenden Anforderungen einer immer älter
werdenden Gesellschaft stetig
zu. Mehr als 48 000 Apotheker
sind aktuell in öffentlichen
Apotheken beschäftigt. Der
Frauenanteil liegt hier bei 70,2
Prozent. 46,2 Prozent der Apothekenleiter sind Frauen. Das
liegt unter anderem daran, dass
der Beruf besonders familienfreundlich ist. In den meisten
Apotheken ist eine Beschäftigung in Teilzeit möglich. Weitere Arbeitsbereiche sind zum
Beispiel Krankenhausapotheken, pharmazeutische Industrie, Forschung, Lehre und öffentlicher Dienst.
Die Apotheke wird eine immer wichtigere Anlaufstelle bei
Gesundheitsbeschwerden.
Mittlerweile werden fast 50
Prozent der Arzneimittel ohne
Arztkontakt gekauft. Bevor Patienten zum Arzt gehen, suchen sie zunehmend erst ihre
Apotheke auf. Der Apotheker
hat hier die Funktion eines
Lotsen durch den Medikamentendschungel. Er baut ein vertrauensvolles Gespräch mit
dem Patienten auf und empfiehlt das für ihn passende Präparat. Dabei muss er auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln achten sowie Lebenssituation und Alter des Patienten mit in seine Empfehlung einfließen lassen. Zum
Beispiel eignet sich nicht jedes
Arzneimittel für Autofahrer.
Oder wer Gerinnungshemmer
einnimmt, darf bei Kopfschmerzen
nur
spezielle
Auch die kleinen Patienten werden hier gut beraten: In
der Apotheke gehen naturwissenschaftliches Wissen und
herzliche Zuwendung Hand in Hand.
Schmerzmittel zu sich nehmen.
Der Apotheker hält in vielen
Fällen Rücksprache mit Ärzten
und Krankenkassen und arbeitet zunehmend enger mit Pflegepersonal in Heimen und
Krankenhäusern zusammen.
Insbesondere bei der individualisierten Medizin, die für die
Verbesserung der Gesundheitsversorgung
zukunftsweisend
ist, ist die Kompetenz des Apothekers gefragt. Benötigt ein
Patient ein spezielles Arzneimittel, das in der industriellen
Massenherstellung nicht angefertigt werden kann, ist der
Apotheker gefordert, ein auf
die persönlichen Bedürfnisse
zugeschnittenes Medikament
herzustellen. Dieses Fachwissen hat zum Beispiel bei Hautkrankheiten, Krebserkrankungen oder bei Kinderarzneimitteln schon heute eine überragende fachliche Bedeutung.
Beratung wird
immer wichtiger
Patienten erwarten heutzutage
auch, von ihrem Apotheker
über Präventionsmaßnahmen
aufgeklärt zu werden, oder dass
er ihren Blutdruck und Blutzucker misst. Immer häufiger bieten Apotheker auch gemeinsam mit Ärzten Informationsveranstaltungen an, um Patienten im Umgang mit weit verbreiteten Volkskrankheiten zu
schulen.
Weiterhin ist der Apotheker
immer der erste Ansprechpart-
ner bei Anwendungsfragen zu
Arzneimitteln: Wie inhaliert
man richtig? Wie nutzt man einen Insulinpen? Kann man die
Tablette teilen? Wie gibt man
seinem Kind die notwendigen
Medikamente?
Da die Arzneimitteltherapien
immer komplexer werden,
nimmt die Beratung einen immer größeren Raum ein. Wie
bei vielen anderen Berufen,
müssen sich auch Apotheker
ihr Leben lang fortbilden, um
den fachlichen Anforderungen
immer gerecht zu werden.
Wer ein Pharmaziestudium
anstrebt, sollte einige Dinge
mitbringen: Ein ausgeprägtes
Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern, Kommunikationsfähigkeit,
Teamfähigkeit
und
Einfühlungsvermögen.
Wer sich später selbstständig
machen möchte, braucht zudem
ein
wirtschaftliches
Grundverständnis und Freude
an Personalführung.
Um das Studium beginnen
zu können, benötigt man die
allgemeine Hochschulreife. Alternativ kann man zunächst eine Ausbildung zur PTA (Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in) oder PKA (Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r) machen, um so eine
fachbezogene Hochschulreife
zu erreichen. Über hochschulstart.de kann man sich dann
für die Zulassung bewerben.
❑ Informationen: www.apo
thekerkammer-nds.de
und
www.studier-pharmazie.de.
AUSBILDUNG 2015
Vernetzt mit
dem
Nachwuchs
Partnerschaft für die Berufswahl
Landkreis (r). Die Einstieg
GmbH,
Veranstalter
der
bundesweiten „Einstieg Messen“, und blicksta.de, das
neue Lifestyle-Schülerportal
der Medienfabrik Gütersloh,
arbeiten künftig als strategische Partner im Bereich Berufsorientierung und Rekrutierung zusammen. „Einstieg“ ist mit knapp 80
durchgeführten Messen zur
Studien- und Berufswahl
Branchenexperte.
blicksta
bietet Jugendlichen exklusive
Kontaktmöglichkeiten zu Arbeitgebern sowie individuelle Förderangebote rund um
die
Berufsorientierung.
Durch die Kooperation können sich Jugendliche, Personaler und Studienberater
passgenau nach Interesse,
Schulabschluss und Region
vernetzen. Unternehmen wie
Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG, die Deutsche
Bank oder auch der Zentralverband
des
Deutschen
Handwerks
suchen
auf
blicksta.de die Bindung zum
Nachwuchs.
„Mit Blick auf Deutschlands vielfältige Talentquellen müssen wir beides – berufliche wie akademische
Bildung – stärken. Doch
durch die Kombination von
fehlender beziehungsweise
mangelhafter Berufsberatung
mit unzureichender Individualisierung von Lernprozessen verschleudern wir
Unmengen an Talent und
Motivation
junger
Menschen. Bisherige Lösungswege versagen. Innovative Lösungen sind überfällig“, stellte Thomas Sattelberger, ehemaliger
Personalvorstand
der Telekom AG, fest. Gemeinsam mit Tanja Hofer,
Leiterin Talent Management,
Learning & Development
Coca-Cola Erfrischungsgetränke
AG,
Holger
Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des
Deutschen Handwerks, und
Martin Rabanus, MdB, Mitglied im SPD-Fraktionsvorstand, diskutierte er vor Kurzem das Thema Fachkräftemangel in Deutschland. Es
gebe ein Matchingproblem,
das durch bestehende Regelungen für den Übergang von
der Schule ins Berufsleben
noch nicht genug angegangen werde.
An dieser Stelle setzt das
neue Online-Portal blick
sta.de an. Schüler aller
Schulformen haben hier eine
individuelle, zeitraumbezogene und mobile Möglichkeit, Berufsorientierung in
ihr Leben zu integrieren.
Während sie von den Fördermöglichkeiten von Unternehmen profitieren und Hilfen im Berufswahlprozess erhalten, treffen sie gleichzeitig auf Arbeitgeber, die auf
der Suche nach engagiertem
Nachwuchs sind. Einstieg
unterstützt blicksta mit seiner langjährigen Beratungskompetenz und als Experte
für Berufswahlmessen. Auf
den „Einstieg Messen“ können Jugendliche wiederum
den
„blicksta-Interessencheck“ mit Ausstellermatching nutzen.
Die Vorteile für Unternehmen und Hochschulen erläutert Christian Langkafel, Geschäftsführer der Einstieg
GmbH: „Für die Kunden von
‚Einstieg‘ und blicksta ergeben sich durch die Kooperation neuartige Lösungen für
das Schülermarketing. Vom
innovativen
Online-Kanal
über die interessenspezifische Schüleransprache bis
zum passgenauen EventKonzept bieten wir ab sofort
ganz individuelle Lösungen
für die Nachwuchsrekrutierung.“ Gero Hesse, Geschäftsführer von „embrace“,
dem Geschäftsfeld für Employer Branding der Medienfabrik, ergänzte: „Wir freuen
uns sehr auf die Zusammenarbeit und sind davon überzeugt, dass der innovative
Lösungsansatz von blicksta
optimal mit den Schülermessen von Einstieg zusammen
passt.“
Über „Einstieg“
„Einstieg“ bietet Messen,
Online-Portale, Bildungsmedien und Beratung für junge
Menschen, die ihre beruflichen Ziele verwirklichen
möchten. Auf den bundesweit stattfindenden „Einstieg
Messen“, der regionalen „Berufe live Rheinland“, auf
Einstieg.com und im „Einstieg
Magazin“
erfahren
Schulabgänger alles Wichtige
rund um Ausbildung, Studium und Beruf. Umfassende
Informationen gibt auch unter www.einstieg.com.
