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Aus der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universität
zu Köln
Direktor: Universitätsprofessor Dr. med. P. Eysel
ANTHROPOMETRISCHE CHARAKTERISTIKA VON
EISHOCKEYSPIELERN UND DEREN VERLETZUNGEN AUS DEN
DEUTSCHEN PROFI-LIGEN,
DER NHL UND DER CHL
EINE RETROSPEKTIVE, EPIDEMIOLOGISCHE STUDIE
Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde
der Hohen Medizinischen Fakultät
der Universität zu Köln
vorgelegt von
Nils Antons
aus Düsseldorf
promoviert am
27.03.2013
Gedruckt mit Genehmigung der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, 2013
Dekan: Universitätsprofessor Dr. med. Dr. h. c. Th. Krieg
1. Berichterstatterin/Berichsterstatter: Privatdozent Dr. med J. W.–P. Michael
2. Berichterstatterin/Berichsterstatter: Professor Dr. med. S. P. Mönig
Erklärung:
Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Dissertationsschrift ohne unzulässige Hilfe
Dritter und ohne die Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe; die aus
fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind als solche kenntlich gemacht
worden.
Bei der Auswahl und Auswertung des Materials sowie bei der Herstellung des Manuskriptes habe
ich keine Unterstützungsleistungen erhalten.
Weitere Personen waren an der geistigen Herstellung der vorliegenden Arbeit nicht beteiligt.
Insbesondere habe ich nicht die Hilfe eines Promotionsberaters in Anspruch genommen. Dritte
haben von mir weder unmittelbar noch mittelbar geldwerte Leistungen für Arbeiten erhalten, die
im Zusammenhang mit dem Inhalt der vorgelegten Dissertation stehen.
Die Dissertationsschrift wurde von mir bisher weder im Inland noch im Ausland in gleicher oder
ähnlicher Form einer anderen Prüfungsbehörde vorgelegt.
Köln, 24.05.2012
(Unterschrift)
Die in dieser Arbeit zugrunde liegenden anthropometrischen Daten aller Spieler wurden
ohne meine Mitarbeit von den Statistikern der einzelnen Ligen ermittelt und veröffentlicht. Die
Verletzungsdaten der CHL wurden von den Trainer/Athletic Therapists (Physiotherapeuten) der
einzelnen Mannschaften anhand des Injury Report Sytems (IRS) zusammengetragen und
veröffentlicht.
Die Verletzungsdaten aus der NHL wurden von den NHL Team Trainers (MannschaftsPhysiotherapeuten) zusammengestellt und veröffentlicht. Für die Erhebung der Daten wurde das
Sport Injury Monitoring System (SIMS) von Med Sport Sytems verwendet.
Die Verletzungsdaten aus den drei deutschen Ligen wurden von der Ruhr-Universität
Bochum unter der Projektleitung von Dr. rer. nat. T. Henke im Auftrag der Deutschen Eishockey
Liga zusammen getragen und veröffentlicht.
Danksagung:
Mein ganz besonderer Dank gilt meinem Doktorvater Herrn Privatdozent Dr. med. J.W.P. Michael, der jederzeit für Ratschläge, Hilfestellungen und konstruktive Kritik bei der
Durchführung der Arbeit zur Verfügung stand und durch seine freundschaftliche und engagierte
Betreuung für eine ausgezeichnete Zusammenarbeit sorgte. Darüber hinaus möchte ich mich auch
noch bei Herrn Pat Clayton für die Bereitstellung der Verletzungsdaten aus Nordamerika und
Herrn Dr. rer. nat. Henke für die Bereitstellung der Verletzungsdaten aus Deutschland bedanken.
Ich möchte mich zusätzlich auch noch bei den Mitarbeitern des Instituts für Medizinische
Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln für die Betreuung meiner Arbeit
bedanken. Insbesondere möchte ich Frau Ingrid Kaul erwähnen, die mir bei der Auswertung und
Analyse der statistischen Resultate geholfen hat.
Meine Familie
Inhaltsverzeichnis:
1. EINLEITUNG.......................................................................................................8
1.1
1.2
GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG DES EISHOCKEYSPIELS......8
REGELN ..................................................................................................11
1.2.1
Spielfläche .....................................................................................11
1.2.2
Spieldauer......................................................................................13
1.2.3
Mannschaftsaufstellung.................................................................13
1.2.4
Schutzausrüstung...........................................................................14
1.2.5
Strafen ...........................................................................................14
2. DIE VERSCHIEDENEN EISHOCKEYLIGEN.............................................16
2.1
2.2
2.3
NATIONAL HOCKEY LEAGUE (NHL) ...............................................16
CANADIAN HOCKEY LEAGUE (CHL) ...............................................17
DEUTSCHE LIGEN.................................................................................19
2.3.1
Deutsche Eishockey Liga (DEL) ...................................................19
2.3.2
Zweite Bundesliga (2.BL)..............................................................19
2.3.3
Oberliga (OL)................................................................................20
3. FRAGESTELLUNG...........................................................................................21
4. MATERIAL UND METHOTIK.......................................................................22
4.1
4.2
4.3
DATENERFASSUNG..............................................................................22
DATENKOLLEKTIV...............................................................................23
STATISTISCHE AUSWERTUNG ..........................................................24
5. ERGEBNISSE.....................................................................................................25
5.1
ANTHROPOMETRISCHE DATEN........................................................25
5.1.1
Größe.............................................................................................25
5.1.2
Gewicht..........................................................................................27
5.1.3
BM1 ...............................................................................................29
5.1.4
Alter ...............................................................................................31
5.2
VERLETZUNGEN...................................................................................32
5.2.1
Verletzungsauslösende Aktion.......................................................32
5.2.2
Verletzte Körperregion..................................................................37
5.2.3
Verletzungsarten............................................................................39
6. DISKUSSION......................................................................................................41
6.1
ANTHROPOMETRISCHE DATEN........................................................41
6.1.1 Größe .....................................................................................................41
6.1.2
Gewicht und BMI-Wert .................................................................43
6.1.3
Alter...............................................................................................44
6.2
VERLETZUNGEN...................................................................................45
6.2.1
Verletzungen in den Deutschen Ligen...........................................46
6.2.2
Verletzungen in der NHL...............................................................49
6.2.3
Verletzungen in der CHL...............................................................53
7. ZUSAMMENFASSUNG....................................................................................56
7.1
FAZIT .......................................................................................................57
8. LITERATURVERZEICHNIS ..........................................................................59
9. ANHANG
10. LEBENSLAUF
1. Einleitung
Eishockey ist die schnellste Mannschaftssportart der Welt und sie erfreut sich großer
Beliebtheit in vielen Teilen der Welt. Besonders die skandinavischen Länder, die ehemaligen
Ostblock Staaten, Kanada, Amerika, Österreich, Schweiz aber auch in Deutschland hat Eishockey
viele aktive Spieler und Anhänger. Die Sportart zeichnet sich durch ihre Schnelligkeit und
Dynamik aus. Die Spieler können sich mit bis zu 50 km/h auf dem Eis bewegen und der Puck
kann bis auf 160 km/h beschleunigt werden. Aus diesem Grund wird Eishockey auch als die
schnellste Mannschaftssportart der Welt bezeichnet. Um die Verletzungsgefahr beim Eishockey
zu beschreiben, haben Hosteler et al. (16) Eishockey auch schon als eine Sportart beschrieben in
der Schläger (Clubs= Hockey sticks= Schläger), Messer (Knives = Skates= Schlittschuhe), und
Patronen (Bullets= Pucks) verwendet werden.
Eishockey ist eine der wenigen Mannschaftssportarten, in der Körperkontakt erlaubt und
sogar eingefordert wird. Es ist ein Sport, in dem Verletzungen zum Alltag gehören. Sowohl
Spieler, Manager, Trainer, Physiotherapeuten und Ärzte müssen sich mit dieser Tatsache
beschäftigen und Wege finden, das Verletzungsrisiko zu reduzieren.
1.1 Geschichte und Entwicklung des Eishockeys
Kanada wird von vielen Forschern als das Mutterland des Eishockeys beschrieben. Aber
es kann nicht sicher geklärt werden, in welchem Land das Eishockeyspiel erfunden wurde. Es
gibt Gemälde und Zeichnungen, die den Ursprung des Sports in Friesland, den Niederlanden,
Thüringen, Russland, Indien und auch Schottland vermuten lassen, daher sehen sich viele Länder
als Quelle dieser Sportart (45,46,53).
In Kanada spielten bereits die indianischen Ureinwohner im 16. Jahrhundert Ballspiele,
die dem heutigen Eishockey ähnlich sind. Diese Ballspiele vermischten sich Mitte des 16.
Jahrhunderts mit den Ballspielen der französischen Soldaten zu dem heute bekannten Lacrosse.
Lacrosse ist dem heutigen Eishockey ähnlich. Es ist auch ein sehr körperbetontes Spiel, bei dem
man seinen Schläger und seinen Körper benutzten kann und muss, um den Gegner vom Ball zu
trennen. Man kann Lacrosse aber nicht direkt als Vorläufer des Eishockeys bezeichnen, weil es
weder auf Eis noch mit Schlittschuhen gespielt wird (53).
8
Mitte des 18. Jahrhunderts brachten die britischen Besatzungssoldaten ihre bekannten
Spiele Hurling und Shanty (auch Shinney genannt) mit nach Kanada. Es ist bekannt, dass die
Royal Canadian Rifles, ein britisches Regiment, 1856 ihre Shinny-Spiele auf den zugefrorenen
Hafenbecken von Kingston und Halifax austrugen (45). Auch heute noch, wenn sich Kanadier
zum Eishockeyspielen auf zugefrorenen Seen im Winter treffen, nennen sie es Shinny-spielen.
Am 3. März 1875 wurde das erste so genannte offizielle Eishockeyspiel im Victoria
Skating Rink in Montreal ausgetragen. Bei diesem historischen Spiel wurden zum ersten Mal
Torleute eingesetzt (44,53). Dies geht aus dem McGill Report hervor, der 1943 von Experten der
McGill Universität veröffentlicht wurde. Bei diesem ersten Spiel wurde auch der Puck von
William Fleet Robertson erfunden. Weil der Gummihartball immer wieder über die aufgestellten
Außenbegrenzung sprang, schnitt er einfach den oberen und unteren Teil des Balls ab, und so
entstand die flache Hartgummischeibe auch Puck genannt. Des Weiteren werden die McGill
Studenten auch mit der Einführung von Trikots, Schiedsrichtern und einem festen Regelwerk
kreditiert (44,53) (Abb. I).
Abbildung I: Eishockeyspiel an der McGill University 1884 in Montreal, Quebec. (Quelle:
http://www.collectionscanada.ca/ Library and Archives Canada )
Der McGill Student James Creighton hatte großen Anteil an der Weiterentwicklung des
Eishockeysports. Er übernahm einige Regeln aus dem Rugby und hatte auch die Idee, man
könnte Eishockey in Hallen spielen. Damals spielte jede Mannschaft mit 9 Spielern, einem
9
Torwart, 2 Verteidigern, 2 Mittelfeldspielern, und 4 Stürmern. Eishockey entwickelte sich über
die Jahre hinweg immer weiter. Meilensteine in der Entwicklung des Spiels sind die Einführung
der roten und blauen Linien, der Schutzausrüstung, des Bullys, der Verbote den Schläger über
Schulterhöhe zu heben und das Untersagen des Festhalten und des Tretens von Gegnern (44,53).
Der erste offizielle Ligaspielbetrieb wurde 1885 in Kanada eingeführt. Am 4. Februar
1887 fand das erste Eishockeyspiel kanadischer Art auf deutschen Boden auf dem Halensee in
Berlin statt (46). 1899 wurde in Montreal das erste überdachte Kunsteisstadion Nordamerikas
errichtet und 1903 wurde mit den London Canadians zum ersten Mal auf dem europäischen
Kontinent ein Landesmeister gekürt. In dem gleichen Jahr spielten auch zum ersten Mal
Mannschaften aus Paris und London ein internationales Spiel (46).
Am 15. Mai 1908 wurde die LIHG, die Ligue Internationale de Hockey sur Glace,
gegründet, aus der später die IIHF (International Ice Hockey Federation) hervorging. Die
Gründungsmitglieder waren die Eishockeyverbände Frankreichs, Böhmens, Großbritanniens,
Belgiens und der Schweiz. Ab 1910 wurden regelmäßig Europameisterschaften durchgeführt und
1920 bei den Olympischen Sommerspielen wurde Eishockey ins Olympische Programm als
Demonstrationssport aufgenommen (46).
Ab 1920 wurden dann auch Eishockeyweltmeisterschaften ausgerichtet. Die ersten Jahre
dominierten die Kanadier das Geschehen. Die erste nicht kanadische Mannschaft, die ein
Internationales Turnier gewinnen konnte, war die Olympiamannschaft Großbritanniens bei den
Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch Partenkirchen. Diese Mannschaft bestand aber
fast ausschließlich aus eingebürgerten Kanadiern (46). Die Eishockeyweltmeistermannschaft der
Tschechoslowakei von 1947 kann als erster europäischer Weltmeister bezeichnet werden. Ab
Mitte der fünfziger Jahre dominierte vor allem die Sowjetunion das Geschehen im internationalen
Eishockey. Die Sbornaja (die russische Nationalmannschaft) konnte von 1963 bis 1972 alle
internationalen Titel gewinnen (46).
Heutzutage ist Eishockey eine Sportart, die sich großer Beliebtheit erfreut. Die
Eishockeyweltmeisterschaften werden jährlich ausgetragen und Eishockey ist ein wichtiger
Bestandteil der Olympischen Winterspiele (46).
10
1.2 Die Regeln
Die Eishockeyregeln sind im offiziellen Regelbuch der IIHF (International Ice Hockey
Federation) festgeschrieben. Die IIHF wurde am 15. Mai 1908 in Paris Frankreich gegründet
(IIHF) und ist der Verwaltungsapparat (Governing Body) für das Internationale Eishockey und
Inline Hockey (46). Im Jahr 2008 hat die IIHF ihr hundertjähriges Jubiläum zelebriert In der
IIHF gibt es aktuell 69 Mitgliedernationen und jede dieser Nationen hat einen eigenen
Verwaltungsapparat. Die IIHF ist nicht nur für die Festlegung der Regeln im Eishockey
zuständig. Sie sorgt sich auch zusätzlich um internationale Spielertransfers und die
Schiedsrichterrichtlinien. Zu ihrem Aufgabenbereich zählen auch die korrekte Ausführung der
Olympischen Spiele, die Weltmeisterschaften in allen Altersklassen und die Europäischen
Klubmeisterschaften (46).
