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erinnerungsfoto.de - Blende, Funktion und Einfluss auf Fotos
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Die Blende
Funktion und Einfluss auf Fotos
Die Erläuterungen sind in erster Linie für Anfänger und Fortgeschrittene gedacht - Profis möchten mir
bitte nachsehen, wenn die Erklärungen zu laienhaft erscheinen.
Grundwissen:
Die Blende ist vergleichbar mit der Iris unseres Auges.
Die Iris kann die Pupille weit öffnen, dass viel Licht einfällt oder die Pupille sehr klein
machen, dass nur wenig Licht einfällt.
Ähnlich verhält sich die Blende Ihrer Kamera. Sie reguliert die einfallende Lichtmenge
durch das Objektiv in die Kamera auf den Sensor (früher den Film).
Die Blende wird in Stufen angegeben und genau das sorgt bei vielen Fotografen (auch
noch bei Profis) für Verwirrung, denn eine kleine Blendenzahl steht für eine große
Blendenöffnung und natürlich auch umgekehrt (große Blendenzahl = kleine
Blendenöffnung).
Warum das so ist so kompliziert und klingt auf den ersten Blick unlogisch? Das lässt sich ganz einfach erklären.
Jedes Objektiv hat eine Brennweite (Zoom-Objektive haben variable Brennweiten) das in Millimetern (mm) angegeben
wird.
Die Blende stellt das Verhältnis zur Brennweite dar und gibt den maximalen Wert als Bruch bzw. Nenner an, wie weit sich
die Blende in mm öffnen kann. Es gilt die also die Formel:
"Brennweite in mm" : "Blendenzahl" = "Öffungsdurchmesser der Blende in mm"
2 Beispiele zum Nachvollziehen bzw. besser Verstehen:
z
z
Ein Objektiv mit 50 mm bei Blende 4 heißt, dass die Iris der Kamera (Blende) nur ein Viertel der 50 mm geöffnet ist, in
dem Fall also exakt 12,5 mm
Ein anderes Objektiv hat 105 mm und ist auf Blende 16 eingestellt. Die Iris der Kamera (Blende) hat nun nur noch ein
Sechzehntel der 105 mm, in dem Beispiel also nur noch 6,56 mm
Grundsätzlich gilt, je größer die Blendenöffnung (bzw. je kleiner die Blendenzahl) einstellbar ist, desto lichtstärker (und
leider auch teurer) ist ein Objektiv. In der Regel sind Objektive mit langer Brennweite und lichtstarker Blende (kleine
Blendenzahl/große Blendenöffnung) auch relativ groß - das sollte jetzt verständlich und nachvollziehbar geworden sein denken Sie dabei einmal an Reporter, die man im Fernsehen mit gigantischen Teleobjektiven bei Sportveranstaltungen
sieht.
Weiterführendes Wissen:
Der Blendendurchmesser vergrößert bzw.verkleinert sich von Blendenstufe zu
Blendenstufe
um
den
Faktor
"Wurzel
aus
2",
wodurch
sich
die
Öffnung/Fläche/Lichtdurchlass der Blende verdoppelt oder halbiert. Die ganzen
Blendenstufen errechnen sich ganz einfach durch Multiplikation des vorangegangenen
Wertes mit 1,41 (1,41 = ca. Wurzel aus 2)
Demnach entstehen international und allgemeingültige Blendenstufen, die in der
Fotografie ein "f/" vorangestellt bekommen (das "f" kommt aus dem Englischen von
"fraction", was Bruchteil übersetzt heißt).
f/2.8 z.B. bedeutet Blende 2,8 und wir wissen aus dem obigen Kapitel dass dies der
Bruchteil der Objektivbrennweite ist, den die Blende öffnen kann. Bie einem Objektiv
mit 70 mm Brennweite wäre die Blenden-Öffnung demnach 25 mm groß.
Im Detail hier die international gültigen Blendenstufen - ohne Zwischenstufen - die
Werte werden gerundet und ab 2-stelliger Blendenzahl ohne Kommastelle geschrieben:
f/1.0 - f/1.4 - f/2.8 - f/4.0 - f/5.6 - f/8.0 f/11 - f/16 - f/22 - f/32 - f/45 - f/64 - usw.
So sollte sich nun auch der scheinbare Widerspruch, dass eine "kleine Blendenzahl eine
kleine Blendenöffnung bedeutet" erklärt haben.
