1 Geriatrisches Assessment

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1 Geriatrisches Assessment
1 Geriatrisches Assessment
Unter einem umfassenden Geriatrischen Assessment versteht man einen
multidimensionalen und interdisziplinren Prozess mit dem Ziel, die
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l
medizinischen,
psychosozialen und
funktionellen Problem-Ressourcen
des Patienten zu erfassen und einen umfangreichen Behandlungs- und
Betreuungsplan zu entwickeln.
Das standardisierte Geriatrische Assessment bildet die Grundlage fr die
Therapieplanung, Therapieberwachung und Kontrolle des Therapieerfolgs. Die Durchfhrung erfolgt nach den Vorgaben der Arbeitsgruppe:
Geriatrisches Assessment (AGAST) innerhalb von vier Tagen nach Aufnahme (Aufnahme-Assessment) und innerhalb der letzten vier Tage (Entlassungs-Assessment). Der Barthel-Index wird durch die Pflegetherapeuten
wçchentlich erhoben.
Das Geriatrische Assessment umfasst:
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Geriatrisches Screening nach Lachs
Barthel-Index (Alltagsaktivitten)
Timed „Up and Go“-Test (Mobilitt)
Tinetti-Test (Sturzgefahr)
Geldzhltest (Selbsthilfefhigkeit)
Handkraftmessung
Uhrentest (Kognition)
Mini-Mental-State (Kognition)
Depressionsskala
Sozialstatus
Arzt
Pflegetherapeut
Physiotherapie
Physiotherapie
Ergotherapie (fakultativ)
Ergotherapie
Ergotherapie
Ergotherapie/Psychologie
Ergotherapie/Psychologie
teamintegrierter Sozialdienst
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© 2009 W. Kohlhammer, Stuttgart
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1 Geriatrisches Assessment
Die erste Stufe des Geriatrischen Assessments beinhaltet das geriatrische
Screening nach Lachs.
Das Geriatrische Screening kann im Rahmen der regulren Anamneseerhebung innerhalb von fnf bis zehn Minuten erarbeitet werden. Es
umfasst 15 Items.
Mit Hilfe des Geriatrischen Screenings nach Lachs kçnnen im Rahmen
der strukturierten geriatrischen Anamneseerhebung Risiko- und Problemkonstellationen heraus gearbeitet werden. Dies ist unbedingt zur geriatrischen Fallidentifikation erforderlich.
Im Rahmen der ersten Stufe des Geriatrischen Assessments wird mit Hilfe
des Geriatrischen Screenings entschieden, ob die zweite Stufe, das Geriatrische Basis-Assessment, erforderlich ist. In der Regel bestehen bei den Patienten gleichzeitig mehrere Problembereiche (geriatriebliche Multimorbiditt).
Das standardisierte Geriatrische Assessment wird zu Beginn der Behandlung (in den ersten vier Tagen nach stationrer Aufnahme) in mindestens
vier Bereichen (Mobilitt, Selbsthilfefhigkeit, Kognition, Emotion) durchgefhrt. Vor Entlassung erfolgt es in mindestens zwei Bereichen (Selbststndigkeit, Mobilitt). Das soziale Assessment muss mindestens fnf Bereiche
(soziales Umfeld, husliche/außerhusliche Aktivitten, Wohnumfeld, Pflege-/Hilfsmittelbedarf, rechtliche Verfgungen) beleuchten. Wçchentlich ist
eine Teambesprechung mit wochenbezogener Dokumentation der bisherigen Behandlungsergebnisse und weiteren Behandlungszielen erforderlich.
Die aktivierend therapeutische Pflege ist durch ein besonders beschultes
Personal abzuhalten, was durch geriatrietypische Fortbildungszertifikate
belegbar ist. Im Rahmen der geriatrischen frhrehabilitativen Komplexbehandlung mssen mindestens zwei der folgenden vier Therapiebereiche zum
Einsatz kommen: Physiotherapie/physikalische Therapie, Ergotherapie,
Logopdie/facio-orale Therapie, Psychologie/Neuropsychologie.