Die IIHF Regeln gelten für internationale Turniere und in allen professionellen Ligen,
aber nicht in der NHL, CHL und den anderen so genannten nordamerikanischen Minor Leagues.
Diese Ligen differieren zum Teil in den Regeln und in deren Auslegung.
1.2.1 Die Spielfläche
Nach IIHF Regeln besteht das Spielfeld aus einer rechteckigen Eisfläche mit einer Länge
von 56-61 m und einer Breite von 26-30m und die Ecken sind mit einem Radius von 7-8.50m
abgerundet. Bei offiziellen IIHF Meisterschaften muss die Länge der Eisfläche zwischen 60-61m
und die Breite zwischen 29-30m betragen. Die so genannte Bande umgibt die Eisfläche. Sie muss
mindestens 1.17m und maximal 1.22m hoch sein. Hinter dem Tor gibt es zusätzlich
Plexiglasscheiben und Fangnetze, die auf der Bande aufgesetzt sind. Sie dienen vor allem dazu,
die Zuschauer zu schützen. Die Plexiglasscheiben sollen zwischen 1.60 und 2.00m hinter dem
Tor hoch sein. Sonst soll das Plexiglas min 0.8m hoch sein, außer vor den Bänken der Spieler
(46).
Das Spielfeld ist in drei so genannte Drittel unterteilt, das Verteidigungsdrittel, das
Mitteldrittel und das Angriffsdrittel (im Englischen als Defending, Neutral, und Attacking Zone
bezeichnet). Das Verteidigungsdrittel und das Angriffsdrittel sind jeweils durch eine blaue Linie
vom Mitteldrittel getrennt. Eine rote Linie unterteilt das Mitteldrittel in zwei Hälften. Des
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Weiteren gibt es 10 Bully Kreise (im Englischen Face Off) auf der Eisfläche (Abb. II). Bei
Spielbeginn, nach den Drittelpausen und nach Spielunterbrechungen wird das Spiel dann immer
mit einem Bully an diesen Punkten fortgesetzt. Zwei Spieler, die Mittelstürmer, stehen sich dann
gegenüber und einer der Schiedsrichter oder Linienrichter wirft den Puck ein. Der Bullypunkt
wird nach der Lokalisation der Spielunterbrechung gewählt.
Abbildung II: Eishockeyspielfläche
(Quelle: modifiziert von David Herrmann aus dem Official IIHF-Rule Book)
Das Tor , das sich auf einer roten Torlinie befindet, ist 1.22m hoch und 1.83 breit. Um das
Tor herum befindet sich ein Torkreis, in dem der Torwart nicht attackiert werden darf. Dieser
Kreis hat eine ähnliche Aufgabe wie der Torraum im Fußball. Er sorgt dafür, dass die Torleute
besser geschützt werden. In Europa wird auf der größeren europäischen Eisfläche gespielt. Sie ist
29-30m breit und 60-61m lang (46). In den Nordamerikanischen Ligen wird auf der kleineren
nordamerikanischen Eisfläche gespielt. Diese ist nur maximal 25.91m breit und 60.92m lang
(47). Gespielt wird im Eishockey mit einem Puck. Das ist eine Hartgummi Scheibe, die einen
Durchmesser von 7.62cm und eine Dicke von 2.54cm hat. Das Gewicht eines Pucks sollte
zwischen 156 und 170 Gramm liegen (46).
12
1.2.2 Spieldauer
Ein Eishockeyspiel dauert 60 Minuten und besteht aus drei Dritteln gestoppter Zeit, die
jeweils 20 Minuten dauern. Die zwei Drittelpausen sind jeweils 15 Minuten lang. Während dieser
Zeit wird das Eis mit einer Eismaschine aufbereitet. Steht es nach der regulären Spielzeit
unentschieden, dann wird eine 5 Minuten lange Verlängerung (Overtime) gespielt. Während
dieser Verlängerung wird 4 gegen 4 anstatt 5 gegen 5 gespielt (46). Diese Regel wurde zum einen
eingeführt, um das Spiel in der Verlängerung etwas zu öffnen und attraktiver für die Zuschauer
zu machen, und zum anderen um die Wahrscheinlichkeit einer Spielentscheidung zu erhöhen, da
bei 4 gegen 4 tendenziell mehr Tore fallen. Sobald ein Tor geschossen wird, ist die Verlängerung
beendet. Daher hat die Verlängerung im Eishockey auch den Namen Sudden-Death-Overtime.
Steht es immer noch unentschieden nach der Verlängerung, findet ein Penaltyschießen (der so
genannte Penalty Shoot Out) statt. Jeweils drei Penaltyschützen von jeder Mannschaft schießen
einen so genannten Penalty-Schuss. Steht es immer noch unentschieden nach den ersten drei
Schützen jeder Mannschaft, dann wird abwechselnd weitergeschossen bis eine Mannschaft
gewinnt. Die Overtime Regel und die Penaltyschuss Regel gelten in den Playoffs in einer
abgewandelten Form (42,43,46,47).
1.2.3 Mannschaftsaufstellung
Eine Eishockeymannschaft besteht maximal aus 20 Feldspielern und zwei Torleuten. Jede
Mannschaft darf maximal 5 Feldspieler aufs Eis schicken, außer es wurde eine Strafzeit gegen die
Mannschaft ausgerufen. Dann muss diese Mannschaft in Unterzahl spielen. Die Aufstellung
besteht normalerweise aus drei Stürmern (zwei Außenstürmer und ein Mittelstürmer) und zwei
Verteidigern. Diese 5-Mann Aufstellung nennt man einen Block. Jede Mannschaft hat somit
normalerweise 4 Blöcke (Reihen) auf dem Spielbogen stehen (46).
Die Spieler auf dem Eis dürfen mit den Spielern auf der Auswechselbank wechseln.
Gewechselt werden darf sowohl während des Spiels als auch bei Abpfiff. Die Spieler auf dem Eis
müssen dann zur Auswechselbank fahren und können dort mit einem Spieler der nächsten Reihe
wechseln. Eishockeyspieler bleiben normalerweise zwischen 30 und 60 Sekunden auf dem Eis.
Die Zeit, die ein Spieler pro Wechsel auf dem Eis verbringt, hängt aber natürlich auch von der
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Spielsituation und dem Kraftverschleiß des Spielers auf dem Eis ab.
1.2.4 Schutzausrüstung
Spieler sind dazu verpflichtete eine Schutzausrüstung zu tragen, die aus folgenden Teilen
besteht:
einem
Helm,
einem
Schläger,
Schlittschuhen,
Handschuhen,
Knieschoner,
Schulterschoner, Ellbogenschoner und einem Genitalbereichschutz. Spieler, die über 18 Jahre alt
sind und nicht in der NHL oder den anderen so genannten Minor Leagues in Amerika und
Kanada spielen, müssen mindestens ein Halbvisier am Helm tragen. Torleute haben eine spezielle
Schutzausrüstung. Sie haben extra große Knieschoner, eine Fanghand (um den Puck zu fangen),
eine Stockhand (um den Schläger zu halten und den Puck abzulenken) und einen Helm oder
Maske mit Vollgesichtsschutz.
Spieler unter 18 Jahren und Frauen müssen ein Vollvisier tragen (Abb. III). Diese Regel
gilt nicht für Spieler unter 18 Jahren, die in der CHL spielen. Sie müssen nur ein Halbvisier
tragen (42,46,47).
Abbildung III : Kein Visier, Halbvisier, Vollgesichtsschutz
1.2.5 Strafen
Eishockeyspiele
werden
heutzutage
von
zwei
Hauptschiedsrichtern
und
zwei
Linienrichtern auf dem Eis geleitet. Zusätzlich gibt es noch zwei Torrichter und einen VideoSchiedsrichter. Die Hauptschiedsrichter leiten das Spiel und sind dafür verantwortlich,
Regelverstöße durch Strafzeiten zu ahnden. Linienrichter haben ähnliche Aufgaben wie
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Linienrichter im Fußball. Sie zeigen Regelverstöße, wie zum Beispiel das Abseits, an und werfen
den Puck beim Bully ein.
Körperkontakt, das Bodychecken, ist im Eishockey erlaubt. Es gibt aber Strafen, die von
den Schiedsrichtern unter anderem bei folgendem Fehlverhalten ausgesprochen werden:
Behinderung (Interference), Beinstellen (Tripping), hoher Stock (High-Stickig), Haken
(Hooking), Angriff gegen das Knie (Kneeing), Spielverzögerung (Delay of Game), unkorrekte
Ausrüstung, Stockschlag (Shlashing), Stockstich (Spearing), Stockendstoß (Butt-Ending),
Bandencheck (Boarding), Crosscheck, Check von hinten (Checking from Behind), Check gegen
den Kopf (Ckecking to the Head), Ellbogencheck (Elbowing), zu viele Spieler auf dem Eis,
unsportliches Verhalten, übertriebene Härte (Roughing), unerlaubter Körperangriff (Charging),
Schiedsrichterkritik (Misconduct) und Halten (Holding) (46).
Für jede Strafe gibt es ein Handzeichen, und es liegt im gewissem Maß im Ermessen des
Schiedsrichters in welcher Höhe ein Regelverstoß bestraft wird. Das Spiel läuft so lange weiter,
bis die Mannschaft, die das Foul begangen hat, den Puck berührt. Fällt während dieser
angezeigten Strafzeit ein Tor, dann wird diese Strafe hinfällig (46).
Es gibt folgende Strafzeiten: kleine Strafe (2min), kleine Bankstrafe (2min. Gegen die
Mannschaft), große Strafe (5min + automatische Spieldauerdisziplinstrafe + eventuell zusätzlich
eine Spielsperre), Disziplinarstrafe (10min), Spieldauerdisziplinarstrafe (Restausschluss von
diesem Spiel), Matchstrafe (5min. + Restausschluss + min. 1 Spiel Sperre) und dem Strafschuss
(Penalty-Shot). Nachdem ein Spieler entweder eine kleine-, eine große- oder eine
Disziplinarstrafe begangen hat, muss er für die Dauer der ausgesprochenen Strafe auf die
Strafbank. Seine Mannschaft spielt dann in Unterzahl (5 gegen 4, 4 gegen 3 oder 5 gegen 3) für
die Dauer der Strafe oder bis die in Überzahl spielende Mannschaft ein Tor schießt. Dann darf
der Spieler die Strafbank wieder verlassen. Eine Mannschaft muss immer mindestens drei Spieler
auf dem Eis haben. Sollte eine Mannschaft mehr als zwei Spieler haben, die eine Strafzeit
absitzen müssen, darf sie trotzdem mit drei Spielern spielen (46).
Der Puck darf von den Spielern mit den Schlägern, den Schlittschuhen und allen anderen
Teilen ihrer Ausrüstung berührt und bewegt werden. Es darf allerdings kein Handpass außerhalb
des eigenen Drittel gegeben werden, und es darf kein Tor mit einem aktiven Tritt des
Schlittschuhs erzielt werden.
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2. Die verschiedenen Eishockeyligen
2.1 National Hockey League (NHL)
Die NHL gilt bei den meisten Experten als die beste Eishockey Liga der Welt. Die Liga
besteht zur Zeit aus 30 Mannschaften, davon sind 6 in Kanada und 24 in Amerika lokalisiert (47).
Sie ist eine der vier sogenannten Major Sports Leagues in Nord-Amerika, eine der vier großen
professionellen Sportligen. Die anderen drei sind Baseball, Basketball und Football. Der Stanley
Cup, die Trophäe, die dem Gewinner der Meisterschaft am Ende jeder Saison überreicht wird, ist
die älteste Profi Sport Trophäe in Nord Amerika (47).
Die Liga wurde am 26. November 1917 in Montreal gegründet und ging aus der National
Hockey Assoziation (NHA) hervor. Sie bestand zuerst nur aus kanadischen Mannschaften (47).
Von den vier Gründungsmannschaften ausgehend ist die Liga über die Jahre bis 2010 auf 30
Mannschaften angewachsen. Die erste amerikanische Mannschaft, die Boston Bruins, traten der
NHL 1924 bei (47). Die NHL bestand 1942-1943 aus 6 Mannschaften: den Boston Bruins, den
Chicago Blackhawks, den Detroit Red Wings, den Montreal Canadiens, den New York Rangers
und den Toronto Maple Leafs. Die Liga blieb daraufhin für die nächsten 25 Jahre unverändert.
Diese Periode wird als die Original Six Zeit bezeichnet (47).
Die NHL zieht die besten Spieler aus der ganzen Welt an. Traditionell kommen die
meisten Spieler aus Kanada, aber über die letzten paar Jahrzehnte ist die Zahl der Spieler aus
Amerika und Europa ständig angestiegen. Besonders viele Spieler kommen heutzutage aus den
ehemaligen Ostblockstaaten und gelten meistens als technisch sehr versierte Spieler. Die Spieler
in der NHL sind die bestbezahlten Spieler der Welt. Sie verdienen bis zu 9 Millionen US Dollar
im Jahr.
Die Liga ist heutzutage in zwei Konferenzen aufgeteilt (die Western und die Eastern
Conference), und während der regulären Saison spielt jede Mannschaft 82 Spiele. Die
Konferenzen sind weiter in Divisionen aufgeteilt. Jede Mannschaft spielt mindestens einmal
während der Saison gegeneinander. Mannschaften in der gleichen Division und der gleichen
Konferenz spielen häufiger gegeneinander. Die ersten 8 Mannschaften aus jeder Konferenz
qualifizieren sich dann für die Playoffs. Jede Konferenz spielt zu erst ihren eigenen Sieger in
Best of Seven Playoff Serien aus. Die Sieger der beiden Konferenzen spielen dann den Stanley
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Cup Sieger wiederum in einem Best off Seven Finale aus. Somit bringen es Spieler in der NHL
inklusive der Vorbereitungsspielen, der Regulären Saison und den Playoffs auf bis zu 100
Spielen in einer Saison.
