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4,00 Euro H12719
15.03.2016 bis 15.05.2016
foyer
Das Kulturjournal
für Bremen und den Nordwesten
114
Festival „Jazzahead!“
22. April: Maite Hontelé im
Kulturzentrum Schlachthof
3 foyer
Inhalt
.................................................
Theater
04 RIVALINNEN „Maria Stuarda“ am Theater Bremem
06 HEXENJAGD Miller-Klassiker am Goetheplatz
Editorial
07 EMOTION ELTERN Neues Stück von Samir Akika
08 UMDENKEN Interview mit Benedikt von Peter
09 SCHWIERIGE SUCHE Wer wird Bremer GMD?
10 SEELENTIEFE „Eugen Onegin“ in Bremerhaven
11 MOZART REQUIEM Ballett von Sergei Vanaev
Poschners Erbe
12 IM ELFENREICH Oldenburger „Sommernachtstraum“
Noch eine Spielzeit, dann geht die Ära des
Generalmusikdirektors Markus Poschner
in Bremen nach zehn Jahren unweigerlich
zu Ende. Der beim Publikum wie bei den
Philharmonikern gleichermaßen beliebte
Dirigent kehrt der Hansestadt den Rücken
und geht nach Linz, wo er Chef des Bruckner-Orchesters wird. Ein Nachfolger wird
seit geraumer Zeit gesucht, an Bewerbern
herrscht dem Vernehmen nach kein Mangel – nahezu 100 (!) Kandidaten sollen ihren Hut in den Ring geworfen haben.
Die Stelle ist also überaus begehrt, was einerseits vom bundesweit guten Ruf des Orchesters zeugt und andererseits auch mit
der Intendanz von Michael Börgerding zusammenhängen wird. Er holte phantasievolle, couragierte Opernregisseure an den
Goetheplatz, deren Inszenierungen weit
über Bremen hinaus für Aufsehen sorgten
und mit viel Anerkennung bedacht wurden.
Schon deshalb dürfte es für so manchen
„hochkarätigen“ Dirigenten ausgesprochen reizvoll sein, die Poschner-Nachfolge anzutreten.
Gegenwärtig läuft nun das Auswahlverfahren für den künftigen GMD, wobei sich
offenkundig ein interessanter Aspekt abzeichnet. Erstmals in der nahezu 200-jährigen Geschichte des einstigen Staatsorchesters könnte nämlich eine Frau das
Pult der Bremer Philharmoniker übernehmen. Wie zu hören ist, sollen gleich mehrere namhafte Aspirantinnen „im Rennen“
sein, denen durchaus gute Chancen zugeschrieben werden, zumal diese Lösung am
Goetheplatz ein deutliches Wohlwollen genießen soll.
So oder so: Spätestens im Juni – so erklärte Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz
gegenüber foyer – wird die Entscheidung
fallen. Wir dürfen gespannt sein!
13 STURZFLUG Rocko Schamonis „Fünf Löcher“
14 DOPPELTE HOLLY Zweimal „Frühstück bei Tiffany“
15 THEATER SZENE Neues von Bühnen der Region
16 OPERNPREMIEREN im Nordwesten
17 OPERNRÄTSEL
20 SCHAUSPIELPREMIEREN in der Region
21 SCHAUSPIELRÄTSEL
22 PREMIEREN-RUNDSCHAU
.................................................
Musik
24 MUNTERER MIX 11. Messe „jazzahead!“
26 KONZERTE IN DER GLOCKE
28 JAZZTIPPS
29 KIRCHENMUSIK Konzerte zur Passion
30 BREMER PHILHARMONIKER Seebilder
32 KONZERTTIPPS | CD-TIPP
.................................................
Kunst
34 ÜBERBLICK „Malerinnen um 1900“ in Lilienthal
34 KUNSTRÄTSEL
foyer
im Internet lesen
Ganz bequem, wann
immer Sie möchten unter
foyer-kulturjournal.de
36 BERÜHREND Der „Exodus“-Zyklus von Chagall
38 FILIGRANE GEBILDE „Spitzenwerke“ in Emden
39 WITZ UND IRONIE „Stichproben“ in Oldenburg
40 KUNSTWERKE Neues aus Museen und Galerien
42 IN NEUEM LICHT Weserburg und Wagenfeld
.................................................
Gesellschaft
44 LITERATUR Buchbesprechungen
46 LITERATUR Buch & Musik | NordMord
47 SERIE „Was macht denn…?“
48 KINOTIPPS | Neu auf DVD
50 KOLUMNE NACHGEDACHT Flüchtige Gedanken
52 ROLLENSPIEL
54 PANORAMA WISSENSCHAFT
55 WISSENSCHAFT Die Tiefseeforscherin Antje Boetius
56 KULTURKALENDER Premierendaten
57 KULINARISCH/PR Atlantic Grand Hotel Bremen
66 KULTUR FORUM Notizen aus Galerien und Museen
Peter Schulz
Chefredakteur
68 KULTUR FORUM Nachrichten aus der Region
70 GLOSSE | FOYER-AUTOREN | IMPRESSUM
foyer 4 Theater Bremen Maria Stuarda
„Maria Stuarda“ von Gaetano Donizetti am
Bremer Theater: Rivalinnen um Mann und
Thron
Text: Markus Wilks
Maria Stuart um 1558, Porträt von François Clouet
Auf Leben und Tod
I
st es nicht ein Widerspruch, dass die
so emotionale, existenzielle Rivalität
zweier Frauen ausgerechnet mit italienischem „Schöngesang“ ausgedrückt wird
(wobei der Begriff Belcanto im eigentlichen Sinne einen Gesangsstil und eine Gesangstechnik bezeichnet, aber zumeist als
Überbegriff für eine Musikepoche benutzt
wird)? Opernliebhaber wissen jedoch,
dass Komponisten wie Gaetano Donizetti es verstanden haben, eine derart expressive, quasi zeitlose Tonsprache zu entwickeln, und dass Belcanto-Aufführungen
oft mit Ovationen seitens des Publikums
enden, weil sie uns emotional berühren.
Es ist ein Drama der extremen Gefühle.
Maria Stuarda, Königin von Schottland,
und Elisabetta, Königin von England,
sind Rivalinnen um Mann und Thron,
wobei die englische Regentin die Gunst
der Macht besitzt und die verhasste Rivalin jahrelang im Gefängnis ausharren
und später hinrichten lässt.
Diese Rivalität der Diven lässt sich ideal
mit der Kunstwelt des Belcanto ausdrücken. Gaetano Donizetti hat das getan
und uns mit „Maria Stuarda“ eine Oper
der großen Gefühle hinterlassen – königliche Rivalinnen auf Leben und Tod.
bereits mit „Die Sache Makropulos“, „Orlando furioso“, „Der Blick der Tosca“ und
zuletzt „Carmen“ Erfolge feiern konnte.
Man darf vermuten, dass sie berufsbedingt
die Donizetti-Oper nicht allein wegen der
Schönheit der Musik inszeniert, sondern
auch Gefallen am Stoff und dem geistigen
Gehalt des Werkes findet.
Inhalt zu füllen, ohne ihn nebensächlich
werden zu lassen.“
„Ich gestehe, dass ich beim Angebot des
Theaters, ‚Maria Stuarda’ zu inszenieren,
zunächst etwas skeptisch gewesen bin“,
verrät Anna-Sophie Mahler. Doch habe sie
alsbald Begeisterung für das Werk und den
Regieauftrag entwickelt. „Als Regisseurin
fürchtet man bei einer Donizetti-Oper zuBei „Maria Stuarda“ in Bremen wird dies
nächst die langen Arien und überlegt, wie
(hoffentlich) ebenso geschehen. Inszeniert man ‚Arienblasen’, die der Handlung eiwird die 1835 uraufgeführte Oper von An- gentlich entgegenstehen, verhindern kann.
na-Sophie Mahler, die in der Hansestadt
Vielmehr ist man bemüht, den Gesang mit
Zugleich betont sie, dass Donizetti die Musik zu „Maria Stuarda“ sehr theatral gedacht und nie die Handlung aus den Augen
verloren habe. „Daher freue ich mich jetzt
sehr, dieses Werk auf die Bühne zu bringen, und wir hoffen, dass es uns gelingt,
den ‚schönen Gesang’ zu einem spannenden Drama zu verdichten“, verriet sie in einem Gespräch, das zu Beginn der Probenphase stattfand.
Obwohl die beiden Hauptfiguren Maria Stuarda und Elisabetta sich in Wirklichkeit
nie begegnet sind, empfindet Anna-Sophie
Mahler die von Schiller konstruierte und
von Donizetti übernommene fiktive Begegnung zweier großer Frauen als faszinierend:
Theater Bremen Maria Stuarda 5 foyer
„The Darnley Portrait“, c. 1575, Federico Zuccaro, © National Portrait Gallery, London
„Beide Königinnen wirken auf mich einerseits wie Doppelgängerinnen, die das gleiche wollen und ähnliche Situationen erfahren haben, andererseits wie Gegenpole.“
Anna-Sophie Mahlers Inszenierung richtet nun den Fokus auf die Figur der Elisabetta, ihren inneren Kampf und ihre
wachsende Verzweif lung. „Nach der Begegnung mit Maria Stuarda, die Elisabetta vorwirft, nicht die rechtmäßige Thronerbin von England zu sein, kippen wir in
Elisabettas Alptraum. Der Bühnenraum,
zu Beginn des Stücks eine Überwachungszentrale irgendwo im Nirgendwo, wird zu
einer Art Spiegelkabinett, in dem sich Elisabetta selbst begegnet.“
In der Zeit, in der die Opernhandlung ansetzt, ist es Elisabeth, die für Mary Stuarts
Leben in Kerkerhaft und deren Hinrichtung verantwortlich ist. Doch in früheren
Jahren, unter der Herrschaft ihrer eigenen
Schwester, musste Elisabeth selbst als vermeintliche Verräterin in Gefangenschaft leben und den Tod fürchten. Vom Wesen allerdings unterscheiden sich die beiden Frauen Spannend dürfte die Auseinandersetzung
stark, denn während Mary Stuart, bereits
zwischen den Belcanto-Diven auch desmit sechs Tagen zur Königin gekrönt, von
halb werden, weil das Theater Bremen
Leidenschaft getrieben lebte und ihr Land
mit Patricia Andress (Maria) und Thereunter ihrer Regierung eher Schaden nahm, sa Kronthaler (Elisabetta) zwei ganz unmusste sich Elisabeth ihren Königstitel
terschiedliche Sängertypen ausgewählt
hart erkämpfen. Sie wurde erst mit 25 Jahhat, die wie „zwei Seiten einer Medaille die
ren gekrönt
und regier- „Beide Königinnen wirken auf mich einerseits wie
te mit KalDoppelgängerinnen, ... andererseits wie Gegenpole.“
kül zu Gunsten Englands. Elisabeth hatte Skrupel, die
Prinzipien Ratio und Leidenschaft“ verinhaftierte Mary hinrichten zu lassen, nicht körpern, so Anna-Sophie Mahler. Sie hatte
zuletzt da sie Angst hatte, dass die Hinrich- mit Theresa Kronthaler, dem Gast von der
tung einer Königin gegebenenfalls auch ihre Komischen Oper Berlin, zuletzt eine fuleigene Hinrichtung legitimieren könnte. Sie minante Carmen erarbeitet und dürfte in
rang daher über Jahrzehnte mit dieser Ent- ihr eine wandlungsfähige Darstellerin gescheidung.
funden haben. Zwar gibt es mit den Figu-
ren Leicester, Cecil und Talbot auch männliche Figuren, die für Liebessehnsucht und
Intrigen „benötigt“ werden, doch im Vordergrund stehen das Schicksal und das
Verhältnis der beiden Königinnen.
Am Dirigentenpult agiert ein weiteres Mal
der schwedische Barockspezialist Olof Boman, der am Goetheplatz bereits „Orlando furioso“ und „Oreste“ geleitet hat und
der Regisseurin bei der Entwicklung der
Produktion zur Seite stand. „Wir haben
auch zusammen überlegt, welche der üblichen Kürzungen wir übernehmen und welche wir zusätzlich einrichten werden“, berichtet Anna-Sophie Mahler. Gemeinsam
(das ist an Theatern nicht selbstverständlich) erarbeiten Mahler, Boman und ihr
Team eine große, tragische Belcanto-Oper,
bei der Musik und Szene eine starke Ausdruckskraft bekommen sollen.
Premiere am 2. April, 19.30 Uhr, im Theater am Goetheplatz. Weitere Vorstellungen: 7., 10., 17. und 29. April; 11. und 14.
Mai. Darsteller: Patricia Andress (Maria
Stuarda), Theresa Kronthaler (Elisabetta),
Hyojong Kim (Graf Leicester), Loren Lang
(Cecil). Musikalische Leitung: Olof Boman; Regie: Anna-Sophie Mahler; Bühne:
Duri Bischoff; Kostüme: Geraldine Arnold.
foyer 6 Theater Bremen Hexenjagd
Verfolgung im Namen Gottes: Theater Bremen
greift „Hexenjagd“ von Arthur Miller auf
Text: Sven Garbade
Arthur Miller
Kollektiver
Wahn
D
ie Kulturgeschichte offenbart einige bedenkliche Belege, wie sich der
Konformitätsdruck einzelner Gesellschaften bis zum kollektiven Wahn steigern kann – und am Ende sogar sämtliche
Erbstücke der Vernunft auf den Scheiterhaufen wirft. Mittelalterliche Hexenverfolgungen bildeten einen besonders fatalen
Brennpunkt von religiösem Übereifer und
gesellschaftlicher Gruppendynamik. Mit
Arthur Millers „Hexenjagd“ nimmt sich das
Bremer Schauspiel jetzt einen zentralen
Theatertext zu diesem Thema vor.
zwischen Renaissance und Gegenwart. In
Analogie zur Kommunisten-Verfolgung der
McCarthy-Ära zeigte er die ebenso unaufhaltsame wie perfide Verselbstständigung
von Fehlurteilen – aber auch die dynamisierenden Kräfte der Desinformation.
Um sich selbst von dem Vorwurf der Hexerei zu entlasten, beginnt in dem Stück eine
Gruppe junger Mädchen, wahllos andere Gemeindemitglieder zu beschuldigen.
Die Kinder behaupten, dass jeweils andere
Dörfler mit dem Teufel im Bunde ständen
– dabei wollten sie eigentlich nur heimlich
Miller schrieb „Hexenjagd“ nach Ende des nackt tanzen. Aus Verteidigung wird Ver2. Weltkriegs und musste bereits einen er- leumdung, und das Strohfeuer der gegenheblichen historischen Abstand zum Stoff seitigen Anklagen treibt das gesamte Dorf
überbrücken. Hexen und Hexenverfolgung zu geistigem Flammenwurf.
waren auf dem Theater seit Jahrhunderten
einem bisweilen verniedlichenden Prozess „In Zeiten der Kriege im Namen Gottes“
ausgesetzt. Auf der Bühne drohen die Wur- habe das Stück „auch im 21. Jahrhundert
zeln von Hexenkult und Teufelsaustreinichts an Brisanz, Schrecken und Wahrbung auf geradezu pittoreshaftigkeit verloren“,
kes Format zu schrumpfen. „In Zeiten der Kriege schreibt die Bremer DraMan denke nur an die Hematurgie über die geplanim Namen Gottes“
xen bei „Macbeth“ oder im
te Inszenierung, die von
„Faust“ – sie geben uns heute kaum noch
Klaus Schumacher als großes Ensembleeinen realistischen Eindruck vom tatsäch- Theater (mit Annemaaike Bakker als Abilichen Ausmaß echter Hexenverfolgung.
gail Williams) eingerichtet wird.
Um die Möglichkeit von gesellschaftliPremiere am 22. April, 19.30 Uhr, Theater
cher Mordbereitschaft ins gegenwärtiam Goetheplatz. Weitere Vorstellungen:
ge Bewusstsein zu rücken, unternahm im 28. April; 4. Mai.
Jahr 1953 Arthur Miller den Brückenschlag
THEATER BREMEN The Maidenhair Tree & The Silver Apricot
Emotion Eltern
Foto: Jörg Landsberg
Tanzchef Samir Akika zeigt im Kleinen Haus
„The Maidenhair Tree & The Silver Apricot“
Text: Sabine Komm
Maidenhair Tree ist die englische Bezeichnung für Gingko. Samir Akika nennt
seine jüngste Produktion für das Bremer
Theater „The Maidenhair Tree & The
Silver Apricot“, weil es hier im übertragenen Sinn um das Wachsen geht, um die
Trennung von den Eltern und deren Tod.
Hatte sich Akika in „Teenage Area“, einer
seiner besten Produktionen, mit der
Pubertät auseinandergesetzt, dreht sich
diesmal alles um Vater, Mutter, Kind. Im
Rhythmus von E-Gitarre und Schlagzeug
lässt der Choreograf die Tänzer rennen,
sich umarmen, sich abstoßen, straucheln.
Ein Mann klammert sich abwechselnd an
Kind und Frau. Tänzerinnen flattern mit
dem Armen, um aufgefangen zu werden.
Im nächsten Moment Unterdrückung.
Häutung. Erschöpfung.
Akika findet kraftvolle Bilder für Emotionen wie Eifersucht und Enttäuschung. Die
Tänzer tragen mal Alltagsklamotten und
dann wieder elegante Kleider und Anzüge
wie bei einer Hochzeit oder Trauerfeier.
Akika, Franzose mit algerischen Wurzeln,
weiß, was es bedeutet, weit weg von den
Eltern zu sein. „Auch ich habe meine Heimat verlassen. Wir sind Tänzer. Wir sind
Nomaden.“ Sein Vater lebt in Paris, seine
Mutter in der Bretagne – getrennt. Familie
bedeutet für den 49-jährigen Choreografen
Heimat, vertraute Gerüche und Humor,
aber auch Fremdheit.
Solche Erfahrungen und die seiner durch
fünf junge Talente verstärkten Compagnie
sind in das Stück eingeflossen. Eine Tänzerin konnte sich von ihrer früh verstorbenen Mutter nicht mehr verabschieden.
Jemand ist in einer Hippie-Kommune groß
geworden und weiß nicht, wer sein Vater
ist. Brüder haben sich auseinandergelebt.
Und klar spielt bei Akika immer auch das
Kino eine Rolle. Diesmal sind es Familienfilme wie „Kramer gegen Kramer“, Robert
Redfords „Eine ganz normale Familie“ und
die dänische Produktion „Das Fest“. Wie
solche Filme soll auch die Tanzproduktion
alle Menschen begeistern, vom „Proll“ bis
zum Manager. Akika will sie packen mit
kraftvoll emotionalem Tanz und Livemusik.
Dazu das Bühnenbild der Japanerin Nanako
Oizumi: ein Stammbaum, ähnlich den
Maschinen-Skulpturen von Jean Tinguely.
Ein Konstrukt, das ausgehend von Mutter
und Vater in den Himmel wächst – wie ein
Gingko, wie „The Maidenhair Tree“.
Premiere am 24. März, 20 Uhr, im Kleinen
Haus. Weitere Vorstellungen: 26. März; 3.,
16., 20. und 22. April.
7 foyer
foyer 8
INTERVIEW Benedikt von Peter
Benedikt von Peter über seine neue Position
als Intendant des Stadttheaters Luzern und
das Bremer Publikum
Text: Ute Schalz-Laurenze
Umdenken ist angesagt
E
in Jahr früher als ursprünglich vereinbart hat Benedikt von Peter (38),
bislang Operndirektor im Theater
am Goetheplatz, Bremen den Rücken gekehrt. Die einen waren erleichtert, die anderen entsetzt: noch jede seiner gewagten
Inszenierungen hat das Publikum gespalten. Unvergesslich sind seine Inszenierungen von Verdis „La Traviata“, Weills „Mahagonny“ und Wagners „Meistersinger von
Nürnberg“, die weiterhin auf dem Spielplan
stehen werden. Nun ist er am Opernhaus
Luzern und versucht dort, auch als Intendant die Szene aufzumischen. Mit ihm wird
Clemens Heil, bislang 1. Kapellmeister in
Bremen, als Musikdirektor nach Luzern gehen. foyer traf Benedikt von Peter in Bremen.
Herr von Peter, wie ist für Sie das Jahr vergangen?
Benedikt von Peter: Mit einer ziemlichen
Doppelbelastung. Neben den Vorbereitungen für Luzern habe ich auch noch zwei Inszenierungen gemacht: das „Mädchen mit
den Schwefelhölzern“ in Frankfurt und
„Aida“ in Berlin an der Deutschen Oper.
Sie haben damals gesagt, Sie reize die grö-
ßere Verantwortung für einen Spielplan. Austausch, also über Gedanken und GeMit welchen bürokratischen Anforderun- fühle zu den Inhalten gefunden. Das ist
gen ist das aber verbunden?
vielleicht so etwas wie ein protestantiVon Peter: In Luzern teile ich mir die
sches Ethos und das habe ich besonders
Opernleitung mit Brigitte Heusinger. Ich
geschätzt. Das Luzerner Publikum kann
empfinde die neuen Anforderungen an
ich noch nicht komplett einordnen. Ich
mich weniger bürokratisch. Spezielle Armag die Stadt und die Art und Weise, wie
beitsbedingungen und die künstlerische
die Menschen hier miteinander umgehen,
Philosophie
an einem Haus Ein Stadttheater hat die Aufgabe, für künstlerische
sind mit das
Formen zu öffnen und zu sensibilisieren.
wichtigste für
ein künstlerisches Gelingen. Da muss man mag auch die Genauigkeit und Gründlichgenau so erfinderisch und kreativ arbeiten keit. Und ich hoffe, dass es uns gelingt, die
wie beim Inszenieren. Nur arbeitet man
Menschen auf unsere Reise mitzunehmen.
eben anders mit knapp 400 Mitarbeitern
In welchem Maß fließen dementspreund 32 Premieren in den verschiedenen
chende Rücksichten in die konzeptionelSparten. Da muss ich oft umdenken, ganz len Planungen ein?
anders führen, auch lernen, mehr Freihei- Von Peter: Es ist die einzige katholische
ten zu geben.
Stadt der Deutsch-Schweiz, man spürt so
ein vergesellschaftetes, ein partizipatives
Es gibt in jeder Stadt ein bestimmtes kul- Dasein, alle haben Ehrenämter und ein
turelles Klima. Können Sie sagen, inextremes Engagement für die Stadt. Ich
wiefern Sie das Bremer Publikum so gewürde mal sagen: das ist die bauchigste
schätzt haben, wie Sie mal sagten, und
Stadt der Schweiz, warm und emotional.
wie Sie das Publikum in Luzern erleben?
Ich fühle mich schon ein bisschen zu HauVon Peter: Das Bremer Publikum hat letzt- se... Falsche Rücksichten zu nehmen ist ja
lich immer über das Gespräch und den
nicht immer das richtige Rezept, aber ich
bremen Suche nach neuem GMD 9 foyer
Markus Poschner (GMD), Foto: Bremer Philharmoniker; Henning Köpke
Schwierige Suche
nach neuem GMD
habe mich schon viel hineingespürt in das
Leben hier.
Hat ein Stadttheater die Aufgabe, zeitgenössische Musik zu machen?
Von Peter: Ein Stadttheater hat die Aufgabe, für künstlerische Formen zu öffnen
und zu sensibilisieren. Davon ist die zeitgenössische Musik nur eine Möglichkeit.
Grundsätzlich möchte ich Gegenwärtigkeit
von Stoffen und Musik fühlbar machen.
Das kann eine Uraufführung sein, aber
auch jeder Augenblick in der Inszenierung
eines historischen Werkes.
Wie wird Ihr erster Spielplan aussehen?
Von Peter: Da darf ich natürlich vor der
Pressekonferenz noch nichts verraten. Nur
so viel: Ich teile die Spielzeit in sechs große Räume auf, in architektonische und vor
allem „soziale“. Wir werden sehr vernetzt
arbeiten, mit unseren Kulturpartnern, mit
dem Lucerne-Festival, mit der freien Szene... Ein Ziel ist, das traditionelle Stadttheater strukturell zu untersuchen, dessen Betriebsformen aber auch mithilfe von
Strategien der Versammlung und Teilhabe
aktuell fühl- und erlebbar zu machen.
S
o etwas nennt man die Qual der
Wahl: Kultur-Staatsrätin Carmen
Emigholz, Christian Kötter-Lixfeld
als Intendant der Bremer Philharmoniker und Theaterchef Michael Börgerding
müssen an verantwortlicher Stelle darüber befinden, wer die Nachfolge von
Markus Poschner als Generalmusikdirektor (GMD) antreten wird. Qualifizierte Bewerbungen gibt es zuhauf, der Spitzenjob ist begehrt (siehe Editorial auf
Seite 3).
Mittlerweile kursieren zwischen Goetheplatz und Glocke etliche, durchaus klangvolle Namen; mehrere Kandidaten sind
dem Orchester und damit auch dem Publikum aufgrund ihrer Dirigate etwa im Rahmen der Philharmonischen Konzerte
wohlbekannt. Andere gaben in den vergangenen Wochen bei mehreren Opernaufführungen ihre musikalische Visitenkarte
ab; aufmerksame Beobachter konnten dabei so manche Überraschung erleben.
Spekuliert wird auch über eine Rückkehr
Staatsrätin Emigholz zeigte sich darüvon Stefan Klingele, von 1999 bis 2007 als
ber nicht sonderlich verwundert: „Un1. Kapellmeister und zuletzt als Chefdiriter Markus Poschgent am Bremer Thener haben sich die Bewerbungen gibt es zuhauf, ater tätig. Der Träger
Bremer Philhar- der Spitzenjob ist begehrt.
des Kurt-Hübner-Preimoniker sehr gut
ses hat beste Refeentwickelt, so dass sie auch überregional renzen, dirigierte zuletzt an der Dresdgroßes Ansehen genießen. Die vielen in- ner Semperoper, der Deutschen Oper am
teressanten Bewerbungen zeigen, welch
Rhein in Düsseldorf oder der Staatsoper
guten Ruf das Orchester besitzt. Weil wir Hannover. Auf eine entsprechende foyerMarkus Poschner viel zu verdanken haAnfrage winkte Klingele allerdings ab:
ben, sind wir auch traurig, nun einen
„Ich habe erst vor einem Jahr die Leitung
Nachfolger oder eine Nachfolgerin für
der Musikalischen Komödie Leipzig überihn suchen zu müssen.“
nommen, da fühle ich mich verpflichtet.“
Peter Schulz
foyer 10
stadtTHEATER BREMERHAVEN Eugen Onegin
Mutter Russland
Liebe, Stolz und Seelentiefe: Andrzej Woron
inszeniert „Eugen Onegin“ in Bremerhaven
Text: Karin Hiller
D
er Mythos von der dunklen und melancholischen Seite der russischen
Seele ist ungebrochen. „Das wesentlichste geistige Bedürfnis des russischen
Volkes ist es, überall und in allem zu leiden“, beschrieb Dostojewski 1873 dieses
Phänomen. Andrzej Woron, selbst Halbrusse, versucht es nun am Bremerhavener
Stadttheater mit seiner Inszenierung von
Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ zu
ergründen: „Was ist die russische Seele?
Sie fasziniert uns, aber keiner kann beantworten warum.“
klärt Woron, „sie schreibt, ist eine Poetin.
Dass sie den Brief an Onegin schreibt, ist
sehr mutig. Sie verkörpert den russischen
Stolz.“ Nach einem aus Eifersucht eskalierten Streit fordert Lenski Onegin zum Duell.
Onegin tötet seinen Freund den Gesetzen
der russischen Gesellschaft folgend, die
der Katastrophe tatenlos zusieht.
Woron ist auch Ausstatter der Produktion
und setzt zu Beginn einen Wald aus 40
Birken auf die Bühne. Später, der Schauplatz ist nun St. Petersburg, rückt er die
Handlung immer mehr in die Gegenwart.
„Eugen Onegin“ entwirft ein musikalisches „Es gibt einen zweiten Wald aus Säulen,
Gemälde der Gefühlswelten von vier junder den Birkenwald vernichtet. Das ist ein
gen Menschen: der romantischen Träume- Protz-Wald, die Architektur der russischen
rin Tatjana, ihrer lebenslustigen Schwester Oligarchie unter Putin.“
Olga, dem von Überfluss gelangweilten
Lebemann Obwohl sie Onegin noch liebt, heiratet TatOne- „Sie verkörpert den gin
jana den General Gremin und bekennt sich
und
russischen Stolz.“ dem zu ihm. In diesem Moment sieht Woron
Dichter
Tatjana politisch orientiert: „Sie steht ihLenski, einem provinziellen Kleingeist.
rem Mann zur Seite wie Mutter Russland.“
Tatjana, die in der Welt der Bücher und
Geschichten lebt, verliebt sich in Onegin,
Premiere am 23. April, 19.30 Uhr,
was sie ihm in einem Brief offenbart, doch im Großen Haus. Weitere Vorstellungen:
der weist sie kühl ab. In der 14 Minuten
30. April; 5. und 13. Mai.
dauernden, hochemotionalen Brief-Arie
Darsteller: Inga-Britt Andersson (Tatjalegt Tatjana ihren Seelenzustand offen.
na), Carolin Löffler (Olga), Filippo Bettoschi (Onegin), Tobias Haaks (Lenski).
