Digest Wir und unsere Mitwelt

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Digest Wir und unsere Mitwelt
KABDigest
Zeitung der Katholischen
Arbeitnehmer/Innen-Bewegung
nummer 416 preis EUR 1,50
März 2016
Wir und
unsere Mitwelt
Die Botschaft von Papst Franziskus
in der Öko-Enzyklika Laudato si´
Foto: Archiv

Klimagipfel – ein Erfolg?

Das Konzil hat auch heute
“Schöpfungsbericht“ gibt
Die Klimaschutzkonferenz hat eine
neue Dynamik ausgelöst, um nachhaltige Schritte zu setzen, die Umwelt
auch für unsere Nachkommen lebenswert zu erhalten. Seite 2
Bischof Krätzl ging der Frage nach, wo
die Kirche heute ohne dieses Konzil
und dessen zentrales Anliegen stünde.
Seite 6
In der Symbolik der Osternacht geht
es vom „Abend“ in den „Morgen“, vom
Dunkel ins Licht. Seite 13
noch Potenzial
festen Halt in unsicherer Zeit
gest
Di
KAB
Editorial
Foto: Archiv
„Nicht das Ende,
sondern ein Anfang“
Die Flüchtlingsthematik wird uns auch in
dieser Ausgabe wieder beschäftigen:
Arbeitsmöglichkeiten für Asylsuchende und
vieles mehr. Dieses Thema wird uns auch noch
in den nächsten Ausgaben begleiten.
Klimawandel und Klimagerechtigkeit sind
auch Themen, die von uns länger behandelt
werden. Mit dem Klimapilgerweg wurden erste
Schritte gesetzt und nun gilt es, die Wünsche,
die wir in den Rucksack der Alternativen für
Paris mitgegeben haben, umzusetzen.
Das II. Vatikanische Konzil wird in dieser
Ausgabe von Bischof Krätzl erklärt.
Es gibt viele Hinweise auf interessante Veranstaltungen, wie z.B. unser nächster Studientag, eine Dialogkonferenz zu „Arbeit im Wandel“, oder „125 Jahre Katholische Soziallehre“
(Rerum Novarum) im neuen Seminar- und
Veranstaltungszentrum des ÖGB „Catamaran“
in Wien.
Außerdem sind wir wieder reisefreudig und
können im Juni eine Reise in die Südsteiermark anbieten, sowie unsere Sommerwochen
am Semmering.
Es lohnt sich, diesen Digest durchzublättern,
um Aktuelles und Interessantes zu erfahren.
Nun wünschen wir allen Lesern und Leserinnen, in der Hoffnung auf die Auferstehung
ein gesegnetes Osterfest!
Margarete Bliem
KAB-Diözesanreferentin
2
Klimagipfel
Vom 30. November bis 12.
Dezember 2015 fand in Paris
die 21. UN-Klimakonferenz und
gleichzeitig das 11.Treffen zum
Kyoto-Protokoll statt.
Die Erfolge der vorhergehenden Klimakonferenzen waren
überschaubar. Generell gesehen
wurden die globalen Ziele bisher
nie erreicht. Der Druck auf die
Konferenz war daher entsprechend groß. Papst Franziskus
hat mit Nachdruck verbindliche
Ziele bei der Weltklimakonferenz
gefordert: „Die Lage spitzt sich
von Jahr zu Jahr weiter zu: jetzt
oder nie“, sagte er.
Auf dem französischen Außenminister und Konferenzleiter Laurent Fabius lag daher eine große
Verantwortung. Mit viel Geschick
und diplomatischem Gespür
gelang es ihm, ein konkretes
Ergebnis zu erreichen.
schwache Staaten erhalten von
2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar für den Umbau
der Energieversorgung und die
Beseitigung von Umweltschäden. Und alle fünf Jahre werden die eingereichten Klima- und
Reduktionspläne überprüft.
Zaghafte Zusagen
Alle UN-Mitglieder wurden aufgefordert, ihre geplanten Klimaschutz-Beiträge mit konkreten
Zielen und Umsetzungsplänen
bei der UN einzureichen. Bis
Anfang Oktober 2015 hatten 146
Staaten ihre Klimaziele schriftlich festgelegt. Ende Oktober
wurde der Bericht veröffentlicht.
Die Ziele reichen laut Experten
jedoch nicht aus, um das „ZweiGrad-Ziel“ zu erreichen. Am 12.
Dezember wurde der Entwurf
angenommen; er muss noch
von allen 195 Staaten ratifiziert
werden.
Die wesentlichen Punkte
Begrenzung der globalen
Erwärmung auf deutlich unter 2
°C, möglichst 1,5 °C. FinanzFoto: Archiv
KAB
Selbstverpflichtung der Kirche
Die österreichiche Bischofskonferenz hat im Herbst 2015
beschlossen, konkrete Schritte
zum Umweltschutz zu setzen:
Die Diözesen verpflichten sich,
„nachhaltige Leitlinien“ zu erarbeiten; sie werden bis 2017 eine
Klimaschutz- und Energiestrategie und die dazugehörigen
Umsetzungspläne sowie eine
öko-soziale Beschaffungsordnung entwickeln.
Die Klimaschutzkonferenz hat
eine neue Dynamik ausgelöst,
um nachhaltige Schritte zu setzen, die Umwelt auch für unsere Nachkommen lebenswert zu
erhalten. Auch wir sind persönlich aufgefordert, einen konkreten Beitrag in der kirchlichen
Gemeinschaft und im persönlichen Umfeld zu leisten.
Josef Riegler
st
Aus der
Leitung
Foto: z.V.g.
Ein Durchbruch
Die Ergebnisse des Gipfels
wurden von den meisten Politikern und Umweltverbänden als
Durchbruch bewertet. „Paris gibt
der Welt Hoffnung“ so ein Klimaschutzexperte von Greenpeace.
