Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen

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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen
Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
Thomas Lingens
Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase dargestellt am Beispiel einer JavaScript-Software für die Onlinebewerbung unter
besonderer Berücksichtigung der objektorientierten Sichtweise in einem InformatikBasiskurs.
1. Einleitung
Am Oberstufenzentrum Handel I ist der Informatikunterricht analog zum Rahmenplan in der
Einführungsphase derzeit so gestaltet, dass im ersten Schulhalbjahr überwiegend
anwendungsorientiert in die Informatik eingeführt wird, während im zweiten Halbjahr
hauptsächlich die Analyse eines dokumentierten Systems und die Konstruktion von
Teilalgorithmen im Vordergrund stehen.
Dabei erlebe ich, dass Schülerinnen und Schüler großes Interesse an anwendungsbezogenen
Inhalten der Informatik zeigen. Im Umgang mit dem Internet beispielsweise wächst das Interesse
spürbar und mündet in eine wachsende Motivation für das Fach "Informatik" und seine
Anwendungspotenziale. Bei dem Übergang in das zweite Schulhalbjahr ist jedoch bei einigen
Schülern ein Bruch der Motivation zu beobachten. Die anfängliche Begeisterung verfliegt
angesichts der von den Schülern oft als "trocken" empfundenen Themen. Der Anwendungsbezug
des ersten Schulhalbjahres steht für die Schüler nur noch im schwach erkennbaren Zusammenhang
zu den Unterrichtsinhalten des zweiten.
Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, wie die hohe Motivation der Schüler im Umgang
mit dem Internet für die Überwindung dieses Bruches zu nutzen ist. Es galt mithin, die Analyse
eines Programmsystems mit der Anwendung der Internettechnologie auch inhaltlich besser zu
verknüpfen, statt beide ohne für die Schüler hinreichend deutlichen Bezug zueinander im
Unterricht zu behandeln.
Als ein praxisnahes Beispiel, das an der Lebenswelt und den Interessen der Schüler anknüpft und
sich zudem in einem Informatik-Basiskurs am OSZ Handel I vermitteln lässt, erschien mir das
Thema "Onlinebewerbung". Diese Bewerbungsform habe ich bereits bei meinem früheren
Arbeitgeber als innovativ und durchaus erfolgreich kennen gelernt. Sie scheint sich neben der
schriftlichen Bewerbung zunehmend zu etablieren und kann den Schülern somit weitere Chancen
für ihren Berufseinstieg eröffnen.
Für die softwareseitige Umsetzung meines Vorhabens habe ich die Programmiersprache
"JavaScript" gewählt und auf dieser basierend eine Software zum Thema "Onlinebewerbung"
entwickelt, die inzwischen als Recherchesystem mit der Bezeichnung "BewerbNet" installiert
vorliegt. In einem ersten Schritt sollen die Schüler mit seiner Hilfe eine eigene Onlinebewerbung
erstellen. Danach werden sie unter Verwendung des Recherchesystems modellhaft in die Analyse
eines Programmsystems eingeführt, mit dem Ziel, zum einen Verständnis zu entwickeln für die an
der Schule praktizierte objektorientierte Programmierung und zum anderen grundlegende
Begrifflichkeiten der objektorientierten Sichtweise kennen zu lernen.
Der Themenkomplex umfasst zwei Phasen, eine anwendungsbezogene (Erstellung einer
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Onlinebewerbung und ihre Einbindung in das BewerbNet) sowie eine analysierende (Einführung
in die objektorientierte Programmierung). Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der
Verknüpfung der beiden Phasen. Diese umfasst vor allem die ersten drei Unterrichtsstunden (eine
Doppel- und eine Einzelstunde) nach der Erstellung der Onlinebewerbung, in denen der Übergang
von der anwendungsbezogenen zur analysierenden Unterrichtsphase stattfindet. Die Planung und
Erstellung der Onlinebewerbungen werden folglich in dieser Arbeit nicht beschrieben.
Da der Anwendungsbezug Grundlage für die analysierende Unterrichtsphase ist, wird er in Kapitel
2 dennoch kurz umrissen. In Kapitel 3 werden Intentionen bei der Analyse des Recherchesystems
unter objektorientierter Sichtweise erläutert. Während in Kapitel 4 allgemeine
Unterrichtsvoraussetzungen beschrieben werden, dienen Kapitel 5 und 6 der inhaltlichen
Darstellung und der Reflexion des analysierenden Unterrichts. Um einen Gesamteindruck zu
vermitteln, wird dabei auch die Durchführung der anwendungsbezogenen Unterrichtsphase kurz
skizziert. Die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit werden in Kapitel 7 zusammengefasst.
Nach einer Vereinbarung mit meinem Hauptseminarleiter Herrn Gerke und meinem
Fachseminarleiter Herrn Steinbrucker drucke ich den kompletten Inhalt des Recherchesystems aus.
Diesen füge ich zusammen mit den in der anwendungsbezogenen Unterrichtsphase eingesetzten
Arbeitsblättern und Beispielen der von den Schülern gestalteten Onlinebewerbungen als
gesonderte Anlage dieser Arbeit hinzu. Die Anlage soll den inhaltlichen Rahmen abrunden, ist
jedoch im eigentlichen Sinne nicht Bestandteil dieser Arbeit.
2. Zur Darstellung des anwendungsorientierten Themas "Onlinebewerbung"
1. Onlinebewerbung
Angesichts der derzeitig schwierigen Arbeitsmarktslage stellt die Suche nach einer
geeigneten Arbeits- oder Ausbildungsstelle hohe Anforderungen an den Einzelnen. Hier
erweitert eine Bewerbung über das Internet die Chancen, viele Arbeitgeber zu erreichen
und positiv auf sich aufmerksam zu machen.
Der einfachste Weg einer Onlinebewerbung ist die Versendung einer elektronischen
Nachricht (kurz: E-Mail). Er bietet sich etwa im Anschluss an die Durchsicht einer
entsprechenden Homepage eines Unternehmens an. E-Mails eignen sich besonders, um
einen Erstkontakt mit einem für Schüler interessanten Unternehmen herzustellen.
Eine besondere Form der Onlinebewerbung ist die Erstellung einer Bewerbungshomepage.
In ihr sind die notwendigen Elemente jeder traditionellen Bewerbung enthalten. Diese
Standardelemente können durch zusätzliche Features erweitert werden, wie sie
insbesondere im multimedialen Netz entstehen. Der grundlegende Unterschied zu
herkömmlichen Bewerbungen besteht dabei in der multimedialen Gestaltungsmöglichkeit
(vgl. Meier et al. 1998, 244).
Darüber hinaus bietet das Internet verschiedene Wege zur Arbeits-platzsuche, etwa das
Durchsehen der Webseiten von Unternehmen oder die Nutzung elektronischer Jobbörsen.
Dabei stellt die Suche in Jobbörsen (z. B. über die der Bundesanstalt für Arbeit in
Nürnberg: http://www.arbeitsamt.de) gegenwärtig die gezielteste und daher am weitesten
verbreitete Form der Onlinestellensuche dar (vgl. Riebesehl 1999, 89; vgl. Scholz 1998,
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427).
Es ist mein Ziel, den Schülern den Zugang zu diesen Bewerbungsmöglichkeiten zu
erleichtern. Dabei habe ich relevante Materialien zu diesem Thema in einem
Recherchesystem zusammengestellt, dem von mir so genannten "BewerbNet". In ihm lassen
sich Bewerbungshomepages ablegen, Informationen zu Onlinebe- werbungen abrufen und
gezielte Internetverbindungen herstellen.
Im Folgenden stelle ich BewerbNet vor, um anschließend die diesem Recherchesystem zu
Grunde liegende Anwendungsebene der JavaScript-Programmierung darzustellen.
2. Das Recherchesystem "BewerbNet"
BewerbNet ist ein anwendungsorientiertes Recherchesystem auf der Basis objektorientierter
Programmierung. Realisiert wurde es in der Programmiersprache "JavaScript". Es dient der
themenbezogenen Zusammenstellung und dem Ordnen von Informationen in Computernetzen etwa dem
Internet oder - etwas überschaubarer - dem Schulnetz. Hier werden Texte und Bilder zusammengetragen,
um sie dann später etwa im Unterricht einzusetzen.
Dabei zeigt sich die Anwendungsfreundlichkeit des Internet am deutlichsten in der Entwicklung seines
inzwischen populärsten Dienstes, dem Word Wide Web (kurz: Web oder WWW). In diesem finden wir
multimedial aufbereitete Inhalte zu einer Vielzahl von Themen. Die Seiten im Web sind über Hyperlinks
(kurz: Links) verknüpft, mit deren Hilfe der Nutzer per Mausklick von einem Dokument zum nächsten
gelangen kann (vgl. Diepold 1998, 148). Mit der erstaunlichen Entwicklung des Web und seinem
zunehmenden Angebot an Information und Kommunikation wächst jedoch – so Diepold – "... die
Notwendigkeit, diese neuen Ressourcen fachspezifisch zu strukturieren, zu gewichten, zu bewerten und
einem definierten Benutzerkreis zugänglich zu machen" (ebenda, 148).
Dies geschieht mit dem vorliegenden Recherchesystem, das Schülern ausschließlich ausgewählte,
unterrichtsrelevante Inhalte zum Thema "Onlinebewerbung" in einem Netzwerk zur Verfügung stellt.
Neben zahlreichen Links zu elektronischen Jobbörsen und Ratgebern für die Jobsuche im Internet enthält
es beispielhafte Webseiten zur Gestaltung einer eigenen Bewerbung im Internet wie Lebenslauf, Schulund Arbeitszeugnisse. Daher rührt auch sein Name "BewerbNet".
Um an bereits bekannte Strukturen anzuknüpfen, lag es nahe, sich an bewährten Bildern zu orientieren, d.
h. im vorliegenden Fall an dem Windows-Explorer. So wird nach dem Starten im BewerbNet eine
webtaugliche Nachbildung der Verzeichnisstruktur des Windows-Explorers angezeigt. Diese erscheint im
linken Frame und enthält die Einträge des BewerbNet. Per Mausklick können die einzelnen Ordner durch
die Nutzer auf- und zugeklappt werden. Wählt der Schüler einen Ordner aus, erscheint im rechten Frame
die gewünschte Webseite (siehe folgende Abbildung).