Im Rahmen der geriatrischen frhrehabilitativen Komplexbehandlung
mssen gleichzeitig (dauernd oder intermittierend) akutmedizinische Diagnostik bzw. Behandlung erforderlich sein. Sollte dies nicht der Fall sein,
sprechen wir von der reinen geriatrischen Rehabilitation, was im Einzelfall
aber schwierig abzugrenzen ist (s. Kap. 3 Formen der geriatrischen Behandlung).
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1.1 Geriatrisches Screening nach Lachs
1.1 Geriatrisches Screening nach Lachs
Formular 1: Geriatrisches Screening (nach Lachs)
Problem
1. Sehen
Untersuchung
Fingerzahl mit Brille in 2 m Entfernung
erkennen,
Nahvisus oder Lesen einer Überschrift
„Hat sich Ihre Sehfähigkeit in der letzten Zeit
verschlechtert?“
Pathologisches Resultat
Kein korrektes Erkennen
bzw. Lesen möglich oder
die Frage wird mit „ja“
beantwortet
2.
Hören
Mehr als eine Zahl wird
falsch erkannt
3.
Arme
4.
Beine
Flüstern der folgenden Zahlen in ca. 50 cm
Entfernung nach Ausatmung in das
angegebene Ohr, während das andere
zugehalten wird:
Links 6 1 9; rechts 2 7 3
Bitten Sie den Patienten, beide Hände hinter
den Kopf zu legen und einen Stift vom
Tisch/Bettdecke aufzuheben.
Bitten Sie den Patienten aufzustehen, einige
Schritte zu gehen und sich wieder zu setzen.
5.
Blaseninkontinenz „Konnten Sie den Urin in letzter Zeit
versehentlich nicht halten?“
6.
Stuhlinkontinenz
7. Ernährung
8a. Kognitiver Status
9.
10.
Aktivität
Depression
8b. Kognitiver Status
Mind. eine Aufgabe
nicht gelöst
Pat. ist nicht in der Lage,
eine dieser Tätigkeiten
selbstständig auszuführen.
ja
„Konnten Sie in letzter Zeit den Stuhl
versehentlich nicht halten?“
ja
Schätzen des Patientengewichtes
Patient möchte sich folgende Begriffe merken:
Apfel – Pfennig – Tisch
Bitten Sie ihn, die Begriffe zu wiederholen!
„Können Sie sich selbst anziehen?“
„Können Sie mindestens eine Treppe steigen?“
„Können Sie selbst einkaufen gehen?“
Untergewichtig?
„Fühlen Sie sich oft traurig oder
niedergeschlagen?“
Fragen Sie nach den Begriffen aus 8 a
ja oder eigener Eindruck
Eine oder mehrere
Frage(n) wird mit nein
beantwortet.
einen oder mehr
vergessen
nein
11.
Soziale
Unterstützung
„Haben Sie Personen, auf die Sie sich
verlassen und die Ihnen zu Hause regelmäßig
helfen können?“
Wenn ja, bitte Namen notieren.
12.
Allg.
Risikofaktoren
Allg.
Risikofaktoren
Wann waren Sie zum letzten Mal im
Krankenhaus?“
„Sind Sie in den letzten 3 Monaten gestürz t?“
14.
Allg.
Risikofaktoren
„Nehmen Sie regelmäßig mehr als 5
verschiedene Medikamente ein?“
ja
15.
Allg.
Risikofaktoren
„Leiden Sie häufig unter Schmerzen?“
ja
13.
weniger als 3 Monate
ja
Akuter Verwirrtheitszustand:
Aphasie:
Verweigerung:
Andere:
Bemerkungen:
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Kommentar zum Interview:
1 Geriatrisches Assessment
1.2 Selbsthilfestatus: Aktivitten des tglichen Lebens
(Pflege- und Ergotherapie)
Der Barthel-Index dient der systematischen Erfassung grundlegender Alltagsfunktionen. Dabei werden vom Arzt oder Pflegepersonal zehn unterschiedliche Ttigkeitsbereiche eingeschtzt. Die Fhigkeiten werden mit 0,
5, 10 oder 15 Punkten bewertet. Insgesamt kçnnen maximal 100 Punkte
vergeben werden. In der Geriatrie wird nach dem Hamburger Einstufungsmanual verfahren. Es werden nur Punkte vergeben, wenn der Patient nicht
aufgefordert werden muss, die Aktivitt des tglichen Lebens zu realisieren,
sondern diese Handlungen selbststndig, also ohne Aufforderung erledigt.
