Heimatbrief 2011

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Heimatbrief 2011
Stadtsparkasse
Gevelsberg
Ennepetaler
Heimatbrief 2011
2011
... in Text und Bild
NE-Metallguss
In Ennepetal.
Für Ennepetal.
A.W.
A
WS
Schumacher
hu
h
NE-Metallguss
Inhaltsverzeichnis
In eigener Sache ........................................................................... 4
Grußwort des Bürgermeisters ....................................... 5
Von Verwaltung und Parlament ............................ 6-18
Ortsteile im Jahresrückblick 2011
Altenvoerde ................................................................................... 18-21
Büttenberg .................................................................................... 22-26
Milspe .............................................................................................. 27-28
Oberbauer .................................................................................... 29-32
Rüggeberg ..................................................................................... 33-37
Voerde ............................................................................................. 38-39
Kultur im Jahresrückblick
Kulturgemeinde e.V. .............................................................. 40-42
Jubiläum Akkordeon-Orchester e.V. ............................ 43-45
Jubiläum Original-SauerländerMusikanten e.V. ......................................................................... 46-47
Sport in Ennepetal .......................................................... 48-50
Milsper Turnvereinigung von 1874 e.V. ....................... 51-52
Bürgermeister Lauf- und Wandertag ........................... 53-54
Vereine und Organisationen
Heimatverein Milspe ............................................................. 55-56
Heimatverein Rüggeberg .................................................... 57-64
Heimatverein Voerde ............................................................ 65-68
Bund der Vertriebenen ........................................................ 69-70
Verkehrsverein Ennepetal e.V. .......................................... 71-72
Arbeitskreis Stadtgeschichte .................................................... 73
Integrationsrat Ennepetal ................................................... 74-75
Aus der Wirtschaft .......................................................... 76-77
Heimatbrief weltweit ............................................................. 77
Impressum ..................................................................................... 78
3
In eigener Sache
Liebe Freundinnen und Freunde
Ennepetals im In- und Ausland,
liebe Leserinnen und Leser,
zum 50. Mal geht in diesem Jahr
der Heimatbrief rund um die
Welt. Wieder einmal haben hierfür viele ehrenamtliche Autorinnen und Autoren mit großem
Engagement das Geschehen in
Ennepetal dokumentiert.
Zu Ihnen gehörten bis zum letzten Jahr auch Günter Schröder
der Ihnen tatsächlich 20 Jahre lang alles Wissenswerte über
den Ortsteil Büttenberg nahe
gebracht hat und Rolf Fedeler,
der aus Milspe berichtete. Auch
Hartmut Köhler wird, nach seinem Ausscheiden als Vorsitzender der Kulturgemeinde, nicht
mehr über die Kulturgemeinde
berichten. Für die engagierte Berichterstattung der letzten Jahre möchte ich mich bei den drei
Autoren auch auf diesem Weg im
Namen des Heimatbundes und
der angeschlossenen Heimatvereine sehr herzlich bedanken.
Die Nachfolge von Günter Schröder tritt Ingrid Wawrzyniak an,
die sich in ihrem ersten Artikel über den Ortsteil Büttenberg
vorstellen wird.
Herzlich Willkommen!
4
Sie werden im aktuellen Heimatbrief auch zwei Artikel über Geschehnisse aus dem Jahr 2010
finden. Hierbei handelt es sich
um die Jubiläen des Akkordeonorchesters Ennepetal und der
Original Sauerländer Musikanten.
Sollten Sie beim Lesen der aktuellen Ausgabe an ein Ereignis
denken, das in der ersten Jahreshälfte 2012 stattgefunden hat
oder noch in der zweiten Hälfte
ansteht, welches auch interessant wäre für den Heimatbrief,
dann melden Sie es sofort an
und rechtzeitig vor dem Redaktionsschluss erinnere ich Sie an
die Fertigstellung. So kann uns
nichts durch die Lappen gehen.
Abschließend gilt wie jedes Jahr
mein großer Dank den Autorinnen und Autoren, ebenso wie den
Fotografen, den Redaktionen der
Presse sowie der Firma Jüngermann Druck für ihre Unterstützung.
Ohne Ihre großzügigen Spenden,
liebe Leserinnen und Leser, wäre
dies alles aber nicht möglich.
Vielen Dank!
Ihr
Stephan Langhard
Heimatbund Ennepetal
Grußwort des Bürgermeisters
Liebe Heimatfreundinnen und
Heimatfreunde im In- und Ausland, liebe Leserinnen und Leser,
mit dieser Ausgabe des Heimatbriefs feiert der Heimatbund Ennepetal Jubiläum. Zum
50. Mal werden mit einem Heimatbrief Neuigkeiten, Ereignisse und Geschichten aus unserer
Stadt in die Welt hinausgetragen
und sorgen so dafür, dass vielen
Menschen auch in der Ferne die
Bindung zu ihrer alten Heimat
erhalten bleibt.
Der 50. Heimatbrief war für mich
Grund genug, noch einmal durch
die erste Ausgabe des Jahrgangs
1962 zu blättern und mir so ein
Stück Geschichte unserer noch
jungen Stadt vor Augen zu führen.
Es wird berichtet von der Eröffnung des neuen Stadtbades in
Ahlhausen. Man lobt den schmucken, weiß gefliesten Baukörper,
der sich wundervoll in das Landschaftsbild einbettet und stellt in
Aussicht, dass mit dem Bau eines
Außensportbeckens im nächsten
Jahr begonnen wird. Man berichtet von Erweiterungsbauten
an der Schule Wassermaus, an
der Effeyschule, der Schule Hasperbach und am ReichenbachGymnasium. Am Scharpenberg
entsteht gar ein neues Schulgebäude.
Ein neuer Stadtteil entsteht am
Wuppermannshof, der Volksmund hat dafür den Namen „Negerdorf“ geprägt. An dieser Stelle wachsen die Städte Schwelm,
Gevelsberg und Ennepetal aneinander und man spricht von einer möglichen Vereinigung der
drei Städte zu einer „Großstadt“.
Spekuliert wird über den gemeinsamen Bau eines Krankenhauses am Schloss Martfeld.
Stadtdirektor Wallbrecher ist
in den Ruhestand getreten und
Stadtkämmerer Heinrich Stegelmeyer wird zu seinem Nachfolger bestellt.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
seitdem ist viel Wasser die Ennepe hinuntergeflossen.
Das Stadtbad heißt seit Jahren
„Platsch“, ist in der Trägerschaft
der Haus Ennepetal, Kluterthöhle und Freizeit GmbH, und wurde von 2003 bis 2004 aufwändig
modernisiert und erweitert. Auch
der heutige Baukörper prägt mit
seiner interessanten Architektur
die Umgebung.
Das Reichenbach-Gymnasium,
übrigens unter gleichem Namen
wie 1962, nur an anderer Stelle,
hat vor kurzem einen Erweiterungsbau bekommen, mit dem
die Schule bestens für die Herausforderungen der nächsten
Jahre gerüstet ist. Andererseits
waren und werden auch in unserer Stadt aufgrund des demografischen Wandels Schulschließungen unumgänglich.
Der Stadtteil am Wuppermannshof trägt stolz den Namen „Büttenberg“ und wächst aktuell mit
dem Baugebiet „Mit der Sonne
bauen“. Von einem „Negerdorf“
spricht heute in unserer Stadt
niemand mehr.
Das Krankenhaus am Schloss
Martfeld wurde von den drei
Städten gemeinsam gebaut, in
einem Zweckverband gemeinsam betrieben und Jahre später
an eine große Klinik-Kette veräußert.
Aus Schwelm, Gevelsberg und
Ennepetal ist keine gemeinsame
Großstadt geworden, man hat
seine Eigenständigkeit bewahrt,
auch wenn auf zahlreichen Gebieten verstärkt interkommunal
zusammengearbeitet wird.
Veränderungen gehören zum Leben dazu, zu Ihrem, zu meinem
und auch zum Leben einer Stadt
wie Ennepetal. Ich freue mich,
dass Sie sich mit dieser Jubiläumsausgabe des Heimatbriefes
wieder einen Überblick vom Leben in Ennepetal im vergangenen Jahr verschaffen können.
Gleichzeitig bin ich sicher, dass
der Heimatbrief noch viele Jahre Nachrichten aus Ennepetal
in die Welt hinaustragen wird.
Die Chronisten der 100. Ausgabe
werden möglicherweise Themen
aus diesem Heimatbrief aufgreifen und die Entwicklung seit dem
Jahr 2012 beschreiben.
Ich wünsche Ihnen an dieser
Stelle – wie in jedem Jahr – eine
angenehme und interessante
Zeitreise in die jüngere Vergangenheit Ennepetals und sende
Ihnen herzliche Grüße – wo immer Sie auch diesen Heimatbrief
lesen.
Ihr
Wilhelm Wiggenhagen
Bürgermeister
5
Von Verwaltung und Parlament
von Hans-Günther Adrian
Januar
Am 7. Januar nehmen die Rüggebergerinnen und Rüggeberger
Abschied von Landwirt HansPeter Schmidt, der am 28. Dezember im Alter von 56 Jahren
viel zu früh verstarb. Hans Peter
Schmidt war einige Jahre für die
CDU Mitglied des Kreistages und
engagierte sich auf vielen Ebenen für „seinen“ Stadtteil Rüggeberg, unter anderem beim VfL
Rüggeberg und dem Heimatverein Rüggeberg.
Das Stadtgebet der Evangelischen Allianz findet am 12. Januar erstmals nicht in einer Kirche, sondern im Sitzungssaal des
Rathauses statt. Bürgermeister
Wiggenhagen betont in seiner
Begrüßung das intensive und kooperative Zusammenwirken von
Kommune und Kirche.
Volker Imlau wird von den Freien Wählern Ennepetal im Januar
zum neuen Vorsitzenden gewählt
und tritt damit die Nachfolge von
Rolf-Dieter Hüttebräuker an, der
Fraktionsvorsitzender der Freien
Wähler im Rat der Stadt bleibt.
Im Rahmen der Vorbereitungen
zur Wahl des Integrationsrates
findet am 21. Januar im Haus
Ennepetal ein Integrationsfachtag mit rund 200 Teilnehmern
statt. In mehreren Workshops
tragen die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer Informationen zusammen, die in einem Integrationsatlas gesammelt und veröffentlicht werden.
Alle Bürger, die vom 1. Juni bis
31.12.2010 nach Ennepetal zugezogen sind, lädt Bürgermeister Wiggenhagen am 29. Januar
zum Neubürgerempfang in die
Rathauskantine ein und über
6
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen eröffnet den Integrationsfachtag
80 von ihnen folgen seiner Einladung. In lockerer Atmosphäre
stellt Wiggenhagen „seine“ Stadt
vor – nicht nur die guten Seiten,
auch Themen wie Finanzprobleme und Einwohnerverluste werden nicht verschwiegen.
Februar
Am 9. Februar besucht der neue
Regierungspräsident Prof. Dr.
Gerd Bollermann in Begleitung
von Landrat Dr. Arnim Brux
Ennepetal. Er lässt sich vor Ort
von Bürgermeister Wilhelm
Wiggenhagen die angedachte
Nutzung des Bahnhofsgebäudes erläutern und besichtigt anschließend den im September
letzten Jahres fertiggestellten
Anbau des Reichenbach-Gymnasiums. Bollermann spricht sich
für Ganztagsschulen aus und
bietet Hilfestellung bei der Änderung von Schulstrukturen an.
Ebenfalls am 9. Februar übergibt der Förderverein Denkmal
Bahnhof 2.400 Unterstützungsunterschriften an Bürgermeister
Wilhelm Wiggenhagen zum Erhalt des Ennepetaler Bahnhofsgebäudes.
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, Regierungspräsident Prof. Dr. Gerd Bollermann, Landrat Dr. Arnim Brux
Von Verwaltung und Parlament
seiner Sitzung vom 16. Februar.
Zukünftig werden behinderte
und nichtbehinderte Kinder dort
gemeinsam lernen.
Übergabe der Unterstützungsunterschriften im Ennepetaler Rathaus
Die Behindertentoilette am Busbahnhof Milspe ist ab sofort
rund um die Uhr mit dem „Euroschlüssel“ zu benutzen. Der
Euroschlüssel und der EuroSchließzylinder stellen ein europaweites einheitliches Schließsystem für behindertengerechte
Anlagen dar. Jeder, der im Besitz
des Schlüssels ist, kann die Toilette benutzen. Der Schlüssel ist
über die Behindertenverbände
zu beziehen. Die Anregung hierzu kam von verschiedenen Institutionen und von Betroffenen.
Ratsherr und Pro NRW-Mitglied
André Hüsgen gibt seine Kandidatur für den Integrationsrat bekannt. Im vergangenen Jahr war
der Ex-NPD-Mann durch einen
Antrag aufgefallen, einen „Reintegrationsrat“ einzurichten.
Das Aus für die Grundschule
Hasperbach kommt schneller als
gedacht. Als Reaktion auf den
Ratsbeschluss im vergangenen
Jahr, die Schule als Teilstandort
der Grundschule Voerde bis zum
31. Juli 2012 weiterzuführen,
melden viele Eltern ihre Kinder dort ab, so dass ein geordneter Schulbetrieb bereits für das
Schuljahr 2011/2012 nicht mehr
gewährleistet werden kann.
Das Ennepetaler Seniorpatenprojekt wird im Hauptausschuss
vorgestellt. Lebens- und berufserfahrene Paten sollen Ennepetaler Hauptschülern während
der letzten Schulphase und bei
der Suche nach einem Ausbildungsplatz mit Rat und Tat zur
Seite stehen.
Zum Schuljahrsbeginn 2011/12
wird an der Hauptschule Friedenshöhe eine integrative Lerngruppe eingerichtet. Das beschließt der Schulausschuss in
Der Kreisvorstand der Partei
„Die Linke“ unternimmt einen
neuen Versuch, den Ennepetaler
Ratsherren Wilhelm Völlmecke
als Mitglied und Mandatsträger
auszuschließen. Völlmecke hatte
im Herbst 2010 für Schlagzeilen
gesorgt, als er mit dem Ex-NPDRatsherrn André Hüsgen über
die Bildung einer gemeinsamen
Fraktion verhandelte. In einem
offenen Brief fordert der Parteivorstand der Linken Völlmecke
zum sofortigen Mandatsverzicht
auf.
März
Der Landesbetrieb Straßen
NRW muss aufgrund von Frostschäden eine einsturzgefährdete Stützmauer an der B 7, Höhe
Lidl, erneuern – und sorgt damit
für ein Verkehrschaos in Milspe.
Wartezeiten von 20 Minuten im
Baustellenbereich sind keine Seltenheit. Die Baumaßnahme sollte ursprünglich im Sommer 2010
durchgeführt werden, nun sind
ohne Vorankündigung die Bagger angerückt.
Bürgermeister Wiggenhagen begrüßt die Delegation aus Nowosibirsk
7
Von Verwaltung und Parlament
Am 8. März begrüßt Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen eine
Schülergruppe aus Nowosibirsk
in der Mensa des Gymnasiums,
die im Rahmen eines Schüleraustausches mit dem Reichenbach-Gymnasium zur Zeit in
Ennepetal zu Gast ist.
Die Kandidatur des ehemaligen
NPD-Mitglieds André Hüsgen
für den Integrationsrat sorgt für
großen Unmut in der Bevölkerung und bei den Vereinen und
Verbänden. Unter der Federführung der Ennepetaler Historikerin Christine Hohmann verfassen zahlreiche Bürger, Vereine,
Parteien und Organisationen
eine Erklärung gegen die Kandidatur von Hüsgen.
Auf Vorschlag von Bürgermeister Wiggenhagen verabschiedet der Rat in seiner Sitzung am
17. März eine Resolution an den
Landesbetrieb Straßen NRW, die
sich gegen die Planung an der B7Baustelle wendet. Man will dem
Landesbetrieb deutlich machen,
dass solche Maßnahmen ohne
Vorlaufzeit künftig nicht mehr
hingenommen werden.
Ennepetal hat einen Integrationsrat. Am 27. März geben 243
Bürgerinnen und Bürger mit
Migrationshintergrund
ihren
Stimmzettel ab. Zülfye Kaykin,
Staatssekretärin für Integration
im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes
NRW gratuliert am Wahlabend
den neu gewählten Mitgliedern
des Integrationsrates. Ex-NPDMitglied André Hüsgen kassiert
mit lediglich einer Stimme eine
herbe Wahlschlappe.
April
Kornelia Gabriel, langjährige
Gleichstellungs- und Seniorenbeauftragte, geht in den Ruhe-
8
untergebracht, so bezieht sie nun
zwei Etagen des Rathaus-Altbaus an der Bismarckstraße, die
durch die Gründung der Stadtbetriebe Ennepetal mit ihrem
Sitz in der Hembecker Talstraße
frei geworden sind.
Kornelia Gabriel
stand. 1995 übernahm Kornelia
Gabriel das Amt der Seniorenbeauftragten und im Jahr 2002
bestellte sie der Rat der Stadt
Ennepetal zusätzlich zur Gleichstellungsbeauftragten.
Das Stadtarchiv zieht um. Nachdem der Schimmelbefall in den
alten Räumlichkeiten im „Haus
der Begegnung“ in Voerde nicht
aufzuhalten war, bezieht das
Stadtarchiv nun 460 m² in der
ehemaligen Krankenpflegeschule
an der Harkortschule. Ein Besucherraum, ein Materiallager und
Büros für Stadtarchivarin Frauke Blum und ihre Mitarbeiterin
Gabriele Krüger komplettieren
das Archiv.
Die Regionalstelle des Jobcenters
EN zieht ebenfalls um. War sie
bisher in Räumen des Ennepetaler ZET an der Wilhelm-straße
Am 12. April übergibt Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen
die neuen Räume für die „Offene Ganztagsgrundschule“ an
der Katholischen Grundschule
an Schulleiter Hubert Korioth.
Zusätzliche 122 m² durch den
Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung machen nun
die Einrichtung einer dritten Betreuungsgruppe möglich.
Die L 699, vielen Klutertstädtern
als Ennepetalstraße bekannt,
entwickelt sich mehr und mehr
zum Ärgernis. Grund dafür
sind die zahllosen großflächigen
Schlaglöcher. Die beliebte Veranstaltung „Ennepetal auf Rollen
und Rädern“ wird abgesagt. Eine
solche Massenveranstaltung hätte beim miserablen Straßenzustand unweigerlich Verletzte zur
Folge. Angesichts von „nur“ rund
650 Fahrzeugen pro Tag würde
der Landesbetrieb Straßen NRW
die Straße gern zurückstufen
und in die Verantwortung an die
Städte Ennepetal und Brecker-
MdB René Röspel und MdL Hubertus Kramer besichtigen den Bahnhof
Von Verwaltung und Parlament
feld übergeben. Das Problem dabei: Bei einer Zurückstufung zur
Gemeindestraße muss die Straße „verkehrsgerecht“ übergeben
werden. Dazu wäre vorab aber
eine kostenintensive Straßensanierung notwendig.
Der Jugendhilfeausschuss beschließt in seiner Sitzung am 13.
April, den Spielplatz an der Lindenstraße, gegenüber Eiscafé
Del Longo, zu schließen, falls es
nicht gelingt, einen Paten für den
Erhalt des Platzes zu finden.
SPD-Bundestagsabgeordneter
René Röspel besucht am 20. April in Begleitung von MdL Hubertus Kramer den Bahnhof
Ennepetal und lässt sich von den
Mitgliedern des Fördervereins
Denkmal Bahnhof und Bürgermeister Wiggenhagen über den
Sachstand der Maßnahme informieren. Röspel sagt den Akteuren des Bahnhofvereins seine
Unterstützung zu.
Sechs Tage später besucht Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe
ebenfalls den Bahnhof Ennepetal. Auch er lässt sich von den
Vorstandsmitgliedern des Fördervereins Denkmal Bahnhof
über die geplanten baulichen
Maßnahmen und den Sachstand
Fachbereitsleiter Hans Georg Heller und seine Mitarbeiter präsentieren die Imagekampagne
des Förderantrags ausführlich
informieren. Dr. Brauksiepe verspricht, im Rahmen seiner Möglichkeiten das Projekt zu unterstützen.
Annette Höller, Leiterin des
städtischen Kindergartens Fliednerhaus, geht zum Monatsende nach 39 Dienstjahren in den
Ruhestand. Im Rahmen einer
Feierstunde verabschieden Kinder, Eltern und Bürgermeister
Wiggenhagen die beliebte Kindergartenleiterin. Miriam Uibel
wird ihre Nachfolgerin.
Mai
Am 3. Mai findet nach Jahrzehnten der Abstinenz erstmals wieder ein Wochenmarkt auf dem
Kirmesplatz in Voerde statt. Neben den klassischen Angeboten
von Obst und Gemüse warten die
Markthändler auch mit Fleisch,
Wurst, Fisch und Käsespezialitäten auf.
Das Jugendamt der Stadt
Ennepetal nimmt an einer bundesweiten Imagekampagne mit
dem Titel „Das Jugendamt – Unterstützung die ankommt“ teil.
Im Rahmen der Kampagne, die
bis Anfang Juni läuft, präsentieren die Mitarbeiter sich und ihre
Arbeit.
Am 6. Mai feiert die „Offene
Ganztagsgrundschule“
Altenvoerde ihr 5-jähriges Bestehen.
Pünktlich zum Jubiläum übergibt Bürgermeister Wiggenhagen die neuen Räumlichkeiten
an OGGS-Leiterin Jutta Segler.
50 Betreuungskinder dürfen sich
über 140 m² Nutzfläche und über
den Einbau einer Küche freuen.
Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe lässt sich das Bahnhofsprojekt erläutern
Nadja Al Sabi, Mitarbeiterin im
Amt des Bürgermeisters und des
9
Von Verwaltung und Parlament
Rates und den Leserinnen und
Lesern als langjährige Layouterin des Heimatbriefes bekannt,
heiratet am 7. Mai und trägt nun
den Namen Wortmann.
Kinderfest zur Spielplatzeröffnung
Nadja Wortmann
Am 11. Mai tagt die Arbeitsgemeinschaft „Regierungsbezirk
Arnsberg“ des nordrhein-westfälischen Städte und Gemeindebundes in Ennepetal. Thema
der Tagung sind die Kommunal-
finanzen und das neue Kommunalfinanzierungsgesetz. Bürgermeister Wiggenhagen kann rund
300 Vertreter der kreisangehörigen Städte und Gemeinden des
Regierungsbezirks Arnsberg im
Haus Ennepetal begrüßen.
Mit einem Kinderfest wird der
neue Spielplatz im Baugebiet „Mit
der Sonne bauen“ am 17. Mai im
Beisein vom Ersten Bürgermeister-Stellvertreter Johannes Kraft
seiner Bestimmung übergeben.
Das „RTC“ (Regionales Trainingszentrum) an der städtischen Hauptschule Effey wird
durch Bürgermeister Wiggenhagen offiziell eröffnet. Dort erlernen Lehrkräfte den Umgang mit
Computern, interaktiven Tafeln
und anderen neuen Medien. Wiggenhagen betont in seiner Begrüßung, dass das RTC Ennepetal
bundesweit das einzige Zentrum
ist, das an eine Hauptschule angeschlossen ist.
Bürgermeister Wiggenhagen mit dem Vorstand des nordrhein-westfälischen Städte- u. Gemeindebundes
10
Von Verwaltung und Parlament
Der Café-Bereich des Mehrgenerationenhauses kann nach einer
längeren Umbauphase, die durch
verschärfte Brandschutzauflagen
notwendig geworden war, wieder
in Betrieb genommen werden.
In Form einer kleinen Feierstunde werden die neuen Räume im
Beisein der Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Dr. Hella
Siekermann, ihrer Bestimmung
übergeben.
des Einzelhandelsverbandes Südwestfalen, Herbert A. Dabringhaus von der Südwestfälischen
Industrie- und Handelskammer
und Thomas Schulte von der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr,
teil. Die Experten sind sich einig,
dass die Öffnung der Fußgängerzone für den Fahrzeugverkehr
nicht die Lösung für das fehlende Einzelhandelsangebot und die
Leerstände darstellt.
Giuseppe Bianco
Juni
Am 4. Juni nehmen auf Initiative von Bürgermeister Wilhelm
Wiggenhagen erstmals Vertreter
aller Stadtteile am Voerder Kirmeszug teil.
Cosimo Palomba
Veränderungen im Rathaus:
Bürgermeisterreferent Cosimo
Palomba kandidiert für das Bürgermeisteramt im niedersächsischen Schneverdingen. Dies gibt
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen im Rahmen eines Pressegespräches im Rathaus bekannt.
Brigitte Drees, städtische Wirtschaftsförderin, wird Ennepetal
zum 1. Juli 2011 verlassen und
zur EN-Agentur wechseln.
Am 31. Mai findet die konstituierende Sitzung des Integrationsrates im Sitzungssaal des Rathauses statt. Einstimmig wählen
die Mitglieder des Integrationsrates den 50-jährigen Giuseppe Bianco zum Vorsitzenden. Zu
seiner Stellvertreterin wird Hatice Birgül gewählt.
Die dritte KidsNatureArt wird
am 10. Juni im Hülsenbecker Tal
mit einer Vernissage eröffnet.
Junge Künstler bilden aus der
Natur entnommenen Gegenständen Skulpturen
und Gebilde. 27
Klassen aus 9
Schulen Ennepetals und der
Nachba r st ädte
nehmen an der
Open-A ir-Ausstellung teil.
Am 23. Juni begrüßt Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen
die Teilnehmer von „Hubraum
2011“, dem bundesweiten Treffen
der motorradfahrenden Pfadfinder. Wiggenhagen lässt es sich
nicht nehmen, die Ausfahrt der
Pfadfinder zur katholischen Kirche in Sprockhövel-Haßlinghausen persönlich anzuführen.
Der Ennepetaler Ratsherr Wilhelm Völlmecke verlässt nach
Querelen mit dem Parteivorstand die Linkspartei.
Am 15. Juni findet im Haus
Ennepetal eine
öffentliche Informationsveranstaltung zum
Thema „Fußgängerzone
Milspe“ statt. Neben
Vertretern der
Stadtverwaltung
nehmen auch externe Gäste, wie
Klaus Willmers,
Geschäftsführer
11
Von Verwaltung und Parlament
Juli
Am 2. Juli ist der Anbau des Reichenbach-Gymnasiums Star des
Tages der Architektur. In 151
Städten und Gemeinden werden
neue Bauwerke, Parks und Quartiere für interessierte Besucher
geöffnet. Architekt Peter Stiller
steht an diesem Tag den Bürgerinnen und Bürgern für Führungen durch den 5,4 Millionen
Euro teuren Anbau zur Verfügung, der neben einer Mensa ein
Selbstlernzentrum und Unterrichts- und Förderräume beherbergt.
Am 14. Juli verstirbt Hans Jürgen Vorderwülbecke im Alter
von 65 Jahren. Hans Jürgen Vorderwülbecke war von 1987 bis
1989 und von 1994 bis zu seinem
Tod Mitglied des Rates der Stadt
Ennepetal und darüber hinaus
von 1999 bis 2002 Vorsitzender des Bauausschusses und von
1999 bis 2007 Vorsitzender des
Ausschusses für Feuerschutzund Rettungswesen.
und vieler städtischer Fachausschüsse hat sich Hans-Jürgen
Vorderwülbecke als verantwortungsbewusster Kommunalpolitiker ausgezeichnet, der jederzeit
mit Aufrichtigkeit und demokratischer Verantwortung seinen Weg gegangen ist und sich
bis zuletzt mit starkem persönlichem Engagement für das Wohl
der Bürgerinnen und Bürger der
Stadt Ennepetal eingesetzt hat.
Während seiner jahrzehntelangen Arbeit als Mitglied des Rates
Nachdem der neu eingebaute
Aufzug am Bahnhof Ennepetal
monatelang gesperrt geblieben
ist, weil die notwendige „Notrufleitung“ zur Bundesbahnzentrale noch nicht installiert
werden konnte, freuen sich am
15. Juli gemeinsam mit Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen
sein Amtskollege Claus Jacobi
aus Gevelsberg sowie die Behindertenbeauftragten der beiden
Städte, Gabriele Schumacher
und Michael Schmidt, über die
Inbetriebnahme. Wiggenhagens
Dank geht an Dorothee Wasel
von der Deutschen Bahn, die dafür gesorgt hat, dass der Aufzug
nun endlich den behinderten
Bahnfahrerinnen und Bahnfahrern zur Verfügung steht.
Vor Beginn der Kulturausschusssitzung am 6. Juli im Haus Ennepetal machen Kinder und Eltern
der Musikschule ihrem Unmut
über die geplanten Kürzungen
im Musikschulbereich lautstark
Luft.
Am 9. Juli findet eines der größten Bauprojekte der letzten Jahre mit einem Tag der offenen
Tür seinen Abschluss: Nachdem
im vergangenen Jahr die neue
Feuerwache ihrer Bestimmung
übergeben wurde, ist mit dem
Umbau der alten Feuerwache zu
einem modernen und großzügigen Domizil für den Löschzug
Milspe/Altenvoerde und dem
Ausbau der alten Rettungswache
zum Jugendfeuerwehrhaus der
Feuerwehr-Standort Wehrstraße
komplett.
