Marktplatz Hofsteig Heft 03/2013

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Marktplatz Hofsteig Heft 03/2013
Marktplatz
Hofsteig
Klartext!
Nach „Macht in Summe ...“ und „In der Mittagspause mit ...“ eine weitere neue Serie, in der
sich dieses Mal Stimmen aus der regionalen
Wirtschaft melden.
Ausgabe November 2013
Kontakt: [email protected]
Zeit, die Zukunft in die Hand zu nehmen:
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Einkaufen in der
Hofsteigregion
Für Weihnachtsstimmung und viel Freude sorgt die
aktuelle Weihnachtsaktion der Wirtschaftsregion Hofsteig
mit zahlreichen Sofort- und tollen Hauptpreisen.
Vergangenes Jahr haben sich die Gemeinden Wolfurt,
Schwarzach, Lauterach, Hard und Kennelbach zum Verein Wirtschaftsregion Hofsteig zusammengeschlossen,
um den gemeinsamen Wirtschaftsraum zu stärken.
Heuer wird die erste gemeinsame Weihnachtsaktion
unter dem Motto „Wertvolles Miteinander“ durchgeführt, bei der aus jeder Gemeinde schöne Preise zur
Verfügung gestellt wurden: Ob Hohentwiel-Gourmetfahrt oder Head Ski, Rasenroboter, Uhr, Trekking CrossRad, Elektro- oder Fashion-Gutscheine – die Preise sind
allesamt attraktiv und ein echter Gewinn! 56 Betriebe
nehmen an der Aktion teil, bei der gezielt Kaufkraft
in unserer Region gehalten wird und Werbung für die
Betriebe mit einem Dankeschön an die Kunden gekonnt
verknüpft wird. Der Hauptpreis sind Einkaufsgutscheine
für € 1.000,- aus der Region (die WIGE ist frei wählbar).
Auszug der Hauptpreise
Wolfurt:
Reisegutschein € 500 von Sonne & Meer
1 LED-Fernseher von Elektro Fink
1 Schiausrüstung um € 500 von Schuh Schertler
1 Uhr von Daniela Fetz Uhren und Schmuck
Wie gewinne ich?
In der Zeit vom 25.November bis 21.Dezember 2013 erhalten Kunden in allen teilnehmenden Firmen für jeden
Einkauf ein Los – solange der Vorrat reicht. Es werden
insgesamt 61.170 Lose verteilt und jedes 10. Los ist
dabei ein Sofortgewinn! Übrigens kann man bei dieser
Weihnachtsaktion selbst noch mit Nieten gewinnen: Mit
jedem Los erhält der Kunde entweder einen Sofortpreis
aus dem Geschäft oder er nimmt mit einer Niete an
der Ziehung der Hauptpriese teil. Diese werden dann
bei der Schluss-Veranstaltung am 9. Jänner 2014 bei einem Gewinner-Frühstück im Hotel Sternen verlost. Die
Gewinner der Hauptpreise werden telefonisch benachschwarz/weiß
/ Graustufen &
Farbvarianten
richtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Einkaufen in gion
der Hofsteigre
Hard:
Gutschein € 500 Elektro Kolb
Gutschein € 300 Wolff Shop
Einkaufsgutscheine um € 500 von der WIGE Hard
1 Gourmetfahrt für 2 um € 230 auf der Hohentwiel
Kennelbach:
1 Paar Head Allmounteinski REV inkl. Bindung von
Head Sport GmbH um ca. € 650,Schwarzach:
1 Rasenroboter von Josef Böhler Forst- und Gartentechnik
2 Garnituren Tencel-Bettwäsche à € 249 von Hefel Textil
1 Bettdecke im Wert à € 179 HEFEL mode & bett
Lauterach:
KTM Life Track Trekking Cross Rad à € 549 von Zweirad Loitz
1 Fashion-Gutschein um € 500 von Sigrun Brändle
1 Reisegutschein um € 500 vom Reisebüro Tui Reisecenter Geiger
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2 Kefermar
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Lehrling gesucht
„Dem Gesellen war die Arbeit in einer Werkstatt am
immer gleichen Ort zu statisch – er ging in einen Handwerkerberuf, in dem er viel herumkommt“, erklärt Paul
Hinteregger, „und der Meister wollte sich beruflich
verändern.“ Man müsse immer damit rechnen, dass
jemand den Betrieb verlasse, da sei man auch nicht
böse aufeinander, aber: „Es wäre schon schön, wenn
der nächste lange bleibt – schließlich suche ich auch
langsam einen Nachfolger“, meint der Chef, der das
Haus in der fünften Generation führt – mit Gründungsjahr 1862 zählt Musik Hinteregger zu den traditionsreichsten Betrieben im Land. „Wir suchen seit August
– Bewerber suchen ihrerseits vor allem im Februar und
März – und so ist es jetzt ein bisschen schwierig.“
Passion
Allzu alt sollte der zukünftige Lehrling nicht sein. „Aus
dem Burgenland gab es eine Bewerbung“, schaltet sich
Ehefrau Beate, die gerade am Computer Kundenwünsche bearbeitet, in das Gespräch ein, „eine Dame Mitte
Vierzig, die gesagt hat, das wäre der Traumberuf für
sie. Sie wäre auch nach Vorarlberg gezogen.“ „Aber in
diesem Alter lernt man nicht mehr so einfach etwas
Neues“, ist Paul Hinteregger überzeugt. Instrumentenmacher wird man nicht von heute auf morgen. Ideal
wäre ein junger Mensch mit 15, 16 Jahren.
Auch wenn der Beruf „Holz- und Blechblasinstrumenten-­
Erzeuger“ heißt, erzeugt werden bei Musik Hinteregger die Instrumente nicht. „Damit sich das rentiert,
müsste man sehr hochwertige und damit sehr teure
Instrumente herstellen – dafür fehlt im Land die Kundschaft, weil keine Musikuniversität existiert. Bei den
Klarinetten ist es beispielsweise so, dass die industriell hergestellten mittlerweile so gut sind, dass der
Unterschied zu handgemachten sehr klein ist.“
Der Werkstatt von Musik Hinteregger sind ein Meister und ein
Geselle abhanden gekommen – nun wird Nachwuchs für den
seltenen Beruf „Holz- und Blechblasinstrumenten-Erzeuger“
gesucht. MPH hat nachgefragt, was den neuen Lehrling erwartet.
T & F: MH
Ohne Fett geht es nicht – sonst gibt es zur Beule
auch noch Kratzer.
Paul Hinteregger: Mein allerschönstes Weihnachtsgeschenk? Eine Modelleisenbahn.
Bewerbungen senden Sie an:
[email protected]
Für Perfektion
Bewerber sollten Freude am Handwerk haben und ein
Blasinstrument spielen. „Er muss kein Künstler sein,
aber wenn er gar nicht selbst spielt, tut er sich ungleich schwerer. Er sollte einen gewissen Willen zur
Perfektion mitbringen, den Ehrgeiz, auch die letzte
kleine Beule noch aus dem Blech heraus zu bekommen. Und es braucht doch eine gewisse Kraft, um
gerade tiefes Blech auszubeulen. Deshalb ist es doch
eher ein Männerberuf“, wenngleich sich Paul Hinteregger auch über Bewerberinnen freut.
„Was nicht geht? Wenn jemand nicht verlässlich ist
oder Angst vor schmutzigen Händen hat.“
Im ersten Lehrjahr hat es ein Lehrling vor allem mit
Blechblasinstrumenten zu tun, also Trompeten, Posaunen, Tubas und den vielen verschiedenen Hörnern. Ab dem zweiten Jahr kommen dann mehr und
mehr die Holzblasinstrumente wie Saxophone, Klarinetten, Fagotte, Oboen. Schließlich wird der Lehrling
in die normalen Arbeitsabläufe eingebunden und bearbeitet im Schnitt während 70% seiner Zeit Holzblasund während 30% Blechblasinstrumente. „Aber richtig
durch bei allen Instrumenten ist man frühestens nach
10 Jahren – das Schwierigste und gleichzeitig die Krönung sind Pikkoloflöten.“ Jede Werkstatt hat dabei ihre
eigene „Handschrift“. „Ich kann sogar sagen, ob ein
Instrument von Johannes (Scheffknecht, Anm.d.Red)
oder von mir repariert worden ist, in den Details hat
jedes Instrument dann eine persönliche Note.“
Und was bekommt der oder die zukünftige Auszubildende? „Man lernt einen geregelten Arbeitsalltag kennen, lernt, sich zu organisieren, und es gibt bei uns
eine breite und gute Ausbildung.“ Und nach der Lehre
eine fixe Beschäftigung.