Die deutsche Umweltministerin erklärte, Paris sei „nicht das
Ende, sondern der Anfang eines
langen Weges.“
Dige
An dieser Stelle wurde schon mehrmals das
Flüchtlingsthema angesprochen und war auch
Inhalt größerer Beiträge in den vorherigen Ausgaben. Im Jahr 2015 waren es über eine
Mio Menschen, welche nach Europa geflüchtet
sind. Man kann das Leid dieser Menschen,
ausgelöst im Heimatland und auf dem langen
gefährlichen Weg, nicht ermessen und es ist
unsere christliche Pflicht, ihnen auf vielfältige
Weise zu helfen.
Ein wichtiger Integrationsansatz ist dabei,
dass Flüchtlinge so schnell wie möglich Arbeit
finden. Daher fordert die KAB neben vielen
anderen Organisationen einen raschen Zugang
zum Arbeitsmarkt auch für Asylwerber, welche
heute praktisch keine legalen Möglichkeiten
dazu vorfinden. Die letzte Ausgabe des ZeitZeichens, Zeitschrift der KABÖ widmet sich
ausführlich dieser Forderung.
Das ist unser Beitrag für die derzeit aktuell
laufende Diskussion in Österreich.
Josef Riegler
KAB-Diözesanvorsitzender
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gest
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KAB
Dem Klimawandel begegnen
Noch vor einem Jahr hätte niemand gedacht,
wie intensiv sich die Katholische Kirche mit dem
Klimawandel beschäftigen wird. Doch mit der
epochalen Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus wurde Ökologie als kirchliches Thema
wahrgenommen.
In dieser kirchlichen Großwetterlage und dank
der Vorarbeiten des Zukunftsforums der Katholischen Aktion und der Umweltbeauftragten haben
die Bischöfe in ihrer Herbstkonferenz weitreichende Beschlüsse gefasst:
• Die Diözesen verpflichten sich, nachhaltige
Leitlinien zu erarbeiten und zu beschließen.
• Die Diözesen werden bis 2017 eine Klimaschutz- und Energiestrategie entwickeln, deren
Ziel es ist, die Energieeffizienz zu steigern, den
Energiebedarf zu erheben und zu senken,
sowie den verbleibenden Bedarf möglichst
aus erneuerbarer Energie zu decken.
• Die Diözesen wollen eine ökosoziale Beschaffungsordnung entwickeln.
Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz im Dezember
2015 in Paris haben die Bischöfe die Industrieländer, darunter Österreich, aufgefordert, ihre CO2Emissionen im Inland bis 2030 um 60% und 2050
um 95% gegenüber 1990 zu senken. Mit diesem
Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis Mitte des
Jahrhunderts soll die durchschnittliche Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden.
Für die Umsetzung dieser Beschlüsse in unserer
Diözese erarbeite ich derzeit mit Diözesanbischof
DDr. Klaus Küng ein Konzept. Bitte schicken
Sie mir Ihre Vorschläge, Ideen und Projekte im
Bereich Ökologie und Klimaschutz.
Herzlichen Dank
Axel Isenbart
Generalsekretär der Kath. Aktion und
Umweltbeauftragter der Diözese
Diözesaner Umweltpreis 2016
jetzt überlegen, mitmachen bis 30. September.
Pfarrfeste schöpfungsfreundlich gestalten
kostenlose Infomappe anfordern
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Wir und unsere Mitwelt
Die Botschaft von Papst Franziskus in der Öko-Enzyklika Laudato si
Broschüre des kbw mit Bildungsangeboten
www.ka-stpoelten.at
Axel Isenbart, 02741/324-3370, [email protected]
KAB
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Heuschreckenkapitalismus gegen
Lebenschancen
Dr. Hermann Wagner bei den „Mostviertler Gesprächen“
„H
euschreckenkapitalismus oder
globale Lebens­
möglichkeit“ war
das Thema von Dr. Hermann Wagner, Religionsprofessor an der HAK Waidhofen/
Ybbs, bei den diesjährigen Mostviertler Gesprächen.
Etwa 60 Personen darunter Gewerkschafter,
Gemeinderäte, vier Priester und Kirchenvertreter
sowie andere Zuhörer folgten am Donnerstag, 28.
Jänner in Amstetten seinen Ausführungen. Die
Präsentation war eine Zusammenfassung seiner
Doktorarbeit, wobei er von Thesen des schweizer
Wirtschaftsethikers Peter Ulrich ausging und den
Bezug zu Forderungen der Gewerkschaft und der
Katholischen Soziallehre herstellte.
Das Hamsterrad läuft und läuft ...
Wagner stellte in seinen Ausführungen die
grundlegende und wichtige Fragen, was Wirtschaften überhaupt rechtfertige und was die Aufgabe der Wirtschaft heute sei.
Bezugnehmend auf einen Werbespot stellte
er die Frage: Könne es in der Werbung so sein,
dass etwa ein sündteures Handy - weil es durch
ein Nachfolgermodell ersetzt wurde - mit dem
Hammer zerstört werde, um ein neues kaufen zu
müssen?
Dürfe diese Art Werbung - in der heutigen Situation mit den vielen globalen Problemen wie Klimawandel und begrenzten Ressourcen - ethisch
erlaubt sein?
Verantwortung des Einzelnen
Hermann Wagner zeigte die Möglichkeiten für
den Einzelnen auf, seine Verwantwortung wahrzunehmen. Etwa in der Mobilität, wie man unnötige
Autofahrten vermeiden könne oder wie die Verantwortung im Konsumverhalten aussehen könne,
wenn man weniger Plastik verwende oder weniger
Fleisch und Fisch konsumiere.
Seiner Meinung nach brauche es einen fairen
Wettbewerb mit mehr Regelungen statt einer freien
und unkontrollierten Marktwirtschaft. Unser Wirtschaften brauche künftig eine Wertschöpfungs­
idee betonte er.