„Tatjana wird äußerlich wenig attraktiv
Musikalische Leitung: Marc Niemann,
sein, eine Provinzmaus mit Brille“ erChoreographie: Sergei Vanaev.
stadtTHEATER BREMERHAVEN Mozart Requiem 11 foyer
Im
Tempo
des
Lebens
„Mozart Requiem“: Ballettabend
von Sergei Vanaev in Bremerhaven
Text: Karin Hiller
Sergei Vanaev
W
olfgang Amadeus Mozart starb
im Dezember 1791 mitten in der
Arbeit an einem Auftragswerk,
dem Requiem in d-Moll. Geheimnisvolle
Legenden ranken sich seitdem um diesen
schicksalhaft wirkenden Zusammenhang
zwischen seinem Tod und der Arbeit an
der Totenmesse. Es ist die Rede von einem
schwarz gekleideten Boten, der das Requiem in Auftrag gab und davon, dass Mozart
sicher war, an seiner eigenen Totenmesse
zu schreiben. Die letzten Takte diktierte
er bereits schwer gezeichnet vom Krankenbett aus.
die Musik lebt. Vanaev zieht den Vergleich
zu abstrakter Malerei, die durch Farben
zum Leuchten gebracht wird. Bewegungen
können Musik verstärken, Gefühle intensivieren. Das Requiem wird durch Vanaevs
Choreographie in einer meditativen Ästhetik intuitiv und unterbewusst interpretiert:
„Diese Musik veranlasst, spirituell zu sein,
Mozart hat keine irdischen, keine menschlichen Probleme bearbeitet. Aber es geht
um den Tod.“
Persönlichkeiten färben auf die Bewegungen ab. Ich werde aufnehmen, was die
Tänzer mir geben.“
Der Chor und die Sänger stehen mit auf
der Bühne. Die Solisten sind zwar nicht in
die Choreographie eingebunden, haben
aber vorgegebene Positionen. Dadurch
erzeugen sie, wie Vanaev es beschreibt,
einen Wirbel, auf den die Tänzer reagieren.
Das Bühnenbild (Ausstattung: Thomas
Mika) ist schlicht gehalten: eine Tribüne
im Hintergrund und oberhalb der Bühne
Alle Empfindungen, die einen Menschen
mächtige Holzbalken, die im Spiel des einangesichts des Todes ereilen, sind in Mozarts ergreifendem Meisterwerk zu finden: fallenden Lichts Schatten werfen.
Sergei Vanaev, Chefchoreograph am Stadt- Angst, Wut, Hoffnung, Trauer, Verzweiftheater Bremerhaven, fühlte sich magisch lung. Eine geistige, aber auch zutiefst geDas Requiem blieb ein Fragment. Um den
angezogen von der spirituellen Kraft des
Vorschuss, den ihr Mann bereits für sein
fühlvolle Musik. Mozart verwendet sechs
Requiems und hat sich
wesentliche Teile Werk erhalten hatte, nicht zurückzahfür seinen neuen Ballett- „Die Musik ist der Impuls, der der Liturgie für
len zu müssen, übergab Mozarts Witwe
abend intensiv mit dem die Körpersprache diktiert.“
eine Totenmesse, Constanze den Torso der Totenmesse
Werk auseinandergesetzt.
wobei das Requi- zur Komplettierung an Joseph Eybler. Da
„Die Musik ist“, so Vanaev, „der Impuls, der em eine spezielle Form der Messe ist, ein
dieser nach wenigen kompositorischen
die Körpersprache diktiert. Es gibt keine
Fürbittengesang für eine einzelne Person. Ansätzen ablehnte, wandte sie sich an MoGeschichte in meiner Choreographie, Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr, der die
zarts Musik muss nicht verstanden, erklärt Vanaevs Choreographie ist akrobatisch,
Komposition dann im Sinne seines Lehrers
oder verbessert werden.“ Die Choreogravollendete.
leidenschaftlich, dem Tempo des Lebens
phie, die Struktur und Energie der Beweangepasst. Während der Probenzeit und
gungen entstehen rein durch die eindring- der Entwicklung des Stücks holt er sich
Premiere am 19. März, 19.30 Uhr, im Groliche, emotionale Wirkung der Musik.
auch immer wieder Inspiration von seiner ßen Haus. Weitere Vorstellungen: 23. und
27. März; 8. und 14. April. Musikalische
Compagnie: „Die Tänzer sind sensible,
Tanz ist eine vergängliche Kunst, die nicht interessante Menschen, die ihre Erfahrun- Leitung: Ido Arad
in Worte gefasst werden kann, die durch
gen in die Choreographie einbringen. Ihre
foyer 12
OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER Ein Sommernachtstraum
Ehekrach im Elfenreich
„Ein Sommernachtstraum“ in der Vertonung
von Benjamin Britten am Oldenburgischen
Staatstheater
Text: Ute Schalz-Laurenze
D
ie 1960 uraufgeführte Märchenoper
„Ein Sommernachtstraum“ gehört
zu den erfolgreichsten Stücken von
Benjamin Britten. Er griff dabei auf das
gleichnamige Drama von William Shakespeare zurück, kürzte es von fünf auf
drei Akte, ließ aber den Wortlaut nahezu
unverändert. Tom Ryser inszeniert das
Erfolgsstück jetzt am Oldenburgischen
Staatstheater.
nimmt ihren Lauf. Dann gibt es noch den
Kobold Puck und die sechs Handwerker, die
für weiteres Durcheinander sorgen.
Britten beschreibt und trennt die drei
Sphären auf verzaubernde Weise. „Wenn
man jedoch genau hinsieht“, meint die
Oldenburger Dramaturgin Annabelle
Köhler, „bemerkt man, dass die Geisterund Menschenwelt einander gar nicht so
fremd sind, wie man auf den ersten Blick
Benjamin Britten ist innerhalb der Entwick- vermuten könnte: Im Elfenreich ‚menlung der Neuen Musik immer ein Außensei- schelt’ es bisweilen gewaltig – man denke
ter geblieben, keinen kompositionstechninur an den Krach zwischen Oberon und
schen Trend hat er mitgemacht. Schwer ist
Titania – und die Menschenwelt wiederum
sein höchst theaterwirksamer Stil greifbar
ist nur allzu bereit, sich verzaubern zu laszu machen: Auf der einen Seite gibt es einen sen.“ Am Ende frage man sich: „War es ein
geradezu unbekümmerten Eklektizismus
Traum, ein Alptraum, eine Sehnsucht oder
– Britten beherrscht und verwendet die Aus- vielleicht sogar etwas Gefährliches, in das
drucksgesten der Musikgeschichte von der
wir hineingerissen werden? ... Und das sind
Gregorianik über Verdi bis zu Schönberg.
doch Fragen, die wir uns heute höchst real
Auf der anderen Seite beeindruckt er durch stellen können!“
seine einmalige Vitalität.
Premiere am 9. April, 19.30 Uhr, im GroIm „Sommernachtstraum“ geht es um den
ßen Haus. Weitere Vorstellungen: 13. und
heftigen Streit des Elfenherrscherpaares
30. April; 24. Mai. – Darsteller u.a.: Leandro
Oberon (ein Countertenor) und Titania.
Marziotte (Oberon), Alexandra Scherrmann (Titania), KS Paul Brady (Theseus).
Zwei verliebte Menschenpaare flüchten in
Musikalische Leitung: Vito Cristófaro,
den Wald, weil ihnen verboten wurde zu
heiraten, sie verlieben sich nun in die jeweils Inszenierung: Tom Ryser, Bühne und
anderen Partner: eine Komplettverwirrung Kostüme: Stefan Rieckhoff.
OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER Fünf Löcher 13 foyer
Uraufführung von Rocko Schamonis „Fünf
Löcher“ im Oldenburgischen Staatstheater
Text: Sven Garbade
Musik, Literatur
und Geschichte in
HISTORISCHEn HÄUSERn
in Oldenburg
Ab in die Jugend
R
ocko Schamoni – das klingt wie eine
Mischung aus Punk und Schlagersänger. Und tatsächlich schrammt jener
multiple Künstler, der unter diesem Namen seit Jahrzehnten die Musik- und Theaterwelt mit vielen originären Ein- und Ausfällen bereichert, an fast jeder Kategorie
absichtsvoll vorbei. Im Oldenburgischen
Staatstheater kommt jetzt sein Stück „Fünf
Löcher“ als Uraufführung auf die Bühne.
Sein aktueller Roman heißt „Fünf Löcher
im Himmel“ und ist zu einem nachdenklichen Roadmovie geraten, in dem die wenig
glamouröse Lebenskrise des 67-jährigen
Paul Zech erzählt wird. Obdachlos geworden steht er vor den Trümmern eines entleerten Lebens. Ein Kneipenfreund leiht
ihm seinen Sportwagen, mit dem sich Paul
auf einen Sturzflug in die eigene Vergangenheit macht.
Der heute 49-jährige Schamoni gilt als eine
Art Säulenheiliger des Hamburger Undergrounds und erfindet nichts weniger als
seinen eigenen popkulturellen Referenzraum. Anarchistische Impulse scheinen
dabei längst in einem vielfarbigen, alternativen Unterhaltungs-Universum aufgegangen zu sein. Seine Spaß-Punk-Band „Die
goldenen Zitronen“ entwickelte einst einen
ähnlichen Drive wie es heute seine dadaistische Glamour-Combo „Fraktus“ leistet.
Das Ganze kommt als ein dezidiert erwachsener Roman daher, in den Anleihen an die
„Leiden des jungen Werther“ ebenso eingewebt sind wie die Bahn des Lebens als strudelförmig und bedenklich abwärts weisend
gezeichnet wird. Keine leichten Pointen
serviert
Keine leichten Pointen Schamoni,
serviert Schamoni ... vielmehr
feilt er als
gewissenhafter Romancier an nicht weniger
als der Poesie und dem Gewicht eines gestrauchelten Lebens. Die mit Spannung erwartete Uraufführung muss beweisen, ob
dieser Trip auch auf der Bühne überzeugen
kann.
Ähnlich wie sein Kollege Heinz Strunk reüssiert auch Schamoni mit höchst erfolgreichen Büchern. Seine Jugendbiografie
„Dorfpunks“ genießt Kult-Status – und
dass er jetzt als Regisseur für die Uraufführung seines jüngsten Werkes nach Oldenburg kommt, kann mit Recht als eine
gewisse Sensation notiert werden.
Premiere am 16. April, 20 Uhr, im Kleinen
Haus. Weitere Vorstellungen: 24. und 26.
April; 4., 6. und 13. Mai.
Foto: Stephan Meyer-Bergfeld
Rocko Schamoni
Ballin’sche Villa
(Stadtmuseum Oldenburg)
27. März 2016 19:00 (Ostersonntag)
Kirchhatten
Rathaus und St.-Ansgari-Kirche
Sonntag, 10. April 2016 16:00
Haus Cäcilienstraße
in Oldenburg
Samstag, 23. April 2016 19:00
Haus Jahnstraße
in Oldenburg
15. Mai 2016 19:00 (Pfingstsonntag)
InfOS Und KARTEnVORVERKAUf
Tel.: (0441) 36 18 17 34
www.konzertmanagement-nogaeva.de/
historische-haeuser
Idee und Durchführung:
Elena nogaeva
Kartenpreis: 25,00 EUR p. P.
Kirchhatten: 18,00 EUR p. P.
foyer 14
STADTTHEATER BREMERHAVEN/LANDESBÜHNE NORD Frühstück bei Tiffany
Amina Gusner
Anne Spaeter
Die doppelte Holly
„Frühstück bei Tiffany“ zugleich
in Bremerhaven und
Wilhelmshaven auf der Bühne
Text: Karin Hiller
E
ine Geschichte, ein Kultfilm: „Frühstück bei Tiffany“, ursprünglich ein
Kurzroman von Truman Capote,
verzaubert seit über 50 Jahren das Publikum. In Adaptionen für die Bühne, die
sich eng an Capotes Buch halten, ist das
Stück nun zeitgleich in Bremerhaven und
Wilhelmshaven zu erleben.
im Grunde ihres Herzens nach Halt und
Struktur in ihrem Leben.
Für Anne Spaeter, die in Wilhelmshaven
Regie führt, ist Holly eine Einzelkämpferin, die Angst hat, sich festzulegen: „Ihre
Tragik ist, dass sie sehr unstet und unnahbar ist, aber gerade das hat für ihre Umgebung auch was Anziehendes.“ Holly ist
verstrickt in ein Geflecht von Abhängigkeiten, verdrängt aber alles, was unangenehm
ist. Spaeter lässt das Stück in den Vierziger
Jahren, sieht es als ein Zeitdokument.
Erzählt wird die Geschichte der jungen
Holly Golightly, die voller Optimismus in
New York ihr Glück sucht. In der Titelrolle
des 1961 gedrehten Filmklassikers glänzte
die bezaubernde Audrey Hepburn, die im
kleinen Schwarzen und mit Zigarettenspit- Die Bühnenentwürfe der beiden Produktize zur Stil-Ikone wurde.
onen unterscheiden sich deutlich. Gabriela
Neubauer baut für Wilhelmshaven zwei
In Bremerhaven inszeniert Amina GusEbenen, unten eine Bar, oben Hollys Wohner, die eine eigene Textfassung für die
nung, eine typische New Yorker Feuertreppe
Produktion geschrieben hat. Für sie passt ist zu sehen. Im Kleinen Haus in Bremerdas Stück mit seinen existentiellen Fragen haven gibt es keinen realistischen Bühnennach der eigenen Lebensform bestens in
raum. Inken Gusner hat einen Lichtraum
unsere Zeit: „Das Schlimmste ist, nicht zu mit Großstadtreklame geschaffen, einen
wissen, wo der eigene Platz auf der Welt ist. Kunstraum, der das Innere der Charaktere
Wie weit muss man sich anpassen und ver- abbildet.
kaufen, um in der Welt klar zu kommen?“
Eine Geschichte, zwei verschiedene AnUm ihren Lebensunterhalt zu finanziesätze: Man kann gespannt sein auf den
ren, prostituiert sich Holly, lässt sich naiv
direkten Vergleich.
auf dubiose Rauschgiftgeschäfte ein. Sie
sitzt immer auf gepackten Koffern, bereit
Premieren: Stadttheater Bremerhaven,
zum Aufbruch. Holly ist unfähig, ernste
Kleines Haus: 30. März (19.30 Uhr); StadtBeziehungen einzugehen, sehnt sich aber
theater Wilhelmshaven: 16. April (20 Uhr).
THEATER SZENE Neues von den Bühnen der Region
szene
15 foyer
Neues von den Bühnen der Region
Text: Peter Schulz
Anna-Sophie Mahler
Rufus Beck
Wagner zum Wechsel
Dass die Bremer Philharmoniker und Markus Poschner Wagner „können“, haben sie
etwa in der Saison 2014/15 mit den „Meistersingern von Nürnberg“ nachdrücklich bewiesen. „Poschners Dirigat ist schlicht Meisterklasse“, urteilte Jörn Florian Fuchs im
Deutschlandfunk. Nun soll die letzte Bremer Spielzeit des 2017 nach Linz wechselnden GMD durch eine weitere Wagner-Oper
„gekrönt“ werden. Wie foyer vor der offiziellen Pressekonferenz zur nächsten Saison erfuhr, wird das Theater am Goetheplatz den
„Parsifal“ aufführen, wobei der kanadische
Heldentenor Chris Lysack für die Titelpartie
des „Bühnenweihefestspiels“ vorgesehen ist
(siehe Seite 52). Regie wird Marco Štorman
führen, der im vergangenen Oktober für seine Bremer Inszenierung der Oper „Peter
Grimes“ von Benjamin Britten mit viel Beifall bedacht wurde.
..........................
Vor einer ungewissen Zukunft steht das
Bremer Musical Theater. Das Haus bestätigte Gespräche über einen Verkauf an den
Bremer Investor Rolf Specht, der dem Vernehmen nach einen Umbau des Gebäudes zu Wohnzwecken plant. Ungeachtet
dessen sollen zunächst „alle bisher eingebuchten Produktionen wie geplant stattfinden und neue hinzukommen.“
Mit viel Schwung und noch mehr Bier hat
das Schnürschuh-Theater im Bremer Buntentor das Erfolgswerk „Herr Lehmann“ des
gebürtigen Bremers Sven Regener auf die
Bühne gebracht. Regisseur Helge Tramsen
stand mit Anna Jäger, Ulrike Knospe, Mathias Hilbig, Holger Spengler und Pascal
Makowka ein kleines Ensemble zur Verfügung, das mit großem Körpereinsatz und
nahezu überschäumendem Spaß an der
Sache agierte, dabei aber die melancholischen Momente im Leben des Titelhelden
nicht vernachlässigte. Ein rundum unterhaltsamer Abend! – Die nächsten Vorstellungen: 18. März; 15. und 24. April; 8. Mai.
sie am Goetheplatz die Donizetti-Oper
„Maria Stuarda“ (siehe auch Seite 4).
..........................
Der Schauspieler Rufus Beck und das Klavierduo Anna & Ines Walachowski gastieren am 7. Mai (19.30 h) mit einer ironischen Version des „Sommernachtstraums“
im Oldenburgischen Staatstheater.
In der bremer shakespeare company laufen die Proben für die Neuinszenierung
der Komödie „Was ihr wollt“. Regisseur Ulrich Greb, Intendant des Schlosstheaters
Moers, siedelt seine Version „in einer Gesellschaft an, die narzisstisch auf Selbstbestimmung und Selbstdesign fokussiert ist.“
Premiere am 15. April (19.30 h) im Theater
am Leibnizplatz.
..........................
Die Regisseurin Anna-Sophie Mahler, die
auch regelmäßig am Theater Bremen arbeitet, ist mit der Schauspielproduktion „Mittelreich“ der Münchener Kammerspiele erstmalig zum Berliner Theatertreffen im Mai
eingeladen worden. Gegenwärtig inszeniert
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Der Theaterabend „The Trip“, im Theater Osnabrück von Autor Anis Hamdoun
inszeniert, hat das „nachtkritik“-Theatertreffen 2016 gewonnen. Für den Wettbewerb des Internetportals für Theaterkritik und -berichterstattung waren 47
herausragende Produktionen der Saison
2014/15 nominiert worden.
..........................
..........................
Das szenische Konzert „Das Schloss“
nach dem gleichnamigen Roman von
Franz Kafka, von Alexander Riemenschneider mit der Kafka Band für das
Bremer Theater inszeniert, ist zu einem Gastspiel im Juni im tschechischen
Brünn eingeladen worden. Die Produktion mit Johannes Kühn, Guido Gallmann,
Alexander Swoboda und Franziska Schubert ist am 25. Mai (19.30 h) noch einmal
im Theater am Goetheplatz zu sehen.
foyer 16
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
Opernpremieren
Aktuelle Inszenierungen
auf Bühnen der Region
„Wozzeck“, Foto: Jörg Landsberg
Theater Bremen
„Wozzeck“ von Alban Berg
Der junge Regisseur Paul-Georg Dittrich
lieferte in Bremen eine frappierend neue
Sicht auf Alban Bergs „Wozzeck“; eine
Oper, die noch immer zu den herausforderndsten Anstrengungen des Musiktheaters gehört. Dittrich verweigert das moralische Erbauungsstück, seine Interpretation
vermittelt in ihrer Gesamtheit den Eindruck einer Welt, deren Traditionen und
Historie immer mehr verloren gehen und
die in diesem Vorgang äußerst komplex,
kompliziert und rätselhaft ist.
Dazu entwarf Pia Dedrichs einen passenden Bühnenraum, ein Stahlskelett eines
Hauses mit vielen Räumen auf einer Drehbühne, und löste die Idee von den simultan ablaufenden Handlungen höchst intelligent auf. Grelle Videoinstallationen (Jana
Findeklee) flankieren diesen „Turm zu Babylon“, in dem das Personal in DragqueenKostümen (Lena Schmid) wie Hamster im
Laufrad agiert.
Hauptmann, Arzt oder Tambourmajor
handeln in einem unbestimmbaren morphologischen Spannungsfeld, in dem einzig noch Wozzeck und ansatzweise Marie
zu so etwas wie Gefühlen in der Lage sind.
Claudio Otello hat Wozzeck regelrecht in
sich aufgesogen und stellt ihn gesanglich
wie schauspielerisch mit einer faszinierenden Unmittelbarkeit und Hingabe dar.
Sorgfältig angelegt ist die Marie-Studie
von Nadja Lehner, die unter vielen Aspekten vom bisher Bekannten abweicht. Hervorragend, wie sie die minuziösen Unterschiede zwischen voller Kantabilität und
Sprechgesang beachtet. Es ist einer der ergreifendsten Momente der gesamten Inszenierung, wenn Marie sich fatalistisch
dem triebhaften Tambourmajor hingibt.
Markus Poschners hörbare intime Vertrautheit mit der Partitur sorgt dafür, dass
Bergs Tonsprache ihre ungewöhnliche
Wirkung auf den Hörer wie selbstverständlich mit einer packenden Eindringlichkeit entfalten kann. Dabei wurde natürlich auch die konstruktivistische und die
expressive Seite dieser Musik hinreichend
berücksichtigt, wenngleich die Bremer
Philharmoniker zu Beginn der Premiere
mit der höchst artifiziellen und komplexen
Faktur der Partitur zu kämpfen hatten.
Ein höchst eindrucksvoller Abend für das
Bremer Theater und sein Ensemble, der ungewöhnlich viele „unerhörte“ geistreiche
Aspekte bietet. – Die nächsten Vorstellungen:
20. und 28. März; 9., 19. und 30. April; 8. Mai.
Michael Pitz-Grewenig
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
17 foyer
Opernrätsel
(mpg) Wer in der Operngeschichte nach
Aktivitäten von Hegels „Furie des Verschwindens“ sucht, wird auch bei unserem gesuchten, äußerst bekannten und
erfolgreichen Opernkomponisten fündig,
den Richard Strauss abschätzig als „Leierkasten-Meister“ titulierte. Die Oper, nach
der ebenfalls gefragt wird, wurde 1850 uraufgeführt. Doch zuvor musste, wie so oft
bei diesem Komponisten, die Zensur aktiv
werden. Denn die Handlung hat es in sich:
Ein protestantischer Pfarrer, der fast einen Eifersuchtsmord begeht, weil die Gemahlin fremdgeht – das war für die damalige Zeit nicht vorstellbar und zu viel.
Dabei ist diese Oper eine der wenigen, die
nicht tödlich endet. Und alles geht seinen
„korrekten“ Weg, der Vater der Ehefrau
rettet die Familienehre und schafft den
Geliebten aus dem Weg. Der Erfolg dieser Oper war mäßig, in den Opernführern
wird sie nur stiefmütterlich behandelt. Ein
wichtiger Musikwissenschaftler behauptet
allerdings, dass sie das am meisten unterschätzte Werk des Meisters ist, was durch
intelligente Inszenierungen in jüngster
Zeit bestätigt wird. Wie heißt die Oper und
wie ihr Komponist?
„Wozzeck“, Foto: Heiko Sandelmann
Stadttheater Bremerhaven
„Wozzeck“ von Manfred Gurlitt
Manfred Gurlitts musikalische Tragödie ist
kein großer Stoff aus zweiter Hand, wie der
Vergleich mit Alban Bergs fast zeitgleich
entstandener gleichnamiger Oper oft zu
suggerieren versucht. Gurlitts Werk besitzt
ein eigenes Potential, da es einer ganz anderen Tradition folgt. Die Bremerhavener
Inszenierung vernachlässigt diese Tatsache; Regisseur Robert Lehrmeier verpuppt
Gurlitts Komposition in gesellschaftskritischer Harmlosigkeit und erstickt den „Arme-Leute-Realismus“ im Beliebigen.
Es mag schon sein, dass es im „Wozzeck“
darum geht, dass die Gesellschaft verarmt,
weil sich gewisse Schichten nicht mehr
an gesellschaftlichen Prozessen beteiligen. Dies ist aber wohl bloß ein schwacher
Trost für diejenigen, die sich daran überhaupt nicht mehr beteiligen können, weil
sie materiell verarmt sind. Ganz im Sinne
von Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann
die Moral!“
Die diffuse Führung der Sänger, das reduzierte Bühnenbild von Mathias Rümmler
mit Drehbühne, variabler Neonlichtdecke
und Biertischgarnituren als Darstellung
der Ausweglosigkeit konnten kaum überzeugen. Gesangliche Glanzlichter setzte
dagegen Inga-Britt Andersson als Marie
mit ihrem flexiblen Sopran. Filippo Bettoschi formte einen glaubwürdigen Wozzeck
ohne aufgesetzte Gefühle. Auch das restliche Ensemble und der Chor (Jens Olaf
Buhrow) boten gutes Niveau.
Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum
15. April 2016 an foyer, Roland Verlag
GmbH, Schlachte 43, 28195 Bremen. Die
Teilnahme ist auch online möglich: www.
rolandverlag.de (Publikationen/Foyer)
Das Philharmonische Orchester Bremerhaven lieferte unter Marc Niemann eine im
instrumentalen Vollfett strotzende, handwerklich korrekte Leistung, bei der aber
die subtile musikalische Zeichnung der
einzelnen Szenen verloren ging. Dies gilt
besonders für die Herausarbeitung filigraner kompositorischer Strukturen, etwa
in der Kontrapunktik der Szene zwischen
Doktor, Hauptmann und Wozzeck.
Zu gewinnen sind je 5 x 2 Karten für das
Theater Bremen, das Stadttheater Bremerhaven und das Oldenburgische Staatstheater.
Die gezielte Entwicklung der subtilen
Rhythmik und eine pointierte Darstellung
der Klangfarben hätte aufzeigen können,
dass hier ein musikdramatisches Werk vorliegt, das den Vergleich mit Alban Berg nicht
zu scheuen braucht, auch aus dem Grund,
weil beide Opern bis auf die Textvorlage wenig gemeinsam haben. Die Chance, dies
aufzuzeigen, wurde in Bremerhaven leider
vertan. – Die nächsten Vorstellungen: 24.
März; 2., 10., 16. und 27. April.
Michael Pitz-Grewenig
Die Auflösung des Opernrätsels in foyer
113 lautet „Giulietta e Romeo“ von Nicola
Antonio Zingarelli.
Gewonnen haben:
Anke Bollert-Fregin, Martfeld
Gunda Caspari, Rastede
Gerhard Dresselhaus, Oldenburg
Eckhard Freiwald, Bremen
Valerie Kruppa, Bremen
Neele Lipskoch, Zetel
Maria Lucassen, Oldenburg
Hella und Ulrich Marahrens, OsterholzScharmbeck
Ursula Neukam, Wiefelstede
Evelyn Niederhauser, Oldenburg
Karin Renz, Bremen
Ruth Rohen, Börssum
Manfred Scheuermann, Bremerhaven
Holger Sell, Bremen
Elisabeth Zyweck, Bremen
foyer 18
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
Aktuelle Inszenierungen
auf Bühnen der Region
Opernpremieren
„Madame Pompadour“, Foto: Heiko Sandelmann
Stadttheater Bremerhaven
„Madame Pompadour“
„Bordeaux famos, da leg’ ich los“ schmettert
der Dichter Calicot (herrlich schräg: Thomas Burger) im Trubel des Pariser Karnevals. Doch bis die in phantasievollen Tierkostümen steckende Gesellschaft in Ansgar
Weigners Bremerhavener Inszenierung der
„Madame Pompadour“ von Leo Fall in Fahrt
kommt, vergehen einige Takte. Madame
Pompadour, bereit für erotische Abenteuer,
mischt sich im Schwanenkostüm unter das
feiernde Volk, doch anfangs scheint sie hier
eher ein Fremdkörper zu sein. Die frivolen
Dialoge, die früher vielleicht skandalös erschienen, wirken eher aufgesetzt und platt
(Graf René als „Spargelstecher“).
Nach der Pause wirkt die Inszenierung
wie verwandelt. Ausstatter Christian Robert Müller verzaubert mit einem phantastischen Bühnenbild. Weiße Kulissen
und Kostüme, weiß gepuderte Gesichter
und Rokoko-Perücken vor dunklem Hintergrund – ein Effekt mit starker Wirkung.
Durch den nun offensichtlichen Kontrast
zwischen verfremdender Kulisse und zotigen Witzen wird die Ironie des Textes deutlich. Jetzt passt alles zusammen.
Die stärksten Szenen der Inszenierung gehören den Frauen: Katja Bördner als Madame Pompadour, die vor allem im zweiten
Teil ihre Machtspielchen treibt und geschickt herumtrickst, bis alles in ihrem
Sinne geschieht. Regine Sturm überzeugt
als ihre lebenslustige Kammerfrau, Carolin Löffler als sächselndes Landei, das ihrem untreuen Mann (Tobias Haaks) in die
Großstadt hinterherreist.
Urkomisch Peter Wagner als durchtriebener Polizeichef, der sich stets für „schläuer“ hält, aber so gar nicht den Durchblick
hat. Wenn der König (Oliver Weidinger)
als Marionette der Pompadour erscheint,
hat es symbolischen Wert, aber dass Weigner den König als trottelige Witzfigur in
Strumpfhosen zeichnet, wird der Figur im
geschichtlichen Kontext nicht gerecht. In
den Nebenrollen muss Vladimir Marinov
erwähnt werden, der mit gekonnt auf Spitzenschuhen gedrehten Pirouetten als blinder Haushofmeister die Lächerlichkeit des
höfischen Zeremoniells karikiert.
Die Operette lebt natürlich von den beschwingten Melodien, die das Philharmonische Orchester unter Hartmut Brüsch
mit musikalischem Charme erklingen
lässt. – Die nächsten Vorstellungen: 21.
März; 6., 9., und 17. April.
Karin Hiller
THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren
19 foyer
Schauspielrätsel
(mpg) Wo verläuft heute die Grenze zwischen Egoismus und Verantwortung?
Oder, um mit Max Weber zu sprechen, wo
ist die Balance zwischen Verantwortungsund Gesinnungsethik? Brauchen wir Denker statt Täter oder umgekehrt? Das ist alles nicht so einfach!
Das merken auch die Bürger in unserem gesuchten Theaterstück und wollen eine Revolution haben. Der neue und junge Redakteur der Dorfzeitung soll es richten, da er so
gescheit und wortgewandt ist: „Wir haben
ein unverantwortliches Ministeriumerl, ein
Bureaukratieerl, ein Zensurerl, Staatsschulderln, weit über unsere Kräfterln, also müssen wir auch ein Revolutionerl und durchs
Revolutionerl ein Konstitutionerl und endlich a Freiheiterl krieg’n.“
„Satyagraha“ Foto: Stephan Walzl
Oldenburgisches Staatstheater
„Satyagraha“
Die „Minimal Music“ hat in den Siebziger Jahren als der verständliche Protest gegen die Überrationalität musikgeschichtlich eine wichtige Rolle gespielt. Was sagt
sie uns heute? Dies zu überprüfen, ist das
Staatstheater Oldenburg mit einer ambitionierten Aufführung der Oper „Satyagraha“ (1980) von Philipp Glass‘ angetreten, und das ist hoch zu loben.