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Snapshot des Recherchesystems "BewerbNet"
Die Verzeichnisstruktur wird dynamisch mit Hilfe der Programmiersprache "JavaScript" erzeugt. Sie
steuert hier die Auswahl der Webseiten zum Thema "Onlinebewerbung". Der Schüler kann so mittels der
dort angegebenen Internetadressen mit einem Mausklick direkt auf die gewünschte Webseite
beziehungsweise Homepage der entsprechenden Anbieter - etwa von Jobbörsen - zugreifen und von dort
die themenbezogenen Informationen auf seinen Bildschirm holen. Der Schüler gewinnt so den Eindruck,
das BewerbNet enthielte alle Informationen, die er anfordert.
Diese aktive Komponente erscheint mir auch deshalb wichtig, weil ich davon ausgehe, dass Schüler die
Texte ihrer Auswahl eher und sorgfältiger lesen als vorgegebene Texte und wohlgestaltete Arbeitsblätter.
Denn beim Einsatz von Arbeitsblättern stelle ich immer wieder fest, dass sie nur punktuell gelesen
werden. Durch selbsttätige Wegewahl innerhalb des BewerbNet, die durch die Wahl der Links, denen ein
Schüler folgt, definiert ist, scheint das Interesse zu wachsen und sich mithin das Lernergebnis
nachhaltiger zu entwickeln.
Insgesamt bildet das BewerbNet ein thematisch gut entwickeltes, d. h. ein nahezu geschlossenes System,
das strukturell und funktionell sämtlichen HTML-Dateien übergeordnet ist. So gesehen stellt es eine
didaktische Reduktion der Informationsvielfalt des Internet auf bestimmte Themenbereiche dar, die ein
gezieltes Recherchieren von Informationen zum Thema "Onlinebewerbung" im Unterricht ermöglicht.
Das Recherchesystem gestattet den Schülern eine selbständige und aktive Gestaltung ihres
Wissenserwerbs und stellt zugleich auch ein "Produktionsmittel" dar. Die Schüler können und sollen mit
seiner Hilfe eigene Bewerbungshomepages erstellen, da die dem Recherchesystem zugrunde liegende
Systematik eine Verknüpfung mit dem Medium "Internet" beabsichtigt.
In diesem Zusammenhang habe ich die Hauni Maschinenbau AG, Hamburg, ein Unternehmen in der
Tabaksparte der Körber AG, zur Kooperation für eine modellhafte Bewerbung im Internet gewinnen
können. Diese Kooperation sieht unter anderem vor, dass sich einige Schüler vom OSZ Handel I auf
kaufmännische beziehungs-weise technisch-kaufmännische Berufe, in denen Hauni ausbildet, "online"
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bewerben. Dazu sollen sie eine Bewerbungshomepage zu einem der folgenden fünf Ausbildungsberufe
erstellen:
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Industriekaufmann/frau
Industriekaufmann/frau mit der Zusatzqualifikation "Kaufmännische Assistenz - Schwerpunkt
Datenverarbeitung"
Diplom-Kaufmann/frau
Diplom-Wirtschaftsinformatiker/in und
Diplom-Wirtschaftsingenieur/in.
Die drei letztgenannten Ausbildungsberufe sind mit einem berufs-begleitendem Fachhochschulstudium an
der staatlich anerkannten privaten Fachhochschule "Nordakademie" in Elmshorn verbunden. Damit stehen
auch Berufe zur Auswahl, die für zukünftige Abiturienten attraktiv sind. Für die Schüler wichtige
Informationen zu den einzelnen Berufsbildern und zum begleitenden Fachhochschulstudium wurden von
mir als selbst erstellte HTML-Seiten in das Be-werbNet eingefügt.
Die von den Schülern gefertigten Webseiten zur Onlinebewerbung bei der Hauni Maschinenbau AG
sollen im März 1999 über das Internet dem Unternehmen zugeleitet werden. Nach den Osterferien hoffe
ich dann auf eine kommentierte Rückantwort von der Perso- nalstelle an die Internetadresse unserer
Schule (vgl. hierzu auch Schreiben der Hauni Maschinenbau AG vom 23. März 1999 im gesonderten
Anhang).
Von dieser externen Bewertung erwarte ich für die Schüler Hinweise über
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Erscheinungsbild und Wirkung ihrer Onlinebewerbung,
Kriterien, nach denen Unternehmen ihre Bewerberauswahl treffen und
Gründe, die im Einzelnen zu einer Zu- oder Absage einer Bewer-bung führen können.
Die Schüler bekommen so Aufschlüsse darüber, worauf sie bei einer zukünftigen Bewerbung achten
sollten. Denn gerade in der heutigen Arbeitsmarktsituation sind Kenntnisse über die Erstellung und
Wirkung einer Bewerbung sehr nützlich. Um der externen Bewertung einen höheren Stellenwert zu
verleihen, verzichte ich auf eine Benotung der einzelnen Onlinebewerbungen.
Die Realisierung des Recherchesystems folgte Ideen, die auf Minert (1998, 250 - 265) sowie auf die
Beilage PCpro Praxis: "JavaScript" der Zeitschrift PC Professionell vom September 1996 zurückgehen.
Beide Quellen zeigen beispielhaft auf, wie sich Auswahlmenüs mit aufklappbarer Struktur in JavaScript
erzeugen lassen. Diese Struktur liegt auch dem Recherchesystem zugrunde.
1.
2. JavaScript
JavaScript ist von der Firma Netscape Communications Corporation entwickelt und 1995 auf den Markt
gebracht worden. Sie gilt im Allgemeinen als eine vielfach nutzbare Programmiersprache, die in erster
Linie für den Einsatz im World Wide Web konzipiert ist (vgl. Minert 1998, 19). Webseiten, die
normalerweise in reinem HTML erstellt werden, sind relativ statisch und können selbst keine Aktionen
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ausführen. Durch JavaScript wird es möglich, Aussehen und Funktion einer Webseite erheblich zu
verändern und jede Seite mit bewegten und interaktiven Elementen zu versehen (vgl. ebenda, 62 - 64).
JavaScript erlaubt die Entwicklung einfacher Funktionen, die direkt als Quelltext in HTML-Dokumente
integriert werden können. Ein JavaScript-Programm wird ohne weiteren Kompilierungsschritt von einem
Webbrowser interpretiert und ausgeführt. Die Kernsprache "Core JavaScript" ist im Browser eingebettet die populärsten Browser sind derzeit der Netscape Communicator und der Microsoft Internet Explorer.
Die Entwicklung von JavaScript orientierte sich stark an der Programmiersprache "Java" der
kalifornischen Firma Sun Microsystems. Beide Sprachen weisen daher auch gewisse Gemeinsamkeiten in
der Syntax auf. Dennoch gelten sie als verschiedene Sprachen: Während JavaScript eine Ergänzung und
Erweiterung zu HTML darstellt, ist Java eine kompilierte Sprache für einen Prozessor, der im Browser
simuliert wird (vgl. Tolksdorf 1997, 248). Java ermöglicht die Programmierung von Applets. Das sind
kleine Programme, die über das Internet übertragen und in HTML-Seiten eingebunden werden. Im
Unterschied zu JavaScript kann Java jedoch einen Browser als Ganzes nicht steuern (vgl. Flanagan 1997,
5). Eine eigene Steuerung ist für die Funktionsweise unseres Recherchesystems "BewerbNet" jedoch eine
wesentliche Voraussetzung, um Inhalte zum Thema "Onlinebewerbung" in einem "beliebigen"
Browserfenster anzeigen zu können.
Mit der Auswahl der Sprache "JavaScript" geht es mir nicht um die Einführung einer neuen
Programmiersprache am OSZ Handel I. Vielmehr wollte ich der wachsenden Bedeutung des Internet als
Ausdruck einer weltweiten informations- und kommunikationstechnischen Struktur Rechnung tragen (vgl.
Ballauf 1998, o. S.). Die Tendenz auf diesem Gebiet geht immer mehr dahin, Multimedia und
elektronische Vernetzung enger miteinander zu verknüpfen (vgl. Behler 1998, 175).
Vor diesem Hintergrund möchte ich den Schülern einerseits eine Möglichkeit aufzeigen, bereits vertraute
Internetapplikationen - wie oben beschrieben - selbst herzustellen sowie ihnen andererseits ein
Verständnis für die objektorientierte "Denkweise" eines Softwaresystems vermitteln, und zwar unabhängig von der jeweiligen Programmiersprache. Die Sprache
"JavaScript" stellt hierfür die multimediale Technologie zur Verfügung und unterstützt das
objektorientierte Paradigma, welches am OSZ Handel I dem Informatikunterricht zugrunde liegt.
1. Objektorientierung: Intentionen bei der Analyse des Programmsystems "BewerbNet"
Aus dem Bezugsrahmen des schulinternen Paradigmas heraus dominiert die objektorientierte Sichtweise
der im Rahmen des Unterrichts vorgenommenen Softwareentwicklung. Sie zieht sich als Leitgedanke
durch die analysierende Unterrichtsphase dieser Arbeit.
Die Vorstellungen der objektorientierten Programmierung sind jedoch im "Vorläufigen Rahmenplan für
Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule - Gymnasiale Oberstufe - Fach Informatik, 1993" (noch)
nicht explizit enthalten. Angesichts der immer wieder zu beobachtenden Schwierigkeiten der Schüler, vor
allem im Umgang mit komplexen Programmsystemen, wurde die objektorientierte Idee Anfang der 90er
Jahre aufgrund einer schulinternen Vereinbarung zum grundlegenden Konzept im Fach Informatik der
Sekundarstufe II am OSZ Handel I.
Vor der Einführung der objektorientierten Sichtweise war der Informatikunterricht am OSZ Handel I von
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der üblichen, ablauforientierten Denkweise geprägt. Ein Hauptgewicht dieser Perspektive liegt auf der
funktionalen Abstraktion. Bei einem solchen Ansatz spielen die Daten im Vergleich zu den Funktionen
eine untergeordnete Rolle. Die angebotenen Lösungen enthalten eine Vielzahl von Einzelheiten
(Prozeduren, Daten, Dateien), zwischen denen unterschiedliche Beziehungen bestehen. Das Ziel des "...
selbständigen Finden(s) und Formulieren(s) algorithmischer Lösungen komplexer Probleme ... " (ebenda,
8) war daher - so die Beobachtungen am OSZ Handel I - auf konventionellem Weg für viele Schüler nur
schwer oder gar nicht erreichbar (vgl. Spolwig 1997, 7).
