Kurzer Abriss der Erdgeschichte

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Kurzer Abriss der Erdgeschichte
Institut für Bodenkunde: Kernblock Erdgeschichte, Geomorphologie und Böden SS 2004
Kurzer Abriss der Erdgeschichte
I. PRAEKAMBRIUM
I.1 Archaikum 4.5-2.5 Mrd Jahre
Festlandskerne von Schweden, Finnland, Kanada
vertreten durch Gneise, Sandsteine, Grauwacken
I.2 Proterozoikum 2.5 Mrd-570 Mio Jahre
erste Sedimente mit Fossilien (Algen, Einzeller)
Entstehung der Gneise von Schwarzwald, Spessart und Pfälzer Wald
Urkontinent "Gondwana"
An der Grenze zum Kambrium treten "plötzlich" die meisten Invertebratenstämme
(=Wirbellose) auf.
II. PALÄOZOIKUM
II.1 Kambrium 570-500 Mio Jahre
Verbreitung: kaledonische Geosynklinale: Norwegen, brit. Inseln
Fauna: alle Hauptstämme außer den Wirbeltieren vorhanden, noch keine
Landlebewesen, Leitfossilien: Trilobiten, Brachiopoden
Flora: Meeresalgen
Klima: gemäßigt humid
Paläogeographie: Ostkontinent, Westkontinent und der Südkontinent
"Gondwana"
II.2 Ordovicium 500-440 Mio Jahre
Verbreitung: Kaledonische Geosynklinale unverändert, Auftreten von
Vulkanismus und Magmatismus
Vorkommen (Mitteleuropa): Ardennen, Harz, Rheinisches Schiefergebirge
Fauna: erste Knorpelfische , Leitfossilien :Graptolithen
Flora: Thallophyten
Klima: steigende Temperaturen (Kalkfazies, oolithische Eisenerze)
Paläogeographie: wie im Kambrium
II.3 Silur 440-400 Mio Jahre
Verbreitung: frühkaledonische Faltung Ardennen bis Sudeten, Beginn der
Variszischen Geosynklinalen
Fauna: Großer Formenreichtum von Korallen
Flora: erste Pteridophyta (Farne)
Klima: Anstieg der Temperatur (karbonatische Sedimente, Korallenriffe)
Paläogeographie: Ost- und Westkontinent durch Faltung zum Kontinent "
LAURASIA" verschweißt, im Süden "GONDWANA"
II.4 Devon (Unter-,Mittel- und Oberdevon) 400-360 Mio Jahre
Verbreitung: Laurasia (England, Nordeuropa, Arktis, Grönland und Rußland) Mittelund Südeuropa sind marin
(variszische Geosynklinale)
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Fauna: Weitere Entwicklung der Fische, erste Knochenfische, erste Amphibien
Flora: Bärlappe, Schachtelhalme, Farne, allmähliche Eroberung des
Festlandes, jedoch noch keine geschlossene Pflanzendecke
Paläogeographie: Laurasia und Gondwana rücken einander näher
II.5 Karbon (Ober- und Unterkarbon (="Kulm")) 360-280 Mio J.
Verbreitung: erste variszische Faltung: Rheinisches Schiefergebirge,
Ardennen,
Harz
Unterkarbon: Mitteleuropa ist alpinotypes Faltengebirge, Üppige Küstenwälder am
Meeresrand führen zu Kohlevorkommen auf der Linie Mittelengland,
Nordfrankreich, Ruhrgebiet und Oberschlesien.
Im Schwarzwald finden Granitintrusionen statt.
Fauna: erste Reptilien, Blüte der Gliederfüßler
Flora: erste Nadelbäume, Gattung Walchiaceae
Paläogeographie: Kollision von Gondwana und Laurasia führt zur variszischen
Orogenese.
II.6 Perm (Oberperm bzw. Zechstein und Unterperm bzw. Rotliegendes) 28-230
Jahre
Verbreitung: Abtrag des variszischen Gebirges, Porphyre im Schwarzwald,
Melaphyre in der Pfalz
Zechstein: Meerestransgression: "Germanisches Becken"
Sedimentation von Gips, Stein- u. Kalisalzen
Fauna: Entwicklung der Reptilien
Flora: Koniferen lösen niedere Gefäßpflanzen ab.