In der NHL wird auf der kleineren nordamerikanischen Eisfläche gespielt. Es gilt keine
Halbvisier-Pflicht. Spieler haben die Option mit Halbvisier oder ohne Visier am Helm zu spielen.
Des Weiteren ist es erlaubt sich mit dem Gegner zu schlagen. Die Strafe dafür beträgt lediglich 5
Minuten. Die Spieler, die eine 5 Minuten Strafe bekommen, müssen dann für 5 Minuten auf die
Strafbank. Die beiden Mannschaften dürfen allerdings 5 gegen 5 weiterspielen (47). Die
Regelauslegung in der NHL ist liberaler als in anderen Eishockeyligen weltweit. Das stärker
körperbetonte Spiel wird nicht härter bestraft, sondern es wird sogar von den Fans und Medien
gefordert.
In der NHL existiert zu dem auch noch die Touch-Icing Regel. Das heißt, dass Spieler den
Puck bei unerlaubten Befreiungsschlägen (Icings) des Gegners immer noch ablaufen und vor dem
Gegner berühren müssen bevor das Spiel abgepfiffen wird. Danach wird das Spiel mit einem
Bully in der Verteidigungszone des Gegners fortgesetzt. Diese Regel führt oft zu sehr harten
Kollisionen der Spieler mit der Bande und verursacht nicht selten sehr schwere Verletzungen.
Auf dem Spielberichtsbogen dürfen maximal 20 Spieler stehen. Normalerweise spielt man
in der NHL mit 18 Feldspielern und zwei Torleuten. Die 18 Feldspieler werden in 4 Sturmreihen,
mit je drei Spielern, und drei Verteidigungsreihen, mit je zwei Verteidigern, aufgeteilt.
2.2 Canadian Hockey League (CHL)
Die CHL repräsentiert die drei Major Junior Hockey Leagues (Junioren Eishockey Ligen)
in Nordamerika. Sie besteht aus drei Ligen: der Western Hockey League (WHL), der Ontario
Hockey League (OHL) und Quebec Major Junior Hockey League (QJMHL). Die CHL wurde
1975 als Canadian Major Junior Hockey League gegründet. In der Liga sind aktuell 60
Mannschaften vertreten. Die Mannschaften befinden sich in 9 verschiedenen kanadischen
Provinzen und 5 amerikanischen Staaten (42).
Die Spieler in der CHL sind zwischen 16 und 20 Jahre alt. Jede Mannschaft darf
allerdings nur drei zwanzigjährige Spieler und fünf sechzehnjährige Spieler während des Spiel
einsetzen. Des Weiteren darf jede Mannschaft zwei sogenannte Importspieler haben. Als
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Importspieler zählen alle Spieler, die nicht die amerikanische oder kanadische Staatsbürgerschaft
besitzen (42).
Die drei Juniorenligen spielen zuerst ligaintern einen Sieger aus. Die drei Gewinner der
einzelnen Ligen und eine Mannschaft, die das Finalturnier ausrichtet (die Mannschaft wird jedes
Jahr neu gewählt und rotiert abwechselnd durch die drei verschiedenen Ligen), spielen dann den
Gewinner der CHL in einem 4 Mannschaften-Turnier aus. Der Gewinner dieses Turniers gewinnt
den Memorial Cup (42).
Die CHL wird als die beste Juniorenliga der Welt bezeichnet und hat sich das Ziel gesetzt,
die besten Juniorenspieler der Welt für die NHL auszubilden. Die WHL besteht aktuell aus 22
Mannschaften, die sich in den kanadischen Provinzen British Columbia, Alberta, Saskatchewan
und Manitoba und in den amerikanischen Staaten Washington und Oregon befinden (51). Die
OHL besteht aus 20 Mannschaften, die sich in der kanadischen Provinz Ontario und den
amerikanischen Staaten Michigan und Pennsylvania befinden (48). Die QMJHL hat 18
Mannschaften, die in den kanadischen Provinzen Quebec, New Brunswick, Nova Scotia und
Prince Edward Island und in Amerika in Maine lokalisiert sind (50).
Jede Mannschaft in der CHL absolviert 72 Spiele in der regulären Saison, plus Playoff
Spiele und Vorbereitungsspiele. Das heißt, auch hier kommen die Spieler auf bis zu 100 Spiele in
der Saison. Die Distanzen zwischen den verschieden Spielorten der Mannschaften sind hier zum
Teil sehr groß. Von der Liga wird trotzdem vorgeschrieben, dass die Mannschaften nur mit dem
Bus zu Auswärtsspielen anreisen dürfen. Es darf nicht geflogen werden (42).
In der CHL wird, wie in der NHL, auf der kleineren nordamerikanischen Eisfläche
gespielt. Spieler müssen einen Helm mit Halbvisier tragen. Des Weiteren ist es den Spielern in
der CHL auch erlaubt, sich mit dem Gegner zu schlagen. Die Strafe dafür beträgt, wie in der
NHL, lediglich 5 Minuten. Auch in der CHL wird von den Spielern ein körperbetontes Spiel
gefordert. Auf dem Spielberichtsbogen dürfen maximal 20 Spieler stehen. Es wird
normalerweise mit 18 Feldspielern und zwei Torleuten gespielt.
18
2.3. Deutsche Ligen
In Deutschland gibt es drei sogenannte Eishockey Profi Ligen. Die Deutsche Eishockey
Liga (DEL), die Zweite Bundesliga (2.BL) und die Oberliga (OL).
2.3.1 Deutsche Eishockey Liga (DEL):
Die DEL ist die höchste Spielklasse im deutschen Eishockey. Sie wurde 1994 gegründet
und ist aus der 1. Bundesliga entstanden, die von 1958 bis 1994 bestand. Bei der Gründung der
Liga 1994 war die DEL die erste Profiliga in Deutschland, deren Spielbetrieb von einer
Betriebsgesellschaft
durchgeführt
wurde
und
deren
Klubs
ihre
Profiteams
in
Kapitalgesellschaften auslagerten. Die Liga sollte sich sportlich nach der NHL richten und
wirtschaftlich nach der IHL (International Hockey League) (43).
Anfang der neunziger Jahre hatten viele deutsche Clubs in der Ersten und Zweiten
Bundesliga erhebliche finanzielle Probleme. Das Ziel war es eine Liga in der Vereine besser
finanziell planen konnten, zu bilden. Der Auf- und Abstieg sollte abgeschafft werden. In der
ersten DEL Saison traten 18 Mannschaften an. Die Teilnehmerzahl der Mannschaften hat sich
seit 1994 immer wieder verändert. Auch der Modus, wie viele Spiele pro Saison ausgetragen
werden, ist immer wieder geändert worden. Zusätzlich gab es immer wieder unterschiedliche
Regeln, z.B. wie viele Ausländer in der DEL spielen durften, und wer zum Ausländerkontigent
zählt (43).
In der aktuellen Saison 2009/10 spielten 15 Mannschaften in der DEL eine Doppelrunde
aus. Damit bestritten die Mannschaften 56 Spiele in der regulären Saison. Die ersten 10
Mannschaften spielten dann noch einmal eine Playoff-Runde aus. Keine Mannschaft kann zur
Zeit absteigen. Spieler in der
DEL kommen im Laufe der Saison, inklusive der
Vorbereitungsspiele und der Playoff-Spiele, auf maximal 80 Spiele (43).
2.3.2 Zweite Bundesliga (2.BL)
Die 2. Bundesliga ist zur Zeit die zweithöchste Liga in Deutschland. Als die DEL sich
1997 vollständig vom deutschen Eishockeybund löste, entschloss sich der DEB (Deutscher
19
Eishockey Bund) 1998 eine eigene deutschlandweite Profiliga zu gründen (52).
Im Jahr 1999/2000 bestand die Liga aus 16 Mannschaften. Seitdem haben sich der
Ligamodus, die Anzahl der Mannschaften und die Anzahl der Spiele häufig geändert. In der
Saison 2002/2003 wurde die 2. Bundesliga vom DEB ausgelagert. Die meisten Mannschaften
sind seitdem, wie in der DEL, in Kapitalgesellschaften organisiert. Der Meister der 2. Bundesliga
hat keine Garantie auf den Aufstieg in die DEL (52). In der Bundesliga spielen Spieler im
Verlauf der Saison circa 70 Spiele.
2.3.3 Oberliga (OL)
Die Oberliga ist zur Zeit die dritthöchste Eishockeyspielklasse in Deutschland. Ab der
Saison 2010/2011 wird sie in vier regionale Gruppen eingeteilt. Die besten Mannschaften der
Gruppen Nord, Ost und West spielen nach der Vorrunde eine gemeinsame Zwischenrunde Nord
aus. Die besten Mannschaften der Zwischenrunde Nord und der Gruppe Süd spielen in der
Aufstiegsrunde den Meister und den Aufsteiger in die 2. Bundesliga aus (49).
Ab der Saison 2010/11 sind nur noch zwei ausländische Spieler pro Mannschaft erlaubt.
Des Weiteren dürfen nur deutsche Torleute aufgestellt werden. Auf dem Spielberichtsbogen
dürfen maximal 15 Spieler, die über 21 Jahre alt sind, stehen. Damit wird die Liga immer mehr
zur einer Ausbildungsliga für die DEL und für die 2.BL. Das heißt, es soll jungen Spielern die
Gelegenheiten geben werden, mehr Eiszeit zu bekommen, um sich weiterzuentwickeln. Mit guten
Leistungen sollen sie sich dann für Verträge in den beiden höheren deutschen Spielklassen
empfehlen können (49). Spieler in der Oberliga absolvieren im Verlauf der Saison circa 60
Spiele.
In allen drei deutschen Ligen wird auf der größeren europäischen Eisfläche gespielt. In
den deutschen Ligen ist es nicht erlaubt, sich mit dem Gegner zu schlagen. Nach diesem
Regelverstoß werden die involvierten Spieler normalerweise vom Eis gestellt und sind für den
Rest des Spiels gesperrt. Es liegt sogar im Ermessen der Liga, die Spieler auch noch für das
nächste Spiel zu sperren. In den deutschen Ligen dürfen 22 Spieler auf dem Spielbogen stehen.
Die Spieler sind zum Tragen eines Halbvisiers am Helm verpflichtet.
20
3. Fragestellung
Ziel dieser Arbeit ist es, anthropometrische Daten von Eishockeyspielern in
verschiedenen Ligen und Altersgruppen zu ermitteln und zu vergleichen. Des Weiteren
werden Verletzungen im Eishockeysport in Bezug auf die Art der Verletzung, die
Lokalisation der Verletzung und die Aktion, die zur Verletzung geführt hat, verglichen.
1. Welche körperlichen anthropometrischen Daten zeichnen einen Eishockeyspieler aus und gibt
es Unterschiede in den körperlichen Charakteristika von Eishockeyspielern in den verschiedenen
Ligen, in den unterschiedlichen Altersgruppen und auf den unterschiedlichen Positionen?
2. Welche Arten von Verletzungen sind häufig im Eishockey? Wie entstehen diese und wie
könnten sie potentiell vermieden oder reduziert werden?
3.
Gibt
es
Unterschiede
in
der
Verletzungsart,
Verletzungshäufigkeit
und
den
verletzungsauslösenden Aktionen zwischen den deutschen Ligen und den nordamerikanischen
Ligen?
4.
Gibt
es
Unterschiede
in
der
Verletzungsart,
Verletzungshäufigkeit
und
den
verletzungsauslösenden Aktionen im Junioren- und Seniorenbereich?
Zur Klärung dieser Fragen werden Verletzungsdaten aus fünf verschiedenen Ligen
verglichen: der National Hockey League (NHL), der Canadian Hockey League (CHL), der
Deutschen Eishockey Liga (DEL), der zweiten Bundesliga (2.BL) und der Oberliga (OL). Die
drei Ligen aus Deutschland (DEL, 2.BL und OL) werden als eine Gruppe zusammengefasst. Die
NHL und die deutschen Ligen sind Senioren (Erwachsenen) Ligen und die CHL wird als Beispiel
für den Junioren-Bereich gewählt
21
4. Material und Methodik
4.1 Datenerfassung
Die Verletzungsdaten der CHL werden seit 2000 von den Trainer/Athletic Therapists
(Physiotherapeuten) der einzelnen Mannschaften anhand des Injury Report Sytems (IRS)
zusammengetragen. Alle Verletzungen, die während der Saison auftreten, werden notiert. Sowohl
Spiel- als auch Trainingsverletzungen werden erfasst. Der Datensatz der CHL umfasst zur Zeit
einen Zeitraum von 2000 bis 2008. In diesem sind insgesamt 5359 Verletzungen aufgeführt. Für
diese Arbeit wurden die Daten aus der Saison 2006-2007 und 2007-2008 verwendet.
Um die biometrischen und individuellen Statistiken der Spieler zu ermitteln, wurden die
Daten der Spieler von der offiziellen Datenbank (Webseite) der Liga bezogen. Es wurden alle
Spieler erfasst, die zum Anfang der Saison auf dem Roster-Bogen (Spielbogen) der einzelnen
Mannschaften standen. Spieler, bei denen Angaben lückenhaft oder fehlerhaft waren (z.B.
fehlende Größe, Nationalität, Alter), wurden von dieser Arbeit ausgeschlossen.
Für den Datensatz von 2006/2007 befanden sich 59 Mannschaften in der CHL (WHL 21,
OHL 20, QJMHL 18) und für den Datensatz von 2007/2008 befanden sich 60 Mannschaften in
der CHL ( WHL 22, OHL 20, QJMHL 18).
Die Verletzungsdaten aus der NHL wurden von den NHL Team Trainers (MannschaftsPhysiotherapeuten) zusammengestellt. Für die Erhebung der Daten wurde das Sport Injury
Monitoring System (SIMS) von Med Sport Sytems verwendet. Alle Daten sind nur aus der
regulären Saison. Verletzungen aus Vorbereitungsspielen, Playoff-Spielen und dem Training sind
in diesem Datensatz nicht erfasst worden. Für diese Arbeit wurden die Daten aus der Saison
2001-2002 und der Saison 2002-2003 verwendet.
Die individuellen Daten der Spieler wurden von der offiziellen Datenbank (Webseite) der
NHL zusammen gestellt. Alle Spieler, die von der NHL aufgeführt waren, wurden in dieser
Studie übernommen. Für den Zeitabschnitt dieser Arbeit befanden sich 30 Mannschaften in der
NHL.
