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das sozio-ökologische Konzept – für eine Welt im Gleichgewicht
PRESSE-INFORMATIONEN
Equilibrismus e. V.
Vom Mut eine sozio-ökologische Utopie zu wagen
Equilibrismus e. V.
Marienstraße 19/20
10117 Berlin
25.10.2012
Pressekontakt:
Jens Hakenes
Telefon: +49 (0) 30 956 079 90
Mobil: +49 (0) 178 542 26 92
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Inhaltsverzeichnis
1 Equilibrismus e. V. auf einen Blick
2 Die Akteure
3 Grundideen des Equilibrismus
4 Unterschiede zwischen dem Equilibrismus und anderen Konzepten
5 Neue Konzepte statt Reformen
6 Die Vision wird fühlbar
7 Aus der Idee wird Realität
8 Häufige Fragen
9 Bisherige Buchpublikationen und Auszeichnungen rund um den Equilibrismus
10 Bleiben Sie auf dem Laufenden
11 Aktuelle Pressemitteilung(en) / Auswahl Pressespiegel
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1 - Auf einen Blick
Equilibrismus e. V. auf einen Blick
Equilibrismus ist…
… ein sozio-ökologisches Konzept, das bereits vorhandene
nachhaltige Lösungsansätze miteinander verbindet. In ihrem
Sachbuch „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen
für eine Welt im Gleichgewicht“ haben Eric Bihl und Volker
Freystedt das Konzept ausführlich beschrieben.
Das Ziel lautet…
… eine moderne Gesellschaft im Einklang mit der Natur, in
der es jedem möglich ist, an der Gemeinschaft teil zu haben
und seine Fähigkeiten frei zu entfalten. Statt vereinzelter
Reformen steht ein vollständiger Paradigmenwechsel im
Mittelpunkt.
Der Weg dorthin…
… führt über eine Modellregion, die als sozial-ökologisches
Schaufenster fungiert. Im 2008 erschienenen Roman „Das
Tahiti-Projekt“ von Dirk C. Fleck ist der französischpolynesischen Insel Tahiti im Jahr 2022 die vollständige
ökologische Wende im Sinne eines praktizierten
Equilibrismus geglückt. Nahezu alle beschriebenen
Technologien und Konzepte sind bereits heute verfügbar.
Mitwirken können…
… alle, die sich von der Vision angesprochen fühlen und ihre
persönlichen Fähigkeiten einbringen möchten.
Gründung
Der als gemeinnützig anerkannte Verein wurde durch Eric
Bihl 1997 in München gegründet. Seit 2011 gibt es ein Büro
in Berlin.
Spendenkonto
GLS Bank
Bankleitzahl 430 609 67
Konto
8212 873 600
IBAN
DE 6743 0609 6782 1287 3600
BIC
GENO DE M1 GLS
Kontakt
Equilibrismus e. V.
c/o Eric Bihl
Seidlhofstraße 13
80639 München
Telefon: +49 (0) 89 158 902 60
Telefax: +49 (0) 89 158 902 61
E-Mail: [email protected]
Ansprechpartner
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2 - Die Akteure
Die Akteure
Entscheidend für den Weg vom Konzept über die Fiktion zur Realität sind die
Menschen, die sich tagtäglich dafür einsetzen und deren Unterstützer. Einige davon
stellen wir Ihnen an dieser Stelle vor.
Eric Bihl: Gründer und erster Vorsitzender
Eric hat bereits einige Paradigmenwechsel hinter sich: Der
gebürtige Elsässer engagierte sich für die Rettung von
Robben und musste feststellen, dass es ein Kampf gegen
Windmühlen ist. Zunächst machte eine Banklehre. Später
zeigte ihm Helmut Creutz die Konstruktionsfehler des
Geldsystems. Nach einem beruflichen Abstecher in
Französisch-Polynesien ging Eric nach München, wo er
seitdem im Europäischen Patentamt tätig ist. Seine große
Sammelleidenschaft – die ökologischen Alternativen – brachte
ihn mit Volker Freystedt zusammen. 1997 gründeten sie den Equilibrismus e. V. und
entwickelten das gleichnamige Konzept. Seitdem wird Eric nicht müde, mit seinem
charmanten französischen Akzent weitere Menschen dafür zu begeistern.
Volker Freystedt: Gründer und 2. Vorsitzender
Als Sozialpädagoge hatte Volker viel mit der zunehmenden
Verschuldung zu tun. Das brachte ihn Anfang der 1990er
Jahre dazu, sich mit den Fehlern unseres Geldsystems zu
beschäftigten. 1997 lernte er bei einem Kongress Eric Bihl
kennen. Das Konzept des Equilibrismus nahm zu dieser Zeit
bereits konkrete Formen an und der systemische Ansatz
faszinierte Volker. Gemeinsam mit Eric schrieb er das Buch
"Equilibrismus - Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt
im Gleichgewicht", das 2005 veröffentlicht wurde. Die Fehler
unseres heutigen Geldsystems wurmen Volker noch immer - doch er kennt
Alternativen und macht sie Tag für Tag bekannter.
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2 - Die Akteure
Roti Make: Botschafterin in Polynesien
Roti lebt auf Rapa Iti (rund 1.200 Kilometer südlich von Tahiti)
und ist ein echtes Multitalent. Sie spricht fünf Sprachen (RapaSprache, Tahitianisch, Französisch, Englisch und Deutsch), ist
Modedesignerin und engagiert sich für Frauen, Frieden,
Freiheit und ihre Heimat Französisch-Polynesien. 2005 leitete
sie den erfolgreichen Wahlkampf für Oscar Temaru, den
ersten einheimischen Präsidenten des Inselstaates. Zuvor
organisierte sie die Proteste gegen die Atomtests Frankreichs
auf Mururoa. Eric Bihl lernte sie 2009 auf seiner
Recherchereise kennen, war fasziniert von Erics Engagement und der Idee des
Equilibrismus. Seitdem setzt sich Roti für das Modellprojekt ein, knüpft Kontakte in
Französisch-Polynesien und weit darüber hinaus.
Dirk C. Fleck: Autor
Dirk war bis zu ihrer Einstellung Redakteur der "Woche" und
arbeitete anschließend als freier Journalist für GEO, Merian,
Stern, Spiegel, DIE WELT und die Berliner Morgenpost. 1993
veröffentlichte er seinen Roman "GO! Die Ökodiktatur". Er
stellte sich vor, wie wohl ein politischer Notwehrreflex
aussieht, wenn die natürlichen Ressourcen erkennbar zu
Ende gehen. Kritiker warfen ihm vor, er würde einer
Ökodiktatur das Wort reden. Enttäuscht zog sich Dirk aus der
umweltpolitischen Debatte zurück, "solange sie nicht die
Bereitschaft zur Radikalität erkennen lässt", wie er sagte. Bis Eric Bihl in sein Leben
trat. Eric konnte Dirk von einer positiven Zukunftsvision im Sinne des Equilibrismus
überzeugen und wieder für das Schreiben begeistern. So entstanden die beiden
Equilibrismus-Romane "Das Tahiti-Projekt" und "Maeva!". Am 10. Dezember 2012
erscheint "Maeva!" im Piper Verlag als Taschenbuch unter dem Titel "Das SüdseeVirus".
Die Unterstützer
Damit möglichst viele Menschen vom Equilibrismus erfahren und das Modellprojekt
als sozio-ökologisches Schaufenster entstehen kann, sind Unterstützer unersetzlich.
Neben zahlreichen Privatpersonen, die sich für eine Fördermitgliedschaft
entschieden haben, fördern vor allem Öko-Unternehmen den gemeinnützigen Verein.
Sie haben erkannt, dass neue Schritte gewagt werden müssen und es unsinnig ist,
dazu das jetzige Wirtschaftsystem eins zu eins kopieren und mit der Vorsilbe „Öko“
zu versehen.
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2 - Die Akteure
Johannes Gutmann: Gründer und Geschäftsführer von Sonnentor
"Equilibrismus ist die Verbindung von Tradition und Moderne für die Zukunft, umweltverträglich und in fairer Form. Diese
Werte von Sonnentor, sollten allen wichtig sein, gelebt und
unterstützt werden. Damit die Freude und nicht die Sorge
wächst!"
Die SONNENTOR Kräuterhandels GmbH ist der Biotee- und
Kräuterspezialist aus Österreich. 1988 von Johannes
Gutmann gegründet, stehen Wirtschaften im Einklang mit der
Natur, handwerkliche Sorgfalt und Qualität im Vordergrund.
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3 - Grundideen des Equilibrismus
Grundideen des Equilibrismus
Wir als Menschheit stehen vor einer Vielzahl an Herausforderungen: Eine stetig
wachsende Bevölkerung muss ernährt werden, wobei zeitgleich die industrielle
Landwirtschaft aus ehemals fruchtbaren Böden karge Wüsten macht. Ebenso wie die
meisten herkömmlichen Wirtschaftsbereiche hängt die industrielle Landwirtschaft am
Ölhahn. Dabei ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis kein billiges Erdöl mehr die
globale Wirtschaft schmieren kann. Das schwarze Gold ist nicht die einzige
Ressource, die der westliche Kapitalismus und sein jetziges Geldsystem
verschlingen. Beide sind abhängig vom grenzenlosen (Wirtschafts-)Wachstum bei
gleichzeitig endlichen Ressourcen. Regenerative Energiequellen müssen
erschlossen, Lebensraum bewahrt und soziale Gerechtigkeit hergestellt werden.
Es gibt eine Vielzahl an Organisationen, die sich für den Erhalt der Umwelt
einsetzen. Die einen schützen Tiere, die anderen Pflanzen, wieder andere kämpfen
allgemein gegen die Zerstörung der Umwelt. Ebenso setzen sich etliche
Vereinigungen für Menschenrechte und den Weltfrieden ein. Auch das kapitalistische
Wirtschaftssystem in unserer heutigen Form wird angeprangert und eine neue
Geldordnung gefordert. Eine, die nicht einer blinden Gesetzmäßigkeit folgend
Reichtum durch Armut erzeugt und den Staat damit vor aussichtslose
Ausgleichsaufgaben beispielsweise in Form von Sozialleistungen stellt. Während
manche Vereine ihre Aktivitäten auf den nationalen Rahmen beschränken,
engagieren sich andere global.
Das Problem all dieser Initiativen: Sie befassen sich jeweils mit Teilbereichen, die
jedoch in der Kausalität mit anderen Bereichen unweigerlich verbunden sind und sich
dementsprechend auswirken. Soll die Arbeit dieser Organisationen nachhaltigen
Erfolg haben, so müssen sie zumindest miteinander kooperieren. Im Einzelfall
funktioniert dies mitunter hervorragend. Jedoch stehen die unterschiedlichen
Umweltschutz- und Hilfsorganisationen bezüglich der Spendengelder in einer
Konkurrenzsituation. Somit ist es verlockend, eigene Vorzeigeprojekte zu
präsentieren, die möglichst im Alleingang entstanden sind. Ob die einzelnen
Aktionen im Kontext einen Sinn ergeben, ist leider mitunter zweitrangig. Zudem
stehen häufig die Symptome im Fokus der Arbeit und nicht die Ursachen, die
wiederum oft systembedingt sind.
Wir haben es jedoch nicht mit Fehlern im System, sondern mit einem fehlerhaften
System zu tun. Deshalb müssen wir nicht nur einzelne Symptome, sondern die
jeweiligen Ursachen in den Mittelpunkt stellen. Dies ist jedoch erst umfassend
möglich, wenn wir uns gedanklich vom bestehenden System lösen können und völlig
neue Paradigmen zu neuen Handlungsansätzen zusammenfügen.
Der Equilibrismus verbindet bereits heute verfügbare nachhaltige Lösungsansätze
aus Wirtschaft, Ökologie und Gesellschaft, welche sich übergreifend mit den
wichtigsten Problembereichen und deren Ursachen widmen und in Kooperation
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3 - Grundideen des Equilibrismus
verwirklicht werden sollen. Um das Gleichgewicht der Kräfte global zu erreichen, soll
nicht weiter an fehlerhaften Systemen herumgebastelt werden. Vielmehr steht ein
vollständiger Paradigmenwechsel im Mittelpunkt, der sich schrittweise vollziehen
kann. Als Maßstab gilt, dass jeder einzelne Schritt im Einklang mit der Natur sein
muss. Die wichtigen Grundsätze dabei sind:
Nicht gegen etwas und jemanden kämpfen, sondern sich miteinander für ein
Ziel einsetzen.
Nicht lediglich auf entstandene Probleme reagieren, sondern im Vorfeld
agieren, neue Wege aufzeigen und Mitmenschen inspirieren.
Fernab von Strafen: Das Positive soll belohnt und destruktive Energien in
kreative Bahnen gelenkt werden.
Wettbewerb soll miteinander stattfinden, um Verbesserungen zu erreichen und
nicht gegeneinander, um andere zu besiegen. Wir leben alle auf dem gleichen
Planeten und haben eine gemeinsame Zukunft.
Alle Betätigungen sollten weitgehend im Einklang mit der Natur geschehen.
In der Vielfalt liegt die schöpferische Kraft und daher ist sie in allen Bereichen
der Monopolisierung vorzuziehen.
Wirtschaftliches Handeln soll möglichst auf regionalen Kreisläufen beruhen
und dem Wohle der Gemeinschaft dienen.
Entscheidungen und Verantwortung liegen in der Hand der jeweils betroffenen
Ebene: Ein neuer Spielplatz ist Sache einer Gemeinde, die Entscheidung für
eine Amtssprache trifft die Region, die Regelung der Staatsbürgerschaft muss
ein Land einheitlich treffen, ein Kernkraftwerk hat globale Auswirkungen.
Die größte Stärke des Equilibrismus ist gleichzeitig auch eine Schwäche: Das
Konzept ist umfassend, im Prinzip einfach und dennoch komplex. Man muss sich
folglich eine Weile damit beschäftigen, um es verinnerlichen zu können. Damit die
Dimensionen im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar werden, sind Modellprojekte
zum Anfassen als ökologische Schaufenster der nächste Schritt. Sobald der Mensch
versteht, dass Alternativen funktionieren können, ist er auch bereit neue Wege zu
gehen.
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4 - Unterschiede zwischen dem
Equilibrismus und anderen Konzepten
Unterschiede zwischen dem Equilibrismus und anderen Konzepten
Der Equilibrismus ist biozentrisch und erkennt somit die Gesetzmäßigkeiten
der Natur in ihrer Gesamtheit an.
Im Fokus stehen Gesamtproblematiken und deren Ursachen.
Das Ziel ist ein Paradigmenwechsel auf allen Ebenen und kein Herumdoktern
an fehlerhaften Systemen. Wer renoviert schon mit großem Aufwand eine
Besenkammer, wenn das ganze Haus baufällig und zugleich auf Sand gebaut
ist? Wir müssen ein neues Haus errichten, bevor das alte einstürzt. Bewährtes
kann dabei durchaus übernommen werden – wenn es im Einklang mit der
Natur ist und dem Wohle aller dient.
Der Equilibrismus beinhaltet ein globales Konzept für eine neue Geld- und
Bodenordnung. Vielfach wird erst dadurch ermöglicht, neue Wege zu gehen
und sozio-ökologische Alternativen gedeihen zu lassen, die beispielsweise
ohne grenzenloses Wachstum für allgemeinen Wohlstand sorgen.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Equilibrismus von der Globalisierung
weitgehend unabhängig. Ebenso ist er an keine politische Partei oder
Organisation gebunden.
Der Bürger wird wieder mündig, bei ihn persönlich betreffenden
Entscheidungen agieren zu können.
Der Start eines Modellprojekts erfolgt daher mit Einverständnis der
Bevölkerung und mit deren Kooperation: Kein Überstülpen nach dem
„Käseglockenprinzip“.
Da die jeweilige Modellregion einen überschaubaren Wirtschaftsraum
vorweist, können zunächst ohne größere globale Auswirkungen die einzelnen
sozio-ökologischen Alternativen getestet, deren Zusammenspiel optimiert und
bei Bedarf korrigiert werden. Zudem müssen zunächst im kleineren Rahmen
auch nur wenige unterschiedliche Interessen in Einklang gebracht werden. Es
gilt zu berücksichtigen, dass beim ersten Modellprojekt noch auf kein
funktionierendes Pendant verwiesen werden kann und somit die Skepsis ohne
dieses Beispiel höher ausfallen kann.
Ein Modellprojekt benötigt nur einen Bruchteil der finanziellen Mittel, die ein
globales ökologisches Umstruktierungsprogramm à la weltweitem MarshallPlan beanspruchen würde. Zunächst können im überschaubaren Rahmen
Erfahrungen gesammelt werden, die später auf andere Regionen übertragbar
sind.
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5 - Neue Konzepte statt Reformen
Neue Konzepte statt Reformen
Als 16-Jähriger sah der gebürtige Elsässer Eric Bihl einen Dokumentarfilm über
Elefanten, die massakriert wurden. Der junge Mann konnte nicht begreifen, warum
ein totes Tier wertvoller war, als ein lebendes. „Ich erkannte, dass unser
Wertesystem auf dem Kopf steht. Schließlich würde niemand ein Kunstwerk von
Vincent van Gogh zerstören, um Einzelteile daraus zu entnehmen.“ Folglich
engagierte sich Bihl im Tierschutz. Sieben Jahre nach seinem Schlüsselerlebnis zog
es ihn beruflich nach Deutschland. Er begann sich für eine natürliche
Wirtschaftsordnung und für den Schutz von bedrohten Völkern einzusetzen.