Die Brücke über die Heilenbecke
zum Schwarzen Weg ist einsturzgefährdet und muss für Fußgänger und den Fahrzeugverkehr
gesperrt werden. Die Anwohner
sind wegen der unter der Brücke
verlaufenden Gasleitung der AVU
besorgt. Der heimische Energieversorger sieht keine Gefahr für
die Nachbarschaft, da die Brücke
durch die angeordnete Sperrung
nicht mehr belastet wird.
12
Hans Jürgen Vorderwülbecke
Annegret Hirsch, Claus Jacobi, Gaby Schumacher, Dorothee Wasel, Wilhelm Wiggenhagen und Michael Schmidt (v.l.n.r.) freuen sich über die Inbetriebnahme des Fahrstuhls
Von Verwaltung und Parlament
Das Ministerium für Wirtschaft,
Energie, Bauen, Wohnen und
Verkehr des Landes NordrheinWestfalen teilt der Stadt Ennepetal mit, dass die L 699, auch
Ennepetalstraße genannt, in absehbarer Zeit nicht saniert wird.
Aufgrund der Vielzahl dringender anderer Sanierungsmaßnahmen wird die Erhaltungsmaßnahme an der L 699 nicht als
vordringlich angesehen. Die Veranstaltung „Ennepetal auf Rollen und Rädern“ wird daher erneut abgesagt.
Der ehemalige Ennepetaler
Schulleiter Martin Moik besucht
im Rahmen einer Privatreise
Ulaanbaatar, die Hauptstadt der
Mongolei. Im Vorfeld bat Moik
Bürgermeister Wiggenhagen darum, Kontakt zu seinem Amtskollegen in der mongolischen
Hauptstadt aufzunehmen und
diesen zu bitten, ihn zu empfangen. Gesagt, getan: Per E-Mail
wurde der Besuch Moiks in Ulaanbaatar angekündigt. Wenige
Tage später überbrachte Moik
dem Leiter des Bereichs für internationale Beziehungen der Stadt
Ulaanbaatar, Erdenebilek Amarsanaa, Grüße und Geschenke aus
Martin Moik, Wilhelm Wiggenhagen
Ennepetal. Im Gegenzug erhielt
Martin Moik einen Bildband
über die Mongolei, den er am
21. Juli Bürgermeister Wilhelm
Wiggenhagen überbrachte.
In der Sitzung des Ausschusses
für Stadtentwicklung am 21. Juli
wird bekannt, dass die Kalkstraße von nun an nicht mehr als
Spielstraße ausgewiesen ist. Statt
dessen wurden Tempo 30-Schilder aufgestellt. Nach zahlreichen
Protesten in Form von Leserbriefen in der heimischen Presse
wird bei einem Ortstermin bekannt, dass die Spielstraße vor
mehr als 30 Jahren rechtswidrig
eingerichtet wurde, weil bauliche
Voraussetzungen nicht gegeben
sind.
August
Heidemarie Schürfeld rückt für
Hans Jürgen Vorderwülbecke
in den Rat der Stadt Ennepetal
nach. Heidemarie Schürfeld ist
in der Lokalpolitik keine Unbekannte , sie saß bereits von Mai
1975 bis Oktober 2009 im Rat
der Stadt Ennepetal und war neben vielen anderen Ausschusstätigkeiten seit 2001 Mitglied des
Hauptausschusses.
Die Stadt Ennepetal erhält aus
dem Förderprogramm „Offene Ganztagsgrundschule“ rund
343.000 Euro Landesmittel,
über 50.000 Euro mehr als im
Vorjahr. Der Zuschuss soll außerunterrichtliche Angebote zur
Förderung und Forderung der
Schülerinnen und Schüler in ihren Begabungen und Fähigkeiten
ermöglichen.
Ursula Weber ist tot. Am 3. August verstirbt die beliebte CDUPolitikerin und ehemalige Ratsfrau im Alter von 88 Jahren.
Am 11. August wird der langjährige Hausmeister der städtischen Übergangswohnheime und
Obdachlosenunterkünfte, Lutz
Giernoth, bei den Stadtbetrieben
Ennepetal in den Ruhestand verabschiedet. Er hofft nun, endlich
mehr Zeit für sein Hobby, das
Kochen, zu haben.
Am 17. August nimmt Bürgermeister Wiggenhagen in der
Kalkstraße Unterschriftenlisten
zum Erhalt der Spielstraße entgegen.
Bürgermeister Wiggenhagen unterzeichnet am 18. August eine
öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit der Stadt Schwelm:
Zukünftig führen die Kollegen
aus der Nachbarstadt im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit die Bearbeitung der
Beihilfeanträge der Ennepetaler
Bediensteten und Versorgungsempfänger aus.
Am 23. August ist es geschafft:
Die Baugenossenschaft „Die Voerder“ und der Verein „Voerder
helfen Voerdern“ übernehmen
die Patenschaft über den Spielplatz an der Lindenstraße und
sichern so dauerhaft dessen Erhalt.
13
Von Verwaltung und Parlament
formiert Wiggenhagen den Rat,
dass Anke Velten-Franke zum
1. Oktober als seine Referentin und als Leiterin in das Amt
des Bürgermeisters und des Rates wechselt. Anke Velten-Franke tauscht ihren Platz mit Cosimo Palomba, der zum 1. Oktober
eine neue Berufung als Leiter des
Jobcenters findet.
Übernahme des Spielplatzes durch die Baugenossenschaft und den Verein „Voerder
helfen Voerdern
September
SPD-Ratsherr Tobias Berg zieht
aus beruflichen Gründen nach
Leverkusen und scheidet aus dem
Rat der Stadt Ennepetal aus.
Cosimo Palomba, Referent des
Bürgermeisters, muss sich bei
der Bürgermeisterwahl in Schneverdingen seiner SPD-Konkurrentin Heike Moog-Steffens mit
43,09 % zu 38,08 % geschlagen
geben.
Der Ennepe-Ruhr-Kreis, Breckerfeld und Ennepetal machen
in Sachen L 699 gemeinsame
Sache: Am 14. September unterzeichnen Landrat Dr. Arnim
Brux, Breckerfelds Bürgermeister Klaus Baumann und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen im Ennepetaler Rathaus
ein gemeinsames Schreiben an
Harry K. Voigtsberger, Minister
für Wirtschaft, Energie, Bauen,
Wohnen und Verkehr des Landes
Nordrhein-Westfalen, machen
ihrem Unmut über den schlechten Zustand der Ennepetalstraße
Luft und fordern die zeitnahe Sanierung der Straße.
14
Walter Faupel
Walter Faupel, seit 1989 ununterbrochen Fraktionschef der Ennepetaler CDU, legt zum Jahresende den Fraktionsvorsitz nieder.
Dies wird am Rande einer Fraktionssitzung der Christdemokraten bekannt.
Sabine Hofmann
Am 15. September legt die stellvertretende
Bürgermeisterin
und Grünen-Fraktionschefin Sabine Hofmann ihre politischen
Ämter nieder. Bürgermeister
Wilhelm Wiggenhagen gibt dem
Stadtrat bekannt, dass Sabine
Hofmann zum 1. Januar in den
Dienst der Stadt Ennepetal tritt
und die Stelle der Gleichstellungs- und Ehrenamtsbeauftragten übernimmt. Außerdem in-
Der neue Fraktionschef der
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in Ennepetal heißt Jürgen
Hofmann. Er übernimmt damit
das Amt aus den Händen seiner
Ehefrau.
Die Zentrum für Existenzgründung und Technologie Ennepetal Verwaltungs- und BetriebsGmbH, kurz ZET GmbH, wird
aufgelöst. Diesen Beschluss fasst
der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 29. September. Die im
ZET-Gebäude ansässigen Firmen finden u.a. im Haus der
Von Verwaltung und Parlament
Jürgen Hofmann
Großübung am Ennepetaler Rathaus
Begegnung an der Lindenstraße
eine neue Bleibe. Die Firma Ferdinand Bilstein hatte das Gebäude an der Wilhelmstraße von der
Stadt Ennepetal bereits im Juli
erworben.
rischen Leiter Rettungsdienst.
Sie müssen in Zukunft als Führungskräfte bei Großeinsätzen
weitreichende Entscheidungen
treffen. Rund 350 Einsatzkräfte
proben der Ernstfall.
rät ausgewählt und aufgestellt
werden. Wiggenhagen dankt in
seiner Begrüßung auch der Firma Diedrich, die die Ausschachtungsarbeiten für das Gerüst unentgeltlich ausgeführt hat.
In der gleichen Sitzung begrüßt
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen zwei neue Ratsmitglieder:
Fritz Lotz, der bei der SPD-Fraktion den Sitz von Tobias Berg
übernimmt und Olaf Eilert, der
bei der Fraktion Bündnis 90/
Die Grünen für Sabine Hofmann
nachrückt.
Am 14. Oktober eröffnet Bürgermeister Wiggenhagen das neue
Klettergerüst im Hülsenbecker
Tal. Durch eine großzügige Spende der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld an den Kinderschutzbund konnte in Zusammenarbeit
mit dem Jugendamt der Stadt
Ennepetal ein geeignetes Ge-
November
Am 12. November tobt das Industriemuseum. Die Bands „Scholle
& the good old boys“, „Wärk II“
und „Partyinferno“ geben ein
vielbeachtetes
Benefizkonzert
zu Gunsten der Weihnachtsbeleuchtung in Ennepetal.
Oktober
Stadtkämmerer Dieter Kaltenbach bringt den Etatentwurf für
das Jahr 2012 ein. Erstmals können Bürger auf der Internetseite
der Stadtverwaltung im „Bürgerhaushalt“ Vorschläge zum Haushaltsplan einstellen.
Am 8. und 9. Oktober ist ganz
Ennepetal im Ausnahmezustand:
Im Rahmen von sieben Großübungen der Rettungsdienste,
der Feuerwehren und des THW
unterziehen sich 19 Einsatzkräfte aus ganz Westfalen-Lippe einer Prüfung zum organisato-
Spielturm im Hülsenbecker Tal
15
Von Verwaltung und Parlament
gen in der Milsper Fußgängerzone eine Gedenktafel und übergibt
damit den Minna-Schmidt-IdarPlatz an die Öffentlichkeit.
Minna Schmidt-Idar, 1850 in
Idar-Oberstein geboren, heiratete 1871 den Milsper Kaufmann
Karl-Peter Schmidt. Nach dessen
Tod veröffentlichte sie zahlreiche
Werke, darunter das Buch „Aus
tiefem Born“.
Verleihung des Ennepetaler Friedenspreises
Initiatorin des Konzerts ist die
wap-Redakteurin Britta Kruse;
der Heimatverein Milspe übernimmt die Veranstalter-Rolle.
Im Rahmen einer Feierstunde
wird der 29. Ennepetaler Friedenspreis am 13. November an
den Schüleraustausch des Reichenbach-Gymnasiums mit dem
College et Lycée Jean Lemaire de
Belges aus Bavay und den Freundeskreis Bavay im Beisein von
Gästen aus Frankreich verliehen.
Martin Moik, Vorsitzender des
Kuratoriums Friedenspreis, hebt
in seiner Laudatio hervor, dass
solche Begegnungen das beste
Beispiel dafür sind, wie Europa
funktioniert.
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen stellt den Vertretern der
Presse offiziell seine neue Referentin, Anke Velten-Franke, vor.
Am 24. November enthüllt Bürgermeister Wilhelm Wiggenha-
Anke Velten-Franke mit Wilhelm Wiggenhagen
16
Der Rat der Stadt Ennepetal beschließt in seiner Sitzung am
24. November die Auflösung der
Grundschule Rüggeberg zum
Schuljahresende 2011/2012 und
Weiterführung als Teilstandort
in einem Grundschulverbund mit
der Grundschule Wassermaus.
In der gleichen Sitzung wird
beschlossen, die Grundschule
Friedenstal ein Jahr später als
Teilstandort der Grundschule
Wassermaus weiterzuführen.
Das Reichenbach-Gymnasium
ist als Europaschule zertifiziert
worden. Im Rahmen eines „Europafrühstücks“ in der Mensa des
Gymnasiums gratuliert Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen
der Schule zu dieser besonderen
Auszeichnung. Weiterführende
Schulen haben für diese Zertifizierung strenge Kriterien zu erfüllen. Neben einer zusätzlichen
Fremdsprache müssen internationale Projekte und Partnerschaften, bilingualer Unterricht
und Austauschprogramme angeboten werden.
Am 28. November ist es soweit:
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen unterzeichnet die Vereinbarung der Stadt Ennepetal mit
dem Land Nordrhein-Westfalen
über die Einführung der Ehrenamtskarte. Mit dieser Karte können Menschen, die sich in
besonderem zeitlichem Umfang
für das Gemeinwohl engagieren,
Von Verwaltung und Parlament
bestimmte öffentliche, gemeinnützige und private Einrichtungen in allen teilnehmenden Kommunen landesweit vergünstigt
nutzen. Die Vergabe der Ehrenamtskarte ist an Bedingungen
gebunden, die die Empfänger im
Rahmen ihrer ehrenamtlichen
Arbeit erfüllen müssen. Das
Land NRW gewährt der Stadt
Ennepetal eine Anschubfinanzierung des Projektes in Höhe
von 1.500 Euro.
Enthüllung der Gedenktafel am Minna-Schmidt-Idar-Platz
Die CDU-Fraktion gibt bekannt,
dass Johannes Kraft, Stadtverbandsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister, ab dem
1. Januar die Nachfolge von Walter Faupel als Fraktionsvorsitzender antritt.
Fachbereichsleiter Peter Müller und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen gratulieren Schulleiter Dr. Stefan Krüger zur Zertifizierung (v.l.n.r.)
Johannes Kraft
Andrea Hankeln, Leiterin des Referates für Bürgerschaftliches Engagement des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, Wilhelm Wiggenhagen, Sabine Hofmann, Adriane Dulk (v.l.n.r.)
Dezember
Die ehemalige Stadtarchivarin Ingrid Windmöller schlägt
Alarm: Gibt es im neuen Stadtarchiv Schimmelpilze? Im Keller des Gebäudes steht in einem
Raum, der nicht vom Archiv
genutzt wird, Wasser. Der
Grund für den Wasserschaden
ist den Stadtbetrieben bekannt,
ein innenliegendes Entwässe17
Ortsteile im Überblick: Altenvoerde
rungsrohr macht Kummer. Das
Gesundheitsamt des EnnepeRuhr-Kreises ist der Auffassung,
dass eine Gesundheitsgefahr
nicht gegeben ist.
In der letzten Ratssitzung des
Jahres wird der ausgeschiedenen Sabine Hofmann für 27 Jahre Ratstätigkeit der Titel „Ehrenmitglied des Rates“ verliehen.
Ratsherr Jochem Schulte wird
für 15 Jahre Ratstätigkeit geehrt.
Die Grundschule Büttenberg
hat ab sofort ein Atrium. Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen übergibt am 22. Dezember
im Rahmen der Schul-Weihnachtsfeier den Schlüssel für den
neuen Gebäudeteil an Schulleiterin Kornelia Lehnen-Schaller. Zukünftig dient das Atrium
bei schlechtem Wetter als Pausenhalle. Gleichzeitig verfügen
Schule und Vereine ab jetzt über
einen großzügigen und attraktiven Veranstaltungsraum.
Die Kirchstraße macht Schlagzeilen. Wurden erst kürzlich im
Zusammenwirken mit den Anwohnern die Parkflächen neu
ausgewiesen und markiert, so
machen Unbekannte die frischen
Sperrmarkierungen mit schwarzer Farbe unkenntlich.
von Wolfgang Schweflinghaus
Ahlhauser Hammerwerk
Der Winter 2010, 2011 war sehr
schneereich. Anfang Januar 2011
brach völlig unerwartet nachts
das Dach des Ahlhauser Hammerwerkes im Ennepetal unter einer Schneelast zusammen
und stürzte in die alte Produktionshalle. Dieser plötzliche Einsturz war trotz des Schnees ungewöhnlich, da es sich nicht um
ein Flachdach handelte. Wie der
Inhaber Ewald Kätzler berichtete, war das Dach als Satteldach
1920 aufgesetzt worden.
Im Ahlhauser Hammerwerk
wurde nicht mehr gearbeitet, es
sollte aber als eines der ältesten
Hammerwerke im Kreis so wie es
war erhalten werden. Es wurde
1634 von den Brüdern Ahlhaus
errichtet und 1685 von Clemens
Bertram zum Rohstahlhammer
umgebaut. Es war eines
der größten Hammerwerke entlang der Ennepe, die mit Hilfe von Teichen ihre Hämmer durch
Wasserkraft antrieben.
Die Teichanlage für das Ahlhauser Hammerwerk liegt hinter den Gebäuden an der Landstraße 699.
Etwas unterhalb der Anlage wurde die Ennepe durch ein schönes, großes Wehr erneut gestaut,
um Wasser über einen langen
Zulaufgraben unter einer Brücke
unter der L699 durch zur Doppelteichanlage des Brandshausener Hammers zu leiten. Ober
und unterhalb dieses Wehres in
der Kurve der L699 tief unterhalb des Hohen Steins war eine
beliebte Badestelle in den 50er
und 60er Jahren, als es noch
kein Hallen- und Freibad gab.
Oberhalb dieses Wehrs war die
Ennepe so tief, dass in einem
weiten Bereich auch geschwommen werden konnte.
Mit Beginn der Automotorisierung bis Anfang der 70er Jahre
wurde der Ort auch gerne zum
Autowaschen „missbraucht“. Ein
entsprechendes Umweltbewusstsein war noch nicht vorhanden.
Heute werden viele alte Wehre in der Ennepe abgebaut, um
Fischwanderungen zu ermög-
Das Ahlhauser Hammerwerk im Januar 2011
18
Altenvoerde
Prümmer Sahne für Kuchen und
Kaffee geholt. Vor der Zeit der
italienischen Eisdielen wurde
das wohlschmeckende Milch-Eis
von Emil Prümmer angepriesen
mit dem Satz „Wer einmal leckt,
der weiß direkt, dass Prümmers
Eis am besten schmeckt“. Für
Kinder stellte das Geschäft einen Anziehungspunkt dar. Bekannt war Emil Prümmer auch
für seine Torten. Bei vielen Festen und Gelegenheiten tauchte
Emil Prümmer in Konditorkleidung auf und brachte eine Torte
vorbei.
Das Wehr in der Kurve unterhalb des Hohen Steins
lichen. Das gilt auch für dieses
Wehr.
Der Brandshausener Hammer
ist, wie viele weitere Hämmer,
lange abgerissen. Er wurde 1735
von Arnold Brand jun. angelegt
und 1746 in ein Weißblechwerk
umgebaut. Um die Jahrhundertwende hatte die Hammeranlage
insgesamt 3 Teiche.
Der Ahlhauser Hammer, das älteste Hammerwerk auf Ennepe-
taler Gebiet, war eine der letzten
intakten Hammeranlagen an der
Ennepe.
Im Februar verstarb Emil Prümmer im Alter von 86 Jahren. Sein
Cafe, Restaurant (mit beliebter
und deshalb „berühmter“ Suppe) und später Hotel garni prägte
in den 50er, 60er und auch noch
70er Jahren die Mittelstraße, das
Zentrum Altenvoerdes. In alter
Zeit wurde von vielen Familien
Altenvoerdes sonntags im Cafe
Brandshausener Hammer. Vorne die Ennepe und die L699.
Im Hintergrund Schloss Ahlhausen
Emil Prümmer war gläubiger
Katholik. Zur Zeit Papst Johannes Paul II war Emil Prümmer
oft in Rom, traf dort den Papst
und reiste ihm auf dessen Reisen
häufiger hinterher. Die letzten
Jahre lebte er geachtet im Altenheim Haus Elisabeth.
Emil Prümmer 1979 nach dem Überreichen einer Torte auf einer Hochzeit
19
Altenvoerde
Im März feierten Hetti und Friedhelm Deppe Diamanthochzeit.
Hetti Deppe kam aus Voerde,
Friedhelm Deppe ist Ur-Altenvoerder. Friedhelm Deppe eröffnete eine Schneiderei in Voerde.
Nach 10 Jahren eröffneten beide
ein Modegeschäft an der Milsper
Straße unterhalb Piepenstock in
Altenvoerde. Hetti Deppe war
gelernte Verkäuferin.
Im Jahre 1980 zog das Geschäft
in die Mittelstraße in die beiden
Häuser ehemals Jüngermann
und Fröhlich. Im Keller war die
Schneiderei.
Friedhelm Deppe ist Mitbegründer der IG Altenvoerde und „Erfinder“ des ersten Straßenfestes.
1996 übergaben Deppes ihr Modegeschäft an Ralf Finger. Heute
ist das Geschäft in Milspe.
Im November 2011 ist Hetti Deppe im Alter von 83 Jahren gestorben.
Der Tag der Architektur im Juli
lenkte noch einmal den Blick auf
den Erweiterungsbau des Rei-
Deppe-Moden in Altenvoerde
chenbach Gymnasiums. Architekt Peter Stiller führte Besuchergruppen durch Innen- und
Außenbereich. „Der Wechsel
massiver und verglaster Bauteile
inszeniert interessante Sichtverbindungen. Durch hohe Fassadentransparenz sind alle Räume
hell und freundlich“ erläuterte
Peter Stiller. Und weiter führte er
Reichenbach Gymnasium, Glasimpressionen
20
aus „die Stellung der Baukörper
prägt fein abgestimmte Außenbereiche für neue Nutzungen.“
So ist vor der Mensa ein Brunnenhof entstanden mit Bänken,
Springbrunnen, Bäumen und
vielen Staudenpflanzen.
Mittlerweile ist der Neubau mit
der Mensa voll in den Schulbetrieb integriert.
Feuerwehr
Am diesjährigen Tag der offenen Tür der Feuerwehr übergab
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen offiziell das vollständig renovierte Gebäude der alten
Feuerwache an der Wehrstraße
an den Löschzug 1 Milspe/Altenvoerde. Das Gebäude verfügt
jetzt über eine ausreichend große
Herrenumkleide mit Trennung
von Einsatz- und Privatkleidung,
eine neue Küche wurde eingebaut, modernisierte Aufenthaltsund Bereitschaftsräume, ein
Schulungsraum mit zeitgemäßer
Technik und eine Damenumkleide mit Dusch- und WC-Bereich.
Altenvoerde
Die renovierte Alte Feuerwache
Im November feierten Christel und Hans Walter Bellingrath
Goldene Hochzeit. Hans Walter
Bellingrath ist seit 1973 Vorsitzender des TV Altenvoerde. Im
Jahre 1989 erhielt er für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz. Seine Frau habe immer
hinter ihm gestanden und ihn
unterstützt, sagt Hans Walter
Bellingrath. Die Ehefrau Christel sieht sich als Ur-Altenvoerderin. Sie ist gelernte Verkäuferin,
Hans Walter Bellingrath hat Modellschlosser gelernt und war als
Technischer Mitarbeiter für eine
schwedische Firma tätig. Neben
dem Turnverein gehört die Ehefrau dem Voerder Heimatverein
an, beide dem Förderverein des
Theaters Hagen.
Die Jugendfeuerwehr verfügt
nun auch über ein eigenes Jugendfeuerwehrhaus.
Ulrich Heintze
Im Juli starb völlig unerwartet
Ulrich Heintze aus Altenvoerde.
Der Elektromeister führte viele
Jahre den vom Vater übernommenen Elektrobetrieb mit Geschäft in der Mittelstraße in Altenvoerde. Von 1991 an arbeitete
er in der Hephata-Werkstatt am
Benninghof in Mettmann, seit
2002 als Leiter der Betriebsstätte. Ulrich Heintze war zuletzt in
der Ruhephase seiner Altersteilzeit.
Zeit seines Lebens war Ulrich
Heintze im CVJM Altenvoerde.
Er war in der Jungschararbeit
tätig, im Posaunenchor aktiv, gehörte dem Vorstand an und dirigierte im 25. Jahr den Männerchor des CVJM, der in diesem
Jahr 108 Jahre alt wird. In Voerde
leitete er einige Zeit den Chor
„vocalfabrik“ und begleitete viele
Ferienfreizeiten.
Das Elektrogeschäft Heintze in der Mittelstraße
21
Ortsteile im Überblick: Büttenberg
von Günter Schröder
von Ingrid Wawrzyniak
Auf Wiedersehen!
Liebe Leserin, lieber Leser des
Ennepetaler Heimatbriefes.
1991 übernahm ich von Wilhelm
Hollkott, dem ehemaligen 1. Vorsitzenden des Heimatvereins
Ennepetal-Milspe e.V., die Aufgabe, über den Ortsteil Büttenberg zu berichten. Während die
ersten Ausgaben des Ennepetaler
Heimatbriefes 1962-1985 noch in
gebundener Form von der Firma Kugel in Ennepetal hergestellt wurden, war danach eine
Sparwelle angesagt. Die Ausgaben 1986-1998 wurden teils in
Eigenleistung der Autoren fertig gestellt. Die Autoren lieferten
zunächst einen Ausdruck oder
Kopie ihrer Berichte mit den
entsprechenden Fotos an den
Vorstand des Ennepetaler Heimatbundes. Von dessen Mitarbeitern im Rathaus wurden dann
die Seiten für den Heimatbrief
erstellt. Vervielfältigt wurden die
Blätter dann in der Rathausdruckerei. Wenn das erledigt war,
fanden sich die Autoren in der
Druckerei ein, um diese zu Stapeln zusammenzufügen. Danach
wurde als Rücken ein Klebestreifen aufgeklebt. Dazu mussten die
Blätter aber ordentlich im Paket
liegen. Die spätere Verteilung
der Heimatbriefe erfolgte innerorts teilweise durch die Autoren
selbst. Kann sich das überhaupt
noch jemand vorstellen? Heute
liefern die Autoren eine CD ab,
bzw. sie übermitteln ihre Berichte direkt per E-Mail an die örtliche Druckerei. Von dort kommen
dann die fertigen Exemplare.
Ich habe mich nun nach 20 Jahren entschlossen, meine Autorentätigkeit für den Ortsteil Büttenberg einzustellen und hoffe,
dass bald ein Nachfolger gefunden wird.
22
In eigener Sache: Alter 57, verheiratet,
2 Töchter (25 und 30 Jahre), wohnhaft
in der Eichenstraße seit 1983, Beruf
kaufm. Angestellte, Hobbies: Lesen und
Sport (seit 1987 im Sportverein), seit
2009/10 Übungsleiterin Fitness und
Gesundheit und Nordic Walking-Trainerin Rot-Weiss Büttenberg e.V.
Neubaugebiet „Bauen mit
der Sonne“ Hembecker Talstraße, Mönninghof
Das 2008 erschlossene Baugebiet
in 4 Baufeldabschnitten wächst
und wächst. Ende 2011 startete die Erschließung des zweiten
und dritten Baufeldes. Baufeld
eins und vier sind bereits mit vielen Häusern bestückt; sehr unterschiedliche Häuser, von ihren
Bewohnern individuell gestaltet. Im Nordwesten des Bütten-
bergs gelegen, beziffert sich dieses große Bauprojekt insgesamt
auf etwa 250 Wohneinheiten für
mehr als 600 Einwohner. Für die
ortsansässigen
Kindergärten,
Vereine und der Grundschule ein
beruhigender Einwohnerzugang,
denn gerade junge Familien haben sich hier niedergelassen.
Baufeld 4, von der Wuppermannstr./Büttenberger Str. aus gesehen
Büttenberg
Häuser am Fritz-Textor-Ring, Baufeld 1
Ausbau Wuppermannstraße
Im Juli begann der erste Teilausbau der Wuppermannstraße
von der B 7 anfangend. Die AVU
legte neue Versorgungsleitungen. Die Straße wurde für den
Durchgangsverkehr gesperrt, die
Anwohner konnten von 17 bis 7
Uhr zu ihren Garagen bzw. Stellplätzen fahren. Rechtzeitig vor
Weihnachten kam noch die Teermaschine, so dass über die Feiertage die Straße befahrbar war.
Auf der Seite der Stichstraßen
wurden markierte Parkstreifen
angelegt. Es gibt ebenfalls eine
neue Straßenbeleuchtung. Der
zweite Abschnitt (ab Nr.17 bis zur
Büttenberger Straße) begann am
09.01.2012.
wovon die anliegenden Hauseigentümer 30% tragen. Die Dauer
der Maßnahme ist mit ca. 12 Monaten angegeben. Vielleicht lässt
der milde Winter eine schnellere
Fertigstellung zu.
Wichernhaus –
Förderverein zur Erhaltung
des Gemeindehauses am
Büttenberg
Am 8. Juli 2010 fand die Gründungsversammlung des Fördervereins Wichernhaus e.V. statt.