Freunde fürs Leben:
Oben: Klappenhalter, Ventilfreiklopfer, Ausbeulbunsen,
Unten: Locheisen, Kugelstangen, Ausbeulhammer,
Polierstahl, Mundstückabziehvorrichtung.
Hämmern, Löten, Drehen, Leimen, Putzen und
Stimmen sind die wichtigsten Tätigkeiten.
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Macht in Summe ...
Wie setzen sich die Preise von bestimmten Dingen zusammen,
was versteckt sich hinter der Zahl auf dem Preisschild?
Diesmal in unserer Serie: ein Adventkranz bei Stilform –
Mobile Dekoration und Floristik
T & F: MH
„Puh, das wissen wir gar nicht genau – da fragen wir
unseren Steuerberater.“ Soll die Zahl auf dem Preisschild bis ins Kleinste auseinander genommen werden,
lässt man den Profi für die Hundertstelprozent ran –
schließlich sind Silvia Bilgeri, Nicole Kohlhaupt und Johanna Schwendinger auf ihrem Gebiet ja auch Profis.
„Mobile Dekoration und Floristik“ ist das Spezialgebiet
von Stilform. Von Hochzeiten über Raumgestaltung
für Firmen und Private bis hin zu Trauerfeiern. „Viele
Menschen können oder wollen auch das Familiengrab
nicht mehr selbst herrichten – das wird auch immer
wichtiger.“ 70% ihres Umsatzes machen die drei mit
dem fahrenden Floristikgschäft.
Die Stilform-Preise machen die drei gemeinsam – dabei haben Bilgeri und Kohlhaupt, die zwei Chefinnen,
das gleiche Stimmrecht wie die Angestellte Schwendinger. Mittlerweile haben sie es im Gefühl, was etwas
kosten darf oder vielmehr muss, damit man nicht mit
jedem verkauften Blumenschmuck Verlust produziert:
„Vor allem die Fahrkosten sind immer wieder ein Thema – Auto, Treibstoff, Zeit, das ist ein großer Brocken.“
Selbstständig gemacht haben sie sich 2011 – zunächst
wurde in der eigenen Garage gearbeitet. Dann ist das
Geschäft schnell gewachsen, und seit März 2012 ist
Stilform in Räumlichkeiten in Wolfurt, denen man die
Vergangenheit als Wirtshaus noch ansieht – niedrige
Decke, dunkle Holzbalken, die Eckbank ist auch noch
da. „Die Miete, die wir ja früher nicht zahlen mussten, fällt bei den Preisen natürlich ins Gewicht – und
ein Gesteck um 70 Euro plötzlich ein bisschen kleiner
– das muss man den Kunden natürlich erklären.“ Ihre
eigene Arbeitsleistung berechnen die drei mit 40 Euro
pro Stunde – zügiges Arbeiten ist gefragt, „aber bevor
wir uns selbst die Kaffeepause verbieten, berechnen
wir lieber weniger.“
Säumige Zahler sind ein Problem, denn eingekauft
werden muss immer im Vorhinein – für Weihnachten
bereits im Sommer – „bei größeren Aufträgen verlangen wir mittlerweile auch einen Vorschuss, da haben
wir dazu gelernt. Auch, wenn jemand was Großes,
Spezielles bestellt – wir hatten schon, dass der Kunde
das extra für ihn bestellte Produkt nicht wollte, darauf
bleiben wir dann sitzen.“
Generell sei die Situation in der Floristikbranche momentan nicht gerade rosig: „Schnittblumen sind kaum
mehr gefragt – und wenn, geht es fast ausschließlich um den Preis. Woher die genau kommen, wissen
nicht einmal die Lieferanten – das wird alles über die
Blumenbörse in Holland gehandelt. Nur ein einziger
Kunde hat bis jetzt nach Fairtrade bzw. Bio-Blumen
gefragt. Und man spürt die Konkurrenz von BayWa,
Hofer und so weiter – mit diesen Preisen können wir
nicht mithalten – einige unserer Lieferanten mussten
bereits zusperren.“ Deshalb setzt Stilform auf spezielle
Designs und Ideen bei ihren Produkten, was wiederum
den Preis rechtfertige.
Und wie das mit dem Adventkranz ganz genau ausschaut, hat die WTJ Steuerberatungs GmbH aus Rankweil durchkalkuliert:
Silvia Bilgeri: Mein Sohn – der ist am 18.12. zur Welt gekommen und am 24.12. sind wir gemeinsam nach Hause.
www.stilform.at
Adventkranz Kalkulation Stilform
Strohreifen - 1 Stück
Kerzen - 4 Stück
Kugeln - 16 Stück
Zapfen - 7 Stück
Zapfen - 5 Stück
Perlen
Kunstgras
Drahtband
Bänder
Moos
Grün
Personalaufwand
Abschreibung und Instandhaltung
Energie
Verwaltung
KFZ-Kosten
Versicherung
Miete und Leasing
Werbung
Zinsen
Pflichtversicherung
Rücklagen für Investitionen
Gewinn - Arbeitsleistung
Umsatzsteuer Mehrwertsteuer 10%
Umsatzsteuer Mehrwertsteuer 20%
4,17
2,86%
17,50
11,99%
7,50
5,14%
4,09
2,80%
0,89
0,61%
1,250,86%
1,250,86%
1,250,86%
2,091,43%
4,543,11%
2,721,86%
14,579,98%
9,12
6,25%
0,360,25%
6,924,74%
4,092,80%
1,591,09%
9,52
6,52%
6,214,25%
2,251,54%
5,813,98%
8,00
5,48%
7,19
4,92%
1,45
0,99%
21,67
14,84%
Summe - Verkaufspreis
146,00
100,00%
Quelle: WTJ Steuerberatungs GmbH
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Begleiten, entlasten, organ
Bestatter – eine Arbeit zwischen Trauer und großem Dank
T & F: AU
Daniel Dalmonek leitet seit zweieinhalb Jahren
das Bestattungsinstitut Reumiller in Hard. Mit
Marktplatz Hofsteig spricht der 26-Jährige über
seinen doch eher ungewöhnlichen Beruf, wie er
zum Bestatter wurde und besondere Momente
im Berufs- und Freizeitleben.
MPH: Die klassische Frage zuerst: Wie und warum wurden Sie Bestatter?
Daniel Dalmonek: Also da muss ich zuerst ein bisschen ausholen. Angefangen hat meine Berufslaufbahn
als Lehrling bei Blum. Zerspanungstechnik und Konstruktionstechnik. Bei unserem Lehrabschluss habe ich
für alle Lehrlinge einen Ball organisiert, genau wie Maturanten haben wir so das Lehrlingsende gefeiert. Dadurch ist ein Bekannter auf mich aufmerksam geworden
und hat gefragt, ob ich denn nicht Eventmanager werden möchte. Ich war sofort begeistert, da mir die Arbeit
direkt mit Menschen bei Blum doch sehr gefehlt hat.
MPH: Eventmanager und Bestatter – wie passt
das zusammen?
DD: Naja, nach näherem Nachfragen stellte sich dann
heraus, dass die Events, die ich organisieren sollte, Beerdigungen wären und ich also bei einem Bestatter Arbeit
bekommen würde. Alwin Reumiller, von dem ich den Betrieb übernommen habe, hat damals einen Mitarbeiter
gesucht und mein Bekannter hat mich empfohlen.
Ich habe im Betrieb geschnuppert und auch noch ein
weiteres Bestattungsunternehmen kennengelernt. Alwin Reumiller hat mich einfach „ins kalte Wasser geworfen“. Da war ich von Anfang an überall dabei und
merkte sehr schnell, dass mir die Arbeit liegt. Ich bin
gerne mit Menschen zusammen, helfe und organisiere
gerne. Schon früher wurde mir gesagt, dass ich gut
in einen sozialen Beruf passen würde. Aber ich hatte
noch nie einen toten Menschen gesehen und konnte
mir zuerst unter der Arbeit an sich auch nicht viel vorstellen. Aber das hat sich schnell geändert. Und bis
heute, was zugegebenermaßen noch nicht lange her
ist (lacht), bereue ich den Entschluss nicht.
MPH: Wie hat Ihr Umfeld auf die Entscheidung
reagiert?
