Gefährliche Wurmmittel

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Gefährliche Wurmmittel
WURMMITTEL KÖNNEN GEFÄHRLICH SEIN
Offensichtlich
kann
es
bei
der
Verabreichung
von
bestimmten
Wurmmitteln in Verbindung mit einer entsprechenden Disposition des
Hundes wie z.B. dem Gendefekt MDR 1 zu Krampfanfällen auch mit
Todesfolge kommen.
Bei den Hunderassen Collie, Australian Shepherd, Shetland Sheepdog,
Weißer
Schweizer
Schäferhund,
Bobtail,
Wäller,
Border
Collie,
Longhaired Whippet, Silken Windhound, MacNab, English Shepherd,
Deutscher Schäferhund und Australian Cattle Dog ist dieser Gendefekt
weit verbreitet
Bericht einer Hundebesitzerin:
„Hallo... eine Freundin hat gestern ihre beiden Aussies entwurmt mit diesem Mittel: Profender – es ist neu
am Markt...
Ihre Hündin hat es ohne Probleme vertragen. Sie ist aber auch MDR +/+
Der Rüde kam abends an, zitterte, fiel um und krampfte, war nicht mehr ansprechbar. In der Tierklinik
wurde eine Blutwäsche durchgeführt und die Tierärzte dort fanden als Ursache der Krampfanfälle das Mittel
im Blut. Laut Tierarzt war das nun der vierte Fall in kürzester Zeit. Ein Hund war nicht mehr zu retten
Die Firma Bayer hat kommentarlos die Kosten für die Tierklinik und sogar den MDR 1 Test des Hundes
übernommen.”
Gendefekt MDR 1
Der MDR1-Defekt ist ein Defekt im MDR1-Gen, der bei einigen Hunderassen verbreitet ist. Dieser Defekt
verhindert die Synthese eines bestimmten Eiweißes. Das Eiweiß spielt eine wichtige Rolle bei der Entgiftung.
Es ist u.a. für die Blut-Gehirn-Schranke wichtig, wo es dafür sorgt, dass bestimmte medizinische Stoffe nicht
in das Gehirn gelangen können. Fehlt das Eiweiß, kann das Tier durch bestimmte Antiparasitika,
Zytostatika, Durchfallmitteln oder Antibiotika starke neurotoxische Nebenwirkungen auftreten − bis hin
zum Tod. Deshalb wird ein Gentest aller Hunde betroffener Rassen empfohlen. Die Universität Gießen bietet
einen Test auf den MDR1-Defekt an.
Für den MDR1-Genotyp eines Hundes gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:
: Nicht betroffen - MDR1(+/+)
: Merkmalsträger - MDR1(+/-)
: Betroffen - MDR1(-/-)
Ist der Hund vom Defekt betroffen, hat der Hundehalter einige Dinge zu beachten. So dürfen beispielsweise
bestimmte Wurmkuren und Flohschutzmittel nicht mehr verabreicht werden. Auch bei Durchfall oder
Herzerkrankungen eingesetzte Medikamente können weitreichende unerwünschte Nebenwirkungen haben.
Bekannt ist eine Überempfindlichkeit z. B. für die Wirkstoffe Ivermectin, Doramectin, Moxidectin (nur bei
oraler Anwendung) und Loperamid. Milbemycinoxim und Emodepsid dürfen nur unter exakter Dosierung
eingesetzt werden. Viele weitere Wirkstoffe stehen aber in dem Verdacht, unerwünschte Nebenwirkungen
hervorrufen zu können. Generell sollte daher der behandelnde Tierarzt über den Defekt informiert werden.
Der Hund selber gilt als Risikopatient.
Bei Spaziergängen ist dann darauf zu achten, dass der Hund keinen Kot von beispielsweise Pferden, Schafen
zu sich nimmt, da dieser einen der gefährlichen Wirkstoffe in unveränderter Form enthalten kann