Bei der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung waren be-
reits über 60 neue Mitglieder
beigetreten, ein Querschnitt von
Bürgern und Bürgerinnen jeden Alters, die am Erhalt und
der Nutzung des Gemeindehauses interessiert sind. Es wurden
Arbeitsgruppen für verschiedene Bereiche gebildet. Pflege der
Grünanlagen, Renovierung rund
um das Gebäude, Vermietung der
Räumlichkeiten für Feierlichkeiten und Veranstaltungen und natürlich das Wicherncafé. Ab 24.
Oktober 2010 wird jeden vierten
Sonntag im Monat das Wicherncafe von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Der Vorstand um 1. Vorsitzende
Monika Gouverneur und 2. Vorsitzende Regina Uphoff ist optimistisch, dass ihr Vorhaben, das
Wichernhaus zu erhalten, mit
tatkräftiger Unterstützung vieler
Helfer gelingen wird.
Nach anderthalb Jahren kann
ein positives Fazit gezogen werden:
Als Treffpunkt zum Plaudern
und Kaffeetrinken mit selbstgebackenen Köstlichkeiten und
vieles mehr hat sich das WICHERNCAFÉ inzwischen etabliert und wird nicht nur von den
Büttenbergern besucht!
Die Wuppermannstraße ist stark
frequentiert und war zuletzt
nicht mehr als Fahrstraße, sondern eher als „Marterstrecke“
für Autos zu bezeichnen.
Bei der Anwohnerversammlung
ging es hoch her, schließlich wollte jeder Hauseigentümer über
Kosten, Aussehen und Beginn
des Ausbaues informiert werden.
Die Gesamtkosten sind mit etwa
1,1 Millionen Euro veranschlagt,
B 7 – Wuppermannstraße, 1 Abschnitt geteert
23
Büttenberg
Kuchenbüfett-Damen des Wicherncafés
Viele Veranstaltungen wie Advent- und Trödelmarkt, Kinderflohmärkte, Tanzen für Jung und
Alt, Freitags-Treff und das Sommerfest wurden zu guten Begegnungen genutzt und brachten
auch finanzielle Erfolge. Eine
außerordentliche Mitgliederversammlung am 17. Oktober informierte den inzwischen auf 87
Mitglieder angewachsenen Förderverein über die bisherigen
Einnahmen – eine stolze Summe, explizit nur an Spenden sind
5.649,00 Euro zu verzeichnen!
Jetzt kann die Renovierung in
Angriff genommen werden. Die
Evangelische Kirchengemeinde
Milspe wird auch ihre hierfür
gebildeten Rücklagen freistellen
und zusammen mit dem Förderverein sind bereits die Weichen
für die Arbeiten gestellt: Neue
Fenster, Deckenlampen und neuer Fußboden im Kirchsaal, weitere Erneuerungen in anderen
Räumen, eine neue Haustür.
Allen fleißigen Helfern für ihre
bisherige Mitarbeit ein herzliches
Dankeschön! Weiter so.........
Spendenübergabe des Gospelchors „Good News“, unter Leitung des Büttenbergers
Thomas Wolff an Monika Gouverneur (re.) und Regina Uphoff
Atrium – vom Schulhof aus gesehen
24
Grundschule Büttenberg symbolische Schlüsselübergabe des Atriums
Endlich ist es soweit! Die Grundschule Büttenberg hat eine überdachte Pausenhalle, jetzt kommen die Schüler trockenen Fußes
von einem zum anderen Schulgebäude. Das Atrium kann aber
auch lt. Aussage von Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen
zukünftig Schule, Vereinen und
Organisationen für die Durchführung von Veranstaltungen
dienen.
Am 22. Dezember freute sich
Schulleiterin Kornelia LehnenSchaller über zahlreiche Gäste
zur Übergabe des Atriums.
Büttenberg
Das Schulteam und die Schülerschar lud gleichzeitig zur
Weihnachtsfeier ein. Die Kinder hatten mit ihren Lehrern ein
schönes und abwechselungsreiches Programm auf die Beine
gestellt: Viel Musik, Tänze und
kostümierte Vorführungen erfreuten das Publikum. Die Rektorin betonte, dass sich während
der Bauarbeiten beim Übergang
von Gebäude zu Gebäude keines
der Kinder verletzte. Sie sprach
den Schülerinnen und Schülern
ein dickes Lob für ihre Disziplin aus. Zum Abschluss hatte der
Bürgermeister für jedes Kind einen Schokoweihnachtsmann im
Gepäck. Auch gab das Stadtoberhaupt die Gewähr, dass der Erhalt unserer Grundschule gesichert ist.
Das Hauptgebäude war mit Hilfe des Konjunkturpaketes bereits
energetisch saniert worden.
Turnverein Rot-Weiss –
nicht nur am Büttenberg
aktiv!
Neben den normalen wöchentlichen Sport- und Übungsstunden
in der Turnhalle am Büttenberg
gibt es auch erweiterte Aktivitäten des Vereins, vor allem in
Zusammenarbeit mit den Turnvereinen in Ennepetal: TV Altenvoerde, TuS Haspetal, Milsper
Turnvereinigung, TV Rüggeberg,
TG Voerde.
Der sogenannte „Winterwettkampf“ fand ab Oktober 2010 bis
Mai 2011 jeden Monat mit einer
anderen Wettkampfart statt. So
maßen sich aus jedem Verein 10
Teilnehmer im Tennis, Sterngolfspielen, Dart, Kegeln, Hallenwettkampf und Orientierungswandern. Erster Sieger: TuS
Haspetal. Gemeinsam organisie-
Hallenwettkampf in Rüggeberg, alle Teilnehmer und Helfer
ren, spielerisch messen und feiern – einfach Spitze!
Das alljährliche Bezirkskinderturnfest in und um die Dreifachsporthalle des Reichenbach
Gymnasiums wird seit Jahren
von den sechs Turnvereinen federführend ausgerichtet. Der
Bezirk Hagen-Schwelm veranstaltet etwa 30 verschiedene
Wettkämpfe im Turnbereich und
in der Leichtathletik.
Über 300 Kinder bis 14 Jahren
nahmen 2011 erfolgreich teil.
Die Vereinshelfer sorgten für das
leibliche Wohl, organisierten, betreuten, bauten auf und ab und
und und......
Der Wandertag des Märkischen
Turngaus startete in diesem Jahr
erstmals vom Industrie-Museum an der Neustraße. Auch hier
waren die Ennepetaler Turnvereine Ausrichter und planten bis
ins kleinste Detail. Viele Helfer
packten vor, während und nach
der Veranstaltung kräftig zu.
Die positiven Bekundungen der
Besucher und Teilnehmer sowie
Alle Wettkampteilnehmerinnen vom Büttenberg mit den Eltern
25
Büttenberg
das herrliche Wanderwetter
stimmten alle froh – gemeinsam
sind wir stark! Eine einmalige
Vereins-Zusammenarbeit, die in
anderen Städten ihresgleichen
sucht.
Wandergruppe mit Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen
Büttenberger Kids warten auf den Voerder Kirmeszug
Zum ersten Mal nahmen einige
Kinder aus den Kindergruppen
des RWB am Voerder Kirmeszug teil. Der Bürgermeister hatte
den Wunsch geäußert, dass alle
Ortsteile Ennepetals vertreten
sein sollten. Gesagt – getan. Mit
neuen roten RWB-T-Shirts ausgestattet, marschierten die Kids
fröhlich mit und bekamen zum
Abschluss ein Eis – na, einfach
toll.......
„Kurz notiert“
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen kam am 17. März zur 2.
Sprechstunde im Ortsteil Büttenberg in das Vereinsheim des
Fußballclubs Sportverein Büttenberg 1930 e.V. an der Lärchenstraße. Zur Diskussion stand
unter anderem der Ausbau der
Wuppermannstraße – Kosten
und Zeitplan brannte den Anwohnern unter den Nägeln. Auch
warf der heftige Winter 2011 sowie die schwierige Parksituation
viele Fragen auf.
An der Ambrosius-Brand-Straße
erweitert der Karosserie- und Lackierspezialist Jörg Frischkorn
seinen Betrieb durch einen Hallenneubau (Bericht im nächsten
Heimatbrief).
Blick auf die zufriedene Gästeschar im Saal des Industrie-Museums
26
Unsere älteste Ortsteil-Mitbürgerin Agnes Liebelt, im Dezember
102 Jahre alt geworden, wohnt
bei Gieslers in der Buchenstraße.
Seit Mai 2004 lebt sie bei ihrer
Tochter Gisela und deren Mann
Horst. Gern sitzt sie am Küchenfenster und schaut in den Garten
und beobachtet die Vögel.
Ortsteile im Überblick: Milspe
von Theodor Bicking
Milspe kennen heißt International genießen. „Jedem Dierken
sien Pläsierken“ unter diesem
Motto findet jeder Genießer Seine spezielle Leckerei. Links und
rechts der Voerder Straße wartet
eine geradezu riesige Bandbreite
kulinarischen Angebotes auf die
Ennepetaler Bürger und Gäste.
Bei Café Kartenberg beginnt
schon traditionell der Genuss
besonderer Güte. Torten und Gebäck, besonders natürlich die
Pralinen Spezialitäten sind über
Ennepetal hinaus bekannt und
beliebt. Alte Milsper treffen sich
dort zum Pröhlken. Der „Stammtisch“ des Heimatverein Milspe
steht dort – wo sonst, weiß niemand so viel Vertellkes aus der
Geschichte der Stadt zu berichten wie der Senior Hanns Kaspar Kartenberg und seine Frau
Edith.
Junge Leute gleich ob Mittags
oder Abends wollen oft mehr als
nur Essen, sie suchen auch Atmosphäre. Der ehem. Gasthof
zur Post, Vielen noch bekannt
mit dem Gastwirte-Ehepaar
Evelin und Friehelm Schulte und
dessen Vater ist nicht mehr. Heute bürgt „Chillito“ für, wers mag,
mexikanisches Flair, und vor Allem, wers verträgt: für
scharfe Kost. Dort wird
an den Tischen natürlich
auch gechillt.
Neu hinzugekommen ist
im Heilenbecke Center,
mit Blick auf die Heilenbecke, das Cafe der Bäckerei im Anschluss an
den Edeka Markt Schlöder.
Mindestens – einen Happen
schnappen – sich die hungrigen
Leute, wie Michael Lendeckel
und Martina Cramer von der
Gebau, beim City Grill, wo es
schnell zubereitetes Mittagsessen, leckere Currywurst, Schnitzel und vieles Solides mehr gibt.
Im Stehen verzehrt – und niemand bleibt – Kohldampf schiebend verkehrt. Natürlich geht’s
auch außer Haus, mitzunehmen
bis in die Nacht.
Wie gegenüber bei D‘Angelos
Pizzeria, oh Mamma mia, da
sah ich schon die Nachbarn
mit vollen Tellern balancierend
die Straße überqueren und bei
Mücke ins Versicherungsbüro
stürmen. Die hatten natürlich
den Anruf gespart – Lieferservice hat D‘Angelo nämlich auch
parat.
Beckmann schmeckt man, so
denken vermutlich auch die Kameraden vom „Marktplatz Rat“,
vornweg die beiden Manfred,
Drabent und Deneke, sie tagen
dort regelmäßig, auch zu Zeiten
wo der Bürgermeister Wilhelm
Wiggenhagen keine Ratssitzung
angesetzt hat. Es gibt eben immer en bietken tu beküren. Un
wannse doo bie Dä Kammesöden vörbie kömms dann hät sä
ok noch en Kommentaar för Die
överik. Do mausse dann dürch.
Wir können dann gleich durchs
Lokal
hindurchgehen
zum
Marktplatz, wenn wir, im Sommer die Fontänen des Brunnens
nebenan scheuen.
Geradeaus lockt dann schon „Mai
Tai“ – heißt auf Deutsch meine
Thai Freundin? Nee. Es ist wohl
eher ein klassischer Rum-Cocktail gemeint. Das Lokal immerhin ist eine echte „Bierschwemme“ der soliden Art mit einem
gemütlichen großen Tresen.
27
Milspe
Wir wenden uns von hier nach
wo? Natürlich zum Café Bistro – dem Seco, dort hin von wo,
früher einmal, die legendären
Feten des ehem. Inhabers Jörg
Albrecht, genannt „Gemüse JR“
auf dem Markt abgerollt sind.
Auch heute kommen dort noch
„Spezialisten“ zusammen die einen flüssigen Gaumengenuss
und einen kleinen Happen dazu
schnappen mögen.
Weitere italienische Momente
sind ganz nahe – in der Pizzeria
Toscana garantiert. Schon am
Zungenschlag kann der Gast erkennen wie sich die Speisekarte liest. Francesco Robiony ist
eben ein echter Italiener weiß genau wie man die Tedesco für das
Land wo die Zitronen blühen begeistert. Die Ennepetaler lieben
Ihre Italiener.
Den Nachtisch nehmen wir jedoch nebenan in der Marktstraße, im Eiscafé Venezia, wo sich
im Sommer wie im Winter eine
treue Stammkundschaft begegnet. Im Sommer wenn am späten
Nachmittag die Sonne, die dann
in der Fuzo schon nicht mehr
präsent ist, auf die dem Lokal gegenüber liegenden Tische fällt,
trifft sich hier Hinz und Kunz.
Alle machen auf Reptil, lassen
sich äußerlich wärmen, vom Eiscafé dagegen innerlich kühlen.
Nomen es Omen, bzw. wo für
der Name bürgt; die Venezianer
weisen uns schon den weiteren
Weg zum vorderen Orient. Mittels zahlreicher Eisspezialitäten
macht man die Gäste süchtig auf
Wiederholungen. Dementsprechend trifft der Stammkunde
immer Jemanden zum Plausch.
Im Haus des 2011 viel zu früh
verstorbenen Heimatfreundes
und langjährigen CDU Stadt-
28
rates Karl Vorderwühlbecke, in
jugendlichen CVJM Zeiten „Hinzekater“ genannt, brät schon seit
vielen Jahren der Döner am rotierenden Spieß. Sehr zur Freude vieler langjähriger Kunden.
Durch die Fuzo ist dem „Döner
Express“ zwar einiges an „Laufkundschaft“ weggefallen, zum
Glück für die Übriggebliebenen
jedoch konnte durch den Express, Umsatz zurück gewonnen werden. Die multikulturelle
Kundschaft freut‘s.
Wer bis hierher alles Essen und
Trinken am Wege ausprobiert
hat, der ist „Reif für die Insel“,
wobei die Teeinsel zum Glück
nicht die Insel des Robinson
Crusoe ist, die Rolle von dessen
Diener Freitag übernimmt hier
die Inhaberin Frau Göbel. Von
Ceylon bis nach Assam und Formosa, Tee kennt keine Grenzen.
Für grenzenlosen Genuss sorgen
die zahlreichen Spezialitäten.
So wundert es nicht, dass die
Teeinsel kein so geheimer Tipp
mehr ist, treffen sich dort doch
regelmäßig die „Damen der Gesellschaft“ zum Tee. Bei ansprechendem Ambiente und guter
Unterhaltung mundet der fachgerecht zubereitete Tee einfach
köstlich.
Der Bericht wird in loser Folge
fortgesetzt. Bis dahin geben wir
den Lesern auf, sich selber hindurch zu probieren durch „use
Milspe“. Die Milspe ist eben ein
echter Bestandteil von unserem
„Mein Ennepetal“. Viel Spaß
beim Genießen, vie dräppet us
do!
Ortsteile im Überblick: Oberbauer
von Adalbert Meinecke
„Heimat“ was ist Heimat? Wo ist
Heimat? Hat Heimat noch eine
Bedeutung im Zeitalter der Globalisierung, der Mobilität, der
Flüchtlingsströme in der dritten
Welt und der Flüchtlingsströme
1945-46 auch bei uns in Deutschland?
Ja, auch in unserer hektischen,
aufgeklärten Welt hat „die Heimat“ noch eine tiefe Bedeutung.
Es ist die Sehnsucht der Menschen nach Ruhe, Stille, Geborgenheit. Ein Suchen nach den
Wurzeln, nach einer vertrauten
Umgebung. Suche nach Menschen, die mich lieben, die mich
verstehen, die mich annehmen
und mit denen ich Gemeinschaft
haben kann.
Da, wo mein Herz ist oder hin
will, da ist HEIMAT. Ich hoffe
auch eine Reihe Leser sieht und
fühlt „Oberbauer – das ist meine
Heimat“ und denen möchte ich
zeigen: Oberbauer lebt.
Stadtteilfest am 26. und
27. März
Oberbauer hat keinen eigentlichen Ortskern, da
es sich als Straßendorf
ca. 3 km an der Breckerfelder Straße, mit einigen
Abzweigungen, hinzieht.
Da auch keine Kneipen
und Geschäfte mehr da
sind, ist die Begegnung,
die Gemeinschaft der
Bürger etwas schwierig.
Der Bedarf ist da. Das
zeigte wieder einmal
das Stadtteilfest. Die
Turnhalle der AlbertSchweitzer-Schule war
rappelvoll. Ca. 500 Gäste füllten die Halle. Es
Alle Plätze waren besetzt
herrschte eine tolle, fröhliche
Stimmung. Dafür sorgten auch
die Sängerfreunde der Freiwilligen Feuerwehr Oberbauer, unter
der Leitung von Peter Tillmann.
Die Lachmuskeln strapazierten
Walter und Werner Altena mit
ihren plattdeutschen Beiträge.
kiche mit Torten und Kuchen.
Für Waffelspezialitäten war das
Team vom „Café am Weg“ der Ev.
Freikirchlichen Gemeinde Oberbauer zuständig. Für das „Deftige“ – Wurst Steaks und Bier –
sorgte die Freiwillige Feuerwehr,
da sie ja fürs Löschen zuständig
ist.
Bekanntlich isst man auch dem
Lande ja reichlich und gut. Dafür
sorgten die Damen des Fördervereins zur Erhaltung der Kreuz-
Ab 20:00 Uhr konnte dann zu
den Klängen der Band „Smithy“
und „The Threes“ das Tanzbein
geschwungen werden. Ende ... ?
Pfrn. Anja Martin und Christoph Wilkes
Der Hausmeister
29
Oberbauer
Der Sonntag begann mit einem
gut besuchten Gottesdienst, gestaltet von der Ev. Kirchengemeinde und der Ev. Freikirchlichen Gemeinde. Hier ging es
auch recht locker und fröhlich
zu. Es stand kein Pastor im Talar auf der Kanzel, sondern Frau
Anja Martin, in Stiefeln und
schickem Strickkleid und Christoph Wilkes als Hausmeister, in
Kittel und Schlapphut am Mikrophon. Bei aller Fröhlichkeit
hatte die Botschaft Tiefgang. Unterstützt wurde der Gottesdienst
vom Posaunenchor der Kreuzkirche und dem Musikkreis der
Ev. Freikirchlichen Gemeinde.
Etwas lauter wurde es dann, als
die Stadt- und Feuerwehrkapelle
zum Frühschoppen aufspielte.
Nach einer deftigen Erbsensuppe
und Kaffeetrinken war das dritte
Stadtteilfest Vergangenheit. Wir
freuen uns auf das „Vierte“.
Café am Weg
und Kirchenfrühstück
Die Bürger von Oberbauer haben ein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Geselligkeit. Das
merkt man daran, wie gut Veranstaltungen besucht werden, bei
denen man locker und zwanglos zusammen sitzen und reden
kann, wie zum Beispiel beim
„Café am Weg“ der Ev. Freikirchlichen Gemeinde in der Kotthauser Straße. Jeden 1. Sonntag im
Monat öffnet das Café seine Türen. Bei Kaffee und frisch gebackenen Waffeln mit verschiedenen Zutaten wird munter erzählt
und in Erinnerungen gegraben.
Viele alte Bekanntschaften wurden hier wieder aufgefrischt. Ich
habe hier eine Schulkameradin
wiedergetroffen, die ich fast 70
Jahre nicht gesehen hatte.
30
Stadt- und Feuerwehrkapelle im Einsatz
Viele Gäste sind schon Stammkunden, sie kommen regelmäßig
zum „Waffel-Sonntag“. Bei gutem
Wetter nutzen auch die Radfahrer und Wanderer die Gelegenheit zu einer erholsamen Rast.
Genauso gut besucht ist das „Kirchenfrühstück“ des Förderkreises zur Erhaltung der Kreuzkirche. Sechs mal im Jahr lädt der
Förderverein zu einem deftigen
Frühstücksbüffet ein. Der Zuspruch ist so groß, dass das Buffet schon im Vorraum aufgebaut
werden muss, um noch zusätz-
Fröhliche Gesichter im Café am Weg
lichen Tischen Platz zu machen.
Viele Alleinstehende nutzen die
Gelegenheit in fröhlicher Runde
zu frühstücken.
Der Stammtisch des „Freistaat
Oberbauer“ wird auch gut angenommen. Hier trifft man sich
vier mal im Jahr in der AlbertSchweitzer-Schule. Am Besuch
merkt man, die Bürger suchen
die Begegnung. Ich könnte mir
gut vorstellen, dass ein „Raum
der Begegnung“ gut angenommen würde.
Oberbauer
Baustellen
Gebaut wurde natürlich auch
wieder in Oberbauer. Einmal
Hochbau und einmal Tiefbau.
Hochbau auf dem Bolzplatz hinter der Albert-Schweizer-Schule.
Wie schon in den vergangenen
Jahren, hatten die Stadt und einige Sponsoren wieder Bauholz
für die kleinen Bauherren zur
Verfügung gestellt. Über 100
Kids sägten und hämmerten,
trotz Regen, mit großem Eifer an
ihren Bauprojekten. Unter dem
Motto „im Lande der Kulturen“
entstand eine Stadt mit abenteuerlichen Häusern. Der Phantasie und dem Ideenreichtum der
Kinder wurden keine Grenzen
gesetzt. Zum Abschluss der drei
Bauwochen gab es das Theaterstück „Hexenkuss und Zaubermus“. Es ist immer wieder erfrischend, den Kindern zuzusehen,
mit welchem Eifer sie bei der Sache sind. Prima, eine tolle Ferienaktion.
Richtig zur Sache ging es bei der
Tiefbauaktion. Die vor 50 Jahren verlegte Kanalisation in der
Siegerland- und Westfalenstraße
war marode und musste erneuert werden. Ca. 4 m tief muss-
Da ging es richtig zur Sache
Es war richtig voll bei der Feuerwehr
te gebaggert werden. Das war
schon eine arge Belästigung für
die Anwohner. Die Arbeiten sind
noch nicht abgeschlossen. Aber
was sein muss, muss sein.
Sommerfest der
Freiwilligen Feuerwehr
Am 6. und 7. August war halb
Oberbauer auf den Beinen. Es
ging nach Oberkotthausen zum
Feuerwehr-Gerätehaus. Hier feierten die Wehrleute ihr Sommerfest. Zwar ohne Sonnenschein,
aber mit Sonne im Herzen. Da
musste man dabei sein.
Für Groß und Klein war bestens
gesorgt Die Kinder konnten im
Sand buddeln oder sich auf der
Hüpfburg vergnügen. Der absolute Höhepunkt war natürlich
eine Fahrt mit dem Feuerwehrauto. Beeindruckend war die Simulation eines Küchenbrandes,
bei dem auch das Ausrücken aus
dem Gerätehaus gezeigt wurde.
Hier machten die Feuerwehrleute Werbung in eigener Sache. Es
fehlt der Nachwuchs. Auch Mädchen sind willkommen.
Für das leibliche Wohl war natürlich bestens gesorgt. Getränke für jeden Geschmack. Eine
Cocktailbar vermittelte etwas
Karibikgefühl. Und dann der
Backfisch von Ulla und Rocco,
da lief einem ja das Wasser im
Mund zusammen. Die Sängerfreunde der Feuerwehr Oberbauer sorgten mit ihren flotten Liedern für die nötige Stimmung.
Abends spielte Stefan Koch zum
Tanz auf. Das wurde natürlich
ausgiebig genutzt. Wann kann
man in Oberbauer schon tanzen?
Löschzugführer Jürgen Weissflog und alle Gäste waren rundum zufrieden.
31
Oberbauer
Löschzugführer Jürgen Weissflog
in Aktion
Groß ...
Weihnachtshof bei Familie
Müller
Zum dritten mal öffnete am 10.
Dezember der Weihnachtshof auf
dem Gelände der Familie Müller seine Tore. Diesmal kein Regen und kein Schnee – aber kalt.
Da schmeckte der Glühwein und
die Bratwurst. Bürgermeister
Wilhelm Wiggenhagen und sein
Stellvertreter Johannes Kraft
hatten es sich nicht nehmen lassen, diesen kleinsten, aber gemütlichen Weihnachtsmarkt zu
besuchen. Die Organisation lag
beim „Freistaat Oberbauer“ und
Susanne Müller. Wie es in Oberbauer üblich ist, packten alle
an und machten mit: Die Feuerwehr, die Sängerfreunde der
Feuerwehr, der Förderverein der
Kreuzkirche, die Ev. Freikirchliche Gemeinde Oberbauer, der
AWO-Kindergarten und natürlich die Familie Müller. Ich finde,
dass ist eine ganz tolle Sache. –
Weiter machen!
einer positiven Nachricht beendet. Diesmal muss mal etwas
Negatives geschrieben werden.
Wanderweg
rund um Ennepetal
Meinen letzten Bericht von
Oberbauer 2010 hatte ich mit
32
Die Stadt Ennepetal wirbt ja mit
der Natur, die wir hier haben, der
Kluterthöhle, Wäldern, Wiesen
und Wanderwegen. Der bekannteste Wanderweg ist der Weg
„Rund um Ennepetal“. Bekannt
auch durch den im August stattfindenden Bürgermeister-Wandertag. Der Weg tangiert Oberbauer von der Hasper Talsperre
durch die Lieth zur Breckerfelder Straße. Weiter, über die Siedlung Kohlstatt, zur Finkenberger
Mühle. Der Weg ist teilweise in
einem ganz schlechten Zustand
und bei Regenwetter kaum begehbar.
Vor einigen Jahren hat man den
maroden Holzsteg, über den
man den Hasperbach in Richtung Lieth überqueren konnte,
abgebrochen und durch ein paar
dicke Steine ersetzt.
Für ältere Leute und Behinderte
ist es fast unmöglich, den Bach
zu überqueren. Nach starken
... und Klein beim Weihnachtshof
Am Rande wurde gefachsimpelt
Regenfällen ist eine Überquerung ganz unmöglich.
Wer schafft hier Abhilfe? Wer ist
zuständig? Die Stadt Ennepetal
oder die Stadt Hagen oder niemand? Schön wäre es, wenn der
Bericht von Oberbauer im nächsten Jahr positiv enden könnte,
mit dem Satz: „Ein neuer Steg ist
da.“
Ortsteile im Überblick: Rüggeberg
von Werner Balke
Von Siberdinchusen zum
Schnabeler Weg
Als Karl der Große seinen Herrschaftsbereich – das fränkische Reich – durch Unterwerfung und Christianisierung der
Sachsen nach Osten ausdehnte,
war das Gebiet zwischen Wupper und Volme noch eine gebirgige Wildnis ohne Siedlungen und
Wege. Durchzogen von sumpfigen Bachtälern und waldreichen
Berghängen war sie kaum passierbar und daher für die damaligen Herrscher ohne besonderen
Nutzen. Zwischen dem 9. und 10.
Jahrhundert kamen jedoch mutige und arbeitsame Siedler in
diese Gegend. Sie suchten für
sich, ihre Familien und ihr Vieh
eine dauerhafte Bleibe, rodeten
die Wälder, legten in der Nähe
von Wasserquellen Höfe, Viehweiden, Gärten und Felder an.
Bruchteile ihrer Namen befinden
sich noch heute in den Bezeichnungen der Ort- und Bauerschaften.
An die Namen der Hofgründer wurde „inghausen“
angehängt.
Dadurch
entstanden
Gehöfte wie Berninghausen, Schweflinghausen,
Willringhausen,
Ebinghausen und viele
andere. Da nur sehr wenige Menschen in dieser Zeit des Lesens und
Schreibens kundig waren, wurde durch die
mündliche Überlieferung der eine oder andere Name im Laufe
der Zeit verändert. Aus
Siberdinchusen wurde
z.B. im Laufe der Jahrhunderte Seberinghau-
Severinghausen um 1950
sen und danach Severinghausen.
Den Namen Siberdinchusen
finden wir z.B. zusammen mit
Royckeberg und Heysterberge
in einer Urkunde aus dem Jahr
1315, aber nach ca. 170 Jahren
war aus Siberdinchusen schon
Severingusen geworden.
Frühere Bewohner
In einem Lageplan mit Auflistung der Bewohner aus dem Jahr
1486 erscheinen die Namen: Styne van Severinghusen, Goetze
to Severinghausen und Hyllebrant darby, und in der Skizze von
Dr. W. von Kürten aus dem Jahre
1710 findet man:
Ebert zu Sevringhausen, Jacob
Schmit und Jacob Wellenbeck zu
Der „Graf von Severinghausen“ Emil
Kickuth
Sebringhausen, sowie das „Niederste Guth“ womit wohl das
ältere Wohnhaus am Campingplatz gemeint ist.
