Anhalt-Zerbster Nachrichten - Förderverein Francisceum Zerbst

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Anhalt-Zerbster Nachrichten - Förderverein Francisceum Zerbst
Anhalt-Zerbster Nachrichten
berichtete weiter:
Wissenschaftliche Bibliothek am Francisceum: Sparkassenstiftung unterstützte aufwändige Restauration 26.01.2006
Valk-Globus kehrte nach Zerbst zurück
Von Helmut Rohm
Zerbst. Der Valksche Himmelsglobus ist wieder nach
Zerbst zurückgekommen. „Er
ist sicher eines der wertvollsten
Exponate in unserer Francisceumsbibliothek“, freute sich Dr.
Eberhard Schmaling, Schulleiter des Francisceums Zerbst,
als gestern die in Halberstadt
beheimatete
Restauratorin
Cornelia Hanke den um 1700 in
der weltbekannten Werkstatt
von Gerhard und Leonhard
Valk hergestellten kostbaren
und nun restaurierten Himmelsglobus den beiden Bibliothekarinnen Iruta Völlger und
Petra Volger übergeben hat.
In der historischen Bibliothek gab es einst vier alte
Globen. Drei Globen aus dem
16. Jahrhundert gingen in den
Wirren des Zweiten Weltkrieges und den Zerbster Zerstörungen verloren, darunter
auch der Erdglobus von Rainer
Gemma Frisius aus dem Jahre
1537, einer der ältesten Globen
überhaupt.
An dem einzigen geretteten
Globus hatte der „Zahn der
Zeit“ genagt, waren viele Fehlstellen und Dellen vorhanden,
wie die Restauratorin Cornelia Hanke den Zustand vor der
Restaurierung im Mai 2005
beschrieb. Den Kontakt zu ihr
hatte der Förderverein Francisceum Zerbst e. V. und sein
Vorsitzender Torsten Huß aufgebaut. Nach einem Vor-OrtBesuch und Einholen von weiteren Expertenmeinungen, so
auch von Jan Mokre, Globenexperte an der Österreichischen
Nationalbibliothek in Wien,
sowie beim europagrößten Glo-
Restauratorin Cornelia Hanke stellt den restaurierten Valk-Globus und die umfangreiche Dokumentation vor. Die Sparkassenvorstände Wolfgang Dohm
und Frank Block sowie Schulleiter Dr. Eberhard Schmaling und Fördervereinsvorsitzender Torsten Huß sind höchst interessiert.
Foto: H. Rohm
bus-Museum Wien, beschloss
man, „den gegenwärtigen Erhaltungsstand festzuschreiben
und leicht zu verbessern“.
Die Sparkassenstiftung Anhalt-Zerbst unterstützte die
Restaurierung mit 5700 Euro.
Cornelia Hanke lieferte der
Zerbster Francisceumsbibliothek auch eine sehr umfangreiche und aussagekräftige
Dokumentation, in der die intensiven Recherchen in Vorbereitung der Restaurierung sowie deren Konzeption und ihre
Umsetzung dargestellt werden.
Ihre eigenen Erkenntnisse wur-
den durch die Forschungsergebnisse eines Projektes von
Studentinnen des zweiten Semesters der Fachhochschule
Angewandte
Wissenschaften
und Kunst Hildesheim, in der
Betreuung durch Prof. Patricia
Engel, detailreich komplettiert.
Die Restaurierung erwies
sich als aufwändig. Die größten Fehlstellen seien am Südpol festzustellen gewesen. Die
Silberfischchen hätten „ganze
Arbeit“ geleistet, das Papier an
vielen Teilen regelrecht aufgefressen. Allerdings, so Cornelia
Hanke, seien die kleinen ver-
goldeten Sterne und die Krone
auf den größeren Fehlstellen
erhalten geblieben, „weil den
Silberfischchen das Gold wohl
nicht schmeckt“. Sie habe
dann alles da so gelassen, um
den „authentischen Zustand“
nachvollziehbar darstellen zu
können.
Nach der Reinigung des metallischen Meridianringes ist
nun die eingravierte Graduierung wieder sehr deutlich zu
sehen. Bei der Gestellrekonstruktion haben sich die Restauratorin und der beauftragte
Drechsler auf Beschreibungen
und Abbildungen von Fachliteratur gestützt.
Als optimale Aufbewahrungsform und Präsentationsmöglichkeit schlägt Cornelia
Hanke eine Vitrine vor. Um
eine solche notwendige „Behausung“ will sich der Förderverein kümmern.
In einem Schülerprojekt soll
der Himmelsglobus weiter erforscht werden.
Der restaurierte Valk-Globus
soll in einer Ausstellung in der
Kreissparkasse Anhalt-Zerbst
der Öffentlichkeit präsentiert
werden.