Die gejagten Jäger II - Ulisses

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Die gejagten Jäger II - Ulisses
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Mitarbeiter
Besonderen Dank an
Autoren: Justin Achilli, Jason Andrew, Joshua Alan
Doetsch, Martin Henley, Ryan Macklin, Matthew
McFarland, Matthew Sanderson, Ree Soesbee, Eddy
Webb und Stew Wilson
Justin „Gin und Jägermeister“ Achilli, weil er’s
feuchtfröhlich mag.
Rich „Eissturm“ Thomas, weil er rund sechs Monate ohne Strom eingeschneit war.
Konzept: Justin Achilli und Eddy Webb (Kapitel
sechs)
John „Lügen, verdammte Lügen und neue Fähigkeiten“ Chambers, weil er bei der Endkorrektur
Prä-Korrektur-Überreste fand.
Deutsch von: Oliver Hoffmann, Marina Weisband,
Sarah Pister und Marcus Rosenfeld
Mike „Dr. Google“ Chaney für das Teilen seiner Geheimnisse.
Lektorat: Oliver Hoffmann
Matthew „gemessenen Schrittes“ Sanderson für
Amok in der Innenstadt bei Atlanta by Night.
Creative Director: Rich Thomas
Alessandro „ Pionier“ Kellis, der furchtlos als Erster
in die Bresche sprang.
Art Direction & Design: Mike Chaney
Umschlagillustration: Michael Gaydos
Ryan „Hans Dampf in allen Gassen“ Merritt, der nebenher als Art Director einsprang, während er gleichzeitig neue Publikationen entwickelte, Leierkasten spielte
und mit brennenden Kettensägen jonglierte.
Die Teilnehmer unseres Panels zu „Anarchs
Unbound“ bei Atlanta by Night für das beste
Welt-der-Dunkelheit-Panel seit Menschengedenken.
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Innenillustrationen: Michael Gaydos, Steven Stahlberg, Andrew Hepworth, Cathy Wilkins, James Denton, Aaron Acevedo, Marco Mazzoni, John Bridges,
Josh Timbrook, Avery Butterworth, Janet Aulisio,
Tomek Tworek, Tyler Windham
© 2015 CCP. Alle Rechte vorbehalten. © der deutschen Übersetzung: Feder&Schwert GmbH. Nachdruck
ohne schriftliche Genehmigung des Verlags außer zu Rezensionszwecken ist ausdrücklich untersagt. Die Charakterbögen dürfen zum persönlichen Gebrauch kopiert werden. White Wolf, Vampire, World of Darkness, Vampire
the Masquerade und Mage the Ascension sind eingetragene Warenzeichen von CCP hf. Alle Rechte vorbehalten.
Vampire the Requiem, Werewolf the Apocalypse, Werewolf the Forsaken, Mage the Awakening, Promethean
the Created, Changeling the Lost, Hunter the Vigil, Geist the Sin-Eaters, Storyteller System und Storytelling
System sind Warenzeichen von CCP hf.
Alle Rechte vorbehalten. Alle Charaktere, Namen und Orte in diesem Buch sind © CCP hf.
CCP North America Inc. ist eine Volltochter von CCP hf.
Dieses Buch bedient sich für Hintergründe, Charaktere und Themen in der Welt des Übernatürlichen.
Alle mystischen und übernatürlichen Elemente sind frei erfunden und dienen nur zu Unterhaltungszwecken.
Dieses Buch richtet sich an Erwachsene. Dem Leser sei kritischer Abstand angeraten.
Ulisses Spiele GmbH
Industriestr. 11, 65529 Waldems
Ulisses online: http://www.ulisses-spiele.de
Gedruckt in der EU
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Genau darauf kommt es an
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Einleitung11
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Kapitel zwei: Charaktererschaffung und Eigenschaften
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Kapitel drei: Werkzeuge und Taktiken
47
Kapitel vier: Numina 69
Kapitel fünf: Erzählen 87
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Kapitel eins: Allein in der Nacht
Kapitel sechs: Organisationen und Ressourcen
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Anhang: Beispielcharaktere
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Genau darauf
kommt es an
Der eigentliche Plan für mein Erstlingswerk war eine
moderne Hommage an Joyces „Dubliner“, in der ich diese unsere Stadt als moderne Kulisse benutzte: eine Erkundung des modernen Lebens in der Metropole, allerdings
vielleicht mit einem düsteren Einschlag. Immerhin glaube ich, dass die Welt seit der Zeit von Joyce ein dunklerer
Ort geworden ist.
