GROSSE WIRTSCHAFTLICHE POTENZIALE Dass »Augmented

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GROSSE WIRTSCHAFTLICHE POTENZIALE Dass »Augmented
STERNSTUNDEN · Ausgabe VII · Seiten 22 & 23
Das Internet der Dinge im Katastrophenschutz: Das EU-Projekt
RUNES (Reconfigurable Ubiquitous Networked Embedded Systems)
ist ein Beispiel für die Vernetzung verschiedener eingebetteter
Systeme, die untereinander kommunizieren können. Als Szenario
dient ein Verkehrsunfall in einem Tunnel, bei dem ein Öltransporter
in Flammen gerät. In der Folge tauschen Funksensoren Informationen
zur Rauch- und Hitzeentwicklung sowie zum Unfallschaden aus
und übermitteln die Daten über ein drahtloses Netzwerk an einen
Leitstand. Dort werden die Informationen analysiert und an die
Einsatzkräfte weitergeleitet, die auf dieser Basis gezielte Hilfsmaßnahmen einleiten und durchführen können.
elektronische Gesundheitsdienste, den Klimawandel oder auch
das Recycling von Abfällen. Auch bei der deutschen Bundesregierung ist das Thema angekommen: »Joghurt, der meldet,
er müsse gegessen werden; Kühlschränke, die eigenständig
Milch nachkaufen; Waschmaschinen, die nur bei billigen
Strompreisen waschen: Das ›Internet der Dinge‹ ist mehr als
eine Zukunftsvision mit großem wirtschaftlichem Potential«,
heißt es schon 2009 in einer Pressemitteilung. Laut
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Soft- und Hardware
für das Internet der Dinge da: »Jetzt gilt es, die innovativen
Anwendungen in die Unternehmen und Haushalte zu bringen.«
F
ür die Realisierung der Vision vom Internet der Dinge
ist – insbesondere zur Überbrückung der letzten Meter –
vor allem die drahtlose Kommunikation von großer
Bedeutung. Auf diesem Gebiet werden anhaltende
technische Erfolge erzielt«, schreibt Friedemann Mattern
vom Institut für Pervasive Computing an der ETH Zürich
in einem Aufsatz. Viele Outernet-Anwendungen, darunter auch
Augmented Reality, basieren technisch auf Lokalisierungsdiensten für Menschen und Gegenstände wie GPS und Galileo.
Für die Kommunikation der Dinge untereinander ist die RFIDTechnologie besonders wichtig. RFID steht für »Radio Frequency
Identification«. Die Infrastruktur besteht aus einem Transponder,
einem Sende-Empfangsgerät und einem im Hintergrund
arbeitenden IT-System. Wichtigstes Element ist der Transponder,
ein winziger Computerchip mit Antenne, der in verschiedenste
Objekte integriert werden kann – vom Frachtpaket bis zum
Auto oder sogar in organischen Gegenständen wie Bäumen.
Die Computerchips haben einen Sender, einen Empfänger und
einen Datenspeicher. Sie übertragen Daten berührungslos
und ohne Sichtkontakt durch Radiowellen. Solche RFID-Chips
messen mit eingebauten Sensoren zum Beispiel Temperatur,
Feuchtigkeit, Vibrationen und die Helligkeit. Mit Hilfe des GPS
erkennt der Chip die Position des Objekts und teilt sie mit.
Derart ausgestattete Alltagsgegenstände werden zu intelligenten Informationsträgern: Mit »Smart Metern« vernetzte Waschmaschinen beobachten den Strompreis und schalten sich
erst ein, wenn eine günstige Tarifzeit erreicht ist. Autoreifen
zeigen den entstehenden Defekt dem Fahrer von selbst an.
Pakete melden ihren Diebstahl automatisch einer Leitzentrale.
Dabei ist RFID nur eine von diversen neuen Technologien,
die alle denselben Megatrend unterstützen: die webbasierte
Vernetzung von Dingen zu Personen, Dingen zu Dingen und
Maschinen zu Maschinen – eben die Entstehung eines
»allgegenwärtigen Netzes« oder »Outernet«.
GROSSE WIRTSCHAFTLICHE POTENZIALE Dass »Augmented
Reality« und »Outernet« längst keine esoterischen Randfragen
mehr sind, die nur im Innercircle der Web-Nerds für Aufregung
sorgen, zeigen Veranstaltungen wie der jährlich stattfindende
»E12-Gipfel«. Unter dem Titel »Vom Internet zum Outernet« diskutierten Ende November 2010 im Lufthansa Training & Conference Center Seeheim 200 Topmanager und Wissenschaftler
über Business-Lösungen für das Internet der Zukunft. Dabei
waren u.a. Deutsche Lufthansa, Deutsche Bahn, IBM, Nokia,
SAP, T-Systems, das Fraunhofer Institut und der Chaos Com-

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