Ob die jetzigen Bewohner den
Namen: Styne van Severinghusen zum Anlass genommen haben, den Hof-Ältesten scherzhaft
mit Graf von Severinghausen anzusprechen, kann nicht nachgewiesen werden.
Die Grenzen des Gutes Severinghausen, welches auch auf alten
Karten stets separat von Rüggeberg verzeichnet ist, sind nicht
mehr genau festzustellen.
Emil Kickuth, der zurzeit älteste
Bewohner, ist im Besitz von Dokumenten, welche die Größe des
früheren Gehöftes Küper auf ca.
200 Morgen (50 ha.) ausweisen.
Eine Hälfte bestand aus Waldungen, die andere aus bewirtschafteter Fläche. Hinzu kamen noch
die Liegenschaften der benachbarten Kötter.
Im Osten grenzte es an das jetzige Schul- und Kindergartengelände, im Süden etwa an die jetzige Severinghauser Straße, im
Westen bis über den Bachlauf
der Milspe (jetzt Heilenbecke)
hinaus und im Norden bis zur Linie Uhlenbart-Wellenbecke.
33
Rüggeberg
Familien Wellenbeck und
Hesterberg
Der Severinghauser Familie Wellenbeck entstammt die Gründerin der bekannten Ennepetaler
Firma Hesterberg und Söhne.
Susanne Hesterberg, geborene
Wellenbeck wurde 1725 geboren.
Ihr Ehemann Johannes Caspar
Hesterberg betrieb Landwirtschaften auf Severinghausen,
Mittelhesterberg und am Wittenstein und handelte mit Stahlprodukten, die er von verschiedenen Schmieden kaufte.
Er verstarb im Jahr 1763 und
hinterließ seiner Frau und seinen
Söhnen die obigen Güter.
Der Sohn Johann Caspar Hesterberg gehörte zu dem Ausschuss, welcher am 20.3.1785
eine schriftliche Petition an die
königlich-preußische Regierung
in Kleve verfasste, mit dem Ziel,
in Rüggeberg eine eigene Kirchengemeinde mit eigenem Pfarrer gründen zu dürfen, also sich
von der Schwelmer Kirche zu
trennen.
Die Witwe Susanne Hesterberg,
geborene Wellenbeck hat die Zeichen der damaligen Zeit erkannt.
Die Eisen- und Stahlindustrie
blühte auf und mit der Herstellung und dem Handel von Stahlprodukten wurde gut verdient.
So entschloss sie sich, auf ihrem
Grundstück im Tal an der Heilenbecke, an der Untersten Kalten Kirche einen Reckhammer
zu errichten, wofür sie im Jahr
1780 ein Darlehen von einem
Herrn Johann Henrich Küper
aus Berchum aufnahm und damit die Firma Hesterberg & Söhne gründete.
Der Reckhammer wurde bereits
im Jahre 1781, also schon 115
Jahre vor Fertigstellung der Heilenbecker Talsperre in Betrieb
34
genommen. Ihm folgte vier Jahre später ein zweiter, welcher etwas oberhalb erbaut wurde. Die
in den Reckhämmern hergestellten Stahlstangen wurden zum
Teil noch weiterverarbeitet zu
Feilen.
Mauerreste dieses zweiten Hammers, welcher später, im Jahr
1909, von Herrn Otto Lausberg
mitsamt Teich und umliegenden
Grundstück käuflich erworben
wurde, sind heute noch zu sehen.
Die Severinghauser Küpers
Im Jahre 1799 taucht der Name
Küper auf Seberinghausen im
Archiv der evangelischen Kirchengemeinde Rüggeberg erstmals auf, als dort der kleine Johannes Carl am 13.9. geboren
wurde. Seine Eltern waren Bernhard Georg Küper und seine
Ehefrau Anna Maria Mühlinghaus, die das Gut offenbar von
Frau Hesterberg oder deren Erben übernommen hatten.
Die Küpers von Severinghausen
waren offenbar gut angesehene,
fleißige und zuverlässige Menschen. Neben seiner Landwirtschaft übernahm ein Theodor
Küper per Urkunde vom 7. Mai
im Jahre 1866 die verantwortungsvolle Stelle als 1. Posthalter für die Bauerschaften
Schweflinghausen, Severinghausen, Mühlinghausen und Rüggeberg. Um diese Vertrauensstelle
der königlichen Postdirektion zu
bekommen, mussten viele Bedingungen erfüllt werden. Der
Posthalter musste ein Pferdegespann zur Verfügung stellen und
im Umgang mit Pferden geübt
sein. Er musste körperlich und
geistig überaus tüchtig und dem
Trunke nicht erlegen sein. 62
Jahre lang blieb dieses wichtige
Amt in der Familie Küper, bis im
Jahr 1925 die gemütliche Post-
kutsche durch Benzinfahrzeuge
ersetzt wurde. – Schade!Bis zum Jahre 1955 war das Gut
Severinghausen noch im Besitz
der Familie Küper.
Die letzten Besitzer hießen Theodor, geboren 1890, und Gustav,
geboren im Jahr 1892. Da sie
kinderlos waren und sich aus der
Familie wohl niemand fand, welcher den Hof übernehmen wollte,
verkauften sie diesen und wohnten danach in ihrem neu gebauten, schmucken Schieferhaus in
der Nähe des Hofes.
Mit zwei PS ging es auch
Küpers haben für Ihre Arbeit auf
den Feldern und in den Wäldern
nie einen Traktor benutzt.
Anstatt Lanz, Hanomag oder
Fendt verrichteten Hans, Fritz,
Juno, Rex oder Hektor, schwere, kräftige Kaltblut-Pferde die
Schwerstarbeit auf dem Hof. Sie
wurden eingespannt, wenn ein
Pflug, eine Egge, ein Karren oder
Heuwagen sowie Baumstämme
bewegt werden mussten. Emil
Kickuth, welcher seine landwirtschaftliche Lehre auf dem Hof
absolviert hat, kennt sie noch
alle. Er weiß auch noch, welches
Pferd sich für welche Arbeit am
besten eignete. Der Käufer des
Küperschen Hofes, Herr Karl
Voss, hat diesen jedoch nicht lange behalten. In den Jahren 1958
bis 1959, als in Rüggeberg die
Flurbereinigung durchgeführt
und mehrere landwirtschaftliche Betriebe ausgelagert wurden, übernahm der benachbarte
Landwirt Morhenne den größten
Teil der Flächen. Das Haus-und
Scheunengrundstück ging in das
Eigentum der Stadt Ennepetal
über und wurde kurz darauf weiterverkauft und zu Wohnzwecken umgebaut.
Rüggeberg
Großfeuer auf
Severinghausen
Im alten küperschen Bauernhaus, in den früheren Stallungen und auf dem ausgebautem
Heuboden waren inzwischen
Wohnungen für mehrere Familien ausgebaut worden, als in der
Nacht vom 10. Juni 1980 plötzlich Feuer ausbrach und im Nu
das ganz Haus in ein Flammenmeer verwandelte. Die zum Teil
schlafenden Bewohner konnten
sich ins Freie retten aber alle 34
Menschen verloren ihr Zuhause.
Ein Wiederaufbau des historischen Gebäudes war aus verschiedenen Gründen nicht möglich. An etwa gleicher Stelle
entstanden kurz danach vier
schmucke und moderne Reiheneigenheime. jedoch war die
Idylle des ursprünglichen und
rustikalen Gehöftes mit Obstwiese, Bauerngarten und Hühnerhof für immer verloren. Dass
der Standort für das alte Gehöft
gut gewählt war, zeigte sich auch
daran, dass im Keller desselben
ein Tiefbrunnen war, aus wel-
Hof Küper vor dem Brand
chem in all den Jahrhunderten
genügend Trinkwasser für Menschen und Vieh geschöpft werden
konnte. Außerhalb des Gehöftes gab es noch einen ergiebigen
Brunnen unter einem mächtigen
Eschenbaum, aus welchem sich
die Nachbarn bei Bedarf bedienten.
Der aus dicken Eichenbohlen errichtete Haferkasten aus dem
Jahr 1717, welcher seit seiner Erbauung westlich vom Hof stand
und bis zuletzt genutzt wurde,
war glücklicherweise am Ende
der sechziger Jahre vom Bauhof der Stadt Ennepetal zerlegt
und abtransportiert worden. Dadurch wurde er vor seiner Vernichtung bewahrt. Dicht daneben befand sich noch ein kleines
Heuerlings-Häuschen mit einem Teich, welches Jahrzehnte von Robert und Pauline Berninghaus, später von der Familie
Lausberg bewohnt wurde. Im
April 1945 wurde es durch Artilleriebeschuss in Brand gesetzt
und völlig zerstört.
Lange Muan
Op Sevekusen spi‘ellt sik dat
Liäwen vüöll doabuuten av.
Wamme uut däm Fensta
kieket, kamme meerßens
ümmes vanne Noahban
biem Hanteern seihn.
Taufälligawiese süht Mallis
iähre Noahbasche doabuuten
met ümmes dispelte‘en. Sä
wääget met Iärme un Hänne
inne Loch rüm. Vastoahn
kann Mallis nix, es awa
gehöahrig niggelig, wat dat
te bedü‘en hiät. „Emil“ röppt
ät, „ek glöwe Klärchen well
fleigen lää‘en. Dat wääget
mette Hänne und Iärme inne
Loch rüm“.“Loa mi es seihn“
si‘ett Emil und kieket ook es
düöach de Ruten. „Nee wat,
dat well nich fleigen lää‘en.
Dat wieset Adolf män blos bu
lang iähre Muan dü‘et Joahr
gewassen sit.“
Luoack maken?
Albätt van Rüggebiärge,
me kannte ne ook unna
„Bosko“ hadde niäwen siene
Fielenklöpperigge un siem
kleinen Prumenkuoatten
noch dän ährenwährtigen
Beruf van nem Doo‘engriäwa.
As hä öalla wu‘e konn hä
tiämlik schläch höa‘en und
wann siene Noahban sik wat
vatallten, doa hä sik ümma
siene Hand ächtam Oahr
hoallen, üm wat mettekriegen
vanne Quaaterigge. Wann
wuoalles van öallere, kranke
Lüü gekü‘et wu‘e, was hä
besunnas niggelig. Hä freig
dann: „Watt es met däm?
Mau‘k en Luoack maken?
Dat dä mi bloß nich im Winta
kömmt!“
35
Rüggeberg
Alter Haferkasten auf Severinghausen
H. Langenscheidt am Feilen-Amboss
Die Nachbarschaft
Severinghausen
Neben dem Gutshof Küper gab
es auf Severinghausen noch kleinere Höfe bzw. Kotten. Die Familien Berninghaus, Kickuth,
Kumpmann und Langenscheidt/
Machelett betrieben auch Landwirtschaft, aber als Nebenerwerb. Zu den kleinen Bauernhäusern gehörte fast immer
eine „Schmitte“, in welcher Eisen- und Stahlartikel hergestellt
oder bearbeitet wurden; auch in
dem „Unterste Guth“ , dem Haus
an der jetzigen Severinghauser
Str. Nr. 72, welches Anfang des
19. Jahrhunderts erbaut wurde.
Dort war von der Firma Hesterberg eine kleine Feilenhauerei eingerichtet. Hier wurden
von dem aus Halver stammenden Feilenhauer Karl Lausberg
in mühevoller Handarbeit auf einem schweren Amboss Feilen gehauen. Hermann Langenscheidt,
der jetzige Besitzer, hat die Feilenhauer-Einrichtung und die
Werkzeuge zum Drechseln der
Feilenhefte bis heute aufbewahrt
und kann interessierten Besu-
chern die Arbeitsgänge demonstrieren.
36
In der Schmitte von Berninghaus
wurden anfangs Riemenschrauben hergestellt; später Schlosskästen, Kohlenschaufeln und andere geformte Blechteile. Auch
ein kleiner Lebensmittelladen
befand sich im Wohnhaus der
Familie Berninghaus.
Etwas abseits vom Hof Küper befand sich in einem kleinen Bruch-
Hufschmiede (Kollage)
steingebäude eine Hufschmiede, in welcher bis zum Jahr 1945
der Hufschmied Walter Schmidt
den noch zahlreichen Rüggeberger Pferden neue „Schuhe“ verpasste. Das Wasser zum Abkühlen der glühenden Eisen konnte
er aus dem nahen Wasch- und
Ententeich schöpfen, auf dessen
Eisfläche im Winter die Rüggeberger Kinder gern Schlittschuh
liefen.
Rüggeberg
Der Nachbar Emil Kickuth weiß
zu berichten, dass das ältere
Haus ursprünglich ein Strohdach und ein offenes Herdfeuer
hatte, welches bei einem Umbau
entdeckt wurde.
Aus den alten Familienurkunden
ist ersichtlich, dass in den Jahren
1840 bis 1871 seine Vorfahren
namens Hackenberg dort wohnten. Danach ging der Besitz über
auf die Familie Flüshöh, aus welcher seine Großmutter stammte.
In der bis 2010 noch erhaltenen
Schmitte der Familie Machelett wurden vom Großvater Karl
Langenscheidt bis zum Jahr 1913
auch Feilen gehauen. Das kleine,
von Efeu umwachsene Ziegelsteingebäude ist jetzt leider verfallen und wird demnächst ganz
abgebrochen werden, um Platz
für eine neue Bebauung zu schaffen.
Das Haus der Familie Kumpmann wurde wahrscheinlich im
18. Jahrhundert von den Vorfahren namens König erbaut. Im
Kirchenarchiv von Rüggeberg
findet man die erste Eintragung
über die Geburt eines Henrich
Friedrich Wilhelm Kumpmann
am 15.Juli 1806. Seine Eltern
waren: Heinrich Kumpmann
und Maria Catharina, geb. König, von Severinghausen. Aus
mündlichen
Überlieferungen
geht hervor, dass die Königs das
erste Haus, welches in einem
sumpfigen Gelände stand, abgerissen und an der jetzigen Stelle
ein neues errichtet hatten
Am Schnabeler Weg
Als in den fünfziger Jahren begonnen wurde, an den Ortsrändern von Rüggeberg neue
Wohnhäuser und NebenerwerbsSiedlungen zu errichten und
Straßen anzulegen, begann auch
auf Severinghausen die Bautätig-
Feilenhauer-Schmitte auf Severinghausen
keit. Nach und nach wurden die
freien Flächen an der neu angelegten Asphaltstraße beidseitig
zugebaut. Viele Garten-und Wiesenflächen verschwanden.
Der Karrenweg, welcher von der
jetzigen Severinghauser Straße
zur Rüggeberger Straße führte,
bekam nach dem Ausbau den etwas seltsamen Namen: „Schnabeler Weg“, weil die Stelle, wo er
auf die Rüggeberger Straße trifft
und endet, im Volksmund „Am
Schnabel“ genannt wurde. Ursprung für diese Bezeichnung
soll ein spitz zulaufendes, wie
ein Vogelschnabel aussehendes
Grundstück sein, welches früher
der Kirchengemeinde gehörte.
von Automotoren und Motorrädern.
Eines ist aber geblieben auf
Siberdinchuson alias Severinghausen: Das Singen der Vögel
in Hecken und auf Bäumen, das
Lachen der Kinder beim Spielen,
die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft unter den Nachbarn.
Es lebt sich immer noch gut auf
Severinghausen!
(Lit. Quellen: Hermann Hirschberg: Streiflichter aus der Geschichte des Ennepetaler Raums
und Dieter Wiethege: Die Geschichte der Hammerwerke im
Heilenbecker Tal.)
Dort wo früher Pferdefuhrwerke und Kühe die Wege passierten und ihren charakteristischen
Landgeruch verbreiteten, riecht
es jetzt nach Auspuffgasen, und
an die Stelle der typischen Tiergeräusche, wie das Muhen der
Rinder, das Gackern der Hühner und das Krähen der Hähne
traten Gebrumm und Geknatter
37
Ortsteile im Überblick: Voerde
von Waldemar Guderian
Das Jahr 2011 in Voerde
Januar
Das Jahr begann mit dem Schießen der Vereine im Schützenheim, bei diesem gemütlichen
Jahresbeginn trifft sich alles,
was im Kirchspiel Voerde laufen
kann zur Begrüßung des neuen
Jahres.
Im Januar bekamen die Anwohner des Friemannweges ungebetene Gäste, nämlich Wildschweine. Diese wühlten alles um, was
ihnen vor die Hauer kam.
Friedel Hillner, die eigentlich
gerne Gäste hat, war von diesen
Besuchern gar nicht begeistert.
Ende des Monats erhielt die Firma DORMA die Auszeichnung
„Top Job“, welche bestätigt, das
DORMA zu den besten Arbeitgebern Deutschlands gehört.
Februar
Im Februar gab es bei den Vereinen die ersten Karnevalsfeiern
mit viel Humor und guter Laune.
Die Firma DORMA stellte ihre
durch die Rudolf-Mankel-Stiftung geförderten Projekte vor.
März
Die zweite „Voerder Kneipennacht“ wird sehr gut
angenommen.
Teile der Firma Carl August Bauer werden versteigert.
Der Konkurs der Schwelmer Brauerei traf alle
Voerder Vereine und besonders die Voerder Kirmes.
38
April
Wieder schaffte Chirurg Roman
Kruzycki es, eine Ausstellung
der besonderen Art nach Voerde
in seine Praxis zu holen. Diesmal
war es eine Voerderin, Ilse von
Sivers, die ihre „Voerder Aussichten und mehr“ vorstellte.
Das Stadtarchiv schloss seine
Türen in Voerde und zog nach
Milspe um.
Der Monat endete mit einer sehr
gut besuchten Veranstaltung der
TG Voerde „Tanz in den Mai“.
In der ausverkauften Turnhalle
konnten sich alle mehr oder weniger austoben.
Mai
Seit Anfang Mai gibt es in
Voerde einen Nachmittagsmarkt
und zwar immer Dienstag Nachmittag. Dieser Markt wurde
von Anfang an sehr gut von den
Voerdern angenommen und die
Markthändler sind sehr zufrieden.
Die evangelische Johanneskirche
feiert ihr 230-jähriges Bestehen
im ganzen Jahr 2012. Die Auftaktveranstaltung ist im Mai.
Ab dem 30. Mai bis zum Ende
der Kirmes heißt die Lindenstraße wieder Blaukittelallee.
Juni
Die Voerder Kirmes mit Herz
schlägt alle Rekorde, fast alle
Stadtteile sind mit einem eigenen Fahrzeug am Kirmesumzug
beteiligt.
Es gibt aber auch Probleme, auf
dem Aldi-Parkplatz treffen sich
abends jugendliche Autofans, die
mit ihren Fahrzeugen Parkplatzrennen veranstalten.
Der Spielplatz Ecke Lindenstraße/
Ecke Loherstraße wird wieder
durch „die Voerder Baugenossen-
schaft“ hergerichtet und bleibt
erhalten.
Juli
Am 16. Juli feierte die ev. Stiftung „Loher Nocken“ ihren Familientag. Auf der sehr gut besuchten Veranstaltung gab es für
jeden etwas. Von einem Fußballturnier über Imbissstände, Chormusik bis hin zur Autoshow war
alles vertreten.
Die nächste Großveranstaltung
fand im Rahmen des Festjahres zum 230-jährigen Bestehen
der ev. Johanneskirche statt. Ein
Konzert der Big Band der Bergischen Musikschule Wuppertal,
das alle begeisterte.
August
Der Heimatverein Voerde hatte ein kleines Jubiläum, sein 35.
Prölken Koffi, und wieder war
der Saal im evangelischen Gemeindehaus voll.
Der Voerder Schützenverein hat
ein neues Sommer-Königspaar,
es sind Ingold und Klaus Schneider.
September
In Voerde gab es wieder „Voerde
bittet zu Tisch“. Bei dieser gut
besuchten Veranstaltung, die
vom Wettergott begünstigt wurde, konnten alle mit einem zufriedenen Lächeln nach Hause
gehen. Das Wetter gut, das Essen
gut, die Getränke gut, die Unterhaltung gut, es stimmte einfach
alles. So war es ein rundum gelungenes Fest.
Es gibt ein altes neues Restaurant
in Voerde, aus „Haus Grete“ wird
„Lenjas“. Mit der Neueröffnung
soll auch ein frischer Wind und
eine Bereicherung der Voerder
Gastronomie entstehen.
DORMA gibt neue Rekorde im
Umsatz bekannt und bekennt
sich zu Ennepetal.
Oktober
Hermann Hirschberg legt aus
Gesundheitsgründen sein Amt
als Kirchenarchivar nieder.
Febi bekräftigt seine Weltmarktführung als Teilelieferant für
unabhängige Werkstätten. Zudem erhielt Febi in Paris bei der
diesjährigen Messe „Equip Auto“
die Auszeichnung „Innovation
Award“.
November
Wir haben in Voerde eine neue
Autorin, Friedel Himmen. Sie
schrieb das Buch „Roter Himmel“. Darin beschreibt sie Geschichten aus ihrer Kindheit und
Jugendzeit in Voerde.
In der Voerder Johanneskirche
gibt es wieder etwas Neues, der
Kirchenchor nennt sich jetzt Johanneskantorei und wird ein
bunt gemischtes musikalisches
Repertoire bieten.
Horst Groth stellt seinen Film
„Blüte und Untergang der Firma
Bauer“ vor.
In der Praxis von Roman Kruzycki gab es wieder eine Ausstellung, diesmal über „New York“
aus der persönlichen Sicht der
Eheleute Kruzycki.
Dezember
Der Voerder Weihnachtsmarkt
litt sehr unter dem schlechten
Wetter und so kamen lange nicht
so viel Besucher wie in den vorherigen Jahren. In Voerde gibt es
auch in diesem Jahr den Fenster
Adventskalender.
Die Sauerländer Musikanten begeisterten die Gäste beim diesjährigen Weihnachtskonzert in
der Jahanneskirche.
Otto Griese feierte seinen 101.
Geburtstag.
Am 3. Advent gab MGV Eintracht
Kotthauser Höh sein Weihnachtskonzert in der Johanneskirche und stimmt alle auf Weihnachten ein.
Hier wätt Platt gekürt ...
Ne Geschichte ut Voerde
Et gaf en Platz hier urwen in Voerde,
da nich tom allerschösten gehörde.
Man sach doför Mänhätten,
doch dä Sake es nu gegärten.
Dä Hochhüser sind afgebrorken,
dat ha dä Bauverein vasprorken.
Et gaf lange Krach, un ok vüoll Dreck,
doch nu is dat schlimmste jo ok wäch.
Wo frögger sone schöne Wiesche wor,
stonden dä Hochhüser lange Johr.
Grote Hopen lieget noch do, Stehner un Dreck,
doch dat kömmt ok bestemmt noch weg.
Nu könnt dä Lü vanne Quobke wir kieken,
dä Blick kann büs int Hülsenbeckerdal hen strieken.
Un Ruhe kehrt ok bolle wir in,
lot dä Arbeher ers mol feddig sin.
Voerde wor es dat twedschönste Dorp in Westfalen.
Vandage könn vie do nich mä met prahlen.
Doch wänn man däm Voerder Kerkturm nich mä süht,
ek segget ink, da wätt mancher tom dullen Geschüht.
Friedel Hillner
39
Kultur im Jahresrückblick: Kulturgemeinde Ennepetal e.V.
von Hartmut Köhler
Rückblick 2011
und Ende einer Ära
Vorsitzender
Hartmut Köhler legt nach
33 Jahren sein Amt nieder
2011 umfasste – nüchtern betrachtet – das Angebot der Kulturgemeinde Ennepetal 51 Veranstaltungen.
Dieses Angebot wurde von 10.720
Besuchern genutzt, was aber
in Wirklichkeit heißt: dankbar
an- und aufgenommen wurde.
gen bedingte bei den Zuhörern
ein Nachdenken, Mitempfinden,
Nachvollziehen und eine nachwirkende Dankbarkeit.
Schlagzeug und mehr: Wie
absolut vielfältig, alle Wissensgebiete umfassend das Kulturgemeindeangebot ist, erlebten
die Zuhörer / Zuschauer bei der
Veranstaltung „Schlagzeug und
mehr“. Fünf Schlagzeuger vom
Gewandhausorchester Leipzig,
der Staatskapelle Berlin, den Bochumer Symphonikern und der
Musilhochschule Köln spielten
ein abwechslungsreiches Programm, das alle Facetten der
großen Schlagzeugfamilie zu Gehör brachte – und es waren viele
Instrumente, denn der 4,5-Tonner LKW war gut gefüllt.
Tanz um die Welt: 36 Tänzerinnen und Tänzer des Russischen Nationalballetts Moskau
ließen die Reichenbach-Aula zum
„Bolschoi-Theater“ werden und
die Begeisterung der Zuschauer
dürfte in beiden „Häusern“ ver-
An dieser Stelle sollen vier der
herausragendsten Abende besondere Erwähnung finden:
Joachim Gauck: 600 Besuchern wurde klar, dass es nicht
auf Titel oder Amt „Bundespräsident“ ankommt, sondern dass es
allein um die Persönlichkeit, den
Menschen Joachim Gauck ging.
Die völlig uneitle, menschlichdirekte, persönlich nachzuempfindende Art seiner Ausführungleichbar sein. Das wirklich Besondere dieses Abends war aber
auch das Programm, denn es
kamen – so lautete das Wunschprogramm = Auftrag des Kulturgemeindevorsitzenden – nur folkloristisch geprägte Tänze aus
den klassischen Ballettwerken
zu „Auge und Gehör“. Eine
Sternstunde in der ausverkauften Aula für Ennepetal und den
EN-Kreis.
Joachim Gauck
40
Moscow Circus on Ice – eine
perfekte, höchst artistische Zirkus-Show auf Schlittschuhen.
Zwei bis in die oberen Ränge gefüllte Veranstaltungen ließen alle
Kulturgemeinde Ennepetal e.V.
Zuschauer erstaunen, was auf der
9 x 9 m erweiterten Bühne künstlerisch und technisch möglich
gemacht werden kann. Fazit: unglaublich, spannend, unterhaltsam, wohltuend, zauberhaft. Da
passte es, dass sich der Kulturgemeindeleiter Hartmut Köhler
als „Zirkusdirektor“ mit Zylinder
und weißem Schal von seinem
Publikum verabschiedete.
Diesem ereignisreichen Jahr
2011 gingen 33 Jahre vorab.
Um noch einmal kurz die Statistik zu bemühen: über 2.000 Veranstaltungen, davon etwa 1.000
Vorträge, das andere waren Konzertabende in der Aula, sowie
Besichtigungen, Studienfahrten,
Opern-, Schauspiel- und Konzertbesuche in den Großstädten
NRWs.
Das sind Zahlen; dahinter stehen
aber kulturelle Genüsse, permanente Wissenserweiterung, Beschäftigung mit neuesten Forschungsergebnissen, das direkte
Erleben großer Persönlichkeiten.
Nachhaltig sind die menschlichen Begegnungen, sind die Kontakte und ihre Pflege. Die sechs
Gästebücher der Kulturgemeinde „sprechen Bände“ über diese
einmaligen Besuche.
Es zeigt sich, dass die Eintragungen der eher Unbekannten
ganz und gar mit denen der Prominenten vergleichbar sind, wie
auch die persönlichen Erlebnisse
mit den Referenten und Künstlern. Manches goldene Buch einer Stadt schätzte sich glücklich
über die Eintragungen bzw. Briefinhalte z.B. von
Wolfgang Arps, Klaus Bednarz, Alfred Biolek, Jörg Demus, Heiko Engelkes, August
Everding, Lois Fisher-Ruge, Jus-
Reinhold Messner / Frank Plasberg
tus Frantz, Arved Fuchs, Joachim Gauck, Christian Graf von
Krockow, Hans-Heinrich Isenbarth, Janosch, Reiner Klimke,
Thilo Koch, Lew Kopelew, Katia
und Marielle Labèque, Siegfried
Lenz, Sandra Maischberger, Michael Martin, Reinhold Messner,
Helmut Müller-Brühl, Prinz Asfa-Wosse Asserate von Äthiopien, Max Raabe und das Palastorchester, Johannes Rau, Christian
Quadflieg, Maria Stader, Helmuth Thielecke, Martin Walser,
Karl-Heinz Wocker.
Wenn es um einmalige und
unwiederholbare Chorkonzerte
geht, dann sind das z.B. die Auftritte der Regensburger Domspatzen, des Thomanerchores
Leipzig und des Dresdner Kreuzchores. Gleiches gilt für das Klavierspiel von Vater und Sohn
Justus Frantz und Christopher
Tainton-Frantz, denn der erste gemeinsame Konzertauftritt von Vater und Sohn mit
dem Mozartschen Klavierkonzert für zwei Klaviere wurde zum
künstlerischen Vergleichsspiel:
das Mienenspiel des Sohnes verriet die Frage: „Na, wie gerät jetzt
deine Themenwiederholung?“
Familiäres kam völlig unerwartet
bei der Nachbesinnung im Hause Köhler zutage, als sich die Referentin zum Thema „Bach und
seine Söhne“, Cornelia Krum-
biegel als Mutter von Sebastian
Krumbiegel („Die Prinzen“) herausstellte. Trotz dieser Beziehung
konnten „Die Prinzen“ nicht zum
Auftritt in Ennepetal gewonnen
werden. Das wäre mal was für
die Jugendlichen gewesen . . .
