Daten und Fakten 2014

Сomentários

Transcrição

Daten und Fakten 2014
Daten und Fakten 2014
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
www.siemens.at
Fünfjahresübersicht
Eckdaten 2010–2014
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
2010
2011
2012
2013
2014
gg. Vj.
Auftragseingang
2.542,2
2.411,9
2.100,8
3.054,7
2.769,1
–9,4 %
Umsatz
2.438,8
2.468,5
2.872,5
2.735,4
2.661,7
–2,7 %
(in Mio. €)
47,6 %
53,0 %
42,0 %
59,0 %
50 %
–15,4 %
Investitionen1
(in % vom Umsatz)
112,1
4,6 %
41,3
1,7 %
45,7
1,6 %
37,8
1,4 %
30,2
1,1 %
–20,1 %
Mitarbeiter 2
8.664
7.431
8.932
8.284
8.017
–3,2 %
775,4
31,8 %
737,7
29,9 %
743,4
25,9 %
831,0
30,4 %
746,9
28,1 %
–10,1 %
471,7
331,3
256,5
166,7
182,1
9,2 %
16,3
16,3
14,8
16,6
14,9
–10,4 %
Exportanteil (in % vom Umsatz)
Personalaufwand
(in % vom Umsatz)
Forschungs- und Entwicklungsaufwand
Aus- und Weiterbildungsaufwand
1 Sachanlagen einschließlich vermieteter Erzeugnisse
2 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014, ohne Präsenzdiener, Karenzurlauber und Lehrlinge
Der sprachlichen Klarheit wegen wird der Begriff »Mitarbeiter« verwendet; er steht stellvertretend für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Dies gilt allgemein sinngemäß.
Inhalt
Eckdaten
Inhaltsverzeichnis
An unsere Kunden und Partner
4
A.1
Vorwort des Vorstands
8
A.2
Bericht des Aufsichtsrats
12
A.3
Aufsichtsrat, Vorstand
Lagebericht
16
B.1
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
17
B.2
Geschäftsverlauf der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
23
B.3
Erläuterungen zu den operativen Geschäftstätigkeiten der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
45
B.4
Zweigniederlassungen
45
B.5
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
45
B.6
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015
Jahresabschluss
50
C.1
Bilanz zum 30. September 2014
52
C.2
Gewinn- und Verlustrechnung
53
C.3
Anhang für das Geschäftsjahr 2014
62
C.4
Entwicklung des Anlagevermögens
64
C.5
Beteiligungenspiegel
65
C.6
Forderungenspiegel
66
C.7
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen
67
C.8
Verbindlichkeitenspiegel
68
C.9
Bestätigungsvermerk
Appendix
72
D.1
Abkürzungsverzeichnis
76
D.2
Disclaimer
Kontakt
2
An unsere Kunden
und Partner
4
A.1
Vorwort des Vorstands
8
A.2
Bericht des Aufsichtsrats
12
A.3
Aufsichtsrat, Vorstand
A.
A. An unsere Kunden und Partner
A.1 Vorwort des Vorstands
Sehr geehrte Damen und Herren,
ein Rückblick auf das Geschäftsjahr 2014 lässt eine weiterhin solide und nachhaltige Geschäftsent­
wicklung der Siemens Aktiengesellschaft Österreich erkennen. Die Grundlage unseres geschäftlichen
­Erfolgs sind innovative Produkte und Lösungen, verstärkte Investitionen und Kooperationen im
­Bereich Forschung und Entwicklung sowie das hohe Engagement und die besondere Expertise unserer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Das wirtschaftliche Umfeld präsentierte sich 2014 weniger positiv, als noch zu Beginn des Jahrs prognostiziert
wurde. Neben der anhaltend schwachen Konjunktur und einer weiterhin verhaltenen Nachfrage der öffent­
lichen Hand lassen auch geopolitische Spannungen durch eine Vielzahl an Konflikten ‒ von der Ostukraine
über Nordafrika bis zum Nahen Osten ‒ Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und das Wachstum
in Österreich und Europa erkennen. Auch führten sinkende Importe der Wachstumsmärkte in Südamerika,
Südostasien und Osteuropa zu einer geringeren Exportquote der EU. Die Rückkehr in einen Wachstumsmodus
in Österreich ‒ und den von der Siemens Aktiengesellschaft Österreich verantworteten Ländern in CEE ‒
­gelang nur bedingt. In diesem schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld ist es der Siemens Aktien­
gesellschaft Österreich im abgelaufenen Geschäftsjahr dennoch gelungen, Konjunkturbewegungen auszubalan­
cieren und die noch immer vorhandenen Potenziale der mittel- und südosteuropäischen Länder zu nutzen.
Bei der Realisierung von Projekten lag der Fokus in den Bereichen industrielle Produktivität, Energieeffizienz,
Gesundheitsversorgung der Zukunft und intelligente Infrastrukturlösungen.
Das beherrschende Thema in der Industrieproduktion war und ist die Digitale Fabrik. Quer durch alle Bran­
chen ist eine digitale Revolution im Gang, die auf Informationstechnologie und moderner Industriesoftware
beruht – von der Marktforschung und der Finanzierung über das Produkt- und Produktionsdesign bis hin zu
­Logistik, Vertrieb und Service. Mittlerweile sind so gut wie alle Teile der industriellen Wertschöpfungskette von
der Digitalisierung erfasst. Flexibel organisierte Produktionssysteme und eine durchgängige Vernetzung aller
Wertschöpfungsstufen treten zunehmend in den Vordergrund. Virtuelle Welten verschmelzen dabei immer
mehr mit der realen Fertigung. Das erwartete Ergebnis sind erhebliche Produktionssteigerungen. Die Voraus­
setzung, dass Unternehmen an der digitalen Zukunft teilhaben können, sind durchgängig nutzbare Daten.
Software-Tools von Siemens, wie das »Totally Integrated Automation«-(TIA-)Portal, ermöglichen schon heute,
Produktionsprozesse zu planen, zu testen und in Betrieb zu nehmen. Siemens ist damit Wegbereiter für die
­Digitale Fabrik. Seit 2007 arbeitet das Unternehmen daran, den Produktentwicklungs- mit dem Produktions­
prozess auf eine einheitliche Datenbasis zu stellen, und hat weltweit über vier Mrd. US$ in den Zukauf von
­Softwareunternehmen investiert.
Auch antriebsseitig arbeitet Siemens an der Integration und informationstechnischen Durchgängigkeit von
Systemen und Produkten. Mit der Strategie des »Integrated Drive Systems« (IDS) ist es uns gelungen, Umrichter,
Steuerung, Motor, Getriebe und Mechanik funktional so zu vernetzen, dass nicht nur alle Zustände erfasst,
sondern im Antriebs- und Steuerungssystem auch autonom ausgewertet und optimiert werden können.
­Siemens Österreich rüstete die Kartonmaschine KM3 der Mayr-Melnhof Karton AG am Standort Frohnleiten mit
einem solchen integrierten Antriebssystem aus. 90 Antriebe mit in Summe elf Megawatt Antriebs­leistung
­wurden installiert. Darunter befinden sich auch wassergekühlte Direktmotoren, die erstmals in der Papier­
industrie in Österreich zum Einsatz kommen. Durch das nun optimale Zusammenspiel von Motoren und
­Frequenzumrichtern konnte ein höherer Wirkungsgrad der Maschine und somit eine Energieeffizienzsteige­
rung erzielt werden.
A. An unsere Kunden und Partner
4
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Ing. Wolfgang Hesoun
Vorsitzender des Vorstands
5
Ein starkes Zeichen für das Vertrauen in die Qualität, Innovationskraft und Erfahrung von Siemens Österreich
ist der Abschluss der Rahmenvereinbarung über die Lieferung und Installation von gasisolierten Schaltanlagen
(GIS) für diverse 220/380-kV-Umspannwerke in Österreich. Mit einem Gesamtvolumen von rund 74 Mio. € ist
der von der Siemens Aktiengesellschaft Österreich und dem Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid
AG (APG) unterzeichnete Rahmenvertrag der größte, der je in Österreich vergeben wurde. Siemens leistet
­damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen Stromversorgung und zur Modernisierung
des österreichischen Stromnetzes.
Die feste Verankerung des Weltunternehmens Siemens in Österreich zeigt sich auch an der Bestellung von wei­
teren neun railjet-Zügen durch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Die Auslieferung der siebenteiligen
Garnituren, die auf der Weststrecke und für den Verkehr nach Italien eingesetzt werden, soll bis Dezember 2016
erfolgen. Ein guter Teil der Wertschöpfung aus dem Auftrag verbleibt in Österreich: Die Endmontage der rail­
jets erfolgt im Siemens-Werk in Wien-Simmering. Die Fahrwerke kommen aus dem Siemens-Werk in Graz.
­Damit fallen rund 70 % der Wertschöpfung in Österreich an.
Um permanente Innovation und Technologien im Dienste der Menschen geht es auch bei Siemens Healthcare.
Der im Diagnostik Zentrum Graz in Betrieb genommene Computertomograph (CT) Somatom Force ermöglicht
Krebsfrüherkennung mit geringer Strahlendosis. Der erstmals in Österreich eingesetzte High-End-CT von
­Siemens ist auch für die Untersuchung besonders sensibler Menschen geeignet. Dazu gehören etwa sehr junge
Patienten, solche mit Niereninsuffizienz sowie Schwerkranke und Adipöse.
Erfreuliches gibt es aus dem Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) zu berichten. Der Zugang zu öster­
reichischen Innovationsnetzwerken ist für Siemens generell von großer Bedeutung. Innovationen entstehen
heute zunehmend durch gemeinsame Aktivitäten von Partnern aus der Industrie und akademischen Instituten.
Daher geht Siemens auch laufend Kooperationen mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Industrie­
partnern ein.
So hat der Forschungscluster Aspern Smart City Research (ASCR) im vergangenen Geschäftsjahr den Zuschlag
für 3,7 Mio. € Fördergelder aus dem Klima- und Energiefonds (KLIEN) der Bundesregierung erhalten. Siemens
Österreich bringt als Projektpartner des ASCR Forschungs- und Technologie-Know-how ein. Zuletzt wurde
das Demoprojekt »Energieeffizienz ‒ Integration von Technik und Mensch« im Technologiezentrum aspern IQ
­vorgestellt. Eines der Hauptziele des größten Energieforschungsprogramms in Österreich ist es, innovativen
Technologien den Weg von der Entwicklung in den Alltag der Menschen zu ebnen.
Einzigartig und richtungsweisend ist die Wohnanlage »ROSA ZUKUNFT« im Salzburger Stadtteil Taxham. In der
Rosa-Hofmann-Straße wurde im Rahmen der Smart-Grids-Modellregion Salzburg von den Projektpartnern
Salzburg Wohnbau, Salzburg AG und der Siemens Aktiengesellschaft Österreich die erste für Smart-Grids-­
Anwendungen optimierte Wohnanlage errichtet. Herzstück der »ROSA ZUKUNFT« ist ein intelligentes EnergieManagement-System, das Siemens Österreich eigens für dieses Projekt entwickelt hat. Die Daten und Erkennt­
nisse, die in Salzburg gewonnen werden, sollen künftig im Forschungsprojekt »aspern Seestadt« in Wien
aufgegriffen werden.
Im Mai 2014 konnte das Projekt »EcoTram« erfolgreich abgeschlossen werden. Seit 2009 arbeiteten die Wiener
Linien gemeinsam mit Siemens Österreich und den Partnerunternehmen Rail Tec Arsenal, SCHIG mbh, TU Wien
sowie Vossloh Kiepe an dem vom Klima- und Energiefonds (KLIEN) geförderten Projekt. In der ersten Phase
wurden Daten einer serienmäßigen ULF-Straßenbahn im Klimawindkanal und im Linienbetrieb gesammelt.
Anschließend wurden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung entwickelt und in einem Prototyp – der EcoTram –
umgesetzt. Nach erneuten Tests im Klimawindkanal wurde die EcoTram zehn Monate lang im Fahrgast­betrieb
eingesetzt. EcoTram sparte in diesem Zeitraum mehr als 13 % Energie beim Lüften, Heizen und Kühlen ein.
Das entspricht in etwa dem Jahresenergieverbrauch eines durchschnittlichen österreichischen Haushalts.
Im Bewusstsein, dass technologisches Wissen eine der Grundvoraussetzungen für Innovation und damit auch
für gesellschaftlichen Wohlstand ist, hat sich Siemens Österreich im abgeschlossenen Geschäftsjahr erneut für
Spitzenkräfte in der heimischen Industrie engagiert und den Stellenwert von Bildung und Ausbildung einmal
mehr hervorgehoben. Seit 2013 werden neue Lehrlinge in Wien dazu ermutigt und dabei unterstützt, parallel
A. An unsere Kunden und Partner
6
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
zur ­Berufsausbildung die Berufsreifeprüfung zu absolvieren. Zusätzlich zur Praxis eignen sich die Lehrlinge
so ein vertieftes theoretisches Wissen an, das unter anderem Basis für eine weiterführende akademische Aus­
bildung sein kann. Unterstützt wurde im Berichtsjahr auch die Initiative »Österreich sucht die Technikqueens«.
Ziel des Projekts ist die Förderung von Mädchen in technischen Berufen. Für Siemens ist die Förderung von
Frauen in technischen Berufen ein wichtiges Anliegen. Während etwa im Bereich der Städte- und Raumplanung
Frauen mittlerweile Fuß gefasst haben, sind die klassischen Ingenieursbereiche, wie Elektrotechnik und
­Maschinenbau, noch immer traditionell den Männern vorbehalten. Oftmals liegt das nicht am mangelnden
­Interesse an Wissenschaft und Technik, sondern am mangelnden Mut, in männerdominierte Bereiche vorzu­
dringen und Muster a
­ ufzubrechen.
Auch hinsichtlich betrieblicher Gesundheitsförderung ist es Siemens in Österreich ein Anliegen, Maßstäbe zu
setzen. Die Siemens-Lehrwerkstätte Graz-Eggenberg bekam im zurückliegenden Geschäftsjahr für das Lehr­
lingsgesundheitsförderungsprogramm »Young Professionals« den »Staatspreis der Bundesarbeitskammer für
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)«.
Umweltschutz ist für Siemens unternehmerische Aufgabe, gesellschaftliche Verantwortung und Erfolgsfaktor
zugleich. Im Siemens-Weltkompetenzzentrum für Hightech-Fahrwerke in Graz wurde im Geschäftsjahr 2014
eine neue Luftreinigungsanlage in Betrieb genommen. Die Investition belief sich auf mehr als 2,7 Mio. €. Durch
die Filteranlage ist es gelungen, die Feinstaubbelastung (pro Jahr rund zwölf Tonnen) zu reduzieren und die
­Qualität der Atemluft in den von der Anlage versorgten Produktionshallen signifikant zu verbessern. Weiterer
positiver Nebeneffekt ist auch eine erhebliche Verringerung der Feinstaubbelastung der Stadt Graz.
Die vorhin angesprochene Verantwortung zeigt sich auch in der klaren Zielrichtung, den Wert des Unterneh­
mens für alle Anspruchsgruppen (Stakeholder) nachhaltig zu steigern. Dazu zählen Aktionäre und Kunden
ebenso wie Mitarbeiter und die Gesellschaft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte ein CEE-weiter Spenden­
aufruf für die Opfer der Flutkatastrophe in Südosteuropa. Spenden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
19 Ländern, die bis Ende Juni 2014 eingelangt sind, wurden verdoppelt. Die aufgerundete Spendensumme
wurde dem Roten Kreuz für Soforthilfe in der Krisenregion übergeben.
Siemens Österreich präsentierte sich 2014 als verantwortungsvolles Mitglied der Gesellschaft sowie wichtiger
heimischer Innovationsmotor, Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber. Für die geschäftlichen Erfolge gilt es unseren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Österreich und CEE Anerkennung und Dank auszusprechen. Im Namen
des Vorstands bedanke ich mich zudem bei unseren Geschäftspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen
und die gute Zusammenarbeit.
Um die vielfältigen Chancen unserer komplexen Welt zu nutzen, hat sich Siemens in diesem Jahr entlang der
Wertschöpfungskette der Elektrifizierung positioniert. Sie beschreibt unser Kerngeschäft ‒ vom Umwandeln
über das Übertragen und Verteilen bis hin zum effizienten Anwenden elektrischer Energie –, in jedem dieser
miteinander verbundenen Felder bestimmen Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung das
­Geschäft. Mit unserer integrierten Aufstellung können wir nicht nur die Chancen in einzelnen Märkten nutzen,
sondern auch die Potenziale ausschöpfen, die sich an den Nahtstellen ergeben. Wir gehen davon aus, dass das
Geschäftsjahr 2015 unter anderem wegen geopolitischer Spannungen komplex sein wird. Nichtsdestotrotz
rechnen wir aufgrund gut gefüllter Auftragsbücher erneut mit einer positiven Entwicklung auf ähnlichem
­Niveau wie in den vergangenen Jahren und sehen der Zukunft mit Optimismus entgegen.
Für den Vorstand
Ing. Wolfgang Hesoun
Vorsitzender des Vorstands
7
A. An unsere Kunden und Partner
A.2 Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Aufsichtsrat der Siemens Aktiengesellschaft Österreich hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014
seine ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit entsprechender Sorgfalt wahrgenom­
men und erfüllt.
Dabei wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand regelmäßig und umfassend über alle relevanten Vorgänge
im Unternehmen, die geschäftliche Entwicklung sowie die Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Themen
zur Unternehmensführung und -planung unterrichtet. Über die turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen
hinausgehend wurde der Aufsichtsrat auch über wichtige Vorgänge kontinuierlich und zeitnah in Kenntnis
gesetzt.
Die konjunkturellen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahrs 2014 und vor allem die Entwicklung in Osteuropa
ab der zweiten Hälfte führten zu einem geringen Wachstum in Österreich und in den zentral- und südosteuro­
päischen Ländern (»CEE«). In diesem schwierigen Umfeld kam den strategischen Ausrichtungen im Wirt­
schaftsraum mit einem Fokus auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung besondere Bedeutung
für die Entwicklung des Unternehmens zu. Die wirtschaftlichen Entwicklungen, die neue regionale Aufstellung
von Siemens und die organisatorischen Anpassungen in den Divisionen und Zentralstellen für das von der
Konzernzentrale aufgesetzte Unternehmensprogramm »Siemens Vision 2020« bildeten einen Schwerpunkt der
Berichterstattung und nahmen breiten Raum in den Diskussionen ein. Wichtige Berichts- und Beratungs­
themen waren außerdem die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Liegenschaften, der
Carve-out des Metals-Technologies-Geschäfts zur Vorbereitung des Verkaufs dieses Geschäfts an das zwischen
Siemens AG und Mitsubishi Heavy Industries gegründete Joint Venture, ebenso Compliance und kartell­
rechtliche Vorgänge sowie die Beteiligungsgesellschaften der Siemens Aktiengesellschaft Österreich in CEE.
Änderungen im Aufsichtsrat
Mit Schreiben vom 30.01.2014 hat der Zentralbetriebsrat die in den Aufsichtsrat der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich entsandten Arbeitnehmervertreter neu besetzt. Demzufolge wurden nach Maßgabe des § 110
Abs. 1 ArbVG die folgenden vier Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat entsandt: Herr Friedrich Hagl,
Herr Ing. Andreas Ecker, Herr Christian Schaller sowie Herr Franz Schuh. Die Herren Ing. Mag. (FH) Wolfgang
Springer und Paul Kovanda sind aus dem Aufsichtsrat der Siemens Aktiengesellschaft Österreich ausge­
schieden.
Herr Ing. Siegfried Wolf hat zum 17. Juni 2014 seine Funktion als Mitglied des Aufsichtsrats der Siemens
Aktiengesellschaft Österreich zurückgelegt und ist zu diesem Zeitpunkt aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
In der außerordentlichen Hauptversammlung am 05. September 2014 wurde Frau Dr. Gabriele Zuna-Kratky
zum Mitglied des Aufsichtsrats für den Rest der Amtszeit des ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieds Herrn
Ing. Siegfried Wolf gewählt, sohin bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2015 Beschluss
fassen wird.
Herr Professor Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm hat seine Funktion als Mitglied und Vorsitzender des
Aufsichtsrats der Siemens Aktiengesellschaft Österreich mit Ablauf des 30. September 2014 zurückgelegt und
ist zu diesem Zeitpunkt aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. In der außerordentlichen Hauptversammlung der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich am 28. November 2014 wurde Herr Dipl.-Ing. (FH) Klaus Helmrich für
den Rest der Amtszeit des ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieds Herrn Professor Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Siegfried
Russwurm in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt, sohin bis zur Hauptversammlung, die über das
Geschäftsjahr 2014/15 Beschluss fassen wird.
A. An unsere Kunden und Partner
8
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Dipl.-Ing. (FH) Klaus Helmrich
Vorsitzender des Aufsichtsrats
9
In der Sitzung des Aufsichtsrats am 28. November 2014 wurde Herr Dipl.-Ing. (FH) Klaus Helmrich zum
Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.
Änderungen im Vorstand
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben in der Siemens Aktiengesellschaft Österreich keine Änderungen im
Vorstand stattgefunden.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Im Geschäftsjahr 2014 fanden vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Im Einzelnen wurden folgende Themen
behandelt:
In der ersten Sitzung am 09. Dezember 2013 wurde der Jahresabschluss zum 30. September 2013 nach Prüfung
gebilligt. Ferner wurden die Verwendung des Bilanzgewinns, die Festsetzung der Vergütung an die Mitglieder
des Aufsichtsrats für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013 sowie die Finanz- und Geschäftsplanung für das
Geschäftsjahr 2014 diskutiert und die erforderlichen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung beschlos­
sen. Der Aufsichtsrat hat der Hauptversammlung vorgeschlagen, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 zu bestellen.
In dieser Sitzung wurde der Aufsichtsrat auch über die neue Regionalorganisation von Siemens durch die
Abschaffung der Cluster informiert. Die Genehmigung der Verschmelzung der Siemens d.o.o., Banja Luka,
auf die Siemens d.o.o., Sarajevo, wurde beantragt und beschlossen.
Unter den Liegenschaftsthemen, die vom Aufsichtsrat behandelt wurden, war vor allem der Verkauf eines Teils
des Grundstücks der Liegenschaft in Wien-Floridsdorf.
In der zweiten Sitzung des Aufsichtsrats am 10. März 2014 wurde über die aktuellen wirtschaftlichen Rahmen­
bedingungen und volkswirtschaftlichen Trends, die das Geschäft der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
nachhaltig beeinflussen können, sowie über die wesentlichen Aufträge in Österreich und im Wirtschaftsraum
berichtet. Ein Schwerpunkt in den Diskussionen war die Auswirkung der Energiewende und die Risiken und
Chancen, die sich damit für den Sektor Energy im Kraftwerksbereich ergeben. Im Zuge der Strategiedurchspra­
che wurde der Sektor Infrastructure & Cities behandelt. Neben der Marktdurchdringung im Wirtschaftsraum
wurde für Österreich zu der Ausschreibung der Wiener Linien für die Wiener Niederflurstraßenbahn »ULF«
berichtet. Sektorübergreifende Themen sowie die erzielten Einsparungen aus dem Unternehmensprogramm
»Siemens 2014« mit Fokus auf die Entwicklungen in Österreich und den Regionen wurden in der Sitzung
vorgestellt.
In dieser Aufsichtsratssitzung wurde der Antrag zur Gründung einer Zweigniederlassung der Siemens
Aktiengesellschaft Österreich in Montenegro, die für ein Projekt erforderlich ist, gestellt und beschlossen.
Die vom Vorstandsvorsitzenden vorgestellte Übersicht zu den Funktionsprokuren, die der Vorstand im
vergangenen Geschäftsjahr an Mitarbeiter der Siemens Aktiengesellschaft Österreich erteilt hat, wurde vom
Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen.
In der dritten Sitzung des Aufsichtsrats am 24. Juni 2014 informierte der Vorstand über die aktuelle Geschäfts­
entwicklung im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs und die wesentlichen Auswirkungen europäischer Kon­
junkturentwicklungen, insbesondere in Osteuropa mit einem Fokus auf die Auswirkungen der Krise in der
Ukraine. In dieser Sitzung wurde die Neuausrichtung des Unternehmens entlang der Wertschöpfungskette für
die Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung innerhalb des Unternehmensprogramms »Siemens
Vision 2020« hinsichtlich der Marktausrichtung und Neuaufstellung der Divisionen diskutiert. Überdies
wurden die strategischen Schwerpunkte der kommenden Jahre für den Sektor Healthcare vorgestellt.
In der letzten Sitzung des Aufsichtsrats am 05. September 2014 hat der Vorstand über die laufende geschäftli­
che Entwicklung und den Ausblick auf das Geschäftsjahr bis 30. September 2014 der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich und der wesentlichen Konzernbeteiligungen ausführlich berichtet. Darüber hinaus wurden
im Rahmen der strategischen Ausrichtung am Beispiel der Adriatic Region die Bündelung von Ländern für eine
effizientere Struktur sowie die länderübergreifende Marktbearbeitung und Kundenfokussierung vorgestellt.
A. An unsere Kunden und Partner
10
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Die strategischen Schwerpunkte des Sektors Industry wurden in der Sitzung ausführlich diskutiert. In dieser
Aufsichtsratssitzung wurde über die Ausgliederung des Metals-Technologies-Geschäfts in Österreich berichtet.
Der Antrag auf Verkauf des Metals-Technologies-Geschäfts der Siemens Aktiengesellschaft Österreich an eine
NewCo (welche aus der Abspaltung der Siemens VAI Metals Technologies GmbH entstand) sowie in der Folge
der Antrag auf Verkauf der Beteiligung an dieser NewCo an die seitens der Siemens AG und Mitsubishi Heavy
Industries gegründete Joint-Venture-Gesellschaft wurden genehmigt. Zudem wurden die Anträge für die
Gründung zweier Zweigniederlassungen der Siemens Aktiengesellschaft Österreich in Georgien und die
Schließung einer Zweigniederlassung in Rumänien genehmigt. Der Vorstandsvertrag des Vorstandsvorsitzen­
den, Herrn Ing. Wolfgang Hesoun, wurde entsprechend dem Vorschlag des Präsidialausschusses in dieser
Sitzung um eine fünfjährige Periode, beginnend mit 01. September 2015, verlängert.
In allen vier Sitzungen wurde vom Vorstandsvorsitzenden über Compliancethemen und kartellrechtliche
Verfahren berichtet.
Prüfungsausschuss
Am 09. Dezember 2013 und am 24. Juni 2014 hielt der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats jeweils eine
Sitzung ab. In der ersten Sitzung wurde der Jahresabschluss des Geschäftsjahrs 2013 bestätigt und der
Lagebericht auf Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit ohne Beanstandungen geprüft. Weiters wurde der
Vorschlag für die Gewinnverwendung präsentiert. In der zweiten Sitzung wurde der Prüfungsausschuss über
den Fortgang der Quartalsprüfungen und über alle wesentlichen Feststellungen informiert. Außerdem
berichteten die Abschlussprüfer über die Schwerpunkte der Prüfungshandlungen des laufenden Geschäfts­
jahrs, unter anderem wurden hier die Themen Steuern, Fremdwährungsbewertung sowie Personalrück­
stellungen angeführt. Darüber hinaus wurden die Kontrollanforderungen sowie die wesentlichen aktuellen
und zukünftigen Geschäftsrisiken und -chancen erörtert. Es konnten keine Risiken für den Bestand und die
Entwicklung der Gesellschaft festgestellt werden. Es wurden ebenso keine Fraud-Fälle berichtet.
Jahresabschluss
Der Jahresabschluss sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 wurden von der nach § 270 Abs. 1 UGB
zum Abschlussprüfer gewählten Ernst & Young Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft mbH,
Wien, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat in seiner
Sitzung vom 28. November 2014 dem Ergebnis dieser Prüfungen nach Einsicht in die Berichte des Abschluss­
prüfers und nach eigener Prüfung zugestimmt.
Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 30. September 2014 sowie den Lagebericht und den
Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat gebilligt. Gemäß § 125 Abs. 2 Aktiengesetz
ist der Jahresabschluss zum 30. September 2014 damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Führungskräften sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des
Unternehmens für ihren großen persönlichen Einsatz zum Wohl der Siemens Aktiengesellschaft Österreich.
Wien, am 28. November 2014
Für den Aufsichtsrat
Dipl.-Ing. (FH) Klaus Helmrich
Vorsitzender des Aufsichtsrats
11
A. An unsere Kunden und Partner
A.3 Aufsichtsrat, Vorstand
Aufsichtsrat
Dipl.-Ing. (FH) Klaus Helmrich (seit 28.11.2014)
Dipl.-Ing. Dr. Helmut Draxler
Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 28.11.2014)
Mitglied des Vorstands der Siemens Aktiengesellschaft,
Berlin und München, Deutschland
Geburtsdatum: 24.05.1958
Externe Aufsichtsratsmandate (Ausland)
EOS Holding AG, Krailling, Deutschland
inpro Innovationsgesellschaft für fortgeschrittene Produktionssysteme
in der Fahrzeugindustrie mbH, Berlin, Deutschland (seit 01.08.2014)
Aufsichtsrat und Präsidiumsmitglied des Aufsichtsrats der RHI AG,
Wien, Österreich
Geburtsdatum: 25.04.1950
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
HYPO ALPE-ADRIA-BANK INTERNATIONAL AG, Klagenfurt (bis 19.05.2014)
Hypo SEE Holding AG, Klagenfurt (bis 19.05.2014)
LINZ AG für Energie, Telekommunikation, Verkehr und Kommunale
Dienste, Linz
OMV Aktiengesellschaft, Wien
RHI AG, Wien (stellv. Vorsitzender)
Wiener Städtische Wechselseitige VersicherungsanstaltVermögensverwaltung, Wien
Externe Verwaltungsratsmandate (Ausland)
AAE Ahaus Alstätter Eisenbahn Holding AG, Baar, Schweiz
Prof. Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm
(seit 19.11.2013 bis 30.09.2014)
Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 09.12.2013 bis 30.09.2014)
Mitglied des Vorstands der Siemens Aktiengesellschaft,
Berlin und München, Deutschland
Geburtsdatum: 27.06.1963
Externe Aufsichtsratsmandate (Ausland)
Deutsche Messe AG, Hannover, Deutschland
inpro Innovationsgesellschaft für fortgeschrittene Produktionssysteme
in der Fahrzeugindustrie mbH, Berlin, Deutschland (bis 31.07.2014)
OSRAM GmbH, München, Deutschland (Vorsitzender bis 26.11.2013)
OSRAM Licht AG, München, Deutschland (Vorsitzender bis 26.11.2013)
Dipl.-Ing. Josef Pröll
stellv. Vorsitzender (Mitglied ganzjährig, stellv. Vorsitzender seit 28.11.2014)
Generaldirektor der LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs
Aktiengesellschaft, Wien, Österreich
Geburtsdatum: 14.09.1968
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien
AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien
Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH, Wien (seit 20.02.2014)
Casinos Austria Aktiengesellschaft, Wien
FK Austria Wien AG, Wien
Z&S Zucker und Stärke Holding AG, Wien (2. stellv. Vorsitzender)
Externe Aufsichtsratsmandate (Ausland)
GoodMills Deutschland GmbH (vormals: VK Mühlen AG),
Hamburg, Deutschland
ÖkR Dr. Christian Konrad (bis 28.11.2014)
stellv. Vorsitzender
Ehem. Aufsichtsratspräsident der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG,
Wien, Österreich
Geburtsdatum: 24.07.1943
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien
(Vorsitzender bis 04.07.2014)
DO & CO Aktiengesellschaft, Wien
KURIER Redaktionsgesellschaft m.b.H., Wien (Vorsitzender)
KURIER Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft m.b.H., Wien
(Vorsitzender)
LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft, Wien
(Vorsitzender)
RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, Wien
(Vorsitzender bis 16.05.2014)
Externe Aufsichtsratsmandate (Ausland)
Saint Louis Sucre S.A., Paris, Frankreich
Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft e.G., Ochsenfurt,
Deutschland
Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland
(stellv. Vorsitzender bis 17.07.2014)
Dipl.-Bw. Joe Kaeser (bis 05.11.2013)
Vorsitzender des Vorstands der Siemens Aktiengesellschaft, Berlin und
München, Deutschland (Mitglied ganzjährig, Vorsitzender seit 01.08.2013)
Geburtsdatum: 23.06.1957
Externe Aufsichtsratsmandate (Ausland)
Allianz Deutschland AG, München, Deutschland
Daimler AG, Stuttgart, Deutschland (seit 09.04.2014)
NXP Semiconductors B.V., Eindhoven, Niederlande
Mag. Dr. h. c. Monika Kircher
Vorsitzende des Vorstands der Infineon Technologies Austria AG,
Villach, Österreich (bis 31.03.2014)
Geburtsdatum: 08.07.1957
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
Andritz AG, Graz (seit 21.03.2014)
Austrian Airlines AG, Wien (seit 28.11.2013)
KÄRNTNER ENERGIEHOLDING BETEILIGUNGS GMBH, Klagenfurt
(Vorsitzende)
KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, Klagenfurt
ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding-GmbH, Wien (seit 28.11.2013)
Dr. Karl Sevelda (seit 28.11.2014)
Vorsitzende des Vorstands der Raiffeisen Bank International AG,
Wien, Österreich
Geburtsdatum: 31.01.1950
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft, Wien
Raiffeisen Centrobank AG, Wien (2. stellv. Vorsitzender)
Dkfm. Dr. rer. pol. Ralf P. Thomas (seit 19.11.2013)
Finanzvorstand der Siemens Aktiengesellschaft,
Berlin und München, Deutschland
Geburtsdatum: 07.03.1961
Externe Verwaltungsratsmandate (Ausland)
Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC),
Berlin, Deutschland (Vorsitzender)
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.,
München, Deutschland (Mitglied und Schatzmeister seit 05.06.2014)
Stand: 28.11.2014
Diese Aufstellung beinhaltet keine Konzernmandate.