„Reparaturgesellschaft“ statt
Wegwerfgesellschaft
Wagner wies hin, dass man seit dem Bericht
vom „Club of Rom“ - 1972 - wisse, dass viele Res-
sourcen sehr begrenzt seien. Für Nachhaltigkeit
brauche es künftig besondere Lösungen.
Man müsse aus der Ableitung der Ethik zu einer
Umkehr und Veränderung kommen, unterstrich
Hermann Wagner. Es bedürfe mehr Empathie für
die leidenden Mitmenschen, wo immer sie auch
sind und arbeiten, sowie die Fähigkeit, auch einen
„gedanklichen Rollentausch“ einzunehmen.
Wirtschaften und Zukunft
Die Frage, welche Bedeutung das Wirtschaften
auf die Zukunft habe, sei neu in der Menschheitsgeschichte, aber heute die Kernfrage schlechthin,
der sich alle Menschen und Betriebe zunehmend
stellen müssen.
Mit seinem Schreiben „Laudato si“ stärke Papst
Fanziskus diese Bestrebungen. Man müssen sich
stärker bewusst machen, dass wir eine einzige
Menschheitsfamilie sein. Es gebe keine politischen oder sozialen Grenzen und Barrieren, die
erlauben, sich zu isolieren und aus ebendiesem
Grund gebe es auch keinen Raum für eine Globalisierung der Gleichgültigkeit.
Referent Dr. Hermann
Wagner Foto: KAB
Franz Raab
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Erwin Burghofer übergibt dem Referenten, Dr. Hermann Wagner einen
KAB-Kaffeebecher „Für gute Arbeit“ als kleines Dankeschön für sein
Referat. Foto: KAB
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Das Konzil hat
auch heute
noch Potenzial
Weihbischof Krätzl in St. Pölten über das
Zweite Vatikanische Konzil
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Vor 50 Jahren, am 8. Dezember 1965, ist das
Zweite Vatikanische Konzil zu Ende gegangen.
Der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl
war Mitarbeiter am Konzil - als Sekretär von Kardinal König und als Stenograph in der ersten Sitzungsperiode. Er hat die Beschlüsse und Impulse
des Konzils stets hochgehalten. Viele davon wurden im Laufe der Zeit jedoch mehr und mehr in die
Erinnerung abgedrängt.
„Hoffnungspapst“ Franziskus
In seinem Vortrag im Bildungshaus St. Pölten
hat Krätzl einen etwas wehmütigen, aber auch
mit Hoffnung versetzten Blick auf das Konzil und
seine Folgen geworfen. Zwischen all den „versandeten“ Hoffnungen, die er in seinem Buch „Im
Sprung gehemmt“ darlegt, sieht er auch guten
Samen aufgehen. Und er setzt heute seine Hoffnung auf Papst Franziskus.
Krätzl ging in seinen Ausführungen der Frage
nach, wo die Kirche heute ohne dieses Konzil
und dessen zentrales Anliegen stünde, um „eine
Kirche für alle Menschen“ zu sein. Er fragte, was
von den Beschlüssen und vom Geist des Konzils
in den letzten 50 Jahren verwirklicht worden war
und was immer noch schmerzlich vermisst werde.
Fehlende Kollegialität
Beide Aspekte, Verwirklichung und auch
Bereiche, die weithin noch fehlen, prägen das
heutige Bild des Konzils. Krätzl nannte unter anderem die Kollegialität der Bischöfe, da diese laut
Konzil eine Mitverantwortung für die Weltkirche
haben. Allerdings - sie wurde nie wirklich umgesetzt, meint Krätzl. Papst Paul VI. habe zwar die
Bischofssynode eingesetzt, doch erklärte er auch,
sie habe nur beratende Stimme. Allerdings könne
der Papst in besonderen Angelegenheiten den
Bischöfen das beschließende Stimmrecht geben,
was aber bisher nie geschehen sei.
Auch die Bischöfe hätten immer wieder gezaudert, ihre Verantwortung wahrzunehmen, bedauerte der Weihbischof. Nur nach dem Schreiben
Humane vitae hätten einige Bischofskonferenzen,
so auch die Österreichische, diese wahrgenommen, was 1968 in der Maria
Troster Erklärung Ausdruck gefunden hat.
In der Frage der verantworteten Elternschaft gab es eine Rückentwicklung,
so Krätzl. Man habe sich 1981 im Schreiben „Familiaris consortio“ auf nur
eine Methode der Empfängnisregelung festgelegt, was in der Praxis für viele
jedoch nicht lebbar sei. Damit habe die Kirche in der Öffentlichkeit viel an
Kompetenz und Anerkennung in Fragen der Ehemoral verloren, bedauerte
er.
In pluraler Gesellschaft
Die massiven Rückgänge in der Beteiligung bei den Sonntagsmessen
und bei Priesterberufungen ab den 70er Jahren seien nach Ansicht Krätzls
nicht auf die Auswirkungen des Konzils zurückzuführen. Vielmehr sei die
einst „geschlossene Gesellschaft“ nach den 68er Jahren aufgebrochen und
pluralistischer geworden. Die Kirche stehe heute vielen gesellschaftlichen
Institutionen und Weltanschauungen gegenüber.
Den Forderungen nach einem weiteren Konzil könne er, Krätzl, nichts
abgewinnen. Vielmehr müssten die vorhandenen Potenziale des Konzils wieder erkannt und gehoben werden. Das Konzil müsse weitergedacht werden,
wies er hin. So könnten beispielsweise in Zukunft auch verheiratete Diakone
zu Priestern geweiht werden, wie viele bereits anregen und angeregt haben.
Insgesamt, so Krätzl, würde er sich heute wieder etwas mehr von dem Optimismus und der Aufbruchsstimmung wünschen,
die das Konzil einst hatte.
p
tip
Buch
Buchtipp: Der Katakombenpakt. Ein jahrzehntelang verschwiegenes Dokument feiert
mit Papst Franziskus „Auferstehung“.
