WIR 02_2009 - Genossenschaftsverband eV

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WIR 02_2009 - Genossenschaftsverband eV
Wohnungswirtschaft
Direktvermarktung
Mittelstand
WBG Burgstädt ist
2009 gut gestartet
AG Forberge eG hat
ein neues Domizil
VB Mittweida eG
im Firmenportrait
5
8
22
2/2009
DAS GENOSSENSCHAFTSBLATT
AUS MITTELDEUTSCHLAND
S TA N D P U N K T 3
Jetzt ganz besonders:
Partner für den Mittelstand
W
irtschaftskrisen bergen stets die
Gefahr, in Hysterie zu verfallen.
Eine Gefahr, der die genossenschaftliche Bankengruppe nicht erlegen ist.
Wir als Bankengruppe stehen für das
Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ und werden uns mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung nicht den
Grundoptimismus und das Vertrauen in
die Zukunft nehmen lassen. Die deutsche Wirtschaft als Ganzes ist stabil.
Sie kann sich zwar nicht abkoppeln
von negativen internationalen Entwicklungen und wird beim Export sicher
schmerzhafte Schleifspuren davontragen, doch der deutsche Mittelstand ist
eben viel mehr als die Dax-Konzerne.
Von Uwe Fröhlich,
Präsident des
Bundesverbandes der
Deutschen
Volksbanken und
Raiffeisenbanken (BVR)
E
ine Kreditklemme für den Mittelstand oder eine sinkende Kreditvergabebereitschaft kann ich bei den
Volksbanken und Raiffeisenbanken in
Deutschland nicht feststellen. Im
Gegenteil: Das Wachstum der Kredite
an
inländische
Nichtbanken
in
Deutschland befindet sich nach den
jüngsten Zahlen auf dem höchsten Niveau seit sieben Jahren. Tatsache ist,
dass für kleine und mittlere Unternehmen – die Firmenkunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken – das Angebot an Krediten mehr als reichlich existiert. Die genossenschaftlichen Institute haben 2008 mehr Kredite vergeben als im Vorjahr. In den kommenden
Monaten dürfte die Kreditnachfrage
zwar zurückgehen. Dies ist aber Folge
der rückläufigen Investitionstätigkeit
und nicht Anzeichen einer Kreditverknappung. Gleichwohl erfordert die
sich erheblich abschwächende Konjunktur von Banken eine Risikopolitik
mit Augenmaß auch im Bereich alternativer Finanzierungslösungen wie
Leasing oder Factoring.
D
er genossenschaftliche FinanzVerbund ist eng mit dem Mittelstand verbunden. Er unterstreicht dies
durch seine jüngst ins Leben gerufene
Mittelstandsoffensive. Hierzu stellen
wir über die genossenschaftlichen
Zentralbanken DZ BANK und WGZ
BANK mit einem Sonderkreditfonds in
Höhe von einer Milliarde Euro weitere
Mittel für die Unternehmensfinanzierung bereit. Die Volksbanken und Raiff-
eisenbanken können damit Darlehen
mit bis zu fünf Jahren Laufzeit ausgeben. Pro Kunde sind Kredite von
250.000 bis zwei Millionen Euro vorgesehen.
V
olksbanken und Raiffeisenbanken
stehen bereit, mehr Kredite auszugeben und neue Kunden zu gewinnen.
In Deutschland ist das Kreditwachstum
höher und die Zinsen sind niedriger als
vor der Finanzkrise. Gesunde Unternehmen müssen also nicht fürchten,
allein gelassen zu werden. Allerdings
spüren zunehmend auch kleinere
Mittelständler die Wirtschaftsflaute. Wir
rechnen im Moment daher nicht mit einer steigenden Kreditnachfrage, da
die Unternehmen weniger investieren.
D
eutschland befindet sich im Jahr
2009 in einem schweren Abschwung. Um den Rückgang der Wirtschaftsleistung zu mildern und Impulse auch für den Mittelstand zu geben, hat die Politik mit dem zweiten
Konjunkturpaket schnell und grundsätzlich richtig reagiert. Es trägt zur
Kräftigung der Binnennachfrage bei
und schafft damit – zumindest teilweise – einen Ausgleich für das Wegbrechen der Exportnachfrage. Die
Ausweitung der KfW-Haftungsfreistellung bei Investitionsdarlehen und Betriebsmittelkrediten erleichtert die Kreditvergabe an Unternehmen.
„
Volksbanken und
Raiffeisenbanken stehen
bereit, mehr Kredite auszugeben
und
neue
Kunden zu gewinnen.
Gesunde Unternehmen
müssen also nicht fürchten, allein gelassen zu
werden.
“
2/2009
I
nfolge der Finanzmarktkrise wird
sich der Wettbewerb im Bankenmarkt
weiter verschärfen. Bei den Großbanken findet derzeit eine Abkehr vom Investmentbanking hin zum Retailgeschäft statt. Mehr Sorgen bereiten uns
jedoch die Wettbewerbsverzerrungen,
die angesichts der enormen Staatshilfen in der Branche entstehen. Die Inanspruchnahme staatlicher Hilfen darf
nicht dazu führen, dass begünstigte
Banken zur Gewinnung neuer Kunden
keine marktgerechten Konditionen anbieten. Die Folge wäre ein nicht hinnehmbarer Preiswettbewerb, der gesunde Banken wie die Volksbanken
und Raiffeisenbanken, die dem Mittelstand in guten wie in schwierigen Zeiten
verlässlich
beiseite
stehen,
schwächt.
4 I N H A LT
...
STANDPUNKT
BVR-Präsident Uwe Fröhlich über Partnerschaft
für den Mittelstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
... ist eine Publikation für die
1 000 genossenschaftlichen Unternehmen von:
AKTUELL
WGB mit grundsolider Basis / Ich lese „WIR“ /
Edeka ehrt Kita in Chemnitz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
+
VERBÄNDE
Neujahrsempfang des DGRV / agra 2009 –
auch eG dabei / SLB macht Forderungen auf /
Zur Sache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 – 7
AGRAR
Grüne-Woche-Rückschau / AG Forberge zieht in
„Herrenhaus“ um / „Dorfheimat“ eG setzt auf
Milch-Erzeugergemeinschaft / Das besondere
Angebot / Wer wird „Milchkönigin“? . . . . . . . . . . . . . . . 8 – 9
BANKEN
VR-Bank in Meißen baut Privatkundengeschäft aus. . . . . 10
GEWERBE / HANDEL
Methag eG seit 60 Jahren am Markt / Juroren
prüfen Wurst und Brot / Bäko Ost eG vorgestellt /
Auf den Spuren René Adlers / Wussten Sie
schon… . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 – 12
Mitteldeutscher Genossenschaftsverband
Verband Sächsischer
Wohnungsgenossenschaften
15
Coswig:
Stadtumbau
ist auch Erhalt
alter Substanz.
HANDEL
Agroservice eG gefragter Transporteur /
R+V-Angebot: Raubüberfall-Unfallversicherung. . . . . . . . 13
17-20
KONSUM
KG Ilmenau auf Sanierungskurs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Betriebe, Anschriften,
Leistungen – Beilage
„Visitenkarten“ der
Genossenschaften aus dem
Landkreis Meißen.
WOHNEN
Attraktiver Stadtumbau à la Coswig . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
DIENSTLEISTUNG
Center-Werbung 45 Jahre im Geschäft /
Nachgehakt / VSWG-News als Letter . . . . . . . . . . . . . . . . 16
BEILAGE „VISITENKARTEN“
Landkreis Meißen (Seiten I – IV) . . . . . . . . . . . . . . . . 17 – 20
NEUGRÜNDUNG
Festhalle eG für Annaberg ein Gewinn . . . . . . . . . . . . . . 21
31
AUS GENOSSENSCHAFTEN
Profile: Volksbank Mittweida eG / Neues VB-Center
in Leipzig-Gohlis / Drei Fragen an Curt Bertram,
CAWG / Zeitgenossen / Bei anderen gelesen . . . . . 22 – 25
Medieninteresse
für BSH-Jahrespressekonferenz.
FORUM
DLG-Tagung: Landwirtschaft mit Blick 2020 . . . . . . . . . . 26
FORUM / BILDUNG
Delitzscher „Goldene Worte“ mit aktuellem Bezug /
Lernen bei Konsum Dresden / ADG-Angebote . . . . . . . . 27
KALEIDOSKOP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .28 – 30
VERBUND / PARTNER / TERMINE / IMPRESSUM . . . . . . .31 – 33
PERSONALIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34
BEILAGEN
Raiffeisen-Magazin 1/2009 (Teilauflage)
PerspektivePraxis.de 1/2009 (Teilauflage)
Die Titelseite
1 Meißen im frostigen Januar 2009.
2 Rainer Jentsch, Biogas-Anlagenleiter,
1
2
Milchcenter „Dorfheimat“ Prausitz eG.
3 Stadtumbau Ost – Wohnungsgenossenschaft Coswig/Sachsen eG.
3
4 Servicemitarbeiterin Maria Rose, VRBank Meißen Großenhain eG.
5 Grüne Woche mit Obst aus Sachsen.
Fotos der Seiten Titel/Inhalt:
W. + K. Schmidt; wolf
2/2009
4
5
A KTUELL 5
Ich lese „WIR“, ...
Bald werden die Außenanlagen an der Dr.-Roth-Straße in Burgstädt wieder grünen und blühen. – Für die Mitglieder der WBG – hier Johanna Bohry (li.) und Elfriede Georgi – sind die
Informationstafeln der eG eine Fundgrube.
Fotos: „WIR“-Archiv
… weil das Genossenschaftsblatt
durch seine breitgefächerte Berichterstattung
eine
Fundgrube an Informationen für die
tägliche Arbeit ist.
Der regionale Faktor unterscheidet das Blatt von vielen
anderen.
Andreas Winkler, Vorstandsvorsitzender der Agroservice Besitz- und
Handelsgenossenschaft Brandis
eG
WBG für Mitglieder und Vereine da
Obwohl es für die Mitglieder inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist,
titelte die „Freie Presse“ bei ihrem Bericht über die Wohnungsbaugenossenschaft Burgstädt (WBG): „Mieter
bekommen Geld zurück.“
N
atürlich. Da wir wieder ein positives
Ergebnis erzielt haben, wird es auch
für 2008 eine Rückvergütung geben“,
sagte der Geschäftsführende Vorstand
der WBG, Rainer Richter, beim Neujahrsempfang Anfang Januar. Der Rückblick
auf das Jahr 2008 zeigte noch mehr: Einen nach wie vor niedrigen Leerstand
von 2,4 Prozent des Wohnungsbestandes, Instandhaltungsmaßnahmen und
Modernisierungen (Wert: 1,35 Millionen
Treff im Außengelände der WBG.
Euro), die zu 80 Prozent von regionalen
Handwerks- und Gewerbebetrieben erbracht wurden.
„Dies war eine bewusste Entscheidung“,
so Richter, „um Arbeitsplätze zu erhalten
und das Steueraufkommen für die Ge-
meinden positiv zu beeinflussen.“ Aber
auch die kommunale sowie die Vereinsarbeit wird durch die WBG praktisch und
finanziell unterstützt. Insgesamt 9.800
Euro gingen an Vereine, an die Freiwillige
Feuerwehr sowie die Volkssolidarität.
„Das kommt allen zugute, denn die Vereinsarbeit ist von großer Bedeutung.“
Das vermittle das „Gefühl der Heimat und
des Miteinanders“, das „baut Spannungen ab“. Bewährt haben sich zudem die
Winter- und Sommerseminare in der Begegnungsstätte sowie die weiteren insgesamt 306 Veranstaltungen mit reichlich
9 500 Teilnehmern, die, wie auch die
Hauswirtschaftshilfe-Leistungen und die
Betreuung, von diesen Mitarbeitern organisiert wurden.
wga
Edeka ehrt Chemnitzer Kita
Edeka-Chef Markus Mosa und Nachwuchsgärtner im Januar auf
der Grünen Woche.
Foto: Edeka AG
Jubel bei den Nachwuchsgärtnern im Vorschulalter und den
Erzieherinnen der Chemnitzer Kindertagesstätte „Im Hutholz“. Die kommunale Einrichtung an der Walter-Ranft-Straße
72a wurde im Vormonat auf dem ErlebnisBauernhof der
Internationalen Grünen Woche in Berlin für ihre Ergebnisse
im Rahmen des Projektes „Aus Liebe zum Nachwuchs“
durch Edeka geehrt. Kinder und Betreuer nahmen die Auszeichnung – einen Gutschein zur Neubepflanzung von Gemüsebeeten in der Kita – aus den Händen von Edeka-Chef
Markus Mosa entgegen.
„Über die Auszeichnung freuen wir uns. Der Wettbewerb ist
eine gute Sache, fördert er doch die frühkindliche Bildung“,
sagte Kita-Leiterin Annegret Jähnel, die mit ihrer Kollegin Brigitte Schröter in Berlin zugegen war. „Unsere kleinen ‚Gartenklub‘-Mitglieder, die sich einmal pro Woche treffen, wurden
für ihr fleißiges Tun belohnt.“ Die Jury würdigte die gelungene Fotodokumentation der Chemnitzer über ihr Projekt.
Edeka wird 2009 weitere 200 Kindergärten bzw. Kindertagesstätten in ganz Deutschland mit Gemüsebeeten unterstützen. Paten sind Edeka-Einzelhändler vor Ort.
dsc
2/2009
6 V ERBÄNDE
Genossenschaften
stellen in der Krise
ihre Stärken heraus
Keine Verzerrungen bei
Wettbewerb zulassen
Beim Neujahrsempfang des DGRV
trafen sich in Berlin hochrangige Vertreter aus der Politik aus dem In- und
Ausland mit Repräsentanten der
Wirtschaft und der deutschen im
DGRV vereinigten Genossenschaftsorganisation. Die Botschaft: „Herausforderungen hält das neue Jahr
reichlich bereit.“
gelte für Kredit- wie für
Waren- Handels- und
Dienstleistungsgenossenschaften – „bietet die
Krise
zugleich
die
Chance, die Wesenszüge unseres Geschäftsmodells, insbesondere
die Nachhaltigkeit und
die regionale Verwurzelung, noch mehr herauszustellen und uns damit
auf unsere Werte und traditionellen Stärken zu besinnen“.
Das Wahljahr verkörpert
„das Demokratieprinzip, Mit Energie in die Zukunft – das meint auch Servicetechniker
Jens Klemm von der energie bautzen eG.
das auch ein wesentliFotos: DGRV, „WIR“-Archiv
ches Merkmal der genossenschaftlichen Rechtsform ist. Nicht nehmen von der aktuellen Krise zwar
nur die Identität von Eigentümern und betroffen sind, aber nicht aus der Bahn
Geschäftspartnern und die strenge geworfen werden.“
Orientierung an der Mitgliederförde- Denn, so der Vorstandsvorsitzende rerung, dem sogenannten Förderzweck, sümierend, es habe „die Genossensondern auch das Prinzip ‚one man one schaften im Verlaufe der vergangenen
vote‘ in der Generalversammlung prä- 150 Jahre stets ausgezeichnet, dass sie
gen die Genossenschaft.“ Die starke sich selbst in den schwierigsten KrisenMitgliederorientierung der Genossen- situationen aus eigener Kraft am Markt
schaft wäre ohne dieses Prinzip un- behaupten konnten“. Und so gelte: „Gedenkbar. „Vielleicht ist diese Konstruk- nossenschaften zählen bis heute zu
stabilsten
Unternehmen
in
tion auch der entscheidende Grund da- den
wga
für, dass genossenschaftliche Unter- Deutschland.“
B
eim Neujahrsempfang des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes begrüßte Vorstandsvorsitzender Dr. Eckhard Ott zahlreiche
hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit ihnen
stieß er auf ein „tatkräftiges und erfolg-
Beim DGRV-Empfang in Berlin.
reiches Jahr 2009“ an. „Auf ein Jahr“,
so Dr. Ott, „das Herausforderungen
reichlich bereithält.“ Damit war nicht nur
das sogenannte Super-Wahljahr gemeint, sondern auch „die wirtschaftliche
Entwicklung angesichts einer Finanzmarkt- und (Welt-)Wirtschaftskrise“.
Die gegenwärtige Situation sei geprägt
„durch einen bisher nicht gekannten
und anhaltenden Vertrauensverlust der
wirtschaftlichen Akteure untereinander“,
sagte Ott. Die Politik richte genau hierauf ihre Maßnahmen. „Bei aller Notwendigkeit und letztlich auch Unausweichlichkeit der beschlossenen und gewährten staatlichen Hilfen im Finanzsektor
wird darauf zu achten sein, dass hieraus keine Verzerrungen des Wettbewerbs entstehen, die dann zu Lasten
gesunder Kreditinstitute wie der Volksbanken und Raiffeisenbanken gehen.“
Der Redner verwies darauf, dass gerade das „Bestreben, Herausforderungen nach Möglichkeit aus eigener Kraft
zu bewältigen, Ausdruck eines genossenschaftlichen Prinzips ist“.
In der aktuellen Situation gehe es darum, „Vertrauen zu erhalten oder zurückzugewinnen. Für uns in der genossenschaftlichen Gruppe“ – und dies
Auch Genossenschaften auf der agra 2009
Es ist wieder agra-Zeit. Vom 23. bis
26. April findet die seit 1990 zehnte
Mitteldeutsche
Landwirtschaftsmesse agra statt. Sie wird
auch 2009 leistungsstarke
Landtechnik präsentieren,
täglich finden Tierschauen
und Wettbewerbe der
Züchter statt, Fachforen
laden zur Information und
Diskussion über aktuelle Themen
ein, und die agra wird Treffpunkt der
Entscheider der mitteldeutschen
Agrarwirtschaft sein. Höhe- und
Schwerpunkte sind u. a. das Agrarpolitische Forum am Eröffnungstag,
der geplante Jungzüchterwettbewerb
und der Azubi-Tag am Freitag, ein
„Wirte-Tag“ am Sonnabend sowie die
Auszeichnung der „agra-Milchkuh“
am Sonntag.
Die ideellen Träger dieser mitteldeutschen Universalmesse unter dem
2/2009
Thema „Landwirtschaft hat Zukunft“
sind die Landesbauernverbände
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Mitteldeutsche Genossenschaftsverband. Dessen Präsident Dietmar Berger hat zudem die
Schirmherrschaft über den „agraMarktplatz“ übernommen, bei dem
Genossenschaften und andere regionale Produzenten Gesundes und
Schmackhaftes für die Besucher anbieten werden.
wga
Die agra bietet auch viel beachtete Leistungsschauen.
Foto: agra
Hilfe ja, Geschenke nein
Die Agrarunternehmen leiden unter
ruinösen Preisen. Derzeit gibt es keinen Bereich der Landwirtschaft, der
annähernd kostendeckend produziert.
Deshalb fordert der Sächsische Landesbauernverband (SLB), die Bauern
am Konjunkturpaket II der Bundesregierung zu beteiligen.
S
achsens Bauernpräsident Wolfgang
Vogel (Foto) redete auf der Jahrespressekonferenz des SLB
am 9. Januar in LimbachOberfrohna im Anschluss
an die Verbandsklausurtagung nicht um den heißen
Brei herum: „Die sächsischen Landwirte fordern
mit Nachdruck eine angemessene Beteiligung am zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung.“ Dabei gehe es nicht um „millionenschwere
Geschenke“, sondern um „eine gezielte
und wohldosierte Unterstützung“, sagte
der Präsident. „Wir erwarten keine
Sonderbehandlung, nur die Gleichstellung mit den ebenfalls betroffenen mittelständischen Unternehmen.“ Im Ergebnis
Zur Sache
Limbacher SLB-Forderungen
Die Hauptforderung des Sächsischen
Landesbauernverbandes vom 9. Januar 2009 zur Klausurtagung in Limbach-Oberfrohna: Angemessene Beteiligung der Landwirte am Konjunkturpaket II der Bundesregierung.
Das Forderungspaket in fünf Punkten:
• Absatzfördernde Maßnahmen auf den
In- und Auslandsmärkten mit dem
Schwerpunkt Ausfuhrerstattung.
der Klausurtagung präzisierte Vogel die
Verbandsforderungen (siehe „Zur Sache“).
