kreuzer - Das Leipzig Magazin - Forum für Lebensenergie Leipzig

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Traumjob | Magazin | 05.05.2008 | 12:08 Uhr
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»Kurz vorm Burn-out habe ich gekündigt«
Katja Oanh Bach über Lehrer als Einzelkämpfer,
körpereigene Energien und wie man Ruhe durch Bewegung
findet
Mein Name umreißt quasi schon die
Ausrichtungen meines Lebens. Katja hat meine
Mutter gewählt. Sie ist Russischlehrerin und
der Sprache sehr verbunden. Oanh ist ein
vietnamesischer Vorname – mein leiblicher
Vater ist Vietnamese. Den Namen Bach habe
ich von meinem Adoptivvater.
In Berlin geboren und aufgewachsen, bin ich
zum Studium nach Leipzig gegangen. Hier
Katja Oanh Bach
habe ich Lehramt Deutsch und Russisch
studiert. Mein Interesse für Slawistik war sehr groß, und ich wusste, dass ich
mit Kindern arbeiten wollte. Ich habe auch Philosophie-Seminare besucht, ein
Auslandsjahr in Russland verbracht und mein Studium nach der Wende
abgeschlossen.
Mein Referendariat absolvierte ich an einem Gymnasium und bekam danach
eine der wenigen Stellen an einer Mittelschule in Torgau. Dort habe ich Deutsch
und Ethik unterrichtet. Ich war schon immer sozial und philosophisch veranlagt,
und für Russischlehrer gab es keinen Bedarf.
Trotzdem hat sich dort für mich alles sehr schwierig gestaltet. Da war der lange
Weg jeden Tag von Leipzig. Dann hat Deutsch wahnsinnig viel Vor- und
Nachbereitungszeit gekostet, und Ethik war nur eine Wochenstunde, in der ich
aus Zeitmangel kaum etwas lehren konnte. Ich war schnell sehr unzufrieden.
Das System und der Rhythmus lagen mir nicht. Was ich wollte, konnte ich so
nicht vermitteln. Meinem persönlichen Anspruch an Erziehungsarbeit und
Gemeinschaftsgefühl konnte ich so nicht gerecht werden. Lehrer sind leider oft
Einzelkämpfer – jeder für sein Fach oder sein Projekt. Kurz vorm Burn-out habe
ich gekündigt und die Schule das Jahr darauf verlassen.
Da ich auch körperlich abgekämpft war und
Entspannung suchte, habe ich mit Qigong
angefangen und dann auch Meditationskurse
besucht. Bald entdeckte ich, dass Qigong und
auch Taiji eine Begabung von mir ist. Ich war
fasziniert davon, was für Energien im eigenen
Körper stecken, wenn man nur weiß, wie man
sie aktiviert und kultiviert. Vom reinen Sport
als Ausgleich kam ich hin zu meiner wahren
Oase mit Menschen
Berufung.
Seitdem lebe ich mehr den zweiten Teil meines
Namens. Ich wusste, dass ich lehren wollte, und habe hier, im Osten, der ja
auch der internationalste Stadtteil Leipzigs ist, Räume gesucht und gefunden,
um 2004 das Zentrum für Stille und Bewegung zu gründen.
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Mein Anliegen war und ist es, eine Oase für Menschen zu schaffen, um Kraft zu
schöpfen, zur Ruhe zu kommen, sich zu stärken. Eine innere Mitte zu finden,
um dem, was von außen an einen herangetragen wird, standzuhalten. Ich habe
dann versucht, Menschen zu finden, die Räume und Heilmethoden mit mir
teilen würden. 2006 ist meine Partnerin mit eingestiegen und hat eine Praxis als
Heilpraktikerin für Psychotherapie gegründet und in das Zentrum integriert.
Zusammen mit einem Pärchen aus Potsdam haben wir uns im Dezember 2007
zum Forum für Lebensenergie erweitert.
Zusätzlich zu den regelmäßigen Taiji- und Qigongkursen bieten wir allgemeine
Lebenshilfe, Kommunikationsseminare, Energiekreise und
Prüfungsvorbereitungskurse für Heilpraktiker an. Wir gehen jetzt auch verstärkt
in Unternehmen, in denen lange und viel geistig gearbeitet wird. Dort begleiten
wir zum Beispiel Strategietage, an denen wir zu 10 bis 12 Minuten
Bewegungspause anregen – das lässt einen runterkommen und befreit den
Kopf.
Die Menschen, die zu uns kommen, sind oft in Umbruchsphasen oder Krisen.
Selbst die Krankenkassen haben mittlerweile erkannt, dass Präventionsarbeit
sinnvoll ist und übernehmen meist 80 Prozent der Kosten.
Mir ist wichtig, den Menschen ganzheitlich zu betrachten und auch zu
behandeln – das Physische wie auch die Psyche, eben Körper und Seele.
Demnächst strebe ich an, die Pausengestaltung in Schulen zu leiten bzw. dort
wöchentliche Taiji- und Qigong-Kurse zu geben.
Meine große Vision allerdings ist es, dass dies ein Ort wird, an dem Menschen
jeden Alters begleitet werden – ein Heilhaus, mit Leben und Sterben unter
einem Dach. AUFGESCHRIEBEN VON HEIKE WENZEL
Katja Oanh Bach, 38, aufgewachsen in Berlin, Studium der Germanistik und
Slawistik, Arbeit als Lehrerin für Deutsch und Ethik in Torgau
Zentrum für Stille und Bewegung, Wiebelstr. 4a, 04315 Leipzig, Tel. 6 81 87 38,
Geschäftszeiten: Di + Do 9-11 Uhr
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