Schnell erkannte er jedoch, dass er sich in seinem Wirken auf Symptome in
Teilbereichen konzentrierte und nicht auf die Ursachen, die wiederum systemisch
bedingt sind. Ausschlaggebend dafür war unter anderem eine Begegnung mit dem
Wirtschaftsanalytiker Helmut Creutz, welcher Bihl die Fehler im derzeitigen Geld- und
Wirtschaftssystem aufzeigte. „Damals verstand ich, dass man viel tiefer graben
muss, um an die Wurzeln der heutigen ökologischen, wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Probleme zu gelangen.“ Statt weiterhin zu versuchen in einem
fehlerhaften System zu agieren, widmete sich Bihl dem Aufbau des sozioökologischen Konzepts Equilibrismus. 1997 gründete er in München den
gleichnamigen gemeinnützigen Verein, den er als erster Vorsitzender leitet.
Bald darauf stieß der heutige zweite Vorsitzende, Volker Freystedt, hinzu.
Gemeinsam veröffentlichten Bihl und Freystedt 2005 das Sachbuch "Equilibrismus Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht". Das Werk gibt
ausführliche Einblicke in Hintergründe und Möglichkeiten und ist als
Konstruktionshilfe für ein Modellprojekt gedacht.
Damit sich möglichst viele Menschen in die Vision einfühlen und in eine Welt im
Gleichgewicht (Equilibrium) eintauchen können, nahm die Idee eines Romans
Gestalt an. Alles was Eric Bihl und seine Mitstreiter benötigten, war ein Autor, der
sich begeistern ließ. Ein geeigneter Kandidat war schnell gefunden. Er musste
lediglich von einer positiven Zukunftsvision überzeugt werden…
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6 - Die Vision wird fühlbar
Die Vision wird fühlbar
Der Hamburger Journalist Maximilian Cording ist es gewohnt von den Krisenherden
der Welt zu berichten. Im Jahre 2022 sind Leid, Gewalt und Umweltkatastrophen sein
täglich Brot. Das grenzenlose Wirtschaftswachstum verschlingt die letzten grünen
Flecken der Erde und die Verteilungskämpfe um die noch verbliebenen natürlichen
Ressourcen sind unter den Großkonzernen in vollem Gange. Cordings aktueller
Auftrag führt ihn nach Tahiti, dessen Regierung Pressevertreter aus aller Welt
eingeladen hat. Was Cording hier erfährt, stellt alles bislang Erlebte in den Schatten.
Während die Menschheit ringsherum im Chaos zu versinken droht, ist dem Inselstaat
Tahiti die vollständige ökologische Wende im Stile eines gelebten Equilibrismus
gelungen. Still und unbemerkt hat sich eine moderne Gesellschaft etabliert, die im
Einklang mit der Natur lebt:
Tahitis Straßenbild prägen Elektrofahrzeuge aus Pflanzenfasern, sämtliche Energie
wird aus regenerativen Quellen gewonnen, Lebensmittel biologisch-dynamisch
angebaut und neue Gebäude werden aus Hanfbeton errichtet. Regionale
Wirtschaftskreisläufe und das bedingungslose Grundeinkommen haben den
allgemeinen Wohlstand deutlich erhöht. Niemand arbeitet mehr aus wirtschaftlichem
Zwang, kein Betrieb muss ständig wachsen und deswegen seine Produktion
erweitern. Die dadurch frei gewordene Zeit nutzen die Einwohner für den Aufbau
einer erweiterten Demokratie und die eigene spirituelle Sinnsuche.
So ist es im Roman "Das Tahiti-Projekt" von Dirk C. Fleck zu lesen, der 2008
veröffentlicht wurde. Die Erzählung mag utopisch anmuten, doch in Wahrheit sind
alle darin beschriebenen Technologien und Konzepte bereits heute verfügbar – und
unter dem Dach des Equilibrismus vereint.
Warum ein Roman?
Gerade als Eric Bihl und Volker Freystedt gemeinsam am Sachbuch „Equilibrismus Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“ arbeiteten, regte der
damalige und leider im Frühjahr 2004 verstorbene Unterstützer Sir Peter Ustinov
einen Roman an. Dieser sollte die Vision noch deutlicher spürbar machen und in der
Fiktion die Umsetzung des Konzepts vorwegnehmen. Die Idee fand Anklang, doch
wer sollte den Roman verfassen?
Durch einen Fernsehbeitrag wurde Eric Bihl auf Dirk C. Fleck aufmerksam. Bereits
1993 hatte dieser den Roman "GO! Die Ökodiktatur" veröffentlicht. Darin steht die
Welt am Abgrund, bis eine Diktatur an die Macht kommt, um den bevorstehenden
Kollaps zu verhindern: Die ökologische Wende wird den Menschen aufgezwungen.
Wer sich an der Umwelt versündigt, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Die
Natur steht an erster Stelle, erst dann kommt der Mensch. Fleck erhielt für sein Werk
1994 den Deutschen Science Fiction Preis. Mit seinem Werk wollte Fleck vor den
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6 - Die Vision wird fühlbar
möglichen negativen Entwicklungen warnen und das Bewusstsein für eine
rechtzeitige Wende schärfen. Jedoch wurde dem Autor von Kritikern vielfach
vorgeworfen, er sympathisiere insgeheim mit der von ihm erdachten Diktatur.
Enttäuscht, derart missverstanden zu werden, zog sich Fleck vollständig aus der
ökologischen Diskussion zurück – bis ihn Bihl für eine positive Zukunftsvision und
das Schreiben eines neuen Romans begeistern konnte.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im Jahr 2009 gewann Fleck mit dem
ersten Equilibrismus-Roman "Das Tahiti-Projekt" erneut den Deutschen Science
Fiction Preis. Seinen Mut, entgegen dem literarischen Trend kein düsteres
Endzeitszenario zu skizzieren, sondern einen Ausblick auf eine lebenswerte Zukunft
zu zeigen, wurde belohnt.
Im März 2011 erschien der viel beachtete Folgeroman "MAEVA!", der ab 10.
Dezember 2012 als Taschenbuch unter dem Titel „Das Südsee-Virus“ erhältlich ist –
inklusive bislang unveröffentlichter Kapitel. Dank Dirk C. Fleck ist die Vision des
Equilibrismus für viele Menschen inzwischen mehr als nur ein ferner Traum. Jetzt ist
es an der Zeit, Taten folgen zu lassen.
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7 - Aus der Idee wird Realität
Aus der Idee wird Realität
Bei Konzept und Fiktion soll es nicht bleiben. Der nächste Schritt ist ein praktisches
Modellprojekt à la Tahiti-Projekt. Mit einem ökologischen Schaufenster soll der
Beweis angetreten werden, dass unsere moderne Gesellschaft im Einklang mit der
Natur existieren kann, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Das Modellprojekt
soll in einem unabhängigen Land realisiert werden, welches beste Voraussetzungen
wie einen überschaubaren Wirtschaftsraum, politische und soziale Stabilität bietet,
aber auch (ökologische) Probleme hat. Im Vorfeld haben die Equilibristen 43
unabhängige Inselstaaten unter die Lupe genommen.
Tahitis Nachbarinsel Moorea war einer der ersten Standorte, die genauer untersucht
wurden. Im Jahr 2010 führte Eric Bihl viel versprechende Gespräche, unter anderem
mit dem Bürgermeister und hatte bereits ein brachliegendes Areal im Blick. Leider
entschieden sich die Verantwortlichen für einen eher herkömmlichen Ansatz, die
wirtschaftlichen Probleme der Insel zu lösen: den Neubau eines weiteren Hotels.
Bihls Reise war dennoch ein Gewinn: Er lernte Roti Make kennen, die sich seitdem
als Equilibrismus-Botschafterin für das Modellprojekt einsetzt.
Auf der ebenfalls zu Französisch Polynesien zählenden Insel Rapa Iti sind mit Roti
Makes Hilfe die vorbereitenden Schritte derzeit am weitesten gediehen: Die
politischen Gremien – der Rat der Weisen, die Hüter der Erde und Bürgermeister
Tuanainai Narii – haben sich in offiziellen Schreiben an den Verein für die
vollständige ökologische Wende ausgesprochen. Sie möchten das weltweit
einzigartige Modellprojekt in ihrer Heimat umsetzen.
Ein weiterer möglicher Standort ist der unabhängige Inselstaat Niue, welcher etwa
2.400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland liegt. Erste Kontakte mit Premierminister
Toke Talagi und Staatssekretär Richard Hipa sind geknüpft. Im Februar 2012 hat ein
Vertreter des Equilibrismus e. V. auf einer Recherchereise vor Ort die Möglichkeiten
ausgelotet und viel versprechende Gespräche geführt. Für Herbst 2012 ist eine
weitere Reise geplant.
Auch ein extraterritoriales Gebiet auf Island ist eine Option, ebenso kommen private
Inseln in Betracht. Welche sozio-ökologischen Alternativen letztlich zum Einsatz
kommen, hängt von den jeweiligen örtlichen Begebenheiten ab. Das Grundgerüst ist
jedoch in weiten Teilen stets identisch:
Gelebte Kooperation
Das Modellprojekt wird gemeinsam mit Einheimischen verwirklicht. Daher setzen die
Equilibristen nicht nur die Zustimmung der jeweiligen Regierung voraus, sondern
auch das Einverständnis der Bevölkerung – schließlich wird diese aktiv eingebunden.
Das traditionelle Wissen bereichert moderne Methoden, zudem sind direkte
Demokratie und mündige Bürger wichtige Bestandteile des Equilibrismus.
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7 - Aus der Idee wird Realität
Zusammen mit Experten der einzelnen sozio-ökologischen Alternativen und
Studenten verschiedener Universitäten wird der Standort zunächst von möglichen
Altlasten befreit, die je nach Beschaffenheit ökologisch verträglich entsorgt werden.
Danach steht dem eigentlichen Modellprojekt nichts mehr im Wege:
Die fünf Lebensgrundlagen unserer modernen Gesellschaft
Energie
Behausung
Kleidung
Nahrung
Mobilität
entstehen im Einklang mit der Natur und in regional-wirtschaftlichen Kreisläufen.
Dabei kann aus einer Vielzahl ökologischer Alternativen gewählt werden, die jeweils
passend für die ausgewählte Region des Modellprojekts sind. Sobald diese
Grundbedürfnisse befriedigt sind, können politische und gesellschaftliche Reformen
in den Bereichen Geld- und Bodenordnung, bedingungsloses Grundeinkommen,
Gesundheit, Bildung, ein neues parlamentarisches und kulturelles System folgen.
Im Abschnitt „Häufige Fragen“ wird der Start eines Modellprojekts skizziert.
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8 - Häufige Fragen
Häufige Fragen
Was ist Equilibrismus und was ist das Ziel des gleichnamigen Vereins?
Es ist ein sozio-ökologisches Wirtschaftskonzept, das bereits vorhandene
nachhaltige Lösungsansätze aus den Bereichen Wirtschaft, Ökologie und
Gesellschaft miteinander verbindet. Equilibrismus bedeutet Gleichgewicht und leitet
sich ab vom lateinischen Wort aequilibrium (aequus = gleich, libra = Waage). In
ihrem Sachbuch „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im
Gleichgewicht“ haben Eric Bihl und Volker Freystedt das Konzept ausführlich
beschrieben. 1997 gründete Eric Bihl in München den gleichnamigen
gemeinnützigen Verein.
Das Ziel ist ein vollständiger Paradigmenwechsel: Eine moderne Gesellschaft im
Einklang mit der Natur, in der es jedem möglich ist, an der Gemeinschaft teil zu
haben und seine Fähigkeiten frei zu entfalten. Der Mensch versteht sich dabei wieder
als Teil eines großen Ganzen, als Teil der Natur.
Der Weg dorthin führt über eine Modellregion als ein sozio-ökologisches
Schaufenster. Im 2008 erschienenen Roman „Das Tahiti-Projekt“ von Dirk C. Fleck
ist der französisch-polynesischen Insel Tahiti im Jahr 2022 die vollständige
ökologische Wende im Sinne eines praktizierten Equilibrismus geglückt. Fast alle
beschriebenen Technologien und Konzepte sind bereits heute verfügbar.
Wie weit ist die konkrete Umsetzung des realen Modellprojekts?
Es gibt noch kein Projekt im Stadium des „Anfassens“. Auf der Insel Rapa Iti in
Französisch-Polynesien sind die vorbereitenden Schritte derzeit am weitesten
gediehen: Die politischen Gremien – der Rat der Weisen, die Hüter der Erde und
Bürgermeister Tuanainai Narii – haben sich in offiziellen Schreiben für die
vollständige ökologische Wende ausgesprochen. Sie möchten das weltweit
einzigartige Modellprojekt in ihrer Heimat umsetzen. Als nächstes wird ein erster
Experte entsandt, um vor Ort eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Darüber hinaus
sollen alle Einwohner der Insel zum Vorhaben befragt werden. Unterstützung vor Ort
gibt es durch Equilibrismus-Botschafterin Roti Make, die teilweise auf Rapa Iti lebt.
Ein weiterer möglicher Standort ist der unabhängige Inselstaat Niue, welcher etwa
2.400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland liegt. Erste Kontakte mit Premierminister
Toke Talagi und Staatssekretär Richard Hipa sind geknüpft. Ende Februar 2012 hat
ein Vertreter des Equilibrismus e. V. auf einer Recherchereise vor Ort die
Möglichkeiten ausgelotet und viel versprechende Gespräche geführt. Auch ein
extraterritoriales Gebiet auf Island ist eine Option, ebenso kommen private Inseln in
Betracht.
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8 - Häufige Fragen
Aktuelle Informationen zum Stand des Modellprojekts sind im Equilibrismus-Blog zu
finden.
Warum soll das Modellprojekt am anderen Ende der Welt umgesetzt werden?
Ein Satz von Michael Ende bringt die Begründung für diese ganz bewusste
Entscheidung auf den Punkt: „Auf einem Dampfer, der in die falsche Richtung fährt,
kann man nicht sehr weit in die richtige Richtung gehen.“ Das betrifft vor allem das
derzeitige Wirtschaftssystem, speziell die Geld- und Bodenordnung. Deshalb haben
die Equilibristen beschlossen, nach einer Region zu suchen, die weniger stark von
der Globalisierung abhängt, die einen vergleichbaren Lebensstandard und ähnliche
Probleme wie Europa hat, aber gleichzeitig über genügend Ressourcen verfügt, um
eigene Reformen auch durchzustehen. Französisch-Polynesien ist eine mögliche
Region, die diese Kriterien erfüllt. Es gibt aber noch einige weitere Regionen.
In Europa käme derzeit nach Einschätzung der Equilibristen nur Island infrage. Erste
Kontakte sind auch dort bereits vorhanden, allerdings befinden sie sich noch in
einem sehr frühen Stadium.
Soll die ökologische Wende alleine auf technischen Lösungen beruhen?
Der Equilibrismus besteht aus mehr als technischen Lösungen. Entscheidend ist
auch, das derzeitige Wirtschaftssystem nicht eins zu eins zu kopieren und mit der
Vorsilbe „Öko“ zu versehen. Denn eine ökologische Kreislaufwirtschaft sollte auch
ohne Wachstum zum allgemeinen Wohlstand beitragen, um Ressourcen zu schonen
und den Energieverbrauch zu senken. Wichtig ist, dass zu jedem Zeitpunkt im
Einklang mit der Natur gehandelt und gewirtschaftet wird. Neben den fünf
Lebensgrundlagen Energie, Behausung, Kleidung, Nahrung und Mobilität spielen
gesellschaftliche und soziale Aspekte eine große Rolle, damit jeder an der
Gemeinschaft teilhaben und seine Fähigkeiten frei entfalten kann. Unsere heutige,
westlich geprägte Arbeitswelt bietet mitunter dafür nur wenige Freiräume. Daher sind
beispielsweise das bedingungslose Grundeinkommen sowie Geld- und
Bodenreformen und ein neues Parlamentssystem wichtige Eckpfeiler des
Equilibrismus, ebenso eine Bildungsreform, die das traditionelle Wissen in der
jeweiligen Modellregion berücksichtigt.
Wann kommt eine Region für das Modellprojekt infrage?
Der Standort muss über einen überschaubaren Wirtschaftsraum verfügen, welcher
es den verschiedenen sozio-ökologischen Alternativen erlaubt, sich frei zu entfalten.
Zunächst wirken sich diese Alternativen bewusst noch nicht global aus, so dass
verschiedene Ansätze probiert und bei Bedarf korrigiert werden können. Die
entscheidende Voraussetzung dafür ist, sich aus dem jetzigen System vorerst
weitgehend ausklinken zu können. Außerdem sind politische und soziale Stabilität,
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Marienstraße 19/20
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8 - Häufige Fragen
aber auch nicht erfüllte Bedürfnisse, beispielsweise durch ökologische Probleme,
wichtige Aspekte.
Entscheidend ist auch, dass die Einwohner und die politischen Verantwortlichen mit
dem Vorhaben einverstanden sind, schließlich werden sie aktiv eingebunden. Im
Modellprojekt ist das traditionelle Wissen vor Ort eine wichtige Grundlage, die mit
modernen Methoden kombiniert wird. Darüber hinaus ist die direkte Demokratie ein
Bestandteil des Equilibrismus. Aus diesem Grund haben die Einwohner von Anfang
an Mitspracherecht. Lösungen sind erst dann nachhaltig, wenn sie auf Dauer
funktionieren können und für alle Beteiligten einen Gewinn darstellen. Das
Modellprojekt ist für keine neue Gemeinschaft gedacht, sondern für die jeweils
vorhandene Gesellschaft.
Bestens geeignet sind daher unabhängige Inselstaaten, deren Bewohner und
Regierungen bereit sind, neue Wege zu beschreiten und eine vollständige sozioökologische Wende zu vollziehen. Denkbar wären aber auch extraterritoriale Gebiete
größerer Staaten oder private Inseln, wo in Pionierarbeit ein Modell aufgebaut wird.
Wie muss der lokale Standort für das Modellprojekt beschaffen sein?