Nicht nur die Agrarpolitik macht dem Berufsstand Sorgen, die Lage auf dem
Agrarmarkt ist ebenfalls angespannt. Vor
allem Veredlungsbetriebe wie Schweineund Geflügelmäster sowie Milcherzeuger leiden unter dem Preisverfall. Auch
die Preise für Getreide und Ölsaaten
sind im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Der Auszahlungspreis für die
Milchbauern ist im Dezember auf 25
Cent pro Kilogramm gefallen – die
Schmerzgrenze liegt bei 30 Cent. Laut
SLB haben die niedrigen Erzeugerpreise
bei Milch zu ersten Betriebsaufgaben
geführt. In den kommenden Monaten, so
Wolfgang Vogel, sei nicht mit einem Anstieg der Vergütung zu rechnen.
„Die Stärkung der bäuerlichen Verhandlungsmacht gegenüber Verarbeitung
und Handel“ bleibe aktuelle Aufgabe, Erzeugerzusammenschlüsse seien alternativlos. „Wir denken deshalb verstärkt
über die Gründung einer mitteldeutschen Erzeugergemeinschaft nach“,
blickte Vogel nach vorn.
D. Schall
• Anpassung der Besteuerung des
Agrardiesels an die niedrigen Steuersätze der EU-Nachbarn.
• Einführung einer Risikoausgleichsrücklage in der Bilanz zur Stabilisierung der Betriebe auf volatilen Märkten
bereits für das Jahr 2008 zur Liquiditätsberechnung.
• Ausdehnung der degressiven Abschreibung auf Gebäude.
• Bereitstellung von Bürgschaften zur
Überwindung von existenzbedrohenden Liquiditätsengpässen.
++++ in kürze ++++ in kürze ++++ in kürze ++++ in kürze ++++
Sachsen: Wald leicht erholt
Der Patient zeigt sich erholt: Der Kronenzustand der sächsischen Waldbäume
hat
sich 2008 im
Vergleich zum
Vorjahr verbessert. Während 2007 nur
35
Prozent
der
Bäume
keine Blatt- und Nadelverluste aufwiesen, stieg ihr Anteil 2008 auf 42 Prozent. Trotzdem zeigt die Krone jedes
sechsten Baumes eine dauerhaft zu
hohe Stressbelastung an.
Investition in Tierproduktion
In Thüringen soll es im Jahr 2009 in der
Tierproduktion verstärkt zu Investitionen
kommen. Schwerpunkt ist die Schaffung von einheitlichen Rahmenbedingungen, damit die Landwirte unter den
gleichen Bedingungen ihre Investitionen verwirklichen können wie ihre Mitbewerber in anderen Bundesländern.
Dabei geht es sowohl um eine grundsätzliche Förderung dieser Investitionen
als auch um die Förderung innovativer
Verfahrenslösungen in der Tierhaltung.
Ein Hauptziel ist dabei die weitere Verbesserung der Bedingungen zum Tierund Umweltschutz.
2/2009
Anzeige
BSH
8 A GRAR
Grüne-Woche-Galerie
Grüne-Woche-Streiflichter.
Fließender
Übergang
AG Forberge eG:
Neues Leben im
„Herrenhaus“
Montag, 19. Januar 2009. Ein für die
Agrargenossenschaft Forberge eG
im Landkreis Meißen bemerkenswertes Datum. Nach fünfmonatiger Umbauzeit ist das 1913 im neobarocken
Stil errichtete „Herrenhaus“ auf dem
Betriebsgelände nun künftiger Sitz
des für seine Direktvermarktung bekannten Gemischtbetriebes.
Fotos: A. Rathke, IGW
Die Genossenschaft musste handeln,
denn sonst wäre die der eG gehörende
Immobilie über kurz oder lang verfallen.
Doch erst nach der Ablösung der Altschulden, nachdem größere Planungssicherheit geschaffen war, konnte sich
die Genossenschaft dem Thema Umbau respektive Umzug widmen. Fünf
Monate lang waren die Handwerker –
ausnahmslos aus der Region – vor Ort
und rissen das einstige „Herrenhaus“
aus seinem Dornröschenschlaf. Keine
leichte Arbeit, zumal der Denkmalschutz ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hatte. Außenhaut, Dach, Fenster,
die Innentüren mit ihren sehr hohen Gewänden, neue Heizung, Sanitäranlagen
– das Spektrum der Arbeiten war beachtlich. Etwa 150.000 Euro investierte
die Agrargenossenschaft.
Das einst anvisierte Vorhaben, hier vorrangig Wohnungen einzubauen, musste
Die Internationale Grüne Woche 2009
in Berlin ist Geschichte. 403 000 Besucher sahen vom 16. bis 25. Januar die
weltgrößte Verbraucherschau. Partnerland waren die Niederlande. Etwa
11 600 Schritte – ca. acht Kilometer –
waren nötig, um in den 26 Hallen alle
Stände der 1 600 Aussteller aus 56
Ländern zu sehen. Auch 27 Unternehmen aus Sachsen, wie die Friweika
eG, viele weitere aus Thüringen (zum
19. Mal dabei) und Sachsen-Anhalt
boten Bestes aus Land- und Ernährungswirtschaft. Sächsische Äpfel gingen reißend ab. Die 350 Betriebe der
Ernährungsbranche Sachsens mit
19 000 Beschäftigten setzten 2008
rund 7,6 Milliarden Euro um.
dsc
ad acta gelegt werden, „da die Demografie eine klare Sprache spricht und in
unserer Region mit Zuzug wohl kaum
gerechnet werden kann“, wie Kornelia
Zietzschmann sagte. So sollen im Obergeschoss jetzt nur noch drei WE eingebaut werden. Dafür hat die Genossenschaft weitere 200.000 Euro veranschlagt.
Am 19. Januar nahmen Vorstand & Co.
ihre Arbeit im altehrwürdigen Haus mit
seinem modernen Innenleben auf.
„Dank engagierter und verlässlicher
Bauleute und Mitarbeiter war es ein fließender Übergang von der Baracke ins
neue Domizil“, lobte Wolfgang Behnisch. „Auch Telekom und Computerspezialisten waren uns gute Partner.“
D. Schall
„WIR“ stellt die Agrargenossenschaft
Forberge eG und ihre Leistungen in
Heft 3/2009 näher vor.
K
ornelia Zietzschmann und Wolfgang
Behnisch, Vorstände der Agrargenossenschaft Forberge eG, ist im
„WIR“-Gespräch die Erleichterung anzusehen. Die lange Zeit, die die Verwaltung des 16 Beschäftigten Lohn und
Brot gebenden Agrarbetriebes (Umsatz
2008: knapp zwei Millionen Euro) in einer barackenähnlichen Unterkunft mit
nicht mehr zeitgemäßen Arbeits- und
Lebensbedingungen zubringen musste, ist Geschichte. Das unter Denkmalschutz stehende „Herrenhaus“ aus dem
Jahre 1913, später kurz als Dorfgemeinschaftshaus genutzt, seit Jahren aber
„jeglicher Nutzung entzogen“, wie Wolfgang Behnisch informierte, erhielt jetzt
eine neue, sinnvolle Bestimmung. In
das Erdgeschoss hat die Verwaltung
Einzug gehalten, inklusive WerkstattMitarbeiter.
Das neue Domizil der Genossenschaft im altehrwürdigen, umgebauten „Herrenhaus“. – Kein
Vergleich zur bisherigen Arbeitsstätte (kl. Foto).
Fotos: W. Schmidt
2/2009
A GRAR 9
Im Fokus
die Milch
„Dorfheimat“ eG:
Ja zu ErzeugerGemeinschaft
Die Milchcenter „Dorfheimat“ Prausitz
eG hat ca. 55 Mitarbeiter; 40 von ihnen
sind in der Milchproduktion beschäftigt. Da ist der Schwerpunkt klar definiert. Milch soll auch künftig ein wirtschaftliches bedeutendes Standbein
bleiben. Dafür wird einiges getan, u. a.
in der Erzeugergemeinschaft „Milch“.
S
äuberlich aufgereiht liegen sie auf
dem Schreibtisch der Vorstandsvorsitzenden Therese Gierschner-Wallrabe,
die Planungsunterlagen zum Bau des
neuen Milchviehstalls der Milchcenter
„Dorfheimat“ Prausitz eG. Über das ehrgeizige und nicht billige Vorhaben haben
Vorstand und Mitarbeiter lange und gut
überlegt. „Wir Prausitzer setzen trotz der
zahlreichen Probleme im Umfeld weiter
auf die Milchproduktion und wollen im
Sinne der Verbraucher hohe Produktions- und Lebensmittelstandards sichern“, sagte der Vorstand. Im Herbst
2009 bzw. im Frühjahr 2010 – die behördliche Zustimmung und die Zusage
von Fördermitteln vorausgesetzt – soll
Baubeginn für die hochmoderne Anlage
sein. Sie bietet Platz für 810 Milchkühe;
errichtet wird auch ein 64er-Side-bySide-Melkstand.
Im vergangenen Jahr hat die 1 470 ha
LF bewirtschaftende Genossenschaft
6,9 Millionen Euro umgesetzt. 73 Prozent
davon entfallen auf die Tierproduktion,
deren Kern die zur Zeit noch 1 360
Milchkühe nebst Nachzucht bilden. Pro
Tier und Jahr erwirtschaftete das Milch-
Die Milchcenter „Dorfheimat“ Prausitz eG –
hier das Melkkarussell – setzt auch künftig
auf die Milchproduktion. – Biogasanlagenleiter Rainer Jentsch (re.) mit Vorstandschefin
Therese Gierschner-Wallrabe und Mitarbeiter
Dietmar Ackermann vor der 2007 errichteten
500-kw-Anlage der Genossenschaft. Sie generiert ca. zehn Prozent des Jahresumsatzes
des Betriebes. 2008 wurde eine fast hundertprozentige Auslastung erreicht.
Fotos: W. Schmidt
center 2008 ca. 10 050 kg. Im Jahr zuvor
waren es 500 kg weniger. „Das Plus erreichten wir u. a. durch eine Verbesserung des Futterregimes mit besser abgestimmten Komponenten.“ Die Erlöse aus
dem Pflanzenbau machen etwa 13 Prozent aus.
Doch diese beachtliche Entwicklung erhält einen Dämpfer durch die ruinöse Ertragssituation für die Bauern auf dem
Milchmarkt. „Im Dezember 2008 bekamen wir für ein Kilogramm Qualitätsmilch
0,25 Euro. Um unsere Kosten einigermaßen zu decken, wären 0,35 Euro erforderlich. Hochgerechnet: Uns fehlen als
Gesamtbetrieb ab Januar monatlich
etwa 100.000 Euro“, machte die DiplomAgraringenieurin die prekäre Situation
deutlich. (Siehe auch Seiten 7 und 26.)
Das besondere Angebot
„Gewässerschutz und Landwirtschaft“
lautet der Titel des Jahreskalenders
2009 des sächsischen
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie (Abb.).
Die fünfte Ausgabe
enthält eine Übersicht
über das Veranstaltungsangebot
der
2008
gegründeten
Behörde und alles zum Thema Wasserrahmenrichtlinie.
Die „Dorfheimat“-eG fordert die Politik
zum Handeln auf, sieht aber auch weiterhin die eigene Optimierung der Produktionsprozesse und Kostenreduktion als
Pflichtprogramm an. „Und für uns ist die
Mitgliedschaft in der Sächsischen MilchErzeugergemeinschaft
alternativlos“,
weiß der Vorstand. „Wir wollten den
Markt, wir haben den Markt. Doch angesichts der ungleichen Machtverhältnisse
bei der Lebensmittelerzeugung und -vermarktung ist Kräftebündelung unerlässlich.“ Der Vorteil der Erzeugergenossenschaft liege in der Stärkung der bäuerlichen Verhandlungsmacht gegenüber
Verarbeitung und Handel. „Damit die
Lage für uns Veredlungsbetriebe nicht
noch bedrohlicher wird“, mahnte die Vorstandschefin.
D. Schall
„Majestät“ gesucht
Am 23. April 2009 ist es soweit: die
Sächsische Milchkönigin 2009/2011 und
ihre „Assistentin“, die Milchprinzessin,
werden auf der „agra“ in Leipzig gekrönt.
Zuvor jedoch müssen die Kandidatinnen
aus Grünen Berufen sich bei Wissenstest, Melkprobe und einem Vortrag als
Beste erweisen. Träger des Landesausscheids sind der SLB und die sächsiGehören zu den sächsischen „Hoheiten“: schen Molkereien.
Erntekönigin Antje I. (li.) und -prinzessin Infos zur Bewerbung unter:
Marie-Louise I.
Foto: „WIR“-Archiv [email protected]
2/2009
10 B A N K E N
Das Geschäft mit
Privatkunden wird
2009 ausgebaut
VR-Bank in Meißen mit
regionalem Bezug
In einem wirtschaftlich nicht einfacher gewordenen Umfeld will die
Volksbank Raiffeisenbank Meißen
Großenhain eG 2009 das Privatkundengeschäft ausbauen und die Zusammenarbeit mit dem gewerblichen
Mittelstand sowie dem Landwirtschaftlichen Bereich forcieren.
D
er gebürtige Württemberger ClausMichael Zwiebel, Vorstand der
Volksbank Raiffeisenbank Meißen Großenhain eG, ist seit 19 Jahren WahlSachse. Er ist es gern, er hat hier an der
Elbe seine berufliche und familiäre Heimat gefunden. Und er kennt sich aus mit
Land und Leuten. „Wir sind die Genossenschaftsbank der Region und werden
Selbstständigkeit und Leistungsfähigkeit
unseres Hauses wahren. Das dient der
Förderung unserer Mitglieder, das sichert und schafft Arbeitsplätze. Wir sind
Ansprechpartner für Privatkunden und
den gewerblichen Mittelstand, zu uns
kommen Anleger und Sparer von hier.
Vorgestellt
Und wir engagieren uns auf vielfältige
Weise für die Entwicklung in Meißen,
Großenhain, Radeberg, Radebeul und
Umgebung. Dazu gehören auch Sport
und Kultur.“
Das Finanzmarkt-Debakel beschäftigte
die Kunden der VR-Bank Meißen Großenhain (vorläufige Bilanzsumme 2008:
knapp 332 Millionen Euro) in nicht geringem Maße. Die oft gestellte Frage: „Ist
unser Geld noch sicher?“ konnten der
Vorstand und die 50 Bankberater mit Ja
beantworten. „Dafür steht das risikoarme, auf die heimische Region fokussierte Geschäftsmodell ebenso wie das
gut aufgestellte Einlagen-Sicherungssystem der Volksbanken und Raiffeisenbanken.“ Auch das gut ausgestattete Eigenkapitalpolster lässt keine Kreditklemme aufkommen. 2008 wurden Kredite im Volumen von fast 50 Millionen
Euro vergeben. „Das sind rund zehn
Millionen Euro mehr als im Vorjahr“,
unterstrich der Vorstand die Kontinuität,
mit der sein Haus den Mittelstand finanziert. Wie seine Amtskollegen weiß
Zwiebel aber, dass es gilt, das Geschäftsvolumen nachhaltig auszubauen
sowie – durch standardisierte Bearbeitung von Bankprozessen – Kosten weiter zu senken.
Kundenorientiert und mit innovativem Filialkonzept – die Volksbank Raiffeisenbank Meißen
Großenhain eG. – Vorstand Claus-Michael Zwiebel (li.) und Uwe Richter aus dem Bereich
Öffentlichkeitsarbeit an der „Online-Apotheke“ in der Schalterhalle.
Fotos: W. Schmidt
Im „WIR“-Gespräch hob der Vorstand es
als eine wichtige Aufgabe hervor, 2009
das Privatkundengeschäft auszubauen.
Speziell auf dem Gebiet der Baufinanzierung war 2008 ein gutes Jahr. Die
Genossenschaftsbank verzeichnete allein in der Baufinanzierung ca. 34 Millionen Euro Neukreditzusagen. Mitentscheidend dafür waren zahlreiche Zinsausläufe bei Kunden.
Auch im Landwirtschaftsbereich machte
die Kreditgenossenschaft Nägel mit
Köpfen und setzte den erfreulichen
Trend der letzten zehn Jahre fort: Steigerungsraten von annähernd 20 Prozent
stehen zu Buche. Spezielle Bankprodukte wie VR-Raiffeisenkonto, Betriebs-
Kredite für Mittelstand
Im Rahmen einer Kreditinitiative vergeben
Genossenschaftsbanken
Sonderkredite an Mittelständler. Es
handelt sich um ein Volumen von einer Milliarde Euro, das die WGZ
BANK gemeinsam mit der DZ BANK
investiert. Dazu hätten die genossenschaftlichen Zentralbanken einen „Sonderkreditplafond“ aufgelegt, informierte die WGZ BANK.
Daraus könnten VR-Banken Darlehen ab 250.000 Euro an Firmenkunden vergeben. Die maximale Kreditlaufzeit beträgt fünf Jahre.
2/2009
mitteldarlehen oder Sonderkreditprogramme für Flächenkäufe waren und
sind ganz im Sinne der Agrar-Kunden.
Die VR Bank betreute im vergangenen
Jahr ein Kundenkreditvolumen von
219,5 Millionen Euro und ein Kundeneinlagenvolumen (inklusive Wertpapierund Verbundgeschäft) von 368,2 Millionen Euro.
2009 soll die Intensität der Zusammenarbeit mit den 37 000 Kunden sowie den
mittlerweile 8 223 Mitgliedern (sechs
Prozent mehr als 2007) ausgebaut werden. „Dazu trägt nicht zuletzt ein modernes, gut aufgestelltes Filialnetz bei“, folgerte Claus-Michael Zwiebel. Bereits im
Vorjahr hatte die Bank zehn ihrer zwölf
Geschäftsstellen zu modernen, kundenfreundlichen Einrichtungen umgebaut;
in diesem Jahr folgen die restlichen beiden Filialen in Radeberg und OttendorfOkrilla. Mit Abschluss der Umbauarbeiten wird die Kreditgenossenschaft ca.
vier Millionen Euro investiert haben.
Realisiert wird dabei das Konzept der
Mehrwert-Filiale, das im ländlichen
Raum die Wege der Kunden zu gefragten Dienstleistungen wie Post oder Online-Apotheke verkürzt. Auch der Suche
nach preiswerten Anbietern von Strom
für interessierte Kunden hat sich die
Bank mit Sitz in Meißen in Partnerschaft
mit der Strombörse Berlin angenommen.
D. Schall
Über diese und weitere DienstleistungsExtras berichtet „WIR“ in Heft 3/2009.
B ANKEN
/
G E W E R B E 11
Brotduft in der Villa Eschebach
Frisches Brot in der Villa Eschebach. – Die Erlöse aus der Abgabe der Proben zur Brot- und Wurstprüfung erhielt die 26. Grundschule für ihr Projekt
„Fit mit Genuss“. Hier Schüler bei ihrem Auftritt in der Bank. Fotos: DDVRB
„Die Wurst gehört aufs Brot.“ Unter diesem Motto
hatte das Dresdner Bäcker- und Fleischerhandwerk im Vormonat zur öffentlichen Brot- und Wurstprüfung ins Foyer der Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG in der Villa Eschebach eingeladen.
Die Jury bewertete Form, Aussehen, Zusammensetzung, Geruch und Geschmack der Qualitätserzeugnisse. Meister beider Gewerbe gaben den Besuchern bereitwillig Auskunft, auch zum Thema gesunde Ernährung. Kostproben für die Gäste waren
gratis, Brot und Brötchen zum Mitnehmen ebenfalls
– gegen eine kleine Spende zur Unterstützung eines Lernprojektes der 26. Grundschule in Dresden.
Stahl: Jenenser punkten
mit Dienstleistungen
Es war ein schöner Anlass, zu dem
die Handwerkergenossenschaft METHAG eG im Vormonat zu einer
außerordentlichen
Mitgliederversammlung eingeladen hatte: Die Genossenschaft beging ihr 60-jähriges
Bestehen.
D
ie seit 60 Jahren am Markt aktive
METHAG eG – Jenaer Sanitär-,
Heizungs- und Stahlhandel – ist für ihre
mittelständischen Mitglieder und Kunden ein zuverlässiger Fachhändler mit
den Produktsegmenten Sanitär, Heizung und Metallurgie“, umriss Vorstand Jürgen Persch Sortiment und
Kundendienst der Genossenschaft.
Angeschlossen ist zudem ein Kommis-
sionsgeschäft für Technische Gase.
„Und für die Branche Sanitär – Heizung – Klima betrachten wir uns mit
unserer Badausstellung als Vollsortimenter.“
Die Strategie: Prompte Belieferung insbesondere der kleinen und mittleren
Jubiläum
Handwerksbetriebe, „die ihre Leistungen mit unserer Hilfe schnell und zuverlässig umsetzen wollen“, so Persch.