Seite 19
AUSBILDUNG 2015
Seite 20
Wir suchen zum 1. September 2014 eine/n
Auszubildende/n zur/zum
Zahnmedizinischen Fachhelfer/in
Bewerbungen bitte an:
Dr. Volker Thoma – Elham Farzam
Zahnärzte
Bahnhofstraße 21–25, 21614 Buxtehude, Tel. 04161-52908
E-Mail: [email protected], www.zahnarztpraxis-dr-thoma.de
Als Abiturient ins
Handwerk
Steffen Mühlenkamp möchte Anlagenmechaniker werden
Von Daniel Beneke
Wir sind die deutsche Tochter des weltweit führenden Pflanzenzuchtunternehmens Pioneer Hi-Bred International, einer Konzerngesellschaft der E. I. du Pont de Nemours and Company. Unsere
Geschäftsaktivitäten umfassen Züchtung und Vertrieb von Saatgut
und Siliermitteln. Vom Standort Buxtehude aus betreuen wir den
nordeuropäischen Raum.
Zum 1. August 2015 bieten wir engagierten jungen Leuten mit guten
Englischkenntnissen folgende Ausbildungsplätze:
Fachinformatiker Systemintegration (m/w)
(Voraussetzung: Realschulabschluss)
Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau
(Voraussetzung: Abschluss der Höheren Handelsschule
oder Realschule)
Wenn Sie sich einen interessanten Ausbildungsplatz wünschen und
gerne selbstständig in einem Team arbeiten, senden Sie uns bitte Ihre
Bewerbungsunterlagen mit Kopien der letzten beiden Schulzeugnisse.
Pioneer Hi-Bred Northern Europe
Service Division GmbH
Apensener Str. 189 • 21614 Buxtehude
[email protected] • www.pioneer.com/de
Tel. 04161/737-0
Das DuPont Oval Logo ist ein eingetragenes Warenzeichen von DuPont.
®, TM, SM sind Warenzeichen und Dienstleistungsmarken von Pioneer. © 2013 PHII.
Apensen. Steffen Mühlenkamp schlägt einen ungewöhnlichen Werdegang ein:
Nach dem Abitur am Stader
Vincent-Lübeck-Gymnasium
im vorigen Jahr begann der
Wiepenkathener eine Ausbildung im Handwerk. Im Apenser
Familienunternehmen
Buntrock erlernt er den Beruf
des Anlagenmechanikers für
Heizung-, Sanitär- und Klimatechnik.
Damit ist der 19-Jährige eine absolute Ausnahme. „Der
typische Abiturient lernt nicht
im Handwerk“, sagt sein Chef
Frank Buntrock. Abiturienten
bewerben sich nur dann bei
ihm, wenn sie später einmal
einen
elterlichen
Betrieb
übernehmen möchten. Auch
Steffen Mühlenkamp könnte
sich vorstellen, den Sanitärbetrieb seines Vaters weiterzuführen. „Für mich ist das
eine ernsthafte Option“, erzählt er.
Bereits in seiner Kindheit
entwickelte Steffen Mühlenkamp großes Interesse für
handwerkliche Berufe. „Ich
bin damit aufgewachsen.“ An
der Seite seines Vaters erlebte
er Notdienste und Werkstattarbeit.
Um später vielleicht einmal
in dessen Fußstapfen treten
und
den
Familienbetrieb
übernehmen zu können, entschied er sich, eine Ausbildung in einem ähnlich ausgerichteten Unternehmen zu absolvieren. „Ich möchte möglichst viel Praxiserfahrung
sammeln“, begründet Steffen
Mühlenkamp diesen Schritt.
Im familieneigenen Betrieb
zu lernen, kam für ihn nicht
in Frage. „Da würde ich als
Sohn des Chefs immer anders
behandelt“, sagt er. „Bei uns
ist er ein Lehrling wie alle anderen auch. Zu Hause kann
er das gar nicht sein“, ist sich
auch Frank Buntrock sicher.
Schnell
merkte
Steffen
Mühlenkamp, dass sein Arbeitsalltag im Ausbildungsbetrieb ganz anders aussieht, als
er es aus der Schule gewohnt
war. Morgens um 5.30 Uhr
steht der 19-Jährige auf, eine
Stunde später ist er im Betrieb. Dienstende ist zwischen
15 und 16 Uhr.
„Der Job ist körperlich sehr
anstrengend“, resümiert Steffen
Mühlenkamp nach dem ersten
Lehrjahr. „Und einen typischen
Schon immer handwerklich interessiert: Abiturient Steffen Mühlenkamp sammelt Erfahrungen.
Foto: Beneke
Arbeitstag, der nach einem festen Plan verläuft, gibt es gar
nicht.“
Für den Wiepenkathener
liegt darin der Reiz seiner Ausbildung: „Ich arbeite fast jeden
Tag an einem anderen Ort. Der
Tag ist nicht durchgetaktet wie
in der Schule.“ Häufig ist er mit
seinen Kollegen auf Baustellen
im gesamten Elbe-Weser-Raum
unterwegs – irgendwo zwischen Zeven, Rotenburg, Stade
und Hamburg. Seine Kollegen
verlangten von Anfang an vollen Einsatz: „Eine Schonfrist
gab´s nicht.“
›› Fortsetzung auf Seite 21
AUSBILDUNG 2015
Seite 21
Frank
Buntrock
erlebt die
Zusammenarbeit mit
den Abiturienten überaus positiv:
„Das ist viel
einfacher.
Sie sind drei
Jahre älter,
da können
wir ein ganz
anderes
Wort miteinander
wechseln.“
Abiturienten
haben Vorteile
Ausbildung kann verkürzt werden – Gute Zukunftsperspektiven
›› Fortsetzung von Seite 20
Frank Buntrock bekommt
selten Bewerbungen von
Abiturienten – und diejenigen, die bei ihm in die Lehre
gehen, möchten in der Regel
später in den Familienbetrieb einsteigen. „Sie bewerben sich dann ganz bewusst
bei uns und haben auch Lust
auf den Beruf“, erklärt er.
Viele absolvieren zuvor ein
Praktikum in seinem Meisterbetrieb. Ohnehin nimmt
die Anzahl der Bewerbungen
rapide ab. „Die potenziellen
Auszubildenden gehen eher
in die Industrie“, klagt er.
Dabei sei ein Arbeitsplatz im
Handwerk sicherer. Der alte
Spruch „Handwerk hat goldenen Boden“ gelte nach
wie vor. Wer sich in der Aus-
bildung bewährt, hat gute
Chancen, übernommen zu
werden. „Ausbildung ist für
uns Berufsstandssicherung“,
sagt Frank Buntrock.
Und nach der Lehre muss
noch lange nicht Schluss
sein: Die Meisterprüfung
und ein Ingenieursstudium
können folgen. Steffen Mühlenkamp etwa spielt mit dem
Gedanken, in ein paar Jahren in Wolfenbüttel Versorgungstechnik zu studieren.
Die Zusammenarbeit mit
den
Abiturienten
erlebt
Frank Buntrock überaus positiv. „Das ist viel einfacher.
Sie sind drei Jahre älter, da
können wir ein ganz anderes
Wort miteinander wechseln.“
Die größere Reife der Nachwuchskräfte zeige sich im in-
nerbetrieblichen Miteinander ebenso wie in Kompetenzen wie freiem Reden.
Abiturienten können
die Lehre verkürzen
Die Abiturienten kommen
ihrerseits auch in den Genuss besonderer Privilegien:
Sie können ihre Ausbildung
um ein Jahr auf zweieinhalb
Jahre verkürzen. Wenn sie
eine besonders gute Zwischenprüfung ablegen, dürfen sie ihre Lehre sogar
schon nach dem zweiten
Lehrjahr beenden. Das heißt
aber auch, dass sie viel Stoff
aus dem theoretischen Teil
der Ausbildung, dem Unterricht in der Berufsschule,
selbstständig zu Hause nacharbeiten müssen.
Die Buntrock GmbH
Das Leistungsspektrum des
mittelständischen Unternehmens, das seit mehr als vier
Jahrzehnten von der Familie
Buntrock geführt wird, umfasst die gesamte Haustechnik. Der Meisterbetrieb erledigt für Privat- und Firmenkunden sämtliche Arbeiten
in den Bereichen Heizung,
Sanitär und Elektrik. Buntrock beschäftigt derzeit 32
Mitarbeiter und stellt zwei
bis drei Auszubildende pro
Lehrjahr ein. Voraussetzung
ist ein „mittlerer Realschulabschluss“.
Steffen Mühlenkamp hat als Abiturient auch viele Vortei- ❑ Internet:
le: So kann er die Lehre verkürzen.
Fotos: Beneke
www.buntrock-gmbh.de
Die Samtgemeinde Harsefeld stellt zum
1. 8. 2015 eine/n
Auszubildende/n
für den Beruf der/des Verwaltungsfachangestellten in der Kommunalverwaltung ein.
Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre und gliedert sich in
schulische Lehrveranstaltungen und praxisorientierte Abschnitte
in den drei Fachbereichen der Samtgemeindeverwaltung.
Sie sollten mindestens den Sekundarabschluss I, eine solide
Allgemeinbildung sowie Interesse an einer abwechslungsreichen
Verwaltungstätigkeit haben.
Ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Lichtbild und dem letzten Schulzeugnis (Fotokopie) reichen Sie bitte bis spätestens zum
31.08.2014 bei der Samtgemeinde Harsefeld, Herrenstraße 25,
21698 Harsefeld, ein.
Informationen über die Samtgemeinde Harsefeld können der
Internetseite www.harsefeld.de entnommen werden.
AUSBILDUNG 2015
Seite 22
Arbeiten im Geiste ...
Die Justiz bietet vielfältige Berufe: Alles andere als nur ...
Als regionale Sozietät von Steuerberatern in Harsefeld beraten wir
regional und überregional überwiegend mittelständische Unternehmen verschiedenster Größen, Rechtsformen und Branchen.
Wir suchen für unsere Steuerberatersozietät eine/n
Auszubildende/n zur/zum
Steuerfachangestellte/n
zum 01. August 2015.
Vorausgesetzt wird mindestens ein guter Realschulabschluss.
Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an folgende Anschrift:
Persönlich/vertraulich
Ludigkeit + Säland
Steuerberatersozietät
Friedrich-Huth-Straße 32
21698 Harsefeld
Telefon: 0 41 64 / 815 6-0
Web: www.stb-harsefeld.de
E-Mail: [email protected]
Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001
Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)
Landkreis (r). Schülerinnen
und Schüler der Abschlussklassen haben es aufgrund der
Vielzahl von Möglichkeiten
nach der Schulzeit nicht leicht.
Soll ich ein Jahr ins Ausland
gehen? Oder vielleicht ein Soziales Jahr absolvieren? Ich
könnte auch eine Ausbildung
oder ein Studium machen?
Wähle ich ein normales Studium oder ein duales Studium?
Was kann ich überhaupt wo
studieren? Bekomme ich während der Ausbildung beziehungsweise Studium Geld,
oder wie soll ich meine Ausbildung beziehungsweise mein
Studium finanzieren?
Sobald die Entscheidung
über die grundsätzliche Richtung getroffen ist und die Antwort „Ausbildung“ oder „Studium“ lautet, stellt sich die
nächste Frage: Welcher Beruf
Die Justiz bietet jungen Leuten eine Vielzahl an Möglichkeiten und ist wahrlich keine trockene Angelegenheit.
kommt in Betracht? Zur Beantwortung dieser Frage sollte
man sich ausreichend Zeit nehmen und zunächst die Möglichkeiten abwägen und Informationen sammeln. Hierbei
kann es schnell zu Entscheidungen kommen, die rückwirkend betrachtet vielleicht anders entschieden worden wären, weil einem wichtige Informationen nicht bekannt gewesen sind.
Solch
eine
Information
könnte sein, dass in der niedersächsischen Justiz sowohl eine
Ausbildung zur Jusitzfachwirtin
und zum Justizfachwirt als
auch das duale Studium zur
Diplom-Rechtspflegerin oder
zum
Diplom-Rechtspfleger
(FH) möglich ist. Es handelt
sich um zwei anspruchsvolle
und abwechslungsreiche Berufe, mit denen jeder zumindest
einmal in seinem Leben in Berührung kommt. Trotzdem sind
sie aber unbekannt. Dieser Artikel soll ein „Licht ins Dunkel“
bringen.
Wer gern mit Menschen arbeitet und über Einfühlungsvermögen und Kommunikationsstärke verfügt, für den
könnte der Justizfachwirt genau der richtige Beruf sein. Justizfachwirte arbeiten in sogenannten Serviceeinheiten bei
Gerichten und Staatsanwaltschaften. Sie sind die zentrale
Anlaufstelle für Bürgerinnen
und Bürger, die Auskünfte einholen oder einen Antrag stellen
möchten. Durch die unterschiedlichen Abteilungen innerhalb eines Gerichts (hier sei
nur beispielhaft das Nachlass-,
Betreuungs-, Familien-, Vollstreckungs- und Registergericht
erwähnt) ist der Beruf des Justizfachwirtes äußerst abwechslungsreich und vielschichtig.
Weitere Aufgaben sind die Protokollführung in Verhandlungsterminen, die Aktenverwaltung und die Aufnahme
von Anträgen. Weiterhin werden eigenverantwortliche Aufgaben wahrgenommen – wie
beispielsweise die Berechnung
von Gerichtskosten und Entschädigungsansprüche
von
Zeugen und Sachverständigen.
Justizfachwirte arbeiten eng mit
Richtern,
Staatsanwälten,
Rechtspflegern sowie anderen
Justizfachwirten
zusammen,
was ein hohes Maß an Teamfähigkeit voraussetzt.
Wer Justizfachwirt werden
möchte und über einen Realschulabschluss verfügt, muss
die jeweils zum 1. September
beginnende 2,5-jährige Ausbildung durchlaufen. Die Ausbildung gliedert sich in zwei zentrale Lehrgänge von jeweils vier
Monaten sowie drei Praxisabschnitte mit insgesamt 22 Monaten in den jeweiligen Abteilungen eines Amtsgerichts.
Schon während der Ausbildung erfolgt die Ernennung ins
Beamtenverhältnis auf Widerruf. In der Ausbildung erhält
der Anwärter (dies ist die Bezeichnung von „Auszubildende/r im öffentlichen Dienst“)
eine Anwärterbesoldung (auch
so ein Begriff, Beamte erhalten
kein Gehalt, sondern eine Besoldung) von circa 935 Euro.
Da Beamte nicht sozialversicherungspflichtig sind, werden
von der Besoldung bloß Steuern abgezogen. Es muss jedoch
noch zusätzlich eine private
Krankenversicherung
abgeschlossen werden. Der spätere
Verdienst richtet sich nach der
niedersächsischen Besoldungstabelle (Gruppen A6 bis A9).
Für Abiturienten und Absolventen von Fachoberschulen
bietet die Justiz einen Beruf,
der ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Entscheidungsfreudigkeit
benötigt.
Rechtspflegerinnen
und
Rechtspfleger sind jedoch nahezu unbekannt und müssen in
Gesprächen häufig zunächst
ihr Berufsbild vorstellen. Um
Missverständnissen gleich vorzubeugen: Es handelt sich
nicht um einen Beruf des Pflegebereichs (zum Beispiel Altenund/oder Krankenpflege), was
oft als erste Frage gestellt wird.
›› Fortsetzung auf Seite 23
AUSBILDUNG 2015
Seite 23
... der Gerechtigkeit
... trockene Materie – Es geht immer um die Menschen
Vertrauensar›› Fortsetzung
beitszeit)
ist
Rechtspfleeine flexible
ger genießen
Gestaltung der
neben
den
Arbeitszeiten
Richtern die
möglich; aber
sogenannte
auch
durch
„sachliche Undie Möglichabhängigkeit“.
keit von TeilDoch was bezeitbeschäftideutet
das,
gung
und
und wieso ist
Heimarbeit
das für diese
lassen sich in
Berufsgruppe
der Justiz Faso
wichtig?
milie und BeDer
Rechtsruf
optimal
pfleger ist für
aufeinander
viele Bereiche
abstimmen.
innerhalb des
Durch
das
Gerichts zuFoto: BilderBox deutsche Be- dern darüber hinaus einen kri- Informationen im Internet
ständig.
Er Arbeiten im Namen der Gerechtigkeit.
rufsbeamten- sensicheren Arbeitsplatz – was
nimmt unter
anderem Vollstreckungsschutz- verhältnis auf Widerruf. Die tum hat man nicht nur ein gutes in der Zeit von Unternehmens- ❑ Weitere Informationen über
anträge auf und entscheidet hie- Rechtspflegeranwärter erhalten Einkommen (und dies schon insolvenzen und betriebsbe- Beruf in der Justiz gibt es im
www.gerechtigkeitrüber, führt Versteigerungen eine Besoldung in Höhe von während der Ausbildung bezie- dingten Kündigungen immer Internet:
gemeinsam-gestalten.de.
von Grundstücken durch, verei- 989 Euro, wobei auch hier kei- hungsweise des Studiums), son- mehr an Bedeutung gewinnt.
digt Betreuer und prüft deren ne Sozialversicherungsabgaben
Rechnungslegung, im Nachlass- abzuführen sind. Jedoch ist eine
Krankenversicherung
gericht werden die Testamente private
vom Rechtspfleger eröffnet, aus- abzuschließen. Nach dem Stugelegt und Erbscheinsanträge dium verfügen Rechtspfleger
aufgenommen, im Insolvenzver- über ein breites und tiefgehenfahren beruft der Rechtspfleger des Fachwissen, welches in den
unter anderem die Gläubiger- unterschiedlichsten Abteilunversammlung ein und über- gen benötigt wird. Die Vergüwacht den Insolvenzverwalter. tung richtet sich auch hier nach
Der Rechtspfleger ist bei jeder der niedersächsischen BesolEntscheidung nur dem Gesetz dungstabelle (Besoldungsgrupund seinem Gewissen unter- pen A9 bis A13 und in besonworfen, das heißt, er hat keinen deren Fällen sogar bis A15).