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Ich brauchte lange, um mich endlich hinzusetzen und
diesen Brief zu schreiben. Ich musste mir nicht sehr genau überlegen, was ich sagen will; diesen Brief zu schreiben bedeutet in gewissem Sinne vielmehr, dass ich zu der
Einsicht gelangt bin, ich könnte versagen. Ich bete, dass
das nicht der Fall sein wird und diese Nachricht keine
Augen als die meinen je sehen werden.
Ehrgeiz hatte, in literarische Kreise vorzustoßen, kündigte
ich und kam hierher, um eine Karriere als Autor anzustreben.
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Jeder hat eine Belastungsgrenze. Vergessen Sie das nie.
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Ich spare mir eine Vorstellung, weil meine Identität
angesichts der größeren Ereignisse unbedeutend ist. Was
ich gefunden habe zählt. Im Übrigen glaube ich nicht, dass
wir uns formell vorgestellt haben, als wir uns trafen, sodass Sie sich vermutlich nicht allzu gut an mich erinnern
werden. Ich hoffe nur, dass Sie nach allem, was ich zu
sagen habe, alle Berichte, die Fotos, die Videos und all die
anderen Beweise ansehen werden, die ich für Sie auf dem
beiliegenden USB-Stick gesammelt habe.
Um alles einzuordnen, werde ich chronologisch von
den Ereignissen berichten, die zu meiner Entdeckung
führten. Denn wenn ich mit der Erkenntnis selbst begänne, würde das vermutlich dazu führen, dass dieser Brief
ungelesen im Papierkorb landet. Ehrlich gesagt, plagt
mich der leise Verdacht, dass das ohnehin der Fall sein
wird, sogar wenn Sie zum Kern der Angelegenheit vordringen. Doch ich muss es auf die Weise versuchen, die
mir am erfolgversprechendsten erscheint.
Wäre die Sache nicht so ernst, hätte ich hier so etwas
geschrieben wie: „Einen Versuch ist es wert, es kommt ja
nicht darauf an“. Doch so, wie die Dinge stehen, schreibe
ich: „Genau darauf kommt es an“.
Ich war vor ein paar Jahren zum ersten Mal hier in der
Stadt. Ich hatte im Norden für eine in den gesamten USA
erscheinende Zeitung gearbeitet. Es lief nicht schlecht,
wenn ich das sagen darf, aber auch nicht gut genug für
breitere Anerkennung. Da ich schon seit längerem den
Ich fing an, nach interessanten Orten in der Stadt
und historischen Ereignissen zu suchen, die als Inspiration für meine Geschichten dienen konnten. Je tiefer ich
grub, desto häufiger stieß ich auf die jüngsten Ereignisse,
die die Vergangenheit überschatteten. Sie erinnern sich
vielleicht an einige davon aus der Tageszeitung. Ich für
meinen Teil erinnerte mich sofort an die Schlagzeilen, als
ich die Archive durchwühlte. Also, wenn Sie wie ich die
Medien halbwegs verfolgen, würden Sie einige davon sicherlich ebenfalls wiedererkennen.
Im Frühling letzten Jahres etwa barg die Polizei eine
Leiche am Ufer, und die Schlagzeile „Abschaum aus den
Slums“ prangte am nächsten Tag auf der ersten Seite.
(Nicht schwer zu erraten, welches Blatt diese einfühlsame, respektvolle Reportage druckte). Eine mutmaßliche
Banden-Auseinandersetzung; der Leichnam war knapp
außerhalb der Vorstadt angespült und eines Morgens
von einem Jungen beim Angeln gefunden worden. Was
die Berichte allerdings verschwiegen, war der Zustand, in
dem der Knabe die Leiche fand. Die Kehle war aufgerissen, wie von einem Geistesgestörten zerfetzt.