A. An unsere Kunden und Partner
12
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Vorstand
Ing. Siegfried Wolf (bis 17.06.2014)
Ing. Wolfgang Hesoun
Chairman of the Board of Directors Russian Machines LLC,
Moskau, Russische Föderation
Geburtsdatum: 31.10.1957
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG), Wien
(Mitglied ganzjährig, Vorsitzender seit 26.06.2014)
Sberbank Europe AG, Wien (Vorsitzender)
STRABAG SE, Wien
VERBUND AG, Wien (bis 17.06.2014)
Externe Aufsichtsratsmandate (Ausland)
Banque Baring Brothers Sturdza SA, Genf, Schweiz
Continental AG, Hannover, Deutschland
GAZ Group, Nischni Nowgorod, Russische Föderation (Vorsitzender)
Glavstroy OJSC, Moskau, Russische Föderation (Vorsitzender)
Russian Machines LLC, Moskau, Russische Föderation (Vorsitzender)
Schaeffler AG, Herzogenaurach, Deutschland (seit 01.07.2014)
Transtroy Corporation, Moskau, Russische Föderation
Vorsitzender des Vorstands der Siemens Aktiengesellschaft Österreich,
Wien, Österreich
Geburtsdatum: 15.02.1960
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
Atos IT Solutions and Services GmbH, Wien
WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG AG Vienna Insurance Group, Wien
(seit 08.04.2014)
Dkfm. Reinhard Pinzer
Finanzvorstand der Siemens Aktiengesellschaft Österreich,
Wien, Österreich
Geburtsdatum: 31.08.1952
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
Allianz Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH, Wien
Macquarie Investment Management Austria Kapitalanlage AG, Wien
Mag. Norbert Zimmermann
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Berndorf Aktiengesellschaft,
Berndorf, Österreich
Geburtsdatum: 13.04.1947
Externe Aufsichtsratsmandate (Inland)
„DELTA“ Management AG, Berndorf (Vorsitzender)
Allianz Elementar Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft, Wien
Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft, Wien
Allianz Investmentbank Aktiengesellschaft, Wien
Berndorf Aktiengesellschaft, Berndorf (Vorsitzender)
Berndorf Immobilien AG, Berndorf (Vorsitzender)
Berndorf Industrieholding AG, Wien (stellv. Vorsitzender)
Gebrüder Weiss Holding AG, Lauterach
Oberbank AG, Linz (bis 13.05.2014)
OMV Aktiengesellschaft, Wien (bis 14.05.2014)
SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft, Ternitz
(Vorsitzender)
Dr. Gabriele Zuna-Kratky (seit 05.09.2014)
Direktorin und Geschäftsführerin des Technischen Museums Wien
mit Österreichischer Mediathek, Wien, Österreich
Geburtsdatum: 08.09.1957
Vom Betriebsrat delegiert*
Friedrich Hagl
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Siemens Aktiengesellschaft
Österreich, Wien, Österreich
Geburtsdatum: 26.10.1955
Ing. Andreas Ecker (seit 30.01.2014)
Geburtsdatum: 27.06.1968
Paul Kovanda (bis 30.01.2014)
Geburtsdatum: 10.03.1959
Christian Schaller (seit 30.01.2014)
Geburtsdatum: 17.09.1957
Franz Schuh
Geburtsdatum: 13.06.1954
Ing. Mag. (FH) Wolfgang Springer (bis 30.01.2014)
Geburtsdatum: 14.07.1960
Ehrenpräsidenten
Prof. Dr. iur. Dr.-Ing. E.h. Heinrich v. Pierer
Geburtsdatum: 26.01.1941
Dipl.-Vw. Dr. Josef Staribacher († 04.01.2014)
Geburtsdatum: 25.03.1921
Dkfm. Dr. Walter Wolfsberger
Geburtsdatum: 19.06.1930
* Vom Betriebsrat gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz
in den Aufsichtsrat delegierte Mitglieder.
13
14
Lagebericht
Geschäftsjahr 2014
16
B.1
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
17
B.2
Geschäftsverlauf der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
17
B.2.1
Allgemeines
19
B.2.2
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
23
B.2.3
Investitionen
23
B.2.4
Finanz- und Sicherungsinstrumente
23
B.3
Erläuterungen zu den operativen Geschäftstätigkeiten der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
23
B.3.1
Sektoren und Divisionen der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
34
B.3.2
Mitarbeiter
Forschung und Entwicklung (F&E)
35
B.3.3
39
B.3.4
Intellectual Property Rights
39
B.3.5
Chancen- und Risiko-Management
41
B.3.6
Qualitäts-Management
43
B.3.7
Umweltschutz
43
B.3.8
Beschaffungswesen
45
B.4
Zweigniederlassungen
45
B.5
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
45
B.6
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015
B.
B. Lagebericht der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
Geschäftsjahr 2014
B.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gegen Ende des Jahrs 2013 zeichnete sich eine leichte Erho­
lung der Weltwirtschaft ab, welche sich jedoch nicht nachhal­
tig festigen konnte. Das Jahr 2014 stand im Zeichen eines
international unregelmäßig verteilten Wachstums, zusätz­
­
lich blieben geopolitische Spannungen ein Risikofaktor. Viele
Industrieländer standen nach wie vor unter dem Einfluss der
hohen Verschuldung infolge der Finanzkrise. Die daraus re­
sultierende geringe Nachfrage im globalen Handel drückte
insbesondere auf die Entwicklung exportorientierter Volks­
wirtschaften.
Im Euro-Raum stand dem anfänglichen Wirtschaftsauf­
schwung zusätzlich die geringe Binnennachfrage entgegen.
Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts
wurde im Jahresverlauf korrigiert und lag Mitte September
bei 0,8 %.1 Der erhoffte deutliche Aufwärtstrend blieb aus
und mit dem zweiten Quartal 2014 setzte eine stagnierende
Entwicklung ein. Diese Konjunkturdynamik spiegelt sich
auch im ifo Geschäftsklimaindex wider, der seit Mai 2014
rückläufig ist. Zusätzlich drückte die geringe Nachfrage auf
die Preisentwicklung – die Inflationsrate im Euroraum war
weiter rückläufig. Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken
und die Investitionstätigkeit anzuregen, lockerte die Europä­
ische Zentralbank (EZB) im Jahresverlauf ihre Geldpolitik.2
Die österreichische Volkswirtschaft konnte noch im zweiten
Halbjahr des Jahrs 2013 ein moderates Wirtschaftswachstum
verzeichnen. Getragen wurde dieses Wachstum von der Zu­
nahme der Exportnachfrage. Im ersten Halbjahr 2014 flachte
die Ausfuhr von Gütern jedoch deutlich ab. Neben makroöko­
nomischen Einflüssen, wie der generellen Nachfrageschwä­
che und der Abnahme der Importnachfrage aus Schwellen­
ländern, litt die heimische Wirtschaft auch unter den Sanktio­
nen, die im Zuge der Entwicklungen in der Ukraine getroffen
wurden.2 Die Warenimporte hingegen nahmen in Österreich
im ersten Quartal um 1,3 % zu. Dies kann als Anzeichen für
die Festigung der Binnennachfrage gewertet werden.3 Für das
Jahr 2015 wird erwartet, dass der Druck auf die Exportnach­
frage nachlässt, sofern keine weiteren negativen Entwicklun­
gen den Markt beeinflussen. Daher wird für das Jahr 2015
wieder mit einem Anstieg der wesentlichen Konjunkturbaro­
meter für den österreichischen Handel gerechnet.
Die heimische Inflationsrate lag im Juli bei 1,8 %. Sie zählte
damit zu einer der höchsten im Vergleich der EU-Länder.2
Geldpolitisch gesehen ist das beschriebene Inflationsverhal­
ten zwar wünschenswert, es liegt aber aufgrund der gerin­
gen Dynamik der Realwirtschaft am oberen Ende der Tole­
ranzspanne.3
Für die Unternehmen gestaltete sich das wirtschaftliche Um­
feld in Österreich weniger positiv als zu Beginn des Jahrs
2014 erwartet. Insgesamt deuten der WIFO-Frühindikator
und die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests darauf hin,
dass sich die Konjunktur bis zum Ende des Jahrs nicht merk­
lich erholen wird. Der Prozentsatz an heimischen Unterneh­
men, die ihre Auftragsbestände als ausreichend oder mehr
als ausreichend bezeichneten, sank seit dem ersten Quartal
2014 und lag im dritten Quartal bei 65 %. Insbesondere in
der Sachgüterproduktion ließ die Stimmung im Juli spürbar
nach. Mit August war bei der Sachgüterproduktion zwar wie­
der eine Erholung spürbar, dafür trübten sich jedoch die Er­
wartungen im Dienstleistungssektor ein.2 Obwohl die Zins­
sätze in Österreich im Jahr 2014 gesunken sind, war die In­
vestitionstätigkeit weiterhin schwach und Investitionen wur­
den aufgrund der unsicheren Absatzerwartungen zurückge­
halten. Für das Jahr 2014 wird in Österreich insgesamt mit
einer Stagnation der Bruttoanlageinvestitionen und erst ab
dem Jahr 2015 wieder mit einem leichten Anstieg gerechnet.1
Die Prognose für die reale Bruttowertschöpfung im Jahr 2014
lag für Österreich bei moderaten 0,8 %. Für das Jahr 2015
wird wieder ein Zuwachs von 1,2 % prognostiziert.1
Die beschriebene wirtschaftliche Situation spiegelt sich auch
im Geschäftsjahr 2014 der Siemens Aktiengesellschaft Öster­
reich wider. Bestellungen und Ausschreibungen für Großauf­
träge wurden in das Geschäftsjahr 2015 verschoben und hat­
ten Einfluss auf den Auftragseingang. Dennoch konnte sich
die Siemens Aktiengesellschaft Österreich nachhaltig positi­
onieren und damit den Grundstein für eine Verbesserung
des Auftragseingangs im Geschäftsjahr 2015 legen. Flexible,
maßgeschneiderte Finanzierungskonzepte für Projekte sol­
len, ergänzend zum technischen Angebot entlang der Wert­
schöpfungskette für Elektrifizierung, Automatisierung und
Digitalisierung, Kunden auch in der vorliegenden Wirt­
schaftslage Investitionen erleichtern.
1 Quelle: WiFO-Prognose für 2014 und 2015, September 2014
2 Quelle: WiFO-Monatsbericht September 2014
3 Quelle: WiFO-Monatsbericht August 2014
A. An unsere Kunden und Partner
16
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
B.2 Geschäftsverlauf der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
B.2.1 Allgemeines
Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich zählt zu den füh­
renden Technologieunternehmen des Lands und ist ein wich­
tiger heimischer Innovationsmotor, Wirtschaftsfaktor und
Arbeitgeber. Siemens steht in Österreich seit 135 Jahren für
technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität und Zu­
verlässigkeit. Die Grundlage des geschäftlichen Erfolgs sind
innovative Produkte und nachhaltige Lösungen. Bei der Rea­
lisierung von Projekten liegt der Fokus bei den Themen Ener­
gieeffizienz, industrielle Produktivität, Gesundheitsversor­
gung der Zukunft und intelligente Infrastrukturlösungen.
Ankerpunkt des Handelns für alle Mitarbeiter sind die Werte
innovativ, exzellent und verantwortungsvoll. Durch den ver­
antwortungsvollen Umgang mit Mensch und Umwelt erzielt
das Unternehmen langfristige Wertschöpfung und begegnet
zugleich globalen Herausforderungen, wie digitaler Wandel,
Globalisierung, Urbanisierung, demografischer Wandel und
Klimawandel. Siemens verfolgt das Ziel, den Wert des Unter­
nehmens für alle Anspruchsgruppen nachhaltig zu steigern.
Dazu zählen Aktionäre und Kunden ebenso wie Mitarbeiter
und die Gesellschaft.
So war auch die Central Eastern Europe-(CEE-)weite Spen­
denaktion für die Opfer der Flutkatastrophe in Südosteuropa
ein schönes und wichtiges Zeichen von Solidarität. Siemens
Österreich ermutigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 19
Ländern zur Hilfe und hat alle Spenden, die bis Ende Juni
2014 eingelangt sind, verdoppelt. Die aufgerundete Spen­
densumme wurde dem Roten Kreuz für Soforthilfe in der Kri­
senregion übergeben.
Im Bewusstsein, dass technologisches Wissen eine der
Grundvoraussetzungen für Innovation und damit auch für
gesellschaftlichen Wohlstand ist, hat sich die Siemens Akti­
engesellschaft Österreich im abgelaufenen Geschäftsjahr er­
neut für Spitzenkräfte in der heimischen Industrie engagiert
und den Stellenwert von Bildung und Ausbildung einmal
mehr hervorgehoben. Das Unternehmen ist selbst mit vielen
Projekten Vorreiter bei der industriellen Ausbildung. Seit
2013 werden neue Lehrlinge in Wien ermutigt und unter­
stützt, parallel zur Berufsausbildung die Berufsreifeprüfung
zu absolvieren. Die Lehrlinge eignen sich so zusätzlich zur
Praxis ein vertieftes theoretisches Wissen an, das unter ande­
rem Basis für eine weiterführende akademische Ausbildung
sein kann. Unterstützt wurde im Berichtsjahr auch die Initia­
tive »Österreich sucht die Technikqueens«. Ziel des Projekts
ist die Förderung von Mädchen in technischen Berufen.
Auch hinsichtlich betrieblicher Gesundheitsförderung ist es
Siemens in Österreich ein Anliegen, Maßstäbe zu setzen. Die
Siemens-Lehrwerkstätte Graz-Eggenberg bekam im abgelau­
fenen Geschäftsjahr für das Lehrlingsgesundheitsförde­
rungsprogramm »Young Professionals« den »Staatspreis der
Bundesarbeitskammer für Betriebliche Gesundheitsförde­
rung«. Die Auszeichnung wurde von Gesundheitsminister
Alois Stöger überreicht und im Jahr 2014 nur an vier öster­
reichische Betriebe vergeben.
Umweltschutz ist für Siemens unternehmerische Aufgabe,
gesellschaftliche Verantwortung und Erfolgsfaktor zugleich.
Im Siemens-Weltkompetenzzentrum für Hightech-Fahrwerke
in Graz ist im Geschäftsjahr 2014 eine neue Luftreinigungs­
anlage in Betrieb genommen worden. Die Investition belief
sich auf mehr als 2,7 Mio. €. Durch die Filteranlage werden
pro Jahr über zwölf Tonnen Feinstaub vermieden. Die Quali­
tät der Atemluft in den von der Anlage versorgten Produkti­
onshallen hat sich signifikant verbessert. Das bestätigt ein
aktuelles Gutachten des Laboratoriums für Umweltanalytik.
Siemens leistet mit dieser Maßnahme aber auch einen we­
sentlichen Beitrag zur Verbesserung der Feinstaubbelastung
der Stadt Graz.
Erfreuliches gibt es auch aus dem Bereich Forschung und
Entwicklung (F&E) zu berichten. Der Zugang zu österreichi­
schen Innovationsnetzwerken ist für Siemens generell von
großer Bedeutung. Innovationen entstehen heute zuneh­
mend durch gemeinsame Aktivitäten von Partnern aus der
Industrie und akademischen Instituten. Daher geht Siemens
auch laufend Kooperationen mit Universitäten, Forschungs­
einrichtungen und Industriepartnern ein.
Der Forschungscluster Aspern Smart City Research (ASCR)
hat den Zuschlag für 3,7 Mio. € Fördergelder aus dem Klimaund Energiefonds (KLIEN) der Bundesregierung erhalten.
Siemens Österreich bringt als Projektpartner des ASCR For­
schungs- und Technologie-Know-how ein. Zuletzt wurde das
Demoprojekt »Energieeffizienz ‒ Integration von Technik
und Mensch« im Technologiezentrum »aspern IQ« vorge­
stellt. Eines der Hauptziele des größten Energieforschungs­
17
programms in Österreich ist es, innovativen Technologien
den Weg von der Entwicklung in den Alltag der Menschen zu
ebnen.
Einzigartig und richtungsweisend ist die Wohnanlage »ROSA
ZUKUNFT« im Salzburger Stadtteil Taxham. In der Rosa-Hof­
mann-Straße wurde im Rahmen der Smart-Grids-Modellregi­
on Salzburg von den Projektpartnern Salzburg Wohnbau,
Salzburg AG und der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
die erste für Smart-Grids-Anwendungen optimierte Wohnan­
lage errichtet. Herzstück der »ROSA ZUKUNFT« ist ein intelli­
gentes Energie-Management-System, das Siemens Öster­
reich eigens für dieses Projekt entwickelt hat. Die Daten und
Erkenntnisse, die in Salzburg gewonnen werden, sollen künf­
tig im Forschungsprojekt »aspern Seestadt« in Wien aufge­
griffen werden.
Im Mai 2014 konnte das Projekt »EcoTram« erfolgreich abge­
schlossen werden. Seit 2009 arbeiteten die Wiener Linien ge­
meinsam mit Siemens Österreich und den Partnerunterneh­
men Rail Tec Arsenal, SCHIG mbh, TU Wien sowie Vossloh
Kiepe an dem vom Klima- und Energiefonds geförderten Pro­
jekt. In der ersten Phase wurden Daten einer serienmäßigen
»ULF«-Straßenbahn im Klimawindkanal und im Linienbe­
trieb gesammelt. Anschließend wurden Maßnahmen zur Effi­
zienzsteigerung entwickelt und in einem Prototyp – der Eco­
Tram – eingebaut. Nach erneuten Tests im Klimawindkanal
wurde die EcoTram zehn Monate lang im Fahrgastbetrieb
eingesetzt. Rund 4.200 Kilowattstunden beziehungsweise
mehr als 13 % Energie sparte die EcoTram beim Lüften, Hei­
zen und Kühlen in diesem Zeitraum ein. Das entspricht in
­etwa dem Jahresenergieverbrauch eines durchschnittlichen
österreichischen Haushalts.
Die feste Verankerung des Weltunternehmens Siemens in Ös­
terreich zeigt sich auch an der Bestellung von weiteren neun
railjet-Zügen durch die Österreichischen Bundesbahnen
(ÖBB). Die Auslieferung der siebenteiligen Garnituren, die
auf der Weststrecke und für den Verkehr nach Italien einge­
setzt werden, soll bis Dezember 2016 erfolgen. Rund 70 % der
Wertschöpfung aus dem Auftrag verbleiben in Österreich:
Die Endmontage der railjets erfolgt im Siemens-Werk in
Wien-Simmering. Die Fahrwerke kommen aus dem SiemensWerk in Graz. Die neuen Züge sind mit dem Ecojet-­Paket aus­
gerüstet. Dies umfasst die Ausstattung mit LED-Beleuchtung
sowie einer energieoptimierten Klimaanlage, die mittels CO2Sensoren erfasst, mit wie vielen Fahrgästen der Wagen be­
setzt ist, und die Leistung entsprechend anpasst. Im Rahmen
eines Siemens-Forschungsprojekts wurde ermittelt, dass die
A. An unsere Kunden und Partner
18
B. Lagebericht
ÖBB mit diesem Paket beim Betrieb der bestehenden railjetFlotte mehr als 5 Mio. € pro Jahr Energie einsparen können.
Auch international ist Know-how aus Österreich gefragt. Die
Verkehrsbehörde von San Francisco hat Siemens mit der Lie­
ferung von 175 Stadtbahnwagen im Wert von 648 Mio. US$
beauftragt. Einschließlich der Option über weitere 85 Wagen
ist dies einer der größten Aufträge für Nahverkehrsfahrzeu­
ge, die in den USA jemals vergeben wurden. Gebaut werden
die Züge im Siemens-Werk in Sacramento im US-Bundesstaat
Kalifornien. Das Headquarter für Urban Transport, von dem
aus das weltweite Geschäft für Nahverkehr gesteuert wird
und zu dem auch das Werk in Sacramento gehört, befindet
sich in Wien-Simmering.
Das beherrschende Thema in der Industrieproduktion war
und ist die »Digitale Fabrik«. Dabei geht es um flexibel or­
ganisierte Produktionssysteme und eine durchgängige Ver­
netzung aller Wertschöpfungsstufen. Virtuelle Welten ver­
schmelzen dabei immer mehr mit der realen Fertigung. Das
erwartete Ergebnis sind erhebliche Produktionssteigerun­
gen.
Die Voraussetzung, dass Unternehmen an der digitalen Zu­
kunft teilhaben können, sind durchgängig nutzbare Daten –
vom Produktdesign bis zum Service. Software-Tools von
­Siemens, wie das »Totally Integrated Automation«-(TIA-)Por­
tal, ermöglichen schon heute, Produktionsprozesse mit
durchgängig nutzbaren Daten zu planen, zu testen und in
Betrieb zu nehmen. Siemens ist damit Wegbereiter für die
­Digitale Fabrik. Seit 2007 arbeitet das Unternehmen daran,
den Produktentwicklungs- mit dem Produktionsprozess auf
eine einheitliche Datenbasis zu stellen, und hat weltweit über
4 Mrd. US$ in den Zukauf von Softwareunternehmen inves­
tiert. Um bei zunehmender Vernetzung und Digitalisierung
der Fertigung Sicherheitsaspekte entsprechend zu adressie­
ren, ist man eine strategische Partnerschaft mit McAfee, Inc.
eingegangen.
Auch antriebsseitig wird bei Siemens an der Integration und
informationstechnischen Durchgängigkeit von Systemen
und Produkten gearbeitet. Mit der Strategie des »Integrated
Drive Systems« schafft man die Voraussetzung, dass Umrich­
ter und Steuerung, Motor, Getriebe und die Mechanik funkti­
onal so vernetzt sind, dass alle Zustände erfasst und auto­
nom im Antriebs- und Steuerungssystem ausgewertet und
optimiert werden können.
Bei der Mayr-Melnhof Karton AG am Standort Frohnleiten
rüstete Siemens Österreich die Kartonmaschine KM3 mit ei­
C. Jahresabschluss
D. Appendix
nem solchen integrierten Antriebssystem aus. Insgesamt
wurden 90 Antriebe mit insgesamt elf Megawatt Antriebsleis­
tung installiert. Darunter befinden sich auch wassergekühlte
Direktmotoren, die erstmals in der Papierindustrie in Öster­
reich zum Einsatz kommen. Durch das optimale Zusammen­
spiel von Motoren und Frequenzumrichtern arbeitet die
­Maschine nach der Modernisierung mit einem höheren Wir­
kungsgrad sowie einer höheren Energieeffizienz als zuvor.
Um permanente Innovation und Technologien im Dienste
der Menschen geht es auch bei Siemens Healthcare. Der im
Diagnostik Zentrum Graz in Betrieb genommene Computer­
tomograph (CT) Somatom Force ermöglicht Krebsfrüherken­
nung mit geringer Strahlendosis. Der erstmals in Österreich
eingesetzte High-End-CT von Siemens ist auch für die Unter­
suchung besonders sensibler Menschen geeignet. Dazu ge­
hören etwa sehr junge Patienten, solche mit Niereninsuffizi­
enz sowie Schwerkranke und Adipöse.
Aus organisatorischer Sicht erwähnenswert ist die neue
­Siemens-Regionalorganisation, die zum 01.11.2013 in Kraft
gesetzt wurde. Zuvor war Siemens weltweit in 14 Cluster auf­
geteilt. Diese Cluster-Struktur wurde aufgelöst und die ein­
zelnen Länder in »Lead Countries« und »Assigned Countries«
unterteilt. Im gesamten Konzern stehen die »Lead Coun­
tries« für mehr als 85 % des Umsatzes. Siemens Österreich ist
eines von weltweit 30 »Lead Countries« und trägt damit nicht
nur für den heimischen Markt Geschäftsverantwortung, son­
dern auch für Israel und 17 Länder in Zentral- und Osteuro­
pa (Central Eastern Europe ‒ CEE): Albanien, Armenien,
Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Georgien,
Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Ru­
mänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Ukraine und Ungarn.
In einigen Einheiten geht die geschäftliche Zuständigkeit von
Siemens Österreich über diese Region hinaus und umfasst
auch die Schweiz, die Tschechische Republik sowie die Tür­
kei. Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich ist damit zu­
sätzlich für den Kundenbedarf und die Marktdurchdringung
der zugeordneten Länder gegenüber dem zuständigen Vor­
stand der Siemens AG, Berlin und München, direkt verant­
wortlich.
Seit 12.02.2014 ist die Verschmelzung der ComBuild Kom­
munikations & Gebäudetechnologie GmbH auf die Siemens
Aktiengesellschaft Österreich rechtswirksam. Das Vermögen
der ComBuild ist einschließlich der Schulden im Wege der
Gesamtrechtsnachfolge auf die Siemens Aktiengesellschaft
Österreich als übernehmende Gesellschaft übergegangen.
Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich ist in die Arbeits­
verhältnisse der übertragenden Gesellschaft eingetreten.
Im Mai 2014 haben Siemens AG und Mitsubishi Heavy Indus­
tries, Ltd., Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery, Inc. vertrag­
lich vereinbart, ein Joint Venture in der metallurgischen In­
dustrie zu gründen, an welchem die Siemens AG mit 49 % be­
teiligt sein soll. Das Portfolio beider Partner ergänzt sich gut.
In einem herausfordernden Marktumfeld mit hohem Preis­
druck und vor dem Hintergrund eines sich stark nach Asien
verschiebenden Stahlmarkts eröffnet diese Partnerschaft
neue Perspektiven.
Im selben Monat hat der Vorstandsvorsitzende der Siemens
AG, Berlin und München, Dipl.-Bw. Joe Kaeser, die »Siemens
Vision 2020« vorgestellt. Hierfür stellt sich das Unternehmen
entlang der Wertschöpfungskette »Elektrifizierung«, »Auto­
matisierung« und »Digitalisierung« auf und hat mehrere
Wachstumsfelder identifiziert, in denen langfristig die größ­
ten Potenziale gesehen werden. Um in diesen Wachstumsfel­
dern das Marktpotenzial voll auszuschöpfen, wurden Ände­
rungen in der Organisationsstruktur angekündigt, die mit
Start des neuen Geschäftsjahrs 2015 wirksam werden.
B.2.2 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus dem operati­
ven Geschäft der vier Sektoren der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich im Geschäftsjahr 2014 zeigte einen guten
Verlauf. Es konnten vor allem im Sektor Infrastructure &
Cities erwähnenswerte Großprojekte im Auftragseingang
­
verbucht werden. Auch die Transformatorenwerke in Linz
und Weiz weisen eine gute Auftragslage auf.
Wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des abgelaufenen
Geschäftsjahrs hatten neben der operativen Geschäftstätig­
keit und Erträgen aus Dividenden und Liegenschaftsverkäu­
fen auch die außerplanmäßige Abschreibung auf die Anteile
an der Siemens VAI Metals Technologies GmbH, Linz. Weiters
wirkten in diesem Geschäftsjahr Sondereffekte für frühere Port­
folioelemente aus nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten.
Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2014 betrug 2,769
Mrd. € und liegt damit um 9,4 % unter dem Vorjahresniveau
(3,055 Mrd. €).
19
Wesentliche Auftragseingänge im abgelaufenen Geschäfts­
jahr waren Metro Riad (325,2 Mio. €), ÖBB-railjet (145,0 Mio. €)
und Vectron-Loks für die ELL GmbH (68,1 Mio. €) im Sektor
Infrastructure & Cities, Division Rail Systems. Im Sektor
Energy sind die Projekte Bandirma 2 (99,6 Mio. €) in der Divi­
sion Fossil Power sowie die Power Safe Shifting-Projekte
­Mikulowa und Krajnik (37,0 Mio. €) und das Projekt Lastva
(22,6 Mio. €) in der Division Power Transmission als wesent­
liche Auftragseingänge zu erwähnen.
Der Umsatz im Geschäftsjahr 2014 liegt mit 2,662 Mrd. € um
2,7 % unter dem Niveau des Vorjahrs (2,735 Mrd. €).
Der Rückgang im Umsatz war im Wesentlichen auf Verschie­
bungen von Aufträgen sowohl im Sektor Infrastructure &
­Cities als auch bei den Transformatorenwerken in Linz und
Weiz in das Geschäftsjahr 2015 zurückzuführen.
Im Zusammenhang mit der Umsatzrealisierung sind die Ab­
rechnungen von Projekten im Sektor Infrastructure & Cities,
Division Rail Systems, wie Inspiro Metro Warschau und Mün­
chen sowie Reisezugwagen Russland und im Sektor Energy
das Projekt Lausward in der Division Fossil Power und im
Sektor Industry, Division Industry Automation, die Projekte
Borealis Amurut und Jungbunzlauer zu erwähnen. Das Pro­
dukt- und Lösungsgeschäft verlief stabil.
Auslandsseitig wurde im Berichtsjahr ein Umsatz von 1,328
Mrd. € erzielt (Geschäftsjahr 2013: 1,616 Mrd. €). Damit
konnte das Niveau des Vorjahrs nicht erreicht werden. Zu
unseren Hauptlieferländern gehörten im abgelaufenen Ge­
schäftsjahr neben der Bundesrepublik Deutschland auch
Russland, Polen, die Vereinigten Staaten von Amerika und
Südafrika.