Die ablauforientierte Betrachtungsweise eines Softwaresystems ist zwar korrekt, doch werden die Schüler
hier zu sehr "gezwungen", ihre Denkweise der des Computers anzupassen. Im Vergleich zum hier
vorgestellten Recherchesystem "BewerbNet" jedoch würde den Schülern auf diese Weise nur ein
einseitiger und somit unvollständiger Blick auf die Möglichkeiten des Systems vermittelt.
Vor diesem Hintergrund scheinen die Prinzipien der objektorientierten Programmierung einen anderen,
vermutlich konstruktiveren Weg zu eröffnen, komplexe Programmsysteme zu vereinfachen und für
Schüler erfahrbarer zu machen. Denn jüngeren Veröffentlichungen gemäß baut die Objektorientierung auf Vorstellungen auf, die bereits im frühen Kindesalter
erlernt werden (vgl. Coad et al. 1996, 15). So stellte beispielsweise Piaget bei Untersuchungen zur
Entwicklung des kindlichen Denkens fest, dass Menschen im Kindesalter auf das Objektkonzept geprägt
werden (vgl. Booch 1997, 213). Piaget beobachtete, dass ein Kind für gewöhnlich im Alter von etwa
einem Jahr "... das Konzept der Dauerhaftigkeit von Objekten entdeckt; kurz danach zeigt das Kind
Fähigkeiten, diese Objekte zu klassifizieren, zuerst in grundlegende Kategorien wie etwa Hunde, Katzen
und Spielzeug [...]. Später entdeckt das Kind allgemeinere Kategorien (wie etwa Tiere) sowie auch
spezifischere (wie etwa Beagles)" (ebenda, 193).
Aus der Sicht der von Piaget dargestellten Entwicklung menschlicher Denkprozesse basiert die
objektorientierte Analyse offenbar auf drei Organisationsmethoden, die das ganze menschliche "...
Denken durchziehen:
1. das Unterscheiden von Wahrnehmungen in einzelne Objekte und ihre Attribute, wie z. B. die
Unterscheidung zwischen einem Baum und seiner Größe oder seinem räumlichen Verhältnis im
Vergleich zu anderen Objekten,
2. die Unterscheidung zwischen ganzen Objekten und ihren einzelnen Bestandteilen, z. B., wenn man
zwischen einem Baum und seinen Ästen unterscheidet,
3. das Bilden von Klassen von Objekten und die Unterscheidung zwischen diesen Klassen, z. B.,
wenn man die Klasse aller
Bäume bildet und die Klasse aller Steine und dann zwischen diesen beiden Klassen unterscheidet."
In der menschlichen Entwicklung ist ein wesentlicher Schritt des Lernens demnach durch Abstraktion von
konkreten, wirklichen Erfahrungen bestimmt.
In den Grenzen des hier vorgestellten Recherchesystems besteht die Möglichkeit für ein analoges
Vorgehen darin, einen Weg von der anwendungsbezogenen Arbeit am Computer hin zu einem
Verständnis für die Struktur von Problemlösungen mit Computern zu entwickeln. Dieser Weg setzt jedoch
Kenntnisse darüber voraus, welche Bausteine bei der Analyse des Recherchesystems als Objekte
bezeichnet und welche Attribute diesen zugeschrieben werden. Dies ist für die meisten Schüler ein
schwieriger Prozess und erfordert grundsätzlich Erfahrungswissen im Erkennen der einem System zu
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Grunde liegenden Muster. Im hier vorliegenden Fall haben die Schüler zwar schon auf
anwendungsorientierter Ebene mit dem Recherchesystem gearbeitet, sind aber nun zum ersten Mal im
Verlauf der Einführungsphase gefordert, eine Softwareanwendung in einen theoretischen Bezugsrahmen
einzufügen. Dieser Prozess bedarf der Anleitung und sorgfältigen Einübung.
Daher plane ich, die Analyse des Recherchesystems zunächst nur auf die Softwareoberfläche und nicht
auf den Quelltext zu beziehen. Dabei soll den Schülern verdeutlicht werden:
●
●
welche Objekte für die Funktionsweise des BewerbNet relevant sind (z. B. Ordner und Webseite) und welche nicht (z. B. das Layout einer Webseite) und
wie die identifizierten Objekte in Beziehung zueinander stehen (z. B. durch Mausklick auf ein
Ordnersymbol sucht das Recherchesystem die betreffende Webseite und stellt die dort angebotene Information auf dem Bildschirm dar).
Das ausführliche Herausarbeiten der Objekte soll dazu führen, dass die Schüler die "Denkweise" des
Recherchesystems erkennen können, im vorliegenden Fall die objektorientierte. Gleichzeitig soll durch
das Anknüpfen an bei den Schülern beliebten Anwendungsformen die Motivation zur
Auseinandersetzung mit abstrakten Themenstellungen der Informatik gesteigert werden (vgl. hierzu auch
die Einleitung). Zudem hoffe ich, dass sie auf einem solchen Wege - von der Anwendung zur Analyse theoretische Konzepte der Informatik leichter nachvollziehen und eine Verbindung zwischen Analyse und
praktischer Arbeit herstellen können.
Um diese Verknüpfung im Rahmen meiner Arbeit zu ermöglichen, lasse ich die Schüler zunächst ihre
Onlinebewerbungen anfertigen, damit sie auf der Anwendungsebene mit dem BewerbNet vertraut
werden. Daran schließt sich die analysierende Unterrichtsphase an, in der die Schüler das BewerbNet
unter objektorientierter Sichtweise betrachten. Erst nach Abschluss dieser Phase werden die Bewerbungen
der Schüler in das BewerbNet eingefügt und der Hauni Maschinenbau AG zugeleitet. Auf diese Weise
soll die Analyse des BewerbNet nicht als "Anhängsel" erscheinen, sondern als notwendige Vertiefung des
auf der Anwendungsebene Gelernten. Zwar wäre die Einstellung der Bewerbung in das BewerbNet
grundsätzlich auch ohne Grundkenntnisse der Objektorientierung möglich, dennoch kann diese zu einem
vertieften Verständnis für die Zusammenhänge der den Anwendungsschritten zu Grunde liegenden
Denkweise führen.
Mir ist bewusst, dass die gesamte Unterrichtsreihe sehr umfangreich und vielschichtig ist. Daher wird ein
besonderer Schwerpunkt der Vorbereitung und Durchführung in der didaktischen Reduktion des
Unterrichtsstoffes liegen. So stellt das BewerbNet selbst - wie beschrieben - schon eine didaktische
Reduktion dar, die sich in der Stoffauswahl, der nun folgenden inhaltlichen Darstellung der
analysierenden Unterrichtsphase fortsetzt.
1. Unterrichtsvoraussetzungen
1. Angaben zur Klasse
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2. Institutionelle Voraussetzungen
Der Unterrichtsraum ist mit acht in U-Form angeordneten Personal Computern (Pentium)
ausgestattet, die je von zwei Schülern genutzt werden können. Für die Arbeit ohne Rechner
stehen in der Mitte des Raumes Tische ebenfalls in U-Form zur Verfügung. Neben dem
Lehrerrechner können zu Unterrichtszwecken auch die Tafel, ein Overheadprojektor und
ein Drucker genutzt werden. Das Bild des Lehrerrechners kann mit Hilfe eines Aufsatzes
auf dem Overheadprojektor (Display) an die Wand projiziert werden. Die Rechner laufen
unter dem Betriebssystem "Windows NT" und weisen alle einen Zugang zum Internet auf.
Um mit dem BewerbNet arbeiten zu können, habe ich dieses zusammen mit dem
Webbrowser "Netscape Communicator" an jedem Schülerarbeitsplatz installiert. Ebenso
steht jedem Schüler ein im Schulnetz ausgewiesener eigener Arbeitsbereich zur Verfügung,
in dem er seine Onlinebewerbung ablegen kann.
Im Unterschied zu den Unterrichtsstunden, in denen die Schüler die Webseiten für ihre
Onlinebewerbungen erstellen und in das BewerbNet einstellen, sitzen die Schüler während
der hier beschrie- benen Unterrichtsstunden nicht an ihren Rechnern, sondern an den in UForm zusammengestellten Tischen in der Mitte des Klassenraums. Nur für gezielte
Arbeiten im BewerbNet werden die Rechnerarbeitsplätze benutzt.
3. Vorgaben des Rahmenplans
Laut vorläufigem Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule - Gymnasiale
Oberstufe - Fach Informatik (1993, 8)
sollen die Schüler "… bereits im Anfangsunterricht an die komplexe Struktur von Problemlösungen mit
Computern herangeführt werden." Dabei sollen sie befähigt werden, die den Strukturen zu Grunde
liegenden Denkweisen zu erkennen und eigene Lösungen zu entwickeln. Der Einstieg in die
Programmierung soll über die Analyse eines fertigen Softwareprodukts erfolgen. Diese Software soll aus
einem Anwendungsbereich stammen und den Schülern leicht zugänglich sein (vgl. ebenda, 8 - 13).
Entsprechend dieser Vorgabe erfolgt die Umsetzung der Unterrichtsziele nach der hier vorgestellten
Vorgehensweise in zwei Stufen:
●
●
Benutzung: Darunter wird die Nutzung des Recherchesystems "BewerbNet" im Zusammenhang
mit dem Thema "Onlinebewerbung" verstanden. Diese Stufe geht dem Thema der Examensarbeit
voraus und wird hier nicht mehr explizit dargestellt.
Analyse: Mit der Analyse des Recherchesystems soll im Rahmen dieser Arbeit gleichzeitig in die
Sichtweise der objektorientierten Programmierung eingeführt werden.
1. Planung der analysierenden Unterrichtsphase
1. Inhaltsentscheidungen
1. Sachanalyse
1. Grundlagen der objektorientierten Programmierung
Die Idee der objektorientierten Programmierung entstand bereits in den 60er
Jahren. Damals ging es um die Frage nach einer Programmiersprache, die für
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die Durchführung von Computersimulationen der realen Welt geeignet wäre.
Ziel des so genannten Simula-Projektes war, "... den Begriff eines Objekts
einzuführen, das, ähnlich wie ein Objekt der realen Welt, eine Entität mit
bestimmten Eigenschaften darstellt und die Fähigkeit besitzt, auf bestimmte
Weise auf Ereignisse zu reagieren" (Louden 1994, 365). Die
Schlussfolgerungen aus diesem Projekt wurden in der so genannten
Universalsprache "Simula 67" realisiert.