Paläogeographie: wie Karbon
III.MESOZOIKUM
III.1 Trias (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper)
230-180 Mio Jahre
Buntsandstein : Germanisches Becken ist wieder terrestrisch, gewaltige
inländische Stromsysteme lagern Sedimente ab, nach Norden mit
zunehmender Mächtigkeit (bei Karlsruhe ca 500 m, im Solling ca. 1200 m
mächtiger Buntsandstein)
Muschelkalk: Meerestransgression, Norddeuschland und
Süddeutschland überflutet verbunden durch die "Hessische Meeresstraße"
Keuper: Wechsel von marinen, limnischen und fluviatilen Sedimenten
Fauna: Aufschwung von Mollusken und Reptilien (Dinosaurier)
Flora: starke Ausbreitung mariner Kalkalgen, im Buntsandstein
Trockenvegetation
Paläogeographie: Alpine Geosynklinale beginnt im Raum der Ost- und
Südalpen
III.2 Jura (Lias, Dogger, Malm bzw. schwarzer, brauner und weißer Jura) 180-130
Mio Jahre voll marines Erdzeitalter
Lias: Norddeutschland, Hessen und Süddeutschland überflutet, tonige
mergelige Sedimente
Dogger: Hessische Meeresstraße schließt sich, Sedimente sind Opalinuston,
oolithische Erze und Kalke.
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Mio
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Malm: verbreitet geschichtete, weiße Kalke
Fauna: Ammoniten und Belemniten sind Leitfossilien
Verbreitet sind Schmetterlinge und Hautflügler
Im oberen Malm wurde der Archaeopterix gefunden.
Flora: ähnlich wie Trias
Paläogeographie: Im Alpenraum: Dauermeer ("Tethys")
III.3 Kreide (Unterkreide, Oberkreide) 130-65 Mio Jahre
Verbreitung: Norddeutsches Becken: Tone, Sandsteine (z.B. Hilssandstein),
Schreibkreide
Fauna: Plötzliches Aussterben der Dinosaurier, Vögel mit zahnlosem Schnabel
treten auf .
Flora: erste Blütenpflanzen treten auf (Dikotyledonen, Monokotyledonen)
Paläogeographie: starke Faltungen im alpidischen Geosynklinalraum, in der
Tethys sind bis 4000 m Kalk und Dolomit sedimentiert.
IV. KÄNOZOIKUM
IV.1 Tertiär 65-2 Mio Jahre
Alttertiär: Paleozän, Eozän Oligozän
Jungtertiär: Miozän, Pliozän
Im Jungtertiär Meeresrückzug auf etwa die heutige Küstenlinie
Bruchtektonik in Hessen und am Niederrhein, später auch am Oberrhein:
basaltischer Vulkanismus (Vogelsberg, Rhön, Kaiserstuhl),
Hebung alter Gebirgsrümpfe (Schwarzwald, Vogesen, Harz, sog."saxonische
Gebirgsbildung"),
Faltung der Alpen zum Hochgebirge, Absinken des Vorlandes: Molassetrog
(Ein Rest davon ist der Bodensee)
Flora: Vorherrschaft der Angiospermen
Fauna: Vorherrschaft der Säugetiere
Klima: Fortschreitende Temperaturabsenkung
Paläogeographie: Zerbrechen des Urkontinents, Öffnung des Nordatlantik,
Norddrift Afrikas
IV.2 Quartär 2 Mio Jahre bis heute
Pleistozän (Diluvium)
Holozän (Alluvium)
Pleistozän: In Süddeutschland vier (Günz, Mindel, Riss, Würm), in
Norddeutschland drei Eiszeiten (Saale, Elster, Weichsel ) nachgewiesen
Die Mitteltemperatur lag um ca 10 oC niedriger als heute, der Meeresspiegel
war ca. 110 m tiefer,
Zwischen den Eiszeiten Interglaziale, in denen etwa heutiges Klima herrschte.
WÜRM-Glazial: Inlandeis bis zur Elbe, alpines Eis bis zum Bodensee,
Vergletscherung der Mittelgebirge (z.B. Schwarzwaldvereisung)
Ostgrenze der Vereisung: Westsibirien (geringe Niederschläge)
Der Grund für den plötzlichen Klimawandel ist nicht eindeutig geklärt.
Theorien:
- Hebung großer Landmassen in Tertiär schaffte große Flächen mit
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Dauerschnee, dadurch global erhöhte Totalreflexion der Sonnenstrahlung
(sog. "Kältekamine")
- Unregelmäßigkeiten der Sonneneinstrahlung
Holozän : Beginn vor ca. 10000 Jahren
Um 5500 v.Chr. Überflutung der deutschen Bucht und der Ostsee
Entwicklung des Menschen: Vorläufer des homo sapiens (homo erectus,
homo habilis) haben sich Mitte des Tertiärs vermutlich im ostafrikanischen
Graben vom Stamm der Menschenaffen abgezweigt, älteres Pleistozän: homo
heidelbergensis
Riss/Mindel-Interglazial: Vorläufer des heutigen Menschen
Würm-Glazial: homo neandertalis, homo sapiens sapiens kommen
nebeneinander vor, langsame Verdrängung des homo neandertalis
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Geologische Zeittafel
© Jochen Hesemann, http://www.geology-science.de/Geologie/zeittafel-geologie.htm
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