Der Barthel-Index wird fr jeden Patienten bei Aufnahme, wçchentlich und
vor Entlassung ermittelt. Der Barthel-Index fr Geriatrie hat sich zu einem
kontinuierlichen Kontrollparameter geriatrischer Behandlungsverlufe entwickelt, welcher wçchentlich erhoben wird.
Formular 2: Barthel-Index, Hamburger Einstufungsmanual, Teil 1
Teil 1
A-Bef. Dat.
Dat.
Dat.
E-Bef.
10 Punkte
Wenn das Essen in Reichweite steht, nimmt der
Patient die Speisen u. Getrnke komplett selbststndig
vom Tablett oder Tisch ein. Er nutzt sachgerecht
sein Besteck, streicht sein Brot und schneidet das
Essen. Alle diese Ttigkeiten fhrt er in angemessener
Zeit aus. Ggf. ernhrt er sich ber eine selbst
versorgte Magensonde/PEG-Sonde komplett selbststndig.
5 Punkte
Es ist Hilfe bei vorbereiteten Handlungen nçtig
(z. B. Brot streichen, Essen zerkleinern, Getrnk einschenken), der Patient fhrt Speisen und Getrnke
aber selbst zum Mund und nimmt sie selbststndig
ein oder der Patient bençtigt Hilfe bei der Ernhrung
ber seine Magensonde/PEG-Sonde.
0 Punkte
Speisen und Getrnke werden vom Patienten
nicht selbststndig bzw. nicht ohne Aufforderung
zum Mund gefhrt oder eingenommen und
er wird nicht ber eine Magensonde/PEG-Sonde
ernhrt.
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1. Essen
1.2 Selbsthilfestatus: Aktivitten des tglichen Lebens
Teil 1
A-Bef. Dat.
Dat.
Dat.
E-Bef.
2. Aufsetzen
u. Umsetzen
15 Punkte
Der Patient transferiert sich komplett unabhngig aus
einer liegenden Position in einen Stuhl/Rollstuhl und
umgekehrt. Der Patient kommt aus dem Liegen zu
einer sitzenden Position an der Bettkante (positioniert
ggf. den Rollstuhl korrekt) und transferiert sich sicher
auf den Stuhl/Rollstuhl. Umgekehrt fhrt er (nachdem
er ggf. den Rollstuhl korrekt positioniert, die Bremsen
bettigt und die Fußrasten angehoben hat) den Transfer vom Stuhl/Rollstuhl zum Bett sicher durch und legt
sich aus der sitzenden Position an der Bettkante hin.
10 Punkte
Der Patient bençtigt beim Aufrichten in den Sitz an der
Bettkante und/oder beim Transfer Bettkante-Stuhl/
Rollstuhl und zurck Aufsicht oder geringe Hilfe
(ungeschulte Laienhilfe).
5 Punkte
Der Patient bençtigt beim Aufrichten in den Sitz an die
Bettkante und/oder beim Transfer Bettkante-Stuhl/
Rollstuhl und zurck erhebliche Hilfe (geschulte Laienhilfe oder professionelle Hilfe).
0 Punkte
Der Patient wird aufgrund seiner kçrperlichen oder
sonstigen Befindlichkeit nicht aus dem Bett transferiert.
3. Waschen
5 Punkte
Wenn die Utensilien in greifbarer Nhe sind, wscht
sich der Patient am Waschplatz ohne Aufsicht oder
zustzliche Hilfe selbststndig Hnde und Gesicht,
putzt die Zhne/Zahnprothesen, kmmt seine Haare
und rasiert sich gegebenenfalls. Auch hierzu notwendige vor- und nachbereitende Handlungen erledigt
er selbst.