Neben der Größe von mindestens 25 Hektar sind freie Transportwege und
Trinkwasserquellen entscheidende Merkmale, wobei auch ein Zugang zum Meer
wünschenswert ist. Zudem müssen Flächen für den Anbau von Lebensmitteln und
Möglichkeiten zum Gewinnen von ausreichend regenerativer Energie vorhanden
sein. Einheimische kennen ihr Land bereits seit Generationen und daher ist ihr
traditionelles Wissen eine wertvolle Grundlage. Wichtig ist auch, Rücksicht auf
kulturelle Stätten oder auf für archäologische Ausgrabungen reserviertes Gebiet zu
nehmen.
Wie kann ich mir die konkrete Umsetzung des Modellprojekts vorstellen?
Die Umsetzung erfolgt in mehreren Stufen. Der Ablauf kann in der Realität flexibel
gestaltet werden, wie unser aktuelles Beispiel Rapa Iti zeigt. Da sich die örtlichen
Gegebenheiten und die Bedürfnisse der Einwohner teilweise massiv unterscheiden,
ist es nahezu unmöglich, sich minutiös an einer starren Checkliste zu orientieren.
Schritt 1
Zunächst gilt es, ein geeignetes Land oder einen geeigneten Inselstaat zu finden und
dann vor Ort das Gelände und die Möglichkeiten zu erkunden. Finden die
Kundschafter geeignete Gebiete, werden die Erstkontakte zur örtlichen Bevölkerung,
zur jeweiligen Regierung und Entscheidungsträgern aufgebaut; es kommt zu ersten
Treffen. Im Gepäck haben die Kundschafter Informationsmaterial über den
Equilibrismus, Muster von ökologischen Produkten und idealerweise auch den
Roman „Das Tahiti-Projekt“ in der jeweiligen Landessprache. Darin macht Autor Dirk
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8 - Häufige Fragen
C. Fleck die Vision des Equilibrismus fühlbar, denn: Fast alle darin vorgestellten
Alternativen sind bereits heute verfügbar.
Den Kundschaftern folgen Experten der fünf im Equilibrismus beschriebenen
Lebensgrundlagen Energie, Behausung, Kleidung, Nahrung und Mobilität, die für
eine moderne Gesellschaft im Einklang mit der Natur gesichert werden müssen.
Zunächst gilt es heraus zu finden, ob dies am ausgewählten Standort möglich ist. Die
Experten analysieren beispielsweise Bodenbeschaffenheit, klimatische Verhältnisse,
vorhandene Quellen regenerativer Energie, Trinkwasserqualität und welche Altlasten
– etwa in Form von Abfällen – vorhanden sind.
Schritt 2
Eignet sich das Territorium, kommt es zu einem offiziellen Treffen mit Regierung und
örtlichen Entscheidungsträgern. Der Start des Modellprojekts wird jetzt genauer
skizziert und die möglichen sozio-ökologischen Alternativen im Detail vorgestellt. Von
Anfang an werden die Einwohner eingebunden und es wird auf ihr traditionelles
Wissen gebaut. Direkte Demokratie spielt im Equilibrismus eine große Rolle. Aus
diesem Grund werden vor dem tatsächlichen Beginn des Modellprojekts alle Bürger
zum Vorhaben befragt.
Sobald Einwohner und Regierung sich für das Modellprojekt entschieden haben,
reisen bis zu zwei Spezialisten für die bereits erwähnten fünf Lebensgrundlagen an.
Sie legen die genauen Standorte, etwa für die Wassergewinnung, Äcker für
Nutzpflanzen, Wohnraum und dergleichen fest. Dabei wird auch das traditionelle
Wissen der Einwohner genutzt, denn sie kennen in der Regel seit vielen
Generationen die geeigneten Plätze.
Schritt 3
Danach wird mit dem Aufbau des Instituts begonnen, welches sämtliche Aktivitäten
vor Ort koordiniert. Darin eingebunden sind Universitäten und Studenten aus der
jeweiligen Region und aus Europa. Öko-Unternehmen sind nicht nur mögliche
Sponsoren, sondern stellen auch ihr Fachwissen zur Verfügung. Anschließend gilt
es, das Gebiet von möglichen Altlasten zu säubern und mit dem eigentlichen
Modellprojekt zu beginnen. Sobald die Basis für die fünf Lebensgrundlagen
geschaffen ist, können politische und gesellschaftliche Reformen beispielsweise in
den Bereichen Geld- und Bodenordnung, bedingungsloses Grundeinkommen,
Gesundheit, Bildung, parlamentarisches und kulturelles System folgen.
Das Ziel ist ein sozio-ökologisches Schaufenster, welches Menschen weltweit
inspiriert und dadurch einen Paradigmenwechsel einleitet.
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8 - Häufige Fragen
Wie kann ich bei der konkreten Umsetzung des Projekts vor Ort mitwirken?
Ziel ist, das Equilibrismus-Modellprojekt vor allem mit Einheimischen, Studenten und
einigen wenigen Experten zu realisieren. Es soll kein Ökodorf oder dergleichen
entstehen, das Menschen aus aller Welt dauerhaft eine neue Heimat schafft.
Die Modellregion soll aufzeigen, wie die einzelnen sozio-ökologischen Alternativen
im System zusammen wirken und dass ein vollständiger Paradigmenwechsel
möglich ist. Dadurch sollen Menschen in anderen Regionen inspiriert werden, jeweils
im Rahmen der örtlichen Möglichkeiten neue Wege zu beschreiten: Was bislang
vielfach lediglich als theoretisches Konzept oder sehr vereinzelt existiert, wäre dann
in der Realität greifbar – auch in Europa.
Eine konkrete Mitarbeit vor Ort ist demnach abhängig davon, welche Kenntnisse und
Fähigkeiten jeder Einzelne mitbringt und wie er sich sein Wirken vorstellt. Sobald das
„Tahiti-Projekt“ konkrete Formen annimmt, gibt der Verein auf seiner Internetseite die
Möglichkeiten der aktiven Mitarbeit bekannt.
Welche Schwächen hat das Konzept?
Die größte Stärke ist gleichzeitig auch eine mögliche Schwäche. Das Konzept ist
sehr umfassend, im Prinzip einfach, aber dennoch komplex. Wer es verstehen will,
muss sich eine Weile damit auseinandersetzen und sich vor allem gedanklich vom
alten System lösen. Es ist leichter, Menschen für schnelle Aktionen zu begeistern.
Die Ziele des Equilibrismus sind dagegen langfristig und dadurch etwas schwerer
vermittelbar. Es bedarf viel Geduld, diese Ziele über einen längeren Zeitraum
engagiert zu verfolgen. Aber die Geduld zahlt sich aus, wie allmählich zu sehen ist.
Bei einem vollständigen Paradigmenwechsel prallen die unterschiedlichsten
Interessen aufeinander. Wie kann man ihn dennoch friedlich gestalten?
Wichtig ist vor allem, dass keinerlei Zwang oder Gewalt ausgeübt wird. Bereits seit
Jahren ist ersichtlich, dass wir so wie bisher nicht weitermachen können. Ab einem
gewissen Punkt sind beispielsweise die Kapazitäten der Natur erschöpft und
Lebensraum geht endgültig verloren. Sobald der Mensch begreift, dass er durch
Achtung der Naturgesetze auf lange Sicht gewinnt, ist er auch bereit, neue Wege zu
gehen. Dafür muss jedoch zunächst auf breiter Ebene ein Bewusstsein geschaffen
werden.
Jedes Unternehmen und jede Struktur kann sich an den notwendigen
Paradigmenwechsel anpassen. Denn mit der Reparatur von Umweltschäden und
dem Aufbau ökologischer Alternativen gibt es genug zu tun. Alle Menschen sind
Gewinner, wenn unser Lebensraum erhalten bleibt. Schließlich leben wir alle auf dem
gleichen Planeten.
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8 - Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich der Equilibrismus e.V. von anderen Organisationen?
Es gibt viele Umweltschutz- und gemeinnützige Organisationen, die für sich
betrachtet eine hervorragende Arbeit leisten und in ihrem jeweiligen Bereich
durchaus Teilerfolge erzielen. Was jedoch häufig fehlt, ist eine übergeordnete und
konkrete Vision. Beispielsweise, wenn hier und dort einzelne Tiere oder Pflanzen
gerettet werden – an der Gesamtsituation ändert dies meist wenig. Vielfach stehen
Symptome im Vordergrund der Arbeit und nicht die Ursachen, die wiederum oft
systembedingt sind.
Beispielsweise ist das weltweite Finanzsystem abhängig vom grenzenlosen
(Wirtschafts-)Wachstum bei gleichzeitig endlichen Ressourcen. In immer kürzeren
Abständen müssen stets größere Mengen konsumiert werden, um das Wachstum
künstlich am Leben zu halten. Überquellende Müllhalden und schwindende
Ressourcen sind die Folge. Wird diese Vorgehensweise beibehalten, ist das
Ergebnis ein GAU auf vielen Ebenen. Daher gilt es zunächst, diese Zwänge
abzulegen, um neue Wege beschreiten zu können.
Beim Equilibrismus stehen daher keine vereinzelten Reformen oder
Umweltschutzprojekte, sondern ein vollständiger Paradigmenwechsel im Fokus.
Schließlich renoviert niemand mit großem Aufwand eine Besenkammer, wenn das
komplette Haus baufällig ist und darüber hinaus auf Sand gebaut ist. Wir müssen ein
neues Haus errichten, bevor das alte einstürzt. Dabei kann Bewährtes durchaus
übernommen und integriert werden. Alles, was jedoch nicht enkeltauglich ist, wird
durch eine entsprechende Alternative ersetzt.
Das sozio-ökologische Konzept Equilibrismus vereint solche Alternativen, die bereits
heute verfügbar sind und wie Puzzlestücke kombiniert werden können. Ebenso wie
beim Puzzlespiel bedarf es einer Vorlage, damit jeder weiß, wie das fertige Bild
aussehen soll. Eine solche Vorlage ist der Equilibrismus: Erst wenn feststeht, wohin
die Reise gehen soll, können Strategien entwickelt, Kräfte und Expertenwissen
gebündelt werden – immer im Bewusstsein, ein Teil des großen Ganzen zu sein.
Wie finanziert sich der Verein?
Vor allem durch Spenden von Privatpersonen. Weitere Sponsoren sind ÖkoUnternehmen, die sich der Notwendigkeit bewusst sind, neue Wege zu beschreiten.
Diese Firmen stellen wir auf unserer Spendenseite vor. Einen wichtigen finanziellen
Beitrag leisten auch unsere Fördermitglieder. Darüber hinaus ermöglicht der Verkauf
von Büchern und Hörbüchern das gemeinnützige Engagement des Equilibrismus e.
V.
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8 - Häufige Fragen
Wie kann ich den Equilibrismus e.V. unterstützen?
Mitwirken kann jeder, der sich von der Vision angesprochen fühlt. Die Möglichkeiten
sind vielfältig: Am wichtigsten ist, die Idee weiter zu verbreiten, damit möglichst viele
Menschen von den sozio-ökologischen Alternativen erfahren. Geben Sie
beispielsweise den Link zu unseren Internetseiten weiter, sprechen Sie mit Freunden
oder organisieren Sie einen Vortrag, wenn Sie möchten. Bitte beachten Sie, dass
gerade Vorträge für uns einen hohen Arbeits- und Zeitaufwand bedeuten. Daher
können nicht alle Wünsche erfüllt werden.
Darüber hinaus freuen wir uns über eine aktive Mitarbeit bei Organisation und
Kommunikation. Wer will, kann unsere Arbeit auch finanziell in Form einer Spende
oder einer Fördermitgliedschaft unterstützen.
Warum wurde der Roman „Das Tahiti-Projekt“ geschrieben?
Als das Sachbuch zum Equilibrismus in Arbeit war, regte unser damaliger
Unterstützer Sir Peter Ustinov an, in einer Fiktion die Umsetzung unseres Konzeptes
vorwegzunehmen. Dadurch könnten sich viele Leser besser vorstellen, wie der Alltag
in einer sozio-ökologischen Wirtschaftsordnung aussieht. Wie sich jetzt zeigt, traf Sir
Peter damit den Nagel auf den Kopf, denn das Interesse ist durch die Romane
deutlich gestiegen.
In Dirk C. Fleck fanden Eric Bihl und Volker Freystedt den passenden Autor. Schon
Jahre zuvor hatte er sich Gedanken über die Zukunft der Menschheit gemacht und
diese in der düsteren Roman-Vision „GO! - Die Ökodiktatur“ niedergeschrieben.
Basierend auf dem Equilibrismus-Konzept entwickelten die drei gemeinsam die
positive Vision, die im Roman „Das Tahiti-Projekt“ zum Tragen kommt. Es folgte die
Fortsetzung „MAEVA!“, welche im Dezember 2012 bei Piper als Taschenbuch unter
dem Titel „Das Südsee-Virus“ erscheint. Die Romane sollen nicht nur unterhalten,
sondern dienen als Vorstufe zum realen Projekt. In der Geschichte sind viele
Alternativen im Sinne des Equilibrismus beschrieben und im Glossar genauer
erläutert.
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9 - Bisherige Auszeichnungen und
Buchpublikationen rund um den
Equilibrismus
Bisherige Auszeichnungen und Buchpublikationen rund um den Equilibrismus
Auszeichnungen
2011
Projekt Zukunft
Gemeinsam mit namhaften Partnern aus
den Bereichen Umweltschutz und
Forschung präsentiert das Magazin natur
+ kosmos einmal im Monat ein
herausragendes Projekt, welches
ökologische, ökonomische und soziale
Kriterien gleichermaßen erfüllt. Im April
2011 konnte der Equilibrismus die Jury
überzeugen.
2010
UmweltMedienpreis
Einmal im Jahr verleiht die Deutsche
Umwelthilfe (DUH) den
UmweltMedienpreis. In der Kategorie
Hörfunk waren Matthias Leitner und seine
Kollegen die glücklichen Gewinner: „Die
Praxis der Utopisten“ aus der Sendereihe
„Zündfunk Generator“ auf Bayern 2
beschäftigte sich intensiv mit dem
Equilibrismus.
2009
Deutscher Science Fiction Preis
Der Mut eine positive Zukunftsvision
entgegen dem Trend düstere
Endzeitszenarien zu entwerfen wird
belohnt. Dirk C. Fleck erhält für den
ersten Equilibrismus-Roman „Das TahitiProjekt“ den begehrten Deutschen
Science Fiction Preis, der einmal jährlich
vom Deutschen Science Fiction Club
vergeben wird.
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9 - Bisherige Auszeichnungen und
Buchpublikationen rund um den
Equilibrismus
Buchpublikationen
2012
Mittlerweile sind in der Fiktion fünf Jahre
vergangen und die Ideen des TahitiProjekts erobern die Welt. Überall
entstehen Gemeinschaften, die sich an
dem sozio-ökologischen Modell
orientieren und die Grundgedanken
weiterführen. Kann eine ganze
Weltbevölkerung in Frieden und
Wohlstand existieren?
Roman
Dirk C. Fleck
Ab 10. Dezember 2012 ist „Das SüdseeVirus“ im Handel erhältlich. Ursprünglich
2011 unter dem Titel „MAEVA!“
erschienen, enthält die neue Ausgabe
bislang unveröffentlichte Kapitel.
2008
Im Jahr 2022 droht die Welt im
ökologischen Chaos zu versinken. Einzig
auf Tahiti ist die vollständige ökologische
Wende gelungen. Die Bewohner der
Französisch-Polynesischen Insel leben
in einer modernen Gesellschaft im
Einklang mit der Natur. Ermöglicht wurde
dies durch das sozio-ökologische
Konzept namens Equilibrismus.
Roman
Dirk C. Fleck
2005
Als Konstruktionshilfe für einen
kompletten Paradigmenwechsel haben
die beiden Autoren Eric Bihl und Volker
Freystedt verfügbare sozio-ökologische
Alternativen unter dem Dach des
Equilibrismus versammelt. Das Buch ist
derzeit im Handel vergriffen, jedoch als
E-Book über den Verein beziehbar.
Sachbuch
Eric Bihl und Volker Freystedt
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10 - Bleiben Sie auf dem Laufenden
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Möchten Sie stets über die Neuigkeiten rund um den Equilibrismus und das
Modellprojekt informiert werden, so tragen Sie sich in unserem digitalen
Pressebereich unter http://www.equilibrismus.org/presse/ in den Verteiler ein.
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, uns auf Twitter zu folgen.
Um wertvolle Ressourcen zu schonen, liegt dieser Pressemappe kein Datenträger
bei. Sämtliches digitales Pressematerial finden Sie im bereits oben erwähnten
Pressebereich auf unserer Internetseite.
Die aktuelle Pressemitteilung sowie ausgewählte Beiträge aus dem Pressespiegel
haben wir der Pressemappe beigefügt.
Bei allen Fragen rund um den Equilibrismus steht Ihnen Pressesprecher Jens
Hakenes gerne zur Verfügung.
Telefon: +49 (0) 30 956 079 90
Fax: +49 (0) 30 956 079 91
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11 - Aktuelle Pressemitteilung(en) /
Auswahl Pressespiegel
Pressemitteilung
Südsee-Insel Rapa Iti will weltweit einzigartige sozial-ökologische Wende einleiten
(München, 15.03.2012) In Französisch-Polynesien soll eine Modellregion entstehen,
die in allen Lebensbereichen nachhaltige Alternativen nutzt. Wie im Roman "Das
Tahiti-Projekt" von Dirk C. Fleck ist auch in der Realität das sozial-ökologische
Konzept Equilibrismus die Grundlage. In einem offiziellen Schreiben an den
Equilibrismus e. V. hat sich Bürgermeister Tuanainai Narii für eine vollständige
ökologische Wende ausgesprochen und Vertreter des gemeinnützigen Vereins
eingeladen, die Realisierung des als "Projekt Zukunft" ausgezeichneten Konzepts
vorzubereiten. Ebenso haben der Rat der Weisen und die Hüter der Erde als höchste
traditionelle Entscheidungsgremien der 1.400 Kilometer südlich von Tahiti gelegenen
Insel Rapa Iti zugestimmt.