Unbedingt ist zu erwähnen,
dass sich bei vielen Referenten
und Ensembles beim „Nachhuck“ (Zitat von Konrad Schily) die Beziehungen festigten
und damit die Mehrfachauftritte. Bei Einzelpersonen brachte
die Wiederverpflichtung keine
Schwierigkeiten mit sich, aber
bei Ensembles mussten die weiteren Finanzierungen gesichert
sein. Das galt z.B. für die zwei
Großveranstaltungen mit dem
Palastorchester und Max Raabe. Katia und Marielle Labéque
gaben 4 Konzerte, das Bachorchester des Gewandhauses kam
6 mal, wobei der Konzertmeister des Gewandhausorchesters
Prof. Friedrich Funke vom zweiten Auftritt an immer die Werkwünsche der Kulturgemeinde ins
Programm aufnahm. Dabei stellte sich so nebenbei heraus, dass
die gewünschten Sinfoniewünsche von frühen bzw. mittleren
Haydn-Sinfonien (Joseph Haydn
schrieb 104 Sinfonien) nicht zum
Gewandhausrepertoire gehörten.
Im Laufe der Jahre wurden so ca.
5 Sinfonien nach unseren Wünschen gespielt, wobei einmal das
41
Kulturgemeinde Ennepetal e.V.
Notenmaterial von uns gekauft
werden musste, weil es nicht im
Notenarchiv des Gewandhauses war – nun aber. Somit ging
die Kulturgemeinde Ennepetal
in die Archivübersicht des Gewandhauses ein.
Gerne erinnert man sich an
den Wunsch an das Klavierduo
Labèque, Tschaikowskys „Capriccio Italien“ für uns noch einmal ins Programm aufzunehmen. Das geschah auch, mit der
Folge, dass dieses Werk anschließend im Tourneeplan (Italien,
England, USA) aufgenommen
wurde – vielleicht nach der Maßgabe: „Da wir es nun schon neu
einüben mussten … “.
Eine Rekordzahl ist mit Prof.
Dr. Friedrich W. Funke verbunden. 50 Jahre hielt er der Kulturgemeinde mit 56 Vorträgen die
Treue; die gilt auch umgekehrt.
Der Völkerkundler Funke brachte damit schon in den frühen
50er Jahren die Welt nach Ennepetal.
Eine Ausnahmeveranstaltung
war 1991 das hochwertige, zwei-
Hartmut Köhler
42
tägige Symposion „Leitbilder in
der Stadtplanung 1945 – 1985“
mit dem damaligen Stadtplanungsdirektor Frankfurt/Main
Hans-R. Müller-Raemisch im
Haus Ennepetal.
Es würde den Umfang dieses
Heftes sprengen, wenn auch nur
stichwortartig, von den großen
Besonderheiten auf den Fahrten
eingegangen würde. Stellvertretend seien folgende erwähnt:
1990 sahen wir den roten Stern
von der Staatsbank in Budapest
fallen / in der Kölner Philharmonie, im Gewandhaus Leipzig,
in St. Marien Lübeck, im Kölner
Opernhaus, im Wiener Konzertvereinssaal nahm die Kulturgemeinde an Fernsehübertragungen teil / die Führung in der
Kunsthalle Emden übernahm
Frau Eske Nannen persönlich
/ am Polarkreis bei Rovaniemi
gab es statt einer gemütlichen
Bootsfahrt eine heftig-bewegte
Wildwasserfahrt / die Unternehmer Klais (Bonn) und Jehmlich
(Dresden) führten selber durch
ihre Orgelbaufirmen / Beziehungen verhalfen Zutritt in die
Großküche und die Gewächshäuser auf der Insel Mainau / es war
uns vergönnt, das letzte Konzert
des großen Dirigenten Günter
Wand (2002) in der Stadthalle Wuppertal mitzuerleben / im
Salzbergwerk Solvay wanderte man in 980 m Tiefe und im
Transrapid erlebte man die persönliche Höchstgeschwindigkeit
von 450 km/h / Pianist Jörg Demus lud uns am Attersee in sein
Privatmuseum ein (ca. 50 historische Klaviere / mit 2-stündiger
Instrumentenpräsentation) / der
Kastellan vom Schloss Linderhof
führte uns als letzte Gruppe des
Tages durch „sein“ Schloss und
gewährte, naturgegeben, manche Extrablicke hinter die Kulissen / Jo Schöler (WR) vermittelte, dass die Kulturgemeinde
45 Karten für das ausverkaufte
Konzert der Berliner Philharmoniker mit Simon Rattle in Wuppertal erhielt .. .
Mit einem herzlichen Glück auf
verabschiedet sich Ihr langjähriger Berichterstatter über die Kulturgemeinde des jeweils letzten
Jahres.
Kultur im Jahresrückblick: Akkordeon-Orchester Ennepetal e.V.
von Anita Schöneberg
50 Jahre AkkordeonOrchester Ennepetal e.V.
1960 – 2010
Mit einem Neujahrskonzert am
Sonntag, den 9. Januar in der
Evangelischen Kirche zu Milspe
endete ein aktives Jubiläumsjahr
zum 50. Geburtstag des Akkordeon-Orchesters Ennepetal e.V.
„Das Jubiläumsjahr 2010 wurde im März 2010 mit einem gemeinsamen Konzert mit dem
Shanty-Chor Voerde Ennepetal von 1985 e.V. eröffnet. Der
Shanty-Chor, mit dem uns eine
wunderbare Freundschaft verbindet, feierte in 2010 seinen 25.
Geburtstag. Da bot sich ein gemeinsames Konzert der beiden
beliebten Klangkörper an“, so
Jürgen Schöneberg, Vorsitzender des Akkordeon-Orchesters
Ennepetal e.V.
Das große Konzert mit dem befreundeten Mandolinenclub Divertimando aus Ennepetals
Partnerstadt Vilvoorde sorgte
am 30. Oktober 2010 für eine
volle Aula und einen Hörgenuss
der besonderen Art. Frans Verhoeven, der Dirigent von Divertimando hatte eigens ein Stück
als Jubiläumsgeschenk für das
Akkordeon-Orchester geschrie-
ben. „Akkorenne“, so der Titel
des Musikstückes, das von den
Freundinnen und Freunden des
Mandolinenclubs an dem Samstag uraufgeführt wurde.
„Uns verbindet seit 1987 eine
herzliche musikalische Freundschaft“, so Jürgen Schöneberg,
Vorsitzender des AkkordeonOrchesters. „Im Wechsel besuchen wir unsere belgischen
Freunde in Vilvoorde oder laden
sie nach Ennepetal ein. Das Jubiläumskonzert war für uns ein
willkommener Anlass, diese europäische Musikfreundschaft zu
pflegen.“
Ein kurzer Rückblick
auf 50 Jahre AOE
Das Jahr 1960 ist als Gründungsdatum festgelegt worden. Damals gab es ein JugendrotkreuzAkkordeon-Orchester, das sich
im Laufe der Jahrzehnte stetig
weiter entwickelt hat.
1965 übernahm Walter G. Brahm,
Städtischer Musikdirektor der
Stadt Ennepetal, das Dirigat für
viele Jahre. Das Orchester erlebte einen musikalischen Aufschwung und hohen Bekanntheitsgrad, nicht zuletzt durch
die unvergleichliche Art Walter
G. Brahms als Dirigent und Entertainer. Ihm folgte 1994 Nicole
von Gersum, eine ausgezeichnete
Akkordeonistin und Dirigentin,
die das Orchester 11 Jahre dirigierte.
Einladung zum Neujahrskonzert 2011 in der Ev. Kirche zu Milspe
1970 hatte sich das AkkordeonOrchester vom DRK gelöst. Neuer 1. Vorsitzender des Akkordeon-Orchesters Ennepetal e.V.
wurde Heinz Scheggetmann.
Konzerte in Gummersbach, Bad
Sassendorf, Leichlingen, Dortmund, Marienheide, Herdecke u.
v. m. trugen zum Erfolg bei.
43
Akkordeon-Orchester Ennepetal e.V.
glorreichen Sieben“, Maritimes
oder zum Neujahrskonzert Stücke der Strauß-Familie: Die Musikrichtungen könnten nicht unterschiedlicher sein.
Der Mandolinenclub Divertimando, Belgien, seit 1987 mit dem Akkordeon-Orchester befreundet
1978 übernahm Anita Schöneberg (geb. Gudat) für 14 Jahre
den Vorsitz. Ihrem Engagement
ist es zu verdanken, dass der
Kontakt zu dem Mandolinenclub aus Vilvoorde, Belgien hergestellt wurde. 1992 wurde Günter Jellinghaus Vorsitzender und
seit 1994 leitet Jürgen Schöneberg den Verein.
Dirigent ist seit 2005 Peter PaulKilian. Er führte das Orchester
auch durch das Jubiläumsjahr
und zeichnet verantwortlich für
die musikalische Vielfalt, die
das Akkordeon-Orchester seinen
treuen Fans und vielen neuen
Konzertgästen präsentierte:
Ob Tango „Jalousie“, „Auf einem
persischen Markt“ oder „Die
Das Akkordeon-Orchester im Jubiläumsjahr 2010
44
Der Mandolinenclub Divertimando spielt in seiner unnachahmlichen Art Stücke von Verdi,
Beethoven oder Offenbach. Meist
arrangiert vom Dirigenten Frans
Verhoeven. Wie immer gab es ein
großes Finale mit beiden Orchestern auf dem Jubiläumskonzert
im Oktober 2010. „Dafür haben
wir jeweils mit unseren Orchestern in unserer Heimat geübt.
Die gemeinsame Generalprobe
fand dann kurz vor dem Konzert
statt. Musik verbindet! Hierbei
kann man das auch praktisch erfahren“, so Peter-Paul Kilian.
Die Westfälische Rundschau berichtete über das Abschlusskonzert in der Ev. Kirche zu Milspe
wie folgt: „Das Abschlusskonzert
zum 50-jährigen Bestehen des
Akkordeon-Orchesters Ennepetal war eine Wucht. Da stimmte einfach alles. Die wunderbare Akustik in der Evangelischen
Kirche zu Milspe, die toll spielenden Akkordeonisten, der faszinierend temperamentvoll dirigierende Peter-Paul Kilian und
das großartige Publikum. Die
Kirche war ausgebucht, sogar die
Empore war belegt.
Damit jene einzigartige Atmosphäre aufkam, hatte sich das
Akkordeonorchester bewusst für
die Ev. Kirche zu Milspe entschieden. „Wir sind neue Wege gegangen“, so Anita Schöneberg, die zu
den 30 aktiven Mitgliedern des
Akkordeonorchesters gehört. Die
besondere Beziehung vieler Mitglieder des Akkordeon-Orchester zur Ev. Kirche Milspe durch
Taufe, Konfirmation und Heirat
und die Akustik haben den Aus-
Akkordeon-Orchester Ennepetal e.V.
schlag gegeben, das Konzert dort
stattfinden zu lassen.
Das Neujahrskonzert moderierte
Thomas Matt. Bei vielen Stücken
wie „Tritsch-Tratsch-Polka“ oder
dem Radetzky Marsch gingen
die Zuhörer regelrecht mit. Die
„Rosen aus dem Süden“ machten Freude auf das Frühjahr.
Schön die Ouvertüre zu „Dichter
und Bauer“ und der Feuerwerksmarsch. Aus der Fledermaus war
„Finale II. Akt“ zu hören, und
ebenso wundervoll erklangen die
vier „Steirischen Tänze“. Beim
„Kaiserwalzer“ vom Walzerkönig
Strauß war einmal mehr Bewegung bei den Besuchern zu spüren. Nach der „schönen blauen
Donau“ gab es Bravo-Rufe.
Und dann die Uraufführung von
„Akkorenne“ – dem Geschenk
von Divertimando zum 50. Geburtstag: Der Beifall wollte nicht
enden. Das Akkordeonorchester
Hier ein Blick in die Ev. Kirche zu Milspe beim Neujahrskonzert.
bedankte sich beim „großartigen
Publikum“, das stehend Applaus
spendete, mit einer Zugabe.
läumsjahres nach Maß! Hervorragend!“
„Das war ein Abschluss des Jubi-
Hier wätt Platt gekürt ...
Dä Kröte
Im Gahnen moken sick dä Lü en Diek,
dat fund dä Familge richtig schick.
Am Owend gong donerwen na Latüchte ahn,
alle soten drümrüm un frodden sick dran.
Doch enes Dages im vörigen Johr,
do was op emmol ne Kröte do.
Dä quakede nu am Dag un inne Nach,
dat Dier mok äwer ok mächtig Krach.
Man soch dat ganze Diekauwer aff,
doch sä wor nich do, dä Lü worn baff.
Kum hanse sick wir hengesatt,
gong dat Gequake wir los, dä Lü hand dat satt.
Sogar dä Katte soch dat Dier,
sä hiart nix gefunnen, dä Kröte es ümmer noch hier!
Friedel Hillner
45
Kultur im Jahresrückblick: Original-Sauerländer-Musikanten e.V.
von Horst Gockel
Erinnerungen an die
Original Sauerländer
Musikanten
Wir denken zurück bis in das
Jahr 1960, genauer gesagt, bis
zum 30. April 1960, denn da
spielten wir, die Gründer Walter
Gleim, Wilhelm Kuhn, Hans
Wenigroth, Horst Gleim und
Horst Gockel zum erstenmal
unter dem Namen Sauerländer
Musikanten. Es war in Hasperbach beim Tanz in den Mai, und
wir haben diesen Tag als offiziellen Gründungstag festgelegt.
In dem ersten Jahr haben wir
nur mit selbst geschriebenen
Noten musiziert. Die Auftritte
waren überwiegend bei kleinen
Vereins- oder Familienveranstaltungen, z.B. Hochzeit Ernst August und Renate Hübner.
Im zweiten Jahr kamen vier Musiker hinzu, es waren Willi Woeste, Fredi König, Walter Henning und Gerd Wenigroth. Mit
dieser Besetzung haben wir
zum erstenmal Himmelfahrt am
Haus Egge und am Kaiser-Friedrich-Turm gespielt. Die Noten die
wir dazu gekauft haben, bezahlten die Musiker selber. Unser erstes Probelokal war die Gaststätte
“Zum Brandteich” in Voerde,
46
Inhaber Fritz Gockel, mein Onkel. Nach zwei weiteren Jahren
haben wir dann einen Kellerraum, den uns Gerd Wenigroth
zur Verfügung stellte, mit viel
Arbeit und Freude ausgebaut.
Als die Musiker Heinz-Joachim Nölling, Klaus Hirschberg,
Manfred Eckhardt und Monika
Günther hinzukamen, wurde der
Kellerraum zu klein. Da nahm
uns Monika Günther mit in die
Direktoratschule
Lohernockenstraße, wo ihr Vater
Hausmeister war. Als die Stadt
Ennepetal bemerkte, dass wir
ohne offizielle Erlaubnis dort unsere Proben abhielten, verbot sie
uns weiter dort zu proben. Was
nun? Alle Musiker waren zur Probe gekommen, aber man ließ uns
nicht mehr in die Schule hinein.
Wir haben nicht lange überlegt
sind zum Hotel Wiemerhof
gegangen und haben gefragt, ob
wir alle 14 Tage Samstags bei ihnen proben dürften. Die Besitzer
Irmgard und Rudi Peine gaben
sofort ihre Einwilligung. Das war
im September 1965. Mittlerweile sind fast 20 Jahre vergangen.
Die Probenarbeit ist dort immer
intensiver betrieben worden.
Die erste größere Veranstaltung
war im Jahre 1966 das Bauernvogelschützenfest in Breckerfeld.
Jetzt ging es darum, für die-
ses Zweitagesfest – wo wir auch
Marschmusik machen mussten – eine einheitliche Uniform
zu bekommen. Geld hatten wir
nicht, das wurde ja alles für Noten und Instrumente verbraucht.
Da wir schon seit 1964 bei den
“Burger Sängern” auf ihrem AltEnnepesträßer-Heimatfest “Op
dä Dicken” musizierten, haben
wir die Sänger gefragt, ob sie uns
ihre Tracht leihen könnten. Sie
sagten ja und so kam es, dass wir
beim Bauernvogelschützenfest
und am Himmelfahrtstag an der
Burg zum erstenmal in einheitlicher Tracht musizieren konnten.
In dem darauffolgenden Jahr
haben wir neben etlichen Auftritten eine 2-tägige Moselfahrt
unternommen. Die Instrumente
waren natürlich dabei, so dass
wir mit 12 Musikern in Zeltingen
auf der Terrasse am Hotel Nicolay ein Frühkonzert gaben.
Im März 1966 war das Borgen
der Tracht vorbei, denn wir hatten endlich das Geld für eine eigene Tracht. Die 16 Kittel wurden
von Frau Isken in Breckerfeld genäht. Die Firma Urspruch aus
Gevelsberg stellte die schwarzen,
hochseidenen Kappen und die
roten Halstücher her.
Im Jahre 1970 feierten wir in
der Voerder Turnhalle unser
Original-Sauerländer-Musikanten e.V.
10-jähriges Bestehen. Um
Punkt 20 Uhr hob Dirigent Wilhelm Meinhardt den Taktstock
zu unserem zweistündigen Konzert. Die Leute in der Turnhalle wurden von den volkstümlichen Rhythmen mitgerissen und
wir bekamen sehr viel Beifall.
Ab 22 Uhr spielte dann unsere 10-Mann-Blastanzbesetzung
zum Tanz auf. Es war eine gelungene Feier.
1971 spielten wir mit 20 Musikern beim 25-jährigen Bestehen
der Westfalenpost in Hagen. In
dem 2.000-Personen-Zelt mussten wir u.a. Heino und die Geschwister Leismann begleiten.
Im gleichen Jahr feierte unser
Pressewart Georg Tyrolf im Tannenhof auf Rüggeberg seinen 60.
Geburtstag, zu dem er uns alle
eingeladen hatte. Beim Musizieren wurde Günther Gedat, der
Verbindungen nach Canada hatte, auf uns aufmerksam. Er sagte: „So eine Gruppe könnte ich
für Canada gebrauchen”. Kurz
danach bekamen wir einen Vertrag zusammen mit den Ächterbieckschen Husaren aus Gevelsberg nach Canada in die
Provinz Alberta. Wir hatten
noch gut ein Jahr Zeit um ein
neues musikalisches Programm
einzuproben.
Dann ging es in einer neuen
Tracht im Juli 1973 auf eine
5-wöchige Konzertreise nach Canada. Viele hatten Angst sie waren noch nie geflogen, die DC 8
der Air-Canada brachte uns in
einem herrlichen 9-StundenFlug sicher nach Calgary/Canada. Dort wurden in mehreren
Städten Konzerte gegeben und
Alfred Bertram, unser späterer
Dirigent, blies als Höhepunkt
auf allen Konzerten die Post im
Walde. Dieser Darbietung dankte das Publikum mit rasendem
Beifall. Zum Abschluss
unserer 5-wöchigen
Tournee
machten
wir mit den bekannten Greyhound-Bussen eine Fahrt von Edmonton bis Banff – ein
Stück über die Traumstraße der Welt – über
Jasper,
ColumbienIcefield, Lake-Louis,
Banff, Atabaska-Falls
und wieder nach Calgary. Es waren zwei
unvergesslich schöne
Tage. Nach der Rückkehr aus Canada wurde
die Nachwuchsarbeit
intensiv betrieben. Im
Jahre 1974 konnten 8
junge Musiker ins Orchester aufgenommen
werden. Alfred Bertram wurde
nun unser neuer Dirigent. Auf
der Jahreshauptversammlung
1974 wurde auf Vorschlag von
Georg Tyrolf endgültig beschlossen, unser Orchester als Original
Sauerländer Musikanten ins Vereinsregister eintragen zu lassen.
1975 haben wir eine eigene
Musikschule gegründet. Im
ersten Jahr wurden 19 Schüler
von Erich Frohn, Blechbläser,
Marion Opiela, Klarinette, Heinrich Grabginski, Schlagzeug unterrichtet. Es ging mit unserem
neuen Dirigenten Alfred Bertram auch schnell bergauf, wir
machten große Konzerte am Ort
und in vielen deutschen und europäischen Städten.
1977 flogen wir ein zweites Mal
zu einer 4-wöchigen Konzertreise nach Canada. Es wurde wieder eine Traumreise, und die
Freundschaften mit alten Bekannten konnten aufgefrischt
werden.
Auf unserem 20-Jährigen im
Jahre 1980 war das Orchester
54 Musiker stark, und wir feierten in der Aula am Lohernocken
ein sehr schönes Fest mit vielen
Freunden, Gönnern und Förderern. Sogar unser Ehrenmitglied
Adolf Kulpe aus Medicine Hat/
Canada war gekommen.
In den Jahren danach folgten
wieder viele Konzerte in Hamburg, Bonn, Essen, Dortmund,
Kassel, Wuppertal, Weißkirchen/
Saar usw.
Zum 30-jährigen 1990 wurde
ebenso wie zum 40-jährigen
Bestehen im Jahr 2000 das
Jubiläumskonzert in der Aula
des Reichenbach-Gymnasiums
gegeben.
Seit dem Jahr 2003 gibt Graham
Child dem Orchester entscheidende Impulse und ästhetische
Formung, so dass das musikalische Spektrum weiter verbreitert
werden konnte.
Die Jubiläumsfeier „50 Jahre
Original Sauerländer Musikanten“ fand am 15. Mai 2010 in
der Festhalle Lohernocken statt.
47
Sport in Ennepetal
von Günter Bioly
Andreas Sander schaffte zu
Beginn des Jahres im Europacup
einen 2. Platz im Super G und einen 3. Platz in der Abfahrt. Erstmals in seiner Karriere gewann
er zudem jeweils den Titel eines
Deutschen Meisters in der Abfahrt und im Super G.
Olaf Machelett, der heute beim
Bundesligisten TSV 1860 Hagen
spielt, wurde im August mit der
deutschen Nationalmannschaft
Weltmeister im Faustball. Verletzungsbedingt konnte er allerdings am Endspiel nicht teilnehmen. Deutschland gewann mit
4:2 gegen Österreich.
Beim alljährlichen Spax-Cup
(dem früheren Pfingstturnier)
auf dem Bremenplatz zeigten die
Gastgeber vom TuS Ennepetal in diesem Jahr eine hervorragende Leistung. Sie scheiterten erst im Elfmeterschießen im
Spiel um Platz fünf an Borussia
Dortmund. Den Pokal holte sich
der Hamburger SV im Finale gegen den FC Schalke 04 (4:2 nach
Elfmeterschießen). Den Nachweis ihrer Spielstärke lieferten
die A-Junioren-Fußballer des
TuS Ennepetal unter ihrem Trainer Christian Hagemann zudem durch den Aufstieg in die
Landesliga.
Erstmals seit der Gründung der
Sportgemeinschaft im Jahre
1972 holten sich die Fußballer
der SG Dorma Ennepetal in
der Saison 2010/11 den Meistertitel der Betriebssportgemeinschaften des Kreises Hagen/
Ennepe-Ruhr. Auch der Fairness-Pokal ging in diesem Jahr
an die Mannschaft.
To-San Ennepetal e.V. feierte im Jahr 2011 sein 30-jäh-
48
Die Fußballer der SG Dorma Ennepetal
riges Bestehen. Der Verein verschreibt sich dem Taekwondo,
einer seit über 2000 Jahre alten Kampfkunst. Er wurde benannt nach einem berühmten
koreanischen Freiheitskämpfer
des vorigen Jahrhunderts. In einer Vorschulgruppe werden die
Kinder in spielerischer Form an
den eigentlichen Kampfsport herangeführt. Die verschiedenen
Gürtelfarben symbolisieren dabei den Grad des Trainings- und
Wissensstandes des einzelnen
Kämpfers. Der weiße Gürtel wird
von Anfängern getragen. Der
schwarze Gürtel wird den Meistern verliehen und ist somit die
stärkste aller Farben.
Die Herren 30 vom Tennis Club
Grün-Weiß Ennepetal stiegen von der Westfalenliga in die
Regionalliga auf. So hoch spielte in der Vereinsgeschichte noch
keine Mannschaft.
Die „Hobby Bowler Ennepetal“ kehrten im Oktober als
Deutsche Meister der FBV (Freizeit-Bowler-Vereinigung)
aus
Ludwigshafen zurück. Detlef
Busse, Jens Hermes, Uli Kauermann und Harald Schmidt
trainieren als Mannschaft seit
drei Jahren auf ihrer Hausbahn
in Hagen. In der Landesliga NRW
sind sie aus der 3. in die 2. Liga
aufgestiegen. Einige Unterschiede zum Sportkegeln: Die Kugel
beim Bowling wird als „Ball“ bezeichnet und ist wesentlich größer und schwerer. Dazu hat sie
drei Löcher für zwei Finger und
den Daumen, um sie kontrolliert
werfen zu können. Statt auf 9 Kegel wird auf 10 „Pins“ geworfen,
die in einem gleichseitigen Dreieck aufgestellt werden.
Ennepetaler „Sportler des Jahres“, der immer zum Jahresende vom Stadtsportverband gewählt wird, wurde in diesem
Jahr der Kanute Rico Nabel
(KSG Wuppertal). Mit seinem
Partner Simon Widrina (LindenDahlhausen) wurde er in München Deutscher Meister auf der
5000-Meter-Strecke im ZweierCanadier, bei der das Boot von
zwei knienden Sportlern mit
Stechpaddeln vorwärts bewegt
Sport in Ennepetal
Sportlerehrung in der Mensa des
Reichenbach-Gymnasiums wurden die Geräteturnerinnen von
Rot-Weiß Büttenberg für ihre
guten Leistungen in diesem Jahr
geehrt. Die 1. Mannschaft schaffte in einem Qualifikationswettkampf den Aufstieg in die Gauliga I. Vanessa Kehrein und
Kim Schäfer waren dabei die
besten Einzelturnerinnen dieses
Wettkampftages.
Team der Bowler mit den Ennepetalern Detlev Busse (2. von links) und Harald
Schmidt (rechts)
wird. Dazu schaffte Rico im Jugend-C-4er mit seinen Mitstreitern den dritten Platz über 500
Meter. Die Wassersportler trainieren auf der Bever und auch in
Beyenburg. (KSG = Kanu-Sportgemeinschaft)
„Sportlerin des Jahres“ wurde
Monika Büdenbender. Die
Schützin ist seit 36 Jahren Mitglied im Ennepetal Milsper
Schützenverein und belegt
seit Jahren hervorragende Platzierungen bei unzähligen Wettkämpfen und Meisterschaften.
Auch in diesem Jahr nahm sie
wieder an den Deutschen Meisterschaften teil und belegte in
der Disziplin „Sportgewehr KK
3-Stellung“ den 25. Platz in der
Einzelwertung und den 9. Rang
in der Mannschaftswertung. (KK
= Kleinkaliber).
Zur „Mannschaft des Jahres“
wurde die Tischtennis-Herrenmannschaft vom Turnverein
Rüggeberg gewählt. Sie schaffte in den letzten drei Jahren
zweimal den Aufstieg – in die-
sem Jahr ungeschlagen mit 44:0
Punkten in die Kreisliga.
Manfred Stobbe und Gisela
Hilsbos wurden für ihre jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit
bei der Bearbeitung und Verleihung der Sportabzeichen geehrt.
Seit 40 Jahren ist Manfred Stobbe Prüfer für das Sportabzeichen; Gisela Hilsbos hat das Amt
vor 20 Jahren von Horst Samm
übernommen.
Den Titel „Verdiente Persönlichkeit des Sports“ erhielten im
„Doppelpack“ Harald Kappe
(TV Altenvoerde) und Karl
Friedrich Fischer (Milsper
Turnvereinigung).
Beide
Sportler sind untrennbar mit der
Entwicklung des Faustballsports
in unserer Stadt verbunden.
Auf Grund der gesunkenen Mitgliederzahlen bilden die beiden
Vereine seit Jahren eine Trainings- und Spielgemeinschaft
und konnten dadurch lokale und
überregionale Erfolge erringen.
Neben Erfolgen im Verein und
auf Kreisebene errang Nachwuchs-Reiter
Maximilian
Fritsch vom ZRFV Brunnenhof mit seiner Stute Lafayette
beim U15-Bundesfinale der Vielseitigkeitsreiter im September in
Hessen den dritten Platz. (ZRFV
= Zucht-, Reit- und Fahrverein).
Auf der am Jahresende von der
Stadt Ennepetal durchgeführten
Vielseitigkeitsreiter Maximilian Fritsch
49
Sport in Ennepetal
Nach 37 Jahren Ehrenamt im
Stadtsportverband gab Günter
Bioly seine Funktion als Fachschaftsleiter Volleyball in jüngere
Hände. In dieser Zeit organisierte er (übrigens als einzige Sportart in Ennepetal ohne Unterbrechung) die Stadtmeisterschaften
im Volleyball. Zudem werden
seit 1987 die Spiele der Stadtliga durchgeführt, an denen nur
Mannschaften teilnehmen, die
nicht an offiziellen Spielrunden
teilnehmen.