Nur zur Sicherheit noch einmal:
Kleine Blendenzahl = große Blendenöffnung und/oder große Blendenzahl = kleine Blendenöffnung
Übrigens, hin und wieder werden Ihnen sicherlich die Begriffe "Offenblende", "Einstellblende", "Arbeitsblende",
"Abblendtaste", "Abblenden", "Aufblenden" und "Voll abblenden" begegnen. Hinter den Begriffen - vielleicht haben
Sie es schon richtig gedeutet - verbirgt sich:
z
z
z
z
z
z
z
Offenblende: Kleinste Blendenzahl (also größte Blendenöffnung, z.B. f/1.4)
Einstellblende: Ist die gewählte Blende an der Kamera. Im Sucher werden Sie allerdings bei fast allen Kameras keinen
Unterschied feststellen, egal ob Sie eine große oder eine kleine Blende einstellen. Das Sucherbild bleibt immer gleich
hell. Die Kamera bzw. das Objektiv bleibt bei der Offenblende (s. Begriff zuvor), um besser sehen und fokussieren zu
können. Wenn dem nicht so wäre und Sie stellen z.B. Blende 22 (sehr kleine Blendenöffnung) ein, wäre das Sucherbild
sehr dunkel. Sie würden nicht mehr viel sehen und der Autofokus der Kamera hätte Mühe scharf zu stellen bzw. würde
oftmals sogar versagen.
Arbeitsblende: Erst beim Drücken auf den Auslöser (Belichtung) schließt die sich die eingestellte Blende auf den
vorgegebenen Wert - das ist die Arbeitsblende und die Belichtung wird durchgeführt
Abblendtaste: Meist nur an Spiegelreflexkameras zu finden. Durch drücken dieser Taste schließt sich die Blende auf
den eingestellten Wert. Im Prinzip passiert hier das gleiche wie zuvor bei der Arbeitsblende beschrieben, nur dass nicht
ausgelöst und belichtet wird. Sie können nun sehen, welche Teile im Bild scharf sind und welche nicht. Sie sehen also
den Schärfentiefenbereich, der weiter unten sehr ausführlich mit Fotos beschrieben wird.
Abblenden: Irgendwo zwischen größter und kleinster Blendenzahl (z.B. f/5.6 oder f/8)
Aufblenden: Die Blendenöffnung größer einstellen (kleine Blendenzahl wie z.B. f/3,5)
Voll abblenden: Die größte Blendenzahl (kleinste Blendenöffnung) wird vorgewählt (z.B. f/32)
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Die Blendenvorwahl in der Praxis (Programm A bzw. Av oder alternativ "Portrait"):
Soweit sicher alles schön und gut. Doch was bedeutet denn nun, wenn Sie an Ihrer
Kamera eine bestimmte Blende (Programm Av oder A) von Hand vorwählen bzw.
einstellen?
Das dafür zuständige Programm heißt Av oder A bzw. "Zeitautomatik" oder
"Blendenvorwahl", denn Sie geben die Blende vor und die Kamera sucht sich
automatisch die passende Belichtungszeit, um ein korrekt belichtetes Foto zu
bekommen.
Sofern die eingestellte Blende nicht mit der Belichtungszeit harmoniert und das Foto
über- oder unterbelichtet wird, greift die Kamera ein und stellt den ISO-Wert anders ein
- Infos dazu im Kapitel ISO-Wert und Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und
ISO-Wert.
In der Praxis wird A oder Av fälschlicherweise oft und gerne als Blendenautomatik
bezeichnet - dafür steht aber der Begriff Tv, der im Kapitel Belichtungszeit schon
ausgiebig besprochen wurde und an dieser Stelle nicht weiter besprochen wird, um
keine Verwirrung zu stiften.
Die Buchstaben "A" oder "Av" stehen übrigens für "aperture priority" (übersetzt:
Zeitautomatik) und/oder "aperture value" (übersetzt: Blendenwert) aus dem
Englischen.
An Ihrer Kamera gibts kein Programm A oder Av? Kein Problem, lesen Sie einfach
weiter, denn weiter unten finden Sie wahrscheinlich eine andere Option, die sich an das
Programm A oder Av anlehnt.
Zurück zur Praxis: Die Blende beeinflusst maßgeblich und nachhaltig die
Schärfentiefe, also den Bereich, in dem ein fokussiertes Objekt scharf
abgebildet wird. Erstaunlicherweise lehrt uns hier die Physik, dass bei größer
Blendenöffnung (kleine Blendenzahl) der scharf abgebildete Bereich oft nur wenige mm
oder cm hat, während eine kleine Blendenöffnung (große Blendenzahl) das Gegenteil
macht und sehr viel vor und hinter dem fokussierten Objekt scharf abbildet.