DD: Also ganz grundsätzlich alle sehr positiv. Meine
Oma meinte gleich, das sei etwas, was man brauchen
Daniel Dalmonek: ein Lego Zug.
könne (schmunzelt). Natürlich gab und gibt es auch
heute noch Freunde, die zuerst sehr erschrecken. Aber
der Schreck wandelt sich meist schnell in Interesse
um. Und wirklich negative Reaktionen habe ich eigentlich keine bekommen.
MPH: Braucht man für die Bestattertätigkeit keine besondere Ausbildung?
DD: Nein, in Deutschland gibt es das mittlerweile. In
Österreich kann man nach zwei Jahren Berufserfahrung
die Bestatterprüfung machen. Wenn man diese positiv
abschließt, kann man dann als Bestatter tätig werden.
MPH: Was braucht man sonst noch, um in Ihrem
Berufsfeld zu arbeiten?
DD: Man muss gut mit Leuten umgehen können. Einfühlsam sein, eine starke Persönlichkeit haben und –
vielleicht passt das Wort „lebensfroh“ gut - lebensfroh
sein. Mit Lebensfreude und Freunden und Familie im
Hintergrund lässt sich die tägliche Trauer verarbeiten.
MPH: Kann man am Abend einfach abschalten?
DD: Ich kann es recht gut. Wenn ich dann abends mit
Freunden oder der Familie zusammen bin und deren
Gesellschaft genieße – was ich übrigens behaupte,
dass ich das jetzt viel intensiver mache, als so mancher
Gleichaltriger – kann ich wieder auftanken. Dadurch
ergeben sich aber auch oft sehr krasse Kontraste. Zum
Beispiel können wir am Tag die Beerdigung eines jungen Mannes haben und am Abend den Geburtstag eines Freundes feiern. Aber so ist das Leben. Wenn ich
wirklich die Gegensätze spüren will, dann besuche ich
meine Freundin an ihrem Arbeitsplatz. Das ist nämlich
die Entbindungsstation im Krankenhaus. Sie ist also
am Beginn des Lebens dabei und ich am Ende.
MPH: Was genau machen Sie nun als Bestatter?
DD: Unsere Hauptaufgaben sind die Begleitung der
Trauernden und die komplette Organisation. Das beginnt mit einem Gespräch mit den Hinterbliebenen,
in dem zu Beginn alle Wünsche und Fragen geklärt
werden. Hier wird entschieden, was die Trauerfamilie selber machen möchte und was wir übernehmen.
Grundsätzlich können wir alle Behördengänge und
administrativen Tätigkeiten erledigen, uns um den
Verstorbenen kümmern, die Todesanzeige und das
isieren
Daniel Dalmonek, Inhaber von Bestattung Reumiller.
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Im Geschäft gibt es eine Auswahl an Urnen, aber
Daniel Dalmonek bestattet auch gerne mal einen
Kaffeeliebhaber in einer Kaffeedose oder einen
Zigarrenliebhaber in einer Zigarrenschachtel.
ganze Begräbnis organisieren. Aber über allem steht
die Kunst, für alles eine Lösung zu finden, damit die
Hinterbliebenen den Abschied so gestalten können,
wie sie es brauchen.
MPH: Man hört immer wieder, dass Sterben so
teuer ist. Stimmt das?
DD: Meiner Meinung nach nicht. Die Kosten für eine
Beerdigung sind so individuell, wie jeder Mensch auch.
In Vorarlberg wird die Bestattungskultur sehr gelebt,
das Niveau ist hoch. Und das macht dann eine Beerdigung am Ende auch recht kostspielig. Aber wir haben
auch viele Beerdigungen, die im kleinen Rahmen, einfach gehalten und genau so schön sind.
MPH: Was sind für Sie besonders herausfordernde Situationen?
DD: Für mich ist die Gratwanderung zwischen dem
wirtschaftlichen Führen eines Unternehmens und dem
sozialen Aspekt des Jobs oft eine Herausforderung. Da
muss man einen guten Mittelweg finden. Und natürlich ist der Tod von Kindern und Jugendlichen immer
schwer. Ich glaube, dagegen stumpft man nie ab.
MPH: Wird die Arbeit mit der Zeit leichter?
DD: Mein Vorgänger Alwin Reumiller hat 35 Jahre als
Bestatter gearbeitet und gemeint, das er auch noch im
35. Jahr Sachen erlebt hat, die er bis dahin noch nie so
hatte. Also grundsätzlich glaube ich nicht. Aber die Erfahrung, die man mit den Jahren sammelt, hilft sicher
ganz gewaltig und macht die Arbeit an sich leichter.
Johanna Schwendinger (Stilform): Ein Puch Maxi.
MPH: Haben Sie sich über Ihre eigene Bestattung auch schon Gedanken gemacht?
DD: Ja natürlich, das kommt ganz automatisch. Man
organisiert etwas für eine Beerdigung, das einem gefällt, oder wo man sich denkt, das möchte ich so nie.
Ich denke, meine Mitarbeiter wüssten genau, wie sie
meine Beerdigung gestalten müssten. Aber aufgeschrieben habe ich es noch nicht. Das kommt dann in
einem späteren Lebensabschnitt.
MPH: Vorsorge wird im ganzen Leben wichtiger,
sollte es das auch bei der Beerdigung werden?
DD: Das wird es schon. Heutzutage hat man eine so
große Auswahl bei vielen Dingen, die die Beerdigung
betreffen. Viele ältere Menschen wollen diese Entscheidungen nicht ihren Hinterbliebenen aufhalsen.
Also entscheiden sie zu Lebzeiten selber, das hilft
allen in einer schwierigen Situation. Wir bieten dazu
ja jeden letzten Donnerstag im Monat Vorsorge­
gespräche an.
MPH: Gibt es auch Momente, die einen schmunzeln lassen?
DD: Naja, so viel habe ich noch nicht erlebt. Aber oft
erzählen die Angehörigen spannende, beeindruckende
oder skurrile Geschichten ihrer Verstorbenen, die dann
auch im Gedächtnis bleiben. Und außergewöhnlich war
natürlich das eine Mal, als bei einer Beerdigung unterm
Jahr Weihnachtslieder gespielt wurden, weil der Verstorbene diese so gerne hatte und bei einer anderen
Beerdigung Heavy Metal in der Kirche ertönte.
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In 12 Minuten Juchhe:
Zwoa Brettl,
a gführiger Schnee
Seit 50 Jahren gibt es den Schneiderkopflift in Buch. Damals war der Schlepplift mit seiner Kurve die modernste Anlage
Europas. Es war eine Zeit, als der Schilauf
das Tourengehen langsam ablöste.
Die Menschen freuten sich auf eine
bequeme Liftfahrt, auf präparierte
Pisten, auf mehrmalige Abfahrten.
„Mit dem Schilift haben plötzlich Hunderte
das ideale Schigebiet von Buch entdeckt,
und die Gemeinde kann sich freuen, wenn
der Fremdenverkehr, begünstigt von einer
herrlichen Schneelage, zur Auffrischung
der Gemeindekasse beiträgt“, schrieben
die Vorarlberger Nachrichten anlässlich
der Eröffnung am 16. Februar 1964.
T: BB | F: Gemeinde Buch
Die Prognose von damals hielt nicht 50 Jahre. Heute
sind die Schneiderkopflifte in Buch nicht das Ziel hunderter Schifahrer – die größeren Schigebiete haben ihnen längst den Rang abgelaufen. Dennoch: Mit dem
finanziellen Einsatz der Gemeinde und vielen ehrenamtlichen Stunden engagierter Bürger schafft es Buch,
die Lifte weiter zu betreiben und so ein kleines und
feines Wintersportgebiet am Leben zu erhalten – nur
12 Minuten von Wolfurt entfernt.
Mit Kinderfreundlichkeit punkten
An Höhe und Schneesicherheit stehen die Schneiderkopflifte dem benachbarten Bödele kaum nach. Die
Talstation liegt auf ca. 730 m Seehöhe, fast 200 m höher steigt man aus dem Lift aus. Auch der Übungslift
Heimen, einige Jahr später errichtet, überwindet 36 m
Höhenunterschied. Zusätzlich ist für die Kinder ein
Förderband installiert worden, damit auch die Anfänger ihre ersten Versuche im Schnee wagen können. Die
Kinder sind es auch, für die die Schilifte in Buch besonders attraktiv sind. Junge Familien kommen mit ihren
Kindern nach Buch, um ohne Trubel und Hektik die
ersten Schwünge zu üben, oder für ein, zwei Stunden
gemütlich schizufahren. Die Anfahrt ist kurz, Parkplätze sind kein Thema und die Preise überaus moderat.
