Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht
Erfahrungsbericht
Auslandssemester an der University of the
Sunshine Coast, Queensland, Australien
Semester 1, 2015
1. Vorbereitung vor Ausreise an der
Heimathochschule
Frühzeitig um sein Auslandssemester
kümmern – dies wurde uns schon am
ersten Tag unserer Einführungswoche an der Frankfurt University of
Applied Sciences als wichtiger Tipp mit auf den Weg gegeben. Gerade
wenn man sich dafür entscheidet Übersee ins Ausland zu gehen, sollte
man ca. 1 Jahr vorher anfangen zu planen. Somit wurde es dann am Ende
des zweiten Semesters Zeit für mich meinen Auslandsaufenthalt zu
planen.
Die Entscheidung nach Australien gehen zu wollen, traf ich sehr schnell,
da es schon immer ein großer Traum von mir war einmal in Downunder
zu leben. Bei der Recherche in Zusammenarbeit mit dem International
Office der FRA-UAS stieß ich dann auf das Hessen-Queensland
Programm. Begeistert von den Erfahrungsberichten der Alumni und
natürlich dem Anreiz der finanziellen Unterstützung, stellte ich mich der
Herausforderung einen Stipendiumplatz zu bekommen.
Nach der erfolgreichen Bewerbung liefen die weiteren Vorbereitungen
größtenteils über das International Office, sowie über das HessenQueensland-Programm ab. Nach eingegangener Bewerbung kontaktiert
die USC einen dann um weitere Modalitäten zu klären. Zum einen
müssen die Kosten für die integrierte und pflichtmäßige ausländische
Krankenversicherung (OSHC $367) überwiesen und
Einreisebestimmungen, wie das erforderliche Visum, geklärt werden. Um
das Visum beantragen zu können, muss die USC deiner Bewerbung
zugestimmt haben und dir eine sogenannte Confirmation of EnrolmentNummer zu senden.
Mit einer gültigen Reisepassnummer kann das Visum dann problemlos
online beantragt werden und hat mich zu dem Zeitpunkt $535 gekostet
(6 Monate gültig). Weitere benötigte Reisedokumente sind neben dem
Reisepass der Impfpass, Personalausweis, deutscher Führerschein und
gegeben falls der internationale Führerschein.
Ich habe zusätzlich zu der Pflichtkrankenversicherung OSHC noch eine
Auslandsreise-Krankenversicherung in Deutschland abgeschlossen, da
die OSHC nicht alles abdeckt. Zudem habe ich eine für Studenten
kostenfreie VISA-Kreditkarte bei der DKB beantragt, die es mir
ermöglichte weltweit kostenfrei Bargeld abzuheben und mein Geld
bequem per Online-Banking verwalten zu können. Nach dem
finanziellen Aspekt, kam dann schnell auch der Aspekt der Unterkunft in
Australien. Entgegengesetzt einiger Meinungen, habe ich mich trotzdem
für eine der Studentenwohnanlagen in unmittelbarer Nähe zum Campus
entschieden. Ich habe für die Zeit meines Auslandsaufenthaltes in den
Varsity Apartments gewohnt und es war eindeutig die richtige
Entscheidung! Für die Studentenwohnanlagen (Varsity oder Uni Central)
kann man sich ganz leicht online bewerben und alles Weitere läuft dann
per E-Mail Schriftverkehr ab. Nach der gesicherten Unterkunft habe ich
mich dann dafür entschieden kein überteuertes Linen-Package
(Bettwäsche, Handtücher etc.) von der Wohnanlage zu kaufen, sondern
einfach über einer der USC Facebookgruppe ein gebrauchtes von einer
Studentin abgekauft, was ich gleich am ersten Tag meiner Anreise
abholen konnte. Gerade auch mit Internet-Routern versuchen die
Studentenwohnanlagen gutes Geld zu verdienen (neu $75), sodass ich
mich auch hier für einen gebrauchten entschieden habe, um Geld zu
sparen.
Vorab alles geklärt und geregelt konnte es dann endlich zum Flughafen
gehen.
2. Anreise
Geflogen bin ich mit der Airline Emirates mit einmal Umsteigen in Dubai.
Ich würde jedem empfehlen eine vergleichbare gute Fluggesellschaft zu
nehmen, da der Flug und die Reise nach Australien wirklich lang und
anstrengend sind. Von Deutschland aus ist es am bequemsten nach
Brisbane zu fliegen und nicht zu dem kleinen lokalen Flughafen Sunshine
Coast Airport. Der Brisbane International Airport ist nur 1 Stunde von
Sippy Downs entfernt und man kann im Voraus über die
Studentenwohnanlagen oder lokale Anbieter einen Shuttle-Transfer zur
Wohnanlage buchen. Ich persönlich habe es bequem über die Varsity
Apartments gebucht, damit ich keine zusätzlichen Informationen
einholen musste und habe dafür $10 mehr gezahlt ($50 anstatt $40).