Vorgesetzten, der ihm sagt, wie Öffentlicher Dienst? Ist das
aber nicht eine Einbahnstraße
er zu entscheiden hat.
Bei einem Rechtspfleger han- für mich? Das „verstaubte
delt es sich um einen Fachjuris- Image“ einer Behörde hat die
ten, dessen Studium speziell auf niedersächsische Justiz vor JahAxe, Dove und DuschDas sind nur einige der erfolgreichen Marken von Unilever Deutschland Home &
die Bereiche der sogenannten ren abgestreift, welche mit insPersonal Care. Als international führender Konsumgüterhersteller gehören wir zu den großen und
freiwilligen Gerichtsbarkeit aus- gesamt 144 Standorten in Nieerfolgreichen Anbietern in den Bereichen Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel.
flächendeckend
gerichtet ist. Wer Rechtspflege dersachsen
in Niedersachsen studieren aufgestellt ist: 80 Amtsgerichte,
In unserem Werk in Buxtehude bieten wir engagierten und motivierten Auszubildenden die Chance, Teil
möchte, muss sich bei einem 11 Landgerichte, 3 Oberlandesder Unilever-Welt zu werden und zusammen mit uns an den Herausforderungen der Zukunft zu
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denburg) bewerben. Das Studi- schaften, 7 Verwaltungsgerichum findet an der Norddeut- te, Niedersächsisches OberverCHEMIKANTEN/IN
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tenherz“. Auch hier erfolgt – kräftepositionen erlangt werden
wie bei dem Justizfachwirten – können. Durch unterschiedlidie Berufung in das Beamten- che Zeitmodelle (Gleitzeit oder
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AUSBILDUNG 2015
Seite 24
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„Kreisauswahl im MINT-Bereich“: Die Realschüler mit den Vertretern der beteiligten
Unternehmen (hinten).
Schon früh Talente ...
Pilotprojekt von IHK und regionaler Wirtschaft ...
Landkreis (bene). Mit einem Stade für den Elbe-Weserseit
Jahresbeginn
neuen Projekt fördert die In- Raum
dustrie- und Handelskammer Schüler mit besonderen Begabungen in den Bereichen
Naturwissenschaften
und
Technik. Im Rahmen der
Veranstaltungsreihe „MINTeresse wecken – MINTalente entdecken“ durften einige von ihnen in den vergangenen sechs Monaten
hinter die Kulissen fünf renommierter Ausbildungsbetriebe in der Region blicken,
die dortigen Arbeitsabläufe
kennenlernen und Kontakte
zu ihren potenziellen späteren Arbeitgebern knüpfen.
Nach dem ersten Durchlauf
des Pilotprojektes zogen Jugendliche und Unternehmensvertreter
gemeinsam
mit der IHK Bilanz. Stolz
verkündete der für Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen
zuständige IHK-Geschäftsführer Dr. Bodo Stange:
„Wir werden eine solche Aktion im nächsten Jahr wieder auf die Beine stellen.“
Die 18 Realschüler aus
dem gesamten Kreisgebiet
wurden von ihren Lehrern
für das Projekt vorgeschlagen, da sie in den naturwissenschaftlichen Fächern herausragende Leistungen und
ein besonderes Interesse zeigen. Auf Grund der großen
Resonanz seitens der Schulen hat die IHK die Teilnehmerzahl kurzfristig erhöht.
Die Aktion ist in Kooperation mit dem Bildungsbüro
der Kreisverwaltung konzipiert worden. „Ich freue
mich einfach, dass wir mit
der IHK und Herrn Dr.
Stange jemanden gefunden
haben, der die Sache in die
Hand genommen hat. Für
uns alle war das Projekt eine
spannende
Herausforde-
rung“, sagte Elke Weh vom
Bildungsbüro. Sie blickt zufrieden auf das vergangene
halbe Jahr zurück. Die Mädchen und Jungen haben viel
erlebt und gesehen: Los ging
es im Januar mit einer Auftaktveranstaltung, bei der sich
die Jugendlichen untereinander kennenlernten und die
Unternehmensvertreter ihre
Betriebe vorstellten. Gleich
beim ersten Treffen zeigten
die jungen Leute, was sie
drauf haben und bauten flugoptimierte Papierflieger.
Die Highlights des vergangenen Halbjahres waren für
die Realschüler die Unternehmensbesuche: Sie besichtigten Werksgelände und
Ausbildungszentrum
der
Dow in Bützflethersand, wo
sie kleine Werkstücke anfertigten und mit nach Hause
nahmen. Bei Unilever in
Buxtehude erfuhren sie, wie
Duschgele und Schaumbäder
hergestellt werden und kreierten ein eigenes Shampoo.
In der Ausbildungswerkstatt
von Airbus in Ottenbeck
bauten sie an zwei Tagen ihr
eigenes Seitenleitwerk. Die
Mitarbeiter von Chemienova
in Bützflethersand zeigten
den Schülern, wie und warum man Saatgut beizt und
wozu Fotometrie gebraucht
wird. Beim Ausbildungsverbund Technik 21 in Buxtehude lernten sie, Roboter zu
programmieren und mit ihnen Wettrennen zu fahren.
IHK-Mitarbeiterin
Sonja
Tiedemann, die das Projekt
maßgeblich
koordinierte,
schlug „Begeisterung von allen Seiten“ entgegen. „Es hat
sich gelohnt – auch wenn am
Anfang nicht ganz klar war,
was dabei herauskommt.“
›› Fortsetzung auf Seite 25
AUSBILDUNG 2015
... entdecken
Wir suchen
zum 01. 08. 2015
Auszubildende/n
– Naturwissenschaftlich interessierte Schüler frühzeitig fördern
›› Fortsetzung von Seite 24
Der Erfolg der Aktion gründe auf ihrem besonderen Ansatz: „Wir wollten keinen
Schulunterricht an anderen
Orten, sondern haben uns bewusst für eine SightseeingTour durch die spannende
Welt von Naturwissenschaften
und Technik entschieden“, erklärte IHK-Ausbildungsexperte Stange. In Anlehnung an ei-
ne Talentförderung, „wie sie
im Sport schon selbstverständlich ist“, bezeichnete er die Jugendlichen als „unsere Kreisauswahl im MINT-Bereich“.
Das Stader Modellprojekt habe Vorzeigecharakter für das
gesamte Elbe-Weser-Dreieck:
„Wir brauchen so etwas in jedem Landkreis.“ Stange hofft,
dass sein Konzept in den
Nachbarregionen Nachahmer
findet.
Positiv
fiel
auch das Fazit
von Dow-Ausbilder Jan von
der Lieth aus:
„Das war super und hat
uns
großen
Spaß gemacht.
Wir
werden
dabei
bleiben.“ Für die
Unternehmen
wird diese Art
der
Nachwuchsförderung
immer
lohnender,
denn selbst renommierte
Großbetriebe
wie die Dow
erleben einen
rapiden RückJeder Teilnehmer, hier Vanessa Schlömp, gang der Beerhält von IHK-Geschäftsführer Dr. Bodo werberzahlen.
Stange ein Zertifikat.
45 Lehrlinge
Start ins Berufsleben
Peppige Informationen für die Berufswahl
Landkreis (r). Die richtige Entscheidung zu treffen, vor allem,
wenn sie die Berufswahl und
damit die eigene Zukunft betrifft, ist nicht leicht. Hilfe bietet hier das Online-Portal der
Bundesagentur für Arbeit. Unter www.planet-beruf.de finden Berufsstarter umfangreiche
Informationen zu Ausbildungsberufen, Bewerbungstrainings,
Interessentests und vieles mehr.
Jugendliche, die noch keine
konkreten Vorstellungen von
ihrem künftigen Ausbildungsberuf haben, sind im BerufeUniversum genau richtig. Auf
Grundlage der beruflichen Interessen, persönlichen Stärken,
Verhaltensweisen und schulischen Leistungen werden aus
nahezu 500 Berufsbildern passende Berufe oder Alternativen
vorgeschlagen. Das OnlinePortal bietet auch ein interaktives Bewerbungstraining. Es
hilft Jugendlichen, mit virtuellen Übungen und Checklisten
überzeugende Bewerbungen zu
schreiben und einen guten Eindruck im Vorstellungsgespräch
zu hinterlassen. Nur einen
Maus-Klick entfernt warten
mehr als 450 Filme über Ausbildungs- und Studienberufe.