"In den nächsten Wochen wollen wir einen Umweltexperten entsenden, der die Arbeit
unserer polynesischen Botschafterin Roti Make vor Ort unterstützt", erläutert Eric
Bihl, Gründer und erster Vorsitzender des Equilibrismus e. V. "Außerdem sollen alle
Einwohner der Insel zu dem gemeinsamen Vorhaben befragt werden - auch
diejenigen, die aus unterschiedlichen Gründen ausgewandert sind. Ebenso wie die
ständigen Bewohner sollten sie ein Mitspracherecht haben, was in ihrer Heimat
geschieht." Direkte Demokratie ist laut Bihl Teil des Equilibrismus-Konzepts und soll
daher von Beginn an eine tragende Rolle spielen.
Mögliche Orte für weitere nachhaltige Modellprojekte: Niue und Island
Als Standort für ein Modellprojekt ist auch der unabhängige Inselstaat Niue im
Gespräch, der etwa 2.400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland liegt. Erste
Kontakte mit Premierminister Toke Talagi und Staatssekretär Richard Hipa sind
geknüpft. Ende Februar hat ein Vertreter des Equilibrismus e. V. vor Ort die
Möglichkeiten ausgelotet. Auch ein extraterritoriales Gebiet auf Island ist eine Option,
ebenso kommen private Inseln für Modellprojekte in Betracht.
Vom Konzept über die Fiktion zur Realität
Die Grundlage für die Realisierung nachhaltigen Lebens haben Eric Bihl und Volker
Freystedt mit ihrem Sachbuch "Equilibrismus - Neue Konzepte statt Reformen für
eine Welt im Gleichgewicht" geschaffen. Durch Dirk C. Flecks preisgekrönten Roman
"Das Tahiti-Projekt" und dessen Fortsetzung "MAEVA!" erlangte ein breites Publikum
Zugang zur Vision. Das Besondere: In beiden Romanen werden Alternativen
vorgestellt, die bereits jetzt vorhanden sind. In der Fiktion ist Tahiti, der Hauptinsel
Französisch-Polynesiens, die vollständige ökologische Wende in Form eines
praktizierten Equilibrismus gelungen. "Es ist an der Zeit, neue Wege zu beschreiten
und zu zeigen, wie eine moderne Gesellschaft im Einklang mit der Natur leben kann",
sagt Bihl. In der Realität soll daher mit einem Modellprojekt als ökologisches
Schaufenster der nächste Schritt folgen.
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BEGEGNEN
Rapa
9
lti: Mit traditio-
nellen Techniken und
modernen Erkenntnissen
soll hier eine Welt im
Gleichgewicht entstehen.
Auf nach
Die Welt ins Lot bringen: gute ldee. Aber wie und wo anfangen? Am besten mit einem neuen
Cesellschaftssystem auf einer entlegenen lnsel. Die Equilibristen machen's yor. // Sytvia Meise
!t
apa lti heißt die Insel. Sie liegt in Französisch-Polyne!*"q;r sien. Deren Präsidentin Roti Make d'Assignies hat
il \. ,i.h schon vor zwei Jahren entschieden. Sie setzt sich
ii'"
seitdem dafür ein, dass ihre Insel das erste ,,Gebiet im
Gleichgewicht" wird. DAssignies hat in der Schweiz Modedesign studiert; ihr Großvater war der letzte König der Insel. Nun haben auch der ,,Rat der Weisen" und die ,,Hüter
der Erde", die höchsten Gremien der 5oo Einwohner zählenden Insel, grünes Licht gegeben. Jetzt sollen die Insulaner selbst befragt werden. Insgesamt 4ooo. Die meisten
jedoch sind weggezogen, um Arbeit zu finden. Nur einmal im Monat kommt man von außen dort hin. Durch die
Rückbesinnung auf traditionelle Techniken kombiniert
mit hochmodernen Erkenntnissen hofft Eric Bihl, sie
zum Teil zurückzugewinnen - und die anderen Inseln,
die ganze Welt mit der Idee anzustecken.
,,Die Zeit drängt", sagt der gebürtige Elsässer. ,Wir dürfen nicht länger am alten System herumdoktern, wir müs-
sen endlich Neues wagen!" Wenn Eric Bihl über seine Visi-
on spricht, lodert er vor
Engagement. Vor r5 ]ahren
gründete er den Verein Equilibrismus - equilibrium ist lateinisch und heißt Gleichgewicht. Die Devise: Think big
und nachhaltig. Die Welt soll umstellen auf ökologische
Alternativen, natürliche KreislauiWirtschaftssysteme,
nachhaltige Geld- und Bodenordnung und Weltbürgertum.
Im Grunde ähnelt das Konzept einem Demeter-Bauernhof
- möglichst wenig bis nichts hinzukaufen und alles komplett verwerten. Kein Raubbau der Natur, kein Müll, der
sich nicht wieder verwenden lässt.
Realisierbarl Das soll das Pilotprojekt Rapa lti zeigen,
das natürlich weit über einen Bauernhofhinausgeht. Bihl
und rund roo Mit-Equilibristen dachten für den Anfang an
ein überschaubares Gebiet. ,,Die Insel ist idea1. Auch ein
abgelegenes Stück Land wäre es, denn: wir müssen ja noch
lernen." Außer Rapa Iti sind noch zwei Orte im Gespräch:
dieInselNiue(naheNeuseeland)odereinTei1Is1ands.>
04 I 2OI2 SCHROT&KORN 75
BEGEGNEN
g
Einwohner Rapa ltis bei der
Ernte; Eric Bihl und sein
Verein Equilibrismus wollen
mit ihnen ,,Neues wagen".
)
Die Inseln rücken das Geschehen sehr weit weg von Euro-
pa. Die Abgeschiedenheit hat Nachteile, räumt Bihl ein.
Allerdings könne man dort in Ruhe ausprobieren, was am
besten funktioniert. Island wäre als Anschauungsobjekt
interessanter, doch dort hingen die Menschen noch sehr an
einem Lebensstandard, der mit der öko-Vision schlecht
harmoniert. Trotz Finanzkrise und Umweltproblemen
durch die hochgiftige Aluminiumproduktion seien sie womöglich noch nicht bereit fürs radikale Umdenken, das
konsequent auf ökologische Kreisläufe setzt.
Dieses Akzeptanzproblem dürfte den Equilibristen fast
überall entgegenschlagen. Auch wenn angesichts des Klimawandeis unstrittig ist, dass sich sehr bald sehr viel än-
dern muss. Eric Bihl betont, ,,Wir wollen nicht zurück in
die Steinzeitl" Als Alternativen zu Asphalt und plastik gäbe
es ökologisches Hightech.
Hochschulen wollen begleiten
Ein nächster Schritt auf Rapa Iti wäre der Bau eines Zukunftsinstituts. Zusammen mit den Einheimischen sollen
Experten vor Ort herausfinden, welche Gesellschaftsform
am besten passt, welche natürlichen Baustoffe es vor Ort
gibt oder wie die Menschen mobil sein wollen. Für alles
seien ökologisch vertretbare Lösungen vorhanden. Dass
nicht nur Fantasten interessiert sind, zeigt die Auszeichnung durch die Zeitschrift natur+kosmos als ,,projekt der
Zuk:uLnft" und die Zusage von Hochschulen sowie ökoPionieren wie Sepp Braun, den Modellversuch zu begleiten.
|etzt will der Verein Bio-Firmen als Sponsoren ins Boot
holen. Sonnen or und die Bio-Hotelshätten bereits zugesagt.
Ob das klappt? Das wirtschaftliche Konzept ist universell denkbar, das politische und finanzielle System dagegen
weniger. Mit seinen Vorträgen vermag der Equilibrist zu
begeistern. Manche Zuhörer diskutieren danach in Inter-
75 scrRor&roRn 04 t 2ot2
netforen weiter: ,,Zu schön, um wahr werden zu können",
heißt es dort oder ,,die Natur des Menschen" stehe dagegen.
Andere fragen sich, wie die Macht der Konzerne durch Regiogeld- und Dezentralisierung konterkariert werden soll
- aber auch: ,,Und wenn es wirklich funktioniertl"
,,Probieren wir es doch aus!" Eric Bihl findet auf alles
Antworten. Auf einem Bauernhof aufgewachsen, Wirtschaft studiert, arbeitet er seit z5 fahren beim europäischen
Patentamt in München - der Mann ist kein Spinner oder
Öko-Freak. ,,Ohne die Leute, die im bestehenden System
Öko-Pionierarbeit geleistet haben, sind wir nichts", betont
er mit bayerisch-französischem Zungenschlag. Er brennt
darauf, die Puzzieteile alternativer Lösungen auf den Tisch
zu legen und zusammenzusetzen. Sein Credo: ,,Es geht
nicht darum, die Welt zu retten - die Natur rettet sich selbst
-, sondern die Gesellschaft." Und so lange Bihl weiter Leute
wie die Inselpräsidentin Roti Make d'Assignies überzeugen
kann, ist sein Equitopia nicht gestorben.
www.equilibrismus.org (
Schreiben Sie uns über ,,Ihr Bio"!
Haben Sie auch ein eigenes ,,Bio-Projekt"
auf die Beine gestellt - im Garten, im Haushalt,
in Sachen Energiesparenl Dann schreiben Sie uns!
Per E-Mail: [email protected]
oder per Post
Schrot&Korn Redaktion
Postfach ro o6 5o
637o4 Aschaffenburg
Fax
o 6o z't144893 zo
04 I
2OI2
SCHROT&KORN 77
Klimawandel-Roman "Maeva!": Wir sind das Tätervolk - taz.de
1 von 3
http://www.taz.de/Klimawandel-Roman-Maeva/!74358/
13.07.2011 7 Kommentare
KLIMAWANDEL-ROMAN "MAEVA!"
Wir sind das Tätervolk
Seattle ist überschw emmt und Kalifornien eine fiese Ökodiktatur:
Dirk C. Fleck hat den Klimawandel-Roman "Maeva!" geschrieben.
Eine Begegnung mit dem Autor.
VON PETER UNFRIED
Ökodiktatur? Dirk C. Fleck ist trotzdem gerne Zeitzeuge.
Bild: photocase.com/bozton
BERLIN taz | Gerade hat Dirk C. Fleck mit einer sehr charmanten
Dame zu Mittag gegessen. Nun sitzt er in einem Café in der Berliner
Rudi-Dutschke-Straße und ist von einer heiteren Entspanntheit. Das
mildert angenehm ab, wenn er über die "Tätergeneration" spricht - und
nicht mehr die Nazis meint. Sondern uns. Die Nachkriegsgenerationen,
sagt er, zerstören mit ihrer Art zu leben und zu wirtschaften die
Lebensgrundlagen ihrer Kinder und Enkel. "Und die Jungen haben es
noch gar nicht gemerkt."
Im Grunde gebe es einen gesellschaftlichen Konsens, dass es keine
Rolle spiele, in welchem Zustand man die Welt hinterlasse. "Ökozid"
nennt Fleck das vom Menschen herbeigeführte Zusammenbrechen der
Natursysteme. Für die bisherigen Anstrengungen und die politischen
und gesellschaftlichen Vorstellungen, den Klimawandel erträglich zu
gestalten, hat er ein schönes Bild gefunden: "Wir stehen am Strand, ein
Tsunami kommt, und wir pusten und denken, wir könnten ihn damit
aufhalten." Aber er sagt im gleichen Atemzug auch, er sei
"unwahrscheinlich gerne Zeitzeuge".
Fleck ist Hanseat, Jahrgang 1943, und hat gerade den Roman
"Maeva!" veröffentlicht, der den britischen Literaturgroßmeister Ian
McEwan nachdenklich machen sollte. McEwan hatte im Vorjahr den
angeblich ersten Klima-Großroman vorgelegt. "Solar" brachte das sich
selbst genügende Element des globalen Weltrettungszirkus auf den
Punkt. Und war lustig, immerhin. Flecks Roman "Maeva!" ist
weitgehend humorfrei - entfaltet aber eine zentrale Qualität: Im
Gegensatz zu McEwan zwingt er einen, ernsthaft über das eigene
Leben nachzudenken.
"Maeva!" ist Flecks vierter Roman über die Erderwärmung und die
Fortsetzung von "Das Tahiti-Projekt", von dem nach seinen Angaben
fast 40.000 Exemplare verkauft wurden. Es ist die Geschichte einer
jungen, polynesischen Politikerin, die Geschichte von Maeva. Sie wird
im Jahr 2028 zur Präsidentin einer alternativen UNO gewählt und geht
auf Weltreise, um Verbündete zu sammeln für einen globalen Kampf
gegen den Klimawandel. Die Zukunft soll nicht primär auf Technologie
und Ordnungspolitik beruhen, sondern auf einem radikal anderen, einem
ökosozialen Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das in Tahiti bereits
gelebt wird - mit geschlossenen Kreisläufen und regionaler
Selbstversorgung. Postwachstumsökonomie also.
"Nichts ist gesponnen"
Es ist höchste Zeit. Seattle ist gerade überschwemmt worden,
Australien nach Klimakatastrophen zum Ökoland konvertiert, und in den
Industriestaaten werden Nato und Militär gegen Klimaflüchtlinge
eingesetzt, auch gegen solche aus dem eigenen Land. Aufgrund der
mittlerweile häufig hereinbrechenden Katastrophen vom Kaliber New
Orleans kann ihnen nicht mehr geholfen werden. Stattdessen werden
sie ohne Anklage in Guantánamo-artige Lager weggesperrt, um die
"staatliche Ordnung" aufrechtzuerhalten.
"Nichts ist gesponnen", sagt Fleck, schon gar nicht das
Flüchtlingsszenario. Das sei im Fall der USA längst Teil von
geostrategischen und sicherheitspolitischen Szenarien. Er hat die
Romanform gewählt, weil die Entwicklungen damit effektiver zu
vermitteln seien. Im Grunde hat er sogar die Nuklearkatastrophe von
Fukushima in dem bereits fertiggestellten Buch antizipiert: das Warnen
der Seismologen, die Behauptungen der Verantwortlichen, das AKW
sei "sicher".
Fleck volontierte in den 60ern beim Spandauer Volksblatt, einer linken,
02.08.2012 13:40
Klimawandel-Roman "Maeva!": Wir sind das Tätervolk - taz.de
2 von 3
http://www.taz.de/Klimawandel-Roman-Maeva/!74358/
später eingegangenen Tageszeitung. Damals habe er "manchmal vor
Glück gesungen", weil er Journalist sein durfte. Sagt er wirklich. Meint
er auch wirklich so. Später arbeitete er bei der Hamburger Morgenpost
und bei Merian. Dann bei Markus Peichls gern mythisiertem
Zeitströmungsmagazin Tempo, das er "das größte Missverständnis
meines Lebens" nennt und wo er "nur Fassade" fand.
Nach der vierten spontanen Kündigung, diesmal bei der Woche, habe
er es dann endlich geschafft, "nicht mehr rückfällig zu werden", sich
nicht mehr korrumpieren zu lassen von Status, Eitelkeitsbefriedigung
und fünfstelligem (Mark-)Gehalt. Den "gehobenen Journalismus" hat er
als "Unterhaltungsindustrie" erlebt. "Qualitätsjournalismus" ist ein Wort,
mit dem er nur noch sehr vorsichtig umgeht. Es sei nicht leicht, auf sehr
viel weniger Geld umzustellen, aber er wollte "die knapp bemessene
Zeit meiner Existenz" nicht länger vergeuden. Sondern nutzen für
Dinge, die ihm wichtig sind. Seither ist er mit seinem Thema unterwegs,
mit Lesungen, Vorträgen, in Schulen, im Internet.
Das Interessante ist, dass bei Fleck Abrechnungen nicht selbstgerecht
klingen und Predigten nicht über-ichig. Freunde beschreiben ihn als
"uneitel", und so wirkt er auch. Sein Roman-Anti-Held ist jedenfalls nicht
zufällig der Exjournalist Cording, der sich von einem vordergründig
"kritischen" Umweltmagazin verabschiedet hat, weil es in Wahrheit eine
Greenwashing-Maschine für Großkonzerne war, die selbstredend in
Wahrheit so weitermachten wie immer. Auf der einen Seite hat Flecks
Romanwelt ein ökologisches Momentum aufgenommen. Immer mehr
Staaten sagen sich von der ressourcenzerstörenden Art des
Wirtschaftens los und schließen sich der neuen Union von Maeva an,
die eine "Politik des Herzens" - das heißt, auf Öl, Kohle, Atom und
Börsen wird verzichtet - predigt, was dann doch ein bisschen
kirchentagsmäßig rüberkommt.
Ökodiktatur als Konsequenz der Politik
Auf der anderen Seite ist der aus Kalifornien und Oregon bestehende
neue Ökostaat "Ecoca" mit seinen autofreien Städten eben kein
gelebtes ökosoziales Paradies, sondern eine Ökodiktatur, in der das
Internet geschlossen ist, das Reisen verboten, das Gebären nur auf
Gutschein erlaubt ist und die Verantwortlichen der alten Welt in
Schauprozessen abgeurteilt werden.
Ah, und besonders schön: Wer beim verbotenen Autofahren erwischt
wird, muss sich zur Strafe in ein Auto setzen und dann werden die
Abgase eingeleitet. Nicht tödlich, aber so, dass der Ökoverbrecher
selbst angetan bekommt, was er der Umwelt antut.
Welt-Oberökoskeptiker Ulf Poschardt und die Wachstumsfreunde der
FAZ, die bereits angesichts des baden-württembergischen
Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann vor einer Ökodiktatur
warnen, werden es mit Begeisterung lesen: Alles noch viel schlimmer!
