Information zum Thema Wasserenthärtung

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Information zum Thema Wasserenthärtung
Eine Entscheidungshilfe zur Befragung
WASSER
Information
zum Thema Wasserenthärtung
Unser Wasser ein Naturprodukt von hoher Qualität
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Perchtoldsdorf ist in seiner Wasserversorgung autark: In den Leitungen von
Perchtoldsdorf fließt höchstwertiges, eigenes Wasser, gefördert aus
großen Tiefen (bis zu 120 Meter) und daher vor Schadstoffen gut geschützt.
Das Wasser wird aus (durch undurchlässige Deckschichten getrennte) bis zu
sieben Wasserschichten gefördert. Die obere, nicht geschützte, junge
Grundwasserschicht wird zur Trinkwassergewinnung nicht herangezogen.
Unser Wasser kommt aus den Voralpen (Kalk, Dolomit) zu uns, ist durch die
langsame Fließgeschwindigkeit Jahrhunderte (bis Jahrtausende) alt und daher
hoch mineralisiert; der Gehalt von Calcium, Magnesium und Sulfat ist
durchaus mit Werten von Mineralwässern vergleichbar.
Grundwasserspiegel
Grundwasserleiter
braun: undurchlässige Schichten, rot: Hausbrunnen
schwarz: Pumprohr unserer Wasserversorgung
Die Kapazität der wasserführenden Schichten ist ausreichend hoch,
um weitere Entnahmemengen auch für die Zukunft zu gewährleisten.
Zur Steigerung müssten aber neue Brunnen errichtet werden.
Der Qualitätsstandard wird durch gesetzlich vorgeschriebene, laufende
Kontrollen abgesichert. Die Prüfberichte sind auf der Homepage der
Marktgemeinde Perchtoldsdorf einsehbar.
Brunnenschacht
Mit Ausnahme des Wiener Hochquellwassers (oberflächennahe Entnahme)
sind alle Wässer dieser Region sehr kalkhältig. Wiener Wasser steht aus
Kapazitätsgründen nicht zum Ankauf zur Verfügung,
die Kosten wären überdies höher als bei einer Enthärtung.
Wasserbehälter
Technik und Organisation
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Jährlich werden bis zu 1,5 Millionen m³ Wasser aus unserem Untergrund
gefördert und in unsere Versorgung eingespeist; lediglich 100.000 m³
werden - vertraglich bedingt - von der EVN aus der Region bezogen.
Die Wasserversorgung von Perchtoldsdorf ist durch 8 Brunnen und
6 Wasserbehälter abgesichert. Diese sind in unserem Ort verteilt
und in vier Zonen gegliedert.
Pumpstation im Brunnen Schwabquelle
Selbst bei längeren Stromausfällen können die mehr als 4.500
Perchtoldsdorfer Hausanschlüsse mindestens 12 Stunden lang durch
unsere Wasserbehälter mit Trinkwasser versorgt werden, danach würde
ein Notstromaggregat zur Versorgung der Pumpen zum Einsatz kommen.
Das 104 km lange Rohrnetz wird von einem vierköpfigen Team
rund um die Uhr überwacht. Alle Brunnen, Pumpen und Behälter werden
zentral über ein digitales Leitsystem gesteuert. Bei Alarm können Probleme
rasch lokalisiert und behoben werden.
Digitale Steuerung der Wasserversorgung
Aufgrund der Abnützungserscheinungen müssen durchschnittlich
zwei km Rohre pro Jahr ausgetauscht werden, ebenso notwendig ist eine
laufende Instandhaltung der Brunnen sowie der Tausch schadhafter Geräte
oder Pumpen. Diese Aufwendungen und die laufenden Betriebskosten
werden mit den eingenommenen Wassergebühren finanziert.
Einsatzzentrale Rembrandtgasse
Allgemeines zu den Themen Kalk und Entkalkung
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Für unser Perchtoldsdorfer Wasser ist einerseits eine Reinheit und Güte,
wie Sie auch das Wiener Trinkwasser aufweist, andererseits aber auch ein
entsprechend hoher Mineralgehalt charakteristisch. Dieser ist für Gesundheit
kein Nachteil, bringt aber im Haushalts- und Gerätebereich unter
Umständen Probleme mit sich.