Col´s Air Shuttle aber zum Beispiel bietet auch Studentenrabatte an und
man kann es auch bequem übers Internet buchen.
3. Studienaufenthalt an der USC
Wohnsituation
Wie gesagt habe ich mich für die Varsity Apartments entschieden. Nicht
nur die Flexibilität, dass man nur 10 Minuten Fußweg zur Uni braucht, es
freie Shuttle-Busse zum Supermarkt (dienstags und donnerstags) und
zum Nachtleben gibt, sondern auch der soziale Aspekt machten meinen
Aufenthalt super angenehm. Der Vorteil der Studentenwohnanlagen ist
nämlich definitiv die Gemeinschaft. Man lernt unglaublich viele, nette
und kulturell verschiedenste Menschen kennen und muss wirklich keine
Angst haben, keine Freunde zu finden.
Vorstellen kann man sich das Ganze wie eine Ferienanlage, man wohnt in
Bungalows und teilt sich eine Bungaloweinheit mit 3 anderen Personen.
Dabei hat man sein eigenes Zimmer, möbliert mit Bett, Schrank und
Schreibtisch, und sein eigenes Badezimmer mit Dusche, WC und
Waschbecken. Küche, Wohnraum und Balkon oder Terrasse teilt man
sich dann mit seinen Mitbewohnern und dies wird auch alle 10-14 Tage
von den Putzkräften gereinigt. Die Wohnanlagen, sowohl Varsity als auch
Uni Central, haben zudem Pools (Varsity zwei), einen Tennis- und
Basketballplatz, Beachvolleyballfeld, BBQ-Plätze und ein Fitnessstudio.
Die Miete beträgt $210 die Woche und auch die Waschmaschinen kostet
pro Waschgang $3. Am Ende des Semesters werden $200 von der
Kaution für Reinigung einbehalten, doch gab es zu diesem Thema viele
Petitionen und Beschwerden, sodass sich dies auch geändert haben
kann. Teurer als eine Privatunterkunft ist es alle male, jedoch muss ich
dazu sagen, dass es für fünf Monate einfach perfekt war. Zum einen da
es sich sehr schwer gestaltet aus Deutschland aus eine geeignete
Wohnung zu finden und man in den Studentenwohnheimen alles was
man braucht direkt vor der Tür hat. Zum anderen auch, dass man zur Uni
laufen kann und alle anderen Freunde auch vor Ort wohnen. Letzten
Endes unterscheiden sich die Wohnheime, Varsity und Uni Central, nicht
groß voneinander, außer dass im Uni Central die Waschmaschinen und
Trockner in den Häusern integriert sind, jedoch muss man dort für das
Internet monatlich extra bezahlen, was im Varsity im Mietpreis enthalten
ist. Bei der Bewerbung auf ein Zimmer in den Studentenwohnheimen
kann man auch Präferenzen angeben bezüglich der Lage und
Mitbewohner, hierbei sollte man sehr aufpassen was man schreibt.
Schreibt man nämlich, dass man gerne feiert, landet man auch schnell
mal direkt in der Pool-Party-Umgebung, wo ruhige Minuten eher selten
sind, was bei einem hohen Lernpensum auch mal anstrengend sein kann.
Aber durch die Angabe von Präferenzen kann man die Unterbringung
schon sehr gut steuern. Meine Entscheidung für die Varsity Apartments
habe ich persönlich keine einzige Minute bereut und würde es jedem
weiterempfehlen.
Die Universität
Die USC ist einer der neusten und modernsten Universitäten
Queenslands, sodass sie ihren Studenten ein hervorragendes
Internetnetz und auch eine umfangreiche (online) Bibliothek bieten
kann. Der offene und großzügig gestaltete Campus lädt auch neben den
Vorlesungen zum Verweilen ein. Zwei Cafés und kleinere Kaffeestände,
Sitzgelegenheiten auf dem Campus zum Beobachten von Kängurus oder
auch das Student Guild zum Musik hören oder Freunde treffen, machen
das Campusleben noch angenehmer. In der Bibliothek kann man günstig
seine Skripte und auch andere private Sache drucken
und bei Problemen immer das besonders hilfsbereite
Personal fragen. Das Studium gliedert sich in
Lehrveranstaltungen und Tutorien. Pro Fach hat man
meistens zwei Stunden Vorlesung und eine Stunde
Tutorium. Ich persönlich bin immer zu den Vorlesungen
gegangen, um nicht alles nacharbeiten zu müssen. Kann
oder will man aber mal nicht hingehen, werden die
Vorlesungen auch aufgezeichnet und man kann sie
online anschauen. In den meisten Tutorien herrscht aber
Anwesenheitspflicht und dort würde ich auch immer hingehen. In den
Tutorien lernt man meiner Ansicht nach am Meisten.