Flecks Heldin Maeva distanziert sich selbstredend von Ecoca. Aber in
der Realität sieht er – nach einem vorübergehenden
Faschismusausschlag – eine Ökodiktatur auf uns zukommen, als
mittelfristige Konsequenz der Politik von heute. "Wir brocken sie
unseren Kindern grade ein." Es sind die Kinder der Tätergeneration, die
in seinem Roman die Wende herbeiführen wollen -und dann bei der
Durchsetzung ihrer hehren Ziele verhärten und selbst zu Verbrechern
werden, wie jenes Kommando junger Umweltaktivisten, das in der
Einstiegsszene einen US-General liquidiert, der die Bürgerrechte für
Klimaflüchtlinge außer Kraft setzen half. Wer da nicht an die RAF
denkt, ist selbst schuld.
Gut, die polynesische Utopie kommt ein bisschen utopisch daher,
manche Actionszene etwas kolportagehaft, und die Rettung der Welt
durch das weibliche Prinzip ("Politik des Herzens") duftet nach dem
spirituellen Frauenkreis Tübingen. Dennoch ist "Maeva!" kein
folkloristisches Klimarührstück, sondern ein Steinbruch der Inspiration.
Fleck positioniert sich mit dem Buch auf der Seite jener, die nicht an
eine praktisch-technologische Lösung glauben, sondern die Lösung nur
in radikalem Mentalitätswandel und Konsumverzicht sehen.
Das "grüne Erwachen" ist ein Placebo
Wie viele, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen, ist Dirk C.
Fleck hin- und hergerissen zwischen neuer Hoffnung durch die leichte,
gesellschaftliche Bewegung der Gegenwart und dem Wissen, dass
alles doch zu langsam geht, viel zu wenig ist und der westliche Mensch
nicht zu diesem radikalem Mentalitätswandel neigt. Aber hat nicht
gerade die CDU/FDP-Bundesregierung den Atomausstieg
wiederhergestellt?
Fleck lächelt.
Und hat nicht der grüne Ministerpräsident in Baden-Württemberg die
ökosoziale Wende ausgerufen?
"Wenn wir nicht diese Giga-Probleme hätten in der Welt", sagt er, "dann
wäre das ein schöner, liberaler, frischer Wind". Aber angesichts der
Realität sei selbst das "grüne Erwachen" letztlich nur ein Placebo.
Geht alles schlimm aus? Das weiß man nicht, denn "Maeva!" endet mit
02.08.2012 13:40
Klimawandel-Roman "Maeva!": Wir sind das Tätervolk - taz.de
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http://www.taz.de/Klimawandel-Roman-Maeva/!74358/
einem Cliffhanger.
Dirk C. Fleck: "Maeva!".
Greifenverlag, 332 S., 19,90 Euro
Mit freundlicher Genehmigung der taz - die tageszeitung verwenden wir diesen Beitrag in unserer
Pressemappe.
02.08.2012 13:40
24
Das Tahiti-Projekt ist mehr als ein spannender Öko-Thriller: Es ist eine Vision,
die darauf drängt, Realität zu werden. Anknüpfend an die Ideale des
Equilibrismus – Gleichgewicht, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit – soll ein
Modellprojekt geschaffen werden: auf einer Südseeinsel oder anderswo
»Gute Idee, aber das klappt ja doch nicht«, bekommen kreative Menschen oft
zu hören, wenn sie Auswege aus der Sackgasse von Umweltzerstörung und
Sozialdumping suchen. Oder: »Der Kapitalismus ist Mist, aber wir haben nun
mal nichts Besseres.« Wirklich? Der beste Gegenbeweis wäre eine Alternative,
die funktioniert.
Von der Theorie
über die Fiktion
zur Realität
September 9/2011 · www.connection.de
VON ROlAND ROTTENfUSSER
Irgendwo sollte es doch möglich
sein, wieder natürlich zu leben.
Vielleicht auf Tahiti?
Das Tahiti-Projekt
VISIONEN FÜR EINE BESSERE WELT
PIXELIO.DE © RIKE, PAUL GAUGUIN »BERGE VON TAHITI, MONTAGE: C. V. PUTTKAMER
Tahitis Präsident zu
www.connection.de · September 9/2011
Auf Dirk C. Flecks Tahiti sind viele der kühnsten Visionen unserer Zeit Wirklichkeit: z.B.
ein neues Geldsystem, das die negativen Wirkungen der Zinsdynamik vermeidet. Die
Geldscheine tragen besondere Nummerierungen, »die es dem Staat ermöglichten, bestimmte Serien in festgelegten Zeiträumen
für ungültig zu erklären und zum Umtausch
zurückzurufen. Damit sollte verhindert werden, dass Bargeld dem Kreislauf durch Horten entzogen und das Zahlungsmittel durch
diese Verknappung gegenüber Waren und
Dienstleistungen unverhältnismäßig aufgewertet wurde.« Realität ist im fiktiven Tahiti auch das Bedingungslose Grundeinkom-
Grundeinkommen und
Geld mit Verfallsdatum
seine Amtseinführung. Der Roman spielt
im Jahr 2022. Die Handlung des Romans
folgt dem bei positiven Utopien üblichen
Muster: Der deutsche Journalist Cording
wird von seiner Redaktion beauftragt, ein
neuartiges ökologische Experiment in Polynesien zu dokumentieren. Unter der Führung
der – natürlich gut aussehenden – Insulanerin Maeva erkundet er die Insel. Für Thriller-Spannung sorgen die Angriffe mächtiger transnationaler Konzerne, die die Idylle
bedrohen.
Gemeinschaft funktioniert«
dass die menschliche
überzeugen können,
damit Sie sich davon
»Wir haben Sie hergebeten,
den Pressevertretern:
T
ahitis Präsident Omai hat Grund zur
Zufriedenheit: »Wir haben Sie hergebeten, damit Sie sich davon überzeugen können, dass die menschliche Gemeinschaft funktioniert«, sagt er vor internationalen Pressevertretern. »Dass sie frei
sein kann von Missgunst und Vorteilsnahme,
dass die Kluft zwischen Arm und Reich nicht
zwingend notwendig ist. Die menschliche
Gemeinschaft ist unsere Heimat, ebenso wie
die Natur unsere Heimat ist. Wir Polynesier
begegnen uns im gegenseitigen Respekt und
verstehen, dass der Natur das gleiche Recht
gebührt.«
Leider stammt das Zitat nicht aus einem
Sachtext, sondern aus einem utopischen Roman: »Das Tahiti-Projekt« von Dirk C. Fleck.
Ein Öko- und Sozialparadies Tahiti, wie es
im ersten Zitat beschrieben wird, gibt es jedoch in der Realität nicht.Auch der aufrechte
Präsident Omai wartet noch vergeblich auf
Auch als kritischer Kommentar zur derzeitigen Weltlage »funktioniert« der Roman bestens: »Der verstörte Homo sapiens ahnte
sehr wohl, dass die Aufgaben, denen er sich
plötzlich gegenübersah, zu mächtig geworden waren. So urinierte er also munter weiter in sein Wohnzimmer. Anstatt aber seine
Lebensweise in Frage zu stellen, zog er es lieber vor, in aller Wissenschaftlichkeit über die
Saugfähigkeit des Teppichs zu diskutieren.«
In den Passagen, die die Welt außerhalb Tahitis beschreiben, ist der Roman alles andere als idyllisch. Vielmehr zeichnet Dirk C.
Fleck bisweilen ein düsteres Bild, und man
fragt sich: Ist das Utopie oder eine Beschreibung der Gegenwart? »Die westlichen Demokratien waren zu inhaltsleeren Gebilden
verkommen, hinter denen autoritäre Strukturen ans Licht kamen, wie sie nur in Diktaturen möglich schienen. Milliarden Menschen fristeten in dieser hoch technisierten,
Der Mensch uriniert in
sein Wohnzimmer
Die dezentrale Energieversorgung ist ganz
auf regenerative Energien abgestimmt. Besteuert wird der Verbrauch von Naturgütern,
nicht die Arbeit. Der Individualverkehr ist
abgeschafft, stattdessen gibt es ein preiswertes und umweltschonendes Verkehrssystem: die »Reva-Tae« (kleine Gondeln, die
der Fahrgast selbst bedienen kann). Alles
wird, wo möglich, aus Naturmaterialien hergestellt: Hanfbeton, Lehm oder Bambus. Der
Straßenbelag ist aus Reiskleie.
Auch politisch ist im Roman-Tahiti einiges
anders als im Rest der Welt: Es gibt keine
Parteien, stattdessen die direkte Wahl von
Personen, die in die vier (!) Parlamente des
Landes entsandt werden: das Wirtschaftsparlament, das politische Parlament, das Kulturparlament und das Grundwerteparlament.
Auch das Justizsystem der Insel gibt Stoff
zum Nachdenken. Es wird auf Wiedergutmachung gesetzt, nicht auf Strafe. Unbescholtene Bürger gestehen in öffentlichen
Versammlungen freiwillig (!) ihre Vergehen
und bestimmen selbst, welchen Ausgleich sie
dafür leisten möchten. Allen voran gibt der
Richter selbst seine Untaten zu. Denn nur
wer sich seines eigenen Schattens bewusst
ist, kann ein gerechter Richter sein.
Gondeln statt Autos und
Straßenbelag aus Reiskleie
men. »Die Empfänger des Geldes waren weder arbeitsscheu noch kriminell, auf der Basis einer gesicherten Existenz gewann jeder
Tahitianer genügend Freiraum, um seine speziellen Fähigkeiten in die Gemeinschaft einzubringen.« Außerdem im Angebot: eine Bodenreform, die Privatbesitz an Grund und
Boden wieder abschafft und stattdessen nur
Pachtverträge zulässt.
25
Als Gründerwerk für das Genre des utopischen Romans gilt Thomas Morus’ »Utopia«
von 1516. Das Buch zeichnet das Porträt einer idealen Gesellschaft, die tendenziell demokratisch verfasst ist, über ein Bildungsund Sozialsystem verfügt und religiöse Toleranz übt. Stil prägend war neben dem Buchtitel auch die Tatsache, dass der Autor das
Paradies auf einer fernen Insel ansiedelte.
Ein modernes Echo auf »Utopia« war Aldous Huxleys 1962 erschienener Roman »Eiland«. Die positive Utopie erschien somit genau 30 Jahre nach Huxleys negativer Zukunftsvision »Schöne neue Welt«. Heute
kann man es nicht nur als Vorgriff auf Hippie-Bewegung und Neue Spiritualität lesen,
sondern auch als Vorwegnahme politischer
Konzepte, deren Bedeutung erst heute klar
wird.Auf der tropischen Insel Pala versuchen
die Inselbewohner »unsere Nationalökonomie und Technologie dem Menschen anzupassen – nicht unser Volk der Ökonomie.«
Als Weg weisende Utopie der 68er-Generation mit weit reichendem Einfluss gilt Ernest
Callenbachs 1975 erschienener Roman
»Ökotopia«. Er spielt nicht auf einer Insel,
sondern geht von der Fiktion aus, dass sich
drei Staaten von den USA abgespalten und
eine ideale öko-soziale Republik errichtet
haben. Man erinnere sich: 1975 waren die
Die Klassiker: Morus, Huxley,
Callenbach
Der Begriff der Utopie hat im 20. Jahrhundert an Anziehungskraft verloren. Denkt
man an utopische Romane, fallen einem zuerst die negativen ein. George Orwells
»1984«,Aldous Huxleys »Schöne neue Welt«
oder José Saramagos »Die Stadt der Blinden«. Utopien waren im 20. Jahrhundert vor
allem deshalb aus der Mode gekommen, weil
man den Begriff mit den so schrecklich gescheiterten Gesellschaftsentwürfen des Nationalsozialismus und des Staatskommunismus verband.
Das Wort »Utopie« steht in der heutigen öffentlichen Debatte für eine ideologisch begründete Maximalforderung, die am wirklichen Leben vorbei geht. Dies allerdings ist
nicht das Wesen der Utopie. So wie frühere
gesellschaftliche Entwürfe den Menschen
überforderten, wird er vom gegenwärtigen
politischen Establishment unterfordert. Man
reduziert ihn darauf, eine Anpassungsleistung an das Vorgegebene zu vollziehen. Utopien freilich sollen eine bessere Realität nicht
ersetzen, sondern ihr vorauseilen.
Irre Utopien
vernetzten Welt unter dem Diktat multinationaler Konzerne ein elendes Sklavendasein.« Ist es legitim, die Leser mit einer solch
geschickten Mischung aus Fiktion und Realität zu verwirren?
VISIONEN FÜR EINE BESSERE WELT
PAUL GAUGUIN »AREAREA«
26
Von der Erfüllung des ökologischen Traums
ist es allerdings nicht weit bis zum Alptraum.
Von der Öko-Diktatur
zum Öko-Paradies
Grünen noch nicht gegründet, ökologisches
Denken war alles andere als selbstverständlich. Callenbach hat die grüne Bewegung beeinflusst, nicht umgekehrt, obwohl
der Roman einige damals schon als Konzepte vorhandene moderne Techniken beschreibt. Heute gängige Begriffe wie »Nachhaltigkeit«, »Vernetzung«, »Regionalisierung«, »Regenerierbare Energie« und »Technologiefolgenabschätzung« wurden schon
in »Ökotopia« thematisiert, wenn auch nicht
alle unter diesen Bezeichnungen.
Leben vorbei geht
forderung, die am wirklichen
begründete Maximal-
Debatte für eine ideologisch
der heutigen öffentlichen
Das Wort »Utopie« steht in
September 9/2011 · www.connection.de
Fortschrittliche Ideen bleiben entweder klein, dann
werden sie ignoriert. Oder sie
werden größer, dann werden
sie von den Profiteuren des
alten Systems gnadenlos
bekämpft. Wie ist dieses Dilemma zu lösen? Eric Bihl
und seine Mitstreiter sehen
den Roman nur als einen
Zwischenschritt auf dem
Weg zu einem realen ökologischen Modellprojekt. Bihl
stammt aus dem Elsass und
war als französischer Soldat
in Polynesien stationiert. Er
kennt die Gegend und die
Menschen und bereiste verschiedene Inseln des Südpa-
Von der Fiktion zur
Realität
Equilibristen setzen ihre Hoffnung auf ein
Experiment im Großen, das über den privaten Rahmen hinausgeht und von allen wichtigen gesellschaftlichen Kräften einer Region unterstützt wird – einschließlich der
Behörden. Eine Weltregion (Staat, Teilstaat
oder Insel) zu finden, die ein umfassendes
equilibristisches Experiment wagt, ist sicher
schwerer, als fünf Leute für eine Ökokommune zu begeistern. Dazu ist das Bohren
dicker Bretter nötig.
Wenn es aber klappt, wäre etwas Großes
geleistet: Ein gelungenes großflächiges Experiment wäre der Beweis dafür, dass eine
Wirtschaftsordnung jenseits von Kapitalismus und Kommunismus funktionieren kann.
Das wäre der Game-Changer, der Einstieg
in die postkapitalistische
Ära. Niemand könnte hinterher mehr sagen: »Es
klappt ja doch nicht«. Eric
Bihl: »Ich denke, dass sich die
Menschen schnell begeistern
lassen, wenn man ihnen funktionierende sozialökologische Alternativen aufzeigt.
Daher sehe ich unseren Modellversuch als entscheidend
an.«
Das Experiment
die Visionen des Equilibrismus als bereits
verwirklicht dargestellt werden: »Das Tahiti-Projekt«. Die Idee hatte der legendäre
Schauspieler und UNESCO-Sonderbotschafter Sir Peter Ustinov. Ein Bestseller mit
Thriller-Elementen, so das Kalkül, sollte die
neuen Ideen einem breiteren Publikum zugänglich machen. Immerhin rund 40.000 Leser haben die Vision des »Tahiti-Projekts«
bisher in sich aufgenommen. Aber wie soll
es jetzt weitergehen?
Im Paris der 1880er Jahre träumte
der Maler Paul Gauguin vom Paradies
in der Südsee. Dann fuhr er hin
Als Dirk C. Fleck 1993 seine Negativutopie
»GO! Die Öko-Diktatur« herausbrachte,
hatte sich die Weltlage seit den 70er-Jahren
drastisch geändert. Ökologisches Bewusstsein war nun nicht mehr nur ein elitäres
Gedankenspiel, sondern erschien überlebenswichtig. In den 90ern war klar: Naturverbrauch und Konsumverhalten der Spezies Mensch führen notwendig zum Kollaps
der Biosphäre und zur Auslöschung allen Lebens. Appelle an die Vernunft fruchten (bis
heute) wenig. War es da nicht vorstellbar,
dass Erdschützer aus einem Überlebensreflex heraus eine Diktatur errichten würden,
um zu erzwingen, was die Menschen nicht
freiwillig tun? Die bittere Schattenseite: Das
Überleben der Erde wäre mit dem Tod der
Freiheit erkauft.
Kritiker warfen Dirk C. Fleck wegen seines
Romans vor, er sympathisiere insgeheim mit
der Öko-Diktatur. Verletzt über die ungerechten Vorwürfe, zog sich Fleck eine Weile aus der ökologischen Diskussion zurück.
Bis er eines Tages einen Anruf von Eric
Bihl erhielt, dem Vorsitzenden des Vereins
»Equilibrismus e.V.« Eric Bihl zeigte sich
schockiert von der Vision einer Öko-Diktatur und erklärte Dirk C. Fleck, dass er nach
wie vor an die Lernfähigkeit der Menschen
glaubte. Er überredete den Autor, einen positiven Zukunftsroman zu schreiben, in dem
VISIONEN FÜR EINE BESSERE WELT
www.connection.de · September 9/2011
Gegenbeispiele
(noch) fehlender positiver
mangelnder Phantasie und
ist nur das Ergebnis
Neoliberalen postuliert wird,
losigkeit, wie sie von den
Die angebliche Alternativ-
Dafür gewann Bihl auf Moorea eine einflussreiche Mitstreiterin: Roti Make, Präsidentin der Internationalen Frauenliga für
Frieden und Freiheit in Polynesien. Beiden
gelang es, den Ältestenrat sowie viele Menschen auf der kleinen Insel Rapa Iti von dem
Projekt zu überzeugen. Die Insel ist mit 520
Einwohnern fast etwas zu klein für ein Experiment mit Signalwirkung.Weit mehr Aufsehen würde ein »Tahiti-Projekt« im kalten
Island hervorrufen. Immerhin handelt es sich
bei Island um einen souveränen Staat am
nördlichen Rand der kapitalistischen Kern-
Eine polynesische Insel?