Die Verletzungsdaten aus den drei deutschen Ligen wurden von der Ruhr-Universität
Bochum unter der Projektleitung von Dr. rer. nat. T. Henke im Auftrag der Deutschen Eishockey
Liga zusammen getragen. Das Gesamtkollektiv der Verletzungen aus den drei Ligen wurde
22
erstens anhand der Verletzungsdaten der Berufsgenossenschaft und zweitens anhand eines
Fragebogens, der an die verletzten Spieler geschickt wurde, ermittelt. Die Daten von der
Berufsgenossenschaft stammen aus der öffentlich zugänglichen Datenquelle RODI-DB
Düsseldorf. Der Fragebogen wurde von der Uni Bochum entworfen.
Zur Zeit der Erhebung dieser Daten, der Saison 2007-2008, spielten 15 Mannschaften in
der DEL, 14 Mannschaften in der 2. BL und 19 Mannschaften in der Oberliga. Die Oberliga war
in eine Norddivision (9 Mannschaften) und eine Süddivision (10 Mannschaften) gegliedert.
Zusammen nahmen 38 Mannschaften am professionellen Eishockeyspielbetrieb in Deutschland
teil.
Die individuellen Datensätze der Spieler wurden von den öffentlich zugängigen
Webseiten der verschiedenen Ligen und von Jahresrückblicksheften der Eishockeynews
zusammengetragen.
4.2 Datenkollektiv
Für diese Arbeit wurden von den Spielern folgende anthropometrischen Daten erhoben
und verglichen: Größe, Gewicht, BMI, Alter und Position des Spielers.
Da die ursprünglichen Verletzungsdaten von verschiedenen Gruppen mit Hilfe verschiedener
Methoden und Programme erfasst worden sind, mussten die Daten erst einmal in ein Format
gebracht und zusammengefasst werden, so dass die Daten verglichen und analysiert werden
konnten. Zuerst wurden die Datensätze der Verletzungen der verschieden Ligen in drei große
Rubriken eingeteilt.
Die erste Kategorie lautet: Aktion, die zur Verletzung führt. In dieser Kategorie wurde
ermittelt, welche Aktion auf dem Eis die Verletzung des Spielers verursacht hat. Es wurden 9
Untergruppen erstellt. (Kollision mit Körper/Bande, Schlägerkontakt, Puckkontakt, Schlägerei,
kein Kontakt, keine Information, Torkontakt, Andere, Interference).
Die zweite Kategorie lautet: Verletzte Körperregion. Sie zeigt, welche Region des
Spielerkörpers verletzt wurde. Diese wurde wiederum in 5 Untergruppen unterteilt. Arme,
Kopf/Nacken, Beine, Rücken/Thorax, keine Information/Andere.
Die dritte Kategorie ist die Verletzungsart. Sie beschreibt, welche Art von Verletzung der
Spieler erlitten hat. 7 Untergruppen wurden für diese Kategorie erstellt, die wie folgt lauten
23
Gehirnerschütterung,
Kontusion/Zerrung/Dehnung/Ruptur,
Innere
Organe,
Fraktur,
Hautverletzung, Separation/Luxation, keine Information.
Zusätzlich wurden nicht die absolute Anzahl der Verletzungen, sondern ihr prozentualer
Anteil im Gesamtkollektiv ermittelt. Dies wurde gemacht, da die Verletzungsdaten von
verschieden Gruppen initial unter verschiedenen Aspekten in den Datensätzen vermerkt wurden.
Die Frequenz und absolute Anzahl der Verletzungen in den verschieden Ligen war damit
statistisch nicht vergleichbar, sondern nur ihr prozentualer Anteil.
4.3 Statistische Auswertung
Für die Auswertung aller Daten wurde SSPS 19.0 benutzt. Die statistische Betreuung
wurde vom Institut für medizinische Informatik und Statistik der Universität zu Köln
übernommen. Deskriptive Statistiken, multiple Vergleiche anhand der Bonferroni-Methode und
der Chi-Quadrat-Test wurden durchgeführt. Das Signifikantsniveau wurde auf <0.05 festgelegt.
Die Daten aus der NHL und der CHL, für die jeweils zwei Jahre analysiert wurden,
wurden erst getrennt analysiert und dann zusammengefasst, da sich keine signifikanten
Unterschiede innerhalb einer Liga zwischen den beiden Jahren ergaben. Die Resultate in den
beiden Jahren innerhalb einer Liga sind als konstant zu bewerten, da kein signifikanter
Unterschied
bestand.
Es
wurde
festgestellt,
dass
die
Verletzungsdaten
und
die
anthropometrischen Daten ligaintern für den Zeitraum dieser Studie konstant waren. Die
Verletzungen wurden in dieser Arbeit nicht in Trainingsverletzungen oder Spielverletzungen
unterteilt.
24
5. Ergebnisse
5.1 Anthropometrische Daten
Für die Auswertung der anthropometrischen Daten wurden aus der CHL zwei Jahre, aus
der NHL zwei Jahre und aus den deutschen Ligen ein Jahr zusammengefasst und analysiert. Die
Spieler, bei denen Daten unvollständig oder falsch waren, wurden aus den Datensätzen
gestrichen. Dies ergab eine Anzahl von 4034 Spielern aus der CHL, 1978 Spielern aus der NHL
und 1329 Spielern aus den deutschen Ligen. 66 Spielern aus den deutschen Ligen und 12
Spielern aus der CHL konnte keine Position zugewiesen werden. Sie wurden in der Statistik des
Gesamtkollektivs berücksichtigt, aber nicht in die Analyse bezüglich der Position eines Spielers
eingeschlossen.
5.1.1 Größe
Die Durchschnittsgröße der Spieler in der NHL betrug 185.8cm, in der CHL 184.0cm und
in den deutschen Ligen 181.7cm. Die Durchschnittsgröße aller Spieler in allen Ligen zusammen
betrug 184.0cm. Spieler aus der NHL waren damit signifikant (p-Wert < 0.05) größer als Spieler
aus der CHL (1.8cm größer) und den deutschen Ligen (4.1cm größer) (Abb. IV).
25
Abbildung IV: Durchschnittsgrößen der Spieler in den verschiedenen Ligen
187
185,8
186
185
Größe (cm)
184
184,0
184,0
CHL
NHL
183
Deutsche Ligen
Alle Ligen
181,7
182
181
180
179
CHL
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
Liga
Verteidiger waren in allen drei Ligen die größten Spieler. Sie waren im Durchschnitt
186.0cm groß. In der NHL waren sie im Schnitt 187.7cm, in der CHL 186.0cm, und in den
deutschen Ligen 183.4cm groß. Stürmer und Torleute zeigten in den verschiedenen Ligen
untereinander nur einen geringen Unterschied bezüglich ihrer Größe. Stürmer waren im Schnitt
183.1cm und Torleute 183.8cm groß. Stürmer in der NHL (185.0cm) waren wiederum, größer als
Stürmer in der CHL (182.8cm) und den deutschen Ligen (180.7cm). Torleute in der NHL
(184.6cm) waren größer als Torleute in der CHL (184.1cm) und den deutschen Ligen (181.5cm).
Es konnte gezeigt werden, dass Verteidiger im Durchschnitt ligaübergreifend signifikant (p-Wert
< 0.05) 2.9cm größer als Stürmer und 2.2cm größer als Torleute waren (Abb. V).
26
Abbildung V: Positionsspezifische Spielergrößen
190
187,7
188
186
186,0
185,9
184,9
185
Größe(cm)
184
184
184
183,4
183,1
182,8
Verteidiger
Stürmer
Torleute
182
182
180,1
180
178
176
CHL
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
Liga
5.1.2 Gewicht
Das durchschnittliche Gewicht aller Eishockeyspieler in dieser Arbeit betrug 88.0kg.
Spieler in der NHL wogen im Schnitt 92.9kg, in der CHL 86.8kg, und in den deutschen Ligen
84.3kg. NHL Spieler wogen also durchschnittlich 6.2kg mehr als Spieler aus der CHL und 8.6kg
mehr als in den deutschen Ligen (Abb. VI). Auch diese Werte zeigten einen signifikanten
Unterschied (p-Wert < 0,05).
27
Abbildung VI: Durchschnittsgewicht der Spieler in den verschiedenen Ligen
94
92,9
92
90
88,0
Gewicht (Kg)
88
86,8
CHL
NHL
Deutsche Ligen
86
Alle Ligen
84,3
84
82
80
78
CHL
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
Liga
Verteidiger waren ligaübergreifend die schwersten Spieler. Sie wogen im Durchschnitt
90.8kg, Stürmer 87.4kg und Torleute 83.7kg. Verteidiger wogen in der NHL durchschnittlich
95.9kg, in der CHL 89.5kg und in den deutschen Ligen 87.3kg. Stürmer wogen in der NHL
92.3kg, in der CHL 86.1kg und in den deutschen Ligen 83.5kg. Torleute waren die leichtesten
Spieler. Sie wogen in der NHL 87.9kg, in der CHL 82.6kg und in den deutschen Ligen 81.2kg.
Verteidiger waren also im Durchschnitt 3.4kg schwerer als Stürmer und 7.1kg schwerer als
Torleute in allen Ligen (Abb. VII). Statistisch waren auch hier die Werte signifikant (p-Wert <
0.05).
28
Abbildung VII: Positionsspezifisches Gewicht der Spieler
100
95,9
95
92,3
90,8
90
89,5
Gewicht (kg)
87,9
87,4
87,3
86,1
85
83,7
83,5
82,6
Gewicht Verteidiger
Gewicht Stürmer
Gewicht Torleute
81,2
80
75
70
CHL
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
Liga
5.1.3 BMI-Wert
Der durchschnittliche BMI-Wert aller Eishockeyspieler in dieser Arbeit betrug 26.0.
Spieler aus der NHL hatten im Schnitt einen BMI-Wert von 26.9, der CHL von 25.6 und den
deutschen Ligen von 25.5. Spieler aus der NHL hatten durchschnittlich einen BMI-Wert, der um
1.3 größer war als der der CHL und um 1.4 größer als der aus den deutschen Ligen (Abb. VIII).
Der Unterschied hat sich in der statistischen Analyse als signifikant (p-Wert < 0.05)
herausgestellt.
29
Abbildung VIII: Durchschnittliche BMI-Werte der Spieler in den verschiedenen Ligen
27,5
26,9
27
BMI-Wert
26,5
CHL
26,0
26
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
25,6
25,5
25,5
25
24,5
CHL
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
Liga
Verteidiger hatten abermals den größten BMI-Wert. Er betrug durchschnittlich 26.2. Der
der Stürmer ist 26.0 und der der Torleute 24.9. ligaintern hatten Verteidiger wieder einen
größeren BMI-Wert als Stürmer und diese hatten einen signifikant größeren Wert als Torleute (pWert < 0.05) (Abb. IX).
30
Abbildung IX: Positionsspezifische BMI-Werte
27,5
27,2
27,0
27
26,5
26,2
25,9
26
25,8
25,7
26,0
25,9
25,5
BMI-Wert
25,5
25
24,8
24,6
24,5
BMI Verteidiger
BMI Stürmer
BMI Torleute
24,4
24
23,5
23
22,5
CHL
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
Liga
5.1.4 Alter
Das Durchschnittsalter aller Spieler in dieser Arbeit betrug 21.6 Jahre. Dieser relativ
geringe Altersdurchschnittswert kam vor allem dadurch zustande, dass mengenmäßig die größte
Anzahl der Spieler aus der CHL stammte und die Spieler maximal 20 Jahre alt sein durften.
Spieler in der NHL waren im Schnitt 26.7 Jahre, in der CHL 17.9 Jahre und in den deutschen
Ligen 25.2 Jahre alt. Das heißt Spieler in der NHL waren im Schnitt 9.0 Jahre älter als Spieler aus
der CHL und 1.7 Jahre älter als Spieler aus den deutschen Ligen (Abb. X). Es bestand kein
signifikanter Unterschied (p-Wert > 0.05) im Alter zwischen den einzelnen Spielerpositionen.
31
Abbildung X: Durchschnittsalter der Spieler in den verschieden Ligen
30
26,9
25,2
25
21,6
20
Alter (Jahre)
17,9
CHL
NHL
Deutsche Ligen
15
Alle Ligen
10
5
0
CHL
NHL
Deutsche Ligen
Alle Ligen
Liga
5.2Verletzungen
5.2.1 Verletzungsauslösende Aktion
Insgesamt wurden für diese Arbeit 4268 verletzungsauslösende Aktionen aus den drei
verschiedenen Ligen ausgewertet. Für die CHL wurden 1685, für die NHL 2379 und für die
deutschen Ligen 204 Verletzungen analysiert. Wenn man alle Ligen zusammenfasst, dann
wurden die meisten Verletzungen durch Kollision mit dem Körper/der Bande (47.2%) verursacht.
Am zweithäufigsten wurden Verletzungen durch einen Schlägerkontakt (19.2%) verursacht. Kein
Kontakt (12.5%), Puckkontakt (11.2%), Schlägerei (5.6%), keine Information (2.3%), Anderer
Mechanismus (1.8%), Torkontakt (0.1%) und Interference (0%) waren die restlichen
verletzungsauslösenden Aktionen in absteigender Tendenz (Abb. XI).
32
Abbildung XI: Verletzungsauslösende Aktion in allen Ligen zusammen
KeineInfo; 2,3
Interference; 0
Andere; 1,8
keinKontakt; 12,5
Schlägerei; 5,6
Tor; 0,1
Kollision Körper/Bande; 47,2
Puck; 11,2
Schläger; 19,2
Kollision Körper/Bande
Schläger
Puck
Tor
Schlägerei
keinKontakt
Andere
Interference
KeineInfo
Betrachtet man die Ligen einzeln, dann ergeben sich folgende Observationen. In allen drei
Ligen waren Kollisionen mit dem Körper/der Bande die Aktionen, die die meisten Verletzungen
provozierten (Abb. XII).