0 Punkte
Der Patient erfllt eine dieser Voraussetzungen nicht.
10 Punkte
Wenn der Patient sich am Toilettenplatz befindet
(sitzend oder stehend), benutzt er die Toilette oder den
Toilettenstuhl komplett selbststndig inkl. Splung/
Reinigung. Er zieht hierbei die Kleidung selbststndig
aus und an und reinigt sich nach der Toilettenbenutzung selbststndig mit Toilettenpapier.
Wandhandgriffe oder andere Haltegriffe kçnnen falls
erforderlich benutzt werden.
5 Punkte
Der Patient bençtigt, wenn er sich am Toilettenplatz
befindet, bei der Toiletten- oder ToilettenstuhlBenutzung oder der Splung/Reinigung von Toilette/
Toilettenstuhl Aufsicht oder Hilfe
(z. B. wegen des fehlenden Gleichgewichts oder beim
Umgang mit der Kleidung oder bei der Benutzung des
Toilettenpapiers).
0 Punkte
Der Patient benutzt weder Toilette noch Toilettenstuhl.
5. Baden/Duschen
5 Punkte
Wenn der Patient sich entkleidet vor der Badewanne
oder Dusche befindet, nimmt er dort ohne Aufsicht
oder zustzliche Hilfe ein Vollbad oder Duschbad.
Er besteigt und verlsst die Wanne/Dusche, reinigt sich
und trocknet sich ab.
0 Punkte
Der Patient erfllt diese Voraussetzung nicht.
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4. Toilettenbenutzung
1 Geriatrisches Assessment
Formular 2: Barthel-Index, Hamburger Einstufungsmanual, Teil 2
Teil 2
A-Bef. Dat.
Dat.
Dat.
E.Bef.
6. Aufstehen und
Gehen:
15 Punkte
Der Patient kommt ohne Aufsicht oder zustzliche
personelle Hilfe vom Sitzen in den Stand und geht
selbststndig mindestens 50 m ohne Gehwagen.
Er kann einen Stock oder Unterarmgehsttzen
benutzen, muss diese Hilfsmittel aber selbststndig
in die richtige Position fr die Benutzung bringen und
sie nach dem Hinsetzen zur Seite stellen kçnnen.
10 Punkte
Der Patient kommt ohne Aufsicht oder zustzliche
personelle Hilfe vom Sitzen in den Stand und
geht selbststndig mindestens 50 m mit Hilfe eines
Gehwagens.
5 Punkte
Der Patient kommt – ggf. mit Laienhilfe vom Sitzen
in den Stand und bewltigt Strecken im Wohnbereich
mit Laienhilfe oder am Gehwagen gehend.
Alternativ: Er bewltigt Strecken im Wohnbereich
komplett selbststndig im Rollstuhl.
0 Punkte
Der Patient erfllt diese Voraussetzungen nicht.
7. Treppe
auf & ab:
10 Punkte
Der Patient steigt ohne Aufsicht oder zustzliche
personelle Hilfe Treppen (ggf. inkl. seiner Stçcke/
Gehsttzen) ber mindestens ein Stockwerk hinauf
und hinunter, wobei er den Handlauf benutzen kann.
5 Punkte
Der Patient steigt mit Aufsicht oder Laienhilfe Treppen
ber mindestens 1 Stockwerk hinauf und hinunter.
0 Punkte
Der Patient erfllt diese Voraussetzung nicht.
8. An- und Auskleiden
10 Punkte
Wenn die Utensilien in greifbarer Nhe sind, zieht sich
der Patient in angemessener Zeit komplett selbststndig an und aus inkl. seiner Strmpfe, Schuhe und
ggf. bençtigter Hilfsmittel (Korsett, Antithrombosestrmpfe, Prothesen etc.). Anziehhilfen oder angepasste Kleidung drfen verwendet werden.
5 Punkte
Wenn die Utensilien in greifbarer Nhe sind, kleidet der
Patient mindestens seinen Oberkçrper in angemessener Zeit selbststndig an und aus. Anziehhilfen oder
angepasste Kleidung drfen verwendet werden.