Unter www.berufe.tv berichten Praktikanten, Auszubildende und Studenten, warum sie
gerade diesen Beruf gewählt
haben, wie ihre Arbeit aussieht
und was ihnen besonderen
Spaß macht. Kurze Spotfilme
geben Einblicke in den Beruf
und typische Tätigkeiten, während andere Filme verschiedene Berufe eines Bereichs miteinander vergleichen oder Berufe
ausführlich unter die Lupe
nehmen. Mehr Tipps zu Ausbildungswegen, Bewerbungsverfahren, freien Ausbildungsstellen und Unterstützungsmöglichkeiten, auch finanzieller Art, gibt es im Gespräch mit
der Berufsberatung.
❑ Termine erhalten Schüler
Montag bis Freitag zwischen 8
und 18 Uhr kostenlos über die
콯 08 00/
Servicenummer
4 55 55 00 oder während der
Öffnungszeiten persönlich in
der Arbeitsagentur.
stellt das Stader Werk jedes Jahr
ein. Bis dato liegen für das Auswahlverfahren im kommenden
Jahr erst 60 Bewerbungen vor,
früher waren es nach von der
Lieths Worten bis zu 200.
„Wenn wir aus einem solchen
Projekt einen oder zwei Jugendliche herausfischen, die später
bei uns eine Ausbildung machen, dann hat es sich schon
gelohnt.“
zur/zum
Rechtsanwaltsund Notarfachangestellten
Seite 25
Wenn Sie einen guten Realschulabschluss
oder das Abitur haben, bewerben Sie sich
bitte bei:
Rechtsanwälte und Notare
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Nicolai Albrecht, Notar
Peter Riepshoff, Notar
Susann Altmann, Rechtsanwältin
Jens Thurn, Rechtsanwalt
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AUSBILDUNG 2015
Seite 26
Komplexe Technik
– neue Werkstoffe
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker müssen dazulernen
Wir suchen Euch,
wenn Ihr in einem modernen mittelständischen
Handwerksbetrieb fundiert ausgebildet werden möchtet.
Wir bilden zum 01.08.2015 aus:
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Ihr selbst habt Interesse an einem Beruf mit Zukunft,
seid zuverlässig und technisch interessiert?
Dann bewerbt Euch bitte schriftlich an
die unten stehende Adresse.
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Tel. 0 41 67 / 9 14 50 • Fax 0 41 67 / 91 45-45
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Landkreis (r). Im Karosserieund Fahrzeugbau werden zunehmend neue Leichtbauwerkstoffe und Reparaturmethoden eingesetzt. Auch die
Vernetzung von mechanischen, elektronischen, hydraulischen und pneumatischen Bauteilen und Fahrzeugsystemen gewinnt immer
mehr an Bedeutung. Das
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat daher die
dreieinhalbjährige Berufsausbildung für Karosserie- und
Fahrzeugbaumechaniker und
Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikerinnen im Auftrag
der Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern
und Sachverständigen aus der
betrieblichen Praxis auf den
neuesten Stand gebracht und
den aktuellen technologischen Entwicklungen angepasst. Die modernisierte Ausbildungsordnung tritt am 1.
August in Kraft.
Die
Ausbildungsstruktur
sieht zwei Fachrichtungen
vor: die Karosserie- und Fahrzeugbautechnik sowie die Karosserieinstandhaltungstechnik. In den ersten eineinhalb
Jahren der Ausbildung bis
zum ersten Teil der Abschluss-/Gesellenprüfung (In- Verändertes Arbeiten im Fahrzeugbau durch komplexe
Foto: Ziegler/ZKF
dustrie- und Handelskammer/ Technik und neue Werkstoffe.
Handwerkskammer) sind beAuch
das
rufsprofilgebende
Fertigkei- standzusetzen.
ten, Kenntnisse und Fähigkei- Schweißen von Werkstoffen
ten des Berufes zu vermitteln. oder das Kleben von BauteiDie weitere Ausbildung er- len aus gleichen oder unterfolgt dann in einer der zwei schiedlichen Werkstoffen unter Berücksichtigung der MaFachrichtungen.
Aus der Entwicklung von terialeigenschaften und der
vernetzten Systemen im Fahr- auftretenden Beanspruchung
zeug ergeben sich Verände- sind Bestandteile der Ausbilrungen im Berufsbild der Ka- dung.
Im Jahr 2013 wurden 1380
rosserie- und Fahrzeugbaumeneue Ausbildungsverträge für
chaniker/-innen.
Sie spiegeln sich beispiels- Karosserie- und Fahrzeugbauabgeweise in neuer Fahrwerk- mechaniker/-innen
stechnik, hochkomplexen Ag- schlossen, darunter 48 mit
gregaten und Diagnosemetho- Frauen.
Im Anschluss an die Berufsden wider. Mehr und mehr
werden in diesem Beruf auch ausbildung stehen den Jubei alternativen Antriebssyste- gendlichen attraktive Wege
men wie Hybrid-, Elektro- für den beruflichen Aufstieg
und Hochvolttechnik neue offen. So besteht zum Beispiel
Anforderungen gestellt, die die Möglichkeit, sich beruffür die Sicherheit große Be- lich zum staatlich geprüften
Techniker der einschlägigen
deutung haben.
fortzubilden,
Neue Werkstoffe und Repa- Fachrichtung
raturtechniken kommen ins- zum technischen Fachwirt,
besondere bei Schweißverfah- zum Karosserie- und Fahrren und Klebetechniken so- zeugbauermeister, zum Kraftwie beim Herstellen, Aufbe- fahrzeugtechnikermeister soreiten und Schützen von wie zum Industriemeister
Oberflächen zum Tragen. Fachrichtung Metall. Alle BeHier sind besonders Form- rufsabschlüsse gibt es natürund Karosserieteile aus faser- lich auch in der weiblichen
verstärkten Kunststoffen in- Form.
AUSBILDUNG 2015
Täglich ins Fitnessstudio
– ohne zu schwitzen
Sport- und Fitnesskaufleute arbeiten hinter den Kulissen
Landkreis (r). Sport- und Fitnesskaufleute ziehen die Strippen in kleinen und großen
Sportbetrieben – vom Fitnessstudio bis zum Fußballstadion.
Umschulungen für diesen Beruf bietet das Institut für Berufliche Bildung (IBB) in Stade
und Buxtehude ab dem 1. August an.
Sport ist immer ein großes
Thema: Unzählige Bewegungsfans nutzen jeden Tag ihre Freizeit, um sich in Fitnessstudios,
Sportvereinen,
Schwimmbädern oder Kletterhallen auszutoben. Damit in solchen Sportbetrieben alles rund läuft, kümmern sich Sport- und Fitnesskaufleute hinter den Kulissen
um Verwaltung und Organisation. Die Experten entwickeln
beispielsweise Konzepte für
neue Sportangebote, beraten
Mitglieder und verwalten Personal und Material der Einrichtung. Außerdem sind sie dafür
zuständig, Marketingstrategien
auszuarbeiten,
um neue Kunden zu gewinnen.
Als Sport- und
Fitnesskauffrau/mann
braucht man
viel Verhandlungsgeschick
und Durchsetzungsvermögen. Man sollte kommunikativ sein und
Sport- und Fitnesskaufleute sollten kom- gut auf seine
munikativ sein.
Foto: Popov/fotolia.com Kunden ein-
Denkanstöße für die
Karriereplanung
Persönlichkeitstests im Internet
Landkreis (r). Bin ich durch- schaftliche
Konzept
der
setzungsfähig,
verlässlich Tests, die Testdurchführung
oder kommunikativ? Viele und die Präsentation der ErMenschen möchten mehr gebnisse geprüft. Aber auch
Bedienbarkeit
über ihre verborgenen Po- technische
tenziale erfahren. Im Inter- und der Umgang mit Nutzernet gibt es Persönlichkeits- daten gingen in die Bewertests, die den Eindruck erwe- tung ein.
Größter Schwachpunkt bei
cken, das ginge einfach,
allen geprüfschnell und
mit nur weni- Nur ein erster Im- ten Persönlichkeitstests
gen
Mausklicks. Mehr puls: Wer tiefer gehen war die Präals
interes- möchte, kommt um sentation der
sante Denk- eine persönliche Be- Ergebnisse.
In dieser Kaanstöße lietegorie
fern sie aber ratung nicht herum.
kommt kein
oft nicht. Zu
diesem Ergebnis kommt die Angebot über ein „befriediStiftung Warentest nach der gend“ hinaus. Die AuswerPrüfung von zehn Online- tung war manchmal äußerst
kurz gehalten und aufgrund
Eignungstests.
Die Tests sollen bei der schwammiger Formulierunpersönlichen
Karrierepla- gen in einigen Fällen für den
nung oder beruflichen Neu- Nutzer wenig aussagekräftig.