Bei unserem Kaffeetrinken sagten Sie, wie lange Sie in
der Stadt bleiben würden, aber ich erinnere mich nicht.
Ich weiß auch nicht mehr, ob ich gefragt habe, ob Sie je
unten auf der Südseite waren, ein paar Blocks vom Park
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DIE GEJAGTEN JÄGER II
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verstörenden Art der Todesfälle, sagte die Polizei, würde
das die Menschen nur verängstigen.
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entfernt, wo zumindest bis zum letzten Jahr eine der beliebteren, wenn auch kleineren Bars mit Live-Musik war.
Das Jakes war in einer Nebengasse der Hauptstraße, an
deren Namen ich mich gerade nicht erinnere. In der Zeitung stand, das Jakes habe zugemacht, nachdem der Besitzer letzten Herbst bei einer Schlägerei auf dem Gelände
gestorben war. Es war ein recht ausführlicher Artikel, der
das Leben und die Errungenschaften des Mannes über
zwei Seiten vorn in der Zeitung ausbreitete. Ein schöner,
künstlerisch wertvoller Beitrag, der würdigen Abschied
von dem Laden nahm.
Nun, ich habe bei der betreffenden Zeitung aus meiner Zeit oben im Norden einige Freunde. Sie sind Teil
desselben Verbunds, für den ich auch gearbeitet habe,
sodass wir einander manchmal über den Weg laufen.
Einem dieser Freunde gegenüber erwähnte ich mal beiläufig, wie gut ich den Artikel fand. Er wurde sofort ganz
leise und sagte mir inoffiziell, der erste Entwurf des Artikels sei wegen der verstörenden Details, die er ursprünglich enthalten habe, nie erschienen. Als ich fragte, was
er meinte, sagte er: „Das war keine Kneipenschlägerei.
Das war ein Blutbad.“
Nach einigem weiteren Graben entdeckte ich, dass er
Recht hatte. Sieben Menschen, einschließlich des Eigentümers der Bar, Jake, starben dort in dieser Nacht. Der
Polizist, der den Ort auf einen anonymen Tipp hin als
Erster erreichte, sagte, es habe ausgesehen, als ob ein wildes Tier sie in Stücke gerissen hätte. Die Polizei machte
sofort einen Deal mit den Medien, um der Öffentlichkeit
weitere brutale Einzelheiten zu ersparen. Angesichts der
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Ich könnte noch mehr Anekdoten aufzählen, aber es
gibt keine Notwendigkeit, auf den Gräueln herumzukauen. Ich muss gestehen, ich dachte zunächst, es sei eine
seltsame Mordserie, und für eine Weile erwog ich sogar,
meine Kurzgeschichten auf diesen makaberen Fällen aufzubauen. Das änderte sich bald.
Meine eigene Verwicklung in die Begebenheiten vor
unserer Haustür begann einige Tage vor Weihnachten
letzten Jahres. Eine weitere Schlagzeile, an die Sie sich vermutlich erinnern: „WEIHNACHTSCHAOS!“ Niemand
kannte den genauen Grund für die Aufstände, die in der
ganzen Stadt in diesen kalten Dezembernächten ausbrachen. Die Medien spekulierten, sie seien aus den ökonomischen Problemen der Menschen erwachsen, gemischt
mit der fast obligatorischen Konsumwut der Feiertage.
Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen. Bei Gott, ich
wünschte, ich hätte es nicht.
Ich war in jener Nacht auf dem Rückweg von einer Party. Ich hatte genug getrunken, um nicht mehr fahren zu
können, aber noch nicht genug, um meine Einschätzung
sinnvollen Handelns außer Kraft zu setzen, sodass ich für
den Großteil des Weges quer durch die Stadt die U-Bahn
nahm. Ich verließ gerade die Station … ich erinnere mich
noch ganz genau an den Augenblick, als sähe ich ihn gerade vor mir. Der kalte Wind, der Schneeregen, das Heulen
und Schreien überall und das wilde Geräusch rennender
Füße auf den Straßen um mich herum, und dann kamen
sie um die Ecke …
GENAU DARAUF KOMMT ES AN

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