Im Geschäftsjahr 2014 konnten alle Sektoren ein positives
operatives Betriebsergebnis erzielen. Neben diesen positiven
Beiträgen der operativen Geschäftstätigkeiten wirkten auch
die Erträge aus Dividenden ergebnisverbessernd.
ertragseitig wirken dabei Sondereffekte für frühere Portfo­
lioelemente aus nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten so­
wie auch Ergebnisse diverser Energy-Projekte, die sich auf­
grund geänderter rechtlicher Beurteilungen ergeben haben)
ergibt sich ein bereinigtes Betriebsergebnis von 183,0 Mio. €.
Die Bilanzsumme des Geschäftsjahrs 2014 hat sich im Ver­
gleich zum Vorjahr um 710,9 Mio. € verringert.
Der Rückgang ist aktivseitig vor allem auf bereits erläuterte
Abschreibungen bei Finanzanlagen, auf einen Abbau der im
Vorjahr noch nicht abrechenbaren Leistungen sowie auf eine
reduzierte konzerninterne Veranlagung zurückzuführen.
Das Eigenkapital der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
hat sich 2014 gegenüber dem Vorjahr um 435,0 Mio. € ver­
ringert. Dies resultiert vor allem aus der im Geschäftsjahr
2014 getätigten Dividendenausschüttung in Höhe von 480,0
Mio. € und aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 39,0 Mio. €.
Der relative Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr wird
durch ein um 5,7 % gesteigertes bereinigtes Betriebsergebnis
überkompensiert und führt somit zu einer Verbesserung der
Umsatzrentabilität auf 6,9 %.
Umsatzrentabilität
Betriebsergebnis*
Umsatzerlöse
* bereinigt um Sondereffekte
2014 TEUR
Betriebsergebnis
180.080
–6.260
2.919
179.368
182.999
173.108
2.661.707
2.735.423
6,9 %
6,3 %
bereinigt um Sondereffekte
Umsatzerlöse
Umsatzrentabilität
Unter Berücksichtigung von Sondereffekten in Höhe von
­netto 2,9 Mio. € (aufwandseitig betrifft dies insbesondere die
planmäßige Abschreibung von Firmenwerten und Auftrags­
beständen, resultierend aus der Integration der Siemens
Transportation System GmbH & Co KG, Wien, und der Sie­
mens Transformers Austria GmbH & Co KG (STA KG), Wien,
A. An unsere Kunden und Partner
20
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
2013 TEUR
D. Appendix
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich
im Geschäftsjahr 2014 wegen geringeren Beteiligungsergeb­
nissen und einer erhöhten außerplanmäßigen Abschreibung
auf Finanzanlagen auf 67,3 Mio. € verringert. Diese Sonder­
effekte wirken sich somit in einer im Vergleich zum Vorjahr
niedrigeren Eigenkapitalrentabilität aus.
Das Working Capital der Siemens Aktiengesellschaft Öster­
reich ist wesentlich von den weiterhin hohen erhaltenen An­
zahlungen für das Projektgeschäft geprägt. Die Refinanzie­
rung ist durch die vorhandene Liquidität, den erwarteten
operativen Geldsaldo im Geschäftsjahr 2015 sowie erfor­
derlichenfalls durch die Einbindung in das Konzern-CashPooling gesichert.
Eigenkapitalrentabilität
Working Capital (ohne Ertragsteuern und Finanzveranlagungen)
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Eigenkapital (nach Ausschüttung)*
* zum Anfang des Geschäftsjahrs
Umlaufvermögen inkl. Rap
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
2014 TEUR
2013 TEUR
67.378
448.900
Eigenkapital zum Anfang des Geschäftsjahrs
1.404.883
1.666.187
abz. Ausschüttung
–480.000
–750.000
924.883
916.187
7,3 %
49,0 %
Eigenkapitalrentabilität
abz. langfristiges Umlaufvermögen
= kurzfristiges Umlaufvermögen
abz. kurzfr. veranlagtes Finanzvermögen
abz. kurzfr. aktive latente Steuern
abz. kurzfr. Ertragsteuerforderungen
Fremdkapital inkl. Rap
abz. langfristiges Fremdkapital
= kurzfristiges Fremdkapital
abz. kurzfr. Finanzschulden
abz. kurzfr. Ertragsteuerrückstellungen
und -verbindlichkeiten
Der Rückgang der Eigenkapitalquote ist auf den relativ star­
ken Rückgang des Eigenkapitals im Vergleich zum Gesamt­
kapital zurückzuführen.
Working Capital
Eigenkapitalquote
30.09.2014 TEUR
30.09.2013 TEUR
1.148.423
1.568.875
–18.682
–13.154
1.129.741
1.555.721
–113.374
–347.306
–9.500
–1.163
–190
–12.653
1.006.677
1.194.599
1.884.435
2.157.702
–433.092
–427.920
1.451.343
1.729.782
–14
–28
–79.686
–128.188
1.371.643
1.601.566
–364.966
–406.967
Eigenkapital
Bereinigtes Gesamtkapital*
* Bilanzsumme abzüglich passivisch ausgewiesener
erhaltener Anzahlungen inkl. Anzahlungen von
Verbundenen Unternehmen und Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
2014 TEUR
2013 TEUR
969.873
1.404.883
Bilanzsumme
2.866.966
3.577.844
abz. pass. erhaltener Anzahlungen
–546.402
–637.580
2.320.564
2.940.264
41,8 %
47,8 %
Eigenkapital
Eigenkapitalquote
21
Die Deckung des langfristigen Vermögens ist im Ge­
schäftsjahr 2014 insbesondere aufgrund des verringerten
­Eigenkapitals von 91,4 % auf 81,5 % zurückgegangen.
39.009
486.695
315.054
–1.681
2.604
Veränderungen des Sozialkapitals
* Eigenkapital zuzüglich unversteuerter Rücklagen
2014 TEUR
2013 TEUR
969.873
1.404.883
12.658
15.259
982.531
1.420.142
433.092
427.920
1.415.623
1.848.062
zzgl. unversteuerter Rücklagen
1.718.543
Anlagevermögen
2013 TEUR
331.647
Jahresüberschuss
Abschreibungen auf das Anlagevermögen
Eigenmittel* und langfristiges Fremdkapital
langfristiges Vermögen
langfristiges Fremdkapital
2014 TEUR
Geldfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit
Deckung des langfristigen Vermögens
Eigenkapital
Geldflussrechnung
2.008.969
18.682
13.154
1.737.225
2.022.123
81,5 %
91,4 %
langfristiges Umlaufvermögen
Deckung des langfristigen Vermögens
Die Geldflussrechnung des Geschäftsjahrs 2014 ist im ope­
rativen Bereich durch den Rückgang von erhaltenen Divi­
denden geprägt. Der Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
hat sich im aktuellen Geschäftsjahr gedreht, da die Geldmit­
telzuflüsse aus dem Verkauf der Liegenschaften die Geld­
mittelabflüsse für Investitionen überschritten haben. Der
Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich im
­Wesentlichen aus der Dividendenzahlung.
Veränderungen der übrigen langfristigen
Rückstellungen
–20.096
–19.427
Sonstige
–46.014
–40.905
Cashflow aus dem Ergebnis
302.865
744.021
Veränderung der Vorräte
168.276
–95.971
Veränderung der Forderungen
–30.687
44.267
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen
–24.494
–32.703
–131.276
19.481
Veränderung der Verbindlichkeiten
Veränderung der übrigen kurzfristigen
Rückstellungen
–78.039
–7.762
Operativer Cashflow
206.645
671.333
–30.548
–53.363
Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
Investitionen in immaterielle Anlagen
und Sachanlagen
Erlöse aus Abgang von immateriellen
Anlagen und Sachanlagen
42.311
12.405
Investitionen in Finanzanlagen
–4.352
–13.445
2.743
41.673
10.154
–12.730
–480.000
–750.000
Erlöse aus Finanzanlagenabgang
Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
Dividendenausschüttung
Veränderung der Finanzverbindlichkeiten / Sonstige
3.582
–183
–476.418
–750.183
Zugang Finanzmittel aus Integration
ComBuild Kommunikations &
Gebäudetechnologie GmbH
17.114
Abgang Finanzmittel aus Abspaltung
Teilbetrieb Communications,
Media and Technology (CMT)
–13.511
Veränderung der flüssigen Mittel
einschließlich Wertpapiere
–242.505
–105.091
Stand des Finanzmittelfonds zum
Bilanzstichtag
3.525
3.337
104.647
347.306
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
Guthaben aus Veranlagungen im Konzern
581
615
108.753
351.258
Veranlagungen bei Fremden
A. An unsere Kunden und Partner
22
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
B.2.3 Investitionen
Die Investitionen der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2014
30,2 Mio. € und lagen damit um 20,1 % unter dem vergleich­
baren Wert des Vorjahrs.
B.2.4 Finanz- und Sicherungsinstrumente
Zur Risikoabsicherung setzt das Unternehmen derivative
­Finanzinstrumente ein, um die Risken, die hauptsächlich aus
Wechselkursschwankungen resultieren, zu begrenzen. Mit
den zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossenen
derivativen Finanzgeschäften wurde zum 30.09.2014 ein
­Deckungsgrad von 99,5 % (Vorjahr: 97,5 %) erreicht.
Dem Kundenausfallrisiko begegnen wir durch ein durchge­
hendes Bonitätsmonitoring unserer Kunden, ein konsequen­
tes Forderungs-Management sowie durch die Vereinbarung
von Anzahlungen im Anlagengeschäft. Absicherungen über
die Angebote der Österreichischen Kontrollbank, Bankgaran­
tien und der Einsatz von Akkreditiven runden im Exportge­
schäft die eingesetzten Sicherungsinstrumente ab.
Das Preisänderungsrisiko sehen wir primär im Anlagenge­
schäft. Dies gilt insbesondere für die Preise zugekaufter
­Materialien und Komponenten, die von der Preisentwicklung
der entsprechenden Rohstoffe (zum Beispiel Kupfer) am
Weltmarkt abhängen. Der Versuch, die Bedingungen aus
dem Kundenvertrag auch an unsere Lieferanten zu überbin­
den, sowie der Abschluss von Lieferantenverträgen mit einer
fristenkongruenten Preisbindung (teilweise gegen Leistung
von Anzahlungen) sind die zentralen Instrumente zur Risiko­
minimierung. In Ergänzung dazu kommen bei Bedarf auch
Commodity Hedges zum Einsatz.
Das Liquiditätsrisiko der Siemens Aktiengesellschaft Öster­
reich wird von uns derzeit aufgrund der vorhandenen Liqui­
dität sowie der Einbindung in das Cash Pooling des SiemensKonzerns als äußerst gering eingeschätzt.
B.3 Erläuterungen zu den
operativen Geschäftstätigkeiten der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
B.3.1 Sektoren und Divisionen der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
Sektor Energy
Fossil Power Generation, Oil & Gas, Energy Service,
Power Transmission und Wind Power
2013
2014
gg. Vj.
Umsatz (in Mio. €)
795,5
626,4
–21,3 %
Mitarbeiter1
1.787
1.718
–3,9 %
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Die zurückhaltenden Investitionen in fossile Energieerzeu­
gung im gesamten von Österreich verantworteten Wirt­
schaftsraum prägten die Umsatz- und Ergebnisentwicklung
des Sektors Energy im Geschäftsjahr 2014. Darüber hinaus
verschoben Kunden auch geplante Serviceaktivitäten auf­
grund reduzierter Betriebsstunden von fossilen Kraftwerken.
Durch die konsequente Umsetzung der bereits im Jahr zuvor
geplanten Effizienzsteigerungsmaßnahmen wurde die Mitar­
beiterzahl in diesem Geschäftssegment reduziert und den
Marktgegebenheiten angepasst. Auftragserfolge im Zusam­
menhang mit dem Ausbau der Energieübertragung sowie im
Kundensegment Oil & Gas konnten diese Rückgänge nur teil­
weise kompensieren.
Die Division Fossil Power in Wien konnte im Bereich Kraft­
werksbau einen weiteren Auftrag für einen Abhitzekessel
hinter einer H-Klasse-Gasturbine im Rahmen des Projekts
Lausward in Deutschland gewinnen. Zusätzlich befinden sich
derzeit in diesem Bereich zwei Gesamtanlagenprojekte ‒
Gas- und Dampfturbinen-(GuD-)Kraftwerk Samsun sowie
Bandirma 2 in der Türkei ‒ in der Abwicklung, welche 2015
und 2016 an den Endkunden übergeben werden.
Das im Frühjahr 2014 neu gegründete Business Segment
­»Industrial Power Plant Solutions«, mit einer weltweiten Ver­
triebs- und Abwicklungsverantwortung, wird eine langfristi­
ge Auslastung des Kraftwerksbaus an den Standorten Wien
und Finspong (Schweden) sicherstellen. Damit reagiert man
auf den weltweit wachsenden Markt für kleine und mittlere
23
Gasturbinenkraftwerke und bietet maßgeschneiderte Lösun­
gen für Industrie, Kommunen, Öl- und Gasunternehmen,
aber auch klassische Kraftwerksbetreiber an.
Im Bereich Kraftwerksleittechnik konnten im Geschäftsjahr
2014 von der Andritz AG in Graz der Auftrag zur Lieferung
der Automatisierung und Niederspannung für ein 300-Mega­
watt-(MW-)Biomassekraftwerk in Stockholm sowie der Auf­
trag zur Lieferung der Automatisierung für das neue Fern­
heizwerk Arsenal der Wien Energie gewonnen werden. Für
die EVN (Energieversorgung Niederösterreich) wurden meh­
rere leittechnische Umbauten in den Kraftwerken Dürnrohr,
Theiß und Korneuburg als Aufträge gebucht. Erfolgreich ab­
geschlossen wurden die Komplettmigration der Blockleit­
technik der Müllverwertungsanlage Arnoldstein (Kärntner
Restmüllverwertungs GmbH) sowie der Probebetrieb für den
­ersten Müllkessel der Müllverbrennungsanlage Spittelau in
Wien.
Das Oil & Gas-Geschäft mit OMV/Petrom konnte im abgelau­
fenen Geschäftsjahr gesteigert werden. Entscheidend waren
Projekte im Rahmen von Modernisierungen und Erweiterun­
gen in der Raffinerie Schwechat sowie Aufträge zur Aufbe­
reitung von Formationswasser in den Ölfeldern Rumäniens
mit Hilfe von Technologien der Siemens Aktiengesellschaft
Österreich. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Wiener
Netze und der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG)
wurde fortgeführt.
reich drei gasisolierte Schaltfelder und nahm diese in Be­
trieb.
Im Exportgeschäft gelang der Division Energy Transmission
mit dem Projekt Gedabek der Markteinstieg in Aserbaid­
schan. Dieses Projekt beinhaltet Engineering und Lieferung
der Hochspannungsgeräte und Sekundäreinrichtungen für
zwei 110-kV-Umspannwerke.
Trotz schwierigem Marktumfeld konnte Energy Transmissi­
on den Auftrag für die Schaltanlage Lastva in Montenegro ge­
winnen. Der Auftragswert beträgt rund 22,6 Mio. € auf Turnkey-Basis und beinhaltet eine 400-kV- und 110-kV-Freiluft­
schaltanlage und eine Freileitungsverbindung zu einer Hoch­
spannungs-Gleichstom-Übertragungs-(HGÜ-)Umrichtersta­
tion. Diese Umrichterstation wird zukünftig Montenegro und
Italien über ein Seekabel verbinden.
Darüber hinaus konnte die starke Marktstellung in Georgien
durch den Auftrag zur Errichtung einer schlüsselfertigen
220-kV- und 110-kV-Schaltanlage in Khorga gesichert wer­
den.
Zudem wurden einige wichtige Projekte, wie zum Beispiel
die Erweiterung einer gasisolierten 400-kV-Schaltanlage in
Gura Ialomitei (Rumänien) zur Anbindung eines Windparks
im CEE-Raum, fertiggestellt.
Das Transformatorenwerk in Linz konnte unter anderem ein
Projekt über fünf Stück 45-Megavoltampere-(MVA-)Transfor­
matoren bei der Verbund Hydro Power GmbH Österreich ge­
winnen. Zwei der Transformatoren wurden bereits erfolg­
reich geprüft. Dabei stellte die Prüfung der trafoseitigen Ka­
Die Division Energy Service konnte die im Rahmen der beste­
belbuchse mit einem speziellen Prüfaufbau mit 220-kV-Kabel
henden Langzeitwartungsverträge erforderlichen Maßnah­
eine besondere Herausforderung dar. Der erste Transforma­
men für Großanlagen, aber auch für industrielle Anlagen in
tor wurde bereits 2014 an das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug
der fossilen Kraftwerkstechnik mit großer Zufriedenheit bei
geliefert und montiert.
Kunden wie Wien Energie oder voestalpine abwickeln. Wich­
Im Segment Large Power Transformers des Transformato­
tige Wartungsverträge, zum Beispiel bei OMV, konnten lang­
renwerks Weiz ist der Auftrag zur Lieferung von drei umwelt­
fristig verlängert werden. Neuaufträge wurden unter ande­
freundlichen 400-kV-Ester-Transformatoren mit einem Abwär­
rem bei der Salzburg AG für die Revision eines Turbosatzes
menutzungssystem für die Innenstadt von London beson­
gewonnen. Das Servicegeschäft für Windkraftanlagen inner­
ders hervorzuheben. Die Abwärme soll zur Beheizung einer
halb Österreichs wurde erfolgreich fortgeführt.
Schule genutzt werden. Mit der Ester-Technologie konnte be­
reits in Schweden ein Auftrag über vier Stück 433-kV-Trans­
Energy Transmission wurde im vergangenen Geschäftsjahr
formatoren gewonnen werden.
vom Industriebetrieb Böhler Edelstahl Power Transmission
Im Geschäftsbereich Phasenschieber ist außerdem der Auf­
mit der Sicherung und Erweiterung seiner Stromversorgung
beauftragt. Dazu wurde ein neues 110-Kilovolt-(kV-)SF6-­ tragseingang über vier Stück Dual Tank 1.200-MVA-Phasen­
schieber mit einem Auftragswert von 37 Mio. € zu erwähnen.
Kabelfeld im betriebsinternen Umspannwerk Böhler II instal­
In Österreich wurden an die Vorarlberger Illwerke AG Bürs
liert. Dieses 110-kV-Kabel wird nun vom etwa zwei Kilometer
zwei Stück 450-MVA-Low-noise-Längs-und-Querreglertrans­
entfernten Umspannwerk Kapfenberg der Energienetze Steier­
formatoren verkauft, die 2015 bzw. 2016 geliefert werden.
mark versorgt. Für die Erweiterung lieferte Siemens Öster­
A. An unsere Kunden und Partner
24
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
An die Austrian Power Grid AG wurde im September ein
300-MVA-Transformator mit der größten je gebauten Gleich­
stromkompensation ausgeliefert.
Im Segment Distribution Transformers war das Geschäfts­
jahr 2014 von einer Änderung des Produktportfolios auf hö­
here Leistungen bis zu 13 MVA/66 kV in den Bereichen Wind,
Industrie und Spezialtransformatoren geprägt. Durch die Er­
höhung der Leistungen der Windturbinen werden ‒ bedingt
durch die technische Komplexität ‒ erhöhte technische und
bauliche Anforderungen an die Transformatoren gestellt.
Die technische Kompetenz und das Know-how im Transfor­
matorenbau an den Standorten Linz und Weiz werden auch
künftig die Wettbewerbsfähigkeit im umkämpften Weltmarkt
sicherstellen.
Die Division Wind Power hat für Windparkprojekte in Bosnien
und Herzegowina, Kroatien und der Tschechischen Republik
erfolgreich leistungsstarke Siemens-Windturbinen angebo­
ten. Aufgrund von Verzögerungen in den Rahmenbedingun­
gen und den Investitionsvorhaben verschieben sich diese
Projekte in das nächste Geschäftsjahr.
Das Small-Hydro-Geschäft mit seinem weltweiten Kompe­
tenzzentrum in Salzburg kann auf ein erfolgreiches Ge­
schäftsjahr zurückblicken. Siemens bietet für Kleinwasser­
kraftwerke die gesamte elektrische und mechanische Aus­
rüstung und ist Partner für Neubau- und Modernisierungs­
projekte. Insbesondere in Österreich und der Schweiz konn­
ten große Projekte gewonnen werden, die den Standort
Österreich im Wasserkraftgeschäft weiter stärken. So wird
Siemens beim Bau des Pumpspeicherkraftwerks Rellswerk
der Vorarlberger Illwerke ebenso mitwirken wie an der Mo­
dernisierung des Kraftwerks Punt dal Gall der Engadiner
Kraftwerke.
Sektor Healthcare
Imaging & Therapy Systems, Clinical Products
und Customer Solutions
Umsatz (in Mio. €)
2013
2014
gg. Vj.
126,7
112,3
–11,4 %
290
289
–0,3 %
Mitarbeiter1
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Der Sektor Healthcare konnte in einem stagnierenden Markt
im Geschäftsjahr 2014 seine starke Marktposition bei bildge­
benden Systemen halten und sich erneut als Marktführer
­behaupten.
Der Bereich Imaging & Therapy Systems bündelt die Geschäf­
te mit Großgeräten für bildgebende Systeme in diagnosti­
schen und therapeutischen klinischen Anwendungen. Beson­
derer Fokus wird in dieser Division darauf gelegt, mithilfe
zahlreicher wegweisender Innovationen maximale Bildqua­
lität bei minimalen Dosiswerten zu erzielen. SOMATOM
Force, der neue Computertomograph (CT) von Siemens, wur­
de dieses Jahr am DiagnostikZentrum Graz (Leitung Univ.Doz. Dr. Peter Kullnig) österreichweit erstmals in Betrieb ge­
nommen. Der High-End-Dual-Source-Computertomograph
der dritten Generation ermöglicht sensiblen Patientengrup­
pen, wie Kleinkindern, solchen mit Niereninsuffizienz sowie
Schwerkranken und Adipösen, individualisierte Diagnostik.
Innovative Technologie macht es möglich, Untersuchungen
mit deutlich geringeren Kontrastmittelmengen, mit einer
um ein Vielfaches reduzierten Strahlendosis und mit extrem
schnellen Aufnahmezeiten anzubieten.
Der Markt für Imaging & Therapy Systems ist geprägt von
­einer zunehmenden Sättigung, aber auch von neuen klini­
schen Trends und der fortschreitenden Einbindung von bild­
gebenden Verfahren und Geräten in die Therapie. Ein Bei­
spiel dafür ist der von Siemens Healthcare übernommene
Auftrag, einen neuen gefäßchirurgischen Hybrid-Operati­
onssaal (OP) im Wiener Hanusch-Krankenhaus mit einem
High-End-Angiographiegerät auszustatten. Das Artis zeego,
ein hochflexibles bodenmontiertes C-Bogen-System, verfügt
über Industrierobotertechnik, die es ermöglicht, das System
beinahe beliebig um den Patienten herum zu positionieren.
Dadurch wird eine Vielzahl an bildgestützten chirurgischen
Eingriffen ermöglicht und die Zusammenarbeit eines inter­
disziplinären Teams von Spezialisten in der OP-Umgebung
erleichtert.
Die Medizinische Universität Wien beauftragte Siemens
Healthcare mit der Lieferung eines 3-Tesla-Scanners mit in­
novativer MRT-Spitzentechnologie für das Hochfeld-Magnet­
resonanz-Exzellenzzentrum. Der neue Magnetresonanzto­
mograph (MRT) MAGNETOM Prisma von Siemens Healthcare
eröffnet neue Möglichkeiten medizinischer Bildgebung. Der
Scanner mit dem 3-Tesla-PowerPack kombiniert Gradienten­
stärke und Anstiegsgeschwindigkeit des Gradientenfelds in
einer Höhe, wie sie für kommerziell erhältliche Systeme bis­
lang weltweit einmalig ist. Eine noch bessere Bildqualität,
25
kombiniert mit einer hohen Homogenität des Magnetfelds,
kann beispielsweise mit der Diffusionsbildgebung neue Ein­
blicke in die Funktionsweise des Gehirns ermöglichen. Der
MAGNETOM Prisma wurde für den Einsatz in der klinischen
Forschung, wie zum Beispiel in der neurologischen Grund­
lagenforschung, entwickelt. Zur Homogenisierung der Sys­
teme hat die Medizinische Universität Wien zusätzlich ein
MAGNETOM Prismafit Upgrade beauftragt. Dabei wird das
bestehende MAGNETOM Tim Trio mit der neuen Prisma­
Technologie aufgerüstet und profitiert somit auch von den
aktuellsten technischen Neuerungen. Mit zwei 3-Tesla- und
einem 7-Tesla-MRT von Siemens steht im Exzellenzzentrum
für Ultrahochfeld-MR nun eine weltweit herausragende Aus­
stattung für die Forschung und Patientenversorgung zur
Verfügung.
In radiologischen Abteilungen werden immer mehr Bilder
erzeugt, die mit Hilfe von Bildarchivierungssystemen (PACS)
gespeichert, bearbeitet, verteilt und befundet werden. Syn­
go.plaza, die PACS-Lösung von Siemens Healthcare, erhöht
mit einer einheitlichen und intuitiven Benutzeroberfläche
und innovativen intelligenten Funktionen die Produktivität
und Effizienz des klinischen Arbeitsablaufs. Die Steiermärki­
sche Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) betreibt
ein unternehmensweites PACS von Siemens Healthcare. Der
Endausbau des im Jahr 2014 beauftragten Systems Syngo.
plaza umfasst die Versorgung von 22 Landeskrankenhäusern
und Standorten und stellt damit das weltweit größte zusam­
menhängende PACS-System für die radiologische Befund­
arbeit dar.
Der Bereich Clinical Products umfasst das Geschäft mit Rönt­
gen- und Ultraschallgeräten im Diagnostikbereich, wie zum
Beispiel Anwendungen in der Frauenheilkunde (Mammogra­
phie) und Urologie, sowohl im klinischen als auch im nieder­
gelassenen Bereich. Der Markt für diese Produkte zeichnet
sich durch eine größere Zahl an Mitbewerbern und eine hö­
here Dynamik als der Großgerätemarkt aus. Es werden so­
wohl innovative High-End-Lösungen, wie das weltweit erste
Ultraschallgerät mit kabellosem Schallkopf ACUSON Free­
style, wie auch die Entwicklung von Gerätefamilien für spezi­
fische, kostensensible Marktsegmente vorangetrieben.
Das Servicegeschäft wird vom Bereich Customer Solutions
geführt. Siemens ist in Österreich mit Niederlassungen in
­allen neun Bundesländern nahe am Kunden. Hohe Verfüg­
barkeit, rasche Reaktionszeiten und die Kompetenz der Ser­
vicemitarbeiter zählen zu den Stärken von Siemens Health­
A. An unsere Kunden und Partner
26
B. Lagebericht
care und sind für die Kunden immer mehr von Bedeutung.
Damit wird sichergestellt, dass Investitionen bestmöglich ge­
nutzt werden können. Die Leistungen beinhalten professio­
nelle Soft- und Hardware-Services im medizinischen Umfeld
sowie Management-Services für optimierte Systemnutzung
mit verbesserter Finanzplanung und Benchmarking. Darü­
ber hinaus ermöglicht ein breites Angebot an Applikations­
trainings den Anwendern, das Potenzial des Equipments in
vollem Umfang zu nutzen. Das garantiert höchste diagnosti­
sche Qualität bei optimiertem Patientendurchsatz. Moderne
technologische Verfahren unterstützen neue Trends wie
­»Remote Services« und erhöhen damit die Verfügbarkeit von
Kompetenz rund um die Uhr.
Im Geschäftsjahr 2015 ist erneut mit einer flachen Marktent­
wicklung aufgrund des zunehmenden Kostendrucks im Ge­
sundheitssektor zu rechnen.
Sektor Industry
Industry Automation
Umsatz (in Mio. €)
Mitarbeiter1
2013
2014
gg. Vj.
205,5
243,5
18,5 %
441
472
7,0 %
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Die Division Industry Automation (I IA) hat sich im Geschäfts­
jahr 2014 trotz einer herausfordernden Marktsituation gut
behauptet. Dies gilt sowohl für die Produktbereiche als auch
für die Einheiten des Lösungsgeschäfts in den von I IA adres­
sierten Branchen. Getragen wird die Entwicklung durch die
weiterhin gegebene Nachfrage im Automobil- und Maschi­
nenbausektor.
Neben den beiden genannten Segmenten zeigen auch die Be­
reiche Industrielogistik, Pharma, Nahrungs- und Genussmit­
tel sowie Wasser und Abwasser eine stabile Entwicklung. Dar­
über hinaus entwickelt I IA Österreich Software-Lösungen für
das Energie-Management, die international zum Einsatz
kommen.
In allen genannten Branchen ist es gelungen, die Marktantei­
le auszubauen oder zu halten. Im Produktsegment Automati­
sierungstechnik konnten die Marktanteile weiter gesteigert
werden.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Im Produktbereich Automation Systems wurde im abgelaufe­
nen Berichtsjahr die neue Generation SIMATIC S7-1500 mit
der Engineering-Plattform »Totally Integrated Automation«(TIA-)Portal V13 sehr erfolgreich am Markt eingeführt. In
zahlreichen Projekten hat sich die neue Automatisierungsge­
neration bereits bestens bewährt.
Das voll integrierte Engineering-System TIA-Portal erlaubt
einen ganzheitlichen Ansatz bei der Planung und Realisie­
rung von Automatisierungsprojekten. Es gewährleistet die
Integration der gesamten Produktfamilien der Automatisie­
rungs- und Antriebstechnik sowie eine äußerst hohe Sys­
temeffizienz. Im Rahmen des Konzepts »Safety Integrated«
stellen die s­ icherheitsgerichteten Steuerungen einen zusätz­
lichen und sehr erfolgreichen vertrieblichen Schwerpunkt
dar.
Beim Portfolio-Element Prozessleitsysteme konnten zahlrei­
che Projekte auf Basis des Leitsystems PCS7 akquiriert und
erfolgreich abgewickelt werden.
Mit dem neuen Systembaukasten »SIRIUS Innovationen« bie­
tet die Geschäftseinheit »Control Components« Komponen­
ten zum Schalten, Starten und Schützen sowie zum Überwa­
chen von Anlagen und Motoren und steht damit für einen
­flexiblen, platzsparenden Aufbau von Schaltschränken.
Mit SIPLUS extreme bietet die Division eine Vielzahl an Pro­
dukten für die Automatisierungstechnik, die besonders für
erschwerte bis extreme Anforderungen geeignet sind. Einge­
setzt werden sie etwa in den Branchen Wasser- und Abwas­
serindustrie.
Die Business Unit Sensors and Communication mit ihrem
umfassenden Portfolio für die Prozessinstrumentierung und
-analytik ist ein führender Anbieter für industrielle Mess­
technik. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde mit dem neu­
en SITRANS FC410 der leichteste und kompakteste CoriolisMassendurchflussmesser auf den Markt gebracht. Diese voll­
ständig digitale Generation der Durchflussmessgeräte ist
speziell für die direkte Integration in Automatisierungssyste­
me entwickelt worden.
Die internationale Positionierung des Energie-MonitoringSystems b.data sowie die Erweiterung des Portfolios in Rich­
tung Energie-Management trugen erneut wesentlich zum
Ausbau der Beratungs- und Lösungskompetenz der I IA bei.
Die Division Industry Automation weitet ihr Automatisie­
rungsspektrum zudem konsequent weiter aus. Mit weiteren
Übernahmen im Umfeld der PLM- beziehungsweise COMOSPlattform hat Siemens erneut einen entscheidenden Schritt
nach vorne gemacht. Eine wesentliche Herausforderung bil­
den dabei integrative und sogenannte »intelligente« Schnitt­
stellen zwischen den einzelnen Systemen. Hier konnte im Be­
richtsjahr das Angebot für Kunden, die COMOS, PCS7 oder
PLM einsetzen, ein weiteres Mal stark vergrößert werden.