Erhältlich im Behelfsdienst der
Pastoralen Dienste St. Pölten
02742/324-3315
[email protected]
KAB
Dige
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Initiative gegen
Arbeitslosigkeit
„Netzwerk der Solidarität“
neu aufgestellt
Arbeitslosigkeit ist eine Tatsache, die in vielen
Familien vorkommt. Wenn man sich im Bekanntenund Freundeskreis umschaut, wird es kaum
jemanden geben, der sagen kann, er kennt niemanden, den Arbeitslosigkeit schon mal betroffen
habe oder der vielleicht zurzeit davon betroffen ist.
Dies war schon immer so. Nur der Umgang mit
der Arbeitslosigkeit hat sich verändert - und das ist
gut so. Vor 18 Jahren, als das Netzwerk der Solidarität gegründet wurde, sah das noch anders aus.
Unbürokratische Hilfe für Arbeitslose
Einer der Ziele war es, Arbeitslose aus ihrem
Schattendasein in der Gesellschaft herauszuholen. Mit Hilfe von ehrenamtlichen Mitarbeiter
(„Aktivisten“) aus Industrie, Politik und Kirche versuchte man Arbeitsplätze zu finden und diese zu
besetzen. Auch durch die direkte Unterstützung
von AMS und Land Niederösterreich konnte man
diese gute Projektarbeit durchführen und bis 2014
über 2500 Menschen wieder zu einer Beschäftigung führen.
AMS und Land ziehen sich zurück
Nach dem für alle überraschenden Wegfall
der AMS Förderung und gleichzeitiger Einstellung der Zahlungen vom Land NÖ musste ein
neues Konzept und auch eine neue Durchführung
der Organisation entwickelt werden. Dies wurde
2015 erfolgreich abgeschlossen, sodass ab heuer
wieder Sitzungen und Einzelgesprächen in acht
Gemeinden stattfinden können.
Gemeinden stellen Büros zur Verfügung
Die Beratungen wurden in jenen Gemeinden
intensiviert, die keine AMS-Stelle haben, bzw. wo
es keine andere Beratungseinrichtung gibt. So
wurden von den Stadtgemeinden Schrems, St.
Valentin, Amstetten und Klosterneuburg kostenlos
Büros zu Verfügung gestellt. Dort werden Beratungsgespräche zu fixen Zeiten angeboten, die
von jedem in Anspruch genommen werden können. Der Zuspruch in den Gemeinden ist gut und
die Zusammenarbeit könnte nicht besser sein.
Information:
http://netzwerk.dsp.at
oder bei
Projektleiter
Stefan Heller
0676/8266 15 319
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Amstettner Netzwerk-Aktivisten freuen sich über den gelungenen Neustart: vlnr.: Stadtrat Mag.
Gerhard Riegler, Stefan Heller, Ing. Josef Riegler, Joachim Wagner, Erwin Burghofer Foto: KAB-Amstetten
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KAB
Das Ende der Hierarchie in der Arbeitswelt?
Studientag - Dialogkonferenz
29. April 2016, 10-17 Uhr, Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten
• Welche Alternativen zu hierarchischen Strukturen werden in innovativen Unternehmen, NPOs und
solidarökonomischen Initiativen gelebt?
• Wie spielen Führung und Selbstorganisation zusammen?
• Welches Potenzial zur Stärkung gesellschaftlicher Demokratie zeigt sich?
• Welche Erfahrungen machen Betriebsräte, Gewerkschafter und Betriebsseelsorger?
Es erwarten Sie inspirierende Impulse und viel Raum für Dialog, Austausch und gemeinsames Visionieren und Weiterdenken.
Impulse:
Leopold Miedl – ehemaliger Konzernbetriebsratsvorsitzender der RHI AG
Max Bramberger – Betriebsseelsorger Amstetten
Christiane Seuhr-Schoeller – Zentrum für integrale Führung
Eva Stöger, Andreas Ahamer – Firma TELE Haase, Wien
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statt.
Eine Veranstaltung der Katholischen ArbeiterInnen Bewegung in Kooperation mit dem Katholischen
Bildungswerk und der Katholischen Sozialakademie.
Informationen zu ImpulsgeberInnen, Anmeldung, Teilnahmegebühr im KAB-Büro
Bergmesse
zum Tag der Arbeit
Samstag, 30. April 2016,
11.30 Uhr
auf der Hinteralm, Traisnerhütte in Lilienfeld.
Die Hl. Messe wird von P. Pius Maurer gehalten.
Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst von Bläsern
der Werkskapelle Traisen. Die Bergmesse findet bei jedem
Wetter statt.
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Varianten zum Anmarsch
zur Hütte:
1. Wanderung vom Parkplatz des Sesselliftes um
8.30 Uhr
2. Wanderung von Jausenstation Billensteiner
(Kolm) ab 9.30 Uhr
3. Mit dem Sessellift zur
Bergstation, dann ca. 1
Stunde zu Fuß.
Betriebsseelsorge Traisental
und KAB laden dazu herzlich
ein.
Plakate und Gebetstexte im KAB-Büro erhältlich.
KAB
Dige
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Soziallehre im
Wandel unterwegs
125 Jahre Katholische Soziallehre
Die ganze Welt war durch die „Industrielle Revolution“ im 19. Jahrhundert aus den Fugen geraten.
Statt Handwerkern und Bauern gab es damals
Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern in den
Fabriken, die in den Slums der Vorstädte im Elend
lebten. Auf diese soziale Katastrophe reagierte die
Kirche im Jahr 1891 mit der ersten Sozialenzyklika
„Rerum Novarum – Über die neuen Dinge“ und
bezog damit eindeutig Stellung für die Rechte der
arbeitenden Menschen.
Heute, 125 Jahre später, scheint wieder ein dramatischer Umbruch im Gang zu sein.
Durch die Globalisierung sind Wettbewerb und
Märkte grenzenlos geworden, mit der zunehmenden Digitalisierung erfahren alle Lebensbereiche eine ungeheure Beschleunigung und bisher unbekannte Veränderungen.