Das sind die Vorteile, mit denen die Schneiderkopflifte
gegenüber den großen Schigebieten punkten können.
„Ich rede oft mit den Schifahrern, woher sie kommen
und warum sie gerade Buch auswählen. Die Leute
schätzen, dass die Kinder hier noch langsam sein dürfen. Niemand schimpft, wenn sie nicht schnell genug
den Bügel packen, oder wenn sie bei der Abfahrt ein
Loch in die Piste machen,“ erzählt Bürgermeister Martin Franz, den es freut, dass noch mehr seine Begeisterung für das kleine Schigebiet teilen.
Ein Gewinn für Buch
Wie gelingt es einer kleinen Gemeinde wie Buch, eine
solche Wintersportanlage erfolgreich zu betreiben?
Damals, als die Lifte gebaut wurden, standen die Teilhaber der neu gegründeten Liftgesellschaft mit Begeisterung hinter dem Projekt. Gebhard Buhmann aus
Lauterach war nicht nur Initiator des Vorhabens, sondern kümmerte sich auch in den Folgejahren um die
Nicole Kohlhaupt (Stilform): der Einzug in die neue Wohnung am 24. Dezember.
1
Privatisiert wurde vor allem wegen Streitigkeiten
im Gemeinschaftswald – vgl. dazu: Heim, Siegfried:
Der Ippachwald, in: Heimat Wolfurt – Zeitschrift
des Heimatkundekreises, Heft 18, Februar 1997,
und Heft 19, Juni 1997. Zu finden im Internet unter:
www.wolfurt.at
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Geschäfte. Das Kapital wurde von den Gesellschaftern
– die zum Teil aus dem eigenen Dorf stammten – aufgebracht, und der Gewinn der ersten Jahre immer wieder in die Anlage investiert. Es kamen schneeärmere
Winter, die Anschaffung einer moderneren Pistenwalze war unumgänglich und der Druck der Konkurrenz
wuchs. Die Liftanlage war nicht mehr rentabel und
man dachte schon ans Aufhören.
Da sprang die Gemeinde Buch ein. Anstatt durch den
Schilift finanziell zu profitieren, galt es nun, Defizite
auszugleichen und in letzter Konsequenz Anteile zu
übernehmen. Heute hält die Gemeinde 70 % der Liftgesellschaft und ist zusätzlich bereit, auch finanziell Sorge zu tragen, dass keine Schulden entstehen. Der Bürgermeister sieht die Situation realistisch: „Es ist schön,
wenn der Lift etwas abwirft, aber wir kalkulieren jedes
Jahr einen entsprechenden Zuschuss im Gemeindebudget, der ein Defizit abfangen kann.“ Die Reparaturen
und Instandhaltungsarbeiten werden durch Gemeindearbeiter erledigt, um das Elektrische kümmert sich
Martin Franz. Die Sicherheit ist durch die jährlichen
Qualitätskontrollen gewährleistet. Für den Liftbetrieb
stehen zwei bezahlte Mitarbeiter zur Verfügung, zusätzlich bestreiten die Bucher ehrenamtlich viele Stun-
den. Gemeindemandatare, Mitglieder des Schivereins,
niemand ist sich zu schade, ab und zu ins Lifthäuschen
zu sitzen oder den Leuten den Bügel zu reichen.
Für Martin Franz sind die Schneiderkopflifte ein Gewinn für Buch. „Für mich besteht die Attraktivität einer
Gemeinde aus vielen einzelnen Puzzleteilen: Nahversorgung, Busanbindung, Schule und Kindergarten, ein
Gasthaus, Vereine – und eben auch Sportanlagen. Nur
so kann eine Dorfgemeinschaft lebendig bleiben.“ Kritikern sagt er gerne, dass der Fußballplatz mit Erhaltung und Pflege genauso Geld kostet und die Schilifte
für die ganze Region Hofsteig ein interessantes Naherholungsgebiet darstellen.
Wintersport in vielen Facetten
Buch ist aber nicht nur aufgrund der Schilifte ein beliebtes Ziel für die Hofsteiger. Es liegt über der Nebelgrenze und bietet einen wunderbaren Blick bis zum
Bodensee. Schneeschuhwandern ist in den letzten
Jahren immer beliebter geworden, und die Güterwege
in Buch sind auch für Rodler interessant, da sie nicht
gestreut werden.
Die Schiliftgesellschaft Buch ist eine der letzten, die
noch auf Punktekarten setzen. Aber auch Tageskarten
Martin Franz: Mein schönstes Weihnachtsgeschenk für dieses Jahr wäre viel Schnee zum richtigen Zeitpunkt.
Der Schilift in Buch: Erreichbarkeit,
Kinderfreundlichkeit, Punkte- oder Halbtagskarte,
keine Wartezeiten und viel Engagement der
Gemeinde. Teilnehmer an Schulschitagen
dürfen sogar gratis fahren!
und Saisonkarten sind erhältlich – gestaffelt nach Kindern, Schülern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren. Einen Nachmittag Schifahren ist für Erwachsene
bereits um 12 Uhr möglich.
Zwischen Weihnachten und Neujahr organisiert der
Schiverein Buch jedes Jahr einen Kinderschikurs. Für
die Schulen der Hofsteigregion hat sich Martin Franz
ein besonderes Angebot ausgedacht: Bei allen Schitagen, die über die Schule organisiert werden, fahren die
Schüler und ihre Begleitpersonen gratis.
Kein Après-Ski, aber ein Gasthaus
Im Moment steht die Gemeinde Buch vor einem Problem. Die Wirtsleute des Dorfgasthauses sind in den Ruhestand getreten, auf eine Nachfolge konnte man sich
nicht einigen. Das Gasthaus war auch für den Schilift
wichtig, die Schifahrer konnten dort einkehren, die
Toiletten benutzen, sich aufwärmen. Nun gilt es, die
Zeit zu überbrücken, bis das nächste Bauprojekt der
Gemeinde Buch realisiert werden kann. Es ist geplant,
den bestehenden Gemeindesaal samt Musik-Probelokal und Kindergarten zu sanieren und zu erweitern.
Dieser Umbau wäre die ideale Möglichkeit, gleichzeitig
ein Gasthaus zu integrieren, das bei Bedarf auch die
Saalbewirtung übernehmen würde. Ein kleines Café
oder Restaurant mit 50 Plätzen und einer schönen Terrasse für Sonnentage. „Das wäre auf jeden Fall eine
Bereicherung. Ein Dorf ohne Gasthaus, das ist nichts“,
ist Martin Franz überzeugt. Demnächst sollen die Pläne bei einer Bürgerversammlung präsentiert werden,
denn die Bucher müssen hinter dem Projekt stehen,
sonst ist es nicht durchführbar.
Ein Grundsatz, auf den Martin Franz in seiner Amtszeit
schon oft gebaut hat. Die Schilifte Schneiderkopf zeigen jedenfalls, dass die Bucher viel bewirken können,
wenn sie von einer Sache überzeugt sind. Wie gesagt:
In 12 Minuten von Wolfurt erreichbar, juchhe!
Betriebszeiten
Sa, So und Feiertag: 9.00 – 16.15
Wochentags: 12.30 – 16.30
Informationen beim Gemeindeamt Buch
Tel.: +43(0)5579/8212-0
Fax: +43(0)5579/8212-4
E-Mail: gemein[email protected]
MarktplatzHofsteig 14 | 15
KLARTEXT!
Einkaufen im In
gefährdet unse
von Wolfgang Schwärzler, Bienenhaus
Mit dieser Rubrik gibt Marktplatz Hofsteig
Wirtschaftstreibenden die Möglichkeit,
sich direkt und unverblümt zu Themen
zu äußern, die ihnen unter den Nägeln
brennen – seien es ungerechte Belastungen
für Wirtschaftstreibende, schlechte
Gesetzgebung, die Steuergebahrung des
Staates Österreich, die Europäische Union
und ihre Unterstützungen für Großkonzerne
bis hin zur schwierigen Lehrlingssituation im
Land, Vorurteilen gegenüber der Wirtschaft,
die eventuelle Ungleichbehandlung von
Wirtschaftstreibenden in Vorarlberg
oder womöglich der Erkenntnis, dass das
Wirtschaften, so wie es bisher betrieben
worden ist, nicht endlos weitergehen kann und
sich daraus ergebenden Visionen.