„Wer seine Zukunft mit seiner Genossenschaft gestalten will, der muss sie
nutzen, fordern und fördern“, sagte
MGV-Präsident Dietmar Berger, „365
Methag eG
seit 60 Jahren
am Markt aktiv
Tage im Jahr. Das ermöglicht Langfristigkeit in den wirtschaftlichen Beziehungen statt Kurzlebigkeit wegen eines kleinen einmaligen Preisvorteils.“
Das erfordert ein Agieren auf Augenhöhe. So wurde z. B. das 1982 eingerichtete Schweißerkabinett alsbald als
Ausbildungsstätte von Handwerkern
aus dem Bezirk Gera und
nach
der
Wende vom Arbeitsamt zur Umschulung genutzt. „Auch heute sind wir
Partner.“ Und für die Zukunft? „Fördermöglichkeiten in der Betreuung müssen intensiviert werden“, damit die Genossenschaft für die Kunden der Partner ist.
wga
++++ fokus mittelstand +++
Job-Berater helfen weiter
Für individuelle Gespräche haben
die Ausbildungsberater der sächsischen Handwerkskammern ein offenes Ohr. Jüngst waren sie auf der
Messe „KarriereStart“ und der
„mitteldeutschen handwerksmesse“
vor Ort. Auch bei den „azubi – und
studientagen“ in Chemnitz (6./7.
März) werden sie gefragte Partner
sein.
Jubiläum: Methag-Vorstand Jürgen Persch mit Gründungsmitgliedern. – Baumaßnahmen im
Betrieb 1974. – Ein Blick auf das heutige Angebotsspektrum. Fotos: wolf; „WIR“-Archiv; eG
2/2009
Kfz-Mechatroniker gefragt
Die Liste der 20 beliebtesten Berufe
im Kammerbezirk Dresden führte
wieder das Kfz-Mechatronikerhandwerk mit 227 neuen Lehrverträgen
an. Das sind jedoch 87 Verträge
(-27,7 Prozent) weniger als im Jahr
zuvor.
12 G E W E R B E
/
H ANDEL
Wussten Sie schon, …
Unser Special-Team Haarpflege.
den
11 x i n D r e s
Vorher – nachher.
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• FUSSPFLEGE
... dass die Friseurgenossenschaft
„Hairchic“ Friseure Hartha-Waldheim eG seit 1994 Haarteile, Haarverlängerungen, Perücken und
Toupes herstellt und das sowohl
auf ärztliche Verordnung als auch
nach aktuellen Modetrends und
nach eigenen Vorstellungen?
… dass Mitarbeiter der Dachdeckergenossenschaft eG Rochlitz
2008 ca. 300 Hauseigentümern
aufs Dach gestiegen sind und
Neueindeckungen bzw. Reparaturen vorgenommen haben?
… dass die Friseurgenossenschaft
Haarpflege Dresden eG unter dem
Motto „Wir setWIR SETZEN TRENDS!
zen
Trends“
(Abb.) wieder
mit
einem
Werbespot im Dresden-Fernsehen
zu sehen ist?
… dass die eingetragene Genossenschaft des Bäckerhandwerks
Gellerstadt Hainichen eG 2008
über ihr Tochterunternehmen an
27 Standorten ca. 1,3 Millionen
Brote in zehn bis zwölf Sorten verkauft hat?
… dass die Friseurgenossenschaft
Friseur eG „Tosca“ aus Rochlitz im
vergangenen Jahr ca. 15 000
Dienstleistungen erbracht hat?
spa
René Adler und die
Kreide von der BTG
Die BTG Beton- und Tiefbau Großpösna
eG mit ihren beiden Tochtergesellschaften BTG-Transportbeton und BTG-Betonwerk
unterstützt auch Sportvereine der Region, vornehmlich
deren Kinder- und
Jugendsport. Seit
vielen Jahren gehört der SV Liebertwolkwitz
58
dazu.
Die
Hilfe
für
Sportgemeinschaften hat bei
Sponsor Michael Oert- BTG ganz unterwig und seine Familie schiedliche Forsind dem Fußball des men.
Bei den
SV
Liebertwolkwitz
R
a
n
d
l
e
ipzigern
eng verbunden.
sieht
das
zum
Foto: W. Schmidt
Beispiel so aus:
„Wir stellen der Abteilung Fußball des
SV Liebertwolkwitz das ganze Jahr
über kostenlos Material zum Bekreiden
seines Fußballplatzes zur Verfügung“,
Sahnehäubchen für Bäcker
Eingebunden in den Leistungsverbund der BÄKO-Organisation und
mit verlässlichen Partnern hat sich
die BÄKO Ost eG vom Großhändler
mit ausgewählten Dienstleistungen
zum gefragten Systemanbieter gemausert. Jüngst machte ein Neubau
von sich reden.
I
schaft 1906 hat sich das Unternehmen
zur mitgliederstärksten BÄKO im Osten
Deutschlands entwickelt. Sie ist heute
Eigentum von ca. 700 Mitgliedsbetrieben. Die setzen zudem auf die Beratungs-, Projektierungs-, Wartungs- und
andere
Dienstleistungen
der
in
Groitzsch (Hauptlager und Sitz der Geschäftsleitung) und Krieschow bei Cottbus ansässigen eG.
Jüngstes Kapitel in der Betriebsgeschichte: Am 14. Januar wurde im Groitzscher Logistikobjekt der Neubau von
fast 3 000 m² Lagerkapazität für Frischdienst- und Tiefkühlwaren übergeben.
Die Gesamtlagerfläche erhöhte sich
dadurch auf über 10 000 m².
dsc
m übertragenen Sinne ist sie so etwas
wie das Sahnehäubchen für Bäcker,
Konditoren und Pfefferküchler – die
BÄKO Ost eG Bäcker und Konditorengenossenschaft
Sachsen-Brandenburg. Sorgen doch 130 Mitarbeiter, davon zwei Lehrlinge und vier BA-Studenten, dafür, dass die Kunden in Mittelund Ostsachsen, Südbrandenburg und seit 2005 in Teilen Polens mit allen für das backende Handwerk erforderlichen Waren beliefert werden,
verlässlichen Service eingeschlossen.
Aus einem Lagersortiment von
über 11 000 Artikeln werden
täglich von zwei Standorten
aus mit 28 Lkw etwa 150 Tonnen Ware aus nationalem und
internationalem
Rohstoffeinkauf ausgeliefert. Seit der Tag der offenen Tür am 14. Januar: Beim Rundgang
Gründung der Genossen- durch den Neubau.
Foto: BÄKO Ost eG
sagte Michael Oertwig. Er ist Genossenschafts-Vorstandsvorsitzender sowie Geschäftsführer der BTG-Transportbeton GmbH (s. „WIR“ 1/2009).
„Als Großkunde können wir die Kreide
recht günstig einkaufen und geben
dem SV davon kostenlos gern etwas für
eine ordnungsgemäße Spieldurchführung ab.“
Jens Adler, Leiter Finanzen/Technik des
SV, freut sich über das Engagement der
Betonwerker. Einst selbst Fußballer in
der Bezirksklasse-Elf des SV Liebertwolkwitz, hat sein Bekanntheitsgrad
deutlich zugenommen. Das betrifft die
ganze Familie, und das liegt nicht nur
an ihrer Firma „Adler Reinigungstechnik“. In der Sportwelt ist der Name Adler ein Begriff: Sohn René hat es in die
oberste Spielklasse Fußballdeutschlands geschafft. Er hält bei Bayer 04
Leverkusen den Kasten sauber und ist
sogar Torwart der deutschen FußballNationalmannschaft geworden.
Der kleine René spielte schon im zartesten Fußballeralter auf Plätzen des SV
Liebertwolkwitz, deren Begrenzungslinien mit Betonwerk-Kreide gezogen
waren. Sein tägliches Training absolvierte er zwar ab Oktober 1991 beim
2/2009
VfB Leipzig, doch viele Freizeitstunden
verbrachte er mit seiner Familie und mit
Freunden auf dem SV-Fußballplatz. Bei
Wind und Wetter jagten die Bambini
dem runden Leder nach. Bis zum Jahr
2000 war René beim VfB Leipzig aktiv,
bevor Bundesligist Bayer 04 auf das Talent aufmerksam wurde. Heute ist er
das Vorbild von vielen kleinen und großen Fußballern auf den heimischen
Plätzen.
Sportförderer und Beton-Chef Michael
Oertwig kennt diese Geschichten. Beim
„WIR“-Besuch zeigte er in seinem Büro
gerahmte Fotos – Fußballmannschaftsbilder. Sein Sohn Uwe Scheler-Stöhr hat
noch mit Jens Adler, Renés Vater, in einer Elf gespielt, und Oertwigs Enkel
Bruno
(9)
setzt
in
der
F-Jugend von Liebertwolkwitz die fußballerische Traditionslinie innerhalb der
Familie fort.
Die (Erfolgs-)Geschichte René Adlers
fand mit dem Länderspieldebüt am
11. Oktober 2008 ihren vorläufigen Höhepunkt. Es war auch das Jahr, in dem
der SV Liebertwolkwitz sein 150-jähriges Vereinsjubiläum feierte. Zu den ersten Gratulanten zählte Genossenschafter Michael Oertwig.
D. Schall
H A N D E L 13
Bei Kunden gefragt:
Transporte zu Baustellen
Schon zu Zeiten als ACZ, als Agrochemisches Zentrum, verstand sich das
Unternehmen als veritabler Dienstleister und Verbündeter von LPG. Heute
ist das, mit einigen Änderungen in
Struktur und Aufgabenbereich und
zehn statt 100 Beschäftigten, ähnlich.
D
ie sechs Anteilseignern gehörende
Agroservice Besitz- und Handelsgenossenschaft Brandis eG im Leipziger
Land ist genau das, was ihr erster Namensteil ausdrückt: Dienstleister für die
Landwirtschaft. Nur ist der Handel mit
und der Service rund um Dünger nicht
mehr wie früher als ACZ das Kerngeschäft. Mit ca. 30 Prozent Umsatzanteil
ist dieses wirtschaftliche Standbein hinter das Geschäftsfeld Transport gerutscht.
„Rund 50 Prozent unserer Einnahmen
generieren wir heute aus diversen Transporten für Baustellen im Auftrag von
Fremdfirmen und, in Zusammenarbeit
mit der Agroservice Altmittweida GmbH,
Vorstand Andreas Winkler in der Dünger-Lagerhalle vor Kalisulfat.
Fotos: W. Schmidt
Betriebsansicht: Agroservice eG in Brandis.
Agroservice-eG
aus Brandis im
Auftrag auf Achse
mit dem saisonalen, soeben abgeschlossenen Transport von Zuckerrüben
von den Feldern der Landwirtschaftsbetriebe in die Zuckerfabrik nach Zeitz“, informierte Vorstand Andreas Winkler. Winterdienst für Kommunen auf Vertragsbasis, Düngerstreuen sowie das Vermieten
eG-eigener Immobilien (Büros und Hallen) an mehr als 20 Firmen ergänzen das
Leistungsspektrum der Brandiser Warengenossenschaft. Insgesamt steht
2008 ein Umsatz von 1,3 Millionen Euro
zu Buche. Beachtlich für die kleine Genossenschaft!
Ein Agroservice-Unternehmen muss sich
auf seine Technik verlassen können. Die
hat zu funktionieren, denn nur mit modernen, leistungsfähigen Aggregaten kann
man am Markt bestehen. Also investiert
auch die Genossenschaft aus dem Leipziger Land in die Zukunft. DiplomagrarIngenieur Winkler: „In diesem Jahr schaffen wir uns einen neuen Lkw mit Auflieger an.“ – 115.000 Euro, die mit Sicherheit gut angelegt sind.
D. Schall
R+V-Angebot für Konsum-, Handelsund Gewerbliche Genossenschaften
Schützen Sie sich und Ihre Mitarbeiter mit der Raubüberfall-Unfallversicherung
Versicherungsschutz für Personenschäden,
die im Zusammenhang mit Raubüberfällen,
Erpressung, Geiselnahme und Bombenanschlägen entstehen
Jahresnettobeitrag je Einkaufsmarkt/Einzelhandelsgeschäft
in Höhe von 129,50 Euro, inklusive gesetzliche
Versicherungssteuer
Leistungsbeispiel:
bei Vollinvalidität
Grundsumme bei Invalidität
Krankenhaustagegeld
Krankenhaustagegeld Plus
– zuschlagfrei –
25.000 Euro Leistung bei Unfalltod
300.000
100.000
30
30
Euro
Euro
Euro
Euro
Einschluss von Schäden
durch Schockeinwirkung
Tritt infolge psychischer Einwirkung (Schock) der
Tod oder eine dauernde Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit (Invalidität) ein, besteht hierfür in Abänderung von Ziffer
5.2.6 der R+V Allgemeine Unfallversicherungsbedingungen (R+V AUB 2000) ebenfalls Versicherungsschutz.
Ansprechpartner: Ulrich Harzer, Tel.: (03 71) 27 88-2 30, (01 70) 5 44 43 11
2/2009
14 K O N S U M
KG Ilmenau eG
saniert und setzt
auf Einzelhandel
Marken, Trends und der
Blick auf den Markt
Seit Anfang 2009 ist die Konsumgenossenschaft Ilmenau eG Mitglied im
Mitteldeutschen Genossenschaftsverband. Wichtigstes Standbein: Das
Unternehmen bewirtschaftet als Leasingnehmer das City-Kaufhaus in Ilmenau.
D
ie alten Kassenbücher und Protokolle mit ihrer feinen, verschnörkelten Schrift, die Bernd Hartwich, Vorstandsmitglied der Konsumgenossenschaft Ilmenau eG, in seinem Büro aufbewahrt, machen die lange Geschichte
des Unternehmens deutlich. Die Wurzeln der Genossenschaft reichen bis
ins späte 19. Jahrhundert zurück –
1876 wurde der „Consum-Verein“ ins
Leben gerufen.
Seitdem hat sich viel getan und verändert, und es waren (und sind) nicht immer einfache Zeiten; politisch nicht und
wirtschaftlich nicht. Die Genossenschaft kann ein Lied davon singen.
Nach der Wende, 1990/91, gab es eine
tiefgreifende Zäsur mit völliger Veränderung der Struktur: Abgabe der Konsum-Gaststätten, Privatisierung der
ehemaligen Konsumfilialen, Aufgabe
bzw. Abtretung der großen Kaufhäuser,
Konzentration auf zukunftsträchtige
Standorte, der Lebensmittelbereich
wurde in Kooperation mit Rewe betrie-
Das City-Kaufhaus in der Ilmenauer Fußgängerzone.
ben… 1993/94 baute die eG auf genossenschaftseigenem Grund und Boden das City-Kaufhaus, eine in der Fußgängerzone gelegene NahversorgerEinrichtung. Die Genossenschaft hatte
zuvor einen Leasingvertrag abgeschlossen.
Doch der Markt entwickelte sich weiter.
„1994 waren wir der Platzhirsch in Ilmenau“, sagte Bernd Hartwich. „Inzwischen hat sich die Einzelhandelsverkaufsfläche in der Stadt verdreifacht.
Bekannte Marken für Modebewusste, Spezialitäten für Leckermäuler.
Alle Discounter sind mit zwei Filialen
vor Ort.“ Kurzum, die Umfeldbedingungen hatten sich verschärft, das Kaufverhalten der Kunden, die mehr und
mehr auf ihr Geld schauten, wurde ein
anderes, auch waren nicht alle Vorstandsentscheidungen aufgegangen.
Folge: die Kosten liefen aus dem Ruder, die Verbindlichkeiten drückten aufs
Ergebnis – Konsum Ilmenau wurde
nach 2000 zum Sanierungsfall...
Ein entscheidender Punkt des Masterplans sah die drastische Reduzierung
des Ladennetzes der KG vor, Personalabbau eingeschlossen. Ein Warenwirtschaftssystem wurde eingeführt. Konsum stieg als Mieter in einem Schmalkaldener Kaufhaus aus, und statt wie
bisher in zwei Etagen, betreibt das
Unternehmen nur noch im Erdgeschoss des Ilmenauer City-Kaufhauses
Handel. „Der ist seitdem stark textillastig geworden“, so das Vorstandsmitglied. Angeboten werden u. a. Herrenund Damenbekleidung in aktuellen
Marken und Trends, auch Mode für
junge Leute, darunter Lifestyle-Artikel,
zudem schicke Dessous für Sie und
Ihn. Interessant für die Kunden ist nicht
zuletzt das Süßwaren- und Geschenkesortiment mit Uhren, Schmuck, Kleinlederwaren und Büchern. „Unsere Süßwarenabteilung ist dank der hochwertigen Pralinen und Confiserieartikel fast
so etwas wie eine Institution in Ilmenau.“ Das Basement des Hauses ist an
2/2009
Fotos: wolf
einen Rewe-Lebensmittelmarkt vermietet, im Obergeschoss erfüllt Intersport
Kundenwünsche.
Die Konsumgenossenschaft Ilmenau
eG – sie beschäftigt 25 Mitarbeiter, bildet zurzeit einen Lehrling aus und gehört ca. 10 300 Anteilseignern – muss
täglich mit spitzem Bleistift rechnen.
Vornehmlich aus dem Einzelhandel sowie aus Vermietung und Verpachtung
(der eG gehören auch sechs Wohn-Gewerbe-Immobilien) generierten die Genossenschafter 2008 etwa 2,5 Millionen
Euro. Große Sprünge sind da nicht drin.
„Der Sanierungsplan für unseren Betrieb reicht bis ins Jahr 2010. Bis dahin
müssen wir unsere Wirtschaftlichkeit,
die wir seit 2006 wiedererlangt haben,
unter Beweis stellen. Aber auch eine
adäquate Anschlussvereinbarung gilt
es zu finden“, machte der Vorstand die
Situation, aber auch den Optimismus
von Leitung und Mitarbeitern deutlich.
„Mitentscheidend wird sein, wie sich
der Markt entwickelt“, sagte Hartwich.
Seit Januar 2009 ist die Konsumgenossenschaft Ilmenau eG neben einer Mitgliedschaft in einem Hamburger Prüfungsverband, die zum Jahresende
gekündigt ist, Mitglied im MGV. „Zum
MGV haben wir nicht nur eine größere
territoriale Nähe, dort wird seit Jahren
auch eng und erfolgreich mit Konsumgenossenschaften kooperiert. Das ist
in unserem Sinne“, schloss Bernd Hartwich.
D. Schall/wga
„Generationen Wohnen“
nimmt Gestalt an
Seit fünf Jahren schrumpft die Bevölkerungszahl von Coswig im
Kreis Meißen deutlich; derzeit gibt
es noch ca. 21 500 Einwohner. Davon wohnen mehr als 6 000 in Häusern der Wohnungsgenossenschaft
Coswig/Sachsen eG. Die eG spielt
also beim Stadtumbau Ost eine
wichtige Rolle.
I
m Herbst 2008 war im Coswiger
Wohngebiet Dresdner Straße – Am
Mittelfeld – Baubeginn für das wohl
ehrgeizigste Vorhaben in der jüngeren
Geschichte der Wohnungsgenossen-
Mittelständler mit Pfiff
schaft Coswig/Sachsen eG. „Unser
Unternehmenskonzept lautet ‚Aufwertung vor Abriss‘. Dahinter steht das
Bemühen, unseren Bestand an die
gewachsenen Wohnbedürfnisse der
Mitglieder anzupassen“, sagte WGCVorstand Oliver Funke. Im Areal Am
Mittelfeld entstehen in einem IW-74Baukörper durch flexible und innovative Rück-, Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen 75 Wohnungen, inklusive
vier Penthousewohnungen. Der langgestreckte, strenge Baukörper wird
dazu regelrecht ‚aufgelöst‘. Das dabei
geschaffene Spektrum reicht von der
1-Raum-WE bis zur ca. 110 m² großen
4-Raum-WE. 20 neue und ganz unterschiedliche Wohnungsgrundrisse stehen zur Verfügung. Ende 2009 sollen
die Einzugsfeten steigen.
„Wir bringen mit unseren Partnern in
einige Plattenbauten Silhouetten und
Wohnformen rein, die es so bei uns
noch nicht gegeben hat“, betonte der
Diplom-Kaufmann. Der Name des
vom Freistaat geförderten Pilotprojektes: „Generationen Wohnen Am Mittelfeld“.
Die Genossenschaft setzt also auf ein
generationsübergreifendes
Wohnungsangebot und bietet nicht zuletzt
Familien, die im Rahmen des Coswiger Stadtumbauprogramms ihre Wohnung aufgeben, ein Domizil. Ausgewählte Wohnungen sind „Rolli“-gerecht, also barrierefrei. Das Projekt
„Generationen Wohnen“ schließt als
Gesamtkonzept die soziale Komponente, die Kommunikation zwischen
Jung und Alt sowie zwischen Hausbewohnern und Nachbarn ein und steht
auf technisch hohem Niveau. „Es erhält eine Top-Ausstattung mit Aufzügen, Loggien und Erkern“, ergänzte
Vorstand Ute Reichelt. „In Anbetracht
steigender Heizkosten wird es als
Energiesparhaus mit effektiver Wärmedämmung, Fußbodenheizung und
Wärmepumpe ausgeführt.“ D. Schall
Die Baustelle im Wohngebiet Dresdner Straße in Coswig und ein Modell des Projektes
„Generationen Wohnen Am Mittelfeld“. Ende 2009 soll das Vorhaben abgeschlossen
sein.
Fotos: W. Schmidt, WGC
2/2009
Anzeige
DG Hyp
16 D I E N S T L E I S T U N G
VSWG veröffentlicht 4 x jährlich Newsletter
Gelb ist Trumpf im Mehrgenerationenhaus
„Südtreff“, Hoyerswerda.
Quelle: VSWG-Newsletter
Ob das Mehrgenerationenhaus der
Wohnungsgenossenschaft LebensRäume eG in Hoyerswerda, die Rosental-Terrassen der Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG in Leipzig
oder interessante Nachrichten und
zahlreiche Veranstaltungshinweise –
die Newsletter des VSWG wollen informieren. Ende 2008 erstmals erschienen, soll die Publikation viermal
im Jahr „ein Bild von der Arbeit der
Wohnungsgenossenschaften Sachsens vermitteln“.
Die 239 im VSWG organisierten
Unternehmen bewirtschaften ca. 24
Prozent der sächsischen Mietwohnungen. Die WG beschäftigen über
2 500 Mitarbeiter und 90 Lehrlinge.
www.vswg.de
Die Verbund-Werbeprofis
Als zentrales Verbundunternehmen
transportiert die Bonner CenterWerbung seit 45 Jahren Ideen. Als
„Raiffeisen Werbung“ gegründet,
kommen Einfälle und Engagement
der Werbeprofis der gesamten genossenschaftlichen
Organisation
und weiteren Kunden zugute.
fred Epple. Der mittelständische Werbepartner ist eine stabile Größe in den
Bereichen Media, Anzeigen-Marketing sowie Kreation und Produktion
(siehe auch „WIR“ 1/2009). „Grundstein für den Erfolg sind vor allem die
langjährigen
Kundenbeziehungen“,
hob Dr. Epple hervor. Er und sein
Team wissen: Gerade in der Welt der
b genossenschaftlicher Finanz- Werbung ist Beständigkeit eher selten
Verbund, Marco-Polo-Reiseführer, an der Tagesordnung.
Straßenkarten
von
Das Bonner KreativFalk,
Publikationen
unternehmen
war
der GENO-Regional2002
Mitbegründer
verbände (dazu zählt
der
VR-Marketing
die AnzeigenbetreuGmbH mit Sitz in
ung für „WIR“), oder
Wiesbaden und hält
DGRV, ADG und VRdort eine Beteiligung
NetWorld – die Cenvon 25 Prozent. Die
ter-Werbung
GmbH
C e n t e r- We r b u n g
aus Bonn ist seit dem
GmbH gehört zwölf
30. Dezember 1963,
Eigentümern aus dem
damals als „Raiffeisen
genossenschaftlichen
Werbung“, für ihre
Verbund. 2007 stand
Kunden kreativer und
ein Umsatz von 63,1
verlässlicher Partner.
Millionen Euro zu Bu1972 erfolgte die Umche. Sehen lassen
benennung in „Cenkann sich das 40-proter-Werbung GmbH“.
zentige
Umsatzplus
„Durch die Konzentraseit 2001. Das Untertion auf drei Leisnehmen verweist auf
tungsbereiche sowie
eine
EigenkapitalErfolge auch außerquote von über 35
halb des genossenProzent, einen Jahresschaftlichen Sektors
Cashflow von 349.000
hat unser 15-köpfiges
Euro und einen UmUnternehmen ein gesatz pro Mitarbeiter
sundes und kontinuvon ca. 2,4 Millionen
ierliches
Wachstum
Euro.
dsc
erreicht“, betonte Ge- Bonner Domizil und Aufgabenspek- Internet: www.centerFotos: Center-Werbung werbung.de
schäftsführer Dr. Man- trum.
O
2/2009
PPP: Chance für
öffentliche Hand
Private Investoren schonen den
Stadtsäckel. Denn laut einer Studie
des Deutschen Institutes für Urbanistik besteht der größte kommunale Investitionsbedarf bei Straßen, Schulen
und Abwasserbeseitigungen. Das
sind teure Projekte. Aber solche Erfordernisse können im Rahmen von
Nachgehakt
Public Private Partnership (PPP),
also die Erfüllung staatlicher Aufgaben durch die Mobilisierung von privatem Kapital und Fachwissen, finanziert werden.
Die Gesellschaften der DZ Bank
Gruppe bringen ihre jeweiligen Stärken in die Konzeptionierung und Begleitung von PPP-Projekten ein, wobei die DZ Bank für die Projektfinanzierungen, die Bauphasenbegleitung
und die Zwischenfinanzierung, die
DG HYP für klassische Kommunalkredite, die Darstellung von grundbuchlich abgesicherten Finanzierungen sowie die Endfinanzierung bei
Forfaitierungsmodellen zuständig ist.
(„WIR“ berichtete in Heft 7/2008.)
Seit 1993 wurden durch die DZ Bank
Gruppe ca. 9 Milliarden Euro zugesagt. Das gegenwärtige Finanzierungsvolumen der Projektfinanzierung beträgt 2,5 Milliarden Euro mit
Engagements in 15 Ländern. Derzeit
begleitet die Gruppe ca. 50 Bieterkonsortien als Arrangeur und Finanzier im Rahmen von EU-weiten PPPAusschreibungsverfahren.
Der beispielsweise durch PPP finanzierte Neubau und Betrieb der Alfons-Kern-Schule in Pforzheim erstreckt sich über ein Volumen von
Wird 2009 im ersten Bauabschnitt fertig:
die Alfons-Kern-Schule in Pforzheim (Modell).
Foto: PPP
48,1 Millionen Euro. Im Mai 2008 begann der Bau. Der erste Bauabschnitt wird im September 2009 fertiggestellt. Im Juni 2011 soll das Vorhaben abgeschlossen sein.
www.dzbank.de, www.dghyp.de
us dem
a
n
e
t
r
a
k
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Visite
Meißen
Landkreis
BEILAGE
D A S G E N O S S E N S C H A F T S B L AT T A U S M I T T E L D E U T S C H L A N D
FOTOIMPRESSIONEN
LANDKREIS MEISSEN
Bundesland: Freistaat Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Einwohner: 259 198 (31.12.2007)
Fläche: 1 452,39 km² (31.12.2007)
Orte: 36 Gemeinden, Verwaltungssitz: Stadt Meißen,
27 936 Einwohner
Unsere Fotos: Diesmal sind es ausnahmslos winterliche Motive. Selbst im Elbtal war
„Väterchen Frost“ zu Jahresbeginn Dauergast. Meißens Altstadt mit seinen Weinlokalen lädt zum Besuch ein; Blick auf Elbe,
Dom und Albrechtsburg zu Meißen (linke
Spalte). – 1913 errichtetes, saniertes Herrenhaus in Forberge (mitte). – Motive aus
Riesas Innenstadt (rechte Spalte).
Fotos dieser Beilage: W. + K. Schmidt
Genossenschaften aus der Region Meißen stellen sich vor
Agrarunternehmen „Lommatzscher Pflege“ eG
01623 Lommatzsch OT Barmenitz Nr.1
Ruf: (03 52 41) 5 83 42,
Fax: (03 52 41) 5 83 18
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Wolfgang Grübler, Jens Klobuch,
Hans-Jürgen Götze
Aufsichtsratsvorsitzender: Gottfried Gallasch
AGRARGENOSSENSCHAFTEN
Agrargenossenschaft Burkhardswalde eG
01665 Triebischtal OT Groitzsch,
Zum Kalkwerk 3
Ruf: (03 52 45) 7 02 25,
Fax: (03 52 45) 7 02 27
E-Mail: [email protected]
Internet: www.burkhardswalde.de
Vorstand: Sabine Stange, Karl Heinemann,
Gerhard Zill
Aufsichtsratsvorsitzende: Camilla Triller
Die Elbe bei Kleinzadel.
AGRO GmbH Burkhardswalde
01665 Triebischtal OT Groitzsch,
Zum Kalkwerk 3
Ruf: (03 52 45) 7 05 55, 7 02 25;
Fax: (03 52 45) 7 02 27
E-Mail: [email protected]
Geschäftsführer: Gunar Zill,
Karl Heinemann
Agrargenossenschaft Niederau eG
01689 Niederau, Kirchstraße 1 a
Ruf: (03 52 43) 3 63 79,
Fax: (03 52 43) 3 60 36
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Jürgen Zocher, Stefan Schlechte,
Kerstin Schwinghoff
Aufsichtsratsvorsitzender: Arnim Gehlich
Sächsische Winzergenossenschaft Meißen eG
01662 Meißen, Bennoweg 9
Ruf: (0 35 21) 78 09 70,
Fax: (0 35 21) 7 80 97 33
E-Mail: [email protected]
Internet: www.winzergenossenschaft-meissen.de
Vorstand: Lutz Krüger, Jürgen Zuschke,
Dietrich Weise
Aufsichtsratsvorsitzender: Heinz Rocke
Agrargenossenschaft Forberge eG
01616 Forberge, Forberger Ring 10 a
Ruf: (0 35 25) 73 39 17,
Fax: (0 35 25) 73 39 18
Beilage zu „WIR“ 2/2009
I (17)
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Wolfgang Behnisch,
Kornelia Zietzschmann,
Jochen Palmer
Aufsichtsratsvorsitzender: Gerhard Tietz
Tochtergesellschaft:
• FRISCHFLEISCH FORBERGE GmbH,
01616 Forberge, Forberger Ring 10 a
Fax: (03 52 44) 4 16 81
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Dietmar Tefs, Bodo Hirsemann,
Wolfgang Hummitzsch,
Dieter Schonnop
Aufsichtsratsvorsitzender: Thomas Maßalsky
Sächsischer Rinderzuchtverband eG
01662 Meißen, Schlettaer Straße 8
Ruf: (0 35 21) 47 04 10,
Fax: (0 35 21) 47 04 18
E-Mail: [email protected]
Internet: www.srv.de
Vorstand: Dr. Gerhard Schneider, Gerd Pfaff,
Ronny Reichenbach,
Dieter Schlunke,
Wouterus van der Horst,
Cord Höltje
Aufsichtsratsvorsitzender: Karl-Heinz Hahn
Sächsische Jungpflanzen Genossenschaft eG
01445 Radebeul, Kötzschenbrodaer Straße 64
Ruf: (03 51) 8 30 89 03, 8 30 89 02,
Fax: (03 51) 8 30 89 05
E-Mail: [email protected]
Internet: www.sjgeg.de
Vorstand: Jürgen Forker, Simone Löder,
Birgit Möbius
Aufsichtsratsvorsitzende: Erika Held
Agrargenossenschaft Ebersbach eG
01561 Ebersbach, Hauptstraße 62
Ruf: (03 52 08) 8 11 11,
Fax: (03 52 08) 8 11 10
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Reiner Schober, Rosmarie Menger,
Rüdiger Müller
Aufsichtsratsvorsitzender: Karsten Hönisch
Tochtergesellschaft:
• Ebersbacher Tankstelle GmbH
Agrargenossenschaft Riesa eG
01594 Riesa OT Leutewitz, Ostweg 2
Ruf: (03 52 66) 8 22 36, 8 23 17,
Fax: (03 52 66) 8 89 21
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Arthur Werner, Erhard Henker,
Volker Nagel
Aufsichtsratsvorsitzender: Dietmar Hennig
Die Agrargenossenschaft Forberge eG, im
Januar in ein neues Domizil umgezogen, ist
ein bekannter Direktvermarkter.
Agrargenossenschaft Pflanzen- und
Tierproduktion Krögis/Heynitz eG
01665 Käbschütztal OT Krögis, Gewerbestraße 8
Ruf: (03 52 44) 4 12 08,
II (18)
Beilage zu „WIR“ 2/2009
Sächsische Milcherzeugergenossenschaft
Quersa eG
01561 Lampertswalde OT Quersa,
Mühlbacher Weg 4
Ruf: (03 52 48) 8 83 88-0,
Fax: (03 52 48) 8 83 88-21
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Sigrid Raschowski, Steffen Zeibig,
Udo Förster, Matthias Selter
Aufsichtsratsvorsitzender: Lutz Schönfelder
Agrargenossenschaft Frauenhain eG
01609 Röderaue OT Frauenhain,
Hauptstraße 40 a
Ruf: (03 52 63) 6 85 43,
Fax: (03 52 63) 6 85 95
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Olaf Winkler
Aufsichtsratsvorsitzender: Rainer Fischer
Agrargenossenschaft „Am Raschütz“ eG
01561 Weißig a. R., An der Mühle 13
Ruf: (03 52 48) 8 13 04,
Fax: (03 52 48) 8 28 10
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Eva Langkabel, Sieglinde Jurisch,
Herold Dörsel
Aufsichtsratsvorsitzender: Bernd Schober
Agrargenossenschaft Wülknitz eG
01609 Wülknitz, Buschgasse 3
Ruf: (03 52 63) 6 79 38,
Fax: (03 52 63) 6 79 39
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Thomas Keil, Steffen Keil,
Katrin Scholz
Aufsichtsratsvorsitzender: Wolfgang Sommer
Agrarproduktion Stösitz eG
01594 Stösitz, Steinweg 10
Ruf: (03 52 68) 8 22 62,
Fax: (03 52 68) 8 51 96
Vorstand: Jürgen Leuschke, Annelore Stein,
Katrin Liedtke
Aufsichtsratsvorsitzender: Karl-Heinz Eichner
Agrargenossenschaft Görzig eG
01561 Zabeltitz OT Görzig, Mühlenstraße 16
Ruf: (03 52 63) 6 13 52,
Fax: (03 52 63) 6 13 56
E-Mail:
[email protected]
Vorstand: Martina Tenner, Andreas Schneider
Aufsichtsratsvorsitzender: Andreas Rühle
Agrargenossenschaft Göhra eG
01561 Ebersbach OT Göhra, Ortsstraße 1
Ruf/Fax: (0 35 22) 6 23 07
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Rainer Dörschel, Thomas Rühle
Aufsichtsratsvorsitzende: Marieta Damme
Agrargenossenschaft Skäßchen e.G.
01561 Zabeltitz OT Skäßchen, Hauptstraße 54
Ruf: (0 35 22) 54 09 70,
Fax: (0 35 22) 5 40 97 22
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Manfred Engelmann, Elke Gärtner
Aufsichtsratsvorsitzender: Wilfried Schulze
Töchter:
• Schweinemastbetrieb Bauda GmbH,
01561 Skäßchen, Hauptstraße 54
• LHL Landhandel und Lagerei GmbH,
01561 Skäßchen, Hauptstraße 54
• EDEKA Einkaufsmarkt Zabeltitz GmbH,
01561 Skäßchen, Hauptstraße 54
• Spreewälder Ferkelproduktion GmbH,
15907 Lübben/OT Lubolz, Hauptstraße 35
Agrargenossenschaft eG Dobra
01561 Tauscha OT Dobra, Tauschaer Straße 6
Ruf: (03 52 40) 7 22 81, Fax: (03 52 40) 7 24 14
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Bärbel Horn, Eckhard Kmetsch,
Roland Eichler, Andreas Richter
Aufsichtsratsvorsitzender: Heiko Jursch
Milchcenter „Dorfheimat“ Prausitz eG
01594 Hirschstein OT Prausitz,
Heydaer Straße 24
Ruf: (03 52 66) 8 22 41, 8 22 42,
Fax: (03 52 66) 8 22 43
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Therese Gierschner-Wallrabe,
Frank Thiemig
Aufsichtsratsvorsitzender: Bernd Schröter
Tochtergesellschaft:
• KLS-GmbH, Prokura: Renate Schmied
GEWERBLICHE GENOSSENSCHAFTEN
charmant eG der Friseure und Kosmetiker
01445 Radebeul, Hermann-Ilgen-Straße 20
Ruf: (03 51) 8 32 95-0, Fax: (03 51) 8 32 95-20
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Silvia Oehler, Beate Vetters,
Karin Schwille
Aufsichtsratsvorsitzende: Anett Ehlert
18 Filialen
Einkaufs- und Liefergenossenschaft des
Bau- und Baunebenhandwerks Meißen eG
01653 Meißen, Postfach 10 03 03,
Hauptbetrieb: 01662 Meißen,
Niederauer Straße 10
Ruf: (0 35 21) 7 26 30,
Fax: (0 35 21) 73 25 31
E-Mail: [email protected]
Internet: www.elgbaumeissen.de
Vorstand: Horst Quaas, Dietrich Röhricht,
Detlef Hanisch, Jörg Nitzschner,
Hubert Feiereis
Aufsichtsratsvorsitzender: Ralf Lindner
Zwei Geschäftsstellen
Einkaufs- und Liefergenossenschaft des
metallverarbeitenden Handwerks Meißen eG
01662 Meißen, Ferdinandstraße 3
Ruf: (0 35 21) 73 29 97,
Fax: (0 35 21) 73 30 23
E-Mail: [email protected]
Internet: www.elgmetall.de
Vorstand: Peter Gobsch, Heiko Wittig
Aufsichtsratsvorsitzender: Wolfram Werner
Setzt auch auf Biogas: die Milchcenter
„Dorfheimat“ Prausitz eG.
Agrargenossenschaft „Unteres Sächsisches
Elbtal“ Kreinitz eG
01619 Kreinitz, Schenkgasse 1
Ruf/Fax: (03 52 64) 9 71 22
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Gerhard Förster, Herbert Lindner
Aufsichtsratsvorsitzender: Dieter Lindner
ELG Holzhandwerk Großenhain e.G.
01558 Großenhain,
Carl-Maria-von Weber-Allee 75
Ruf: (0 35 22) 52 27-0,
Fax: (0 35 22) 52 27 27
E-Mail: [email protected]
Internet: www.elgholz-grossenhain.de
Vorstand: Martina Leutritz
Bevollmächtigter: Wolfgang Stange
Taxi- und Mietwagen-Genossenschaft Riesa eG
01587 Riesa, Bahnhofstraße
Ruf: (0 35 25) 73 37 77,
Fax: (0 35 25) 73 12 77
Internet: www.taxi-riesa.de
Vorstand: Frank Dill, Rocco Heine,
Andreas Möbius
Aufsichtsratsvorsitzender: Dietmar Franz
Cena et Flora eG
01591 Riesa, Spinnereistraße 3
Ruf: (0 35 25) 50 03 10,
Fax: (0 35 25) 50 03 15
E-Mail: [email protected]
Vorstand: Vroni Rack
Bevollmächtigter: Andreas Näther
Brandschutzelemente aus Holz und Glas eG
01591 Riesa, Mannheimer Straße 10
Ruf: (0 35 25) 72 99 88,
Fax: (0 35 25) 72 99 11
E-Mail: [email protected]
Internet: www.sfd-sachsen.de
Vorstand: Jörg Grünbeck, Gerd Müller,
Ralf Henker
Aufsichtsratsvorsitzender: Reinhard Staroste
Lommatzscher Landkorb eG
01623 Lommatzsch, Meißner Straße 1
Ruf: (03 52 41) 8 23 04, Fax: (03 52 41) 8 22 87
E-Mail: [email protected]
Internet: www.lommatzscher-landkorb.gyf.eu
Vorstand: Beate Möbius, Manuela Seidel
Aufsichtsratsvorsitzender: Uwe Zschaler
Miltitzer Brauwirtschaft eG
01665 Triebischtal OT Miltitz, Lindenhöhe 1
Ruf: (03 52 44) 48 00; Fax: (03 52 44) 4 80 31
Vorstand: Martin Miklaw, Steffen Hennig,
Klaus Mutscher, Hans-Jörg Geier,
Matthias Metzger
Aufsichtsratsvorsitzender: Olaf Nickel
RAIFFEISEN
HANDELSGENOSSENSCHAFTEN
BÄKO Ost eG
01665 Triebischtal OT Groitzsch,
Eisiger Januar im Elbtal
Blick auf das verschneite Meißen.
Eisschollen auf der Elbe bei Riesa.
Weinberge „ganz in Weiß“ bei Kleinzadel.
Beilage zu „WIR“ 2/2009
III (19)
Henningstraße 1
Ruf: (0 35 21) 74 90; Fax: (0 35 21) 74 92 05
E-Mail: [email protected]
Internet: www.baeko-ost.de
Vorstand: Dr. Günther Otto, Lutz Petzold,
Thomas Bubner,
Hans-Jürgen Matzker, Lutz Claus
Aufsichtsratsvorsitzender: Michael Wippler
KREDITGENOSSENSCHAFTEN
Volksbank Raiffeisenbank Meißen
Großenhain eG
01662 Meißen, Hahnemannplatz 21
Ruf: (0 35 21) 46 75 00,
Fax: (0 35 21) 45 25 34
E-Mail: [email protected]
Internet: www.vbrb-mei-grh.de
Vorstand: Peter Klaßen,
Claus-Michael Zwiebel
Aufsichtsratsvorsitzender: Thomas Beck
Elf Geschäftsstellen
Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG
01097 Dresden, Georgenstraße 6
Ruf: (03 51) 81 31-0, Fax: (03 51) 81 31 11 31
E-Mail: [email protected]
Internet: www.ddvrb.de
Vorstand: Peter Haffelt, Thomas Müller,
Walter Netter
Aufsichtsratsvorsitzender: Christian Rietschel
27 Geschäftsstellen
Volksbank-Raiffeisenbank Döbeln eG
04720 Döbeln, Rudolf-Breitscheid-Straße 4
Ruf: (0 34 31) 7 27-0, Fax: (0 34 31) 7 27-1 40
E-Mail: [email protected]
Internet: www.vb-rb-doebeln.de
Vorstand: Wilhelm Reinking, Angelika Belletti
Aufsichtsratsvorsitzender: Wolfgang Grübler
Zehn Geschäftsstellen
Volksbank Riesa eG
01587 Riesa, Hauptstraße 87
Ruf: (0 35 25) 7 02-0, Fax: (0 35 25) 7 02-2 00
E-Mail: [email protected]
Internet: www.volksbank-riesa.de
Vorstand: Harro Meurer (bis 28.02.2009),
Peter Geißler, Thomas Gelse,
Kerstin Jöntgen
Aufsichtsratsvorsitzende: Gabriele Krause
14 Geschäftsstellen
WOHNUNGSGENOSSENSCHAFTEN
GWG Radebeul eG
01445 Radebeul, Schillerstraße 31
Ruf: (03 51) 8 30 83 20,
Fax: (03 51) 8 30 98 48
E-Mail: [email protected]
Internet: www.gwg-radebeul.de
Vorstand: Holger Jaensch, Christine Rudloff
Aufsichtsratsvorsitzender: Tino Jordan
Gemeinnützige
Wohnungsbaugenossenschaft (GWG)
Meißen eG
01662 Meißen, Wolyniezstraße 1
Ruf: (0 35 21) 73 31 50,
Fax: (0 35 21) 73 31 18
E-Mail: [email protected]
Internet: www.gwg-meissen.de
Vorstand: Andreas Starke,
Jürgen Lötzsch
Aufsichtsratsvorsitzender: Jürgen Schrimpf
Die Bank vor Ort mit vielen Extra-Diensten:
VR-Bank Meißen Großenhain eG.
IV (20)
Beilage zu „WIR“ 2/2009
Wohnungsgenossenschaft Coswig/Sachsen eG
01640 Coswig, Pappelstraße 13 a
Ruf: (0 35 23) 88 40,
Fax. (0 35 23) 8 84 44
E-Mail: [email protected]
Internet: www.wgc-coswig.de
Vorstand: Ute Reichelt, Oliver Funke
Aufsichtsratsvorsitzende: Beatrice Franke
Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft
Lommatzsch eG
01623 Lommatzsch, Carl-Menzel-Straße 28
Ruf: (03 52 41) 5 18 81,
Fax: (03 52 41) 5 18 85
Vorstand: Antje Heinrich, Dagmar Martick
Aufsichtsratsvorsitzende: Margitta Ebersbach
Im Stadtumbau Ost eine feste Größe: WG
Coswig/Sachsen eG.
Gröditzer Wohnbau eG
01609 Gröditz, Am Güterbahnhof 3
Ruf: (03 52 63) 6 88 30,
Fax: (03 52 63) 6 88 33
E-Mail: [email protected]
Internet: www.groeditzer-wohnbau.de
Vorstand: Ronald Skrotzki, Andreas Woda
Aufsichtsratsvorsitzende: Kerstin Tröger
Wohnungsgenossenschaft Großenhain und
Umgebung eG
01558 Großenhain,
Johannes-R.-Becher-Straße 46 a
Ruf: (0 35 22) 5 14 70, Fax: (0 35 22) 51 47 72
E-Mail: [email protected]
Internet: www.wg-grossenhain.de
Vorstand: Kathrin Philipp,
Thomas Schippmann
Aufsichtsratsvorsitzender: Norbert Wieckhorst
Wohnungsgenossenschaft Riesa eG
01591 Riesa, Alleestraße 136
Ruf: (0 35 25) 50 64-0,
Fax: (0 35 25) 50 64-15
E-Mail: [email protected]
Internet: www.wg-riesa.de
Vorstand: Kerstin Kluge, Hagen Nickol
Aufsichtsratsvorsitzender: Wolfgang Stamm
In der Beilage „Visitenkarten“ der
Ausgabe 3/2009 von „WIR. Das
Genossenschaftsblatt aus Mitteldeutschland“ stellen sich Genossenschaften aus dem Landkreis
Mittelsachsen vor.
N E U G R Ü N D U N G 21
In der Festhalle Annaberg
brennt wieder Licht
Neue eG will
Aufschwung der
Kulturlandschaft
Am 7. Januar 2009 fand in Annaberg-Buchholz die Gründungsveranstaltung für eine Genossenschaft
statt, die für die Stadt, ihre Einwohner, deren Wirtschaft, für Vereine
und das Gewerbe ein zusätzliches
Stück Kultur mit sich bringen wird.
I
m Text der Satzung klingt der Förderzweck der neu gegründeten
Festhalle Annaberg-Buchholz eG konkret folgendermaßen: „Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche
Förderung und Betreuung der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb der Festhalle Annaberg-Buchholz eG.“
Was verbirgt sich dahinter? Dazu sagt
im „WIR“–Gespräch der Vorsitzende
des Aufsichtsrates, Walter Walliser:
„Unser kleines genossenschaftliches
Netzwerk aus begeisterten, engagierten Einzelpersonen, teils aus mittelständischen Unternehmen, teils aus
Vereinen der Region, will durch den
Um- und Ausbau der Festhalle ein
erzgebirgisches Kongress- und Veranstaltungszentrum errichten und als
variable Immobilie für Veranstaltungen für bis zu 1 200 Besucher betreiben.“ Hier können die Gäste Regionales sowie Nationales und vielleicht
auch einmal Internationales aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Küche erleben und genießen. „In jedem Fall wird
die Kulturlandschaft mit einer besonderen Einrichtung bereichert.“
Heinrich Hechenberger, der Vorstandsvorsitzende, ergänzt: „Bei uns
sind zusätzlich zum bisherigen Angebot der Stadt Annaberg-Buchholz
Großveranstaltungen wie Kongresse,
Bälle, Konzerte, Messen, Ausstellungen oder Versammlungen bestens
untergebracht, die bisher nur außer-
Bei der Gründungsversammlung im Januar.
Foto: A. Kaiser
Die neue eG will die Festhalle im touristisch attraktiven Annaberg zu einem erzgebirgischen
Kongress- und Veranstaltungszentrum ausbauen.
Foto: „WIR“-Archiv
halb unserer Stadt und der Region
durchgeführt worden sind.“
Schon darauf können die ideenreichen Genossenschafter stolz sein, zumal „doch damit für unsere Region
nachhaltig neue Arbeitsplätze in der
für uns sehr wichtigen Branche Tourismus entstehen“. Ein hohes Niveau
der Versorgung mit regionalen Spezialitäten für die Festhallenbesucher
wird sichergestellt, „das ist Ehrensache“, garantiert der Vorsitzende
Welche Lieferanten werden die künftige Halle als Zulieferer betreuen?
Heinrich Hechenberger: „Unsere Devise ist es, ortsansässige Partner aus
Handwerk und Gewerbe zu bevorzugen und das keinesfalls nach dem
Motto ‚Geiz ist geil‘. Das ‚WIR-Gefühl‘
wird uns leiten. Denkbaren Anreizen –
wie einer Bonuskarte oder einem Museumspass – stehen wir sehr aufgeschlossen gegenüber.“
Eine künftige Aufgabe des Vorstandes
ist es, nach der Eröffnung möglichst
vielen Reiseunternehmen aus nah und
fern die Besonderheiten der Stadt im
Allgemeinen und die der Festhalle im
Besonderen „schmackhaft“ zu machen. Dabei kommt der bevorzugten
Betreuung der Busreisenden besondere Bedeutung zu. „Das wird sich
auszahlen“, so der Vorsitzende.
Für die bislang 22 Gründungsmitglieder (Bürger, Vereine, Unternehmer,
Politiker und die Stadt) steht fest,
dass die nächsten Aufgaben in der
2/2009
Reihenfolge Konzeption, Finanzierung, Sanierung und Einrichtung der
Festhalle so schnell und effizient wie
möglich umgesetzt werden müssen.
„Das ist für wirklich alles die Voraussetzung! Nur so kann nachhaltig der
wirtschaftliche Erfolg der Genossenschaft sichergestellt werden.“
Warum wurde die Rechtsform der eG
gewählt? „Weil das jetzige Genossenschaftsmodell im Vergleich zu anderen Gesellschaftsformen – wie AG,
GmbH oder Verein – klar die erfolgversprechendste Variante ist und weil
dieses Modell vom ,WIR-Gefühl’ getragen wird“, fasst Walter Walliser die
geführten Diskussionen zusammen.
Inzwischen stehen das Unternehmens- und Finanzierungskonzept mit
den Bausteinen Gastronomie, Saal,
Brauerei und Vermietung. Der MGV
hat das Vorhaben und das Wie mit
dem Prüfungsgutachten bestätigt.
Verbandspräsident Dietmar Berger
zeigte sich von der in ganz Sachsen
einmaligen Idee und Initiative beeindruckt und betonte die Zukunftsfähigkeit des gemeinsam entwickelten Projektes der Bürger, Gewerbetreibenden, Vereine und – last but not least –
der Stadt selbst. Auch das Mitglied
des Deutschen Bundestages Günther
Baumann, Gründungsmitglied der eG,
beglückwünschte die Mit-Gründer zu
diesem Vorhaben und sprach seine
Anerkennung für das Projekt aus.
Dr. Wolfgang Allert
22 A U S G E N O S S E N S C H A F T E N
In der Region glaubwürdig
und verlässlich sein
E
ine Meldung, die im vergangenen
Oktober für Gesprächsstoff sorgte:
Die Volksbank Mittweida eG wurde zur
„Bank des Jahres“ gekürt. Der von der
Oskar-Patzelt-Stiftung
vergebene Preis ist der
wichtigste Mittelstandspreis in Deutschland.
Nur wenige Wochen zuvor durften sich die Mittweidaer über die Ehrung zur „Innovativsten
Bank“ aller Banken und
Sparkassen im gesamten deutschsprachigen
Raum freuen. – Auszeichnungen dieser
Größenordnung sind in der Regel nicht
aus der Luft gegriffen.
Dennoch ist man geneigt zu sagen, die
Volksbank Mittweida, daheim in Sachsens Provinz, ist ein Institut wie viele andere Kreditgenossenschaften auch, mit
gleichen Ausgangs- und Umfeldbedingungen, identischen Zielen, ähnlicher
Betriebsgröße. Wie kommt sie dann zu
solch wirtschaftlich beachtlichen Ergebnissen (die ja immer ein Plus für die Region und ihre Menschen sind) und in
der Folge zu diesen Verdiensten? Auch
andere nahmen den Erfolg wahr, die
meisten ehrlich erfreut und anerkennend, einige mehr oder weniger neidvoll. Und auch hier die oft gestellte
Frage: „Wie macht ihr Mittelsachsen
das?“
„Auf alle Fälle nicht mit einem Wundertrank à la Miraculix“, meint Vorstandsmitglied Leonhard Zintl im „WIR“-Gespräch und schmunzelt. Doch nur kurz.
Die folgenden Worte kommen mit Nachdruck: „Entscheidend ist doch der Blick
aufs Ganze. Wie beim Zehnkampf jede
Disziplin für ein gutes Endresultat wichtig ist, so schenkt unsere gesamte
Mannschaft möglichst allen Facetten
des Bankgeschäfts ihre Aufmerksamkeit. Wir arbeiten ständig daran, die Optimierung voran zu treiben. Dazu
kommt: Wir wollen nicht auf Entwicklungen reagieren müssen, sondern Trends
frühzeitig erkennen und neue Ideen be-
PROFILE –
EIN UNTERNEHMENSREPORT
Die im Vorjahr ihr
85-jähriges Bestehen feiernde
Volksbank Mittweida eG
wartet mit einer
Erfolgsgeschichte
auf und setzt dennoch
stärker denn je auf
konsequente
Weiterentwicklung.
sonders schnell umsetzen.“ Ohne Kontinuität, ohne Konsequenz und Disziplin,
ohne die Kraft des Teams funktioniere
das natürlich nicht. Und Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit den Mitgliedern
und Kunden gegenüber sei für die seit
über 85 Jahren vor Ort agierende Bank
unerlässlich. Zumal in einer überschaubaren Region wie dieser, wo Nähe und
Bodenständigkeit noch viel bedeuten.
Zintl: „Das bei uns oft gehörte Kundenurteil ‚Hier in der Volksbank Mittweida
bin ich mit meiner Firma, mit meinem Ersparten gut aufgehoben‘, muss man
sich als Bank erst einmal hart erarbeiten.“
So richtig deutlich wurde (und wird) das
bei einem leidigen und ernsten Thema:
der Wirtschafts- und Finanzkrise, die die
Finanzbranche weltweit ins Schlingern
brachte. Auch der Informationsbedarf
der Kunden der Volksbank Mittweida
war hoch. Deshalb hatte das Institut die
Bürger des Landkreises zeitnah und offensiv informiert, Flyer gingen in alle
53 000 Haushalte, in den Geschäftsstellen wurden Plakate ausgehängt, mehr-
Aus dem Presseecho zu Volksbank-Aktivitäten im Jubiläumsjahr.
2/2009
fach meldete die Bank sich in der
Presse zu Wort. Hauptaussage: Ihr Geld
ist sicher, die genossenschaftliche
Gruppe ist in all den Turbulenzen ein
stabiler Faktor! Zintl: „Dafür steht unser
erfolgreiches,
sicherheitsorientiertes
und auf die Region gerichtetes Geschäftsmodell. Dieses Modell müssen
wir nicht hinterfragen. Wir finanzieren risikoarm Investitionen hier und nicht riskant weltweit. Zusätzlich werden die
Einlagen unserer Mitglieder und Kunden durch das stabile Sicherungssystem der Volksbanken und Raiffeisenbanken geschützt.“
So deutlich wie die Volksbank in Mittweida auf Einlagensicherheit (begründet u. a. durch das Sicherungssystem
des BVR) verweisen kann, so stabil stellt
sich die Partnerschaft mit Mittelstand
und Privatkunden dar. „Anfang der
1990er-Jahre lag unsere Kundenreichweite im Privatkundengeschäft bei rund
acht Prozent und im Firmenkundengeschäft bei etwa 50 Prozent. Mittlerweile
betreuen wir 30 000 Privatkunden und
3 300 Firmenkunden“, informiert Rico
Schlegel, Leiter des Vertriebsmanagements. „Das heißt, heute wenden sich
etwa 23 Prozent der privaten Bevölkerung der Region mit ihren Geldgeschäften an die Volksbank Mittweida – mit
steigender Tendenz. Im Firmenkundengeschäft beträgt die Kundenreichweite
inzwischen 70 Prozent.“ Die eG ist nicht
zuletzt die Hausbank vieler Kommunen
im ehemaligen Landkreis Mittweida.
Die nachhaltige Geschäftspolitik der
Mittweidaer Genossenschaftsbank wird
auch anhand dieser Fakten deutlich:
Seit 1990 hat das Unternehmen seine
Bilanzsumme auf ca. 548 Millionen Euro
mehr als vervierfacht. Das Kundenwertvolumen liegt bei 1,1 Milliarden Euro.
Die Eigenkapitalquote beträgt überdurchschnittliche 18 Prozent, das Kosten-Ertrags-Verhältnis im Zehn-JahresDurchschnitt erstaunliche 38 Prozent.
Der Branchendurchschnitt muss bis
zum doppelten Aufwand für einen Euro
Ertrag einsetzen. „Mit Vorschriften funktioniert so ein Kostenmanagement
nicht“, will Leonhard Zintl betont wissen.
„Das klappt nur, weil sich jeder bei uns
über Nutzen und Alternativen seines
Tuns Gedanken macht.“ Mit anderen
Worten: Hier begreift man sich als
Dienstleister regionaler Wirtschaftskreisläufe, und das hat etwas mit Führungskultur zu tun.
A U S G E N O S S E N S C H A F T E N 23
TÜV-Vertreter Michael Boms (mitte) übergibt 2008 das TÜV-Siegel
„Geprüfte Baufinanzierung“ an das Wohnbau-Team der Volksbank
Mittweida eG.
Über ihrer Verantwortung als regionale
Mittelstandsbank hinaus liegt der Volksbank Mittweida die Entwicklung der Region am Herzen. Ja, sie ist hier erste
Adresse und so will sie auch Impulsgeber für den Landkreis Mittelsachsen
sein. Ihr Engagement beginnt mit kleinen Dingen, zum Beispiel mit der finanziellen Unterstützung für Sozialprojekte,
die Bankmitarbeiter in ihrer Freizeit
durchführen. So malerten sie in der
AWO-Kindertagesstätte „Regenbogen“,
es wurden Weihnachtsgeschenke für
Kinder im Krankenhaus übergeben und
sie halfen in der „Mittweidaer Tafel“ bei
der Lebensmittelausgabe an Bedürftige. Fortsetzung findet das mit größeren Dingen wie dem Engagement bei
der Mittweidaer Wohnbau eG und der
Bürgerstiftung der Kreditgenossenschaft. Seit 1998 beweist die Stiftung,
die sich über noch mehr Spendenbereitschaft freuen würde, ihre soziale
Ausrichtung. Mehr als 220.000 Euro
flossen seitdem in die Förderung sozialer Themen. Vielen Einrichtungen konnte
so geholfen werden, Vorhaben Realität
werden zu lassen, die ansonsten wohl
kaum möglich gewesen wären. Bemerkenswert war im Rahmen des Bankenjubiläums die Übergabe eines 50.000Euro-Schecks an die Bürgerstiftung. Mit
dem Geld sollen kommunale energieautarke Projekte unterstützt werden.
Auch mit ihrem anderen Filius, der 2002
gegründeten Mittweidaer Wohnbau eG,
die 1 400 Mitgliedern gehört, wirtschaftlich solide arbeitet und schuldenfrei ist,
nutzt die Volksbank ihre Chance. Sie
stieß in bisher branchenfremde Bereiche vor und setzt Impulse für die Region. Über die Hälfte der Mieter sind
keine Kunden der Volksbank!
Genauso konzentriert nehmen Vorstand
und Mitarbeiter der Volksbank Mittweida
eG anstehende Aufgaben in Angriff.
„Wir setzen gerade jetzt in Zeiten globa-
DIe Volksbank-Akademie vor Ort im Fahrzeugbau Geißler, Göppersdorf. – Die Bank als Mitverstalter und Sponsor: Band-Contest
2008 (kl. Foto).
Fotos: Volksbank Mittweida
ler Krisen und des wachsenden Wettbewerbs in der Branche auf Wachstum“,
betont Zintl. „Wir wollen Kunden gewinnen und sie, wie auch unsere bestehenden Kunden, noch stärker von der Leistungsfähigkeit unseres Hauses in allen
Finanzfragen überzeugen.“
Die Mittweidaer wissen als Bank in der
Region um den Spagat zwischen persönlicher Kundenberatung hier und
Preiskampf da. „Aber auch da muss
man flexibel sein. Nicht zuletzt deshalb
setzen wir auf das Direktbanking.“ Das
wird unter www.dasdirektbanking.de
seit 2007 von Kunden und Neukunden
gut angenommen; 1 000 neue Nutzer
stehen zu Buche. Hier gibt’s unter dem
bankinternen Slogan „Nimm drei“ u. a.
Tagesgeld mit attraktivem Zinssatz,
kostenloses Girokonto und Kreditkar-
ten. Gerade im Direktbanking findet
derzeit eine extreme Wettbewerbsverzerrung statt. Banken rufen staatliche
Unterstützung ab und werben mit nicht
marktgerechten Konditionen.
Zurück zum Ausgangspunkt unseres
Gesprächs, auf das Wie des gemeinsamen Erfolgs in Mittweida. „Wir sagen in
Anlehnung an große Worte dieser Tage
nicht ‚Yes, we can‘, sondern ‚Yes, we
are‘, Ja, wir sind – die stärkste Bank der
Region“, betont Leonhard Zintl, um sofort anzuschließen: „Die Herausforderung besteht darin, dass wir das im
Sinne unserer Kunden jeden Tag neu
unter Beweis stellen müssen.“ Ohne
Zaubertrank, versteht sich.
Diethart Schall
Lesen Sie zum Thema VR-Banken und
Mittelstand auch auf Seite 3.
Volksbank Mittweida eG –
Zahlen und Fakten
• Profil: Die 1923 als Gewerbebank Mittweida gegründete Kreditgenossenschaft sieht sich von Anfang an als Partner des Mittelstandes. Heute steht die
Volksbank Mittweida
mehr denn je für
Kompetenz und Sicherheit in der Region. Dafür sprechen auch die Bürgerstiftung der Genossenschaftsbank und die 2002 von der Bank gegründete Mittweidaer Wohnbau eG.
Die Volksbank setzt auf Nähe zu ihren Firmen- und Privatkunden und
bietet als Universalbank maßgeschneiderte Lösungen aus einer
Hand. Für die nachhaltige Geschäftspolitik gab‘s 2008 von der
Oscar-Patzelt-Stiftung
den
Titel
„Bank des Jahres“.
2/2009
• Unternehmenssitz:
Markt 25, 09648 Mittweida,
Ruf: 01 80 5 87 09 61 24,
Fax: (0 37 27)94 44-101,
E-Mail: [email protected]
Internet: www.vb-mittweida.de
• Servicenetz: zehn Geschäftsstellen, fünf SB-Stellen
• Mitarbeiter: 127, dazu elf Lehrlinge und sieben BA-Studenten
• Mitglieder: ca. 6 500
• Bilanzsumme: 548 Millionen Euro
(31.12.2008; vorläufig)
• Einlagen und IHS: 410 Millionen
Euro
• Kreditvolumen: 310 Millionen
Euro
• Vorstand: Albrecht Ruchser,
Leonhard Zintl
• Aufsichtsratsvorsitzender:
Roland Bauer
24 A U S G E N O S S E N S C H A F T E N
++++ in kürze ++++ in kürze ++++
Genopreis für EWG Dresden
Die Genopreisträger.
Foto: VSWG
Die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden eG (EWG) ist
einer der zehn Gewinner des
deutschlandweit erstmals ausgelobten Genossenschaftspreises Wohnen. Die Ehrung erfolgte im Vormonat
in Berlin. In dem am Rande der sächsischen Landeshauptstadt gelegenen Wohngebiet „Stadtblick“ standen
vor der Umgestaltung mehr als die
Hälfte der 790 Genossenschaftswohnungen leer. Die EWG hatte
2005/2006 Wohngebäude abgerissen und auf den frei werdenden Flächen einen Stadtpark mit Spiel- und
Sportmöglichkeiten geschaffen. Die
verbliebenen Häuser wurden modernisiert und in ihren Grundrissen heutigen Bedürfnissen angepasst. „Unser
Ziel war es, durch diese Baumaßnahmen das Wohngebiet aufzuwerten
und dem ‚Stadtblick‘ eine eigene
Identität zu verschaffen“, erklärte Vorstand Dr. Jürgen Hesse. „Jetzt sind
unsere Wohnungen in diesem Gebiet
zu hundert Prozent vermietet.“ Die
EWG hatte in das mit StadtumbauOst-Mitteln geförderte Projekt ca. 6,5
Millionen Euro investiert.
Für den von Bundesbauministerium
und GdW ausgelobten Preis lagen 93
Wettbewerbsbeiträge vor.
Energiehaus eG gibt Gas
In Dresden steht mit der Energiehaus
eG ein Anbieter in den Startlöchern,
der nun Gas geben will. Das Unternehmen bietet ab 1. April 2009 im
Netzgebiet der Drewag,
der Enso und der Gasversorgung Pirna Erdgas an. Der Energieversorger, so informierte die „SZ“, spricht von BruttoArbeitspreisen von 6,78 Cent bis 7,55
Cent je Kilowattstunde und einem
monatlichen Grundpreis von 9,90
Euro. Das sind im Vergleich zur Drewag günstigere Konditionen. Die
Zahl der Mitglieder zu erhöhen – im
Januar waren es laut „SZ“ 170 –, ist
jetzt vordringliche Aufgabe der Energiehaus-Genossenschaft.
VB Leipzig eröffnete
Beratungs-Center Gohlis
Nach einem Um- und Ausbau durch
ausschließlich ortsansässige Firmen
in einer Rekordzeit von nur fünf Wochen wurde das Beratungs-Center
Gohlis der Volksbank Leipzig eG am
9. Januar an das Beraterteam um
Teamleiter Enrico Scholz sowie die
Experten aus dem FinanzVerbund
übergeben.
M
it dem Umbau verbessert sich vor
allem der Service für die Kunden
der Volksbank Leipzig im für sie attraktiven Stadtteil Gohlis. Die Bedingungen
sind nun optimal, großzügig gestaltete
helle Beratungsräume und DialogPoints stehen zur Verfügung.
Auch der SB-Bereich hat sich in der
Ausstattung verändert. Er ist räumlich
integrierter Bestandteil des BeratungsCenters und lässt – dank der beibehaltenen Frage- und Ansprachemöglichkeit – die (älteren) Kunden mit der für
sie zum Teil noch ungewohnten Technik
nicht allein. Ein kombiniertes Ein- und
Auszahlgerät verhindert Wartezeiten an
einem Kassenschalter auch bei NurEinzahlungen, ein Geldautomat und die
beiden Kontoauszugsdrucker sind wie
ein Kontoserviceterminal installiert und
24 Stunden zugänglich. Das Kontoserviceterminal ermöglicht auch für jene
Bankkunden, die sich zu Hause kein
Online-Banking eingerichtet haben, am
späten Abend eine Überweisung auf
den „letzten Pfiff“.
wga
Kundenfreundlich: Beraterin Ines Richter am Überweisungsterminal in der neu eröffneten
Geschäftsstelle der Volksbank Leipzig eG im Leipziger Stadtteil Gohlis.
Fotos: wolf
Über Ehrung berichtet
In ihrer Ausgabe 3/2009 berichtete
die BauernZeitung über die Ehrung
des MGV-Präsidenten Dietmar Berger
Bei anderen gelesen
(Abb., re.) mit der Hermann-SchulzeDelitzsch-Bürgermedaille der Großen
Kreisstadt Delitzsch im Vormonat.
Berger, er steht auch dem SchulzeDelitzsch-Förderverein vor, ist der
erste Preisträger dieser Medaille.
2/2009
A U S G E N O S S E N S C H A F T E N 25
Arbeitsplätze schaffen,
Stadtbild erneuern
Drei Fragen an
Curt Bertram, Vorstandsvorsitzender der CAWG
Beim
Neujahrsempfang der Chemnitzer
Wohnungsunternehmen schlug Curt Bertram ein Aktionsprogramm der Chemnitzer
Wohnungswirtschaft vor.
Was ist der Sinn des Konjunkturprogramms II, das Sie im Namen der
Chemnitzer Wohnungsunternehmen,
darunter sieben Wohnungsgenossenschaften, vorgeschlagen haben?
Die Chemnitzer Wohnungsunternehmen,
die 40 Prozent des Wohnungsbestandes
betreuen, machen auf zu schaffende
Rahmenbedingungen als notwendige
Voraussetzungen
für den ins Stocken geratenen
Stadtumbau
aufmerksam.
Zum Resümee
Saniert: CAWG-Haus in
des
Erreichten
Chemnitz, Yorckgebiet.
gehören
der
Rückbau von annähernd 15 000 Wohnungen seit Beginn 2000 und die Teilbzw. Sanierung von 80 Prozent des industriell gefertigten Wohnungsbaus
durch unsere Unternehmen. Das bringt
eine Aufwertung der Wohnungen und
Wohnviertel mit sich, so auch durch umzusetzende Nach-Nutzungskonzepte für
entstehende Freiflächen. Hier erwarten
wir in den nächsten Jahren erstmals wieder mehr Zuzüge als Wegzüge.
Stadtumbau ist mehr als Abriss...
... und deshalb kann das Chemnitzer
Konjunkturprogramm II bei Annahme
des Vorschlages ein entscheidender Impuls zur Fortsetzung und Intensivierung
des Stadtumbauprozesses in Einheit mit
der Ankurbelung der Wirtschaft und
Stärkung des Mittelstandes sein; auch
für die Innenstadt und für die das Stadtbild prägende Gebäude. Der Vorschlag
lautet: Aus dem Programm wird für den
Zeitraum von fünf Jahren der Kapitaldienst für die Altschulden aller Wohnungsunternehmen übernommen.
Was wird dadurch erreicht?
Die in den Unternehmen frei werdenden
finanziellen Mittel werden ausschließlich
für investive Maßnahmen im Rahmen
des Stadtumbaus, für das Engagement
in der Innenstadt sowie für Schulen, Kindertagesstätten und ähnliche Einrichtungen als PPP-Projekte eingesetzt. Das
schafft Arbeit, bringt Veränderungen für
die Bürger und durch die Aufträge Steuereinnahmen. Eine Chance, die genutzt
werden sollte!
Für Chemnitz würde bei Übernahme
des Altschuldenkapitaldienstes für den
Zeitraum von fünf Jahren ein Volumen
von ca. 92 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Bei einer z. B. 50-prozentigen Kombination mit Ergänzungsdarlehen könnte somit eine Verdoppelung
des Investitionsvolumens auf rund 184
Millionen Euro mobilisiert werden! Dies
würde einen enormen Schub zur Fortsetzung des Stadtentwicklungs- und
Stadtumbauprozesses bedeuten, einhergehend mit der Belebung und Stärkung der Bauwirtschaft und des Handwerks mit dem Effekt einer Arbeitsplatzsicherung. Ein weiterer Vorteil der Verwendung von Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II in Verbindung mit Komplementärdarlehen ist, dass ein nachhaltiger volkswirtschaftlicher Nutzen
entsteht. Gespräch: Dr. Wolfgang Allert
Zeitgenossen
Therese Gierschner-Wallrabe, Vorstand der Milchcenter „Dorfheimat“
Prausitz eG
Die zurückliegenden Winterwochenenden müssen ein wahrer Genuss für die
Hobby-Skifahrerin Therese GierschnerWallrabe gewesen sein.
Sport treiben (gern
auch Wandern und Tanzen) ist ihr Ein und Alles.
Ab und zu Opern- und
Konzertbesuche oder
auch mal lachen in der
Dresdner Herkuleskeule
– die Diplom-Agraringenieurin weiß, ihre
knappen Freizeitstunden sinnvoll auszufüllen. Meist ist ihr Mann mit von der Partie. Die beiden erwachsenen Töchter
können da nur staunen…
Doch im Betrieb ist für die 1957 geborene Vorstandschefin Schluss mit lustig.
2/2009
++++ wbg-news ++++
Niederländer zu Gast
Besuch aus den Niederlanden in der
Wohnungsgenossenschaft Lebensräume eG Hoyerswerda und in der
WG Bernsdorf eG. Die holländischen
Wohnungsgenossenschafter, die einer Einladung des VSWG gefolgt waren, informierten sich im Vormonat
über den Neubau, die Modernisierung und Instandhaltung von Gebäuden unter ökologischen und
energieeffizienten Gesichtspunkten.
Aufzüge werden eingebaut
Ihr wirtschaftliches Hauptaugenmerk
richtet die AWG Wohnungsgenossenschaft Plauen eG weiterhin auf
Modernes Wohnen in Plauen mit der
AWG eG. Fotos: W. Schmidt; CAWG, wolf
die Instandhaltung und Modernisierung des Wohnungsbestandes.
2009 werden aus Eigenmitteln vier
Millionen Euro bereitgestellt; 2008
waren es ca. sechs Millionen Euro.
Quelle: „SZ“, „Vogtland Anzeiger“
Da versteht der „Workaholic“ (so ihre
Worte) keinen Spaß. Und ein „Tänzchen“
hat sie höchstens mal mit einem, der auf
Arbeit noch zulegen muss. „Es gibt viel
zu tun, Aufgaben warten an allen Ecken
und Enden. Da habe ich keine Ruhe. Ich
will immer wissen, was los ist, will mit Vorstand und Mitarbeitern voraus planen
können.“ Regelmäßig lädt sie zu Leitungssitzungen ein. Protokollkontrolle,
Verantwortlichkeit, vor allem Eigenverantwortlichkeit – die Chefin hält die
selbst aufgestellten Regeln eisern ein
und verlangt auch von anderen viel. Zuviel? „Das kann schon mal vorkommen“,
sagt sie. „Aber es dient ja einem guten
Zweck: Unsere Genossenschaft will und
muss weiter vorankommen, auch als
Milchproduzent in wirklich nicht einfachen Zeiten.“ (Siehe auch Seite 9.)
Therese Gierschner-Wallrabe ist immer
für Überraschungen gut: „Irgendwann
will ich noch mal studieren. Dafür ist man
doch nie zu alt. Es kann durchaus eine
andere Studienrichtung sein.“
dsc
26 F O R U M
DLG-Tagung:
Landwirtschaft
mit Blick 2020
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) lenkte mit dem Thema
ihrer
diesjährigen
Wintertagung
„Landwirtschaft
2020“ im Vormonat
in Berlin den Blick
weit in die Zukunft.
Motiv dafür war offenbar weniger die
Absicht, den düsteren Prognosen für
2009 aus dem Weg
zu gehen, als vielmehr, die landwirtschaftlichen Unternehmer auf die Herausforderungen
der Zukunft zu orientieren.
N
ach einhelliger Auffassung aller Referenten der DLG-Tagung vom 13.
bis 15. Januar in Berlin gehen die Herausforderungen der Zukunft von den
Märkten aus. Dagegen spielte die Entwicklung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen kaum eine Rolle. Entsprechend waren Vertreter aus der Agrarpolitik, abgesehen von der neuen Landwirtschaftministerin Ilse Aigner (CSU), auch
nicht auf den Rednerlisten der Hauptund Fachforen zu finden. Offensichtlich
kommt aus Sicht der DLG der Agrarpolitik in der Zukunft kaum Relevanz zu. Wie
als Beweis dafür hatte Bundesministerin
Aigner eine inhaltsleere Rede gehalten.
Umso mehr fanden die vielen Praktiker,
Berater und Wissenschaftler mit ihren
Zukunftsprognosen Aufmerksamkeit.
Alles drehte sich hierbei um die zentrale
Frage: Wie kann effizienter produziert
werden, ohne Qualität, Umwelt- und Verbraucherschutz in Frage zu stellen?
Folglich war es kein Wunder, dass in vielen Beiträgen von Wachstum und Kostendegression in großen Produktionseinheiten die Rede war. Bei der Beschreibung der ostdeutschen Betriebsstrukturen kamen einige Referenten regelrecht
ins Schwärmen. Bei der Vorstellung der
konkreten Zahlen konnte selbst den Zuhörern aus „gut aufgestellten“ Betrieben
das Schwärmen vergehen. Beim Blick in
die weitere Zukunft rechneten viele Vortragende wie Dr. Klaus Schumacher von
Töpfer International zwar mit tendenziell
steigenden Erzeugerpreisen. Bis diese
allerdings in den Betrieben ankommen,
sei ein Tal niedrigster Preise zu überwinden. So prophezeite Prof. Folkard Isermeyer den Milchbauern eine längere
Phase von Milchpreisen zwischen 26
und 30 Cent pro Liter. Kein Wunder,
Öffentlich stärker für
Landwirtschaft werben
dass angesichts derartiger Preiserwartungen in der öffentlichen Sitzung des
DLG-Ausschusses Milch von Tim Koesling, einem Berater aus Dahlenwahrsleben (Sachsen-Anhalt), von Ersatz- oder
Erweiterungsinvestitionen in der Milchproduktion abgeraten wurde. Die Empfehlung war allerdings mit dem Hinweis
versehen, nichts zu verallgemeinern und
die konkrete Situation eines jeden Betriebes zu betrachten. Sein Partner im Forum, der Landwirt Ulrich Westrup, wies
auf die Bedeutung der Beratung hin, obwohl er für seinen Betrieb Ergebnisse
vorlegte, bei denen man nicht zuerst an
die Notwendigkeit der Beratung denkt.
Wenn es also eine Schlussfolgerung
gibt, dann die, alle betrieblichen aber
auch die überbetrieblichen Möglichkeiten zu nutzen, effizient zu produzieren.
dernen
Produktionsmethoden,
von
Pflanzenschutz und Biotechnologie.
Nach dem Vortrag war die Ratlosigkeit
der Anwesenden regelrecht mit den
Händen zu greifen. Bestand doch die
Empfehlung der DLG auf den anhaltenden Preisdruck aus dem Lebensmitteleinzelhandel in modernen Produktionsverfahren und im Wachstum der Betriebe, insbesondere in der Tierhaltung –
also in Maßnahmen, die in keinem anderen Land der Welt so klar von einer
Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt
werden wie in Deutschland.
Bleibt also das Fazit, dass noch sehr viel
Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Hoffeste
werden da nicht ausreichen. Obwohl die
Umfrage auch gezeigt hat, dass diejenigen, die einen Landwirt persönlich kennen, ein messbar positiveres Bild von
Planung mit Blick nach vorn: die Milchcenter „Dorfheimat“ Prausitz eG will 2010 einen neuen
Milchviehstall errichten. Die Bauantragsunterlagen sind vorbereitet.
Foto: W. Schmidt
Dazu gehört zweifellos die Nutzung der
Potenziale von Verbänden wie dem
MGV.
Politisch wurde es dann doch noch
durch den Vortrag der Geschäftsführerin
des Institutes für Demoskopie in Allensbach. Prof. Renate Köcher stellte die Ergebnisse einer großen Meinungsumfrage zum Bild der Landwirtschaft in der
übrigen Gesellschaft vor. Das Positivste
dabei war noch, dass Landwirte als sehr
fleißig und bodenständig gelten. Als moderner Volkswirtschaftszweig mit hoher
Qualifikation der in ihm tätigen Menschen wird die Landwirtschaft keinesfalls gesehen. Besonders gravierend ist
die Ablehnung von Größe insbesondere
in der Tierhaltung, aber auch von mo-
2/2009
der heutigen Landwirtschaft haben. Hier
ist eindeutig die Politik gefordert. Es ist
unredlich, wenn die Politik einerseits die
Agrarmärkte liberalisiert, staatliche Beihilfen kürzt und einen höheren Beitrag
der Biomasse zur Energie-erzeugung
einfordert, aber andererseits der Landwirtschaft Rahmenbedingungen für eine
effektive landwirtschaftliche Produktion
verweigert und es unterlässt, in der Öffentlichkeit für eine moderne Landwirtschaft zu werben. Dabei geht es nicht
darum, Umwelt- oder Tierschutzstandards aufzuweichen, vielmehr muss akzeptiert werden, dass diese auch mit
modernsten Produktionsmethoden und strukturen eingehalten werden können.
Dr. Gerald Thalheim
F ORUM
/
B I L D U N G 27
Gedanken, die nicht nur
eG-Mitglieder motivieren
Goldene Worte, geäußert beim 15.
Delitzscher Gespräch. Worte, deren
Bedeutung über den Tag hinaus
geht.