Die Besonderheit des Simula-Projekts lag vor allem in der Erkenntnis der
Wiederverwendung von Software. Mit dem Begriff der Wiederverwendung
ist überwiegend die Idealvorstellung verbunden, die Bausteine, aus denen ein
Softwaresystem besteht, auch von allen anderen Systemen mitbenutzen zu
lassen.
Eng verknüpft mit dieser Vorstellung war die Einführung eines
Klassenkonzepts - das fundamental für objektorientierte Sprachen ist (vgl.
ebenda, 46). So laden moderne objektorientierte Sprachen (z. B. Java, Eiffel
und C++) durch ihre Klassenkonzepte geradewegs dazu ein,
Programmkomponenten (Klassen) zu konservieren und bei Bedarf wieder zu
verwenden.
Klassen sind Konstruktionspläne für gleichartige Objekte. Sie beschreiben
Eigenschaften von Objekten und lassen Besonderheiten der entsprechenden
Objekte außer Acht. Die beschriebenen abstrakten Eigenschaften, die sich in
Verhalten und Zustand gliedern lassen, bilden die Grundlage für den Aufbau
eines entsprechenden Softwaresystems. Ein Objekt ist unter diesem
Blickwinkel eine Ausprägung (ein Exemplar, auch Instanz genannt) einer
bestimmten Klasse. Der Zustand eines Objekts wird in Variablen (Attributen)
festgehalten und sein Verhalten in Methoden implementiert (vgl. Spolwig
1997, 28).
Objekte treten durch Austausch von Nachrichten (Botschaften) miteinander
in Verbindung. Nach außen hin abgeschirmte Daten (Zustände) eines Objekts
werden verändert (etwa die Hintergrundfarbe eines Ordners von "rot" nach
"blau"), indem die geeignete Methode (Operation) durch eine an das Objekt
zugestellte Nachricht aktiviert wird (vgl. Vetter 1995, 27).
Können von einer Klasse Objektinstanzen erzeugt werden, wird sie als
(konkrete) Klasse bezeichnet. Dagegen wird von abstrakter Klasse
gesprochen, wenn von ihr keine Objektinstanzen erzeugt werden können
(vgl. Nygaard 1996, 172). Abstrakte Klassen spielen besonders im
Zusammenhang mit "Vererbung" und "Polymorphie" eine besondere Rolle.
Vererbung bedeutet, dass "... eine Klasse die Eigenschaften und Methoden
einer übergeordneten Klasse übernimmt und sie somit zum verfügbaren
Repertoire macht" (Spolwig 1997, 28). Mit der Vererbung wird eine
hierarchische Beziehung zwischen den betroffenen Klassen zum Ausdruck
gebracht. Durch Polymorphismus wird gewährleistet, "... dass
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unterschiedlichen Klassen angehörige Objekte aufgrund ein und derselben
Nachricht verschieden reagieren können" (Vetter 1995, 88).
Seit Mitte der 80er Jahre ist nicht nur das Programmierparadigma das
eigentliche Anliegen der Objektorientierung, sondern vielmehr die
objektorientierte Methode an sich. Damit wurde auch die Entwicklung neuer
Methoden im Software Engineering ausgelöst (zu Deutsch: Softwaretechnik).
Dabei bilden die objektorientierte Analyse (OOA) und das objektorientierte
Design (OOD) die Methoden, die zu einer objektorientierten Betrachtung von
Softwaresystemen führen (vgl. Booch 1997, 42). Jedoch sind die Grenzen
zwischen Analyse und Design verschwommen, "... obwohl beide Bereiche
einen unterschiedlichen Schwerpunkt haben. In der Analyse versuchen wir,
die Welt zu modellieren, indem wir Klassen und Objekte entdecken, die das
Vokabular des Problembereichs bilden. Beim Design erfinden wir die
Abstraktionen ..." (ebenda, 198).
Zur OOA haben sich unterschiedliche Entwurfsmethoden herausgebildet wie
die Object Modeling Technique von Rumbaugh et al., die Coad/YourdanMethode, die Booch-Methode oder die Wirfs-Brock-Methode (vgl. Spolwig
1997, 26). Die meisten dieser Verfahren verfolgen in der Regel eine
bestimmte Notation und stellen dabei "... ein unterschiedlich umfangreiches
Handwerkszeug an Grafiken und Darstellungselementen zur
Verfügung ..." (ebenda, 26).
Eine häufig verwendete Analysemethode ist die Notation von Rumbaugh et
al. (1993, 27 - 322). Hier stehen beispielsweise zur grafischen Darstellung
von Objekten so genannte Objektdiagramme zur Verfügung. Ein
Objektdiagramm stellt "... eine formale grafische Notation für die
Modellierung von Objekten, Klassen und ihren Relationen zueinander
bereit" (ebenda, 29). Rumbaugh et al. unterscheiden zwei Arten von
Objektdiagrammen: Klassen- und Instanzendiagramme. Ein
Klassendiagramm stellt dabei ein Schema beziehungsweise ein Muster
(Schablone) zur Beschreibung vieler möglicher Dateninstanzen dar. "Eine
Klasse wird durch ein Rechteck dargestellt, in dem es bis zu drei Bereiche
geben kann. Die Bereiche enthalten, von oben nach unten: Klassenname,
Liste der Attribute und Liste der Operationen" (ebenda, 33). Die Namen der
Klassen werden grundsätzlich in Form von Substantiven angegeben.
Klassendiagramme sind ein wichtiges Hilfsmittel zur Darstellung großer
objektorientierter Programmsysteme. Sie geben eine Übersicht über die
Hierarchie der vorhandenen Klassen. Im Gegensatz dazu illustrieren
Instanzendiagramme, wie eine Menge von Objekten in Relation zueinander
stehen. Dabei wird für jede Instanz ein abgerundetes Rechteck verwendet und
der Klassenname steht in Klammern oben in der Textbox. Während in
Klassendiagrammen zwischen dem Klassennamen und den Attributen eine
Linie gezogen ist, enthalten Instanzendiagramme diese Linie nicht.
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
Alles in allem beschreiben Klassendiagramme bei der Modellierung eines
Programmsystems den allgemeinen Fall. Instanzendiagramme werden
dagegen verwendet, um Beispiele zu veranschaulichen (vgl. ebenda, 29 f).
2. JavaScript: von der objektbasierten Sprache hin zur Objektorientierung
In der Fachliteratur und bei interessierten Newsgroups im Internet (beispielsweise bei der
englischsprachigen JavaScript-Newsgroup comp.lang.javascript oder der deutschsprachigen de.com.lang.
java-script) wird JavaScript einschränkend als eine objektbasierte Programmiersprache bezeichnet, da der
Begriff der Klasse (noch) nicht vorkommt. Stattdessen wird der Name "Objekt" stellvertretend verwendet.
Betrachten wir diese Einschränkung positiv, "... so kann man sagen, dass dem Programmierer die Arbeit
der Klassendefinition [...] bereits abgenommen wurde" (Minert 1998, 66). Demnach sind bereits einige
Objekte im JavaScript-Browser vordefiniert vorhanden. Dazu zählen in erster Linie folgende, bei jeder
JavaScript-Programmierung vorhandene Objekte:
●
●
●
●
das window-Objekt, welches stets in Form eines Browserfensters präsent ist,
die location, deren Eigenschaften Informationen über die Herkunft eines HTML-Dokuments
enthält,
die history, deren Methoden Sprünge zu den bisher besuchten Webseiten erlauben,
das document-Objekt, dessen Eigenschaften vom Aufbau des jeweiligen HTML-Dokuments
abhängen (vgl. ebenda, 121).
JavaScript arbeitet intern mit einer Objekthierachie. Diese ergibt sich unmittelbar aus dem hierarchischen
Aufbau von HTML. Dabei enthalten einzelne Objekte, so genannte Containerobjekte, eine Ansammlung
weiterer Objekte wie z. B. das Objekt "document", das sämtliche Bilder, Links und Eingabefelder einer
Webseite beherbergt. Jedes dieser Objekte wiederum verfügt über bestimmte Eigenschaften und
Methoden, durch die der Programmierer auf diese Objekte Einfluss nehmen kann (vgl. ebenda, 66; vgl.
Koch 1999, 90).
Neben der Nutzung bereits vordefinierter Objekte können in der Sprache "JavaScript" auch eigene
Objekte erzeugt sowie deren Eigenschaften und Methoden definiert werden. Diese Möglichkeit findet in
der vorliegenden JavaScript-Software Anwendung. Wie bereits erwähnt, präsentiert das Recherchesystem
in Anlehnung an den Windows-Explorer eine baumartige Struktur. Diese wird bei der Programmierung
zunächst abstrakt definiert. Bei der Erzeugung einer Instanz schließlich wird ein Name vergeben, mit dem
der Programmierer auf das nun real existierende Objekt zugreifen kann. Auf diese Weise entsteht in der
JavaScript-Software die Instanz "BewerbNetTyp", mit der die komplette Baumstruktur beschrieben wird.
Dazu enthält diese Instanz alle Ordner sowie die zugehörigen Methoden zur Definition des Inhalts und zur
Ausgabe der Baumstruktur. Im Browserfenster zeigt dann der linke Frame das Inhaltsverzeichnis des
Recherchesystems an, während die rechte Hälfte die Texte zum Thema "Onlinebewerbung" enthält. Jeder
Text liegt als separate Webseite vor, die wiederum ein vom Recherchesystem unabhängiges Objekt
darstellt (vgl. hierzu auch Fußnote 8, Seite 6; vgl. Minert 1998, 250 - 265; vgl. Beilage PCpro Praxis:
"JavaScript" der Zeitschrift PC Professionell vom September 1996).