Obschon der Untertitel „Gandhi in Südafrika“ lautet, gibt es keinen Text im Sinne
einer inhaltlichen Abfolge, sondern zeitlos
gültige ethische Sprüche über Gewaltlosigkeit aus dem altindischen Epos Bhagavad Gita. Dazu Musik, die nach dem immer
gleichen Muster an- und abschwillt. Das
mag dem einen oder anderen gefallen, mit
dem Text – weder dem inhaltlichen der Inszenierung noch den ausgewählten Sprüchen – hat diese Methode nichts zu tun.
Da die Texte zusammenhanglos daherkommen und die Musik unspezifisch ist,
fragte man sich: was will Glass uns eigentlich erzählen? Und da setzt die Oldenburger Aufführung an, die ein beeindruckendes Konzept aufweist. Die Regisseurin
Andrea Schwalbach hat konkrete politische
Ereignisse mit großer ästhetischer Schönheit in Szene gesetzt: Etwa den Versuch,
Gandhi in Südafrika zu lynchen oder die
Befreiung der inhaftierten Inder. Oder der
Mord an Gandhi im Bambusstangenwald,
die Hilfe der Freunde ist der christlichen
Kreuzabnahme nachempfunden, ein großes Bild. Aber immer wieder schlägt die
Musik der Inszenierung in den Rücken,
denn die kann das Stück nicht retten.
Die musikalische Wiedergabe unter der
Leitung von Carlos Vásquez war so spannend wie diese Musik überhaupt sein
kann. Sind die tonalen Muster einmal erstellt, schwellen sie gewaltig an und wieder ab, haben eine soghafte Wirkung. Die
Mitwirkenden sangen ihre anspruchsvollen Partien überzeugend, nur Timothy Oliver als Gandhi befriedigte nicht ganz, zu
vibratovoll die Stimme und zu wenig geheimnisvoll das Charisma, was spätestens
bei seiner über fünfzehnmal wiederholten
aufwärtsphrygischen Tonleiter am Ende
erforderlich gewesen wäre.
Fazit: Als Experiment darf das gerne
durchgehen. Ein fragwürdiges allerdings,
und am Ende die Frage: So viel Mühe für
was eigentlich? – Die nächsten Vorstellungen: 17. und 25. März; 1., 8. und 20. April.
Ute Schalz-Laurenze
Aber im Dorf reüssiert die Kleingeisterei,
und unser junger Revolutionsrecke ergeht
sich lieber in revolutionären Posen und Reden als in gesellschaftlichen Umbrüchen
und richtet seine Aufmerksamkeit mehr auf
ein Liebesgeplänkel mit einer adeligen Frau
und die damit zusammenhängende Karriere. Denn wie heißt es so schön: „Dem Mann
steht eine große Karriere offen. ... Wir werden ihn daher durch Anstellung an uns ketten und mit einem ansehnlichen Gehalt
ihm das lose Maul stopfen. Auf diese Weise
hat die Staatsklugheit schon manchen Demagogen unschädlich gemacht.“
Das klingt doch irgendwie noch immer
aktuell, obwohl das Stück schon über 150
Jahre alt ist, oder? Das gilt auch für dessen Ende: Die Männer versagen auf der
ganzen Linie und am Ende müssen es die
Frauen richten.
Sie haben bestimmt schon erkannt, wie
das Theaterstück und sein Autor heißen!
Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum
15. April 2016 an foyer, Roland Verlag
GmbH, Schlachte 43, 28195 Bremen. Die
Teilnahme ist auch online möglich: www.
rolandverlag.de (Publikationen/Foyer)
Zu gewinnen sind 5 x 2 Karten für das Bremer Schauspiel.
Die Lösung aus foyer 113 lautet „Liliom“
von Ferenc Molnár.
Gewonnen haben:
Helma Enders, Bremen
Dr. J. Kollmeier, Marklohe
Sabine Oberwinkler, Bremen
Oscar Romero, Bremen
Dirk Thieding, Hamburg
foyer 20
THEATER IM NORDEN Schauspielpremieren
schauspielpremieren
Aktuelle Inszenierungen
auf Bühnen der Region
„Macbeth“, Foto: Marianne Menke
bremer shakespeare company
„Macbeth“
Der durchscheinende Vorhang ist zu Beginn der Vorstellung im Theater am Leibnizplatz geschlossen. Durch den Schlitz
tritt Peter Lüchinger als eleganter Herr im
Cutaway, der den Abend über eine Art Navigator gibt und das Publikum durch das
Koordinatensystem von Bernd Freytags
„Macbeth“-Inszenierung leitet.
eine Konzentration auf die Texte, zwingt
gewissermaßen das Publikum zum genauen Zuhören und genauen Beobachten. Das
ist auch erforderlich, denn mal wird Macbeth von der Troika Tobias Dürr, Tim Lee
und Markus Seuß chorisch gesprochen,
mal übernimmt die Titelrolle allein Tim
Lee, während die beiden anderen in Rollen
wie die von Banquo oder Macduff schlüpEr beginnt zunächst mit einer behutsamen fen, mal sind wieder alle drei die Hexen,
Publikumsbeschimpfung bezogen auf des- mal bilden alle fünf einen Chor, der spricht
sen mangelnde Stückkenntnis und gerinoder singt.
ges Wissen über Hexen im Allgemeinen.
Die zugefügte Rolle dieses Navigators ist
Erik Roßbander gibt – neben anderen Aufnotwendig, denn die Inszenierung ruht auf gaben – die Frauenrollen, und das ohne
nur fünf männlichen Darstellern (die übjeglichen weiblichen Gestus. Das Gerigen ebenfalls in Cutaways), die über 20
schlechtliche spielt nämlich an diesem
Rollen zu gestalten haben, was zwangsAbend keine Rolle. Die Schauspieler fühläufig erhebliche Streichungen nötig geren exemplarisch das Spiel um Macht und
macht hat. Dann und wann gibt Lüchinger Mord in einer packenden Sezierung vor,
also Orientierungshilfen, sagt Akt und Sze- bei der das Morden nur zu einem angedeune samt Shakespeares Regieanweisungen
teten Ereignis mit kleinen Theatermes(Trommeln, Fahnen usw.) an, ohne dass
sern wird. Um ausgestellte Brutalität geht
Letztere tatsächlich zu hören oder zu sees nicht, vielmehr um die Zwangsläufigkeit
hen wären.
des Geschehens, womit zugleich auch ein
düsterer Blick auf die Gegenwart geworfen
Die Inszenierung setzt auf radikale Reduk- wird. Bernd Freytag und seinen Schauspietion, was auch für das spielerische Element lern ist ein hoch spannender Abend gelungilt, das sich mit wesentlichen Gesten und gen! – Die nächsten Vorstellungen: 7. und
Bewegungen und angedeuteten Aktionen
27. April.
begnügt. Bernd Freytag erreicht damit
Christian Emigholz
THEATER IM NORDEN Schauspielpremieren
53°8‘N 8°13‘O
21 foyer
W W W. H O R S T - J A N S S E N - M U S E U M . D E
Zeichnung und Animation
28.2. – 22.5.2016
Horst-Janssen-Museum Oldenburg
Matthias Reinhold
Robbie Cornelissen
Carolin Jörg / Michael Fragstein
Bettina Munk
„Eine Familie“, Foto: Jörg Landsberg
Theater Bremen
„Eine Familie“
Machtvoll blau schimmert die Bude. Blau
wie der Himmel bei Nacht oder Tiefen des
Meeres. Ruhe und Trost verspricht dieses
fluoreszierende und windschiefe Gebäude, in welchem wir das Gezänk einer Familie miterleben sollen, die aus sämtlichen
Halt gebenden Faktoren abgerutscht ist.
Die Zeichen stehen in Alize Zandwijks Inszenierung auf Leichtigkeit – aber auch auf
Untergang. Denn das Stück von Tracy Letts
könnte als ein gravitätisches Psychodrama
den seelischen Abgründen entgegen gründeln, hier aber erhebt es sich als kuriose
Komödie.
wann entwickeln sich diese traurigen Gespenster dann zu etwas, was man mit Recht
wahre Menschen nennen könnte. Solche
Entpuppungen zählen zu jenen Theaterwundern, wie sie (in Bremen) wohl nur
Zandwijk herbeizaubern kann.
Im zweiten Teil gelingt es dem Ensemble um die herausragenden Verena Reichhardt und Fania Sorel, diese Vermenschlichung besonders mitreißend zu zeigen.
Aus Monstern werden Menschen, obwohl
hier doch alle Beziehungen so ausgesprochen verzwickt gelagert sind. Geknüpft als
schrecklicher Krampfknoten – und doch
Alle Schrecken, die in dieser Familie wüzum Schreien komisch. Jedes Wort scheint
ten, hausen tief unten im ehelichen Gebäu- auf ähnlich schiefe Bahn zu geraten wie
de. Der Vater schildert zunächst jenen höl- die wackelige Bretter-Tafel, an der eigentlischen Zustand, in welchem er mit seiner lich Leichenschmaus gehalten werden soll,
tablettensüchtigen Frau dem Untergang
wo aber in Kürze der Onkel seine minderentgegen schwankt. Kurz darauf wird er
jährige Nichte befummeln und die besich töten, doch zu diesem Zeitpunkt hadröhnte Mutter sämtliche Töchter reihum
ben wir Zuschauer bereits Bekanntschaft
psychisch niedermachen wird.
mit dem Rest seiner schrecklichen Sippschaft schließen müssen.
Welch’ eine Farce! Oder doch eine Tragödie?
Angesichts solcher raffiniert neu sortierten
Ausstaffiert als Zerrbilder mit schiefen Zäh- Gewichtungen wähnte sich am Ende die
nen, fetten Wattebäuchen, trotteliger Moto- Mehrheit der Zuschauer tatsächlich im Therik erscheinen diese Typen (zunächst!) we- aterhimmel. – Die nächsten Vorstellungen:
nig geeignet, unser Mitgefühl zu ergaunern. 17. und 26. März; 3., 14. und 24. April.
Was für garstige Karikaturen... Doch irgend- Sven Garbade
Bremer Markt
für feines Handwerk
und Design
in und vor der
Unteren Rathaushalle
23./24. April 2016
11-18 Uhr
finden!
www.finden-bremen.de
foyer 22
Premieren-Rundschau
Premieren-Rundschau
Schnürschuhtheater: „Herr Lehmann“
Foto: Helge Tramsen
Termine: 18. März; 15. und 24. April; 8. Mai
Theater Oldenburg: „D-Man in the Waters/ Generation Y“
Foto: Stephan Walzl
Termine: 18. März; 2. und 29. April; 15. Mai
Theater Oldenburg: „Terror“
Foto: Stephan Walzl
Termine: 15. März; 3., 19., 22. und 28. April; 5. Mai
Theater Bremen: „Rich Kids“
Foto: Jörg Landsberg
Premieren-Rundschau
23 foyer
Theater Oldenburg: „D-Man in the Waters/
Generation Y“
Foto: Stephan Walzl (Termine s. links)
Hildegard Christiansen
Fon 0421 - 25 57 35
Oberneulander Heerstraße 26 - 28
28355 Bremen
Theater Bremerhaven: „Der jüngste Tag“
Foto: Heiko Sandelmann
Termine: 20. März; 22. April
Mo. - Fr. 10.00 - 18.30 Uhr
Sa. 10.00 - 13.30 Uhr
foyer 24
MUSIK Messe „jazzahead!“
Munterer
Messe-Mix
Rund 80 Bands an drei Tagen und Nächten bei
der 11. Bremer „jazzahead!“
Text: Christian Emigholz
Maite Hontelé
S
teil nach oben. Wer die Entwicklung was fast ein wenig überrascht, denn bisder Messe „jazzahead!“ verfolgt hat, lang gab es stets größere und zuletzt kleinere Korrekturen. Die Bausteine sind
wird unweigerlich zu diesem Fazit kommen. Denn die Veranstaltung der weiterhin der Eröffnungsabend des Partnerlandes, dem einen Tag später der GaMesse Bremen ist seit der Premiere im
laabend in der Glocke
Jahr 2006 kontinuierfolgt, die „lange Nacht“ mit
lich gewachsen, hat Fast 1000 Aussteller und
sich dabei stetig den über 3000 Fachbesucher. Bands aus Übersee sowie
das European Jazz MeeAnforderungen der
Aussteller angepasst und doch das Grund- ting, das seit Einführung im zweijährigen
konzept als Treffpunkt für Musiker, Agen- Wechsel mit dem German Jazz Meeting
stattfindet.
turen, Plattenlabels und Produzenten
nicht aus dem Blick verloren. Vom 21. bis
Für deutsche Bands gibt es dafür die Ger24. April findet die nunmehr elfte Auflage der Erfolgsmesse mit rund 80 Bands an man Jazz Expo und schließlich die in ganz
Bremen und dem näheren Umland stattdrei Tagen und Nächten statt.
findende „jazzahead!“-Clubnight. An diesem Abend treten die Bands nicht nur in
Schon im vorigen Jahr war angesichts des
bekannten Clubs und Kultureinrichtungen
permanenten Aufwärtstrends ein Umzug
vom Kongresszentrum in die größeren Mes- auf, sondern auch in Räumen, die ansonsten nicht unbedingt auf dem Kulturfahrsehallen 6 und 7 vollzogen worden. Gut so:
Die fast 1000 Aussteller und über 3000 Fach- plan zu finden sind.
besucher wären sich ansonsten wohl unweigerlich auf die Füße getreten. Diese beiden
Partnerland Schweiz
Hallen werden die Messe, zu der sich AusPartnerland ist in diesem Jahr die Schweiz.
steller aus über 50 Ländern angesagt haben, Zu dieser zum sechsten Mal stattfindenden
auch in diesem Jahr beherbergen.
Herausstellung eines Partnerlandes gehören weit mehr als nur die Präsentation von
Ansonsten hat sich 2016 so gut wie nichts
Bands aus dem jeweiligen Land sowie das
am Konzept der Veranstaltung geändert,
Galakonzert, denn die Organisatoren ha-
ben ein ganzes Kulturfestival installiert, das
schon am 7. April, also weit vor Beginn der
eigentlichen Messe, startet und bis zum 24.
April andauert. Es umfasst Lesungen, Ausstellungen, Filme, Performances und Theateraufführungen, die sich mit der Schweiz
befassen. Ein umfangreiches Programm,
nachzulesen unter www.jazzahead.de
Das Showcase-Programm von „jazzahead!“ beginnt mit der Swiss Night am 21.
April in der Halle 7 sowie dem Schlachthof. Es werden acht Schweizer Formationen zu hören sein, darunter sind mit
dem Elina Duni Quartet, dem Colin Vallon Trio, Weird Beard und „pommelHorse“ vier Bands, die schon mal in der Stadt
aufgetreten sind. Auch das Gala-Konzert
am 22. 4. in der Glocke ist dem Partnerland
vorbehalten. Mit Nik Bärtschs Band „Ronin“ kommt dabei eine Formation, die vom
Zen-Buddhismus beeinflusst ist und lange, melodisch komplexe Improvisationsschübe liebt, während die zweite Band,
„Hildegard lernt fliegen“, mit ihrem außergewöhnlichen Sänger Andreas Schaerer
quasi ein Heimspiel hat, denn vor vier Jahren konnte die Band bei der „jazzahead!“
regelrechte Triumphe feiern.
MUSIK Messe „jazzahead!“
25 foyer
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Sein.
„Hildegard lernt fliegen“
Elina Duni Quartet
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Konzertreigen mit 32 Bands
zu erleben, immer im flotten Wechsel zwischen Halle 7 und Schlachthof. Das hervorAm Freitag und Sonnabend beginnt der
ragende norwegische Trondheim Jazz OrKonzertreigen in Schlachthof und Halle 7
chestra macht den Anfang, und es ist mit
schon am frühen Nachmittag. Der Freitag
seinen 13 Musikern nicht die größte Band,
ist dabei acht deutschen Bands vorbehalten. Zum Auftakt ist gleich die größte, näm- denn spät am Abend stehen beim italienischen Minafric Orchestra 14 Instrumentalich elfköpfige Band der Klarinettistin Rebecca Trescher zu hören, danach verringert listen plus ein Sängerquartett auf der Bühsich die Zahl auf Trios, Quartette und Quin- ne. Dazwischen sind die Bands deutlich
kleiner und kommen aus, Belgien, England,
tette. Darunter sind der Pianist Pablo Held
mit seinem Trio, die Saxofonistin Nicole Jo- Frankreich, Israel, Österreich, Portugal.
hänntgen mit ihrem Quartett und das Quin- Natürlich ist auch Finnland dabei: Daher
kommt „Mopo“, was Moped bedeutet, und
tett „Subtone“ um den Trompeter Magnus
beschließt den Abend.
Schriefl.
Am Freitagabend sind die beiden Säle dann
zur langen Nacht acht Bands aus Übersee
vorbehalten. Fünf kommen aus den USA,
darunter mit dem Bassisten Omer Vital ein
Jazzmusiker mit europäischen Wurzeln, und
das Trio des hoch gehandelten Pianisten Aaron Diehl. Gespannt sein darf man außerdem
auf den südafrikanischen Pianisten Bokani
Dyer mit seinem Trio sowie die kolumbianische Trompeterin Maite Hontelé, die mit
ihrem Sextett furiosen Salsa-Jazz spielt.
Am Sonnabend, 23. April, sind vom Nachmittag bis tief in die Nacht 16 Bands beim
European Jazz Meeting mit Kurzauftritten
„jazzahead!-Clubnight“
Wer noch mehr Bands an einem Abend erleben will, der ist – gute Kondition ist Voraussetzung – am Sonnabend bei der
„jazzahead!-Clubnight“ gut aufgehoben.
Seit 2011 findet dieses musikalische Rennen durch Bremen & Umgebung statt, dem
sich immer mehr Clubs angeschlossen haben. Im vorigen Jahr waren es noch 26, in
diesem Jahr werden 34 Clubs von BremenNord bis Achim teilnehmen. Ein Ticket berechtigt dabei zum Besuch aller Konzerte. Die beginnen um 17 Uhr mit dem Yves
Theiler Trio im Haus im Park (beim Krankenhaus Ost) und enden irgendwann in
den frühen Morgenstunden des Sonntag.
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foyer 26
musik Glocke
Gregory Porter, Foto: Shawn Peters
Nina Attal, Foto: VGaly
Goran Bregovic,
Foto: Nebojsa Babic
Der Sänger von Harlem
Meister des Balkan-Beats
Gregory Porter: Zwischen Jazz und Pop
Goran Bregovic und sein wildes Ensemble
(hip) „Ich fand auf meinem Weg nach Harlem heraus, dass Ellington hier einmal gelebt hat ... Ich kann noch sein Echo hören
... Marvin Gaye spielte da drüben ‚What’s
Going On‘ ... Ich wurde getauft von meines
Vaters Horn.“ Diese Zeilen aus Gregory
Porters Song „On My Way to Harlem“ wirken wie Sätze aus einer Autobiografie und
zeigen zugleich den Umfang seiner musikalischen Einflüsse an. Zwischen klassischem modernen Jazz, Blues, Gospel,
Rhythm & Blues und Soul angesiedelt, sind
seine Lieder musikalisch ambitioniert, haben aber auch die Ohrwurmqualitäten
guter Popmusik.
Musik zu. Schon 1999 machte er als einer
der Sänger in der Broadway-Show „It Ain’t
Nothing But the Blues“ auf sich aufmerksam, doch der Durchbruch kam erst 2010
mit seinem Debütalbum „Water“.
Während die meisten Jazzsänger Standards interpretieren oder Songs für sich
schreiben lassen, ist Porter auch ein guter
Komponist und Texter. So hat er die Mehrzahl der Lieder für seine erste Platte auf
dem renommierten Label Blue Note „Liquid Spirit“ selbst geschrieben, darunter
auch den Titelsong, der 2013 ein kleiner
Hit wurde.
(che) Der opulente Auftritt von Goran
Bregovic and his Wedding and Funeral
Band beim Musikfest Bremen 2005 hat
sich eingeprägt. Denn der 1950 in Sarajevo
geborene Komponist und Musiker stellte
damals nicht nur seinen rockmusikalisch
auf bereiteten, wilden Gypsy-Brass-Sound
vor, sondern auch seine Oper „Karmen
with a Happy End“, die die Themen der
Bizet-Oper in Gypsy-Motive übersetzte
und, wie der Titel schon sagt, gut ausgeht.
Bekannt wurde Bregovic, der in seiner Jugend in einer Rockband spielte, zunächst
nicht durch Konzerte. Vielmehr machte
er als Filmkomponist von sich reden. Vor
In seinen Liedern erzählt er vom AlltagsleUnd so ist Porter einer der wenigen Jazzallem seine Musik zu Filmen wie „Time of
ben der Afroamerikaner und deren Diskrimusiker, denen es in den vergangenen
the Gypsies“, „Arizona Dream“ und „UnJahren gelungen ist, zugleich die Jazzken- minierung in den USA von heute. Und er
derground“ seines Landsmannes Emir
ner zu begeistern und populär zu werden. überrascht immer wieder mit originellen
Kusturica begründeten seinen Ruf. ZuNeuinterpretationen altbekannter Songs.
Immer in seine Ballonmütze und einen
gleich bereitete Bregovic damit den Boden
So gehören etwa der alte Ramsey LewisSchlauchschal eingepackt, hat er einen
Hit „The ’In’ Crowd“ und Sinatras „Fly Me für ein Revival der traditionellen Hochgebeträchtlichen Wiedererkennungswert,
schwindigkeitsblaskapellen aus dem BalTo The Moon“ in einer Bossa Nova-Versiund seine warme Baritonstimme klingt
on zu seinem Repertoire. Dabei ist Porters kan wie „Fanfare Ciocarlia“ oder „Kocazugleich sanft und kraftvoll.
Musik konsequent Pre-Hip-Hop, denn mit ni Orkestar“, die – gewissermaßen durch
Bregovics Vorarbeit – danach Erfolge in
Porters Karriere steht auch exemplarisch
den funkigen Bläsersätzen, swingenden
dafür, dass ehrgeizigen Afroamerikanern
Klavierläufen und perlenden Klängen des ganz Europa feiern konnten.
immer noch vor allem zwei Wege zum ErE-Pianos könnte sie ganz ähnlich auch in
folg offenstehen: Sport und Musik. Der 1971 den frühen 70er Jahren produziert worden Bregovics Musik dagegen war zunächst
nur auf den Soundtrack-CDs zu erleben.
in Los Angeles geborene Zwei-Meter-Mann sein. Doch weil Porter sie so authentisch
wollte zuerst Footballspieler werden, und
und abwechslungsreich interpretiert, ist
Erst ab Mitte der neunziger Jahre ging er
erst als dies wegen einer Schulterverletzung er ganz auf der Höhe der Zeit.
selbst mit seinem Ensemble auf Tournee
unmöglich wurde, wandte er sich der
11. Mai, 20 Uhr, Glocke
und veröffentlichte Alben, denn in erster
musik Glocke
glocke
27 foyer
Weitere Veranstaltungen
in der Glocke
Do 17.03.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
Meisterkonzert – Grigory Sokolov
Grigory Sokolov, Klavier
Werke von F. Chopin u. a.
Fr 01.04.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
Landesjugendorchester Bremen
Landesjugendorchester Bremen
Stefan Geiger, Dirigent
Werke von M. Ravel und I. Strawinsky
„Und Tooor!“
GLOCKE Spielraum stimmt Kinder
musikalisch auf die Fußball-EM ein
Linie blieb er Filmkomponist, der bisher zu
rund 25 Filmen die Musik geschrieben hat.
Sein Ensemble, eine Band mit variabler Besetzung, heißt keineswegs zufällig „Wedding and Funeral Band“, denn bei Hochzeiten und Beerdigungen wurde diese bei
fröhlichen Ereignissen rasend schnelle und
rhythmisch vertrackte, im Trauerfall getragene, regelrecht todtraurige Balkan-Folklore in erster Linie gespielt.
(CP) Als Weiterentwicklung der Reihe GLOCKE Kindertag öffnen sich seit dieser Saison
an ausgewählten Samstagvormittagen von
10 bis 13 Uhr die Türen des Bremer Konzerthauses zum GLOCKE Spielraum für Kinder und Erwachsene. An den beiden bereits
stattgefundenen Terminen standen musikalische Spielereien und die fernen Klangwelten des Orients im Mittelpunkt. Zum
letzten Spielraum dieser Saison wird es
Goran Begrovic bleibt in seinen Komposi- sportlich und damit dabei allein kräftetechtionen aber nicht der traditionellen Spiel- nisch das Fairplay nicht zu kurz kommt,
weise verhaftet, er integriert wie selbstver- richtet sich dieser Termin ausschließlich an
ständlich Rock-Elemente und auch solche Kinder ab 6 Jahren. Unter dem Titel „Und
Tooor!“ geht es – wie könnte es anders sein?
des Jazz, verwendet neben den üblichen
Blasinstrumenten auch E-Gitarre und Key- – um die passende musikalische Einstimmung auf die anstehende Fußball-Europaboards, hat außerdem gewöhnlich auch
Sänger und Sängerinnen dabei, die die fas- meisterschaft in Frankreich.
zinierenden traditionellen Gesangsstile
Rechtzeitig zum Anpfiff bereitet das Musikdes Balkan beherrschen.
vermittlungsteam von »Musik im Ohr« die
jungen Teilnehmer mit kraftvollen Fan- und
Nach Bremen bringt Bregovic die Songs
seines bisher letzten Albums „Champagne Schmähgesängen, rhythmischen Fußballfor Gypsies“ mit, seine spezielle Hommage Stomps und unverzichtbaren Fan-Choreografien wie die La-Ola-Welle auf das Spekan die Musik der Roma, die in den Jahrtakel vor, bei dem das Runde in das Eckige
hunderten ihrer Wanderschaft Melodien
muss. Damit auch rein optisch authentische
aus allen möglichen Regionen in ihre eigene Musik integriert haben. Folglich wird Stadion-Atmosphäre aufkommen kann,
ist jedes Kind aufgefordert, ein nicht klindie Bandbreite von Rumba bis Punk, von
gendes Fan-Accessoire wie Schal, Trikot,
Tango bis Pop reichen, garniert mit der
Mütze oder Ähnliches mitzubringen.
mitreißenden Bläserlust des Balkans.
04. Juni, 10 Uhr, Glocke
10. April, 20 Uhr, Glocke
Mo 11.04.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
Di 12.04.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
9. Philharmonisches Konzert –
»Klassiker und Cello«
Bremer Philharmoniker
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Markus Poschner, Dirigent
Werke von J. Haydn, I. Strawinsky u. a.
Mi 13.04.2016 | 20 Uhr | Kleiner Saal
7. Philharmonisches Kammerkonzert
Fauré Quartett
Dominique Horwitz, Rezitation
Werke von F. Mendelssohn Bartholdy und
Textcollagen von Sascha Frömbling
Mi 27.04.2016 | 9.30 und 11.30 Uhr |
Kleiner Saal
GLOCKE Sitzkissenkonzert:
»Zarte Posaunenklänge«
Posaunenquartett tb4
Sa 30.04.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
Bremer RathsChor
Bremer RathsChor & Solisten
Alexey Botvinov, Klavier
Odessa State Philharmonic Chamber
Orchestra
Jan Hübner, Leitung
Werke von J. Haydn, L. van Beethoven u. a.
Sa 21.05.2016 | 20 Uhr | Großer Saal
Meisterkonzert
Pittsburgh Symphony Orchestra
Daniil Trifonov, Klavier
Manfred Honeck, Dirigent
Werke von S. Rachmaninow und P.I.
Tschaikowsky
So 22.05.2016 | 10.45 Uhr | Kleiner Saal
GLOCKE Ohrwurm für Familien:
»Ein liebliches Ungeheuer«
Musikalische Konzerteinführung zum
Mitmachen zu Johannes Brahms‘ Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (Mindestalter 8
Jahre)
foyer 28
MUSIK Jazztipps
jazztipps
Text: Christian Emigholz und
Wilfried Hippen
Versiertes Quartett
Pionier des Freejazz
„Claasue 4“ kommen ins Moments
Virtuose mit dem Saxophon: Evan Parker
Der Trompeter Claas Ueberschär (Foto)
betreibt schon seit 2007 sein Jazzquartett.
Vor sechs Jahren trat er mit der Band beim
Festival der Bremer Musikerinitiative MIB
auf und hinterließ einen hervorragenden
Eindruck. Ueberschär entwickelt auf der
Trompete einen ausgesprochen warmen, ein
wenig rauchigen Ton, kann aber auch ruppig
dazwischenfunken. Ähnliches gilt für seine
Kompositionen, denn die kommen häufig
mit eleganten melodischen Linien daher, in
die sich aber immer wieder überraschend
Ecken und Kanten einschleichen.
Ja, auch beim Jazz kann man Energie sparen. Der britische Saxophonist Evan Parker
(Foto) macht es vor. Im Rahmen der Initiative „Take The Green Train“ des Europe
Jazz Networks, dem über 100 europäische
Jazzveranstalter angehören, kommt er in
den Bremer Sendesaal. Und zwar allein und
mit der Eisenbahn. Ökologischer kann eine
Konzerttour kaum sein.
Der 1944 geborene Parker ist einer Pioniere
des Freejazz. Zwei seiner stilbildenden Aufnahmen entstanden sogar in Bremen: 1968
in der „Lila Eule“ mit Peter Brötzmanns
Der Trompeter, der als Studiomusiker auch „Machine Gun“ und 1972 „Pakistani PomaErfahrungen im Soul, Pop oder Hip Hop
de“ mit dem Alexander von Schlippenbach
sammelte, hat an der Essener FolkwangTrio, damals ebenfalls im Sendesaal.