Für das nächste Geschäftsjahr sind als Schwerpunkte erneut
Schritte zur Marktplatzierung der neuen Engineering-Platt­
form TIA-Portal beziehungsweise der neuen SIMATIC-Gene­
ration geplant.
Mit Totally Integrated Automation, PLM-Software und DataDriven-Services ist die Division Industry Automation Vorrei­
ter bei durchgängigen und integrierten Produktentwicklungsund Produktionstechnologien. Das ist eine solide Basis für
die zeitnahe Verwirklichung der Vision »Industrie 4.0«.
Industry Drive Technologies
Umsatz (in Mio. €)
2013
2014
gg. Vj.
172,8
144,1
–16,6 %
308
261
–15,3 %
Mitarbeiter1
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Das Berichtsjahr 2014 war, wie bereits das Jahr zuvor, von
einem stagnierenden Marktumfeld geprägt. Aufgrund der
­
politischen Unruhen in der Ukraine kam es zu Auftragsein­
brüchen in wichtigen heimischen Industriebranchen. Den
jüngsten Konjunkturprognosen zufolge kann jedoch für das
nächste Geschäftsjahr von einem leichten Marktwachstum
ausgegangen werden.
Mit »Integrated Drive Systems« läutete Siemens im Geschäfts­
jahr 2013 die nächste Innovationsrunde in der Antriebstech­
nik ein ‒ die perfekte Integration aller Komponenten auf drei
Integrationsebenen. Voll integriert auf der Antriebsebene
mit allen Frequenzumrichtern, Motoren, Kupplungen und
Getrieben aus einer Hand, auf der Kommunikations- und In­
formationsebene mit dem »Totally Integrated Automations«(TIA-)Portal und mit einer Perspektive, die den gesamten
­Lebenszyklus umfasst. Das bedeutet einen Mehrwert durch
eine kürzere Time-to-Market und kürzere Time-to-Profit. Im
27
abgelaufenen Geschäftsjahr konnten bereits erste Erfolge in
diesem Bereich verzeichnet werden.
Die in der Division Industry Drive Technologies (I DT) ange­
siedelte Geschäftseinheit Large Drives (I DT LD) gewann
mehrere Modernisierungsprojekte von Mehrmotorenantrie­
ben bei namhaften Unternehmen in der Papierindustrie.
Darüber hinaus wurde I DT LD im Berichtsjahr von Sandvik
Mining and Construction Materials Handling G.m.b.H. & Co
KG mit der Lieferung der gesamten Elektrotechnik für zwei
Stück Bucket-Wheel-Excavator inklusive Beltwagon und Hop­
percar, eines Spreaders und zweier Crusher sowie fünf Stück
Machine-Switching-Stations für eine Kohlemine in Laos be­
auftragt.
Die Maschinen dienen Italian Thai Hongsa Co. Ltd. für den
Abbau von 383 Millionen Kubikmeter nicht verwertbaren Ge­
steins. Der Lieferumfang umfasst die energieeffiziente An­
triebstechnik, die Automatisierungstechnik und die zugehö­
rige Mittel- und Niederspannungsversorgung.
Siemens Metals Technologies und sein Konsortialpartner
Midrex, der den Prozess zur Direktreduktion bei der Herstel­
lung von Eisenschwammbriketts entwickelt hat, haben vom
russischen Unternehmen Metalloinvest den Auftrag erhal­
ten, eine neue Anlage für die Produktion von heiß brikettier­
tem Eisenschwamm zu errichten. Das ist die mittlerweile
dritte Anlage, die vom Konsortium für das Unternehmen Me­
talloinvest errichtet wird. Die Geschäftseinheit Large Drives
der Siemens Drive Technologies liefert im Rahmen dieses
Auftrags die integrierten Antriebssysteme für die Gebläse,
die Prozessgas-Kompressoren und die Brikettierung. Zum
Lieferumfang gehören Mittelspannungs-Umrichter (MV-Um­
richter) der Serie SINAMICS GH180 (PH GenIII), 6-kV-Asyn­
chronmotoren und auch Niederspannungs-Umrichter (LVUmrichter) SINAMICS G150.
Die Geschäftseinheit Mechanical Drives lieferte im abgelaufe­
nen Geschäftsjahr Mühlenantriebe, Stirnradgetriebe und
Rohrmühlen sowie diverse Branchengetriebe an die Berg­
bau- und Zementindustrie. Von einem Betrieb der Metall­
industrie erhielt man den Auftrag zur Lieferung von Getrie­
bemotoren für Rollengänge. Darüber hinaus wurden Hub­
werks- und Fahrwerksantriebe an Kranbauer geliefert.
Die Geschäftseinheit Motion Control konnte beim steirischen
Unternehmen Rosendahl Nextrom GmbH im Bereich Battery
A. An unsere Kunden und Partner
28
B. Lagebericht
Machines den Maschinentyp BMR10 durchgehend mit einer
SIMOTION D425-2 in Verbindung mit einem Comfort Panel
1200 und dezentraler Peripherie (ET200) ausrüsten.
Die Modularität und Performance der Siemens-Gesamtlö­
sung auf Basis einer SIMOTION konnten den hohen Qualitätsund Leistungsanforderungen des Unternehmens Rosendahl
Nextrom mehr als gerecht werden. Rosendahl Nextrom ist
ein führendes Unternehmen für Automatisierungslösungen
in den Bereichen Batterie-, Kabel & Draht- sowie Glasfaser­
produktion.
Trotz schwierigem Marktumfeld konnten mit den Lösungen
SINUMERIK und SINAMICS einige Erfolge im Bereich Werk­
zeugmaschinen erzielt werden.
Weitere Möglichkeiten zur Automatisierung und Flexibilisie­
rung in Richtung »Industrie 4.0« wurden durch die direkte
Einbindung von Robotern in die SINUMERIK geschaffen. Die
weltweit ersten Referenzprojekte der Roboterintegration
wurden in Österreich umgesetzt (beispielsweise bei einem
Retrofitting von Brillenfertigungsmaschinen in Oberöster­
reich).
Metals Technologies
2013
2014
gg. Vj.
Umsatz (in Mio. €)
28,1
19,3
–31,3 %
Mitarbeiter1
117
106
–9,4 %
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Die äußerst zurückhaltende Investitionsbereitschaft von
Kunden prägte erneut die Umsatz- und Ergebnisentwicklung
für die sektorgeführte Geschäftseinheit Metals Technologies
(MT) im Geschäftsjahr 2014. Die speziell in Europa rückläufi­
ge Stahlkonjunktur, verbunden mit der Krise in der Ukraine,
führte zu einem Rückgang beim Geschäftsvolumen. In weite­
rer Folge musste die Mitarbeiterzahl in Österreich an die für
die nächsten Jahre erwarteten Marktgegebenheiten ange­
passt werden.
Der zurückhaltenden Investitionsbereitschaft gegensteuernd
konnte der Anteil des Livecycle-Services im Elektro- und Au­
tomatisierungsbereich signifikant erhöht werden. Zusätzlich
wurden im Bereich der Technologien für den Umweltschutz
unter anderem Entstaubungsanlagen in Zusammenarbeit
mit dem MT World-Headquarter gewonnen und deren Reali­
sierung wurde bereits begonnen. Hervorzuheben sind darü­
C. Jahresabschluss
D. Appendix
ber hinaus die Inbetriebnahme und der Produktionsbeginn
einer Glühanlage sowie der Umbau einer Tandem-Walzstraße
am Standort Linz der voestalpine. Durch die Modernisierung
der Antriebs- und Automatisierungstechnik konnte die Anla­
geneffizienz erheblich gesteigert werden. Auch in Deutsch­
land wurde ein Walzwerk mit modernisierter Elektrik und
Automatisierung erfolgreich in Betrieb genommen.
Zukunftsweisend für die Geschäftseinheit war im Mai des Be­
richtsjahrs die Ankündigung, dass Metals Technologies 2015
in ein Joint Venture mit Mitsubishi Heavy Industries einge­
bracht wird. Das Gemeinschaftsunternehmen kann seinen
Kunden die gesamte Wertschöpfungskette in der Eisen-,
Stahl- und Aluminiumherstellung anbieten: von Technolo­
gien für die Rohstoffverarbeitung bis hin zur Oberflächen­
veredelung am Ende des Produktionsprozesses sowie ent­
sprechende Lifecycle-Servicekompetenzen. Im Rahmen des
Vertrags wurden Liefervereinbarungen für Siemens-Techno­
logien getroffen. In einem herausfordernden Marktumfeld
mit hohem Preisdruck und vor dem Hintergrund eines sich
stark nach Asien verschiebenden Stahlmarkts eröffnet diese
Partnerschaft neue Perspektiven. Das Servicegeschäft für
Electrical Automation (CS LS MT) ist nicht Teil des Joint Ven­
tures und verbleibt bei der Siemens Aktiengesellschaft Öster­
reich.
Siemens Industrial Manufacturing, Engineering and
Applications (SIMEA)
Umsatz (in Mio. €)
2013
2014
gg. Vj.
144,5
134,5
–6,9 %
522
513
–1,7 %
Mitarbeiter1
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
SIMEA verantwortet innerhalb der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich die Entwicklung und Fertigung elektroni­
scher Produkte und Systeme in den Bereichen Industrieauto­
matisierung und industrielle Antriebe. Kernkompetenzen
sind Entwicklungs-Management, Produktion und Logistik.
Damit bildet SIMEA die gesamte Wertschöpfungskette eines
modernen Elektronikindustriebetriebs ab.
SIMEA ist ein wesentlicher Pfeiler der innerhalb der Siemens
Aktiengesellschaft Österreich durchgeführten Forschungsund Entwicklungs-(F&E-)Aktivitäten. Komplexe Hochtechno­
logieprodukte für die Industrie werden an den Standorten
Wien, Sibiu und Buzias (beide in Rumänien) entwickelt und
produziert.
Das abgelaufene Geschäftsjahr war – aufgrund der teilweisen
Erholung der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa und
China – wieder durch eine Steigerung der Produktionsstück­
zahlen im Bereich Industry Automation gekennzeichnet. Im
Bereich Drive Technologies hat die noch nachwirkende Ferti­
gungsbündelung der Produktgruppe Liquid Cooled in Nürn­
berg zu einer Volumensreduktion bei SIMEA Österreich ge­
führt. Des Weiteren konnte die Volumenserwartung im Large
Drives-Geschäft mit Kraftwerkserregern wegen der erneut
schlechten Auftragslage bei unserem Verbundpartner Energy
im Bereich der Gas- und Dampfkraftwerke nicht erfüllt wer­
den.
Ein Schwerpunkt im Bereich Industry Automation liegt bei
der Erweiterung der Funktionalität von Stromversorgungen
und der Integration in umfassende Automatisierungslösun­
gen. So kann in Zukunft über die Stromversorgung der
­Versorgungszustand kritischer Produktionsinfrastruktur in
Echtzeit überwacht werden. Um einen flexiblen, hochverfüg­
baren Betrieb zu unterstützen, können darüber hinaus com­
putergesteuert weitere Diagnosen und Optimierungen erfol­
gen (»Industrie 4.0«). Schlüsseltechnologien dafür sind die
Profinet-Kommunikation und ‒ für die Projektierung von Ge­
samtanlagen von Siemens ‒ die Einbindung in die Automati­
sierungsplattform »Totally Integrated Automation«-(TIA-)
Portal. Ein zusätzlicher Fokus lag im Geschäftsjahr 2014 auf
der fortgesetzten Überarbeitung unserer Volumensmodelle.
Durch weitere Miniaturisierung, die Steigerung des Wir­
kungsgrads und den Einbau zusätzlicher Funktionen für den
Remotebetrieb konnte die Wettbewerbsfähigkeit erneut ge­
steigert werden. Damit bieten wir unseren Kunden die Mög­
lichkeit, auch im Niederspannungsbereich ihren Energiever­
brauch weiter zu reduzieren.
Die Produktfamilie DC-USV 1600 ‒ die neue unterbrechungs­
freie Stromversorgung (USV) ‒ wurde durch ein 40-AmpereGerät und zusätzliche Akkumodule komplettiert.
Damit unterstreicht Siemens seinen Anspruch, die Technolo­
gieführerschaft auszubauen sowie das SITOP-Stromversor­
gungsportfolio um zusätzliche Funktionen zu erweitern.
Ergänzend zu SITOP-Serienprodukten wurden spezifische
­
Lösungen an Kunden aus der Windenergie- und aus der Tele­
kommunikationsbranche ausgeliefert.
29
Das wichtigste Standbein der SIMEA für den Bereich Drive
Technologies ist nach wie vor die Gleichstromantriebstech­
nik. Die Gleichstromproduktfamilien SINAMICS DCM und
­SINAMICS DCM CABINETS konnten sich gut am Markt be­
haupten. Das Verkaufsspektrum wurde zusätzlich um DC-­
Packages erweitert. In einem Paket können DC-Stromrichter
mit definierten, abgestimmten Komponenten bestellt wer­
den.
Das SINAMICS-DCM-CABINETS-Produktspektrum wurde im
höheren Leistungsbereich um Thyristorsäulenschränke er­
weitert. Außerdem werden applikations- und branchenorien­
tierte Zusatzoptionen, den Markterfordernissen entspre­
chend, stetig weiterentwickelt. Dazu zählen etwa SINAMICSDCM-CABINETS-basierte Lösungen für die Wasserstofferzeu­
gung und Schachtförderanlagen.
Im Kraftwerkserregergeschäft wurde die erfolgreich einge­
führte Produktreihe THYRIPOL komplett innoviert und erste
Pilotaufträge wurden gemeinsam mit Kunden abgewickelt.
Der Verkaufsstart für den ersten Teil des neuen Portfolios
war im März 2014.
Weitere innovative Entwicklungsprojekte wurden im abge­
laufenen Geschäftsjahr planmäßig fortgeführt. Wie zum Bei­
spiel ein DC/DC-Konverter für Smart-Grid-Anwendungen, der
unter dem Namen SINAMICS DCP vermarktet wird.
Zum Jahreswechsel 2014 wurde das Entwicklungs- und Pro­
duktdaten-Management-Tool »Teamcenter« bei SIMEA einge­
führt. Damit wurde ein wichtiger Schritt in Richtung integ­
rierte, unterbrechungsfreie Datenverarbeitung und komplet­
te Digitalisierung über die gesamte Wertschöpfungskette ge­
macht.
Bei SIMEA IA-SC in Sibiu, einem Werk der Industry Automa­
tion-Business Unit Sensors and Communication, war das Ge­
schäftsjahr 2014 durch die Produktionseinführung der neu­
en SITOP 5A- und 10A-Produkte sowie den Anstieg der Pro­
duktionsstückzahlen für die Siemens-Gebäudetechnik ge­
prägt. Damit werden bereits über 450 verschiedene Produkte
der Building Technologies, Control Products & Systems in
­Sibiu produziert, was den hohen Stellenwert dieser Koopera­
tion unterstreicht. Aufbauend auf der guten Qualitäts- und
Logistikperformance ist die Fertigungseinführung von wei­
teren Produkten in Planung.
A. An unsere Kunden und Partner
30
B. Lagebericht
Durch die erfolgreiche Zertifizierung des IA-SC-Standorts
nach ISO/TS 16949 konnten der hohe Qualitätsstandard und
die Attraktivität des Standorts weiter ausgebaut werden.
Besonders erfreulich war die Geschäftsentwicklung im Werk
Sykatec der SIMEA Sibiu. Hier konnte der Umsatz mit Form­
kabeln und Antriebscontainern für Bahnaufträge der Siemens
Mobility gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel gesteigert
werden.
Die Fortführung des »Siemens Production System (SPS)«,
­regelmäßiger Erfahrungsaustausch und permanente Knowhow-Weiterentwicklung über alle Standorte in Wien und
­Rumänien hinweg bilden die Basis für hohe Qualität und an­
haltende Wettbewerbsfähigkeit bei SIMEA.
Sektor Infrastructure & Cities
Der Sektor Infrastructure & Cities bietet ein breites Spektrum
an intelligenten und nachhaltigen Technologien für urbane
Ballungsräume und deren Infrastrukturen. Mit innovativen
Hardware- und Software-Technologien sowie umfassenden
Branchenlösungen werden Produktivität, Flexibilität und Ef­
fizienz der Kunden erhöht.
Vielseitige Bedürfnisse, insbesondere nach »sauberen« Tech­
nologien, Ressourceneffizienz, Vernetzung und Infrastruk­
turautomatisierung, werden mit einem breiten Portfolio be­
dient. Wesentliche Bestandteile sind dabei
– integrierte, intermodale Verkehrslösungen für Schiene
und Straße,
– hochmoderne und effiziente Schienenfahrzeuge,
– Energieeffizienz und Sicherheit in Gebäuden,
– stabile Energieversorgung im Nieder- und
Mittelspannungsbereich sowie
–Smart-Grid-Lösungen.
In diesem Zusammenhang spielt das gemeinsame For­
schungsprojekt mit der Stadt Wien im Stadtentwicklungsge­
biet »aspern Seestadt« eine wesentliche Rolle. Hier werden in
einem »Living Lab« innovative technische Lösungen für die
Stadt der Zukunft entwickelt und im Echteinsatz erprobt. Er­
forscht wird auch die Wechselwirkung zwischen Technik und
Anwendern, um daraus Erkenntnisse über das Nutzerverhal­
ten und insbesondere die Voraussetzungen für die notwendi­
ge Akzeptanz von technischen Lösungen bei den jeweiligen
Nutzern zu gewinnen.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Rail Systems
2013
2014
gg. Vj.
Umsatz (in Mio. €)
689,0
897,2
30,2 %
Mitarbeiter1
2.200
2.119
–3,7 %
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Das Portfolio der Division Rail Systems umfasst die gesamte
Palette von Schienenfahrzeugen – beginnend bei Lokomoti­
ven, Hochgeschwindigkeits-, Nah- und Regionaltriebzügen
über U-Bahnen und Straßenbahnen bis hin zu Fahrwerken
und Antriebssystemen einschließlich dazugehöriger Service­
leistungen.
Innerhalb dieser Division ist die weltweite Geschäftstätigkeit
im Bereich Urban Transport am Standort Wien gebündelt
und das globale Kompetenzzentrum für Fahrwerke und
Drehgestelle in Graz angesiedelt. Die Werke in Wien und Graz
sind wesentliche Säulen der globalen Siemens-Bahntechnik
mit lokaler Wertschöpfung und einer über 180-jährigen Tra­
dition. Beispiele für das in Wien gefertigte Portfolio im Be­
reich »Urban Transport« sind hochmoderne und recyclebare
U-Bahnen, umweltfreundliche »ULF«-Straßenbahnen mit der
weltweit niedrigsten Einstiegshöhe sowie Reisezugwagen so­
wohl in der Single-Deck- als auch in der Double-Deck-Ausfüh­
rung.
European Locomotive Leasing (ELL), ein Komplettanbieter
für das Leasing von Lokomotiven im kontinentaleuropä­
ischen Güter- und Personenverkehr, hat mit Siemens Öster­
reich einen Rahmenvertrag über 50 hochmoderne VectronLokomotiven unterzeichnet. Die ersten Lokomotiven wurden
verbindlich bestellt. Die Auslieferung hat bereits begonnen
und soll bis 2016 abgeschlossen sein. Dieser Auftrag unter­
streicht die führende Position von Siemens als Lieferant von
Lokomotiven in Österreich.
Die für das globale Geschäft verantwortliche Business Unit
Urban Transport hat im Geschäftsjahr 2014 maßgeblich zur
Umsatzsteigerung mit der Abarbeitung der Aufträge Metro
Warschau und Schlafwägen für die Russische Eisenbahn RZD
beigetragen.
Drehgestelle aus der Grazer Fertigung kommen weltweit
zum Einsatz. Damit werden unter anderem die neuen Schnell­
bahn-Triebzüge der ÖBB vom Typ Desiro ML sowie die bei der
Siemens AG, Berlin und München, bestellten Fahrzeuge der
neuen Londoner Nahverkehrsverbindung »Thames Link«
ausgerüstet.
Mobility and Logistics
Umsatz (in Mio. €)
2013
2014
gg. Vj.
138,6
100,3
–27,6 %
330
352
6,7 %
Mitarbeiter1
Siemens wurde im Juli 2014 von den Österreichischen Bun­
desbahnen (ÖBB) mit der Lieferung von weiteren neun Fern­
verkehrszügen vom Typ ÖBB railjet beauftragt. Diese Garni­
turen werden auch für den Einsatz in Italien ausgerüstet. Die
Auslieferung wird voraussichtlich im Jahr 2016 abgeschlos­
sen sein.
Darüber hinaus hat die Raaberbahn im Juni 2014 fünf Regio­
nalverkehrs-Triebzüge vom Typ Desiro ML zur Modernisie­
rung der Nahverkehrsflotte bestellt.
Im Dezember 2013 wurden durch die Wiener Linien weitere
30 Garnituren der »ULF«-Straßenbahnen abgerufen. Diese
verfügen über Europas innovativste Niederflurlösung mit
ebenem Einstieg von der Bordsteinkante, ebenem Fußboden
im Wageninneren, breitem Durchgang für Kinderwägen und
Rollstuhlfahrer sowie sieben Doppeltüren beim 35 Meter lan­
gen Fahrzeug. Die Auslieferung erfolgt bis Mitte 2017.
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Die Division Mobility and Logistics bietet Produkte, Hardund Softwarelösungen sowie Services für Betriebs- und Si­
cherungssysteme des schienengebundenen Verkehrs an. Mit
diesem Portfolio werden insbesondere Stellwerke und Be­
triebsführungszentralen im Nah- und Fernverkehr sowie
Verschiebebahnhöfe ausgestattet. Darüber hinaus liefert die
Division ihren Kunden innovative Systeme für den Straßen­
verkehr einschließlich Detektions-, Informations- und Leit­
systemen, wie zum Beispiel Verkehrsrechner, die für fließen­
den Verkehr und eine nachhaltige Reduktion klimaschäd­
licher Emissionen sorgen.
Im Geschäftsjahr 2014 beauftragten die Wiener Linien die Er­
neuerung der Zugsicherungsanlagen für die U-Bahn-Linie
U4. Im Rahmen dieses Projekts erfolgen die Umrüstung der
31
Relais-Stellwerke in elektronische Stellwerke, der Einbau von
Gleisverbindungen für einen Zweirichtungsbetrieb sowie die
Erneuerung der Signalanlagen während des laufenden Be­
triebs.
Im Norden der Slowakei rüstet Siemens den rund 23 Kilome­
ter langen Bahnabschnitt von Považská Teplá nach Žilina sig­
naltechnisch auf. Die zwei Stationen umfassende Strecke
wird von Siemens mit dem europäischen Zugsicherungssys­
tem Trainguard 100 für das ETCS-Level 1, dem automati­
schen Betriebsleitsystem Iltis sowie einem elektronischen
Stellwerk vom Typ Simis W ausgestattet. Die Strecke ist Teil
des Europäischen TEN-T-Korridors Nr. V, der von der Adria­
küste über die Slowakei bis in die Ukraine verläuft. Mit der
Fertigstellung des Projekts hat Siemens in Summe 200 Kilo­
meter dieser Strecke modernisiert.
Als Bestandteil des Europäischen TEN-T-Korridors Nr. VI
(­ Lyon‒Triest‒Laibach‒Budapest‒Ukraine) wird Siemens Rail
Automation in Slowenien die Strecke Pragersko‒Hodos mo­
dernisieren. Mit dem Projekt verbunden sind die Anhebung
der Reisegeschwindigkeit auf 160 Kilometer pro Stunde so­
wie die Erhöhung der Sicherheit von Bahnübergängen.
Bei der Straßenverkehrstechnik wurden im Geschäftsjahr
2014 neben dem laufenden Service und der Modernisierung
der installierten Basis von circa 1.700 Lichtsignalanlagen
auch aktiv Innovationsprojekte im Bereich »Auto-zu-Infra­
struktur-Kommunikation« vorangetrieben.
Low and Medium Voltage
Eine besondere Herausforderung stellte die Erweiterung und
Erneuerung der Mittelspannungsversorgung für das Landes­
krankenhaus und den MED-Campus in Graz dar. Die Installa­
tion der Mittelspannungsschaltanlage (NXPlus-Doppelsam­
melschienensystem) wurde im laufenden Vollbetrieb vorge­
nommen.
Im Geschäft mit dem Niederspannungsportfolio konnten die
Marktanteile in einem stabilen Marktumfeld über die beiden
Vertriebskanäle Elektrogroßhandel und Direktgeschäft stabil
gehalten werden.
Als besonderes Highlight im Niederspannungsproduktge­
schäft gilt die Markteinführung der neuen Generation von
Kompaktleitungsschaltern Type 3VA, die mit ihrer integrier­
ten Messfunktion einen wichtigen Bestandteil eines normge­
rechten Energie-Monitoringsystems darstellen.
Mit der Österreichpremiere der 36-Kilovolt-Mittelspannungs­
schaltanlage Typ 8DJH beweist die Division LMV neuerlich
ihre Kompetenz im Systemgeschäft der Mittelspannungs­
­
energieverteilung.
Smart Grid
2013
2014
gg. Vj.
2013
2014
gg. Vj.
Umsatz (in Mio. €)
59,6
61,2
2,7 %
Umsatz (in Mio. €)
99,5
89,0
–10,6 %
Mitarbeiter1
112
118
5,4 %
Mitarbeiter1
441
431
–2,3 %
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Die Division Low and Medium Voltage (IC LMV) liefert das
komplette Spektrum von Produkten, Systemen und innovati­
ven Lösungen für die Stromverteilungs- und Stromversor­
gungsinfrastruktur an Energieversorger sowie industrielle
und private Kunden.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Rahmenverträge für Mit­
telspannungsschaltanlagen mit mehreren großen österrei­
chischen Energieversorgern fortgeführt.
A. An unsere Kunden und Partner
32
Für eine der größten Datendrehscheiben in Österreich, das
Rechenzentrum der Interxion GmbH, lieferte IC LMV die ener­
gieeffiziente, skalierbare und sichere Stromversorgung der
heiklen IT-Infrastruktur. Das Lieferspektrum umfasst mehre­
re SIVACON-Niederspannungsschaltanlagen sowie Strom­
schienen, mehrere Mittelspannungsschaltanlagen vom Typ
8DJH sowie GEAFOL-Transformatoren.
B. Lagebericht
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Die Division Smart Grid (IC SG) unterstützt Energieerzeuger,
Netzbetreiber, Industrieunternehmen, Multi-Utilities, Städte
und Bahngesellschaften beim Ausbau von intelligenten
Übertragungs- und Verteilnetzen sowie bei der Einbindung
von zentraler und dezentraler Energieerzeugung. Software
und End-to-End-Lösungen von Enterprise IT bis Smart Mete­
ring gewinnen zunehmend an Bedeutung. Zu den Kunden
können fast alle bedeutenden Energieversorgungsunterneh­
men in Österreich und Zentral- und Osteuropa (Central East­
C. Jahresabschluss
D. Appendix
ern Europe – CEE) sowie eine Vielzahl namhafter Verkehrsund Industrieunternehmen in dieser Region gezählt werden.
Der Umsatz der Division IC SG in der Region CEE konnte ge­
genüber dem Geschäftsjahr 2013, trotz leicht rückläufiger In­
vestitionen im Markt, weiter gesteigert werden. Den größten
Anteil des Geschäfts bilden Produkte und Lösungen in den
Bereichen Schutztechnik, Stationsautomatisierung, Netzleit­
stellen, Smart Metering und Bahnelektrifizierung.
Bei »SCADA-Systemen« (Überwachung und Steuerung tech­
nischer Prozesse) sind nationale Projekte wie die Erneue­
rung der Leitwarte des Kärntner Verteilnetzbetreibers KNG
sowie des zentralen Kraftwerkseinsatzplanungssystems der
Verbund AG hervorzuheben. Als Exporterfolge stechen be­
sonders die Projekte in Mazedonien, der Türkei und Deutsch­
land hervor.
Beim Thema Leittechnik sind die Österreichischen Bundes­
bahnen (ÖBB) sowie der österreichische Anlagenbauer Andritz
Hydro weiterhin die größten Kunden der Division Smart
Grid. Das größte Schutz- und Leittechnik-Einzelprojekt, das
in diesem Jahr akquiriert werden konnte, ist das Exportpro­
jekt für das 400-Kilovolt-Umspannwerk Lastva in Montenegro.
Das Meter-Data-Management-Projekt der E.ON in Deutsch­
land, die Kabelanbindung für den steirischen Windpark
Steinriegel und die Sanierung und Erweiterung des ÖBB-Um­
spannwerks Rohr runden ein erfolgreiches Berichtssjahr ab.
Durch das mit der Firma Accenture auf Konzernebene ge­
gründete Joint Venture »Omnetric« wurde der Fokus auf Soft­
warelösungen weiter verstärkt.
Im Bereich Software R&D (Research and Development) wurde
die Division erneut durch die Siemens AG, Berlin und Mün­
chen, mit der (Weiter-)Entwicklung hochwertiger SiemensProdukte beauftragt.
Building Technologies
Umsatz (in Mio. €)
2013
2014
gg. Vj.
165,6
176,5
6,6 %
656
671
2,3 %
Mitarbeiter1
1 Quantitative Mitarbeiter zum Stichtag 30.09.2014
Die Division Building Technologies (IC BT) ist führender An­
bieter für die Automatisierung (inklusive Energieeffizienz)
von und die Sicherheit in Gebäuden. Im abgelaufenen Be­
richtsjahr wurde die Zusammenführung der Einzelsysteme
für Sicherheit, Gebäudeautomation und Energieeffizienz zu
einem integrierten Gesamtsystem weiter vorangetrieben.
Dadurch konnte die Division trotz einer herausfordernden
Marktsituation mit neuen Ideen und Lösungen ihre Position
in Österreich behaupten und in praktisch allen Bereichen der
Gebäudetechnik neue Akzente setzen.
Im Geschäftsjahr 2014 konnte der Auftragseingang für die
Nordumfahrung Klagenfurt verbucht werden. Dabei wird
­neben Videoüberwachung und Brandfrüherkennung ein Sys­
tem zur Unfallerkennung über den Geräuschpegel installiert.
Dabei unterscheiden Mikrofone zwischen dem normalen
Straßenlärm und dem typischen Geräusch eines Unfalls. Das
System (akustisches Tunnelmonitoring) schlägt automatisch
Alarm, steuert die entsprechenden Signalanlagen und ver­
kürzt damit die Reaktionszeit der Hilfskräfte erheblich.
Am Flughafen Graz wird von Siemens Building Technologies
eine Radarlösung installiert, die sicherstellt, dass keine un­
befugten Personen oder Fahrzeuge bis zur Start-/Landebahn
vordringen können. Auch das unerwünschte Eindringen von
Wildtieren auf das Gebiet des Flughafens kann damit detek­
tiert und entsprechende Gegenmaßnahmen können eingelei­
tet werden.
Das Gebäude der Caritas in Bad Hall wird von IC BT mit ei­
nem neuen Biomassekessel und neuer Mess- und Regelungs­
technik ausgestattet (Heizung und Warmwasseraufberei­
tung). Mit diesen Maßnahmen sichern wir einen erhöhten
Komfort bei niedrigerem Energiebedarf zu. Die Investition
führt zu dauerhaften Energieeinsparungen und wird sich so
in angemessener Zeit amortisieren.
Das Hotel Fritsch in Lochau (Vorarlberg) wurde durchgehend
mit »Total Building Solutions« (TBS) von Building Technolo­
gies ausgestattet, die im Ernstfall Leben retten können. So kön­
nen beispielsweise im Brand- und Evakuierungsfall durch In­
formationsverknüpfungen jene Zimmer schnell und eindeu­
tig identifiziert werden, in denen Personen anwesend sind.