Günter Bioly
Hans Rohde
50
Im September wurde Hans
Spruth nach 16 Jahren als Jugendwart der Tischtennisabteilung des TV Altenvoerde verabschiedet. Er gehört zu den
Mitbegründern der Abteilung.
1962 wurde im damaligen Saal
der Gaststätte „Alte Post“ begonnen. Seit seinem 17. Lebensjahr
ist er aktiv und hilft auch heute
noch manchmal als Ersatzmann
bei Wettkämpfen aus.
Zu guter Letzt –
in einem Satz:
• Stadtmeister im Prellball wurde der TV Rüggeberg mit
den Spielern Ulrich Balke,
Hans-Peter Eicker, Günter
Jellinghaus und Thomas
Seifert.
• Hans Rohde vom TuS
Ennepetal wurde mit der
DFB-Verdienstnadel und einer
Urkunde ausgezeichnet. (DFB=
Deutscher Fußballbund).
• Die 1. Mannschaft der Schachgemeinschaft
Ennepe
Ruhr Süd e.V. stieg in die
NRW-Klasse, die vierthöchste
im Schachsport, auf.
• Nach dem Kreis- und Bezirksmeistertitel erreichte die Basketball-Mannschaft des Reichenbach- Gy m nasiu ms
unter Coach Heinz Westerfeld beim Landesfinale in
Münster unter 6 Mannschaften
den 3. Platz.
• Die 1. Handball-Damen-Mannschaft der TG Voerde stieg in
dieser Saison von der Kreisliga
in die Bezirksliga auf.
• Stadtmeister im Volleyball
(Herren und Mixed) wurden
die Mannschaften der TG
Voerde.
• Weitere Stadtmeisterschaften
fanden statt: im Reiten, im
Tischtennis und bei den Schützen.
Die Milsper Turnvereinigung von 1874 e.V.
von Christel Oberlack
Ein Querschnitt durch das
Vereinsleben der MTV –
nicht nur sportlich gesehen
Bei der Ehrung der EN-Sportler und Ehrenamtliche des Jahre 2010 in der Henrichshütte
in Hattingen im Februar 2011
wurde Gerd Schürhoff, liebevoll
Quax genannt, für den Bereich
Turnen, als Ehrenamtlicher geehrt. Immerhin steht er mit seinen über 8o Jahren fast täglich
auf dem Turnboden mit seinen
Turnküken.
Im April startete die MTV im
Klaus-Oberlack-Haus
ein
Preisskat bei sehr guter Resonanz. Federführend war KarlFriedrich Fischer von der Faustballabteilung. Jeder Mitspieler
erhielt einen Preis.
Ebenfalls im April fand die altbewährte Karfreitags-Wanderung
mit anschließendem Grillen an
der Kehr statt, ausgerichtet vom
Wanderwart Hans-Gerd Bangert.
Lecker grillen
Die ehemaligen Turnerinnen mit „Quax“
Ein besonderes Bonbon im Klaus
– Oberlack – Haus war das Treffen der ehemaligen Turnerinnen
aus den 70er Jahren um Quax
Schürhoff. Es wurde sich erinnert an Wettkämpfe in Berlin
bei den Amseln und natürlich an
zwei Wettkämpfen in den USA.
Nach Eröffnung der Tennis-Saison am 1. Mai mit einem kleinen
Jedermann-Turnier auf der schönen Tennisanlage rund um das
Klaus-Oberlack-Haus folgte am
22. Mai ein Pokal-Turnier mit der
Tennisschule Smash. Mitmachen
empfohlen und weitersagen!
Besonderes Highlight im Mai:
25 Jahre Kanusport in der
MTV. 1986 gründete eine keine
Gruppe von 6 Leuten (Rainer,
Ingrid, Britta und Kirsten Quednau, sowie Peter und Margit Passehl) für einen Turnverein eine
exotische Abteilung – Kanusport
– unterstützt durch den damaligen Vorsitzenden Klaus Ober-
Kanusport auf der Ruhr
51
Die Milsper Turnvereinigung von 1874 e.V.
lack. Schon nach kurzer Zeit war
die Gruppe auf über 20 Wassersportlern angewachsen. Nicht
nur in heimischen Gewässern
wurde gepaddelt sondern auch
in Belgien, Frankreich, Österreich, Schweiz, Polen und Schweden. Kanu-Rallyes und –Marathon Veranstaltungen standen
auf dem Programm und wurden
mit Urkunden und Medaillen belohnt.
All dieses hat der Abteilungsleiter Rainer Quednau unter Mitarbeit einiger Helfer u.a. Michael
Schüngel und Dirk Michelsen 22
Jahre lang organisiert und betreut. Hierfür sagt die Milsper
Turnvereinigung nochmals ein
herzliches Dankeschön.
Nicht nur Sport machen – sondern Sport gucken – stand im
Juni auf dem Programm, nämlich die Fußball-WM der Frauen. Das Berliner Eröffnungsspiel
Deutschland gegen Kanada wurde im Klaus-Oberlack-Haus als
Public Viewing verfolgt. Passend
dazu gab es von Rainer Quednau
organisierte Berliner Spezialitäten: Berliner Currywurst, Hackepeter-Schrippe, Spreewälder
Gurken sowie Fassbrause und
Berliner Weisse.
Public Viewing bei der Frauenfußball-WM
52
Klaus-Oberlack-Haus
Ein Familiensonntag an der
Kehr schloss sich im August an.
Mit Spiel und Spaß für Groß und
Klein war es ein gelungener Tag.
Am 10. September startete
dann das erste Rock-Konzert
an der Kehr mit der heimischen
Band „Low Budget“- ein schöner Abend, das Wetter spielte
mit, die Stimmung war gut, die
Würstchen lecker und natürlich
auch das Bier!
Stolz auf ihre treuen Mitglieder
war die Milsper Turnvereinigung
von 1874 e.V. am 03.Oktober bei
der Mitgliederehrung im Klaus-
Oberlack-Haus. Für den 1. Vorsitzenden Dirk Baunscheidt bedeutete das, viele Hände schütteln,
Präsente, Blumen und Ehrennadeln überreichen. Dank und Anerkennung sprach er für 10, 25,
50 und 60 Jahre Mitgliedschaft
in der MTV aus. Eine ganz besondere Ehrung erhielten Renate und Dieter Hülsenbeck für 70
Jahre treue Mitgliedschaft. Ein
besonderer Dank auch an Renate, die weiterhin im Stadtarchiv
für die MTV tätig ist.
Und zu guter letzt: auf die Initiative des 1. Vorsitzenden Dirk
Baunscheidt gibt es auch „Kultur an der Kehr“. Nachdem im
Jahre 2010 schon zwei Veranstaltungen unter Milsper Matinée gelaufen sind, zuletzt mit
Stefan Keim als Heinz Ehrhard
unter dem Motto: Ritter Reime
und Romanzen konnte die MTV
für 2011 den Kabarettisten Jürgen Taake mit Thomas Scherffig
(Gesang) und Norbert Neukamp
gewinnen. Das Motto lautete „…
und dann will es keiner gewesen
sein“.
2011 war ein abwechslungsreiches Jahr für die Milsper Turnvereinigung.
Bürgermeister Lauf- und Wandertag
von Jost Störring
60 Frühaufsteher am Start. Bus zum Startpunkt Heilenbecke Talsperre
Am 28. August wiederholte sich
der Bürgermeisterlauf- und
Wandertag zum 5. Mal und auch
in 2012 hat sich das Organisationsteam zur Planung des
nächsten Lauf- und Wanderevents bereits im Januar wieder getroffen. Immer noch in
bewährter Ursprungsformation
bestehend aus Stadt Ennepetal, TuS Ennepetal, Sportfreunde Ennepetal, Skigemeinschaft
Ennepetal und der freien Wandergruppe „Rund-um-Ennepetal“. Die Veranstaltung hat sich
bewährt, deshalb wird nicht
mehr am Konzept gefeilt, sondern der Schwerpunkt lag und
liegt auf der Neugewinnung von
interessierten Menschen, die den
beliebten und bekannten Rundweg entlang der Stadtgrenzen
Ennepetals erlaufen, erwalken
oder erwandern möchten. Das
Konzept ist einfach wie genial
zugleich. Die Gesamtstrecke
wird in etwa 5 gleichgroße Strecken im Bereich von 11 bis 13
km geteilt. Vom zentralen Sammelpunkt des Geschehens dem
Vereinsheim des TuS Ennepetal
am Bremenstadion fahren Busse
einen ausgeklügelten Fahrplan
und bringen die Aktiven zu den
Startpunkten bzw. nach absolvierter Strecke wieder vom erreichten Zielpunkt zum Bremenstadion zurück. Dabei kann jeder
nach Wunsch und eigenem Leistungsvermögen Teilstrecken von
ca. 11, 22, 33, 44 km oder gar die
Gesamtumrundung des Rundweges anstreben. In diesem Fall
ist der Startpunkt auch gleichzeitig der Zielpunkt, die Sperrmauer der Heilenbecke Talsperre.
Wer zu dieser Gruppe gehört befindet sich in der Gruppe der absoluten Frühaufsteher und Leistungsträger. 5 Uhr morgens ist
Beginn der Sammelzeit und letzte Nachmeldemöglichkeit, denn
pünktlich um 5.40 Uhr fährt der
erste Bus mit Wanderern und
Walkern zur Heilenbecke Talsperre. Dort wird nach kurzen
ermunternden und aufklärenden
Worten der Startschuss für die
immerhin ca. 60 Personen starke Gruppe gegeben.
Wer den gesamten Rundweg bewältigen möchte, braucht eine
sehr gute Grundkondition und
schmerzfreie Beine und Füße.
Wanderer müssen dafür 12 ½
bis 14 Stunden einkalkulieren,
Walker geringfügig weniger.
Länger „schlafen“ dürfen die
Läufer. Bedingt durch ihre doch
wesentlich schnellere Fortbe-
Auch die Teilnahme von Vierbeinern ist erwünscht, sie laufen oft die doppelte Strecke (Foto: Jörg Frischkorn)
53
Bürgermeister Lauf- und Wandertag
wegungsart sind hier Umrundungszeiten von 6 bis 8 Stunden
angesagt. Die Läufer teilen sich
sogar in die FLOTTEN und die
NORMALEN. Die Flotten dürfen nochmals eine Stunde später
an den Start.
Jede Beteilung, sei es nur einer,
mehrerer oder gar der ganzen
Strecke von 54 km ist eine beachtliche Leistung. Unser Rundweg ist landschaftlich reizvoll
und anspruchsvoll zugleich, wer
ihn geschafft hat, hat an diesem
Tag in der Summe ca. 1200 Höhenmeter absolviert.
Für mich als Wanderer frage ich
mich Jahr für Jahr, woher die
Gruppe der Läufer ihr Leistungsvermögen nimmt, die Gesamtstrecke, diese Höhenmeter und
das Ganze in der Kürze der Zeit
zu absolvieren. Ich finde es erstaunlich am frühen Nachmittag
wenn man als Wanderer bereits
seit ca. 8-9 Stunden auf den Beinen ist, von laufenden Aktiven
überholt zu werden, die erst vor
4 Stunden gestartet sind. HUT
AB. IMMER WIEDER!
Der Bürgermeister der Stadt
Ennepetal, Wilhelm Wiggenhagen, ist nicht nur Schirmherr
der Veranstaltung, sondern auch
Gute Laune inklusive!
Mitmachen ist ALLES!
54
Nach 13 Stunden Wanderung den Boden der Sperrmauer der Heilenbecke Talsperre küssen. WOHLVERDIENT nach vollendeter Umrundung, Martin Dörr, Glückwunsch!!!! Im Erstversuch die volle Umrundung geschafft.
WANDER-AKTIVIST! Mit seiner Frau Ilona war er auf dem
Teilabschnitt Nr. 3 aktiv unterwegs. Schön wäre, wenn wir
auch weitere Führungsköpfe unserer Nachbarstädte für den Tag
gewinnen könnten, denn all unsere Nachbarstädte wie Gevelsberg, Hagen, Breckerfeld, Radevormwald, Schwelm werden vom
Rundweg berührt und bilden
Teilstrecken. Warum nicht auch
ein laufender Claus Jacobi aus
Gevelsberg oder ein Teilstück
wandernder Klaus Baumann aus
Breckerfeld?
Speziell in Läuferkreisen ist der
Tag bekannt und vor allen Dingen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wir laden alle bewegungsfreudigen
Einwohner
unserer Nachbarstädte zur Teilnahme ein. Jahr für Jahr erfreuen sich mehr als 250 Wanderer,
Sportler an der Teilnahme an
dem Event.
Die Versorgung der Aktiven wird
an 4 definierten Pausenstellen gewährleistet. Dort werden Kohlehydrate und Flüssigkeit gereicht.
Das alles und noch vielmehr
funktioniert, weil es auch Jahr
für Jahr viele, viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gibt,
die teils im Vordergrund, teils
aber auch unsichtbar im Hintergrund ihre Freizeit diesem Tag
spenden, damit er immer wieder
stattfinden kann. Ohne SIE kein
Bürgermeisterlauf- und Wandertag. Deshalb Dank an dieser Stelle an ALLE!
Wollen SIE es auch einmal versuchen? Erkundigen sie sich gerne über die Veranstaltung im Internet unter
www.rund-um-ennepetal.de
oder
www.sportfreunde-ennepetal.de
Vereine + Organisationen: Heimatverein Milspe
von Theodor Bicking
Aus dem Vereinsleben des Milsper
Heimatvereins
Im Februar besuchte im
Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bekieken un
beküen“ eine kopfstarke
Gruppe Besucher die ev.
Johanniskirche im Ortsteil Voerde. Die sach- und
fachkundige
Führung
übernahm der Voerder
Heimatfreund Gerd Fischer. Dabei konnten auch
erfahrene Heimatfreunde noch viel Unbekanntes zur Geschichte dieser
Voerder Kirche erfahren.
Bei einem der regelmäßigen Stammtische im Café
Kartenberg, im März,
stellte Edda Eckhardt die
Arbeit des Henry-ThalerVereins vor.
Am 17. März fand die
Mitgliederversammlung
im Manus im Haus
Ennepetal statt. Im Anschluss an die Regularien führte Horst Groth
einige seiner Kurzfilme
vor. Besondere Aufmerksamkeit erlangte ein 1976
entstandenes Werk über unsere
Heimatstadt. Viele Szenen weckten dabei die Erinnerung der Zuschauer und führten zu angeregten Diskussionen. Weiter sahen
wir von 2010 den Film „Ennepetal verändert sich“ und ein Portrait von Heinz Ewald Trust, sein
Leben und Werk. Zum Schluss
zeigte Horst Groth filmische Dokumente aus Ennepetaler Industriebetrieben. Dabei wurde auch
die technische Entwicklung deutlich die unser Leben bestimmt.
Besuch der ev. Johanniskirche
Die Ennepetaler Volkssternwarte war im April das Ziel der Veranstaltungsreihe „Bekieken un
beküen“. Insbesondere der Vortrag über die Entstehung und
die Strukturen des Weltalls faszinierten die Besuchergruppe.
Zahlreiche Nachfragen des Publikums wurden dabei kompetent beantwortet. Alle waren erstaunt über den Sachverstand
der Hobby-Astronomen bei uns
in Ennepetal.
Umzug führte bei „Kaiserwetter“
durch das historische „Voerder
Dorf“.
Zur Voerder Kirmes trat erstmals
ein Abordnung des Milsper Heimatvereins an. Der traditionelle
Das Willi- Mücher- Pokalschießen beim Milsper Schützenverein im Juli begeisterte die teil-
Im Juni besuchten wir den
Lehrbienenstand von Karl-Heinz
Hilkema. Er vermittelte uns
ganz neue interessante Einblicke
in das Wesen und die Bedeutung
der Bienenzucht und die Honiggewinnung. Im Anschluss beim
Kaffee verwöhnte uns seine Gattin Ursula Hilkema, selbstredend
mit „Bienenstich“!
Der Heimatverein Milspe auf der Voerder Kirmes
55
Heimatverein Milspe
nehmer unseres Heimatvereins.
Die befreundeten Schützen hatten nicht nur technisch sondern
auch kulinarisch alles perfekt
vorbereitet. Den Pokal des besten
Schützen errang Anita Schöneberg. Im August fanden sich die
Heimatfreunde erneut am Grimmelsberg ein. Diese Mal stand
das gemeinsame Grillen auf dem
Programm.
Im August war im Rahmen der
Veranstaltungsreihe „Bekieken
un beküen“ die Klütinger Alm
das Ziel einer herrlichen Wanderung. Unsere wunderschöne Natur und Landschaft lies beinahe
schon den Weg zum Ziel werden.
Dennoch begeisterte auch das
anschließende Buffet, als verdiente Belohnung der Anstrengungen, alle Teilnehmer.
Ein Höhepunkt der Milsper Ereignisse im Jahreskalender war
erneut der 22. August. Die
mittlerweile 13. Oldtimer Fahrt
des ACAS wurde zum Riesenerfolg. Die Ankunft der historischen Fahrzeuge begeisterte
tausende Besucher „inne Milspe“. Die Bewirtung der etwa 80
Fahrerteams, im Zelt der Milsper
Schützen, wurde erneut vom
Milsper Heimatverein unterstützt.
Der jährliche Vereinsausflug per
Bus führte unsere Mitglieder
in das Straßenbahnmuseum in
Cronenberg an der Kohlfurth.
Dort gab es auch ein Wiedersehen mit unseren altbekannten Straßenbahnwagen wie sie
einst in Ennepetal bei der „Straßenbahngesellschaft“ verkehrten. Anschließend ging es nach
Schloß Burg an der Wupper. Die
umfangreiche bergische Kaffeetafel, eine Sessellift Fahrt und
die Besichtigung der Burg wurden, je nach Lust und Laune, genossen.
56
Oldtimertreffen in Milspe
Zu Beginn des Heimatnachmittags erfreuten die Kinder der
Schule Wassermaus, Jürgen
Schöneberg
untermalte
im
November den Heimatnachmittag musikalisch. Die Sängerfreunde Oberbauer begeisterten
mit eigenen Librettos unserer
eigenen Mundart. Plattdütsche
Vertellkes von Anita Stiepermann und Werner Balke (op dä
Dicken) leiteten über zu den Sketchen der Plattspiellü. Mit „Büro
Büro“ trafen sie den Nerv des
Publikums. So sangen denn auch
alle Anwesenden das Ennepetal
Lied von Wilhelm Hollkott aus
echter Überzeugung.
Am 12. November veranstaltete der Heimatverein Milspe in
Zusammenarbeit mit dem Citymanagemant ein Benefizkonzert im Industriemuseeum. Der
Reinerlös wurde zu Gunsten der
Weihnachtsbeleuchtung in den
drei Stadteilen Voerde, Altenvoerde und Milspe aufgeteilt.
Wem da kein Licht aufgeht?
Eine Idee die uns im Heimatverein sofort gefallen hat, drei
Bands die das Publikum begeistert und mitgerissen haben und
ein Publikum das sich gerne hat
mitreißen lassen. Es ist das Erfolgsrezept für „Mein Ennepetal“. So wurde in dieser Nacht im
Altenvoerder Industriemuseum,
der kulturellen Mitte Ennepetals, für mindestens 400 Fans,
nicht nur aus unserem Ennepetal, die Nacht des „Mein Ennepetal“. Der Milsper Heimatverein
ist allen Sponsoren, den vielen
freiwilligen Helfern, den drei
fantastischen Bands, der Stiftung Industriekultur mit Prof.
Reinhard Döpp an der Spitze,
der Ideengeberin Britta Kruse,
dem Citymanagement und dem
Bürgermeister Wiggenhagen von
Herzen dankbar. Wir gratulieren
den Händler- Gemeinschaften in
Voerde, Altenvoerde und Milspe
zu dem unerwartet prächtigen
finanziellen – und fast noch mehr
– zu dem ideellen Ertrag dieses
Benefizkonzertes. Wo sonst nur
der legitime Profit im Vordergrund steht, da leuchtet bald für
„Mein Ennepetal“ ein ganz besonderes Licht zum Jahresende.
Uns gibt dieses Licht Anlass zur
Hoffnung für die Zukunft in unserer Heimatstadt.
Heimatverein Rüggeberg
von Winfried Bettin
Aktivitäten im und mit dem
Heimatverein Rüggeberg
im Jahr 2011
Die Jahreshauptversammlung des Heimatvereines Rüggeberg begann am 28. Januar
um 17 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus
Rüggeberg. Der bisherige
Veranstaltungsort, Café
Langenscheidt,
steht
nicht mehr zur Verfügung. 85 Mitglieder hatten sich eingefunden.
Zwei Mitglieder waren
in 2010 gestorben, Hans
Gowitzke und Hans Peter Schmidt. An sie wurde in einer Minute der
Stille ehrend gedacht.
Nach den Rechenschaftsberichten des Vorstandes
wurde dieser einstimmig
entlastet. Bei den fälligen Wahlen wurden satzungsgemäß der erste
Vorsitzende Werner Balke, die erste Kassiererin
Doris Zirkenbach, der 2.
Schriftführer Friedrich
Rothenberg und Beisitzer Helmut Schmidt für
die nächsten zwei Jahre
einstimmig im Amt bestätigt. Norbert Hustert
beendete seine langjährige Tätigkeit als Beisitzer. Werner Balke dankte
ihm für die im Vorstand
geleistete Arbeit mit einem kleinen Präsent.
Die Versammlung dankte mit herzlichem Beifall. Als neuer Beisitzer
im Vorstand wurde Jörg
Kalthaus
einstimmig
gewählt, ebenso Rose-
marie Menzel als Kassenprüferin. Der Heimatverein hatte am
Tage der Mitgliederversammlung 215 Mitglieder. Aus diesem
Kreis wurden folgende Jubilare mit Urkunde und Präsent geehrt: Für 25 Jahre im Verein,
Elke und Friedrich Hakenberg
so wie Johannes Hüttenhoff. 20
Jahre Mitglieder im Verein waren Marlies und Emil Kickuth,
Irmhild und Hans Ewald Pleuger
und Wilma und Helmut Schmidt.
10 Jahre Vereinstreue bewiesen
Dr. Annelie Berkemeier, Norbert
Filbrand, Renate Klimaschewski, Beate Matzewitzki-Langenscheidt, Klaus Schmalbein, Erika
und Klaus-Peter Sinn und Christa und Dieter Wolf. Allen Jubilaren dankte Werner Balke für
Vereinstreue und Beteiligung an
den Vereinsaktivitäten. Werner
Balke stellte dazu noch die geplanten Veranstaltungen für das
laufende Jahr vor.
Die nächste Veranstaltung am
22. Februar war eine DiaSchau „Die vier Jahreszeiten“ (in Ennepetal, insbesondere in Rüggeberg) von und mit
Vereinsmitglied Martin Moik im
Evangelischen Gemeindehaus.
Martin Moik hatte mit 53 Besuchern ein „volles Haus“. Zur Bildfolge gehörten Pausen, in denen
Martin Moik, Erhard Breyer und
Werner Balke
(plattdeutsch)
jeweils
passende Gedichte vortrugen.
Die Anwesenden konnten in
stimmungsvoller Atmosphäre
die
wunderschönen
Natur- und Landschaftsaufnahmen genießen.
Alt-Wetter war das Ziel bei einer geführten Stadtbesichtigung
mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Wetter, Herrn Dr.
Klaus Becker, am 26. März. Vom
Harkortberg, hatten wir eine
tolle Aussicht auf das Ardeygebirge über dem Ruhrtal mit den
hinter Wetter liegenden Städten
Herdecke und Hagen so wie in
der Ferne auf die Hohensyburg
in Dortmund. In jeweils kleinen
Gruppen konnten wir nacheinander über die 131 Stufen auf die
Turmkrone des 127-Jahre alten
Harkortturmes steigen und von
dort in die Ferne sehen. Unten im
Turm stehen Gedenksteine für
Friedrich Wilhelm Harkort, Emil
Rittershaus (Westfalenlied), Ferdinand Freiligrath (Freigeist und
u.a. Schriftsteller) und Friedrich Ludwig Jahn (Turnvater).
Auf dem ehemaligen Burggelände betrieb F. W. Harkort in
frühindustrieller Zeit um 1830
eine Fabrik. Er war „Vater des
Ruhrgebiets“ als Industrie- und
Bahnpionier, so wie als Politiker.
In der Freiheit in Alt-Wetter mit
dem Fünf-Giebel-Eck, einer attraktiven Fachwerkhausgruppe,
steht noch ein altes Haus mit Gedenktafel, in dem Freiherr von
und zum Stein im Jahre 1784
gewohnt hatte. Danach wurde er eine Zeit lang nach Berlin
an den Königshof von Friedrich
57
Heimatverein Rüggeberg
Wilhelm III. als Minister berufen. Im Burg-Hotel Wetter wurde
die Veranstaltung mit der Gruppe abgeschlossen.
Die alljährliche „Aktion saubere Landschaft“ begann am
16. April um 9.00 Uhr. Sechs
Frauen, acht Kinder und ein
Hund, so wie zwölf Männer gingen diesmal auf die Strecke. Es
waren Annette Koch mit Tochter Anna-Lena und dem Familienhund, Jörg Kalthaus mit Tochter Ann-Katrin, Jens Knüppel,
Jürgen Nägeler mit Enkel, Martin und Margarete Weinholz, Ursel und Jochen Au, Hans-Ewald
Pleuger, Friedhelm Balke mit
den Enkeln Kevin und Justin,
Maria Porsch mit Sohn Philipp,
Friedrich Rothenberg, Dieter
Morhenne (mit Trekker), Frau
Gärtner mit Sohn Florian und
dessen Freund Felix Pleuger, Jan
Hustert mit Tochter Rabea, Sabine Hoffmann, Werner Balke
und Winfried Bettin. Wie leider
üblich gab es wieder eine stattliche Anzahl von Müllsäcken mit
aufgesammeltem
„Kleinzeug“
Fleißige Helfer nach getaner Arbeit
neben größeren Schrott- und anderen Abfallteilen. Die Mitarbeiter von der Betriebsstelle Bauhof
der Stadt holten alles mit einem
Lkw ab. Eine besondere Überraschung für die übrigen Sammler
hielten Jörg Kalthaus und Jens
Knüppel bereit. Vom Gasgrill,
auf dem Parkplatz gegenüber
der Feuerwehr, lieferten sie nach
Jens Knüppel und Jörg Kalthaus am Grill als Überraschungs-Proviantmeister bei
der Aktion Saubere Landschaft
58
getaner Arbeit Bratwürstchen im
frischen Brötchen. Auch Erfrischungsgetränke fehlten nicht.
Werner Balke bedankte sich bei
den Mitsammlern für die erneut
erfolgreiche Reinigung der Wege
um Rüggeberg und bei unseren
„Proviantmeistern“ Jens und
Jörg am Ende der Aktion. Die
Aktion Saubere Landschaft des
Heimatvereins lief diesmal wieder zeitgleich mit dem Ennepetaler Stadtputz in den anderen
Stadtteilen.
Am Ostersamstag, 23. April,
waren die Mitglieder des Heimatvereins beim Osterfeuer
wieder Gast auf dem Hof unserer Vereinsmitglieder Dieter und
Brigitte Morhenne. Ausrichter
der Veranstaltung war wie im
vergangenen Jahr der Förderverein Kindergarten Rüggeberg.
Wie gehabt, nahmen die Rüggeberger regen Anteil, so dass
es für Ausrichter und Besucher
erneut eine fröhliche, gelungene Gemeinschaftsveranstaltung
„im Dorf“ war.
Heimatverein Rüggeberg
scheune bei Kaffee und leckerem
Blechkuchen fortgesetzt.
Osterfeuer auf Hof Morhenne
Beim Rüggeberger Bauernund Erlebnismarkt halfen
Mitglieder des HVR am 21. und
22. Mai, samstags und sonntags mit. Veranstalter ist der
Förderverein Evangelische Kirche Rüggeberg. Schwerpunktthema „Vom Getreide zum Brot“
war das Motto, unter dem in der
Ausstellung wie in den Angeboten der Verkaufsstände auch
verwandte Waren und Produkte verkauft wurden. Fehlte –
wegen des schlechten Straßenzustandes im Ennepetal – die
sonst gleichzeitig laufende Veranstaltung „Ennepetal auf Rollen und Rädern“, war doch der
Bauernmarkt sehr gut besucht.
Alle, vor allem auch die Kinder,
kamen auf ihre Kosten. Heimische und auswärtige Besucher
konnten im Kirchcafé ausruhen
und genießen und nebenan beim
Kreativkreis kleine Kunstwerke erstehen. Am Samstagabend
lud außerdem der Förderverein
Kindergarten zur Tanzparty mit
„Lazy Daisy“ in die Rüggeberger
Turnhalle ein. Am Sonntag gab
es nachmittags mit einem plötz-
lichen Schauer Grund zur Flucht
unter die Dächer der Stände und
ins Gemeindehaus. Insgesamt
konnten Ausrichter und Besucher wieder zufrieden sein.