Universität bei Uli Beckerhoff studiert und
war anschließend als DAAD-Stipendiat
Parker, der 1966 in London begann, mit
an der New Yorker New School. Zu seinem den Freejazzern Derek Bailey und Tony
Quartett gehören der Pianist Matthäus
Oxley zusammenzuarbeiten, entwickelte
Winnitzki, der Kontrabassist Oliver Karsauf dem Tenor- und Sopransaxophon seine
tens und der Schlagzeuger Derek Scherzer. eigene Spieltechnik. Durch die Zirkulationsatmung kann er minutenlange PhraSeine Band nannte sich vor einiger Zeit
sen spielen, ohne abzusetzen. Und mit
noch schlicht Claas Ueberschär Quartett,
einer virtuosen Überblastechnik schafft
inzwischen firmiert sie als „Claasue 4“.
er Klangwelten, zu denen Pfeiftöne und
Nach Bremen kommen die vier Musiker
perkussive Elemente gehören. Parker hat
auf Einladung der MIB und des Clubs
mit Jazzavantgardisten wie John Zorn und
Moments im den Steintor und bringen ihre Anthony Braxton, aber auch in konventionagelneue CD „Bli“ mit.
nellen Formationen wie denen von Kenny
23. März, 20 Uhr, Club Moments
Wheeler oder Charlie Watts gespielt.
20. April, Sendesaal, Bremen
Kirchenmusik
Musik
zur
Passion
29 foyer
Text: Ulrich Matyl
St. Lamberti-Kirche Oldenburg
M
usik zur Passion – bei diesem Gedanken schwingen unweigerlich Melodien und Zitate aus der
„Matthäus-“ und der „Johannespassion“
von Johann Sebastian Bach oder Joseph
Haydns „Sieben letzte Worte unseres Erlösers am Kreuze“ mit. Großartige Werke,
die vor und während der Karwoche allerorten immer wieder aufgeführt werden.
Doch die Musikliteratur hat noch viel
mehr zu bieten:
Liszts „Via crucis“
in Arbergen
Franz Liszt zählt ohne Zweifel zu den originellsten, innovativsten und schillerndsten Musikerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Sein riesiges Œuvre umfasst
alle Genre. Mit großer Selbstverständlichkeit verstand er es, immer wieder Religion und Glauben in seine autonome Kunst
einzubinden, sei es als virtuoses Klavierstück, als liturgische Komposition oder
als ganz persönliche Andachtsmusik. Wie
kaum ein anderer Komponist vermochte
er auf der Suche nach dem Authentischen
die strengen Grenzen „geistlich-weltlich“
genauso hinter sich zu lassen wie stilistische Kategorien.
dem protestantischen Choral, der Kompositionstechnik Bachs, expressivem Chor
Unisoni oder auch volkstümlichen Anklängen. – Unter der Leitung Jürgen Marxmeier ist dieses Werk am 20. März um 17
Uhr in der Arberger St. Johanniskirche
zu hören.
Blues, Choral und Spiritual. 2005 wurde
die Suite von Olaf Kordes (Piano), Wolfgang Tetzlaff (Bass) und Karl Godejohann
(Drums) zum ersten Mal auf CD eingespielt.
Nun gastiert dieses Trio mit der „Eastern
Suite“ am 23. März um 18 Uhr im Saal der
St. Lamberti-Kirche in Oldenburg.
„Eastern Suite“
in Oldenburg
Dvoraks „Stabat mater“
im Dom
Eine Passionsmusik in der Sprache des
Jazz? Diese Verbindung dürfte im hiesigen kirchlichen Kulturkreis auf den ersten Eindruck zumindest etwas Überraschendes, wenn nicht sogar Befremdliches haben, scheint doch die gewohnte
Kirchenmusik zum Thema Passion beinahe untrennbar von der Ausdruckswelt besonders barocker Musik geprägt. Umso interessanter, sich der Passion aus einer völlig unvoreingenommenen musikalischen
Perspektive zu nähern.
Eine erweiternde Perspektive auf das Passionsgeschehen nimmt der mittelalterliche, mystische Hymnus „Stabat mater
dolorosa“ ein. In ihm steht die unter dem
Kreuz stehende leidende Mutter Jesu im
Mittelpunkt. Mit der mütterlichen Trauer rückt die Perspektive des Mitleids in das
Zentrum der Betrachtung. Mitleid, über
das Artur Schopenhauer schrieb, dass es
„der festeste und sicherste Bürge für sittliches Wohlverhalten“ sei.
Genau dies hatte der 2007 gestorbene legendäre amerikanische Jazzpianist Oscar Petersen getan, als er 1984 im Auftrag
der BBC seine neunteilige „Eastern Suite“ für Jazztrio komponierte. Obwohl die
ersten acht Sätze das Passionsgeschehen
betrachten und nur der neunte Satz („He
Has Risen“) sich mit der Auferstehung befasst, nennt Petersen sie wohl ganz bewusst „Eastern Suite“.
Geradezu paradigmatisch dafür ist sein
„Via crucis“ für Soli, Chor und Orgel, das
die 14 Stationen des Kreuzweges Jesu
nachzeichnet. Unbekümmert schöpft Liszt
aus dem ganzen Reichtum der MusikgeMusikalisch umfasst sie ein weites Spekschichte: dem gregorianischen Hymnus,
trum von Jazzstilen, vom Jazzwalzer bis
Kein Wunder, dass in „Stabat mater“-Vertonungen Komponisten quer durch die
Musikgeschichte mitunter ihre persönlichsten, ergreifendsten Kirchenmusikwerke schufen. Seit dem 19. Jahrhundert
zählt das großangelegte „Stabat mater“
von Antonin Dvorak, das er als persönlichen Reflex auf den Tod seiner drei Kinder komponierte, zu den zentralen Werken romantischer Kirchenmusik. Es erklingt am Karfreitag, 25. März, um 19 Uhr
im Bremer St. Petri Dom. Leitung: Tobias
Gravenhorst.
foyer 30
MUSIK Bremer Philharmoniker
„Britanniens Küste“: Bremer Philharmoniker
tauchen mit maritimen Kompositionen
„Breitwand und in Farbe“ in musikalische
Bildwelten ab
Text: Wilfried Hippen
Seebilder
D
Anna Stephany, Foto: Marco Borggreve
as Rauschen des Meeres gehört zu
Der Film mit Marlon Brando in einer seiden angenehmsten Klängen und
ner besten Rollen spielt im Milieu der Haist schon fast Musik. So ist es kaum fenarbeiter, gilt als Meilenstein des neuen
verwunderlich, dass viele Komponisten
Realismus und des Method Acting in Holsich von maritimen Stimmungen, Billywood und war ein künstlerischer Tridern, Landschaften und Geschichten inumph für alle Beteiligten. Von den 1954 an
spirieren ließen. Und weil die Briten ein
den Film verliehenen acht Oscars blieb es
Inselvolk sind, gibt
es ein reiches und Weil die Briten ein Inselvolk sind, gibt es ein
interessantes Rereiches und interessantes Repertoire von
pertoire von philphilharmonischen Seestücken aus England...
harmonischen
Seestücken aus
England, aus dem sich die Bremer Philfür Bernstein allerdings nur bei der Nomiharmoniker für ihr 10. Philharmonisches nierung für die beste Filmmusik. Auch das
Konzert am 2. und 3. Mai in der „Glocke“ mag dazu beigetragen haben, dass er sich
Schmuckstücke entliehen haben.
in seinen Memoiren „The Joy of Music“ bitter darüber beklagte, wie mit seiner Arbeit
Doch bevor man sich den Gestaden von
umgegangen wurde.
„Britanniens Küste“ – so der Titel des Konzertprogramms – nähert, wird an beiden
Der „Maestro“ des Films war nämlich
Konzertabenden Kurs Richtung New York nicht er, sondern Kazan, und dieser strich
genommen, und zwar mit der Symphoganze Passagen der Musik, montierte sie
nischen Suite aus „On the Waterfront“ von in einer anderen als der von Bernstein inLeonard Bernstein. Darin wird der Hafen tendierten Reihenfolge und ließ sie gerade
der Mega-Metropole mit nervösen Großdann leiser werden, wenn die Komposition
stadtklängen herauf beschworen. Die Urihren emotionalen Höhepunkt erreichte.
sprünge dieser Komposition waren für das Bernstein war darüber so enttäuscht, dass
Kino bestimmt, denn der amerikanische
er nie wieder für einen Film komponierte.
Tausendsassa Bernstein hat auch Filmmusik geschrieben – allerdings nur dieses ei- Ein Jahr später schrieb er sein „film score“
ne Mal, und zwar für Elia Kazans Drama
zu der Symphonischen Suite um, die heute
mit dem deutschen Titel „Die Faust im Na- zu seinen eher weniger beachteten Werken
cken“.
zählt. Zu Unrecht, denn mit seinen jazzigen Perkussions-Elementen und einem be-
musik Bremer Philharmoniker 31 foyer
Matthew Halls, Foto: Jan Christoph Meyers
rührenden Liebesthema hat das etwa 20
Minuten lange Werk eine mitreißende Wirkung, die sich auch unabhängig vom Film
entfaltet.
Bernsteins Stück und Benjamin Brittens
„Four Sea Interludes“ verbindet, dass in ihnen Gesellschaften, die an und von der
See existieren, durch die Musik widergespiegelt werden. Zu den Quellen, aus denen er für diese Musik schöpfte, sagte Britten selber: „Die meiste Zeit meines Lebens
verbrachte ich in engem Kontakt mit dem
Meer. Das Haus meiner Eltern in Lowestoft
blickte direkt auf die See, und zu den Erlebnissen meiner Kindheit gehörten die wilden
Stürme, die oftmals Schiffe an unsere Küste
warfen und ganze Strecken der benachbarten Klippen wegrissen.“
von Cornwall zu seiner bekanntesten Tondichtung „Tintagel“ inspirieren. Die verfallene Burgruine an den Klippen zum Atlantik, in der König Artus Hof gehalten haben
soll, ist ein hochromantischer, mythisch
und mystisch aufgeladener Ort und entsprechend poetisch schwelgen diese klanglichen Impressionen von Bax. Für Filmmusik-Komponisten ist die Musik dieser Ära
eine Schatzkammer für Inspiration und Zitate. Bax schrieb später selbst Filmmusik, so
etwa 1948 für David Leans „Oliver Twist“.
Der beliebteste klassische Komponist
Großbritanniens ist Sir Edward Elgar, dessen „Pomp & Circumstance“ rituell jedes
Jahr zum Finale der „Last Night of the
Proms“ gespielt wird. Ähnlich populär sind
seine fünf Orchesterlieder „Sea Pictures“.
Bei der Premiere im Jahr 1899 sang sie die
Brittens Oper „Peter Grimes“ aus dem Jahr
Altistin Clara Butt in einem Fischschwanz1945 spielt im 19. Jahrhundert an der Ostkü- kostüm als Meerjungfrau verkleidet.
ste Englands im Milieu der Fischer; sie wurde im vergangenen Jahr am Theater Bremen Dieser sehr britische Spleen zeichnet auch
aufgeführt. Britten selbst hat die instrudie Lieder selber aus, in denen der Schlaf
mentalen Zwischenspiele daraus zu diesem der Seeelfen und das „Land, wo die Korallen liegen“ besungen werden. Mit den nötiWerk zusammengefasst, Anlass genug für
Musiker des Orchesters, die außergewöhn- gen ironischen Nuancen können wohl nur
liche Partitur aus dem Graben auf ihre Kon- die Briten selbst diese Musik interpretieren, und so wird der romantisch-dramazertbühne in der Glocke zu heben.
tische Liedzyklus in Bremen von der englischen Mezzosopranistin Anna Stéphany
In der zweiten Hälfte des Abends werden
gesungen. Das Orchester leitet Matthew
dann spätromantisch das Meer und seine
Küstenlandschaften besungen. Arnold Bax Halls, ebenfalls Gast von der Insel.
ließ sich 1917 durch eine Reise an der Küste
Percussionwelten
Die neue Musikwerkstatt der Bremer
Philharmoniker mit Perkussionsinstrumenten aus verschiedenen Kulturkreisen
Rhythmus – immer und überall
Rhythmus ist in uns allen und umgibt
uns immer und überall. Egal wo auf der
Welt: Rhythmus verbindet!
Rhythmen gemeinsam entdecken –
Feel the beat!
Hier werden Kinder und Jugendliche mit
Bodypercussion, Sticks und Trommeln
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Musikwerkstatt Marßel
Landskronastraße 46
28719 Bremen
foyer 32
musik Konzerttipps
tipps
Spielfreudiges Trio
Lärm bei Goethe
(hip) Gerade ist er 70 Jahre alt geworden,
aber für einen Bluesmusiker ist das ein
gutes Alter. Abi Wallenstein, oft „Vater der
Hamburger Blues-Szene“ genannt, steht
seit 1966 als Gitarrist und Sänger auf der
Bühne, und er gehört zu den Musikern, die
live am besten sind. Fast jeder deutsche
Bluesmusiker hat schon mit ihm gespielt
und er tritt oft und gerne auf – sei es auf
Stadtteilfesten oder auf größeren Bühnen,
wo er etwa als Support von Fats Domino,
Johnny Winter und Joe Cocker gespielt hat.
(UM) Schon zu Lebzeiten galt Johann
Wolfgang von Goethe als die uneingeschränkte geistige Autorität in Deutschland. Und natürlich gab es auch Begegnungen mit den Musikschaffenden der Zeit.
Sie sind heute interessante Dokumente des
Zeitgeschehens, und zwar gerade deshalb,
weil sie zuweilen auch im Kontrast zu heutigen Wertschätzungen stehen.
Wallenstein arbeitet immer noch in vielen
verschiedenen Besetzungen, aber eine Kombination ist über die Jahre zu seiner Stammband geworden: In seinem Trio „Blues Culture“ bläst Steve Baker die Mundharmonika
und Martin Röttger spielt neben anderen
Perkussionsinstrumenten vor allem das Cajon – eine Holzkiste mit trommelähnlichem
Klang, die auch „das kleinste Schlagzeug der
Welt“ genannt wird.
Da die drei in verschiedenen musikalischen Genres zuhause sind, haben sie
gemeinsam eine Melange aus Blues, Funk,
Rock’n’Roll und World Music entwickelt.
Ihre Auftritte begeistern auch deshalb
immer wieder, weil sie einander mit viele
Spielfreude musikalische Vorlagen geben.
9. April, KITO, Bremen-Vegesack
Berühmt ist die Begegnung mit Beethoven, mit dessen ungestümer Art der
Dichterfürst nicht recht klar kam oder die
Post von Franz Schubert mit Liedern, die
sich unbeachtet in Goethes Haus verloren. Mehr Glück, und durch seine Eltern
natürlich auch besser eingeführt, hatte der
jugendliche Felix Mendelssohn Bartholdy,
dem der Dichterfürst große Beachtung
und Wertschätzung schenkte. „Mache mir
ein wenig Lärm vor!“ soll er gesagt haben,
wenn er den jungen Felix zum Musizieren
aufforderte.
Das 7. Philharmonische Kammerkonzert
nun lädt ein, in diesen Aspekt der Musikgeschichte einzutauchen: mit Textcollagen
von Sascha Frömbling, rezitiert von Dominique Horwitz, und frühen Klavierquartetten Mendelssohns aus dieser Zeit, die
vom fulminanten Fauré Klavierquartett
interpretiert werden.
13. April, 20 Uhr, Glocke
musik Konzerttipps
33 foyer
CD-Tipp:
Vom Balkan zum Bosporus
Prominente Gäste
(che) Der Musikproduzent und DJ Stefan
Hantel hat eine bemerkenswerte Karriere
hingelegt. Angefangen hat er um die Jahrtausendwende als Remixer von gerade populären Balkan-Bands, deren komplexen
Beats er Disko-Tauglichkeit verpasste. Was
Hantel, der sich nun Shantel nannte, als
„Bucovina Club“ auf Alben veröffentlichte,
war derartig erfolgreich, dass es nötig wurde, eine passende Live-Band zu gründen,
um die Musik auf die Bühne zu bringen.
(ps) Tiefes Vertrauen in die Tatkraft der
Bauarbeiter offenbaren die Organisatoren
des 27. Bremer Musikfestes vom 20. August
bis 10. September. Denn obwohl am Neubau der Bremer Landesbank noch kräftig
gewerkelt wird, haben sie dessen Innenhof
bereits als einen von neun Schauplätzen
der „Großen Nachtmusik“ am Eröffnungsabend vorgesehen.
Zu den Mitwirkenden des Konzertreigens
gehören das Orchester „Europa Galante“
So entstand das Bucovina Club Orkestar,
mit Fabio Biondi, das hoch gelobte Vokaldas teilweise mit Musikern vom Balkan be- und Instrumental-Ensemble „Gli Angeli
setzt war. Die Konzerte der Band zeichnen Genève“ und die Pianistin Olga Scheps.
sich durch ein entfesselt hüpfendes und
Das Quintett des US-amerikanischen
tanzendes Publikum aus, das textsicher
Funk-Trompeters Roy Hargrove wird ausdie Songs der Alben „Disko Partizani“ und testen, wie es um die Akustik im erwähn„Planet Paprika“ mitsingt.
ten Innenhof bestellt ist.
Aber Shantel ist ein pfiffiger und genauer
Szene-Beobachter, der, nach dem Abschwellen der Balkan-Begeisterung, geschickt an leichten Veränderungen seines
Erfolgskonzeptes gefeilt hat. Seine jüngste
Produktion „Viva Diaspora“ orientiert
sich nun stärker an arabisch-türkischen
Rhythmen und bezieht auch griechischen
Rembetiko ein. Mit diesem neuen Mix
kommen Shantel & Bucovina Club Orkestar nun nach Bremen.
26. April, 20 Uhr, Lagerhaus Schildstraße
Mit prominenten Gästen wird das Festival
anschließend fortgesetzt. Darunter sind
das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin,
die „Accademia Bizantina“, der Bariton
Thomas Hampson, der gemeinsam mit der
Deutschen Kammerphilharmonie Bremen auftritt, sowie Rolando Villazón und
Magdalena Kozena in einer konzertanten
Aufführung von Monteverdis „L’Orfeo“.
Tipp: Wer bis zum 2. April Eintrittskarten
kauft, erhält den „Frühbucher-Rabatt“: 15 %
Ermäßigung auf alle Veranstaltungen außer
für den Eröffnungsabend.
Großer Wurf
Järvi dirigiert Nielsen-Sinfonien
Die Deutsche Kammerphilharmonie
Bremen nennt ihren Künstlerischen Leiter
Paavo Järvi zurecht einen „musikalischen Weltbürger“, der parallel noch das
Orchestre de Paris sowie das NHK Symphony Orchestra (Tokio) leitet und mit
allen seinen Klangkörpern regelmäßig auf
Tournee ist. Insbesondere aus seiner Zeit
als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters
(2006-2013) stammen ungewöhnlich viele
hochgelobte CD- und DVD-Produktionen
wie die kompletten Mahler- und Bruckner-Sinfonien.
Diese Serie wurde nun um eine CD-Box
mit den sechs Sinfonien des Dänen Carl
Nielsen erweitert. Ein großer Wurf! Man
glaubt zu spüren, wie vertraut diese Musik für Paavo Järvi ist, der sich ja grundsätzlich aktiv für die Werke nordischer
Komponisten einsetzt. Das Frankfurter
Orchester stellt deren Besonderheiten
vorzüglich heraus: Neben dem oft wie
improvisiert wirkenden Fließen der Musik
sind das die eigenwilligen, melodiösen
Themen seiner Sinfonien und auch die
Energie, die hinter den Noten steckt.
Diese zeigt sich nicht nur in den interessanten Schlagwerkpassagen, sondern im
zwischen Spätromantik und Avantgarde
pendelnden Ton der Musik. Järvis ExOrchester lässt den Wunsch nach mehr
Nielsen live aufkommen. – Carl Nielsen:
Sinfonien 1-6; Sony RCA 88875178802, 3 CDs
Markus Wilks
foyer 34
kunst Hanseatische Malerinnen um 1900
Kunsträtsel
„Videokunst
Förderpreis Bremen“
E. S. Mayorga (*1975) hat für sein autobiografisches Dokumentarfilmprojekt „The
Role of Fear“ den 23. Bremer VideokunstFörderpreis erhalten. Gezeigt werden
Selbstbeobachtungen, die Mayorga seit seinem 15. Lebensjahr angefertigt hat. In dem
Zusammenschnitt aus 300 Stunden Videomaterial setzt er sich intensiv mit dem Themenkomplex des Horrors auseinander.
Was zunächst als abstraktes Forschungsprojekt gedacht war, veränderte sich als
Folge einschneidender Erlebnisse in seinem Leben: Mayorga erlebte paranormale Phänomene in seinem Heimatland, zudem verschwand seine jüngere Schwester
Ana 2012 unter Mitwirkung von Mitgliedern des Drogenkartells „La Familia“ und
der dortigen Bundespolizei.
Mayorga befasst sich mit realer Gewalt,
Widersprüchen in der Gesellschaft und
ökonomischen Ungleichgewichten. Er
selbst bezeichnet den Film als visuellen
Essay über die Themen, die sein Leben
und seine künstlerische Praxis radikal
verändert hätten.
Den zweiten Preis erhielt Sharlene Khan
(*1977) für ihre Arbeit „When the moon
waxes red“, die Videos, inszenierte Fotografien und handgemachte Spitzen
verbindet. Khan untersucht darin die
Geschichte der Frauen ihres Herkunftslandes seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert aus einer persönlichen Perspektive.
Der Videokunst-Förderpreis wird jährlich
vom „Filmbüro Bremen“ vergeben. Besonderheit des Preises ist, dass die eingereichten Konzepte der Gewinner mit dem
Preisgeld realisiert werden.
Frage: Aus welchen Ländern stammen die
beiden Gewinner?
Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum
15. April 2016 an foyer, Roland Verlag
GmbH, Schlachte 43, 28195 Bremen. Die
Teilnahme ist auch online möglich: www.
rolandverlag.de (Publikationen/Foyer).
Zu gewinnen sind 3 x 2 Eintrittskarten für
die Kunsthalle Bremen.
Die Antwort des Kunsträtsels aus der
Ausgabe 113 lautet: Die Orgel.
Gewonnen haben:
Jutta Borchardt, Melbeck
Claudia Owen, Wilhelmshaven
Thomas Sauer, Bremen
Ans
Licht
geholt
Dame mit weißem Hut. Hedwig Woermann.
Kunstsammlung des Landkreises Vorpommern und
Rügen. Foto: Dr. Renate Billinger-Cromm.
D
ie Werke von Paula ModersohnBecker sind Publikumsmagneten.
Die Arbeiten ihrer Zeitgenossinnen
fristen hingegen oft ein Schattendasein in
Museums-Depots. Oder sie befinden sich
in Privatsammlungen und bleiben damit
ebenfalls den Blicken der Öffentlichkeit
verborgen. Ans Licht geholt werden nun
einige dieser Bilder dank der Ausstellung
„Hanseatische Malerinnen um 1900“ in
der Kunstschau Lilienthal.
cher. Denn um die Jahrhundertwende wurden Künstlerinnen von den männlichen
Kollegen oft belächelt und als „Malweiber“
bezeichnet. Obendrein war ihnen im Kaiserreich der Weg an die Kunsthochschulen
verwehrt. Die Frauen wichen auf private
Malstunden und Akademien aus.
„Die Malerinnen kamen fast alle aus
begüterten Elternhäusern“, sagt Cordes.
Als Töchter von Reedern, Bänkern, Kaffee- oder Weinhändlern materiell gut
Bis zum 30. Oktober sind 120 Bilder und
ausgestattet konnten sie viel reisen. Cordes:
Skulpturen von 14 Künstlerinnen zu sehen. „Das waren Weltbürgerinnen.“ Der Weg
„Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen führte die Frauen nicht nur in europäische
Kunstmetropolen, etwa nach Paris.
„Mit ihrem Schaffen kann man
Manch eine reiste bis nach Südamedie Künstlerinnen auch als erste rika und Afrika. Das spiegelt sich
Vertreterinnen der einsetzenden auch in den polyglotten Motiven der
Ausstellung wider. Nur die Hälfte
Frauenbewegung sehen“
der ausgewählten Bilder zeigt typiEinblick in das Wirken hanseatischer Male- sche Szenen aus Norddeutschland.
rinnen um 1900“, meint Hans Adolf Cordes,
Vorsitzender der Kunststiftung Lilienthal.
Einige der in Lilienthal gewürdigten KünstDie stilistische Vielfalt reicht vom Historis- lerinnen waren zu Lebzeiten gefragt, geriemus über den Impressionismus bis hin zum ten später aber aus dem Blickfeld. So ernteKubismus und der Neuen Sachlichkeit.
ten die impressionistischen Hafenbilder von
Toni Elster (1861-1948) viel Lob, auch seitens
„Mit ihrem Schaffen und Wirken kann man der Kunstkritiker. Elster war eine „Spätzündie Künstlerinnen um 1900 auch als erste
derin“, die erst mit 36 die Kunstlaufbahn
Vertreterinnen der einsetzenden Frauenbe- einschlug und zwischen ihren Ateliers in
wegung sehen“, meint der Ausstellungsma- Bremen und München pendelte.
kunst Hanseatische Malerinnen um 1900
35 foyer
Kunstschau Lilienthal würdigt
„Malweiber“ mit der Ausstellung
„Hanseatische Malerinnen um 1900“
Text: Berit Böhme
Fischverkäuferin, 1887. Aline von Kapff. Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein
Bremen. Foto: Karen Blindow.
Elisabeth Noltenius (1888-1964), eine populäre
Porträtistin und Zeichenlehrerin, war eng mit der
Landschaftsmalerin Dora Bromberger (1881-1942)
befreundet, die kubistische und expressionistische Einflüsse aufgriff. „Wir zeigen 14 ihrer Aquarelle aus dem Landesmuseum Oldenburg“, freut
sich Cordes. Brombergers Arbeiten waren bis zum
Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten
begehrt. Die evangelische Malerin mit jüdischen
Wurzeln wurde 1941 nach Minsk deportiert, wo
sie 1942 starb.
Erstmals in der Region zu sehen sind Arbeiten von
Hedwig Woermann (1879-1960). Die Hamburgerin
war unter anderem Schülerin des Pariser Bildhauers Bourdelle, konzentrierte sich ab 1914 aber auf
die Malerei. Woermann lebte lange in Wustrow bei
Ahrenshoop und bevorzugte Seide als Malgrund.
Die Stoffbilder ließen sich gut aufrollen, sparten
Stauraum und waren einfach zu transportieren.
In Lilienthal sind außerdem Werke von Olga Cordes (1868-1930), Anna Feldhusen (1867-1951), Lisel
Oppel (1897-1960), Anna Plate (1871-1941), Ottilie
Reylaender (1882-1965), Clara Rilke-Westhoff
(1878-1954), Agnes Sander-Plump (1888-1981), Aline von Kapff (1842-1936), Margarethe von Reinken
(1877-1962) und Sophie Wencke (1874-1963) zu
sehen. Zur Ausstellung ist ein kleiner, 24-seitiger
Katalog erschienen.
www.kunststiftung-lilienthal.de
WOZZECK
von Alban Berg
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Regie: Paul-Georg Dittrich
„Was Markus Poschner und die Bremer Philharmoniker
aus dem Graben lieferten, war sensationell.“ (NWZ)
20. und 28. März / 9., 19. und 30. April
und zum letzten am Mal am 8. Mai
im Theater am Goetheplatz
foyer 36
KUNST Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Berührende
Bilder
Mehr als Bibelillustrationen: Marc Chagalls
Zyklus „Exodus“ im Oldenburger Schloss
Text: Melanie Öhlenbach
E
xodus – dieses Wort ist zu einem
Schlüsselbegriff geworden für die
Befreiung versklavter und rechtloser
Menschen aus Unrecht und Gewalt. Im
Schloss Oldenburg ist vom 8. Mai bis 19.
Juni der gleichnamige Zyklus von Marc
Chagall (1887-1985) zu sehen, dessen Thema an Aktualität nichts eingebüßt hat.
Marc Chagall, Exodus, Auffindung des Mosesknaben, Original-Farblithographie, 1966
che in Oldenburg zu ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung veranlasst hat. Angesichts der Millionen Menschen, die
weltweit auf der Flucht sind, erweist sich
der Exodus-Zyklus ihrer Ansicht nach als
überraschend aktuell. „Die Illustrationen
sind sehr berührend. Allerdings war auch
mir im ersten Moment nicht bewusst, welche Brisanz sie derzeit haben“, gibt ProSeine Bilder erzählen die Geschichte von
fessor Rainer Stamm, Direktor des LanMenschen auf dem Weg in ein besseres Le- desmuseums, unumwunden zu.
ben: Im Jahr 1966 schuf Marc Chagall 24
Lithografien über den Auszug des Volkes
Motive wie Befreiung, Aufbruch und AnIsrael aus Ägypten, die Rettung Israels am kommen, von Chagall in beeindruckenden
Schilfmeer und die Verkündung der Zehn
Bildern umgesetzt, fördern eine AuseinGebote am Berg Sinai. „Mit seinem Exoandersetzung mit aktuellen Themen wie
dus-Zyklus hat Chagall die Flucht- und Be- Flucht, Migration und der Suche nach Heifreiungsgeschichte der Israeliten künstmat in der globalisierten Welt des 21. Jahrlerisch ins Bild gesetzt und so in das 20.
hunderts. Doch wie finden Menschen in
Jahrhundert eingetragen“, sagt Olaf Grob- der Fremde eine neue Heimat? Was könleben, Pastor und Beauftragter für Ethik
nen Kultur und Religion dazu beitragen?
und Weltanschauungsfragen der EvangeUnd was bedeutet Heimat heute überlisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.
haupt noch jenseits von Folklore und rückwärtsgewandtem Festhalten am VergangeDoch es ist nicht allein die kunsthistonen? „Es geht um Vergewisserung und darische Dimension dieses Werkes, das die
rum, auf diese und vergleichbare Fragen
Verantwortlichen des Niedersächsischen eine Antwort zu finden“, sagt Pastor Olaf
Landesmuseums Oldenburg und der Aka- Grobleben.
demie der Evangelisch-Lutherischen Kir-
Marc Chagall, Exodus, Tanz der Mirjam,
Original-Farblithographie, 1966
Die Exponate stammen aus Privatbesitz.
