15-01-25 Die Plagen und die Götter

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15-01-25 Die Plagen und die Götter
GESCHICHTE GOTTES
EXODUS
© Jason Smith / creationswap 24780
Die zehn Plagen und die Götter Ägyptens
Die Welt der Ägypter war sehr magisch, sie verehrten eine Vielzahl von Göttern, die ganz
unterschiedliche Macht und Einfluss besassen und die Menschen vor allen möglichen
Dingen schützen sollten. Jede Gottheit hatte ihren Namen und ihr Aufgabengebiet;
oftmals wurden sie mit einem tierischen Aussehen dargestellt.
Die Ägypter waren von ihren Göttern und deren Zufriedenheit abhängig. Die zehn Plagen,
die Gott schickt, kann man als ein Zuviel dieser Gottheit sehen, oder als eine Illustration
der Überlegenheit Gottes. Alle Bereiche des Lebens waren betroffen:
Erste Plage – Exodus 7,14-25 – Nilwasser wird zu Blut
Zuerst wird der Nil getroffen, der zum Grab für Israels männliche Säuglinge geworden
war. Das Trinkwasser wird ungenießbar. Im Gericht Gottes wird es zu Blut.
Der Nil ist die Lebensader Ägyptens; von ihm ist die Fruchtbarkeit des Niltales abhängig.
Er ist die Lebensquelle und wird nun zur Qual-Quelle.
Der Nil wurde als Hapi (=Lebensspender) göttlich verehrt oder auch als Osiris
(Fruchtbarkeitsgott) angebetet. Auch Isis ist eine Göttin des Nils, Khnum (ein Stiergott)
ist der Wächter des Nils.
Zweite Plage – Exodus 7,26-8,11 - Frösche
Der Frosch wurde verehrt als ein Symbol der Hekt – sie ist die Göttin der Gebärenden,
wird mit einem Froschkopf dar-gestellt.
Dritte und Vierte Plage – Exodus 8,12-19 – Mücken und Stechfliegen
Mücken und Steckfliegen (klein und beißend) sind ein Schlag ins Gesicht der Isis,
Ägyptens wichtigster Göttin, dargestellt als Rind.
Aber auch gegen Seb, den Erdgott gerichtet.
Die Stechfliegen können sich aber auch auf den Herrn der Unterwelt beziehen, dessen
heiliges Insekt die Stechfliege ist. Der Gott Uatchit wurde durch die Fliege repräsentiert.
Fünfte und Sechste Plage – Exodus 9,1-12 – Viehpest und Blattern
Das Vieh und der Mensch sind betroffen.
Die Viehpest und die Geschwüre sind gegen Ptah (oder Apis) gerichtet, den Gott von
Memphis, dargestellt als Stier, und gegen andere Götter, dargestellt als Rind, Widder
oder Ziege. Hathor ist eine Göttin mit einem Kuhkopf. Im Fieber der Viehpest, von der
Gosen (der Ort wo das Volk Israel lebte) nicht betroffen war, sterben die Herden.
Die Geschwüre, Blattern sind eine Verhöhnung Typhons; Asche, die man bei Opfern ihm
zu Ehren verbrannt hatte, pflegte man in die Luft zu streuen, um dadurch Segen zu
erwirken – nun wird aus dem Ruß und die Asche eine Seuche. Auch Shekmet, die Göttin,
die Krankheiten verhindern oder heilen soll, wird hier verhöhnt. Auch Isis ist für Heilung
zuständig, Sunu ist ein Gott gegen die Pest bzw. gegen Seuchen – sie alles sind
machtlos...
Siebte Plage – Exodus 9,13-26 – Hagel
Der Himmel, die Wolken – Hagel zerstört alle Fruchtbarkeit.
© Goldbrunnen Januar 2015
Hinter jeder Naturerscheinung vermuteten die Ägypter eine Gottheit, auch hinter dem
Hagel. Was hier aber vom Himmel regnet ist ein Steinhagel mit Feuer vermischt – Shu,
der Gott der Atmosphäre ist dagegen machtlos, auch Nut, eine Himmelsgöttin, Osiris, der
Fruchtbarkeitsgott, Gott der Ernten. Dieser Hagel kommt nicht von Set, dem Gott der
Stürme.
Gosen wird wieder von der vernichtenden Plage ausgenommen.
Achte Plage – Exodus 10,1-20 - Heuschrecken
Heuschrecken, fressen die Ernte auf (Heuschreckenschwärme die den Herdentieren der
Farmer alles Futter wegessen und ganze Herden vernichten, gibt es noch heute).
Die Heuschreckenplage richtet sich gegen den Gott Serapis, dem Schutzgott gegen
Heuschrecken – und wieder gegen die anderen Fruchtbarkeitsgötter (siehe oben)
Neunte Plage – Exodus 10,21-29 – Finsternis
Die Sonne ist betroffen – das Symbol der Gottheit Ra. Die Finsternis ist ein Schlag ins
Gesicht des Sonnengottes Ra, der auch dem Pharao göttliche Macht verleiht. Der Pharao
ist „der Sohn der Sonne ...“ - Pharao vermag nun kein Licht, mehr zu geben – er ist an
der Grenze seiner Möglichkeiten. Auch Horus wurde als Sonnengott verehrt, Hathor war
auch eine Himmelsgöttin.
Zehnte Plage – Exodus 11,1-2 – Tod der Erstgeburt
Die letzte Plage betrifft nicht nur das Volk – sie betrifft auch Pharao persönlich. Er wird
zwar als göttlich verehrt, aber er hat dem Gericht Gottes nichts entgegenzusetzen. Auch
sein Sohn (auch ein Gott im ägyptischen Verständnis) kommt um.
Min, der Gott, der die Nachkommenschaft schützt, ist ohnmächtig, auch die Göttin Hekt
kann das Leben nicht schützen; auch Isis wurde zum Schutz der Kinder angerufen.
Gott legt die Hand an die Erstgeburt der Ägypter, weil Pharao die Hand an die Erstgeburt
Gottes gelegt hat.
© Goldbrunnen Januar 2015