Teil 2 - Amtshof Eicklingen Planungsgesellschaft

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Transcrição

Teil 2 - Amtshof Eicklingen Planungsgesellschaft
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Tel.: (03 91) 62 58 40 www.ehs-verlag.de
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Mit finanzieller Unterstützung von Leader verfolgt die Lokale
Aktionsgruppe Börde die Umsetzung ihrer regionalen Entwick-Großmühlingen
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lungsstrategie: zahlreiche Projekte wurden in der
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genen Förderperiode realisiert, viele weitere Projekte stehen höhenb
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PWCfür den laufenden Förderzeitraum auf der Agenda. Leader
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im Bördekreis – maßgeblich von den hier wirkenden Lokalen
Aktionsgruppen Bördeland, Börde, Colbitz-Letzlinger Heide E1449
und Flechtinger Höhenzug als Erfolgsrezept.
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nalentwicklung zu beschreiten. Die AuswahlE 49als Leader-Region
ermöglicht es den zahlreichen regionalen Akteuren, einen zukunftsorientierten
Sülzetal Weg zu beschreiten. Insbesondere ländlichemelb SCHÖNE
Regionen wie die Börde meistern heute mehr denn je die viel-m e (ELBE)
fältigen Herausforderungen: Auf lokaler Ebene schafft
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Börde lebenswerte
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regionale Entwicklung. DieWelsleben
ausgewählten Maßnahmenbündel Stemmern
beschäftigen sich mit der Bewahrung und wirtschaftlichen sowie naturverträglichen
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nen Kulturlandschaft, den Entwicklungschancen für die Börde
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durch die Förderung eines sanften Tourismus
sowie einer naturnahen Infrastruktur. „Erkennen – Begreifen – Schützen“ ist Eggersdorf
das Motto für eine nachhaltige Entwicklung.
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Westliche Börde mit ihren Mitgliedgemeinden
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Kroppenstedt, Gröningen, Ausleben und Am Großen Bruch geAS MagdeburgBEYENDORFbildet. Neben den großenReform
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Durch Müller Wahnschaffe
entstand ein ganzes Dorf
Erlebnispunkt
Stiftungsgut Üplingen
10,6 Kilometer von der
Straße der Romanik entfernt
Stiftskirche St. Pankratius
in Hamersleben
regionale
Verkehrsanbindungen
vorhanden
(Nahverkehr SachsenAnhalt www.nasa.de)
• Gemeindekrug
Ausleben
• Gemeindekrug
Ausleben
• Klosterhof Hamersleben
(nur auf Voranmeldung)
• Ausleben
68
Stiftungsgut Üplingen
Als der einfache Mühlenbesitzer Georg Wilhelm
Wahnschaffe im Jahre 1764 das Rittergut Üplingen erwarb, konnte er nicht ahnen, welch wichtigen Grundstein er für den heutigen Ort mit all seinen Besonderheiten legte. Aufgrund seiner Verdienste bei der Trockenlegung des Großen Bruches, wurde ihm der Titel
„Braunschweigisch-Lüneburgischer Drost“ verliehen.
Der „Drost“ hatte Großes mit dem Gut vor, begann mit
dem Bau von 36 Kolonistenhäusern und der Errichtung einer Gutsanlage mit Herrenhaus. Mit dem weiteren Bau einer Kirche und Schule entstand ein komplettes Dorf.
Nach dem Tod von Georg Wilhelm Wahnschaffe und
dem späteren Verkauf des Gutes traten die Nachfahren des Drosten teilweise als Pächter auf. Der letzte
Pächter war Arnold von Wahnschaffe, der jedoch nach 1945
ausgewiesen
wird und nach
Westdeutschland
flieht. Die unterschiedliche Nut-
Oktogonkirche
zung des Gutes zu DDR-Zeiten führte im Laufe der
Jahre zu einer vollkommenen Verwahrlosung des Ortes.
Nach 1990 erwirbt die Stiftungsgut Üplingen GbR den
Gutshof, die ehemaligen Landarbeiterhäuser und den
Park. Sie pachtet die bis 2011 funktionstüchtige Brennerei und das Ackerland von der Braunschweig-Stiftung und beginnt mit der Sanierung und Bewirtschaftung des Dorfes. Unter der Leitung von Karlheinz Lichtschläger (gestorben 2009) entwickelt sich Üplingen
zu einem ansehnlichen Dorf. Die Gebäude auf dem
Gutshof werden saniert, Häuser, die alte Schule und
die Parkanlage erstrahlen in neuem Glanz. Üplingen
wird zu einem ganz besonderen Kleinod, denn auch
die sanierte, in ihrem Baustil völlig außergewöhnliche
Oktogonkirche, wird plötzlich über Grenzen hinweg
bekannt und zieht Besucher an. Das Tagungszentrum
im Gutshaus, der geräumige Stiftungssaal unter dem
Brennereispeicher und der idyllische Park laden nicht
nur zum Verweilen ein, sondern bieten die Gelegenheit für vielfältige Veranstaltungsmöglichkeiten, Tagungen und Festlichkeiten und präsentieren den Ort mit
seiner nachhaltigen Landwirtschaft ganz im Sinne des
Drosten Wahnschaffe.
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Stiftungsgut Üplingen
Ansprechpartner:
Horst Düll und Jörg Hartmann
Badelebener Str. 12, 39393 Üplingen
Telefon: 039404-50787
www.ueplingen.de
• Mit dem Pkw/Bus: Autobahn A2, Ausfahrt 64 – Alleringersleben. Auf der L40 nach Süden Richtung
Wefensleben/Ummendorf. In Ummendorf an der Kreuzung nach rechts Richtung Badeleben/Völpke. In Badeleben
der Hauptstraße folgen und an der scharfen Rechtskurve nach links Richtung Warsleben/Ausleben.
• Weitere Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Umgebung: die St.-Stepahnus-Kirche und das Denkmal Steinernes Kreuz in
Ottleben.
• Die Trogsche Bockwindmühle in Ottleben ist ein weiteres beliebtes Ausflugsziel. Sie wurde 1626 erstmals urkundlich erwähnt
und bereits im Jahre 1848 komplett neu aufgebaut.
Kirche St. Stephanus Ottleben
Kirche St. Petri Ausleben –
mit ungewöhnlicher Einrichtung
Zu einem ganz besonderen Schatz in der Gemeinde Ausleben gehört die spätromanische Kirche St. Stephanus, die unter Einbeziehung eines Wehrturms aus dem 12. Jahrhundert, 1225 errichtet
wurde. Die Freiherren von der Trautenburg und deren Nachkommen, die aus Wolfsburg/Wolfenbüttel stammenden Reichsgrafen
von der Schulenburg hielten über viele Jahrhunderte das Patronat
der Kirche. Dieses Kleinod, eines der ältesten Sandsteinkirchen in
der Magdeburger Börde, beinhaltet noch heute die wertvollen Grabdenkmäler und Epitaphe der vorgenannten Adelsgeschlechter.
Ansprechpartner: Franz Venzke, Telefon: 039404-50176
Die 1305 erstmals erwähnte Kirche St.Petri in Ausleben wurde aufgrund ihrer Baufälligkeit 1781 abgerissen und mit Unterstützung
des Ottlebener Adelsgeschlechtes neu aufgebaut. Nach aufwendigen Sanierungsmaßnahmen beinhaltet diese Kirche seit einigen
Jahren die Dr. Gans Heimatstube in Erinnerung an den in Ausleben
geborenen Kunstmaler. Unter der Leitung von Heinz Morgenthal
vom Freundeskreis Dorfgeschichte finden im Kirchenschiff jährliche
Kunst- und Fotoausstellungen sowie musikalische Veranstaltungen
statt. Die dorfgeschichtlichen Stuben auf der Empore, liebevoll eingerichtet und mit vielen Erinnerungsstücken an alte Zeiten verpackt,
laden interessierte Besucher und Gruppen zu einer Zeitreise in die
Geschichte von Ausleben ein.
Ansprechpartner: Heinz Morgenthal, Telefon: 039404-474
69
24
Die tiefen Wurzeln des Mittelalters
und die Grafen von der Asseburg
Erlebnispunkt
Kirche Gunsleben
7,3 Kilometer von der
Straße der Romanik entfernt
Stiftskirche St Pankratius
in Hamersleben
• öffentliche
Verkehrsanbindung
Die ältesten bekannten Wurzeln des kleinen Ortes
Gunsleben reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Die
erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1112
als dem Kloster Hamersleben zugehöriges Gut mit der
Bezeichnung „Gundesleve“. Das Kloster Hamersleben
selbst wurde kurz zuvor 1109 gegründet. Auch der
Bau der ersten Gunslebener Kirche stammt aus dem
12. Jahrhundert. Die später restaurierte Kirche wurde
1797, nach Anbau eines dreisieitig geschlossenen
Schiffes an den älteren Turm, eingeweiht. Dem Kirchenschiff angeschlossen ist eine Grabkammer, die
Ruhestätte für Christoph Werner von der Asseburg
und seiner Frau. Den schlichten Sakralbau von 1141
kann man als historischen Zeitzeugen in Gunsleben
besichtigen. Seit dem 17. Jahrhundert verfügt die Kirche über ein Orgelspiel. Die von Matthäus Hartmann
aus Magdeburg erbaute Orgel – ursprünglich für die
Schlosskapelle Neindorf bestimmt – wurde 1778
nach Gunsleben umgesetzt. Sie gehört zu den interessantesten Orgeln in der Börde. Bedeutend ist auch
der Barockaltar.
Historische Quellen erzählen über eine ehemalige
Burg in Gunsleben, die allerdings im 14. Jahrhundert
zerstört worden sein soll. Zunächst schien Gunsleben
eine wechselhafte Geschichte an Zugehörigkeiten er-
• Gemeindekrug
Ausleben
• Gemeindekrug
Ausleben
• Landgaststätte Kobbe
Neuwegersleben
• Telegraphenradweg
• Ausleben
70
Kirche Gunsleben
lebt zu haben. So gehörte es zweitweise zum Kloster
Ringelheim, ehe es 1224 mit zugehörigem Land aus
dem Erbbesitz der Adelheid von Loccum-Hallermund
an die Grafen von Dassel überging. Nachdem diese
den Hof an den mit ihnen verwandten Heinrich von
Regenstein übergeben hatten, schenkte der Regensteiner Graf im Jahr 1298 den Hof dem Kloster Hamersleben. 1311 belehnte der Hildesheimer Bischof
Heinrich II. Ludolf von Warberg mit 6 Hufen in Gunsleben und das Domkapitel des Halberstädter Doms
besaß in Gunsleben Zehntrechte. 1314 veranlassten
die Brüder von Alvensleben, dass das Domkapitel diese Rechte dem Kloster St. Marie überließ. Erst ab
1453 bis kurz vor der Enteignung im Jahre 1945 war
das Rittergut Gunsleben nahezu 500 Jahre lang im
Besitz der Freiherren und späteren Grafen „von der Asseburg“. Johann der VIII. von der Asseburg (15081567) tritt schließlich zum Protestantismus über. Ihm
folgen die meisten Einwohner Gunslebens. So wird
der Ort die erste protestantische Kirchengemeinde im
damaligen Bistum Halberstadt. Das Adelsgeschlecht
herrschte zeitweise gleichzeitig auf den Schlössern
Neindorf und Hornhausen sowie auf den Gütern
Schermcke, Neubrandsleben und Peseckendorf. Zuvor
war Gunsleben im angehenden 14. Jahrhundert und
im Verlauf des 15. Jahrhundert mehrfach zerstört und
immer wieder aufgebaut worden.
Das älteste heute noch erhaltene Gebäude ist das
1754 errichtete barocke Gutshaus. Daran ist u. a. das
Asseburger Wappen als Relief erhalten. Daneben befindet sich das Wappen derer von Alvensleben als
Zeugnis einer Hochzeit des damaligen Gutsbesitzers
Christoph Werner von Asseburg mit Catharina Helena
von Alvensleben, die später in das Haus Ditfurth einheiratete.
Vermutlich wurde auch das 1768 errichtete Inspektorenhaus von Christoph Werner von der Asseburg erbaut. Das gründerzeitliche Herrenhaus von 1891 erbaute der Graf Maximilian Asche von der Asseburg
(Schwiegersohn des preußischen
Feldmarschalls Blücher, genannt
„Marschall Vorwärts“). Es besitzt neben zwei Ecktürmen eine kunstvoll
gestaltete Holzveranda. Zum Schloss gehört eine rund zwei
Hektar große und 160 Jahre alte Parkanlage. Zwischen 1843
und 1992 war Gunsleben Bahnstation an der einstigen Strecke Oschersleben-Braunschweig.
Ab 1950 war im Schloss zunächst eine Grundschule untergebracht. Einige Jahre später beherbergte das Gebäude eine
Kinderkrippe und einen Kindergarten. Das heutige Anwesen
besteht aus einer vierseitigen Anlage von Gebäuden des 18.
und 19. Jahrhunderts. Seit 2007 befindet sich das Schloss
wieder in privater Hand und wird derzeit saniert. Ausgang
des 19. Jahrhunderts wird das Schloss samt Acker mehrfach
verpachtet, so an die Zuckerfabrik Wackersleben (1899) und
die Saatzucht-Firma Strube aus Schlanstedt (1901). Um
1930 erfolgt der Verkauf des Schlosses samt Ländereien an
die Zuckerfabrik Klein Wanzleben, die die Immobilie ihrerseits weiter verpachtet.
Schloss Gunsleben
39393 Am Großen Bruch
www.schloss-gunsleben.de
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Die Besichtigung der Kirche liegt in der
Verantwortung von Frau Irmgard Heine
Untere Bergstraße 8, Gunsleben
Telefon: 039401-50702
• Gunsleben ist ein Ortsteil der Gemeinde Am Großen Bruch im Landkreis
Börde. Nachbargemeinden sind Wackersleben, Aderstedt, Hamersleben
und Neuwegersleben. Man erreicht den Ort über die B245 von Hamersleben aus in Richtung Wackersleben über die L77 und L78.
• Außerdem steht in Gunsleben eine mächtige, 1814 gepflanzte Napoleon-Eiche
und ein altes Kuhhirtenhaus. Sehenswert sind auch das Dorfgemeinschaftshaus,
die Sporthalle sowie ein Gedenkstein in der Ortsmitte zur Erinnerung an die 900Jahrfeier.
• Das nahe gelegene Landschaftsschutzgebiet des Großen Grabens erstreckt sich über
6.000 Hektar mit zahlreichen Feuchtbiotopen. Mit seiner artenreichen Vielfalt lädt
das Gebiet zu ausgedehnten Rad- und Fußwandertouren ein.
71
25
Die optische Telegrafenlinie Berlin sendet über die Börde
Erlebnispunkt
Telegrafenstation
Ampfurth und
Neuwegersleben
Ampfurth ist 7 Kilometer
von der Straße der Romanik
Paulskirche Seehausen entfernt
Neuwegersleben ist
3 Kilometer von der
Straße der Romanik
Stiftskirche St. Pankratius
in Hamersleben entfernt
regionale
Verkehrsanbindungen
vorhanden
(Nahverkehr SachsenAnhalt www.nasa.de)
Übernachtungen im
Umkreis möglich
TOURIST
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INFORMATION
Auskunft erteilt:
03949-912205
• Landgaststätte „Kobbe“
39393 Am Großen Bruch
Straße der Freundschaft 26
• Eis-Café „Schermcker Eis“
OT Schermcke
Am Sauren Holz 4
39387 Oschersleben (Bode)
• Börde-Radweg
• Telegraphenradweg
• Ausleben
• Oschersleben (Bode)
• Wanzleben
72
In Sekundenschnelle rasen heute Nachrichten um
die Welt, und dies in Dichte und Menge, in denen
es immer schwieriger erscheint, wichtig von unwichtig oder wahr von falsch zu unterscheiden. Seit das
Telefonieren und später das Internet mobil geworden sind, verfügen die meisten Menschen über persönliche Nachrichtenzentralen, aus denen sich
scheinbar jede Informationen herausholen und
übermitteln lässt.
Doch wie funktionierten die Nachrichtenwege zu
Urgroßmutterszeiten?
Schon damals schwirrten
nämlich Informationen
durch die Luft und dies
nicht als Funksingnale. Die
Idee, Nachrichten auf
Sichtweite weiterzutragen, ist so alt wie die
Menschheit. Die einfachste Form waren
zunächst Rauch- und
Feuerzeichen. Mit
der Erfindung des
Fernrohres im 17.
Jahrhundert wurden die möglichen Distanzen
für die Übermittlung größer.
Der Durchbruch
gelang dem Franzosen Claude Chappe
Ende des 18. Jahrhunderts mit der Entwicklung einer optisch-mechanischen
Telegrafenanlage.
In Preußen wurde die
Erfindung 1833 mit
einer optischen Telegrafenlinie von Berlin nach Koblenz perfektioniert. Codierte Zeichen wurden
durch die variable Positionierung von sechs Holzflügeln an einem Mast von Station zu Station über
587 Kilometer weitergegeben, innerhalb der damals sagenhaften Zeitspanne von 1,5 Stunden für
eine Depesche von 30 Wörtern. Allerdings folgte
bereits 1849 die Einführung der drahtgebundenen,
elekromagnetischen Telegrafie, so dass die optische
Nachrichtenweiterleitung nicht alt wurde.
Von dieser einmaligen preußischen Anlage kann
man im Landkreis Börde nach der Rekonstruktion,
gefördert über Leader, Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Lotto-Toto und weiteren Sponsoren, zwei Stationen wieder besichtigen. Station Nr. 18 steht in
Neuwegersleben, beherbergt ein kleines Museum
und ist voll funktionstüchtig. Station Nr. 16 ist der
Schlossturm in Ampfurth.
Eine lustige Überlieferung aus der Zeit der optischen Telegrafie ist in Ampfurth überliefert. Demnach soll eines Tages der Telegrafist Laaß von einem neuen, dienstbeflissenen Inspekteur überrascht worden sein. Das Dienstzimmer war unordentlich und leere Flaschen lagen herum. Nachdem
Laaß zur Ordnung ermahnt wurde, ritt der Inspekteur weiter. Schließlich telegrafierte der Ampfurther
Nachrichtenmann zur nächsten Station nach Hohendodeleben: „Vorsicht Flaschen weg! Es kommt
ein scharfer Neuer!“ Der Inspekteur war aber schon
da, als Laaß seine Nachricht an den Kollegen sendete. Der humorvolle Vorgesetzte ließ von Hohendodeleben zurücktelegrafieren: „Vorsicht unnütz, der
Neue ist schon da.“
Es lassen sich in den beiden Börde-Orten nicht nur
die Telegrafenstation erkunden und besichtigen,
man kann außerdem viele wissenswerte, historische und technische Details über die einzigartige
optische Nachrichtenlinie in deutschen Landen erfahren.
Telegrafenstation Nr. 16 Ampfurth
Förderverein Schloss Ampfurth
Hinterreihe 26A, 39387 Oschersleben (Bode), OT Ampfurth
Telefon: 039407-5747
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Telegrafenstation Nr. 18 Neuwegersleben
Verbandsgemeinde Westliche Börde
Markstr. 7, 39397 Gröningen
Telefon: 039403-9110, [email protected]
Weitere Informationen zur Telegrafenlinie Berlin - Koblenz:
www.optischertelegraf4.de
• Neuwegersleben erreicht man über die B 246 aus Richtung Oschersleben (Bode) bzw. über
die B 245 aus Richtung Richtung Schwanebeck oder Hamersleben.
• Nach Ampfurth gelangt man von Oschersleben über die L 24 in Richtung Klein Wanzleben.
• Sowohl in Oschersleben als auch in Klein Wanzleben stehen dem Besucher Freizeitbäder zur
Verfügung.
Station Nr. 16 – Ampfurth
Station Nr. 18 – Neuwegersleben
73
26
Der Hornhäuser Reiterstein –
Geschichtsmittelpunkt der Börde
Erlebnispunkte:
Fundstelle Reiterstein
Kirche St. Stephani
6,6 Kilometer von der
Straße der Romanik
Stiftskirche St Pankratius
in Hamersleben entfernt
regionale
Verkehrsanbindungen
vorhanden
(Nahverkehr SachsenAnhalt www.nasa.de)
TOURIST
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TOURIST
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INFORMATION
Auskunft erteilt:
03949-912205
Auskunft erteilt:
03949-912205
• Aller-Harz Radweg
• Telegraphenradweg
• Oschersleben (Bode)
• Ausleben
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Einer der berühmtesten, mittelalterlichen Fundstücke in der Magdeburger Börde und weit darüber hinaus, ist der Hornhäuser Reiterstein. Dessen Reste
1874 und 1913 am Saalberg bei Hornhausen ausgegraben, sind Zeichen germanischer Steinhauerkunst um 700. Damit gehört der Fund zu den bekanntesten mittelalterlichen Objekten in Deutschland. Da es mindestens acht gleichdimensionierte
Steinplatten gibt, werden die Platten als Bauteile von
Chorschranken einer christlichen Kirche gehalten.
„Die Reliefplatten von Hornhausen gehören zu den
wichtigsten und interessantesten Denkmälern der
frühmittelalterlichen Skulptur in Deutschland. Ihre
Bedeutung geht vor allem daraus hervor, dass besonders das Reiterbild der Platte 1 in der umfangreichen Germanenliteratur immer wieder abgebildet
und als Odin gedeutet wird“, schrieb der Historiker
Kurt Böhner aus Mainz.
Man schreibt auch die Christianisierung der Börderegion der Zeit Karl des Großen zu. Die Entstehung
der Bildsteine von Hornhausen fällt dementsprechend in den Anfangszeitraum dieser Epoche. Viele
Forscher deuten deshalb den Reiterstein und die übrigen Reliefplatten als erste Zeichen frühchristlicher
Aktivitäten in der Magdeburger Börde und erkennen
darin einfache christliche Symbole.
Das heutige Wandeln auf dem Bördeboden ist also
stets ein Spaziergang auf einem geschichstträchtigen
Boden.
Und die fruchtbare Erde der Börde war es auch, die
das historische Relikt wieder ans Licht brachte. Die
Bildsteine von Hornhausen wurden nämlich bei
Pflugarbeiten 1874 am Saalberg durch die Brüder
Diedrich gefunden. Bis 1907 dienten sie auf dem
Bauernhof der Landwirtsfamilie Diedrich in der Wulferstedter Straße als Pflastersteine in Kuhstall und
Hof. Erst 1907/1908, bei Umbauarbeiten auf dem
Hof, kam die Bildseite erstmals zum Vorschein. Pfarrer Wischer zeichnete den „Diederich’schen Stein“
daraufhin für die Hornhäuser Chronik. Schließlich
musste der Stein noch mehrfach reisen, bis sich seine Bedeutung offenbarte. 1910 kaufte der Hornhäuser Arzt Dr. Deile die Steine und brachte sie nach
Gernrode/Suderode. Am 15. April 1912 besichtigte
der Direktor des Provinzialmuseums in Halle, Hans
Hahne, erstmals den Reiterstein in Suderrode. Im
selben Jahr kaufte das Museum die Steine. Nach
Bestimmung des Fundortes gab es 1913 in Hornhausen weitere Grabungen. Dabei wurden zwei Gräber freigelegt und weitere Bildsteine gefunden.
1921 fanden Archäologen ein früh-mittelalterliches
Gräberfeld in zwei Ebenen. Nach den Aufzeichnungen der Wissenschaftler wurden 20 Gräber und ein
Pferdeskelett freigelegt. Eine weitere Grabung im
August 1925 förderte nochmals 40 Gräber zutage.
Die Hornhäuser Steine bestehen aus Rätsandstein.
Das Baumaterial findet man im Hohen Holz der Börde. Es wurde beim Bau des Magdeburger Domes
und später bei der Errichtung des Berliner Reichstag
verwendet.
Als ältester Fund in der hiesigen Region hat der Hornhäuser Reiterstein Einzug in wichtige regionale Symbolik gefunden. So ziert die Abbildung des Reiters das
Wappen des Landkreises Börde und selbst das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie SachsenAnhalt führt den Reiter als Logo im Schriftzug.
In Hornhausen kamen damit für die Region wichtige
frühmittelalterliche Siedlungsfunde ans Licht. Wer sich
auf die Spuren unserer Vorfahren machen will, kommt
an Hornhausen nicht vorbei. Der Reiterstein ist heute
für den Bördeort ein festes Symbol.
Der Förderverein der evangelischen Kirche St. Stephani ist emsig dabei, die Geschichte des Ortes nach und
nach aufzuarbeiten und widmet sich in jedem Jahr,
seit der Gründung 2007, einem bestimmten Thema.
Dieses wird dann in einer detailliert gestalteten Ausstellung aufbereitet, die in den Räumlichkeiten des
Gemeindezentrums ihren Platz findet. Zusätzlich wird
eine Broschüre zur Thematik veröffentlicht. So erhalten
Sie dort unter anderem, interessante Broschüren zum
Reiterstein, den „Spuren der Dorfgeschichte“ oder
dem „Hornhäuser Gesundbrunnen“. Aber das ... ist eine andere Geschichte.
Förderverein St. Stephani
OT Hornhausen
Kattentalsweg 1
39387 Oschersleben (Bode)
Telefon: 03949-97440
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
• In nächster Nähe befindet sich der Ort Neuwegersleben
mit einer Station der preußisch optischen Telegrafenlinie.
• Weitere interessante historische Ausflugsziele sind in den
Nachbarorten Ochersleben (Bode), Ausleben oder Wulferstedt zu finden. Die Fachwerkhäuser von Gröningen
sind von Hornhausen aus leicht zu erreichen, genauso
wie der Dorfgutshof Üplingen oder Kroppenstedt.
75
27
Oscherslevo, der Sämann und
das weltgrößte Opeltreffen
Erlebnispunkt
Oschersleben (Bode)
11 Kilometer von der
Straße der Romanik
Benediktinerinnenkloster
Hadmersleben entfernt
Bahnverbindung
HEX und
Regionalbahn
Zentraler
Omnibusbahnhof
TOURIST
i
INFORMATION
TOURIST
i
INFORMATION
Auskunft erteilt:
03949-912205
Auskunft erteilt:
03949-912205
• Aller-Harz-Radweg
• Börde-Radweg
• Bode-Radweg
• Telegraphen-Radweg
• Oschersleben (Bode)
76
Motorsportfreunden ist Oschersleben natürlich ein
Begriff. Deutschlands nördlichste Rennstrecke wurde
1997 eröffnet und bietet seitdem ein vielfältiges
Spektrum an kleinen und großen Veranstaltungen bis
hin zu großen Weltmeisterschaftsläufen verschiedener Serien. Seit vielen Jahren finden hier beispielsweise die ADAC GT Masters, die German Speedweek
oder aber auch die Deutschen Tourenwagen Meisterschaften statt und locken so jährlich fast 600.000
Besucher an. Ein absolutes Highlight ist und bleibt
das jährliche, weltweit größte Opeltreffen.