Den Anfang macht Wolfgang Schwärzler vom
Bienenhaus in Wolfurt.
Wenn Sie etwas schreiben möchten, melden Sie
sich bei [email protected]
Wertschöpfung in unserer Region
durch den Versandhandel im Ausland
Online-Shopping gewinnt immer mehr an Beliebtheit,
dabei ist vielen Menschen gar nicht bewusst, dass dies
verheerende Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft hat. Viele sehen nur die niedrigen Preise im Internet, mit denen der Einzelhandel meist nicht mithalten kann und denken nicht weiter darüber nach, was
der Handel eigentlich leistet. Jeder Cent, der nicht dort
ausgegeben wird, wo er verdient wird, schwächt die
wirtschaftliche Situation dieser Region nachhaltig.
Unsere Wirtschaftsleistung wird nicht nur durch ein
paar Großunternehmen erbracht. Es sind auch die kleinen Geschäfte und Unternehmen in einem Ort, einer
Gemeinde, einer Stadt, die zahlreiche Arbeitsplätze
schaffen: Jedes Unternehmen benötigt Betriebsflächen, die gekauft oder gemietet sind, bezieht Strom,
braucht ab und zu einen Handwerker, arbeitet mit
Steuerberatern und Werbern zusammen und nutzt die
Kommunikationswege regionaler Medien. Mittagessen
geht man auch gerne im Gasthaus ums Eck. Dies ist
ein Netzwerk aus genau jenen Betrieben, in denen wir,
unsere Familien und unsere Bekannten arbeiten. Jeder,
Wertschöpfung in unserer Region
durch lokale Unternehmen und Geschäfte
Staat Österreich/Finanzamt
(MwSt, bis 50 % Einkommens- &
Unternehmenssteuern
Staat Österreich/Finanzamt
(MwSt - nicht immer)
Banken
Geldwesen
EDV/IT-Serviceunternehmen
Versandhandel
im Ausland
Spedition/Logistik
(Paketdienste etc.)
von Amazon bis Zalando
Telekommunikation
(PC und Internetprovider
des Käufers)
direkte Arbeitsplatzbeschaffung
Handwerker (Installateur,
Tischler, Spengler etc.)
Lokale
Unternehmen &
Geschäfte
Werbeagenturen
Konzernsteuern
(bis 3 % auf Inselstaaten)
Ausbildung (Lehrlinge,
Praktikanten)
Sozialversicherung
(Dienstgeberbeiträge für Pension &
Krankenversicherung etc.)
Spedition/Logistik
(Paketdienste etc.)
Versicherungsagenturen
Gastronomie
Hotels
Gemeinde & Stadt
(Kommunalsteuer)
Energieversorger
(Strom, Gas, Wasser)
Telekommunikation
(Internet, Telefonie)
Recycling- &
Reinigungsbetriebe
KFZ-Handel
Rechtanswälte / Notare
(zB für Firmenautos)
Wenn Sie oder Ihre Lieben ein Teil des
regionalen Netzwerkes sind, dürfen Sie nicht in
ausländischen Online-Shops einkaufen.
Wolfgang Schwärzler: mein Wunsch ist, dass diese Weihnachten wieder alle unsere Kinder am 24. Dezember bei uns sind – und wie es au
ternet
re Zukunft
Kirchstraße 13a
A-6922 Wolfurt
Tel. 05574-75945
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Bei uns dreht sich alles
der im Internet Bücher, Kleidung, Spielwaren, Kameras, Elektrogeräte etc. einkauft, gefährdet diesen so
wichtigen Kreislauf und somit die berufliche Zukunft
von uns allen.
Die Städte und Gemeinden bemühen sich um eine funktionierende Nahversorgung mit einem ansprechenden
Branchenmix, damit wir alles haben, was wir brauchen.
Das ist wichtig, denn die Unternehmen in der Nähe, das
sind genau diejenigen, die unsere Kinder ausbilden,
Lehrstellen anbieten und für Praktika und Ferialjobs zur
Verfügung stehen.
Schließlich wollen wir ja, dass sich unsere Kinder verwirklichen können und einen Beruf mit Leidenschaft
erlernen und später nicht in irgendeinem Lager eines
großen Internetversandhauses bei unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden – vorausgesetzt,
sie haben bis dann nicht eh schon alles auf Roboter umgestellt. Dennoch entscheiden sich immer noch viele –
und immer mehr – dafür, im Internet einzukaufen.
um das Buch!
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Modernste Drucke –
klassisch gebunden!
– Diplomarbeiten
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– Familienchroniken
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Regionale Geschäfte legen stets Wert darauf, ihren
Kunden mit einer fundierten Ausbildung und Erfahrung eine sehr gute Beratung zu bieten. Man kann sich
die Produkte anschauen, sie in die Hand nehmen oder
gar ausprobieren. Im Internet geht das nicht. Dies wird
leider oft auch ausgenutzt – in Form von Beratungsdiebstahl. Man lässt sich im Geschäft beraten, nutzt
die Spezialkenntnis des Fachhändlers und bestellt
dann das Produkt trotzdem in einem ausländischen
Online-Shop – ein Kaufverhalten, das dem Handel am
meisten weh tut. Das ist einfach unfair.
Dass der Fachhandel immer teurer ist als ein Einkauf
im Netz, halten leider noch viele – zu Unrecht – für
eine Tatsache. Vor diesem Problem stehen wir nicht
nur in Österreich, sondern in ganz Europa. Da unsere Regierungen und auch die EU nichts unternehmen,
um diese Monopolisierung einzudämmen, ist es nur
eine Frage der Zeit, bis die Arbeitslosigkeit bei uns
Einzug hält.
Seien Sie klüger! Gefährden Sie nicht Ihre Arbeitsplätze
und die Ihrer Kinder. Kaufen Sie in Ihrem Ort, in Ihrer
Region, in Ihrem Land, in Österreich.
ssieht, könnte mein Wunsch in Erfüllung gehen.
MarktplatzHofsteig 16 | 17
Wir
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In der Mittagspause Mit ...
Philipp Imhäuser, 18 Jahre, 3. Lehrjahr bei Lucas Installateur
T & F: CJ
MPH: Wie verbringst du deine Mittagspause?
Philipp: Das hängt ganz davon ab, woran ich gerade
arbeite – manchmal daheim, dann wieder in der Firma
oder fallweise auf der Baustelle.
MPH: Wie kam es, dass du nun die Ausbildung
zum Installateur machst?
Philipp: Genaugenommen mache ich eine Doppellehre
– die Ausbildung umfasst die Bereiche Gas, Wasser, Heizung, Lüftung und Klimatechnik. Ich war bis zur 3. Klasse im Gymnasium, habe dann aber zur Mittelschule gewechselt, weil für mich damals klar war, dass ich nicht
länger als nötig zur Schule gehen möchte. Ich wollte arbeiten, ich wollte wissen, wie es ist. Mir war wichtig, ein
Handwerk zu erlernen, ins Büro wollte ich nicht. Nach
einigen Schnuppertagen hier in diesem Betrieb, hatte
ich mich für die Lehre zum Installateur entschieden.
MPH: Was machst Du denn genau? Wie würdest
du das Berufsbild des Installateurs beschreiben?
Philipp: Es geht etwa bei einem Einfamilienhaus um
alles, was mit Wasser und Abfluss zu tun hat. Bei größeren Projekten muss man auch nach Plan arbeiten.
Ich kann selbstständig arbeiten, und das ist genau das,
was mir so gut gefällt. Außerdem ist der Installateurberuf enorm vielseitig, man lernt immer noch etwas
dazu und es wird damit nicht langweilig. Im Prinzip
mache ich jeden Tag etwas Neues.
MPH: Kannst du dir vorstellen, auch in 10 Jahren
noch diesen Beruf auszuüben?
Philipp: Im Prinzip ja, denn man kann ja immer noch
mehr dazulernen, man kann sich spezialisieren, seine
Fachbereiche erweitern. Auch bietet der Job die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Das ist gut.
musik hinteregger
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Musik
macht
Freude !
MPH: Was hast du mit deinem ersten selbstverdienten Geld gemacht?
Philipp: Ich habe mir den Führerschein ermöglicht und
bin natürlich in Urlaub gefahren.
MPH: Was machst Du hier in der Freizeit? Ist die
jetzt noch wichtiger geworden, als sie während
der Schulzeit war?