Die Tester empfehlen, die
orientierung
helfen,
die
meisten sind kostenlos. Eini- Online-Tests nur als einen
ge Angebote kosten zwi- ersten Impuls zu nutzen.
schen 13 und 89 Euro. Ne- Wer tiefer gehen möchte,
ben drei „mangelhaften“ An- kommt um eine persönliche
bietern schnitten im Test nur Beratung nicht herum.
zwei „gut“ ab. Beide Testsie- ❑ Die vollständigen Ergebnisse des Tests sind online
ger sind kostenpflichtig.
Die Stiftung Warentest hat unter www.test.de/persoen
unter anderem das wissen- lichkeitstests abrufbar.
gehen können. Der Beruf fordert außerdem Fachwissen in
Mathematik, Wirtschaft und
Recht sowie gute Rechtschreibkenntnisse.
Ab dem 1. August bietet das
IBB in Stade und Buxtehude
wieder Umschulungen für
Sport- und Fitnesskaufleute an.
Interessierte erhalten eine individuelle Beratung durch die
Standortkoordinatorinnen Petra Kersten und Svenja Linngrön sowie kostenlosen Probeunterricht.
Alle IBB-Angebote sind zertifiziert und können daher über
einen Bildungsgutschein bezahlt werden, sofern Arbeitsagentur, Jobcenter, Rentenversicherung oder ähnliche Träger
der Umschulungsmaßnahme
zustimmen – sie ist dann für
den Teilnehmer kostenlos.
❑ Informationen: IBB Stade,
Stockhausstraße
1,
콯 0 41 41/4 10 20; oder IBB
Buxtehude, Bahnhofstraße 48
콯 0 41 61/ 71 30 91; Internet:
www.ibb.com/umschulungen.
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AUSBILDUNG 2015
Beruf mit Zukunft
Steuerberatung: Komplizierte Gesetze fördern die Nachfrage
Landkreis (r). Die Nachfrage
nach Steuerberatungsleistungen ist bei dem bekanntermaßen außerordentlich komplexen und nicht unkomplizierten
deutschen Steuerrecht ungebrochen. Folglich ist der Bedarf
an qualifiziertem Nachwuchs
hoch. Eine aktuelle Befragung
der Steuerberaterkammern hat
ergeben, dass die Zahl der Auszubildenden zur und zum Steu-
erfachangestellten im Jahr 2013
um 2,4 Prozent gestiegen ist.
Demnach wählten bundesweit
17 876 junge Frauen und Männer den Einstieg in die Branche, und rund 90 Prozent der
Auszubildenden zeigten sich
mit ihrer Wahl zufrieden. Die
Auszubildenden arbeiten in
den mehr als 90 000 Steuerberaterbüros und -kanzleien bundesweit. Dort bleiben auch
rund 80 Prozent nach Abschluss ihrer Ausbildung. Diese
Ergebnisse belegen das zunehmende Interesse an diesem interessanten, abwechslungsreichen und sicheren Ausbildungsberuf.
Ob Industrie, Handel, Handwerk, Freiberufler oder Privatpersonen, sie alle nehmen die
Dienste von Steuerberatern in
Anspruch, was letztlich die Ar- Die Ausbildung in einem Steuerberaterbüro eröffnet jede
Menge Karrierechancen.
beit so abwechslungsreich
macht.
Steuerfachangestellte
unterstützen die Steuerberater
bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung
der Mandanten. Sie sind befasst mit Fragen der Lohn- und
Gehaltsabrechnung, helfen bei
der Finanzbuchführung und
der Vorbereitung von Jahresabschlüssen für Unternehmen.
Sie sind beteiligt an der Erstellung von Steuererklärungen
und der Prüfung von Bescheiden des Finanzamts. Des Weiteren können grenzüberschreitende Aufgabenstellungen eine
Rolle spielen, die neben fachlichen Qualifikationen auch
Fremdsprachenkompetenz erfordern. Außerdem ist es in aller Regel so, dass Steuerfachangestellte auch einen weitgehenden Einblick in persönliche
Belange und vertrauliche Daten der Mandanten erhalten,
mit denen sie selbstverständlich verschwiegen und verantwortungsvoll umzugehen haben.
Folglich ist die Steuerberatung nicht nur trockener Umgang mit Zahlen. Sie verlangt
auch soziale Kompetenz, die
sich im professionellen, freundlichen und respektvollen Umgang mit den Mandanten zeigt.
Darüber hinaus ist sie äußerst
facettenreich und anspruchsvoll. Wer also Menschen mag,
sich gut ausdrücken kann und
darüber hinaus ein Faible für
Zahlen hat, der hat gute Karten. Fachliche Voraussetzung
für die Ausbildung ist ein qualifizierter Schulabschluss, zum
Beispiel ein guter Realschulabschluss. Bewerber mit Abitur,
Fachhochschulreife oder Absolventen eines kaufmännischen Berufskollegs sind besonders gefragt. Angehende
Steuerfachangestellte
sollten
ein Grundverständnis für wirtschaftliche
Zusammenhänge
sowie Interesse an steuerlichen
und rechtlichen Fragen mitbringen und keine Angst vor
Gesetzes- und Fachtexten haben.
Die Ausbildungsdauer beträgt grundsätzlich drei Jahre.
Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen – zum Beispiel
Foto: Rafalzyk
bei vorliegender Hochschuloder Fachhochschulreife – verkürzt werden. Normalerweise
arbeiten die Auszubildenden in
einer Steuerberaterpraxis. Parallel dazu besuchen sie an ein
bis zwei Tagen in der Woche
die Berufsschule und verknüpfen so den Wissenserwerb in
Theorie und Praxis. Schwerpunkte der Ausbildung sind die
Fachgebiete Steuer- und Rechnungswesen, Betriebswirtschaft
und Wirtschaftsrecht. Der Umgang mit branchenspezifischer
Software gehört ebenfalls zum
vielseitigen Ausbildungsspektrum. Außerdem bekommen
die Azubis zunächst einen
grundlegenden systematischen
Überblick über die Steuerarten
und deren Bedeutung für die
Praxis, beschäftigen sich mit
Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften. Die Ausbildungsvergütung richtet sich unter anderem nach dem Niveau
der Lebenshaltungskosten und
ist – wie Löhne und Gehälter
auch – von Region zu Region
unterschiedlich.
Nach der Ausbildung, der
bestandenen Prüfung und einer
dreijährigen Berufstätigkeit als
Steuerfachangestellte/r kann
die Fortbildungsprüfung zum/
zur Steuerfachwirt/in in Angriff
genommen werden. Damit wäre zugleich der erste Schritt in
Richtung Steuerberater oder
Steuerberaterin getan. Denn als
Steuerfachwirt/in mit insgesamt siebenjähriger Berufstätigkeit auf dem Gebiet des Steuerwesens kann man zu der sehr
anspruchsvollen Steuerberaterprüfung zugelassen werden.
Wird diese bestanden, steht der
beruflichen Selbstständigkeit
als Steuerberater nichts mehr
im Wege. Somit ist der Beruf
des Steuerberaters einer der
wenigen, der auf diesem hohen
Niveau ohne Studium ausgeübt
werden kann. Aber der Weg
dorthin, das sollte nicht verschwiegen werden, erfordert
neben Ehrgeiz und Fleiß auch
Disziplin und hohe Lern- und
Leistungsbereitschaft.
❑ Informationen im Internet:
www.stbk-niedersachsen.de
www.mehr-als-du-denkst.de
AUSBILDUNG 2015
Sich bloß keine
Versicherungen
aufschwatzen lassen
Broschüre „Gut versichert ...“ gibt Tipps
Landkreis (r). Das neue Ausbildungsjahr steht vor der Tür.
Viele junge Menschen müssen
sich in diesen Tagen nicht nur
mit ihrem Ausbildungsvertrag
beschäftigen, sondern auch
mit ihrem Versicherungsschutz. Zum Ausbildungsstart
herrscht Hochkonjunktur für
Versicherungsvertreter. „Ihre
Zielgruppe sind junge, unerfahrene Menschen, denen oftmals falsche und unnütze
Verträge aufgeschwatzt werden“, warnt Bianca Boss,
Pressereferentin beim Bund
der Versicherten (BdV). Die
Unterschrift unter einem falschen Vertrag kann nicht nur
teuer werden. Schlimmstenfalls bietet die Police im
Ernstfall gar keinen Schutz
oder die Versicherungssummen sind zu gering. „Daher ist
eine vorherige, unabhängige
Information unverzichtbar“,
sagt Boss.
Berufseinsteiger sind bei
den Versicherungsgesellschaften eine beliebte Zielgruppe.