Die Ortswasserleitungen liefern hartes Wasser mit durchschnittlich 28 dH
Gesamthärte. Dieses Wasser kann durch verschiedene
Verfahren „weicher“ gemacht werden.
In privaten Anlagen mit einem Ionentauschverfahren werden Calcium- und
Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht. Das dabei zum Einsatz
kommende Salz kann die Geschmacksqualität beeinträchtigen. Bei diesen
Anlagen muss, um Korrosion zu vermeiden, manchmal Phosphat zugesetzt
werden.
Handelsüblicher Haushaltsenthärter (Foto BWT)
Beratung zu privaten Haushaltsanlagen erhalten Sie bei einem Installateur.
Je nach Menge des aufbereiteten Wassers liegen die Kosten für den Betrieb
einer privaten Anlage zwischen ca. 1,55 €/ m³ (100 m³/ Jahr) und 0,95 €/ m³
(200 m³/ Jahr). Dabei sind die Verbrauchskosten an Salz und Energie, sowie
die jährliche Wartung einberechnet. Der Ankauf und die Installation sind in
dieser Kalkulation nicht enthalten, diese Kosten können mehrere tausend Euro
betragen. Es gibt auch preiswertere Systeme, zu empfehlen sind aber Anlagen
mit nachgewiesener physikalischer Wirkung.
Wasserzähler gibt Auskunft über Verbrauch
Möglichkeiten und Auswirkungen einer
zentralen Enthärtung
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Das für Perchtoldsdorf in Frage kommende Entkalkungsverfahren funktioniert
ohne Chemie mittels Umkehrosmose in einer Membranfilteranlage, ist also
eine mechanische Filterung (im Gegensatz zum chemischen Verfahren
in Privathaushalten).
Gemeinderat besichtigt Referenzanlagen
Das Wasser muss nach der Filtrierung im Säurewert neu eingestellt werden,
um Korrosion und Kalkablösungen im Leitungsnetz zu vermeiden. Das
wird ebenfalls ohne Chemie durch Entgasung in einer Verrieselung erreicht
(im Gegensatz zur Phosphatbeimengung bei Haushaltsanlagen).
Das entmineralisierte Wasser wird durch Beifügung von unbehandeltem
Wasser auf gewünschte Mineralwerte eingestellt. Es würden in etwa die Werte
des Wiener Wassers erreicht werden (rund 10 dH). Eine Reduktion auf 0 dH
wäre aus Gründen der Korrosionsvorbeugung nicht sinnvoll. Auch nach einer
Enthärtung bleibt somit Kalk im Wasser. Verkalkungen und dadurch bedingte
Schäden können daher dennoch, allerdings zeitverzögert, auftreten.
Kern eines Membranfilters
Bereits vorhandene private Enthärtungsanlagen sind bei einer zentralen
Enthärtung nicht mehr notwendig und können stillgelegt werden. Für die
Planung und Errichtung einer zentralen Anlage ist mit ca 3 Jahren zu rechnen.
Das Membranfilterverfahren unterscheidet nicht zwischen den
verschiedenen Mineralien. Es wird daher der Gehalt aller im Wasser
enthaltenen Mineralien verringert. Das beim Einsatz dieses Systems
gelieferte Wasser würde dann in etwa der Zusammensetzung des
Wiener Wassers entsprechen.
Biologische Entgasungsanlage
Was wir für eine zentrale Entkalkungsanlage
benötigen
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Ankauf eines Grundstückes in der Größenordnung von 1.200 m² zur
Errichtung einer Halle mit sämtlichen Anlagenteilen sowie Neuverlegung von
ca 3,6 km Rohren im Ortsgebiet, um alle Brunnen zusammenzufassen.
Das gewählte Verfahren benötigt zusätzlich ca. 20% mehr Wasser
(für den Entkalkungsprozess notwendiges Spülwasser), daher wird
ein neuer Brunnen notwendig.
Halle mit Membranfilteranlagen in Drösing (NÖ)
Die Gesamtinvestitionskosten des Systems betragen ca. 8 Mio. Euro.
Die Errichtung einer zentralen Entkalkungsanlage sowie die laufenden
Kosten für Wartung und Betrieb müssen entsprechend den Vorschriften des
Gebührenhaushalts an alle Wasserbezieher weiterverrechnet werden.