Werner Balke war am 29.
Mai nicht nur eingeladener Gast als Vertreter des
Heimatvereines Rüggeberg
beim 100-jährigen Jubiläum
des CVJM Rüggeberg, sondern auch Mitwirkender.
Dem Jubiläumsfest an diesem
Tage waren bereits Veranstaltungen im Gemeindehaus mit
Ute und Martin Sinn aus Wetter vom 1. bis 3. April voraufgegangen. Sie standen unter dem
Motto „Mehr Sein als Schein“
für Impulse zum wahrhaftigen
Leben. Der 29. Mai begann mit
einem Jubiläumsgottesdienst in
der Rüggeberger Kirche mit Bischof Dr. Hans Jürgen Abromeit.
Dr. Hans Jürgen Abromeit, gebürtiger Gevelsberger, und jetzt
Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche mit vielen weiteren Aufgaben, gehörte lange aktiv zum CVJM in Rüggeberg und
ist ihm bis heute freundschaftlich verbunden. Nach Grußworten u.a. der Vereinsvertreter – so
auch von Werner Balke für den
Heimatverein Rüggeberg -, folgten Gespräche und das gemeinsame Essen so wie Kaffeetrinken
Heimatkundliche Veranstaltung
am 28. Mai: Besuch und Besichtigung auf „Gut Braband“
in Ennepetal-Voerde. 27 Teilnehmer wurden von Herrn Ludger Brinkmann auf seinem gepflegten Hof empfangen. Als
Erstes stand das Thema Bio-Hof
an, weil sich
Familie Brinkmann dazu entschieden
hat.
Schweinestall,
Kuhstall,
Geflügelhof
mit
Hühnern und
Gänsen so wie
der Pferdestall
wurden
gezeigt. Nach einer guten Stunde wurden die
Gespräche
in
der sehr geräumigen
Gäste- Besichtigung Gut Braband
59
Heimatverein Rüggeberg
im Gemeindehaus. Danach nahmen am Jubiläumstage einige
Gäste gerne das Angebot Werner
Balkes an, einen informativen
„Dorfrundgang“ zu führen. Der
CVJM Rüggeberg - Vorstandvorsitzender ist Bernd Otterbach hatte im Laufe des Jahres noch
weitere Veranstaltungen im Zeichen des Jubiläums, u.a. den
Motorradgottesdienst am 1. Mai,
Geländespiel für Kids und Teens
am 2. Juli, Sportevent am 3. Juli
und den traditionellen Bauspielplatz mit Harald Marohn, 200
glücklichen Kindern und 30 Helfern vom 23. bis 31. Juli.
Heimatkundliche Wanderung ab (Ennepetal-Voerde)
Bielstein und Besuch am Lehrbienenstand des Voerder Imkervereins am 18. Juni. 22 Mitglieder machten sich per Pkw mit
Werner Balke auf zum Parkplatz
Bielstein. Es ging zu Fuß zuerst
nach Bülbringen, wo Manfred
Henning vom Heimatverein Voerde Geschichtliches zum Ort
und von der Gegend um die Hasper Talsperre erläuterte. Als tätiges Mitglied im Förderverein Industriekultur und bereits lange
mit der Industriegeschichte aus
dem heimischen Raum befasst,
erzählte er auch am Plessen von
der dortigen ehemaligen Schmiede. Auf dem Rückweg, mit Einkehr bei Familie Hielkema am
Lehrbienenstand, gab es noch
Informationen über die „Immen“
(Bienen) und ihr nützliches Wirken in und für Natur und den
Menschen. Mit Kaffee und dem
bekannten Bienenstich rundete
diese „süße Seite eines Bienenstiches“ den Nachmittag ab.
Jahresausflug nach Windeck/Sieg am 16. Juli. Die
Fahrt mit 43 Mitgliedern führte über Meinerzhagen, die
60
Gäste des CVJM am 29. Mai, v.l.n.r.: Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, Ulrike
Wenzel (CVJM Rüggeberg Vorstand), Werner Balke (Vorstand Heimatverein Rüggeberg), Günter Jellinghaus (Vorstand Turnverein Rüggeberg), Hildegard Baur (CVJM
Westbund), Bernd Otterbach (CVJM Rüggeberg Vorsitzender), Bischof Dr. HansJürgen Abromeit.
A 45 und ab Olpe über die A 44,
danach über Land auf engen,
kurvenreichen Straßen bergauf
und bergab durch die reizvolle grüne Landschaft des Bergischen. Der Museumsstollen der
ehemaligen Grube Silberhardt
war die erste Besichtigungs-
Vor dem Stollen Grube Silberhardt
station. Bei der Führung durch
den historischen Stollen erfuhren die Besucher, welche Erze in
den verschiedenen Jahrhunderten gefunden und gefördert worden waren und unter welchen
Arbeitsbedingungen. Noch heute lagern neben Eisenerz haupt-
Heimatverein Rüggeberg
für uns Tradition. Zum 15. Mal
wurde dieser Tradition gefrönt.
Lotti saß glücklich in dem munteren Kreis von 37 Besuchern, die
von Bärbel wieder tüchtig „befeuert“ wurden. Eine solche Grillrunde verzehrt nicht nur einiges
an mitgebrachter Deftigkeit, sondern verbraucht auch einiges an
Holz und Holzkohle. Für durstige Kehlen hatte der Vorstand
Flüssiges besorgt, sowie vorher
und nachher mit einigen Helfern auf- und abgebaut. Ein Wermutstropfen war allerdings, dass
unser Mitglied, Lottis Sohn und
Bärbels Bruder, Hans Peter, für
immer fehlt. Hans Peter war am
28.12.2010 – viel zu früh – nach
langer Krankheit gestorben.
Burgruine Windeck
sächlich Blei, Silber, Zink und
Kupfer im Berg; diese lassen sich
jedoch derzeit nicht wirtschaftlich fördern. Das zugehörige
Museum - mit sehr anschaulichen Darstellungen, Texten und
Mustern dort vorkommender
Mineralien so wie Karten des
weiträumigen Erzabbaugebietes
– ergänzte hervorragend den erlebten Stollengang. Im Ort Mauel wurde zu Mittag das Gasthaus
Willmeroth – zur Stärkung am
Buffet und mit selbstgebrautem
Bier – aufgesucht. Danach hatte Alt-Windeck noch viel zu bieten. Allerdings musste der Bus
„beinahe zusammengefaltet werden“, um durch die engen Winkel
zum
Heimatmuseumsgelände
zu kommen. Im blühenden Bauerngarten stehen mehrere Fachwerkgebäude als Exponate, fast
ein Minidorf, und drinnen mit
unendlich vielen Ausstellungsstücken. Dieses Windecker Heimatmuseum ist derart reich und
vielfältig bestückt, dass allein
dorthin ein Tagesausflug lohnt.
Auf der Bergeshöhe oberhalb von
Alt-Windeck steht die Windecker
Burgruine. Ein weiter Blick über
die Sieg und das durchflossene
Grün der Landschaft belohnt den
Besucher für den Aufstieg. Wasserschloss Mauel mit Kaffee und
Kuchen war dann vor der Heimfahrt die letzte Station.
20. August, Grillen in Richlingen. Der Besuch bei unseren
Vereinsmitgliedern
Lieselotte
(Lotti) und Bärbel Schmidt hat
„Dorfbesichtigung“
in
Ennepetal-Voerde am 24.
September. Werner Balke
führte diesen heimatkundlichen
Gang und Gerd Fischer vom Heimatverein Voerde erklärte bei der
Besichtigung der Johanneskirche. Im Café Linnepe wurde der
Rundgang durch das „Voerder
Dorf“ abgeschlossen.
Wilma Schmidt und Winfried Bettin (Vordergrund) im Gespräch mit Gastgeberin
Lotti Schmidt
61
Heimatverein Rüggeberg
2. Oktober Erntedankfeier
des Heimatvereins Rüggeberg. Am Vortag hatten die jungen Landmänner den von ihren
Frauen gebundenen Erntekranz
auf dem Marktplatz neben dem
Schmittenboom des Heimatvereins in luftiger Höhe aufgehängt.
Gut 300 Zuschauer konnten –
nach dem Gottesdienst mit unserem beliebten Pfarrer André
Graf – das Programm auf dem
bunt geschmückten Bühnenanhänger verfolgen. Es waren auch
erfreulich viele junge Familien
mit ihren Kindern auf dem Platz.
Werner Balke eröffnete und Marion Tigges-Haar moderierte die
Veranstaltung. Beteiligt waren
wieder Thomas Wolff, Kinder
des Evangelischen Kindergartens Rüggeberg mit den Betreuerinnen und Leiter Bernd Otterbach, Kinder der Grundschule
Rüggeberg unter der Leitung
und Mitwirkung von Frau Zielke und Frau Bartels, der Evangelische Kinder- und Jugendchor
unter der Leitung und Mitwirkung von Frau Maria Hinsenkamp, die Vorsitzende des Landfrauenvereins Inge Friemann,
Dirk Kalthaus für den Landwirtschaftlichen Ortsverein und zwischendurch und zum Abschluss
natürlich wieder Werner Balke.
Es können hier nicht alle helfenden Hände genannt werden.
Besonderer Dank gilt allerdings
Bärbel Schmidt, Inge Friemann,
Brigitte Morhenne, Frank Richter und Barbara Diensch-Dicke,
die den Bühnenanhänger von
Armin Glück liebevoll und sehr
dekorativ geschmückt hatten, so
wie Bodo und Marvin Wenzel
mit Sebastian Strübe, die die Beschallung organisierten.
Ein gelungener Versuch bei dem
hochsommerlichen Wetter war
der Grillstand mit Bratwurst
62
Begeisterte Zuschauer vor der Bühne
Kleine Akteure auf der Bühne
auf dem Platz während der Veranstaltung. Jens Knüppel, seine
Eltern, eine junge Helferin und
Jörg Kalthaus waren hier für den
Förderverein der Evangelischen
Kirche aktiv und boten dazu
auch Erfrischungsgetränke an.
Margot Steffen hatte das Kirchcafé im Gemeindehaus nach Ende
des Gottesdienstes geöffnet. So
konnten dort – bereits während
der draußen laufenden Veranstaltung – müde Beine ausruhen und – nach dem Genuss von
Kaffee und Kuchen – Basteleien
beim Kreativkreis erstehen.
21. Oktober Betriebsbesichtigung bei Fa. TITAN
Friedrich Ischebeck in Altenvoerde. Herr Friedrich
Ischebeck, geschäftsführender
Gesellschafter begrüßte und informierte über 2 Stunden unterhaltsam und spannend die
35 Besucher. Er war überrascht,
so eine große Zahl Interessierter vorzufinden. Vertriebsleiter
Herr Lahme und Betriebsleiter
Heimatverein Rüggeberg
Helfern beim Förderverein Evangelische Kirche Rüggeberg.
Jörg Kalthaus mit einem Teil der Besuchergruppe vor dem Betrieb
Fertigung Jörg Kalthaus so wie
Herr Ischebeck persönlich führten die 3 Gruppen und zeigten
den Produktions- und Lagerteil. Von der Ambossfabrik und
Schraubstockschmiede seit 1881
zur hochmodernen Geo-Technik:
Mit der heutigen Produktion von
Erd-Ankern, Hoch- und Tiefbau-Gerüsten, Schalungs- und
Stützteilen, hauptsächlich aus
Aluminium, in geringerer Zahl
auch aus Stahl, wird kundenbezogen verkauft und vermietet.
Rund eineinhalb Stunde dauerte
der Rundgang mit vielen Erklärungen. Mit insgesamt dreieinhalb Stunden erlebte die Besichtigungsgruppe eine ausführliche
und hochinteressante Veranstaltung, die neben Firmeninterna
von Herrn Friedrich Ischebeck
auch allgemeine Informationen
zum nationalen und internationalen Wirtschaftsgeschehen aus
Unternehmersicht enthielt.
15. November Filmabend,
plattdeutsche Beiträge im
Evangelischen Gemeindehaus. Werner Balke begrüßte
34 Besucher zur Veranstaltung.
Hardy Lahme zeigte seinen Film
über das „westlichste Flusstal
des Sauerlandes“, „das Tal
der Heilenbecke“. Die Filmtechnik installierte und bediente
Vorstandsmitglied Friedrich Rothenberg. Neben einem weiteren
Film vom LWL (Westfälischer
Heimatbund) „Hier braut sich
was zusammen.......“ über das
Brauen von Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot vom April
1516, kamen noch plattdeutsche
„Vertellkes“ von Werner Balke.
Beim alljährlichen Rüggeberger Adventmarkt am 26.
und 27. November waren wieder alle Rüggeberger Vereine mit
Helfer: Gründerin und „Kirchcaféchefin“ Margot Steffen schneidet 100 cm
gespendeten Dresdener Stollen
3. Dezember vorweihnachtliche
Jahresabschlussfeier im Vereinshaus. Es war
ein neuer Ort, an dem 47 Mitglieder zusammen gekommen
waren, um gemeinsam im vorweihnachtlichen Rahmen, den
Jahresabschluss des Heimatvereines Rüggeberg zu begehen. Das
Vereinshaus im Nottloher Weg
bietet wie das Gemeindehaus
Platz für eine größere Personenzahl. Die Eheleute Grünberg und
Vereinsmitglied Hanna Bubenzer hatten die Bewirtung beim
Imbiss mit Schnittchen, Kuchen,
Kaffee und Erfrischungsgetränken übernommen. Im Programm
standen neben gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern begleitet von Klaus Schneider am
Akkordeon, Gedichte und Geschichten vorgetragen von Werner und Ellen Balke. Zu Gast war
mit ihrem Auftritt eine Gruppe
aus dem Rüggeberger Kinderund Jugendchor mit ihren Adventliedern. Die Leitung hatte
und hat Maria Hinsenkamp am
Klavier. Mit guten Wünschen zu
Weihnachten und für das neue
Jahr 2012 und einem Ausblick
auf die geplanten Aktivitäten im
neuen Jahr, endete die Feier.
Helfer: Pfarrer André Graf und Fördervereins-Vorsitzender Jens Knüppel „mit
heißer Ware“: Bratwurst und Pommes!
63
Heimatverein Rüggeberg
Hier wätt Platt gekürt ...
Dä Noberschaff
Maria Hinsenkamp mit einer Gruppe
aus dem Kinder- und Jugendchor Rüggeberg
Rückblick am Rande.......
Die Gruppe um KiR hochvier
hatte zu „La vie en rose“, „Das
Leben in rosarot“, am 27. Mai mit
Musik, Literatur, Kunst und Kulinarischem in das Vereinshaus
am Nottloher Weg eingeladen.
Mit dem Programm wurde im
fröhlichen Kreis französisches
Lebensgefühl nach Rüggeberg
geholt. Wie immer moderierte
Hans Baum unterhaltsam die lyrische Reise durch Frankreich,
musikalisch und anekdotisch begleitet von Johannes Heller mit
seiner Gitarre. Stefan MayerStoye hatte den Part am Saxophon und am Klavier übernommen. Ulrike Kaiser verwöhnte
die Gäste kulinarisch und wie
immer standen junge Leute – als
Helfer aus dem Ort – zum Servieren von Speisen und Getränken bereit. Angeregt vom Programm und sicherlich auch vom
Wein war nach dem Ende der
Veranstaltung draußen vor der
Tür für einige Nachtschwärmer
noch eine Runde Boule, das Spiel
mit den Eisenkugeln, fällig.
64
Son gurder Nober es watt wert, wann hä ok es watt
mäket, watt sick nich gehört.
Op dämm Balkon es Owens grillt und grölend sinen
Durst noch stillt.
Kanns du dann nerwenan nich schlopen,
dann mauße die Ohrenstöpsel kopen.
Äwer fählt die morgens es en Ei, dä Nober lehnt die
flottens drei.
Föhrs die in Urlob lange Tied, dä Nober gähne no
diene Heeme süht.
Hä kritt dän Schlürtel hengebrach, an alles hiärt
ma jo gedach.
Hä putzt dänn Husflur un güt diene Blaumen,
denn hä hiärt jo den greinen Daumen.
Ne gurde Noberschaff es en Segen, drum vadriech
die met äm, Noberschaff maut man pflegen.
Friedel Hillner
Hier wätt Platt gekürt ...
Dä Matt
Nu heffe in Voerde en egenen Matt,
dänn woll‘n vie alt lange, doch Voerde wor utgespatt.
Son Matt tesammentekriegen es ok schwor,
man wuss jo nich ob hä angenormen wor.
Jetz stott Dienstagnomdags dä Stänne op däm Kermesplatz,
un wat man do alles kritt es nich för dä Katz.
Et giert Wurs un Käse un leckeret Brot
un Äräppel un Eier un ganz frischen Schlot.
Obs un Gemeise es ok do,
Stripmaus un dicke Bohnen, wat es so girt im Johr.
Et girt ok Nörgeler, dä segget es is vüöll te dür,
dä girt et ümmer, da kann man nix vür.
Schau un Täschen un Gürtel vür üm dän Buck
un Kleer un Büxen het se ok genauch.
Ok Fisch es do un Riewekauken,
dä es so het, wann de rinbiss mauße flauken.
Man kann ok Würstkes gebroen hewen,
un Steaks un dicke Frikadellen.
Nu sech bloß ener ob däm Matt wör nix loss,
do froge ek ink, watt wett dänn bloß?
Friedel Hillner
Heimatverein Voerde
von Robert Dörnen
Mit einem Rückblick in längst
vergangene Zeiten begann der
Heimatverein Voerde sein Vereinsjahr 2011. Wer wollte, und es
wollten viele, konnte noch mal
mit der Straßenbahnlinie 11 von
Haspe über Voerde nach Breckerfeld fahren. So der Titel des
Vortrages im Hotel-Restaurant
Rosine. Viel mehr Besucher als
erhofft fanden den Weg
dorthin und konnten an
einer Bilderfahrt mit 250
größtenteils unveröffentlichten Fotos teilnehmen.
Viele Erinnerungen kamen auf, und einige Besucher konnten sogar
mit eigenen Bildern und
Geschichten den Vortrag
ergänzen.
Die Veranstaltung hatte
so großen Anklang gefunden, dass im April
eine Wiederholung organisiert wurde. Jetzt
konnten auch die Besucher, die beim ersten Termin keinen Platz mehr
gefunden hatten, die alten Fotos ansehen.
Im April fand ein kleiner Umbruch beim Heimatverein Voerde statt.
Nach vielen Jahren Vorstandsarbeit, davon fast
genau 10 Jahre als 1. Vorsitzender, trat Manfred
Michalko nicht mehr
zur Wiederwahl an. „Ich
habe immer gesagt, ab
einem bestimmten Alter
ist Schluss. Dann müssen jüngere Leute nach
vorne“ so Michalko. „Es
muss einen Wandel, eine
Verjüngung geben. Jüngere Leute mit anderen
Robert Dörnen
Hans-Martin Heimhardt
Ideen müssen Ihre Chance bekommen.“
nen zum neuen 1. Vorsitzenden
und Hans-Martin Heimhardt zu
seinem Stellvertreter.
So ganz geht der bisherige Chef
des Heimatvereins aber nicht.
Im erweiterten Vorstand bleibt er
als Beisitzer aktiv, und kümmert
sich dort um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er möchte
dem neuen Vorstand mit seiner
Erfahrung und seinen Kontakten beratend und
unterstützend zur
Seite stehen, einen
abrupten Übergang soll es nicht
geben. Als Anerkennung für seine
geleistete Arbeit
im
Heimatverein Voerde wählte
die Mitgliederversammlung ihren
früheren 1. Vorsitzenden auf Vorschlag von Michael
Eckhardt einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Die
anwesenden Mitglieder
wählten
den
bisherigen
Vize Robert Dör-
Bereits zum sechsten Mal
wurde im südlichen EnnepeRuhr-Kreis die Wandersaison
mit dem Anwandern eröffnet.
Organisatoren sind die Städte
Breckerfeld, Ennepetal und Gevelsberg sowie der Ennepe-Ruhr-
65
Heimatverein Voerde
Kreis. Unterstützt wurden sie
vom Sauerländischen Gebirgsverein, der Biologischen Station,
dem Heimatverein Voerde und
dem Industriemuseum Ennepetal. Ziel der Wanderung im
Jahr 2011 war das Industriemuseum Ennepetal in Altenvoerde. Mitglieder des Heimatverein Voerde sorgten am Grill,
mit Kaffee und Kuchen und kühlen Getränken für eine wohlverdiente Stärkung der aus allen
Himmelsrichtungen ankommenden Wanderer.
Auch der Heimatverein Voerde
hatte mit Wolfgang Weller als
Wanderführer eine Tour von
Oberbauer nach Altenvoerde
durchgeführt.
Am 30. April wurde in Voerde der Maibaum aufgestellt.
Bei bestem Wetter zogen die
Voerder Vereine mit dem Maibaum durch das Dorf zum Aufstellplatz im Zönchen. Die
freiwillige Feuerwehr Voerde
richtete den Maibaum auf und
die rund 300 Besucher freuten
sich als der Shantychor Voerde
Maibaumaufstellung
66
„Der Mai ist gekommen“ anstimmte. Viele sangen begeistert
mit. Im Anschluss sorgte die Musikkünstlerin Kelsey Klamath
mit Ihrer Begleitung für ausgelassene Partystimmung.
Im Mai wurde der Voerder Ehrennachtwächter 2011 gewählt. Der 1. Vorsitzende des
Heimatverein Voerde, Robert
Dörnen, schlug den Voerder Vereinen Ernst-August Hübner als
neuen Ehrennachtwächter vor,
und diese wählten ihn einstimmig.
Seine Amtseinführung fand am
27. Mai in der Mehrzweckhalle
Haspetal statt. Hier erhielt der
26. Ehrennachtwächter seine Insignien der Macht, – Horn, Lampe und Hellebarde – von seinem
Vorgänger Michael Eckhardt
überreicht, und wachte nun über
Voerde, seinem Heimatort wo er
aufgewachsen ist und auch heute
noch wohnt. Ernst-August Hübner ist aktives Gründungsmitglied des Heimatverein Voerde,
und spricht am liebsten Platt.
Ehrennachtwächter 2011
Ernst-August Hübner
Vom 4. bis 7. Juni fand Ennepetals größtes Volksfest, die
Voerder Kirmes statt. Zum
ersten Mal nahmen Gruppen
und Vereine aus ganz Ennepetal
am Kirmesumzug teil und trugen so zum Gelingen bei. Noch
nie haben so viele Zugteilnehmer
mitgemacht. Traditionell beginnt
die Voerder Kirmes mit einem
ökumenischen
Gottesdienst,
dieses Mal war die katholische
Kirche in Voerde an der Reihe. Pünktlich um 14.00 Uhr begann der Kirmesumzug bei herrlichem Sommerwetter und um
15.00 Uhr wurde die Kirmes von
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen mit dem Fassanstich auf
dem Kirmesplatz eröffnet. Alle
Ennepetaler feierten vier Tage
lang eine fröhliche Kirmes mit
Herz in Voerde. Da waren dann
auch die Sorgen der Organisatoren vergessen, die im Vorfeld mit
den seit der Duisburger Loveparade verschärften Sicherheitsbestimmungen zu kämpfen hatten.
Kurz zuvor war auch noch die inzwischen insolvente Schwelmer
Brauerei als Sponsor und Lieferant ausgefallen.
Heimatverein Voerde
Voerder Kirmes 2011
Im September fand der jährliche Wandertag in Oberbauer statt, unter der Schirmherrschaft des Heimatverein Voerde.
Hans Martin Heimhardt und Michael Bosenius hatten die Strecke ausgearbeitet und so machten sich rund 40 Teilnehmer auf
Die Erntekrone löst den Maikranz ab
die Strecke von Oberbauer über
die Hasper Talsperre durch das
Haspetal zum Gut Braband. Dort
gab es die verdiente Stärkung
vom Grill und kühle Getränke
und der laue Sommerabend wurde noch lang.
Fast das ganze Jahr über hatte
der Heimatverein Voerde Glück
mit dem Wetter bei seinen Freiluftveranstaltungen. So auch
beim Erntekronenfest am
1. Oktober. Bei blauem Himmel ohne eine einzige Wolke feierten die Voerder den Austausch
des Maikranzes durch die Erntekrone. Wie in den Jahren zuvor wurde der Maikranz bereits
am Freitag mit Hilfe eines Hubwagens des Bauhofes durch die
Erntekrone ersetzt. Nach einer
kurzen Begrüßung durch den
1.Vorsitzenden des Voerder Heimatverein, Robert Dörnen und
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen begann die Veranstaltung
kurz nach 15.00 Uhr. Die Besucher konnten zwischen Kaffee
und Kuchen oder Bratwürstchen
und gekühlten Getränken wählen. Viele entschieden sich an
den aufgebauten Ständen einfach für Beides, nacheinander.
Picknick im Wald beim Wandertag in Oberbauer
67
Heimatverein Voerde
Der 11.11.11 war in diesem Jahr
nicht nur der Beginn der Karnevalszeit, sondern auch das Datum
des Voerder Heimatabends.
Wie immer war der Festsaal am
Loher Nocken bis auf den letzten
Platz gefüllt, und die Besucher
freuten sich auf den obligatorischen Grünkohl und auf ein abwechslungsreiches Programm.
Beides wurde nicht enttäuscht.
Robert Dörnen und Hans Martin
Heimhardt führten gemeinsam
durch den kurzweiligen Abend,
der mit den Kindern der Grundschule Altenvoerde begann. Unter der Leitung von Friedel Hillner und mit Unterstützung ihrer
Lehrerin Frau Matt hatten die
Kinder fleißig geübt und trugen
einen plattdeutschen Sketch vor,
der die Sprechstunde beim Arzt
zum Thema hatte. Zuvor spielten
sie mit ihren Blasinstrumenten
zur Freude der Besucher. Nach
dem Essen und einer kurzen Ansprache von Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, hielt Friedel
Hillner einen weiteren plattdeutschen Vortrag, gefolgt von einem plattdeutschen Sketch mit
Inge Röße und Ilona Wiggenhagen über die Fernsehgewohnheiten eines alternden Ehepaares.
Es folgten Roman Kruzycki und
Martin Dörr mit ihren Ukulelen
und einem plattdeutschen Lied,
gefolgt von Jürgen Piorek der
als Ehemann vom Börkey von
seinem Familienleben erzählte. Schallendes Gelächter und
so mancher Schenkelklopfer im
Publikum waren die Folge. Die
Jongleur-AG vom Loher Nocken
brachten eine spektakuläre Show
auf die Bühne, bevor der Star des
Abends, Änne aus Dröpplingsen,
für einen Lachanfall nach dem
anderen über ihre Dönekes aus
dem Sauerland sorgte. Ehrenvorsitzender Manfred Michalko und
Bürgermeister Wilhelm Wiggen-
68
Heimatabend
hagen unterstützten Änne nach
Kräften. Nachdem alle Beteiligten noch mal gemeinsam auf der
Bühne zusammen kamen und
den Dank des Publikums entgegen nahmen, spielte die Light
Music Band bis in die Nacht zum
Tanz.
Mit dem Schmücken des
Weihnachtsbaumes im Voerder Zönchen ging das Vereinsjahr des Heimatverein Voerde
zu Ende. Am 24. November
schmückten die Mitglieder des
Weihnachtsbaumschmücken
Heimatvereins mit dem von
den zahlreichen Besuchern mitgebrachten Baumschmuck den
bereits vom Bauhof der Stadt
Ennepetal aufgestellten Weihnachtsbaum. Allen voran Ehrenbürgermeister und Ehrennachtwächter Michael Eckhardt
immer ganz oben auf der Leiter. Um 17.00 Uhr schaltete der
amtierende Ehrennachtwächter
Ernst-August Hübner die Beleuchtung ein und eine adventliche Stimmung machte sich breit.
Bund der Vertriebenen
von Gerhard Sadlowski
Am 17. September wurde im
Rahmen einer gemeinsamen
Veranstaltung des Bundes der
Vertriebenen, des Heimatbundes
Ennepetal und der Stadt Ennepetal die 57. Feierstunde „Tag
der Heimat“ in Ennepetal begangen.