33
Abbildungen XII: Verletzungsauslösende Aktion in allen Ligen zusammen
70
60
50
40
Prozent
CHLZusammen
NHLZusammen
DeutscheLigen
30
20
10
0
Kollision
Körper/Bande
Schläger
Puck
Tor
Schlägerei
keinKontakt
Andere
Interference
KeineInfo
Aktion
In den deutschen Ligen waren
Kollisionen mit dem Körper/der Bande mit 63.7%
prozentual viel häufiger vertreten als in der NHL (44.1%) und der CHL (49.7%). In den
deutschen Ligen folgten auf Kollisionen mit dem Körper/der Bande mit 17.6% Schlägerkontakt,
Puckkontakt (12.7%), kein Kontakt (2.9%) und Schlägerei (2.0%) (Abb. XIII).
34
Abbildung XIII: Verletzungsauslösende Aktion Deutsche Ligen
Deutsche Ligen
keinKontakt; 2,9
Schlägerei; 2
Tor; 1
Andere; 0
Interference; 0
KeineInfo; 0
Puck; 12,7
Schläger; 17,6
Kollision Körper/Bande; 63,7
Kollision Körper/Bande
Schläger
Puck
Tor
Schlägerei
keinKontakt
Andere
Interference
KeineInfo
In der NHL folgte auf Kollision mit dem Körper/Bande mit einer Prozentzahl von 24.9 %
Verletzungen durch Schlägerkontakt. Die Anzahl durch Schlägerkontakt hervorgerufener
Verletzungen war im Verhältnis größer als in der CHL und den deutschen Ligen. Danach folgten
in der NHL als auslösende Aktion kein Kontakt (11.9%), Puckkontakt (11.6%) und Schlägerei
(6.6%) (Abb.XIV).
35
Abbildung XIV : Verletzungsauslösende Aktion NHL
NHL
KeineInfo; 0,9
Interference; 0,1
Andere; 0
keinKontakt; 11,9
Schlägerei; 6,6
Tor; 0
Kollision Körper/Bande; 44,1
Puck; 11,6
Schläger; 24,9
Kollision Körper/Bande
Schläger
Puck
Tor
Schlägerei
keinKontakt
Andere
Interference
KeineInfo
In der CHL kam an zweiter Stelle nach Kollision mit dem Körper/der Bande, kein
Kontakt mit 14.5%. Im Vergelich zu den anderen Ligen waren in der CHL prozentual
Verletzungen, die ohne Kontakt eines Gegners ausgelöst wurden, häufiger vertreten. Danach
folgten in absteigender Tendenz Schlägerkontakt (11.5%), Puckkontakt (10.4%), und Schlägerei
(4.7%) (Abb. XV).
36
Abbildung XV : Verletzungsauslösende Aktion CHL
CHL
KeineInfo; 4,5
Interference; 0
Andere; 4,5
keinKontakt; 14,5
Kollision Körper/Bande; 49,7
Schlägerei; 4,7
Tor; 0,2
Puck; 10,4
Schläger; 11,5
Kollision Körper/Bande
Schläger
Puck
Tor
Schlägerei
keinKontakt
Andere
Interference
KeineInfo
5.2.2 Verletzte Körperregion
In dieser Arbeit wurden insgesamt 6505 Verletzungen analysiert, bei denen die verletzte
Körperregion beschrieben wurde. Für die CHL wurden 1557, für die NHL 2588 und für die
deutschen Ligen 2360 Verletzungen ausgewertet. Die am häufigsten verletzte Körperregion mit
34.5% war der Kopf und Nacken-Bereich. Danach folgten mit 27.2% die Beine, die Arme
(22.9%), der Rücken /Thorax- Bereich (15.0%) und keine Information (0.3%) (Abb. XVI).
37
Abbildung XVI : Verletzte Körperregion alle Ligen zusammen
Alle Ligen
KeineInfo; 0,3
Rücken/Thorax; 15
Arme; 22,9
Beine; 27,2
Kopf/Nacken; 34,5
Arme
Kopf/Nacken
Beine
Rücken/Thorax
KeineInfo
In der CHL wurde am häufigsten der Kopf- und Nackenbereich (30.4%) verletzt. Danach
folgten die Arme (26.7%), der Rücken und Thorax (25.5%) und die Beine (16.3%). Es ist zu
beobachten, dass der Rücken/Thoraxbereich überdurchschnittlich oft betroffen war im Vergleich
zu den anderen Ligen.
In der NHL waren mit 43.8% der Kopf- und Nackenbereich am häufigsten und
überdurchschnittlich oft verletzt. Danach folgten als verletzte Körperregion die Beine (26.6%),
die Arme (18.8%) und der Rücken-/Thorax-Bereich (11.1%).
In den deutschen Ligen waren am häufigsten die Beine (35.5%) betroffen. Danach folgten
der Kopf- und Nackenbereich (27.0%), die Arme (25.0%) und der Rücken- und Thoraxbereich
(12.5%) (Abb. XVII).
38
Abbildung XVII : Verletzte Körperregion in den verschiedenen Ligen
50
45
40
35
Prozent
30
CHL
NHL
DeutscheLigen
25
20
15
10
5
0
Arme
Kopf/Nacken
Beine
Rücken/Thorax
KeineInfo
Körperregion
5.2.3 Verletzungsart
4590 Verletzungen wurden ausgewertet, um die verschiedenen Verletzungsarten zu
bestimmen und zu analysieren. 1687 Verletzungen aus der CHL, 2648 Verletzungen aus der NHL
und 255 Verletzungen aus den deutschen Ligen wurden statistisch zusammengefasst. 46.6% aller
Verletzungen waren Kontusionen, Zerrungen, Dehnungen und Rupturen. Danach kamen mit
22.2% Hautverletzungen, Frakturen (14.4%), Gehirnerschütterungen (6.9%), keine Information
(6.3%), Separation und Luxation (3.0%) und Innere Organe (0.6%) (Abb. XVIII).
39
Abbildung XVIII : Verletzungsart alle Ligen zusammen
Alle Ligen
KeineInfo; 6,3
Gehirnerschütterung; 6,9
Seperation/Luxation; 3
Hautverletzung; 22,2
Kontusion/Zerrung/Dehnung/Ru
prtur; 46,6
Gehirnerschütterung
Kontusion/Zerrung/Dehnung/Ruprtur
Innere Organe
Fraktur
Hautverletzung
Seperation/Luxation
KeineInfo
Fraktur; 14,4
Innere Organe; 0,6
In der CHL waren, mit 52.0% aller Verletzungen, Kontusionen, Rupturen, Dehnungen,
Zerrungen die häufigste Verletzungsart. An zweiter Stelle mit einer überdurchschnittlich großen
Häufigkeit kamen Frakturen (19.5%), gefolgt von keine Information (7.5%), Separation/Luxation
(7.2%), Gehirnerschütterungen (6.6%), Hautverletzungen (5.5%) und Innere Organe (1.7%).
In der NHL lagen Kontusionen, Zerrung, Dehnung, Ruptur (41.2%) an erster Stelle der
Verletzungsart. An zweiter Stelle waren mit besonders hoher Anzahl, Hautverletzungen (34.1%)
vertreten. Gefolgt wurden diese von Frakturen (11.1%), Gehirnerschütterungen (7.1%), keine
Information (6.1%) und Seperation/Luxation (0.4%).
In den deutschen Ligen war die Anzahl von Verletzungen, die durch Kontusionen,
Zerrungen, Dehnungen, Rupturen bedingt waren, mit 66.7% besonders hoch im Vergleich zu den
anderen
Ligen.
Danach
folgten
Frakturen
(14.5%),
Hautverletzungen
Gehirnerschütterungen (5.9%) und Separation/Luxation(2.7%) (Abb. XVII).
40
(9.8%),
Abbildung XVII : Verletzungsart in den verschiedenen Ligen
80
70
60
Prozent
50
CHL
40
NHL
DeutscheLigen
30
20
10
fo
in
eI
n
Ke
Ko
nt
us
i
Se
pe
ra
t io
n/
er
le
tz
au
tv
H
Lu
xa
t io
n
un
g
tu
r
Fr
ak
O
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e
In
ne
re
up
rtu
r
R
eh
nu
ng
/
on
/Z
er
ru
ng
/D
G
eh
irn
er
sc
hü
tte
ru
ng
0
Verletzungsart
6. Diskussion
6.1 Anthropometrischen Daten
6.1.1 Größe
Diese Arbeit kommt zu dem Ergebnis, je höher das Niveau der Spielklasse ist desto
größer waren die Spieler im Durchschnitt. Spieler in der NHL, der besten Liga der Welt, waren
im Schnitt 4.09cm größer als Spieler in den deutschen Ligen und 1.79cm größer als Spieler in der
CHL. Es ist interessant zu sehen, dass Spieler in der CHL, obwohl es eine Juniorenliga ist, im
Schnitt 2.29cm größer waren als Spieler in den deutschen Ligen. Dieses Resultat unterstreicht,
dass die CHL die primäre Ausbildungsliga der NHL ist und Spieler aus ihr gezielt für den Einsatz
41
in der NHL ausgesucht und ausgebildet werden. Dieser Trend stimmt mit den Resultaten der
Epidemiologischen Eishockey Studie der Uni Bochum (15) über die deutschen Profiligen
überein. Diese Arbeit kommt zu dem Schluss, dass innerhalb der deutschen Ligen Spieler in der
DEL (der besten der drei deutschen Profiligen) im Durchschnitt größer waren als die Spieler in
der Bundesliga, die ihrerseits größer waren als die Spieler in der Oberliga (15).
Des Weiteren waren Verteidiger ligaübergreifend im Schnitt 2.94cm größer als Stürmer
und 2.23cm größer als Torleute. Der Größenunterschied zwischen Stürmern und Torleuten betrug
ligaübergreifend lediglich 0.71cm, und war anhand der statistischen Analyse als nicht signifikant
zu bewerten. In jeder der drei Ligen waren ligaintern Verteidiger immer größer als Stürmer und
Torleute. Diese Resultate stimmen mit den Ergebnissen in der Literatur überein (26,40). Qinney
et al. (26) haben über einen Zeitraum von 26 Jahren die physiologischen Eigenschaften der
Spieler einer NHL- Mannschaft analysiert und kamen zu dem Ergebnis, dass Verteidiger im
Schnitt größer waren als Stürmer und Torleute.
Anhand dieser Arbeit kann festgestellt werden, dass größere Spieler einen Vorteil im
Eishockeysport haben. Besonders bei Verteidigern scheint die Größe des Spielers gewisse
Vorteile zu bringen. Die Hauptaufgabe eines Verteidigers besteht darin, die Angriffe der Gegner
zu verhindern oder zu entschärfen. Das heißt, das Ziel eines Verteidigers liegt darin den Gegner
so weit wie möglich vom eigenen Tor fernzuhalten, und dem Torwart seine Aufgabe so leicht
wie möglich zu machen. Sie können mit einem größeren Körper und damit verbundener größerer
Reichweite besser das eigene Tor verteidigen und die Angriffe des Gegners stoppen. Anhand der
größeren Reichweite ist es oft einfacher Pässe des Gegners zu verhindern oder abzufangen.
Besonders im Spiel Mann gegen Mann scheint es von Vorteil zu sein, da Verteidiger mehr Raum
mit ihrem Schläger und Körper abdecken können.
Eine weitere Aufgabe der Verteidiger ist es, Schüsse des Gegners zu blocken oder zu
verhindern bevor sie aufs Tor kommen. Diese Aufgabe ist besonders wichtig im Unterzahl-Spiel,
da der Gegner dann einen Spieler mehr auf dem Eis hat und oft eine spezielle-Aufstellung
einnimmt, in der er vermehrt Schüsse aufs Tor abgeben kann.
42
6.1.2 Gewicht und BMI-Wert
Auch hier kommt diese Arbeit zu dem Ergebnis, je besser die Spielklasse ist desto
schwerer sind die Athleten. Die Spieler in der NHL waren im Schnitt 6.17 kg schwerer als die
Spieler in der CHL und 8.63kg schwerer als die Spieler in den deutschen Ligen. Es zeigte sich
wiederum, dass Spieler in der CHL, obwohl sie viel jünger sind als Spieler in den deutschen
Ligen, schwerer waren. Verteidiger waren ligaübergreifend und ligaintern im Durchschnitt immer
schwerer als Stürmer und Torleute. Sie wogen 3.44kg mehr als Stürmer und 7.07kg mehr als
Torleute. Stürmer waren im Durchschnitt 3.63kg schwerer als Torleute. Dieser Trend zeigt sich
auch in anderen anthropometrischen Studien im Eishockey (9,15,26).
Der BMI-Wert wurde in dieser Studie als Indikator für die vorhandene Muskelmasse
genommen. Wie schon Henke et al. (15) und Witt (38) beschrieben haben, ist ein hoher BMIWert bei Leistungssportlern weniger ein Indikator für Übergewicht, sondern eher ein Hinweis auf
einen relativ hohen Muskelanteil am Gesamtkörpergewicht (15,38). Der BMI-Wert gibt also eher
Auskunft über den Trainingsstatus und die Muskelmasse eines Athleten. Er war bei den NHL
Spielern am größten mit 26.92 und war somit um 1.3 größer als in der CHL und um 1.41 größer
als in den deutschen Ligen. Verteidiger hatten einen um 0.2 größeren BMI-Wert als Stürmer und
einen um 1.45 größeren als Torleute. Dieses Ergebnis ließ sich auch ligaintern nachweisen.
Quinney et al. (26) und Cox et al. (9) kamen in ihren Studien zu ähnlichen Ergebnissen. Sie
haben ermittelt, dass Verteidiger im Durchschnitt immer schwerer waren und einen größeren
BMI-Wert als Stürmer und Torleute hatten. Stürmer waren wiederum durchschnittlich schwerer
und hatten einen größeren BMI-Wert als Torleute (9, 26).
Daraus lässt sich schließen, dass neben der Größe auch das Gewicht und der BMI-Wert
ein guter Indikator für die Spielstärke und Position eines Spielers sind. Je besser die Spielklasse
ist, desto größer und schwerer sind die Spieler und desto größer ist auch ihr BMI. Das zeigt, dass
der Anteil der Muskelmasse eines Spielers Auskunft über die Leistungsfähigkeit geben kann.
Qinney et al. (26) haben ermittelt, dass die Größe, das Gewicht und der BMI-Wert in den letzten
26 Jahren im Eishockey angestiegen sind. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Eishockeyspiel in
den letzten Jahren dynamischer und schneller geworden ist. Die Anforderungen an die Spieler in
Bezug auf Kraft und Reaktionsgeschwindigkeit sind gestiegen.