1. Begründete Stoffauswahl
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
Zur Einführung in die objektorientierte Programmierung ist keinesfalls die Kenntnis der
Programmiersprache "JavaScript" erforderlich. Vielmehr soll den Schülern in dieser Unterrichtsreihe das
vielen modernen Programmiersprachen zu Grunde liegende Paradigma der Objektorientierung deutlich
werden (vgl. hierzu auch Kapitel 2.3, Seite 9 - 10). Auf Grund der Vielzahl von objektorientierten
Begriffen, mit denen die Schüler konfrontiert sind, ist es für die Stoffauswahl dieser Stunden wichtig, dass
zunächst nur einige grundlegende erklärt werden wie Objekt, Eigenschaft und Methode. Auch wenn der
Begriff der Klasse in JavaScript (noch) nicht vorkommt, soll er an dieser Stelle eingeführt werden, gehört
er doch zu den Grundbegriffen objektorientierter Programmiersprachen. Zudem wird JavaScript nur im
Zusammenhang mit dem BewerbNet am OSZ Handel I gebraucht. Die im weiteren Unterrichtsverlauf der
Einführungsphase zu Grunde gelegte objektorientierte Programmiersprache "Borland Delphi" verwendet
den Begriff der Klasse wieder, so dass die Schüler mit einheitlichen Begriffsmustern weiterarbeiten
können. Auf die Begriffe "Zustand" und "Verhalten" sowie die Vorgänge der Vererbung und des
Polymorphismus wird erst im weiteren Verlauf der Einführungsphase näher eingegangen.
Die Begriffe "OOA" und "OOD" werden an dieser Stelle ebenfalls nicht explizit erwähnt, auch wenn auf
ihrer Grundlage gearbeitet wird. Die Anzahl neuer Begrifflichkeiten in den Einführungsstunden wäre
sonst zu umfangreich. Ihre Vorstellung erfolgt ohnehin zu einem späteren Zeitpunkt der
Einführungsphase im Zusammenhang mit der Behandlung von Methoden der Softwaretechnik.
1.
2. Unterrichtsziele
1. Groblernziele
Nach der hier gewählten Einführung in die objektorientierte Programmierung sollen die Schüler …
●
●
●
grundlegende Begriffe wie Objekt, Klasse, Instanz, Eigenschaft und Methode erläutern können,
Prinzipien des objektorientierten Modellierens an einfachen Beispielen anwenden können und
die Funktionsweise des BewerbNet aus objektorientierter Perspektive beschreiben können.
1. Feinlernziele
Die Schüler sollen ...
●
●
●
●
●
●
●
Objekte als elementare Bausteine des objektorientierten Modellierens bezeichnen können. (LZ 1,
K1)
wiedergeben können, dass jedes Objekt eine Identität besitzt, die es von allen anderen
unterscheidet. (LZ 2, K 1)
Eigenschaften und Methoden als Merkmale eines Objekts bezeichnen können. (LZ 3, K 2)
wiedergeben können, dass ein Klassendiagramm (Karteikarte) ein Instrument zur Beschreibung
von Objekten ist, das als Rechteck dargestellt wird und in dem es drei Bereiche geben kann:
Objektname, Liste der Eigenschaften und Liste der Methoden. (LZ 4, K 1)
Eigenschaften und Methoden des Objekts "Ordner" im Recherchesystem "BewerbNet" bestimmen
können. (LZ 5, K 2)
erläutern können, dass eine Klasse eine Gruppe von Objekten mit gleichartigen Merkmalen
beschreibt. (LZ 6, K 2)
erklären können, dass eine Instanz ein "lebendes" Exemplar einer bestimmten Klasse ist. (LZ 7, K
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
●
●
●
●
●
●
●
●
2).
wiedergeben können, dass Instanzendiagramme als abgerundete Rechtecke dargestellt werden, in
denen der Klassenname in Klammern steht und zwischen Klassenname und konkreten Werten
keine gezogene Linie enthalten ist. (LZ 8, K 1)
konkrete Merkmale (Ausprägungen) eines Analyseobjekts nennen können. (LZ 9, K 1)
Klassen- und Instanzendiagramme gegenüberstellen können.
(LZ 10, K 2).
darlegen können, dass das Festlegen von Objekten in einem Anwendungsgebiet und das
Bestimmen ihrer Eigenschaften und Methoden häufig ein schwieriger Prozess sein kann.
(LZ 11, K 2)
auf der Grundlage ihrer praktischen Arbeit neben dem Objekt "Ordner" weitere Objekte des
BewerbNet bestimmen können, etwa die im Programmsystem eingebundenen beispielhaften
HTML-Seiten zur Gestaltung einer eigenen Bewerbung im Internet. (LZ 12, K 2).
abgrenzen können, dass einzelne HTML-Seiten des Recherche- systems Exemplare der Klasse
"Webseite" sind. (LZ 13, K 2)
anhand der Objekte "Ordner" und "Webseite" die Interaktion von Objekten verdeutlichen können.
(LZ 14, K 2)
in der Lage sein, die Webseiten ihrer Onlinebewerbungen in den Quelltext des Recherchesystems
einzutragen. (LZ 15, K 2)
1.
2. Geplanter Unterrichtsverlauf
Doppelstunde
Phase/
Zeit
I
Inhalt/
Geplanter
Unterrichtsverlauf
Lernziele
vortragend,
Informierender
Unterrichtseinstieg
Medien
TB 1
Frontalunterricht
7'
II
10'
Aktionsform/
Sozialform
Einführung der Begriffe
"Objekt", "Eigenschaft"
und "Methode"
1, 2, 3
fragendentwickelnd,
OH-Folie 1,
TB 2
Frontalunterricht
III
15'
Einführung der
Karteikarte zur Erfassung
von Eigenschaften und
Methoden eines Objekts
1, 3, 4
fragendentwickelnd,
Plüschtier,
TB 3
Lehrer-SchülerGespräch,
Frontalunterricht
IV
Lesen eines Textes in
verteilten Rollen
Schülertätigkeit
5'
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AB 1
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V
15'
VI
Schüler bestimmen
Eigenschaften und
Methoden des Objekts
"Ordner" aus dem
BewerbNet
4, 5
Einführung der Begriffe
"Klasse" und "Exemplar"
2, 4,
6, 7, 8
selbständige
Schülertätigkeit,
AB 1,
Rechner,
Partnerarbeit,
gemeinsame
Sicherung
fragendentwickelnd,
TB 4
TB 5
10'
Frontalunterricht
VII
15'
VIII
Übung: Schüler fertigen
Klassen- und
Instanzendiagramme an
Wiederholung und
Zusammenfassung
1, 2,
3, 4,
6, 7,
8, 10
10'
IX
3'
4, 8,
9, 10
selbständige
Schülertätigkeit,
Plüschtiere,
Einzelarbeit,
gemeinsame
Sicherung
TB 6
Lehrer-SchülerGespräch,
TB 7
Frontalunterricht
Hausaufgabe: Schüler
erhalten die Aufgabe,
weitere Analyseobjekte
des BewerbNet
herauszuarbeiten
Einzelstunde
I
5'
II
10'
III
15'
Wiederholung der in der
letzten Stunde
eingeführten Begriffe
1, 2,
3, 4,
6, 7,
8, 10
Lehrer-SchülerGespräch,
Vertiefung und
Objektivierung von
Problemen, die im
Zusammenhang mit der
Klassifizierung von
Objekten auftreten
können
11
Lehrer-SchülerGespräch
Erarbeitung der Klasse
"Webseite" auf der Basis
der Hausaufgabe
12, 13
Frontalunterricht
AB 1,
OH-Folie 2
(Diskussion),
Frontalunterricht
fragendentwickelnd,
TB 8,
OH-Folie 3
Lehrer-SchülerGespräch,
Frontalunterricht
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IV
Grafische Darstellung der
Struktur des BewerbNet
14
fragendentwickelnd,
TB 9
5'
Frontalunterricht
V
10'
Erläuterungen zum
Einbinden der
Bewerbungen in das
BewerbNet anhand des
Quelltextes
15
fragendentwickelnd,
AB 2
Frontalunterricht
3. Methoden, Medien und zentrale didaktische
Entscheidungen
Wie bereits im allgemeinen Teil ausgeführt, sollen die Schüler das Programmsystem
"BewerbNet" unter objektorientierter Sicht analysieren. Die damit verbundene Einführung
in die objektorientierte Programmierung erfordert eine präzise Abgrenzung der
verwendeten Begriffe. Zur Vereinfachung wird der Begriff "Objekt" daher zunächst
allgemein im Unterricht vorgestellt, um das Bestimmen von Eigenschaften und Methoden
einzuüben. Erst ab Phase 6 der Doppelstunde erfolgt eine Differenzierung des
Objektbegriffs in Klasse und Instanz (Exemplar).
Es werden die in der Anwendung benutzten Objekte "Ordner" und "Webseite" des
BewerbNet aus der Perspektive der Schüler untersucht. Auf Details der Implementierung
wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen, da hierfür ein Exkurs in die Programmierung
mit JavaScript notwendig wäre. Unterstützen möchte ich die Einführung zunächst anhand
von einfachen Beispielen aus der Lebenswelt der Schüler. So gebe ich exemplarische
Untersuchungsobjekte vor, an denen Eigenschaften und Methoden aufgezeigt und erläutert
werden. Denn erst wenn die Schüler diese definieren können, stehen ihnen Instrumente zur
Verfügung, mit denen sie selbständig auf die Suche nach Objekten im BewerbNet gehen
können. Auch dort gebe ich das Objekt "Ordner" vor, um ihnen eine Orientierungshilfe für
die Suche nach Objekten im Anwendungsgebiet zu bieten.
Anschließend sollen die für die Darstellung der Struktur und Funktionsweise des Recherchesystems relevanten Objekte Schritt für Schritt herausgearbeitet
werden, zuerst die Ordner, dann die Webseiten. Das Objekt "BewerbNetTyp" werde ich in
diesem Zusammenhang zwar als Steuereinheit "BewerbNet" vorstellen, auf eine nähere
Untersuchung jedoch verzichten. Die für den Aufbau des Systems weniger wichtigen
Objekte (z. B. die auf einer Webseite enthaltenen Objekte wie Laufschrift, Links, Bilder,
Eingabefelder oder Absätze) werden hier ebenfalls nicht untersucht. Zur Veranschaulichung
der Funktionsweise des BewerbNet sowie der Beziehung der Objekte untereinander benutze
ich lediglich eine einfache grafische Darstellung.