Oder Island?
zifik, um die Entscheidungsträger für die
Idee eines echten Tahiti-Projekts zu begeistern. Das reale Tahiti schied als Schauplatz
für das Experiment schnell aus. Mit einem
Wirtschaftsraum von 180.000 Menschen ist
das Land zu groß. Eric Bihls Plan, es mit der
Nachbarinsel Moorea zu versuchen, scheiterte am Widerstand des Insel-Establishments. Auch abseits der selbst ernannten
Weltzentren USA, Europa, Japan oder China sind die politischen Strukturen oft verkrustet.
Während also das Konzept Equilibrismus
nach einem Land sucht, wo es sich ausprobieren kann, suchen im Niedergang begriffene Länder verzweifelt nach einem schlüssigen politischen Konzept jenseits von Kapitalismus und Kommunismus. Die Anzahl
der Länder, die vom Kapitalismus in eine
Sackgasse geführt wurden, wird weiter anwachsen. Ganze Staaten werden Bankrott
gehen und an globale Feudalherren verramscht werden. Künftige Generationen
werden für den Schuldendienst pränatal versklavt. Gleichzeitig dürfen sie die Folgen einer schon jetzt eskalierenden Klima- und
Umweltkatastrophe ausbaden – natürlich
nur dann, wenn keine starke Gegenbewegung dies verhindert. Die braucht aber neben präziser Kritik am Bestehenden vor allem funktionierende positive Beispiele. Mit
nur einem Flügel kann der Vogel der Revolution nicht abheben.
Immerhin gibt es jetzt – neben anderen –
auch diese Hoffnung: Vieles deutet darauf
hin, dass das »Tahiti-Projekt« an der Schwelle zu seiner Realisierung steht. Auch Studenten mehrerer Universitäten stehen bereit, als Versuchskaninchen an dem ökosozialen Experiment mitzuwirken. Es wird
spannend, den weiteren Verlauf der Ereignisse zu verfolgen. Eine Insel der Seligen al-
Ein weiblicher Öko-Messias
zone (Europa und Nordamerika). Die Finanzkrise hat das Land an den Rand des Abgrunds gebracht, die Isländer gehen aber
kreativer mit der Krise um als die Staaten
der europäischen Währungsunion. Reykjawiks Bürgermeister Jon Gnarr ist ein gelernter Komiker. Er bündelt das Protestpotenzial, das sich gegen die etablierten Parteien richtete, sein Projekt droht aber mangels fundierter Inhalte zu scheitern.
Der Ältestenrat auf der Insel Rapa Iti in französisch Polynesien
stimmte dem ökologischen Modellprojekt zu
U-topie heißt, wörtlich übersetzt: »NichtOrt«. Man platziert Utopien gerne ins Nimmerland und auf den St. Nimmerleinstag.
Entsorgt man sie ins Schattenreich des Unrealisierbaren, bleibt sie für die Herrschenden ungefährlich. Ganz anders verstehen sich
jedoch Utopien von der Art des Tahiti-Projekts. Angebliche Alternativlosigkeit, wie sie
von den Neoliberalen von Thatcher bis Merkel gern postuliert wird, ist nur das Ergebnis mangelnder Fantasie und (noch) fehlender positiver Gegenbeispiele.Also gilt es, diese Gegenbilder zu erschaffen – erst in der
Fantasie und dann auch in der Realität! Sehr
schön drückte es der sozialdemokratische
Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann aus: »Utopien bleiben solange welche, wie die Anstrengungen fehlen, ihre Realisierung voranzutreiben.« Oder, mit dem Motto aus
»Maeva!«: »Es beginnt, wenn wir anfangen zu
handeln!«
Es beginnt, wenn du handelst
lein kann die Welt natürlich nicht retten,
wenn ringsherum alles einstürzt. Die Ideen
des Tahiti-Projekts müssen sich deshalb überall verbreiten wie ein ansteckender Virus. In
der Fiktion hat Autor Dirk C. Fleck diesen
Gedanken bereits weiter gesponnen. Im Fortsetzungsroman »Maeva!«, der im März 2011
erschien, bereist Cordings tahitianische
Freundin die Welt auf der Suche nach alternativen Lebensmodellen. Sie wird zur Inspiration von Millionen Menschen – eine Art
weiblicher Öko-Messias. Dies ruft natürlich
mächtige Gegner auf den Plan; die Situation wird für Maeva lebensgefährlich. Am
Ende des Romans taucht sie wieder auf Tahiti unter. Dies kann jedoch nicht das letzte
Wort gewesen sein, Dirk C. Fleck arbeitet bereits an einem dritten Teil.
VISIONEN FÜR EINE BESSERE WELT
27
ROlAND ROTTENfUßER, Jg. 63,
Germanist & Romanist (M.A.),
war lange freiberuflicher lektor
und Journalist mit Themenschwerpunkt Esoterik, lebenshilfe, Gesundheit. Viele Jahre
arbeitete er als ConnectionRedakteur, ehe es ihn zum
Schweizer Magazin »Zeitpunkt«
verschlug. Er schreibt auch für das Konstantin
Wecker Projekt: www.hinter-den-schlagzeilen.de.
Kontakt: [email protected]
Buchtipps:
• Dirk C. fleck: Das Tahiti-Projekt. Piper Verlag, 340 S.,
SC, € 8,95
• Dirk C. fleck: Maeva! Greifen Verlag, 336 S., HC,
€ 19,95
• Volker freystedt, Eric Bihl: Equilibrismus. Signum
Verlag, 335 S. Als pdf-Dokument für € 5 zu bestellen
auf der Webseite www.equilibrismus.de
☯
Nachhaltige Ökologie
Das Tahiti-Projekt
Vom Mut, eine sozialökologische Utopie zu wagen
Man muss nicht unbedingt zum Waldmenschen
werden, um im Einklang mit der Natur leben zu können.
Equilibristen arbeiten seit vierzehn Jahren an einem
Paradigmenwechsel hin zu einer ökologischen,
sozialen und dennoch modernen Gesellschaft. Gegenwärtig
suchen sie einen Ort, an dem sie ihre ebenso visionären
wie fortschrittlichen Ideen in der Praxis erproben können.
Ein Modellprojekt, das neue Wege ebnen könnte.
Von Jens Brehl, Fulda
44 raum&zeit
171/2011
D
er Hamburger Journalist Zusammen mit Volker Freystedt ver- Hanf werden wahlweise KleidungsCording ist es gewohnt, fasste er bereits 2005 das Sachbuch stücke, Karosserien für Elektrofahrvon den Krisenherden der „Equilibrismus – Neue Konzepte statt zeuge oder Baumaterial gewonnen.
Welt zu berichten. Leid, Gewalt und Reformen für eine Welt im Gleichge- „Abfälle“ liefern wertvolle Biomasse,
Ausgangsstoff von Biogas oder KomUmweltkatastrophen bestimmen sei- wicht“.
nen beruflichen Alltag. Sein aktueller Den Autoren geht es um einen voll- post. Hanf ist anspruchslos, Dünger
Auftrag führt ihn nach Tahiti. Was er ständigen Paradigmenwechsel und und Pestizide werden nicht benötigt.
dort erfährt, stellt alles bisher Erlebte weniger um vereinzelte Reformen Reiskleie fällt beim Mahlen von Reis
in den Schatten. Während der Pla- oder Umweltschutzprojekte. Die an und wird unter anderem Viehfutnet scheinbar ringsherum im Chaos Menschen müssten sich wieder als ter beigemengt. Mit Naturharzen geversinkt, hat Tahiti die vollständige
einen Teil der Natur betrachten. Vie- mischt lässt sich ein wasserdurchökologische Wende vollzogen. Statt lerorts werden Entscheidungen al- lässiger und abriebfester Straßenbelag herstellen, der
Verkehrslärm und Abgase prägen leine aus wirtschaftsich leiser befahElektrofahrzeuge aus Pflanzenfa- lichen Interessen
ren lässt. Zudem
sern das Straßenbild. Gentechnik ist gefällt – das ist nicht
könnte man ihn
weder auf den Feldern, noch in den nur einseitig, sonsogar elektrisch leitLebensmitteln zu finden: Sie werden dern auch kurzfris- Sämtliche
fähig
machen, was
biologisch-dynamisch angebaut. Re- tig gedacht. Es gibt
vorgestellten
eine elektronische
generative Quellen decken den voll- viele Umweltschutzökologischen
Ve r k e h r s l e i t u n g
ständigen Energiebedarf. Regionale und gemeinnützige
Alternativen
ermöglichen würWirtschaftskreisläufe und das bedin- Organisationen, die
de. Die mobile
gungslose Grundeinkommen haben jeweils für sich be- sind verfügbar.
Kommunikation
den allgemeinen Wohlstand erhöht. trachtet meist eine
kommt ganz nebenStill und heimlich hat sich auf Tahiti hervorragende Arbei mittels G-Com®eine moderne Gesellschaft etabliert, beit leisten. Dendie die Naturgesetze achtet und im noch fehle häufig
Technologie ohne
Einklang mit der Umwelt lebt.
eine übergeordnete und konkrete Vi- Elektrosmog aus, denn sie nutzt die
Zugegeben, dieses Szenario ent- sion. „Es werden hier fünf Delphine bereits natürlich vorhandenen stehenspricht nicht der Realität – zumin- gerettet und dort drei Tiger, aber an den Gravitationswellen. (Siehe hierzu
dest noch nicht. Es ist die Vision des der Gesamtsituation ändert sich da- auch den Beitrag „Weltweit erste öfAutors Dirk C. Fleck in seinem Ro- durch wenig. Die Ursachen müssen fentliche Demonstration einer Teleman „Das Tahiti Projekt“, der 2009 im Fokus stehen und weniger verein- kommunikation ohne Elektrosmog“,
mit dem Deutschen Science Fiction zelte Symptome“, stellt Bihl fest.
raum&zeit Ausgabe 115/2002)
Preis ausgezeichnet wurde. Bis dato
Das Bodenrecht wurde reformiert,
machte Fleck mit seinen düsteren Zu- Tahiti, 2022: Die Utopie
so dass privater Landbesitz unatkunftsvisionen von sich reden. Nun Auf Dirk Flecks Tahiti wurde bei traktiv ist. Die Regierung kauft Fläinspiriert er seine Leser hoffnungs- den Ursachen angesetzt: Durch tief chen zurück und verpachtet diese.
voll auf kommende Zeiten zu bli- greifende soziale und politische Re- Die Höhe der Pacht richtet sich dacken. Mit dem Tahiti Projekt schuf formen konnte die persönliche Frei- bei nach der Nutzungsart, wie LandFleck eine Symbiose aus Roman und heit gestärkt und der Wohlstand al- wirtschaft, Wohn- oder GewerbefläSachbuch, denn sämtliche vorgestell- ler Einwohner erhöht werden. Eine che. Die erzielten Einnahmen fließen
ten ökologischen Alternativen und wahrhaftige Permakultur ist ent- in einen gemeinsamen Topf und als
Umwelttechnologien sind verfüg- standen, in der alle Lebensbereiche Teil des bedingungslosen Grundeinbar. Stellt sich die Frage, wie ein pes- als System aufgefasst werden. Der kommens an alle Bürger gleichermasimistischer Autor dazu kommt, sei- Mensch steht nicht länger als Krone ßen zurück. Die Bereitstellung des
ne Haltung derart zu verändern. Es der Schöpfung im Mittelpunkt, son- Tauschmittels Geld wird als staatist das sozialökologische Konzept na- dern versteht sich als Teil der Natur. liche Dienstleistung angesehen. In
mens Equilibrismus, das hinter dem Raubbau und ungezügelter Wachs- festgelegten Zeitintervallen wird eiPerspektivenwechsel steht.
tumswahn gehören endgültig der Ver- ne bestimmte Geldmenge zum Umtausch aufgerufen, wobei dafür eine
gangenheit an.
Equilibrismus
Es müssen nicht immer größere Men- Steuer anfällt. Das Horten von Geldgen hergestellt und konsumiert wer- mitteln ist unrentabel, wodurch Wa„Unser sozialökologischer Ansatz ist ein
den, um die Illusion des grenzenlosen ren und Dienstleistungen nicht mehr
dritter Weg neben Kapitalismus und
Sozialismus. Wir streben ein an den Wachstums aufrecht zu erhalten. Alle aufgrund von verknappten GeldmitNaturgesetzen ausgeglichenes Gesell- wirtschaftlichen Einheiten bilden ei- teln aufgewertet werden. Der rege
schaftssystem an“, erklärt Eric Bihl, nen regionalen Kreislauf, bei dem die Geldfluss kommt letzten Endes alerster Vorsitzender des 1997 in Mün- Ressourcen optimal eingesetzt wer- len Bürgern zugute. Der Wörgl lässt
chen gegründeten Equilibrismus e.V. den. Beispiel Hanf und Reiskleie: Aus grüßen.
raum&zeit 171/2011
45
Nachhaltige Ökologie
Auf politischer Ebene findet eine Par- München, heute: Die Realität
lamentsreform statt, die es den Bür- Mag man Eric Bihl Glauben schengern ermöglicht, direkteren Einfluss ken, so lautet die Antwort ja.
auf politische Entscheidungen neh- Ihm zufolge gibt es schon ausreimen zu können. Bisher bündeln Par- chende ökologische Alternativen,
teien eine Vielzahl von Themen in die wie Puzzlestücke kombiniert
einem einzigen Programm. Für wel- werden könnten. Zuvor müsse man
che Ziele genau die Volksvertreter ge- jedoch wissen, wie das fertige Bild
wählt werden, bleibt nebulös. Daher ausschauen solle. Eine übergeordwird das bestehende Parlament in nete Vision wie der Equilibrismus
vier Bereiche aufgeteilt, dem Grund- könne eine Vorlage sein. Wenn festwerte-, Kultur-, Polistünde, wohin die
tik- und WirtschaftsReise geht, könnten
parlament. So ergibt
St ra te g i e n e n t w i sich eine größere
ckelt, Kräf te und
Transparenz, wel- Kann unsere
Expertenwissen gecher Kandidat für
bündelt werden –
Gesellschaft
welche Themen steht
immer im Hinblick,
überhaupt im
und kompetent ist.
ein Teil eines GanEinklang mit der
Alle vorgestellten
zens zu sein. „Man
Konzepte und Tech- Natur existieren?
re n ov i e r t s ch l i e ß nologien sind belich nicht mit großreits heute um- und
em Aufwand eine
einsetzbar – teilweiBesenkammer, wenn
se sogar seit Jahrdas ganze Haus bauzehnten. Daher verfügt der Roman fällig und zugleich auf Sand gebaut
über ein ausführliches Glossar mit ist“, sagt Bihl. „Wir müssen versueiner Vielzahl von Quellenangaben. chen, ein neues Haus zu errichten, beBleibt die Grundsatzfrage: Kann un- vor das alte einstürzt. Dabei kann Besere moderne Gesellschaft überhaupt währtes durchaus übernommen und
im Einklang mit der Natur existieren? integriert werden.“
46 raum&zeit
171/2011
Umweltschutz mit
gebündelter Kraft
In der Realität stehen die unterschiedlichen Umweltschutz- und Hilfsorganisationen bezüglich der Spendengelder in Konkurrenz miteinander.
Somit ist es verlockend, eigene Vorzeigeprojekte zu präsentieren, die möglichst im Alleingang entstanden sind.
Ob die einzelnen Aktionen im Gesamtkontext einen Sinn ergeben, ist
leider mitunter zweitrangig. Darüber
hinaus erschweren persönliche Eitelkeiten vielfach die Zusammenarbeit. Im Equilibrismus wird das Rad
nicht neu erfunden, sondern bereits
verfügbare Alternativen in Einklang
gebracht. Zudem möchten die Equilibristen agieren und neue Wege aufzeigen, anstatt lediglich auf Umweltschäden und -katastrophen zu reagieren.
Um die Idee des Equilibrismus einer
breiten Öffentlichkeit zugänglich zu
machen und die Möglichkeit zu schaffen, sich aus den heutigen Strukturen
heraus zu denken, sollte ein Roman
entstehen. Die Leser sollten spüren,
wie eine andere Gesellschaft aussehen könnte. Der geeignete Autor war
schnell gefunden: Dirk C. Fleck. Dieser veröffentlichte 1993 den apokalyp-
tischen Roman „GO! Die Ökodiktatur“.