Sie sind begehrte Adressaten
für provisionsstarke Kapitalversicherungen. Bianca Boss:
„Von Kapitallebens- oder
Rentenversicherungen sollte
diese Zielgruppe aber die Finger lassen. Wesentlich wichtiger ist eine eigene Privathaftpflichtversicherung, falls keine Absicherung mehr über die
Eltern erfolgt und die Berufsunfähigkeitsversicherung.“
Damit Auszubildende und
Studenten einschätzen können, welche Versicherungen
sie wirklich brauchen oder
besser erst gar nicht abschließen sollten, hat der BdV eine
Broschüre mit praktischen
Tipps erstellt.
❑ Die Broschüre „Gut versichert … in Ausbildung und
Studium“ kann gegen eine
Schutzgebühr in Höhe von
drei Euro beim BdV unter
콯 0 41 93/ 9 42 22 angefordert oder auf der BdV-Homepage kostenlos heruntergeladen werden.
Mehr freiwilliges
Engagement
„Wissenschaftliches Jahr“ soll kommen
Landkreis (r). Die niedersächsische Landesregierung
will das freiwillige Engagement junger Menschen stärken und ein freiwilliges wissenschaftliches Jahr bundesgesetzlich verankern. Eine
entsprechende Gesetzesinitiative wurde kürzlich im
Bundesrat vorgestellt.
Die Initiative hat zum
Ziel, das freiwillige wissenschaftliche Jahr neben dem
freiwilligen sozialen und
dem freiwilligen ökologischen Jahr im Jugendfreiwilligendienstegesetz
als
weitere Säule festzuschreiben. Danach können künftig staatliche Hochschulen
und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die
gemeinsam von Bund und
Ländern institutionell gefördert werden, als Träger
eines freiwilligen wissenschaftlichen Jahres zugelassen werden. Hochschulen
als Träger eines Jugendfreiwilligendienstes
müssen
derzeit noch durch die zuständige
Landesbehörde
zugelassen werden.
„Wir wollen junge Menschen für Wissenschaft und
Forschung begeistern. Von
Biomedizin über Chemie
und Physik bis hin zu Ingenieurwissenschaften:
Mit
dem freiwilligen wissenschaftlichen Jahr erhalten sie
bereits vor dem Studium
Einblicke in die wissenschaftliche Praxis“, sagte die
niedersächsische
Wissenschaftsministerin
Gabriele
Heinen-Kljajic bei der Vorstellung der Bundesratsinitiative. Das freiwillige wissenschaftliche Jahr leiste einen wertvollen Beitrag zur
Orientierung bei der Studien- und Berufswahl und wirke so dem prognostizierten
Fachkräftemangel entgegen.
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
bietet das freiwillige wissenschaftliche Jahr im Zuge eines Pilotprojektes seit September 2011 mit großem Erfolg an. Auf die aktuell 78
Plätze haben sich mehr als
200 Anwärter beworben.
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Wieder ein Workshop „Fit für Ausbildung“
Landkreis (r). Nach dem großen Erfolg der vergangenen
Jahre setzen die IHK Stade
und die Kaufleute- und Schifferbrüderschaft in Stade ihre
Kooperation fort. Auch 2014
findet in den Herbstferien
vom 3. bis 8. November ein
sechstägiger Intensiv-Workshop für interessierte Schülerinnen und Schüler der Stader
Haupt- und Realschulen statt.
Es ist geplant, Kontakte zu
Unternehmen
herzustellen,
um den Jugendlichen Betriebsbesuche zu ermöglichen
und Einblicke in den vielfältigen Betriebsalltag zu geben.
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AUSBILDUNG 2015
Gemeinsam
die Zukunft
entdecken
Neue Broschüre unterstützt Eltern
Landkreis (r). „Ich möchte
später einen Beruf machen,
der mir Spaß macht und mit
dem ich mein Potenzial ausschöpfen kann“, erzählt Psychologiestudent Daniel Kraußer. Doch wie kommen Jugendliche dahin, und welche
Rolle spielen Eltern dabei?
Die neue Broschüre des gemeinnützigen
Förderprogramms
„Studienkompass“,
herausgegeben von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw), unterstützt Eltern, ihre Kinder auf dem Weg
ins Berufsleben zu begleiten.
Der 20-seitige Ratgeber macht
Vorschläge für die Herangehensweise an das Thema,
stellt Wege nach dem Abitur
vor und wirft einen Blick auf
die zukünftige Arbeitswelt.
In die Broschüre bringt der
„Studienkompass“ seine Erfahrungen aus der Begleitung
von mehr als 2600 Jugendlichen bei der Studien- und Berufsorientierung ein. Das Programm wurde 2007 als gemeinsame Initiative der Accenture-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung und der
Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) ins Leben gerufen.
An 30 Standorten bundesweit werden junge Menschen,
die als Erste in ihrer Familie
ein
Studium
aufnehmen
möchten, drei Jahre lang auf
dem Weg ins Studien- und
Berufsleben begleitet.
Die Geförderten kommen
auch in der Broschüre zu
Wort und berichten von ihren
ganz persönlichen Erfahrungen. Experten geben einen
Einblick, wie sich junge Menschen für die Zukunft fit machen können und welche
Qualifikationen gefragt sein
werden. Zahlreiche Links zu
verschiedenen Informationsangeboten laden zum Weiterlesen ein.
„Eltern sind die wichtigsten
Ratgeber und geben ihren
Kindern entscheidende Impulse bei der Berufswahl mit
auf den Weg. Umso wichtiger
ist es, dass sie sich mit ihren
Kindern austauschen und
auch selbst wissen, welche
Möglichkeiten dem Nachwuchs offen stehen. Aus der
Arbeit mit unseren Stipendiaten wissen wir, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf die
Wahl eines Studienganges
oder einer Ausbildung ist, da-
mit Erwartungen auch erfüllt
werden. Mit unserer Broschüre möchten wir eine Hilfestellung geben und zu Diskussionen in der Familie anregen“,
so Dr. Ulrich Hinz, Bereichsleitung Schülerförderung bei
der Stiftung der Deutschen
Wirtschaft.
Die Broschüre kann kostenlos per E-Mail an studien
bestellt
[email protected]
werden
und
steht
auf
www.studienkompass.de/zu
kunft zum Download bereit.
Als gemeinsame Initiative
der Accenture-Stiftung, der
Deutsche Bank Stiftung und
der Stiftung der Deutschen
Wirtschaft unterstützt der
„Studienkompass“ mit vielen
weiteren Partnern Schülerinnen und Schüler aus Familien
ohne akademische Erfahrung
bei der Aufnahme eines Studiums. Der Grund: Besonders
Jugendliche, deren Eltern
nicht studiert haben, finden
auffallend selten den Weg an
die Hochschule. Ziel des Förderprogramms ist es deshalb,
Hemmschwellen für die Aufnahme eines Studiums abzubauen und bei der Studienwahl zu beraten.
„Studienkompass“-Partner
sind die vbw – Vereinigung
der Bayerischen Wirtschaft e.
V., die EWE AG, die Heinz
Nixdorf Stiftung, die KarlSchlecht-Stiftung, der Kölner
Gymnasial- und Stiftungsfonds, die Hans Hermann
Voss-Stiftung, die aqtivator
gemeinnützige GmbH, die
Stiftung Rapsblüte, die Alfried
Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Nordmetall-Stiftung, die Rational AG,
die
Roche
Diagnostics
GmbH, die Bürgerstiftung
Braunschweig, die Rheinische
Stiftung für Bildung, Wissenschaft und berufliche Integration, die Dr. Egon und Hildegard Diener-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft,
die
Karin
Schöpf Stiftung, die Unternehmensverbände im Lande
Bremen und das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF). Schirmherrin des Programms ist die
Bundesministerin für Bildung
und Forschung, Professorin
Dr. Johanna Wanka.
❑ Weitere Informationen
gibt es im Internet unter
www.studienkompass.de.
AUSBILDUNG 2015
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Die Paten weisen den Weg
Modellprojekt im Buxtehuder Unilever-Werk: Jeder Auszubildende hat einen eigenen Ansprechpartner
Von Daniel Beneke
Buxtehude.
Normalerweise
sind die sieben Ausbildungsplätze im Buxtehuder UnileverWerk spätestens bis Weihnachten besetzt. In diesem Jahr kam
es anders: „Wir sind bestrebt,
unsere Fachkräfte selbst auszubilden. Aber zum ersten Mal
hatten wir noch im März zwei
Ausbildungsplätze zu vergeben“, berichtet Susanne Loche
aus der Personalabteilung des
Chemieunternehmens. Dabei
tut Unilever viel, um sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb zu
profilieren und die jungen
Nachwuchskräfte frühzeitig in
das Unternehmen zu integrieren. Die Teilnahme an Ausbildungsmessen und besonderen
Aktionen wie der „Nacht des
Wissens“ oder „Nacht der Ausbildung“ soll bei jungen Menschen das Interesse für eine
Ausbildung in dem Unternehmen wecken.