In der »aspern Seestadt« wird von IC BT eine ganzheitliche
Gebäudelösung installiert. Dabei steht das Power- und Ener­
33
gie-Management im Vordergrund. Unter Einsatz neuester
Technologien untersucht die Division dabei gezielt den Ein­
fluss von Baumaßnahmen und technischen Einrichtungen
auf das Energieverhalten der Bewohner und Nutzer. Die Er­
gebnisse geben wertvolle Hinweise für die zukünftige Aus­
stattung und notwendige energietechnische Maßnahmen an
Wohnungen, Gebäuden und ganzen Stadtvierteln. Übergrei­
fendes Energie-Management im Echtbetrieb liefert wertvolles
Wissen hinsichtlich des Energieverhaltens in Smart Cities.
Das Brandmeldesystem mit integrierter Brandfallsteuerung
vervollständigt die Lösung von Siemens IC BT in der »aspern
Seestadt«.
Mit neuen, übergreifenden Lösungen im Gebäudebereich ist
die Division Building Technologies exzellent für künftige
Marktanforderungen gerüstet. Übergeordnete ManagementSysteme vernetzen die Einzelgewerke zu Gesamtsystemen,
bringen Nutzen für die Kunden und sind damit Benchmark
für die künftige Gebäudeautomatisierung und -sicherheit.
B.3.2 Mitarbeiter
Qualifizierung, Kompetenzzuwachs und die stetige Weiter­
entwicklung von Mitarbeitern hat bei Siemens oberste Priori­
tät. Genauso wie die Unterstützung bei der erfolgreichen Be­
wältigung aller Anforderungen aus Berufs- und Privatleben.
Neben einem umfassenden, zielgruppengerechten Trainings­
angebot nutzt Human Resources für zentral definierte Kom­
petenzfelder (auch »Jobfamilien« genannt) weltweit einheit­
lich strukturierte Bildungs- und Entwicklungsprogramme,
die den Kern der Herangehensweise in der jeweiligen Aufgabe
sowie die Werte von Siemens vermitteln: die »Siemens Core
Learning Programs«. Im Projekt-Management werden bei­
spielsweise sämtliche Kenntnisse, Fertigkeiten, die Handha­
bung aller IT-Tools und Best Practices vermittelt, welche von
Siemens-Experten weltweit erarbeitet und analysiert wurden,
um unseren Kunden exzellente Dienstleistungen und Lösun­
gen zu liefern. Neben dem klassischen Trainingsansatz wird
informelles und arbeitsplatzbezogenes Lernen gefördert. Das
Unternehmen unterstützt Mitarbeiter dabei, Lernchancen am
Arbeitsplatz bewusst zu erkennen und durch konkrete Ziel­
setzungen und konstruktives Feedback zu nutzen.
Die Priorität der stetigen Weiterentwicklung von Mitarbei­
tern spiegelt sich im Geschäftsjahr 2014 in den Aufwendun­
A. An unsere Kunden und Partner
34
B. Lagebericht
gen von rund 14,9 Mio. € für Aus- und Weiterbildung wider
(Vorjahr: 16,6 Mio. €), wovon 5,1 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €)
auf die Weiterbildung und 9,7 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €)
auf die Berufsausbildung entfielen. Die genannten Beträge
sind vor dem Hintergrund einer rückläufigen Belegschaft zu
betrachten.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte sich die Siemens
Aktiengesellschaft Österreich als attraktiver Arbeitgeber po­
sitionieren. Das Unternehmen zählt laut Studie von Univer­
sum global in Österreich zu den »Top 3«-Arbeitgebern bei In­
genieuren. Dass dies nicht nur nach außen gilt, sondern auch
von den Mitarbeitern so empfunden wird, zeigt die konstant
niedrige Fluktuationsrate. Im Berichtszeitraum wurden 135
Mitarbeiter eingestellt, 104 haben das Unternehmen auf ei­
genen Wunsch verlassen. Ohne die Sondereffekte aus den
­Restrukturierungsprogrammen ergab sich somit eine Fluk­
tuationsrate von 1,3 % (Vorjahr: 1,3 %).
Von zentraler Bedeutung für alle Mitarbeiter ist die Verein­
barkeit von Beruf und Privatleben, Karriere und Familie. Im
Unternehmen setzt man dabei auf das Zusammenspiel von
unterstützenden Rahmenbedingungen und persönlicher
Kompetenzentwicklung. Wir ermöglichen es Mitarbeitern
durch flexible Arbeitszeitmodelle sowie Homeoffice und
­Teleworking, die Anforderungen aus Beruf und Privatleben
individuell in Einklang zu bringen. Unterstützt wird dies bei­
spielsweise auch durch das Angebot an Betriebskindergärten
und durch Kooperationen mit Kinderbetreuungsstellen. Im
Hinblick auf die persönliche Kompetenzentwicklung bieten
wir im Rahmen des »Fit for the Future«-(F4F-)Programms
­gezielte Trainingsangebote zur Gesundheitsförderung und
Resilienz an, mit denen Mitarbeiter ihre persönlichen Res­
sourcen stärken können. Seit mittlerweile 18 Jahren ermög­
licht Siemens auch die Integration von Gehörlosen im Rah­
men der Berufsausbildung und wird damit seiner gesell­
schaftlichen Verantwortung gerecht.
Neben einer leistungsgebundenen Entgeltpflege wurden die
Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2014 wieder am Ergebnis des
Unternehmens beteiligt. Die Höhe der Erfolgsprämie betrug
insgesamt 7,7 Mio. €. Darüber hinaus wurde allen Mitarbei­
tern der Siemens Aktiengesellschaft Österreich erneut die
Möglichkeit eingeräumt, über den »Share Matching Plan« an
der Entwicklung des Siemens-Konzerns teilzuhaben. Sie kön­
nen im Zuge dieses Programms Aktien der Siemens Aktien­
gesellschaft, Berlin und München, (Konzern-Muttergesell­
C. Jahresabschluss
D. Appendix
schaft) erwerben und erhalten nach einer Behaltefrist für
drei gekaufte Aktien eine Gratisaktie.
Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich beschäftigte mit
Stichtag 30.09.2014 in Österreich insgesamt 8.017 (Vorjahr:
8.284) Mitarbeiter quantitativ, dazu kommen 433 (Vorjahr:
468) Lehrlinge in Ausbildung.
Quantitative Mitarbeiter nach Funktion zum Stichtag
30.09.2013
30.09.2014
988
1.038
Fertigung, Montage, Wartung, Service
4.438
4.403
Vertrieb
2.015
1.759
843
817
8.284
8.017
Forschung und Entwicklung
Zentral-, Dienstleistungs- und
Verwaltungsbereiche
GESAMT Siemens Aktiengesellschaft
Österreich (ohne Lehrlinge)
B.3.3 Forschung und Entwicklung (F&E)
Corporate Technology CEE nimmt eine zentrale Rolle auf der
Forschungs- und Entwicklungslandkarte des Siemens-Kon­
zerns ein. Corporate Technology ist in CEE an Standorten in
Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Rumä­
nien und der Türkei tätig.
Corporate Technology Development Center Europe
(CT DC EU)
Die Expertenteams von CT DC arbeiten eng mit den SiemensSektoren zusammen und bieten umfassende Dienstleistun­
gen im Bereich Softwareentwicklung und Engineering sowie
Hardware- und Firmwareentwicklung. Dank umfassendem
Wissen hinsichtlich Softwaretechnologien wie auch in den
Spezialgebieten der Kunden bietet CT DC höchste Effizienz
bei optimierten Kosten.
Forschungsgesellschaft Aspern Smart City Research
GmbH & Co KG (ASCR)
Im Oktober 2013 nahm die Forschungsgesellschaft ASCR, be­
stehend aus Siemens (Mehrheitsbesitz) und Wien Energie/
Wiener Netze, ihre Arbeit auf. Das Forschungsprogramm un­
tersucht die verschiedensten Aspekte des optimalen Energie­
einsatzes in einem Stadtteil unter Berücksichtigung von smar­
ten Gebäuden, smarten Verteilnetzen und smarten Nutzern.
Konkret werden im Rahmen von insgesamt elf »Use Cases«
zum Beispiel Themen wie Eigenbedarfs-Optimierung bei Ge­
bäuden, Teilnahme von Gebäuden am Energiemarkt und vor­
ausschauende Wartung bei intelligenten Gebäuden näher
untersucht. Im Bereich Smart Grid umfassen die Forschungs­
themen das Verteilnetz-Management, die Nutzung von Smart
Meters zur Netzüberwachung sowie verschiedene Arten der
Netzplanung. Die übergreifende Datenauswertung für Ver­
gleichstests, Analysen von großen Datenmengen und Last­
prognosen von Netzübergabepunkten sind Beispiele, wie
smarte Informations- und Kommunikationstechnologien das
Forschungsprogramm abrunden. Auch der Energiekunde
bzw. Energieverbraucher bildet einen Schwerpunkt in der
Forschungsarbeit der ASCR. Untersucht werden sowohl das
aktuelle Nutzerverhalten als auch die Bedürfnisse des Ener­
gieverbrauchers der Zukunft. Ziel ist es, innovative Produkte
und Dienstleistungen zur Steuerung des individuellen Ener­
gieverbrauchs zu testen und weiterzuentwickeln.
Im Rahmen der Smart-Cities-Initiative des Klima- und Ener­
giefonds hat der Forschungscluster ASCR den Zuschlag für
3,7 Mio. € für das Leitprojekt »Smart Cities Demo Aspern« er­
halten. Ziel der Initiative ist es, innovativen Technologien
den Weg von der Entwicklung in den Alltag der Menschen zu
ebnen.
New Technology Fields
Das in Wien beheimatete Projekt »Nachhaltige Städte« von
Corporate Technology entwickelt ein Technologie-Portfolio,
welches Städte dabei unterstützen soll, den Verbrauch von
Ressourcen zu reduzieren und gleichzeitig auch Energie­
kosten zu senken.
Die Technologien werden in den Domänen Verkehr, Gebäude,
Energie und Wassernetze entwickelt, mit dem Ziel, Synergien
zwischen den Gebieten zu nutzen und die Lebensqualität für
die Bürger der Städte zu heben. Somit unterstützt dieses Pro­
jekt auch die ASCR in Aspern.
Technology & Innovation Management (TIM)
Das Technology & Innovation Management in CEE koordi­
niert öffentliche Förderungen für Forschungs- und Entwick­
lungsprojekte, die für das Unternehmen ein wertvolles Ins­
trument zur Kooperation mit externen Partnern und zur Fi­
nanzierung von F&E-Projekten sind. CT TIM betreut außer­
dem den »Innovationsfonds der Siemens Aktiengesellschaft
Österreich«, der durch innovative Geschäfte langfristig hoch­
qualitative Arbeitsplätze am Standort Österreich sichert. Um
Entwicklungsvorhaben zu beschleunigen, unterstützt CT TIM
35
bei der Kooperationsanbahnung und -koordinierung mit
­österreichischen Universitäten und außeruniversitären Ein­
richtungen.
Damit Siemens mit den bestmöglichen Innovationspartnern
kooperiert, werden Open-Innovation- und Technology-Scou­
ting-Methoden eingesetzt.
Corporate Research and Technology Center (RTC) in CEE
Im RTC schlägt das technologische Herz von Siemens. Die
zwölf globalen Technologiefelder (TF) mit ihren insgesamt
etwa 100 Forschungsgruppen arbeiten an vorderster Front der
technologischen Entwicklung. Folgende »Research Groups«
sind in Österreich tätig:
– Configuration Technologies (TF Business Analytics &
Monitoring)
– Video Analytics (TF Imaging & Computer Vision)
– Processanalytics & Sensors (TF Sensors Technologies)
– Electronic Design (TF Electronics)
– Radio Frequency Technologies (TF Electronics)
– Industrial Networks (TF Networks & Communications)
– Scalable and Resilient Architectures (TF Software
Architecture Development)
Die Research Groups unterstützen alle Siemens-Divisionen
und bilden alle Stufen eines ganzheitlichen Innovationspro­
zesses ab, von der Technologie- über die Applikationsent­
wicklung bis hin zur Integration.
Der Schwerpunkt der Forschungsgruppen
im Geschäftsjahr 2014
Komplexe Konfigurationen & Smart Data –
Configuration Technologies
Im modernen Produkt- und Anlagen-Engineering bildet eine
Wissensdatenbank die Basis der Konfiguration komplexer
Systeme. Diese enthält die Spezifikation aller erforderlichen
Einzelteile und möglichst alle Nebenbedingungen und Ein­
schränkungen. Ein Tool, der »Konfigurator«, kombiniert die
Teile je nach Benutzerwunsch zu einer korrekten und mög­
lichst optimalen Lösung. Ab einer bestimmten Anzahl von
Kombinationsmöglichkeiten werden spezielle Ansätze zur ef­
fizienten Lösungsfindung und Benutzerführung benötigt,
vor allem wenn sich nach Auslieferung einer Anlage im Nach­
hinein etwas ändern muss.
Umfassende Kenntnisse über bestehende Konfigurations­
tools, die zur Auswahl stehenden Technologien und deren
optimale Anwendungsgebiete zeichnen die Experten der Re­
A. An unsere Kunden und Partner
36
B. Lagebericht
search Group aus. Ihr Know-how umfasst spezielle Szenarien
wie die bestmögliche Modernisierung von Industrieanlagen
oder die Neuplanung komplexer Abläufe.
Um solche Probleme besser in den Griff zu bekommen, wird
im Forschungsprojekt »Heuristic Intelligence – HINT« (geför­
dert von der Österreichischen Forschungsförderungsgesell­
schaft, FFG) menschliches Problemlösungsverhalten bei sich
rasch ändernden Anforderungen analysiert und formalisiert,
das heißt dem Computer »beigebracht«. Die Research Group
kooperiert diesbezüglich mit der Alpen-Adria-Universität
Klagenfurt, der Technischen Universität Wien und Infineon
Österreich.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Integration, Analyse und
­Visualisierung von großen Datenmengen – vor allem im Kon­
text von intelligenten Städten – um so das große Potenzial,
das in diesen Daten liegt, sichtbar zu machen.
Dabei spielen die Experten der Research Group des Stadtent­
wicklungsprojekts »aspern Seestadt« eine bedeutende Rolle.
Sie beteiligen sich zudem auch am europäischen Forschungs­
projekt »CityPulse«. »CityPulse« konzipiert grundlegende
Werkzeuge und intelligente Architekturen, die es den Bewoh­
nern einer Smart City erst ermöglichen, die Flut an neuen
Daten und Informationen bestmöglich für sich zu nutzen.
Erst dadurch wird »big data« zu »smart data«.
Industrielle Netzwerke und Kommunikation
Die Research Group kombiniert Know-how der Kommunika­
tionstechnik mit Domänenwissen und erarbeitet innovative
Konzepte und Lösungen für die Bereiche »Intelligente Mobi­
lität«, »Intelligente Stromnetze« und »Intelligente Gebäude«.
»Intelligente Mobilität« zielt auf mehr Straßensicherheit und
umweltverträgliche Mobilität auf Basis neuer Kommunika­
tionstechnologien ab. Grundprinzip ist das »kooperative Ele­
ment«, der Informationsaustausch aller Verkehrsteilnehmer
untereinander sowie mit der intelligenten Verkehrsinfra­
struktur (zum Beispiel Ampeln oder Verkehrszeichen). Die
technologische Herausforderung dabei ist, dass die Kommu­
nikation in Echtzeit und bei hohen Geschwindigkeiten statt­
findet.
Im Rahmen von F&E-Aktivitäten forscht und entwickelt Cor­
porate Technology seit Jahren an kooperativen Verkehrssys­
temen, die in Form von Demonstratoren in Feldversuchen er­
probt werden.
Im Projekt »Eco AT« wird zum Beispiel die Autobahn von
Wien nach Rotterdam mit Technologien aus dem Bereich der
kooperativen intelligenten Transportsysteme (C-ITS) ausge­
stattet.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Bei »Intelligenten Stromnetzen« und »Intelligenten Gebäuden«
ist die Research Group insbesondere in den Modellregionen
Salzburg und Oberösterreich sowie »aspern Seestadt« aktiv.
In der »Smart Grid«-Modellgemeinde Köstendorf wurde im
Feldtest gezeigt, wie mittels innovativer Kommunikations­
techniklösungen insgesamt 40 intelligente Gebäude in ein
Niederspannungsnetz optimal integriert werden können. Die
Forschungsgruppe hat dafür die flexible Framework-Lösung
»Gridlink« und ein Gebäudegateway »Building Energy Agent«
(weiter)entwickelt.
»Gridlink« ermöglicht Webtechnologie-basiertes Monitoring,
den Betrieb von dezentralisierten Regelungslösungen, Netz­
analysen im Niederspannungsnetz und ein Web-Dashboard
zur Anzeige. Der »Building Energy Agent« sorgt für das opti­
mierte Management der Gebäudeflexibilitäten (Energieopti­
mierung) und den Anschluss an ein intelligentes Nieder­
spannungsnetz. Beide Technologien tragen dazu bei, den En­
gineering-Aufwand im Feld im Sinne von »Plug-and-Automa­
te« zu reduzieren.
Für das Forschungsprogramm »aspern Seestadt« wurden die
»Use Cases« in den Bereichen Smart Grid und Smart Building
definiert und die Requirementanalyse im Detail durchgeführt.
Zusätzlich wurde ein Proof of Concept eines sogenannten
»Flexibility Operators« im Labor erfolgreich durchgeführt.
Der »Flexibility Operator« ist eine zusätzliche Instanz im Ver­
teilnetz und soll Anreize bieten, damit sich die Teilnehmer
(zum Beispiel intelligente Gebäude mit Flexibilitäten) netz­
dienlich verhalten. Dadurch wird die Koordination von
Marktanforderungen (wie etwa die Einhaltung von Lieferver­
trägen) optimiert und die Einhaltung der Netzqualität (bei­
spielsweise das Spannungsband) sichergestellt.
Hochintegrierte Elektronik – Electronic Design
Die Research Group Electronic Design entwickelt innovative
elektronikbasierte Lösungen für eingebettete Rechen- und
Verarbeitungssysteme. Schwerpunkt ist die sichere und
energieeffiziente Elektronik. Anwendungsgebiete dafür sind
Automatisierungssysteme und elektrische Antriebslösungen
im industriellen Umfeld, Bildberechnungsplattformen im
medizinischen Bereich, Komponenten für die Automatisie­
rung der Energienetze sowie das Smart Grid.
Die zunehmende Komplexität der entwickelten Systeme er­
fordert Methoden der Beschreibung und Implementierung
der gewünschten Funktionen. Die Forschung auf dem Gebiet
der abstrakten Systemmodellierung liefert hier wertvolle
neue Erkenntnisse, welche die Entwicklung der Siemens-Pro­
dukte schneller und produktiver werden lassen.
Ein weiteres Thema ist die zunehmende Computer-Durch­
dringung und Vernetzung elektronischer Module, die neue
Lösungen für die funktionale Sicherheit und die Informa­
tionssicherheit erfordern. In einem Projekt für die SiemensDivision Drive Technologies sind Antworten auf viele der ge­
nannten Herausforderungen gefragt. Ein Durchflussmess­ge­
rät, welches auf Ultraschallbasis arbeitet, erfordert eine hoch­
leistungsfähige Verarbeitungseinheit, die gleichzeitig wenig
Energie verbraucht und die Vorgaben von Standards für
funktionale Sicherheit erfüllt. Mit den Methoden der abstrak­
ten Systemmodellierung können verschiedene ElektronikArchitekturen verglichen, die bestgeeignete ausgewählt und
dadurch der Energieverbrauch virtuell modelliert werden.
Drahtlose Steuerung und Sensorik –
Radio Frequency Technologies Austria
Die Research Group Radio Frequency Technologies Austria
unterstützt die Sektoren Industry und Infrastructure & Cities
mit Kompetenzen in der Hochfrequenz- und Antennentech­
nik. Die Research Group begleitet die Entwicklungen von
Technologieuntersuchungen, Labormustern, Messedemons­
tratoren, EMV-(Elektromagnetische-Verträglichkeit-)Entwick­
lungsconsulting bis zur Serienüberleitung einschließlich der
nötigen Zulassungen.
Für die elektronische Mauterfassung von LKWs wurde eine
Hardware-Plattform maßgeblich durch die Research Group
mitentwickelt. Auf kleinstem Raum wurden Funkdienste in­
klusive integrierter Antennen bei 900/1800 MHz, 1600 MHz
und 5,8 GHz zu einem kompakten kostengünstigen Produkt
vereint. Das Produkt wird erfolgreich bei satellitengestützten
Mautsystemen eingesetzt.
Im Forschungsprojekt »ILOPT« (gefördert von ZIT – Wirt­
schaftsagentur Wien) wird in Kooperation mit der Wirt­
schaftsuniversität Wien ein integrales Identifikations- und
Lokalisierungssystem für Fahrzeugflotten auf Betriebshöfen
konzipiert und getestet.
Selbstkonfigurierbare Einheiten, sogenannte »Cyber Physical
Production Modules«, werden in künftigen Fertigungspro­
zessen eine wesentliche Rolle spielen. Ein zentrales Element,
um die Anforderungen an die Individualisierung der Produk­
te und die damit notwendige Flexibilität in der Fertigung zu
erreichen, ist die Kommunikation zwischen den Elementen.
Die Research Group untersucht und entwickelt geeignete
Funktechnologien, um maximale Flexibilität in der Fertigung
zu unterstützen.
37
Processanalytics & Sensors
Diese Research Group forscht im Bereich der industriellen
Biotechnologie und der Biomedizin. Speziell in der industri­
ellen Biotechnologie im Pharmabereich, also der biotechno­
logischen Herstellung von Medikamenten und Chemikalien,
konnte sich die Research Group in den letzten Jahren gut
­etablieren. Sie ist Partner bei verschiedenen Projekten von
Industrieunternehmen und Kunden.
Für die Herstellung biotechnologischer Produkte, wie etwa
Pharmazeutika, gilt es, die geforderte Qualität und die benö­
tigten Mengen sowohl in kontinuierlichen als auch in modu­
laren Herstellungsverfahren zu erzielen. Dafür sind geeigne­
te Messtechnik und intelligente Automatisierungstechnik
­nötig. Die Forscher der Corporate Technology verfügen über
umfassendes Prozessverständnis und Expertenwissen zur
Messoptimierung von Produktionsprozessen.
Im Bioprozess-Testlabor der Research Group wurde ein De­
monstratorsystem zur Messung und Überwachung von
Small-Scale-Bioproduktionstechniken erstellt. Damit können
spezielle Sensoraufbauten sowie Mess- und Kontrollstrategien
während des laufenden Prozesses erprobt und verbessert
werden. Das Demonstratorsystem wird laufend in Richtung
eines ganzheitlichen Systems (des Grundgedankens von »In­
dustrie 4.0«) erweitert und zum Test verschiedener Aufbau­
ten und Kombinationen verwendet.
Die Einbettung und Weiterentwicklung von Sensoren für spe­
zielle Fragestellungen der industriellen Produktion ist ein
weiteres zentrales Thema. Mithilfe von geeigneten Messinst­
rumenten und Verfahren der multivariaten Datenanalyse
wird der Funktionszustand von Zellen erfasst. Daraus wer­
den Indikatoren für krankhafte Veränderungen abgeleitet.
Damit leisten die Forscher einen wichtigen Beitrag sowohl
zur künftigen schnellen und präzisen Diagnose von Krank­
heiten als auch zur Behandlung und Therapie.
»Bildern Raum und Inhalt geben« – Video Analytics
Als Grundlage effizienter Datenanalyse dienen der Research
Group Video Analytics 4D-Daten. Das sind sich zeitlich verän­
dernde 3D-Daten, die aus hochgradig überlappenden digita­
len (Luft-)Bildern gewonnen und in 3D-Modelle umgewan­
delt werden. Zusätzliche sensorielle Informationen, wie Ther­
maldaten, werden diesen räumlichen Daten ortsrichtig über­
lagert und ermöglichen etwa die großflächige Inspektion von
Photovoltaik-Anlagen.
Das Verständnis der Welt in 3D erweist sich gegenüber klassi­
schen 2D-Lösungen als wesentlich robuster. So ist es bei­
spielsweise gelungen, ein kompaktes System zur Bestim­
A. An unsere Kunden und Partner
38
B. Lagebericht
mung von freien Parkplätzen auf Basis eines Stereokamera­
kopfs mit integrierter Aufnahmevorrichtung zu entwickeln.
Gegenüber 2D-Lösungen zeigt dieses System deutlich erhöhte
Stabilität in Hinblick auf Licht- und Witterungsbedingungen,
aber auch liegengebliebenen Objekten wie Laub.
Im Kontext »Active Aging« wurden Aspekte des räumlichen
Sehens erfolgreich umgesetzt. Im europäischen Förderpro­
jekt »DALi« (7. Rahmenprogramm) wurde die nächste Gene­
ration einer Mobilitätshilfe erforscht. Die Beiträge von Sie­
mens waren hier die räumlich korrekte Erkennung von Ge­
fahren- und Hinweisschildern sowie die optisch-visuelle Lo­
kalisierung der Plattform in der Umgebung. Beide Aufgaben
setzen ein genaues räumliches Verständnis der Umgebung
voraus.
Scalable and Resilient Architectures –
Software Architecture Development
Produkte und Kundenlösungen von Siemens müssen höchs­
te Anforderungen bezüglich Verfügbarkeit, Robustheit, Per­
formance und Skalierbarkeit erfüllen. Die Basis dafür bildet
Software, die zunehmend komplexer wird. Nachgefragt wer­
den robuste Systeme mit hunderten oder tausenden Benut­
zern oder Rechnern, großen Datenmengen (Terabytes, Peta­
bytes), vielen Transaktionen und Berechnungen pro Sekunde
und sehr kurzen Reaktionszeiten. Die kontinuierliche Steige­
rung der Größe und Komplexität von Software hat inzwi­
schen dazu geführt, dass softwareintensive Systeme die kom­
plexesten von Menschen geschaffenen künstlichen Systeme
sind und zunehmend ähnlich wie biologische, soziale oder
wirtschaftliche Systeme ein eigenes »Ökosystem« bilden.
Die System- und Software-Architekten der Forschungsgrup­
pe »Scalable and Resilient Architectures« entwickeln Design­
lösungen für Softwareprodukte, Produktlinien und zukünfti­
ge »Software-Ökosysteme« der Siemens-Sektoren. Dabei nut­
zen sie eigene Forschungsergebnisse bezüglich Design-Stra­
tegien, -Patterns und -Guidelines für hochskalierbare und ro­
buste Systeme. Einsatzbereiche dafür sind Projekte mit dem
Sektor Industry im Bereich der Entwicklung von zukünftigen
HMI/SCADA- und MES-Produkten sowie gemeinsame For­
schung bezüglich zukünftiger Cyber-Physischer Produkti­
onssysteme im Rahmen der »Industrie 4.0«-Initiative.
Weitere Einsatzgebiete sind »Smart ICT«-Systeme für nach­
haltige Städte, die mittels Informations- und Kommunika­
tionstechnologien eine Vernetzung von Gebäuden und Ener­
gieverteilnetzen ermöglichen, um den Energieverbrauch der
Städte und ihrer Einwohner zu optimieren. Ein konkretes
Beispiel ist das »Smart ICT«-System für »aspern Seestadt«.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
B.3.4 Intellectual Property Rights
Als Technologiekonzern legt Siemens den Fokus auf innova­
tions- und technologiegetriebene Wachstumsmärkte. Ein
wichtiges Kapital ist dabei das geistige Eigentum als eine
maßgebliche Determinante für den Wert eines Unterneh­
mens. Gewerbliche Schutzrechte sind ein wertvolles Instru­
ment im internationalen Wettbewerb und generieren Wettbe­
werbsvorteile.
Der Fokus der Aktivitäten liegt dabei auf dem Schutz der
technischen Innovationen – der Erfindungen ‒ durch umfas­
sende, qualitativ hochwertige Patente und Gebrauchsmuster.
Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich reicht regelmäßig
Patente beim Österreichischen wie auch beim Europäischen
Patentamt ein.
Einen besonderen Fokus legen wir auf aufstrebende Wettbe­
werber und neue Technologien. Daher werden für besonders
wertvolle Erfindungen auch Patentanmeldungen in für das
Unternehmen bedeutsamen außereuropäischen Märkten wie
Brasilien, China, Indien oder USA durchgeführt.
Der Schutz unserer Unternehmenskennzeichen mit dem
Markenrecht, der Einsatz von Geschmacksmustern zur Absi­
cherung des Designs unserer Produkte und die Nutzung des
Urheberrechts vervollständigen den Schutz unseres geisti­
gen Eigentums und schaffen Rechtssicherheit.
Der Bedrohung durch Fremdschutzrechte begegnen wir
durch laufende Beobachtung von Aktivitäten des Mitbewerbs
mittels Patentmonitoring und einen proaktiven ClearingProzess, der zentraler Bestandteil des Geschäftsprozesses
ist. Zudem implementieren wir aktiv Maßnahmen gegen die
Beeinträchtigung von Schutzrechten und senken somit das
Risiko von Schutzrechtsklagen durch Dritte.
In zunehmendem Maße verwerten wir Schutzrechte auch
durch aktive Durchsetzung oder strategische Lizenzierung,
um so neue Geschäftsmöglichkeiten zu generieren.
B.3.5 Chancen- und Risiko-Management
Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich ist ein Unterneh­
men, das in vielen Ländern Europas und der Welt Großpro­
jekte durchführt, das laufend technische Innovationen auf
den Markt bringt und das Finanzierungskonzepte und Be­
treibermodelle anbietet. All diese Aktivitäten beinhalten eine
Vielzahl geschäftlicher Risiken. Um diese zu erfassen, zu be­
werten und einer zielgerichteten Steuerung zu unterziehen,
ist ein systematisches und umfassendes Risiko-Management
unerlässlich.
Das Risiko-Management wird zentral vorgegeben und ist in
der Siemens Aktiengesellschaft Österreich in die Planung
und Umsetzung der Geschäftsstrategien integriert.
Die vom Vorstand bestimmte Risikopolitik entspricht dabei
dem Bestreben, nachhaltig zu wachsen und den Unterneh­
menswert zu steigern, wobei versucht wird, unangemessene
Risiken zu steuern beziehungsweise weitestgehend zu ver­
meiden. Im Zuge dessen kommen eine Reihe aufeinander ab­
gestimmter Kontroll- und Risiko-Management-Systeme zum
Einsatz, die dabei unterstützen, Entwicklungen, die den Fort­
bestand von Siemens gefährden, frühzeitig zu erkennen. Be­
sonderes Gewicht haben hierbei konzernweite Prozesse für
die strategische Unternehmensplanung und für das interne
Berichtswesen.
Das Risiko-Management-System von Siemens folgt einem
umfassenden, interaktiven und managementorientierten
Enterprise-Risk-Management-(ERM-)Ansatz, der in die Unter­
nehmensorganisation integriert ist und sich sowohl mit
Chancen als auch mit Risiken befasst. Der ERM-Ansatz basiert
auf einem weltweit anerkannten Rahmenkonzept: dem vom
»Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway
Commission (COSO)« entwickelten »Enterprise-Risk-Manage­
ment – Integrated Framework«. Dieses Konzept verknüpft
den ERM-Prozess mit der konzernweiten Finanzberichter­
stattung und ist ein integrierter Bestandteil des internen
Kontrollsystems.