Allgemein bietet die USC ein großes Angebot zum besseren
Lernverständnis an, so habe ich z.B. an einem Academic Skills Kurs
teilgenommen, der für internationale Studenten entwickelt wurde und
der einem auf das akademische Schreiben von Essays und Assignments
vorbereitet. Dazu gab es einmal die Woche auch ein Angebot vom
„Student Life & Learning“, wo Professoren und Tutoren gemeinsam mit
einem die eigenen Assignments hinsichtlich Grammatik und
Ausdrucksfehlern besprechen. Dies würde ich auch so oft wie möglich in
Anspruch nehmen, da allgemein kommuniziert wird, dass
grammatikalische Fehler bei internationalen Studenten ebenso ungern
gesehen werden, wie bei Einheimischen.
Natürlich bietet die USC auch zahlreiche Sportmöglichkeiten an, wie zum
Beispiel Schwimmen, Fußball, Tennis, Basketball bis hinzu Rugby. Die USC
verfügt über ein eigenes Fitnessstudio (ca. $80 für 4 Monate), ein
Olympia-Schwimmbecken und einem Leichtathletik-Stadion. Zudem kann
man jedoch auch in unzählige Vereine eintreten, wie dem Drama-Club
(Schauspiel) oder dem Schach-Verein. Zudem würde ich auch jedem
empfehlen Mitglied im Student-Guild zu werden. Dies ist eine
Studenteninitiative, die den Stundeten regelmäßig Veranstaltungen zum
Beisammen sein bietet und auch verschiedenste Veranstaltungen für den
internationalen Austausch organisiert werden. Die Mitgliedschaft kostet
einmalig $5 und dafür gibt es dann einmal die Woche kostenloses BBQ
mit Burgern und HotDogs und kann ansonsten unbegrenzt übers ganze
Semester Müsli, Toast, Kaffee, Tee und andere Fertiggerichte essen.
(Günstige Alternative zu den teuren Lebensmitteln ;) )
Soziales Umfeld
Mein Tipp ist auf jeden Fall zur sogenannten Orientation-Week, die eine
Woche vor dem Vorlesungsstart stattfindet, vor Ort zu sein. Diese Woche
wird von der Universität und den Studentenwohnheimen gemeinsam
organisiert. Hier werden viele Veranstaltungen, die den Einstieg ins
Unileben erleichtern sollen, gehalten, Infostände sind vorhanden, wo
man sich über jegliche Angebote rund um die Universität informieren
kann, Sportwettbewerbe werden veranstaltet und natürlich auch viele
Partys gefeiert. In diesen ersten Tagen hat man viele verschiedenste
Möglichkeiten andere Studenten, sowohl einheimische als auch
internationale, kennenzulernen. Die meisten Kontakte und Gruppen
finden sich in dieser Woche, somit mein Tipp auf jeden Fall vor Ort zu
sein.
An der USC und in den Wohnheimen ist eigentlich jede Nation vertreten.
Mein persönlicher Eindruck war, dass man neben vielen Einheimischen,
auch viele Amerikaner, Kanadier, Skandinavier und Franzosen
kennenlernt.
Sippy Downs ist ansonsten eine Kleinstadt, die außer ein paar
Supermärkten und dem Chancellor-Park eher wenig zu bieten hat.
Dies ist aber auch kein Nachteil, weil sich das Studentenleben komplett
in unmittelbarer Umgebung zur Uni und den Wohnheimen abspielt. Die
Universität, als auch die Wohnheimen biete regelmäßig Veranstaltungen
und Partys für die Studenten an, sodass Langeweile nur sehr selten
aufkommt.
Zudem ist man innerhalb von wenigen Minuten am Strand von
Mooloolaba oder Kawana und auch in der nächst größeren Stadt
Maroochydore, wo auch ein Einkaufscentrum und eine Kneipenstraße
vorhanden sind. Für die restliche Freizeit empfehle ich die Umgebung der
Sunshine Coast einmal näher zu erkunden, ein Besuch der Glasshouse
Mountains und dem Noosa Nationalpark sind dabei unverzichtbar.