Philipp: Ja, eigentlich schon. Die Freizeit verbringe ich
mit Freunden. Im Sommer gehen wir jede frei Minute
baden an der Ach.
MPH: Besteht dein Freundeskreis aus lauter
Lehrlings­kollegen?
Philipp: Nein, der ist sozusagen gemischt. Also mit
Schülern und Lehrlingen.
MPH: Und wie ist das Mischungsverhältnis zwischen Frauen und Männern in deinem Beruf?
Philipp: Es gibt etwa 2 Kolleginnen pro Ausbildungsjahr, mehr nicht. Obwohl es inzwischen viele Hebehilfen gibt und totale Kraftprotze nicht mehr nötig sind,
ich bin es ja auch nicht. Aber es ist dennoch streng.
MPH: Gibt es eine bestimmte Art, mit der du deine Arbeit angehst?
Philipp: Ich mache die Dinge gerne genau. Das braucht
allerdings seine Zeit.
Siegfried Gutbrunner, Technik Kalkulation
bei Lucas Installateur:
Es ist eine gute Zeit für Facharbeiter, gute Facharbeiter sind so gefragt wie noch nie. Es ist ein
Traumberuf, das wissen nur noch nicht alle. Er
ermöglicht es jungen Menschen, im Ausland zu
arbeiten, die Welt kennenzulernen, sich immer
weiter zu bilden. In unserem Unternehmen sind
jährlich an die 11 Lehrlinge – mitbringen müssen
sie Freude an der Arbeit, sie müssen kontaktfreudig sein und sie müssen etwas wollen. Auch die
Anforderungen in der Schule sind nicht weniger
geworden. Wer in Mathe, Deutsch oder Englisch
schwach ist, hat im Grunde wenig Chancen.
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MarktplatzHofsteig 18 | 19
Weihnachtliche
Vorfreude!
Geschenke auf den letzten Drücker organisieren ist keine
Kunst. Ein Gutschein ist schnell organisiert, und der Beschenkte
freut sich auch. Wer seine Lieben dieses Jahr aber so richtig überraschen will, der gibt ein Geschenk in Auftrag, das
Vorbereitung, Überlegung und Handarbeit benötigt. MPH hat
in Wolfurt Weihnachtsgeschenktipps für Früh­entschlossene gesucht und gefunden, die bis Weihnachten fertig sind, wenn man
sie jetzt ganz schnell in Auftrag gibt.
Für den nötigen Halt –
Das Schnapsmöbel hält im Inneren Flaschen und Gläser
sicher verwahrt und dient Durstigen gleichzeitig als
Bar zum Anlehnen und Genießen. Bestellungen nimmt
die Tischlerei Christian Lener entgegen.
Eins für Dich und eins für mich –
Schöne Filztaschen für Handy, iPad und Co. Ganz
individuell bestickt sind es solche Schmuckstücke,
dass man gleich zum Geschenk auch etwas für sich
selber kaufen muss. lahera – Filz & Mehr stellt sie
her, wo und wann es die schönen Dinge zu kaufen
gibt und wie man Bestellungen aufgibt, erfahren
­Interessierte auf Facebook „lahera filz & mehr“
oder unter 0650/7281503.
Fast zu schön zum Fahren –
Ein Fahrrad, ganz nach eigenen Wünschen
zusammengestellt, fährt sich hervorragend
und macht sich im Winter auch als Kunstobjekt im Wohnzimmer gut. Der Fahrradfachhändler Radcult bietet diese Fahrräder nach
Wunsch an.
Passt nicht unter den Christbaum –
Ein besonderes Geschenk ist der
Hyundai i30 aber trotzdem und
mit einer großen Masche
rundherum verzeiht der
Beschenkte sicher, dass es
nicht unterm Weihnachtsbaum liegt. Kompetenter
Hyundai-Händler ist das
Autohaus Hörburger.
Neuprojekt
Schwarzach – Apfelgasse
HWB: Haus A: 31,08 kWh/m²a | Haus B: 28,23 kWh/m²a
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Wollen tät ich ja schon mö
Wie die Wolfurter Althaus Sanierungsbegleitung aus dem Konjunktiv
einen Indikativ machen will ohne zum Imperativ zu werden.
T: MF | F: EIV
Die eigenen vier Wände sind in die Jahre gekommen
– durch die Fenster pfeifts, die Heizung ist ebenso
marod wie das Dach und gedämmt war das einstige
Schmuckstück ohnehin nie – man sollte dringend etwas tun – nur: Was ist sinnvoll, wie komme ich durch
den Dschungel von Förderungen und Berechnungen?
Die neue Wolfurter Sanierungsbegleitung hilft.
„Das Wolfurter e5 Energieteam ist draufgekommen,
dass viele Menschen durch die vielen technischen
Möglichkeiten bei einer Haussanierung und die ganze
damit zusammenhängende Bürokratie abgeschreckt
werden“, erklärt Martin Reis vom Energieinstitut. Und
so gibt es nun das Pilotprojekt „Wolfurter Sanierungsbegleitung“ von e5 Team und Energieinstitut, unterstützt vom Land Vorarlberg .
Gewinn für die Eigentümer
Es gibt vier Sanierungsbegleiter, die Experten auf dem
Gebiet sind: „Und sie sind unabhängig, da verkauft keiner
auch noch Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen.“
Meldet man sich für die Sanierungsbegleitung an, gibt
es ein kostenloses und unverbindliches Orientierungsgespräch: „Der Sanierungsbegleiter kommt, man sitzt
zusammen und findet heraus, was für die Menschen
und ihr Haus in der aktuellen Situation das Beste ist.
Das kann auch etwas anderes sein als das energetisch
absolute Optimum heraus zu holen. Ist das Ergebnis:
nur die Heizung tauschen oder neue Fenster einbauen,
ist das auch in Ordnung. Es kann sogar durchaus sinnvoll sein, erst einmal gar nichts zu tun, dass man sagt,
lieber noch fünf Jahre warten und zum Fenster hinaus
heizen, dann ist klar, ob der Sohn das Haus übernimmt
oder nicht. Wir wollen nicht jeden zur Sanierung bringen, aber wenn man saniert, sollte das gut durchdacht
sein, weil das bleibt dann die nächsten 40 Jahre so.“
Wenn sich herausstellt, dass es um ein größeres Projekt
geht, steht einem der Sanierungsexperte 30 Stunden
durch den ganzen Prozess mit all seinen Fragen zur
Seite: Was soll in welcher Qualität saniert werden, soll
zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, welche
Förderungen gibt es? Es werden verschiedene VarianMartin Reis: Eine Schatzkiste mit 50 Büchern.
ten durchgerechnet, Angebote eingeholt, Anträge ausgefüllt, auf der Baustelle mit den Handwerkern gesprochen: „Weil gute Fenster schlecht eingebaut, bringen
nichts – da zieht dann die Kälte am Fenster vorbei“,
erzählt Martin Reis. Diese 30 Stunden kosten 400 Euro.
Zwei mal Jung
Es gibt vor allem zwei Zielgruppen für die Wolfurter
Althaus Sanierungsbegleitung: Junge Familien, die ein
altes Haus gekauft oder geerbt haben, oder die ins Elternhaus ziehen, weil die Eltern lieber in einer Wohnung anstatt in einem viel zu großen Haus leben. Und
junge Pensionisten – die sich erwarten können, nochmal gute 30 Jahre in ihrem Haus zu leben.
Auch Mehrwohnungsanlagen sollen mit ins Boot geholt werden. „Oft sagen von 20 Eigentümern 18 ja, wir
wollen was tun und zwei sagen nein. Wenn die Hausbetreuerfirma das macht, steht sie sofort im Verdacht,
an Aufträge kommen zu wollen. Und wenn einer der
Besitzer die Koordination übernimmt, ist das auch immer problematisch. Der Sanierungsbegleiter kann da
eine Art Mediator sein.“ Und: Nicht nur Haus- und Wohnungsbesitzer sollen profitieren.
Gewinn für die Gemeinden
„In so gut wie allen Gemeinden gibt es ein Bauplatzproblem“ erläutert Martin Reis.