0 Punkte
Der Patient erfllt diese Voraussetzungen nicht.
10 Punkte
Der Patient ist stuhlkontinent und fhrt hierzu ggf.
notwendige rektale Abfhrmaßnahmen selbststndig
durch. Ein Anus praeter wird ggf. komplett selbststndig versorgt.
5 Punkte
Der Patient ist durchschnittlich nicht mehr als 1x
pro Woche stuhlinkontinenz oder bençtigt Hilfe
bei rektalen Abfhrmaßnahmen oder seiner Anuspraeter-Versorgung
0 Punkte
Der Patient ist durchschnittlich mehr als 1x pro Woche
stuhlinkontinent.
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9. Stuhlinkontinenz
1.3 Mobilitt
Teil 2
A-Bef. Dat.
Dat.
Dat.
E.Bef.
10. Harnkontinenz:
10 Punkte
Der Patient ist harnkontinent oder kompensiert seine
Harninkontinenz selbststndig und mit Erfolg (kein
Einnssen von Kleidung oder Bettwsche). Ein Harnkathetersystem wird ggf. komplett selbststndig versorgt.
5 Punkte
Der Patient kompensiert seine Harninkontinenz
selbststndig und mit berwiegendem Erfolg (durchschnittlich nicht mehr als 1x/Tag Einnssen von Kleidung oder Bettwsche) oder bençtigt Hilfe bei der
Versorgung seines Harnkathetersystems.
0 Punkte
Der Patient ist durchschnittlich mehr als 1x/Tag harninkontinent.
1.3 Mobilitt (Physiotherapie und Ergotherapie)
Der Patient hat verschiedene Aufforderungen des Untersuchenden zu befolgen (s. Erhebungsbçgen). Art und Sicherheit der Durchfhrung werden
bewertet und beliebige Hilfsmittel drfen verwendet werden, welche auf
dem Erhebungsbogen notiert werden.
Die Prfung von Stand und Balance (Tinetti-Test) beinhaltet folgende
Einzelschritte:
Aufstehen, Stehen in den ersten fnf Sekunden, Stehen mit geschlossenen
Augen, Drehen auf der Stelle und Wiederhinsetzen. Weiter wird die Standfestigkeit des Patienten durch mehrere leichte Stçße gegen die Brust geprft.
Der Untersucher sollte bei diesem Mançver in unmittelbarer Nhe des
Patienten sein. Beim Aufstehen soll beurteilt werden, ob dies dem Patienten
im ersten Anlauf gelingt oder ob er zum Beispiel die Armlehne des Stuhls als
Sttze braucht. Beim Stehen ist es wichtig zu beurteilen, ob die Testperson
einen Halt bençtigt und ob die Fße geschlossen sind.
Zur Beurteilung des Gehens im zweiten Teil des Testes wird das Gangbild
nach Schrittauslçsung, Schrittlnge, Schritthçhe, Schrittsymmetrie, Gangkontinuitt, Wegabweichung, Schrittbreite und Rumpfstabilitt analysiert.
Die maximal erreichbare Punktzahl betrgt 28 Punkte. Bei einer Punktezahl unter 20 besteht ein erhçhtes Sturzrisiko.
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1.3.1 Tinetti-Test
1 Geriatrisches Assessment
Formular 3: Tinetti Test I. Balancetest
Untersuchungsdatum
Patient: Name, Vorname
Untersucher
Test nicht durchführbar:
Ƒ Patient lehnt ab
Ƒ schwere Verständnisstörung (sprachlich/kognitiv)
Ƒ schwere Sehminderung
Ƒ Sonstiges, Was?
a) patientenbedingt
Ƒ Patient akut verlegt/verstorben
Ƒ Patient nicht belastbar
b) organisationsbedingt
Ƒ keine Kapazität
Ƒ keine Aufforderung
Ƒ 7. Behandlungstag übernehmen
Ƒ Patient bereits entlassen
Ƒ Sonstiges, Was?