Spieler, die weniger Muskelmasse haben, sind tendenziell im Zweikampf mit dem Gegner
43
benachteiligt und haben daher eine reduzierte Chance den Zweikampf zu gewinnen. Des
Weiteren benötigen Eishockeyspieler sehr viel Kraft beim Antreten und Beschleunigen auf dem
Eis. Spieler, die hier ein Defizit haben, müssen diesen Kraftmangel mit anderen Mitteln
ausgleichen.
Verteidiger sind tendenziell die größten und schwersten Spieler, die am meisten
Muskelmasse besitzen. Quinney et al. (26) haben ermittelt, dass Verteidiger eine größere
muskuläre Fitness im Vergleich zu Stürmern und Torleuten haben. Stürmer sind tendenziell
schwerer und haben einen größeren BMI-Wert als Torleute. In Studien hat sich zusätzlich noch
herausgestellt, dass Stürmer eine größere aerobische Fitness und weniger Körperfett haben (26).
Die Position eines Spielers stellt also spezifische physiologische Anforderungen an den
Spieler. Verteidiger können, durch ihr größeres Gewicht und durch mehr Kraft, tendenziell
Angriffe anderer Spieler im Zweikampf besser abblocken. Stürmer sind zwar im Durchschnitt
kleiner, haben aber einen relativ großen BMI-Wert. Dieser hohe Anteil an Muskelmasse ist ein
Indikator dafür, dass Stürmer Zweikämpfe entweder mit Kraft oder mit Schnelligkeit gewinnen
müssen. Stürmer sind in der Regel schneller und quirliger als Verteidiger. Torleute haben den
kleinsten BMI-Wert. Für sie ist die absolute Muskelmasse von nicht so großer Bedeutung, da sie
normalerweise keinen Körperkontakt mit anderen Spielern haben. Torleute benötigen eher gute
Reflexe und müssen flexibel sein. Eine relativ große Körpergröße ist aber auch bei ihnen von
Vorteil, da sie dann anhand ihrer größeren Körperoberfläche mehr Platz im Tor einnehmen
können. Vescovi et al. (40) haben Juniorenspieler, die die NHL-Draft Combine Camps 2001 und
2002 besucht haben, anhand ihrer Größe, Gewicht und Position analysiert und kamen zu dem
Ergebnis, dass Verteidiger größer und schwerer sind als Stürmer und Torleute. Des Weiteren
kamen sie zum Ergebnis, dass Torleute weniger Kraft im Oberkörper haben, eine kleinere
anaerobische Kapazität besitzen, dafür aber flexibler sind (40).
6.1.3 Alter
Spieler in der NHL waren im Schnitt 1.68 Jahre älter als Spieler in den deutschen Ligen
und um 8.98 Jahre älter als in der CHL. Der Unterschied im Alter zur CHL ist natürlich, da die
CHL eine Juniorenliga ist und Spieler nicht älter als 20 Jahre alt sein dürfen. Der Unterschied zu
den deutschen Ligen bestätigt Resultate von anderen Arbeiten (15), in denen auch ermittelt
44
wurde, dass in höheren Spielklassen tendenziell ältere und erfahrene Spieler spielen. Es gab
keinen Unterschied im Alter zwischen den verschieden Positionen.
Der Altersunterschied in den besseren Ligen ergibt sich auch zum Teil daraus, dass sich
jüngere Spieler aus den unteren Ligen erst beweisen müssen und sich dann für eine höhere Liga
empfehlen können.
6. Verletzungen
In dieser Arbeit wurde nicht zwischen Trainings- und Spielverletzungen unterschieden, da
es bereits aus anderen Studien bekannt ist, dass Verletzungen im Spiel zwischen 8 und 20 mal
häufiger sind als im Training (1,25,29,30). Agel et al. (1) vertreten die Meinung, dass dies durch
die reduzierte Intensität und die Ausübung von eher fließenden Übungen im Training bedingt ist.
Zusätzlich wollen Spieler derselben Mannschaft sich normalerweise nicht untereinander verletzen
und gehen deshalb im Training nicht so hart in die Zweikämpfe. Illegale Körperangriffe, sowie
Stockschläge und zu aggressive Angriffe sind im Training viel seltener (19).
In dieser Arbeit wurde auch nicht unterschieden, auf welcher Position der verletzte Spieler
eingesetzt war. Auch hier ist bereits in vielen Studien ermittelt worden, dass sich Stürmer am
häufigsten verletzen, gefolgt von Verteidigern. Torleute verletzen sich am seltensten (1,17,19).
Es geht auch schon aus anderen Arbeiten hervor, dass sich Spieler besonders häufig verletzen,
wenn sie müde sind oder wenn das Spiel in einer entscheidenden Phase ist, da die Intensität dann
am größten ist (15).
In der Arbeit hat sich herausgestellt, dass die meisten Verletzungen im Eishockey durch
Kollisionen mit dem Gegner oder der Bande ausgelöst werden. Wenn die Ergebnisse der
deutschen und nordamerikanischen Ligen zusammengefasst werden, ergibt sich eine Häufigkeit
von 47.2%. Dieses Resultat stimmt mit den Ergebnissen anderer Arbeiten überein. In diesen
Arbeiten kamen die Arbeitsgruppen auch zu dem Resultat, dass die meisten Verletzungen im
Eishockey durch Kollisionen mit dem Gegner oder der Bande entstehen (1,14,22). Gröger et al.
(14) haben in ihrer Arbeit über Verletzungen der verschiedenen Deutschen Eishockey
Nationalmannschaften über einen Zeitraum von zwanzig Jahren ermittelt, dass 58.3% aller
Verletzungen durch Kontakt mit dem Gegenspieler ausgelöst werden.
Als zweithäufigste verletzungsauslösende Ursache wurde in dieser Arbeit der Kontakt mit
45
dem Schläger ermittelt. Auch dieses Ergebnis wird von anderen Arbeitsgruppen unterstützt
(1,14,22). In der Arbeit von Kuzuhara et al. (19), in der Verletzungen einer japanischen EliteEishockeymannschaft drei Jahre lang analysiert wurden, stellte sich sogar heraus, dass
Schlägerkontakt als häufigster verletzungsauslösender Mechanismus auftrat. Es ist aber auch
weitgehend bekannt, dass das japanische Eishockey mit sehr wenig Körpereinsatz gespielt wird.
Daher werden weniger Verletzungen durch Kollisionen verursacht und somit lässt sich dieser
Wert erklären.
Die dritthäufigste verletzungsauslösende Aktion mit 12.5% war kein Kontakt. Hier haben
Gröger et al. festgestellt (14), dass in den letzten Jahren die Verletzungen, bedingt durch keinen
Körperkontakt in der Deutschen Nationalmannschaft, besonders stark angestiegen sind, und man
diesem Bereich in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken muss. Nach keinem Kontakt folgten
Puckkontakt mit 11.2 % und Schlägereien mit 5.6%.
Der prozentuale Anteil an Verletzungen, der durch Puckkontakt bedingt war, war in allen
drei Ligen fast gleich mit 10.4% (CHL), 11.6% (NHL) und 12.7% (Deutsche Ligen). Es gab
keinen signifikanten Unterschied. Puckkontakt-Verletzungen scheinen eine Verletzungsart zu
sein, deren prozentuales Ausmaß ligaunspezifisch ist. Puckverletzungen treten entweder im
Gesicht auf, und manifestieren sich dort zum größten Teil als Lazerationen, Platzwunden,
Zahnverletzungen und seltener als Frakturen, oder sie treten am restlichen Körper auf. Dort treten
sie dann in den meisten Fällen als Prellungen oder auch als Frakturen in Erscheinung. Die
Frakturen und Prellungen betreffen prozentual am häufigsten die Füße, da diese durch den harten
eng sitzenden Schlittschuh nur schlecht geschützt sind (33).
6.2.1 Verletzungen in den Deutschen Ligen
In den deutschen Ligen traten, im Vergleich zu den anderen Ligen, Verletzungen gehäuft
durch Kollisionen auf. 63.7% aller Verletzungen sind durch Kollision mit der Bande oder dem
Gegner entstanden. Dieser Wert liegt weit über dem ermittelten ligaübergreifenden
Durchschnittswert von 47.2 %. Dieser hohe Wert ist von Interesse, da Wennberg (34,35) und
Watson (32) in ihren Arbeiten beschrieben haben, dass die Rate der Kollisionen auf der
europäischen Eisfläche geringer ist als auf der nordamerikanischen Eisfläche. In den Studien von
Wennberg (34,35) wurde eine Reduktion der absoluten Anzahl von Verletzungen, nicht aber die
46
Art der Verletzungen und die verletzungsauslösende Aktion ermittelt. In den deutschen Ligen
sollte tendenziell eigentlich die Anzahl der Verletzungen durch Kollisionen, da hier auf der
internationalen größeren Eisfläche gespielt wird, geringer sein im Vergleich zu den
nordamerikanischen Ligen. Der hohe Prozentanteil an Kollisionsverletzungen in den deutschen
Ligen muss also andere Gründe haben.
Zum einen kann er dadurch zustande kommen, dass auf der größeren Eisfläche von den
Spielern potenziell mehr Geschwindigkeit aufgenommen, und es daher zu härteren
Zusammenstößen kommen kann. Watson et al. (32) stellen fest, dass durch den Anstieg der
Spielergrößen über die letzten Jahre und die Erhöhung der Schnelligkeit des Spiels, größere
Kräfte bei Spieler-Spieler-Kollisionen und bei Spieler-Banden-Kollisionen auftreten. Agel et al.
(1) konnten zeigen, dass die meisten Kollisionen, die zu Verletzungen führen, in der so genannten
Open Ice Zone passieren. Das ist die Zone, die zwischen den seitlichen Bully-Punkten und den
beiden Toren, in der Mitte der Eisfläche liegt. In dieser Zone erreichen die Spieler die größte
Geschwindigkeit und können somit die härtesten Checks austeilen (1). Diese Zone ist auf der
europäischen Eisfläche größer und dadurch ergibt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass
Verletzungen in dieser Zone auftreten können.
Zum anderen kann der hohe Anteil an Kollisionsverletzungen in den deutschen Ligen ein
Resultat des schlechteren Trainings- und Fitnesszustands der Spieler im internationalen Vergleich
sein. Gröger et al. (14) haben bereits ermittelt, dass der Trainingszustand der deutschen Profis
nicht immer dem internationalen Top Level entspricht. Im internationalen Vergleich der
Topmannschaften hinken die deutschen Profis oft in puncto Fitness hinterher (14). Spieler, bei
denen der Muskelapparat den Kräften, die bei Kollisionen auftreten, nicht gewachsen ist, können
sich potenziell öfter und schlimmer verletzen. Dies unterstützt auch die Resultate der
anthropometrischen Daten dieser Studie. Die deutschen Ligen hatten die Spieler mit dem
geringsten BMI-Werten, also mit der geringsten Muskelmasse.
Es kann postuliert werden, dass die größere europäische Eisfläche zwar die absolute
Anzahl von Verletzungen durch Kollisionen reduzieren kann, aber nicht unbedingt den
prozentualen Anteil von Kollisionsverletzungen, an der Gesamtzahl der Verletzungen. Nicht
allein die Größe der Eisfläche ist von Bedeutung. Ein sehr entscheidender Faktor ist auch der
Trainingszustand der Athleten.
Die Fähigkeit des Spielers, einen Check zu absorbieren und die Kraft des Muskel- und
47
Bandapparats ist von großer Bedeutung. Dies wird in der Arbeit von Brust et al. unterstützt (7).
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass 86% aller Verletzungen bei Eishockeyspielern, im Alter von 9
bis 15 Jahren, durch Körperkontakt bedingt sind (7). Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist
der Band- und Muskelapparat noch nicht so gut ausgebildet wie bei den erwachsenen Profis. Sie
sind daher besonders anfällig für Verletzungen durch Kollisionen, da die Muskulatur, die durch
Kollisionen auftretenden Kräfte, nicht immer vollständig kompensieren kann.
Zusätzlich waren in den deutschen Ligen am häufigsten die Beine (35.5%) als verletzte
Körperregion betroffen und die häufigste Verletzungsart waren Kontusionen, Zerrungen,
Dehnung, Rupturen (66.7%). Kontusionen, Zerrungen, Dehnungen, Rupturen waren zwar auch in
der NHL (41.2%) und der CHL (52.0%) die häufigsten Verletzungsarten. Sie waren aber in den
deutschen Ligen prozentual überdurchschnittlich häufig vertreten. Auch Gröger et al. (14) kamen
zu dem Ergebnis, dass die Beine bei deutschen Nationalspielern, die am häufigsten verletzte
Körperregion sind. Zerrungen und Dehnungen treten beim Eishockey besonders häufig im
Adduktorenbereich auf. Diese Verletzungen sind oft Ausdruck einer Überbelastung oder eines
mangelndem körperlichen Fitnesszustands.
Verletzungen des Knie- und Sprunggelenks sind bei Eishockeyspielern von besonderer
Bedeutung. Knieinnenband-Verletzungen (MCL) und Syndesmosen-Verletzungen (oberes
Sprunggelenk) treten gehäuft bei Eishockeyspielern auf (12). Auch in dieser Arbeit hat sich zum
Beispiel gezeigt, dass bei Knöchelverletzungen in der NHL am häufigsten eine Bandverletzung
vorliegt.
50-74% aller Bandverletzungen im Sprunggelenk sind Syndesmosen-Verletzungen (33).
Das ist verhältnismäßig hoch im Vergleich zu anderen Kontaktsportarten, wie zum Beispiel dem
American Football (1.1-18.4%) (33). Flik et al. (12) beschreiben, dass Syndesmosenverletzungen
sehr häufig im Eishockey auftreten, da die Schlittschuhe zum einen sehr steif sind und zum
anderen im Eishockey oft schnelle Richtungswechsel vollzogen werden müssen. Spieler
verkannten
oft
mit
den
Schlittschuhen
und
es
kommt
zu
den
typischen
Syndesmosenverletzungen. Es wird diskutiert, ob ein anderes Schlittschuhdesign, zum Beispiel
weichere und nicht so hohe Schlittschuhe, die Anzahl dieser Verletzungen möglichweise
reduzieren kann (12). Es ist aber auch bekannt, dass es im Schlittschuhdesign Limitationen gibt,
da der Schuh eine gewisse Steifigkeit und Höhe aufweisen muss, damit die Spieler genug Halt
haben und nicht umknicken können.
