Handout zum Vortrag am 10.3.2010

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Handout zum Vortrag am 10.3.2010
Hanna Hacker
„It’s a femme!“
Lesbian Gender(s) vor und nach dem Queer Turn in den Cultural Studies
Handout zum Vortrag am 10.3.2010
Verwendete Begriffe
queer turn
Perspektivenwechsel in den Geistes- und Sozialwissenschaften und generell in politischen
Praxen, soweit sie mit Geschlechtern und Sexualitäten zu tun haben; Orientierung an queer
theories und queer politics, die ihrem Selbstverständnis zufolge historisch ganz neue
Konzepte von Sexualitäten, Gender, Begehren, Körpern und Identitäten entwerfen. Der
Beginn des queer turn wird ungefähr mit den frühen bis mittleren 1990er Jahren und dem
großen Erfolg der ersten Arbeiten von Judith Butler angesetzt.
lesbian gender
ein auf Gayle Rubin zurückgeführter Begriff aus den frühen 1990er Jahren, der es möglich
machen sollte, fem(me) und butch als eigene geschlechtliche Kategorien zu verstehen, die
innerhalb eines lesbischen geschlechtlichen Ordnungssystems verortet sind.
fem, femme
die Träger_innenfigur alternativer oder doch ganz heteronormativer oder vielleicht genuin
lesbisch-queerer Weiblichkeit.
(Der Vortrag wird einige Definitionen von fem[me] zur Diskussion stellen.)
butch
die Akteur_innenfigur lesbischer und/oder lesbisch-queerer Männlichkeit.
(Der Vortrag wird auch dem Problem der Definition von butch nachgehen, aber ein wenig
anders.)
fem(me)ness, femme-ininity, lesbian femininity, female masculinity
Bezeichnungsversuche für „alternative“ Weiblichkeiten und Männlichkeiten, zumeist – aber
nicht ausschließlich – auf queer-lesbische Konstellationen bezogen.
camp
ein ästhetisches Phänomen, ein „Kult“, eine „Sensibilität“, die mit Artifiziellem,
Übertriebenem, mit Kitsch und Ironisierung zu tun hat und sich auf eine eigene Tradition an
Kultobjekten, -themen, -stars usw. bezieht. Camp ist ein analytischer Begriff in den Theaterund Filmwissenschaften und wird historisch (insbesondere seit einem berühmten Essay von
Susan Sontag) mit Schwulen in Verbindung gebracht.
Eigennamen (siehe auch Literaturliste)
- Una Troubridge; Margaret Radclyffe Hall [John]; The Well of Loneliness
- Lois Weaver; Split Britches Company; She Must Be Seeing Things
- Vanity Fair
Zitierte Literatur, insbesondere einige „klassische/historische“ Titel
Case, Sue-Ellen (1989): Toward a Butch-Femme Aesthetic. In: Hart, Lynda (Hg.): Making a
Spectacle. Feminist Essays on Contemporary Women’s Theatre. Ann Arbor, 282-299
Fuchs, Sabine (Hg.) (2009): Femme! radikal – queer – feminin. Berlin
Hacker, Hanna (1987): Frauen und Freundinnen. Studien zur „weiblichen Homosexualität“
am Beispiel Österreich 1870-1938. Weinheim-Basel
Halberstam, Judith (1998): Female Masculinity. Durham-London
Hamer, Diane/ Budge, Belinda (Hg.) (1996): Von Madonna bis Martina. Die Romanze der
Massenkultur mit den Lesben. Berlin
Munt, Sally/Smyth, Cherry (Hg.) (1998): Butch/Femme. Inside Lesbian Gender. LondonWashington
Nestle, Joan (1981): Butch-Femme Relationships. Sexual Courage in the 1950s. In:
Heresies, 12, 21-24
Nestle, Joan (1984). The Fem Question. In: Vance, Carole (Hg.): Pleasure and Danger.
Exploring Female Sexuality, 232-241 (mehrere Reprints)
Newton, Esther (1984): The Mythic Mannish Lesbian: Radclyffe Hall and the New Woman.
In: Signs, 9, 4, 557-575 (zahlreiche Wiederveröffentlichungen)
Radclyffe Hall [Margaret] (1928): The Well of Loneliness. A Novel. London [dt. Quell der
Einsamkeit, erstm. Hamburg 1967] (zahlreiche Neuausgaben)
Rubin, Gayle (1992): Of Catamites and Kings. Reflections on Butch, Gender, and
Boundaries. In: Nestle, Joan (Hg.): The Persistent Desire. A Femme-Butch Reader. Boston,
466-482
und als Einführung in Queer Theory mit starkem Gewicht auf Popkultur:
Sullivan, Nikki (2003): A Critical Introduction to Queer Theory. Edinburg