Wer sich aus dieser Richtung in die Stadt bewegt,
übersieht kaum die „Ostalgie-Kantine“, in der es mehr
als nostalgisch zugeht. Gulasch-Kanone, Kastenbrot
und Eintopf in Originalschüsseln aus DDR-Zeiten laden zum Schlemmen ein. Das „Klubhaus der Werktätigen“ und die alten Fahrzeuge wecken so manch eine
Erinnerung an „alte Zeiten“.
Spuren einer wesentlich älteren Geschichte folgt man
am besten auf einer der angebotenen Stadtführungen. Beginnend an der alten Stadtmauer erfährt man,
wie es so war in der Zeit um 994, dem Jahr, in dem
die Stadt Oschersleben (Bode) in einer Urkunde von
Kaiser Otto III. das erste Mal als Oscherslevo erwähnt
wurde. Durch das „Alte Dorf“ gelangt man schließlich
an die ehemalige Burganlage, auf der bei Grabungen Funde aus der
Bronzezeit verzeichnet
werden konnten. Heute
findet man dort im „Nickelkulk“ Eigentumshäuser und den alten Speicher der Burg, der in Zukunft als Büro, Archiv
und Veranstaltungsraum
genutzt werden soll.
Das 17. Jahrhundert war
für Oschersleben durch
mehrere Brände besonders prägend. Der größte Brand vernichtete 1659 nahezu die gesamte Stadt.
Aus dieser Zeit findet man um den Marktplatz herum
auch die ältesten Häuser. Eines davon ist das historische Pfarrhaus, direkt neben der evangelischen Marktkirche St. Nicolai, die einst im 12. Jahrhundert ursprünglich als romanische Kirche erbaut wurde und
ebenfalls dem großen Brand zum Opfer fiel. Heute erstrahlt die Kirche nach vielen Neu- und Umbauten in
neuem Glanz. Auch hier werden Führungen mit Turmbesteigungen angeboten.
Der Ackerbau ist seit jeher eine der wichtigsten Lebensgrundlage für die Stadt und ihre Bewohner. Dieser Tradition wurde mit dem „Sämann“ im wahrsten
Sinne des Wortes ein Denkmal geschaffen. Spaziergänger treffen ihn oder besser seine Kopie am Eingang zum Wiesenpark, einem kleinen Park mit gepflegtem Heimtiergarten und Kinderspielplatz. Er steht
für die fruchtbaren Böden der Region und wurde als
Kupfertreibarbeit vom Berliner Künstler Stephan Walter
erschaffen. Dieser gewann damit 1913 den 1. Preis
der Landeskunstausstellung und die Silbermedaille der
Baukunstausstellung. Das Original befindet sich seit einigen Jahren in der Stadtbibliothek Oschersleben, in der
Hornhäuser Straße. Dort begrüßt er persönlich die Besucher direkt am Eingang.
In einigen Räumen der Bibliothek ist auch das städtische
Museum untergebracht. Hier erhält man in der Dauerausstellung im Untergeschoss zahlreiche Informationen
zur Stadtgeschichte. Im Obergeschoss wechseln die
Themen etwa halbjährlich und laden daher immer wieder aufs Neue zur Besichtigung ein.
Wer noch mehr über die Stadt Oschersleben (Bode)
und ihre vielen Ortsteile wissen möchte, begibt sich am
besten in die mit der „I-Marke“ zertifizierte Tourist-Information. Diese bietet neben einer umfangreichen Auswahl an Informationsmaterial wie Stadtpläne und Freizeitkarten auch Pauschalangebote, tolle Andenken und
Heimatliteratur und hat auch die eine oder andere Empfehlung für interessante Ausflugsziele.
Tourist-Information
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Hornhäuser Str. 5
39387 Oschersleben (Bode)
Telefon: 03949-912205
Fax: 03949-912299
[email protected]
www.oscherslebenbode.de
Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Do 9-15.30 Uhr
Di 9-17.30 Uhr | Fr 9-12.30 Uhr
• Persönlichkeiten aus der Oscherslebener Geschichte:
Kurt Masur, weltweit bekannter Dirigent, nach ihm ist
auch die Kreismusikschule des Ortes benannt,
Dr. Lutz Trümper, ab 2001 Oberbürgermeister von
Magdeburg, Prof. Dr. Wilhelm Seelmann-Eggebert,
Bibliothekar, Philologe & Germanist und Emil Seemann-Eggebert, Bibliothekar, Philologe & Romanist –
nach den Brüdern wurde eine Straße benannt
Weitere Ausflugtipps:
• Wiesenpark mit Heimtiergarten
• Freibad / Schwimmhalle
• Mischwald- und Wandergebiet Hohes Holz
• Landschaftsschutzgebiet Großes Bruch
• Renn- und Crossstrecke „An den 7 Bergen“
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28
Stefan von Kotze – deutscher
Mark Twain aus Klein Oschersleben
Erlebnispunkt
Evangelische Kirche
Klein Oschersleben
4 Kilometer von der
Straße der Romanik mit dem
Benediktinerinnenkloster
Hadmersleben entfernt
Bus & Bahn
• Ferienwohnung
Kittelmann
Klein Oschersleben
Am Bahnhof 22
• Privatquartier „Klein“
Klein Oschersleben
Am Berg 4
• Oschersleben (Bode)
• Wanzleben
• Klein Wanzleben
• Großalsleben
• Börde-Radweg
• Bode-Radweg
• Oschersleben (Bode)
• Wanzleben
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Das Adelsgeschlecht derer von Kotze war eine ansehnlich begüterte Familie im Herzogtum Magdeburg und im Stift Merseburg unter anderem in Ammendorf, Altenhausen, Alvensleben, Beesen, Döllnitz, Dornburg/Elbe, Groß Germersleben, Klein Germersleben, Lodersleben und Klein Oschersleben.
Der Name der Familie erscheint erstmals urkundlich
im Jahr 1112 und dann 1234 mit Theodoricus
Cozce bzw. 1243 mit Tidericus Kotze. In der Bördegemeinde Klein Oschersleben hat ein Außenseiter
dieser Adelsfamilie auf sich aufmerksam gemacht.
Stefan von Kotze (1869-1909), ein
Patenkind des Fürsten Otto von
Bismarck, betätigte sich als Kolonialschriftsteller und war
vor allem wegen seines
ungewöhnlichen
Schreibstils und seines
Humors beliebt. Während nahezu alle männlichen Familienmitglieder Offizierskarrieren
machten, brach Stefan
von Kotze seine militärische Laufbahn ab. Es
wird vermutet, dass er
mit den Autoritäten des
Militärs nicht klar kam.
So begann er ein Leben
als Reiseautor. Mehrere
Jahre lang hielt er sich in
den
verschiedenen
deutschen Kolonien wie
Papua und Tsingtau sowie auf dem afrikanischen Kontinent und
viele Jahre in Australien
auf. Über seine Erlebnisse verfasste er mehrere
Bücher. Die bekanntesten
Aufzeichnungen sind
„Australische Skizzen“ und „SüdseeErinnerungen“, die
immer noch über
den Buchhandel zu
beziehen sind. Dies
machte ihn zum
Vorreiter der heutigen Reiseliteratur
und sein humorvoller und ungewöhnlicher Schreibstil sorgte dafür, dass er als „deutscher Mark Twain“ bezeichnet wurde.
Wer sich auf die Spuren dieses außergewöhnlichen Adligen machen möchte, findet in einem interessanten Bauwerk eine Ausstellung über den Schriftsteller. In der evangelischen Kirche in Klein Oschersleben, ein neugotischer Bruchsteinbau, der im Jahre 1868
in einem Zuge erbaut wurde, gibt es umfassende Informationen über den Adligen, sein
Schaffen und zu allerhand spannende Geschichten um das Geschlecht derer von Kotze. Am Renaissancetaufstein von 1578 beispielsweise, stand noch im Erbauungsjahr der
Kanzler des norddeutschen Bundes Otto von
Bismarck zur Taufe seines Patenjungen Stefan von Kotze.
Baulich durch viele Fördermittel teilsaniert, erstrahlt das Gotteshaus mit der restaurierten
Apsis und den neuen bleiverglasten Fenstern
nach und nach in neuem Glanz. Die Kirche
selbst wird heute auch als interkultureller
Lernort für Kinder genutzt. Eine alte, originale
erhaltene Orgel, soll im Zuge weiterer Sanierungsarbeiten
bald wieder erklingen und Zuhörer anlocken.
Besuchern des Dorfes empfiehlt sich weiterhin ein Spaziergang auf der „Kotzesche Promenade“, einem naturbelassenen Park entlang der Bode. Frische Luft, das Rauschen des
Flusses und eine faszinierende Aussicht laden gerade dazu
ein, einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
Dass die fruchtbaren Böden der Magdeburger Börde vor allem zum Anbau von Zuckerrüben genutzt wurde, ist allgemein bekannt. Wer weiß jedoch, dass Ende des 19. Jahrhunderts, im nur 4 km entfernten Hadmersleben aus zwei
Bergwerksschächten Kali- und Steinsalz gefördert wurde?
Nach der Stilllegung wurden die Schächte im Zweiten Weltkrieg reaktiviert und es wurde von den AGO-Flugzeugwerken eine Produktionsanlage für Flugzeugteile installiert, die
bis zum Frühjahr 1945 in Betrieb war.
Die evangelische Kirche
in Klein Oschersleben
Wer seine Entdeckertour fortsetzt, kommt nicht umher, das
Benediktinerinnenkloster als Station der Straße der Romanik
oder die Stadtkirche „Unser Lieben Frauen“ anzusteuern.
Um mehr zur Geschichte Hadmerslebens zu erfahren, kann
man die Heimatstube im historischen Rathaus, einem mehr
als sehenswerten Gebäude mit einer einzigartigen Vergangenheit, besuchen. Die Öffnungszeiten erfahren Sie auf
www.oscherslebenbode.de
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Ansprechpartner:
E. Römmer
Klein Oschersleben
Am Bahnhof 3
39387 Oschersleben (Bode)
Telefon: 039408-5327
• Klein Oschersleben erreicht man über die Bundesstraße 246
• Die Ortschaft liegt zwischen Wanzleben und Oschersleben an der Bode. Bis zum nächsten Ort an der
Straße der Romanik, dem Benediktinerinnenkloster in
Hadmersleben, sind es nur 4 Kilometer.
‰ Evangelische Kirche Klein Oschersleben
‰ „Kotzesche Promenade“
‰ „Feldmann“ - Regionales Museum für Eisenbahngeschichte
am Bahnhof Hadmersleben
www.eisenbahnfreunde-hadmersleben.de
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29
Auf den Spuren der einstigen
Residenzstadt Gröningen
Erlebnispunkt
Fachwerkhäuser
Gröningen
2,5 Kilometer von der
Straße der Romanik
Kloster Gröningen
entfernt
Regionale
Busanbindungen
• Gasthof Jacobshöhe
in Kloster Gröningen
• Gasthof
„Zum Kronprinzen“
Gröningen
• Heynburger Hof
Gröningen OT Heynburg
• „La Rucola” Gröningen
• Aller-Harz-Radweg
• Holtemme-Radweg
Gröningen
80
Wer die Straße der Romanik in der westlichen Börde
bereist, wird in Kloster Gröningen Station machen. Das
ehemalige Benediktinerkloster ist nicht der einzige sehenswerte Ort der Region. In der Gemeinde Gröningen kann man eines der ältesten Fachwerkhäuser entdecken. Es wurde 1697 vom Amtsrichter Christopherus Ortlepius in der Marktstraße der einstigen Residenzstadt gebaut.
Im Ortskern sind viele weitere Fachwerkgebäude zu
sehen, die im niedersächsischen Fachwerkstil gebaut
wurden und immer noch sichtbare Zeitzeugen der
zeitweiligen Residenzstadt des Bischofs von Halberstadt sind. Die älteste Nachricht für Gröningen ist eine
auf etwa 780-802 datierte Auftragung von Gütern an
das Kloster Fulda. Hingegen erfolgte die erste urkundliche Erwähnung für Gröningens auf den 25. Juni 934,
als der erste deutsche König Heinrich I. dem Grafen
Siegfried Gröningen, Kroppenstedt, Dalldorf und einen
großen Teil des Hakelwaldes schenkte.
Der Boden in und um Gröningen ist also geschichtsträchtig und mit den heute noch sichtbaren Bauten
kann man sich auf die Spuren dieser mittelalterlichen
Hochzeit machen. Am südwestlichen Stadtrand, unmittelbar an der Bode gelegen, befand sich einst eine
alte Burg, auf deren Areal Bischof Heinrich Julius ab
1586 eines der prächtigsten Renaissanceschlösser errichten ließ.
Mit der wohl schönsten und klanglich größten Orgel
der ganzen Welt, die in einer der schönsten Standkirchen (es gab keine Sitzplätze) Deutschlands stand,
dem größten erhaltenen Riesenweinfass dieser Welt,
welches 2008 in das Guinnes-Buch der Rekorde aufgenommen wurde, und dem „güldenen Saal“, der mit
über 680 Deckengemälden überregional bekannter
Künstler, vergoldeten Wänden, sowie 53 reich verzierten Holzsäulen herausstach, war Gröningen von da an
ein Anlaufpunkt eines frühen Bildungstourismus.
Immerhin gaben sich hier 1606 Elisabeth, die Tochter
Heinrich Julius, und Ernst Kasimir, ein Vorfahre des nie-
derländischen Königspaares Königin Beatrix und König
Willem Alexander, die Hand. Das Schloss, besonders
die kleine Schlosskirche, war auch eines der Lieblingsorte von Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten,
der am 14. Juli 1668, in zweiter Ehe, die verwitwete
Herzogin Dorothea von Lüneburg, geborene Prinzessin von Holstein-Glücksburg, ehelichte. Er weilte nicht
umsonst sieben Mal in Gröningen. Im Jahr 1697
übernachtete Zar Peter I. mit über 200 Begleitern im
Schloss, bevor er nach Holland weiter reiste. Sogar die
deutschen Könige Friedrich I. (Besuch 1700 u. 1701)
und Friedrich II. (Besuch 1755 u. 1756) besuchten
die damalige Garnisionsstadt Gröningen mehrmals.
Ab1768 verfiel das Prunkschloss – das Riesenweinfass und die David-Beck-Orgel wurden nach Halberstadt verkauft. In den Jahren von 1817-1819 wurde
das Schloss, nachdem es in den Befreiungskriegen als
Lazarett diente, fast vollständig abgerissen. Geblieben
sind das Brückenhaustor, die Ruine der alten Amtsscheune, der Unterbau des ehemaligen Marstalls, der
Stumpf des Mühlenturmes und der südlich gelegene
Schlosskeller unter einem 1824 überbautem Wohnhaus. Sie sind die letzten Zeugnisse einer glorreichen
Historie, in welcher der Bischof Heinrich Julius den von
seinem Vater angehäuften Staatsschatz verbaute und
dabei auch sehr viele Schulden für seine Nachfolger
hinterließ. Gröningen verlor für immer seinen einstigen „Traum in Gold“!
Am ursprünglichen Marktplatz des Mittelalters, unmittelbar neben den begehbaren Gewölben des damaligen Spielhauses und der Brauerei, sowie des heutigen, kleinen Heimatmuseums, befindet sich zur Erinnerung der „Goldenen Zeiten” seit der 1075-Jahrfeier
eine verkleinerte Nachbildung des Gröninger Riesenweinfasses.
Im Gasthof „Zum Kronprinzen“ – gleich am Ortseingang – kann man weitere Entdeckungen zur Geschichte des Ortes machen. Immerhin kann das Haus
auf eine fast 300-jährige Geschichte verweisen. Damit
Germania-Denkmal in Gröningen
ist er einer der ältesten Gasthöfe in der Börde. In den
Anfangsjahren wurde er als Ausspannstation genutzt
und war deshalb ein Haltepunkt für viele historische Persönlichkeiten.
Sogar Königin Luise machte hier 1806 Station und
verweilte nach einem kühlen Trunk vor den Stadtoren
Gröningens.
Ein Spaziergang durch Gröningen bringt zahlreiche Mosaiksteinchen der regionalen Geschichte
ans Licht. An der Stelle des heutigen Zuckerparks befand sich einst eine Zuckerfabrik. Die
1863 gebaute Fabrik war von 1876 bis 1879 die
größte und bestausgerüstete Zuckerfabrik der Provinz. Zwischen den einstigen Befestigungsanlagen
des Schlosses und der Martinikirche erhebt sich ein
etwa fünf Meter hohes Denkmal: Die Germania mit
der Kaiserkrone in der erhobenen rechten und dem
Reichsschwert in der linken Hand. Mit dem Denkmal gedachten die Gröninger der Wiedererrichtung
des deutschen Kaiserreiches, dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 und dem Krieg mit Österreich im Jahre 1866.
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Stadt Gröningen
Marktstraße 7
39397 Gröningen
Telefon 039403-9110
www.verbgem-westlicheboerde.de
• Gröningen ist über die Bundesstraße 81 zu erreichen.
• Gröningen liegt im Übergangsgebiet zwischen dem hügeligen, nördlichen Harzvorland und der Landschaft der Magdeburger Börde an der
Bode, am Rande der Ausläufer des Hakels, zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Harz.
‰ Ehemaliges Benediktinerkloster in Kloster Gröningen
‰ 20 Kilometer entfernt, liegt der Flugplatz Cochstedt
‰ Heimatmuseum Kroppenstedt mit der Geschichte zur Umgebung
81
30
Die Kroppenstedter Reiter waren
für Treue und Schutz berühmt
Erlebnispunkt
Martini-Kirche
Kroppenstedt
10 Kilometer von der
Straße der Romanik mit
der Klosterkirche St. Veit
in Kloster Gröningen
entfernt
• Pension „Anita“,
Kroppenstedt
• Pension „Weißes Ross“,
Kroppenstedt
• Gasthof „Jacobshöhe“,
Kloster Gröningen
• Gasthof
„Zum Kronprinzen“,
Gröningen
• „Heynburger Hof“
Gröningen OT Heynburg
• Gaststätte „Zur Kegelbahn“, Kroppenstedt
Gröningen
82
In Kroppenstedt betritt man einen Boden mit über
1000-jähriger Geschichte. Bereits 934 wurde der
Ort in einer Schenkungsurkunde von Heinrich I. erwähnt. Über die Jahrhunderte wuchs so nahe der
Bischofsresidenz Gröningen - mitten auf dem Weg
zwischen Magdeburg und Halberstadt gelegen - eine Siedlung, die immer wieder von sich reden
machte. Und der Zeitenwandel ist hier an vielen
Stellen ablesbar. Bis heute hat sich der Ruf der
Kroppenstedter Reiter erhalten. Die 28 Mann umfassende Truppe diente bereits im 12. Jahrhundert
dem Erzbischof Ludolf von Magdeburg, einem gebürtigen Kroppenstedter, und standen ihm im
Kampf gegen die Böhmen zur Seite. Später leisteten die Reiter Geleitschutz für reisende Kaufleute
bis zur Leipziger Messe. Für ihre Verdienste erhielten die wackeren Beschützer Ackerland verliehen,
die sogenannten „Reithufen“. Als die Reitergarde
1727 aufgelöst wurde, blieben die Reithufen bestehen. Sie werden noch heute, sollte eine „Reithufe“ frei werden, in einer „Reithufenverlosung“
am 3. Oktober zum Freikreuzfest unter den Landwirten verlost.
Ein bedeutender Zeitzeuge des geschichtsträchtigen Ortes ist die Martini-Kirche. Der ursprünglich
romanische Bau, der sich noch im unteren Mauerwerk des Kirchturmes nachweisen lässt, besitzt einen asymetrischen Grundriss. Die erste urkundliche Erwähnung des Sakralbaus geht auf 1483 zurück. In den folgenden 200 Jahren erlebte das Gebäude mehrere An- und Umbauten, um der gewachsenen Gemeindeschar Rechnung zu tragen.
Die größte Besonderheit der Martin-Kirche ist
Compenius-Reubke-Orgel. Sie stammt in Teilen
schon aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts.
1603 wurde der Orgelbauer Esaias Compenius
auf Empfehlung von Joachim Johann Georg von
der Schulenburg, Senior des Domstifts Halberstadt,
mit dem Bau der Orgel beauftragt. Weil die Arbei-
Heimatmuseum Kroppenstedt
Am Kirchhof 2 - 3
Telefon: 039264-35504
www.kroppenstedt.de
[email protected]
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Pfarramt Kroppenstedt
Telefon: 039264-248
Fax: 039264-92023
[email protected]
• Kroppenstedt in der Magdeburger Börde liegt direkt an
der Bundesstraße 81 zwischen Magdeburg und dem
Harz. Die nächstgelegenen Städte sind Oschersleben
(Bode) 15 km nordwestlich, Halberstadt 20 km westlich
und Quedlinburg 24 km südlich.
‰ Kroppenstedt mit der Martini-Kirche, Heimatmuseum, Eulenturm, historischem Rathaus und Freikreuz
‰ 8 km bis zur einstigen Bischofsresidenz Gröningen
‰ Im nahen Hakeborn kann man eine alte Windmühle besichtigen.
ten jedoch nur schleppend vorangingen, sperrten
die Kroppenstedter Ratsherren Compenius 1604
in die Arrestzelle des Kroppenstedter Rathauses.
Compenius versprach eine schnelle Erledigung.
Doch die Einweihung der Orgel fand erst 1613
statt. Beim Bau der Orgel kamen wahrscheinlich
einige Pfeifenreihen der alten Orgel des Magdeburger Doms zum Einsatz. Die alte Domorgel war
1604 während des Neubaus durch Heinrich Compenius dem Jüngeren abgebrochen worden. Die
ursprüngliche Orgel wurde 1857/58 durch den
berühmten Orgelbaumeister Adolf Reubke modernisiert. Auch heute stehen die Kroppenstedter zu
ihrer Geschichte und bewahren die historischen
Zeugnisse. Die alte Compenius-Reubke-Orgel wird
derzeit durch Spenden rekonstruiert. 2014 soll sie
wieder erklingen.
Ein Ort, der viele Geschichten erzählt, ist das Heimatmuseum. In dem alten Fachwerkhaus, erstmals 1564 als Schule erwähnt, kann man sich
über die Kroppenstedter Reiter, die Entstehung der
Reithufen und die facettenreiche Stadtgeschichte informieren.
Wer dann über den Markt schlendert, steht schließlich vor
dem 1598 erbauten Kroppenstedter Rathaus. Dort kann
man beispielsweise die ehemaligen Gefängniszellen und
das historische Standesamt besichtigen. In der einstigen
Rüstkammer lagert übrigens heute das vollständig erhaltene Kroppenstedter Ratsarchiv mit Dokumenten aus dem
15. bis ins 19. Jahrhundert. Gleich gegenüber dem Rathaus erhebt sich das mächtige 4,40 Meter hohe „Freikreuz“. Davor hielten schon die Grafen von Blankenburg
und Hadmersleben seit 1248 Gericht. Erst 1651, nachdem Kroppenstedt an das Kurfürstentum Brandenburg fiel
und die eigenständige Gerichtsbarkeit erlosch, wurde das
noch heute erhaltene Sandsteinkreuz errichtet. Das Kreuz
war für die Kroppenstedter ein Symbol für die Städtefreiheit und die damit verbundenen 19 Kroppenstedter Privilegien, wozu auch die Gerichtsbarkeit gehörte. Das symbolische Freikreuz ist in seiner Art einmalig in Europa. Die
Bedeutung des Ortes zeigt sich heute noch in den gut erhaltenen mittelalterlichen Befestigungsanlagen mit vier
Wehrtürmen oder dem „Eulenturm“, einem der drei Stadttortürmen.
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Tel.: (03 91) 62 58 40 www.ehs-verlag.de
ROSENBURG
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(Elberadweg
alternativ)
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(gesperrt
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Elberadweg
alternativ
bis ca. 2018)
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„Dienstreisen” von Rittern
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6 Kilometer von der
Straße der Romanik
Paulskirche Seehausen
entfernt
Busverbindungen nach
Magdeburg ZOB,
Wanzleben, Seehausen
• Hotel „Casino”
Klein Wanzleben
• Schullandheim und
Jugendherberge
Eggenstedt
• Pension Seehausen
• Hotel Burg Wanzleben
• Restaurant „Casino”
Klein Wanzleben
• Hotel Burg Wanzleben
• Gasthof „Zum Buttenkrug” Hohendodeleben
• „Zum Klinkerhof”
Niederndodeleben
• Wanzleben
• Seehausen
86
Um die Heilige Stadt Jerusalem von islamischen Kriegern zu befreien, folgten seit dem ausklingenden 11.
Jahrhundert immer wieder Könige und Ritter dem Ruf
der christlichen Kirche und setzten sich zu tausenden
gen Osten in Bewegung. Während des 3. Kreuzzugs
gründeten Bremer und Lübecker Kaufleute 1190 in
Akkon den Deutschritter-Orden zum Schutz von Pilgern und zur Krankenpflege im Heiligen Land. Neben
den Templern und den Johannitern war der Deutsche
Orden der dritte der großen mittelalterlichen Ritterorden. Ab dem 13. Jahrhundert beteiligte sich der
Orden an der Kolonisation slawisch und baltisch
bewohnter Gebiete und gründeten hier sogar
einen Deutschordenstaat. Um die „Dienstreisen” seiner Ritter in das Heilige Land bestreiten zu können und die Expansionspläne im
Baltikum zu sichern, musste der Deutsch-
ritter-Orden beträchtliche Geldmittel aufbringen und
gründete die sogenannte Kommende. Diese erwirtschaftete aus Landwirtschaft, Pachteinnahmen und
Tierhaltung die benötigten Finanzen. So im Herzen der
Börde im Ort Bergen, auch heute noch eine der
fruchtbarsten Regionen Deutschlands. 1272 kaufte
hier der Deutschritter-Orden das Dorf und gründete
eine klosterähnliche Niederlassung, die zur Ballei Sachsen gehörte. Bergen selbst fand schon Erwähnung
1093 in einer Schenkungsurkunde. Unter der
Herrschaft verschiedener Komturen – den Leitern der Ordens-Niederlassungen – wuchs
die Kommende Bergen. Einer der bedeutendsten „Chefs” war 1570 der Landkomtur
Johann von Lossow. Er ließ als Ordensverwalter den Rittersitz mit Wohnhaus, Kapelle, Pfarrgebäude, Glocken- und Taubenturm zum Wohn- und Amtssitz ausbauen
und wählte Bergen als Sitz des Landkomturs der Ballei Sachsen. Sein Wappenzeichen, ein aufspringenden Luchs, findet
man auf einer Kartusche von 1601. Bis
zu seinem Tod führte er die Komturei
wirtschaftlich erfolgreich. Seine Grabplatte findet man hier in der Kapelle mit der
Inschrift „Im Jahre 1605. 26. März starb
Der erwürdige, adlige und gestrenge Herr Johann von Lossow Der Ballein Sachsen Landkomtur Seine Seele ruhe in Frieden”.