Baugrundstücke sind nicht viele auf dem Markt, obwohl
es viele gibt – und Umwidmungen werden nicht mehr
so leichtfertig durchgezogen wie einst, denn es soll ja
nicht die grüne Wiese zugebaut werden. „Neuer Wohnraum soll bei Sanierungsvorhaben mitentstehen. Große
Wohnungen können geteilt werden, man kann aufstocken. Gerade Letzteres kann auch für den Hausbesitzer
interessant sein – dann zahlt sich ein Teil der Sanierung
durch Vermietung oder Verkauf des neuen Stockwerks.“
Gewinn für die Wirtschaft
Und das dritte Argument ist ein bestechend simples:
„Die Wertschöpfung soll im Land bleiben, weil die beste Wirtschaftsförderung ist, wenn der Handwerker das
Geld bekommt und nicht der Ölscheich.“
gen
Informationsabend zur Wolfurter Althaus-­Sanierungsbegleitung
Die Sanierungsbegleiter stellen gelungene Sanierungsprojekte vor, Wolfurter
Firmen ihre Produkte, und es werden die neuen Förderrichtlinien des Landes
zur Althaussanierung erläutert.
Dienstag, 26.11.2013 | 20 Uhr | Cubus
Wolfurter Althaus Sanierungsbegleitung
Orientierungsgespräch gratis
Bei Entscheidung für Sanierung: 30 Stunden kosten 400 Euro bei einem Ein­
familienhaus.
Bei Mehrwohnungsanlagen maximal 400 Euro pro Wohnung.
Anmeldungen zur Althaus-Sanierungsbegleitung­sind möglich ab 26.11.2013.
MarktplatzHofsteig 22 | 23
Schlüssel vergessen? – Gibt’s
Seit gut einem Jahr ist in Österreich über die Firma
Infotechnik Smejkal ein Fingerscanner erhältlich, der nicht
nur Türen öffnet, sondern auch mit weiteren Funktionen
verknüpft werden kann. Vertriebspartnerin für dieses neue
Produkt ist Beate Blum in Wolfurt. Marktplatz Hofsteig
besuchte sie in ihrem Home-Office in der Kirchstraße.
T & F: BB
Das Produkt wird von der EDV-Firma Jerra Soft GmbH
hergestellt. Mittels eines Fingerabdrucks ist es möglich, Türen zu öffnen. Nichts Neues? Stimmt. Jerra Soft
hat das Produkt jedoch weiterentwickelt, um es noch
sicherer und vielseitiger zu machen. Der Finger wird
nicht über den Scanner gezogen, wie das bei ähnlichen Produkten der Fall ist, sondern muss nur aufgelegt werden. Das macht die Handhabung einfacher
und sicherer. Die Punkte, die der Laser erkennen muss,
sind eindeutiger zu lesen. Auch kalte oder schmutzige Finger sind dadurch für die Datenerkennung kein
Problem mehr.
Zeiterfassung mit Fingerprint
Was besonders für Firmen interessant sein könnte:
Der Fingerabdruck kann z.B. mit der Zeiterfassung eines Unternehmens kombiniert werden. Der Mitarbeiter legt seinen Finger auf das Gerät und erhält nicht
nur Zugang zum Gebäude, sondern meldet sich auch
gleichzeitig zum Dienst. Nach getaner Arbeit legt er
wieder den Finger auf den Scanner und hat sich somit
auch abgemeldet. Innerhalb eines Betriebes können
auch einzelne Räume oder Bereiche ausschließlich für
bestimmte Mitarbeiter zugänglich gemacht werden.
Sogar an Computer können Fingerscanner angeschlossen werden, damit sich nur ausgewählte Personen einloggen können. Passwörter, Zugangscodes oder Personalkarten fallen somit weg. Der Finger allein genügt.
Ein europäisches Produkt
Die Firma Jerra Soft hat ihren Sitz seit 25 Jahren in
Saarbrücken und steht für Entwicklung und Software
des Produkts. Die Laser-Scanner werden von der französischen Firma Sagem hergestellt, die übrigens Weltmarktführer im Bereich Militär-Sicherheitstechnik ist.
Um das Produkt aber vor Ort zu installieren, arbeitet
Beate Blum mit regionalen Partnern. „Zur Zeit spreche
ich viel mit Architekten, Bauträgern und Handwerkern.
Die Firmen könnten den Finger-Scanner theoretisch
auch selbst verkaufen, aber ihnen fehlt oft die Zeit für
nicht.
eine entsprechende Beratung.“ Dass in Vorarlberg Architektur einen so hohen Stellenwert hat, kommt Beate Blum dabei sehr entgegen und passt auch gut zu
ihrem persönlichen Faible für diese Branche.
Schlüssel vergessen? – Gibt’s nicht
„Was mir an diesem Produkt so gut gefällt, ist, um
wie viel einfacher es das Leben macht,“ sagt Beate
Blum. „Den Finger hat man schließlich immer dabei.“
Es lässt sich sogar einstellen, an welchen Tagen bestimmte Personen Zutritt haben. „Vergebe ich einen
Hausschlüssel, kann die Person immer und zu jeder
Zeit ins Haus. Mit dem System von Jerra-Soft habe ich
die Kontrolle, wer wann hereinkommt.“ Es kann sogar
überprüft werden, wer die letzten 10 Personen waren,
die das Haus betreten haben.
Auch andere Anwendungsbereiche werden bereits genutzt: In Schul- oder Werkskantinen dient der Fingerabdruck zum Bezahlen des Essens. Keine Märkchen
mehr, kein Bargeld – der Betrag wird Ende des Monats
MarktplatzHofsteig 24 | 25
vom Konto abgebucht. Weniger schön, aber ebenso
effektiv: In Fällen von Vandalismus oder Diebstahl
kann mittels des Fingerprints festgestellt werden, wer
zur fraglichen Zeit im Gebäude war.
Der gläserne Mensch
Das alles klingt ein wenig nach George Orwell und
1984. Wie kontrollierbar wird man durch solche Systeme? Kann eine Firma mit diesem Scanner noch zusätzliche, höchst persönliche Informationen herausfiltern? Beate Blum entkräftet viele dieser Vorbehalte.
Die Daten werden nur im Gerät abgespeichert und
stehen in keiner Verbindung zu einem Firmen-Server.
Es wird kein Bild des Fingers gemacht. Die gescannten
Punkte werden in Zahlen umgewandelt und so als Zugangscode abgespeichert. Es ist also unmöglich, den
Fingerabdruck irgendwie weiterzuverwenden. „Personalakten mit Daten von Mitarbeitern gibt es in jedem
Unternehmen – das hat nichts mit dem Scanner von
Jerra Soft zu tun. Der Finger ist lediglich ein praktischer und kostengünstiger Ersatz für Chip-Karten
oder Schlüssel.“ Was allerdings geprüft wird, ist die
Blutzirkulation. Der Scanner reagiert nur auf lebende
Finger. Auch für das nächste Szenario hat Beate Blum
eine Lösung: „Falls ich gezwungen werden sollte, die
Türe zu öffnen, kann ich mit einem vordefinierten Finger einen stillen Alarm auslösen.“
Sicher und bequem
Fazit: Jerra Soft kann die Welt nicht sicherer machen,
aber sie kann einem Hausbesitzer das Gefühl geben,
sich bestens gegen sie gewappnet zu haben. Einer von
Beate Blums Grundsätzen lautet: „Es gibt keine Vorteile ohne Nachteile. Aber bei diesem Produkt überwiegen die Vorteile ganz eindeutig. Es ist kostensparend
und vor allem praktisch.“ Sie selbst möchte bei ihrem
Traumhaus auf jeden Fall einen Scanner von Jerra Soft
einbauen lassen.
Beate Blum
Kirchstraße 16, 6922 Wolfurt
Mobil: +43 (664) 844 3256
www.infotechnik-smejkal.at
Mail: [email protected]
Vertriebspartnerin von
Infotechnik SMEJKAL GmbH
1230 Wien, Rossakgasse 54
Tel.: +43 (1) 667 2440-0
Beate Blum: Meine Mutter hat es geschafft, dass ich an das Christkind glaubte, bis ich 13 war.
du bist
schön
Fitz Wolfgang – Bregenzerstraße – Wolfurt
Vom Nikolo
über Lebkuchen
zum Birnbrot
Dauerbrenner
... unsere Krap fen.
Mit der Kälte kommt auch wieder unser frisches
Birnbrot in die Geschäfte – traditionell nach dem
Originalrezept von Otto Fitz.
6. Dezember
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Auch heuer steckt im
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Die neue Generation
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Schöne und besinnliche Weihnachten
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wünscht Ihnen das StilFORM Team
Silvia , Nicole und Johanna
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MarktplatzHofsteig 26 | 27
Willkommen
bei den „Kämmefeagarn“
Das Glück wohnt in Schwarzach. In einem netten Einfamilienhaus mit
Hund und Garten. Am familiären Esstisch sitzen Vater und Tochter
Schwärzler und erzählen von ihrem Beruf – der Rauchfangkehrerei.