„Eine Kapitalgesellschaft ist ein
‚Haufen Geld‘, dessen Zweck darin besteht, ein größerer ‚Haufen Geld‘ zu
werden. Während eine Genossenschaft
dazu da ist, den daran beteiligten Menschen Vorteile zu verschaffen, sei es
besser zu wohnen oder den eigenen
Betrieb besser führen zu können.“
Dr. Burchard Bösche, Hamburg
„Wir sind im südlichen Muldentalkreis mit acht Zweigstellen vertreten.
Der Kunde kann uns erreichen, seine
Bankgeschäfte bei uns ausführen. Es
zeichnet uns als Raiffeisenbank zudem
aus, dass wir uns für den Mittelstand
stark machen.
Wir sind eine Bank, die sich mit Förderprogrammen auseinandersetzt, die
Existenzgründungen begleitet und die
auch gern neuen Genossenschaften
Serviceangebote unterbreitet.“
Christine Engel, Grimma
„Der Ansatz der Genossenschaft ist
Hilfe zur Selbsthilfe, selbst das eigene
Leben zu verändern, etwas herauszufinden, womit man letztlich Geld verdienen kann, sowie der solidarische
Aspekt.“
Brigtte Schramm, Erfurt
„Die Mitgliederförderung ist das Original, und die Kundenförderung ist die
oft schlechte Kopie, aber diese ist allerdings betriebswirtschaftlich so erfolgreich gewesen, dass traditionelle Konsumgenossenschaften inzwischen damit erhebliche Probleme hatten.“
Dr. Burchard Bösche, Hamburg
„Mitgliederförderung in den Wohnungsgenossenschaften lässt sich anders gestalten als in einer Produktivgenossenschaft. Weil: Wir favorisieren
das Leben in der Genossenschaft –
und dann kommt die Vermietung.“ Ich
sehe als Förderung z. B. unsere zwei
jährlichen Regionalberatungen.
Rainer Richter, Burgstädt
„Ein wichtiger Aspekt ist die gemeinsame Bewirtschaftung des Bodens.
Sehr viele Mitglieder haben ihre Flächen an die Genossenschaft verpachtet. Darüber hinaus haben die Genossenschaften selbst Boden erworben.
Das schafft eine sehr große Verbundenheit gerade im Territorium.“
Dr. Cornelia Wustmann, Halle
„Eine
Produktivgenossenschaft
zeichnet sich vor allem dadurch aus,
dass es – zumindest weitgehend – eine
Identität zwischen Mitgliedern und Beschäftigten gibt und dass die Förderung des Arbeitsplatzes, also die Beschäftigung der Mitglieder, im Vordergrund steht.“
Dr. Cornelia Wustmann, Halle
„Wir haben uns einhellig für die Genossenschaft, für unseren Bürgerkonsums entschieden, weil wir davon ausgehen, dass die Leute, die ihre Einlagen in die Genossenschaft einbringen,
hoffentlich dann auch dort einkaufen
gehen und noch viele andere mitbringen.“
Martin Müller, Falkenau
Konsum Dresden sucht „frische Typen“
2/2009
Schloss Montabaur.
Foto: ADG
ADG Partner auch
für Ware und Handel
Nicht nur für Führungskräfte und Mitarbeiter von Genossenschaftsbanken
sind die aktuellen Bildungsangebote
der Akademie Deutscher Genossenschaftsbanken (ADG) von Interesse.
Die ADG verfügt auch über ein vielfältiges Seminarangebot im Bereich Ware
und Handel. Das Spektrum reicht von
Angeboten für die Assistenz bis zum
Vorstand, vom Marketing bis zum Jahresabschluss, von Präsentationstechniken bis zur Persönlichkeitsbildung.
So stehen im Frühjahr 2009 u. a.
Weiterbildungsthemen wie Verkaufstraining („Abschlussorientierte Gesprächsführung“), Messetraining („Mit richtigen
Maßnahmen zum Kundenerfolg“) oder
das Professionelle Beziehungsmanagement („Kundenbeziehungen langfristig erfolgreich gestalten“) auf dem
Programm. Gut genutzt wird zudem der
ADG-Newsletter. Im Januar beschäftigte er sich u. a. mit dem Projekt „Kunden zu Fans machen“. Den aktuellen
und die vorangegangenen Newsletter
gibt´s unter www.adgonline.de.
Auf Schloss Montabaur sorgen ca. 180
Beschäftigte für hochwertige Bildungsangebote und komfortable Unterbringung der Gäste. Die ADG schöpft aus
einem europäischen Know-how-Pool
von 800 Dozenten. www.adgonline.de
Die Konsum Dresden eG veranstaltete im Vormonat
den „Tag der Ausbildung“ in ihrem Junior-Konsum.
Dabei wurde über Ausbildungsangebote, freie Lehrstellen sowie Berufsmöglichkeiten informiert. Das Besondere: Altersgenossen, erfahrene Azubis, beantworteten den potenziellen Bewerbern und ihren Eltern
Fragen zu Ausbildung und Bewerbung. Zudem konnten die Interessenten die verschiedenen praxisbezogenen Ausbildungsmöglichkeiten kennenlernen: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/-in sowie Diplombetriebswirt/-in (BA). In einem Lehrlings-Erfahrungsbericht im Internet ist zu lesen: „Man bekommt
mitunter viel Verantwortung, und es fordert einen auch
sehr, aber es ist ‘ne schöne Arbeit, auf die man sich
freuen kann!“
www.frische-typen-gesucht.de
28 K A L E I D O S K O P
Guter Rat
Kindergeburtstag:
Wer haftet bei Unfall?
Toben mit Freunden und Eltern, ein
Ausflug ins Schwimmbad oder eine
Schatzsuche im Park: Bei Kindergeburtstagen ist oft „Action“ angesagt.
Für die Eltern ist diese Feier mit viel Arbeit verbunden – und mit viel Verantwortung. Denn sie übernehmen in diesen Stunden die Aufsichtspflicht für
alle anwesenden Kinder. Darauf macht
das Infocenter der R+V Versicherung
aufmerksam. Konkret bedeutet das:
Passiert einem Kind etwas, können die
Gastgeber dafür zur Verantwortung
gezogen werden.
„Die Einladung entspricht einem Angebot zur vertraglichen Übernahme der
Aufsichtspflicht für die Dauer der Feier,
egal ob sie schriftlich oder mündlich
erfolgt“, erklärte Alexandra Bartl, Haftpflichtexpertin beim R+V-Infocenter.
Wenn den ausgelassenen Kleinen also
etwas passiert oder sie andere schädigen, haften die Gastgeber-Eltern. Ob
sie die Aufsichtspflicht verletzt haben
Bei uns zu Hause
Wenn Kinder toben, ist Aufsichtspflicht erforderlich. Das gilt auch bei Kindergeburtstagen.
Foto: D. Schall
oder nicht, wird allerdings immer im
Einzelfall entschieden – falls ja, drohen
rechtliche Konsequenzen. „Auch wenn
in der warmen Jahreszeit die Feier im
Schwimmbad oder im Freizeitpark
stattfindet, müssen die Eltern aufpassen. Denn eine zweite Aufsichtsperson
wie zum Beispiel ein Bademeister entbindet sie nie komplett von ihren Pflichten“, sagte R+V-Expertin Bartl.
Den Eltern des Geburtstagskindes rät
D A S F O T O R ÄT S E L
Sie ist die älteste Wehrkirche Sachsens (1297
erstmals erwähnt) und sie hat Geschichte geschrieben: die Heuersdorfer Emmauskirche.
Der Ort Heuersdorf und seine Bewohner müssen – eine äußerst umstrittene Entscheidung
– dem Braunkohleabbau weichen. Die denkmalgeschützte Kirche wurde zuvor 2007 technisch aufwändig umgesetzt.
FRAGE: Wo steht die Emmauskirche heute?
In
A Borna,
B Leipzig oder
das R+V-Infocenter, sich die Aufsicht
mit mehreren Erwachsenen zu teilen.
Bei besonders abenteuerlichen Aktivitäten empfiehlt es sich zudem, die
Gruppe zu teilen oder die Zahl der Eingeladenen zu begrenzen. Außerdem
sollten sich die Organisatoren gut
überlegen, ob das Geplante für die
eingeladenen Kinder geeignet ist; im
Zweifelsfall die anderen Eltern vorher
nach ihrer Meinung fragen.
Lösung aus Heft 12/2008
Europa war`s!
Die Lösung des Fotorätsels aus Heft
1/2009 lautet: Das Völkerschlachtdenkmal ist das größte in Europa!
Das markante Bauwerk, 1913 eingeweiht, erinnert an den Sieg über Napoleon (16. bis 19. Oktober 1813).
Unser Glückwunsch gilt folgenden
Gewinnern, die je 20 Euro erhalten
(der Rechtsweg ist ausgeschlossen):
Lucia Modes, 08115 Lichtentanne,
Sigrid Schubert, 01109 Dresden.
C Böhlen?
Senden Sie Ihre Antwort bis zum 3. März 2009 an:
„WIR. Das Genossenschaftsblatt aus
Mitteldeutschland“,
Medienträchtiger Umzug der Helbersdorfer Straße 46 – 48, 09120 Chemnitz
per Fax: (03 71) 27 88 – 1 69
Heuersdorfer Emmauskirche.
Foto: W. Schmidt per E-Mail: [email protected]
Kennwort: Fotorätsel 2/2009
Zwei Gewinner können sich über je 20 Euro freuen. Viel Glück beim Rätseln!
2/2009
Markant: das Völkerschlachtdenkmal in
Leipzig.
Foto: „WIR“-Archiv
K A L E I D O S K O P 29
Leselust
Alarm im Zirkus
Der Berliner Schauspieler Ernst-Georg
Schwill hatte 1953 mit 14 Jahren seine
erste Rolle im DEFA-Film „Alarm im Zirkus“.
Danach
spielte er u. a. in
„Berlin
–
Ecke
Schönhauser“, „Sie
nannten ihn Amigo“
und „Fünf Patronenhülsen“.
Seit
1970 ist Schwill
vornehmlich beim
Fernsehen tätig; im
Berliner
„Tatort“
spielt er den Assistenten Weber. –
Nun liegen Schwills Erinnerungen vor.
Sie beginnen in einem Berliner Heim für
Schwererziehbare…
Ernst-Georg Schwill. Is doch keene
Frage nich, Das Neue Berlin, 19,90
Euro, ISBN 978-3-360-01952-3
Landurlaub
Erholung im Grünen
Der Katalog „Landurlaub in Sachsen“
2009 liegt vor (kl. Abb.).
Aus über 250 Beherbergungsangeboten
kann
ausgewählt werden. „Betten im Grünen“ gibt es auf
Bauernhöfen, Weingütern,
Reiterhöfen, in Pensionen,
Landhotels oder in Klöstern. Zudem stehen Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Cam-
Schnittwunden an Gehölzen werden mit
Balsam versorgt.
Foto: NEUDORFF
Gärtner-Tipp
Baumschnitt steht an
Auch wenn es im Februar unter Umständen noch einmal frostig kalt werden
kann, gibt es doch schon einige Arbeiten, die man erledigen sollte, damit ein
guter Start in die Gartensaison gewährt
ist. Zum Beispiel den Baumschnitt.
Regelmäßiger Schnitt der Obstgehölze
ist die Grundvoraussetzung für eine reiche Ernte. Scharfes Werkzeug sollte
selbstverständlich sein. Im Gartenfachmarkt Zschopauer Straße 277 in Chem-
nitz erhält man alles, was für den Gehölzschnitt notwendig ist. Angefangen
bei der klassischen Gartenschere über
die Astschere für größere Äste bis hin
zur Säge findet der Hobbygärtner ein
reichhaltiges Angebot. Für gefahrloses
Arbeiten vom Boden aus eignen sich
Geräte, die auf einen Teleskopstiel angebracht werden können. Die Schnittwunden sollten mit Lac Balsam (künstliche Rinde) verschlossen werden, um
das Eindringen von Krankheitskeimen
zu verhindern.
Wer weitere Tipps zum Thema „Baumschnitt“ benötigt, hat dazu am Samstag,
dem 28. Februar 2009, um 10 und 14
Uhr, Gelegenheit. Dann finden im Gartenfachmarkt Informationsveranstaltungen rund um das Thema Schnitt von
Obstgehölzen statt. Außerdem gibt es
Informationen darüber, wie man Obstgehölze vorbeugend vor Krankheiten
schützen kann.
Chemnitzer Blumenring eG,
Tochtergesellschaft Gartenbau GmbH,
Gartenfachmarkt
Zschopauer Straße 277,
09126 Chemnitz,
Tel.: (03 71) 5 39 37 13,
geöffnet MO – FR 8.30 bis 20 Uhr,
SA 8.30 bis 16 Uhr.
pingplätze zur Verfügung. Auch wer
eine Übernachtung im Heu vorzieht,
wird im neuen Katalog fündig.
Die 96-seitige Publikation bietet außerdem mehr als 300 Freizeitangebote von
Spiel und Spaß bis Natur und Kultur. Ihr
aktives und abwechslungsreiches, familienfreundliches Programm offeriert
der Naturerlebnishof Weidegut Colmnitz
am Tharandter Wald (www.colmnitzweidegut.de, Foto rechts). Im 300-jährigen, vorbildlich sanierten Vierseithof erwarten den Gast komplett sanierte und
gemütlich eingerichtete Urlaubsquartiere.
dsc
www.landurlaub-sachsen.de
UNTERWEGS ENTDECKT Neues Kunstmuseum Moritzburg in erster Liga
Nach vierjähriger Umbauzeit wieder geöffnet: das Kunstmuseum Moritzburg in
Halle/Saale.
Foto: wolf
„Neu, sehenswert, modern“, so steht‘s
nicht nur an der Fassade der 500 Jahre
alten Moritzburg in Halle an der Saale.
Nach vier Jahren Umbau, der Akquise
neuer Sammlungsbestände und einiger
architektonischer Umgestaltungen ist
das moderne Kunstmuseum Moritzburg
seit Dezember 2008 wieder geöffnet.
Nicht nur das: Es hat sich in die erste
Liga der modernen Museumsbauten
Deutschlands gespielt. Zeigt die Stiftung Moritzburg in den neuen Ausstellungsräumen doch solche Perlen wie
u. a. Gemälde aus Lyonel Feiningers
2/2009
Halle-Zyklus, Werke des Expressionismus (Brücke, Blauer Reiter) oder
die Dauerleihgabe der Sammlung
Hermann Gerlinger mit Werken der
„Brücke“-Maler. Die ständige Ausstellung im Neubau setzt sich fort mit
Kunst nach 1945 bis in die Gegenwart, während Wegbereiter der Moderne aus dem 19. Jahrhundert im
historischen Südflügel und mittelalterliche Schnitzplastik in den Gotischen
Gewölben der Burg präsentiert werden.
dsc
www.kunstmuseum-moritzburg.de
30 K A L E I D O S K O P
Ve r a b r e d e t m i t . . .
... Klaus Feldmann
Ein Gesicht, das Gesicht der „Aktuellen Kamera“ über viele Jahre hinweg: Sprecher
Klaus Feldmann.
Foto: privat
Was ist typisch Klaus Feldmann?
Pünktlichkeit, Hilfsbereitschaft, Liebe
zum Sprechen und zur deutschen
Sprache.
Als Kind wollten Sie sein wie...?
... Emil in Erich Kästners „Emil und die
Detektive“, dann mal wie Old Shatterhand oder wie Timur aus Gaidars Buch
„Timur und sein Trupp“. Je nachdem,
was ich gerade gelesen hatte.
Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Über den Kinderfunk des MDR 1948 in
Leipzig. Ich war dort Sprecherkind bis
1953.
Auf welche eigene Leistung sind Sie
stolz?
Chancen nicht nur genutzt, sondern sie
gesucht zu haben.
Was lässt Sie nicht schlafen?
Kriege und Auseinandersetzungen im
Namen des Friedens und der Freiheit,
wie viele Menschen das glauben.
Wofür engagieren Sie sich?
Gegen politische Heuchelei.
Ruhige, feste, angenehme und natürlich geschulte Stimme, große Ausstrahlung:
Klaus Feldmann, Jahrgang 1936, war von 1963 bis 1989 Sprecher der „Aktuellen Kamera“ im DDR-Fernsehen. Der bei Gera geborene gelernte Buchdrucker und Journalist hatte zuvor als Sprecher beim „Deutschlandsender“ auf sich aufmerksam gemacht. Nach der Wende ließ er nicht vom Journalismus, war u. a. Pressereferent bei
der DEKRA und arbeitete bei einem TV-Lokalsender. Heute ist Klaus Feldmann, der
auch als Buchautor in Erscheinung trat, viel auf Lesereise. Er ist verheiratet, hat zwei
Kinder und zeigt als Hobbywintersportler, u. a. beim alpinen Skilauf, dass er noch
längst nicht zum alten Eisen gehört.
Was macht Ihnen einen anderen
Menschen sympathisch?
Ehrlichkeit, Offenheit, Bescheidenheit.
Vor welchem Zeitgenossen ziehen
Sie den Hut?
Da gibt es viele: Menschen, die standhaft schwere Krankheiten ertragen
oder überwinden. Menschen, die trotz
Armut und Not Kinder zu wertvollen
Menschen erziehen. Menschen, die anderen helfen ohne Eigennutz.
In Österreich und Norwegen.
Ihre Lieblingsfigur in der Geschichte?
Karl Marx. Ein genialer Denker, der immer aktuell bleibt und der menschliche
Schwächen offenbart.
Sie dürfen für einen Tag mit jemandem tauschen. Mit wem und warum?
Ich sehe keinen Grund, mit jemandem
tauschen zu wollen.
Welches Buch liegt gerade auf Ihrem
Nachttisch?
Friedrich Wolf, „Du bleibe“, ein Lesebuch.
Welche Werte sind Ihnen wichtig, gelebt zu werden?
Achtung vor allen Menschen. Fleiß,
Heimatliebe.
Wofür lassen Sie alles stehen und
liegen?
Gutes Essen mit Freunden.
Was wollen Sie unbedingt noch anpacken?
Neue Regionen für meine Lesungen erschließen.
Welche Erfindung war aus Ihrer Sicht
die wichtigste?
Der Buchdruck.
Wofür geben Sie richtig Geld aus?
Für Urlaub.
Wo machen Sie am liebsten Urlaub?
2/2009
V ERBUND
rentenbank
Positive Förderbilanz
Die Landwirtschaftliche Rentenbank
hat 2008 ihre Fördertätigkeit vor dem
Hintergrund einer deutlich verbesserten Ertragsentwicklung ausweiten können. Trotz der Finanzmarktkrise wuchs
das Fördervolumen bei nur leicht sinkender Bilanzsumme (HGB) um 4,4
Milliarden Euro auf 63,5 Milliarden
Euro (59,1).
Die neu abgeschlossenen Finanzierungen erreichten insgesamt 20,1
Milliarden Euro (17,2). Davon entfielen
8,3 Milliarden Euro /7,1) auf allgemeine Förderkredite für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum sowie
Programmkredite für spezielle Verwendungszwecke. Für Wachstumsimpulse
sorgten in erster Linie die besonders
zinsgünstigen Programmkredite. „Unsere auf Nachhaltigkeit und Stabilität
angelegte Strategie hat sich damit
auch in schwierigen Zeiten bewährt“,
sagte Dr. Marcus Dahmen, Sprecher
des Vorstandes für das Agrarbusiness.
BSH
2008: ein Jahr der Rekorde
/
P A R T N E R 31
Direktvermarktung
Ehrung für Atlas Leipzig.
Foto: Bank
Sterne des Sports
Boxring e.V. obenauf
Zum zweiten Mal vertrat ein Verein der
Volksbank Leipzig eG das Land Sachsen
erfolgreich beim Bundesentscheid „Sterne
des Sports“. Bundespräsident Horst Köhler und weitere Persönlichkeiten würdigten
den Boxring Atlas Leipzig für sein Engagement im Bereich Integration. VolksbankVorstandssprecher Christoph Kothe und
Vereinschef Thomas Reichard nahmen am
26. Januar in Berlin die Glückwünsche
entgegen. Insgesamt erhielt der Boxring
durch seine Teilnahme 4.100 Euro Preisgeld. Atlas ist Stützpunktverein im Programm „Integration durch Sport“ des
DOSB und überzeugte die Jury mit seinem Konzept. Dessen Hauptanliegen ist
die sportliche Betätigung für sozial Benachteiligte, Aussiedler und Migranten.