Der Abstimmungsprozess beim Chancen- und Risiko-Re­
porting erfolgt in mehreren Stufen: zuerst auf divisionaler
Ebene, dann jeweils verdichtet auf der sektoralen und der
Vorstands-Ebene.
Einmal im Geschäftsjahr, in der Regel im zweiten Quartal,
findet mit dem Vorstand, den Sector Cluster Leads und aus­
gewählten Corporate Units ein Workshop mit Unterstützung
von Risk and Internal Control (RIC) zur Evaluierung der
Chancen und Risiken statt.
Der Prüfungsausschuss der Siemens Aktiengesellschaft Ös­
terreich wird zweimal im Jahr über die Entwicklung der
Chancen und Risiken unterrichtet.
39
Der ERM-Prozess zielt auf eine frühzeitige Identifizierung,
Bewertung und Steuerung jener Chancen und Risiken ab, die
das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen und
compliancebezogenen Ziele des Unternehmens in wesentli­
chem Maß beeinflussen können. Der ERM-Ansatz basiert auf
einem Netto-Prinzip, bei dem Chancen und Risiken unter Be­
rücksichtigung der vorhandenen internen Kontrollen bewer­
tet werden. Um einen umfassenden Blick auf die Geschäfts­
aktivitäten zu ermöglichen, werden Chancen und Risiken in
einem strukturierten Prozess identifiziert, der Elemente ei­
nes Top-down- und eines Bottom-up-Ansatzes kombiniert.
Die Berichterstattung von Chancen und Risiken erfolgt
grundsätzlich quartalsweise, wobei der reguläre Bericht­
erstattungsprozess durch eine Ad-hoc-Berichterstattung er­
gänzt wird, um kritische Themen rechtzeitig zu eskalieren.
Für alle relevanten Chancen und Risiken werden Verantwort­
lichkeiten festgelegt. Die Chancen- beziehungsweise Risiko­
verantwortung beinhaltet die Entwicklung, Initiierung und
Überwachung angemessener Reaktionsmaßnahmen entspre­
chend der gewählten Strategie. Bei Langzeitprojekten kommt
unter anderem ein systematisches und umfassendes ProjektManagement mit standardisierten Projektmeilensteinen so­
wie mit klar festgelegten Genehmigungsprozessen zur Un­
terstützung zum Einsatz, um mögliche Projektrisiken, auch
vor Angebotsabgabe, frühzeitig zu erkennen und diesen
durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Des Weiteren sind
für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken angemes­
sene Versicherungen abgeschlossen worden, um den Gefähr­
dungsgrad des Unternehmens zu vermindern und mögliche
Verluste zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren.
Das Enterprise-Risk-Management beinhaltet folgende Schwer­
punkte:
– Risikobewertung nach quantitativen und qualitativen
Gesichtspunkten: Risiken werden nicht nur auf ihre Er­
gebnisauswirkung geprüft, sondern auch einer breiteren
qualitativen Bewertung (Business Objectives, Media, Regu­
latory Bodies, Management Time) unterzogen. Bei den
Chancen wird nur eine qualitative Bewertung (Business
Objectives) durchgeführt, wobei sich der Betrachtungszeit­
raum über drei Jahre erstreckt.
– Risikokategorisierung: Die insgesamt 31 Risikokategori­
en werden in vier Schwerpunktkategorien »Strategic«,
»Operations«, »Financial« und »Compliance« verdichtet.
– Maßnahmenverfolgung: Die Maßnahmenplanung und
-umsetzung zur Abwendung und Reduktion der Risiken
und Realisierung von Chancen wird in engen Zyklen durch
die Risk Owner überwacht.
Dem Risiko von Konjunktur- und Nachfrageschwankungen
wird unter anderem dadurch begegnet, dass die Entwicklung
der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der
für das Unternehmen wichtigen Branchen genau beobachtet
wird. Im Bedarfsfall kann frühzeitig und konsequent mit der
Anpassung der Kapazitäten sowie der Initiierung von Ein­
sparmaßnahmen reagiert werden. Dieses Risiko wird von
den operativen Einheiten unterschiedlich, jedoch generell
als rückläufig beurteilt.
Die operativen Einheiten werden überdies von der für die
­Koordination des Chancen- und Risiko-Managements zustän­
digen Abteilung RIC bei der zielgerichteten und effizienten
Umsetzung unterstützt. Aufgrund der Geschäftsstruktur der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich erfolgt dies vorrangig
im Bereich der Projektabwicklung. Die Tätigkeiten der Abtei­
lung RIC umfassen in diesem Zusammenhang:
– Sensibilisierungs- und Informationsveranstaltungen
zum Thema ERM
– Schulungen zum Chancen- und Risiko-Management
– Moderation von Chancen- und Risiko-ManagementWorkshops
A. An unsere Kunden und Partner
40
B. Lagebericht
Es wird kein Eintritt von Risiken erwartet, die eigenständig
oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand
des Unternehmens in Österreich gefährden könnten.
Die wesentlichen Risiken, die nachteilige Auswirkungen auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens
haben können, sind folgende:
In wettbewerbsintensiven Märkten ist die Siemens Aktienge­
sellschaft Österreich mit Preisdruck, Nachfragerückgängen
oder verlangsamtem Wachstum konfrontiert.
Die operativen Einheiten haben es mit einer Vielzahl an
Marktbedingungen und Regulierungen zu tun.
So ist zum Beispiel der Sektor Industry anfällig gegenüber
ungünstigen Marktbedingungen in den Bereichen Stahlin­
dustrie und Applikationen (wie zum Beispiel Cableliner).
Konjunkturschwankungen in diesem Segment wirken sich
meist unmittelbar negativ auf die Auftragslage aus. Die Vola­
tilität gegenüber sich verändernden Marktbedingungen ist
grundsätzlich auch in der Automobil-, Nahrungsmittel- und
Chemischen-Industrie gegeben, zeigt in diesen Branchen
­jedoch einen positiven Trend.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Im Sektor Healthcare ist mit keinem nennenswerten Wachs­
tum zu rechnen. Die Gesundheitssysteme der Industrielän­
der sind einem steigenden Kostendruck ausgesetzt. Viele
Länder werden zusätzlich durch die hohe Staatsverschul­
dung belastet. Es ist daher davon auszugehen, dass öffent­
liche Auftraggeber weiterhin auf Effizienzsteigerung im Ge­
sundheitswesen setzen und ihre Gesundheitsausgaben ein­
frieren oder geringfügig reduzieren.
Der Sektor Energy ist ganz erheblich von Regulierungen in
Bezug auf die Energie- und Umweltpolitik betroffen. Das stei­
gende Umweltbewusstsein hat die Nachfrage nach umwelt­
freundlichen Technologien zur Senkung des CO2-Ausstoßes
gefördert. Dies führt dazu, dass die Energiegewinnung mit
Gas- und Kohlekraftwerken rückläufig ist, während alternative
Methoden zur Energiegewinnung ‒ durch Subventionen ge­
stützt ‒ deutlich zunehmen.
Der Trend zur Urbanisierung bietet dem Sektor Infrastruc­
ture & Cities ein kontinuierliches Wachstum bei allen Ge­
schäftsaktivitäten, wobei dem Segment für Schienenverkehr
eine besondere Bedeutung zukommt. Der Einsatz neuer, voll­
automatisierter, fahrerloser U-Bahnen stellt eine besondere
Zukunfts- und Wachstumsperspektive dar.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Siemens Aktien­
gesellschaft Österreich im Rahmen ihrer Geschäfte mit tech­
nologischen Veränderungen Schritt halten und laufend neue
Produkte und Dienstleistungen entwickeln.
Positive Ausblicke bieten Finanzierungen von Projekten ge­
meinsam mit Exportkreditversicherung, Banken und inter­
nationalen Finanzinstituten, wie zum Beispiel der Europä­
ischen Investitionsbank (EIB), dem Europäischen Entwick­
lungsfonds (EEF) und der Europäischen Bank für Wiederauf­
bau und Entwicklung (EBWE).
Darüber hinaus möchte das Unternehmen Chancen in der
Einführung und Umsetzung des Programms »Siemens Vision
2020« wahrnehmen. Das Programm beinhaltet zwei wesent­
liche Aspekte: die Reduktion der Komplexität durch den
­Wegfall der Sektoren und die Neuaufstellung des operativen
Geschäfts in neun Divisionen sowie die Aufwertung und Stär­
kung der Regionen. Beides sollte eine Verbesserung der re­
gionalen Marktdurchdringung ermöglichen.
B.3.6 Qualitäts-Management
Die Innovationskraft von Siemens und die herausragende
Qualität seiner Produkte und Lösungen sind zentrale Er­
folgsfaktoren des Unternehmens.
Die Triebfeder dafür liegt in der Exzellenz, einem der drei
Unternehmenswerte, die Siemens und seine Mitarbeiter aus­
zeichnen: Menschen, die täglich nach Höchstleistungen stre­
ben, exzellente Technologien und Prozesse, die kontinuier­
lich optimiert werden.
»Siemens steht für Weltklasse-Qualität« lautet die in der
­Siemens-Qualitätspolitik festgelegte Vision. Doch vorgegebe­
ne Maßstäbe zu erfüllen, reicht alleine nicht aus. Um Qualität
auf Weltklasseniveau zu erreichen und zu halten, muss sich
das Unternehmen kontinuierlich verbessern. Voraussetzung
dafür ist eine Qualitätskultur, die den Kunden in den Mittel­
punkt stellt und bei der kontinuierliche Verbesserung sowie
offenes und konstruktives Feedback über alle Ebenen hinweg
höchste Priorität besitzen.
Eine Qualitätskultur lebt von den Menschen, die sie gestal­
ten. Die Basis, um unsere anspruchsvollen Ziele umzusetzen,
bilden Führungskräfte, die sich ihrer Verantwortung und
Vorbildfunktion bewusst sind, sowie Mitarbeiter, die von ei­
nem außerordentlichen Qualitätsbewusstsein geprägt sind.
Hoch qualifizierte und verantwortungsvolle Qualitäts-Mana­
ger unterstützen dabei, exzellente Prozesse zu schaffen und
ein effektives Qualitätscontrolling sicherzustellen.
Der hohe Stellenwert der Qualität im Unternehmen ermög­
licht Produkte, Systeme und Dienstleistungen anforderungs­
konform und zur vollsten Kundenzufriedenheit zu realisie­
ren. Die Siemens-Qualitätsstrategie fokussiert auf die konti­
nuierliche Verbesserung der Personal-, Prozess- und Pro­
duktqualität.
Das integrierte Management-System der Siemens Aktienge­
sellschaft Österreich richtet sich an den Kunden- und Markt­
erfordernissen aus, erfüllt geltende Gesetze und orientiert
sich an den am Markt anerkannten internationalen System­
standards ISO 9001 (Qualitäts-Management-Systeme), ISO
14001 (Umwelt-Management-Systeme), OHSAS 18001 (Ar­
beitsschutz-Management-System) und ISO 50001 (EnergieManagement-System). Einzelne Organisationseinheiten de­
cken je nach Geschäftsbedarf weitere branchenspezifische
Systemstandards (zum Beispiel Safety Certificate Contractors
– SCC) ab.
41
Siemens-intern werden exzellente Leistungen auf dem Ge­
biet Projekt- und Qualitäts-Management im Rahmen von
­regionalen und globalen Wettbewerben auf Basis von aner­
kannten Standards evaluiert und durch das Top-Manage­
ment gewürdigt. Damit schafft das Unternehmen eine Kultur,
in der Spitzenleistungen gefördert und wertgeschätzt wer­
den.
Die Einhaltung verbindlicher Elemente messen wir anhand
spezifischer Indikatoren und bewerten so systematisch den
Reifegrad unserer Organisationseinheiten. Gemeinsam mit
dem verantwortlichen Management leiten wir Erkenntnisse
für die gezielte Verbesserung ab und stellen so eine konti­
nuierliche Weiterentwicklung sicher.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Management-Sys­
tems wird durch ein gelebtes »3i-Programm«, in dem Innova­
tionsideen von Mitarbeitern bewertet und prämiert werden,
unterstützt. Die kreativen Ideen der Mitarbeiter sind wichtige
Quellen zur Entwicklung neuer Technologien, zur stetigen
Optimierung von Abläufen und zur Weiterentwicklung unse­
res hohen Qualitätsanspruchs. Als Grundlage von Produktivi­
tät und Wachstum beeinflussen sie die Unternehmenskultur
und steigern den Geschäftswert der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich. Im Rahmen eines österreichweiten »3i-In­
novationstags« wurden die Mitarbeiter an allen SiemensStandorten eingeladen, sich mit ihren konkreten Optimie­
rungsvorschlägen und Verbesserungsideen einzubringen
und so einen persönlichen Beitrag zur Steigerung der Wett­
bewerbsfähigkeit des Unternehmens zu leisten. Die Einrei­
cher der besten Ideen werden regelmäßig durch das Top-­
Management persönlich gewürdigt.
Qualifizierung und Zertifizierung
Qualitativ hochwertige Arbeitsergebnisse setzen Kompeten­
zen und Fähigkeiten im Qualitäts-Management voraus. Das
Learning Concept für Siemens-Projekt- und Qualitäts-Ma­
nager ist konzernweit harmonisiert und berücksichtigt die
lokalen und spezifischen Geschäftsbedürfnisse sowie eine
regelmäßige Kalibrierung und stetige, kontextbezogene Wei­
terbildung. Das Ausbildungs- und Zertifizierungsmodell ist
sehr umfassend und international anerkannt (gemäß der
­Europäischen Organisation für Qualität EOQ und der Inter­
national Project Management Association IPMA).
In den letzten Jahren wurde der Fokus sehr stark auf eine
konsequente Zertifizierung von Projekt- und Qualitäts-Mana­
gern gelegt, um sicherzustellen, dass Projekte von qualifi­
zierten und zertifizierten Mitarbeitern geleitet werden.
Mandatory Elements –
die Basis der Siemens-Qualitätsstrategie
In Ergänzung zu international gültigen und vom Markt ge­
forderten Standards sind die Grundsätze des Siemens-Quali­
täts-Managements in Form von verbindlichen Anforderun­
gen formuliert und den aktuellen Herausforderungen der
globalen Märkte angepasst. Das Siemens-Qualitäts-Manage­
ment enthält neun »Verbindliche Elemente (VE)«. Sie geben
klare Handlungsanweisungen für die Anwendung in der täg­
lichen Arbeitspraxis. Ein gelebtes Beispiel stellt der internati­
onal anerkannte und respektierte Projekt-Management-Stan­
dard »[email protected]« dar. Dieser spiegelt die internationalen
Erfahrungen jahrelanger erfolgreicher Abwicklung von kom­
plexen Projekten wider und wurde bereits mehrfach als Pro­
gramm und in der operativen Umsetzung mit Excellence
Awards ausgezeichnet (zum Beispiel »PMI – Programm Excel­
lence Award« Chapter Austria und »PMA – Project Award«
Siemens City Vienna).
Lernen und Vernetzen
Im Rahmen eines in der Siemens City in Wien in Kooperation
mit der Gesellschaft für Wissensmanagement organisierten
Forums haben sich Siemens-Experten mit Vertretern anderer
Unternehmen wie Baxter, HP und A1 in einer moderierten
Diskussionsrunde ausgetauscht. Thema waren die Möglich­
keiten, Wissen in projektorientierten Organisationen effektiv
und effizient zu teilen. Dabei wurden Erfahrungen sowie in­
novative und praxisnahe Ansätze zur Organisation und För­
derung eines aktiven Wissensaustauschs, unter anderem das
»Siemens Social Network«, vorgestellt und diskutiert. In ei­
nem eigens von Siemens entwickelten und betriebenen Tech­
noWeb tauschen sich Siemens-Mitarbeiter weltweit in über
1.450 technologieorientierten Netzwerken zu konkreten
fachlichen Fragestellungen und Themen aus. Durch diese ge­
zielte Vernetzung können aktuelle Problemstellungen effizi­
ent gelöst werden. Damit stellt das TechnoWeb einen direk­
ten Beitrag zum Unternehmenserfolg dar.
Wichtige Themen im Geschäftsjahr 2014 waren die Stärkung
des operativen Chancen- und Risiko-Managements im Pro­
Die kontinuierliche und aktive Zusammenarbeit mit PMA
(Projektmanagement Austria) und ÖQS (Quality Austria), das
A. An unsere Kunden und Partner
42
jektgeschäft, das konsequente Lernen aus Erfahrungen und
die zeitnahe Umsetzung des Gelernten in die Praxis.
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Engagement bei international anerkannten und führenden
Qualitäts-Management-Veranstaltungen (zum Beispiel EFQM
Expert Forum, ÖVQ-Benchmark) sowie die Mitarbeit bei der
Entwicklung von modernen Management-Ansätzen, wie dem
»Social Capital Management«, zeugen darüber hinaus von ei­
ner anerkannten Vorreiterrolle des Siemens-Qualitäts-Ma­
nagements.
B.3.7 Umweltschutz
Umweltschutz ist für Siemens unternehmerische Aufgabe,
gesellschaftliche Verantwortung und Erfolgsfaktor zugleich.
Mit anspruchsvollem Umwelt-Management und einem ganz­
heitlichen Ansatz im Umweltschutz stellt sich das Unterneh­
men global den damit einhergehenden Herausforderungen.
Nahezu alle betrieblichen Aktivitäten sind mit der Nutzung
von Energie, der Entstehung von Abfall und dem Ausstoß
von Schadstoffen verbunden. Aufgabe des Umweltschutz-­
Managements ist es, diese Umweltauswirkungen zu mindern
sowie natürliche Ressourcen zu schonen.
Die Siemens-Fertigungen in Österreich sind durchwegs nach
ISO 14001 zertifiziert. Diese Zertifizierungen werden regel­
mäßig im Rahmen von Audits verifiziert. Aber nicht nur die
betrieblichen Abläufe für die umweltverträgliche Herstel­
lung von Produkten werden berücksichtigt. Auch die SiemensProdukte selbst unterliegen strengen Vorschriften. Durch
verbindliche Vorgaben und interne Standards für die Ent­
wicklung von Produkten und Anlagen trägt Siemens dazu
bei, deren mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt
zu minimieren. Um die Umwelteigenschaften zu verbessern,
werden der gesamte Produktlebenszyklus sowie Serviceleis­
tungen berücksichtigt.
Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich hat im Jahr 2013
Energie mit einer CO2-Belastung von insgesamt 36.379 Ton­
nen verbraucht. Im Jahr 2014 konnte die CO2-Belastung um
12.393 Tonnen auf 24.004 Tonnen gesenkt werden. Aus­
schlaggebend dafür waren die Konsolidierung der SiemensStandorte, ein milder Winter, aber auch die Reduktion des
Bedarfs an Strom und Treibstoff in den Produktionswerken
(bei vergleichbarer Auslastung). Alle Standorte der Siemens
Aktiengesellschaft Österreich verfügen über Beauftragte für
Umweltschutz, Abfall und Gefahrguttransport, die sich für
einen sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen, die
Reduzierung von Emissionen in Luft, Boden und Wasser so­
wie eine Reduktion von Abfall einsetzen. Ein Schwerpunkt ist
die Vermeidung und Reduzierung von Abfällen. Hier konnte
die Menge von 7.202 Tonnen im Jahr 2013 um 658 Tonnen
auf 6.544 Tonnen im Berichtsjahr gesenkt werden.
Von der Siemens Aktiengesellschaft Österreich wurden im
Berichtszeitraum rund 6 Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen
investiert. Dazu gehören laufende Aufwendungen für die
Luftreinhaltung, den Gewässerschutz, die Abfallwirtschaft
sowie die Natur- und Landschaftspflege. Beispiele dafür sind
die neue Anlage zur Schweißrauchentstaubung am Standort
Graz-Eggenberg, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbes­
serung der Feinstaubbelastung der Stadt Graz leistet, sowie
mehrere Maßnahmen an Gebäuden und Produktionsanlagen
zur Verbesserung der Energieeffizienz an den Produktions­
standorten der Siemens Aktiengesellschaft Österreich.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Wettbewerb
»Effiziente Mobilität« durchgeführt. Die Siemens Aktienge­
sellschaft Österreich will damit das Umweltbewusstsein der
Mitarbeiter stärken beziehungsweise dazu anregen, über die
persönliche Einstellung zu Umweltthemen nachzudenken.
Die Vielzahl der Einreichungen in den Kategorien »Nutzung
öffentlicher Verkehrsmittel«, »Fahrgemeinschaften«, »effizi­
ente Fahrweise« und »Nutzung des Fahrrads« spiegelt ein
großes Interesse der Beschäftigten an Umweltschutzmaßnah­
men wider.
Auch das im Geschäftsjahr 2013 im Rahmen der SiemensLehrlingsausbildung gestartete Modul zum Thema Umwelt­
schutz wurde 2014 erfolgreich fortgeführt. Damit wird Aus­
zubildenden die Wichtigkeit des Themas Umweltschutz ver­
deutlicht und sie werden an den sparsamen Umgang mit
­natürlichen Ressourcen herangeführt.
B.3.8 Beschaffungswesen
Strategischer Einkauf: zentraler Bestandteil des
­Unternehmenserfolgs
Supply Chain Management (SCM) ist das Kompetenzzentrum
für Einkauf und Logistik und somit jener Bereich, der diese
Aufgaben für die Siemens Aktiengesellschaft Österreich
wahrnimmt. SCM besitzt für alle Beschaffungsthemen Richt­
linienkompetenz für die Durchsetzung bestehender gesetz­
licher Anforderungen und Siemens-interner Regelungen für
das Fachgebiet Einkauf. SCM sorgt für die kontinuierliche
Weiterentwicklung der Funktion Einkauf sowie für die Opti­
43
mierung der Beschaffungsprozesse durch das Initiieren und
Durchsetzen von Unternehmensprogrammen. Innerhalb der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich ist der Einkauf als
Netzwerk organisiert und bindet die weltweiten Einkaufsab­
teilungen mit ein. Hochvolumige Materialien werden gebün­
delt, weltweit eingekauft und konzernweit verhandelt. Damit
wird ein maßgeblicher Beitrag zur Erreichung und Erhaltung
der Wettbewerbsfähigkeit der Siemens-Geschäftseinheiten
geleistet.
Wichtigstes Mittel zur Durchsetzung fairer und ökologisch
verantwortungsvoller Produktionsbedingungen, die ethi­
schen und moralischen Grundwerten verpflichtet sind, ist
das Einkaufsverhalten von Konsumenten und Kunden. Das
Fremdeinkaufsvolumen der Siemens Aktiengesellschaft Ös­
terreich betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,0 Mrd. €
und wurde bei rund 10.000 Lieferanten erzielt. Davon stam­
men etwa 6.600 Geschäftspartner aus Österreich. Diese wer­
den anhand eines ganzheitlichen, integrierten LieferantenManagement-Systems ausgewählt und bewertet.
Das Instrument »elektronische Auktion« ermöglicht Siemens
eine transparente Vergabe von Aufträgen gemäß Compli­
ance-Richtlinien bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Pro­
zesseffizienz. Im Geschäftsjahr 2014 wurden CEE-weit 339
E-Biddings mit einem Volumen von 132 Mio. € durchgeführt.
Nachhaltigkeit der Lieferkette
Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten von Siemens fallen bei
Zulieferern an. Nur wenn gemeinsam mit ihnen die gesamte
Wertschöpfungskette optimiert wird, können auch künftig
spürbare Wettbewerbsvorteile generiert werden. Der wirt­
schaftliche und professionelle Einkauf von Material und
Dienstleistungen ist damit ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und eine wichtige Vor­
aussetzung für das Erreichen der Unternehmensziele.
Die Grundsätze für den professionellen Einkauf sind in der
aktuellen Corporate Procurement Policy festgehalten und
gelten für alle Geschäftsbereiche, Standorte, Unternehmens­
leitfunktionen, Dienstleistungsfunktionen und Mehrheitsbe­
teiligungen der Siemens Aktiengesellschaft Österreich. Sie
legen unter anderem fest, dass bei der Auswahl der Ge­
schäftspartner die Einhaltung hoher ethischer und rechtli­
cher Standards laut Code of Conduct des Siemens-Konzerns
sicherzustellen ist. Die Überwachung der Einhaltung wird
mittels sogenannter Self-Assessments und im Rahmen der
A. An unsere Kunden und Partner
44
B. Lagebericht
Lieferantenbewertung durchgeführt. In der Lieferantenent­
wicklung werden anschließend Verbesserungsmaßnahmen
vereinbart. Zudem ermöglichen Audits bei Lieferanten eine
genaue Überprüfung der Nachhaltigkeitskriterien. Verstöße
gegen die Grundsätze des Code of Conduct können so aufge­
deckt und nachhaltig verhindert werden.
Nachhaltigkeit in der Logistik
Der Bereich Logistik trägt nicht nur die Verantwortung für
Nachhaltigkeit im Sinne der Umwelt, sondern auch im Sinne
der Mitarbeiter. Daher wird auch ein besonderer Wert auf die
Themen Arbeitssicherheit und Ausbildung gelegt.
Das Programm »Zero Harm Culture @ Siemens« soll ein neu­
es Bewusstsein für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz schaffen.
Nicht nur das Unternehmen, sondern auch jeder einzelne
Mitarbeiter trägt Verantwortung sowohl für das eigene Wohl­
befinden als auch für das der Kollegen und Mitarbeiter. Die
drei wichtigsten Grundsätze des Programms lauten »Null
Unfälle ‒ es ist möglich!«, »Keine Kompromisse bei Sicher­
heit und Gesundheit!« und »Wir achten aufeinander!«. Im
Sinne der Zero Harm Culture wurde im vergangenen Ge­
schäftsjahr die Initiative »Unfallfrei in der Logistik« mit Un­
terstützung des Betriebsrats und des medizinischen Diensts
ins Leben gerufen. Mit Stichtag 30.09.2014 konnten 241 un­
fallfreie Tage verbucht werden.
Der Bereich Logistik bildet seit 2013 Lehrlinge als Betriebs­
logistiker aus. Dieser zukunftsträchtige Beruf setzt sich aus
Elementen der Lehrberufe Industriekaufmann und Lager­
facharbeiter zusammen. Im Geschäftsjahr 2014 beschäftigte
die Siemens-Logistik zusätzlich zu den Lehrlingen »Indus­
triekaufmann« auch fünf Betriebslogistik-Lehrlinge.
Fleet-Management
Der CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotte der Siemens Aktien­
gesellschaft Österreich, bestehend aus Personen- und Last­
kraftwagen sowie sonstigen Nutzfahrzeugen, wurde durch
den verstärkten Einsatz von umweltfreundlichen und ver­
brauchsarmen Fahrzeugen von durchschnittlich 176 Gramm
je Fahrzeug und gefahrenen Kilometer im Geschäftsjahr
2010 auf 132 Gramm im Geschäftsjahr 2014 reduziert.
Seit Februar 2014 ist im Siemens-Fuhrpark eine neue Soft­
ware für das Flotten-Management im Einsatz. Die ständig
steigende Datenmenge erforderte eine intelligentere und zu­
kunftsorientierte Lösung, um alle bereichsinternen Abwick­
C. Jahresabschluss
D. Appendix
lungen optimal durchführen zu können. Die Vorteile der
Software-Umstellung liegen in der Flexibilität der Prozesse
sowie in der verbesserten Datentransparenz und einer er­
höhten Automatisierung. Das Tool ermöglicht die Integration
weiterer externer Datenquellen. Es umfasst die umfangrei­
che Fahrzeugdatenbank und bildet neben internen Prozes­
sen wie Reporting, Kostenrechnung oder Contract-Manage­
ment auch sämtliche Fuhrpark-Funktionen wie Vermietung,
Werkstatt und Schadens-Management ab. Die Software ist
plattformunabhängig und kann auch länderübergreifend
eingesetzt werden.
Betriebsgastronomie
Zur Sicherstellung einer permanent hohen Qualität und um
die Bedürfnisse der Mitarbeiter angemessen berücksichtigen
zu können, werden in den Betriebsrestaurants an allen
Standorten in Österreich regelmäßig Kundenzufriedenheits­
umfragen durchgeführt. Am Standort Siemens City ergab die
Befragung, dass 86 % der Befragten mit der Mittags- sowie
Zwischenverpflegung sehr zufrieden beziehungsweise zu­
frieden sind. Diese Ergebnisse werden mit den jeweiligen
­Cateringunternehmen im Gastronomieausschuss, dem Un­
ternehmensvertreter sowie Betriebsräte angehören, disku­
tiert und daraus Maßnahmen zur weiteren Verbesserung ab­
geleitet.
B.4 Zweigniederlassungen
Zum 30.09.2014 bestanden die folgenden aus einzelnen Pro­
jekten begründeten Zweigniederlassungen der Siemens Akti­
engesellschaft Österreich in folgenden Ländern: Georgien,
Rumänien, Serbien, Sri Lanka und Syrien.
Es gab keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr.
B.5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Siemens AG stellt sich künftig entlang der Wachstumsfel­
der Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung
auf. Hier hat der Konzern langfristig die größten Potenziale
identifiziert. Um in diesen Wachstumsfeldern das Marktpo­
tenzial voll ausschöpfen zu können, hat Siemens seine Orga­
nisationsstruktur geändert. Als Teil der »Siemens Vision
2020« wurde mit 01.10.2014 die Ebene der Sektoren abge­
schafft und das Geschäft in neun statt bisher 16 Divisionen
gebündelt: Power and Gas, Wind Power and Renewables,
­ ower Generation Services, Energy Management, Building
P
Technologies, Mobility, Digital Factory, Process Industries
and Drives. Das Healthcare-Geschäft wird eigenständig ge­
führt. Mit der Bündelung der Divisionen und der Auflösung
der Sektoren wird Bürokratie abgebaut, Kosten werden ge­
senkt und Entscheidungen innerhalb des Unternehmens be­
schleunigt. Die volle Maßnahmenwirksamkeit soll bis zum
Ende des Geschäftsjahrs 2016 erreicht werden.
Ebenfalls mit 01.10.2014 startete die neue organisatorische
Einheit »Adriatic Region«. Sie umfasst die Länder Albanien,
Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Mon­
tenegro, Serbien und Slowenien und wird künftig als Region
gebündelt geführt. Dadurch sollen der Markt besser ausge­
schöpft und länderübergreifende Synergien genutzt werden.
B.6 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015
Auch für die zweite Jahreshälfte 2014 war die Konjunkturent­
wicklung aufgrund außenwirtschaftlicher Unsicherheiten
und einer geringen Inlandsnachfrage rückläufig. Nach Kor­
rektur der Prognosen für den Wachstumsverlauf im Jahr
2014 sind auch die Wachstumserwartungen für 2015 auf­
grund der geringen Binnen- und Exportnachfrage verhalten.
Die Privatverschuldung ist seit der Finanzmarktkrise kaum
gesunken und führt in vielen Ländern zu eingeschränktem
Konsum und weniger Investitionen. Auch geldpolitische
Maßnahmen mit den Senkungen der langfristigen Zinssätze
führten bisher nicht zu einem merklichen Anstieg bei den In­
vestitionen. Die Vorsicht der Unternehmen steigt aufgrund
der ungünstigen Absatzerwartungen erneut und die Investi­
tionsbereitschaft wird auch für das Jahr 2015 verhalten blei­
ben. Eine daraus resultierende Verschiebung von öffentli­
chen Aufträgen und Projekten der Privatwirtschaft trifft auch
Siemens Österreich.
Daher rechnet man für das Geschäftsjahr 2015 erneut mit ei­
nem herausfordernden Marktumfeld. Zu Beginn des Ge­
schäftsjahrs beläuft sich der Auftragsbestand auf 4,243 Mrd. €.