T & F: AU
Die Kaminkehrerfamilie
Alles begann mit Vater Franz Schwärzler. 1976 absolvierte er die Lehre als Kaminkehrer mit anschließender Gesellenprüfung und 1983 der Meisterprüfung.
Danach wurde er zuständiger Kaminkehrer für die
Gemeinden Wolfurt, Schwarzach, Buch und Bildstein.
Auch Gattin Isabella arbeitet als Rauchfangkehrerin.
Gemeinsam haben sie die Liebe zu ihrem Beruf an die
Kinder Martina und Stefan weitergegeben. Beide haben beim Vater die Lehre gemacht und sind mittlerweile geprüfte Meister ihres Faches.
Tochter Martina erzählt, „Die Lehre beim Papa war kein
Problem. Wir haben ein gutes Verhältnis und bereits
ab dem zweiten Lehrjahr kann man sehr eigenständig
arbeiten.“ Und fügt schmunzelnd hinzu: „Da verbringt
man also nicht so viel Zeit miteinander.“
Im elterlichen Wohnhaus befinden sich die Werkstatt,
die Duschräume und das Büro. Alles andere haben sie
in ihren Autos. Jedes Familienmitglied hat seinen Zuständigkeitsbereich und kann sich dort die anstehende Arbeit recht eigenständig einteilen.
Martina Schwärzler weiß, dass es auch stressige Zeiten gibt, „Gerade im Herbst, wenn die Leute zu heizen
beginnen, kann auch am Wochenende das Telefon läuten. Da sind meistens Kamine verstopft und der Rauch
zieht nicht ab. Dann muss man schnell handeln, damit
die Sauerei in den Wohnräumen nicht zu groß wird und
man seine glücksbringende Wirkung nicht verliert.“
Die Glücksbringer
Vater Franz Schwärzler erzählt, woher das mit dem
Glück kommt. Denn, dass Kaminkehrer Glücksbringer
sind, hat eine lange Tradition. Kaiserin Maria Theresia
schuf in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die
Berufsgruppe der Rauchfangkehrer. Ihr Anliegen war
der Brandschutz. Damals wurde noch viel mit Holz gebaut, Brände waren an der Tagesordnung und konnten
schnell halbe Dörfer vernichten.
Die Rauchfangkehrer hatten nun die Aufgabe, für einen besseren Brandschutz zu sorgen. So kam es, dass
ihr Auftreten bei der Bevölkerung für Sicherheit sorgte und ihnen eine glücksbringende Wirkung nachgesagt wurde. Denn durch ihre Arbeit gingen die Brände
merklich zurück.
Auch heute noch werden Kaminkehrer als Glücksbringer gesehen. Franz Schwärzler, Kaminkehrer seit
1976, weiß um seine Wirkung und erzählt, dass ihn
Menschen immer wieder ansprechen und etwas von
seiner glücksbringenden Wirkung abhaben möchten.
Durch einen Händedruck, das Reiben eines Jackenknopfs oder etwas Ruß soll das Glück übergehen.
Schwärzler erinnert sich, dass früher Kaminkehrer
gern gesehene Gäste bei Hochzeiten oder runden Geburtstagen waren. Schön herausgeputzt mit Zylinder
sind sie dann aufmarschiert. Heute kommt das nur
noch selten vor. Aber zu Neujahr erscheinen immer
noch einige Rauchfangkehrer beim Landeshauptmann
und wünschen ihm Glück für das kommende Jahr.
Die Kaminkehrerei
Damit die Glücksbringer auch wirklich Glück bringen,
müssen sie ihr Handwerk ordentlich verrichten. Die zwei
Hauptthemen bei der Arbeit des Kaminkehrers sind der
Brandschutz und heute auch der Umweltschutz. Um das
einzuhalten, werden Rauchfänge und Kessel gereinigt
oder Befunde und Abgasmessungen erstellt.
Franz Schwärzler erzählt, wie sich die Arbeit im Laufe der Jahre verändert hat: „Früher fuhr man mit dem
Fahrrad oder dem Moped von Haus zu Haus. Heute
braucht man ein Auto, um alle Gerätschaften zu trans-
Martina Schwärzler: Eine richtig gute und teure Flasche Wein eines Kunden.
Kämmefeagarin Martina in luftigen Höhen –
schwindelfrei sollte man in diesem Beruf schon
sein, auch wenn heute arbeitsrechtliche Vorschriften genau regeln, wann Kaminkehrer aufs Dach
dürfen und wann nicht.
MarktplatzHofsteig 28 | 29
Das Glück am Dach – Kaminkehrer sind die Glücksbringer schlecht hin.
portieren. Dreckiger war man damals auch viel mehr.
Erstens waren die Kamine noch wesentlich rußiger
und zweitens waren die Waschmöglichkeiten noch
nicht so gut wie heute. Eine Arbeit, die es mittlerweile
eigentlich gar nicht mehr gibt, ist das Reinigen von
großen Fabrikskaminen von innen. Da musste man
wirklich reinklettern und von oben nach unten durchputzen. Alles in allem ist die Arbeit mit den Jahren
technischer und sauberer geworden. Die neuen Heizsysteme haben sehr zum Umweltschutz und der Sauberkeit beigetragen. Aber manchmal sieht man schon
noch so schwarz und dreckig aus wie früher – wenn
auch viel seltener.“
Kaminkehrergeschichten
Natürlich gibt es auch Momente, an die man sich besonders erinnert, sind sich Vater und Tochter Schwärzler einig. Zum Beispiel, wenn sich Vögel in den Kamin
verirren und dann im Wohnzimmer beim Kachelofen
wieder herauskommen. Oder wenn sich über den
Sommer Wespen im Kamin angesiedelt haben und
diesen verstopfen. Skurrile Sachen finden die beiden
eigentlich selten im Kamin. Höchstens mal solche Sa-
chen, die die Hausbesitzer gerne verbrennen möchten. In solchen Situationen klären die Kaminkehrer
dann auf, was verbrannt werden darf und was nicht
und helfen auch, verbotene Sachen wieder aus dem
Kamin zu entfernen.
Auch wenn der Beruf auf den ersten Blick eintönig
wirkt – jahrein, jahraus in denselben Häusern die Kamine reinigen – ist es für die Schwärzlers doch ein
befriedigender und toller Job. Der Kundenkontakt ist
ganz wichtig, denn Kaminkehrer sind alleine unterwegs. Schön ist das Gefühl, den Menschen Sicherheit,
Wärme und vielleicht auch etwas Glück gebracht zu
haben. Gerade ältere Damen und Herren freuen sich
immer sehr über ihren Besuch. Da wird dann schnell
noch ein Kaffee und ein Stück Kuchen serviert und ein
kleines Pläuschchen gehalten.
Kaminkehrerglückwünsche
Zum Schluss wünscht die ganze Kämmefeagarfamilie­
Schwärzler allen Marktplatz Hofsteig-Leserinnen und
-Lesern das Allerbeste für das kommende Jahr und
ganz viel Glück!
Franz Schwärzler: Ein Wellnessgutschein für ein Wochenende, so richtig zum Entspannen.
Die Firma
Böhler Holzbau
garantiert Handwerk
in bester Qualität.
Vom Dachstuhl
bis zum Elementebau
75
in verschiedenen
Ausbaustufen sind
alle Kundenwünsche
realisierbar.
Jahre »Emotionen in Holz«
Fotos:
Aicher, Ziegler ,
k_m architektur
H. Böhler GmbH
Bützestraße 18
A 6922 Wolfurt
T 05574/74134-0
F 05574/74134-4
[email protected]
www.boehler-holzbau.at
Ihr ABBRUCH ist uns ein Anliegen.
Von der Abklärung möglicher unterirdischer Leitungen und Kanäle, bis hin
zum geräumten Grundstück ...
... wir kümmern uns um alles!!!
Impressum
FdIv: GR Yvonne Böhler
Beiträge und Fotos: Birgit Battlogg,BA, Mag. Martin Hartmann,
Mag. Carina Jielg, Mag. Anna Ulmer u.a.
Gestaltung: Erik Reinhard GrafikDesign
Druck: Mayr Record Scan
Auflage: 15.000
Kontakt: [email protected]

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