Wie hat sich die Soziallehre der Kirche in diesen
125 Jahren entwickelt?
Wo stehen wir heute – und welche Prinzipien der
Soziallehre geben uns Orientierung bzw. Eröffnen
uns Optionen für die Gestaltung der Zukunft?
Gelingt uns mit konkreten Projekten die Umsetzung von der Lehre zur Praxis?
Unsere Welt steckt in einer eklatanten Schieflage und Krise – die letzten päpstlichen Enzykliken
sind uns Auftrag und geben uns Hoffnung.
Bei einer Festveranstaltung, wollen die Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung, die Katholische Sozialakademie Österreich und die Fraktion
Christlicher Gewerkschafter im ÖGB diese Fragen
diskutieren und sich miteinander austauschen.
Festveranstaltung
Donnerstag, 2. Juni 2016 ab 16.00 Uhr ÖGB – Catamaran, Wien
ReferentInnen:
Dr. Magdalena Holztrattner, KSÖ Wien
Dr. Thomas Wallimann, Sozialreferat Schweiz
Dipl. Päd. Mechthild Hartmann-Schäfers, KAB Deutschland
Information: KAB - Büro 0676 8266 15 344 oder 305
Die Papst Leo Stiftung vergibt alle zwei
Jahre Preise an Personen und Organisationen die sich um die Umsetzung
der Katholischen Soziallehre besonders
verdient gemacht haben. Preisträger
2015 war Betriebsseelsorger Mag. Karl
Immervoll und das Projekt LEO der Caritas Wien. Im Jahr 2017 soll ein zusätzlicher Preis für ein Projekt von und mit
Jugendlichen vergeben werden.
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KAB
Anders wirtschaften in Europa
Sommerakademie des Internationalen Frauennetzwerkes
DIE FRAUENPLATTFORM ST. PÖL
Die 8. Sommerakademie des Internationalen
Frauennetzwerkes findet heuer in
Linz vom 28. August bis 3. September 2016, im
Bildungshaus Sankt Magdalena statt.
Thematisch steht die „Solidarische
Ökonomie“-anders wirtschaften in Europa, am Programm. Es werden dazu
40 Frauen aus verschiedenen europäischen Ländern erwartet.
Als Einstieg gibt es eine spezielle Frauenstadtführung, zu Frauen mit Vergangenheit.
Dr. Eva Fleischer aus Innsbruck referiert über:
„Eine andere Ökonomie ist möglich“. Sie wird eine
Faktenanalyse sowie alternative Wirtschaftsmodelle präsentieren.
Mag. Sabine Gruber aus Wien wird uns „Best
Practice“ Beispiele näher bringen.
Außerdem wird es eine Exkursion zur Urbanfarm
nach Leonding geben, wo wir ein Gartenlabor,
eine Nähwerkstatt, eine nets.werk-Abholstelle,…
besichtigen können. Es werden noch aktuelle
Themen wie Klimawandel und Flüchtlingskrise
behandelt.
Das Seminarthema wird in Arbeitsgruppen diskutiert und bearbeitet. Die Ergebnisse werden
unter anderem in Form von Workshops kreativ
umgesetzt. Dabei werden Plakate erstellt, die am
Abschlussabend im Rahmen einer Vernissage
präsentiert werden.
Die Teilnehmerinnen sollen das Ergebnis als
Multiplikatorinnen in ihre Kreise hinaustragen.
Die Veranstalter dieser Sommerakademie sind: KAB Deutschland, KAB Österreich,
KAB Schweiz und der KVW Südtirol. Diese Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen (EZA)
statt und wird finanziell von der Europäischen
Union unterstützt.
www.portraittheater.net
PRÄSENTIERT ZUM
INTERNATIONALEN FRAUEN
portraittheate
Internationaler Frauentag
Die Frauenplattform präsentierte zum Internationalen Frauentag ein Portraittheater „Geheimsache Rosa Luxemburg“ mit der Schauspielerin Anita
Zieher, im Cinema Paradiso. Sie brillierte auch schon in der Rolle, der Berta
von Suttner. Der Abend war gut besucht und hat vielen Frauen, Gelegenheit
für einen gegenseitigen Austausch gegeben.
One billion rising
Ein weltweiter Tanz-Flashmob gegen Gewalt an Frauen. Die Frauenplattform St. Pölten hat wieder mitgemacht. Damit wurde ein sichtbares Zeichen
gesetzt um Solidarität mit den betroffenen Frauen zu zeigen.
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Interessierte Frauen mögen sich bitte rasch im
KAB Büro anmelden:
3100 St. Pölten, Klostergasse 15
[email protected] oder 0676/8266 15305.
Margarete Bliem
KAB
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Politische Unkultur und
Zukunftsvision
Karl Öllinger in Heidenreichstein über Gesellschaft und Politik
Bei den Gebietsgesprächen der KAB und Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel in Heidenreichstein
analysierte der Grün-Abgeordnete Karl Öllinger die
heutige Situation in Gesellschaft und Politik.
Global gesehen ortet er ein immer größeres Auseinanderklaffen der sozialen Ungleichheit. Haben
trotz Wirtschaftskrise die 62 Reichsten der Erde
ihr Vermögen in den vergangenen fünf Jahren um
44 Prozent erhöht, so hatten im gleichen Zeitraum
die 3,5 Milliarden der ärmeren Menschheit einen
Einkommensverlust von 41 Prozent hinzunehmen.
Öllinger ortet auch in Österreich ein Verschwinden der Mittelschicht. Zudem gebe es die höchste
Arbeitslosenrate seit dem Krieg. Seit den 80er
Jahren gebe es dramatische Entwicklungen, etwa
in der Bildung, die in Privatschulen abgedrängt
werde.
Politische Kultur
Auch die politische Kultur sei verloren gegangen, wies er hin. Parteien würden seit Jahren nicht
mehr miteinander reden und nicht mehr zusammenarbeiten. Strukturell stünden dafür auch zu
wenig Rede- und Austauschzeiten zur Verfügung.