Nach Auflösung des Ordens und wechselnden Besitzern kauften 1869 die Familien Rabbethge und
Giesecke das Areal der Kommende. Sie waren weit
über die lokalen Grenzen hinaus bekannt für die Züchtung von Zuckerrübensaatgut sowie Zuckerproduktion
und errichteten in Bergen ein eigenes kleines Reich
des „Zucker-Adels”. 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet, bekam das volkseigene Gut
Seehausen Gebäude und Ländereien übertragen. Die
Kommende verschwand in der Bedeutungslosigkeit und
musste in den DDR-Jahrzehnten gravierende Substanzverluste hinnehmen. Große Teile der Hofanlage verschwanden durch Abriss in den 1980er Jahren, der Rest verfiel.
Als Elisabeth und Walter Kremer 1995 das alte Gut in
der Magdeburger Börde entdeckten, lag es versteckt
hinter hohen Mauern und einem halb verfallenen Portal. Sein Schicksal schien besiegelt. Die jungen Landwirte aber sahen die Schönheit der verlebten Fassaden,
kauften den desolaten Hof und begannen, ein Gebäude nach dem anderen wieder aufzubauen. Mit Erfolg:
Die alte Kommende ist aus Ruinen wieder auferstanden und das Dorf Bergen gewann seine Seele zurück.
Weihnachten 1999 läutete wieder die alte Gutsglocke,
die die Kremers im Magazin des Ummendorfer Museums
ausfindig gemacht hatten. Mit der maßgeblichen Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und mit Mitteln
aus dem Dorferneuerungsprogramm konnte mit Fleiß in liebevoller Kleinarbeit ein Stück Identität in der Region aufleben. Die wesentliche kulturhistorischen Bedeutung wird unterstrichen durch die
Listung der Kommende Bergen im Dehio-Handbuch (Handbuch
der Deutschen Kunstdenkmäler). Die Bergener Kapelle besticht
durch ihre Klarheit und beherbergt auch an ihrer Nordseite zwei
Steinfiguren aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, die wohl
Maria und Christus, als Rest einer mittelalterlichen Abbildung des
Jüngsten Gerichts, darstellen.
Kommende Bergen
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Besichtigungen nach Voranmeldung!
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39164 Stadt Wanzleben - Börde
An der Kommende 46
Telefon 039293-5204
www.kommende-bergen.de
• Interessante Ausstellung zur Baugeschichte und Historie in der
Kapelle der Kommende Bergen
• Der große Taubenturm zeugt von der Stattlichkeit und Wirtschaftlichkeit des Hofes - der Reichtum wurde stets an der Größe des
Taubenturmes gemessen
• Evangelische Kirche St. Petri in Groß Rodensleben
Weitere Ausflugstipps:
➤ Telegrafenlinie Berlin - Koblenz Station Ampfurth
➤ Das „beste Speiseeis der Börde” in Schermcke
➤ Zuckermuseum Klein Wanzleben
➤ Freibad Zuckerdorf Klein Wanzleben
Ein Kleinod auf dem Land: Kommende Bergen
87
32
In der ehemaligen „Cabriokirche”
predigt der Fuchs den Gänsen
Erlebnispunkt
St. Laurentius
Seehausen /Börde
Direkt an der
Straße der Romanik
Paulskirche
Seehausen
Busverbindungen
Richtung Magdeburg ZOB,
Haldensleben ZOB und
Oschersleben
• Schullandheim und
Jugendherberge
Eggenstedt
• Landgasthof
„Hopfengarten”
• Pension Seehausen
• Landgasthof
„Hopfengarten”
• Burg Wanzleben
wenige Kilometer
(Eggenstedt entfernt:
• Aller-Radweg
• Aller-Harzradweg
• Wanzleben
• Seehausen
88
stammt aus dem Jahr 1320. Die Allegorie gibt es im
Von Wanzleben aus am Waldesrand in Richtung NordAltdeutschen ebenso wie in anderen europäischen
west auf der Bundesstraße 246a erreicht man SeeSprachen und mahnt zur Wachsamkeit.
hausen. Der idyllisch gelegene Ort erhielt seinen NaDie Kirche wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg ummen durch den See, an den sich das Wohngebiet angestaltet. Weitere Änderungen gab es im 19. Jahrhunschmiegt. Auf der anderen Seite erstreckt sich das grüdert, was einige Schönheiten verdeckte. Das Kirchenne Gebiet des Hohen Holzes, dem einzigen größeren
schiff ist eine architektonische Besonderheit, ist es auf
Waldgebiet in der westlichen Börde. Der Ort entstand
dem Fundament doch breiter als lang. Nachgesetzt
durch den Zusammenschluss von Nordendorf und
wird der Fenster-Lichtkranz zwischen Dach und SchiffSeehusen, und so gehören gleich zwei wunderbare
mauer, auch die Fenster sollen erneuert werden, die
Kirchen zur Gemeinde. Die Paulskirche, um 1000 entaus der Zeit der Gotik stammen.
standen, 1148 erstmals erwähnt,
Zu jener Zeit wurde Seehausen
ist die älteste Kirche der Börde und
bereits als Stadt bezeichnet (urgehört zur Straße der Romanik. Sie
kundlich 1197), auch wenn erst
ist bis heute unversehrt erhalten.
1695 offiziell das Stadtrecht ver1326 wurde St. Laurentius in einer
liehen worden ist. Erstmals erSchenkungsurkunde erstmals als
wähnt wurde der Ort lange Zeit
Kirche erwähnt. Vorher gibt es Hindavor: 966. Rund 870 Jahre später
weise auf eine Laurentiuskapelle
entstand hier eine der ersten Zu(um 955) bzw. um 1206 eine Kackerfabriken Deutschlands.
pelle Laurentii in Zusammenhang
Wer am Ortsausgang von Seehaumit dem angrenzenden Friedhof.
sen in Richtung Eggenstedt und
Der Kirchturm wie er sich heute
Eilsleben ein wenig bergauf wanpräsentiert wurde im Jahre 1511
dert, gelangt zum „Götterstein von
vollendet. Das Kirchenschiff hatte
Seehausen“, auch Langer Stein geüber 40 Jahre kein Dach. Nichtsnannt. Er steht auf einer Anhöhe
destotrotz fanden regelmäßig Mesetwas abseits vom Weg. Der rund
sen und andere Veranstaltungen
2,40 Meter aus der Erde ragende
statt. Was zum einen nicht einfach
Menhir ist der nördlichste in
zu organisieren ist, zum anderen
Deutschland und hat eine besonlitt der Bau unter den WitterungsSeehäuser Warte
ders schöne Gestaltung. Auffällig
einflüssen. Auch wenn es das Ensind reliefartige Ornamente mit eide des „Cabrios“ bedeutet: Durch
nem Kreis, einem breitem Beil mit Stiel und einer
Fördergelder und zahlreiche Spenden hat eine neue
Schärpe. Der Gedenkstein markiert eine ehemalige
Überdachung begonnen. Ein wichtiger Schritt zum ErBegräbnisstätte, was archäologische Untersuchungen
halt dieses Kleinodes und seinen künstlerischen Hinbestätigten. Eingeritzte Motive sind an Menhiren in
terlassenschaften. Dazu gehören die Reste einer auDeutschland äußerst selten. Dieser ist zudem recht gut
ßergewöhnlichen Deckenmalerei. Besonderer Hinguerhalten. Andere seiner Qualität wurden vorsichtshalcker ist die Glockenwand, an der ein Fuchs den Gänber ins Museum gebracht.
sen eine Predigt hält. Die humorvolle Ritzillustration
St. Laurentius Seehausen
In Richtung Eilsleben steht kurz hinter dem Ortsausgang ein ehemaliger Wachturm.
Die Seehäuser Warte wurde um 1500 gebaut und ist sehr gut erhalten. Sie ist 13
Meter hoch und war Teil der Grenzsicherung des Erzbistums Magdeburg. Der Zutritt war durch den in vier Metern Höhe befindlichen Eingang erschwert. Weitere
historische Bauten sind der Panneturm und der Schneiderturm am Marktplatz.
Letzterer war einst nicht nur ein Wachepunkt, sondern wurde später auch als Gefängnis genutzt. Beide Türme
sind steinerne Zeitzeugen der
ehemaligen Stadtbefestigung.
Ganz in der Nähe befinden
sich zudem Quellbäche. So
entspringt an der Nordseite
des Hohen Holzes die Aller,
die bei Wolfsburg in den Allersee fließt und später u. a.
in die Weser mündet und
deren wasserreichster Zufluss ist.
St. Laurentius Kirche Seehausen
Evangelisches Pfarramt Seehausen
Pfarrer Thomas Seiler
Telefon: 039407-425
[email protected]
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
• Das Wappen Seehausens zeigt den Schutzpatron
des Erzstiftes Magdeburg, den Ritter St. Mauritius,
als Schildhalter des eigentlichen Wappens mit einer „Seeblume” im Schilde.
Weitere Ausflugstipps:
➤ Landschaftsschutzgebiete um Seehausen: Hohes Holz
und Saures Holz
➤ Bördemuseum Ummendorf
➤ Zuckerdorf Klein Wanzleben
89
33
Auf den Spuren von Erzbischof,
Zisterzienserinnen und Nathusius
Erlebnispunkt
Kloster Meyendorf
3,1 Kilometer von der
Straße der Romanik
Paulskirche in Seehausen
entfernt
• Mit dem Bus 602 kann
man direkt vom ZOB
Magdeburg nach Meyendorf fahren oder vom
Bahnhof Wanzleben
aus mit dem Börde-Bus
in Richtung Seehausen.
• Schullandheim und
Jugendherberge
Eggenstedt
• Hotel Burg
Wanzleben
• Hotel „Casino“
Klein Wanzleben
• Hotel - Pension
„Hopfengarten“ in
Seehausen
• Hotel „Casino“
Klein Wanzleben
• Hotel Burg
Wanzleben
• Zum Osterberg
Bottmersdorf
• Börderadweg
• Aller-Harz-Radweg
• Wanzleben
• Seehausen
90
Der Magdeburger Erzbischof Ludolf soll 1192 Meyendorf in einer Schenkungsurkunde erwähnt haben.
Und es war ebenfalls Ludolf, der 1200 vermutlich
als Erster im Deutschen Reich dem Deutschen Orden ein Stück Land für ein Hospital zur Armen- und
Krankenpflege im westlichen Teil von Halle an der
Saale stiftete und damit zur Ersterwähnung Meyendorfs dem Ort vielleicht eine Bestimmung für die
Gegenwart geben sollte. Denn heute werden hier
pflegebedürftige Menschen betreut. Zunächst war
Meyendorf im Mittelalter allerdings ein Bauerndorf
und Sitz der gleichnamigen adeligen Familie.
Schließlich stifteten die Brüder Heinrich von Gronenberg, Probst und Kantor des Erzstiftes Magdeburg
und Ritter Gebhard dort 1267 ein Zisterzienserinnen-Kloster. Das Dorf selbst stand fortan hinter der
Bedeutung des Klosters zurück. Durch Erwerb und
Schenkungen erlangte das Kloster allerdings bald
Ansehen und Wohlstand. Erst ein Großbrand im Jahr
1610 und der folgende 30-jährige Krieg richteten
weitgehende Schäden an, die über viele Jahrzehnte
dorf’schen Betrieb und beginnt 1852 mit der Zucht von Rindern und Pferden.
Während der Zeit der deutschen Teilung erhält die alte Klosteranlage ihre heutige Bestimmung. Es wird ein Alten- und Pflegeheim eingerichtet. Nach 1990 erfolgte eine umfassende Renovierung und seither ist die Kloster Meyendorf Betreuungszentrum GmbH Eigentümerin und Trägerin der Einrichtung, in
der pflegebedürftige Menschen ein Zuhause haben. Der angrenzende Teich im Landschaftspark wird heute zur Fischaufzucht genutzt und der schöne Park ist noch immer ein beliebter
Ort zum Spazieren. Im „Klostercafé“, direkt am Teich, können
die Bewohner von Kloster Meyendorf, deren Angehörige und Besucher der Anlage Kaffee
trinken und Kuchen essen. Im Sommer
lädt die Terrasse zum Entspannen ein.
Das renovierte, historische Kleinod
mit seinem schönen Landschaftspark ist jederzeit eine spannende
Entdeckungsreise wert.
Kloster Meyendorf
Betreuungszentrum GmbH
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Klosterstraße 2
39164 Stadt Wanzleben - Börde / OT Meyendorf
Telefon: 039407-93680
www.kloster-meyendorf.de
Öffnungszeiten „Klostercafé”:
Mittwoch - Sonntag: 13:00 bis 17:00 Uhr
• Kloster Meyendorf liegt zwischen Remkersleben und Seehausen. Man erreicht den Ort über Wanzleben auf der Bundestraße
246a.
• Meyendorf grenzt unmittelbar an das hügelige Waldgebiet
„Hohes Holz“ inmitten der Börde. Im acht Kilometer entfernten
Eggenstedt beginnt der Aller-Harz-Radwanderweg, kurz AHR
genannt. Hier entspringt die südlichste der Allerquellen.
• Mit der Paulskirche im benachbarten Seehausen ist Kloster
Meyendorf nur einen Katzensprung von einer offiziellen Station
der Straße der Romanik entfernt. Eine weitere Sehenswürdigkeit in Seehausen ist die evangelische Kirche St. Laurentius.
am Kloster sichtbar blieben. Auch die Klosterkirche
wurde dabei zerstört. Erst der Äbtissin Theresia Henkel gelang es, dem Kloster einen neuen Aufschwung
zu schenken. Unter ihr wurde 1720 beispielsweise
die barocke Klosterkirche St. Andreas und Maria errichtet. Die mehr als 500-jährige Kloster-Geschichte
findet allerdings mit der fortschreitenden Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts ein Ende.
Der Magdeburger Kaufmann Johann Gottlob Nathusius erwirbt 1830 die Anlage. Aus den Wirtschaftsund Klostergebäuden wurde nun ein modern geführter Gutsbetrieb. Schon wie in Hundisburg legten
Nathusius und seine Nachkommen einen großen
Landschaftspark an. Die heute denkmal- und naturgeschützte Parkanlage gehört zu den schönen historischen Gärten Deutschlands. Sie verbindet Meyendorf mit dem Ortsteil Remkersleben. 1835 übernimmt August Engelhard von Nathusius den Meyen-
Das Kloster Meyendorf ist heute ein Betreuungszentrum
91
34
Das Streben nach Höhe und
Bestnoten für Fischerdorf
Erlebnispunkt
Klein Germersleben
7 Kilometer von der
Straße der Romanik
Burg Wanzleben
entfernt
Busverbindungen nach
Wanzleben und
Oschersleben
Gasthof „Zum Osterberg”
Bottmersdorf
• Hotel Burg Wanzleben
• Pension „Zum Pfingstberg" Klein Wanzleben
• Hotel - Restaurant
„Casino”
Klein Wanzlebenen
• Gasthof „Zum Osterberg”
Bottmersdorf
• „Blumenberger Krug”
Blumenberg
• Gaststätte „Frühlings
Bauernstübl”
Schwaneberg
• „Weißer Schwan”
Langenweddingen
• Boderadweg in
Groß Germersleben
• Seehausen
• Wanzleben
92
Wenn es kurz vor den Schulferien im Sommer und
Winter Zensuren hagelt, denken die wenigsten an den
Verursacher dieser Noten. Das noch heute angewendete Zensurensystem verdanken wir Schulreformer
Gotthilf Sebastian Rötger (1749-1831). Dass dieser im Bördeort Klein Germersleben das Licht der
Welt erblickte, wissen die wenigsten. Als Sohn
des Sebastian Peter Rötger, Pastor in Klein Germersleben, und der Margarethe Christine Rötger, Tochter des Rektors der Magdeburger
Domschule, verbrachte er hier im Pfarrhaus
des Ortes die ersten Jahre seines Lebens.
Daran erinnert noch heute eine Gedenktafel. In den Räumen des Fachwerkhauses aus dem 17. Jahrhundert
finden Besucher eine Dauerausstellung zum Wirken des Gelehrten. Ein extra eingerichtetes Kabinett
vermittelt Wissenswertes über Gotthilf
Sebastian Rötger sowie zur Geschichte des
Ortes. Im Ort selbst wurde 2014 ein Gedenkstein zu Ehren Rötgers aufgestellt. Die Ortseingangsschilder verkünden schon den Ruf Klein Germersleben als ehemaliges Fischerdorf und den Geburtsort
des „Vater Rötger“.
Gotthilf Sebastian Rötger wirkte für lange Zeit seit seiner Wahl 1779 im Pädagogium des Klosters Unser
Lieben Frauen in Magdeburg als Propst. Er reformierte
in seiner Amtszeit das bisher bestehende Schulwesen.
Rötger zweifelte nie an der Intelligenz von Kindern
armer Leute und wollte auch diesen den Zugang zur
Bildung ermöglichen. Er war zudem ein pädagogischer
Praktiker mit außerordentlichen Fähigkeiten, der den
Ruf der Klosterschule und seines Pädagogiums auch
durch die schwierigen Zeiten der französischen Besetzung hindurch sicherte. Bemerkenswert sind auch die
Umgestaltung des Unterrichts und der Erziehung mit
der Einführung von Zensuren, der Einrichtung einer
Maschinenkammer, einer Schülerbibliothek und eines
Naturalienkabinetts. Auch gesellschaftlich engagierte
sich Rötger – die Klosterbälle (seit 1780) und Kreuzhorstfeste (Exkursionen in das zum Kloster gehörige
Landschaftsgebiet Kreuzhorst vor den Toren
Magdeburgs) gehen auf ihn zurück. Der
überaus beliebte und verehrte Pädagoge
bekam schon zu Lebzeiten den Ehrennamen „Vater Rötger”. Zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum als Pädagoge verlieh ihm
die Universität Halle den Titel eines theologischen Ehrendoktors. Für seine Verdienste erhielt er kurz vor seinem
Tode die silberne Bürgerkrone
der Stadt Magdeburg. In späterer Zeit benannte die Stadt
Magdeburg ihm zu Ehren eine
Straße als Rötgerstraße.
Klein Germersleben selbst lebte über
Jahrhunderte vom Reichtum der Börde. Zuckerrüben sicherten dem Ort – erstmalig 937 als Lütgen Germersleve erwähnt – den Wohlstand. Sogar als
Fischerdorf war der Ort bekannt: zwei Fischteiche in
Senken ernährten in den Fastenzeiten die Bewohner.
Dennoch blieben die Germersleber Einwohner stets
fromm. 1636 entstand im 30-jährigen Krieg bei Klein
Germersleben ein Feldlager, in dessen Folgen der gesamte Ort zerstört wurde – 16 Jahre wohnte kein
Mensch mehr hier. Die zerstörte Kirche mit romanischen Ursprüngen bauten Anwohner erst 1652 wieder auf. Sie war auch die Taufkirche von Gotthilf Sebastian Rötger, dessen Familie schon 1660 einen
Taufstein stiftete.
Ende des 19. Jahrhunderts errichteten die Germersleber eine neue Kirche im neugotischen Stil. Die Mauern der alten Kirche umgrenzen noch heute das Kirchengelände. Der neue „Zuckerdom” sollte vom
Reichtum der Bürger zeugen – er hat einen sehr hohen, quadratischen Westturm. Vier kleine Türme krönen neben dem
Helm seine Spitze. Ursprünglich sollte der Turm zu den
höchsten der Region zählen. Mehr als 60 Meter Höhe hatte
er schon in der Bauphase (von 1899 bis 1902) erreicht, als
ein gewaltiger Sturm dem Streben nach Höhe ein jähes Ende setzte. Trotzdem zählt die Kirche St. Aegidie mit ihrer Höhe
von 54,5 Metern zu den imposantesten Bauwerken in der
Börde. Das fünfjochige Schiff und der eingezogene Chorraum
sind kreuzrippengewölbt. Im Mittelfenster des Chores sieht
man die Anbetung der Heiligen Drei Könige.
Ab 1980 verhinderten Dachschäden die weitere Nutzung als
Gotteshaus, der Abriss war geplant, das Inventar schon „verscherbelt”. 1988 erst kam der Sinneswandel und die Sanierung des Daches begann. Den Taufstein konnte man aus einem Kohlehaufen bergen und das Innenleben der Kirche
wird liebevoll und detailliert restauriert. Dass die Kirche noch
heute so prachtvoll steht, verdanken die Klein Germersleber
Pfarrer i. R. Peter Telschow und vielen Helfern und Spendern,
die den Erhalt der Kirche St. Aegidie sichern.
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Ansprechpartner:
Hans-Walter Franke,
Telefon: 039209-2352
oder Andreas Gießmann,
Telefon: 039209-53959
• Klein Germersleben ist Ortsteil der Stadt Wanzleben - Börde und gehört zur Ortschaft Bottmersdorf und liegt am
westlichen Rand der Magdeburger Börde, südwestlich der
Landeshauptstadt. Bottmersdorf gehörte früher zum I. Distrikt des ehemaligen „Magdeburgischen Holzkreises".
• Beliebtes Fotomotiv Klein Germerslebens neben der Kirche St. Aegidie ist die Paltrockmühle. Sie ist seit 1982 in
Privatbesitz und die einzige Paltrockmühle mit einem
funktionstüchtigen Ventikanten-Flügelkreuz. Sie wurde
ursprünglich als Bockwindmühle 1848 in Seehausen
konzipiertund ist jährlich Pfingstmontag zu besichtigen.
Weitere Ausflugstipps:
➤ Das Spaßbad im Ortsteil Wanzleben
➤ Badeanstalt „Ostende” Langenweddingen
➤ Freibad Altenweddingen
➤ Freibad Zuckerdorf Klein Wanzleben
Einweihung des Genksteins
zu Ehren Röttgers im Jahr 2014
93
35
Beflügelte Engelsgesichter im
beeindruckenden Dom auf dem Lande
Erlebnispunkt
Langenweddingen
10 Kilometer von der
Straße der Romanik
Burg Wanzleben
Bahnstationen
Osterweddingen und
Langenweddingen
Busverbindungen nach
Magdeburg ZOB
Schwaneberg, Osterweddingen, Langenweddingen, Wanzleben
• Hotel-Pension
„Magdeburger Börde”
Sülzetal
• Landhotel
„Schwarzer Adler”
Osterweddingen
• „Ilonas Pension”
Langenweddingen
• „Zum Weinberg” in
Sülldorf
• „Zatto´s Bierstube” in
Osterweddingen
• „Schäfer´s Brot und
Kuchenspezialitäten”
Osterweddingen
• „Weißer Schwan” in
Langenweddingen
• Magdeburg
94
Der „Dom auf dem Lande“ ist eine Besonderheit in
Langenweddingen. Freilich kann er trotz 36 Metern
Höhe vom Ausmaß nicht mit dem in Magdeburg oder
anderen großen Städten mithalten, doch bekommt
ein Kirchenhaus diesen Titel für architektonische oder
künstlerische Besonderheiten. Die zeigen sich bereits
beim Betreten des historischen Gemäuers. Sofort im
Blick ist die großflächige hölzerne Altarwand, die das
Kirchenschiff in Höhe und Breite ausfüllt, mit vergoldeten Säulen, Figuren, Verzierungen. An der rechten
Seite ist Namenspatron St. Georg Wache zu entdecken, auf der linken eine weitere Berühmtheit: der heilige Mauritius in Rüstung mit Schild und Lanze, der
Schutzpatron des Magdeburger Domes. Die Magdeburg-Verbindung ist kein Zufall, gehörte das Langenweddinger Gotteshaus doch einst zum hiesigen Moritzkloster – ein Geschenk
von Otto I. vom 29. Juli 946.
Damals wurde der Ort noch
Westerwattinge genannt. Zu
Langenweddingen gewandelt
wurde der Name wohl im 15.
Jahrhundert wegen der lang gestreckten Gestaltung des Dorfes, verbunden mit dem altgermanischen Wort Weddingen
für Rechtsprechung. Die fand
im Ortsinneren auf dem öffentlichen Platz statt. Heute steht
dort noch der Lutherstein. Er erinnert an an die Reformation,
vor dem heutigen Bürgerhaus.
Den
Bewohnern
brachte der fruchtbare Boden der Börde
bereits im 10. Jahrhundert einigen Reichtum. Ei-
nen Eindruck des einstigen Ausmaßes lassen die steinernen Zeitzeugen erahnen, wie die Toreinfahrten der
ehemaligen Gehöfte und natürlich die Kirche. Das imposante Gebäude gibt Zeugnis einer Gemeinde, der
daran gelegen war, Gott für den durch die gute Erde
erworbenen Reichtum zu danken. Im Jahre 1703
wurde sie auf den Ruinen, der im Dreißigjährigen
Krieg stark beschädigten Vorgängerkirche erbaut. Von
dieser zeugt nur noch der 36 m hohe Turm aus dem
13. Jahrhundert. Neben „recyceltem“ Baumaterial der
Vorgängerkirche und einer weiteren ehemals in Langenweddingen vorhandenen Kirche entstand ein neues Kirchengebäude. Ihre Innenausstattung ganz im Stile des Barock erhält das Gebäude 1710. Dazu gehört
auch ein reich verzierter Kanzelkorb, eine umlaufende
ebenso reich verzierte Empore, so wie das Gehäuse
der Orgel. Diese wurde wohl auch 1710 eingebracht,
ist aber bis heute so oft umgebaut worden, so dass
der ursprüngliche Orgelbaumeister nicht mehr erkennbar ist.
1916 wurden die im Jahre 1585 gegossenen Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen und 1925
durch Stahlglocken ersetzt. Zu DDR-Zeiten mühten sich
die Pfarrer und Gemeindekirchenräte um den Erhalt, es
konnten aber lange nicht alle Schäden behoben werden.
1995 wurde mit den grundlegenden Erhaltungsmaßnahmen begonnen, ermöglicht durch Fördermittel. 2001 begann dann die Gesamtsanierung mit Unterstützung der
„Deutsche Stiftung Denkmalschutz“, der Kirchbaustiftung
der Evangelischen Kirche in Deutschland, des Landes
Sachsen-Anhalt, der Oetker-Stiftung, dem Evangelischen
Kirchenkreis Egeln, der Kirchengemeinde Langenweddingen und vielen Einzelspendern aus nah und fern. 2011
waren die Arbeiten abgeschlossen und heute wird die Ev.
Kirche St. Georg der Bezeichnung „Dom auf dem Lande“
wieder gerecht.
Sie wird nicht nur für Gottesdienste genutzt, sondern steht
für vielerlei kulturelle Veranstaltungen zu Verfügung. Besonders werden Veranstaltungen geschätzt, bei denen
auch die Orgel erklingt.