48
Die Läsion des medialen Kollateralbands (MCL) ist die häufigste Verletzung des
Kniegelenks im Eishockey (24). Diese Verletzung wird meist durch ein Valgustrauma, durch
direkte Krafteinwirkung im Zweikampf, oder durch Stürze mit Bandenkontakt ausgelöst. Spieler,
bei denen der Muskelapparat geschwächt oder nicht so gut entwickelt ist, können diesen
Valgusstress oft nicht kompensieren. Verletzungen der Kreuzbänder und der Menisken sind im
Eishockey seltener als in anderen Ballsportarten (33).
Prellungen/Kontusionen treten häufig im Bereich des Fußes und der Beine auf (33). Hier
ist besonders oft der Malleolus med. und lat. sowie das Os naviculare und Metatarsale V
betroffen. Diese Verletzungen werden meistens durch den Puck ausgelöst (28). Kontusionen im
Beinbereich sind im Eishockey fast nicht zu eliminieren, da sie mit der Natur des Spiels
zusammenhängen. Spielerkörper kollidieren kontinuierlich mit denen der Gegnern, dem Tor, der
Bande, dem Eis und dem Puck. Eine bessere Schutzausrüstung, die Aufprallkräfte über eine
größere Fläche verteilt, kann da meistens nur zum Teil helfen (28).
Zusammenfassend kann man sagen, dass in den deutschen Ligen besonders viele
Verletzungen durch Kollisionen bedingt waren. Die meisten Verletzungen der Spieler betrafen
die Beine und die häufigste Art von Verletzung waren Kontusionen, Zerrungen, Dehnungen,
Rupturen. Zur Prävention dieser Verletzungen kann vor allem die Verbesserung des
Fitnesszustands der Spieler angeführt werden. Spieler in den deutschen Ligen waren im
Durchschnitt die kleinsten und leichtesten Spieler mit dem geringsten BMI-Wert. Daher besteht
im Bereich des Kraftaufbaus Optimierungspotential. Im internationalen Vergleich sind die
Spieler oft kräftiger.
Hier ist besonders eine Kräftigung der Bein-, Rumpf- und Schultermuskulatur in den
Vordergrund zu stellen. Qinney et al. (26) schreiben, dass besonders muskuläre Ausdauer und
Kraft im Bein- und Abdominalbereich im Eishockey entscheidend sind.
6.2.2 Verletzungen in der NHL
Anhand der Daten der NHL stellte sich heraus, dass ein großer Anteil der Verletzungen
(24.9%) im Vergleich zu den anderen Ligen, durch Schlägerkontakt bedingt war. Besonders
häufig war der Kopf- und Nackenbereich (43.8%) betroffen, und es handelte sich in der NHL
meistens um Hautverletzungen (34.1%).
49
Verletzungen durch Schlägerkontakt können entweder durch Stockschläge und
Crosschecks ausgelöst werden oder durch Kontakt des Schlägers mit dem Gesicht eines Spielers.
Stockschläge und Crosschecks produzieren meistens Prellungen am Körper oder Brüche an den
Extremitäten. Besonders gefährdet sind die Finger, Hände und Handgelenke (22). Bei
Verletzungen im Gesichtsbereich handelt es sich meistens um Hautverletzungen. Seltener treten
auch Frakturen im Gesichtsbereich auf.
Zu den Schlägerverletzungen muss zusätzlich erwähnt werden, dass sich in den letzten
Jahren die Materialien, aus denen Schläger gebaut werden, stark verändert haben. Früher
bestanden Schläger aus Holz, aber heutzutage sind alle Schläger aus Karbon oder Aluminium.
Diese Materialveränderung macht den Schläger immer mehr zu einer gefährlichen Waffe, da die
Schläger nicht mehr so nachgiebig sind und erst unter Anwendung von größeren Kräften brechen
(14). Gröger et al. (14) haben festgestellt, dass Karbon- und Aluminiumschläger eine bis zu 220%
höhere Kraftübertragung haben als Holzschläger bei gleichem Kraftaufwand. Wenn die Karbonund Aluminiumschläger brechen treten oft gefährlich scharfe und spitze Bruchenden auf (14).
Man kann davon ausgehen, dass viele der Schlägerverletzungen in der NHL
Gesichtsverletzungen waren, da die am häufigsten verletzte Körperregion in der NHL der Kopfund Nackenbereich war. Des Weiteren waren überdurchschnittlich viele Verletzungen in der
NHL Hautverletzungen (34.1%).
Hautverletzungen treten im Eishockey typischerweise fast nur im Gesicht auf, da der Rest
des Körpers mit der Schutzausrüstung fast vollständig bedeckt ist. Sonst treten Hautverletzungen
gelegentlich noch an den Händen und Fingern auf. Die Hautverletzungen der Hand sind in der
NHL, sowie auch der CHL, meistens durch Schlägereien bedingt. Viele dieser Hautverletzungen
der Hände treten aber nicht in den Verletzungsstatistiken auf, da sie meistens von sehr mildem
Ausmaß sind und keine genauere medizinische Behandlung in Anspruch nehmen. Schlägereien
resultieren nur selten in schwerwiegenden und katastrophalen Verletzungen (18).
Ansonsten entstehen Hautverletzungen gelegentlich auch durch den Schlittschuh des
Gegners. Diese Art von Verletzung ist jedoch sehr selten, da sie besonders im Hals- und
Gesichtsbereich von katastrophalem Ausmaß sein können bis hin zum tödlichen Ausgang (39).
Kopf-
und
Gehirnerschütterungen,
Nacken-verletzungen
Hautverletzungen,
manifestieren
Zahnverletzungen
sich
oder
im
Eishockey
als
Verletzungen
der
Halswirbelsäule. In der NHL haben die Spieler die Option ohne Helmvisier oder mit Halbvisier
50
zu spielen. Viele Spieler in der NHL spielen immer noch ohne Visier. Zum einen tun sie dies,
weil einige durch das Tragen eines Visiers sich in ihrer Sicht subjektiv eingeschränkt fühlen, und
zum anderen empfinden sie das Tragen eines Halbvisier noch immer als nicht tapfer und
männlich genug. Spieler wollen oft mit dem Nichttragen eines Visiers ein Statement abgeben und
die Spielphilosophie unterstreichen, welche sich durch Mut, Härte und Unerschrockenheit
auszeichnet (14).
Flik et al. (12) haben festgestellt, dass in der NCAA (Amerikanischen College
Eishockeyliga), in der die Spieler ein Vollvisier tragen müssen, sehr wenige Hautverletzungen im
Gesicht auftreten. In der Vergangenheit ist von Forschungsgruppen postuliert worden, dass das
Tragen eines Vollvisiers Spieler dazu verleitet, aggressiver zu spielen und den Kopf des Gegners
als potenzielles Ziel zu sehen (13). Es wurde spekuliert, dass Spieler, die kein Halbvisier oder
Vollvisier haben, mehr Respekt für einander haben, und versuchen den Kopf des Gegners bei
Kollisionen zu meiden. In folge dessen wurde vermutet, dass das Tragen eines Visiers sogar die
Anzahl und den Schweregrad von Kopf- und Nackenverletzungen erhöhen könne. Zusätzlich
wurde auch spekuliert, dass durch das Tragen eines Visiers, die Masse und die Fläche des Helms
ansteigen. Dieser Anstieg könnte die Rotationsbeschleunigungen des Spielerkopfes nach einem
Zusammenstoß erhöhen und dem zufolge größere neuronale Reibungskräfte produzieren und zu
schweren Gehirnerschütterungen führen (6).
Benson et al. konnten aber zeigen, dass das Tragen eines Vollvisiers den Schweregrad von
Gehirnerschütterungen im Vergleich zum Tragen eines Halbvisiers oder keines Visiers reduziert
(3). Auch Asplund et al. (2) kamen zu dem Ergebnis, dass Vollvisier-Helme sowohl einen
signifikant höheren Schutz gegen Gesichtsverletzungen bieten als Halbvisier-Helme und auch
nicht mehr Gehirnerschütterungen und Wirbelsäulenverletzungen hernorrufen (2).
Das korrekte Tragen eines Halbvisiers kann zusätzlich auch die Anzahl von
Augenverletzungen verringern (8). Bedenkt man, dass die meisten schweren Augenverletzungen
durch Schläger oder Puckkontakt verursacht werden, erscheint die Addition eines Halbvisier als
ein wichtiger Bestandteil der Schutzausrüstung sein zu müssen.
In dieser Arbeit wurde auch ermittelt, dass Gehirnerschütterungen in der NHL mit 7.1%
nur unwesentlich häufiger vertreten waren als in der CHL mit 6.6% und den deutschen Ligen mit
5.9%. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Verletzungsdaten aus der NHL die ältesten
waren, und gerade in den letzten Jahren sehr viel mehr Daten im Bereich von
51
Gehirnerschütterungen erhoben worden sind. Zusätzlich sind die Diagnosemöglichkeiten, mit
denen das Vorhandensein einer Gehirnerschütterung ermittelt werden kann, in den letzten Jahren
verbessert worden, indem sie viel sensitiver und genauer geworden sind. So wie zum Beispiel
das von der IIHF entwickelte Sideline Concussion Assessment Tool (SCAT) (21). Demnach kann
man
davon
ausgehen,
dass
der
Prozentsatz
der
NHL-Verletzungen
bedingt
durch
Gehirnerschütterungen eigentlich höher sein müsste. Des Weiteren ist bekannt, dass die Anzahl
von Gehirnerschütterungen in Verletzungsstatistiken oft unter dem eigentlichen Wert vermerkt ist
(37). Williamson und Goodman (37) haben davon berichtet, dass Gehirnerschütterungen im
Jugendbereich in einer geringeren Anzahl statistisch erfasst wurden, als dass sie eigentlich
aufgetreten sind.
In der NHL (6.6%) und der CHL (4.7%) traten Verletzungen gehäuft durch Schlägerei im
Vergleich zu den deutschen Ligen auf (2.0%). Dies lässt sich zum einen dadurch erklären, dass in
den deutschen Ligen die Strafen für Schlägereien meist hoch sind, und viele Spieler diese Strafen
nicht verbüßen wollen. Zum anderen werden in Nordamerika Schlägereien immer noch als
Bestandteil des Spiels angesehen und werden zusätzlich auch noch oft von den Fans gefordert.
Verletzungen, die durch Schlägereien bedingt sind, manifestieren sich meistens im
Gesicht der Spieler. Es handelt sich sehr häufig um Verletzungen, die nur von geringer Schwere
sind und den Spieler meist nicht daran hindern weiterzuspielen. Oft sind es Prellungen und
Platzwunden. Manchmal führen Schlägereien auch zu Knochenbrüchen im Gesicht. Selten
verursachen Schlägereien Verletzungen am restlichen Körper. Dann handelt es sich entweder um
Dehnungen und Rupturen im Sprunggelenk, wenn die Spieler während der Schlägerei hinfallen,
oder um Verletzungen an den Händen, den Armen, oder der Schulter.
Man kann anhand dieser Arbeit bestätigen, dass das verpflichtende Tragen eines
Halbvisiers in der NHL die Anzahl der Kopf- und Nackenverletzungen stark reduzieren könnte.
Es wäre also auch in der NHL von Vorteil, die Halbvisierpflicht einzuführen. So könnte man die
Spieler besser schützen. Zusätzlich hat sich in der Fachliteratur herausgestellt, dass die Anzahl
und der Schweregrad der meisten Kopf- und Nackenverletzungen meistens mit dem Tragen einer
guten Schutzausrüstung reduziert werden kann.
Zu diesem zählt auch das Tragen eines Mundschutzes (5). Viele Spieler ziehen es aber
vor, keinen Mundschutz zu tragen, da sie durch das Tragen eine Reduktion ihrer Atmungs- und
Ventilationsfähigkeiten befürchten und Probleme beim Sprechen haben. Im Eishockey ist es von
52
großer Bedeutung, dass man sich mit den Mitspielern auf dem Eis verständigen kann. Das Spiel
ist oft so schnell, dass einem durch den gezielten Zuruf eines Mitspielers immens geholfen
werden kann. Des Weiteren tragen Spieler oft einen zu losen Kinnriemen am Helm (5). Dies führt
dazu, dass der Helm dann sehr leicht verrutschten und den Spieler nicht mehr adäquat schützen
kann, wenn es zu einer Kollision mit dem Gegner, der Bande, dem Schläger eines Gegners oder
dem Puck kommt.
Als
zusätzliche
präventive
Maßnahme
zur
Vermeidung
von
Kopf-
und
Nackenverletzungen gehört auch ein gezielter Muskelaufbau im Rücken- und Nackenbereich.
Dieser kann Verletzungen in diesem Bereich reduzieren (21). Oft ist das Spiel aber so schnell
und aggressiv, dass man den Kopf nicht aus der Gefahrenzone bringen kann und die Muskeln
sich nicht schnell genug kontrahieren können um das Ausmaß einer Verletzung zu reduzieren
(10,21). Dies gilt besonders bei Verletzungen, die durch Schläger oder Puckkontakt bedingt sind.
.
6.2.3 Verletzungen in der CHL
Überdurchschnittlich viele Verletzungen wurden in der CHL durch den Mechanismus
„kein Kontakt“ (14.5%) mit dem Gegner oder der Bande ausgelöst. Dieses Resultat stimmt mit
einer Studie von Rishiraj et al. überein (28). In dieser Studie, die die Verletzungen einer
kanadischen Universitäts-Mannschaft über 6 Jahre lang analysiert hat, wurde ermittelt, dass die
meisten Verletzungen ohne Kontakt entstanden sind. Kanadische Universitätsmannschaften
bestehen zum größten Teil aus ehemaligen CHL Spielern, die nicht direkt in die NHL, die
nordamerikanischen Minor Leagues oder die europäischen Ligen nach Abschluss ihrer
Juniorenkarriere wechseln. Diese Liga setzt sich also aus Spielern zusammen, die nur ein wenig
älter sind als CHL Spieler, die ähnliche körperlichen Voraussetzungen haben und nach den
gleichen Regeln spielen.