Öllinger verwies auf den Sozialausschuss, der
etwa drei bis viermal im Jahr vier Stunden zusammenkomme, dabei aber 30 bis 40 Tagesordnungspunkte abzuhandeln habe.
Künftig würden jene die Oberhand gewinnen,
die nicht miteinander reden, sondern nur bestimmen wollen, wies Öllinger hin. Ähnliche Entwicklungen seien in Ungarn und Polen bereits
offensichtlich. So würden im Handumdrehen die
Pressefreiheit und andere demokratische Errungenschaften verschwinden.
Freiheit in Gefahr
Hatten früher die Politiker noch fachliche Qualifikationen, so gebe es heute kaum noch freie
Meinungsäußerungen. Die Arbeitervertreter würden nicht gehört - ihre Vertreter hätten nur mehr
ein Informationsrecht, aber keine Mitbestimmung
mehr.
Öllinger fordert angesichts dieser Entwicklung,
dass die Politik wieder mehr Weitblick bekomme,
die Industriegebiete mehr Eigenständigkeit, dass
Kinderbetreuung nicht an Parteien gekoppelt sei
und öffentliche Einrichtungen nicht privatisiert
werden.
Flüchtlinge bringen etwas
Unverständlich sei, so Öllinger, dass Flüchtlinge
von vielen als Belastung gesehen werden. Die
Wirtschaft würde von ihnen profitieren, da das
Geld, das sie erhalten, gleich ausgegeben und
nicht gehortet werde. Das Potenzial der Flüchtlinge und Arbeitslosen sollte vielmehr mit guten
Konzepten aufgefangen werden.
Mit der nun diskutierten Kürzung der Grundsicherung erreiche man nicht das angestrebte
Ziel. Es brauche vielmehr eine intelligente Form
der Arbeitszeitverkürzung, um Arbeit für alle zu
schaffen. Dabei müssten unterschiedliche Formen zugelassen werden, was meist am Neid
anderer Menschen scheitere.
Projekt Europa in Gefahr
Zu Europa meint Öllinger, wenn dieses Friedensprojekt Europa falle, weil in der Flüchtlingspolitik nicht an einem Strang gezogen werde,
bliebe nur mehr der Binnenmarkt. Dies sei für eine
Wirtschaft zu wenig. Man müsse offen reden und
Entscheidungen müssten dann von allen getragen
werden, betonte er. Wenn die EU zerfalle, gebe es
mehr Nationalstaaten als vorher.
Abschließend wies Öllinger darauf hin, dass der
Nationalismus Gift für die Menschen sei und nicht
unsere Zukunft sein könne. Man brauche vielmehr
Politiker mit klaren Antworten - aber seien diese
auch gewünscht?
Referent: Karl Öllinger
Der Referent zog die
TeilnehmerInnen mit
seinen Ausführungen
in seinen Bann.
Foto: KAB
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KAB
Fachkräfte in Betrieben
willkommen
Es geht auch anders
Barmherzigkeit und Nächstenliebe sind
doch nicht leere Worte
Trotz resignativer Töne seitens der Politik
gibt es sie, die „Samariter der Nächstenliebe“.
Und sie zeigen es vor: nicht Angst und Furcht
sind der Weg, sondern Hilfe und Gastfreundschaft jenen gegenüber, die vertrieben, verfolgt wurden und auch noch dem nassen Tod
im Mittelmeer entronnen sind.
17.000 Flüchtlinge konnten im vergangenen
Jahr - vor allem im Transitbereich - versorgt
werden. Dafür haben sich genug Menschen
gemeldet, die freiwillig helfen wollten, bestätigen Caritas, Rotes Kreuz und
Arbeiter-Samariterbund. Bei der
Caritas waren allein in Niederösterreich über 2.000 freiwillige
Helferinnen und Helfer im Einsatz - und auch das Rote Kreuz
weist eine ähnlich hohe Zahl an
HelferInnen aus.
Bischof Klaus Küng hat dieses Engagement kürzlich als
„Zeichen der Menschlichkeit“
beschrieben und den Pfarren
Papst Franziskus, Mexiko 2016
gedankt, die sich ebenfalls
darum bemüht haben. Es entspreche dem
Jesuswort: „Was ihr dem Geringsten meiner
Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“,
wies er hin.
Derzeit werden 1567 Flüchtlinge in 104 von
422 Pfarren der Diözese St. Pölten betreut. In
32 weiteren Pfarren werden bereits Vorbereitungen für weitere Quartiere getroffen.
Viele Betriebe würden Asylanten einstellen
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Im vergangenen Jahr haben weit über 85.000
Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht. Dies
stellt für die heimische Wirtschaft in den kommenden Jahren eine besondere Herausforderung dar.
Die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY
hat in einer repräsentativen Umfrage 900 mittelständische Betriebe befragt und das Ergebnis
nun bekanntgegeben. Der halbjährlich erscheinende „Mittelstandsbarometer Flüchtlinge am
Arbeitsmarkt“ weist für Jänner 2016 aus, dass drei
von vier Mittelstandsunternehmen grundsätzlich
Flüchtlinge in ihrem Betrieb einstellen würden und
gezielt nach Fachkräften suchen. Befragt wurden
Betriebe aus den Branchen Bau und Energie (20
%), Dienstleistung (19 %), Handel (32 %) sowie
Industrie und verarbeitendes Gewerbe (29 %).
Chance für Fachkräfte
Helmut Maukner, Country Managing Partner von
EY Österreich in einer Pressemeldung: „Österreichs Mittelstandsunternehmen spielen bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt eine
zentrale Rolle. Aktuell gibt mehr als die Hälfte (58
%) an, Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Fachkräften zu haben. Viele Unternehmen
sehen die gestiegene Zuwanderung deshalb auch
als Chance, Fachkräfte zu finden.“
Die Befragung weist aus, dass 41 Prozent der
Betriebe Flüchtlinge „ohne Vorbehalt“ einstellen
würden und weitere 35 Prozent neigen zu einer
positiven Entscheidung. Nur jeder vierte mittelständische Betrieb würde keine Füchtlinge einstellen.
