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Deutscher Kinderschutzbund
Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Zum Brook 4, 24143 Kiel
Tel. 0431 / 805249, Fax 82614
[email protected]
www.kinderschutzbund-sh.de
Pressemitteilung
Kiel, 23.03.12
Tag der Gewaltfreien Erziehung am 30. April
Weniger körperliche Bestrafungen, aber immer noch großer Aufklärungsbedarf der Eltern
über kindliches Verhalten
Eine jüngst von der Zeitschrift ELTERN veröffentlichte FORSA-Umfrage kommt zu folgenden
Ergebnissen: Mindestens ein bis zwei Mal im Jahr einen „Klaps auf den Po“ geben 40 Prozent
aller befragten Eltern, das sind 13 Prozent weniger als noch im Jahr 2007. 10 Prozent der Eltern haben ihr Kind geohrfeigt, 4 Prozent „den Hintern versohlt“. Bei diesen „Erziehungsmaßnahmen“ entsprechen die Werte in etwa denen von 2007. „Auch wenn die Entwicklung zum Teil
positiv ist, ist doch besorgniserregend, dass Eltern sogar handgreiflich gegen ihre Kinder im Alter unter zwei Jahren werden“, erklärt Irene Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes
Schleswig-Holstein, anlässlich des Tages der Gewaltfreien Erziehung am 30. April. Denn auch
das hat die FORSA-Umfrage gezeigt: Bei den Kleinsten, also Kindern im Alter bis zwei Jahre,
gibt fast die Hälfte aller Eltern „einen Klaps auf den Po“, 11 Prozent geben ihnen eine Ohrfeige
und 4 Prozent „versohlen ihnen den Hintern“. Und das in den meisten Fällen, weil ihre Kleinkinder „frech, unverschämt“ waren (34 Prozent) oder „nicht gehorcht“ haben (53 Prozent). „Das
sind Aussagen, die man vielleicht bei Kindern in der Pubertät erwarten würde, aber doch nicht
bei Kindern, die keine zwei Jahre alt sind“, so Johns. „Diese Antworten zeigen, wie wenig einige
Eltern immer noch über das altersgemäße Verhalten und die Entwicklung von Kindern wissen.
Auch haben sie vielfach zu hohe Erwartungen haben, was ihr Kind schon können oder wissen
muss.“ Hier bestehe immer noch erheblicher Aufklärungsbedarf. „"Der Tag der gewaltfreien Erziehung wird leider wohl in den nächsten Jahren immer noch darauf aufmerksam machen müssen, dass Gewalt jedweder Form im Umgang mit Kindern nichts zu suchen hat“, fürchtet die
Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Kinderschutzbundes. Die Umfrage macht nicht nur
deutlich, dass es weiterhin verstärkter Aufklärung und Information bedarf, sondern zudem einer
Stärkung und eines Ausbaus der Frühen Hilfen für Eltern mit Kleinkindern und Säuglingen.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Jörn Radtke, Tel. 0431/36 40 771, E-Mail: [email protected]
Seit November 2000 ist die gewaltfreie Erziehung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Im § 1631,
Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) heißt es: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind
unzulässig.“ Mit dem „Tag der Gewaltfreien Erziehung“ macht der Deutsche Kinderschutzbund alljährlich
am 30. April bundesweit auf dieses Recht aufmerksam.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Jörn Radtke, Tel. 0431/36 40 771, E-Mail: [email protected]