Sankt-Georg-Kirche Langenweddingen
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Pfarrer Raimund Müller-Busse
Kirchtor 25
39171 Sülzetal / Langenweddingen
Telefon: 039205-69286
Mobil: 0171-7380882
• Traurige Berühmtheit bekam der Ort durch ein schweres Zugunglück. Am
6. Juli 1967 kollidierte an einem Bahnübergang ein Personenzug mit einem Tanklaster, der explodierte. 94 Menschen kamen ums Leben, überwiegend Kinder auf der Reise in die Ferien.
• Ein Spaziergang im Langenweddinger Park ist ein lohnendes Ziel.
Weitere Ausflugstipps:
➤ Grüne Zitadelle zu Magdeburg - Friedensreich Hundertwassers letztes Projekt
➤ Badeanstalt „Ostende” Langenweddingen
➤ Freibad Altenweddingen
95
36
Reichtum der Tauben, barocke Rosen
und der Zauber des alten Klosters
Erlebnispunkt
Osterweddingen
17 Kilometer von der
Straße der Romanik
Burg Wanzleben
Bahnverbindung
HEX
Busverbindungen nach
Magdeburg ZOB
• Landhotel „Schwarzer
Adler” Osterweddingen
• Hotel-Pension
„Magdeburger Börde”
Sülzetal
• „Ilonas Pension”
Langenweddingen
• „Zum Weinberg” in
Sülldorf
• „Zatto´s Bierstube” in
Osterweddingen
• „Schäfer´s Brot und
Kuchenspezialitäten”
Osterweddingen
• „Weißer Schwan” in
Langenweddingen
• Altenweddingen
96
Bei einer Fahrt auf der Straße der Romanik trifft man
immer wieder auf die für diese Gegend charakteristischen Bördedörfer. Einer dieser Vertreter, ein wenig
abseits der Straße, ist Osterweddingen im schönen
Sülzetal. Die Gründung des Ortes lässt sich nicht genau datieren, aber Überreste einer Pfahlbausiedlung
beweisen, dass sie sehr früh begann. Die erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 937 datiert, als
Kaiser Otto I. dem damaligen Kloster ausgedehnte
Ländereien, darunter auch „Osteruuattinga”, zum Geschenk machte.
Osterweddingen wurde bald zum wichtigsten Besitz
des Klosters und kann auf eine bewegte Geschichte
zurückblicken. Heute hat sich Osterweddingen, neben
seiner landwirtschaftlichen Bedeutung, zu einem modernen Industriestandort entwickelt. Doch wer genau
hinschaut, kann immer noch die Zeugen des einstigen
Reichtums und der bäuerlich geprägten Vergangenheit
entdecken.
Eine der Sehenswürdigkeit des Ortes ist sicherlich die
alte Dorfkirche. Erstmals 1321 erwähnt, aber wahrscheinlich schon viel früher erbaut, erwarten den Besucher im inneren einige prächtige barocke Schnitzereien. Und am Giebel der Sakristei erinnert das Wappen des Klosters Berge zu Magdeburg an die bedeu-
tungsvolle Vergangenheit des Ortes. Mönche, die nicht
zum Domstift gehörten, fanden im einstigen Kloster
Unterschlupft. Es entstand um das Jahr 950. Erstmals
urkundlich erwähnt wird es 965. Spätestens 1363
wurde der Name Kloster Berge geprägt, wegen der etwas höheren Lage des Baus. Seine Geschichte ist mit
einigem Auf und Ab verbunden, mit Segen und Katastrophen. So gab es 1017 den ersten großen Brand,
1525 gar stürmten und plünderten in der aufregenden Zeit der Reformation etwa 200 Magdeburger Bürger die Anlage vor den Toren der Stadt. Auch im 30jährigen Krieg wurde sie arg gebeutelt. Mit Napoleon
kam der endgültige Niedergang und letztlich der Abriss
1813.
Weitere Zeugen der Vergangenheit sind zum Beispiel
die drei Taubentürme, welche mehr als 250 Jahre alt
sind. Einer dieser Türme ist auf dem Grundstück des
Landhotel „Schwarzer Adler” zu finden, sogar in Verbindung mit einer Taubenwand, was auch früher
schon sehr selten war. Das Landhotel erstreckt sich
über insgesamt drei Höfe und Gärten und nutzt geschickt die bestehende historische Architektur der Bauernhöfe. Im Jahr 1993 wurde der damalige „Ausspann“, der alte Dorfkrug von 1734, gemeinsam mit
einem angrenzenden Vier-Seiten-Hof zu einem komfortablen Hotel und Restaurant umgebaut. Die Betreiberfamilie verstand es, die klassischen Vier-Seiten-Höfe vollständig zu erhalten, und so finden sich auf der
gesamten Anlage immer wieder raffinierte Ecken mit
Bauern- und Barockgarten und viele Räumlichkeiten,
die zum Verweilen und Entspannen einladen.
Einmal im Jahr, zur Zuckerrübenkampagne, wird im
Rahmen der Süßen Tour eine Reise auf den Spuren
des „Weißen Goldes“ veranstaltet. Hier kann man auf
anschauliche Weise an weiteren Stationen die Bedeutung des Zuckerrübenanbaus und der sich daraus entwickelnden Industrie erleben.
Natürlich gibt es auch in der Umgebung des Dorfes lohnende Ausflugsziele, allem voran das Naturschutzgebiet „Sülzetal”. Dieses ist nur zwei Kilometer entfernt und wunderbar mit
dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen.
Hier erwartet Sie eine der größten und
wertvollsten Binnenlandsalzstellen
Deutschlands, mit besonderer Flora und
Fauna. Aber auch die Naturschutzgebiete „Großer Bruch”, ein ehemaliges Sumpf- und Moorgebiet sowie das „Hohe Holz” mit seinem umfangreichen Baum- und Pflanzenbestand, laden den Besucher zum Spazieren und Verweilen ein.
Ein Abstecher von der Straße der Romanik lohnt also auf jeden Fall, viele kleine und Große Schätze
warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden!
Landhotel Schwarzer Adler
Alte Dorfstraße 2
39171 Sülzetal / Osterweddingen
Telefon: 039205-6520
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
[email protected]
• Osterweddinger Bockwindmühle - die letzte ihrer Art im Sülzetal
• alljährlich findet an den Pfingstfeiertagen ein großes Heimatfest statt
• Kirche mit mittelalterlichem Querturm
Weitere Ausflugstipps:
➤ Grüne Zitadelle zu Magdeburg - Friedensreich Hundertwassers letztes Projekt
➤ Badeanstalt „Ostende” Langenweddingen
➤ Freibad Altenweddingen
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Das süße Glück des Salzes
im blau-roten Blütenmeer
Erlebnispunkt
Sülldorf
17 km von der
Straße der Romanik
Burg Wanzleben
Bahnstationen
Osterweddingen und
Langenweddingen
Busverbindungen nach
Magdeburg ZOB
Schwaneberg, Osterweddingen, Langenweddingen, Wanzleben
• Hotel-Pension
„Magdeburger Börde”
Sülzetal
• Landhotel „Schwarzer
Adler” Osterweddingen
• „Ilonas Pension”
Langenweddingen
• „Zum Weinberg” in
Sülldorf
• „Zatto´s Bierstube” in
Osterweddingen
• „Schäfer´s Brot und
Kuchenspezialitäten”
Osterweddingen
• „Weißer Schwan” in
Langenweddingen
• Altenweddingen
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Es ist nicht umsonst das berühmte „Salz in der Suppe“, das dem Leben die besondere Note gibt. Salz
gilt von altersher als Kostbarkeit. In Sachsen-Anhalt
gibt es viele, gut ausgebildeten Salzlandstellen. Zu
den interessantesten und größten Flächen gehören
die Salzfelder bei Sülldorf mit noch sprudelnder
Salzquelle. Die Salzfelder wurden zum Naturschutzgebiet erklärt, bringt die geologische Gegebenheit
doch auch besondere Tiere und Pflanzen hervor.
Dazu gehört beispielsweise der Salzlaufkäfer, der ansonsten nur an Meeresküsten vorkommt, wie dem
Kaspischen oder Schwarzen Meer. Ihn zu entdecken,
muss man genau hinsehen, ist der Wicht doch nur
um die sechs Millimeter groß. Die interessierten Besucher erhalten Auskunft auf Informationstafeln, die
an einem zwei Kilometer langen Naturlehrpfad aufgestellt worden sind. Ein besonders schöner Anblick
bietet sich übrigens im Spätsommer zur Salzblüte,
wenn das Areal bläulich und rot schimmert. Prägnant sind dann die Salzasternblüten und die Vorkommen der Queller, auch Meeresspargel genannt.
Krönung ist das Salzblütenfest im September.
Das Bördeland ist heutzutage vor allem für seine süße
Seite bekannt, doch die salzige hat eine viel längere
Tradition. Die Zuckerindustrie in der Region entstand
um 1800. Der Ort Sülldorf jedoch erhielt seinen Namen durch die vorhandenen Salzquellen und wurde
erwähnt erstmals 937 als Soltdorp. Mit dem Recht zur
Salzgewinnung wurde 1299 die erste Salzgenossenschaft gegründet. Es gab bis zu zehn Siedehäuser in
den Folgejahren, was eine Größe darstellte. Ausgerechnet der Preußenkönig allerdings beendete die
Salzgewinnung am Ort: Friedrich Wilhelm I. kaufte das
Recht zu Salzgewinnung ab, das war um 1726. Fortan
durfte lediglich die Sole verwendet werden, dies jedoch nicht weniger erfolgreich – die salzige Lösung
wurde als hervorragende Quelle zur Erholung entdeckt. Das erste Solebad für Kurgäste wurde 1820 eröffnet, weitere folgten.
Die Bedeutung des Salzes wurde im Wappen des Ortes verewigt, mit drei blauen Salzasternblüten, offiziell
genehmigt 1996 durch das Regierungspräsidium
Magdeburg. Die zudem enthaltenen gekreuzten Salzhaken entstammen dem historischen Wappen der
Berndes aus dem 15. Jahrhundert. Die Familie besaß
bedeutende Salzgewinnungsgewerke. Zeichen der Bedeutsamkeit der Familie ist ihr Wappen auf dem Eingangstor zum Kirchhof. Erinnerungen bieten lebensgroße Epitaphien betender Menschen an der Kirchhofmauer, die sich zumeist auf Berndes' Familienmitglieder beziehen. Ein Blickfang ist bereits der Torbogen,
durch den man in den Innenhof der Kirche St. Martin
gelangt. Ihr Ursprung liegt in der Spätromanik. Auffällig
sind ihre Segmentbogenfenster, die bei einem Umbau
Anfang 1700 eingefügt worden sind. Aus dieser Zeit
stammen zudem die Sakristei und der Chor, der übrigens etwas niedriger ist als das Kirchenschiff. Quer zu
diesem steht der Kirchturm. Auffällig ist die steile Holztonne an der Decke. Auf der nördlichen Seite befindet
sich noch die Herrschaftsempore. Eine besondere Betrachtung lohnt der hölzerne Kanzelalter mit Reliefs
von Evangelisten und reicher Ornamentik vom Beginn
des 17. Jahrhunderts. Das älteste Stück ist der Taufstein aus Sandstein, datiert mit 1577.
Unweit davon entdecken Spaziergänger im Park weitere steinerne Zeugen der Ortsverbundenheit mit einer prominenten Familie: das Denkmal für die von Angern, die sogenannten „Salzbarone”. Ihre Tradition geht
ins Jahr 1160 zurück, in dem erstmals urkundlich
Theodoricus de Angeren erwähnt wird. Zu seinen
Nachkommen zählte Kuno von Angern, der sich 1388
im Erzstift Magdeburg niederließ. Ihm folgten Familienmitglieder als Ministeriale der Erzbischöfe. Heinrich
von Angern war ab 1387 Domherr, Dietrich von Angern Dekan des Kollegiatstifts St. Nikolaus in Stendal
(um 1450), Ludolph von Angern preußischer Staatsund Finanzminister (ab 1757).
Die Salzstellen bei Sülldorf
Kirche St. Martin
Pfarrer Raimund Müller-Busse
Kirchtor 25
39171 Sülzetal / Langenweddingen
Telefon: 039205-69286
Mobil: 0171-7380882
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
• Geplant ist eine neue touristische Besonderheit: die Salzige
Tour mit Salzbergwerk, Gradierwerken, Ausstellungen
• Das Naturschutzgebiet „Salzstellen bei Sülldorf“ zeigt sich
besonders schön in den Monaten August und September zur
Salzblüte. Dann feiern die Sülldorfer Salzblütenfest.
• Die Untere Naturschutzbehörde Wanzleben hat 1991 bescheinigt, dass sich „bei Sülldorf der größte Binnensalzstellenkomplex Deutschlands von höchster Schutzwürdigkeit befindet“.
• Tradition hat die Schalmeienkapelle Sülldorf 1964 e. V., mehrfach Gewinnerin der Landesmeisterschaften und Deutscher
Meister.
Weitere Ausflugstipps:
➤ Denkmal der Familie von Angern auf dem Weinberg
➤ Zuckermuseum Klein Wanzleben
➤ Gradierwerk Schönebeck-Salzelmen
➤ Tierpark Bierer Berg
St. Martin Sülldorf
99
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„Verkehrte Welt“ in Welsleben oder
das Geheimnis um St. Pankratius
Erlebnispunkt
St. Pankratius
Welsleben
15 Kilometer von der
Straße der Romanik entfernt
Kloster Unser Lieben Frauen
in Magdeburg
• Welsleben kann man mit
der Buslinie 133 vom
Schönebecker (Elbe)
Busbahnhof aus anfahren oder mit der Buslinie
134 aus Calbe (Saale)
oder vom ZOB Magdeburg aus.
• Pension A. Stöhr in
Welsleben
• Hotel Sleep & Go in
Schönebeck (Elbe)
• Hotel am Kurpark in
Schönebeck (Elbe)
• Eiscafé & Bistro
„Brauckmann“
Welsleben (täglich geöffnet, Eis & Kuchen aus eigener Herstellung)
• Hotel am Kurpark in
Schönebeck (Elbe)
• Hotel Domicil
Schönebeck
• WELTRAD Restaurant
Schönebeck
• Schönebeck
100
Wenn das Leben nicht den üblichen Regeln folgt,
schaut man gemeinhin auf eine „verkehrte Welt“. Die
Entstehung solcher Ungewöhnlichkeiten liegt oft im
Verborgenen. Die Dorfkirche St. Pankratius in Welsleben gibt solche Rätsel auf und aufgrund der Anordnung ihrer Baukörper ist der Sakralbau aus dem Mittelalter weit und breit einzigartig. Entgegen der Bauweise von Kirchen zeigt ihr Turm nämlich gen Osten
und nicht wie gewohnt nach Westen. Warum der
Turm im Osten nicht im Westen errichtet wurde, konnte bisher nicht eindeutig erklärt werden. Fachleute vermuten einen unsicheren Baugrund im Westen, der
dem einstigen Baumeister für die Masse des Turmes
vielleicht nicht tragfähig genug erschien. Doch die
Deutung ist letztlich nicht beweisbar und so bleibt St.
Pankratius in der rund 1.800 Seelengemeinde nahe
Schönebeck eine Besonderheit.
Dass es sich bei der Kirche schon in den Ursprüngen
um eine Anlage mit Ostquerturm gehandelt haben
muss, ergibt sich aus zwei Baudetails. Sowohl der mittelalterliche Dachanschlag des Vorgängerbaus kann
man an der Turmwestwand noch
erkennen. In der Westwand findet
sich nur der südliche Durchgang.
Ansonsten ist die Wand ebenso
unversehrt wie die Nordmauer. Als
weiterer Beleg für die ursprüngliche Bauweise wird die Flucht der
Nordwand des heutigen Schiffes
gesehen, die mit dem Turm fluchtet, während die südliche über die
Turmbreite vorspringt. Diese Anordnung legt die Vermutung nahe,
dass beim Neubau des Schiffes
Reste der mittelalterlichen Schiffsnordwand wieder verwendet wurden. Das Kirchenschiff wurde im
barocken Stil 1671 an den „Wehrturm“ der Kirche angefügt.
Möglicherweise liegt das Geheimnis des Baus auch
tief in der Geschichte des Ortes begraben. Schließlich
blickt Welsleben auf eine frühe urkundliche Erwähnung zurück. Im Jahre 826 und 853 berichten Schriften, dass Waldeslef oder Waldisleif mit anderen Orten
der Magdeburger Gegend wie Westeros (Westerhüsen), Salbecke (Salbke) und Olva (Olvenstedt) einer
Abtei an der Weser zugewiesen wurde. Der spätromanische Turm der Pfarrkirche St. Pankratius wurde bereits 1225 errichtet und man weiß, dass das Patronat
der Kirche einst bei der Familie Esebeck und seit 1272
beim Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg lag.
Ab 1413 war es beim Magdeburger Domkapitel. Aus
dem Jahre 1612 ist auch der interessante Grabstein
des Pastors Johann Starke, der sich in der Außenwand
links neben dem Südeingang der Kirche befindet, erhalten geblieben. Dieser Grabstein stellt das Steinbild
des Pastors Starke in Lebensgröße dar. Die Nordwand
birgt ein Gemälde: „Christus und die Apostel“.
Im Jahr 1849 gab es in Welsleben den sogenannten
„Pastorenkrieg“: Die Einwohner des Ortes wollten ihren Pfarrer nicht ziehen lassen, da er ihnen in schweren Zeiten der Cholera ans
Herz gewachsen war. Sie leisteten gegen die Versetzung Widerstand und bewaffneten sich. Erst der Einmarsch des
32. Magdeburger Infanterie-Regiment
zeigte Wirkung – mit Militärgewalt konnte der Pfarrer den Ort verlassen.
Übrigens weist Welsleben mehrere
denkmalgeschützte Gebäude und bauliche Anlagen auf. In der vorläufigen
Denkmalliste steht beispielsweise das
Gebäude Lange Straße 37. Es besitzt einen Dachstuhl, der in seiner Form einmalig im Ort und in der Gegend ist. Der
Taubenturm auf dem „Botheschen
Grundstück“ wurde etwa zur Wende
des 17. /18. Jahrhunderts gebaut.
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
St. Pankratius in Welsleben
Gemeinde Bördeland / OT Welsleben
Kirchstraße 8
39221 Bördeland
Ansprechpartner Herr Korn
Telefon: 039297-26141
[email protected]
• Welsleben ist der nördlichste Ortsteil von Bördeland und liegt
15 Kilometer vom Zentrum der Landeshauptstadt Magdeburg
sowie 7 Kilometer von Schönebeck (Elbe) entfernt und ist direkt über die Anschlusstelle 7 der A 14 oder die Bundesstraße
246a zu erreichen.
• Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Mauer im Hundertwasser-Stil,
die vom Welslebener Siefried Meyer zu 95 Prozent aus alten Materialien erbaut wurde. Viele Wohnhäuser, Stallanlagen, Einfriedungen, Tore
und Torbögen sind in einer solchen Vielfalt vorhanden, dass sie wegen
ihrer bauhistorischen Bedeutung von der unteren Denkmalbehörde
unter Schutz gestellt sind.
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Die Leaderregion Rund um den Huy liegt im nördlichen Teil des Landkreises Harz. Sie umfasst das fruchtbare
Hügelland des ehemaligen Landkreises Halberstadt im nördlichen Harzvorland rund um die Höhenzüge des
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Huy-Neinstedt
Wilhelmshall
Huys und des Großen und Kleinen Fallsteins. Es ist eineWesteregeln
stille Gegend, in der freundliche Menschen leben.
43
Huy
Früher lebten fast alle von der reichen Landschaft, deren Böden bis heute eine sehr gute Landwirtschaft er81
79
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KROPPEN-entwickelte sich ein reiches kulturelles Leben, von dem
möglichen.
Auf dieser Grundlage
heute Schlösser Borne
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der beteiligten Städte und Gemeinden sowie einer Vertreterin des
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sind schon seit Beginn der Förderperiode oder sogar noch länger aktiv mit daHarzblick
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Über die vielen Jahre hinweg hat sich das hohe Engagement der Mitglieder und der vielen Projektträger als
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Concordia- der aktuellen Förderperiode zwischen 2008 und 2013 (ANHALT)
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äußerst fruchtbar erwiesen.
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konnten insgesamt knapp 100 Projekte gefördert werden. Davon wurde ein großer Teil durch Privatpersonen,
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Unternehmen und Vereine initiiert.
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Erlebnisroute „Nordkurs um den Huy”
Darüber hinaus hat sich
die LAG Rund um den Huy bereits an verschiedenen gebietsübergreifenden KooperatiWESTERHAUSEN
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WILSLEBEN
onsprojekten beteiligt und somit zusammen
mit den Nachbarregionen
neue und180alte Bande geknüpft. Da die
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Im Harzvorland gedeihen die Früchte
für edlen, natürlichen Geschmack
Erlebnisroute
Nordkurs um den Huy
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3 Kilometer von der
Straße der Romanik
Wasserschloss
Westerburg
Busverbindungen nach
Halberstadt, Wernigerode
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nach Vienenburg
• Zimmer und
Appartements
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• „Hotel Brauner Hirsch“,
Osterwieck
• Hotel „Waldhaus“,
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• „Gasthof zur
Weinschänke“, Hessen
• „Pension zur Bahn”,
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Rohrsheim
• „Café im Grünen“,
Deersheim
• „Casthof zur
Weinschänke“, Hessen
• Landkaufhalle
Lüttgenrode
• Ilse-Radweg
• Grünes Band
• Telegrafenradweg
• Osterwieck
104
Während einer Erlebnistour rund um den Huy kann
man nicht nur alte Burgen, Schlösser, Kirchen und
Orte mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern
entdecken. In Rohrsheim, zwischen Dedeleben und
Hessen, lassen sich Schätze ganz anderer Art finden.
Hier kann die Seele von Genüssen verzaubert werden. Auf einem unter Denkmalschutz stehenden
Hof befindet sich die Demmel & Cie. Feinöl-, Likör-,
Gelee- und Destillatmanufaktur. Der Hof wurde auf
einer alten Wehranlage errichtet und Jahrhunderte
später, zwischen 1860 und 1875 durch Carl Polland
modernisiert. 2002 begannen die Nachfahren die
Anlage aufwendig zu sanieren und wieder zu beleben. Eine neue Destillationsanlage wurde im Frühsommer 2010 in Betrieb genommen. Der Umbau
des ehemaligen Stalls und den Aufbau der Destillationsanlage unterstützte die Leaderregion „Rund um
den Huy”. Bio-Edelobstdestillate, aber auch Whiskey
und Edelkorn werden hier erzeugt.
Familie Demmel setzt auf eine laufend streng kontrollierte Maische, die durch einen traditionellen Gärprozess die Grundlage eines herausragenden Brandes bildet. Kompromisslos wird vom Anbau, über
Ernte bis hin zur Maische auf Qualität gesetzt. Die in
der umliegenden Region und weitestgehend vom
Familienbetrieb Demmel angebauten Früchte werden handverlesen und gemaischt. Stiele, Blätter
oder beschädigte Früchte sind für die Verarbeitung
ein Tabu. Der Geschmack von Quitte, Wildkirsche,
Mirabelle, Williamsbirne, Apfel-Boskop, Apfel, Birne,
Johannisbeere und Holunder findet sich in den edlen Bränden.
Neben den Edelobstdestillaten produziert der Betrieb Fruchtaufstriche. Auch dabei kommt nur handverlesenes Obst zum Einsatz. Eine große Zahl eigener Felder, Plantagen, Haine und Streuobstwiesen
im Umkreis von Rohrsheim zeigt den regionalen Be-
würdigkeiten, sowie des familieneigenen Landwirtschaftsbetriebs,
lohnt sich. Um den Ort Rohrsheim, der bereits 941 erstmals in einer Schenkungsurkunde Otto I. erwähnt wurde, ranken sich auch
verschiedene Sagen.
Der Ausbau des herrenhausartigen Gebäudes mit erheblicher Förderung durch Leadermittel ermöglicht eine gewerbliche Nutzung.
Im romanischen Gewölbe entstand so eine einzigartige Probierstube. In einer modernen Schauküche werden regionale Spezialitäten zubereitet. Gäste können
im mit 4-Sternen klassifizierten
Herrenhaus in neu eingerichteten Gästezimmern und Appartements übernachten.
Ansprechpartner für Pollands Hof:
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Thomas Demmel, Geschäftsführer
der Casa Culina GmbH
Östernstraße 1,
38836 Osterwieck Ortsteil Rohrsheim
Telelefon: 039422-958938
www.demmel-cie.de
• Rohrsheim ist ein Ortsteil der Stadt Osterwieck im Landkreis
Harz in Sachsen-Anhalt. Das Dorf liegt etwa 20 Kilometer
nordwestlich von Halberstadt an der Landesstraße L78 zwischen Dedeleben und Hessen.
Weitere Ausflugstipps:
➤ Die romanische St.-Nikolai-Kirche in Vogelsdorf.
➤ In der alten Wassermühle von Badersleben kann man Deutschlands
1. Tierarztmuseum besuchen.
➤ Die Anderbecker Bockwindmühle wurde im Jahre 1864 erbaut.
Ein Besuch ist ebenso einen Abstecher wert.
➤ Kloster Huysburg.
zug sowie die kurzen Wege. Der Saft der Früchte
wird entweder im Kaltpress- oder im schonenden
Entsaftungsverfahren gewonnen. Zahlreiche Produkte der Manufaktur sind bereits vielfach DLG-prämiert.
Außerdem pressen die Demmels Raps, Walnüsse,
Sonnenblumen- und Kürbiskerne zu wertvollen
Ölen. Eine Genuss-Rarität sind die Liköre der Manufaktur. Unverfälschter Fruchtgeschmack mit harmonischem Alkoholgehalt haben den Likören mehrfach
DLG-Prämierungen eingebracht. Der Erfolg der Liköre ist leicht erklärt – die Bio-Fruchtliköre werden mit
Destillat aus der entsprechenden Frucht angesetzt.
Eine Ausnahme bildet der Walnusslikör, der traditionell zum Teil mit Cognac zubereitet wird. Klasse statt
Masse ist auch hier die Devise bei der Auswahl der
Früchte. Die Naturprodukte gedeihen an den Hügeln
von Huy und Fallstein auf mineralischem Untergrund und guten Böden. Die Kunst, einen Likör mit
nicht zu viel Süße aber fruchtigem Bouquet zu komponieren, liegt in der richtigen Reife.