Die Welt steht darin kurz vor dem Abgrund, als eine Diktatur die Macht ergreift, um den drohenden Kollaps zu
verhindern. Die ökologische Wende wird den Menschen aufgezwungen, es sind gravierende Einschnitte
nötig. Der Mensch steht an zweiter
Stelle, die Interessen der Erde gehen
vor. Im Jahre 2040 sind freie Medien
ebenso abgeschafft wie der Raubtierkapitalismus. Große Teile der Erde
sind unbewohnbar geworden, Flüchtlingsströme werden gewaltsam aufgehalten. Es ist ein düsteres Szenario,
welches Fleck aufzeigt. Seine Intention war es, vor solch einer möglichen
Entwicklung zu warnen und das Bewusstsein für eine rechtzeitige Wende zu schärfen. Kritiker warfen dem
Autor vor, er würde mit der beschriebenen Diktatur insgeheim sympathisieren. Fleck war enttäuscht, derart
missverstanden zu werden, und zog
sich aus der aktiven ökologischen Diskussion zurück. Durch einen Fernsehbeitrag wird Bihl auf die Arbeit von
Fleck aufmerksam. Die beiden halten
jahrelang sporadisch Kontakt. Schließlich entsteht der 2008 veröffentlichte
Roman „Das Tahiti Projekt“. Seit März
2011 steht der Folgeroman „Maeva!“ in
den Verkaufsregalen. Es sind fünf Jahre vergangen und die Ideen des Tahiti-Projekts erobern die Welt. Überall
entstehen Gemeinschaften, die sich
nach dem sozialökologischen Modell
richten und die Grundgedanken weiterführen. Doch die Mächtigen in Politik und Wirtschaft geben sich nicht
kampflos geschlagen.
Vom Konzept über die Fiktion
zur Realität?
Bei Theorie und Fiktion soll es
nicht bleiben, sondern eine Modellregion à la Tahiti Projekt als ökologisches Schaufenster entstehen. Bihl
ist überzeugt, dass sich Menschen
leichter inspirieren lassen, wenn
ökologische Alternativen in Natura präsentiert werden können. „Sobald der Mensch begreift, dass er Naturgesetze achten und befolgen muss,
ist er auch bereit, neue Wege zu beschreiten.“ Bihl und seine Mitstreiter begaben sich auf die Suche nach
einem unabhängigen Land, welches
die besten Vorraussetzungen wie Die Suche geht weiter
einem überschaubaren Wirtschafts- Es existiert dennoch ein polyneraum, politische und soziale Stabi- sischer Hoffnungsfunke auf der Insel
lität bietet, aber auch (ökologische) Rapa Iti, die zwar politisch zu FranProbleme hat. Insgesamt wurden 43 zösisch Polynesien gehört, aber geounabhängige Inselstaaten unter die graphisch zu den Austral-Inseln geLupe genommen. Tahiti war zwar zählt wird. Sie liegt 1 200 Kilometer
die erste Wahl, jedoch ist der Wirt- südlich von Tahiti und ist die Heischaftsraum mit insgesamt 180 000 mat von 520 Einwohnern. Ein eigener
Einwohnern für einen Modellversuch Flughafen ist nicht vorhanden, wobei
zu groß, wie Bihl bei seinem Besuch sich die Abgeschiedenheit durchaus
der Insel 2006 feststellen musste. Da- als Vorteil erweisen könnte. Ausgeher rückte die Nachbarinsel Moorea rüstet mit Videos und Mustern von
in den Fokus. Hier leben 18 000 Men- ökologischen Produkten wie Brennschen, zudem ist ein seit über einem nesselstoffe und Hanfbeton – welJahrzehnt ungenutztes Areal vorhan- cher herkömmlichem Beton überleden. Hier sollte ein extraterritoriales gen und zudem vollständig biologisch
Gebiet entstehen, welches Studenten abbaubar ist – setzt sich die Polyneunterschiedlicher Universitäten aus sierin Roti Make für einen equilibrisFranzösisch Polynesien und Euro- tischen Modellversuch auf Rapa Iti
pa zunächst von ökologischen Altlas- ein. Make ist Chefin der Organisation
ten befreien sollten. Danach würde Oparo und Präsidentin der polyneder eigentliche Modellversuch gestar- sischen Sektion der Internationalen
tet: Die fünf Lebensgrundlagen un- Frauenliga für Frieden und Freiheit
serer modernen Zivilisation, Ener- in Personalunion. Sie lernte Bihl bei
gie, Mobilität, Behausung, Kleidung seinem Besuch 2010 kennen.
und Nahrung sollten wie im Roman Die weltweite Signalwirkung eiin Einklang mit der Natur geschaf- ner funktionierenden sozialökolofen werden. Sobald diese Grundbe- gischen Modellregion in Französisch
dürfnisse befriedigt wären, könnten Polynesien wäre beachtlich, denn es
politische und gesellschaftliche Re- sind giftige Altlasten vorhanden. Von
formen in den Bereichen Gesundheit, 1966 bis 1996 missbrauchte FrankBildung, bedingungsloses Grundein- reich die Insel Mururoa für nuklekommen, Spiritualität, Geld- und Bo- are Waffentests. In dreißig Jahren
denordnung folgen.
wurden insgesamt 193 AtombomBei seinem Besuch 2010 auf Moo- ben gezündet, 46 davon oberirdisch.
rea bemerkte Bihl, dass die Möglich- „Nach den unterirdischen Atomversukeiten, Überzeugungsarbeit zu leisten,
stark eingeschränkt waren – obwohl
der Bürgermeister der Insel durchaus
angetan war. Leider sind selbst im
entfernten Französisch Polynesien
politische und wirtschaftliche Strukturen verkrustet. Seit über 200 Jahren stehen die Inseln unter europäischem Einfluss. Das Bewusstsein für
Veränderungen ist bei manch einem
Entscheidungsträger noch nicht vorhanden. Die wirtschaftlichen und
ökologischen Probleme sind ihnen
zwar bekannt, aber dennoch suchen
sie die Lösung in herkömmlichen
Französisch
Polynesien ist
westlichen Wirtschaftsmodellen. So
für das Tahitiwerden alte Wege eingeschlagen;
Projekt geeigneue Hotels und Golfplätze sollen
net - trotz der
den Tourismus und damit die WirtAtomwaffentests
schaft ankurbeln. Tief greifende Alauf der Insel
Mururoa.
ternativen sehen anders aus.
raum&zeit 171/2011
47
Nachhaltige Ökologie
Wird Island – hier im Bild die
Hauptstadt Reykjavik – die
Insel des Tahiti-Projekts?
Wann wagen wir einen neuen Weg?
E
ric Bihl, der Gründer des Equilibrismus-Vereins, im Gespräch
mit Jens Brehl über seine Hoffnung und seine Geduld.
Jens Brehl: Wenn sich der Equilibrismus
weltweit durchsetzt, werden globale Konzerne
sowie Strukturen, die unbegrenzten Wirtschaftswachstum und Raubtierkapitalismus als Basis
haben, die Verlierer sein. Wer lässt sich so etwas
gefallen?
Eric Bihl: Das Wort „Verlierer“ impliziert einen
Kampf, aus dem einzelne Sieger hervorgehen.
Dies möchte ich gerne vermeiden, denn im
Equilibrismus sind viele Ideen aus dem Aikido
enthalten. Aikido ist eine Verteidigungstechnik mit
dem Ziel, Konfrontationen nach Möglichkeit zu
umgehen. Jedes Unternehmen und jede Struktur
hat die Chance, sich neu auszurichten, denn
mit der Reparatur von Umweltschäden und dem
Aufbau von ökologischen Alternativen gibt es
genug zu tun. Alle Menschen sind Gewinner, wenn
unser Lebensraum erhalten bleibt. Schließlich
leben wir auf dem gleichen Planeten.
Brehl: Bei einem Paradigmenwechsel prallen die
unterschiedlichsten Interessen aufeinander. Wie
kann man ihn friedlich gestalten?
Bihl: Wichtig ist es meiner Ansicht nach, dass
keinerlei Zwang ausgeübt wird. Bereits heute
ist es mit einem gesunden Menschenverstand
offensichtlich, dass wir so wie bisher nicht weitermachen können. Als Teil der Natur müssen wir
uns nach deren Gesetzmäßigkeiten orientieren.
Der maßlose Wachstumswahn bedroht unsere
Lebensgrundlagen immer stärker. Ich denke, dass
sich die Menschen schnell begeistern lassen,
wenn man ihnen funktionierende sozialökologische
Alternativen aufzeigt. Daher sehe ich unseren
Modellversuch als entscheidend an.
Brehl: Werden Sie den Durchbruch des
Equilibrismus noch erleben?
Bihl: In meinem Kopf habe ich ihn schon lange
vollzogen. Ich lebe daher in zwei Welten: Einerseits
in der Realität und andererseits in der Welt, wie
sie sein könnte. Gerne würde ich zu meinen
Lebzeiten feststellen, dass
der Equilibrismus sich
durchsetzt. Jedoch mache
Eric Bihl
ich mir in dieser Hinsicht
keinerlei Druck. Ich hege
die große Hoffnung, dass Menschen bereit sind,
sich zu verändern. Entscheidend ist die persönliche
Leidensfähigkeit eines jeden Einzelnen, ab wann er
bereit ist, neue Wege zu gehen und Alternativen zu
wagen.
Brehl: Was kann jeder Einzelne tun, um die ökologische Wende zu unterstützen?
Bihl: Das Wichtigste ist, mit allen Möglichkeiten
die Idee zu verbreiten, damit möglichst viele
Menschen von den sozialökologischen Alternativen
erfahren. Wer mag, kann unsere Arbeit auch in
finanzieller Sicht unterstützen. Darüber hinaus
ist es die Aufgabe der Medien, von Visionen und
neuen Möglichkeiten zu berichten, um sie der
breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein
Großteil der Presse reagiert lediglich auf bereits
Geschehenes, doch der Blick in eine lebenswerte
Zukunft ist essentiell. Es wäre durchaus erfreulich, wenn die Courage vorhanden wäre, positive
Nachrichten stärker zu gewichten.
Brehl: Welche Schwächen hat das Konzept?
Bihl: Die größte Stärke ist gleichzeitig auch eine
Schwäche. Unser Konzept ist sehr umfassend, im
Prinzip einfach und dennoch komplex. Man muss
sich eine Weile damit auseinandersetzen. Es ist
leichter, Menschen für eine schnelle Aktion zu begeistern. Wenn ich also sage, morgen pflanzen wir
Bäume, sind rasch viele Helfer gewonnen. Doch es
werden im gleichen Atemzug weltweit mehr Bäume
gefällt, als wir anpflanzen können. Manch einer
nutzt vereinzelte Aktivitäten als Alibifunktion, um zu
untermauern, wie ökologisch er doch handelt. Die
Ziele des Equilibrismus sind langfristig und dadurch
schwerer vermittelbar. Es bedarf Geduld, diese über
einen längeren Zeitraum engagiert zu verfolgen.
chen gleicht das Mururoa-Atoll einem
Schweizer Käse. Wir fürchten, dass
langfristig Radioaktivität aus diesem
gigantischen Atommüll-Endlager austreten wird“, erklärt Ulrich Delius,
Ozeanien-Experte der Gesellschaft
für bedrohte Völker. „Dringend müs-
48 raum&zeit
171/2011
sen die Folgen der radioaktiven Strahlung für Natur und Ureinwohner von
unabhängigen Sachverständigen untersucht werden.“
Die Equilibristen sind offen für Standortalternativen, wie etwa die kanarische Insel El Hierro, auf der es ein
UN-Biosphärenreservat gibt. Sie ist
jedoch Teil der Europäischen Union
und daher bereits in einem starren
System integriert. Aus Bihls Sicht wäre das vor wenigen Jahren noch viertreichste Land der Welt pro Einwohner
bestens geeignet: Island. Durch Gier
und die internationale Finanzkrise an
den Rand des Abgrunds gebracht, sind
die Isländer offen für Neues. Schlicht
und einfach aus dem Grund, weil kein
Weg an alternativen Lösungen vorbeiführt. Dabei bewahren die Isländer
Ruhe und prüfen mit Neugier frische
Ideen. Korrupte Politiker, Banker und
auch unaufrichtige Journalisten wurden auf sanfte Art von ihren Posten
entfernt, um sich auf breiter Basis neu
orientieren zu können. Island ist zwar
hoch verschuldet, verfügt jedoch über
eine eigene Währung. Das alles sind
ideale Bedingungen. Öffnet sich die
Tür für die Equilibristen?
Unendliche Diskussionen à la
Klimawandel als Bremsklotz
Letzten Endes ist der Grund für den
Vollzug einer sozialökologischen Wende trivial. Ob der Klimawandel in der
propagierten Form existiert oder nicht,
ist eine Diskussion, die noch Jahrzehnte geführt werden kann. Fakt ist,
dass bei begrenzten Ressourcen ein
unendliches (Wirtschafts-)Wachstum unmöglich ist. Weiterhin steht
fest, dass wir durch unkluge Entscheidungen unseren Lebensraum massiv gefährden. Daher ist es an der Zeit,
sich auf Gemeinsamkeiten zu besin-
Buchtipps:
Dirk C. Fleck:
„Das Tahiti Projekt“, brosch.,
343 S.,Piper Verlag, München,
2010, 8,95 E,
ISBN 978-3-492-25362-8
Dirk C. Fleck:
„MAEVA!“, geb, ca. 350 S.,
Greifenverlag, 2011,
19,95 E,
ISBN 978-3-86939-009-3
Beide Bücher sind erhältlich im raum&zeit Bücherservice,
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E-Mail: [email protected], www.raum-und-zeit.com
nen, auf Eitelkeiten zu verzichten und
die Ärmel hoch zu krempeln. Inwieweit das sozialökologische Konzept
des Equilibrismus tragfähig ist, kann
nur in der Praxis endgültig bewiesen
werden. Es kommt auf den Versuch
Matthias Leitner:
„Die Praxis der Utopisten“, Radiosendung
über den Equilibrismus und das TahitiProjekt, welche von der Deutschen
Umwelthilfe mit dem UmweltMedienpreis 2010 ausgezeichnet wurde,
Internetadressen
und weiterführende
Informationen
http://www.equilibrismus.de
Internetseite Equilibrismus e.V.
an und es wäre verrückt, ihn nicht zu
wagen. Wir haben nichts zu verlieren
und daher alles zu gewinnen.
n
Bayern 2, Sendereihe Zündfunk,
30.5.2010,
http://www.br-online.de/bayern2/
zuendfunk/zuendfunk-wochenendegenerator-ID1274888132849.xml
Ute Scheub:
„Schwundgeld und Tahiti-Virus“, Interview
mit Eric Bihl und Roti Make, taz.de,
19.3.2010, http://www.taz.de/1/
zukunft/umwelt/artikel/1/schwundgeldund-tahiti-virus/
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49
14
Seligen
Insel der
natur+kosmos 04/2011
R
씮
apa Iti ist umgeben von der Weisen“ darüber, dass alles auf der
schier unendlichen Wasser- Insel von allen gemeinsam genutzt
wüste des Pazifik. „Diese In- werden kann. Und die „Hüter des
sellage ist ideal, um ein völlig neues Bodens“ entscheiden über konkrete
Wirtschaftsmodell zu verwirklichen“, Vorhaben.
sagt Eric Bihl. „Denn dadurch ist
In Zukunft soll das ganze Leben
der Einfluss von außen relativ ge- im Einklang mit der Natur geregelt
ring.“ Dem Vorstand des Vereins werden: Häuser beispielsweise solder Equilibristen schwebt nichts len nur noch mit Holz, Lehm und
weniger als eine soziale und öko- verschiedenen Pflanzenfasern gelogische Modellregion vor, in der baut werden – aus Materialien, die
die Menschen von und mit dem der Natur ohne Raubbau entnomleben, was die Natur ihnen gibt.
men werden können. Auf den FelEine wesentliche Voraussetzung dern sind Pflanzenschutzmittel und
für eine solch schöne neue Welt ist Kunstdünger tabu. Der Strom soll
auf Rapa Iti bereits gegeben: Es gibt nicht mehr von Dieselgeneratoren
keinen Landbesitz und keinerlei stammen, sondern mithilfe regeneMöglichkeit, Land zu verpachten rativer Quellen erzeugt werden.
oder zu vermieten. Denn die 40 Qua- Selbst die Teerdecke der einzigen
dratkilometer große Insel gehört Straße, die es auf Rapa Iti gibt, soll
allen gemeinsam: den etwas mehr als weggerissen und durch einen Belag
500 Menschen, die heute noch auf aus Reisspelzen ersetzt werden.
der Insel leben, und weiteren 2500
Das klingt auf den ersten Blick
Personen, die von der Insel stammen. eher nach der Idee einiger AussteiAn das römische Besitzrecht, das ger, die sich auf einer Insel eine heile
die Franzosen Ende des 18. Jahr- Welt schaffen wollen. Aber dahinter
hunderts offiziell eingeführt hatten, steckt weit mehr: Damit auf Rapa
hält sich hier niemand. Stattdessen Iti auch wirklich die besten Ideen
wacht der sogenannte „Rat der entwickelt werden, sind die Equi-
Auf Rapa Iti im Südpazifik soll eine Vision
Wirklichkeit werden: ein Leben im Einklang
mit der Natur. Die Insulaner wollen damit
der ganzen Welt zeigen, wie eine nachhaltige
Gesellschaft funktioniert.
Z U K U N F T
P R O J E K T
Foto: Poema du Prel/Tahiti-Pacifique Magazine
Die Insel Rapa Iti mit ihrem
650 Meter hohen Mont Perau. Im
Vordergrund das Dorf Ahurei.
Der deutsche Equilibrismus e.V. pflegt seit Jahren enge
Kontakte nach Polynesien. In einem Modellprojekt auf Rapa
Iti will der Verein demonstrieren, wie auf allen Ebenen eine
Gesellschaft funktioniert, ohne die Umwelt zu zerstören.
Rohstoffe, die wieder an die Natur zurückgegeben werden
können, ohne Schaden anzurichten, bestimmen den Alltag.
Grund und Boden werden von den Bewohnern bereits
gemeinsam bewirtschaftet und verwaltet. Privateigentum
gibt es nur bei Alltagsgegenständen. Und die Macht des
Geldes soll durch eine Regionalwährung gebrochen werden.
Rapa Iti könnte zu einem Lehrstück für die Welt werden.
Das Projekt
16
natur+kosmos 04/2011
Rapa Iti liegt einsam im Süd-Pazifik.