In den letzten Jahren wurde
es für Unilever immer schwerer,
geeigneten Nachwuchs zu finden. Die Zahl der Bewerbungen
und auch ihre Qualität gingen
zurück. Vor zwei Jahren wurde
deshalb das Modellprojekt
„Ausbildungspaten“ aus der
Taufe gehoben: Jeder neue Auszubildende erhält einen Paten
aus den höheren Lehrjahren,
der den Neueinsteiger vom Tag
der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages bis in die ersten
Wochen der Ausbildung begleitet. Die Auszubildenden sollen
sich so frühzeitig mit dem Unternehmen identifizieren. „Die
Zeit von den Bewerbungsgesprächen vor Weihnachten bis
zum Start der Ausbildung im
September ist lang. Wir möchten erreichen, dass sich die neuen Auszubildenden schon in
dieser Zeit mit unserem Unternehmen vertraut machen können. Die Ausbildungspaten bieten einen Austausch auf Augen-
Matthias Henseler ist angehender Mechatroniker und au- Kathleen Falcke ist bei Unilever in Buxtehude Auszubilßerdem Ausbildungspate.
dende zur Chemielaborantin.
höhe“, erklärt Susanne Loche.
So soll auch verhindert werden,
dass sich die jungen Leute kurzfristig für einen Ausbildungsplatz in einem anderen Unternehmen entscheiden.
Bei einem Kennenlernabend
werden die angehenden Auszubildenden und ihre Eltern eingeladen, in einem feierlichen
Rahmen das Unternehmen kennenzulernen. Es gibt Führungen
durch den Betrieb, und die Ausbilder stellen sich vor. „Auch
die Eltern unserer Auszubildenden sollen wissen, was bei uns
passiert. Wir möchten ihnen die
Angst nehmen“, sagt Sabine Loche. „Meine Eltern kommen
nicht aus der Industrie und haben sich gefreut, hier alles sehen
zu können“, sagt Kathleen Falcke (21), Auszubildende zur
Chemielaborantin. Die neuen
Auszubildenden lernen an
diesem Abend
zum
ersten
Mal ihre Ausbildungspaten kennen. Fortan sind sie die Ansprechpartner für alle Fragen,
die ihnen rund um Ausbildung
und Betrieb unter den Nägeln
brennen. „Für mich war es sehr
schön, einen Ansprechpartner
zu haben, der mich von Anfang
an begleitet“, erzählt Hendrik
Bethmann. Der 18-Jährige absolviert gerade seine Ausbildung
zum Chemikanten und bekam
als einer der ersten Auszubildenden einen Paten zur Seite
gestellt.
Am Tag der ärztlichen Untersuchung, die für die neuen Auszubildenden verpflichtend ist,
organisieren die Paten ein gemeinsames Frühstück. „Die
Ausbildungspaten und die neuen Auszubildenden sind dann
unter sich. Das ermöglicht einen besseren Austausch“, sagt
Matthias Henseler. Der angehende Mechatroniker hat sich
bereit erklärt, Ausbildungspate
zu werden. Das Modellprojekt
ist in den Augen des 18-Jährigen
„eine tolle Sache“. Bei den neuen Auszubildenden sorge die
Möglichkeit des direkten Drahts
zu einem Gleichaltrigen für „ein
beruhigendes Gefühl“.
Sein Kollege Timothy-Daniel
Götz (19), Auszubildender
zum Elektroniker für Betriebstechnik und ebenfalls Ausbildungspate, hält das Konzept
seines Arbeitgebers für nachahmenswert: „Irgendwann machen das alle Unternehmen“,
ist er sich sicher.
Zum ersten Mal beteiligte
sich Unilever in diesem Jahr
auch an einem neu aufgelegten
Projekt der Industrie- und
Handelskammer. 18 Realschüler, die von ihren Lehrern
auf Grund besonderer Be-
gabungen in den naturwissenschaftlichen und technischen
Fächern ausgewählt wurden,
durften hinter die Kulissen des
Unternehmens blicken. Eine
Führung durch das Werk und
Besuche in den einzelnen Abteilungen vermittelten den Jugendlichen einen Eindruck
von den verschiedenen Berufsbildern und der gelebten Unternehmenskultur.
Standort Buxtehude
Unilever produziert seit 1972 in
Buxtehude. Derzeit stellen rund
450 Mitarbeiter Duschgels,
Cremes und Lotionen der Marken Axe und Dove her. Jedes
Jahr vergibt das Chemieunternehmen hier sieben Ausbildungsplätze in den Berufen
Chemikant,
Chemielaborant,
Elektroniker für Betriebstechnik
und Mechatroniker.
❑ Informationen im Internet:www.unilever.de/careers/
Timothy-Daniel Götz möchte Elektroniker Zum ersten Mal im März noch freie Ausbildungsplätze: Hendrik Bethmann absolviert gerade seine
werden und ist Ausbildungspate.
Susanne Loche aus der Personalabteilung. Fotos: Beneke Ausbildung zum Chemikanten.
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AUSBILDUNG 2015
Mehr als eine bloße Holzkiste
Holzmechaniker: Profis auch für spektakuläre Verpackungen – Steigender Welthandel sorgt für mehr Nachfrage
Landkreis (r). Kaum etwas ist
so schwierig wie die Entscheidung für den richtigen Beruf.
Das gilt umso mehr, als man
als junger Mensch nicht immer
genau weiß, was für hochinteressante Jobs es eigentlich gibt.
Einer davon ist der Holzmechaniker in der Packmittelbranche – mit spannender Ausbildung und guten Übernahmechancen. „Grundlage für
diesen attraktiven Lehrberuf ist
ein gewisses Maß an handwerklichen Fähigkeiten und eine bewusste Entscheidung für
den natürlichen Werkstoff
Holz. Liegt das vor, dann steht
einer Lehre zum Holzmechaniker mit einem Fachrichtungsschwerpunkt im Bereich Holzpackmittel nichts mehr im Wege“, so Siegfried von Lauvenberg, Geschäftsführer des Bundesverbandes Holzpackmittel,
Paletten,
Exportverpackung
(HPE) e.V.
Was zunächst vielleicht „gewöhnlich“ erscheint, ist bei genauerer Betrachtung spektakulär: Lehrlinge zum Holzmechaniker der Fachrichtung „Bauelemente, Holzpackmittel und
Rahmen“ entwickeln sich im
Laufe der Ausbildung zu Profis
Gute Perspektive: Ausbildung zum Holzmechaniker im HPE-Betrieb.
in der Herstellung von Holzverpackungen und Paletten für
Waren, die innerhalb Deutschlands, Europas oder in die ganze Welt verschickt werden. Bei
einer einfachen, kleinen Transportkiste ist dabei noch lange
nicht Schluss: Auch große
Schiffsmotoren,
imposante
Flugzeugturbinen und riesige
Filteranlagen für multinationale Industrieunternehmen müs-
sen perfekt verpackt werden,
damit sie – ohne Schaden zu
nehmen – ihr Ziel erreichen.
Holzmechaniker
fertigen
Holzkisten in fast allen denkbaren Größen, Paletten und
Kabeltrommeln in Standardund Sondergrößen sowie Verpackungen für Exportprodukte,
die per Lastwagen, Bahn,
Schiff oder Flugzeug transportiert werden müssen. „Grund-
Foto: HPE
voraussetzungen für die dreijährige Lehre sind mindestens
ein Hauptschulabschluss und
technisches Verständnis. Weiß
der angehende Lehrling dann
noch mit Zahlen und Maßen
umzugehen und arbeitet er gerne im Team, ist diese Ausbildung die richtige Wahl“, so von
Lauvenberg. Die Nachwuchskräfte lernen an Maschinen
und Anlagen den richtigen
Umgang mit Holz. Dazu
kommt die Arbeit mit Metallelementen und Kunststoffteilen, da jedes Transportgut unterschiedliche Anforderungen
an die Konstruktion und die
Stabilität der Verpackung stellt.
Die praktische Ausbildung
wird durch Unterricht an der
Berufsschule ergänzt. „Aktuell
werden außerdem die Ausbildungsinhalte noch enger an die
heutigen Bedürfnisse der Branche angepasst“, so von Lauvenberg. Darüber hinaus bietet
die Holzfachschule in Bad Wildungen einen überbetrieblichen Kurs für Auszubildende
im dritten Lehrjahr an. In diesem werden die Kenntnisse
und Fertigkeiten praxisorientiert vertieft. Zudem plant der
HPE eine überregionalen Berufsschulklasse in NordrheinWestfalen, um die schulische
Ausbildung noch besser an die
Anforderungen
anzupassen.
„Der internationale Handel
wird in den nächsten Jahren
weiter stark zunehmen. Deshalb gilt der Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses
höchste Priorität“, erklärt der
HPE-Geschäftsführer.
❑ Internet: www.hpe.de

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