Ein Besuch der Manufaktur und der umliegenden
Streuobstwiesen, der sanften Hügellandschaft der
Vorharzregion, mit den vielen historischen Sehens-
105
40
Als Herzog Julius die Kartoffelpflanze
von London mit in den Huy brachte
Erlebnisroute
Nordkurs um den Huy
Schloss Hessen
9,8 Kilometer von der
Straße der Romanik
Stephanikirche
Osterwieck
Busverbindungen nach
Halberstadt, Wernigerode
und Ilsenburg sowie
nach Vienenburg
• „Hotel Brauner Hirsch“,
Osterwieck
• Hotel „Waldhaus“,
Osterwieck
• „Gasthof zur
Weinschänke“, Hessen
• Bett&Bike-Pension „Zur
Bahn”, Hessen
• „Pension zur Linde”,
Hessen
• „Zum Schlossblick“,
Hessen
• „Café im Grünen“
Deersheim
• „Casthof zur
Weinschenke“, Hessen
• Schlossmarkt Hessen
• Überreste der innerdeutschen Grenze am
Hessendamm
• Ilse-Radweg
• Grünes Band
• Hessen
Die Region Rund um den Huy ist ein kulturhistorisch
bedeutsames Pflaster. Auf halbem Wege von Halberstadt nach Wolfenbüttel bestimmen zwei imposante
Bergfriede eines Schlosses mit großer Geschichte das
Ortsbild von Hessen. Heute sind vom Glanz dieser
einstigen prachtvollen Welfenresidenz nur noch Spuren zu finden.
Erstmals erwähnt ist der Ort in einer Schenkung Kaiser
Otto I. an einen Grafen Mamaco als Hessenheim. Diese Namensgebung als Heim der „Hessen“ bzw. der
oder des „Hessi“ lässt sowohl eine Besiedlung im
8./9. Jahrhundert durch Angehörige des fränkischen
Stammes der Hessi vermuten, als auch einer Ortsgründung durch ein Mitglied der sächsischen HessiSippe, von denen Ostfahlenführer Hessi sich 775 den
fränkischen Heeren an der Oker ergeben hat und 782
von Karl dem Großen ein Grafenamt in der Harzregion
erhielt. Bald nach 966 kam Hessen für dreieinhalb
Jahrhunderte zum Halberstädter Hochstift, deren Vertreter sich ihre Privilegien aus der kaiserlichen Originalurkunde noch im Jahre 1295 durch König Adolf von
Nassau bestätigen ließen. Seit 1129 ist eine edelfreie
Familie bekannt, die in Hessen mit bischöflichen Lehen ein Landgut besessen und eine Adelsburg errichtet hatte. Später besaßen die Grafen von Regenstein
die Burg, bis die Grafen 1343 Dorf und Schloss Hessen durch maßgeblichen Einfluss Bischof Albrecht II.
von Halberstadt an dessen Brüder, den Braunschweiger Herzögen verkauften.
Im 16. Jahrhundert ließen die Braunschweiger Herzöge durch Paul Francke die Burganlage zu einer prachtvollen vierflügeligen Schlossanlage im Stil der Renaissance ausbauen. Bis 1659 diente das Schloss gut 100
Jahre den Wolfenbütteler Fürsten als Sommerresidenz
und drei Herzoginnen als Witwensitz. Der einige Jahre
als Kronprinz auf Schloss Hessen wohnende Herzog
Julius und sein hier 1564 geborener Sohn Heinrich
Julius sorgten für eine fürstlich repräsentative Ausstattung des Schlosses. Unter Herzog Heinrich Julius, zu-
gleich Bischof von Halberstadt und Rektor der Universität Helmstedt, entwickelte sich Schloss Hessen zu einem kulturellen Zentrum der Region. Dieser Herzog,
der 1591 auch am Halberstädter Dom die Reformation einführte, galt als gelehrtester Fürst seiner Zeit. Er
liebte Theater und Schauspiel und engagierte eine
englische Schauspieltruppe als erstes fest angestelltes
Ensemble in Deutschland. Eigene Stücke des Herzogs
kamen auch im Hessener Schlosshof zur Aufführung.
Berühmtheit erlangte der vom Botaniker und fürstlichen Gärtner Johann Royer von 1607 bis 1655 unter
großzügiger Förderung der Herzoginnen Elisabeth und
Anna Sophie angelegte Renaissancegarten. So entstand einer der bedeutendsten Lustgärten in manieristischer Art, dessen Aussehen uns auf einem Kupferstich von Merian überliefert ist. Zusammen mit dem
angrenzenden botanischen Garten stellte die Pflanzensammlung mit über 1700 Arten und Sorten selbst
königliche Anlagen wie die in Kopenhagen und Oxford
in den Schatten. Die Leaderregion „Rund um den
Huy“ unterstützt den Förderverein „Schloß Hessen“
bei seinen Bemühungen, den historischen Garten zu
rekonstruieren und förderte dazu die Studie „Denkmalpflegerisches Rahmenkonzept Schloss und
Schlossgarten Hessen“. Royer war es auch, der bereits
1648 in seiner „Beschreibung des ganzen Fürstlich
Braunschweigischen gartens zu Hessem“ die Essbarkeit der seit 1586 in Hessen als exotische Pflanzen gehaltenen Kartoffeln an Hand von Kochrezepten nachgewiesen hat. Heute symbolisiert eine alte steinerne
Vase im Schlossareal die Ankunft der ersten Kartoffeln
im norddeutschen Raum via England zum Braunschweiger Herzog nach Hessen.
Ein kulturgeschichtlich wertvolles Kunstwerk befindet
sich in einem Raum des Turmes der Oberburg. Hier,
im ehemaligen Arbeitszimmer von Herzog Julius, ist
eine um 1589 entstandene Deckenmalerei zu besichtigen. Dieses im manieristischen Stil erschaffene Fresco wird dem niederländischen Maler Hans Vredeman
de Vries zugeschrieben. Mit aufwendigen Untersuchungs- und Konservierungsmaßnahmen hat der Förderverein „Schloss Hessen“ viel für die Erhaltung der Groteskenmalerei investiert. In diesem Studiolo von Herzog Julius,
der 1569 im Fürstentum Wolfenbüttel die Reformation einführte, befand
sich auch seine Büchersammlung, die heute einen Grundstock der Herzog
August Bibliothek in Wolfenbüttel bildet. Viele Schätze des Schlosses Hessen
werden heute an bedeutenden Orten Europas aufbewahrt. So der bronzene
Figurenschmuck des großen Brunnens im Lustgarten, der sich in Teilen im
Herzog Anton Ulrich Museum Braunschweig, im Rijksmuseum Amsterdam
und im Louvre Paris befindet. Inventare der 1344 ersterwähnten und spätestens seit 1582 im Ostflügel nachweisbaren Schlosskapelle, wie Altar, Orgel, Kanzel und Taufstein befinden sich seit 1563 in der St.-Johannis-Kirche
Wolfenbüttel. Die von Esaias Compenius als Geschenk des Herzogs Heinrich
Julius für seine Gemahlin Elisabeth gebaute Kammerorgel von 1610 wird
noch heute auf Schloss Frederiksborg in Dänemark bespielt.
Für seine Verdienste beim Erhalt und bei der Rekonstruktion des sich heute
in kommunaler Hand befindlichen Schlosses erhielt im Jahre 2011 der engagierte Förderverein den Denkmalschutzpreis des Landes Sachsen-Anhalt
und den Ländergrenzen übergreifenden Kulturpreis Harz.
Bei einem Besuch in Hessen kann man sich auf die Spuren und Wurzeln
dieser bewegten Geschichte begeben und vielleicht in der Bett&Bike-Pension
„Zur Bahn“ übernachten, die über die Leaderregion gefördert wurde. Eine
Einkehr in die bereits 1395 erwähnte Gaststätte „Zur Weinschenke“, der ältesten Gaststätte in Sachsen-Anhalt, ist gleichfalls zu empfehlen.
Ansprechpartner für das
Schloss Hessen:
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Klaus Bogoslaw, Vorsitzender
des Fördervereins „Schloß Hessen“ e.V.
Stobenstraße 15, 38835 Hessen
Telelefon: 039426-61038
www.gemeinde-hessen.de
www.stadt-osterwieck.de
• Hessen wurde erstmals 966 urkundlich erwähnt. Heute gehört der Ort
zur Stadt Osterwiek. Hessen erreicht man über die B79 aus den Richtungen Halberstadt oder Wolfenbüttel.
Weitere Ausflugstipps:
➤ In Hessen befindet sich der „Gasthof zur Weinschänke“, das älteste Restaurant
Sachsen-Anhalts.
➤ Die Herzogwitwe Elisabeth (gest. 1626) lebte in Hessen und stiftete hier 1617
das noch heute erhaltene Armenhaus (Elisabeth Stift).
➤ Unweit von Hessen befinden sich die zugänglichen Überreste der ehemaligen
innerdeutschen Grenze am Mattierzoll.
Anlage Schloss Hessen
106
107
41
Die Schatten der Tempelritter
Erlebnisroute
Nordkurs um den Huy
Burg Schlanstedt
9,4 Kilometer von der
Straße der Romanik
mit der Huysburg
• Schlanstedt erreicht man
per Bus mit dem Halberstädter Regionalverkehr
• Burg Schlanstedt
• Ekkehard-Haus,
Huysburg
• diverse Hotels im
nahen Halberstadt
• Restaurant
„Zur Ritterschenke“
• „Café Schlanstedt”
• Gaststätte „Lindenstübl”
iIn der Nähe
verläuft der
Telegraphenradweg durch
Aderstedt (2km)
Schwanebeck
108
Der Harz mit seinen sagenumwogenen Geschichten
lockt seit Jahrhunderten Menschen an. Doch selbst
im nördlichen Vorland, weit unterhalb des Brockengipfels können sehr alte Geheimnisse zum Vorschein kommen. Der Huy, die Erhebung etwa zehn
Kilometer nordwestlich von Halberstadt, birgt an seinen Hängen mehr Spannung als man glaubt. Wer
den kleinen Ort Schlanstedt erreicht, betritt wahrhaft
geschichtsträchtigen Boden. Die Wurzeln der Burg
Schlanstedt gehen einer Legende nach auf das Jahr
934 zurück. Nach einer Schlacht gegen die Hunnen
reitet der Graf Stephan von Regenstein in der Neujahrsnacht durch das Große Bruch, um zu seiner
Frau Theutelinde zu gelangen, die ihm ein Kind geboren hatte. Auf seinem Ritt durch das sumpfige Gebiet kommt er auf tragische Art und Weise ums Leben. Seine Frau lässt zu seinem Gedenken eine
Grablege und Kapelle erbauen. An dieser Stelle erfolgt später der Bau der ersten Wehranlage. Im 11.
Jahrhundert wird der romanische Bergfried errichtet.
Im 13. und 14. Jh. folgt der Ausbau zu einer Wehrburg mit Vorburg. Später entsteht hier eine Kastellburg, welche heute noch zu besichtigen ist. Weiter
in der Geschichte der Burg erhält im Jahre 1311 der
damalige Burgherr Graf Heinrich von Regenstein
vom Erzbischof Albrecht von Magdeburg den Befehl,
die Tempelherren, welche in seinem Gebiet ansäs-
sig waren, zu ermorden. Daraufhin lud er 12 Templer zum Rittermahl auf die Burg ein. Sein Plan war
es, die angeheiterten und somit nahezu wehrlosen
Templerherren unter einem Vorwand anzugreifen.
Dieser Vorwand ergab sich, als die Tochter des Grafen, Mechthildis, den Raum verlässt und sich ein
Tempelherr unanständig darüber äußert. Dies nutzte
Bruno von Gustedt (dem die Tochter versprochen
war) aus, um mit dem blutigen Mord zu beginnen.
In der überlieferten Sage heißt es, der Raum rauchte
vor Blut, wie ein Teich am herbstlichen Morgen. Besonders prägend für das Gebäude waren die Herrschaft der Halberstädter Bischöfe und der damit verbundene Umbau zum Renaissanceschloss im 16.
und 17. Jahrhundert. Jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen und die Burg zu einem einzigartigen Kulturdenkmal geformt. Mit einem besonderen Ereignis
in der Historie der Burg entwickelte sie sich mit ihrer
bis dato regionalen Bedeutung hin zu einem Ort, an
dem deutsche Geschichte geschrieben wurde. Im
Jahre 1844 pachtet die Saatzüchterfamilie Rimpau
die Burg. Erste Erfolge in der Saatzucht in Schlanstedt stellen sich bereits 33 Jahre später ein, als erfolgreich Roggensorten gezüchtet
werden. Zwei Jahre später kommt die Produktion
von Zuckerrübensaaten hinzu. In den historischen
Räumen gelang es Dr. Rimpau im Jahr 1888 die erste weltweite fruchtbare Kreuzung von Roggen und
Weizen. Die Triticale, welche er in seinen Laboren
hier auf der Burg züchtete, war der Durchbruch für
die deutsche Saatzucht. Seit diesem Jahr werden
der Ort Schlanstedt und die Burg als „Wiege der
deutschen Saatzucht“ bezeichnet. Das weltweit agierende Unternehmen Fr. Strube Saatzucht KG setzt
die Tradition der Zuckerrüben-Saatzucht fort. Heutzutage öffnet die Burg Schlanstedt ihre Tore für interessierte Besucher und lässt sie das Flair der vergangen Jahrhunderte erleben. Im burgeigenen Trauzimmer können sich verliebte Paar sogar das Ja-Wort
geben. Im Burgrestaurant „Zur Ritterschänke“ unternimmt man eine kulinarische Reise durch die Ge-
1311 wurden auf der Burg
Schlanstedt Templer niedergemetzelt
schichte der Burg. „Gerichte mit Geschichte“ heißt
das Motto der Küche. Die
Speisen werden nach Rezepten
vergangener
Epochen mit regionalen
Produkten frisch und individuell zubereitet. Gäste haben die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Das Projekt „Kultur und
Kulinarik“, das in Zusammenarbeit mit dem Jagdschloss Spiegelberge ins Leben gerufen wurde, stellt regionale Lieferanten vor.
Man erfährt auf einzigartige Weise, wo die Lebensmittel herkommen und wie die Gerichte entstehen.
Burg Schlanstedt
Burg 1, 38838 Schlanstedt
Telefon: 039401-63933
www.burg-schlanstedt.de
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Fr. Strube Saatzucht KG
Neue Straße 11, 38838 Schlanstedt
www.strube.net
• Schlanstedt liegt im Harzvorland 10 Kilometer nördlich vor
Halberstadt und 50 km westlich von Magdeburg. Zu Schlanstedt gehören die Wohnplätze Grasmühle und Thiemühle.
Anfahrt erfolgt über die B245 aus Richtung Halberstadt über
Schwanebeck und Eilenstedt.
• Die Feldbahnarbeitsgemeinschaft e.V. in Schlanstedt betreibt eine
600-Millimeter-Feldbahn und ein kleines Museum für Landmaschinen.
• Die Heimatstube in Schlanstedt beherbergt etwa 4.000 Ausstellungsstücke zur Heimatgeschichte. Neben ehemaligen Landmaschinen auf
dem Außengelände ist das komplett eingerichtete Schulzimmer eine
besondere Sehenswürdigkeit.
Burg Schlanstedt
109
42
Die vergrabene Chorschranke
und der älteste Turm der Region
Erlebnisroute
Nordkurs um den Huy
St. Nikolai in
Eilenstedt
6,2 Kilometer von der
Straße der Romanik
Huysburg
Busverbindungen nach
Halberstadt, Dardesheim
und Aue-Fallstein
• Romanik-Hotel,
„Wasserschloss
Westerburg”
• „Prinzessin
Marie Pauline”,
Dedeleben
• „Ekkehard-Haus,
Huysburg
• FeWo E. Michaelis,
Röderhof
• „Dorfkrug“, Eilenstedt
• „Burgschänke Graf Heinrich“, Schlanstedt
• „Lindenstübl“,
Schlanstedt
• „Jagdhütte“, Röderhof
• Dingelstedt
• Harzvorlandweg
• Schwanebeck
110
graben. Möglicherweise liegen weitere Antworten
Archäologische Ausgrabungen im Jahre 2010 und
noch im Chorbereich der Eilenstedter Kirche. Die ro2011 förderten im Schiff der romanischen Dorfkirche
manische Stuckplastik stellt eine Besonderheit in der
von Eilenstedt am Huy während der Sanierung des
Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts dar. Aus der Zeit
schwammbefallenen Bodens neben zahlreichen Mörvom 10. bis zum 13. Jahrhundert wurde hier eine eintelbruchstücken Fragmente mittelalterlicher Stuckplaszigartige Dichte an Kunstwerken aus Stuck entdeckt,
tik von bemerkenswerter künstlerischer Qualität zutadarunter das Heilige Grab von Gernrode oder die
ge. Besonders aufsehenerregend war ein über zwei
Chorschranken der Liebfrauenkirche von Halberstadt.
Meter großer Block aus Stuck, der mit der gestalteten
Vor allem in der 2. Hälfte des 12. Jahrhundert bis zur
Seite nach unten lag. Nach Art einer Blockbergung geMitte des 13. Jahrhundert ist eine Blüte der Stuckplashoben und gewendet, zeigte das schätzungsweise
tik zu verzeichnen – ein Phänomen, welches durch
900 Kilogramm schwere Fundstück auf der Vorderseidie Auffindung der um 1200 datierenden Eilenstedter
te das Relief einer Heiligenfigur. Von den über 400 geFragmente noch einmal mehr Bestätigung findet, auch
borgenen Bruchstücken konnten die Archäologen
wenn noch nicht entschlüsselt ist: Wer waren die
vom Landesmuseum Halle durch Vergleich der Mörtel
Künstler, wo hatten sie gelernt? Welches Geheimnis
etwa 50 Stuckfragmente einer einheitlichen plastibirgt die romanische Eilenstedter Kirche St. Nikolai
schen Gestaltungsphase zuordnen. Einige der sehr unnoch? Ihre Baugeschichte reicht jedenfalls bis ins 12.
terschiedlich erhaltenen Stücke aus Hochbrandgips
Jahrhundert zurück. Die Wurzeln der Siedlung sind ofzeigen figürliche Darstellungen, ornamentale Motive
fenbar wesentlich älter. Der Ort wurde zwar 1084 erstsowie Teile von Architektur. Sie sind stilistisch in die
mals urkundlich als Eilenstidi erwähnt, als der Bischof
Zeit um 1200 zu datieren. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaftler
stammen die Stuckfragmente Grundsteinlegung des
von einer Chorschranke mit Kirchturms in Eilenstedt 2013
zwei Durchgängen sowie einer
bekrönenden Arkade. Ähnlich
aufgebaute Chorschranken finden sich in der Liebfrauenkirche
in Halberstadt. Allerdings besteht die Halberstädter Arkade
aus Holz. Eine weitere ist in St.
Michael in Hildesheim bekannt.
Viele Fragen zur Gestalt der Abschrankung bleiben jedoch offen. So konnte bisweilen der
Standort nicht ermittelt werden.
Ein Fundament, das aufgrund
des hohen Gewichts der
Schranke erforderlich sein
musste, wurde bisher nicht er-
Burchard dem Kloster Huysburg eine Schenkung
machte. Allerdings wird er hier schon als existierend
beschrieben, so dass seine Entstehung weit in das
Mittelalter zurückreichen wird. Die Kirche ist den Eilenstedtern ein historischer Schatz. Allein der Bau des
Kirchturmes begann wahrscheinlich in den Jahren
825 bis 840 unter Hildegrim, dem 1. Bischof von
Halberstadt. Er soll ursprünglich als Wehr- und Wachturm gedient haben. Das Kirchenschiff kam erst viele
Jahre später dazu. Im Jahr 1183 wurde die Kirche
dem Heiligen Nikolaus geweiht. Die Jahrhunderte
seines Bestehens machten umfangreiche Sanierungen erforderlich, nicht alle waren erfolgreich. So
musste der Turm in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts noteingerüstet werden. Die baulichen Maßnahmen halfen nichts, so dass im Sommer 1999 die
Turmhaube komplett abgenommen werden musste,
um dann den Turm selbst abzutragen. Anfang 2013
erfolgte die offizielle Übergabe der neu geschaffenen
Winterkirche sowie der Räumlichkeiten im neuen Kirchturm. Der Wiederaufbau des Turmes als kirchlich-kommunale Begegnungsstätte ist eines der wichtigsten Projekte der Leaderregion „Rund um den Huy” in
der Förderperiode 2007 - 2013. Die Turmhaube ist noch nicht wieder
aufgesetzt. Aber die Eilenstedter werden auch die „Krönung“ des Turms
noch schaffen
Ausgrabungen in der Kirche
St. Nikolai in Eilenstedt
Informationen zur Kirche St. Nikolai:
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Evangelische Kirchengemeinde Eilenstedt
Turmprojekt Kirche St. Nicolai
Westendorf 6, 38838 Eilenstedt
Telelefon: 039425-2086
www.turmprojekt-eilenstedt.de
www.gemeindehuy.de
• Der Ortsteil Eilenstedt der Gemeinde Huy befindet sich im nördlichen Harzvorland. In Die Anfahrt erfolgt über die B 244 und B 245.
Eilenstedt liegt direkt an der Landesstraße L 79.
Weitere Ausflugstipps:
➤ Neben der ältesten Kirche der Region, St. Nikolai, kann man in den
verwinkelten Gassen von Eilenstedt ein Rittergutsgebäude aus dem
16. Jahrhundert sehen sowie einen romanischen Wohnturm und in der
nahen Umgebung stehen oben auf dem Huy die Mauerreste der
Paulskopfwarte.
➤ Im unweit entfernten Röderhof zeigt ein agiler Kunstverein im alten
Brauhaus Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
111
43
Eine Perle der Fachwerkstraße
Erlebnistour
Osterwieck
direkt an der
Straße der Romanik
Sankt Stephani
nächst gelegenen Bahnhöfe sind Vienenburg
über Braunschweig, sowie Halberstadt, Wernigerode und Ilsenburg
Busverbindungen Halberstadt, Wernigerode, Ilsenburg und Vienenburg
• Restaurant und Hotel
„Fallsteinklause”
• Restaurant und Hotel
„Hafenbar”
• Restaurant und Hotel
„Brauner Hirsch”
• Restaurant und Hotel
„Waldhaus”
• weitere Anbieter von
Ferienwohnungen
• Heimatmuseum
Osterwieck
• Ilse-Radweg - 32 km
• Rundtour über Hessen,
Dardesheim und Zilly 40 km
• Osterwieck
Karl der Große war es, der im Jahre 780 auf seinem
Feldzug gegen die heidnischen Sachsen das heutige
Osterwieck - damals noch unter dem Namen „Salingenstede” (Seligenstadt) - als ein Missionsbistum
gründete. Heute steht die Stadt Osterwieck in der
Gunst der Fachwerk-Liebhaber ganz oben, denn kaum
eine zweite Stadt in der Harzregion kann an ihren
Fachwerkhäusern so reichhaltiges Schnitzwerk präsentieren. Mehr als 400 Fachwerkhäuser stehen in der
Altstadt, einige sind mehr als fünf Jahrhunderte alt.
Hier sind mehr Fachwerkbauten aus dem 16. Jahrhundert zu finden, als in Quedlinburg und Wernigerode zusammen. Fünf Bauepochen von der Gotik bis
zum Klassizismus sind hier anzutreffen, besonders
reichhaltig ist der niederdeutsche Fachwerkstil mit seinen vielfältigen Rosetten als Schmuckelemente auf
den hölzernen Brüstungsfeldern vertreten. Das Osterwiecker Heimatmuseum - bereits1930 im alten Rathaus gegründet - zeigt die Schätze der Stadt. Eine Seltenheit ist der über 500 Jahre alte Hochzeitsteller aus
Ahornholz. Die Ausstellung beschäftigt sich natürlich
besonders mit der Fachwerkbaukunst und hat eine
prähistorische Sammlung aus archäologischen Grabungen in der Umgebung. Nur zwei Kilometer vom
Stadtzentrum entfernt befindet sich dort, wo sich einst
eine germanische Kultstätte befand,
am südlichen Fallsteinhang der Bismarckturm. Von dem 19 Meter hohen Turm kann man den Blick über
das atemberaubende Panorama
des Harzgebirges schweifen lassen.
Diese Türme entstanden zu Ehren
des ersten Reichskanzlers Fürst Otto
von Bismarck. Um den „Eisernen
Kanzler” zu huldigen, errichtete der
Vorstand der Osterwiecker Schützengilde den Turm, der mit viel
Brimborium 1904 eingeweiht wurde. Mehr als 550 Jahre konnte die
Familie von Gustedt die Geschicke
des heute eingemeindeten Nach-
Der Gustedt’sche Familienverein bei seinem Treffen an
der Bexheimer Kirche.
barortes Deersheim lenken. Mit der Bodenreform
1945 endete der Glanz - der bewirtschaftete Edelhof
wurde enteignet. Der Edelhof - das Gutshaus aus dem
16. Jahrhundert - ist ein zweistöckiger Fachwerkbau,
der nachträglich durch zwei Flügel erweitert wurde.
Die Stadt Osterwieck baute mit Hilfe der Leaderregion
„Rund um den Huy” einen Teil des Edelhofes zu einer
Markthalle um. Auch soll hier ein multifunktionales
Dorfzentrum entstehen. In Deersheim - erstmals 968
urkundlich erwähnt - befinden sich zwei romanische
Kirchen. Diese zeugen davon, dass
die Ortschaft aus zwei Dörfern, Bexheim und Deersheim zusammengewachsen ist. Neben der spätromanischen Deersheimer Kirche St. Peter
und Paul gehört die Bexheimer Kirche St. Albanus zu den ältesten noch
existierenden Kirchen der Harzregion.
Der romanische Kirchenbau besteht
aus dem einschiffigen Langhaus mit
einem romanischen Taufstein. Am
Portal zum angrenzenden Kirchhof
erkennt man das Wappen der Adelsfamilie von Gustedt, die 1406 vom
Halberstädter Bischof Ernst mit den
Dörfern Deersheim und Bexheim so-
wie dem Burglehn zu Schwanebeck beliehen wurde. Heute kümmert sich der
Gustedt’sche Familienverein um die Aufarbeitung der Geschichte und trifft sich regelmäßig in Bexheim. Die Leaderregion
„Rund um den Huy” fördert die Sanierung
der Westturmanlage der Peter und Paul
Kirche und der Fassade der St. Albanus
Kirche. Schon 1013 erstmals urkundlich
erwähnt liegt im nördlichen Harzvorland
Schloss Berßel mit Heimatstube.
der Ort Berßel. Ebenso wie Deersheim ist
auch Berßel heute ein Teil der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck und befindet
sich nur ca. 4 km von Osterwieck entfernt. Das Ortsbild bestimmen neben zahlreichen Fachwerkhöfen das im Kern barocke Herrenhaus (heute Schloss genannt) des Rittergutes, welches bis 1945 Sitz der Familie von Gustedt war. Hier
im Schloss befindet sich die Heimatstube, in der Besucher in die Berßeler Geschichte eintauchen können. Thematisch gestaltete Räume geben Einblicke in
die frühere Lebensart. Alte und neue Fotos sowie Gegenstände hängen an den
Wänden, ebenso Erinnerungen an die beiden Weltkriege und die DDR. Ausgestellte historische landwirtschaftliche Geräte, Fotos von früheren Bauern und
Darstellungen der landwirtschaftlichen Flächen zeugen vom harten Alltag der
Landbevölkerung. Ein Besucherzimmer dient zur Einsichtnahme in die umfangreichen Akten und Schriftstücke zur Berßeler Geschichte und ist gleichzeitig ein
Ort für Heimatabende.
Schmucke Fachwerkhäuser prägen
das Stadtbild von Osterwieck
Touristinformation Osterwieck
Am Markt 10, 38835 Osterwieck
Telefon: 039421-793555
[email protected]
www.stadt-Osterwieck.de
Öffnungszeiten:
Mo geschlossen, Di-Do 10.00 - 16.00 Uhr, Fr 10.00 - 14.00 Uhr
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Heimatstube Berßel
Schloss 1, 38835 Berßel
Geöffnet jeden ersten Samstag im Monat von 13 bis 15 Uhr
oder Anmeldung Dita Bergener, Telefon 039421-73120,
• Osterwieck und Fachwerk: Stadtrundgang zum Thema Fachwerkbau & Holz.
Dauer: ca. 1,5 Stunden – Anmeldung in der Tourist- und Stadtinformation
• Reiten und Kremserfahrten. Nach Vereinbarung Telefon: 039421-74734
• Wandern verbindet – der große Rundweg über den kleinen Fallstein verbindet Osterwieck mit seiner Partnerstadt Hornburg im nahen Niedersachsen
Weitere Ausflugstipps:
➤ Heiketalwarte auf dem Huy
➤ Harz ohne Grenzen – auf Harzer Grenzwegen durch die Natur
➤ Wasserburg Zilly
➤ Schloss Hessen
Bismarckturm am Fallstein
112
113
44
Schachdorf Ströbeck
Erlebnistour
Südkurs um den Huy
Schachdorf Ströbeck
9 Kilometer von der
Straße der Romanik
entfernt
St. Stephanus Dom zu
Halberstadt
• Es besteht eine stündliche Busverbindung
nach Halberstadt und
dem Halberstädter
Bahnhof durch die Linien L203 und AST3.
• Ferienwohnungen
„Renate Krosch”
• Pension „Alter Krug”
Aspenstedt
• diverse Hotels im
nahen Halberstadt
• Gasthaus „Prinz von
Preußen“, Ströbeck
• Gaststätte „Hagenguth”,
Aspenstedt
• diverse Restaurants in
Halberstadt
• Aller-Harz
Radweg
• Holtemme-Radweg
Halberstadt
114
Etwas abseits der Straße der Romanik liegt Schachdorf
Ströbeck. 995 erstmals urkundlich erwähnt, ist der Ort
mit seinen 1100 Einwohnern weltweit als Schachdorf
bekannt. Seit 1990 heißt es auch offiziell „Schachdorf
Ströbeck“, ist allerdings seit 2010 ein Ortsteil der Stadt
Halberstadt. Wie das königliche Spiel nach Ströbeck
kam, weiß man nicht. Eine Legende besagt, dass im
Jahre 1011 ein vornehmer Gefangener des Bischofs
von Halberstadt in einem Wehrturm eingesessen und
die einheimischen Bauern das Schachspiel gelehrt haben soll. Diese gaben ihre Kenntnisse von Generation
zu Generation weiter bis in die heutige Zeit. Seit vielen
Jahrzehnten wird der Turm als „Schachturm“ bezeichnet. Sie können ihn besichtigen (Schlüssel im Museum). Dazu verlassen Sie den Dorfplatz in südwestlicher Richtung. Die erste schriftliche Erwähnung Ströbecks im Zusammenhang mit dem Schachspiel erfolgte 1515.
Das Zentrum des Dorfes bildet der „Platz am Schachspiel“. Er wird rundum von Häusern im niedersächsischen Fachwerkstil begrenzt und steht als Gesamtensemble unter Denkmalschutz. Die Hauptattraktion bildet jedoch das überdimensionale Schachbrett für das
Spiel mit lebenden Schachfiguren.
Anlässlich des 4. Kongresses des Harzer Schachbundes 1908 wurde ein solches Spiel mit Personen in
Kostümen erstmals in Ströbeck aufgeführt. Dies geschah im Saal des „Gasthof zum Schachspiel“, der die
Südseite des Platzes flankiert. Seitdem gab es immer
wieder Aufführungen lebender Schachpartien der
Ströbecker in ganz Deutschland und im Ausland. Alljährlich können Besucher zum Schachfest am letzten
Mai-Wochenende das Lebendschach-Ensemble bestaunen. Neben gespielten historischen und freien
Partien bieten die Akteure auch Tänze, Rezitationen
und andere künstlerische Darbietungen. Die aktuellen
Kostüme der Figuren sind Nachbildungen der Kleidung, die um 1850 tatsächlich in Ströbeck und Umgebung von verschiedenen sozialen Gruppen getragen wurden. So stellen die Schachkönige und Damen
Großbauernpaare dieser Zeit dar. Sie konnten sich in
Samt und Seide kleiden, weil sie mit dem Anbau von
Zuckerrüben und Weizen auf den sehr guten Böden
zu Wohlstand gekommen waren. Kernstück dieses
Schachfestes ist jedoch ein – inzwischen international
besetztes – Schachturnier für Vierermannschaften, das
1960 als „Kleine Schacholympiade“ begann. Abends
dient das Schachbrett als Tanzfläche für Spieler, Gäste
und Einheimische. Um die Organisation des Festes
und des Schachturniers kümmern sich die Mitglieder
des Ströbecker Schachvereins, der 1990 als „Verein
zur Wahrung und Pflege der Schachtradition“ neu gegründet wurde. Die erste Erwähnung eines Schachvereins in Ströbeck erfolgte bereits 1864.
Gäste, die selbst nicht unbedingt Schachspielen
möchten oder können, haben die Möglichkeit, das
Schachmuseum an der Nordseite des Platzes zu besichtigen. Mit seinen Exponaten, zu denen neben
Schachfiguren und Schachbrettern auch Bücher, Bilder
und historische Filme gehören, vermittelt es seinen
Besuchern einen Einblick in die Kulturgeschichte des
Ströbecker Schachspiels und in die Historie des bekanntesten Brettspiels der Welt.
Ganz gleich, aus welcher Himmelsrichtung sie sich
dem Dorf nähern, immer ist der 42 Meter hohe Kirchturm mit seinem Schachbrett in der Wetterfahne zuerst zu sehen. Die neogotische Kirche wurde 1878
fertiggestellt, nachdem der Vorgängerbau abgebrannt
war. Sie ist dem Heiligen Sankt Pankratius geweiht.
Wenn Sie den Kirchhof in östlicher Richtung verlassen,
können Sie auf der linken Seite den Europa-Park besichtigen. Auf die Fläche eines ehemals zerfallenen
Bauerngehöfts wurde die Landkarte Europas aufgebracht. Land- und Wasserflächen unterscheiden sich
durch den Bewuchs mit Rasen bzw. Efeu. Die Landesgrenzen sind durch Pflastersteine gekennzeichnet.
2006 wurde der Park eingeweiht. In diesem Jahr war
Schachdorf Ströbeck Kulturdorf Europas und empfing
Besucher aus elf Dörfern aus elf anderen europäischen Staaten. Die Namen dieser Dörfer und Länder
sind auf Tafeln zu lesen, die in die jeweilige Rasenfläche eingelassen sind. Außerdem werden die Besucher
noch über den Namen des jeweils landestypischen Baumes, der auf jeder
Fläche gepflanzt worden ist, informiert. Aufgestellte Bänke laden Gäste
und Einheimische zur Erholung und Entspannung ein.
Verlassen Sie den Europa-Park in südöstliche Richtung, finden Sie im Vorgarten der Familie Hesse eine maßstabsgerechte Nachbildung des
Schachturms. Nach weiteren etwa 300 Metern erblicken Sie die Grundschule „Dr. Emanuel Lasker“. Sie wurde nach dem einzigen deutschen
Schachweltmeister benannt. Hier ist Schachunterricht bis heute Pflichtfach.
Bereits 1823 wurden „Schachexamina“ jährlich in der Schule durchgeführt. Bei diesen Schachwettkämpfen am Schuljahresende können die
besten Schüler aus den oberen Klassen auch heute noch drei Sätze
Schachfiguren bzw. drei handgefertigte Schachbretter gewinnen.
In den vergangenen Jahrhunderten kamen immer wieder Besucher ins
Dorf, die über die „schachziehenden Bauern“ in Publikationen des In- und
Auslandes berichteten. Besonders nachhaltig wirkte dabei Herzog August
der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg, der unter den Namen Gustavus
Selenus 1616 das erste deutschsprachige Schachbuch herausgab. Er widmete darin den Ströbecker Schachspielweisen ein ganzes Kapitel.
Bei Ihrem Rundgang werden Sie sehen, dass viele Bewohner ihre Häuserwände mit Schachbrettern geschmückt haben. Damit bekennen sie
sich offen zu ihrem Heimatort – dem Schachdorf Ströbeck.
Schachdorf Ströbeck
38822 Schachdorf Ströbeck
Telefon: 039427-99850
www.schachdorf-stroebeck.de
www.schachmuseum-stroebeck.de
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Dorfführungen
Frau Renate Krosch,
Telefon: 039427-96173
• Ströbeck erreicht man über die B6n, Ausfahrt Wernigerode
Zentrum/Derenburg, in Derenburg vor der Brücke links nach
Ströbeck abbiegen oder über die B79 kommend in Aspenstedt abbiegen.
• 12 Kilometer von Ströbeck entfernt befindet sich die im 14. Jahrhundert enstandene Wasserburg Zilly in Langeln.
• Im Windpark Dardesheim (12 km entfernt) kann man sich über erneuerbare Energien und die Fauna und Flora der Umgebung informieren.
• Die St.-Bonifaci-Kirche in Athenstedt, die „Klopstockquelle“ in Aspenstedt mit der romanischen Kirche St. Urbani (1084) sowie der Warteturm auf dem Huy in Sargstedt sind weitere nahe Erlebnispunkte.
115
45
Zeugnis handwerklicher Kunst
Erlebnistour Vorharz
Halberstadt
Direkt an der
Straße der Romanik
• Dom St. Stephanus
• Liebfrauenkirche
Bahnverbindungen
• Die Bahn
• HEX
Nahverkehrsnetz
• Stadtbusse
• Straßenbahn
Zahlreiche gastronomische Einrichtungen
Deutsche Küche und Internationale Küche
Größenwahn oder nur pure Angeberei? Jedenfalls
können die Halberstädter mit Fug und Recht behaupten, sie hätten das älteste, größte und einzige
noch original erhaltene Riesenweinfass der Welt.
Amtlich beglaubigt und seit 2008 auch im Guinnessbuch der Weltrekorde. Die in Sandstein gehauenen Kellergewölbe des Jagdschloss Spiegelsberge
beherbergen heute den Rekordhalter - das Gröninger Fass. Wie der Name es schon verrät, stand es
nicht immer hier. Der Halberstädter Bischof Heinrich
Julius, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, gab
dem Fassbaumeister Michael Werner aus Landau
1594 den Auftrag, ein riesiges Weinfass für sein Gröninger Residenzschloss zu bauen. Ein Jahr später
war es soweit:
Mehr als144.000 Liter besten Rebensaftes flossen
anlässlich der Hochzeit Heinrich Julius mit Prinzessin
Elisabeth von Dänemark in das Fass. Doch der Zahn
der Zeit nagte am Residenzschloss und der Fasskeller in Gröningen drohte einzustürzen. Schon 1761
erkannte Ernst Ludwig Christoph Freiherr von Spiegel
zum Diesenberg das versteckte Potenzial einer Halberstädter Hügelkette an den Kattfußbergen, kaufte
Vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten in
Pensionen und Hotels
Gastgeberverzeichnis
unter
www.halberstadt.de
Barrierefreier Tourismus:
• Stadtführer für
Rollstuhlfahrer
• Stadtführer für Menschen mit Handicap
• Aller-Harz-Radweg
• Holtemme-Radweg
• Nordharzer
Städtebundtheater
116
Jagdschloss Spiegelsberge
sie und gestaltete sie in einen Landschaftspark um
- die Geburtsstunde der Spiegelsberge. 1763 begann Spiegel mit der Aufforstung des Geländes und
ließ nach und nach die Bauten errichten, die für einen Park in der Mitte des 18. Jahrhunderts typisch
waren. Den Landschaftspark schmücken vielfältige
Parkarchitekturen, wie die Eremitage zur beschaulichen Besinnung, das Belvedere als Aussichtsturm
und das Mausoleum. Auf dem Bergkamm wurde
1780/82 das Jagdschloss erbaut. Spiegel wandte
sich 1780 mit einer Bittschrift an den Preußenkönig
Friedrich II., um das gefährdete Gröninger Fass übernehmen zu können. Der König entsprach der Bitte,
und so wurde in einer logistischen Meisterleistung
das Riesenfass nach Halberstadt überstellt. Auch
übernahm Spiegel das Gröninger Renaissanceportal
für sein Jagdschloss. Beeinflusst von den Ideen der
bürgerlichen Aufklärung, öffnete Spiegel schon 1771
seinen Park für die Halberstädter Bevölkerung. Mit
dem Kauf der Spiegelsberge 1903 durch den Magistrat der Stadt Halberstadt wurde das Gelände
städtisches Eigentum. Heute gehört der Landschaftspark Spiegelsberge zu den Gartenträumen SachsenAnhalt. Das Projekt Gartenträume verfolgt als denkmalpflegerisch-touristisches Netzwerk das Ziel der
Wiederentdeckung des gartenkulturellen Erbes in
Sachsen-Anhalt. Neben den vorwiegend im 18.
Jahrhundert erbauten Parkarchitekturen beherbergt
der Park den Tiergarten der Stadt Halberstadt und
zählt mittlerweile zu den mehr als 40 bedeutendsten Gärten des Landesprojektes „Gartenträume Historische Parks in Sachsen-Anhalt”. Alljährlich findet im Landschaftspark Die „Spiegelfeier” als Parkfest statt. Dabei wurde das Riesenweinfass im Jahr
2010 nach über 400 Jahren erstmals wieder mit
Wein gefüllt. Das Jagschloss Spiegelsberge zählt wie
der Landschaftspark zu den Touristenattraktionen
und beherbergt im historischen Ambiente exklusive
Gastronomie mit Übernachtungsmöglichkeiten. Mit
seinen zahlreichen Museen, einzigartigen Kirchen,
die Straße der Romanik mit ihren Bauwerken sowie
Das „Gröninger Fass” im Gewölbe
des Jagsschlosses Spiegelsberge
ein breit gefächertes Angebot an Freizeitmöglichkeiten und
kulturellen Leistungen bieten den Halberstädter Besuchern
jede Menge an Aktivitäten. Mit über 650 Kunstwerken aus
der Zeit des 5. bis 18. Jahrhunderts gilt der Halberstädter
Domschatz als einer der umfangreichsten mittelalterlichen
Kirchenschätze - erlebbar in den historischen Räumen der
Domklausur. Für Fachwerkliebhaber empfiehlt sich
ein Bummel durch die historische Altstadt mit ihren idyllischen Ecken und Winkeln. Familien- und Gastfreundlichkeit
wird in Halberstadt groß geschrieben. Der Titel „Tor zum
Harz” steht nicht nur im geografischen Sinne für die idyllisch
gelegene Stadt, sondern auch für ihre Offenheit und Herzlichkeit, die sie Durchreisenden, Besuchern und Einwohnern
gegenüber vermittelt. Die Stadt genießt in der Region ein hohes Ansehen - ein beliebtes Reiseziel zum Staunen, Entdecken und Erleben.
Stadtverwaltung Halberstadt
- Stadtinformation Hinter dem Rathause 6,
38820 Halberstadt
Telefon 03941-19433
www. halberstadt.de
Jagdschloss Spiegelsberge
Spiegelsberge 6,
38820 Halberstadt
Telefon: 03941-583995
Täglich ab 11:00 Uhr geöffnet
Montag - Ruhetag
• Ganzjährig findet jeden Mittwoch um 14:00 Uhr
eine Stadtführung statt. Von Mai bis Oktober
auch Samstag um 11:00 Uhr sowie am Sonntag
um 10:00 Uhr.
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Weitere Ausflugstipps:
➤ Höhlenwohnungen Langenstein
➤ Burg Schlanstedt
➤ Kloster Huysburg
117
Musik für sechs Jahrhunderte
Wohnen anno dazumal
Wie langsam ist „so langsam wie möglich?” Die Tempovorschrift „As SLow aS Possible“ von John Cages Orgelstück Organ2/ASLSP, stellt diese Frage. John Cage (geboren 1912 in Los Angeles, gestorben1992 in New York) war Philosoph, Maler und
Literat. Hinter allen seinen Arbeiten spürt man das Bedürfnis „Bewusstsein zu schaffen“ für Musik, für Verhaltensweisen und für unser Vermögen zu denken. 1985 entstand ASLSP in einer Fassung für Klavier, 1987 bearbeitete John Cage das Stück auf
Anregung des Organisten Gerd Zacher für Orgel. Das Cage-Projekt in Halberstadt
startete am 5. September 2000, die Aufführung des Stückes begann 2001. Das
langsamste Orgelstück hat eine Spieldauer von 639 Jahren - im Jahr 2640 endet
der letzte Ton.
John-Cage-Orgel-Kunst-Projekt
Warum in Halberstadt? Im Jahr 1361 wird in
Halberstadt
Halberstadt die erste Großorgel der Welt, eine
Burchardikirche
Blockwerksorgel, gebaut. Diese Orgel stand im
Am Kloster 1, 38820 Halberstadt
Dom und hatte zum ersten Mal eine (12-tönige) Klaviatur. Noch heute wird das Schema dieÖffnungszeiten:
April - Oktober
ser Klaviatur auf unseren Tasteninstrumenten
Di - So 11:00 bis 17:00 Uhr
November - März
gebraucht. Die Wiege der modernen Musik
Di - So 12:00 bis 16:00 Uhr
stand damit in Halberstadt
Margarete Schraube lebte im vergangenen Jahrhundert ein beschauliches Leben - ihre Eltern Anna und Franz Schraube führten
eine Blau- und Schönfärberei. Bis in das 17. Jahrhundert kann
man die Wurzeln der Halberstädter Familie zurückverfolgen.
Selbstbestimmend und fortschrittlich war Margaretes Denken als
Lehrerin, Weltreisende und ambitionierte Sammlerin. Aufgehoben
und gesammelt hat sie alles: Hausrat jeder Art, Porzellan, Kristall,
Gemälde, Teppiche - all die Dinge des täglichen Lebens, die einen
bürgerlichen Haushalt jener Zeit ausmachte. Ihren gesamten Besitz vererbte Margarete Schraube der Stadt Halberstadt. Bereits
1985 konnte das „Museum für bürgerliche Wohnkultur um 1900”
eröffnen. Nach kompletter Sanierung des Gebäudes 2007 können Besucher heute sehen, wie die Menschen früher ohne Strom,
Gas, Wasser, Telefon, Fernsehen oder Internet lebten. Der komplett erhaltene bürgerliche Haushalt aus der Zeit zwischen 1860
und 1920 ist im Schraube-Museum ausgestellt. Zu spüren sind
hier die Originalität, aber auch das persönliche Ambiente einer
längst vergangenen Epoche. Prunkstück ist ein komplett ausgestatteter bürgerlicher Salon, in dem der Zeitgeist herrscht. Das
kleinste Museum betreibt ein Verein, der das Gebäude der Vogtei
48 mit Leben erfüllt. Besonders den Jüngsten nimmt man sich
an, um Vergangenheit und
Schraube Museum Halberstadt
Geschichte zu begreifen und
Voigtei 48, 38820 Halberstadt,
auch zu erleben. Die Küche
Telefon: 03941-621245
der Wohnungseinrichtung
Öffnungszeiten:
wurde so umgestaltet, dass
April - Oktober: Di bis So 13:00 - 17:00 Uhr
November
März:
Di
bis
So
13:00
- 16:00 Uhr
Besucher auf Voranmeldung
Montag geschlossen. Führungen sind auch
kochen können, wie zu Uraußerhalb der Öffnungszeiten möglich. Bitte
melden Sie sich vorab an.
großmutter Zeiten.
Die jüdische Geschichte erleben
Ein Gang durch Halberstadts Straßen zeigt die Geschichte der Juden als einer religiösen Minderheit
beispielhaft für den deutschsprachigen Raum. Der „Gang durch das jüdische Halberstadt” zeigt auf,
wie Juden lebten und vermittelt die religiöse Entwicklung der jüdischen Gemeinde. Der Gang streift
die Klaussynagoge und führt über die Peterstreppe, den Domplatz, die beiden ältesten jüdischen Friedhöfe und endet mit dem Besuch des Kunstprojektes „Und der
Berend Lehmann Museum für
Lebende nehme sich das zu Herzen.” am Ort der zerstörten
jüdische Geschichte und Kultur
Judenstraße 25/26, 38820 Halberstadt
Barocksynagoge und dem Berend Lehmann Museums mit
Telefon: 03941 - 56 70 50
dem im wesentlichen Teil erhaltene Mikwe (Ritualbad). Das
Öffnungszeiten:
bis 1938 genutzte und 1954 teilzerstörte Ritualbad befindet
Mai bis Oktober: Di. - So. 10:00 - 17:00 Uhr
November bis April: Di. - So. 10:00 - 16:00 Uhr
sich im Keller eines der im 16. Jahrhundert erbauten Reihenfachwerkhäuser in der Judenstraße. Eine im Haus befindliche
MuseumsKaffee Hirsch
Kellermikwe wurde 1891 großzügig ausgestaltet. Das rituelle
Die Vielfalt der jüdischen Küche.
Bakenstraße 57, 38820 Halberstadt
Tauchbad und der Rest der Raumausstattung sind erhalten
Telefon: 03941- 58 32 38
und die architektonischen Strukturen des Mikwenraumes wieDi - So ab 11:00 Uhr
derhergestellt. Die Mikwe gehört neben Synagoge und FriedDas jüdische Halberstadt
hof zu den unabdingbaren Einrichtungen einer jüdischen GeRundgang jeden dritten Sonntag im
Monat. Treffpunkt 11:30 Uhr
meinde. In der Regel befindet sich die Mikwe im Umfeld einer
Klaussynagoge, Rosenwinkel 18
Synagoge, so wie es auch in Halberstadt der Fall war.
118
Der „rote Drache”
Sein Schrei ist markant und lässt den Blick automatisch nach oben
schweifen - der Rotmilan gehört zu den majestätischen Greifvögeln, die in Sachsen-Anhalt heimisch sind und gehört wie Dom
und Kirchen zur Silhouette von Halberstadt. Allein im Sachsen-Anhalt sind zehn Prozent der gesamten Weltpopulation der Rotmilane
zu finden. Jeder zweite Rotmilan brütet in Deutschland. Im Vogelkundemuseum, dem Heineanum Halberstadt, steht der Jäger der
Lüfte, genannt auch der „rote Drache”, wegen seiner herausragenden Stellung bereits seit den 1980er Jahren im Fokus des Interesses und der Sammlungs- und Forschungstätigkeit. Direkt in der Altstadt von Halberstadt entstand im Schraubemuseum ein Sonderausstellungsraum des Heineanum. In einer großzügig ausgestatteten Präsentation steht eine faszinierende Vogelart mit originalen
Naturdokumenten, Präparaten und vielen Objekten, modernen Informationstafeln sowie einer kleinen Spezialbibliothek im Mittelpunkt. Die Ausstellung lebt von ihren Exponaten statt von langen
Beschreibungen. Kurzweilig entführt die Exposition in eine faszinierende Welt aus der Sicht der
Rotmilane. Die Besucher
Museum Heineanum
schauen - wie der Vogel im
in Halberstadt
Voigtei 48 (Museumsscheune)
wahren Leben - von oben auf
Telefon: 03941- 621245
ein Rapsfeld und sehen die
Öffnungszeiten:
Mäuse- und Hamsterlöcher,
April - Oktober:
Dienstag bis Sonntag 13:00 - 17:00 Uhr
aber das dichte PflanzengeNovember - März:
strüpp, das die Augen des
Dienstag bis Sonntag 13:00 - 16:00 Uhr
Montag
geschlossen.
Greifvogels
durchdringen
Anmeldungen: [email protected]
müssen.
119
46
„... dem Himmel ein Stück näher”
Erlebnistour Vorharz
Langenstein
5 Kilometer von der
Straße der Romanik
Halberstadt entfernt
Bahnverbindungen
Richtung Halberstadt,
Magdeburg
Busverbindungen
Richtung Halberstadt,
Blankenburg,
Benneckenstein
• „Landhotel Schäferhof”,
Langenstein
• „Landhotel Schäferhof”,
Langenstein
• Aller-HarzRadweg
• Holtemme-Radweg
• Harz-Rundweg
• Europaradfernweg R1
• Halberstadt
120
Der Abschied von seiner
Höhlenwohnung in Langenstein
Höhlenwohnung fiel Karl Rindert schwer. 1916 musste er
allerdings aus gesundheitlichen Gründen sein felsiges
Heim verlassen. „Hier war ich
immer dem Herrgott ein
Stückchen näher” waren stets
seine Worte, als man ihn bewegen wollte, seine in Stein
gehauenen Wände zu verlassen. Er war der letzte, der die
1795 erstmals bezogenen
Felsenwohnungen verließ. Zu
finden ist diese außergewöhnliche Sehenswürdigkeit
im nördlichen Harzvorland
zwischen Blankenburg und
handenen Höhlen integriert. Nach der Fertigstellung
Halberstadt. Bereits im Jahr 1177 ließ Bischof Ulrich
verlegte Bischof Ulrich seine Residenz hier her. Im
auf dem „Langen Stein” ein sicheres Bollwerk errichfolgten noch 17 weitere Bischöfe auf die Burg. 1653
ten, um sich gegen die Übergriffe des Herzogs
verschwand die Burganlage, sämtliche verwendba„Heinrich der Löwe” von Braunschweig zu wehren ren Steine kamen zur Dombauhütte Halberstadt.
die Geburtsstunde der Altenburg. Aber schon weit
1787 zogen die ersten Bewohner in die freien Felfrüher erkannten die ersten Siedler, dass der 300
senwohnungen, die sich über weite Teile des Ortes
Meter lange Felsrücken unter den damaligen BedinLangenstein verteilten. Neben Wohnung Hausnumgungen fast uneinnehmbar war. Als altgermanische
mer 11 auf dem „Langen Stein” finden Besucher
Fluchtburg bot dieser Berg einen sicheren Rückzugsdes Ortes weitere originalgetreu restaurierte und lieort. Beim Bau der Burganlage wurden die schon vorbevoll eingerichtete Wohnhöhlen am Schäferberg.
Mit Leaderförderung konnte eine Freifläche unterhalb der Höhlenwohnungen dorftypisch gestaltet
und aufgewertet werden. Aus den Sandsteinquadern der alten Burg entstand auch der Schafstall auf
dem Schäferhof. Als Leaderprojekt wurde 2013 der
Schafstall mit großem persönlichem Engagement als
Kultur- und Festscheune umgestaltet. Der Schäferhof Langenstein, die älteste Hofanlage in Langenstein, ist ein denkmalgeschützter Vierseitenhof und
beherbergt ein Landhotel sowie ein Restaurant. Im
Hofladen auf dem Schäferhof gibt es täglich frische
Schloss Langenstein
Wurst- und Fleischspezialitäten sowie frisches
Lammfleisch aus der ReEinweihung der Kulturscheune im Dezember 2013
gion. Regionaler Partner
wie die Ziegenalm Sophienhof bieten hier ihre
Spezialitäten an.
Das Langensteiner Schloss und
der Schlosspark,
die dem Internationalen Bildungs- und
Sozialwerk
e.V. unterstehen, gehörte einst Maria Antonia von Branconi geb. von Elsener
(1746–1793), einer Mätresse von Herzog Karl von Braunschweig und Bekannte von Johann Wolfgang von Goethe. Seit
1998 ist das Schloss Wohn- und Therapiezentrum für Menschen mit Autismus. Über Leader wurden in der Förderperiode
2000 - 2006 einige Vorhaben zur Verbesserung der Lebenssituation benachteiligter junger Menschen gefördert und erfolgreich umgesetzt.
Schäferhof Langenstein
Quedlinburger Straße 28a, 38895 Halberstadt/ OT Langenstein
Telefon: 03941-613841
Hofladen Langensteiner Landtourismus GmbH
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Hofladen-Telefon: 03941-625013
Öffnungszeiten: Mo - Mi 9.00 - 17.00 Uhr, Do & Fr 9.00 - 18.00 Uhr
Sa 7.00 - 11.00 Uhr, So (Backshop) 7.00 - 09.00 Uhr
Merino Herdbuchzucht Heimburg 1861
- Landschaftspflege Harz e. V.
weitere infos unter www.merinoev.de
Langensteiner Höhlenwohnungen e.V.
Führungen unter Telefon: 03941-602108 (Siegfried Schwalbe)
Telefon: 03941-602104 (Helmut Scholle)
• Schloss Langenstein mit angrenzenden Schlosspark
• Familienfreundliche Angebote im Freibad Langenstein
Weitere Ausflugstipps:
➤ Domschatz Halberstadt und Weltkulturerbe Quedlinburg
➤ Kloster Michaelstein
➤ Glasmanufaktur „Harzkristall” Derenburg
Traurige Berühmtheit erlangte Langenstein durch
das KZ Langenstein-Zwieberge, ein Außenlager
des KZ Buchenwald. Unter dem Decknamen „Malachit” mussten 7.000 KZ-Häftlinge aus 23 Ländern von April 1944 bis April 1945 ein 13 Kilometer langes Stollensystem in die Thekenberge bei
Halberstadt graben. Ziel war die unterirdische Produktion von Kampfflugzeugen. Fast 2.000 Menschen verloren bei dieser Arbeit ihr Leben, weitere
2.500 starben nach der Evakuierung des Lagers
auf dem Todesmarsch. Heute erinnert eine Gedenkstätte mit Dauerausstellung, Freigelände und
temporärem Zugang zu 120 Meter des Stollensystems an die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge.
Gedenkstätte für die Opfer des
KZ Langenstein-Zwieberge
Vor den Zwiebergen , 38895 Langenstein
Telefon/Fax: 03941-30248
[email protected]
Öffnungszeiten: Dauerausstellung Dienstag bis Freitag 09.00 – 15.30 Uhr
April bis Oktober jedes letzte
Wochenende im Monat 14:00 – 17. 00 Uhr
oder nach Anmeldung.
Stollenbereich - April bis Oktober jedes letzte
Wochenende im Monat 14:00 – 17. 00 Uhr
Dauerausstellung und Stollenbereich sind an Feiertagen geschlossen.
Das Freigelände ist uneingeschränkt zugänglich.
121
47
Die Welt mit anderen Augen sehen
Erlebnistour Vorharz
Puppenmuseum
Nienhagen
5 Kilometer von der
Straße der Romanik
Klosterkirche St. Vitus
Grönnigen
Bahnverbindung
Strecke Halberstadt Magdeburg
• Gasthof „Jakobshöhe”,
Gröningen
• Hotel „Wehrstedter Hof”,
Halberstadt
• Hotel „Villa Heine”,
Halberstadt
• „Schützenhaus Bes”,
Schwanebeck
• „Bodeperle”, Gröningen
• „Heynburger Hof”, Gröningen
• Camping am See Halberstadt
• Sonderservice: Nichtmobile im Umkreis von
50 km werden mit dem
Puppentaxi ins Museum
gefahren. Telefon:
039403-4893
• Aller-HarzRadweg
• Holtemme-Radweg
• Schwanebeck
• Gröningen
122
Es ist eine Welt aus Puppen und Teddybären, die
heute die Besucher nach Nienhagen bei Halberstadt
lockt und dabei nicht nur Kinderaugen strahlen lässt. Der Ort am Rande des Nordharzes - direkt gelegen an der B 81 zwischen
Halberstadt und Kroppenstedt - entwickelte
sich innnerhalb weniger Jahre zum Wallfahrtsort der Puppenliebhaber. Mehr
als 1.200 Puppen und Teddybären
sind hier in Sachsen-Anhalts einzigem
privatem Puppenmuseum zu bestaunen. Dabei begann alles ganz klein. Simone Schuldt, Inhaberin der unglaublichen Exposition, kaufte sich erst 1994
eine einfache Puppe im Discounter der Beginn einer mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Sammlerleidenschaft.
Um Platz für die wachsende Anzahl der Exponate zu schaffen,
kaufte die Sammlerin 2008 den
stillgelegten Kleinbahnhof am
Ortsrand der Strecke Nienhagen Schneidlingen und investierte
mehr als 60.000 Euro in seinen Erhalt. Die ganze Familie und Freunde packten mit an und so konnte nach zwei Jahren
Ausbau das Puppenmuseum am 28. August 2010
seine Pforten öffnen. Es zeichnet sich aus durch eine Vielfalt der Puppen- und Teddybärenwelt - einige
der knopfäugigen Sammlerstücke sind mehr als 130
Jahre alt. Aber nicht nur seltene Exemplare können
die Besucher bestaunen. In einer Mini-Manufaktur
fertigt Simone Schuldt eigene Entwürfe von Teddybären und bietet ihr Wissen auch den Besuchern an.
Teddybasteln für Kinder und Erwachsene - ein Angebot, das ständig mehr Interesse findet. Viele nationale und internationale Puppenliebhaber kamen
schon nach Nienhagen, um hier die Vielfalt einer
Welt aus Kinderspielzeug und Sammlerstücken anzuschauen. 2012 konnte die Museumsbesitzerin ei-
nen weiteren Coup landen: Mit einem ausgedienten
Hilfsgerätewaggon der Deutschen Bahn erfüllte sich
Simone Schuldt einen lang gehegten Traum und
erweiterte ihre Gesamtausstellungsfläche. Gefunden hatte sie ihn über das Internet in Berlin
und erstand den Wagon für 6.500 Euro. Der 23
Meter lange und 28 Tonnen schwere Bahnwaggon schwebte nach aufwändigen Transport per
Kran auf das alte Bahnhofsgelände und wurde als „Erweiterungsbau” liebevoll restauriert. Um den Wagen als Café nutzen zu
können, wurden im Rahmen eines Leadervorhabens neue Fenster eingebaut. Für die
Einwohner Nienhagens ist die Vergrößerung
des Cafés ein Gewinn, da es die einzige gastronomische Einrichtung des Dorfes ist. Im
August 2013 eröffnete das „Café im Bahnwagen” und bietet nebenbei Platz für eine
DDR-Puppenausstellung aus den Jahren
1970 bis zur Wende 1989. Ein kleiner Museumsshop bietet Allerlei rund um Puppe
und Teddy.
www.puppenmuseum-nienhagen.de
Puppenmuseum
Nienhagen
E.-Thälmann Straße 1
39397 Nienhagen
Telefon 039403-4893
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Öffnungszeiten Museum/Cafe:
Mo - Fr nur nach Vereinbarung
Sa & So von 14.30 - 18.00 Uhr
• Wallfahrtskirche „Zum Allerheiligsten Altarsakrament" (Jakobuspilgerweg) Schwanebeck
• Gutspark Nienhagen
Weitere Ausflugstipps:
➤ Halberstadt
➤ Motopark Oschersleben
➤ Burg Schlanstedt
123
A
m Ende dieser Zusammenstellung wollen die Autoren
der Studie die Potenziale der Erlebnispunkte im Einzelnen und im Gesamten bewerten sowie Schlussfolgerungen und Marketingempfehlungen für die weitere Entwicklung des Projektes „Verborgene Schätze an der Straße der Romanik“ darstellen. Dazu sei vorausgeschickt, dass sowohl die
Studie als auch das Projekt selbst nicht denkbar wären, wenn
es das Zusammenwirken der fünf Lokalen Aktionsgruppen
(LAG) in enger Abstimmung mit LEADER-Managern sowie der
Tourismus- und Wirtschaftsverantwortlichen in unterschiedlichen Verwaltungsebenen geben hätte. Diese enge Verzahnung der einzelnen Akteure ist jedoch nicht nur der Grundstein für diese Projektstudie und ihre Ergebnisse, sondern
gleichfalls die notwendige Voraussetzung für eine weitere erfolgreiche Entwicklung des Vorhabens. Nur wenn künftig stets
das gesamte Ensemble aus beteiligten Akteuren der LAG mit
demselben Engagement an der Idee festhält und immer wieder andere Vertreter von Institutionen, Vereinen, aus der Wirtschaft, dem Tourismus, der Politik und Verwaltung in die Entwicklung und Qualifizierung einzubinden vermag, wird der Erlebnispfad mit seinen einzelnen Stationen durch die Geschichte und Tradition der Region eine wachsende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfahren.
Die Idee zur Entstehung des Projekts „Verborgenen Schätze an
der Straße der Romanik“ – wie es der Name verdeutlicht –
geht auf den Erfolg des geschichtlichen und touristischen Weges der „Straße der Romanik“ zurück. Die Verdeutlichung der
mittelalterlich bedeutsamen Wurzeln der mitteldeutschen Region in Sachsen-Anhalt anhand historischer Wirkungsstätten
wie Burgen, Domen, Kirchen und Klöster als bewahrte bauliche Zeitzeugen rückte die einstigen Bedeutung dieser Landstriche wieder mehr ins Bewusstsein der Gegenwart. Mittlerweile sind die mit der „Straße der Romanik“ verbundenen
Botschaften weit über die Landesgrenzen von Sachsen-Anhalt
hinaus transportiert worden und angekommen. Dabei ist die
124
„Straße der Romanik“ noch längst nicht ausgeschöpft. Der rote
Faden durch die über 1000-jährige Geschichte muss immer
wieder neu gesponnen werden, um in der öffentlichen Wahrnehmung nicht abzureißen. Aus dieser Tatsache lässt sich erkennen, welche langfristigen Anstrengungen und welche Ausdauer nötig sein werden, um ebenso die Schätze an der Straße der Romanik als einen touristischen Erlebnispfad sowie als
selbstverständliche Entdeckungsreise durch die reichhaltige
Geschichte der Region entwickeln zu können.
Dabei muss allen Akteuren bewusst sein, dass nicht jeder Erlebnispunkt dieselbe touristische Aufmerksamkeit und nicht
jeder Ort denselben wirtschaftlichen Effekt wird verzeichnen
können wie möglicherweise ein anderer. Vielmehr bleibt auch
hier die Herausforderung, stets den Pfad als ein Ganzes zu
betrachten. Nur die Betrachtung aller eingebundenen Stationen als Gesamtheit ist das sichere Fundament, auf das alle
bauen können.
Mit Blick auf künftige Entwicklungen wollen die Autoren an
dieser Stelle noch ein paar kritische Bemerkungen zum Projektnamen machen. Der Titel „Verborgene Schätze an der Straße der Romanik“ ist in der Entstehungsphase des Projektes sicherlich ein treffender und eingängiger Slogan gewesen, unter
dessen Dach sich die beteiligten Akteure gesehen haben und
vereinen konnten.
Es mag ebenso das Argument wirksam sein, dass das Wort
„verborgene“ den Eindruck erweckt, man könne sich auf eine
Reise voller Geheimnisse machen, und dies würde unter Marketingaspekten die einzelnen Erlebnispunkte noch interessanter machen. Man begebe sich quasi auf eine „Schatzsuche“.
Diesen Aspekt haben die Autoren sehr wohl gesehen und er
wird von ihnen als Möglichkeit verstanden. Allerdings halten
die Autoren der Studie den verkürzten Namen „Schätze an
der Straße der Romanik“ unter Marketinggesichtspunkten für
wirkungsvoller und praktikabler.
Dazu einige Erläuterungen: Mit Blick auf eine erfolgreiche Entwicklung des Erlebnispfades erscheint das Wort „verborgen“
aufgesetzt. Es täuschte dann etwas Geheimnisvolles vor, was
dann längst bekannt ist. Auch wenn der Weg dahin weit sein
wird und viel Zeit vergehen mag, würde sich der Titel als eingeführte Marke überholt haben. Noch ungünstiger erscheint
der Slogan aus marketing-technischer Sicht. Jedes zusätzliche
Wort in einem Titel macht den Titel selbst komplizierter und
erschwert dessen Einprägsamkeit. Künftige grafische Elemente
und Marketinginstrumente müssen stets unter dem langen Titel erstellt werden. Eine Verknappung ist diesbezüglich nicht
nur ökonomischer, sondern klarer, einprägsamer und transportabler. Die Empfehlung der Autoren lautet deshalb, die Titel
bei der Weiterentwicklung des Projektes noch einmal zu überdenken und gegebenenfalls, so sich unter den beteiligten LAG
eine Mehrheit findet, eventuell mit Blick auf die Zukunftsausrichtung zu ändern, bevor Broschüren, Flyer, Schilder und andere öffentlichkeitswirksame Instrumente umgesetzt werden.
Zum Logo „Verborgene Schätze
an der Straße der Romanik“
Corporate Design ist Schlagwort für die einheitliche und wieder erkennbare „Verpackung“ eines Produkts. Auch eine touristische Erlebnisstraße benötigt ein solch unverwechselbares Erscheinungsbild, um in der heutigen Informations- und Angebotsflut nicht unterzugehen.
Die Verantwortlichen der Studie legten während eines Arbeitstreffens der LAG mehrere Entwürfe für ein Logo der Dachmarke vor. Bei der Erarbeitung der Entwürfe haben sich die Autoren am Ziel und an den Grundlagen des Projekts orientiert. Insofern war es wichtig, dass sich die „Straße der Romanik“ als
Ausgangspunkt und Anlehnungsaspekt des Projekts im Logo
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
Schätze an der
Straße der Romanik
Schätze
an der
Straße
der Romanik
Verborgene
Schätze an der
Straße der Romanik
SCHLUSSBETRACHTUNG
SCHLUSSBETRACHTUNG
Schlussbetrachtung
widerspiegelt. Mit der Entscheidung der Arbeitsgruppe für einen Entwurf wurde diesem Ansinnen Rechnung getragen.
Drei perspektivisch versetzte, romanische Säulen mit typisch
stilisierten Kapitellen finden sich links unten im Logo. Sie sind
als angedeutetes Fundament zu sehen und können gleichsam
als ein Zitat für die „Straße der Romanik“ interpretiert werden.
Ein geschwungener Bogen, der sich zur Form des angedeuteten Buchstabens „R“ darüber spannt, greift nochmals vertiefend den historisch romanischen Ursprung auf. Auf dem R-Bogen deuten drei zu einer Turmspitze zusammengefügte Striche symbolisch einen Kirchturm an.
Diese Symbolik kann sowohl für die mehrheitlichen Sakralbauten, die sich in den Erlebnispunkten wiederfinden, stehen als
auch für andere, geschichtlich neuere Bauwerke, die ebenfalls
in die Reihe der „Verborgenen Schätzen an der Straße der Romanik“ aufgenommen wurden. Schließlich verweist der
125
Die Streckenführung des Erlebnispfades „Verborgene Schätze
an der Straße der Romanik“ sollte durch ein einheitliches Wegeleitsystem, in dem sich das Logo wiederfindet, erschlossen
werden. Straßenschilder mit Logo und Richtungshinweisen
führen den Besucher einerseits in beide Richtungen entlang
der Strecke und geben ihm andererseits an der jeweiligen Station Standortinformationen.
Das Kloster Neuendorf.
126
les, freundliches Beige. Hierin könnte man die Zeit nach der
sogenannten „dunklen“ Epoche des Mittelalters erkennen,
aber auch die schlicht eine einladende, warme und freundliche Farbgebung, wie sie im gegenwärtigen mehrheitlichen
Empfinden gesehen wird. Die angedeutete Turmspitze ist
schwarz abgesetzt, um sich von der Farbgebung der „Straße
der Romanik“ zu unterscheiden. In diesem Fall wurde Schwarz
gewählt, um durch keine weitere Farbe die romanische Sockelfarbe dominant zu überstrahlen bzw. aus drucktechnischen Gründen, da weitere Mischfarben stets das Risiko von
Passungenauigkeiten beim Druck erhöhen könnten.
Von den Autoren der Studie wird empfohlen, sich die Nutzungsrechte für das Logo schützen zu lassen, damit von anderen außerhalb seines Geltungs- und sinnvollen Einsatzbereiches kein Missbrauch erfolgen kann. Es ist wünschenswert,
dass in Publikationen zu Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen im Zusammenhang mit den „Verborgenen Schätzen
an der Straße der Romanik“ das offizielle Logo verwendet
wird.
Das unterstreicht die Bedeutung dieses touristischen und kulturhistorischen Projekts. Damit sich die einzelnen Werbemaßnahmen wechselseitig verstärken und ergänzen, muss das Logo einheitlich, entsprechend den gestalterischen Vorgaben ohne jegliche Variationen verwendet werden. Die entsprechenden grafischen Vorlagen werden mit Abschluss dieser Studie
den Verantwortlichen übergeben.
Empfehlungen zum Aufbau
und zur Weiterentwicklung
den Standort eines Erlebnispunktes attraktiver. Außerdem darf
die Initiative zahlreicher privater Akteure nicht unterschätzt
werden. Sie können aus der Entwicklung des Erlebnispfades
profitieren und sind daher sicherlich an Investitionen in der
Nähe der Erlebnispunkte interessiert.
1. Fördermöglichkeiten
2. Innenmarketing
Anders als die „Straße der Romanik“ sind nicht alle Erlebnispunkte rein historisch und kunstgeschichtlich zu sehen. Doch
die Ausrichtung des Projekts auf die Zukunft hat solche Punkte, die in der Studie beschrieben wurden, in den Mittelpunkt
gerückt, die eine touristische Vermarktung erst ermöglichen.
Tourismuspolitik und -förderung sind bedeutende wirtschaftliche Aspekte. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Tourismus und speziell der Kulturtourismus zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig in ganz Deutschland und insbesondere
in Sachsen-Anhalt entwickelt. Die Entwicklung der „Straße der
Romanik“ ist nur durch die umfassende Landesförderung gelungen.
Sicher können die LAG, Landkreise und einzelne Gemeinden
nicht mit derselben Förderkraft die „Verborgenen Schätze an
der Straße der Romanik“ entwickeln. Dennoch ist ein günstiges Umfeld geschaffen, in welche die Erlebnispunkte eingebettet sind. Die funktionierende Infrastruktur ermöglicht und
sichert die Erreichbarkeit aller Erlebnispunkte. Insbesondere
die begleitenden regionalen Förderprogramme wie beispielsweise der Ausbau des Radwegenetzes sowie die Förderung
zur Entwicklung des ländlichen Raumes (z.B. LEADER) setzten
Grundsteine für das Projekt.
Insofern sollten alle künftigen Fördermöglichkeiten im Bereich
der Erlebnispunkte stets mit den Stationen des Projekts verknüpft werden. Weitere Sanierungen, bauliche Verbesserungen, historische Rekonstruktionen in der Umgebung machen
Nur durch eine weitere enge Abstimmung innerhalb der zuständigen LAG und einem gemeinsamen Handeln kann der
Tourismus zu den „Verborgenen Schätzen an der Straße der
Romanik“ weiter entwickelt werden. Es sollte unter den beteiligten Initiatoren und Verantwortlichen darüber nachgedacht
werden, ob jede LAG eine oder mehrere Aufgaben des gemeinsamen Marketings bzw. der Tourismuskoordination übernimmt. In weiteren gemeinsamen Arbeitsgruppentreffen
könnten Ideen vorgetragen, entwickelt und Verantwortlichkeiten übertragen bzw. Rechenschaft abgelegt werden.
SCHLUSSBETRACHTUNG
SCHLUSSBETRACHTUNG
Schriftzug „Verborgene Schätze an der Straße der Romanik“
auf die Dachmarke des Erlebnispfades. In der Farbgebung
wurde in den Symbolen und der Schrift das dunkle Weinrot
der „Straße der Romanik“ gewählt. Der Untergrund ist ein hel-
Es ist eine regelmäßige Kontaktpflege und Abstimmung mit
den bestehenden Tourismus-Institutionen des Landes nötig.
➤ Der Kontakt zur Investitions- und Marketinggesellschaft
mbH Sachsen-Anhalt (IMG) muss gesucht und gepflegt
werden. Hier geht es um die Entwicklung von Strategien für
das Außenmarketing und die Berücksichtigung des Erlebnispfads in allen anderen touristischen Aktivitäten des Landes (z. B. die Darstellung bei überregionalen und nationalen
Messen).
➤ Eine ständige Mitarbeit im Landestourismusverband (LTV)
ist wichtig. Der LTV vertritt als ehrenamtliche touristische Spitzenorganisation die Belange des Tourismus in Sachsen-An-
127
können. Vielfach fehlt es an Kommunikation und gegenseitigem Verständnis sowie entsprechenden Kooperationsstrukturen, teilweise aber auch an kreativen Ideen und konkreten
Lösungsvorschlägen.
➤ Die touristischen Regionalverbände nehmen für die künftige
Entwicklung im Hinblick auf die Qualitätssicherung und des
touristischen Angebots wichtige Aufgaben im Innenmarketing wahr. Auch hierzu ist eine enge Vernetzung wichtig.
Schließlich stimmen sie die regionalen touristischen Produkte mit der Landesmarketingstrategie und dem Landeswerbeplan ab und sind für deren Umsetzung in den
Regionen verantwortlich. Hier kommt insbesondere ihre wesentliche Aufgabe zur regionalen Umsetzung und Angebotsentwicklung landesweiter Alleinstellungsmerkmale, vor
allem im Kommunikations- und Bündelungsprozess zwischen Kommunen, Hotellerie, Gastronomie, Museen, Kirchen und anderen touristischen Dienstleistern zum Tragen.
Deshalb scheint es angeraten zu sein, Koordinatoren innerhalb der fünf beteiligten LAG zu benennen, die über ein
grundlegendes Fundament an Marketing- und Tourismuswissen verfügen. Sie sollen die Interessen der LAG, des gesamten Projektes gegenüber anderen Institutionen vertreten, dort Ideen einbringen und innerhalb der LAG die Verbindung halten.
Ideen zur weiteren Projektentwicklung
Durch den Erlebnispfad „Verborgene Schätze an der Straße
der Romanik“ eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten einer lebendigen Auseinandersetzung mit der regionalen Geschichte.
So eröffnen beispielsweise Schulprojekte die Chance, das Geschichtsbewusstsein und die Heimatverbundenheit zu verbessern.
Möglichkeiten:
➤ Die Einbeziehung örtlicher Vereine in die Arbeit für die Entwicklung eines Erlebnispunkts. Vielfach existieren geschichtsinteressierte Menschen, Chronisten, Sammler und
andere heimatverbundene Personen, die mittels ihrer inhaltlichen Tätigkeit zur Entwicklung und zur Ausstrahlung des
jeweiligen Erlebnispunktes beitragen können.
➤ Die Entwicklung eines Instrumentariums für Lehrerinnen
und Lehrer zur Gestaltung eines lebendigen und interessanten Geschichts- und Heimatunterrichts.
Die erfolgreiche Vermarktung kultureller Objekte und Ereignisse erfordert heute in einem konkurrenzträchtigen Markt
fundiertes touristisches Know-how sowie eine reibungslose
Kooperation bei der Erstellung zusammengesetzter und attraktiver Produkte durch verschiedene Träger. Selbst optimale
denkmalpflegerische Arbeit und museumspädagogische
Konzepte reichen heute keinesfalls aus, um Touristen (Ausflügler und Übernachtungsgäste) erfolgreich ansprechen zu
➤ Die Region kann für Schülergruppen über die Region hinaus attraktiv gemacht werden.
➤ Die Erarbeitung von Möglichkeiten für eine inhaltsreiche
Freizeitbeschäftigung von Schülerinnen und Schülern.
➤ Die Erstellung von Lehrmaterialen zur regionalen Geschichte.
Die Kommende Bergen
➤ Eine mögliche umfassende und flächendeckende Informationsarbeit an den Schulen.
➤ Die Durchführung von Projekten (Kinderführungen in
Bauwerken oder Unterrichtsstunden in Schulen).
➤ Die Verknüpfung von Projekttagen und Projektwochen in
den Schulen und Bildungseinrichtungen mit den Erlebnispunkten.
➤ Wettbewerbe (z. B. Malwettbewerbe, Ausschreibung von
Schülerwettbewerben zur Geschichtsforschung etc.) oder
die Initiierung von Arbeitsgemeinschaften an Schulen ist
denkbar.
➤ Kinder- und Jugendprogramme zu besonderen Anlässen
können ins Leben gerufen werden. Beispiele sind: Geheimnisvolle Schatzsuche, historische Inszenierung einer
Hochzeit in einer Kirche oder Kapelle, verkleiden in historische Gewänder, Kinder-Ritter-Spiele, andere historische Spiele, schießen mit Pfeil und Bogen. An
Erlebnispunkten mit traditioneller handwerklicher Arbeit
oder sonstigen Produktionen können die Tätigkeiten anschaulich dargestellt werden (z. B. Gutshof Üplingen).
SCHLUSSBETRACHTUNG
SCHLUSSBETRACHTUNG
128
halt gegenüber der Landesregierung und dem Landtag
sowie über die Landesgrenzen hinaus in den Verbänden auf
Bundesebene. Nach innen organisiert er das Zusammenwirken aller tourismusrelevanten Einrichtungen. Ein Schwerpunkt des LTV ist daher die Vernetzung zwischen den
einzelnen Verbänden.
➤ Ein Kunstwettbewerb mit thematischem Schwerpunkt der
historischen Bauwerke mit ihren architektonischen Details
oder ihre Einbettung in die Landschaft ist möglich, Videound Multimedia-Projekte können ins Leben gerufen werden.
➤ Regionale Feste oder Veranstaltungen können mit den Erlebnispunkten verknüpft werden oder nach Möglichkeit
dort stattfinden.
➤ Ein Literaturwettbewerb, der zum Ziel hat, regionale Geschichten zu erzählen, die dann in der regionalen Presse
abgedruckt und/oder auf unterschiedlichen Internetseiten
veröffentlicht werden können, kann initiiert werden.
129
Fazit
Der Erlebnispfad „Verborgene Schätze an der Straße der Romanik“ wird um so erfolgreicher sein, je besser es gelingt, das
gesellschaftliche Umfeld zu integrieren und zu einem echten
Gastgeberbewusstsein zu entwickeln. Nur wenn Besucher das
Gefühl haben, der Erlebnispunkt wird von der Bevölkerung,
den Kirchen, den Kommunen, den Unternehmen und Akteuren der Vereine und Verbände tatkräftig unterstützt und über
die reine Präsentation der Bauwerke hinaus auch im Alltag
mitgetragen, wird der Besuch als ein Erlebnis empfunden und
positiv darüber berichtet. Erfolg wird nur möglich sein, wenn
alle Beteiligten die „Verborgenen Schätze an der Straße der
Romanik“ zu einem wirklichen touristischen Produkt ausbauen, das dem Nutzen eines Besuchers entspricht und sich dessen Wünsche nach einem erlebnisreichen Ausflug bzw. einer
Reise erfüllen.
Daher ist zu prüfen, ob alle Erlebnispunkte auch wirklich für
Besucher zugänglich sind. Nichts ist schädlicher, als vor „verschlossenen Türen“ zu stehen. An Orten, die derzeit über keine Regelöffnungszeiten verfügen bzw. der Zugang eingeschränkt ist, sollte die Möglichkeit einer ehrenamtlichen Mitarbeit geprüft werden, wenn keine anderen Finanzierungsmög-
lichkeiten bestehen. Um das Projekt weiter zu entwickeln, ist
es wichtig, sich Informationen über die Besucher zu verschaffen. Nur wer seine Besucher kennt, kann sich zu ihren Wünschen hinwenden und den Erlebnispunkt als touristische Attraktion ausbauen. Solche Informationen können durch Umfragen (z. B. ein ausliegender Fragebogen) und über Besucherstatistiken zusammengetragen werden. Hierbei kommt es
zunächst nicht auf marktforscherische Perfektion an, sondern
es geht darum, die Dinge anzupacken. Für solche Arbeiten
können auch Studenten gewonnen werden, die innerhalb ihres Studiums Projekt- oder Abschlussarbeiten in den Fachrichtungen Marketing oder Tourismus erarbeiten müssen. Der Aufbau von Kontakten zu den Hochschulen und Fachhochschulen des Landes sei dazu angeraten.
3. Außenmarketing
Ziele und Strategien des Marketings für den Erlebnispfad
„Verborgene Schätze an der Straße der Romanik“ müssen
sich im Sinne eines einheitlichen und in sich geschlossenen
Außenauftritts unterordnen. Das Corporate Identity muss in
seinen Grundfesten so beschaffen sein, dass es sich problemlos mit dem allgemeinen Landesmarketing und dem
touristischen Landesmarketing verbinden lässt. Mit der Entwicklung der Dachmarke „Verborgene Schätze an der Straße
der Romanik“ und dem bereitgestellten Logo sollte dies ohne Probleme möglich sein.
Schäferhof in Langenstein
130
Neben dem Ziel, wirtschaftliche Effekte für die beteiligten
Regionen und Orte aufzubauen, zählen zunächst vorrangig
Image- und Bekanntheitsziele. Auch wenn diese Punkte
noch keine messbaren wirtschaftlichen Zahlen ermöglichen,
sind sie jedoch die wesentliche Voraussetzung dafür, dass
sich überhaupt wirtschaftliche Effekte herausbilden können.
Durch die Verknüpfung mit der Markensäule der „Straße der
Romanik“ des Landes Sachsen-Anhalt sind zwei grundlegende
Dinge verbunden:
a. Erstens wird daran die „Straße der Romanik“ eine weitere
Profilierung erleben können und
b. kann der weitere Erfolg der „Straße der Romanik“ auf die Erlebnispunkte der „Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“ positiv ausstrahlen.
Beide Wege profitieren also gegenseitig, wenn sie sich auch im
Marketing gemeinsam verbinden und unterstützen. Ein örtlicher
„Egoismus“ bzw. regionale Interessen dürfen deshalb nie in den
Vordergrund treten. Alle Stationen können nur gewinnen, wenn
sie gemeinsam getragen werden und sich niemand unter einer
Zurücksetzung sieht oder mit einer „neidischen“ Befindlichkeit
auf eine andere Station schaut, weil diese möglicherweise zeitweise in der Aufmerksamkeit in den Vordergrund tritt oder eine
sonstige frühere Förderung erhalten sollte.
SCHLUSSBETRACHTUNG
SCHLUSSBETRACHTUNG
➤ Ein Fotowettbewerb, bei dem einzelne Erlebnispunkte attraktiv in den Mittelpunkt gerückt würden, kann ausgerufen werden. Die Motive sollten den Bezug zu den
Bauwerken mit ihren architektonischen Details herstellen,
die Bauwerke in der Landschaft bzw. im Wandel der Jahreszeiten zeigen oder den örtlichen Charakter in Szene
setzen.
Das Image der „Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“ sollte also auf die bekannten Slogans „Kernland deutscher
Geschichte“ bzw. Ausgangspunkt deutscher Prosperität im Mittelalter aufsetzen. Alle Instrumente und das touristische Produkt selbst muss sich zunächst vorrangig an den Bedürfnissen
von Tagesgästen und Kurzreisenden messen lassen.
Die bestehenden Marketinginstrumente aus der „Straße der
Romanik“ sollten mit den „verborgenen Schätzen“ verbunden
werden. Dafür müssen die beteiligten Akteure an den entsprechenden Stellen und mit den Verantwortlichen werben.
Dadurch entsteht eine einmalige Kombination für einen erweiternden Geschichtsblick über die gesamte Region.
131
In der Studie veröffentlicht sind einige auserwählte gastronomische Einrichtungen, Übernachtungsmöglichkeiten, Hinweise für Besucher der Erlebnispunkte wie Anreisemöglichkeiten und mehr. Die Piktogramme verweisen lediglich auf
Empfehlungen der Verfasser, ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht. Dazu müssten noch konkrete Absprachen
zwischen den einzelnen Partnern erfolgen.
Auf Besonderheiten spezieller Besuchergruppen einzugehen,
gibt die Chance, neue Gäste zu gewinnen oder Besucher anzulocken, die ohnehin in der Region unterwegs sind. Für Geschäftsreisende kann es beispielsweise interessant sein, kleine
Zusatzprogramme nach dem Motto „wenn sie noch zwei Stunden Zeit haben …“ anzubieten.
➤ Radtouristen: identische Thematik und Zielpunkte zur zugehörigen touristischen Route; Beschilderung mit dem Symbol
der touristischen Route; autofreie Streckenführung, die ein hindernisfreies Fahrradfahren ermöglicht; abwechslungsreiche
Landschaft; Sehenswürdigkeiten und touristische Infrastruktur
(Hotellerie, Gastronomie) in angemessener räumlicher Entfernung (Tagesetappen zwischen 30 und 60 Kilometern);
❍
❍
❍
❍
❍
❍
❍
❍
❍
132
Darstellung der Gesamtstrecke und der einzelnen Teilstrecken mit Kilometerangabe und Höhenprofil
Tipps zur Vorbereitung und Planung einer Fahrradtour
Hinweise auf ergänzendes Kartenmaterial
Hinweise auf Rast-, Unterstell-, Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten
Informationen zum Fahrradverleih
Informationen zum Fahrradreparaturservice
Anschriften der Tourismus- und Informationsstellen
Hinweise auf Anreisemöglichkeiten per Bus und Bahn
Informationen zu speziellen Fahrradveranstaltungen
➤ Barrierefreies Reisen: historische Bauwerke barrierefrei zu
machen, ist ein schwieriges und kostspieliges Unterfangen.
Stationen, die einen barrierefreien Zugang gewährleisten
sollte gesondert gekennzeichnet und herausgestellt werden.
Auch ältere Menschen unternehmen gern Ausflüge. Auf diese Weise können Seniorenvertretungen, Pflegeeinrichtungen, Reiseanbieter von Seniorenreisen usw. angesprochen
werden.
➤ Motorradtouristen: Motorradtourismus erfreut sich einer
wachsenden Beliebtheit. Und motorisierte Biker sind gern
abseits der Hauptverkehrsadern in der Landschaft auf Entdeckungsreise. Sie sind weitestgehend autark mobil und unternehmen gern Reisen auf touristischen Routen. Deshalb
kann es wichtig sein, Kontakte zum ADAC und anderen Mobilclubs zu knüpfen und ein geschlossenes Routenkonzept
mit Übernachtungsmöglichkeiten etc. (ähnlich wie Fahrradtouristen) zu erstellen. Motorradfahrer sind häufig gut situierte Menschen mit einer hohen Affinität zu Kultur-,
Geschichts- und Landschaftsentdeckung. Oft reisen sie in
kleinen Gruppen oder mit einzelnem Partner.
Dazu gehören:
●
Erzeugung von Aufmerksamkeit auf die „Verborgenen
Schätze an der Straße der Romanik“ und die in der Umgebung liegenden Leistungsträger bzw. Dienstleister.
●
Steigerung des Bekanntheitsgrads.
●
Veränderung und Verbesserung des Images
●
Bindung von Gästen.
Die beschriebenen Erlebnispunkte dieser Studie sind bereits
grafisch und inhaltlich derart aufbereitet, dass sie problemlos
als Vorlage eines umfassenden touristischen Führers dienen
können. Außerdem können einzelne Stationen in anderen Publikationen aufgrund des vorliegenden Materials weitergenutzt
werden. Text, Fotodaten und Grafiken können zur Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt werden und auch eingesetzt
werden. Medien spielen nach wie vor eine große Rolle. Sie
haben auf die Verbesserung des Bekanntheitsgrades und die
Imagebildung maßgeblichen Einfluss. Deshalb ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit wesentlich. Dazu zählt eben die Einrichtung eines Fotoarchivs ebenso wie die regelmäßige Herausgabe von Presseinformationen zu interessanten Ereignissen entlang der Erlebnisstraße.
Die professionellen Öffentlichkeitsarbeiter in den Kommunen
und Landkreisen sollten mit den „Verborgenen Schätzen an
der Straße der Romanik“ vertraut gemacht und geschult werden, damit sie interessante Informationen aus ihren Zuständigkeitsbereichen mit den Erlebnispunkten verknüpfen können (z. B. eine Pressekonferenz mit dem Landrat an einem
der Erlebnispunkte, Veranstaltungshinweise etc.). Auch dabei
kommt es darauf an, den Namen des Erlebnispfades immer
wieder zu transportieren.
SCHLUSSBETRACHTUNG
SCHLUSSBETRACHTUNG
Besucherspezifikation
Kommunikation
Die Instrumente der Kommunikation sind Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Event-Marketing und Sponsoring. Zu einer effizienten Kommunikation und bei Entscheidungsprozessen zur
Förderung des Marketings gehört es, dass alle Instrumente optimal aufeinander abgestimmt werden. Neben den ökonomischen Kommunikationszielen, bei Zielgruppen bestimmte Reaktionen hervorzurufen und für ein größeres Besucheraufkommen sind zunehmend psychografische Ziele von Interesse.
Kroppenstedt
133
Innerhalb der Werbung sind unterschiedliche Instrumente
ratsam. Neben einer umfassenden Informationsbroschüre
sind Flyer, Fahnen, Postkarten, Stofftaschen, Aufkleber und
Anstecker und vieles Weitere möglich. Besonders positiv
sind Effekte, die sich im privatwirtschaftlichen Raum entwickeln lassen. Wenn Kalender und sogenannte „give aways“
entstehen, die eine starke Identifikation mit dem betreffenden Erlebnispunkt zeigen. In künftigen Prospekten, die in
den betreffenden Regionen hergestellt werden, sollte darauf
geachtet werden, dass in Auszügen auch stets die Erlebnispunkte Berücksichtigung finden und das Logo verwendet
wird.
Als besonders effizient gelten individuell gestaltete Werbebriefe, die in Mailing-Aktionen gezielt an ausgewählte Interessengruppen versendet werden. Das können z. B. Vertreterorganisationen für geschichtsinteressierte Menschen sein.
134
Heute geht nichts mehr ohne Internet. Die Darstellung der
„Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“ auf einer
eigenen Domäne ist unabdingbar. Die Homepage muss alle
wesentlichen Informationen über die Punkte, deren Erreichbarkeit, die Beschreibung der einzelnen Stationen und wichtige Zusatzinformationen für Besucher bereithalten.
Beim Grundgedanken der effizienten Vernetzung kommt es
darauf an, dass der Internetauftritt des Projekts mit möglichst
vielen bzw. allen erreichbaren Internetseiten, die sich mit
dem Tourismus in Sachsen-Anhalt beschäftigen, verlinkt ist.
Eine gegenseitige Verlinkung mit der „Straße der Romanik“
sollte angestrebt werden. Auch die Auftritte der Landkreise
und anderen Gebietskörperschaften sollten innerhalb ihrer
regionalen und touristischen Informationen auf den Internetauftritt des Projektes verweisen. Im ersten Stadium der Entwicklung des Erlebnispfades ist es nicht unbedingt wichtig,
Merkmale der touristischen Route
Auf dem Weg zu einem Ort auf der Route der „Verborgenen
Schätze an der Straße der Romanik“ orientieren sich Autofahrer in der Regel heute durch Navigationssysteme. Während der Fahrt dienen die üblichen gelben Hinweisschilder
an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen der groben Orientierung. Unterstützt wird das Finden der richtigen Strecke durch
die spezifischen Schilder der „Verborgenen Schätze an der
Straße der Romanik“, die an allen wichtigen Kreuzungen des
Verbreitungsgebietes vorhanden sein sollten. Für den künftigen Erfolg sollte alles unternommen werden, dem Besucher
die Orientierung so leicht wie möglich zu machen.
Eine Beschilderung sollte wie folgt erfolgen:
●
●
●
Bei Abzweigung in untergeordnete, übergeordnete oder unübersichtlicher Straßenführung. Dort steht ein Schild mit
Richtungspfeil.
Am Beginn eins Erlebnisortes wird auf das Bauwerk
(Name) hingewiesen.
Am Ende des Erlebnisortes wird auf den nächsten Erlebnisort hingewiesen (Vernetzung).
Schilder müssen innerorts gut zu erkennen sein. Sie sollten
sauber und ordentlich aufgestellt sein. Wichtig sind auch
ausreichend ausgewiesene Parkmöglichkeiten am Erlebnisort selbst. Gerade bei der Besichtigung von Bauwerken an
einer touristischen Straße legen Autofahrer wert darauf, vorfahren zu können. Wo es möglich ist, sollten dementsprechend Parkflächen eingerichtet bzw. ausgeschildert werden.
Schlecht ist es in jedem Fall, wenn ein Autofahrer mit einer
unübersichtlichen Parkplatzsituation allein gelassen wird.
SCHLUSSBETRACHTUNG
SCHLUSSBETRACHTUNG
Veranstaltung im Bördemuseum Ummendorf
dass jeder Erlebnispunkt über eine eigene Homepage verfügt. Sollte diese jedoch vorhanden sein, kommt es darauf
an, diese mit dem Auftritt der „Verborgenen Schätze …“ zu
verknüpfen. Im Zeitalter der „Social Communities“ ist beispielsweise auch die Einrichtung einer Facebook-Seite von
Vorteil. Menschen können per Klick zeigen, dass sie eine Station besucht haben. Es entstehen weitreichende Interaktionsmöglichkeiten. Allerdings – egal ob Internet oder Facebook –
alle Online-Medien müssen regelmäßig aktualisiert werden.
Sie müssen quasi „lebendig“ sein. Möglicherweise finden die
Akteure der LAG Mitstreiter in den eigenen Reihen, die sich
in die Arbeit für diese Medien einbringen können. So wäre
es wichtig, dass alle aktuellen Veranstaltungen, Events oder
sonstigen Veränderungen, die mit einem Erlebnispunkt im
Zusammenhang stehen, auf der Internetseite unter aktuellen
Informationen veröffentlicht werden. Die Pflege dieser Informationen kann adäquat bei Facebook erfolgen.
Besichtigung eines Erlebnispunktes
Besucher nehmen Hilfen zur schnellen Orientierung und
erste Informationen über das zu besichtigende Bauwerk
dankbar an. Die entworfenen Schautafeln für die Erlebnispunkte sollen als Eingangsinformation für den Besucher dienen. Wichtig wäre vor allem, dass entsprechende Informationstafeln Öffnungszeiten ausweisen. Hinweistafeln mit ersten Erklärungen zum Bauwerk und seiner Geschichte zeigen
eine gute Servicequalität.
Stark eingeschränkte Öffnungszeiten oder unregelmäßige
Zugangsmöglichkeiten sorgen schnell für Verärgerung bei jedem Besucher. Schließlich haben sie sich extra auf den Weg
zu dem Besichtigungsobjekt gemacht. So lange Orte nur
nach Voranmeldung besichtigt werden können, wird sich
135
Der Aufenthalt in der
Umgebung eines Erlebnispunktes
Die Aufenthaltsdauer von Besuchern in einem Ort so weit
als möglich zu verlängern, muss das Ziel aller direkt oder indirekt am Tourismusgeschehen beteiligten Personen, Unternehmen und Institutionen sein, weil sich damit die Chance
auf eine Ausgabenerhöhung vergrößert. Zu diesem Zweck
müssen Akteure vor Ort in der Lage sein, Tipps für den Aufenthalt zu geben. Geprüft werden sollte in diesem Zusammenhang auch, ob für Gäste zugängliche Toiletten am Erlebnispunkt oder in dessen unmittelbarer Umgebung vorhanden sind. Außerdem sollten an den Erlebnispunkten alle
Möglichkeiten genutzt werden, die komplette Region in einem attraktiven Licht erscheinen zu lassen. Fachlich wird
dies als Cross-Marketing bezeichnet.
gekommen. Möglicherweise liegt es daran, dass gerade in den
ländlichen Gebieten die flächendeckende Nutzung von Mobilfunk nicht immer abgesichert ist. Doch der stetig wachsende Ausbau der mobilen Netze und LTE-Abdeckung
ermöglicht es, internetaffinen Touristen weiterführende Nachrichten über die neuen Medien zukommen zu lassen. Zum
Beispiel bei Radwegen – hier bietet die Abbildung des QRCode auf Hinweisschildern die Möglichkeit, Umgebungskarten
und das komplette Radwegenetz letztlich anzuzeigen. Leider
sehen viele Anbieter den Nutzen noch nicht in den QR-Codes,
wollen das Design ihrer Printmedien oder Informationstafeln
nicht durch diesen „Fleck“ zerstören. Der Vorteil liegt aber hier
vor allem darin, Angebote schneller im Internet verbreiten und
ändern zu können, als in Printprodukten oder auf Informationstafeln. Die schönsten Geschichten sind die, die erzählt
werden – deshalb könnte man auch die Geschichten der Erlebnispunkte via QR-Code erzählen lassen. In einigen Städten
sind Rundgänge per Audio-Guide schon umgesetzt.
Weitere touristische
Vernetzungsmöglichkeiten
Dazu gehört:
➤ Auslage von Broschüren zu Ausflugszielen in der Nähe
➤ Aufstellung einer Tafel mit Ortsplan bzw. Landkarte und
Auflistung der umliegenden Attraktionen
➤ Hinweise auf gastronomische Einrichtungen im Umfeld
➤ sogenanntes Mobile Tagging: Einsatzmöglichkeiten des
QR-Codes im Tourismusmarketing.
Dieser QR-Code bietet die ideale Verknüpfung zwischen Printprodukten, Schautafeln und dem Mobiltelefon zum Internet.
Leider ist das Potenzial des QR-Codes noch nicht wirklich an-
136
Neben den bereits erwähnten kultur- und geschichtsinteressierten Besuchern gilt es zu prüfen, ob weitere Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen touristischen Gebieten möglich
sind. Gesundheitstourismus ist heute ein großes Thema.
Beim Holunderkontor in Niederndodeleben ließe sich möglicherweise so etwas verbinden. Campingtourismus, Blaues
Band, Radtourismus, Städtetourismus, Natur- und Famlientourismus sind weitere Stichworte. Die einzelnen Stationen
des Erlebnispfades sollten darauf überprüft werden, inwiefern sich der Ort für konkrete Angebote solcher Tourismusbereiche eignet.
4. Ausblick
Mit der Initiierung des Projektes „Verborgene Schätze an der
Straße der Romanik“ ist ein Grundstein für die Entstehung eines
touristischen Weges durch die LAG-Regionen gelegt worden.
Erst in der Folge aller weiteren Aktivitäten wird das Fundament
für diesen Erlebnispfad gelegt. Die Identifizierung und Beschreibung der ausgewählten Stationen und ihre Nähe zur „Straße
der Romanik“ lässt die Entdeckungen durch das historische
Kernland des Mittelalters attraktiver und informativer werden.
Trotzdem sei in diesem Stadium der Entwicklung vor zu hohen
Erwartungen auf schnelle Effekte gewarnt. Eine wirkliche Belebung wird erst spürbar sein, wenn alle Instrumentarien umgesetzt sind, greifen und öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt
wurden. Die Kooperation aller Akteure sei an dieser Stelle ebenfalls noch einmal hervorgehoben. Die unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit müssen von allen Beteiligten gepflegt werden. Auf jeden Fall wird die Vermarktung unter dem
Label „Verborgene Schätze an der Straße der Romanik“ für alle
beschriebenen Objekte hilfreich sein. Auch weniger attraktive
Stationen werden aus dem Gesamtprojekt einen Nutzen ziehen. Die touristisch attraktivsten Magnete auf dem Weg der
„Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“ sind geradezu verpflichtet, zum Wohl des Ganzen und der anderen Stationen bei der Vermarktung behilflich zu sein.
Da bekanntermaßen kaum jemand den gesamten Erlebnispfad
erkunden wird, ist zu überlegen, die einzelnen Gebiete der LAG
– so wie in der Studie – vorgelegt als Entdeckungsrouten anzubieten. Man könnte ergo auch die Stationen einer LAG in einem kleineren Flyer zusammenfassen und damit Besuchern
Lust auf mehr machen.
Dabei sollte auch im Auge behalten werden, dass die gesamte
Region noch viele weitere „Schätze“ aufweist, die man im wei-
teren Verlauf und nach Entwicklung des Erlebnispfades stärker
in die Öffentlichkeit rücken kann, um die Region insgesamt zu
stärken. Jeder weitere Anziehungspunkt würde die Region für
Besucher insgesamt noch attraktiver werden.
Wichtig scheint den Autoren, um einen wirkungsvollen Auftakt
für die „Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“ zu
setzen, die bedeutenden Medien der Region bei einer Pressekonferenz über das Gesamtprojekt zu informieren. Um eine
überregionale Ausstrahlung zu erzielen, wäre es von Vorteil, einen Landesminister als Zugpferd zu gewinnen und die Pressekonferenz in Magdeburg oder an einem Erlebnispunkt in unmittelbarere Nähe von Magdeburg abzuhalten, um möglichst vielen Medienvertretern aus der Landeshauptstadt einen kurzen
Weg zu ermöglichen.
Das Potenzial der beteiligten Regionen ist unbestritten hoch, um
die „Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“ langfristig
zu einer regionalen Tourismusmarke zu entwickeln. Nach wie
vor scheinen noch zu wenige Bürgerinnen und Bürger eine entsprechende Aufmerksamkeit für die Geschichte der Heimat zu
entwickeln. Mit der Herausstellung einzelner Erlebnispunkte der
beteiligten fünf Lokalen Arbeitsgruppen ist eine Chance eröffnet
worden, hierbei neue Akzente zu setzen. Wenn die bisher beteiligten Akteure, weitere Personen, Unternehmen, Vereine und
Verbände für die Entwicklung des Projektes gewinnen können
und sie mit demselben Engagement wie bisher bei der Sache
bleiben, werden sie auch die Früchte ihrer Idee reifen sehen.
SCHLUSSBETRACHTUNG
SCHLUSSBETRACHTUNG
der Effekt eines touristischen Erlebnispfades nicht einstellen.
Damit kann keine touristische Attraktivität erreicht werden,
die vorrangig vom spontanen Besucherverkehr leben würde.
Wir danken allen beteiligten Verantwortlichen, Unterstützern
und den Helfern an den Erlebnispunkten für das Vertrauen und
die aktive Mithilfe bei der Realisierung der Projektstudie „Verborgene Schätze an der Straße der Romanik”.
Ronald Floum und Thomas Wischnewski
Februar 2014
137
LAG
Vorsitzende/r
Internet
LAG Börde
Ines Becker
www.lag-boerde.de
LAG Bördeland
Petra Hort
www.lag-boerdeland.de
LAG Colbitz-Letzlinger Heide
Erika Tholotowski
www.lag-clh.de
LAG Flechtinger Höhenzug
Steffi Trittel
www.lag-fh.de
LAG Rund um den Huy
Klaus Bogoslaw
www.rund-um-den-huy.de
IMPRESSUM
Herausgeber:
Kooperationspartner:
Leaderaktionsgruppen:
138
Projektteam für die Umsetzung des Projektstudie „Verborgene Schätze an der Straße der Romanik”
Einheitsgemeinde „Hohe Börde”, Verbandsgemeinde „Westliche Börde”, Stadt Wanzleben-Börde,
Gemeinde Huy, Gemeinde Westheide
LAG „Flechtinger Höhenzug”, LAG „Colbitz-Letzlinger Heide”, LAG „Börde”, LAG „Bördeland”
LAG „Rund um den Huy”
Projektmanagement:
Redaktion, Layout & Satz:
Ronald Floum, Thomas Wischnewski
Ronald Floum, Thomas Wischnewski, Monika Floum, Birgit Ahlert
Bildquellen:
Archiv Monika Floum, Ronald Floum, Peter Gercke, Maik Schulz, Jens Arndt,
Ralf Staufenbiel, „Ihr Landbäcker“, Touristinformation Oschersleben, jopri-foto,
ehs-Verlags GmbH (Karte)
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