Flankiert werden sie von druckgrafischen
Blättern des 19. und 20. Jahrhunderts mit
alttestamentlichen Sujets aus der Sammlung des Landesmuseums. Zu den schönsten Blättern gehören laut Museumsdirektor Rainer Stamm das Werk „Salomé“ von
Hans Thoma (um 1892), Lovis Corinths
Folge von acht Kreidelithographien „Die
Sündfluth“ (1923) und die Farblithographie „David und Bathseba“ (1949) von
Ernst Wilhelm Nay.
Begleitet wird die Ausstellung von einer
Reihe an Führungen und Veranstaltungen.
Unter anderem bietet das Kunstseminar
„Exodus ins Reich der Farben“ (20. bis 22.
Mai) im Evangelischen Bildungshaus Rastede die Möglichkeit zur persönlichen,
künstlerischen Auseinandersetzung mit
dem Zyklus. Das Symposium „Auf bruch
und Ankunft. Auf dem Weg in eine neue
Heimat“ (28. Mai), das auch in Kooperation mit der Oldenburgischen Landschaft
stattfindet, beschäftigt sich mit dem Thema Heimat und Heimisch-Werden an
einem fremden Ort.
www.akademie-oldenburg.de
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foyer 38
KUNST Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Filigrane
Fadengebilde
Das Ostfriesische Landesmuseum Emden zeigt
bis zum 1. Mai „Spitzenwerke“
Text: Berit Böhme
S
pitze war lange ein Luxusgut.
Nur Edelleute und „Pfeffersäcke“
stolzierten mit Spitzenkragen und
-manschetten umher. Geschaffen wurden
die filigranen Fadengebilde von Klöpplerinnen. Die Ausstellung „Spitzenwerke“
in Emden ist eine Hommage an diese alte
Handarbeitskunst. Bis zum 1. Mai präsentiert das Ostfriesische Landesmuseum
Meisterstücke aus Geschichte und Gegenwart.
Die Schau in den Pelzerhäusern 11+12
konzipierte das Landesmuseum zusammen
mit dem Deutschen Klöppelverband. Sie
beleuchtet unter anderem den Wandel der
Spitzenmode. So sind Porträts aus dem 17.,
18. und 19. Jahrhundert zu sehen, auf denen die Protagonisten Spitze im jeweiligen
Zeitgeist tragen.
„Die Dargestellten tragen aus Spitze gefertigte Kleidungsteile verschiedenster Art
wie Applikationsspitze, Nadelspitze oder
Brüsseler und Mechelner Klöppelspitze“,
sagt Aiko Schmidt vom Landesmuseum.
Den Bildern werden Proben historischer
Spitze an die Seite gestellt. „Anhand der
Bilder haben wir die jeweils zeitgemäßen
Spitzen ausgesucht“, sagt Gerlinde Baumgarte vom Klöppelverband.
Emden ist vom 1. bis zum 3. April auch
Schauplatz des „Klöppelspitzen-Kongresses“. Zu Workshops, Fachvorträgen
und Markt werden rund 3.000 Anhänger
des seit dem 16. Jahrhundert bekannten
Handwerks erwartet. Auf dem Kongress
werden zudem die Sieger des internationalen Klöppelwettbewerbs gekürt. Arbeiten
der Preisträger des Jahres 2015 werden anschließend in der Ausstellung präsentiert.
„Früher wurde mit Leinen geklöppelt, später
auch mit Baumwolle und Seide. Heute klöppeln wir mit allen Materialien, beispielsweise Rosshaar und Draht“, sagt Baumgarte.
„In Emden werden wir eine Jacke ausstellen,
die aus dem Garn eines aufgerebbelten Kartoffelnetzes gemacht ist.“
Klöppeln ist nichts für Ungeduldige und bis
heute fast ausschließlich in Frauenhand.
In diversen Verschlingungstechniken
drehen und kreuzen die Frauen ihre auf
kleine Holzspulen, die Klöppel, gewickelten
Fäden. Als Unterlage dienen flache Kissen
oder Rollen. Auf denen wiederum steckt
der Klöppelbrief mit dem vorgezeichneten
Muster. Die Klöppelsprache ist übrigens
international, die Farben und Symbole auf
den Anleitungen lesen die Spitzenkünstler
wie Musiker ihr Notenblatt.
www.landesmuseum-emden.de
KUNST Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
39 foyer
„Stichproben“: Textilkunst mit Witz und
Ironie im Oldenburger Schloss
Text: Berit Böhme
Augenblick mal!
A
hnengalerie, edle Möbel und Tapeten, Antikensammlung, Lüster,
Parkett – meist stiefeln Besucher
teilnahmslos am Inventar historischer
Gebäude vorbei. Dank sechs findiger Textilkünstlerinnen könnte sich das im Oldenburger Schloss nun ändern. Vom 20.
März bis zum 29. Mai sorgt die Ausstellung „Stichproben“ des Landesmuseums
für Kunst und Kulturgeschichte für einen
neuen Blick auf die historischen Räume
der einstigen herzoglichen Residenz.
„Wir wollen einfach mal den Blick ein
bisschen anders lenken“, sagt die in Meschede lebende Künstlerin Susanne Klinke. „Die Objekte sind teilweise sehr skurril. Da wird vieles Spaß machen, ist unterhaltsam und trotzdem subtil.“ Das Gros
der Exponate wurde eigens für die Ausstellung geschaffen. Dabei mussten die
Künstlerinnen auf bestimmte technische
Voraussetzungen achten. „Wir können
nichts an die Wand hängen, alle Dinge
sind autonom, tragen sich selbst.“
Die seit 2002 als Gruppe „tx o2“ zusamEin roter Faden zwischen den einzelmenarbeitenden Künstlerinnen Ingrid
nen Werken besteht nicht. „Das ist völFähmel, Marianne Herbrich, Mechthild
lig durchmischt, wie ein Panoptikum“,
Jülicher, Susanne Klinke, Ulrike Lindner
sagt Klinke. Mechthild Jülicher schuf beiund Birgit Reinken haben die Prunkräume spielsweise aus Kaffeepads einen Krondas Oldenburger Schlosses vor zwei Jahren leuchter, Marianne Herbrich nähte einen
genau unter die Lupe genommen. Auf den Biedermeiertisch aus Papier. Manche ArRundgängen pickte sich jede von ihnen ei- beiten lenken den Besucherblick gezielt
nige Stücke heraus, um dazu „individuauf Gemäldedetails. So präsentiert Ulrike
elle Antworten“ zu
Lindner unter
entwickeln. „Sie
„Wir wollen einfach mal den Blick dem Motto „Aussetzen sich von
gefallen“ weiein bisschen anders lenken.“
künstlerischer Seiße Haarbüschel,
te mit den Möbeln und Porträts auseinan- die gerade aus einem Adeligenporträt zu
der. Sie betreiben Gedankenspiele mit den schweben scheinen. Ingrid Fähmel platObjekten, oft mit ironischem Blick“, sagt
ziert neben einem Landschaftsbild einen
Dr. Michael Reinbold, Leiter der Abteilung „Nistplatz“ aus Leinengarn und Draht.
Kunstgewerbe.
Susanne Klinke knöpft sich die Tischbein-Bilder im Idyllensaal vor. In ihrem
aus einem Handarbeitstäschchen flimmernden Video sticken flinke Hände gerade das Schwanenmotiv in Gobelin-Manier nach.
Neben den historischen Räumen des
Schlosses bespielen die Künstlerinnen
Teile der Dauerausstellung. Wie den aus
dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden
„Bockhorner Laden“. Birgit Reinkens Audioinstallation suggeriert Dialoge an der
Ladentheke. „Da geht ja auch Zuwendung
über den Ladentisch“, sagt Klinke. Aus den
Schubläden des Krämerladens quellen zudem Batikbänder. Auf die mit geschlossenen Augen dastehenden Heiligenfiguren
im Mittelalterraum reagiert Herbrich mit
zahlreichen schwingenden Augäpfeln.
Zudem haben die Künstlerinnen einige
„Interventionen“ in Form von 20 Zentimeter großen „Filz-Mamsellchen“ im Schloss
verteilt. „Die sehen aus wie Wollmäuse“,
sagt Klinke. „Sie weisen auf Ecken hin, wo
man sonst nie hingucken würde.“ Zu finden sind sie beispielsweise neben abgeplatzten Kacheln oder unter Möbelstücken. „Man muss sich auch mal bücken.“
www.landesmuseum-ol.de
foyer 40
kunst Ausstellungen
: Kunstwerke
Text: Sabine Komm
Hell-Dunkel-Effekte
Frauen-Power
Wer ein Gemälde von Franz Radziwill
(1895-1983) sieht, kann es diesem Maler
meist sofort – aus dem Bauch heraus – zuordnen; egal, ob es sich um expressionistische Druckgrafik, die magisch-realistische
Phase oder das symbolistische Spätwerk
handelt. Warum das so ist, erklärt eine
neue Ausstellungsreihe im Franz Radziwill
Haus in Dangast. Bis 2020 geht es hier in
fünf Jahresausstellungen um die künstlerischen Strategien des Malers.
Leben und Wirken von Frauen sind oft in
Vergessenheit geraten. Die Ausstellung
„Bremer Frauen Geschichten“ im FockeMuseum rückt 70 Bremerinnen ins Bewusstsein. Und das mit jeweils einem Exponat aus Museumsbesitz, darunter ein
Kochbuch, eine Reiseskizze, ein Roman,
Schmuck, ein Porträt oder Landschaftsbilder.
Den Brief an die Freundin hat Giftmörderin Gesche Gottfried (1785-1831) eigenhändig geschrieben. Annemarie Mevissen
Zum Auftakt zeigt Kuratorin Birgit Deni(1914-2006), einst Bremens Bürgermeiszel in „Schneeweiß und Nachtschwarz“
am Beispiel von etwa 30 Werken, dass Rad- terin, hatte im Alter gemalt, jetzt ist eines
ziwill zeitlebens mit kontrastreichen Hell- dieser Porträts zu sehen. Auch Doris Focke (1786-1818), Großmutter des MuseumsDunkel-Effekten gearbeitet hat. Und das
stifters, war Künstlerin, die Geburt ihres
bereits in seinem expressionistischen
sechsten Kindes hat sie nicht überlebt.
Holzschnitt „Der Prophet“ (1920). Als der
Maler aufs Land nach Dangast zieht, fasziniert ihn dort die neu erlebte Nacht. Sie ist „Töchter großer Väter haben zwar eine ordentliche Ausbildung erhalten, aber nach
Thema von „Landschaft mit weißen Bäuder Heirat wurden sie meist in die alte Rolmen“ und „Grabsteine“. „Alles ziemlich
le als Ehefrau und Mutter zurückgeworspooky“, sagt Birgit Denizel.
fen“, sagt Kuratorin Karin Walter. Wer
„Loge“ zeigt im Spiel mit Licht und Schat- mehr über diese Frauen und ihre Biografien wissen möchte, kann das in einer Beten Menschen im Theater. Später weicht
gleit-Zeitung und im neu erschienenen
die Düsternis politischer Kälte. „Jadeküste mit Kriegsschiff im Winter“ entsteht. Ei- Frauenlexikon des Vereins Bremer Fraunes der radikalsten Werke ist „Tulpe(n) ge- enmuseum nachlesen. Außerdem wurden
gen Schwarz und Weiß“ (1946): Eine Tulpe junge Bremerinnen wie eine Dachdeckermeisterin oder Künstlerinnen von Studenwächst aus dem Rasen vor Schwarz, also
dem Jenseits, um im Diesseits zu erblühen. tinnen der Hochschule für Künste für das
Ausstellungsprojekt porträtiert.
Bis 8. Januar 2017. Franz Radziwill Haus
1. Mai bis 21. August. Focke-Museum
in Dangast. Katalog
Bremen. Zeitschrift und Lexikon
Kunst Ausstellungen 41 foyer
Künstlerehe
Kinder und Kerle
Zuerst verliebt sich Kunststudentin Hermine Rohte in das Gemälde „Abend im
Moor“, das 1896 im Münchner Glaspalast
ausgestellt ist. Und erst dann in den Maler,
Fritz Overbeck (1869-1909). Bei ihm nimmt
sie Malunterricht, sie heiraten. „Zwischen
uns hat die Kunst vermittelt. Fritz und
Hermine Overbeck-Rohte (1869-1937) –
Eine Künstlerehe in Briefen und Bildern“
heißt die Ausstellung im Overbeck-Museum Bremen.
Adriaen van Ostade (1610–1685), ein Meister bäuerlicher Szenen, ist heute bei weitem nicht so bekannt wie sein Zeitgenosse
Rembrandt. Das will die Kunsthalle Bremen ändern. In sechs Räumen ist die Ausstellung „Kinder, Kerle, Charaktere. Das
druckgraphische Werk Adriaen van Ostades“ inszeniert. Die 100 ausgewählten Arbeiten sowie Werke anderer Künstler des
Goldenen Zeitalters stammen vorrangig
aus dem Bestand der Bremer Kunsthalle
und eines Privatsammlers.
Chronologisch inszeniert, lassen mehr als
70 Bilder und ebenso viele Zitate aus den
Briefen des Malerpaares ein lebensnahes Panorama der Zeit um 1900 entstehen.
Und zwar mit allen Schicksalsschlägen:
Ein Kind stirbt nach der Geburt, Hermine
hat Tuberkulose. Stillleben wie „Narzissen
in brauner Tonschale“ malt sie liegend im
Krankenbett. Kaum ist sie geheilt, stirbt ihr
Mann mit 39 Jahren an einem Hirnschlag.
„Es ist an der Zeit, diesen Künstler in
Deutschland zu zeigen“, betont Kuratorin
Christien Melzer. Denn es ist ein feiner Humor, der die subtilen Radierungen prägt,
zudem Wärme und Innigkeit, mit der Ostade auf seine Zeitgenossen zugeht, ohne sie
karikaturenhaft zu überzeichnen. Marktweiber, Musikanten, Scherenschleifer, die
einfachen Leute beim Trinken, Rauchen,
Tanzen und Spielen – der Maler aus Harlem
„Uns geht es hier um die Verwobenheit von ist ein einfühlsamer Chronist seiner Zeit
Kunst und Ehe. Sie und er haben an densel- und dazu ein exquisiter Techniker.
ben Motiven gearbeitet, beide gegenständ„Tanz im Wirtshaus“ zeigt seinen souvelich mit impressionistischen Einflüssen“,
ränen Umgang mit Hell und Dunkel. Ein
sagt Museumsleiterin Katja Pourshirazi.
Die Overbecks haben selten Figuren gemalt warmes Raumlicht huldigt allen Figuren. Solche Radierungen wurden damals
und kaum Porträts. Stattdessen Strandauf Märkten verkauft und zuhause – wohl
und Dünenlandschaften der Nordseeinals Ersatz für teure Gemälde – aufgehängt
seln, Worpswede und das Teufelsmoor,
oder aber von Kunstkennern gesammelt.
das eigene Haus mit dem Garten oder die
6. April bis 3. Juli. Kunsthalle Bremen.
trocknende Wäsche auf der Leine.
Katalog 22 Euro
1. April bis 12. Juni.
Overbeck-Museum Bremen
foyer 42
kunst Museum Weserburg
In
neuem
Licht
Susanne Windelen, o.T., 1998 © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
„Leuchte!“ – Das Bremer Museum Weserburg
rückt dem Wagenfeld-Klassiker zu Leibe
Text: Sabine Komm
F
ür Designfans ist die WagenfeldLeuchte Kult. Und jetzt das! 25 Künstler sind der Bauhaus-Ikone zu Leibe
gerückt, weshalb die klassische Kugelleuchte bis zum 11. Juli im Bremer Museum Weserburg in neuem Licht zu sehen ist.
Rückblick: 1924 entwickelt der gebürtige
Bremer Wilhelm Wagenfeld (1900–1990)
die Leuchte WA24. Basis sind die geometrischen Grundformen Kreis, Kugel und Rohr.
Hoch funktional, präzise in den Proportionen, klar im Design ist die Leuchte bis heute Inbegriff des guten Geschmacks.
Auch wenn das in Budapest und Bremen lebende Sammlerpaar den Katalog zur Ausstellung (24,- Euro) finanziert hat und der
Firmenname Tecnolumen auf der Internetseite der Weserburg auftaucht, hat das
Projekt für Kurator Ingo Clauß nichts mit
Werbung zu tun. Es solle vielmehr gezeigt
werden, wie aus einem kühlen Serienprodukt individuelle Kunstwerke werden.
Daniel Spoerri hingegen hat die Kugelform
der Designleuchte in erotische Ballon-Brüste verwandelt und einer Botticelli-Schönheit
verpasst. Künstlerkollege Dieter Roth wollte
anfangs nicht mitmachen, heißt es. Aus Respekt. Doch dann hat er die berühmte Leuchte mit Farbe übergossen und als Hutständer
in seine „Bar No. 1“ eingefügt, diesem Sammelsurium der Vergänglichkeit.
Und so kommt Bewegung in das statische
Kultobjekt. Der Opalglas-Schirm der Leuchte
wird zum Resonanzkörper für sphärische
Klänge. Die Haube ist mit Leuchtpigmenten
bestrichen oder mit einem Weidengeflecht
überfangen. Mit Kugelschreibern behängt,
erinnert das geometriebesessene Bauhaus-
Susanne Windelen lässt die Leuchte durch
fluoreszierende Farbe giftgrün leuchten.
Der japanische Fluxus-Künstler Ay-O geht
noch einen Schritt weiter. Er hat den Bauhaus-Klassiker kopfüber in heißes Leinöl
getaucht und frittiert, eine ironisch-zerstörerische Arbeit, die dem Design-Fetisch die
glänzende Glätte nimmt, ohne ihn vom Sockel zu holen.
52 Jahre später trifft sich der junge Walter
Schnepel in Stuttgart mit dem alten Wagenfeld. Die BauDie Ausstellung zeigt, wie radikal unterschiedlich
hausleuchte, damals nur diese künstlerische Annäherung ausfällt.
noch in Sammlerkreisen vertreten, soll wieder gebaut wer- Produkt an Jugendstil. Auch Mickey-Mouseden. Kurz darauf startet der Unternehmer in Ohren, Rettungsring und Gebiss verändern
Bremen mit der Re-Edition. Bis heute fertigt den Klassiker.
seine Firma Tecnolumen die Leuchte.
Eine der intelligentesten Positionen ist RiSchnepel und seine Frau sind zudem
chard Hamiltons Digitaldruck „VerkündiSammler von Fluxus-Kunst. Vor diesem
gung“ (2005). Der Brite lässt eine nackte
Hintergrund entstand vor 20 Jahren die
Frau in minimalistischer Architektur teleIdee, Gegenwartskünstler auf ihre Design- fonieren. Offensichtlich erfährt sie gerade,
leuchte „loszulassen“. Die Ausstellung
dass sie das himmlische Kind gebären soll.
„Leuchte!“ in der Weserburg zeigt, wie ra- Das Licht zur coolen Bibelinterpretation
dikal unterschiedlich diese künstlerische
liefert die Wagenfeld-Ikone.
Annäherung ausfällt.
Auch Paul Renner provoziert. Mit roter Farbe hat er auf die Glashaube Hammer und
Sichel gemalt. Das Symbol des Kommunismus wurde 1918 entworfen, zeitgleich mit
den revolutionären Ideen des Bauhauses.
Allerdings konnten sich Bauern und Arbeiter dessen Leuchte nicht leisten, sie wurde zum Statussymbol auf dem Schreibtisch
höherer Angestellter. Die Idee von der guten Form für alle, das zeigt der österreichische Künstler, wird von diesem Designobjekt nicht eingelöst.
foyer 44
literatur Zu Zweit / Zwei Schwestern
literatur
Text: Inge Zenker-Baltes
Machtkampf in der Ehe
Die falsche Schwester
Irène Némirovskys Studien der Liebe
Meisterhafter Roman jetzt auf Deutsch
Irène Némirovsky, 1903 als Tochter eines
reichen jüdischen Bankiers in Kiew geboren, in Paris aufgewachsen, 1942 nach
Auschwitz deportiert und dort umgekommen, war in den späten 1930er und Anfang
der 1940er Jahre ein Star der Pariser Literaturszene. Noch heute stehen ihre Bücher in
Frankreichs Buchhandlungen.
Aufgerüttelt habe ihn Dorothy Baker, ins
Mark getroffen und ihm den Atem geraubt,
schreibt der amerikanische Schriftsteller Peter Cameron in seinem begeisterten
Nachwort zu Bakers bereits 1962 verfasstem Roman „Zwei Schwestern“. 1990 wieder ausgegraben, ist diese inhaltlich wie
stilistisch brillante Geschichte um die
Zwillingsschwestern Cassandra und Judith
Mit dem 2004 posthum erschienenen und nun in der kongenialen Neuübersetzung
mit dem Prix Renaudot ausgezeichneten
von Kathrin Razum auch dem deutschen
Roman „Suite française“ wurde Némirovs- Lesepublikum zugänglich.
ky aufs Neue gewürdigt. Herausragend
auch in ihrem jetzt erschienenen Werk „Zu Die beiden jungen Frauen waren sich äuZweit“ ist die in elegante Sprache gekleißerlich so ähnlich, dass selbst ihre Eldete Darstellung innerfamiliärer Bezietern sie nicht immer unterscheiden konnten und Judiths junger Bräutigam, der Arzt
hungsbrisanz, die, ebenso wie das ambiJack, um ein Haar die falsche Schwester
valente Gefühlsgeflecht von Liebenden,
reichlich Sprengstoff enthält.
zum Altar geführt hätte. Cassandra reiste anlässlich der bevorstehenden HochGlaubt man der Autorin, so ist die Liebe ein zeit von Judith zur elterlichen Ranch –
gar wunderbar melancholisches, zunächst nicht etwa mit dem Ziel, dieses Ereignis zu
jedoch experimentelles Ding. „Die Küsse
feiern, sondern vielmehr um es skandalentstehen so natürlich auf den Lippen, es
trächtig in eine Tragödie münden zu lasist nicht Liebe, es ist ein Spiel“, beginnt die sen, hätte da nicht eine gewaltige Portion
Geschichte von Marianne und Antoine. Ein Realismus, Lebensweisheit und auch Hurauschhaftes Sehnen zieht beide zueinan- mor die Fäden gezogen.
der: den zögerlichen, vom Krieg traumatisierten Antoine und die verwöhnte MariDorothy Baker zeichnet die komplizierten
anne, die den attraktiven jungen Mann um Persönlichkeitsstrukturen ihrer Figuren in
jeden Preis für sich gewinnen will. Als die fein ziselierten Psychogrammen, was diebeiden ungleichen Menschen schließlich
sen über alle Maßen meisterhaften, spanheiraten, droht ihre Ehe zum permanenten nenden wie nachdenklichen Roman zu eiMachtkampf auszuarten.
nem unvergesslichen Leseerlebnis macht.
Irène Némirovsky: Zu Zweit. Ü: Susanne
Dorothy Baker: Zwei Schwestern. Ü: KathRöckel. Knaus, 256 S., Euro 19,99
rin Razum. dtv, 280 S., Euro 19,90
literatur Ein untadeliger Mann / Ein sterbender Mann
Der Schein trügt
Alter Mann, junge Frau
Jane Gardam beleuchtet das Empire
Walser will’s noch einmal wissen
Edward Feathers blickt auf eine glänzende Karriere als Kronanwalt in Hongkong
zurück. Alles an ihm ist „untadelig“, seine Umgangsformen, seine Kleidung, sein
Ruf. Hoch in den Siebzigern beschließt er,
den Ruhestand mit seiner Frau Betty in der
Heimat zu verbringen.
Jeder neue Walser lässt den deutschen
Blätterwald rauschen, die Feuilletons reagieren hingerissen, gelangweilt oder gar
abgestoßen. Zählt nun dieser Roman des
88-jährigen „Wortmagiers“ zu den „herrlich leichten, tragisch-schönen“, oder
kommt er „fahrig“, „unfertig“, strotzend
vor „Kolportage“ und „Klischees“ daher?
Als Betty plötzlich stirbt, wird Edward
von Erinnerungen heimgesucht: Die Mutter starb bei seiner Geburt, der Vater, District Officer in Malaysia, überließ den kleinen Sohn einer liebevollen malaysischen
Familie. Mit fünf kam er nach England zu
brutalen Pflegeeltern, erfuhr Geborgenheit
in der Familie seines Schulfreundes, überlebte knapp eine Evakuierungsodyssee im
2. Weltkrieg und gelangte schließlich in
Hongkong zu Ansehen und Reichtum. Auf
abenteuerlicher, die eigenen Grenzen verkennender Spurensuche gerät Edward nun
als alter Mann in ein tragikomisches Beziehungschaos und findet seinen Frieden.
Theo Schadt heißt Martin Walsers Held, er
ist 72, hat eine Firma, Iris, seine Frau, und
den Dichterfreund Kroll. Als der ihn verrät, verliert Schadt Firma und Lebensmut,
träumt von Suizid. Doch dann erkennt er
im alttestamentarischen Wortsinn die junge Sina in einem „Lichtschwall“, seine Lebensgeister kehren zurück, und skrupellos
lässt er alles Bisherige hinter sich.
Alter Mann, junge Frau – ein nicht seltenes
Thema, das Walser wie viele ältere Schriftsteller nicht loslässt, inklusive unappetitlicher Altmännerfantasien. Wie kaum ein anderer Autor bemüht er sich in seinen Werken
Jane Gardam, die in ihrer Heimat begeisum Versöhnung von Kunst und Lebenspratert gefeiert wird, beleuchtet in unaufxis, ja, er lebt in seinen Schriften, kann seine
dringlich intensiver Weise britische Schick- Figuren nicht „hübsch brav auf dem Papier“
sale während der bröckelnden kolonialen
belassen. So entdeckt der Leser in Theo
Epoche. 2004, mit bereits 76 Jahren, verSchadt auch eine gehörige Portion Walser.
fasste sie den Roman als ersten Band einer Dennoch kann der mit reichlich, nicht imTrilogie. Dabei sucht Gardams mit überra- mer gelungenen Wortschöpfungen aufgeschenden Wendungen aufwartende, denpeppte, streckenweise gar selbstironische
noch gelassene Erzählkunst ihresgleichen. Roman nicht bruchlos überzeugen.
Jane Gardam: Ein untadeliger Mann.
Martin Walser: Ein sterbender Mann.
Ü: Isabel Bogdan. Hanser Berlin. 349 S.,
Rowohlt, 288 S., Euro 19,95
Euro 22,90
45 foyer
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foyer 46
literatur Buch & Musik / NordMord
literatur
Text: Inge Zenker-Baltes
Buch & Musik
NordMord
Krimis aus der Region
Die Violine ist wahrscheinlich das flexibelste Instrument, das je erfunden wurde.
Der amerikanische Historiker und Amateurgeiger David Schoenbaum ist von diesem Instrument begeistert, was etwa daran
deutlich wird, dass er jubilierend konstatiert, die Geige sei quasi aus dem Nichts
aufgetaucht und habe sich dann „ebenso schnell wie die Kartoffel“ verbreitet. Ihren Siegeszug verdanke sie vor allem praktischen Eigenschaften und der Tatsache,
dass Geigen „wie ein Baby“ quasi überall
„gemacht“ und gespielt werden können.
Dabei lernten die ersten Geigenbauer ihr
Handwerk ganz profan von Kistenmachern, bevor das „Goldene Zeitalter“ von
Cremona anbrach und die Geige von unvergleichlichen Künstlern wie Paganini, Joachim, Heifetz und Oistrach gespielt
wurde. Schoenbaum geht auch auf die Bedeutung der Bögen und deren Entwicklung
ein, bringt sachverständig Spieltechniken
und die Funktion der Geige in Kunst, Film
und Literatur zur Sprache. Mit seiner Hymne auf das „Fräulein Violine” ist ihm ein
spannendes, virtuos geschriebenes Standardwerk gelungen, zu dem ein exzellentes
Register gehört.
Michael Pitz-Grewenig
David Schoenbaum: Die Violine – Eine
Kulturgeschichte des vielseitigsten Instruments der Welt. Metzler, 744 Seiten,
49,95 Euro
Krabben aus Cuxhaven gelten als Synonym
für Meeresfrische, auch wenn die kleinen
Krebse, die hierzulande Granat heißen, erst
über tausende Kilometer zum Pulen nach
Marokko und retour gekarrt werden. Als in
Tanger beim Ausladen eines Kühllasters unter 20 Tonnen Garnelen ein Toter entdeckt
wird, sitzt der ahnungslose Fahrer Mats urplötzlich auf glühend heißen Kohlen, zumal
sich der Verblichene als sein Chef erweist,
dessen Mund mit Krabben vollgestopft ist.
Mats, der sich nicht anders zu helfen weiß,
nimmt die tiefgekühlte Leiche wieder mit
zurück nach Cuxhaven, wo das Schlamassel erst so richtig beginnt. Denn der „Krabbenkönig“ wird zum Erstaunen der Kripo
von niemandem wirklich vermisst, schon
gar nicht von seiner Ehefrau. Und so stochern die Ermittler etwas lustlos im (Küsten-)Nebel, bis eine eher zufällig entdeckte
Spur in die Vergangenheit des ungeliebten
Unternehmers führt.
Wolf S. Dietrich ist ein versierter Autor, der
bereits weit über ein Dutzend Krimis vorgelegt hat. In „Krabbenkönig“ spielt er diese Erfahrung gekonnt aus, legt verwirrende Spuren und entwickelt eine Handlung,
die bis zum (etwas konstruierten) Schluss
fasziniert.
Peter Schulz
Wolf S. Dietrich: Krabbenkönig. Prolibris-Verlag, 238 Seiten, 12,- Euro
SERIE Was macht denn…?