Als Vorsitzender des BdV Stadtverband Ennepetal begrüßte Gerhard Sadlowski über 160
Gäste, darunter viele Ehrengäste,
wie z.B. Bürgermeister Wilhelm
Wiggenhagen mit seiner Gattin und den Ehrenbürgermeister Michael Eckhardt mit seiner
Gattin. Darüber hinaus begrüßte Gerhard Sadlowski den 2. Vorsitzenden des BdV Ennepetal
Alfred Spruth, der die Festrede
der erkrankten Roswitha Möller
vom BdV Kreisverband Münster
vortrug, sowie den BdV Kreisvorsitzenden Fritz Olschewski
aus Gevelsberg und die Landsmannschaften der Ostpreußen,
Pommern, Schlesier und Siebenbürgen aus Wuppertal, Schwelm,
Gevelsberg, Hagen und Ennepetal sowie die Heimatvereine Milspe, Voerde und Rüggeberg. Die
Grundschule Wassermaus unter
der Leitung von Frau Schweser
unterhielt die Gäste die mit ihrem
Flötenspiel oder mit einem Lied
über den unzuverlässigen Wetterbericht. Besonders begrüßte
Sadlowski die Sängerfreunde der
Freiwilligen Feuerwehr Ennepetal Oberbauer unter der Leitung
von Peter Tillmann. Er betonte, dass auch 66 Jahre nach dem
Kriegsende, der Flucht und Vertreibung beim Tag der Heimat in
ganz Deutschland gedacht wird.
„Auch wir sind heute in Ennepetal zusammengekommen um
uns öffentlich zu unserer verlore-
nen Heimat zu bekunden und an
Ost- und Westpreußen, an Pommern, an Ober- und Niederschlesien, an das Sudetenland und die
Heimat der Siebenbürgen zu gedenken. Heimat weiß man erst
zu schätzen, wenn man sie verloren hat. Ennepetal ist unsere
neue Heimat geworden,“ sprach
Gerhard Sadlowski vielen Gäste
aus der Seele.
Der Geschäftsführer des Heimatbundes Ennepetal, Stephan
Langhard, begrüßte die Gäste
auch im Namen der angeschlossenen Heimatvereine. Er bezog
sich auf das diesjährige Motto
„Wahrheit und Dialog – Schlüssel zur Verständigung“ und
wies daraufhin, dass das Thema Wahrheit bereits in den Leitsprüchen der Jahre 2010 und
2009 erschienen war. Er rief in
diesem Zusammenhang die Anwesenden auf, sich einen kritischen Geist zu bewahren und zu
versuchen aus den unzähligen
zur Verfügung stehenden Informationen, die wesentlichen Dinge zu verstehen und eine eigene
Meinung zu bilden.
Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen freute sich über den sehr
guten Besuch der Feierstunde
zum Tag der Heimat und dankte in seinem Grußwort allen, die
sich um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gekümmert hätten, allen voran Gerhard
Sadlowski, ohne dessen unermüdlichen Einsatz die Veranstaltung nicht möglich gewesen
wäre und Stephan Langhard. Er
betonte, dass echte und aufrichtige Verständigung nur auf Grundlage der Wahrheit gelänge.
Alfred Spruth verlas die Rede
von Roswitha Möller, in der sie
darauf hinwies, das die mangelnde Information der Jugend
und das Unwissen zur Geschichte des historischen Ostdeutschlands oder der zum Teil 800
Jahre alten Siedlungsgebiete
der Deutschen in ganz Ostmittel- und Südosteuropa, die nicht
etwa auf kriegerische Weise eingenommen wurden, ihr Sorgen
mache.
Erst seit einigen Jahren hätten
sich einige Bundesländer wie
Die Sängerfreunde der freiwilligen Feuerwehr aus Ennepetal Oberbauer mit den
vier netten Damen.
69
Bund der Vertriebenen
Baden-Württemberg,
Hessen,
Niedersachsen und NordrheinWestfalen der Aufgabe gestellt,
Schulen zu verpflichten, das Thema „Flucht und Vertreibung“ in
ihren Lehrplan aufzunehmen.
Zum Abschluss der Feierstunde dankte das Publikum für die
schönen Heimatlieder bei den
Sängerfreunden der Freiwilligen
Feuerwehr Ennepetal Oberbauer
mit einem begeisterten Applaus.
Zum
Erntedankfest
der
Landsmannschaft Ostpreußen in der Rosine konnte Gerhard Sadlowski über 120 Gäste begrüßen. Unter ihnen war
auch die stellvertretende Bürgermeisterin Anita Schöneberg,
die Grußworte der Stadt überbrachte. Sie freue sich, dass sie
das Erntedankfest mit den Ostpreußen feiern könne, denn ihre
Wurzeln stammten aus Ostpreußen. Sie dankte Gerhard Sadlowski für sein unermüdliches Engagement.
Neben dem BdV Kreisvorsitzenden Fritz Olschewski aus Gevelsberg waren viele Landsleute
aus Gevelsberg gekommen. Aus
Ennepetal waren die Siebenbürgen mit dem Nachbarschaftsvater Hans Hamlischer mit seiner
Gattin und die Landsmannschaft
Schlesien mit dem Vorsitzenden
Josef Kaps zu Gast.
Der Singkreis der Landsmannschaft Ostpreußen aus Iserlohn
unter der Leitung von Lilie Jansen erfreute die Gäste mit wunderschönen Liedern.
„Liebe Heimatfreunde, auch in
diesem Jahr hatten wir einen
Sommer, auch in diesem Jahr
wurde auf Gottes Acker gesät
und geerntet. Unter der Ernte-
70
Der Singkreis der Landsmannschaft Ostpreußen aus Iserlohn
krone wollen wir gemeinsam
das Erntedankfest der Landsmannschaft Ostpreußen feiern.
Wir sollten auch heute an unsere Heimat denken, wo einst starke Bauern hinter Pferd und Pflug
schritten und hohe Ernteerträge erwirtschafteten. Ostpreußen
war ein Agrarland und galt damals als Kornkammer Deutschlands. Beim Erntedankfest stand
bei den Ostpreußen immer Geselligkeit im Vordergrund,“ unterstrich Gerhard Sadlowski die
große Bedeutung.
Für gute Stimmung sorgte der
Kapellmeister Arnold Kubitza
aus Hagen.
Gerhard Sadlowski freute sich,
das Alina, die 10-jährige Enkelin von Monika und Lothar Gräf
extra zur Feierstunde aus Berlin
angereist war.
Monika und Lothar Gräf sowie
Rudolf Broziewski sprachen besinnliche Worte zum Erntedank,
speziell über das Brot. Die Ziehung der Tombolalose sorgte für
Spannung. Es waren viele tolle
Preise zu gewinnen. Nach dem
gemeinsamen Abendessen wurden die Lose von 6 Heimatfreunden verkauft und später zwischen
den Tänzen 3 mal ausgelost. Der
Kapellmeister Kubitza spielte
zum Tanz auf und die Tanzfläche
war sehr gut besucht. Es wurde
bis spät in den Abend getanzt.
Verkehrsverein Ennepetal e.V.
von Anita Schöneberg
Höhepunkte des Jahres 2011 waren für den Verkehrsverein zweifelsohne die beiden großen Konzerte und Veranstaltungen mit
Hunderten von Gästen aus nah
und fern:
Das Große Hafenkonzert
im „Platsch“ mit den beliebten Ennepetaler „Klangkörpern“
Akkordeon-Orchester, ShantyChor und Stadt- und Feuerwehrkapelle am Sonntag, 11. September und der Familientag zum
„AutumnSplash“ im Hülsenbecker Tal mit der heimischen
Rockband „Smithy“ am Samstag, 17. September.
Selbstverständlich fanden auch
die beliebten Konzerte im Rahmen der Sang & Klang Konzertreihe an der Musikmuschel
mit den heimischen Chören und
Orchestern statt.
„Viele Menschen verbinden den
Sonntagsspaziergang mit einem Besuch der Konzerte ab
14.30 Uhr und erfreuen sich an
Dorma Chor in der Musikmuschel
Publikum und Smithy
den schönen Klängen“, so Anita Schöneberg, Vorsitzende des
Verkehrsvereins und stellvertretende Bürgermeisterin.
„1000 Besucher drängten sich an
die Hülsenbecke.“
So titelte die Westfälische Rundschau nach dem erfolgreichen
„Autumn Splash“ im September.
„Autumn Splash heißt so viel wie
„Herbstspritzer“. Mit der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld gemeinsam wurde die Veranstal-
tung organisiert, und das Wetter
spielte ausgezeichnet mit. „Mein
Dank gilt dem Vorstand der heimischen Sparkasse, der u. a. die
Finanzierung der beliebten Rockband „Smithy“ übernommen
hatte“, so Anita Schöneberg.
Bereits am Nachmittag sah
man viele Eltern mit Kindern
im schönen Hülsenbecker Tal.
Clown Pippo war da, der Kinderschutzbund mit dem Schminkteam. Eine gute Bewirtung wurde durch den TV Altenvoerde,
den Förderverein des Kindergartens Rüggeberg und das Team
um Familie Dunker gewährleistet. Auf der Bühne hörte und sah
man die Nachwuchstrommler
der Grundschule Wassermaus,
die Jonglier-AG vom Loher Nocken und die Sänger des DormaChores. Die Sparkasse hatte eine
Tombola vorbereitet.
„Ein besonderer Höhepunkt der
Veranstaltung war, dass der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Herr Oliver Teske, für kurze
Zeit im Rampenlicht erschien.
Zuerst sang er zusammen mit
„Smithy“ die Ballade „Tauschen
71
Verkehrsverein Ennepetal e.V.
am Platsch, „mit maritimer Atmosphäre, leckerem Fisch und
Seemannsliedern gesungen und
gespielt“. Nachdem sich einige Hundert Gäste eingefunden
hatten, öffnete der Himmel seine Schleusen, und es „schüttete
wie aus Eimern“, so Anita Schöneberg. „Der Fischhändler freute
sich dennoch über ein gutes Geschäft: Kurzerhand wurde das
Essen von vielen mit nach Hause
genommen.“
Jugend und Smithy
gegen dich“ von den Toten Hosen. Im Anschluss stellte er mit
„Highway to Hell“ seine neu gewonnenen Gitarrenkünste unter
Beweis. Riesiger Applaus des Publikums war ihm gewiss.“ Zum
Ende der Veranstaltung verteilte
die Sparkasse an alle Gäste Taschenlampen, um einen beleuchteten und sicheren Heimweg zu
ermöglichen.
„Platsch“ auf „Ahlhausen“ statt.
Der Geschäftsführer der stadteigenen Gesellschaft Wolfgang
Kern sprach von einer Tradition
Einige hartgesottene Gäste blieben aber bis zum Schluss. Das
große Finale von Stadt- und Feuerwehrkapelle, Shanty-Chor und
Akkordeon-Orchester wurde improvisiert. Im Dauerregen gab
es sogar eine Polonäse und viel
Spaß bei allen Beteiligten.
„Auch das war eine gelungene
„Wir tun etwas für Ennepetal“ – unter dieses Motto hatten
Verkehrsverein und Sparkasse
Ennepetal-Breckerfeld die Veranstaltung gestellt. Fazit: Ein
voller Erfolg.
Das 5. Hafenfest fand mit Unterstützung der Haus Ennepetal
Kluterthöhle und Freizeit Verwaltungs- und Betriebs GmbH
& Co. KG im Schwimmbad
Hafenfest Finale im Regen
Großveranstaltung für Ennepetal“, so Ennepetals stellvertretende Bürgermeisterin Anita
Schöneberg. „Mein Dank geht an
alle, die unsere Feste ehrenamtlich unterstützt haben.“
Hafenfest Panorama
72
Arbeitskreis Stadtgeschichte
von Hans Hermann Pöpsel
Seit mehr als zwölf Jahren gibt
es nun schon den Arbeitskreis
Ennepetaler Stadtgeschichte. Er
entstand im Umkreis des Stadtarchivs, ist ein gemeinnütziger
eingetragener Verein und sieht
seine Hauptaufgabe in der Erforschung der Geschichte Ennepetals und ihrer Vorgängergemeinden.
Der Verein gibt die „Ennepetaler
Forschungen“ heraus, ein Heft
von jeweils gut 50 Seiten. Im Jahre 2011 erschienen bereits die 21.
und die 22. Ausgabe dieser beliebten Veröffentlichung. In der
Jahreshauptversammlung, die
zum letzten Male in den Räumen
des Ennepetaler Stadtarchivs
an der Lindenstraße in Voerde
stattfand, wurde auch über die
Herausgabe eines Buches über
Ennepetaler Straßennamen gesprochen. Das Archiv ist inzwischen nach Milspe umgezogen in
die Räume der ehemaligen Krankenpflegeschule neben der Harkortschule an der Kirchstraße/
Ecke Heinrichstraße.
Zu Beginn der Versammlung gedachten die Anwesenden des bei
einem tragischen Unglück verstorbenen Aktiven Heinz Pflüger. Einstimmig in seinem Amt
bestätigt wurde sodann der Vorsitzende Hans Hermann Pöpsel. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Karl-Heinz Giesick,
als Kassiererin wurde Dorothea
Ischebeck bestätigt, die Arbeit
des Pressesprechers übernimmt
weiterhin der Vorsitzende mit,
zur Geschäftsführerin wählten die Mitglieder die Stadtarchivarin Frauke Blum. Als Kassenprüfer gewählt wurden die
frühere Stadtarchivarin Ingrid
Windmöller und der Kluterthöhlen-Spezialist Lothar Kruse.
Themen gibt es genug
Unter dem Punkt „Projekte“ berichteten die einzelnen Mitglieder über Themen, an denen sie
gerade arbeiten: Das sind die
ehemalige Brauerei Altenvoerde,
die Brücke an der Kehr, die Rentropshöhle, das Leben am Timpen, die Asker Straße in Voerde,
der Behlinger Hammer, Schulaufsätze Ennepetaler Kinder
zum Thema Krieg, die Familien
Hülsenbeck und Meininghaus,
die Milsper Turnvereinigung
und das Eisenbahnunglück an
der Rahlenbecke. Geplant ist außerdem ein Diavortrag zur Bahngeschichte im Denkmal Bahnhof
Ennepetal. Der Arbeitskreis beteiligt sich auch mit Info-Ständen und Preisrätsel-Aktionen zu
Festen in den Ennepetaler Stadtteilen.
Die Nachfrage bei den Bürgern
nach den „Ennepetaler Forschungen“ ist immerhin so groß,
dass bereits neun Nummern vergriffen sind. Entsprechend gesichert ist auch die Kassenlage des
Vereins, der stets offen ist für
neue Mitarbeiter.
Dieses alte Blechschild der „Brauerei Altenvoerde“
befindet sich im Ennepetaler Stadtarchiv
Kontakt über
E-Mail
Wer Kontakt mit dem
Arbeitskreis aufnehmen möchte, kann
das unter der MailAdresse [email protected]
gmx.de tun oder sich
persönlich im Stadtarchiv mit den aktiven Mitgliedern treffen.
73
Integrationsrat Ennepetal
von Michael Schmidt
Der Integrationsrat stellt
sich vor
Der Heimatbrief verbindet viele
Menschen mit ihrer ehemaligen
Heimat Ennepetal. Rund jeder
10. Heimatbrief wird an Adressaten ins Ausland verschickt.
Andererseits haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten viele Menschen aus dem Ausland in
Ennepetal eine neue Heimat gefunden. 2011 jährte sich das Anwerbeabkommen für „Gastarbeiter“ mit der Türkei zum 50. Mal.
Heute leben in Ennepetal fast
2.700 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Hinzu kommen ungefähr 2.300
Doppelstaater, die neben ihrer
ausländischen auch die deutsche
Staatsangehörigkeit erworben
haben, und diejenigen, die früher Ausländer waren und heute
Deutsche sind.
Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die entweder selbst
im Ausland geboren wurden
oder von denen mindestens ein
Elternteil im Ausland geboren
wurde, machen heute nahezu
25 % der Einwohner NordrheinWestfalens aus. Die Einwohner
Ennepetals kommen aus über
80 Ländern dieser Welt. Ist es
also übertrieben zu behaupten:
Ennepetal ist ein Treffpunkt der
Welt?
Die NRW-Stiftung hat in einer Studie festgestellt, dass sich
93,5% aller Befragten mit einer Zuwanderungsgeschichte in
Nordrhein-Westfalen zu Hause
fühlen. Das zeigt eine erstaunlich hohe Identifikation mit der
neuen Heimat.
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Info-Stand auf dem Internationalen Freundschaftsfest
Von links: Hatice Birgül (Stellvertretende Vorsitzende), Giuseppe Bianco (Vorsitzender des Integrationsrates) und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen
Wie sieht es aber mit der politischen Teilhabe aus?
Ausländerinnen und Ausländer,
die zusätzlich auch die deutsche
Staatsangehörigkeit haben, können an allen Wahlen teilnehmen
und auch selbst gewählt werden. Anders sieht es für diejenigen aus, die nur die ausländische
Staatsangehörigkeit
besitzen.
Das im Grundgesetz verankerte
Demokratieprinzip, wonach alle
Staatsgewalt vom (deutschen)
Volk ausgeht, verwehrt Ausländerinnen und Ausländern solche
politischen Teilhabemöglichkeiten. Ausnahmen gibt es nur für
Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union bei Kommunalwahlen und Wahlen für das
Europäische Parlament.
Der Landesgesetzgeber sieht
deshalb die Möglichkeit und für
größere Städte die Verpflichtung
vor, Integrationsräte zu bilden.
Ennepetal gehört aufgrund der
Anzahl von Ausländern nicht zu
den Städten, die zur Bildung ei-
nes Integrationsrates verpflichtet sind. Gleichwohl hat der Rat
der Stadt im Jahr 2010 mit großer Mehrheit einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Der Integrationsrat hat zwar
grundsätzlich keine Entscheidungskompetenzen; er gibt jedoch Migrantinnen und Migranten in Ennepetal eine Stimme!
Er kann sich mit allen Angelegenheiten der Gemeinde befassen. Er ist berechtigt, dem Rat
der Stadt oder einem Ausschuss
Anregungen und Stellungnahmen vorzulegen.
Der Vorsitzende des Integrationsrates oder ein anderes bestimmtes Mitglied ist berechtigt,
bei der Beratung dieser Anregungen und Stellungnahmen an
den Sitzungen des Rates oder des
Ausschusses teilzunehmen und
dazu Stellung zu nehmen. Außerdem soll der Integrationsrat
zu Fragen Stellung nehmen, die
ihm vom Rat oder einem Ausschuss vorgelegt werden.
Integrationsrat Ennepetal
ten Sitzung eine Prioritätenliste
erstellt. Zu den Schwerpunkten
und Zielen seiner Arbeit gehören
unter anderem
-die Durchführung eines Buchbzw. Museumsprojektes mit
persönlichen Biographien,
-die Begleitung von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte im Übergang von der
Schule zur Ausbildung,
-eine bessere Einbindung von
Migrantinnen und Migranten
in die Kommunalpolitik,
- die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten für Menschen
verschiedenen Glaubens,
-die Verbesserung der Chancen auf dem örtlichen Arbeitsmarkt für muslimische Frauen
mit Kopftuch.
Diese Prioritätenliste resultiert
zum großen Teil aus den Ergebnissen der Workshops eines Integrationsfachtages, der am 21.
Januar im Haus Ennepetal mit
ca. 260 Personen stattgefunden
hat. Das zeigt: Integration wird
in Ennepetal groß geschrieben!
Mitmach-Aktion für Besucher des Freundschaftsfestes
Der Ennepetaler Integrationsrat wurde am 27. März erstmals
gewählt. Er besteht aus neun gewählten Mitgliedern und fünf
Mitgliedern, die von dem Rat
der Stadt vertretenen Fraktionen
entsandt wurden.
Gewählte Mitglieder des Integrationsrates:
Herr Giuseppe Bianco (Vorsitzender des Integrationsrates);
Frau Hatice Birgül (stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates); Frau Patrizia Ciaramella; Frau Dragica Dinkelmann;
Herr Pasquale Marino; Herr
Yakup Özüm; Herr Tineshan Sri
Kanthavell; Herr Nuh Türkdönmez; Frau Francesca Vassallo.
Vom Rat der Stadt entstandene
Mitglieder:
Herr Sven Hustadt (Fraktion
Bündnis 90/Die Grünen); Herr
Volker Imlau (FWE-Fraktion);
Herr Jens Knüppel (CDU-Fraktion); Frau Anita Schöneberg
(SPD-Fraktion); Frau Dr. Hella
Siekermann (FDP-Fraktion).
Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang auch der
Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit, deren Mitstreiter die
Bildung des Integrationsrates
tatkräftig unterstützt haben. Übrigens: Das von der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit im
Jahr 1986 ins Leben gerufene Internationale Freundschaftsfest
fand im vergangenen Jahr zum
25. Mal statt. Am 17. Juni 2012
ist es wieder soweit. Man sieht
sich ...
Der Integrationsrat hat 2011 vor
den Sommerferien seine Arbeit
aufgenommen und in seiner letz75
Aus der Wirtschaft: ALANOD Aluminium-Veredlung GmbH & Co. KG
ALANOD –
BRILLIANT SURFACES
Das im Jahr 1975 gegründete
und heute in Ennepetal ansässige Unternehmen ALANOD Aluminium-Veredlung GmbH & Co.
KG hat sich innerhalb von drei
Jahrzehnten zum Weltmarktführer in der Veredlung von Aluminiumbändern entwickelt.
Neben dem Schwerpunkt in der
lichttechnischen Industrie finden ALANOD Produkte heute in
der Computerindustrie, der Automobilindustrie, der Solarindustrie und ebenso in dekorativen Produkten ihre Anwendung.
Die Vielzahl der Oberflächen,
von hochglänzend bis matt, von
fein bis deutlich sichtbar strukturiert, bietet immer eine passende Lösung.
Firmengebäude ALANOD Ennepetal
xion von 98% Effizienzsteigerungen von bis zu 30%.
(Basis Kupfer) steht AlanodSolar auch in diesem Markt für
führende Qualität. Mit den für
den Außeneinsatz zusätzlich mit
einem Nano-Komposit versehenen Reflexions- Qualitäten MIRO-SUN®, Einsatzgebiet u.a. in
solarthermischen Kraftwerkseinheiten, wird dieser Produktbereich erneuerbare Energien
zukunftsträchtig abgerundet.
Beginn der 90er Jahre hat ALANOD erstmals das Verfahren der
Beschichtung im Hochvakuum
(PVD Verfahren) im Coil-to-Coil
Prozess entwickelt und realisiert.
Basierend auf dem Know-how im
Bandeloxieren entstand so eine
neue Generation von deutlich effizienteren Aluminiumbändern
für die Beleuchtungsindustrie.
SOLAR
Mit dem Know-how der ALANOD in der Vakuumbeschichtung eroberte sich Alanod-Solar
(100%ige Tochter der ALANOD)
in den letzten vier Jahren auch
eine führende Position als Lieferant hochselektiver Absorber-Oberflächen für den stetig
wachsenden Markt der solarthermischen Anwendungen. Mit
den Qualitäten mirotherm® (Basis Aluminium) und sunselect®
MIRO & MIRO-SILVER
Dieses Verfahren machte es erstmals möglich, großtechnisch
Aluminiumoberflächen mit einer völlig farbneutralen Lichtgesamtreflexion von 95% zu produzieren. Die unter dem Namen
MIRO® weltweit bekannten Aluminiumqualitäten führen in Produkten der Leuchtenindustrie zu
Effizienzsteigerung von ca. 20%
und können heute als der aktuelle Stand der Technik betrachtet
werden. Die nächste Generation
dieser Entwicklung, die MIROSILVER® Qualitäten, werden seit
2003 produziert und ermöglichen mit ihrer Lichtgesamtrefle-
ALANOD IN ZAHLEN
In enger Zusammenarbeit mit internationalen
Forschungseinrichtungen
und langjährigen Industriepartnern streben wir
ständig nach OptimieIngo Beyer, Geschäftsführer ALANOD Ennepetal rung und Ausbau der füh-
76
UMWELT
Verantwortungsbewusstsein gegenüber unserer Umwelt und die
Gestaltung neuer, innovativer
Produkte sind das kontinuierliche Ziel der ALANOD. Unser Umweltmanagementsystem
(UM)
wurde erstmalig 2007
durch die DQS zertifiziert und so erfüllen wir
umfänglich alle Forderungen der DIN EN ISO
14001:2005.
Ennepetaler Heimatbrief weltweit
renden Position. Weltweit 500
Mitarbeiter (davon ca. 390 am
Hauptstandort Ennepetal) sorgten in 2011 für die Veredlung
und den Umsatz von ca. 25.000 t
Aluminium und einen konsolidierten Umsatz von 210 Mio. €.
DER REGION VERBUNDEN
Am Standort Ennepetal hat
ALANOD ca. 20 Millionen €
u.a. in eine hochmoderne Coilto-Coil Lackieranlage investiert.
Die innovative Anlage ist insbesondere vorgesehen für die Fertigung von witterungsbeständigen
Schichten auf Aluminium für reflektierende und absorbierende
Alanod-Solar Halbzeuge für die
Solarindustrie. Die Lackieranlage wurde am 03. Juli.2010 eingeweiht und hat eine Kapazität von
ca. 3 Millionen m² p.a.
Seit dem 1. Juli 2011 produziert die ALANOD zu 100 Prozent mit Ökostrom von der AVU.
ALANOD aus dem Industriegebiet Oelkinghausen gehört zu
den größten Industriekunden
der AVU hier in der Region. Der
Ökostrom für ALANOD stammt
aus Wasserkraftwerken in Österreich. Stromproduktion und Beschaffung durch die AVU werden
vom TÜV Nord zertifiziert – vergleichbar mit den Ökostrom-Angeboten des Energieversorgers
für Privatkunden. Insgesamt
bedeutet der Ökostrom-Bezug
eine Mehrinvestition von 60.000
Euro pro Jahr für ALANOD.
von Stephan Langhard
Im Oktober erreichte mich ein
Brief von John Voss. Ursprünglich hieß er Hans Artur Vohs und
wurde 1933 als Sohn von Artur
Vohs in Milspe geboren. Sein
Großvater hieß Fritz Vohs.
Nach der Auswanderung wurde sein Name anglisiert und seit
dem ruft man ihn John A Voss.
Das Foto zeigt ihn an seinem
Wohnort in Cave Creek, Arizona
in den USA.
Dear Mr. Voss,
thank you so much for your letter and the foto from your home
and the “Ennepetaler Heimatbrief” on it.
It is always amazing when I get
to know, that our Heimatbrief is
still spreading joy to all over the
world.
I wish you and your family, certainly on behalf of many citizens
of Ennepetal, all the best.
Heimatbund Ennepetal
Stephan Langhard
Seit 25 Jahren freut er sich immer darauf, sein Exemplar zu erhalten.
Unterstützen auch Sie diese Rubrik und senden uns ein Foto vom
Heimatbrief und Ihnen vor heimischer Kulisse.
Auch wurde Mitte 2011 die zukünftige
Warmwasserversorgung des neuen Wachgebäudes
der Feuerwehr Ennepetal durch
ALANOD gesponserte CPC-Röhrenkollektoren (optimierte CPCReflektoren aus ALANOD Material) gesichert.
77
Impressum
Liebe Freundinnen und Freunde
im In- und Ausland,
im Namen der drei Heimatvereinsvorsitzenden Theo Bicking,
Werner Balke und Robert Dörnen sowie aller Heimatfreundinnen und -freunde danke ich Ihnen für Ihre Unterstützung sehr
herzlich. Jede Spende hilft uns,
den Druck des Heimatbriefes
in dieser hochwertigen Qualität
auch weiterhin sicherstellen zu
können.
Seit dem Jahr 2009 darf der Heimatbund Ennepetal Spendenquittungen ausstellen, da die
Gemeinnützigkeit vom Finanzamt bestätigt wurde. Der Heimatbund wird beim Finanzamt
Schwelm unter der Steuernummer 341/5768/3340 geführt.
Helfen Sie bitte auch weiterhin!
Herzlichen Dank!
Fotonachweis:
Westfälische Rundschau/Westfalenpost, Stadtarchiv Ennepetal, Privatpersonen, die freundlicherweise Fotomaterial zur
Verfügung gestellt haben.
Herausgeber:
Heimatbund Ennepetal
c/o Stephan Langhard
Bismarckstraße 21
D-58256 Ennepetal
Gestaltung:
Heimatbund Ennepetal
Petra Eckes
Druck:
Firma Jüngermann Druck
Lohmannstraße 6-8
D-58256 Ennepetal
Auflage: 2.200
Stephan Langhard
Geschäftsführer Heimatbund
Lohmannstraße 6-8
58256 Ennepetal
Telefon 02333/974949
Telefax 02333/974947
[email protected]
Hagelsiepen 11 · 58256 Ennepetal Telefon (02333) 72773 · Fax (0 23 33) 70619
eMail: [email protected]
Jens Morhenne
Dachdeckermeisterbetrieb
Dacheindeckungen
Abdichtungen
Fassaden
Schieferarbeiten
78
Schnabeler Weg 27
58256 Ennepetal
Tel.: 02333/608876
Fax: 02333/608877
EnnepeKultur
Eine Initiative der Sparkasse
Ennepetal-Breckerfeld
und der Stadt Ennepetal
EnnepeKultur
Gezielte Förderung für ein Morgen mit Kultur.
Denn: Kultur ist die Basis menschlichen Zusammenlebens.
Nähe ist kein Zufall.
Sparkasse
Ennepetal-Breckerfeld
Gut für Ennepetal und Breckerfeld.79
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