Kommentar zum Test:
___________________________________________________________________________________________
Durchführung
Hilfsmittel dürfen verwendet werden, jedoch sollten alle Tests zunächst ohne Hilfsmittel versucht werden. Bei erforderlicher Benutzung eines Hilfsmittels ist dieses anzugeben, Kategorien mit Beschreibung „... ohne Halt“ können bei Hilfsmittelbenutzung nicht vergeben werden, bei den Tests Nr. 04 bis 09 sind bei erforderlicher Hilfsmittelbenutzung grundsätzlich 0 Punkte zu vergeben.
Ƒ ohne Hilfsmittel
Ƒ mit Hilfsmittel _______________________________
13. – Hilfsmittelbenutzung
14. –
Ergebnis
03
Zeit _____s
04
Balance in
kann nicht
den ersten 5 s stehen
(Ende des
Tests)
Stehsicherheit kann nur
mit Hilfsmittel stehen
Balance mit
kann nur
geschlossemit Hilfsnen Augen
mittel stehen
Drehung um
kann nur
360° mit offe- mit Hilfsnen Augen
mittel gehen
Anzahl Schritte: _____
05
06
07
08
09
Stoß gegen
die Brust
(3 x leicht)
10
hinsetzen
kann nur
mit Hilfsmittel stehen
11
Zeit _____s
12
Balancetest: Punkte gesamt:
22
0
1
2
nur mit Hilfe
diverse
Versuche
unsicher
sicher, mit
Halt
sicher,
ohne Halt
unsicher
sicher, aber
ohne geschlossene
Füße
sicher, ohne
Halt
sicher, mit
geschlossenen
Füßen
diskontin.
Bewegung
beider Füße
am Boden
vor dem
nächsten
Schritt
muss Füße
bewegen,
behält
Gleichgewicht
flüssige Bewegung
kontinuierl.
Bewegung
sicher
unsicher
fällt ohne Hilfe
oder Halt
fällt ohne Hilfe
oder Halt
lässt sich plumpsen, unkonzentriert, braucht
Lehne
3
4
sicher, stabil
gibt sicheren Widerstand
braucht ArmLehne oder
Halt (nur 1
Versuch)
in einer
fließenden
Bewegung
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TIN Test/Punkte
0
01 Gleichgewicht kann nicht
unsicher
im Sitzen
sitzen
02 Aufstehen
nicht möglich
vom Stuhl
1.3 Mobilitt
Formular 4: Tinetti Test II. Gehprobe
Patient: Name, Vorname
Untersuchungsdatum
Untersucher
Ƒ ohne Hilfsmittel
Ƒ mit Hilfsmittel _____________________
25. – Hilfsmittelbenutzung
26. –
Durchführung/Ergebnis
TIN Test/Punkte
15 Schrittauslösung
(Pat. wird aufgefordert, zu gehen)
16 Schritthöhe
(von der Seite beobachten)
17 Schrittlänge
(von Zehen des einen
bis zur Ferse des
anderen Fußes)
18 Schrittsymmetrie
0
1
Gehen ohne fremde Hilfe
nicht möglich
zögert, mehrere Versuche, stockender Beginn
kein selbstständiges
Gehen möglich
schlürfen, übertriebenes
Hochziehen
kein selbstständiges
Gehen möglich
weniger als Fußlänge
Schrittlänge variiert, Hinken oder kein selbstständiges Gehen möglich
kein selbstständiges
Gehen möglich
Schrittlänge beidseits
gleich
19
Gangkontinuität
20
Wegabweichung
kein selbstständiges
Gehen möglich
schwanken, einseitige
Abweichung
21
Rumpfstabilität
22
Schrittbreite
Abweichung, Schwanken, Unsicherheit oder
kein selbstständiges
Gehen möglich
breitbeinig oder über
kreuz oder kein selbstständiges Gehen möglich
Rücken und Knie gestreckt, kein Schwanken,
Arme werden nicht zur
Stabilisierung gebraucht
Füße berühren sich beinahe
23
24
Phasen mit beiden Füßen am Boden, diskontinuierlich
2
beginnt ohne Zögern zu
gehen, fließende Bewegungen
Fuß total vom Boden
gelöst, maximal 24 cm
über Grund
mindestens Fußlänge