47 foyer
Was macht denn …?
foyer auf den Spuren von alten Bekannten
aus der Bremer Kulturszene
Text: Peter Schulz
Uppsala, Düsseldorf, Dresden – Stefan
Klingele kommt viel herum. Der 1967 in
Ingolstadt geborene Dirigent, zwischen
1999 und 2007 Erster Kapellmeister, später Chefdirigent am Theater Bremen und
Träger des Kurt-Hübner-Preises, ist ein
gern gesehener Gast am Pult renommierter Opernhäuser, war in der vergangenen
Saison immer wieder „auf Achse“. „Zuletzt war es vielleicht etwas viel, weshalb
ich froh bin, mich jetzt in aller Ruhe um
die Spielpläne der Musikalischen Komödie Leipzig kümmern zu können.“
Er hat sich durchgeackert. Jürgen Alberts,
Bremer Krimi- und Drehbuch-Autor, blickt
auf anderthalb Jahre Fleißarbeit am
Schreibtisch zurück. Es galt, seine mittlerweile 44 Bücher einzuscannen („Das dürften gut 10.000 Seiten gewesen sein“) und in
E-Books zu verwandeln. Ein einsames Geschäft, zumal der passionierte Hutträger die
Texte auch noch auf Satzfehler kontrollierte. „Und davon“, so erzählt er, „gab es leider
etliche.“
Zwischendurch schrieb er – quasi zur Entspannung – an einer Fortsetzung seines
Im Sommer 2015 hat er die künstlerische 1984 erschienenen Science-Fiction-Romans „Gehirnstation“, die in Kürze unter
Leitung des Hauses mit gut 500 Plätzen
übernommen, das seit über 40 Jahren als dem Titel „Einschalttote“ erscheinen wird.
Und noch eine zweite Neuveröffentlichung
Teil der Oper Leipzig vorwiegend Operetten und Musicals spielt. Zuvor hatte er ist demnächst geplant. „Ich werde in dienahezu ein Jahrzehnt lang freischaffend sem Jahr 70, weshalb ich meine mittlerweile 45-jährige Tätigkeit als Autor in einer Augearbeitet und dabei Gast-Engagements
an vielen europäischen Bühnen von Lon- tobiografie Revue passieren lassen werde.“
don bis Wien wahrgenommen.
In „Wilder Mann Lauf“ soll es unter andeBremen war nicht darunter – sehr zu sei- rem um seine aufwändigen Recherchen im
nem Leidwesen. „Ich habe mich dort sehr Vorfeld seiner Bücher und Hintergründe
insbesondere zu den Romanen gehen, zu
wohlgefühlt und denke gern an die Zeit
denen auch die faszinierende „Hanseaten“zurück – vor allem an die tollen Produktionen im ‚Concordia’. Da konnte man im Trilogie um zwei verfeindete Bremer Jurisbesten Wortsinn etwas ausprobieren“, er- ten-Familien gehört. Ein Thema, das ihn
innert er sich. Angesprochen auf den Hö- nach wie vor bewegt: „Das ist noch nicht
auserzählt, weshalb ich über einen vierhepunkt seiner künstlerischen Tätigkeit
am Goetheplatz muss er nicht lange über- ten Band nachdenke.“ In zwei Jahren, so
legen: „Das war ‚Tristan und Isolde’ in der schätzt er, könnte das Buch mit dem Arbeitstitel „Hanna und Hanna“ vorliegen.
Regie von Reinhild Hoffmann. Eine unglaublich aufwühlende Inszenierung!“
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foyer 48
kino Ein Mann namens Ove
kino
Text: Wilfried Hippen
„Ein Mann namens Ove“
Ein Mann namens Ove
Ein Fiesling wächst ans Herz
Nimm einen unausstehlichen Mitmenschen und erzähle über ihn eine Geschichte, in deren Verlauf er dem Publikum ans
Herz wächst. Diese Aufgabe hat sich der
schwedische Autor Fredrik Backman gestellt, und der Erfolg seines Romans „Ein
Mann namens Ove“ beweist, dass er sie
grandios gelöst hat. Auch Hannes Holm
gelingt es in seiner Film-Adaption, den
harten Kern des Pedanten und Miesepeters Ove zu knacken, sodass diese Komödie sich zum einen durch einen sehr
schwarzen und trockenen Humor auszeichnet, aber auch die berührende Geschichte der Erweckung von Ove erzählt.
Der lebt verbittert in einer Reihenhaussiedlung, macht dort täglich seine Kontrollgänge, bei denen er nachprüft, ob die Nachbarn ihren Müll korrekt trennen und ob sie
sich an das von ihm durchgesetzte absolute
Fahrverbot halten. Nachdem er seinen Job
bei der Eisenbahn verloren hat, beschließt
er, sich selber umzubringen, aber auch dabei stören ihn die anderen. Sein ständiger,
aber vergeblicher Versuch, Selbstmord zu
begehen, wird zum mit viel makabrer Fantasie ausgeführter Running Gag des Films.
und rabiater Mensch geworden ist. Gerettet
wird er schließlich durch die Iranerin Parvaneh, die mit ihrer sehr lauten und temperamentvollen Familie neben Ove einzieht
und deren positive Lebenseinstellung so
ansteckend ist, dass selbst er sich ihr nicht
entziehen kann.
Der Schauspieler Rolf Lassgard ist in
Deutschland bekannt, weil er zwischen
1994 und 2007 in den Adaptionen der Romane von Henning Mankell den schwermütigen Kommissar Kurt Wallander verkörperte. Hier kann er sich dagegen in der
Titelrolle hemmungslos austoben, wobei
ihm zugleich das Kunststück gelingt, Ove
nie zu einer Karikatur im Stil vom „Ekel
Alfred“ werden zu lassen. Stattdessen
wirkt er erstaunlich authentisch, besonders in jenen Momenten, in denen er die
ursprüngliche Sanftheit der Figur durchscheinen lässt.
Der Film ist mit einer Riege von Charakterdarstellern, die die Skurrilität der Figuren sehr unterhaltsam betonen, glänzend besetzt. Zu den Stärken des Drehbuchs gehören die pointierten Dialoge
und die feine Balance zwischen Groteske
und anrührenden Szenen. „Ein Mann naIn Rückblenden wird von der Jugend Oves
mens Ove“ ist eine außergewöhnlich gut
und von der großen, letztlich tragischen
gelungene Komödie und dürfte einer der
Liebe zu seiner Frau erzählt, und so kann
das Publikum mehr und mehr nachempfin- Publikumslieblinge dieses Jahres werden.
Kinostart 7. April
den, warum aus ihm solch ein freudloser
kino DVD-Tipp / Demnächst
49 foyer
tipp
„Unter dem Sand“
„Ein Hologram für den König“
Neu auf DVD
Demnächst im Kino
Über die inspirierende Wirkung von Musik lassen sich gerade im Kino schöne Geschichten erzählen. Die in „Bach in Brazil“ (Kinostart: 17. 3.) handelt von einem
verschrobenen Musiklehrer, der nach Brasilien reist, um das Erbe von wertvollen
Originalmanuskripten des Idols Bach anzutreten. Dort wird er prompt von Straßenkindern überfallen wird, die ihm das
wertvolle Stück rauben. Doch schnell beginnt er in diesen Kindern die Liebe für
die Musik Bachs zu wecken. Ansgar Ahlers
erzählt diese Geschichte mit eher handfestem als subtilem Humor.
Es gibt immer noch wahre Geschichten
über den 2. Weltkrieg und seine Folgen,
die kaum bekannt und es wert sind, erzählt zu werden. Etwa jene von den deutschen Kriegsgefangenen, die kurz nach
Kriegsende nach Dänemark beordert wurden, um dort die über 2,2 Millionen Granaten wegzuräumen, mit denen die deutschen Besatzer die Küste vermint hatten.
Viele von ihnen waren noch sehr jung und
ohne jede militärische Ausbildung – heute würde man sie als Kindersoldaten bezeichnen. Martin Zandvliet erzählt in
„Unter dem Sand“ (7. 4.) von solch einem
Himmelfahrtskommando.
In „Fritz Lang“ (14. 4.) strickt der Regisseur
Gordian Maugg eine Kriminalgeschichte
um die Entstehung von Langs erstem Tonfilm „M“. 1930 reist der Meisterregisseur
Der Staat gegen Fritz Bauer
nach Düsseldorf, um dort die polizeilichen
Ermittlungen im Fall des Massenmörders
Peter Kürten zu verfolgen. Heino Ferch
spielt den Titelhelden, der selber auch in
einen mysteriösen Todesfall verwickelt ist.
Bobby Fischer gehört zu den großen Exzentrikern des 20. Jahrhunderts. In „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (28. 4.) von
Edward Zwick spielt Tobey Maguire den
Schachweltmeister. Im Mittelpunkt der
Filmbiografie stehen Fischers legendärer Zweikampf mit Boris Spasski im isländischen Reykjavik im Jahr 1972 und sein
geheimnisvolles Verschwinden für mehrere Jahrzehnte.
Tom Tykwer hat nach drei Jahren endlich wieder einen Film gemacht. In „Ein
Hologram für den König“ (28. 4.) spielt
wie in „Cloud Atlas“ wieder Tom Hanks die Hauptrolle. Hier sieht man ihn als
den amerikanischen Geschäftsmann Alan
Clay, der durch die Bankenkrise ruiniert
wurde. Ihm bleibt nur noch eine Chance:
Der König von Saudi-Arabien ist an modernster Elektronik interessiert, und ihm
will Clay eine innovative HologrammTechnologie verkaufen. Er soll sich um
den Bau einer riesigen Fabrikanlage kümmern, doch bald stellt er fest, dass man
ihn im wahrsten Sinne des Wortes in die
Wüste geschickt hat.
Gut erzählter Politthriller
Wie schwer sich die Bundesrepublik
Deutschland mit der Vergangenheitsbewältigung getan hat, lässt sich exemplarisch an der Geschichte von Fritz Bauer ablesen. Dieser wurde in den 50er Jahren zum Generalstaatsanwalt in Hessen
berufen und versuchte leidenschaftlich,
Verbrecher aus der NS-Zeit anzuklagen
und durch solche Prozesse die Deutschen
dazu zu zwingen, sich mit ihrer jüngsten
Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Bauer leitete nicht nur die Auschwitz-Prozesse, sondern machte sie erst möglich.
Um die Ergreifung von Adolf Eichmann
in Argentinien zu ermöglichen, arbeitete
er mit dem israelischen Geheimdienst zusammen, denn er war überzeugt davon,
dass die deutschen Behörden Eichmann
nicht vor Gericht gestellt, sondern ihm
zur Flucht verholfen hätten.
In diesem Spielfilm wird von seinem
Kampf gegen die wieder mächtigen Altnazis in der Republik erzählt. Auch Bauers
immer noch ungeklärter Tod im Jahr 1968
wird thematisiert. Dabei vermeidet der
Regisseur Lars Kraume zum Glück spekulative Zuspitzungen. Auch ohne diese
ist sein Film ein gut erzählter Politthriller, der sehr gut recherchiert ist und vor
allem dadurch überzeugt, dass Burkhart
Klaußner Bauer komplex und glaubwürdig darstellt. – Ab 11. März im Handel.
foyer 50
kolumne Nachgedacht
Nachgedacht
Text: Stephan Cartier
Flüchtige
Gedanken
W
ürde man alle Menschen im Ozean versenken, dann stiege der
Meeresspiegel weltweit um gerademal ein Hundertstel Millimeter an.
Im Vergleich zu den prognostizierten Pegelständen, die aus dem durch den Menschen provozierten Klimawandel resultieren könnten, wäre das ein Klacks und
mit dem Auge nicht einmal wahrnehmbar. Dass es um die Welt vielleicht ohnehin besser stünde, wenn die Menschheit
von der Erdoberfläche verschwinden würde, käme als nützlicher Nebeneffekt des
Experiments hinzu.
„Weltbevölkerung“ eine handfeste Dimension verleiht. Was als Ideal einer globalen
Wertegemeinschaft doch immer etwas luftig klingt, gewinnt im besten Sinne des
Wortes an Gewicht und Bedeutung. Und
wann, wenn nicht in diesen Zeiten der Völkerflucht und des ungewollten Zusammenrückens von Menschen aus aller Welt
gewinnt die Frage nach der Belastbarkeit
einer planetarischen Wohngemeinschaft
ganz praktisch an Dringlichkeit.
Schlauchbooten auf dem Mittelmeer die
Forderung von Menschen nach handfester Teilhabe am Weltganzen die bis dahin
bedeutungsarm gewordenen Landesgrenzen Alteuropas. Den Verwaltungssitz der
großen Weltgemeinschaft beanspruchen
Westeuropa und Nordamerika seit Jahrzehnten für sich, nun kommen viele der
Mitspieler dieses Projektes, um die Einlösung gutgemeinter Versprechen aus besseren Zeiten zu fordern.
Die Vorstellung einer realen Weltgemeinschaft ist noch jung, sie bleibt ein Kind der
Nachweltkriegszweizeit, nicht der AufkläVor 30 Jahren rechnete der polnische
rung und ihres Poesiealbums. Ihr geht es
Schriftsteller Stanislaw Lem akribisch vor, um ökonomische oder politische Abhändass die Weltbevölkerung, gemessen an
gigkeiten und Vernetzungen von Akteuder Ausdehnung eiren rund um
nes menschlichen
Die Realität ist bei weitem nicht so den Globus,
Durchschnittskördie in friedgefährlich wie die Angst vor ihr.
pers, ein Gesamtlichen Zeivolumen von 300
ten Profit und
Milliarden Liter besitzt. Die Weltmeere
Wachstum versprechen. Und so lassen die
umfassen dagegen 1.285.000.000 KubikBilder der aus Syrien, dem Irak oder Zenkilometer Wasser – alles weitere ist Matralafrika nach Europa flüchtenden Menthematik und ein bisschen Vorstellungsschen ahnen, dass dies keine Wanderung
kraft, ergänzt um den Aufschlag von rund in weltbürgerlicher Absicht zur Stärkung
zwei Milliarden weiteren Menschen, die
des Humanitätsideals ist. Nicht alle Menseit Lems Zeiten die Weltgemeinschaft von schen wollen gleich Brüder werden; Nachheute zusätzlich bevölkern.
barschaft reicht auch.
Zu diesen gehört auch: „Jeder hat das
Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.“ Das sagt Artikel 13, Absatz 2, der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte. Absender waren die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948,
und eingeworfen wurde das Schreiben in
den Briefkasten der Menschheit. Von einem Widerruf dieser Geschäftsgrundlage ist nichts bekannt; es gilt das geschriebene Wort.
Das faszinierende an dieser etwas skurrilen Rechnung ist, dass sie dem Begriff
Vielmehr erreicht mit den Flüchtlingstrecks auf dem Landweg oder in den
Und nachdem wir nun wissen, dass selbst
die kritische Masse aller Menschen den
Meeresspiegel noch nicht einmal sichtbar
anheben könnte, sollte die Angstrede von
„Flüchtlingswellen“ und „Flüchtlingsflut“
an Drohpotenzial verlieren. Die Realität
ist bei weitem nicht so gefährlich wie die
Angst vor ihr. Schlimmer wäre, wenn die
Weltgemeinschaft baden ginge.
johann-osmers.de
| Bühnenreif
Ihr großer Auftritt.
Badplanung und Ausführung
WÄRME I SANITÄR I KLIMA I KÄLTE
foyer 52
rollenspiel
: Rollenspiel
(red) „Augenblicke sind überall“ lautet
der Titel eines Gedichtbandes, den Sylvia
Ehlermann unlängst in der edition fischer
herausgegeben hat. Die in Verden lebende
Autorin legte damit ihre vierte Textsammlung vor, die sie („frei nach Erich Kästner“)
als „Gebrauchslyrik“ verstanden wissen
möchte. Ihre Arbeiten – mal heiter, mal
nachdenklich – sind aufgrund persönlicher
Erfahrungen und Erkenntnisse entstanden.
„Ohne Tragik keine Komik“, fasst sie ihr
Werk zusammen, das neben Gedichten
„über die Liebe, Hoffnung und Glauben,
über Abschied und Trauer“ auch kleine
Erzählungen umfasst.
(red) Er steht jetzt in einer Reihe mit Elfi
Hoppe, Dieter Bähre, Rudolf Bellgrasch
und Horst Mehring: Als Ausdruck seiner
Verdienste um die Kunst und das Oldenburgische Staatstheater wurde auch
Thomas Lichtenstein (57) der Ehrentitel „Oldenburger Kammerschauspieler“
verliehen. Generalintendant Christian
Firmbach überreichte ihm die Auszeichnung nach einer Vorstellung von „Krieg
der Welten“ in Anwesenheit des gesamten
Schauspielensembles.
Der Hüne mit der kraftvollen Stimme
gehört seit nunmehr 23 Jahren zum Ensemble des Hauses. Begonnen hatte alles
in Bochum, wo er an der Westfälischen
De gebürtige Braunschweigerin, die ihre
Schauspielschule seine SchauspielausbilKindheit in Bulgarien verlebte und über
dung absolvierte. Es folgten Engagements
London und Sylt nach Bayern und später
nach Verden gelangte, betrachtet ihre Lyrik in Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart,
bevor er 1993 nach Oldenburg kam.
als „Wegweiser“ für andere, die eine entsprechende Resonanz auslöse: „Unmengen
Seither stand er in zahlreichen Produktiovon Briefen und Karten habe ich erhalten,
von Menschen, die ich gar nicht kenne und nen auf den Bühnen des Staatstheaters. Zu
denen ich wohl in schwierigen Situationen seinen wichtigsten Rollen zählte wohl der
Ingo Sassmann in „Heute weder Hamlet“
geholfen habe.“
mit über 70 Vorstellungen in der Spielzeit
Ihre Leserschaft erreicht sie aber auch wäh- 2002/03. In dieser Saison ist Lichtenstein
in „Krieg der Welten“, „Antigone“ „Buddenrend ihrer vielen Lesungen, die sie bereits
in Kirchen, Museen und Bibliotheken, aber brooks“, „Was ihr wollt“ und „Amerika“ zu
erleben. In Kürze kommt „Fünf Löcher“ von
auch zur Frankfurter und Leipziger BuchRocko Schamoni hinzu, wo er als Wirt Pocke
messe geführt haben. In Bremen ist sie am
zu sehen sein wird (siehe auch Seite 13).
29. Mai (11.30 Uhr) im Focke-Museum zu
erleben.
rollenspiel 53 foyer
Open air.
Jetzt das Audi A3
Cabriolet erleben.
(ps) Sein „Stolzing“ in Richard Wagners
„Die Meistersinger von Nürnberg“ am
Theater Bremen klingt noch immer nach.
Chris Lysack (35) feierte mit dieser Partie
2014 ein umjubeltes Debüt am Goetheplatz; foyer-Kritiker Markus Wilks schrieb
damals im „Weser-Kurier“: „Er hatte selbst
im gefürchteten Preislied noch Strahlkraft
und Reserven.“
Mittlerweile bereitet sich der am Theater
Aachen fest engagierte Kanadier, der an
der Indiana University neben Klavier auch
französische Literatur studierte, auf die
nächste Wagner-Rolle vor: Am Stadttheater
Osnabrück wird er in einer Inszenierung
von Yona Kim die Titelpartie des „Lohengrin“ singen (Premiere 19. März, es dirigiert Generalmusikdirektor Andreas Hotz).
(ps) „Spannende Veränderungen auf gewohnt hohem musikalischem Niveau an
wunderbaren Spielstätten in der Oldenburger Innenstadt“ – wenn Elena Nogaeva
über das Programm für die 20. Oldenburger
Promenade am 10./11. Juni spricht, gerät sie
unweigerlich ins Schwärmen. Schließlich
ist es der Intendantin gelungen, zahlreiche
Künstlerinnen und Künstler für das kleine
Festival an verschiedenen Spielorten in der
Oldenburger Innenstadt zu gewinnen.
Besonders im Blickpunkt: Dmitry Sinkovsky, ein exzellenter Barockgeiger, der
zugleich als Countertenor überrascht,
die ausdrucksstarke Jazzsängerin Nihan
Devecioglu oder das Vater-Sohn-Duo „Thet
á Thet“, bestehend aus dem Cellisten Sonny
Thet und seinem Filius, dem Gitarristen
Anthony. Den Auftakt macht die Moskauer
Wagner-Opern haben es dem Heldentenor, Chorkunstakademie mit Werken von Schumann, Bach, Tschaikowsky und Rachmavon 2012-2015 nach zwei Spielzeiten am
Opernstudio Hamburg Ensemblemitglied ninov.
der Hamburgischen Staatsoper, ohnehin
Ein Höhepunkt der „Prinzenpromenade“
angetan. Er sang bereits den Steuermann
für Familien mit Kindern ab zehn Jahren
im „Fliegenden Holländer“ und den Froh
dürfte der Auftritt von Dominique Horwitz
in „Rheingold“. In der kommenden Spielzeit wird der „Parsifal“ am Bremer Goethe- werden, der den vom „Arte Ensemble“
interpretierten „Karneval der Tiere“ von
platz hinzukommen (siehe auch Seite 15),
wo er zuletzt in der Titelpartie der Britten- Camille Saint-Saëns mit Rezitativen begleiOper „Peter Grimes“ zu hören gewesen ist. tet. Das, so Elena Nogaeva, „wird ein ganz
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foyer 54
panorama Wissenschaft
panorama
Text: Stephan Cartier
Mirastschijski © Harald Rehling/Universität Bremen
Es grünt so grün…
Heilsames Sekret
Wissenschaftler hören das Gras wachsen.
Ein internationales Forscherteam hat in
der neuen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift „Nature“ seine jahrelangen Studien zum Verhältnis von Artenvielfalt und
Produktivität auf Wiesen zusammengetragen. In das Projekt war auch der Oldenburger Biologe und Algenforscher Helmut Hillebrand eingebunden. Sein Versuchsfeld
bei der Beobachtung: eine Grasfläche mit
Moorboden bei Papenburg.
Es geht um sehr viel mehr als nur reine
Kosmetik. Narben, die zum Beispiel nach
Brandwunden auf der Haut zurückbleiben,
können Menschen ein Leben lang entstellen oder sie in ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Ursula Mirastschijski vom
Centrum für Biomolekulare Interaktion
an der Universität Bremen erhielt nun für
ihre Forschungen zur Narbenprävention
eine weitere Förderung durch den Europäischen Forschungsrat.
Diese Wiese war eine von 1126 Grasflächen auf fünf Kontinenten, die untersucht
wurden. Die Studienergebnisse sind verblüffend. Die Artenvielfalt in diesen Biotopen und deren Entwicklung stehen in einem gegenseitigen Wechselverhältnis und
nicht, wie früher angenommen, in einem
einfachen kausalen Zusammenhang. Die
Beschaffenheit des Bodens, die Menge des
Niederschlags, der Einfall des Sonnenlichts – all das wirkt auf die Entwicklung
von Insekten oder neuen Pflanzen ein und
dieses wiederum in der Summe auf das
Wachstum der Wiese.
Die Ärztin und ihr Team sollen damit die
Ergebnisse ihrer bisherigen Forschungen
überprüfen und für die Praxis nutzbar machen. Ute Mirastschijski, die erst 2013 von
der Universität Hannover nach Bremen
wechselte, entdeckte die heilsame Wirkung eines in der Lunge gebildeten, natürlichen Sekrets, dem Lungensurfaktant. Die
Substanz verhindert das Kollabieren der
Lungen beim Ausatmen. Zudem hemmt
das Surfaktant Entzündungen und unterstützt die Heilung von Wunden.
„Warum sollte es nicht auch auf der Haut
bei Brandwunden helfen“, fragte sich MiMit diesen Erkenntnissen, so Hillebrand,
rastschijski – und suchte eine Antwort. Die
werde es leichter, das ökologische GleichErgebnisse stimmen hoffnungsfroh, hier
gewicht zu verstehen und die Einflussnah- einen Stoff zur Minimierung von Narbenme des Menschen auf die Natur zu bewer- bildungen gefunden zu haben. Nun beten. In einem nächsten Schritt will er die
ginnt die Testphase im Klinikum Mitte in
Erkenntnisse vom Land auf die Ökologie
Bremen, an dem die Forscherin auch als
des Meeres übertragen.
Chirurgin tätig ist.
WISSENSCHAFT Tiefseeforschung
foyer 55
Warum die Bremer Meeresbiologin
Antje Boetius für die Tiefsee brennt
Text: Stephan Cartier
Foto: Jan Riephoff
Foto: Stefanie Arndt, AWI; Polarstern Expedition PS86
Licht ins Dunkle
J
e dunkler das Forschungsgebiet ist,
umso mehr muss man wohl dafür
sprichwörtlich brennen. Da bei Antje
Boetius das Objekt der wissenschaftlichen Begierde die Tiefsee ist, hängt das
Sprachbild zwar etwas schief, aber wer die
Bremer Meeresbiologin des Max-PlanckInstituts für Marine Mikrobiologie über
ihre Arbeit sprechen hört, hat keine Zweifel, dass wissenschaftliche Begeisterung
Funken schlagen kann.
Antje Boetius gehört zu den nicht eben
zahlreichen Vertreterinnen ihrer Zunft,
die das Forschen, Verwalten und Vermitteln als gleichberechtigtes Dreigestirn des
Wissenschaftsbetriebs verstehen. „Normalerweise stellt man sich einen Wissenschaftler ja etwas introvertiert und gern
mit Hornbrille und Kittel vor“, lacht sie.
Was bei ihr nicht zutrifft. Abgesehen vom
Kittel, zeitweise.
Die Bremer Professorin gehört im besten
Sinne des Wortes zu den „öffentlichen“
Spitzenwissenschaftlerinnen Deutschlands. Die Liste ihrer Funktionen ist lang,
die der „Nebenämter“ noch länger. Zum
wichtigsten zählte bislang der Vorsitz
der Wissenschaftlichen Kommission des
Wissenschaftsrates. Jetzt wechselt das
Amt turnusgemäß, aber aus der intensiven
Arbeit für das wichtigste wissenschaftspolitische Gremium des Landes bleiben
Antje Boetius Einblicke in die Schwächen
und Stärken des deutschen Wissenschaftslebens.
Zu letzteren gehört für sie die dezentrale
Forschung. „Es gibt die häufig gestellte
Frage, wo das deutsche Harvard oder das
deutsche MIT sind. Darauf gibt es keine
Antwort, aber das sehe ich als Vorteil.“ Die
typisch föderale Forschungslandschaft in
Deutschland fördere eben die Kooperation
der besten Köpfe – und damit den Fortschritt des Wissens.
„Ich konnte jedes Jahr zur See fahren!“
Dabei gelangen ihr in letzter Zeit wichtige
Entdeckungen zum Beispiel zur Funktion
heißer Quellen, so genannter Schwarzer
Raucher, im Arktischen Meer und zur
Frage, wie Mikroben klimaschädliches
Methan im Wasser binden können.
Solche und andere Geheimnisse aus dem
„dunklen Paradies“, so der Titel eines
ihrer Bücher, zu vermitteln, hat sich Antje
Boetius nun als Vorsitzende des Lenkungsausschusses „Wissenschaft im Dialog“
zum Ziel gesetzt. „Man hatte mich gefragt
– weil ich ja jetzt mehr Zeit habe ohne die
Wissenschaftliche Kommission“, sagt sie
augenzwinkernd.
Diese wissenschaftliche Neugier bleibt
auch für die Tiefseeforscherin bei allem
2016 und 2017 wurden zum „Jahr der OzeaEngagement im Wissenschaftsmanagene“ erklärt. Bundesweit soll durch Aktioment das Zentrum ihrer Arbeit: Seit sie
nen, Kongresse und Veranstaltungen mehr
2009 den mit 2,5 MilVerständnis für das maritime
„Ich konnte jedes
lionen Euro dotierten
Ökosystem geweckt werden,
Leibniz-Förderpreis
Jahr zur See fahren!“ denn nach wie vor wisse der
erhielt und hiermit ihre
Mensch beängstigend weForschung zur Tiefseeökologie von Miknig über die Tiefsee, meint Boetius. Den
roben intensivieren konnte, habe sich das Fragen der Ozeane könne man aber nicht
Arbeitspensum vervielfacht.
ausweichen, immerhin machen sie 70 Prozent der Oberfläche unseres Planeten aus:
Bei Antje Boetius klingt das nicht nach Ko- „Wir stehen eben immer mit einem Beim
ketterie; wichtiger ist ihr die Feststellung: im Meer.“
foyer 56
kulturkalender
KULTURTERMINE
Premierendaten
15. März bis 15. Mai 2016
...................................................
Theater Bremen
24. 3
2. 4. 22. 4. 29. 4. 30. 4. (T) Samir Akika/Unusual Symptoms: The Maidenhair Tree & The Silver Apricot. Kleines Haus
(M) Gaetano Donizetti: Maria Stuarda.
Theater am Goetheplatz
(S) Arthur Miller: Hexenjagd. Theater am Goetheplatz
(S) Eichberg/Forstman: Grüne Vögel. Moks
(S) Heinrich von Kleist: Die Familie Schroffenstein. Kleines Haus
...................................................
Stadttheater Bremerhaven
19. 3. (T) Sergei Vanaev: Mozart Requiem. Großes Haus
30. 3. (S) nach Truman Capote: Frühstück bei Tiffany.
Kleines Haus
23. 4. (M) Peter Tschaikowsky: Eugen Onegin. Großes Haus
...................................................
bremer shakespeare company
15. 4. (S) William Shakespeare: Was ihr wollt.
Theater am Leibnizplatz
...................................................
Staatstheater Oldenburg
19. 3. 2. 4. 9. 4. 10. 4. 16. 4. 30. 4. 8. 5. (M) Francis Poulenc/Leonard Bernstein:
La Voix Humaine/Trouble in Tahiti. Kleines Haus
(S) Joke van Leeuwen: Als mein Vater ein Busch wurde. Spielraum
(M) Benjamin Britten: Ein Sommernachtstraum.
Großes Haus
(M) Grigori Frid: Das Tagebuch der Anne Frank.
Exerzierhalle
(S) Rocko Schamoni: Fünf Löcher im Himmel (UA). Kleines Haus
(S) Franz Molnár: Liliom. Kleines Haus
(S) Martin Baltscheit: Die besseren Wälder. Exerzierhalle
(Abkürzungen: M = Musiktheater, S = Schauspiel,
T = Tanztheater) Alle Termine ohne Gewähr!
...................................................
Ausstellungstipps
...................................................
Veranstaltungstipps
Museum Weserburg: Leuchte! Designikone im Licht der Kunst.
12. März bis 10. Juli
Kunsthalle Bremen: Kinder, Kerle, Charaktere. Adriaen van
Ostades. 6. April bis 3. Juli
Kunsthalle Bremen: Kunstpreis der Böttcherstraße 2016.
23. April bis 18. September
Focke-Museum: Bremer Frauen Geschichten.
1. Mai bis 21. August
Overbeck-Museum: Zwischen uns hat die Kunst…
17. April bis 12. Juni
Kunststiftung Lilienthal: Hanseatische
Malerinnen. Bis 30. Oktober
Kunsthalle Wilhelmshaven: Jan Albers.
9. April bis 12. Juni
Franz Radiziwil-Haus: Schneeweiß und
Nachtschwarz. Ab 13. März
Landesmuseum Emden: Spitzenwerke.
sEin besonderes Textil. Bis 1. Mai
11. Messe „jazzahead!“ Bremen. 21. bis 24. April
finden! Bremer Markt für feines Handwerk und Design.
23./24. April, Untere Rathaushalle
Gastspiel Rufus Beck. 7. Mai, Oldenburgisches Staatstheater
PR KULINARISCH Atlantic Grand Hotel Bremen foyer 57
Magische Momente und Freiluft-Zauber
im Atlantic Grand Hotel Bremen
Entspannung pur
staltungsreihe „The Grand Terrace“. Auf
der Dachterrasse des zwischen Marktplatz
und Martinikirche liegenden Hotels locken
an jedem letzten Donnerstag des Monats,
en Feierabend in luftiger Höhe bei
jeweils ab 18 Uhr, leichte Häppchen, SomCocktails, Domblick und in DJ-Klän- merdrinks und die Klänge des Housegen ausklingen lassen? Im Hofgarten rockers DJ Sebastian LPC. „Freunde trefunter Olivenbäumen schlemmen? Oder
fen, entspannen und den Abend in lockerer
sich in den „Goldenen Sälen“ von ZaubeAtmosphäre über den Dächern Bremens
rer und Küchenchef verblüffen lassen? Das genießen“, lautet der Vorschlag von Ursula
Atlantic Grand Hotel Bremen bietet maCarl für einen zwanglosen Tagesausklang.
gische Auszeiten für zwischendurch – nur
einen Steinwurf vom Roland entfernt. Wer Mediterranes Flair herrscht im windgedem Alltagstrott für ein paar Stunden ent- schützten Hofgarten. Unter Olivenbäumen
fliehen will, ist hier gut aufgehoben.
serviert das Restaurant „alto“ mittags und
abends feine Leckereien der Saison. Am 9.
Am 29. April feiert das „Magic Dinner“ Pre- Juni ist der Garten zudem Schauplatz des
miere, ein Abend voll magischer und kumusikalisch-kulinarischen Open-Air-Events
linarischer Genüsse. In den exklusiven
„Jazz im Hofgarten“. Das Bremer „Metropol„Goldenen Sälen“ der Böttcherstraße, dem Ensemble“ spielt Jazz-Klassiker, Filmmusik,
ehemaligen Casino im Haus Sankt Petrus, Chopin und argentinischen Tango.
laden Küchenchef Daniel Otto und Zauberer Clemens zu einem Vier-Gänge-Menü
Derweil zaubert das Küchenteam des „alto“
der ganz besonderen Art ein.
an Kochinseln vor den Augen des Publikums mediterrane Spezialitäten. Auch
Clemens von der Bremer „Fun & Magic
Weinliebhaber kommen nicht zu kurz: Der
Company“ unterhält die Gäste vom ApeWinzer Frederik Janus, der seine Wurzeln in
ritif bis zum Dessert mit raffinierten Zau- Bremen hat, präsentiert exklusiv die edelsbertricks. „Er ist nicht vergleichbar mit
ten Tropfen aus seinem Pfälzer Weingut.
anderen Zauberern und überzeugt durch
seine freche und gleichzeitig charmanWeitere Informationen &
te Art“, sagt Ursula Carl, Geschäftsführerin des Atlantic Grand Hotels. Die Palette
Reservierungen unter:
reicht von Sinnestäuschungen über KarAtlantic Grand Hotel Bremen
tentricks bis hin zum Gedankenlesen.
Bredenstraße 2
Telefon 04 21 - 62 06 20
Einen besonderen Feierabend erleben die [email protected]
Gäste von April bis August bei der Veranwww.atlantic-hotels.de/grandhotel
D
foyer 58
kulturkalender
Abkürzungen:
P = Premiere
WA = Wiederaufnahme
UA = Uraufführung
z.l.M. = zum letzten Mal
w.n.a.a. = wenn nicht anders angegeben
Alle Termine ohne Gewähr! Kein Anspruch auf Vollständigkeit!
Terminschluss: 1. März
BREMEN
The Maidenhair Tree & The Silver Apricot März 24. (P), 26.; April 3. (18.30 h), 16.,
20., 22.
Verbrennungen März 25.
Istanbul März 27. (15.30+20 h), 30., 31.;
April 9., 10. (18.30 h), 29.; Mai 5.
Die Zeit der Kirschen März 28. (18.30 h);
April 14. (z.l.M.)
Medea März 29.; April 6., 17. (18.30 h)
Pornographie April 5.
Die Schutzbefohlenen April 15.
Maria Stuart (WA) April 23. (19 h)
Die Familie Schroffenstein April 30. (P)
......................................
Theater Bremen
Moks
Out of Control März 15.+16. (jew.
Theater am Goetheplatz
10.30 h); April 5.+10. (jew. 19 h),
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
6.+7.+8.+11.+12.+13.+14. (jew. 10.30 h)
Gift. Eine Ehegeschichte März 16.;
Terra Nostra April 2.+3. (jew. 19 h)
April 26.
Grüne Vögel April 29. (19 h/P)
Eine Famile März 17., 26.; April 3.+24.
(jew. 18 h), 14.
Brauhauskeller
Carmina Burana März 18., 24.; April 15.;
Gastspiel GAP April 16. (19 h)
Mai 6., 15. (15.30 h)
Mowgli (WA) April 21. (20 h), 24. (19 h),
Rigoletto März 19., 23., 25. (15.30 h); April
27. (20 h)
23., 30.; Mai 5. (18 h), 13.
April 9., 19.; Mai 8. (15.30 h/z.l.M.)
......................................
bremer shakespeare company
Pünktchen und Anton März 27. (11
Theater am Leibnizplatz
h/z.l.M.)
Tel. 04 21 - 50 03 33
Maria de Buenos Aires März 17.; April 1.,
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
8., 17. (18 h); Mai 12. (z.l.M.)
Gastspiel: Die Distel März 3. (20 h)
Wozzeck März 20. (18 h), 28. (15.30 h);
Maria Stuarda April 2. (P), 7., 10. (15.30 h), Wie es euch gefällt März 18.; April 2., 26.
29.; Mai 11., 14.
Hamlet März 19.
Der fliegende Holländer April 6., 16.;
Prunk und Pleite einer Unternehmerdy-
Mai 7.
nastie März 20. (18 h)
Hexenjagd April 22. (P), 28.; Mai 4.
Ein Sommernachtstraum März 24.
Kleines Haus
Doktor Faustus März 26.; April 9.
Wie es Will gefällt März 27.
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
König Lear April 1.
Verzehrt (Consumed) März 16.; April 2.
Macbeth April 7., 27.
Einer flog über das Kuckucksnest März
Wassergeräusch April 8.
17.; April 7.
Was ihr wollt April 15. (P), 16., 22., 23., 29.
Nora oder Ein Puppenheim März 18.;
Mario und der Zauberer April 19.
April 1., 24. (18.30 h)
Bestie Mensch April 20.
Nostalgie 2175 März 19.: April 13. (z.l.M.)
Schachnovelle April 21.
Jetzt musst Du springen März 20. (18.30
Romeo und Julia April 28.
h); April 19. (z.l.M.)
Maria Stuart April 30.
......................................
Schnürschuh Theaterhaus
Kartentelefon 04 21 – 55 54 10
www.schnuerschuh-theater.de
Herr Lehmann März 18. (20 h); April 15.
(20 h), 24. (19 h); Mai 8. (19 h)
......................................
Glocke
Tel. 04 21 - 33 66 99 | www.glocke.de
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
8. Philharmonisches Konzert Bremer Philharmoniker März 15.
5nachsechs – Afterwork-Konzert März 16.
(18.05 h)
6. Philharmonisches Kammerkonzert
Artemis Quartett März 16. (Kleiner Saal)
Grigory Sokolov, Klavier. März 17.
Wiener Klassik März 19.
GLOCKE backstage Besucherführung
März 19.; April 16. (jew. 14 h)
Peter Pan – Das Musical März 27. (19.30 h)
Landesjugendorchester Bremen April 1.
Show-Ballett „Todes“ April 4. (19.30 h)
GLOCKE Spezial Goran Bregovic and his
Wedding and Funeral Band „Champagne
for Gypsies“. April 10.
9. Philharmonisches Konzert Bremer Philharmoniker April 11., 12.
5nachsechs – Afterwork-Konzert April 13.
(18.05 h)
7. Philharmonisches Kammerkonzert Dominique Horwitz (Rezitation), Fauré Klavierquartett April 13. (Kleiner Saal)
Käpt’n Blaubär Kinder-Musical. April 17.
(15 h)
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen April 21.
„jazzahead!“ meets GLOCKE Jazznights
Nik Bärtschs Ronin & Andreas Schaerers
„Hildegard lernt fliegen“ April 22.
musica viva April 23. (19.30 h), 24.
(15.30+19.30 h)
Yul Anderson April 23. (Kleiner Saal)
Bremer RathsChor April 30.
10. Philharmonisches Konzert Bremer
Philharmoniker Mai 2., 3.
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Mai 4., 5., 7.
Comedy Club Mai 6.
GLOCKE JAZZnights Gregory Porter
Mai 11.
WAS FÜR EINE VORSTELLUNG!
Kultur bereichert das Leben und macht unsere Stadt noch vielfältiger.
Dafür setzen wir uns gerne ein.
www.swb-gruppe.de
foyer 60
kulturkalender
...................................... ......................................
Musical Theater Bremen
Club Moments
Tel.: 0421 – 33 37 555
Tickets: www.musicaltheater-bremen.de
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Lernmesse Bremen März 16. (10 h)
Michael Jackson Memory Tour März 26.
The Bar at Buena Vista – Grandfathers of
Cuban Music März 30.
HAIR – The American Tribal Love-Rock
Musical April 5.
The Greatest Love Of All – The Whitney
Houston Show April 8.
The Last Night of dIRE sTRAITS April 10.
TINA – The Rock Legend – Das Musical
April 20.
Circus meets Africa April 30.
Gregorian Mai 7., 8.
Chris de Burgh Mai 15.
......................................
Unser Lieben Frauen Kirche
Konzertreihe Weser-Renaissance 2015/16:
Leopold I. (1640–1705), Kaiser und Komponist
Il Sagrifizio d’Abramo Oratorium. April
21. (20 h)
Vor dem Steintor 65 | Tel. 04 21 – 7 92 66 33
www.club-moments.de
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Anne Clark & HERRB März 15.
Felix Elsner „on the jazzy side of pop“: The
Songs of Paul Simon (Afro Night) März 20.
jazzmoments & MIB präsentieren: Claas
Überschär 4 März 23.
MIB präsentiert: Abschlusskonzert – Jugendworkshop April 2. (18 h)
Songs & Whispers Circuit 3. April 3.
Jazz and Jeff „Does Humor belong in
Jazz?“ April 4., 5.
Jazzheads: „State of Mind“ Schulband –
Bandleader Dirk Piezunka. April 13.
Nick Gibbs & Band CD-Release-Party.
April 15.
Felix Elsner „on the jazzy side of pop“: The
seelen. April 16.
Althastedter Kammerorchester & Sinfonia Neuss April 17. (11 h)
Evan Parker: Take The Green Train.
April 20.
jazzahead! clubnight: 20 years of jazzland
recordings April 23. (21.30 h)
Franz Liszt Sein Leben – seine Musik. Ein
unterhaltsamer Klavierabend. Lutz Görner spricht – Nadia Singer spielt. April 30.
Afenginn Mai 4.
Kenny Werner Trio Mai 5.
Oliver Maas InvisibleCHANGE Trio Mai 6.
Florian Hoefner Solo Mai 7.
Hommage á Max Reger zum 100. Todestag Mai 11.
Soo Cho & Javier Girotto Mai 14.
Faltenradio: ZOO Mai 15.
Reihe Moments of Blues & Boogie: Hen-
......................................
Kulturkirche St. Stephani
ning Pertiet und Hans Theessing April 20.
www.kulturkirche-bremen.de
Jazzahead!clubnight Moments HAT – The
Kartenbestellungen Tel. 04 21 – 30 22 42
Hutchinson Andrew Trio (CA), Emie R
(Beginn, w.n.n.a.: 20 h)
Roussel Trio (CA), Matt Herskowitz (CA),
Trio Axis – Frühlings-Konzert U. a.: Er-
Kirk MacDonald (CA). April 23. (19.30 h)
win Koch-Raphael (Uraufführung) und
Music of Björk April 17.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Songs & Whispers Circuit 4. Mai 1.
DKV-Residenz
in der Contrescarpe
......................................
Tel. 04 21 - 3 22 90
Sendesaal Bremen
Rostov Kosaken Chor März 23. (19 h)
Earl-Grey-Quartett Bremen April 29.
(15.30 h)
Weltklassik am Klavier (jew. 17 h)
„Gewidmet Fréderic Chopin“ mit Toru
Oyama. März 27.
Bobo & Herzfeld meet Zabelov: Lieder-
Bürgermeister-Spitta-Allee 45
Tickets: Tel. 04 21 – 33 00 57 67
[email protected]
www.sendesaal-bremen.de
(Beginn, w.n.n.a.: 20 h)
„Die Musik ist ein Zauber“ mit Luiza Bo-
[email protected]: Elisabeth Kufferath
rac. April 24.
solo März 15.
Carolin No – Ehrlich gesagt. März 17.
Eintragungen in den
foyer-Kulturkalender nur
5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt
ProjektOrchesterGrasberg März 20. (11 h)
Kontakt
Roland Verlag
Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17
[email protected]
April 13.
Blasorchester Grasberg März 20. (15.30 h)
Ein Abend für Jean Paul April 10. (17 h)
Preisträgerkonzert Jugend musiziert
Veronica Harcsa & Bálint Gyémánt
April 14.
Franz Schubert. März 18.
Orgelführung Die gereinigte und neu intonierte Beckerath-Orgel. Mit Tim Günther. März 20. (15.30 h)
„Von Klassik bis Jazz“: Klarinettentrio
Schmuck Werke von Berlin, Debussy, Desmond, Dvorák, Goodman, Layton, Mozart
und Piazzolla. April 15.
Defne Sahin CD-Release „Unravel“ – Drei
Konzerte im Rahmen der „jazzahead!Clubnight“. April 23. (jew. 19.30, 21.15 und
23 h)
Visual Planets Neufassung von „The Planets“ von Gustav Holst in einer Version
für Schlagzeug und Akkordeon mit visuellem Interludium. Ausführende: Héctor Moro, Jean-François Guiton, ensemble
etendis. April 26.
Skandinavische und deutsche Chormusik Eine musikalische Verbindung. Mit
kulturkalender
Birkerødkoret/Dänemark, Leitung: Torben H.S. Svendsen. Mai 6.
Looping Lynda Cello mal ganz anders:
Schleifen, Schlaufen, Wiederholungen.
Mai 10.
Shakespeare’s dreams Musikalisch-literarisches Programm zum 400. Todestag
von William Shakespeare. Ausführende:
Pindakaas Saxophon Quartett. Mai 12.
......................................
sch wa nk hal le
Buntentorsteinweg 112
Tel. 04 21 - 520 80 70
www.schwankhalle.de
hörkino (20 h):
April 6.: „Herr K. – Eine Affäre mit dem Sozialamt“ von Inge Baum
Mai 4.: „Königkinder. Eine Familiengeschichte zwischen Togo und Deutschland“
von Michael Weisfeld
LeseArt (19 h)
März 16.: „...mit einer Handvoll Sand“ – Ingeborg Bachmann als Philosophin. Vortrag
von Prof. Dr. Matthias Bormuth
April 21.: „Mittelalter in Klassik und Romantik: Friedrich Schiller, Ludwig Tieck,
Wilhelm Heinrich Wackenroder“. Lesung
und Interpretation mit Hauke Kuhlmann
und Florian Pehlke
jungen Wörter März 19. (19 h), 20. (20 h)
......................................
Buchhandlung Storm
REM Gemischtes Doppel – Unerhörte
Langenstraße 11
Duos. April 16. (20 h)
Lesung Abbas Khider „Die Ohrfeige“
VORSCHLAG:HAMMER: Die Leiden der
„jazzahead!“: Phil Hayes & Christophe
April 6. (20 h)
Jacquet „Love & Happyness.“ April 21., 22. „jazzahead!“ bei Storm: Wohnzimmerle(jew. 20 h)
sung mit Dagny Gioulami (Autorin) und
„jazzahead!“: Chesses & Noettinger Club- Philipp Schaufelberger (Gitarre).
night. April 23. (21 h)
April 19. (16 h)
InCa Internationales Café. April 24. (13 h)
foyer 61
Kindersamstag Ausstellungsrundgang
und Werkstattaktion. 9. April (11.30-13 h)
Barock-Disco Barockmusik mit Prof. DJ
Peter Glasmeier. 10. April (19-23.30 h)
Kunst UNLIMITED! Ein Tag für alle. Freier Eintritt. 23. April (10-17 h)
Öffentliche Führung Aktuelle Ausstellungen oder die Höhepunkte der Sammlung. Jeden Sonntag (15-15.45 h)
......................................
Gerhard-Marcks-Haus
Tel. 04 21 – 32 72 00 | www.marcks.de
im Atelierhaus Roter Hahn, Gröpelinger
Heerstraße 226, 28237 Bremen | Mo-Fr
9-18 h
Der Weg nach Gröpelingen ist lang:
Waldemar Otto Bis 29. April
im Haus der Bürgerschaft
Der Westen zeigt’s Euch! Kinder und Jugendliche aus Gröpelingen zu Gerhard
Marcks. Bis 22. April
in der Kulturkirche St. Stephani
Marcks auf Mission Christliche Themen
im Œuvre des Bildhauers. 2. Juni bis 19.
August
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. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kunsthalle Bremen
......................................
swb-Kundencenter
Am Wall 207 | Tel. 04 21 – 329 08-0
Museen Böttcherstraße
Sögestraße/Am Wall
Di 10-21 h, Mi-So 10-17 h
Paula Modersohn-Becker Museum
(im Fachberatungsbereich Telekommuni-
Videokunst Förderpreis Ab 20. Feb.
Tel. 04 21 – 33 88 222
kation im Erdgeschoss)
Kinder Kerle Charaktere Ab 6. April
www.museen-boettcherstrasse.de
Tel. 04 21 - 83 11 41 (LeseArt)
Kunstpreis der Böttcherstraße
Per Kirkeby Werke aus dem Louisiana
Ab 23. April
Museum of Modern Art. Bis 5. Juni
ja AZ Gala Foyer 190x60_01RZvek.pdf
Tel. 04 21 - 34 31 70 (bremer hörkino)
C
M
Y
CM
MY
CY
CMY
K
1
07.03.16
11:25
foyer 62
kulturkalender
......................................
Übersee-Museum Bremen
Bahnhofsplatz 13 | Tel. 04 21 – 16 03 80
www.uebersee-museum.de
Faszination Wale Bis 24. April
......................................
Weserburg
Museum für moderne Kunst
Teerhof 20 | 04 21 – 59 83 9-0
www.weserburg.de
ter Hell Werke aus der Sammlung
Böckmann. Bis 10. April
Jazz Art Posters. 50 Jahre Montreux
Jazz Festival. Ab 15. April
Junge Sammlungen 03 Sammlung
Ivo Wessel. Bis 22. Mai
Leuchte! Designikone im Licht der Kunst.
Bis 10. Juli
Mir ist das Leben lieber Sammlung
Reydan Weiss. Ab 21. Mai
Weitere Ausstellungen:
www.weserburg.de
......................................
Focke-Museum
Bremer Landesmuseum für Kunst und
Kulturgeschichte
Tel. 04 21 – 6 99 60 0-0
www.focke-museum.de
Bremer Frauen Geschichten 1. Mai bis 21.
August
Gläser des Jugendstils im Haus Riensberg
......................................
Focke-Museum
Lesung: Autorin Sylvia Ehlermann liest
aus ihrem vierten Buch „Augenblicke
sind überall“ (Edition Fischer-Verlag), Gedichte und Erzählungen: Gedichte über
Eintragungen in den
foyer-Kulturkalender nur
5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt
Kontakt
Roland Verlag
Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17
[email protected]
die ewig gültigen Themen und Gedanken
über „die Zeit, in der wir leben…“ Mai 29.
(11.30 h)
......................................
Untere Rathaushalle
......................................
Café K
werk und Design 23. und 24. April (jew.
Rotes Kreuz Krankenhaus
Tel. 04 21 – 55 99-0 | tägl. 7-18.30 h, SaSo+Feiertage 7.15-9.30 h + 14.30-18.30 h
Ans Licht! – Teil 2 Kunst aus dem Magazin der Sammlung Städtische Galerie Bremen. Bis 24. April
......................................
Galerie 64
Galerie am Benqueplatz • Thomas
Wedemeyer
Benquestraße 64 | Tel. 01 59 - 03 08 27 11
www.galerie64-bremen.de
Di, Mi, Fr 17-19 h, Do 18-22 h ArtClub,
Sa+So 11-14 h
Karin Friedrichs „Apassionata“ Karin
Friedrichs arbeitet in den verschiedensten
Techniken, die immer ihre eigene Handschrift aufweisen. Ihre Liebe zu Musik
und Tanz zeigt sich teilweise sehr spontan
und farbexpressiv, aber auch wieder reduziert in Form und Farbe zu Zeichen.
7. April (Vernissage um 19 h) bis 30. Mai
......................................
Arbeitnehmerkammer
Bremen
finden! Bremer Markt für feines Hand11-18 h). In und vor der Unteren Rathaushalle, Bremen
......................................
Weserpark Bremen
Hans-Bredow-Straße
www.weserpark.de
Ostermarkt Fröhliche Dekorationen und
viele Überraschungen. Bis 26. März
Modewochen mit „Speedshopping“. 29.
März bis 9. April
......................................
Hafenmuseum Speicher XI
Am Speicher XI 1 | 28217 Bremen
www.hafenmuseum-speicherelf.de
Die Magie des Kaffees Malerei und Objekt
von Michael Turzer. 24. April bis 12. Juni
......................................
Kap-Hoorn ART „Die Achte“
Kap-Horn-Straße 9 | 3. Ebene, BremenÜberseestadt | www.kaphoorn-art.de
Kunst in der Halle 2016 „planet eARTh –
agenda 2030“ mit mehr als 50 internationale Künstlern. Mai 21. (14-19 h), 22. (1118 h). Eröffnungsrede: Dr. Rainer Beßling
(Kunstkritiker & Kulturjournalist).
Galerie im Foyer | Bürgerstraße 1
Mo-Do. 8-18.30 h, Fr 8-13 h
www.arbeitnehmerkammer.de
Gitta Seiler „eingesperrt“ – Fotografien
aus der Jugendabteilung eines Frauengefängnisses
sMai 21. (15 h)
......................................
Messe Halle 7
Zwischen uns hat die Kunst vermit-
11. WeinMesse Rheinland-Pfalz
15. bis 17. April
Fr 15-21 h, Sa 13-20 h, So 11-18 h
www.weinmesse-rlp.de
......................................
Overbeck-Museum
Tel. 04 21 – 66 36 65
Tägl. 11-18 h (außer Mo)
telt Fritz und Hermine Overbeck – Eine
Künstlerehe in Briefen und Bildern. 17.
April bis 12. Juni
kulturkalender
foyer 63
Udo Peters (1884-1964), Blick auf die Worpsweder
Kirche (Galerie Cohrs-Zirus)
...................................... ...................................... ......................................
Kulturbüro Bremen Nord
HAVEN HÖÖVT Vegesack
Galerie Cohrs-Zirus
Tel. 0421 – 65 48 48
www.kulturbuero-bremen-nord.de
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Kito
Kabbelsnak März 16. (19.30 h)
Dietrich Faber März 19.
Hans Jörg Frey April 8.
Abi Wallenstein & BluesCulture April 9.
Deutsche Kammerphilharmonie April 10.
(11 h)
Thilo Seibel April 16.
JazzAhead Clubnight April 23. (19 h)
Les Brünettes April 29.
Rick Vito Mai 12.
Marcus Barth Mai 13.
Gustav-HeinemannBürgerhaus
Herr Holm März 20. (15.30 h)
Ostertanz mit den Egerländern März 26.
Karl Dall April 1.
LaLeLu A-cappella – Comedy. April 2.
Max Uthoff April 30.
Die „Rascals Rock’n’Roll Show“
Mai 27.
......................................
Haus Kränholm
Auf dem Hohen Ufer 35/35a
28759 Bremen
Tel. 04 21 - 69 21 28 10
www.kraenholm.de
Ausstellung: Bernd Schwarting „Farbe
als eine die Form hervorbringende Kraft.“
Bis Ende Mai. Begleitprogramm (Eintritt frei): „Denn er malt nicht in die Leere“ – Ausstellungsgespräch mit Kuratorin
Inga Harenborg. April 17. (16.30 h), Galerie
Kunstcafé. – „Ein Hauch von Abenteuer“ –
Videodokumentation über Bernd Schwarting, April 24. (16.30 h), Scheune
Kränholmer Tasten-Trilogie: Klaviersoirèe April 8. (19 h/Scheune); Einhändiges Klavierspiel April 9. (16 h/Kunstcafé);
Klaviermatinée mit Markus Becker. April
10. (11 h/Scheune)
Kunstschaufenster
Tel. 04 21 – 65 14 38 | www.fadein.de
Wind, Wasser und Mee(h)r Arbeiten von
Bärbel Kock mit regelmäßig
wechselnden
Künstlern. 9.30 – 20 h
Alte und neue Worpsweder Kunst
Bergstraße 33 | 27726 Worpswede
Tel. 0 47 92 - 1748 und 2320
Sa+So 11-13 + 14-18 h
Galerie-Cohrs-Zirus-Worpswede.de
LILIENTHAL
......................................
Galerie Altes Rathaus
......................................
Kunstschau
Bergstraße 1 | Di-Fr. 14-18 h, Sa+So 11-17 h
Ausstellung „Metamorphose“ 9. April bis
Trupe 6 | www.kunststiftung-lilienthal.de 22. Mai
Di-Sa 14-18 h, So 10-18 h oder nach Verein- Freiluftausstellung 21.+22. Mai (11-18 h)
barung
tage-des-kunsthandwerks-worpswede.de
„Hanseatische Malerinnen um 1900“
Bis 30. Okt.
HAGEN
......................................
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kultur- und Heimatverein
Burg zu Hagen
Otto-Modersohn-Museum
FISCHERHUDE
Tel. 0 47 46 – 60 43
In der Bredenau 95 | Tel. 0 42 93 – 328
tägl. 10-18 h | www.modersohn-museum.de www.burg-zu-hagen.de
Veranstaltungen
Gesellschaftspolitischer Vortrag März 16.
(19 h)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Theaterabend Der Kontrabass April 10.
(19 h)
Neuer Worpsweder
Gesprächskonzert April 29. (20 h)
Kunstverein NWWK
Himmelfahrtstag auf dem Burghof Mai 5.
Galerie im Village
(14.30-18.30 h)
Bergstraße 22 | tägl. 10-18 h
Burg on Tour zum Bunker Valentin Juni 5.
„Avanti colori“ Gesine Peterson/Susanne
(11-14
h)
Kathlen Mader. Malerei/Zeichnung/InstalAusstellungen
lation. 17. April bis 19. Juni. Vernissage:
Käthe Kruse Bis 22. Mai
17. April (15 h)
WORPSWEDE
......................................
VOLLERSODE
Die Worpsweder Museen
Tel. 0 47 92 – 39 68
......................................
www.worpswede-museen.de
kd.kunst Galerie
bis 5. Juni: „Thomas Hartmann. Malerei
Dorfstraße 30 | www.kdkunst.de
und Grafik aus der Sammlung Seinsoth“
„Leuchtende Zeiten“ Tom Gefken und
Barkenhoff
Rupprecht Matthies. 17. April bis 15. Mai
bis 5. Juni: „Worpsweder Landschaften –
Worpsweder Köpfe“ Worpsweder Kunsthalle, Große Kunstschau
Fortlaufend:
„Martha und Heinrich Vogeler. Die Geschichte einer Sammlung“ Haus im Schluh
„Egal, wo – Hauptsache
WESER-KURIER!“
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4,70 € *
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HEIMSPIEL Magazin
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04 21 / 36 71 66 77
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Bezug in einem Privathaushalt. Neukunden zahlen
21,90 € im Monat.
kulturkalender
ACHIM
DELMENHORST
...................................... ......................................
Kunstverein Achim e.V.
Städtische Galerie Delmenhorst
www.kunstverein-achim.de/ausstellungen
im Haus Hünenburg, Schwedenschanze
39, 28832 Achim | So 14-17 h
Ausstellung: Andrea Köhn „Die Freiheit,
nichts zu schildern“ – Bis 29. Mai
SYKE
Fischstr. 30 | Tel. 0 42 21 – 141 32
Di-So 11-17 h, Do 11-20 h
www.staedtische-galerie-delmenhorst.de
Gabriela Oberkofler „Wind zog auf“.
9. April bis 5. Juni
......................................
Theater „Kleines Haus“
Max-Planck-Str. 4 | Tel. 0 42 21 – 165 65
www.konzert-theaterdirektion.de
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wanja, Sonja, Mascha und Spike März 22.
Syker Vorwerk – Zentrum für (20 h)
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster
zeitgenössische Kunst
stieg und verschwand April 2. (20 h)
www.syker-vorwerk.de
Da Sol Klavierkonzert. April 17. (20 h)
Mi 15-19 h, Sa 14-18 h, So/Feiertage 11Rubbeldiekatz April 20. (20 h)
18 h
Schick mir keine Blumen April 24. (20 h)
Louis Niebuhr „Einschnitt • Querschnitt“ Johann König Lesetour. Mai 10. (20 h)
– Skulptur – Foto – Fotograttage. 17. April
bis 5. Juni
GANDERKESEE
SUDWALDE
......................................
GALERIE ab-heute.net
Tepestraße 20A | Tel 0 42 47 – 15 21
www.ab-heute.net
Bärbel Bahlke-Meisel Strom – stream –
Течением. Bis 23. Mai
SCHWARME
......................................
Kulturzentrum Robberts Huus
......................................
KulturHaus Müller
Ring 24 | Tel. 0 42 22 – 44 444
(regioVHS Ganderkesee-Hude)
www.kulturhaus-mueller.de
horizontal · vertikal · bergundtal II. Barbara Habermann, Malerei – Lioba Müller,
Fotografie Ein künstlerischer Dialog, der
auf Ähnlichkeiten in Farbgebung, Bildaufbau, Strukturen, Linien- und Lichtführung
und Bildstimmung basiert. Bis 3. April
LOSLASSEN Hommage an Gerhard
Juchem. Gezeigt wird das umfangreiche
Werk des 1927 in Unkel am Rhein geborenen Künstlers. 22. April bis 12. Juni
Hoyaer Straße 2
www.robberts-huus.de
Tel. 0 42 58 – 98 35 74
OLDENBURG
foyer 65
Satyagraha März 17., 25. (18 h); April 1.,
8., 20.
D-Man in the Waters/Generation Y März
18.; April 2., 29.; Mai 15. (18 h)
Evita März 19., 26.; April 10. (18 h), 12., 14.,
23., 25. (z.l.M.)
Xerxes März 20.+28. (jew. 18 h), 24., 31.;
April 24. (15 h/z.l.M.)
Die lustige Witwe März 27. (18 h); Mai 4., 14.
Ein Sommernachtstraum April 9. (P), 13.,
30.
Dumbarton/Oaks/Artikulation/Marimba/„Tripped Itch“ April 16., 27.
Liederabend Hommage an Udo Jürgens
mit Nina Bernsteiner. April 17. (18 h)
Le Nozze di Figaro April 21.
Gastspiel Rufus Beck Mai 7.
Kleines Haus
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Odyssee (UA) März 16., 23., 25., 30.; April
6., 10.+17. (jew. 18.30 h)
Dracula März 18.; April 2., 9.
La Voix Humaine/Trouble in Tahiti März
19. (P), 26.; April 3. (18.30 h), 14., 22., 27.;
Mai 12.
Die Marquise von O. März 20. (15 h); April
5., 8., 12., 23. (z.l.M.)
Der kleine Prinz/Favourite Words (WA)
März 27. (18.30 h); Mai 5. (16 h), 14. (18.30 h)
Supergute Tage… März 28. (18.30 h)
Fünf Löcher im Himmel (UA) April 16.
(P), 24. (18.30 h), 26.; Mai 4., 6., 13.
Liliom April 30. (P); Mai 3., 8. (18.30 h)
Exerzierhalle
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Amerika März 17.+19.+24.+26. (jew. 19 h),
28. (18 h/z.l.M.)
Gastspiel Tür an Tür April 1.
Gastspiel 13. Komische Nacht April 7.
Antigone April 9., 11. (10 h), 13.+19.+20.
(jew. 10.30 h), 18. (9.30 h)
Das Tagebuch der Anne Frank April 10.
......................................
Oldenburgisches Staatstheater
(16 h), 17. (18.30 h), 27. (10.30 h), 30.
Zwischen Schaukelpferd und Schaukel-
Tel. 04 41 – 22 25 111
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
stuhl April 23. (18 h/P), 24. (16 h)
Von Kadmus nach Europa April 23. (20
aus „Mohrenkopf“. Musik: Plums’n’Dogs,
Großes Haus
h/P), 24. (18 h)
Acoustic Jazz and Folk Quintet. April 30.
Terror März 15.; April 3. (18 h), 19., 22., 28.;
Mai 5.
Le Nozze di Figaro März 16.
Stationen eines Lebens Joachim Ringelnatz mit Juraj Sivulka, Musik: Gitarrenduo BalDür. April 9. (19 h)
Krimi und Musik Bärbel Rädisch liest
(19 h)
Die besseren Wälder Mai 8. (16 h/P)
foyer 66
kulturforum
: Kulturforum
Zusammengestellt von Peter Schulz
Notizen aus
Galerien und Museen
Begleitend zur Ausstellung „Per Kirkeby. Werke aus dem Louisiana Museum
of Modern Art“ – bis 5. Juni im Paula
Modersohn-Becker Museum in der Bremer
Böttcherstraße – ist das Projekt „switch“
ins Leben gerufen worden. Dabei handelt
es sich um eine aus Glühbirnen bestehende Installation der Künstlergruppe
„Urbanscreen“ im Inneren des von Per Kirkeby entworfenen Verkehrsturms auf der
Domsheide. Täglich von 17 bis 2 Uhr heißt
es dort „Licht an!“ (Foto)
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum Bremerhaven, das Horst-Janssen-Museum in
Oldenburg und das Landesmuseum für
Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg gehören zu den insgesamt 17 Museen in Niedersachsen und Bremen, die mit dem bis
2022 gültigen Museumsgütesiegel ausgezeichnet wurden. Seit Beginn der Initiative
des niedersächsischen Ministeriums für
Wissenschaft und Kultur, des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen
e.V. und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung im Jahr 2006 konnten bisher
101 Gütesiegel verliehen werden.
......................................
Eröffnung der Ausstellung wird sie in der
Galerie ihren 80. Geburtstag feiern.
......................................
Vom 23. April bis 18. September stellt die
Kunsthalle Bremen die Arbeiten der zehn
Künstlerinnen und Künstler aus, die für
den „Kunstpreis der Böttcherstraße in
Bremen“ nominiert worden sind. Er gehört mit 30.000 Euro Preisgeld zu den am
höchsten dotierten Auszeichnungen, die
im Bereich der zeitgenössischen Kunst in
Deutschland vergeben werden.
......................................
„planet eARTh – agenda 2030“ lautet der
Titel diesjährigen Kap-Hoorn ART am 21.
(14-19 h) und 22. (11-18 h) Mai in der KapHorn-Straße 9 in der Bremer Überseestadt.
Über 50 Kunstschaffende präsentieren ihre
Arbeiten.
Vom 18. März bis 29. April ist „Foto, Foto!“,
die Ausstellung des Bremer Fotopreises, im
FinanzCentrum der Sparkasse Bremen Am
Brill zu sehen. Parallel dazu präsentiert die
Photographische Gesellschaft anlässlich
ihres 125. Jubiläums eine Auswahl histori- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . scher Apparate und Photographien des 19.
Die Jury des Bremer Videokunst-FörderJahrhunderts.
preises hat in diesem Jahr dem Mexikaner
„Move The Line“ lautet der Titel einer Aus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . E.S. Mayorga den mit 5.000 Euro dotierten
stellung im Oldenburger Horst-JanssenHauptpreis für sein Projekt „The Role Of
Museum, bei der Zeichnungen auf Papier
Fear“ zugesprochen. Den 2. Preis über
durch Animationen erweitert werden: von „Der Weg nach Gröpelingen ist lang: Waldemar Otto“ meint das Bremer Gerhard
1.500 Euro erhielt Sharlene Khan aus Südvirtuellen Räumen über digitale Bleistiftafrika für „When the moon waxes red“. Die
gebiete und programmierte Zufallsmodule Marcks-Haus und rückt bis zum 29. April
prämierten Arbeiten sind noch bis zum 1.
bis zu Augmented Reality. Gezeigt werden im Atelierhaus Roter Hahn (Gröpelinger
Mai in der Kunsthalle Bremen zu sehen.
Arbeiten von Robbie Cornelissen, Matthias Heerstraße 226) das Motiv des Weges in
Reinhold, Bettina Munk, Carolin Jörg und den Fokus. Den Ausgangspunkt bildet
......................................
dabei die 1983 in der Lindenhofstraße
Michael Fragstein (bis 22. Mai).
aufgestellte Skulptur „Zur Schicht“, ein
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hauptwerk des Bildhauers Waldemar Otto. Die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO)
hat den Erhalt und die Erschließung der
Es erinnert an das Arbeitsleben und die
historischen Insektensammlung des LanBis Ende Mai zeigt die Stiftung Haus Kränpolitischen Kämpfe der ehemaligen Werftdesmuseums Natur und Mensch Oldenholm (Auf dem Hohen Ufer 35, Bremenarbeiter der AG-Weser.
burg mit einer Spende in Höhe von 11.000
Lesum) Arbeiten des in Berlin lebenden
Bernd Schwarting. Kuratorin Inga Haren- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Euro unterstützt. Mit den Fördermitteln
werden moderne Sammlungsschränke
borg hat für das Kunstcafé und die Scheuund -kästen für die besonders wertvollen
ne Ölbilder und übermalte Radierungen
„Apassionata“ lautet der Titel einer Ausaus unterschiedlichen Schaffensphasen
stellung mit Werken von Karin Friedrichs Insektenpräparate aus dem 19. und frühen
20. Jahrhundert angeschafft.
ausgewählt. Titel: „Farbe als eine die
(Foto), die vom 7. April bis 30. Mai in der
Form hervorbringende Kraft“ (Foto). Im
Galerie 64 am Bremer Benqueplatz läuft
Begleitprogramm wird u.a. eine Videodo- (Vernissage 7. April/19 h). Die in Bremen
kumentation von Andreas Knaesche über
geborene Künstlerin, die sich lange in
den Künstler mit dem Titel „Ein Hauch
Afrika und Asien aufgehalten hat, zeigt
von Abenteuer“ gezeigt (24. April, 16.30 h). Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, Objekte
Weitere Termine im Kulturkalender.
und Installationen. Drei Tage vor der
kulturkalender
67 foyer
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . DANGAST
oh ton e.V.
Stadtmuseum
......................................
Tel. 04 41 – 2 35 28 86 | Di-So 10-18 h
www.ohton.de
Franz Radziwill Haus
oh ton-ensemble spielt „fragil“ Konzert
im Rahmen der „klangpol-Konzertreihe
NOIeS!“ März 23. (20 h). Vorverkauf: Oldenburgisches Staatstheater.
Eintritt: 16,- / 8,- € ermäßigt
......................................
Oldenburger Kunstverein
www.oldenburger-kunstverein.de
Di-Fr 14-18 h, Sa+So 11-18 h
Armin Böhm, Lutz Braun, Thomas Grötz
„Der Zeit angemessen begegnen“.
Bis 8. Mai
......................................
Landesmuseum für
Kunst und Kulturgeschichte
www.stadtmuseum-oldenburg.de
Mythos Aeneis. Kupferstiche der Sammlung Ulrich Wilke Bis 17. April
Förderpreis Malerei der Kulturstiftung
der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg 25. April bis 22. Mai
Martina Altschäfer: Panorama mit Tiger
In Kooperation mit dem Kulturspeicher.
29. April bis 29. Mai
......................................
Edith-Russ-Haus für
Medienkunst
Tel. 04 41 – 2 35 32 08 | Di-Fr 14-18 h,
Sa+So 11-18 h
www.edith-russ-haus.de
Roee Rosen: Live and Die as Eva Braun
and Other Intimate Stories Bis 10. April
Women at Work 13. Mai bis 31. Juli
Schloss | Tel. 04 41 – 2 20 73 00
www.landesmuseum-oldenburg.niedersachsen.de
Di-So 10-18 h
Demo, Derrick, Discofieber Die siebziger
Jahre in der Bundesrepublik. Oldenburger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schloss. Bis 20. März
Galerie Moderne
ST!CHPROBEN Oldenburger Schloss. 20.
Am Delf 37 | Tel. 0 44 03 - 54 29
März bis 29. Mai
www.galeriemoderne.de
Frühjahrserwachen Bilder und Plastiken
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . von Ulrike Hogrebe, Rudi Weiss, Christoph
Böllinger, Eberhard Szejstecki, Werner
Landesmuseum
Heinze, Puck Steinbrecher, Roland Martin,
Natur und Mensch
Daniel Eggli, Heinrich Brockmeier.
Tel. 04 41 – 92 44-300 | Di-Fr 9-17 h, Sa +
Bis 5. Juni
So 10-18 h
www.naturundmensch.de
Bestiarium Construendum Mit Fantasie
zu Fabeltier & Co. Bis 10. April.
......................................
Die Tiefe hören Ein Jahrhundert Echolot.
Palais Rastede
Bis 10. April
Tel. 0 44 02 – 8 15 52 | Mi-Fr + So 11-17 Uhr
Wildlife Art Künstler sehen Natur. 30.
www.palais-rastede.de
April bis 18. Sept.
Volker Bartsch „Gemeinsam einsam“ –
BAD ZWISCHENAHN
RASTEDE
......................................
Horst-Janssen-Museum
Tel. 04 41 – 2 35 28 91 | Di-So 10-18 h
www.horst-janssen-museum.de
Move The Line. Zeichnung und Animation Bis 22. Mai
Bis 10. April
Emil Schumacher (1912-1999) „Ich will in
die Tiefe, durch das Material hindurch“ –
24. April bis 3. Juli
www.radziwill.de
„Schneeweiß und Nachtschwarz“
Ausstellung bis 8. Jan. 2017
WILHELMSHAVEN
......................................
Landesbühne Nord
Tel. 04421 – 940115
Stadttheater
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
Invasion! März 15.
Ein Sommernachtstraum März 16.; April
5., 23.; Mai 9.
Der Vorname März 17., 21.
Märtyrer März 19.; April 6.; Mai 13., 18.
Frühstück bei Tiffany April 16. (P), 22.;
Mai 3., 11.
TheOs
(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)
The Fantasticks März 16., 26., 30.; April 2.,
6., 7., 9., 23.
Die Globusspione: Mission Millenium
(UA) April 24. (P/15 h); Mai 8. (15 h)
Atmen Mai 7. (P)
......................................
Kunsthalle Wilhelmshaven
Tel. 0 44 21 – 4 14 48 | Di. 14-20 h, Mi-So
11-17 h
www.kunsthalle-wilhelmshaven.de
Jan Albers: haLLuZinOgen
9. April bis 12. Juni
......................................
Küstenmuseum
Wilhelmshaven
Weserstr. 58 | Tel. 0 44 21 – 40 09 40
www.kuestenmuseum.de | Di-So 11-17 h
Schwarz auf Weiß – Langzeit Wahrheit
Eine Retrospektive von Christa MarxfeldPaluszak mit Malerei, Collagen, Fotografien und Texten der Jahre 1985 bis 2015
(Foto oben). Ab 10. April
foyer 68
kulturforum
: Kulturforum
Zusammengestellt von Peter Schulz
Ein „Konzert am Dom“ geben die Sängerin
Larissa Schröder und Dinara Devisheva
(Klavier) am 15. April (19 h) im früheren
Gebäude der Bremer Bank am Domshof.
......................................
Nachrichten aus
Bremen und der Region
Die CD „Solitude“ der französischen
Cellistin Séverine Ballon hat den Sprung
in die Bestenliste des Preises der deutEs hat nicht ganz gereicht: Tenor Will
schen Schallplattenkritik in der Kategorie
Hartmann, im Theater Bremen in der
„Zeitgenössische Musik“ geschafft. Die
Titelpartie von Benjamin Brittens „Peter
Koproduktion von Radio Bremen mit der
Grimes“ gefeiert, war für seine Partie in
französischen Plattenfirma Aeon ist 2015
einer DVD-Aufnahme der Janácek-Oper
erschienen und wird beim Label „outhere“
„Jenufa“ für den Musikpreis „Grammy“
vertrieben. An dem Projekt maßgeblich benominiert. Das Rennen in der Kategorie
teiligt waren Tonmeisterin Renate Wolter„Best Opera Recording“ machte jedoch
eine Aufnahme von Ravels „L’Enfant Et Les Seevers und die Musikredakteurin Marita
Emigholz (beide Radio Bremen).
Sortilèges; Shéhérazade“.
...................................... ......................................
Deutschlandradio Kultur hat Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen als
„Orchester des Jahres“ ausgezeichnet. Der
Sender wird das Ensemble in den kommenden Monaten in seiner Berichterstattung begleiten, Konzerte übertragen und
die künstlerische Arbeit vorstellen. Den
Auftakt markierte die Live-Übertragung
eines Konzerts mit Lars Vogt und Tanja
Tetzlaff in der Bremer Glocke im Februar.
......................................
50 Kunsthandwerker und Designer aus
ganz Deutschland zeigen am 23./24. April
(jew. 11-18 h) in Bremen die Ergebnisse
ihrer eigenen Arbeit. In und vor der Unteren Rathaushalle sind u.a. Teppich- und
Textildesign, Taschen, Wind- und Holzobjekte oder Schmuck, Keramik und Puppen
zu sehen.
......................................
Der kalifornische Pianist Yul Anderson
(Foto) gastiert am 23. April (20 h) mit
Die Veranstaltungsreihe „Erfahren, woher seinem neuen Konzertprogramm in der
wir kommen“ des Nordwestradios wird mit Glocke – eine bewegende und authentische
dem Thema „Große Romane der Weltlitera- Mischung aus Blues/Jazz-Improvisationen
tur“ in der Stadtbibliothek Bremen fortge- und Klassik.
setzt. Am 12. April (19 h) geht es um Jane
Austens „Stolz und Vorurteil“, vorgetragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
von Helene Grass. Es folgt „Der Spieler“ von
Fjodor Dostojewski (17. Mai/19 h), interpre- Mit einem halbszenisch aufgeführten Quertiert von Henning Nöhren. Die Kommentie- schnitt durch die Verdi-Oper „Il Trovatore“
rung übernimmt jeweils Hanjo Kesting.
schließt die Konzertreihe „musica viva“ die
Saison in der Bremer Glocke ab. Als Solist
wird u.a. der Bariton Adam Kim erwartet; es
dirigiert Nicolas Hrudnik. Termine: 23. April
(19.30 h), 24. April (15.30 + 19.30 h).
Zum fünften Mal richtet das Bremer „steptext dance project“ das Festival „Baila
España“ gemeinsam mit dem Instituto
Cervantes und dem Teatros del Canal aus.
Vom 28. April bis 1. Mai präsentieren sich
in der Schwankhalle Akteure und Gruppen
des zeitgenössischen Tanzes in Spanien.
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Der Radio Bremen-Redakteur Hans Helge
Ott ist mit dem undotierten Heinrich
Schmidt-Barrien-Preis ausgezeichnet worden, der an den 1996 verstorbenen Schriftsteller erinnert und vom Freundeskreis
„Dat Huus op’n Bulten e.V.“ vergeben wird.
Ott erhält den Preis für besondere Leistungen zum Erhalt der niederdeutschen
Sprache. Zu den bisherigen Preisträgern
gehören u.a. die Gruppen Godewind und
De fofftig Penns sowie Ina Müller.
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Das Bremer Moks ist als einziges Theater mit gleich zwei Produktionen zum
diesjährigen „Hart am Wind“-Festival
eingeladen worden. Ausgewählt wurden
die Stücke „Ich rufe meine Brüder“ und
„Nachtgeknister“ (Foto). Das Treffen der
norddeutschen Kinder- und JugendtheaterEnsembles findet vom 25. bis 29. Mai in
Hamburg statt.
Kulturkalender
EMDEN
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Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Rathaus am Delft, Brückstraße 1
Tel. 0 49 21 – 87 20 58 | Di-So 10-18 h
www.landesmuseum-emden.de
Sonderausstellung Aus Trümmern sich
erhoben. Zerstörung und Neuaufbau der
Stadt Emden Bis 24. April
Sonderausstellung Helmut Schmidt in
Dur und Moll. Sein politisches Leben im
Spiegel der Karikatur – eine Hommage
24. April bis 29. Mai
Sammlungsausstellung mit den Abteilungen Neue Galerie und Münzkabinett
durchgehend
Pelzerhäuser11+12, Pelzerstraße 11+12
Tel. 0 49 21 – 87 20 58 | Di-So 11-18 h
Sonderausstellung Spitzenwerke – Ein besonderes Textil Bis 1. Mai
Kleines Haus
Szenen einer Ehe März 19.; April 2., 9., 22.;
Mai 5.
NDB Waterkant: Arthur in anner Umständen März 20. (15 h), 26., 27.; April 1., 10.
Frühstück bei Tiffany März 30. (P); April 3.
(15 h), 7., 23., 24. (15 h); Mai 13., 15.
Wir sind keine Barbaren April 8., 29.; Mai 8.
NDB Waterkant: As’n Wulk in Wind April
16. (P), 17., 21.; Mai 6., 7., 14.
Männerbeschaffungsmaßnahmen April 28.
JUB!
Junges Theater Bremerhaven
Neue Spielstätte: Columbusstr. 2/Elbinger Platz
Dark Side (Theaterlabor 3; ab 12 J.) März
16., 17.
Die Geschichte vom Löwen... (ab 4 J.) März
20. (16 h)
Flaschenpost ins Weltall (ab 7 J.) April 9.
(P/16h), 12.+13.+14.+15. (jew. 10.30h); Mai 8.
(16 h), 9.+13. (jew. 10.30 h)
Konzert Die Intendanten – „RITALIN“
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . April 16. (20 h)
Kunsthalle Emden
Tigermilch (ab 13 J.) April 20.+21. (jew.
Tel. 0 49 21 – 97 50 0 | www.kunsthalle10.30 h), 22.
emden.de
Krieg. Stell dir vor er wäre hier (ab 13 J.)
Di-Fr 10-17 h (jeder 1. Di 10-21 h). Sa, So,
April 27.+28. (jew. 10.30); Mai 2., 3.+4. (jew.
Feiertage 11-17 h
10.30 h)
Vitaminbombe Früchtebilder von Picasso KulturBar (Offene Bühne) April 29.
bis Warhol. Bis 29. Mai
KAPOVAZ (Bgm.-Smidt-Str. 147)
BREMERHAVEN
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Stadttheater Bremerhaven
Tel. 04 71 – 49 00 1
(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)
Großes Haus
Gastspiel Die Bremerhavener Müllfischer
März 15., 20. (11 h)
Mozart Requiem März 19. (P), 23., 27.;
April 8., 14.
Der jüngste Tag März 20.; April 22.
Madame Pompadour März 21. (15 h);
April 6., 9. (15 h), 17. (15 h); Mai 8. (15 h)
Wozzeck März 24.; April 2., 10., 16., 27.
Anything Goes März 26.; April 29.
Die Comedian Harmonists April 1., 15.,
24.
Eugen Onegin April 23. (P), 30.; Mai 5., 13.
Radikal Mai 7. (P), 14.
Rum und Wodka März 18.; April 2., 23.;
Mai 6.
Große Kirche
(Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche)
6. Sinfoniekonzert „30 Jahre Beckerath-Orgel in Bremerhaven“ April 11. (20 h), 12., 13.
Historisches Museum
3. Kammerkonzert „AFRIKA“ April 25. (20 h)
Theater-Restaurant „Falstaff“
Montagsrunde exklusiv für Mitglieder des
Theater-Fördervereins. April 4. (20 h)
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Kunsthalle Bremerhaven
Tel. 04 71 – 4 68 38 | Di-Fr 11-18 h, Sa+So
11-17 h
www.kunstverein-bremerhaven.de
Franziska Kneidl „Bounty“ – Bis 10. April
Nathalie Grenzhaeuser „The Arctic Series.
Part II“ – 17. April bis 29. Mai
69 foyer
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Deutsches Schiffahrtsmuseum
Leibniz-Institut für deutsche Schiffahrtsgeschichte
www.dsm.museum | tägl. 10-18 h
Sonderausstellung: 1975/2015 – Schiffe
erzählen Museumsgeschichten
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Deutsches Auswandererhaus
www.dah-bremerhaven.de | tägl. 10-18 h
Aktuelle Sonderausstellung „Plötzlich da!
... Deutsche Bittsteller 1709, türkische
Nachbarn 1961“ Bis 31. Mai
Das Erlebnismuseum zu 300 Jahre Ausund Einwanderungsgeschichte
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KulturKirche
in der Pauluskirche
www.kulturkirche-bremerhaven.de
Oyf a zunikn veg – auf einem sonnigen
Weg Konzerterlebnis mit Klezmer, Jazz
und Weltmusik von der Band „Mischpoke“. April 15. (19.30 h)
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Christuskirche Bremerhaven
Schillerstraße 1 | Tel. 04 71 - 20 02 90
Hugo Distler: „Choralpassion“ im Rahmen eines Passionsgottesdienstes. Bremerhavener Kammerchor; Leitung: Eva
Schad. März 25. (17 h)
Orgelmusik zur Passion mit Organisten
aus Bremerhaven. Orgel: Eva Schad, Volker Nagel-Geißler, Roger Matscheizik,
Friederike Julius, Britta Böcker u.a. März
26. (ab 21 h)
Musikalischer Festgottesdienst zu Ostern
März 27. (10 h)
Musikalischer Familiengottesdienst zu
Ostern Kinder- und Jugendchöre der Christuskirche; Leitung: Eva Schad. März 28.
(11 h)
Orchesterkonzert Bremerhavener Kammerorchester + Solisten; Leitung: Eva
Schad. April 17. (19.30 h). Eintritt: € 8,- (7,-)
Tage alter Musik, 3. Konzert: Los Temperamentos Alte Musik mit frischem Wind.
De la Conquista y otros Demonios Lateinamerika im Spiegel der Barockmusik. Musik für Gesang, Blockflöte, Barockgitarre/
Erzlaute, Barockcello und Cembalo. Mai
1. (20 h). Eintritt: € 7,- (6,-)
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foyer-Tipp
für Opern-Freunde
Wenn auf einer Besetzungsliste des Bremer Theaters der Name Marysol Schalit auftaucht, können sich Opern-Freunde
auf sängerische Brillanz und schauspielerisches Können freuen. Die Sopranistin,
seit der Spielzeit 2011/12 im Ensemble, begeisterte als Adina im „Liebestrank“, singt
aktuell die Gilda in „Rigoletto“ und wird
ab Mai als Ifigenia in „Oreste“ auf der Bühne stehen. Am 11. April (20 h, Foyer Kleines
Haus) sie zu Gast beim Theatertreffen der
Bremer Theaterfreunde. Eintritt frei.
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Langer Atem
Ein jegliches, so steht es in der Bibel unter Prediger 3, 1-13, „hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ Werders Abstieg zum Beispiel.
Oder ein gut gezapftes Pils. Oder die Emanzipation der Frau, die ja gottlob schon in
vielen Bereichen weit fortgeschritten ist.
Sogar beim Bremer Schaffermahl, wo es
plötzlich ganz normal ist, wenn sich ein
kleines Schwarzes unter die vielen Fräcke
mischt.
Auch andernorts brechen Damen Dämme. Etwa in New York, wo die Metropolitan Opera erstmals seit mehr als 100 Jahren wieder ein Werk aufführen wird, das
eine Frau komponiert hat. Auf die 1903 gespielte Oper „Der Wald“ von Ethel Smyth
folgt nun das vor 16 Jahren uraufgeführte
Stück „L’Amour de Loin“ der Finnin Kaija
Saariaho, die sich angesichts dieser Nachricht betont gelassen gab: „Es zeigt, wie
langsam diese Dinge sich verändern. Aber
sie verändern sich.“
Stimmt genau. In Washington klopft vielleicht erstmals eine Frau an die Tür des
Weißen Hauses, im deutschen Fußball
dürfte bald eine Schiedsrichterin Bundesligaspiele pfeifen. Und in Bremen wird gemunkelt, dass demnächst eine Generalmusikdirektorin am Pult der Philharmoniker stehen könnte.
Daraus folgt: Nichts ist beständiger als der
Wandel. Oder um mit Rock-Röhre Ina Deter zu sprechen: „Frauen kommen langsam, aber gewaltig.“ Es muss ja nicht unbedingt 100 Jahre dauern.
Peter Schulz
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Impressum
Herausgeberin
Marie-Clothilde Kronenberg (v.i.S.d.P.) 1
Chefredakteur Peter Schulz 2
Kfm. Leitung Sonja Chrobok 16
Anzeigenverkauf Martina Ch. Radeke 18,
Inge Sasse 19
Autoren dieser Ausgabe
Berit Böhme 15, Dr. Stephan Cartier 5,
Christian Emigholz 6, Sven Garbade 13,
Karin Hiller 11, Wilfried Hippen 9,
Dr. Sabine Komm 7, Dr. Ulrich Matyl 10,
Michael Pitz-Grewenig 3,
Ute Schalz-Laurenze 8, Peter Schulz 2,
Markus Wilks 14, Inge Zenker-Baltes 4
Verlag, Vertrieb, Redaktion und
Anzeigenverwaltung Roland Verlag GmbH,
Schlachte 43, 28195 Bremen,
Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17
E-mail [email protected]
www.rolandverlag.de
Gestaltung und Satz
Birgit Kirchgessner 20,
designbüro kirchgessner
Telefon 025 32 - 200 709
www.buerokirchgessner.de
Basislayout Haase & Knels, Bremen
Druck ASCO STURM DRUCK Bremen
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Vertriebsstruktur Theater- und Vorverkaufsstellen Bremen, Bremerhaven und Oldenburg,
Theater, Museen, Konzerthäuser und -büros,
Ticket-Service-Center, Hotels, Abonnementvertrieb, Fach-Zeitschriften­h andel Bremen,
Bremerhaven und Oldenburg
Bezugspreis Einzelpreis 4,00 Euro
Jahresabonnement 20,00 Euro
Auflage 10.000 Exemplare
Erscheinungsweise zweimonatlich
Nächste Ausgabe 15. Mai 2016
Redaktionsschluss 15. April 2016
ISSN-Nr. 1618-0852
Titelmotiv Maite Hontelé
Foto: Emanuel Zerbos
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