1. Detailplanung der Doppelstunde
In der ersten Phase wähle ich einen informierenden Unterrichtseinstieg, da die Analyse eines
Programmsystems für die Schüler einen vollkommen neuen Sachverhalt darstellt. Nach Grell et al. (1996,
151 - 171) möchte ich den Schülern mit einfachen Worten die wichtigsten Unterrichtsinhalte der nächsten
Unterrichtsstunden darlegen und ihnen die Gründe für die Themenstellung erläutern. Unter Bezug auf die
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letzte Unterrichtsstunde, in der die Schüler die Webseiten für ihre Bewerbungshomepage fertig gestellt
haben, stelle ich die kommenden Inhalte in einem Tafelbild (TB 1) vor.
Einführung in die objektorientierte Programmierung
am Beispiel des BewerbNet
●
●
●
●
●
Klärung von Grundbegriffen der objektorientierten Programmierung
Welche Objekte gibt es im BewerbNet?
Gefundene Objekte des BewerbNet modellieren: welche Eigenschaften und Methoden haben sie?
Anordnen der gefundenen Objekte des BewerbNet nach ihren Beziehungen untereinander
Einbinden der Bewerbungen im Quelltext des BewerbNet (TB 1)
In der zweiten Phase wird zunächst geklärt, was unter objektorientierter Programmierung zu verstehen
ist. In diesem Zusammenhang lernen die Schüler die Begriffe "Objekt", "Eigenschaft" und "Methode"
kennen. Zur Veranschaulichung eines Objekts habe ich - in Anlehnung an Nygaard (1996, 171) und
Vetter (1995, 26) - die so genannte "Pfannkuchensicht" gewählt, um die Zusammengehörigkeit der
individuellen Eigenschaften und Methoden eines Objekts für die Schüler einprägsam zu visualisieren. Am
konkreten Beispiel eines Fahrrads lernen sie zugehörige Eigenschaften und Methoden kennen (OH-Folie
1 - vgl. Seite 28).
Da ich davon ausgehe, dass OH-Folie 1 allein die Schüler nicht genügend motiviert, werde ich das Fahrrad
(fahren) selbst pantomimisch demonstrieren, um so insbesondere das Herauf- und Herunterschalten der
Gänge als Methode zu charakterisieren. Als Ergebnis dieser Phase können mit den Schülern für das
Tafelbild (TB 2) allgemein gültige Aussagen über die objektorientierte Programmierung abstrahiert
werden.
Objektorientierte Programmierung
Die Sichtweise der objektorientierten Programmierung betrachtet die reale Welt als eine Sammlung von
Objekten, die gewisse Eigenschaften und Methoden besitzen. Der Programmentwurf besteht darin, die
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Objekte gemeinsam mit ihren Eigenschaften und Methoden in einem Modell abzubilden. (TB 2)
Die dritte Phase soll allen Schülern die Möglichkeit geben, sich in Ruhe mit den neuen Begriffen der
Objektorientierung auseinander zu setzen und vertraut zu machen. Als Beispielobjekt dient ein Hund.
Hierzu verwende ich ein Plüschtier, an dem die Schüler die Eigenschaften und Methoden eines Hundes
wirklichkeitsnah feststellen können. Gleichzeitig wird ihnen - in enger Anlehnung an das
Klassendiagramm von Rumbaugh et al. - eine so genannte "Karteikarte" als Hilfsmittel vorgestellt, mit
dem sie die Eigenschaften und Methoden des Objekts "Hund" unter Anleitung einfach und übersichtlich
festhalten können. Um die neuen Begriffe auch visuell zu unterscheiden, sollen die Schüler jede
Eigenschaft mit einem "*" und jede Methode mit einem "-" auf der Karteikarte kennzeichnen (vgl.
Tafelbild 3). Die Karteikarte und die Kennzeichnungen der Eigenschaften und
Methoden entsprechen im Übrigen der am OSZ Handel I gebräuchlichen Anwendung bei der praktischen
Entwurfsarbeit (vgl. Spolwig 1997, 34).
Die vierte und fünfte Phase dienen der Übertragung des Gelernten auf das BewerbNet. Die Schüler
erhalten ein Arbeitsblatt (AB 1 - siehe Anhang), auf dem Analogien zwischen dem Klassifizieren von
biologischen Gruppen und dem Festlegen von Objekten beim objektorientierten Entwurf aufgezeigt sind.
Die fachliche Information ist in eine Rahmenhandlung eingebettet, deren offenes Ende die Schüler
motivieren soll, die Eigenschaften und Methoden des Objekts "Ordner" im Recherchesystem an ihrem
Computer selbst zu finden. Zur Vereinfachung ist im Arbeitsblatt 1 nur von einem Ordnerobjekt die Rede.
Die Schüler sollen nicht die konkreten Ausprägungen aller im BewerbNet befindlichen Ordnerobjekte
untersuchen und herausarbeiten, sondern vielmehr grundlegende Merkmale der Ordner charakterisieren.
Als Hilfsmittel für ihre Analyse dient eine auf der Rückseite des Arbeitsblattes 1 vorbereitete Karteikarte,
auf der die Schüler ihre Ergebnisse aufschreiben sollen. Anschließend werden diese im Klassenverband
verglichen und in einem Tafelbild festgehalten (TB 4 – vgl. Seite 30).
Die Einbettung der Aufgabenstellung in eine fiktive Geschichte soll das Interesse der Jugendlichen
wecken, sie zum Lesen und Mitarbeiten motivieren und die Identifikation mit den handelnden Personen
fördern. Daher wird das Arbeitsblatt auch mit verteilten Rollen vorgelesen (Erzähler, Informatikerin und
Biologe). Die Rolle des Informatikers habe ich bewusst einer Frau zugedacht, denn noch immer wird das
Fach Informatik mit dem Bild des computertechnisch interessierten männlichen Jugendlichen
gleichgesetzt. Diesem
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Rollenmuster möchte ich entgegenwirken. Die Analogien zur Biologie
sind gewählt, um an vertraute Ordnungsmuster anzuknüpfen und diese auf die Informatik zu übertragen.
Gleichzeitig wird indirekt darauf hingewiesen, dass das Bestimmen der gemeinsamen Merkmale von
Objekten häufig ein schwieriger Prozess sein kann. Diese Erfahrung werden meiner Einschätzung nach
auch die Schüler selbst machen, wenn sie mit den Ordnerobjekten arbeiten (vgl. hierzu auch Kapitel 3,
Seite 13). Aus diesem Grunde plane ich, diesen Prozess auch als allgemeine Problematik des
objektorientierten Entwurfs zu thematisieren (vgl. Phase 2 der Einzelstunde).
Phase 6 dient der Einführung der Begriffe "Klasse" und "Objektinstanz" (Exemplar). Im Verlauf der
Einführungsphase des Informatikunterrichts soll mit diesem Begriffspaar weitergearbeitet werden. Dazu
zeige ich den Schülern mit Hilfe des Displays verschiedene Ordnerobjekte des BewerbNet und erkläre,
dass diesen jeweils ein gleiches Muster zu Grunde liegt. Gleichzeitig führe ich das Instanzendiagramm
nach Rumbaugh et al. ein. Zusammen mit der bereits eingeführten Karteikarte dient es zur
Verständnisförderung in der Unterscheidung von Klasse und Objektinstanz. Hierbei wird die Karteikarte
nun als Klassendiagramm vorgestellt. Dazu greife ich auf Tafelbild 4 zurück und ergänze dieses um
(konkrete)
BewerbNet (TB 5).
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Ordnerobjekte aus dem
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Die siebte Phase dient der
Vertiefung und Festigung der Begriffe "Klasse" und "Instanz" (Exemplar). Analog zu Phase 6 bilden die
Schüler nun selbständig entsprechende Diagramme am Beispielobjekt "Hund". Hierzu verwende ich den
bereits bekannten Plüschhund, dem ich einen zweiten, kleineren gegenüberstelle. Den beiden Plüschtieren
sollen die Schüler konkrete Merkmale zuordnen - zusätzlich zu den bereits in Phase 3 festgestellten
grundlegenden Eigenschaften eines Hundes. Ein Schüler präsentiert sein Ergebnis beispielhaft an der
Tafel (TB 6), indem er Tafelbild 3 um die beiden Instanzendiagramme ergänzt.
Zum Abschluss der Stunde wird in Phase 8 der gesamte Unterrichtsinhalt mit den Schülern wiederholt,
reflektiert und an der Tafel (TB 7 - vgl. Seite 32) festgehalten. Diese Wiederholung dient der
Systematisierung des bisherigen Unterrichtsstoffes und ermöglicht mir eine Lernzielkontrolle des in
dieser Unterrichtsstunde vermittelten Lernstoffes.
Zusammenfassung
Ein Objekt im Sinne der objektorientierten Softwareentwicklung kann alles sein, was sich durch
Eigenschaften und Methoden beschreiben lässt und sich hinreichend von anderen Objekten unterscheidet.
Eine Klasse ist eine Objektbeschreibung (Konstruktionsplan), nach der bei Bedarf beliebig viele Instanzen
erzeugt werden können.
Eine Instanz ist ein "lebendes" Exemplar einer bestimmten Klasse. Die Begriffe "Instanz" und "Exemplar"
werden häufig synonym verwendet.
TB 7
Zur Übung und Vertiefung des Gelernten erhalten die Schüler in Phase 9 mündlich die Hausaufgabe,
selbständig weitere Analyseobjekte im BewerbNet zu identifizieren. In der nächsten Unterrichtsstunde
soll auf dieser Grundlage weitergearbeitet und die Klasse "Webseite" am Beispiel der in das
Recherchesystem eingestellten HTML-Seiten dargestellt werden. Mit der Hausaufgabe möchte ich
zugleich feststellen, ob die Schüler auch einen Bezug zwischen ihrer praktischen Bewerbungstätigkeit und
der objektorientierten Analyse des BewerbNet herstellen können (vgl. hierzu auch Kapitel 3, Seite 13 14).
1. Detailplanung der Einzelstunde
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
Die erste Phase dieser Einzelstunde dient der Wiederholung der erfolgten Einführung in die
objektorientierte Programmierung, insbesondere der Festigung der Begrifflichkeiten.
Anschließend werden in Phase 2 - wie in Phase 5 der Doppelstunde angekündigt - allgemeine Probleme,
die im Zusammenhang mit dem Klassifizieren von Objekten auftreten können, thematisiert. Hierzu greife
ich das Arbeitsblatt 1 aus der vorigen Unterrichtsstunde auf. Durch einen visuellen Impuls (OH-Folie 2 –
siehe Seite 33) aus dem Bereich der Tierwelt sollen die Schüler in die Lage versetzt werden, die bei der
Festlegung von Objekten entstehenden Abgrenzungsprobleme weiterführend zu diskutieren. Dabei soll
den Schülern deutlich werden, dass zum einen das Finden und Festlegen von Objekten im
Anwendungsgebiet eine grundlegende Voraussetzung der OOA ist und zum anderen die Zuordnung von
Objekten nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.