Kleine Blendenzahl (hier f/1.4) bringt
wenig Schärfentiefe bzw. unscharfen
Vorder- und Hintergrund. Die Schärfe
liegt fast nur auf dem fokussierten
Motiv und kaum davor und dahinter.
Größere Blendenzahl (hier f/5.6)
bringt mehr Schärfentiefe bzw.
schärferen Vorder- und Hintergrund.
Die Schärfe liegt ein gutes Stück vor
und hinter dem fokussierten Motiv.
Diese physikalische Gegebenheit macht die Blendenvorwahl (Programm A
bzw. Av) zum ultimativen Werkzeug in Sachen Portrait. Sie können das Gesicht
Ihrer/Ihres Liebsten fokussieren und bei großer Blendenöffnung (kleine Blendenzahl,
z.B. f/2.8) wird das Gesicht scharf sein, während sich der Hintergrund in Unschärfe
verliert, was besonders schöne 3D-Effekte schafft.
Die Vollautomatik wird immer versuchen, eine mittlere Blende mit einer mittleren Zeit
kombinieren - mit Programm A bzw. Av greifen Sie hier maßgeblich in das Resultat ein.
Falls Ihre Kamera kein Blendenprogramm A oder Av hat, so besitzt Ihre Kamera
vielleicht ein Programm "Portrait", meist mit einem Gesicht skizziert. Das ist das
sogenannte Portrait-Programm. Im Prinzip macht das Portraitprogramm das gleiche wie
Programm A bzw. Av, es öffnet die Blende, um möglichst viel Unschärfe vor und hinter
dem fokussierten Objekt zu bekommen.
ABER: Portraitprogramme gehen meistens nie auf die tatsächlich größte
Blendenöffnung (kleinste Blendenzahl), sondern blenden in der Regel bis zu 1,5 Stufen
ab - wie sich der Schärfenverlauf mit jeder Blendenstufe (Auf- oder Abblenden)
verändert, sehen Sie auf den Fotos rechts.
Der Erklärung dazu ist ganz einfach: Je größer die Blendenöffnung, desto geringer wird
die Schärfentiefe. Manchmal ist der Schärfentiefenbereich nur millimetergroß. Bewegt
sich nun das Objekt oder der Fotograf nach dem Scharfstellen auch nur minimal vor
oder zurück, verrutscht die Schärfe in die Richtung, in die sich Objekt oder Fotograf
bewegt haben.
Die Käufer einer solchen Kamera suchen logischerweise sofort die Schuld bei der
Kamera und nicht bei sich selbst :-)
Ergo, die Hersteller wollen zufriedene Kunden und somit sind Portraitprogramme so
gestaltet, dass die Blendeneinstellung im Portraitprogramm noch ein wenig "Luft" für
Bewegung schafft.
Tipp für sehr große Blendenöffnungen (z.B. f/1.4 oder f/1.8) im Bereich
Portraitfotografie: Ein Stativ für die Kamera und ein Stuhl für das Model, um nach dem
Fokussieren bis zum Auslösen die Distanz nicht zu verändern.
Sie können übrigens auch wunderbar mit dem Portraitprogramm noch alles andere
außer Portraits fotografieren, wenn Sie Wert darauf legen, das anvisierte Objekt scharf,
den Rest unscharf zu bekommen.
Ein kleiner Wehmutstropfen sei noch genannt, der auch auf physikalischen Grundsätzen
basiert. Jedes Objektiv, egal welcher Hersteller, welchen Blendenbereich es hat und
wenn es noch so teuer war, wird immer im Bereich der größten und kleinsten Blende
ein wenig unscharf sein. Das ist leider so und könnte hier noch seitenweise besprochen
werden, ändert aber nichts an dieser Tatsache.
Ein Objektiv entfaltet seine beste Schärfeleistung erst etwa 1-2 Blendenstufen über der
kleinsten Blendenzahl bzw. die optimale Schärfeleistung endet in etwa 1 Blendenstufe
vor der größten Blendenzahl, wie es Skizze am Ende dieses Kapitels es in etwa zeigt.
Beispiel: Ihr Objektiv hat einen Blendenbereich beginnend bei f/3.5 u endet bei f/22,
dann wird der ideale und beste Schärfebereich in etwa zwischen f/5.0 (kann auch erst
f/5.6 sein) und f/16 liegen.