Aufgrund von Großaufträgen der Division Mobility wird da­
mit gerechnet, dass der Auftragseingang 2015 über dem
­aktuellen Wert liegt. Der Umsatz wird im Geschäftsjahr 2015
hingegen leicht unter das Niveau von 2014 fallen.
Im Geschäftsjahr 2015 wird die Business Unit Metals Techno­
logies, mit Hauptsitz in Linz, in ein Joint Venture mit Mitsu­
bishi Heavy Industries eingebracht. In Umsetzung der Grün­
dung des Joint Ventures überträgt die Siemens Aktiengesell­
45
schaft Österreich die gesamte Business Unit Metals Technolo­
gies, welche einerseits in der Siemens VAI Metals Technolo­
gies GmbH und andererseits in der Siemens Aktien­gesellschaft Österreich geführt wird, mittelbar in das Joint Ven­
ture. Das Portfolio beider Partner ergänzt sich sehr gut. Das
Gemeinschaftsunternehmen kann seinen Kunden die gesam­
te Wertschöpfungskette in der Eisen-, Stahl- und Aluminium­
herstellung anbieten: von Technologien für die Rohstoffver­
arbeitung bis hin zur Oberflächenveredelung am Ende des
Produktionsprozesses sowie entsprechende Lifecycle-Ser­
vicekompetenzen. Das Servicegeschäft für Metals Technolo­
gies Electrical Automation (MT EA) wird nicht Teil des Joint
Ventures sein und verbleibt bei der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich. Im Rahmen des Vertrags wurden Lieferver­
einbarungen für Siemens-Technologien getroffen. In einem
herausfordernden Marktumfeld mit hohem Preisdruck und
vor dem Hintergrund eines sich stark nach Asien verschie­
benden Stahlmarkts eröffnet diese Partnerschaft neue Per­
spektiven.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es eine Einigung der
­Siemens-Gruppe mit der Cerner Corp. über den Verkauf des
Healthcare-Service-Geschäfts. Das Closing der Transaktion
wird für das Geschäftsjahr 2015 erwartet.
Unter den gegebenen Rahmenbedingungen liegen die größ­
ten Wachstumstreiber weiterhin im Infrastrukturgeschäft.
Die Anforderungen der Ballungszentren etwa an den öffentli­
chen Verkehr sowie der nach wie vor reale Nachholbedarf in
Zentral- und Südosteuropa stellen für die Siemens Aktien­
gesellschaft Österreich gute Geschäftschancen dar. In Groß­
städten lässt sich ein hoher Bedarf an energieeffizienten Lö­
sungen für die Gebäudetechnik und beim Auf- beziehungs­
weise Ausbau neuer Ver- und Entsorgungsstrukturen erken­
nen.
In der Division Power & Gas (PG) ist man mit den Auswirkun­
gen der Energiewende konfrontiert. Aufgrund des Ausbaus
der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energieträgern
und des Preisverfalls bei den CO2-Zertifikaten liegt die Aus­
lastung von Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken derzeit
unter der Rentabilitätsgrenze. Mit innovativen Lösungen
muss die Division PG diesen konjunkturellen Entwicklungen
entgegenwirken, da sich eine Markterholung kurzfristig
nicht abzeichnet.
A. An unsere Kunden und Partner
46
B. Lagebericht
Auch 2015 wird Siemens Österreich stark auf sein umfang­
reiches Nachhaltigkeitsportfolio, das »grüne Portfolio«, set­
zen. Im Umweltportfolio bündelt Siemens Produkte, Lösun­
gen und Dienstleistungen, die einen besonderen Beitrag zum
Klimaschutz leisten. Um den wachsenden Bedarf an Energie
und Rohstoffen zu decken und gleichzeitig die Ressourcen
und das Klima zu schützen, setzt Siemens auf energieeffizien­
tes Wirtschaften, erneuerbare Energiequellen und umwelt­
schonende Verfahren. Davon profitieren nicht nur künftige
Generationen, sondern auch Kunden, die durch niedrigere
Energiekosten und höhere Produktivität ihren Unterneh­
menserfolg steigern, und Siemens selbst. Das Erschließen at­
traktiver Märkte wie jenes für Windenergie ermöglicht dem
Unternehmen profitables Wachstum.
Auch die gute Position der Siemens Aktiengesellschaft Öster­
reich am heimischen Markt, unter anderem im Service- und
Lösungsgeschäft, kann im laufenden Geschäftsjahr Wachs­
tumspotenziale bieten. Darüber hinaus sollten flexible, maß­
geschneiderte Finanzierungskonzepte für Projekte Kunden
dabei unterstützen, auch in der vorliegenden Wirtschaftslage
Investitionen tätigen zu können.
Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich ist weiterhin ein
Unternehmen, dessen Fundament die ganze Wertschöp­
fungskette der Elektrifizierung darstellt und in dem Digitali­
sierung und Automatisierung einen immer höheren Stellen­
wert einnehmen.
Wien, am 17. November 2014
Der Vorstand
Ing. Wolfgang Hesoun
Vorsitzender des Vorstands
C. Jahresabschluss
Dkfm. Reinhard Pinzer
Finanzvorstand
D. Appendix
47
48
Jahresabschluss
per 30.09.2014
50
C.1
Bilanz zum 30. September 2014
52
C.2
Gewinn- und Verlustrechnung
53
C.3
Anhang für das Geschäftsjahr 2014
53
C.3.1
Allgemeines
53
C.3.2
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
55
C.3.3
Erläuterungen zur Bilanz
57
C.3.4
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
60
C.3.5
Sonstige Angaben
62
C.4
Entwicklung des Anlagevermögens
64
C.5
Beteiligungenspiegel
65
C.6
Forderungenspiegel
66
C.7
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen
67
C.8
Verbindlichkeitenspiegel
68
C.9
Bestätigungsvermerk
C.
C.1 Bilanz zum 30. September 2014
Aktiva
30.09.2014
EUR
30.09.2013
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
251.531.507
302.415
II. Sachanlagen
263.467.145
296.483
1.203.543.996
1.410.071
1.718.542.648
2.008.969
111.326.004
143.206
2. Unfertige Erzeugnisse
53.188.388
72.426
3. Fertige Erzeugnisse und Waren
12.628.007
10.377
714.765.053
844.049
15.052.465
19.826
–462.995.657
–396.312
443.964.260
693.572
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
188.921.714
211.875
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
413.331.593
550.850
A. Anlagevermögen
III. Finanzanlagen
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen
5. Geleistete Anzahlungen
6. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
3. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
357.276
172
83.407.861
102.689
686.018.444
865.586
3.524.564
3.337
1.133.507.268
1.562.495
1. Aktive latente Steuer
9.500.000
1.163
2. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten
5.415.749
5.217
14.915.749
6.380
2.866.965.665
3.577.844
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
C. Rechnungsabgrenzungsposten
A. An unsere Kunden und Partner
50
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Passiva
30.09.2014
EUR
30.09.2013
TEUR
125.925.000
125.925
1. Gebundene
265.603.867
265.604
2. Nicht gebundene
256.078.602
492.698
521.682.469
758.302
322.265.840
520.656
969.873.309
1.404.883
12.657.840
15.259
114.698.814
115.861
2. Rückstellungen für Pensionen
36.360.129
19.131
3. Steuerrückstellungen
27.634.333
27.664
734.231.571
823.138
912.924.847
985.794
A. Eigenkapital
I. Grundkapital
II. Kapitalrücklagen
III. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag: EUR 40.655.686; Vorjahr: TEUR 37.583
B. Unversteuerte Rücklagen
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen
4. Sonstige Rückstellungen
D. Verbindlichkeiten
14.149
28
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
202.635.655
200.901
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
122.289.624
156.050
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
415.114.407
592.470
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
6. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern: EUR 42.603.345; Vorjahr: TEUR 57.112
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 26.484.520; Vorjahr: TEUR 25.061
E. Rechnungsabgrenzungsposten
Haftungsverhältnisse
2.197.364
1.553
205.426.518
197.123
947.677.717
1.148.125
23.831.952
23.783
2.866.965.665
3.577.844
77.549.983
98.628
51
C.2 Gewinn- und Verlustrechnung
Geschäftsjahresende 30. September 2014 und 2013
1. Umsatzerlöse
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
3. Bruttoergebnis vom Umsatz
4. Sonstige betriebliche Erträge
5. Vertriebskosten
2013
TEUR
2.661.706.913
2.735.423
–2.412.930.772
–2.557.393
248.776.141
178.030
157.470.030
87.538
–213.570.828
–248.975
6. Verwaltungskosten
–9.193.497
–9.818
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
–3.402.309
–13.035
8. Zwischensumme aus Z 3 bis 7 (Betriebsergebnis)
180.079.537
–6.260
9. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 115.603.699; Vorjahr: TEUR 606.325
115.603.699
606.325
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0; Vorjahr: TEUR 0
1.718.741
2.071
983.308
4.582
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 81.463; Vorjahr: TEUR 152
12. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen
davon a) Abschreibungen: EUR 231.733.038; Vorjahr: TEUR 192.188
davon b) Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen: EUR 231.478.874; Vorjahr: TEUR 183.597
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 106.793; Vorjahr: TEUR 77
15. Zwischensumme aus Z 9 bis 14 (Finanzergebnis)
16. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
17. Steuern vom Einkommen
18. Jahresüberschuss
19. Verminderung des buchmäßigen Eigenkapitals durch Abspaltung
20. Auflösung unversteuerter Rücklagen
2.791.786
30.050
–232.695.830
–186.746
–1.103.204
–1.122
–112.701.500
455.160
67.378.037
448.900
–28.368.952
37.795
39.009.085
486.695
0
–4.762
2.601.069
1.140
21. Auflösung von Kapitalrücklagen
240.000.000
0
22. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
40.655.686
37.583
322.265.840
520.656
23. Bilanzgewinn
A. An unsere Kunden und Partner
52
2014
EUR
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
C.3 Anhang für das Geschäftsjahr 2014
C.3.1 Allgemeines
C.3.2 Bilanzierungsund Bewertungs­grundsätze
Der Jahresabschluss der Siemens Aktiengesellschaft Öster­
reich zum 30. September 2014 wurde nach den Bestimmun­
gen des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB)
in der geltenden Fassung aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkos­
tenverfahren erstellt.
Ausweispflichtige Posten, die in der Bilanz und in der Ge­
winn- und Verlustrechnung zusammen­gefasst wurden, wer­
den in den Anlagen entsprechend aufgegliedert.
Mit dem Verschmelzungsvertrag vom 20.01.2014 wurde die
ComBuild Kommunikations & Gebäudetechnologie GmbH
(ComBuild GmbH), Wien, als übertragende Gesellschaft mit
der Siemens Aktiengesellschaft Österreich auf Basis der
Schlussbilanz zum 30.09.2013 verschmolzen. Die Eintragung
der Verschmelzung im Firmenbuch erfolgte am 12.02.2014.
Im Rahmen dieser Umgründung wurde zum 30.09.2013 An­
lagevermögen in Höhe von TEUR 88.490, Umlaufvermögen
in Höhe von TEUR 44.720, Rückstellungen in Höhe von TEUR
32.653 und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 20.878
übernommen.
Im Bereich des Finanzanlagevermögens kam es aufgrund der
Verschmelzung zu Abgängen von Anschaffungskosten in Hö­
he von TEUR 92.534 sowie von kumulierten Abschreibungen
von TEUR 22.467, insgesamt somit zu einem Buchwertab­
gang von TEUR 70.067. Im Gegenzug wurden Anschaffungs­
kosten in Höhe von TEUR 162.352 sowie kumulierte Ab­
schreibungen in Höhe von TEUR 73.862, somit Buchwerte in
Höhe von TEUR 88.490 übernommen. Im Anlagenspiegel
(Anlage 1) erfolgt diesbezüglich in den entsprechenden Spal­
ten eine saldierte Darstellung mit sonstigen Zu- und Abgän­
gen im Bereich des Finanzanlagevermögens.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beach­
tung der Grundsätze ordnungs­mäßiger Buch­führung und der
Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegen­
über dem Vorjahr nicht geändert.
Die Grundsätze der Vollständigkeit und der Einzelbewertung
wurden eingehalten und eine ­
Fortführung des Unterneh­
mens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde durch Beachtung des Imparitä­
tischen Realisationsprinzips Rechnung getragen. Es wur­
den nur die zum Bilanzstichtag realisierten Gewinne ausge­
wiesen und alle zum Bilanzstichtag bestehenden und zum
Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses erkennbaren Risi­
ken und drohende Verluste berücksichtigt.
Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaf­
fungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen,
bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden auf ei­
nen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert
vorgenommen, wenn die Wertminderung voraussichtlich von
Dauer ist.
Gegenstände des Sachanlagevermögens sind zu Anschaf­
fungs- oder Herstellungskosten, v
­ermindert um lineare,
planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außer­
planmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.
Die planmäßigen Abschreibungen werden ­entsprechend der
­Nutzungsdauer linear vorgenommen, wobei im Zugangsjahr
die Halbjahresregelung zur Anwendung kommt. Die Herstel­
lungskosten enthalten Einzelkosten und anteilige Gemein­
kosten, nicht aber soziale Aufwendungen im Sinne des § 203
Abs. 3 UGB und direkt zurechenbare Fremdkapitalzinsen.
Da bereits im Vorjahr eine außerplanmäßige Abschreibung
des Beteiligungsansatzes an der ComBuild GmbH vorgenom­
men wurde, ergibt sich im aktuellen Geschäftsjahr aufgrund
der Verschmelzung keine Auswirkung auf die Gewinn- und
Verlustrechnung.
53
Folgende Abschreibungssätze werden der plan­mäßigen Ab­
schreibung zugrunde gelegt:
20 %–33,34 %
entsprechend der
Abarbeitung
Immaterielle Vermögensgegenstände
davon aktivierter Auftragsbestand aus
Integrationen
Firmenwerte
6,67 %
Bauten
3 %–20 %
Technische Anlagen und Maschinen
10 %–20 %
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts­
ausstattung
20 %–50 %
Spezialwerkzeuge, geringwertige
Vermögensgegenstände, Normalwerkzeuge
Vermietete Erzeugnisse
100 %
12,5 %–25 %
oder entsprechend der
Vertragsdauer
Außerplanmäßige Abschreibungen werden auf einen zum
Abschlussstichtag niedrigeren beizu­
legenden Wert vorge­
nommen, wenn die Wert­minderung v
­ oraussichtlich von Dau­
er ist.
Finanzanlagen werden wie folgt bewertet:
– Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteili­gungen
zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um
­außerplanmäßige Ab­schreibun­gen zur Berücksichtigung
nachhaltiger Wertminderungen und erhöht um Zuschrei­
bungen, soweit die Gründe für die Abschreibungen nicht
mehr bestehen
– 
Wertpapiere des Anlagevermögens zu fort­
geschrie­
benen
Anschaffungskosten oder zu ­
niedrigeren Börsenkursen
oder nied­
rigeren Tageswerten am Bilanzstichtag. Außer­
plan­
mäßige Ab­
schreibungen auf einen zum Abschluss­
stichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorge­
nommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von
Dauer sind
– Ausleihungen zu Anschaffungskosten oder zu ihrem nied­
rigeren Barwert
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu durchschnitt­
lichen Anschaffungskosten oder zum ­niedrigeren Tageswert
am Bilanzstichtag bilanziert.
Unfertige Erzeugnisse und Fertige Erzeugnisse sind zu
Herstellungskosten bewertet; die Her­stellungs­kosten enthal­
ten Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne sowie auch an­
gemessene Teile der ­Material- und ­Fertigungsgemeinkosten.
A. An unsere Kunden und Partner
54
B. Lagebericht
Waren werden zu durchschnittlichen Anschaffungs­
kosten
oder zum niedrigeren Tageswert bewertet.
Noch nicht abrechenbare Leistungen werden wie Erzeug­
nisse bewertet. Es erfolgt keine Aktivierung von Verwal­
tungs- und Vertriebskostenanteilen sowie von Fremdkapital­
zinsen. Erhaltene Anzahlungen von Fremden werden von
den angearbeiteten Leistungen offen abgesetzt.
Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und einer ge­
minderten Verwertbarkeit e
­ rgeben, werden durch angemes­
sene Wert­abschläge berücksichtigt.
Für Verluste aus schwebenden Geschäften wird durch
Rückstellungen vorgesorgt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind
mit dem Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennba­
rer Einzelrisiken der niedrigere ­beizulegende Wert angesetzt
wird. Fremdwährungsforderungen sind zum größten Teil
kursgesichert und mit dem Devisen­
mittel­
kurs am Bilanz­
stichtag unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips
bewertet. Zur Berücksichtigung allgemeiner Risiken wird ei­
ne b
­ onitätsbezogene Basisvorsorge g
­ ebildet. Unverzinsliche
oder niedrig verzins­liche ­Forderungen sind ­abgezinst.
Die aktive latente Steuerabgrenzung wird in Höhe der vor­
aussichtlichen Steuerentlastung (Steuersatz: 25,0 %) ange­
setzt und unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten
ausgewiesen.
Die Bildung der Rückstellungen für Abfertigungen und
Jubiläumsgelder erfolgt nach versicherungsmathemati­
schen Grundsätzen nach dem Teilwert­
verfahren auf Basis
­eines Rech­nungszins­satzes von 1,7 % (Vorjahr: 2,5 %) unter
Zugrunde­legung der Sterbe­tafeln AVÖ 2008-P. Das Pensions­
antrittsalter wurde gemäß den Bestimmungen der Pensions­
harmonisierung 2004 der Berechnung zugrunde gelegt. Ein
altersabhängiger Fluktuations­abschlag von 0,9 %–6,5 % (Vor­
jahr: 1,5 %–6,1 %) wurde berücksichtigt.
Im Rahmen der Ermittlung der Abfertigungsrückstellung er­
folgt die Verteilung des Dienstzeitaufwandes für die Leis­
tungsart Pensionierung über den Zeitraum vom Eintritt in
das Unternehmen bis zum Zeitpunkt zu dem keine gesetz­
lichen Ansprüche mehr erworben werden können, somit
­maximal 25 Jahre.
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach versiche­
rungsmathemati­schen Grundsätzen nach dem Teilwertver­
C. Jahresabschluss
D. Appendix
fahren auf Basis eines Rechnungszins­satzes von 2,4 % (Vor­
jahr: 3,1 %) unter Zugrunde­
legung der Sterbetafeln AVÖ
2008-P berechnet. V
­ alorisierungen in einer Bandbreite von
0,0 %–2,0 % (Vorjahr: 0,0 %–2,0 %) werden bei der Bewer­
tung berück­sich­tigt. Die Rückstellungen für Pensionen be­
treffen keine aktiven Mitarbeiter.
In den übrigen Rückstellungen sind unter Beachtung des
Vorsichtsprinzips alle zum Bilanzstichtag bestehenden und
zum Zeitpunkt der Bilanz­
erstellung erkennbaren Risiken
und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Schulden
mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger kauf­
männischer Beurteilung erforderlich sind; sie umfassen im
Wesentlichen Rückstellungen für Gewährleis­tun­gen, andere
projektbezogene Rückstellungen und Abgrenzungen, Perso­
nalaufwendungen und s­ onstige Risiken.
Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag bilan­
ziert. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind zum größten
Teil kursgesichert und mit dem Devisenmittelkurs zum Bi­
lanzstichtag unter Berücksichtigung des Höchstwertprinzips
bewertet.
Das Fremdwährungsrisiko wird durch Transaktionen mit
dem Konzerntreasury gesichert. An derivativen Finanzinstru­
menten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Commodity
Hedges und Devisentermingeschäfte eingesetzt.
Die Währungsderivate wurden imparitätisch bewertet. Es
wurden keine Bewertungseinheiten gebildet.
C.3.3 Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Aufgliederung und die Entwicklung der in der Bilanz zu­
sammengefassten Gegenstände des Anlagevermögens für
das Geschäftsjahr 2014 sind aus Anlage 1 »Entwicklung des
Anlagevermögens« ersichtlich.
In der Position »Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete
­Lizenzen« wird der im Geschäftsjahr 2012 im Rahmen der
Anwachsung der Siemens Transformers Austria GmbH & Co
KG (STA KG), Wien, an die Siemens Aktiengesellschaft Öster­
reich aktivierte Auftragsbestand in Höhe von TEUR 46.303
ausgewiesen, welcher entsprechend der Abarbeitung abge­
schrieben wird. Der Buchwert zum 30.09.2014 beträgt TEUR
5.441 (Vorjahr: TEUR 18.900).
Weiters wurde gem. § 203 Abs. 5 UGB im Zuge der Integra­
tion der STA KG ein Firmenwert in Höhe von TEUR 261.188
angesetzt. Für diesen aktivierten Firmenwert wurde auf­
grund der voraussichtlichen Bestandsdauer des erworbenen
Unternehmens, der Stabilität der Branche sowie der Pro­
duktlebenszyklen eine Gesamtnutzungsdauer von 15 Jahren
festgelegt. Aufgrund des zu Beginn der Laufzeit höheren
Wertverlustes des aktivierten Firmenwertes wurde hier eine
arithmetisch degressive Abschreibung über die genannte
Nutzungsdauer von 15 Jahren gewählt. Der Buchwert zum
30.09.2014 beträgt TEUR 183.920 (Vorjahr: TEUR 213.303).
Ein weiterer wesentlicher Teil entfällt auf den im Geschäfts­
jahr 2010 aktivierten Auftragsbestand aus der Integration
der Siemens Transportation Systems GmbH & Co KG (STS
KG), Wien. Der Buchwert beträgt zum 30.09.2014 TEUR 2.691
(Vorjahr: TEUR 4.970). Die Abschreibung erfolgt entspre­
chend der Abarbeitung.
Der Buchwert des aus der Integration der STS KG aktivierten
Firmenwertes beträgt zum 30.09.2014 TEUR 56.878 (Vorjahr:
TEUR 62.566). Aufgrund der langfristigen Entwicklungs- und
Produktlebenszyklen in der Schienenindustrie wird dieser
auf 15 Jahre linear abgeschrieben.
Weiters kam es im Vorjahr zu einer anteiligen Nachverrech­
nung eines im Geschäftsjahr 2010 erfolgten Übertrages von
technischem Know-how in Höhe von TEUR 15.530 durch die
Siemens Aktiengesellschaft, Berlin und München. Diese wur­
de als immaterieller Vermögensgegenstand aktiviert und ge­
mäß Restnutzungsdauer der ursprünglichen Verrechnung
zur Gänze abgeschrieben. Dies führte zu aperiodischen Auf­
wendungen in Höhe von TEUR 11.648 im Geschäftsjahr 2013.
Angaben über die wichtigsten Anteile an verbundenen Un­
ternehmen und sonstigen Beteiligungen sind dem Beteili­
gungenspiegel (Anlage 2) zu entnehmen. In diesem Zusam­
menhang ist vor allem auf die außerplanmäßige Abschrei­
bung der ­Siemens VAI Metals Technologies GmbH, Linz, in
Höhe von TEUR 226.557 zu verweisen.
Hinsichtlich der übrigen Beteiligungen wird die Schutzklau­
sel gemäß § 241 Abs. 2 UGB in Anspruch genommen.
55
Die sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Wertpapiere
des Anlagevermögens
Ausleihungen
30.09.2014
Buchwert
30.09.2014
beizulegender
Zeitwert
30.09.2013
Buchwert
30.09.2013
beizulegender
Zeitwert
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
134.968
182.071
131.199
167.073
116
116
190
190
Gemäß § 208 Abs. 3 UGB wurden Zuschreibungen in Höhe
von TEUR 2.762 (Vorjahr: TEUR 2.320) aus steuerrechtlichen
Gründen unterlassen.
Von den Ausleihungen ist ein Betrag von TEUR 39 (Vorjahr:
TEUR 68) innerhalb des nächsten Geschäftsjahres fällig.
Forderungen und sonstige Vermögens­gegenstände
Im Forderungenspiegel (Anlage 3) wird die Struktur der For­
derungen gesondert gezeigt.
Der Rückgang bei den Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen ist vor allem auf die Verminderung der inter­
nen Konzernveranlagung in Höhe von TEUR 242.659 zurück­
zuführen.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände
enthalten nach Abzug der Wertberichtigungen als wesent­
lichsten Posten Forderungen gegenüber Finanzbehörden in
Höhe von TEUR 64.507 (Vorjahr: TEUR 75.271).
In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen
sind Erträge in Höhe von TEUR 69.629 (Vorjahr: TEUR 56.864)
enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungs­
wirksam werden.
Grundkapital
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 125.925
(Vorjahr: TEUR 125.925) und ist eingeteilt in 1.725.000 Stück
nennbetragslose Stückaktien.
Kapitalrücklagen
Im Geschäftsjahr 2014 wurde eine Auflösung der nicht ge­
bundenen Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 240.000 durch­
geführt. Weiters wurden Großmutterzuschüsse an die Aspern
Smart City Research GmbH & Co KG, Wien, und die E-Mobility
Provider Austria GmbH & Co KG, Wien, gewährt, welche zu
einer Erhöhung der nicht gebundenen Kapitalrücklagen in
Höhe von TEUR 3.381 führten.
A. An unsere Kunden und Partner
56
B. Lagebericht
Unversteuerte Rücklagen
Die Zusammensetzung der unversteuerten Rücklagen sowie
deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2014 sind aus der ge­
sonderten Anlage 4 ersichtlich.
Rückstellungen
In den sonstigen Rückstellungen sind folgende Posten ent­
halten:
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
Personalkosten
176.824
214.509
Projektbezogene Rückstellungen und
Abgrenzungen
226.046
243.441
Gewährleistungen
220.064
251.227
Beteiligungsrisiken
3.439
4.531
107.859
109.430
734.232
823.138
Sonstige
Die im Vorjahr im Rahmen der Restrukturierungsmaßnah­
men gebildeten Rückstellungen für Personalkosten in Höhe
von TEUR 42.485 wurden während des Geschäftsjahres 2014
zum überwiegenden Teil bestimmungsgemäß verbraucht
bzw. in einem geringeren Ausmaß aufgelöst.
Verbindlichkeiten
Die Fälligkeit und die Struktur der Verbindlichkeiten werden
im Verbindlichkeitenspiegel (Anlage 5) ­ausgewiesen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentli­
chen Verbindlichkeiten gegenüber ­
Belegschaftsmitgliedern
in Höhe von TEUR 89.221 (Vorjahr: TEUR 84.324), Verbind­
lichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 42.603 (Vorjahr:
TEUR 57.112) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der so­
zialen Sicherheit in Höhe von TEUR 26.485 (Vorjahr:
TEUR 25.061).
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in
Höhe von TEUR 134.113 (Vorjahr: TEUR 131.731) enthalten,
die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam wer­
den.
Rechnungsabgrenzungsposten
In den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden im
Wesentlichen abgegrenzte Erlöse aus Miet- und Wartungsge­
schäften ausgewiesen.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Fremdwährungsrisiko
Die derivativen Devisensicherungsgeschäfte zur Absiche­
rung des Fremdwährungsrisikos setzen sich zum Bilanz­
stichtag und dem Vorjahr wie folgt zusammen:
Fremdwährungs- Devisenterminsicherungsverkäufe
geschäfte
in TEUR
Devisenterminkäufe
in TEUR
Positive
Marktwerte
in TEUR
Negative
Marktwerte
in TEUR
30.09.2014
348.874
100.053
6.530
–26.365
30.09.2013
584.313
171.268
9.229
–22.294
Sicherungsvolumen
Verkauf in TEUR
Sicherungsvolumen
Kauf in TEUR
Positive
Marktwerte
in TEUR
Negative
Marktwerte
in TEUR
30.09.2014
0
13.138
559
–263
30.09.2013
0
25.876
50
–1.735
Commodity
Hedges
Die positiven Marktwerte wurden unter Anwendung des im­
paritätischen Realisationsprinzips nicht angesetzt. Für die
negativen Marktwerte wurden sonstige Rückstellungen in
­
Höhe von TEUR 26.628 (Vorjahr: TEUR 24.029) gebildet.
Haftungsverhältnisse und Verpflichtungen aus der Nutzung von Sachanlagen
Die Haftungsverhältnisse setzen sich aus folgenden Positi­
onen zusammen:
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
39
0
Bürgschaftsverpflichtungen
16.700
16.700
Gewährleistungsverpflichtungen
60.811
81.928
77.550
98.628
Wechselobligo
Es liegen sowohl am Bilanzstichtag als auch im Vorjahr keine
Sicherstellungen für fremde Verbindlichkeiten vor.
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht
ausgewiesenen Sachanlagen
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht aus­
gewiesenen Sachanlagen be­stehen für das nächste Geschäfts­
jahr aus Miet‑, Pacht- und Leasingverträgen in Höhe von
TEUR 17.320 (Vorjahr: TEUR 16.964), für die nächsten fünf
Geschäftsjahre in Höhe von TEUR 74.411 (Vorjahr: TEUR
71.761). Darin enthalten sind Verpflichtungen gegenüber
verbundenen Unternehmen für das nächste Geschäftsjahr in
Höhe von TEUR 4.449 (Vorjahr: TEUR 4.391), für die nächsten
fünf Geschäftsjahre in Höhe von TEUR 21.848 (Vorjahr:
TEUR 22.852).
C.3.4 Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse setzen sich nach ­Absatzmärkten wie folgt
zusammen:
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
Inlandsumsatzerlöse
1.333.336
1.119.727
Auslandsumsatzerlöse
davon EU TEUR 679.739
(Vorjahr: TEUR 1.063.962)
davon Drittländer TEUR 648.632
(Vorjahr: TEUR 551.734)
1.328.371
1.615.696
2.661.707
2.735.423
Darin enthalten sind Haftungen für verbundene Unterneh­
men in Höhe von TEUR 55.111 (Vorjahr: TEUR 76.786). D
­ iese
setzen sich wie folgt zusammen:
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
Bürgschaftsverpflichtungen
16.700
16.700
Gewährleistungsverpflichtungen
38.411
60.086
55.111
76.786
57
Nach Tätigkeitsbereichen lassen sich die Umsätze g
­ liedern
in:
Geschäftsjahr Mio. €
nung aus der Betriebsabrechnung ermittelt. Sie gliedern sich
nach K
­ ostenartengruppen wie folgt:
Vorjahr Mio. €
Aufwendungen für Material und sonstige
bezogene Leistungen
Sektor Energy – Fossil Power Generation,
Oil & Gas, Energy Service, Power
Transmission, Wind Power
626,4
1.593.739
1.741.023
Personalaufwand
746.947
831.008
Abschreibungen auf immaterielle
Gegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen
100.497
126.825
23.522
70.394
1.448
1.270
Andere betriebliche Aufwendungen/
Aufwandsverrechnungen und -kürzungen
22.168
11.669
Andere aktivierte Eigenleistungen
–1.141
–1.026
148.515
35.023
2.635.695
2.816.186
112,3
126,7
Sektor Industry – Industry Automation
243,5
205,5
Sektor Industry – Drive Technologies
144,1
172,8
19,3
Sektor Industry – Metals Technologies
134,5
28,1
144,5
Sektor Infrastructure and Cities –
Rail Systems
897,2
689,0
Sektor Infrastructure and Cities –
Mobility and Logistics
100,3
138,6
Sektor Infrastructure and Cities –
Low and Medium Voltage
61,2
59,6
Sektor Infrastructure and Cities –
Smart Grid
89,0
99,5
Sektor Infrastructure and Cities –
Building Technologies
176,5
165,6
0,0
37,8
57,4
72,3
2.661,7
2.735,4
Communications, Media and Technology
Sonstige
Die Gliederung der Umsätze nach Tätigkeitsbereichen erfolg­
te entsprechend der zum 30.09.2014 bestehenden Struktu­
rierung des Konzerns in vier Sektoren und deren Divisionen.
Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten
Die Funktionskosten (Herstellungs-, Vertriebs- und Verwal­
tungskosten) werden entsprechend der Kostenstellenzuord­
Veränderung von Wertberichtigungen
und sonstigen Rückstellungen
Sonstige Steuern
Bestandsveränderungen
Von den Herstellungs-, Vertriebs- und V
­ erwaltungskosten
entfallen auf:
Herstellungskosten
Vertriebskosten
A. An unsere Kunden und Partner
B. Lagebericht
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
2.412.931
2.557.393
213.571
248.975
9.193
9.818
2.635.695
2.816.186
Verwaltungskosten
Die Aufwendungen für Material und sonstige b
­ ezogene Her­
stellungsleistungen zeigen ­folgende Gliederung:
Materialaufwand
Aufwand für bezogene Leistungen
58
Vorjahr TEUR
795,4
Sektor Healthcare – Imaging & Therapy
Systems, Clinical Products, Customer
Solutions
Sektor Industry – Siemens Industrial
Manufacturing, Engineering and
Applications
Geschäftsjahr TEUR
C. Jahresabschluss
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
1.257.307
1.339.756
336.432
401.267
1.593.739
1.741.023
D. Appendix
Arbeitnehmer
Durchschnittlich beschäftigte Mitarbeiter (Vollzeitäquivalent):
(ohne Präsenzdiener, Karenzurlauber und Lehrlinge)
Geschäftsjahr
Vorjahr Arbeiter
2.419
2.494
Angestellte
5.427
5.850
Gesamt
7.846
8.344
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge zeigen ­folgende Struktur:
Erträge aus dem Abgang vom
Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen
Erträge aus der Auflösung von
Rückstellungen
Sonstige Erträge
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
29.380
6.570
123.556
67.640
4.534
13.328
157.470
87.538
Der gesamte Personalaufwand setzt sich wie folgt zusam­
men:
Geschäftsjahr TEUR
Vorjahr TEUR
Löhne
123.741
129.468
Gehälter
427.215
495.934
Aufwendungen für Abfertigungen
und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
19.318
23.385
Aufwendungen für Altersversorgung
19.111
19.842
144.270
148.279
Aufwendungen für gesetzlich
vorgeschriebene Sozialabgaben sowie
vom Entgelt abhängige Abgaben und
Pflichtbeiträge
Sonstige Sozialaufwendungen
13.292
14.100
746.947
831.008
In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen
für Abfertigungen in Höhe von TEUR 14.098 enthalten (Vor­
jahr: TEUR 17.930).
Die Aufwendungen für Abfertigungen und P
­ensionen
setzen sich wie folgt zusammen:
Geschäftsjahr TEUR
Vorstandsmitglieder und leitende
Angestellte gemäß § 80 Abs. 1 AktG
Übrige Arbeitnehmer
Vorjahr TEUR
2.111
1.634
31.097
36.138
33.208
37.772
Der Anstieg der Erträge aus der Auflösung von Rückstellun­
gen resultiert im Wesentlichen aus Gewährleistungsrückstel­
lungen.
Aufwendungen aus Finanzanlagen
Diese Position enthält im Wesentlichen die außerplanmäßige
Abschreibung auf die Anteile der Siemens VAI Metals Techno­
logies GmbH, Linz, in Höhe von TEUR 226.557 auf den nach
einer Discounted Cash Flow Methode berechneten beizule­
genden Zeitwert.
Der Vorjahresbetrag beinhaltet im Wesentlichen die außer­
planmäßigen Abschreibungen auf die KDAG Beteiligungen
GmbH, Wien, und die ComBuild Kommunikations & Gebäu­
detechnologie GmbH, Wien.
Steuern vom Einkommen
Die Gesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2005 Gruppenmit­
glied innerhalb der Unternehmens­gruppe gemäß § 9 KStG
der Siemens Konzernbeteiligungen GmbH, Wien.
Die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder werden
dem Gruppenträger zugerechnet. Ein steuerlicher Ertrags­
ausgleich zwischen dem Gruppenträger und jedem einzel­
nen Gruppenmitglied wurde in Form von Steuerumlagen im
Rahmen des Gruppenbesteuerungsvertrags geregelt. Hierbei
werden steuerliche Verluste von Gruppenmitgliedern, die
zum Gruppenträger (Siemens ­Konzernbeteiligungen GmbH)
transferiert werden, mit 16 % abgegolten. Die Gruppenmit­
glieder, die ein positives steuerliches Ergebnis beibringen,
profitieren aliquot vom Gruppenvorteil.
59
Die Steuern vom Einkommen beinhalten einen Aufwand aus
Gruppenumlagen in Höhe von TEUR 35.718 (Vorjahr: TEUR
35.260). Von den gesamten Steuern vom Einkommen betref­
fen TEUR 5.985 (Vorjahr: TEUR 46.386) einen Ertrag aus Vor­
perioden. Der Ertrag aus der Veränderung der latenten Steu­
ern beträgt TEUR 8.337 (Vorjahr: TEUR 2.412).
Verminderung des buchmäßigen Eigenkapitals durch
Abspaltung
Im Vorjahr ergab sich aus der Abspaltung des Teilbetriebes
Communications, M
­ edia and Technology (CMT) in die Sie­
mens Convergence Creators GmbH, Wien, ein Spaltungsver­
lust von TEUR 7.028. Das in den einzelnen Positionen der Ge­
winn- und Verlustrechnung bis zur Rechtswirksamkeit der
Spaltungen enthaltene Ergebnis aus Erträgen und Aufwen­
dungen in Höhe von TEUR 2.266 wurde über die Position Ver­
minderung des buchmäßigen Eigenkapitals neutralisiert.
Rücklagenbewegung
Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen in Höhe von
TEUR 2.601 (Vorjahr: TEUR 1.140) ist zur Gänze steuerwirksam.
C.3.5 Sonstige Angaben
Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Prof. Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm
Vorsitzender des Aufsichtsrats
(seit 09.12.2013 bis 30.09.2014)
ÖkR. Dr. Christian Konrad
stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
Dipl.-Ing. Dr. Helmut Draxler
Dipl.-Bw. Joe Kaeser (bis 05.11.2013)
Mag. Dr. h. c. Monika Kircher
Dipl.-Ing. Josef Pröll
Dkfm. Dr. rer. pol. Ralf P. Thomas (seit 19.11.2013)
Ing. Siegfried Wolf (bis 17.06.2014)
Aufwendungen für den Abschlussprüfer
Bedingt durch die Einbeziehung der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich in den Konzernabschluss der Siemens Aktien­
gesellschaft, Berlin und München, sowie der entsprechenden
Offenlegung der Aufwendungen für den Abschlussprüfer in
diesem Konzernabschluss, unterbleibt die diesbezügliche An­
gabe im vorliegenden Jahresabschluss.
Mag. Norbert Zimmermann
Dr. Gabriele Zuna-Kratky (seit 05.09.2014)
Vom Betriebsrat delegiert*
Friedrich Hagl
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats
Ing. Andreas Ecker (seit 30.01.2014)
Paul Kovanda (bis 30.01.2014)
Christian Schaller (seit 30.01.2014)
Franz Schuh
Ing. Mag. (FH) Wolfgang Springer (bis 30.01.2014)
* Vom Betriebsrat gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz
in den Aufsichtsrat delegierte Mitglieder.
A. An unsere Kunden und Partner
60
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Vorstand
Ing. Wolfgang Hesoun
Vorsitzender des Vorstands
Dkfm. Reinhard Pinzer
Finanzvorstand
Bezüge der Organe
Geschäftsjahr
TEUR
Vorjahr TEUR
2.060
1.974
145
145
Vorstandsmitglieder
Aufsichtsräte
Die Gesellschaft steht mit der Siemens Aktiengesellschaft,
Berlin und München, und deren ­verbundenen Unternehmen
in ­einem Konzernverhältnis. Die Gesellschaft gehört dem
Voll­
konsoli­
dierungskreis der Siemens Aktiengesellschaft,
Berlin und München, an, die den Konzernabschluss für den
größten und kleinsten Kreis der Unternehmen erstellt. Be­
dingt durch die Einbeziehung der Siemens Aktiengesell­
schaft Österreich in den Konzernabschluss der Siemens Akti­
engesellschaft, Berlin und München, entfällt die Verpflich­
tung zur Aufstellung eines separaten Konzernabschlusses.
Der Konzernabschluss der Siemens Aktiengesellschaft, Berlin
und München, wird beim Firmenbuch des Handelsgerichts
Wien unter der Nummer 60562 m hinterlegt.
Wien, am 17. November 2014
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
Der Vorstand
Ing. Wolfgang Hesoun
Vorsitzender des Vorstands
Dkfm. Reinhard Pinzer
Finanzvorstand
61
C.4 Entwicklung des Anlagevermögens
Werte in TEUR
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand
01.10.2013
Anlagepositionen
Umbuchungen
Überträge
Zugänge
Abgänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Vorteile sowie
daraus abgeleitete Lizenzen
157.672
–
339
–
2. Firmenwert
356.640
–
–
–
514.312
–
339
–
22.528
–
–
6.000
273.117
566
1.063
23.762
2. Technische Anlagen und Maschinen
229.075
4.466
4.285
2.177
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
193.991
960
17.556
16.316
17.960
–
1.126
4.443
4.969
–4.675
5.573
–
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich
der Bauten auf fremdem Grund
a) Grundwert
b) Gebäudewert
4. Vermietete Erzeugnisse
5. Anlagen in Bau
6. Anzahlungen
1.494
–1.317
607
–
743.134
–
30.210
52.698
2.529.792
–
159.185
105.671
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Beteiligungen
3. Wertpapiere des Anlagevermögens
4. Sonstige Ausleihungen
4.063
–
7.128
–
133.961
–
3.769
–
190
–
2.668.006
–
170.0822
–
105.7452
3.925.452
0
200.631
158.443
1 Darin TEUR 581 für den treuhändisch gehaltenen Anteil an der Aspern Smart City Research GmbH & Co KG, Wien
2 Hinsichtlich der Auswirkungen iZm der Verschmelzung der ComBuild Kommunikations & Gebäudetechnologie GmbH, Wien, siehe Anhang Punkt »Allgemeines«
A. An unsere Kunden und Partner
62
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
74
Buchwerte
Stand
30.09.2014
Abschreibungen
kumuliert
158.011
149.536
356.640
113.583
514.651
263.119
16.528
Stand
30.09.2014
Stand
30.09.2013
Abschreibungen
im GJ
Zuschreibung
im GJ
8.475
24.043
15.907
–
243.057
278.372
35.316
–
251.532
302.415
51.223
–
1.306
15.222
21.137
–
–
250.984
114.331
136.653
147.290
8.527
–
235.649
164.241
71.408
80.184
17.346
–
196.191
166.383
29.808
33.903
22.013
–
14.643
10.918
3.725
7.506
1.388
–
5.867
–
5.867
4.969
–
–
784
–
784
1.494
–
–
720.646
457.179
263.467
296.483
49.274
–
2.583.306
1.521.854
1.061.452
1.276.446
229.940
1.147
11.191
4.183
7.008
2.236
2.375
17
137.730
2.762
134.968
131.199
–
–
116
–
1
116
190
–
–
2.732.343
1.528.7992
1.203.544
1.410.071
232.315
1.164
3.967.640
2.249.097
1.718.543
2.008.969
332.812
1.164
(Anlage 1)
63
C.5 Beteiligungenspiegel
Beteiligungsgesellschaft, Sitz
Aspern Smart City Research GmbH & Co KG, Wien
(Negatives)
Eigenkapital
TEUR
Beteiligungsausmaß
%
Ergebnis
TEUR
letzter
Jahresabschluss
zum
3.567
44,10
–443
31.12.2013
23
44,10
–12
31.12.2013
1.568
50,00
–2.311
31.12.2013
37
50,00
4
31.12.2013
169
69,10
141
30.09.2013
3.915
99,00
–3.382
30.09.2013
57.081
100,00
9.719
30.09.2013
8.875
25,00
3.324
31.12.2012
–83
100,00
1
31.12.2013
Siemens d.d., Zagreb
24.509
98,24
9.192
30.09.2013
Siemens d.o.o. Beograd, Belgrad
21.571
100,00
1.949
30.09.2013
244
100,00
5
31.12.2013
Siemens d.o.o. Sarajevo, Sarajevo
7.131
100,00
27
30.09.2013
Siemens d.o.o., Banja Luka
4.193
100,00
26
30.09.2013
Siemens d.o.o., Ljubljana
6.774
100,00
1.484
30.09.2013
Siemens EOOD, Sofia
15.101
100,00
4.518
31.12.2013
Siemens Liegenschaftsverwaltung GmbH, Wien
37.662
99,89
–911
30.09.2013
Siemens Personaldienstleistungen GmbH, Wien
8.173
100,00
1.935
30.09.2013
Siemens S.R.L., Bukarest
7.558
98,73
2.676
30.09.2013
Siemens s.r.o., Bratislava
31.996
100,00
9.476
30.09.2013
Siemens Transformer (Guangzhou) Co. Ltd., Guangzhou
52.497
63,00
2.064
31.12.2013
2.338
100,00
899
31.12.2013
337.163
99,99
72.820
30.09.2013
22.789
100,00
6.220
30.09.2013
114.374
100,00
55.335
30.09.2013
SIMEA SIBIU S.R.L., Sibiu
3.665
99,93
975
30.09.2013
Steiermärkische Medizinarchiv GesmbH, Graz
1.259
52,00
438
30.09.2013
VA TECH T & D Co. Ltd., Riad
2.205
51,00
269
30.09.2013
VVK Versicherungs-Vermittlungs- und Verkehrs-Kontor GmbH, Wien
2.897
100,00
197
30.09.2013
Aspern Smart City Research GmbH, Wien
E-Mobility Provider Austria GmbH & Co KG, Wien
E-Mobility Provider Austria GmbH, Wien
ITH icoserve technology for healthcare GmbH, Innsbruck
KDAG Beteiligungen GmbH, Wien
Landis & Staefa (Österreich) GmbH, Wien
Oil and Gas ProServ LLC, Baku
Siemens (Austria) Proiect Spital Coltea S.R.L., Bukarest
Siemens d.o.o. Podgorica, Podgorica
Siemens Ukraine, Kiew
Siemens VAI Metals Technologies GmbH, Linz
1
Siemens Zrt., Budapest
Siemens, s.r.o., Prag
1 Im Rahmen einer Abspaltung zur Neugründung (Spaltungsstichtag 30.04.2014) wird der überwiegende Teil des Geschäftsbereichs »Metals Technology« der Siemens VAI Metals Technologies
GmbH, Linz, abgespalten und in eine neu zu gründende Gesellschaft (Vorgesellschaft) übertragen. Die Eintragung der Abspaltung beim zuständigen Firmenbuchgericht und damit die
Wirksamkeit der Abspaltung erfolgt erst nach dem 30.09.2014 und ist bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses zum 30.09.2014 der Siemens Aktiengesellschaft Österreich
noch nicht erfolgt. Bedingt durch diesen Umstand setzt sich der zum 30.09.2014 ausgewiesene Beteiligungsansatz an der Siemens VAI Metals Technologies GmbH, Linz, sowohl aus
Anteilen an der Siemens VAI Metals Technologies GmbH, Linz, als auch aus Anteilen an der Vorgesellschaft zusammen.
(Anlage 2)
A. An unsere Kunden und Partner
64
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
C.6 Forderungenspiegel
Werte in TEUR
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Bilanzwert
30.09.2014
Restlaufzeit
mehr als
ein Jahr
Pauschalwertberichtigungen
Bilanzwert
30.09.2013
Restlaufzeit
mehr als
ein Jahr
Pauschalwertberichtigungen
188.922
10.159
526
211.875
7.812
1.174
188.996
–
–
174.349
–
–
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
– Geleistete Anzahlungen
– Lieferungen und Leistungen
113.374
–
–
28.545
–
–
– Finanzforderungen
104.647
–
–
347.306
–
–
– Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
6.314
–
–
650
–
–
413.331
–
–
550.850
–
–
–
–
–
–
–
–
3. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
– Geleistete Anzahlungen
– Lieferungen und Leistungen
– Finanzforderungen
– Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
Forderungen
357
–
1
172
–
1
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
357
–
1
172
–
1
83.408
7.919
–
102.689
4.139
–
686.018
18.078
527
865.586
11.951
1.175
Sowohl zum 30.09.2014 als auch zum 30.09.2013 waren keine Forderungen wechselmäßig verbrieft
(Anlage 3)
65
C.7 Entwicklung der unversteuerten Rücklagen
Stand
01.10.2013
Werte in TEUR
Umbuchungen
Zuweisungen
Abgang
Auflösungen
Stand
30.09.2014
Bewertungsreserve auf Grund von
Sonderabschreibungen
a) Sonderabschreibungen
gem. §§ 8 und 122 EStG 1972
924
–
–
–
707
217
924
–
–
–
707
217
13.237
–
–
1.064
193
11.980
Unbebaute Grundstücke
949
–
–
522
–
427
Technische Anlagen und Maschinen
144
–
–
1
114
29
5
–
–
–
–
5
14.335
–
–
1.587
307
12.441
15.259
–
–
1.587
1.014
12.658
Bauten
b) Übertragene stille Reserven gem. § 12 (1) EStG
Bebaute Grundstücke
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Unversteuerte Rücklagen
(Anlage 4)
A. An unsere Kunden und Partner
66
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
C.8 Verbindlichkeitenspiegel
Restlaufzeit
Bilanzwert
30.09.2014
Werte in TEUR
bis zu
einem Jahr
Restlaufzeit
ein bis
fünf Jahre
Bilanzwert
30.09.2013
bis zu
einem Jahr
ein bis
fünf Jahre
14
14
–
28
28
–
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
202.636
202.636
–
200.901
200.901
–
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
122.290
122.290
–
156.050
156.046
4
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
343.245
343.245
–
436.679
436.679
–
– Lieferungen und Leistungen
8.932
8.733
199
4.244
3.970
274
– Sonstige Verbindlichkeiten
(davon aus Steuerumlagen)
62.937
52.052
59.776
52.052
3.161
–
151.547
100.524
148.489
100.524
3.058
–
415.114
411.754
3.360
592.470
589.138
3.332
521
521
–
–
–
–
1.676
1.669
7
1.553
1.553
–
– Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
– Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
– Lieferungen und Leistungen
–
–
–
–
–
–
2.197
2.190
7
1.553
1.553
–
6. Sonstige Verbindlichkeiten
205.427
160.494
44.933
197.123
162.780
34.343
Verbindlichkeiten
947.678
899.378
48.300
1.148.125
1.110.446
37.679
– Sonstige Verbindlichkeiten
Sowohl zum 30.09.2014 als auch zum 30.09.2013 waren keine Verbindlichkeiten dinglich gesichert,
weiters gab es keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
(Anlage 5)
67
C.9 Bestätigungsvermerk*
Bericht zum Jahresabschluss
Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der Siemens
Aktiengesellschaft Österreich, Wien, für das ­Geschäftsjahr
vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014 unter Ein­
beziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahres­abschluss
umfasst die Bilanz zum 30. September 2014, die Gewinn- und
Verlustrechnung für das am 30. September 2014 endende
Geschäftsjahr sowie den Anhang.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buch­
führung sowie für die Aufstellung eines Jahres­abschlusses
ver­antwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermö­
gens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Überein­
stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtli­
chen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhal­
tet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines in­
ternen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des
Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst ge­
treuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesent­
lichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsich­
tigten oder unbeabsichtigten F
­ ehlern; die Auswahl und An­
wendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmetho­
den; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichti­
gung der gegebenen Rahmen­bedingungen angemessen er­
scheinen.
Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von
Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung
Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prü­
fungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage
unserer P
­ rüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beach­
tung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften
und Grundsätze ordnungs­gemäßer Abschlussprüfung durch­
geführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesre­
geln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen,
dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber
bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen
Fehldarstellungen ist.
lung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines
möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Er­
tragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Be­
rücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prü­
fungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prü­
fungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen
der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die
Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzie­
rungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzli­
chen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen
sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresab­
schlusses.
Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeigne­
te Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere ­Prüfung
eine ­hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil
darstellt.
Prüfungsurteil
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf
Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
­entspricht der J­ ahresabschluss nach unserer Beurteilung den
gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst ge­
treues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft
zum 30. September 2014 sowie der Ertragslage der Gesell­
schaft für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2013 bis zum
30. September 2014 in Übereinstimmung mit den österreichi­
schen Grundsätzen ordnungsmäßiger ­Buchführung.
Aussagen zum Lagebericht
Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften
darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang
steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine
falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken.
Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu
enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in
­Einklang steht.
Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang
mit dem Jahresabschluss.
Wien, am 17. November 2014
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungs­
handlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hin­
sichtlich der B
­ eträge und sonstigen Angaben im Jahresab­
schluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im
pflicht­
gemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Be­
rücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftre­
tens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von be­
absichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornah­
me dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschluss­
prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstel­
A. An unsere Kunden und Partner
68
B. Lagebericht
Ernst & Young
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.
Mag. Helmut Maukner eh
Mag. Marainer Jeschke eh
WirtschaftsprüferWirtschaftsprüfer
* Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses in einer von der
bestätigten (ungekürzten deutschsprachigen) F
­ assung abweichenden Form (zB
verkürzte Fassung oder Übersetzung) darf ohne unsere Genehmigung weder der
Bestätigungs­vermerk zitiert noch auf unsere Prüfung ­verwiesen werden.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
69
70
Appendix
72
D.1
Abkürzungsverzeichnis
76
D.2
Disclaimer
Kontakt
D.
D. Appendix
D.1 Abkürzungsverzeichnis
123
©
Copyright (Urheberrecht)
€
Währungssymbol für den Euro – Währung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
§Paragrafenzeichen
%Prozentzeichen
3Ddreidimensional
4Dvierdimensional
A
Abs.Absatz
abz.abzüglich
AktGAktiengesetz
ArbVG
Arbeitsverfassungsgesetz
ASCR
Forschungsgesellschaft »Aspern Smart City Research«
AVÖ
Aktuarvereinigung Österreichs
B
BGF
Betriebliche Gesundheitsförderung
BIPBruttoinlandsprodukt
C
C-ITS
Cooperative Intelligent Transportation System (kooperative intelligente Transportsysteme)
CEE
Central and Eastern Europe (Zentral- und (Süd-)Osteuropa)
CMT
Communications, Media and Technology
Co/Co.Compagnie
CO2
Kohlenstoffdioxid (Kurzform: Kohlendioxid)
ComBuild GmbH ComBuild Kommunikations & Gebäudetechnologie GmbH
COSO
Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission
CT
Computertomograph
CT DC EU
Corporate Technology Development Center EU
CT TIM
Corporate Technology – Technology & Innovation Management
D
DC
Direct Current (Gleichstrom)
DCM
DC MASTER (die neue Generation der DC-Stromrichter von Siemens)
E
EBWE
Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
EEF
Europäischer Entwicklungsfonds
EFQM
European Foundation for Quality Management
EIB
Europäische Investitionsbank
EMV
Elektromagnetische Verträglichkeit
EOQ
European Organization for Quality
A. An unsere Kunden und Partner
72
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
ERMEnterprise-Risk-Management
EStGEinkommensteuergesetz
ETCS
European Train Control System (Europäisches Zugsicherungssystem)
EU
Europäische Union
EUR
Euro (Währung der Europäischen Währungsunion)
EZB
Europäische Zentralbank
F
F&E
Forschung und Entwicklung
F4F
Fit for the Future (gezieltes Trainingsangebote zur Gesundheitsförderung und Resilienz)
FFG
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft
FH
Fachhochschule
FNFirmenbuchnummer
G
gg. Vj.
gegenüber Vorjahr
GHzGigahertz
GIS
Gasisolierte Schaltanlagen
GJGeschäftsjahr
GuD
Gas und Dampf
H
HGÜHochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
HINT
Heuristic Intelligence
I
I
Sektor Industry
I DT
Drive Technologies
I DT LD
Drive Technologies – Large Drives
I IA
Industry Automation
IA-SC
Industry Automation – Business Unit Sensors and Communication
IC
Sektor Infrastructure & Cities
IC BT
Building Technologies
IC LMV
Low and Medium Voltage
IC SG
Smart Grid
ICT
Information and Communications Technology (Informations- und Kommunikationstechnologie)
IDS
Integrated Drive Systems
ifo
ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
inkl.inklusive
IPMA
International Project Management Association
ISO
Internationale Organisation für Normung (International Organization for Standardization)
ITInformationstechnologie
iZm
im Zusammenhang mit
73
K
KLIEN
Klima- und Energiefonds
KStGKörperschaftsteuergesetz
kurzfr.kurzfristig
kVKilovolt
L
LED
Light-Emitting Diode (Leuchtdiode)
LKWLastkraftwagen
LV
Low Voltage (Niederspannung)
M
MHzMegahertz
Mio.Million/Millionen
MRMagnetresonanz
Mrd.Milliarde/Milliarden
MRT
Magnetresonanztomograph
MT
Metals Technologies
MT EA
Metals Technologies – Electrical Automation
MVAMegavoltampere
MWMegawatt
N
NewCo
New Company
O
OP
Operationssaal
ÖkRÖkonomierat
ÖQS
Quality Austria – Trainings, Zertifizierungs und Begutachtungs GmbH
P
PACS
Picture Archiving and Communication System (Bildarchivierungssystem)
pass.passivisch
PCS
Process Control System (Prozessleitsystem)
PG
Power & Gas
PLMProduct-Lifecycle-Management
PMA
Projekt Management Austria
PMI
Project Management Institute
R
R&D
Research and Development (Forschung und Entwicklung – F&E)
RapRechnungsabgrenzungsposten
RIC
Risk and Internal Control
RTC
Research and Technology Center
A. An unsere Kunden und Partner
74
B. Lagebericht
C. Jahresabschluss
D. Appendix
S
SCADA
Supervisory Control and Data Acquisition (Überwachung und Steuerung technischer Prozesse)
SCC
Safety Certificate Contractors
SCM
Supply Chain Management
SIMEA
Siemens Industrial Manufacturing, Engineering and Applications
SPS
Siemens Production System
STA KG
Siemens Transformers Austria GmbH & Co KG
STS KG
Siemens Transportation Systems GmbH & Co KG
T
TBS
Total Building Solutions
TEUR
Tausend Euro
TFTechnologiefelder
TIA
Totally Integrated Automation
TIM
Technology & Innovation Management
TU
Technische Universität
U
UGBUnternehmensgesetzbuch
ULF
Ultra Low Floor (Niederflur-Straßenbahnfahrzeug)
US
United States (Vereinigte Staaten)
US$US-Dollar
USA
United States of America (Vereinigte Staaten von Amerika)
USV
Unterbrechungsfreie Stromversorgung
V
VE
Verbindliche Elemente (Mandatory Elements)
W
WIFO
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Z
ZZiffer
zB
zum Beispiel
zzgl.zuzüglich
75
D.2 Disclaimer
Dieser Bericht enthält Aussagen, die sich auf unseren künfti­
gen Geschäftsverlauf und künftige finanzielle Leistungen so­
wie auf künftige Siemens betreffende Vorgänge oder Ent­
wicklungen beziehen und zukunftsgerichtete Aussagen dar­
stellen können. Diese Aussagen sind erkennbar an Formulie­
rungen wie »erwarten«, »wollen«, »antizipieren«, »beabsich­
tigen«, »planen«, »glauben«, »anstreben«, »einschätzen«,
»werden« und »vorhersagen« oder an ähnlichen Begriffen.
Wir werden gegebenenfalls auch in anderen Berichten, in
Präsentationen, in Unterlagen, die an Kunden und Partner
verschickt werden, und in Pressemitteilungen zukunftsge­
richtete Aussagen tätigen. Des Weiteren können von Zeit zu
Zeit unsere Vertreter zukunftsgerichtete Aussagen mündlich
machen. Solche Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen
Erwartungen und bestimmten Annahmen des Siemens-Ma­
nagements, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbe­
reichs von Siemens liegen. Sie unterliegen daher einer Viel­
zahl von Risiken, Ungewissheiten und Faktoren, die in Veröf­
fentlichungen – insbesondere im Abschnitt »B.3.5 Chancenund Risiko-Management« dieses gemäß UGB erstellten Ge­
schäftsberichts – beschrieben werden, sich aber nicht auf
solche beschränken. Sollten sich eines oder mehrere dieser
Risiken oder Ungewissheiten realisieren oder sollte es sich
erweisen, dass die zugrunde liegenden Erwartungen nicht
A. An unsere Kunden und Partner
76
B. Lagebericht
eintreten beziehungsweise Annahmen nicht korrekt waren,
können die tatsächlichen Ergebnisse, Leistungen und Erfolge
von Siemens (sowohl negativ als auch positiv) wesentlich von
denjenigen Ergebnissen abweichen, die ausdrücklich oder
implizit in der zukunftsgerichteten Aussage genannt worden
sind. Siemens übernimmt keine Verpflichtung und beabsich­
tigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktu­
alisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwick­
lung zu korrigieren.
Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne
Zahlen in diesem Bericht und anderen Dokumenten nicht ge­
nau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte
Prozent­angaben nicht genau die absoluten Werte widerspie­
geln, auf die sie sich beziehen.
Dieser Bericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor,
bei Abweichungen geht die deutsche maßgebliche Fassung
des Berichts der englischen Übersetzung vor.
Aus technischen Gründen kann es zu Abweichungen zwi­
schen den in diesem Bericht enthaltenen und den aufgrund
gesetzlicher Vorgaben veröffentlichten Rechnungslegungs­
unterlagen kommen.
C. Jahresabschluss
D. Appendix
Kontakt
Informationen zum Inhalt
Anschrift Siemens Aktiengesellschaft Österreich
Siemensstraße 90
1210 Wien
Österreich
Weitere Standorte finden Sie unter
www.siemens.at/standorte
Telefon +43 (0)51707-20222 (Media Relations)
[email protected]
Internet www.siemens.at/presse
Geschäftsbericht – Bestellungen extern
Internet www.siemens.at/gborder
Geschäftsbericht – Bestellungen intern
»SPNAeasy SelfService«
Intranet spna.intranet.siemens.at
Deutsch Artikel-Nr. 5800180101
Englisch Artikel-Nr. 5800180102
Bitte bestellen Sie ausschließlich mit postalischer
Versandanschrift und kompletter Org-ID.
Dieser Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor.
Ferner stehen ab Ende Jänner 2015 die deutsche und die
englische Fassung im Internet unter www.siemens.at/presse
zum Download bereit.
Konzeption, Koordination und Umsetzung
Projektleitung
Christian Holler-Berger
Creativedirection Mag. Martina Mikulka
ArtdirectionPRIMART
Agentur für Grafik- und Webdesign
Mag. Christina Lehner
Produktion
Jutta Duschet
Satz und Litho
City Post ZeitschriftenverlagsgmbH
Lektorat
LanguageLink Sprachdienste GmbH
Druck
Offset 5020 Druckerei & Verlag Ges.m.b.H.
Rechtshinweis
Die in diesem Dokument wiedergegebenen Bezeichnungen
können Marken sein, deren Benutzung durch Dritte für
deren Zwecke die Rechte der Inhaber verletzen kann.
Fotonachweis
Das Copyright der Abbildungen liegt bei der
Siemens Aktiengesellschaft Österreich.
Wir bedanken uns bei:
Thinkstock by Getty Images – Kollektion: iStock/
Digital Layer: PRIMART (Titelbild)
Rita Newman (Seite 5)
Siemens AG, München/Berlin (Seite 9)
Vorbehaltlich Satz- und Druckfehler
© 2014 Siemens Aktiengesellschaft Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Gedruckt in Österreich
www.siemens.at

Documentos relacionados