Hürde: Deutschkenntnisse
Verteilt auf die Bundesländer wüden 84 Prozent
der Betriebe in Oberösterreich Flüchtlinge einstellen, gefolgt von Vorarlberg (83 %) und Wien (79
%). Am unteren Ende rangieren Steiermark und
Niederösterreich mit 47 Prozent vor Kärnten mit
72 Prozent und Burgenland mit 61. Die größte
Hürde stellt die mangelnde Deutschkenntnisse
mit 76 Prozent dar, gefolgt vom „bürokratischem
Aufwand“ mit 47 Prozent.
Jedes dritte Mittelstandsunternehmen geht auch
davon aus, dass sich die stark gestiegene Zuwanderung eher negativ auf die österreichische Wirtschaft auswirken werde. Nur jeder vierte Befragte
rechnet mit einer positiven Auswirkung.
„Ein Mensch, der nur
daran denkt, Mauern
zu bauen und nicht
Brücken, der ist nicht
christlich. Das ist nicht
das Evangelium!“
Mag. Hans Pflügl
Die KABÖ hat sich in der
letzten Ausgabe ausführlich
mit dem Thema „Arbeit ist ein
Menschenrecht“ auseinandergesetzt. Die kostenlose
Sonderausgabe kann im
KAB-Büro, auch in größerer
Menge, kostenlos bestellt
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KAB
Dige
st
„Schöpfungsbericht“ gibt
festen Halt in unsicherer Zeit
Foto: z.V.g.
Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann treten Sie in
eine Kommunikation ein. Sie sind Empfängerin /
Empfänger und ich der Sender. Als „Verbindung“
dienen Schriftzeichen. Da wir im gleichen Kulturkreis leben und dieselbe Sprache haben, dürften
die Sätze verstanden werden.
Aber was wäre, wenn ich vor 2500 Jahre gelebt
und einer anderen Kultur angehört hätte? Sprache
und Denkweise wären anders, die Absicht des
Textes weit weg.
Jährlich wird in der Osternacht der Anfang der
Bibel verlesen. Auch wenn der Text des „ersten
Schöpfungsberichtes“ nicht zu den ältesten Bibeltexten gehört, gehört er doch zu den bekanntesten.
Oft wurde im Laufe der Zeit zwischen Naturwissenschaftlern und Kirche über diese „Schöpfungserzählung“ gestritten und diskutiert. Vielleicht ist die irreführende Überschrift in der Übersetzung „Die Erschaffung der Welt“ mit ein Grund.
Wer sich aber mit dem Hintergrund des Textes
und seiner Struktur beschäftigt, wird merken,
dass diese Auseinandersetzungen aneinander
vorbeiführen und sinnlos sind. Es wäre so, wenn
jemand über die Zusammensetzung von Wasserstoffmolekülen referiere und der andere über die
Bedeutung von Tränen meditiert.
Entstanden in der Gefangenschaft
Dieser „erste Schöpfungsbericht“ ist in der
Gefangenschaft des Volkes Israel in Babylon
entstanden. Das Volk wurde zu harter Arbeit
gezwungen und der eigenen Feste beraubt.
Das Volk Israel fragte sich in dieser Situation: Ist
unser Gott nicht mehr in der Lage, uns zu retten?
Hat diese Welt noch irgendeine gute Seite, eine
Sinn?
Wer den Text genau liest, wird Antworten auf
diese Fragen finden, aber keine Antwort zur Entstehung der Welt. Leider werden in der Osternacht
die wichtigen Schlussverse weggelassen.
Der Text ist aber genau strukturiert. Es gibt die
sieben Tage, Werke und deren Vollendung sowie
die zehnmalige Aussage „dann sprach Gott“ – ein
Hinweis auf die Zehn Gebote. Sieben Mal heißt es
auch, dass „es gut“ war.
Noch weitere Aspekte zum Text
Nach eingehender Betrachtung lässt sich
sagen, dass dem Volk, das die Orientierung zu
Referent beim Einkehrtag in Seitenstetten am Samstag,
dem 5. März - Pfarrer
Mag. Hans Hauer.
verlieren scheint, zugesagt wird, dass sein Gott
alles geordnet hat. Sein Wort gilt und Gott ist
mächtig, weil ER schafft: „Auf Gott kannst du dich
verlassen“. Der Grund und das Ziel des Lebens
und der Schöpfung sind „gut“, ja „sehr gut“. Kein
Lebewesen darf auf Kosten eines anderen leben.
Und der Mensch ist „Abbild“ Gottes, weil er von
IHM geschaffen wurde und Gott den Menschen
zu seinem Mitarbeiter / seiner Mitarbeiterin eingesetzt hat.
So erhält das Volk, das den Glauben und den
Mut zu verlieren scheint, neue Hoffnung zugesagt.
Osternacht: vom Dunkel ins Licht
In der Symbolik der Osternacht, geht es vom
„Abend“ in den „Morgen“, vom Dunkel ins Licht.
Aus dem Chaos wird ein Kosmos (Ordnung), aus
dem Zweifel wird ein Glaube, der trägt und Halt
gibt.
Alles mündet so im Geschenk und Ziel des Sabbats, an dem Gott sein Werk vollendet, indem ER
segnet und ihn für heilig erklärt. Denn am „Ruhetag“ wird der Mensch nicht durch seine Leistung
definiert, sondern ist wertvoll aufgrund seines Sein
aus Gott. Der Mensch und die ganz Schöpfung
sind wertvoll, sinnvoll und sehr gut.
Wer dies in der Tiefe seines Herzens erkannt
hat, freut sich, kommt zum Lobpreis Gottes und
gestaltet aus Dankbarkeit und mit Zuversicht
diese Erde mit.