4. Meine belegten Kurse
An der USC habe ich, orientiert an
meinen Studiengang, folgende Kurse
belegt:
HRM 210 – Human Resources
Management
Human Resources Management war ein
Einführungskurs in die Thematik des Personalmanagements. Auch ohne
Vorkenntnisse in dem Bereich konnte man der Vorlesung sehr gut folgen.
Die Gesamtnote bestand aus einem Midsemester Test, einer
Gruppenarbeit und einem Abschlussexam. In allem würde ich sagen, dass
sich der Aufwand für diesen Kurs in Grenzen hielt, vom Lerninhalt und
vom Vorlesungsniveau aber super interessant und auch hilfreich fürs
spätere Leben ist, auch ohne Karriere im Personalmanagement.
ENT 211
New Venture Development war ein Workshop, wo man seine eigene
Businessidee in ein Start-up Unternehmen umsetzen sollte. Man
besprach die ersten Schritte von der Idee bis hin zum Businessplan. Die
Gesamtnote bestand aus einer Präsentation und zwei schriftlichen
Ausarbeitungen. Ich persönlich muss sagen, dass mir der Kurs nicht
gefallen hat, da ab der ersten Vorlesung verlangt wird, dass man eine
Businessidee hat und diese auch wohlüberlegt für das ganze Semester als
Basis ausreicht. Ohne eine stichfeste Idee, fühlte man sich in dem Kurs
oft fehl am Platz, meiner Meinung nach.
MGT 210
Project Management war ein Einführungskurs in die Thematik des
Projektmanagements. Die Gesamtnote bestand aus einem Midsemester
Test, einer Gruppenarbeit und einer schriftlichen Ausarbeitung am
Semesterende. Gerade die Gruppenarbeit war der größte Teil des Kurses,
die als Aufgabe beinhaltete ein Projekt selbst zu managen und den
erforderlichen Projektplan hierfür aufzustellen. Gerade für Leute die
Gruppenarbeit gerne mögen, würde ich diesen Kurs wirklich empfehlen,
vom Inhalt her sehr interessant und kreativ. Auch wird dieser Kurs von
vielen internationalen Studenten belegt.
FIN 210
Introduction to Financial Planning war ein Einführungskurs in die
Finanzplanungsindustrie für Privatkunden. In diesem Kurs saßen sowohl
vollkommene Anfänger als auch viele Leute, die schon langjährige
Berufserfahrung in diesem Feld haben. Die Gesamtnote bestand aus zwei
schriftlichen Ausarbeitungen und einem
Abschlussexam. Die umfangreiche Thematik
wurde durch eine Fallstudie, die einen durch
das ganze Semester hin begleitet verdeutlicht,
was das Lernen deutlich leichter machte.
Jedoch muss ich dazu sagen, dass ich viel
Vorwissen in diesem Fach hatte, weil ich selbst
schon drei Jahre in der Branche gearbeitet
habe. Für Einsteiger fand ich den Kurs schon
sehr Zeitintensiv, da der Umfang des
Lernstoffes doch immense war. Für
internationale Studenten ist der Kurs gerade
interessant um Unterschiede im Steuer- und Rentensystem zwischen
Australien und Deutschland zu analysieren.
5. Wertung des Studienaufenthaltes
It´s something unpredictable but in the end it´s right!!
Das Auslandssemester an der University of the Sunshine Coast hat mir
nicht nur vom akademischen Level her, sondern auch vom kulturellen
und persönlichen Austausch unglaublich tolle Erfahrungen und
Erinnerungen bereitet. Das Studieren an einem Campus, wo man mittags
in der Sonne beim Kaffee trinken Kängurus beobachten kann, das Leben
in den Studentenwohnheimen, wo man so viele tolle Freunde aus
verschiedensten Ländern gefunden hat oder einfach das Leben an der
Sunshine Coast, wo man bei strahlend blauem Himmel einfach den Tag
am Strand von Mooloolaba verbracht hat, sind zwar einfache Dinge, aber
gerade diejenigen, die ich sehr schätze und wo ich jeden einzelnen
Moment genossen habe.
Die tolle Begleitung durch die Universität, die Gesellschaft in den
Studentenwohnheimen und das flair der australischen Mentalität
machten die letzten 5 Monate für mich unvergesslich.
Ein Semester an der Sunshine Coast in Australien kann dich persönlich
stark weiterentwickeln und zeigt dir definitiv die schönen Seiten des
Lebens mehr zu genießen und dich nicht allzu sehr vom Alltag stressen zu
lassen.
Ich hätte mir persönlich keinen besseren Ort für mein Auslandssemester
denken können und möchte keine Minute missen.