Die nächst gelegene Insel ist 100 Kilometer
weit weg.
libristen – der Begriff ist aus dem
lateinischen aequus (gleich) und
libra (Waage) zusammengesetzt
und bedeutet Gleichgewicht – mit
verschiedenen Institutionen und
Unternehmen im Kontakt, die auf
ihrem Gebiet zu den jeweils führenden in Sachen Nachhaltigkeit
gehören. Mit der ägyptischen Sekem-Initiative beispielsweise, der
es mit Methoden des Bio-Landbaus
gelungen ist, nordöstlich von Kairo
in der Wüste blühende Gärten
anzulegen. Oder mit der deutschen
Organisation Eurosolar, die mit
Rapa Iti gehört zu FranzösischPolynesien und ist eine der insgesamt 118 Inseln und Atolle. Die
Inseln genießen weitgehende Autonomie von Frankreich und haben
eine eigene Währung, den Franc
Polynesien. Einwohner auf Rapa
Iti: derzeit 520, früher mehrere
1000. Erste Besiedelung: um
1200. Erste Europäer auf Rapa
Iti: 1791. Größe: 40 km². Der
Equlibrismus e.V. wurde 1997
gegründet. Mitteleinsatz für
Studien, Seminare und literarische Umsetzung: 150 000 €.
Kennzahlen
ihren Konzepten einer regionalen
solaren Energieversorgung die ganze
Welt infiziert hat. Und mit gleich 13
Hochschulen, die allesamt bereit
sind, an dem wegweisenden Gesellschaftsmodell mitzuarbeiten.
„Ein solches Vorhaben ist schon
allein deshalb sehr begrüßenswert,
weil es etwas bietet, was die wenigsten bieten können, die etwas verändern wollen: Anschaulichkeit“,
betont Harald Welzer, Professor für
Sozialpsychologie an der Universität
Witten/Herdecke. „Wir können nur
etwas verändern, wenn wir konkret
politik + wirtschaft
zeigen, wie das geht. Dann können
andere es nachmachen.“ Genau darin liege der Charme dieses SüdseeProjekts. Zwei Wissenschaftler mit
dem Spezialgebiet „Erneuerbare
Energien“ von der schottischen Universität Dundee und der Schweizer
Fachhochschule Nordhausen waren
bereits in der Südsee und haben eine
Machbarkeitsstudie erstellt. Die gilt
es jetzt umzusetzen.
„Wir wollen nicht in die Steinzeit
zurück“, sagt Roti Make d'Assignies,
die Präsidentin der Organisation
Oparo, in der sich alle Menschen
zusammengeschlossen haben, die
dem Stamm der Rapa angehören (s.
Interview rechts). „Wir wollen die
modernsten Materialien und Methoden nutzen, mit denen wir unser Leben gestalten können. Allerdings darf
nichts auf Kosten der Natur gemacht werden. Das ist der entscheidende Unterschied zu dem, was die
industrialisierten Staaten machen.“
Den Impuls zu diesem Denken
hat sie von Eric Bihl. Der Elsässer
hat Anfang der 80er Jahre seinen
Militärdienst in Polynesien abgeleistet und ist erneut auf die Region
gestoßen, als er auf der Suche nach
einer Insel war, auf der die Vision
der Equilibristen verwirklicht werden könnte. In Roti Make d'Assignies hat er eine ideale Mitstreiterin
Bilder einer Insel: die Hänge auf Rapa Iti sind fruchtbar und können mehrere tausend Menschen ernähren.
Karte: Sonja Heller, Fotos: Poema du Prel/Tahiti-Pacifique Magazine (5), privat
politik + wirtschaft
Instituts ein Touristen-Ressort zu
bauen. Ich dagegen bin total begeistert davon und habe sofort gesagt: Lass uns das bei uns machen!
Und was heißt das?
Ich werbe seither bei den Menschen auf Rapa für ein Leben im
Einklang mit der Natur. Die Männer
sind zum Beispiel davon beeindruckt, dass sie mit vollkommen
natürlichen Materialien wie Lehm
und Hanf-Ziegelsteinen bauen können, oder dass in Zukunft nur noch
Elektro-Autos auf unserer Insel
fahren. Ich habe den Rat der Weisen
überzeugt, den katholischen Pfarrer
und die evangelische Diakonin.
Sie alle unterstützen das Ziel, aus
Rapa eine Insel zu machen, die der
www.natur.de 04/2011
ganzen Welt zum Vorbild wird.
Und Sie halten das tatsächlich
für möglich?
Wir haben auf unserer Insel ein
verlassenes Tal, das Tal der Lichtgeister. Es ist eine sehr reine Landschaft mit einem kleinen Fluss,
zwei Wasserfällen und Pflanzungen, die aufgegeben worden sind.
Das ist ein idealer Ort für das auf
Moorea abgelehnte Institut.
Studenten aus Polynesien und aus
aller Welt könnten gemeinsam
forschen und der Welt zeigen, wie
ein Leben im Einklang mit der
Natur funktioniert.
Noch ist das aber Zukunftsmusik?
Aber eine, die wir schon sehr
konkret komponieren.
Wie aus der Südsee-Insel Rapa Iti ein kleines Paradies werden kann.
씮
blemlos in Deutsch. „Wenn wir uns
Als nächstes soll eine Art Regioauf ein Leben mit der Natur zu- nalgeld eingeführt werden, das die
rückbesinnen, stellen wir uns eine Entwicklung der ganzen Insel voranGesellschaft vor, in der Gerechtig- bringt – und nicht den Reichtum
keit, Glück und Kreativität zu den Einzelner vermehrt. Wer sein Geld
entscheidenden Werten gehören. hortet, bekommt keine Zinsen,
Alle Menschen sollen die gleichen sondern schmälert sogar seinen
Rechte und Pflichten haben.“
Wert. Diese neue Währung soll
„Wir wollen der ganzen Welt zum Vorbild werden“
Frau d'Assignies, Sie
wollen aus
Rapa Iti eine
Roti Make
100
Prozent
d'Assignies ist
Präsidentin von
ökologische
Oparo – so der
Insel machen
ursprüngliche Naund
arbeiten
me von Rapa Iti.
dabei mit
dem Equilibrismus e.V.
zusammen. Wie kam es dazu?
Eric Bihl, der Vorsitzende des Vereins, wollte das Projekt eigentlich
auf Moorea verwirklichen, der
Nachbarinsel von Tahiti. Damit ist er
aber gescheitert, weil die Verantwortlichen auf Moorea letztes Jahr
entschieden haben, anstelle eines
zukunftsweisenden Forschungs-
INTERVIEW
gefunden. Einerseits ist sie in ihrer
Heimat verwurzelt, andererseits
kennt sie westliches Denken und
Wirtschaften: Ihr Großvater war
Norweger, ihr Vater Franzose. Sie
selbst hat in der Schweiz Bildende
Kunst und Haute Couture studiert
und kommuniziert deshalb pro-
Drei Generationen: Auf Rapa Iti setzen Jung und Alt auf eine gemeinsame Zukunft.
17
18
Welche Staatsform ist dafür am
besten geeignet und welche Verwaltung? Und ganz konkret: Sollen
Häuser nur noch mit Materialien
gebaut werden, die es auf der Insel
gibt? Oder ist auch die Einfuhr von
anderen Inseln sinnvoll? Wie lässt
sich der Energiebedarf langfristig
decken, ohne die Natur zu belasten
und das Landschaftsbild zu zerstören – durch kleine Windräder und
natur+kosmos 04/2011
Auf literarischer Ebene ist das Nachhaltigkeits-Virus längst freigesetzt. Mit
seinem Öko-Thriller „Das Tahiti Projekt“ hat der Science-Fiction Autor Dirk
C. Fleck vor rund drei Jahren das Modell-Projekt in der Südsee als eine Art
Auftragsarbeit der Equilibristen beschrieben: Im Roman ist all das Wirklichkeit geworden, was sich auf Rapa Iti erst langsam entwickeln muss: alternative Energien, sanfte Mobilität, Permakultur. Die Fortsetzung des Bestsellers
ist gerade erschienen: „Maeva!“. Im Angesicht der globalen Ökokrise wird
Maeva, die junge Präsidentin von Tahiti, zur Hoffnungsträgerin von Millionen.
Die Heldin begibt sich auf eine abenteuerliche Reise rund um den Erdball.
Von Polynesien reist sie nach Australien, von dort nach China, weiter nach
Deutschland, Nordafrika und Kalifornien. Sie hilft verschiedenen Gruppen
der Zivilgesellschaft, die sich daran machen, aus dem bestehenden Wirtschaftssystem auszubrechen. Dirk C. Fleck: Maeva! Greifenverlag, 350 Seiten,
19,95 €; Das Tahiti-Projekt. Piper, 343 Seiten, 8,95 €. Volker Freystedt, Eric
Bihl: Equilibrismus. 336 Seiten, für 5,– € als pdf unter www.equilibrismus.de
Die literarische Wirklichkeit
ständig im Umlauf bleiben und allen
Bewohnern der Insel ein angenehmes Leben garantieren (zu Regionalwährungen siehe Wohlstand im
Armenhaus, natur+kosmos 11/2010).
Vor allem aber soll auf Rapa Iti
eine Universität errichtet werden, an
der Studenten aus der ganzen Welt
forschen können, wie ein zukunftsfähiges Gesellschaftsmodell am sinnvollsten ausgestaltet werden kann:
Mitstreiter: Die evangelische Kirche unterstützt den Wandel auf Rapa Iti.
politik + wirtschaft
www.natur.de, Stichwort: Rapa Iti
LINKS: Internettipps unter
HORST HAMM
Wellenkraftwerke? Oder sind doch
Photovoltaik-Anlagen die bessere
Lösung? Kleidung, Ernährung,
Mobilität – all das soll unter der Vorgabe einer natürlichen Kreislaufwirtschaft erforscht werden.
„Wir wissen, dass Rapa Iti letztlich
zu klein ist, als dass man dort bereits
alles verwirklichen kann, was die
Welt braucht“, gesteht Eric Bihl
freimütig ein. „Aber ihre Abgeschiedenheit hilft den Insulanern, ohne
Einflüsse von außen Neues auszuprobieren. Und ich hoffe, dass
das, was auf Rapa Iti beginnt, auf
andere Inseln überspringt – und von
dort die restliche Welt beeinflusst.“
Immer mehr Menschen sollen
innehalten und sich neu besinnen.
Das ist letztlich die Vision der Equilibristen. Ganz im Sinne Albert
Einsteins. Der hat einmal treffend
gesagt: „Wir können Probleme
nicht mit Denkmustern lösen, die
zu ihnen geführt haben.“ Auf der
kleinen Südsee-Insel Rapa Iti wird
jedenfalls schon völlig neu gedacht.
ragendes Projekt, das ökologische, ökonomische
und soziale Kriterien gleichermaßen erfüllt. Die Auswahl der Projekte erfolgt weltweit und in Zusammenarbeit mit: Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.), BUND,
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA), Care
e.V., Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU),
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), Deutscher Naturschutzring
(DNR), dokeo GmbH, econsense – Forum Nachhaltige Entwicklungder Deutschen Wirtschaft, fechnerMEDIA, Global Nature Fund (GNF), Institut für MarktUmwelt-Gesellschaft (IMUG), KfW Entwicklungsbank,
NatureLife-International, Öko-Institut, Right Livelihood Award Foundation (Alternativer Nobelpreis),
Schweisfurth-Stiftung, Stiftung Europäisches
Naturerbe (Euronatur), World Wildlife Fund (WWF),
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.
natur+kosmos präsentiert jeden Monat ein heraus-
UNSERE PARTNER
Foto: Poema du Prel/Tahiti-Pacifique Magazine
leserbriefe
Gerne lese ich natur+kosmos – vor
allem auch, weil mir die sachliche
und wissenschaftlich orientierte
Darstellung der Themen gefällt. So
auch im Heft März 2011 mit dem
Artikel „Der neue Goldrausch“, der
aber an einer Stelle einem wenig
hilfreichen populistischem Trend
folgt, nämlich der Unart, Zahlen in
teilweise unsinnigen Vergleichsgrößen darzustellen. Wenn dem
Leser schon unterstellt wird, dass er
sich 80 Mio. Tonnen Eisen nicht vorstellen kann, dann ist es wenig hilf-
„Der neue Goldrausch“
natur+kosmos, Nr. 3/2011
Sinnvoller vergleichen
T. Mauksch, per E-Mail
Da sich die Themen dieser Zeitschrift mit der Natur, dem Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit befassen, wäre es wünschenswert, wenn die Abo-Prämien auch
danach ausgewählt würden. Der
Apple-Konzern zum Beispiel wird
immer wieder für sein mangelndes
ökologisches Bewusstsein und
Handeln gerügt. Dennoch gibt es
als Top-Prämie für ein Abonnement einen iPod touch 8GB.
Ansonsten großes Lob, das Magazin ist sehr lesenswert mit stets
aktuellen Themen unserer Zeit.
„Abo-Prämien“
natur+kosmos, Nr. 3/2011
Nachhaltiger auswählen
Arme Dänen
Rainer Bussjaeger, per E-Mail
Seit Januar 2011gibt es den NaturAktien-Index (NAI) nicht mehr in
Ihrem Heft - als Natur(+Kosmos)Abonnent „der ersten Stunde“ vermisse ich diese Kurzübersicht bei
meiner monatlichen Lektüre sehr!
Es war dieser Artikel, der uns veranlasste, (Kleinst-)Anleger im
GreenEffects-Fond zu werden, der
auf Unternehmen basiert, die im
NAI gelistet sind. Und die Infos
sind deshalb auch noch nach einigen Wochen lesenswert. Einer Zeitschrift, die sich Ökologie, Umwelt
und Nachhaltigkeit auf die Fahne
geschrieben hat, steht es a) gut an,
über ein dazu existierendes Element wie den NAI regelmäßig zu
berichten und sollte b) als seinerzeitige (Mit-)Initatorin dieses Instruments hierauf schon ein bisschen stolz sein, und es nicht durch
Nichtdrucken gegenüber den „bösen“ großen Aktien-Indices quasi
verleugnen. Es wäre schön, wenn
Sie den NAI-Artikel wieder drucken würden!
„Magazin: Natur-Aktien-Index“
Wo bleibt der NAI?
reich, diese Menge mit der Zahl
von 20 Billionen Handys zu verdeutlichen (in denen je 4 Gramm Eisen
enthalten ist). Ich glaube, wer mit
der Zahl 80 000 000 überfordert ist,
dem ist nicht geholfen, wenn 6 weitere Nullen angehängt werden und
die führende Zahl durch 4 geteilt
wird. Wenn überhaupt nötig, wäre eine Umrechnung auf „Eiffeltürme“ (8000 Stück) verständlicher gewesen. Vertrauen Sie ruhig weiter
darauf, dass Leser Ihrer Zeitschrift
mit den Zahlen- und Mengenangaben in den Artikeln zurechtkommen. Peter Faude, Lehrte-Hämelerwald
19
Sie können Kritik, Lob
und Diskussionsbeiträge zu unseren
Artikeln auch auf
unserer Internetseite
www.natur.de unter
der Rubrik „Leserbriefe“ direkt in eine
Maske schreiben.
Zudem finden Sie dort
Leserbriefe, die
hier im Heft keinen
Platz mehr hatten.
Leserbriefe bitte an:
natur+kosmos,
Bretonischer Ring 13,
85630 Grasbrunn,
Fax (089) 45616-3 00,
E-Mail:
[email protected]
konradin.de,
Internet: www.natur.de
Gold
DR. W. ULBRICH
HANNOVER
Silber
IRENE GRÖPPEL
WILLEBADESSEN
ERHARD THIESEN
HILDESHEIM
natur+kosmos
zeichnet
Leserinnen und
Leser für ihre Treue aus:
Silber für 25 Jahre,
Gold für 50 Jahre und
Platin für 60 Jahre.
Schreiben Sie uns,
wenn Sie auch schon
so lange dabei sind.
AUSZEICHNUNGEN FÜR
TREUE LESER
www.natur.de 04/2011
In letzter Zeit verstärkt sich bei
mir der Eindruck, dass die heutige
natur+kosmos nicht mehr viel mit
den Zeitschriften gemeinsam hat,
aus denen sie hervorgegangen ist.
Gefühlsmäßig scheint mir zunehmend ein Titel wie „Mensch &
Umwelt“ passender, weil die Natur
selbst anscheinend immer weniger
vorkommt – fast nur noch als
schön fotografierte Garnierung.
Um die Natur wieder in den Mittelpunkt zu stellen, sollte in jedem
Heft eine Pflanzenart, eine Tierart
(oder Artengruppe) und ein bestimmter Lebensraum (z.B. Heide,
Bruchwald) und/oder eine bestimmte Landschaft (z.B. Eifel, Lüneburger Heide) in Bild und
(fachlich fundiertem) Text portraitiert werden. Auch die „Reisen
Mehr Natur
Angelika Schmidt, Oberursel
Im Interview mit Laurence C.
Smith lese ich Folgendes über die
Länder des Nordens, zu denen
ausdrücklich auch Dänemark gehören soll: „Bislang übten diese
nördlichen Breiten auf Siedler aus
dem Süden nie eine besondere Anziehungskraft aus. Der Sommer
dort ist zwar warm, ja sogar ziemlich heiß. Der Winter ist jedoch ein
frostiges Ungeheuer. Laubbäume
sterben ab, bei minus 40 Grad läuft
kein Kompressor, Handarbeit wird
unmöglich.“ Ich habe Dänemark
zwar anders erlebt, aber wenn das
ein Professor sagt, wird's schon
stimmen. Die armen Dänen und
auch die armen Schweden und
Norweger! Hoffentlich bleibt ihnen wenigsten die „enorme Besiedlungswelle“ erspart.
„Viele werden sich Richtung Norden
aufmachen“
natur+kosmos, Nr. 3/2011
Wir behalten uns das Recht vor, Leserbriefe zu kürzen.
briefe an die redaktion