Mag. Hans Hauer
Mitarbeiter im Bibelwerk Linz
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Foto: KAB
© Foto: T. Winkler
Der Anfang der Bibel und seine Bedeutung in der Osternacht
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KAB
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am Semmering
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Reiseleitung:
Karl Ebner, Erwin Burghofer
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Sommerakademie von Kirche und Gewerkschaft in
Gaming. 21. - 24. August 2016
KAB - Reise zur Südsteirischen Weinstraße
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Steingöttersaal
Prandtauerstraße 2
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Montag, 1. 8. – Freitag, 12. 8. 2016
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Stornoversicherung: € 289,- Einbettzimmerzuschlag: 20,--
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24. Juni - 26. Juni 2016
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Die Kosten für Aufenthalt, Verpflegung, Organisation betragen:
• für Erwachsen pro Woche
€ 150,• für schulpflichtige Kinder/Jugendliche pro Woche € 120,• für Kinder im Vorschulalter - freiwilliger Solidarbeitrag
• für MindestsicherungsbezieherInnen ist Preisreduktion möglich
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KAB
Berichte
Kreuzweg der Arbeitswelt
in Horn
Eine Kreuzwegandacht gestalteten Katholische
Arbeitnehmerbewegung (KAB) und Christlicher
Arbeiterverein (CAV) am 23. Februar in der Horner
Pfarrkirche unter Leitung von Pfarrer Dr. P. Albert
Groiß. Als Lektoren fungierten Josef Zimmel und
Roman Fröhlich, als Falkulanten Franz Bacher
und Erwin Ferstl, Kreuzträger war Eduard Vevera
(alle KAB).
Dabei wurden dem Leidensweg Jesu zahlreiche
Probleme in der heutigen Arbeitswelt gegenübergestellt. Die zeitgemäßen Texte wurden durch
traditionelle Passionslieder ergänzt, wobei sich die
Teilnehmer sehr engagiert mit einbrachten.
Dige
st
Unterhaltsamer CAVFilmabend
Der Horner Filmklub zeigte
beim Filmabend des Christlichen
Arbeitervereins Horn wieder ihr
Können und den Ideenreichtum.
Die „Horner Splitter 2014“, von
den Aktiven des Horner Filmklubs
zusammengetragen, erinnerten in
bunter Abfolge an verschiedenste
Ereignisse, wie die Installierung
von Pfarrer Groiß, 125 Jahre
Eisenbahn, Buchpräsentation im
Museum, Perchtenlauf und vieles
andere.
Danach erfolgte eine kleine Palette sehenswerter Beiträge. Widmar Andraschek setzte sich
mit der wechselvollen Entwicklung des Kinos
auseinander, Erwin Luser entführte an die Seidenstraße in Usbekistan, Lucia Lehr gestaltete
einfühlsam eine Taffatal-Wanderung und Christine
Hewelt präsentierte den hochalpinen Ort Saas Fee
in der Schweiz.
Das abwechslungsreiche Programm, von Ing.
Gerhard Hewelt zusammengestellt und vorgeführt, von CAV-Obmann Roman Fröhlich moderiert, beeindruckte die zahlreichen Besucher.
Veranstalter und Mitwirkende beim Filmabend des Christlichen
Arbeitervereines: v. l.
CAV-Obmann Roman
Fröhlich, Eduard
Bräunl, Gerhard Hewelt, Elfriede Hewelt
(Horner Filmklub)
Foto: KAB-Horn
Winterwanderung
Beim Arbeitswelt-Kreuzweg in Horn wirkten
mit Franz Bacher, Josef Zimmel, Pfarrer Albert
Groiß, Eduard Vevera, Erwin Ferstl und Roman
Fröhlich (v. li.)
Foto: KAB-Horn
Foto: KAB-Horn
Aktive KAB-Mitarbeiter
beging 70. Geburtstag
Am 30. Jänner veranstaltete die KAB St. Stephan Amstetten in der näheren Umgebung eine
„Winterwanderung“. Statt Schnee gab es fast
frühlingshafte Bedingungen. Der AV-Wanderwart
und KAB-Aktivist Hans Grabenschweiger stellte
eine Route rund um Amstetten zusammen, welche bei allen gut ankam. Nach einer Stärkung im
Gasthaus feierten wir zum Abschluss gemeinsam
mit unserem Geistlichen Assistenten Pater Franz
Kniewasser eine Hl. Messe in der wunderschönen
Agathakirche in Eisenreichdornach.
J. Riegler
Am 16. Februar beging
Eduard Vevera, einer der eifrigsten und gewissenhaftesten
Mitarbeiter von Kath. Arbeitnehmerbewegung und Christlichem Arbeiterverein Horn, seinen 70. Geburtstag. Zu diesem
Eduard Vevera Anlass gratulierte KAB/CAVObmann Roman Fröhlich mit anerkennenden
Worten und einem kleinen Geschenk. Der ehemalige EVN-Monteur hilft aber auch ehrenamtlich in
der Pfarre überall dort, wo ein Elektriker gebraucht
wird. Unter anderem montiert und beleuchtet er
auch im Advent die Christbäume am Kirchturm
der Pfarrkirche.
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Foto: Karl Ebner
gest
Di
KAB
Ostern an der Schwelle
Zwischen Tod und Leben,
zwischen Dunkel und Licht,
zwischen Unheil und Heil:
eine Schwelle.
Verbindend und trennend,
einladend und ängstigend,
auffordernd und abwehrend.
Ostern ist das Fest
der Überschreitung von Schwellen.
Die Pforten von Tod und Hölle sind zerbrochen,
das Tor zwischen Zeit und Ewigkeit offen,
die Hand des Auferstandenen
einladend ausgestreckt.
Nur ein wenig
die Augen öffnen,
mit dem Herzen glauben,
den Schritt über die Schwelle wagen.
Und Auferstehung wird
zum Schwellenereignis
mitten im Leben.
Johann Pock
Ein gesegnetes Osterfest wünscht die Diözesanleitung der KAB - St. Pölten
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