Schon im März startet die Volksbank Leipzig eG die nächste Ausschreibung.
eine neue Rekord-Zuteilungssumme an
Baugeldern und „einem strategisch guten Standing für die Zukunft“. Metz weiter: „Wir sind stolz auf diese Rekordfahrt. Aber wir informieren angesichts
der massiven Marktverwerfung auch in
der gebotenen Zurückhaltung.“ Auf die
Frage „Worin liegen die Gründe für dieses Wachstum?“ antwortete er: „Einerseits wurden die Systemvorteile des
Bausparens vor dem Hintergrund der
Finanzkrise offensichtlich: Sicherheit,
Für die Bausparkasse Schwäbisch Hall
(BSH) war 2008 das bislang beste Jahr.
Auch für 2009 wird kein Einbruch erwartet. „Wir freuen uns, dass sich die Bausparkasse Schwäbisch Hall komplett
dieser beispiellosen Negativentwicklung der Finanzbranche entziehen
konnte“, fasste Vorstandsvorsitzender Dr. Matthias Metz die Ergebnisse auf der Bilanzpressekonferenz im Vormonat in Stuttgart
zusammen. „Besser noch: Wir
blicken auf das erfolgreichste Geschäftsjahr unserer nunmehr
77-jährigen
Unternehmensgeschichte zurück. Es ist ein Jahr, in
dem unsere eigenen Erwartungen
deutlich übertroffen wurden.“
Zum positiven Fazit gehören das
beste Bauspar-Neugeschäft mit
32 Milliarden Euro, ein „historisch
hoher Marktanteil“ mit 30 Prozent
für BSH, mit 12,6 Milliarden Euro Bei der BSH-Pressekonferenz in Stuttgart.
2/2009
Aktive Sachsen
Der Freistaat Sachsen ist das einzige
Bundesland, in dem die landwirtschaftlichen Direktvermarkter in einem Dachverband organisiert sind. Der Direktvermarktung in Sachsen e.V. beging Ende
Januar sein 15-jähriges Bestehen. Von
den ca. 500 sächsischen Direktvermarktern, die nicht nur Urproduzenten
auf dem Feld und im Stall sind, sondern
ihre Erzeugnisse selbst weiterverarbeiten und verkaufen, sind derzeit 242 Mitglied im Verein.
Mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums Sachsens und der CMA
kann den Mitgliedern eine große Palette an Leistungen geboten werden.
Dazu gehören Organisation und Durchführung von Bauernmärkten, Unterstützung bei Hoffesten und Tagen der offenen Tür bei Direktvermarktern, Weiterbildungsveranstaltungen und nicht zuletzt Maßnahmen zur Bündelung der
Kräfte. Das schließt die Förderung der
Kooperation und zentrale Pressearbeit
ein.
Verlässlichkeit, Transparenz und Flexibilität stehen bei den Sparern eindeutig
hoch im Kurs.“ All das und die Pleite
von
Lehman-Brothers
habe
das
Wachstum spürbar beschleunigt. Zudem hätten die beschlossenen Änderungen bei der Wohnungsbauprämie
das Jahresendgeschäft zusätzlich beflügelt.
Ähnlich Positives konnte zum zweiten
Geschäftsfeld, der privaten Baufinanzierung, sowie zum Bereich Weitere Vorsorge – die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner wie
R+V und Union Investment –
berichtet werden. Metz sagte
zusammenfassend: „ Unser Geschäftsmodell ist nachhaltig erfolgreich.“ Zu den Marktpotenzialen gehören der Kauf gebrauchter Immobilien, ein hoher
Modernisierungsbedarf (vor allem im energetischen Bereich,
denn fast drei Viertel der Wohnungen sind älter als 25 Jahre)
und dafür geeignete Finanzierungen wie der „Energie-Sparwga
Foto: wolf Vertrag“.
32 V E R B U N D
/
P ARTNER
BVR
Center-Werbung GmbH
Neues aus der Branche
Schwerer Abschwung
Anzeigenvorlagen: Der BVR und die
regionalen Genossenschaftsverbände
treten mit Werbung zu verschiedenen
Themen in Erscheinung. Die CenterWerbung GmbH erstellt dafür die Anzeigenvorlagen. Derzeit werden die
Themen Bauen und Wohnen, Ausbildung bei den Genossenschaftsbanken,
Karrierestart und Sonderkreditplafond
für den Mittelstand beworben. Ab April
2009 soll mit einer eigenen Bildsprache
das Markenprofil der Volksbanken und
Raiffeisenbanken geschärft werden.
Auch dazu wird es künftig Informationen im Newsletter der Center-Werbung
geben.
Werbemarkt 2009: Wer sich traut, der
Werbebranche das Jahr 2009 vorauszusagen, geht zwei Risiken ein: a) grob
danebenzuliegen, b) der Panikmache
bezichtigt zu werden. Die Finanzkrise
sorgt dafür, dass Prognosen so schwierig sind wie nie. Der Zentralverband der
deutschen Werbewirtschaft (ZAW) malt
folgendes Bild: Nachdem der Werbeumsatz schon 2008 nur noch auf ein
mageres Plus von 0,7 Prozent gekommen ist, wird für 2009 ein Minus von ein
bis zwei Prozent erwartet. Damit würde
die Branche nach Meinung von Mediaexperten allerdings noch glimpflich davonkommen. Andere halten einen Einbruch um bis zu fünf Prozent für möglich. Ein bisschen tröstet es, dass wenigstens die krisenerprobten Handelsunternehmen die Nerven behalten.
Laut einer Umfrage des EHI Retail Institute bei 43 großen Unternehmen wollen
drei Viertel ihre Marketingausgaben bis
2011 steigern.
Eine realistische Einschätzung der
2009 zu erwartenden Wirtschaftsentwicklung nimmt die Bundesregierung
nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken
und Raiffeisenbanken (BVR) mit dem
Jahreswirtschaftsbericht
vor.
Der
Ende Januar präsentierte Bericht geht
von einem schweren Wirtschaftsabschwung in Deutschland von minus
2,25 Prozent aus. Der Bericht rechtfertigte daher die jüngst von der Regierung beschlossenen Konjunkturmaßnahmen.
Ein Großteil der Maßnahmen entfalte
seine Wirkung allerdings erst in der
zweiten Jahreshälfte und 2010, stellte
der BVR fest. Sinnvoll sei es deshalb,
einen Teil des Pakets vorzuziehen. Die
Maßnahmen zur Verminderung der
Steuer- und Abgabenlast, wie z. B.
die Senkung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, sollten
früher als geplant in Kraft treten.
Parallel zur Verabschiedung des Konjunkturpakets II müsse die Umsetzung
der angekündigten Schuldenbremse
schnell in Angriff genommen werden.
Eine nachhaltige Stabilisierung der öffentlichen Haushalte benötige eine robuste institutionelle Verankerung. Die
geplante Einführung der Schuldenregel spätestens ab dem Jahr 2015 sei
bei weitem nicht ehrgeizig genug.
Center-Werbung GmbH,
Graurheindorfer Straße 149 a,
53117 Bonn, Tel.: (02 28) 9 14 49-0,
Fax: (02 28) 9 14 49-99,
E-Mail: [email protected],
Internet: www.center-werbung.de
CMA
Bekanntes QS-Prüfsystem
Das blaue QS-Prüfzeichen ist fast
jedem zweiten Verbraucher ein Begriff. Das zeigt eine im Dezember
2008 von der CMA in Auftrag gegebene Umfrage. Seit Juli 2008 hat
sich die Bekanntheit des Prüfzeichens um 4,8 Prozentpunkte auf
45,6 Prozent erhöht. Entscheidend
für Verbraucher ist vor allem die
durchgängige Kontrolle des Herstellungsprozesses auf allen Produktionsstufen: 83 Prozent der Befragten halten diese Kontrollen für
sehr wichtig oder wichtig.
Seit September 2002 gibt es im
Handel Fleisch und Fleischwaren
mit dem QS-Prüfzeichen, seit 2005
auch frisches Obst, Gemüse und
Kartoffeln. Über 100 000 Partner im
Bereich Fleisch und Fleischwaren
und mehr als 17 000 im Sektor frisches Obst, Gemüse und Kartoffeln
sind dem QS-System angeschlossen.
Noch bis August 2009 informieren
CMA und die EU in einer neuen
Kampagne über das QS-Prüfsystem
sowie die europäischen Rechtsvorschriften und nationalen Gesetze,
die hohe Standards bei der Produktion von Fleisch und Fleischerzeugnissen setzen. Bundesweit werden
Anzeigen in auflagenstarken Publikumsmedien, eine begleitende PRKampagne sowie eine Informationsbroschüre in großen deutschen
Frauenzeitschriften für Aufmerksamkeit sorgen. Von Februar bis
Mai macht zudem die Wanderausstellung „QS on Tour“ auf das Prüfsystem aufmerksam.
2/2009
Thüringen
Studie erarbeitet
In Thüringen wurde eine Studie zum
Integrierten Gesamtkonzept der Landesregierung zur Entwicklung der
ländlichen Räume Thüringens vorgelegt. Das Konzept zeigt die aktuellen
Herausforderungen und Probleme
der ländlichen Räume des Freistaates sowie Strategien und Handlungsempfehlungen für ihre weitere Entwicklung. Besonderer Wert wird auch
auf die Mitwirkung von Akteuren aus
Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Vereinen und aus Landwirtschaftsbetrieben gelegt.
V ERBUND
/
P ARTNER
/
T ERMINE
/
I M P R E S S U M 33
Impressum
„WIR. Das Genossenschaftsblatt aus Mitteldeutschland“, 19. Jahrgang.
Herausgeber: Mitteldeutscher Genossenschaftsverband (Raiffeisen/Schulze-Delitzsch) e. V. in Kooperation
mit dem Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V.
Auch MGV-Mitarbeiter überzeugten sich in Chemnitz bei „Marketing 2009“ vom Angebot des DG
VERLAGES. Veranstaltungen fanden u. a. auch in Dresden und Erfurt statt. – Kundenbetreuer Oliver Lendle zeigt Anja Gehle von der Volksbank Mittweida Give-away-Produkte.
Fotos: wolf
DG VERLAG
Gute Ideen fürs Marketing
Programme, Lösungen, Geschenkartikel
(sogenannte Give-aways) – der DG
VERLAG präsentierte zu Jahresbeginn
seine aktuelle Kollektion „Werbeartikel
2009“. Kundenbetreuer Oliver Lendle
war zufrieden: „Die Resonanz auf unsere Marketing-vor-Ort-Aktion am 28.
Januar hier in der MGV-Geschäftsstelle
in Chemnitz war, wie schon in den Jahren zuvor, beachtlich.“ Vertreter etlicher
VR-Banken, wie zum Beispiel Anja
Gehle von der Volksbank Mittweida eG,
Termine
MGV:
03.03.2009
10.03.2009
16.03.2009
Geschäftsleitertreffen der
ELG des Fleischerhandwerks, Nohra
Fachausschuss Agrargenossenschaften, NaundorfNiedergoseln
Sprechtag für
Genossenschaften, Erfurt
informierten sich über das breitgefächerte Angebot.
Sein Bankenbetreuer-Kollege vom Vertrieb Region Mitte, Jörg Lehmann,
sagte: „Nicht zuletzt schätzen die Banker, dass für jede Marketingaufgabe, für
jeden ihrer Kunden und zu jedem Anlass das passende Werbegeschenk vorhanden ist.“ Die Kunden inspizierten
und wählten in Ruhe das Passende aus.
Gern wurde der fünfprozentige Messerabatt in Anspruch genommen.
In diesem Jahr gab’s zusätzlich zu den
Produkten u. a. Tipps und Ideen, mit denen Aktivitäten im Kinder- und Jugendmarkt der Banken noch erfolgreicher
gestaltet werden können.
dsc
18.03.2009
19.03.2009
20.03.2009
Bildungsmaßnahmen
05.03.2009
09.03.2009
12.03.2009
26.02.2009
26.02.2009
04.03.2009
05.03.2009
09.03.2009
11.03.2009
12.03.2009
Fachausschuss
Genossenschaftswesen,
Dresden
118. Sitzung des
Verbandsrates, Dresden
Bankenrunde
Fachausschuss EDV/Statistik,
Dresden
Tagung Forderungsverkäufe,
Leipzig
AG Große Wohnungsgenossenschaften, Dresden
Regionalberatung
Erzgebirge/Vogtland
Regionalberatung Chemnitz,
Freiberg
03.03.2009
10.03.2009
MGV:
VSWG:
25.02.2009
Regionalberatung Dresden
Regionalberatung Lausitz
Regionalberatung Leipzig
Bezugspreis: Für Verbändemitglieder gelten die
Regelungen des jeweiligen Herausgeberverbandes;
Nichtmitglieder bzw. Einzelnummer 2,50 € (jährlich
30,00),
zuzüglich
Versandgebühren
und
Mehrwertsteuer.
Bankverbindung: Konto-Nr. 300 446 744, Volksbank
Chemnitz eG, BLZ 870 962 14.
Erscheinungsweise: monatlich. Namentlich gezeichnete Wortbeiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung
der Herausgeber bzw. der Redaktion wieder. Nachdruck,
auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung
der Redaktion.
Redaktion: „WIR. Das Genossenschaftsblatt aus
Mitteldeutschland“, Helbersdorfer Straße 46 – 48,
09120 Chemnitz; Ruf: (03 71) 27 88-1 61, Fax: (03 71)
27 88-1 69, E-Mail: [email protected]
Verantwortliche Redakteure: Dr. Wolfgang Allert
(wga) und Diethart Schall (dsc).
Anzeigen:
über
Center-Werbung
GmbH,
Graurheindorfer Straße 149a, 53117 Bonn, Ruf: (02 28)
9 14 49 11, E-Mail: [email protected]
Anzeigenschluss: 10. des Vormonats.
Druckunterlagenschluss: 18. des Vormonats.
Satz: Presse-Service-Team, Chemnitz.
Druck: Raiffeisendruckerei GmbH, Niederbieberer
Straße 124, 56567 Neuwied, Ruf: (0 26 31) 5 06-1 39,
Fax: (0 26 31) 5 06-1 32, E-Mail: [email protected]
ISSN 1613-2165
Redaktionsschluss: 30. Januar 2009
25.03.2009
26.03.2009
30.03.2009
31.03.2009
Aktuelle Fragen des Arbeitsund Sozialrechts, Chemnitz
Zeit- und Prioritätenmanagement, Chemnitz
Strategiekonzepte professionell ausarbeiten, Chemnitz
Lohnsteuer aktuell:
Nossen
Bautzen
Chemnitz
Stadtroda
11.03.2009
11.03.2009
VSWG:
23.02.2009
Brandschutz in elektrischen
Anlagen von Gebäuden – ein
Muss für alle Vermieter,
Dresden
24.02.2009
Vom Interessenten zum
Kunden: Wie gewinne ich am
Telefon neue Mieter, Dresden
25./26.02.2009 Konfliktmanagement für
Führungskräfte und
2/2009
12.03.2009
19.03.2009
Mitarbeiter der Wohnungswirtschaft – Teil II, Dresden
Vergaberecht/Eigentümerund Verwalterhaftung (VOB),
Dresden
Wettbewerbsrecht –
Telemediengesetz und
Internet, Abmahnungen,
Dresden
Warum in die Ferne
schweifen –
Erdwärmenutzung im
Wärmemarkt, Dresden
Teil I: Technologischer Stand
bei der Erschließung von
Erdwärme
Teil II: Wärmerückgewinnung
aus Abwasser
Förderung von Arbeitsplätzen
für schwerbehinderte
Arbeitnehmer in
Wohnungsunternehmen,
Leipzig
Datenschutz in
Wohnungsunternehmen –
Grundlagenseminar, Dresden
Datenschutz in Ihrem
Wohnungsunternehmen –
Aufbauseminar mit aktuellen
Neuregelungen im BSDG,
Dresden
34 P E R S O N A L I E N
Die Vorstände
gratulieren
Ehrennadel in Gold
des VSWG
Horst Ehinger, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Zschopau eG.
Ehrennadel in Silber
des DGRV
Edelgard Wolf, Vorstandsvorsitzende der Friseurgenossenschaft
„Hair Line“ eG Bad Elster, aus Anlass
ihres Ausscheidens aus der Vorstandsfunktion.
vorsitzender der Agrargenossenschaft
Königsfeld eG.
65. Geburtstag
Wolfram Koch, Vorstand der Agrargenossenschaft Blankenhain eG.
Konrad Schubert, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Böhlen eG.
Erika Pester (Foto),
Vorstandsvorsitzende
der KOWA Handelsgenossenschaft
Döbeln
eG.
Marga Klostermann,
Vorstandsvorsitzende
des Bauvereins 1911
eG, Wittgensdorf.
60. Geburtstag
Ehrenmedaille des MGV
Karola Loose, Mitarbeiterin für den Förderverein Hermann Schulze-Delitzsch.
In Anerkennung ihrer Leistungen bei der
Popularisierung des Genossenschaftsgedankens – insbesondere bei der Darstellung der Ideen von Hermann
Schulze-Delitzsch sowie der Öffentlichkeitsarbeit für das Museum in der Kreuzgasse 10 in Delitzsch – wurde sie Anfang Februar anlässlich ihres 60. Geburtstages ausgezeichnet.
Dietmar Klein, Vorsitzender der GWG
Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Limbach-Oberfrohna und
Umgebung eG.
Jochen Müller, Vorstandsmitglied der
Polkenberger Agrargenossenschaft eG.
Jürgen Pammler, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Werdau eG.
55. Geburtstag
Annerose Höwler, Vorstand der Gemeinnützigen
Wohnungsgenossenschaft eG Carlsfeld.
50. Geburtstag
Karola Loose 2007 mit Banklehrlingen aus
Norddeutschland und dem „Kleinen Schulze“.
Foto: wolf
70. Geburtstag
Dieter Kuhnla, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft
„Oberes
Vogtland“ eG.
Heinz Luge, Aufsichtsrat der Agrargesellschaft Langenreichenbach mbH.
Bernd von Schnurbein, Aufsichtsrats-
Andreas Fuhrmann, Vorstandsmitglied
der WiD eG Wochenmarkthändler in
Dresden.
Roland Rost, Vorstand der Gemeinnützigen
Wohnungsbaugenossenschaft
Heidenau eG.
Ulrich Roßner, Vorstandsmitglied der
FLEIGENO Genossenschaft des Fleischerhandwerks Plauen eG.
Gudrun Thiel, Vorstand der „Hairchic“
Friseure Hartha-Waldheim eG.
Bernd Voitel, Vorstandsvorsitzender der
Agrargenossenschaft Dorfchemnitz eG.
Matthias Wedler, Vorstandsvorsitzender
der Erzeugerorganisation Dresdener
Obst eG.
Jens-Peter Wobus, Vorstand der Ge-
2/2009
meinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Görlitz eG.
Jürgen Zocher, Vorstandsvorsitzender
der Agrargenossenschaft Niederau eG.
Jubiläum
Raiffeisen Grundstücksverwaltungsund Verwertungsdienst Olbernhau
GmbH, 15-jähriges Bestehen am 23. Februar 2009.
Raiffeisen Handelsgenossenschaft –
BHG – Hainichen eG, 140-jähriges Bestehen am 24. Februar 2009.
Agrargenossenschaft
Reichenbach/Mengelsdorf eG, 15-jähriges Bestehen am 28. Februar 2009.
1. Geraer Ofenbauergenossenschaft
eG, 80-jähriges Bestehen am 27. Februar 2009.
Personalien
Pleister in Soffin berufen
Christopher Pleister (Foto), ehemaliger
Präsident des Bundesverbandes der Volksbanken
und
Raiffeisenbanken, wurde in
den Leitungsausschuss
des Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin)
berufen. Mit Christopher Pleister tritt ein genossenschaftliches
Urgestein in den Soffin-Leitungsausschuss ein. Seine Erfahrungen als langjähriger Vorstand der DG Bank und als
BVR-Präsident sollen das Gremium bereichern.
Dr. Martin im BVR-Vorstand
Dr. Andreas Martin (Foto) ist vom Verwaltungsrat des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und
Raiffeisenbanken (BVR)
im Vormonat einstimmig
in den Vorstand des BVR
berufen worden. Der 49jährige Volkswirt ist Mitglied des Vorstandes des Deutschen
Genossenschafts-Verlags in Wiesbaden.
Martin komplettiert im Frühjahr den aus
Präsident Uwe Fröhlich und Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann bestehenden
Vorstand des BVR.
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R+V