Die zentrale Entkalkung verteuert das Wasser daher um ca. 65 Cent je m³.
Das entspricht in etwa einer 50%igen Erhöhung der Wassergebühr.
Der Durchschnittsverbrauch pro Hausanschluss liegt bei ca 220 m³ im Jahr.
Wohnungen verbrauchen weit weniger, Häuser mit Garten und/oder mehreren
Haushalten wesentlich mehr. Den Verbrauch sehen Sie auf Ihrer Wasserabrechnung (in Wohnhausanlagen durch den Verwalter/Eigentümer).
Einzelne Filterrohre
Tipps zur Vermeidung von Kalkproblemen
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Wassertemperatur im Warmwasserbereiter (Boiler oder Durchlauferhitzer)
nicht über 55 Grad Celsius einstellen (dabei ist zur Entkeimung einmal
im Monat auf 90 Grad aufzuheizen). Entkalker in die Waschmaschine geben,
Salz im Geschirrspüler nachfüllen.
Verwendung von selbstreinigenden Kunststoffsieberln
und Duschköpfen bei Küchen- und Badezimmerarmaturen.
Kalk im Wasser vor Verwendung in Kaffeemaschinen, Wasserkochern,
Bügeleisen etc. filtern (mit handelsüblichem Wasserfilter) und so
den Kalk deutlich reduzieren.
regelmäßiges Service von Armaturen und Geräten durchführen
(Entkalkungsmittel) oder von einem Installateur erledigen lassen.
Auch Absperrventile regelmäßig bewegen
Bei einem Neubau Rohre richtig dimensionieren, da zu große Rohre aufgrund
der geringeren Fließgeschwindigkeit schneller verkalken.
Heizungswasser in Zentralheizungsanlagen nicht mit unbehandeltem Wasser
befüllen. Installateure haben dazu eigene Aufbereitungsgeräte.
Das Heizungswasser sollte, wie das Wasser im Autokühler, weitgehend frei
von Mineralien sein und einen bestimmten Säurewert (pH-Wert) aufweisen.
Weitere Informationen und Filme zum Thema
unter www.perchtoldsdorf.at (Button Wasser)
Zitronensäure oder selbstentkalkende Perlatoren
beheben dieses Problem
Wie Sie an der Befragung teilnehmen
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Beiliegend finden Sie einen Stimmzettel. Bitte machen Sie bei den
Antwortmöglichkeiten (Ja oder Nein) ein deutliches Kreuz im gewünschten,
zugehörigen Kreis.
Dieser Stimmzettel enthält mehrere fälschungssichere Merkmale. Es gelten
daher nur die Original-Stimmzettel. Jede/r mit Stichtag 24.09.2015 zum
Perchtoldsdorfer Gemeinderat Stimmberechtigte/r erhält diesen Stimmzettel
per Post.
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JA
Den Stimmzettel legen Sie in beiliegendes Antwortkuvert ein,
verschließen es und können es in jeden Briefkasten im Inland portofrei
einwerfen. Alternativ kann das Kuvert auch im Gemeindeamt oder Gemeindebriefkasten (auch nachts und am Wochenende) abgegeben werden.
ANTWORTSENDUNG
Marktgemeinde Perchtoldsdorf
Wasserumfrage
Marktplatz 11
2380 Perchtoldsdorf
Die spätest mögliche Postaufgabe (oder am Gemeindeamt bis 16 Uhr)
ist der 30. November 2015. Danach aufgegebene Kuverts erreichen den
Annahmeschluss bei der Gemeindewahlbehörde nicht mehr und werden
ungeöffnet vernichtet.
Die Gemeindewahlbehörde nimmt unter Aufsicht aller gewählten Fraktionen,
die Öffnung der Kuverts und die Auszählung vor, das Ergebnis wird unmittelbar
veröffentlicht (Homepage der Marktgemeinde und Presseaussendung).
Abhängig von der Beteiligung und dem Befragungsergebnis wird der
Gemeinderat eine endgültige Entscheidung treffen.
Je größer die Beteiligung, desto klarer ist die Entscheidungsgrundlage.
Herausgeberin, Verlegerin, Verlagsort: Marktgemeinde Perchtoldsdorf. Hersteller Druckerei ATLAS Großebersdorf
oder
bis
spätestens
30. Nov!
Gemeindeamt