Verletzungen, die ohne Körperkontakt auftreten, sind wie Gröger et al. (14) vermuten
häufig verursacht durch das noch nicht 100%ige Vorhandensein des Anforderungsprofil eines
Eishockeyspielers an die Sportart Eishockey. Bei jungen Spieler im Nachwuchsbereich sind die
Kondition, Koordination, Konzentration und Kraft der Spieler noch nicht immer adäquat
ausgebildet, um Verletzungen zu vermeiden, insbesondere Verletzungen, die durch hohe
Geschwindigkeit und die enormen Kräfte verursacht werden, denen der Körper beim
53
Eishockeyspiel ausgesetzt ist.
Auch Henke et al. (15) fanden in ihrer Analyse der deutschen Ligen heraus, dass bei
Spielern unter 20 Jahren in der DEL, der Anteil der Verletzungen dreimal so hoch ist wie im
Gesamtkollektiv (15). Sie vermuten, dass die jungen Spieler sich noch nicht an die Spielhärte und
Schnelligkeit des Seniorenniveaus angepasst haben. Des Weiteren kann aber auch vermutet
werden, dass die jungen Spieler noch nicht so viel Erfahrung gesammelt haben im Umgang mit
potenziell verletzungsauslösenden Situationen. Sie wissen nicht immer, wie man gefährliche
Situationen auf dem Eis besser erkennen und vermeiden kann.
Verhältnismäßig oft waren außerdem in der CHL die Arme (26.7%) und der
Rücken/Thoraxbereich (25.5%) die verletzte Körperregion. Als Verletzungsart traten gehäuft
Frakturen (19.5%) im Vergleich zu den Seniorenligen auf. Diese Beobachtung ist auch von
Mölsa et al. gemacht worden. Sie fanden heraus, dass jüngere Spieler im finnischen Eishockey
öfters Frakturen erleiden (22,23). Frakturen entstehen vermehrt beim Eishockey, wenn Spieler
mit zu hoher Geschwindigkeit miteinander, der Bande, dem Tor oder dem Eis kollidieren. Oft
haben Juniorenspieler es noch nicht gelernt, richtig ihre eigenen Fähigkeiten und die damit
verbundene Geschwindigkeit einzuschätzen. Es ergibt sich außerdem aus den anthropometrischen
Daten dieser Arbeit, dass einige Juniorenspieler zum Teil schon sehr groß und schwer sind. Wenn
diese Spieler mit kleineren schmächtigeren Spielern zusammenstoßen, ist die Gefahr groß, dass
die ungleichen Massenverhältnisse zu Frakturen führen.
Die hohe Anzahl von Rücken- und Thoraxverletzungen ist oft ein Beweis dafür, dass
Spieler vom Gegner gecheckt werden, wenn sie ihm den Rücken zugewandt haben oder sich in
einer vulnerablen Situation befinden. Zusätzlich entstehen Rückenverletzungen häufiger, wenn
Spieler übermotiviert in Zweikämpfe gehen. Besonders im Juniorenbereich sollte man sich
überlegen, wie man Checks von hinten und Checks (Körperangriffe), die mit einer sehr hohen
Geschwindigkeit ausgeführt werden, reduzieren kann. Es ist zu überlegen, ob Spieler im Junioren
Bereich in Addition zum Schulterschutz einen Rückenprotektor tragen sollten.
In der CHL traten prozentual signifikant mehr Separationen und Luxationen auf. Die
Häufigkeit von dieser Verletzungsart betrug in der CHL 7.2%, in der NHL und den deutschen
Ligen
jeweils nur 0.4% und 2.7%. Separationen/Luxationen betreffen im Eishockey am
häufigsten das Schultergelenk (11). Bei Schulterverletzungen handelt es sich am häufigsten um
Verletzungen des Acromioclavicular-Gelenks (ACG) (14). Finke et al. (11) haben ermittelt, dass
54
Schulterverletzungen meistens durch Kollisionen mit der Bande bedingt sind. Dagegen kamen
Reilly et al. (27) zu dem Resultat, dass Spielerkollisionen mit dem Gegner den häufigsten
Verletzungsmechanismus für Schulterverletzungen ausmachen. Verletzungen des Schultergürtels
können zum einen durch die Verbesserung der Schutzausrüstung aber auch durch die Stärkung
der Muskulatur im Schulter/Rückenbereich reduziert werden.
Wie schon erwähnt, zeigte sich im Juniorenbereich zum Teil noch ein immens großer
Unterschied in der körperlichen Beschaffenheit der Spieler. Dies ist ganz normal, da die jüngsten
Spieler 16 Jahre und die ältesten 20 Jahre alt sind. Viele Spieler entwickeln sich besonders in
dieser Altersgruppe in Bezug auf ihre physiologischen und psychologischen Fähigkeiten noch
weiter.
Zum einen sollte man darauf Wert legen die physiologischen Fähigkeiten der Spieler
weiter zu entwickeln und zum anderen sollte man aber auch darüber nachdenken, die
Rahmenbedingungen zu verändern. Man wird daher wahrscheinlich nicht darum herum kommen,
die bestehenden Regeln stringenter auszulegen oder neue Regeln zu entwerfen, um besonders
Spieler, die körperlich noch nicht so weit entwickelt sind, zu schützen.
Man muss die Anzahl der Checks von hinten und die Geschwindigkeit, mit denen Checks
ausgeführt werden, reduzieren. Watson et al. (31) haben herausgefunden, dass durch die
Einführung der stringenteren Bestrafung von Checks von hinten (CFB= Checking from Behind
Rule) die Anzahl der Verletzungen des Kopf/Nackenbereichs und des Rücken zurückgegangen
sind. Einige Arbeiten in der gängigen Literatur vertreten zum Beispiel die Forderung,
Bodychecks in den Juniorenligen abzuschaffen (7). Diese Regeländerung ist aber nur in den sehr
jungen Altersgruppen empfehlungswert. Für den Juniorenbereich der 16- bis 20-jährigen ist das
eher unproduktiv, da sich diese Spieler auf den Einsatz im Seniorenbereich vorbereiten sollen. Es
wurde schon anhand anderer Forschungsgruppen gezeigt, dass besonders junge Spieler im
Profibereich häufiger verletzt sind (15). Juniorenspieler müssen sich also an das Austeilen und
Nehmen von Checks gewöhnen und sie müssen diese Fähigkeit erlernen.
Als weitere präventive Maßnahme sollte man besonders bei den jungen Spielern darauf
achten, dass die Schutzausrüstung adäquat sitzt und vielleicht auch, wie schon erwähnt, neue
Teile zur Ausrüstung hinzufügen (Rückenprotektor).
55
7. Zusammenfassung
Verletzungen im Eishockeysport werden auch in Zukunft nicht 100-prozentig vermeidbar
sein. Dafür ist der Eishockeysport einfach zu schnell und die Zusammenstöße zu volatil. Aber es
lassen sich Vorsichtsmaßnahmen treffen, die das Verletzungsrisiko potenziell reduzieren können.
Es lässt sich anhand der in dieser Arbeit erhobenen anthropometrischen Daten und der
Verletzungsdaten feststellen, dass es spezifische körperliche Anforderungen an Eishockeyspieler
gibt. Es gibt sowohl Anforderungen, die positionsbedingt aber auch liga- und altersspezifisch
sind. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Verletzungs-Arten/-Häufigkeiten/-AuslösendenAktionen zum Teil in den verschiedenen Ligen und Altersgruppen differieren. Nur wenn Spieler
die adäquaten körperlichen und geistigen Voraussetzungen für ihre Altersklasse und Liga
mitbringen, lassen sich mehr Verletzungen vermeiden.
Es sollten Fitness-, Trainings- und Konditionspläne für Eishockeyspieler erstellt werden,
die positionsspezifischer sind, weil sich sowohl in dieser als auch in anderen Arbeiten
herausgestellt hat, dass die Anforderungen der Spieler auf den verschiedenen Positionen zum Teil
sehr unterschiedlich sind.
Es wurde darüberhinaus festgestellt, dass im Jugendalter ein Anstieg an Größe und
Gewicht zum Anstieg von Verletzungshäufigkeiten führt, aber dass es dann im Erwachsenenalter
eher zu einer Reduktion von Verletzungen führt. Man muss sich also überlegen, wie man die
jungen Spieler auf das Spielen im Erwachsenenbereich besser vorbereiten und trotzdem ihr
Verletzungsrisiko reduzieren kann. Je höher das Spielniveau wird desto größer und kräftiger
werden die Spieler.
In allen Eishockeyligen werden prozentual die meisten Verletzungen durch Kollisionen
mit dem Körper oder der Bande verursacht, aber für den Rest der Häufigkeiten der verletzungsauslösenden Aktionen gibt es zum Teil große Unterschiede bezüglich der Ligen. Das gilt auch für
die verletzte Körperregion und die Art der Verletzung.
Um das absolute Verletzungsrisiko im Eishockey zu reduzieren, müssen verschiedene
Strategien angewandt werden. In allen Ligen ist es von enormer Bedeutung, dass die Regeln
korrekt eingehalten werden. Das korrekte Tragen einer adäquaten Schutzausrüstung ist
unumgänglich. Die körperliche und geistige Fitness spielt aber auch eine große Rolle, und zu
guter Letzt ist natürlich Sportmanship von großer Bedeutung.
56
Spieler müssen lernen, sich selbst, aber auch ihren Gegner so zu schützen, dass potenziell
weniger schwere Verletzungen passieren. Das trifft vor allem dann zu, wenn Spieler sich in
vulnerablen Situationen befinden. Diese Mentalität muss von allen Beteiligten ausgelebt werden.
Besonders auch die Trainer, Manager und Medien haben hier eine gewisse Verantwortung im
Umgang mit den Spielern. Dies gilt in besonderem Maße für den Juniorenbereich. Das Statement
„Gewinnen um jeden Preis“ sollte im Bereich von Verletzungen nicht zählen. Zudem hat sich
auch in der Literatur gezeigt, dass Mannschaften in den NHL-Playoffs erfolgreicher waren, wenn
sie fairer gespielt haben als Mannschaften, die unfair und aggressiv gespielt haben (20).
Um das Verletzungsrisiko weiter zu reduzieren, wird man in den verschiedenen Ligen
unterschiedliche Strategien anwenden müssen. In den Juniorenligen muss man sich mit dem
Gedanken anfreunden, die Spielregel zu modifizieren und die Schutzausrüstung zu verbessern.
Nur so kann man das Spiel sicherer machen.
In den deutschen Ligen wird man in Zukunft auf jeden Fall der physischen Fitness mehr
Aufmerksamkeit schenken müssen. Einige der Verletzungen, besonders die Rupturen und
Dehnungen, werden sich vielleicht mit einem stärkeren Muskelapparat vermeiden lassen.
In der NHL ist die Schutzausrüstung von besonderer Bedeutung. Spieler in der NHL
befinden sich aktuell schon in einem sehr guten Fitnesszustand. Sie sind bei Weitem die größten
und schwersten Spieler und bewegen sich mit der größten Geschwindigkeit. Wenn sie
kollidieren, treten die größten Kräfte auf. Einige der Verletzungen, besonders die im Kopf- und
Nackenbereich, lassen sich meistens nur mit einer besseren Schutzausrüstung reduzieren.
7.1 Fazit
Diese Arbeit weist
daraufhin, dass es sowohl zwischen den deutschen und
nordamerikanischen Ligen als auch den Senioren- und Juniorenligen einen Unterschied in den
körperlichen Charakteristika der Spieler und auch in den auftretenden Verletzungen gibt. Diese
Thematik sollte in Zukunft weiter verfolgt und beobachtet werden, da diese Arbeit auch
Schwächen aufweist. Sie liegen vor allem darin, dass die Verletzungsdaten nicht anhand eines
generell geltenden Verletzungs-Erfassungs-System notiert wurden. Die Erfassung der
verletzungsauslösenden Aktion, die Art der Verletzung und die verletzte Körperregion lagen also
zum Teil im Ermessen von dem, der die Verletzung notiert und in die Datensätze der Liga
57
eingetragen hat.
Es ist schon von vielen Studiengruppen der Wunsch nach der Schaffung eines zentralzugängigen und universaleinsetzbaren Verletzungserfassungs-Tools geäußert worden Dies wäre
natürlich auch für diese Arbeit von Vorteil gewesen und könnte die Vergleichbarkeit von
Verletzungsdaten in Zukunft signifikanter und einfacher machen. Man muss auch
berücksichtigen, dass die Daten nicht alle aus den gleichen Jahren stammen. Dies liegt daran,
dass die verschiedenen Ligen ihre Daten in unterschiedlichen Abständen messen und notieren.
58
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Abbildungen:
Playing hockey on the skating rink, McGill University, 1884 Montreal, Quebec. Source:
http://www.collectionscanada.ca/ Library and Archives Canada Copyright: Expired Credit:
Alexander Henderson/Library and Archives Canada/C-0081683
David Herrmann *'''Description:''' == Beschreibung == {{Information| |Description = Ice hockey
field (international size) with german titles |Source = selbst erstellt |Date = created 20. Oct. 2005
with official IIHF-rule book http://www.iihf
Sonstige Quellen:
Eishockey News. Sonderheft Oberliga und Landesverbände Saison 07/08. 2007
Hockeydb (The Internet Hockey Database) http://www.hockeydb.com/ Zugriff am 01.08.2010
62
9. Anhang
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65
10. Lebenslauf:
Angaben zur Person:
Name:
Nils Antons
Geburtsdatum / -ort:
17. September 1979 in Düsseldorf
Eltern:
Dr. med.dent. Heiko Antons; Zahnarzt
Karin Antons, geb. Schreiner; Lehrerin
Geschwister:
Jan Antons; Informatiker-BWL
Familienstand:
Ledig
Staatsangehörihkeit:
deutsch
Schulbildung:
1986-1990
Christian Morgenstern Grundschule, Ratingen Homberg
1990-1996
Heinrich Heine Gymnasium, Metzkausen-Mettmann
1996-1998
Norkam Senior Secondary High School, Kamloops B.C.
Kanada
07/1998
High School Abschluss (Diploma)
Hochschulstudium:
1998-2003
Studium der Naturwissenschaften an der University of British
Columbia, Vancouver B.C. Kanada
04/2003
Abschluss Bachelor of Science
04/2007 – 12/2012
Studium der Humanmedizin an der Universität zu Köln
09/2008
Physikum
08/2011 – 08/2012
Praktisches Jahr an der Universität zu Köln
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