OH-Folie 2:
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Schwierigkeiten
bei der
Klassifizierung
(aus: Booch 1997, 188)
Ziel in Phase 3 ist es, die in das Recherchesystem eingefügten Webseiten als wichtige Objekte zu
identifizieren, auch im Hinblick auf die in Phase 4 vorgesehene Darstellung der Funktionsweise des
BewerbNet. Die einzelnen Webseiten sollen als Klasse "Webseite" dargestellt werden. Dazu wird die
Hausaufgabe der letzten Stunde aufgegriffen. In diesem Zusammenhang möchte ich keinerlei (visuelle)
Hilfsmittel einsetzen, weil ich feststellen möchte, ob die Schüler ihr durch die Arbeit am BewerbNet
erworbenes anwendungsbezogenes Wissen mit den bis hierhin vermittelten Kenntnissen der
objektorientierten Theorie verknüpfen können.
Die von den Schülern benannten Objekte werden in einem Tafelbild festgehalten. Dabei ordne ich das
Tafelbild so an, dass die für die Struktur und Funktion des BewerbNet relevanten Objekte (z. B. die
HTML-Seiten "Lebenslauf", "Schul- und Arbeitszeugnis" aus der Beispielhomepage) auf der linken
Tafelseite untereinander stehen, während die für den Aufbau irrelevanten Objekte rechts angeschrieben
werden. Letztere werden in der weiteren Diskussion nicht mehr berücksichtigt. Sollten in diesem
Zusammenhang die Schüler ihre selbst erstellten Webseiten als mögliche Objektkandidaten anführen,
werde ich diese ebenfalls als relevante Objekte des Recherchesystems in das Tafelbild aufnehmen (TB 8).
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Ursprünglich hatte ich als nächsten Schritt geplant, die Schüler
die gemeinsamen Merkmale der Klasse "Webseite" in Einzel- oder Partnerarbeit herausarbeiten zu lassen.
Ich habe mich jedoch dagegen entschieden, da eine Webseite selbst wiederum weitere Objekte wie Bilder
und Links enthalten kann (vgl. hierzu auch Ausführungen zum "document-Objekt" in Kapitel 5.1.1.2,
Seite 20 - 21). Eine Abgrenzung zwischen in ihr enthaltenen Objekten, Eigenschaften und Methoden
weist insgesamt ein erhöhten Schwierigkeitsgrad auf. Daher werde ich die Eigenschaften und Methoden
der Klasse "Webseite" gemeinsam mit den Schülern erarbeiten. Die dabei erarbeiteten Ergebnisse werden
auf einer vorbereiteten Karteikarte (OH-Folie 3) festgehalten. Die Schüler übernehmen das Ergebnis in
ihre Unterlagen.
Phase 4 dient der abschließenden Darstellung der Struktur und
Funktionsweise des BewerbNet. Dabei soll die Beziehung der in den vorangegangenen Phasen
herausgearbeiteten Analyseobjekte (Ordner und Webseite) grafisch im Tafelbild (TB 9) dargestellt
werden, um so die Funktionsweise des BewerbNet unter objektorientierter Sicht mit den Schülern zu
erörtern (vgl. hierzu auch Kapitel 3, Seite 13). In diesem Zusammenhang führe ich die Steuereinheit
"BewerbNet" ein. Damit soll das Recherchesystem "BewerbNet" als zusammenhängendes
Programmsystem dargestellt werden.
Auf dieser Grundlage soll in Phase 5 der Bezug zum Quelltext des BewerbNet hergestellt werden. Dazu
erhalten die Schüler ein Arbeitsblatt (AB 2 - siehe Anhang), das einen Ausschnitt vom Quelltext der
JavaScript-Software "BewerbNet" enthält. Dieser Auschnitt repräsentiert die von mir so bezeichnete Datei
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"menue.js" (vgl. hierzu auch den eingerahmten Teil des im Anhang befindlichen Quelltextes). Mit Hilfe
dieser Datei können die Schüler ihre Onlinebewerbungen in das BewerbNet einfügen, ohne mit dem
gesamten Quelltext arbeiten zu müssen. Da die meisten Schüler zum ersten Mal mit einem Quelltext
umgehen, habe ich die Datei
"menue.js" so konzipiert, dass sie die zuvor grafisch dargestellte Struktur des BewerbNet wieder erkennen
können.
Damit ist die Analyse des BewerbNet im Rahmen der vorliegenden Arbeit abgeschlossen. Die durch die
Analyse unterbrochene praktische Arbeit am BewerbNet wird unmittelbar wieder aufgenommen, indem
die Schüler die Webseiten ihrer Onlinebewerbungen hineinstellen.
1. Reflexion des Unterrichtsverlaufs
Die Unterrichtsstunden wurden am 11. Januar (Doppelstunde) und am 18. Januar 1999
(Einzelstunde) in der Klasse 5802a durchgeführt.
1. Die Doppelstunde
In der Doppelstunde verlief der Unterricht weitgehend entsprechend der Planung. Die
einzelnen Phasen waren gut aufeinander abgestimmt, die Lernziele wurden erreicht und
auch die Zeitplanung war realistisch.
Zu Beginn der Stunde fiel den meisten Schülern jedoch die Umstellung von der inzwischen
schon gewohnten Arbeit am Rechner zum regulären Unterricht im Klassenverband schwer.
So setzte sich ein Teil der Schüler aus Gewohnheit an die Rechner und wollte weitere Ideen
für die Gestaltung ihrer Onlinebewerbung umsetzen. Die Bereitschaft, sich auf andere
Unterrichtsinhalte einzustellen, war bei diesen Schülern zunächst nicht sonderlich groß. Der
von mir gewählte informierende Unterrichtseinstieg trug zur Auflösung dieser Situation bei.
Denn als die Schüler erfuhren, dass auf der Grundlage des in dieser Stunde erarbeiteten
Stoffes nach der nächsten Unterrichtsstunde wieder die anwendungsbezogene Arbeit mit
dem BewerbNet geplant war (Einstellung der Onlinebewerbung in das BewerbNet), stieg
ihre Bereitschaft zur Beteiligung am Unterricht deutlich.
Das sich anschließende Herausarbeiten der Eigenschaften und Methoden am Beispiel eines
Fahrrads empfanden die Schüler als sehr anschaulich und einprägsam. Dazu trug auch bei,
dass ich in dieser anfänglichen Unterrichtssituation die beabsichtigte pantomimische
Darstellung des Bewegungsablaufes auf einem Fahrrad erfolgreich einsetzte. Das Heraufund Herunterschalten der Gänge wurde dadurch bildhaft sichtbar und wirkte gleichzeitig
anregend. Nun war die Aufmerksamkeit der Schüler von der Rechnerorientiertheit auf das
Thema gelenkt und die Klasse war zur Mitarbeit motiviert.
Im Umgang mit dem Arbeitsblatt 1 bestätigten sich meine Erwartungen. Zum einen wirkte
das Arbeitsblatt durch seine Rahmenhandlung motivierend. Dann aber stellte sich vor allem
das Benennen der Eigenschaften und Methoden des Objekts "Ordner" als eine für die
Schüler schwierige Aufgabe heraus. Allerdings setzten sie sich intensiv mit dem
Arbeitsauftrag auseinander. Einigen Schülern war zum Bespiel nicht verständlich, ob das
Auf- und Zuklappen der Ordner eine Eigenschaft oder eine Methode des Ordners sei. Diese
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
und ähnliche Fragen diskutierten sie auch sehr selbständig miteinander. Dabei haben sie bis auf "Schriftgröße" und "Schriftgrad" - die Eigenschaften erkannt. Für die Methode
"reagiert-auf-Mausklick" erfanden sie - wie nicht anders zu erwarten - eigene
Bezeichnungen wie "anklicken" und "anwählen".
Die Phase 5 dauerte ca. fünf Minuten länger als geplant, da die Schüler sich intensiv
untereinander austauschten und sich gegenseitig halfen. Dabei verhielten sich vor allem die
Leistungsträger sehr kooperativ. Einer von ihnen verglich die BewerbNet-Ordner sogar mit
den Ordnern des Windows-Explorers, indem er die Gleichartigkeit der Ordner erkannte und
bewusst die Ordner des Windows-Explorers statt des BewerbNet nach Eigenschaften und
Methoden untersuchte. Dies wurde von mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet.
Der Meinungsaustausch innerhalb der Klasse förderte das Verständnis für die in Phase 6
eingeführten Begriffe "Klasse" und "Objektinstanz", damit fiel diese Phase entsprechend
kürzer aus.
Die bis zu diesem Zeitpunkt entstandene Unterrichtsatmosphäre einer lockeren, aber
dennoch sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema und der konstruktive Austausch
untereinander setzten sich im weiteren Unterrichtsverlauf fort. So entwickelte sich die in
Phase 7 geplante Einzelarbeit zu einer Arbeit in der Gesamtgruppe, bei der die Schüler
gegenseitig die Argumente der anderen auf- griffen und weiterführten, zum Teil auch in
spielerischer Form (durch gegenseitiges Zuwerfen und gemeinsame Untersuchung der
Plüschtiere). Auf Grund der konstruktiv sachlichen Arbeitsatmosphäre blieb die
Aufgabenstellung dennoch stets im Mittelpunkt.
Bei der abschließenden Wiederholung des Unterrichtsstoffes wurde deutlich, dass die
eingeführten objektorientierten Begrifflichkeiten von den Schülern verstanden wurden. Das
Abbilden von Klassen- und Instanzendiagrammen bereitete den Schülern offenbar keine
Schwierigkeiten, weder bei der selbständigen Erstellung noch bei der Diskussion der
unterlegten Inhalte.