Nutzen Sie dennoch den Vorteil der leichten Unschärfe bei Portraits mit kleiner
Blendenzahl, um die Fältchen ein wenig verschwinden zu lassen bzw. weich zu
zeichnen :-)
Für alles andere, was wirklich richtig knackig scharf sein soll gilt, unbedingt 1-2
Blendenstufen abblenden!!!
Eine bebilderte Erläuterung finden Sie am Ende dieses Kapitels.
Schauen Sie auch mal bei meiner Kaufberatung Objektiv rein.
Soweit die Praxis, wie sich die Schärfentiefe mit Ändern der Blende verlängert oder
verkürzt.
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Bedauerlicherweise lässt sich dieses Wissen nicht 1:1 von Kamera zu Kamera oder von
Objektiv zu Objektiv übertragen.
Der Schärfentiefenbereich ist abhängig von diversen Faktoren, wie u.a.
Kamerasensorgröße, Brennweite des Objektives, Entfernung des Objektes, das
fotografiert werden soll und eingestellter Blende. Ich verzichte hier bewusst auf
ausführliche wissenschaftliche Berechnungen, um den Spaß an der Fotografie nicht
durch Mathe-Büffeln zu mindern.
Wichtig ist zu wissen: Bei exakt gleich eingestellter Blende, hat ein Objektiv mit
200mm Brennweite einen anderen Schärfentiefenbereich als ein Objektiv mit 50 mm
Brennweite (gilt auch für Zoom-Objektive, bei denen variable Brennweiten eingestellt
werden können).
Auch dürfen Sie davon ausgehen, dass der Schärfentiefenbereich bei immer länger
werdenden Brennweite immer kürzer wird.
Parallel dazu vergrößert sich der Bereich der Schärfentiefe je weiter ein Motiv vom
Objektiv entfernt ist.
Eine exakte Berechnung der Schärfentiefe mit Vorgabe von Kamera, Brennweite,
Motiventfernung und gewählter Blende (nutze ich selbst ab und an als Tool auf meinem
Handy) können Sie mit dem DOF-Calculator durchführen.
Probieren Sie den Calculator einmal aus, um ein Gefühl zu bekommen, wie sich die
Schärfentiefe mit ändern eines Parameters verschiebt.
Abschließend sei noch erwähnt, dass sich mit ändern der Blendenwerte die
Belichtungszeit verändert. Große Blendenöffnung (kleine Blendenzahl) = kurze
Belichtungszeit bzw. umgekehrt kleine Blendenöffnung (große Blendenzahl) = lange
Belichtungszeit.
Was dies für Auswirkungen haben kann lesen Sie im Kapitel Zeit und in Zusammenspiel.
Viel Spaß nun beim Üben und Experimentieren mit der Blendenvorgabe bzw.
Zeitautomatik.
Objektiv-Schärfe bei unterschiedlichen Blenden
Bei Offenblende (z.B. f/1.4) und geschlossener Blende (z.B.
f/32) ist die Schärfe jedes Objektivs nicht optimal. Die
maximale Schärfe wird erreicht, wenn in mittleren
Blendenwerten fotografiert wird (ausgehend vom
niedrigsten Blendenwert plus 1-2 Blendenstufen darüber)
Das Programm Av ist übrigens meine Standard- und Lieblingseinstellung beim Fotografieren, da ich der Kamera vorgeben
möchte, was scharf und was unscharf sein soll.
Die Blende - das Wichtigste zusammengefasst:
z
z
z
z
z
z
z
z
Die Blende reguliert eine Lichtöffnung im Objektives und die Menge an Licht, die durchgelassen wird
Die ganzen Blendenstufen lauten (1/2 und 1/3 Zwischenstufen sind i.d.R. möglich): f/1.0 - f/1.4 - f/2.0 - f/2.8 - f/4.0
- f/5.6 - f/8.0 - f/11 - f/16 - f/22 - f/32 - f/45 - f/64 usw.
Kleine Blendenzahl = große Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl = kleine Blendenöffnung
Kleine Blendenzahl = wenig Schärfentiefe bzw. große Blendenzahl = viel Schärfentiefe
Große Blende (kleine Zahl) = kürzere Belichtungszeit möglich bzw. kleine Blende (große Zahl) = längere
Belichtungszeit nötig
Maximale Schärfeleistung des Objektivs bei voll geöffneter (Offenblende) oder geschlossener Blende physikalisch
nicht möglich - abblenden um 1-2 Blenden schafft Abhilfe
Bei gleicher Blende aber länger werdenden Brennweite verkürzt sich der Schärfentiefenbereich
Bei gleicher Blende und sich entfernendem Motiv vergrößert sich der Schärfentiefenbereich
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