hilf mir es selbst zu tun

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hilf mir es selbst zu tun
Wie kann ich die ÜdpL´s in den
Alltag zuhause integrieren?
„HILF MIR
ES SELBST ZU TUN“
 An allen täglichen Dingen des Lebens teil-
...und damit meint das Kind:
Zeig mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich.
Ich kann es selbst, und ich will es
selbst erfahren und
ausprobieren.
Hab’ Geduld meine Wege zu
begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit,
weil ich mehrere
Versuche machen will.
Bitte beobachte nur – und
greife nicht ein!
Ich werde üben, und ich werde
Fehler machen, diese selber erkennen und korrigieren. Das
Material zeigt es mir.
haben lassen wie,








Tisch decken
bügeln und falten
nähen
eingießen lassen
kochen
Fenster putzen
Waschen
u.v.m.
„Eines Tages verfeinert und erschwert die Lehrerin die Tätigkeit. Sie wird damit für die Kinder nur noch interessanter. Beispielsweise nimmt sie in einem passenden Augenblick eine
Tasse in die Hand und macht ein Kind oder eine Gruppe darauf aufmerksam, sie wolle die Tasse jetzt so leise auf die Untertasse stellen, dass man es nicht höre. Das Interesse ist geweckt, die Kinder versuchen es selbst auch so zu machen,
und die Freude am Tisch decken hat einen neuen Reiz bekommen. Das Ohr wird „Lehrer“ und lässt nicht das kleinste
Geräusch unmoniert durchgehen.
Diese unpersönliche Art der Kritik ist sehr wichtig. Tadelt ein
Erwachsener das Kind häufig und ernsthaft, fühlt es sich unterdrückt, und sein Widerstand wird wach. Geht die Kritik aber
von der Umgebung, vom Gegenstand aus, erregt sie in ihm
kein Minderwertigkeitsgefühl. Und doch sind die Gegenstände unerbittliche Kritiker, denen nichts entgeht. „Aber“ würde
das Kind sagen, wenn es seine Gefühle ausdrücken könnte,
„das bedrückt mich nicht, es wirkt eher wie eine Aufforderung
für mich. Wenn ich sorgsam bin, lerne ich von ganz allein alles
immer ein bisschen besser zu machen. Es kostet zwar viel Mühe, macht mich aber so glücklich, dass ich zwischendurch ein
paar kleine Hopser tun muss“. Das Prinzip der Vervollkommnung lässt sich in nahezu jede Übung einführen.
Haben die Kinder alles das in der richtigen Periode gelernt,
wird es ihnen bald zur Gewohnheit geworden sein. Wir dürfen
eben nie vergessen, dass wir die besten Resultate in allen diesen Übungen in der sensitiven Periode des Kindes für die Vervollkommnung der Muskelkoordination erzielen. Warten wir
damit, bis die Kinder Sieben sind, dann haben wir die Flut versäumt. (aus Maria Montessori, Standing)
(Leitsatz der MontessoriPädagogik)
Kleiner Leitfaden
zu den
Übungen
des praktischen
Lebens
nach
Maria Montessori
Verfasst von: Katja Wittek, Montessori–Pädagogin
© Montessori-Kinderhaus Inntal gGmbH
Übungen des
praktischen Lebens
Die Übungen des praktischen Lebens
sind die Tätigkeiten, die in unserem Leben zum menschlichen Alltag gehören,
wie z. B. Boden kehren, Hände waschen,
sich anziehen.
Dazu zählen alle Abläufe, um für sich
selbst und für andere zu sorgen, die Umwelt zu erhalten, zu gestalten, sie zu verschönern und sie zu verbessern, sowie
auf soziale Kontakte zu achten.
Das Wort „praktisch“ bedeutet im Besonderen, dass es Tätigkeiten sind, die
wir (beinahe) täglich verrichten, wie z. B.
essen, anziehen, Zähne putzen, Hände
waschen, Kleidung waschen, Schuhe
putzen, unsere Räume sauber halten
und andere grüßen.
Das Wort „Leben“ bedeutet im Besonderen, dass es Tätigkeiten sind, die wir
ein Leben lang brauchen.
„Durch die Übungen des praktischen Lebens kommen die Kinder dazu, die einfachen Dinge der Umgebung zu sehen,
zu achten und schließlich zu lieben. Das
Kind wird davor bewahrt, ein Mensch zu
werden, der stumpf über alle Dinge hinweg sieht: Es bildet Organe aus, die fühlsam und beweglich machen und helfen, dass ein Zusammenleben reibungslos und schön gelingt. Eine Erziehung
zum guten täglichen Leben muss so früh
beginnen, dass sie sich verleibliche, zur
anderen Natur werden kann.“ HH S. 39
Bedeutung der Übungen:

Sensible Perioden (Bewegung, Ordnung, soz. Entwicklung, Sprache, Verfeinerung d. Sinne...)

Brücke zwischen Elternhaus und Kindergarten
Die Kinder nehmen am Leben der Erwachsenen teil – Realität
Alle Übungen sind aus dem Kulturbereich des Kindes
Freiheit und Disziplin, Verantwortung
Sozialentwicklung und Gemeinschaftsfähigkeit (Reihenfolge, Ordnung)
Das Material ist in seiner Anzahl begrenzt





Alle Übungen des praktischen Lebens sind
eine Grundlage für das geistige Lernen,
aber auch für die Willensbildung, Geduld,
Ausdauer und Konzentration.
Sie sind die Basis für Sprache & Mathematik
Wirkung der einzelnen Übungen:

Wiederholung

Genauigkeit

Jede Übung zeigt eine bestimmte
Handlung, die mit Gegenständen aus
dem alltäglichen Leben verbunden
sind, Haltung des Körpers und die Stille.

jede Übung hat eine „Schlüsselfunktion“
für andere Tätigkeiten

Der Gegenstand u. die Tätigkeit wird
benannt (Nomenklatur, Definition, Wortfeld), sowie die Eigenschaften zur Tätigkeit und den Gegenständen
= Bereicherung des Wortschatzes.
Bereiche der ÜdpL´s
 Allgemeine Vorübungen zur Bewegungskoordination und Bewegungskontrolle.
 Sorge für die eigene Person
 Sorge für die Umgebung: innerhalb
und außerhalb des Hauses
 Höflichkeitsformen, auch Verhaltensregeln genannt (Montessori nannte sie
„Übungen für Anmut und Höflichkeit“)
 Besondere Formen der Bewegung:
 Gehen auf der Linie und Stille Übung
 Ergänzungen
Beschaffenheit des Materials
 Das Material ist real.
 Das Material ist soweit wie möglich
zerbrechlich.
 Das Material ist attraktiv, hat einladenden Charakter und ist schön
 Das Material muss sauber sein.
 Das Material muss vollständig sein.
 Das Material muss farblich koordiniert
sein.
 Die Größe des Gegenstandes ist dem
Kind angepasst (Körper und Hand).
 Alles soll in die Hand des Kindes passen.
 Das Gewicht soll die Muskulatur
stärken.
 Das Material entspricht dem Entwicklungsstand des Kindes.
 Das Material muss begrenzt sein.
 Jede Garnitur ist nur einmal
vorhanden.
 das Material ist aus der Kultur des
Kindes.