Die Auswahl der anschaulichen Beispiele ermöglichte den situa-tionsorientierten Einsatz
spielerischer Elemente. Das Ausmaß der spielerischen Anteile war von mir nicht
vorgesehen, sondern ent- wickelte sich aus der Gruppendynamik der Situation heraus. Die
konkreten Beispiele ermöglichten zudem auch den leistungsschwächeren Schülern einen
Zugang zum Unterrichtsgegenstand, der sich in reger Beteiligung ausdrückte. Weiterhin
wurde durch die angeleitete Beschäftigung mit den Beispielen die Eigeninitiative der
Schüler gestärkt und sie waren in die Lage versetzt, sich den hier zu behandelnden
Unterrichtsstoff ein Stück weit selbständig zu erarbeiten, anstatt ihn nur rezeptiv
aufzunehmen. Insgesamt trugen die aus der realen Welt gegriffenen Beispiele zu einem
fließenden Übergang von der anwendungsbezogenen zur analysierenden Unterrichtsphase
bei.
2. Die Einzelstunde
Im Unterschied zur vorausgegangenen Doppelstunde hatten die Schüler die in der Mitte
zusammengestellten Tische als Arbeitsplatz für diese Stunde angenommen. Die erste Phase
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
verlief wie geplant, die Schüler nannten im Zuge der Wiederholung der Inhalte der letzten
Stunde auch eigene Beispiele für Objekte. Die in der zweiten Phase vorgesehene
Diskussion um Probleme bei der Klassifizierung von Objekten wurde von den Schülern
angeregt geführt. Der mit OH-Folie 2 gegebene stille Impuls hat sich dabei bewährt. So
haben die Schüler Analogien zum Arbeitsblatt 1 wieder erkannt und einen Zusammenhang
zu eigenen Schwierigkeiten beim Bestimmen der Merkmale des Ordnerobjekts hergestellt.
Nach meiner Einschätzung hat die Diskussion den Schülern auch gezeigt, dass nicht allein
eigene Wissensdefizite das Zuordnen von Eigenschaften und Methoden schwer machen,
sondern dass diese Abgrenzung auch objektiv ein durchaus schwieriges Unterfangen sein
kann.
Die Besprechung der Hausaufgabe (Phase 3) hatte ich als wichtigen Baustein für den
weiteren Unterrichtsverlauf eingeplant. Es stellte sich jedoch heraus, dass die meisten
Schüler ihre Hausaufgabe nicht gemacht hatten. Ihre Begründung, sie hätten zu Hause
keinen Zugriff auf das BewerbNet, zeigt mindestens zweierlei: eine praktische
Abhängigkeit vom technischen Mittel und die noch wenig entwickelte Fähigkeit, den
Prozessablauf abstrakt, d. h. begrifflich nachzuvollziehen. Hier deutet sich Übungsbedarf
an.
In dieser Situation beschloss ich, das als Hausaufgabe gestellte Thema dennoch - wie
geplant - mündlich ohne Hilfsmittel zu erarbeiten. Hierbei fiel auf, dass die Schüler ohne
Hilfen zunächst keinen Bezug zwischen den von ihnen erstellten Webseiten und den
vermittelten theoretischen Kenntnissen herstellen konnten (vielleicht korrespondierend zum
methodischen Angebot). So erkannten sie die im BewerbNet enthaltenen Webseiten erst
durch einen zusätzlichen Lehrerimpuls als Objekte. Die nachfolgenden Unterrichtsschritte
verliefen für die meisten Schüler zu abstrakt und überforderten ihr Vorstellungsvermögen.
Die von mir gewählte Vorgehensweise führte letztlich dazu, dass die Schüler sich aus der
weiteren Diskussion zurückzogen und die Erarbeitung der Klasse "Webseite" mehr zu
einem Lehrervortrag tendierte als geplant.
In der in Phase 4 anschließenden Darstellung der Funktionsweise des BewerbNet wurden
die Beziehungen zwischen den Analyseobjekten "Ordner" und "Webseite" durch die im
Tafelbild 9 dargestellte Grafik visuell sichtbar. Die Schüler waren hierdurch in die Lage
versetzt, wieder selbständig miteinander zu diskutieren.
Daraus lässt sich schließen, dass Phase 3 möglicherweise erfolgreicher verlaufen wäre,
wenn meine Vorgehensweise mit größerer methodischer Vielfalt konzipiert gewesen wäre.
So wäre es methodisch ansprechender gewesen, die Schüler an ihre Rechnerarbeitsplätze zu
schicken und sie die weiteren im BewerbNet enthaltenen Objekte selbst herausfinden zu
lassen oder über den Lehrerdisplay das BewerbNet an die Wand zu projizieren. Das hätte
dazu geführt, dass die nicht erledigte Hausaufgabe inhaltlich unterrichtswirksam erarbeitet
und die Lernziele 12 und 13 an dieser Stelle erreicht worden wären.
In der folgenden Arbeit mit dem Quelltext (Arbeitsblatt 2) zeigte sich jedoch, dass die
Schüler durchaus Verständnis für dessen Aufbau entwickeln konnten, zumal sie die in der
Analysephase erarbeiteten Objekte wieder erkannten. Dies wurde vor allem bei dem
abschließenden Einfügen der Bewerbungsseiten in das BewerbNet deutlich. So waren die
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
Schüler grundsätzlich in der Lage, an dem für sie ungewohnten Quelltext ohne größere
Probleme zu arbeiten. Acht Schüler stellten ihre Bewerbungen selbständig in das
BewerbNet ein, die restlichen vier erhielten Unterstützung von ihren Mitschülern.
Wie sich abschließend herausstellte, war es für viele Schüler die erste Bewerbung. Dies
führte dazu, dass sie die Unterrichtsreihe als interessant bezeichneten und ihren Stolz auf
das fertige "Produkt" zum Ausdruck brachten.
3. Zusammenfassende Einschätzung der anwendungs- bezogenen Unterrichtsphase
Der Einsatz eines auf die Internettechnologie bezogenen Software- systems zur Verknüpfung von
anwendungsorientierter und analysierender Unterrichtsphase war meines Erachtens insgesamt
erfolgreich. So fanden die Schüler im Umgang mit dem Medium
"BewerbNet" schnell ihre Routinen und wussten sie geschickt einzusetzen. Mit nur geringen
Vorkenntnissen konnten sie eigene Bewerbungen schreiben und ins Internet stellen. Ihre
Motivation und ihr Engagement waren während der Anwendungsphase sehr hoch. Hinzu kommt,
dass mich ihr positives Feedback ebenfalls anspornte.
Meine Vermutung, dass Schüler Texte auf dem Bildschirm eher lesen als Arbeitsblätter (vgl. Seite
6) konnte im Rahmen dieser Arbeit nicht bestätigt werden. Beispielsweise fragten mich mehrere
Schüler nach der Adresse des Bewerbungsempfängers, obwohl diese auf den entsprechenden
Seiten des BewerbNet aufgeführt war.
Das BewerbNet selbst hat sich meines Erachtens als Unterrichtsmittel bewährt. Seine Nutzung im
Fach Informatik erfordert allerdings eine präzise Zielsetzung in der Aufgabenstellung, da es sonst
im Unterrichtsverlauf sehr zum Ausprobieren und "Surfen" einlädt.
Richtig zum Tragen kommt die Nutzung des BewerbNet jedoch aus meiner Sicht erst durch einen
fächerübergreifenden Einsatz. Eine solche Erweiterung der Nutzungsebene war leider im Rahmen
dieser Arbeit nicht möglich. So könnte beispielsweise im Fach Informatik die Technologie des
BewerbNet mit den Schülern analysiert und weiterentwickelt werden. Im Fach Deutsch ließe sich
das Unterrichtsthema "Wie erstelle ich eine Bewerbung?" und in Wirtschaftslehre das Thema
"Personalauswahl" unterstützen. Weitere interdisziplinäre Nutzungskombinationen sind
vorstellbar. So wären die von den Schülern erstellten Onlinebewerbungen noch gehaltvoller, wenn
es möglich gewesen wäre, ihre Kenntnisse im Schreiben von Bewerbungen zu vertiefen. Dies
konnte ich im Rahmen des Informatikunterrichts nur indirekt leisten, indem ich entsprechende
zusätzliche Informationen und Beispiele für Bewerbung und Lebenslauf in das BewerbNet
einstellte.
2. Fazit
Aus meiner Sicht bietet der objektorientierte Ansatz einen geeigneten Weg zur Analyse eines
Programmsystems im Informatikunterricht. Zum einen ermöglicht er eine unkomplizierte
Anwendung und zum anderen erleichtert er den Schülern das Verständnis für die Struktur und
Funktion des BewerbNet. So konnte bereits ein Schüler mit Hilfe der objektorientierten Analyse
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Thomas Lingens Der Übergang von der anwendungsbezogenen zur analytischen Unterrichtsphase -
ein Muster ausmachen, das in einem anderen Programmsystem wiederkehrte, dem WindowsExplorer.
Der schwierigste Prozess im Zusammenhang mit dem Einsatz des BewerbNet war für mich die
didaktische Reduktion sowohl der relativ komplexen Unterrichtsinhalte als auch ihre angemessene,
kurze Beschreibung in dieser Arbeit. Insbesondere war es nicht einfach, meinen Schwerpunkt der
Analyseorientierung gegenüber dem starken Interesse der Schüler an der anwendungbezogenen
Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen. Sichtbar wurde dies vor allem zu Beginn der Doppelstunde,
als es erheblicher Anstrengungen meinerseits bedurfte, um die Schüler von den Rechnern "wegzulocken".
Insgesamt wurde nachhaltig deutlich, dass allein die Verknüpfung von Anwendung und Analyse
nicht ausreicht, um Verständnis für informatische Konzepte zu entwickeln. Der Unterrichtsverlauf
in Phase 3 der Einzelstunde (Besprechung der Hausaufgabe) zeigte, dass trotz der vielen Bezüge
zur vorherigen praktischen Anwendung die Analyse für die Schüler ein außergewöhnlich hohes
Maß an abstraktem Denken erforderte, so dass der Einsatz sorgfältig ausgewählter methodischer
Hilfsmittel weiterhin dringend erforderlich blieb. Sobald die Schüler die Analyseobjekte (Ordner,
Hund) jedoch praktisch vor Augen hatten, waren sie in der Lage, die Beschreibungsprinzipien eher
nachzuvollziehen.
Der hier beschrittene Weg der Verknüpfung von Anwendung und Analyse müsste meines
Erachtens analog zur Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik noch stärker in
den Vordergrund gestellt werden. In diesem Zusammenhang sollten auch weitere Unterrichtsreihen
und Projekte hierzu entwickelt werden.
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