beim Absetzen des einen Fußes wird der andere gehoben, keine
Pausen
Füße werden entlang
einer imaginären Linie
abgesetzt
Summe:
Punkte gesamt für
Gehprobe
Übertrag: Punkte
gesamt für Balancetest
Gesamtpunktzahl
Tinetti
Beim Timed Up and Go-Test wird der Patient aufgefordert, aus der sitzenden Position (Stuhl ohne Armlehne) aufzustehen und eine Wegstrecke von
3 Metern zu gehen und sich wieder zum Stuhl in die Ausgangsposition zu
begeben. Die insgesamt bençtige Zeit wird in Sekunden gemessen. Es darf
ggf. ein Hilfsmittel benutzt werden. Betrgt das Ergebnis weniger als 10 Sekunden, besteht eine vçllig uneingeschrnkte Alltagsmobilitt. Bei 11 bis
19 Sekunden stellt man eine Mobilittseinschrnkung fest, welche jedoch
noch keine Beeintrchtigung der Alltagskompetenz darstellt. Liegt das
Ergebnis allerdings zwischen 20 bis 29 Sekunden, ist die Mobilitt schon
soweit eingeschrnkt, dass funktionelle Auswirkungen im Alltag wahrscheinlich sind. Bençtigt der Patient ber 30 Sekunden, besteht eine aus23
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1.3.2 Timed Up and Go-Test
1 Geriatrisches Assessment
geprgte Mobilittseinschrnkung, die in der Regel zu einer intensiven
Betreuung und adquaten Untersttzung fhrt. Beide Verfahren eignen
sich gut zu Verlaufskontrollen.
Formular 5: Timed Up and Go-Test
Patient: Name, Vorname
Untersuchungsdatum
Untersucher
Test nicht durchführbar:
Ƒ Patient lehnt ab
Ƒ schwere Verständnisstörung (sprachlich/kognitiv)
Ƒ schwere Sehminderung
Ƒ Sonstiges, Was?
a) patientenbedingt
Ƒ Patient akut verlegt/verstorben
Ƒ Patient nicht belastbar
b) organisationsbedingt
Ƒ keine Kapazität
Ƒ keine Aufforderung
Ƒ 7. Behandlungstag übernehmen
Ƒ Patient bereits entlassen
Ƒ Sonstiges, Was?
Kommentar zum Test:
___________________________________________________________________________________________
Durchführung
Die Testperson sitzt auf einem Stuhl mit Armlehne (Sitzhöhe ca. 46 cm). Die Arme liegen locker auf den Armstützen
und der Rücken liegt der Rückenlehne des Stuhles an. Beim Erreichen dieser Position wird nicht geholfen.
Nach Aufforderung soll die Testperson mit einem normalen und sicheren Gang bis zu einer Linie laufen, die in drei
Meter Entfernung vor dem Stuhl auf dem Boden angezeichnet ist, sich dort umdrehen, wieder zurück zum Stuhl gehen und sich in die Ausgangsposition begeben. Es darf ggf. ein Hilfsmittel (z. B. Stock) benutzt werden.
Die insgesamt benötigte Zeit (nach Aufforderung bis zum Wiedererreichen der Ausgangsposition) wird in Sekunden
notiert. Es ist keine Stoppuhr vorgeschrieben. Vor der eigentlichen Zeitmessung kann die Testperson den Bewegungsablauf üben. Der Bewegungsablauf darf einmal demonstriert werden.
Ergebnis
Test nicht korrekt beendet:
TUG
x
x
Patient kann nicht gehen, auch nicht mit
Ƒ kann nicht gehen
Hilfsmitteln
nach ___Sekunden abgebrochen
Abbruch
Zeit: ________________
Grund: _____________________________
Grund: ______________
x
Zeit: ____________________________
05. Hilfsmittel: _______________________
06.
24
Sekunden benötigt ____________________
Ƒ ohne Hilfsmittel
Ƒ mit Hilfsmittel ______________________
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Test korrekt beendet: