Job-Center in Hessen

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Job-Center in Hessen
-
Job-Center in Hessen
Dr. Bernd Werner
Andreas Rohde
Report Nr. 695
Wiesbaden 2005
Eine Veröffentlichung der
HA Hessen Agentur GmbH
Postfach 1811
D-65008 Wiesbaden
Abraham-Lincoln-Straße 38-42
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Vorsitzender des Aufsichtsrates:
0611 / 774-81
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http://www.hessen-agentur.de
Martin H. Herkströter
Dr. Dieter Kreuziger
Dr. Alois Rhiel,
Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
Die Untersuchung wurde gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF
Nachdruck – auch auszugsweise – ist nur mit Quellenangabe
gestattet. Belegexemplar erbeten.
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Job-Center in Hessen
Inhalt
Seite
1
Einleitung
1
2
Methodik und Grundlagen der Untersuchung
3
2.1
Aufbau der Untersuchung
3
2.2
Struktur der Job-Center
4
2.3
Arbeitsmarktanalyse
5
3
4
5
Auswertung des Kundenmonitorings
12
3.1
Vorbemerkung
12
3.2
Anzahl der Job-Center-Kunden und Betreuungsrelation
13
3.3
Status der Job-Center-Kunden
16
3.4
Struktur der Job-Center-Kunden
17
3.5
Verbleib der Job-Center-Kunden
21
Ergebnisse der Kundenbefragungen
29
4.1
Vorgehensweise
29
4.2
Struktur der Teilnehmer
31
4.3
Persönliche Situation der Teilnehmer
36
4.4
Erwerbslosigkeit und ihre Gründe aus der Sicht der Job-Center-Kunden 39
4.5
Erwartungen und Erfahrungen der Job-Center-Kunden
44
Jugendagentur Offenbach
66
5.1
Auswertung des Kundenmonitoring
66
5.2
Ergebnisse der Kundenbefragungen
69
5.2.1
5.2.2
Persönliche Situation und Erwerbslosigkeit
Erwartungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit der
Jugendagentur Offenbach
69
Fazit: Jugendagentur Offenbach
77
5.3
72
I
Job-Center in Hessen
Inhalt
6
7
II
Seite
Ergebnisse der Expertengespräche
78
6.1
Organisation und Zusammenarbeit
78
6.2
Einsatz des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums
80
6.3
Positive und negative Erfahrungen in der konkreten Zusammenarbeit
82
Fazit und Ausblick
85
Tabellenverzeichnis
87
Abbildungsverzeichnis
89
Literaturverzeichnis
91
Anhang
93
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
1
Einleitung
Der Anstieg insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit hat dazu geführt, dass die
Arbeits- und Sozialämter bis zum Ende des Jahres 2004 in zunehmendem Umfang
und entgegen ihrem traditionellen Aufgabenbereich gleichermaßen für Personen mit
ähnlichen Problemlagen zuständig wurden. So sind auf der einen Seite Sozialhilfeempfänger auf die Bemühungen der Arbeitsämter bei der Wiedereingliederung in
das Erwerbsleben angewiesen. Auf der anderen Seite bedürfen viele langzeitarbeitslose Bezieher von Arbeitslosenunterstützung der Hilfe bei der Bewältigung von
sozialen Problemlagen und zusätzlicher finanzieller Unterstützung (Hilfe zum Lebensunterhalt nach BSHG).
Im Ergebnis führt die unterschiedliche Ausgestaltung der Transfer- und Hilfssysteme
für eine Zielgruppe mit vergleichbaren Problemen zu Doppelstrukturen und Doppelarbeit, verbunden mit einer ineffizienten und intransparenten Leistungserstellung.
Bereits seit einigen Jahren wird deshalb eine Reform angemahnt.1
Kernelement einer umfassenden Reform ist zum einen die organisatorische Zusammenlegung an einem Ort oder bei einer Institution, um ineffiziente Doppelstrukturen zu vermeiden und den Betroffenen „Hilfe aus einer Hand“ anbieten zu
können. Zum anderen war die Reformdiskussion auch durch eine Veränderung der
Transferleistungen, d.h. Absenkung der Arbeitslosenhilfe auf das Sozialhilfeniveau,
bestimmt. Über die konkrete Ausgestaltung eines einheitlichen Hilfesystems, insbesondere der Frage nach der Zuständigkeit, bestanden in der politischen Auseinandersetzung jedoch stark divergierende Vorstellungen.2
Der im Vermittlungsausschuss im Dezember 2003 erzielte Kompromiss beinhaltet,
dass für die Betreuung der Arbeitslosenhilfebezieher und erwerbsfähigen Sozialhilfebezieher primär die Bundesagentur für Arbeit zuständig ist. Allerdings besteht die
Möglichkeit, dass auch die Kommunen für die Betreuung und Integration der Zielgruppe optieren können. Das Land Hessen übernimmt hier eine Vorreiterrolle bei
der Betreuung und Integration der ALG II-Bezieher, insgesamt haben sich 13 Gebietskörperschaften, d.h. die Hälfte der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte, für die Option entschieden.
Eine vertiefte Kooperation der Arbeitsverwaltung und der Träger der Sozialhilfe in
Job-Centern wird durch das Land Hessen bereits seit dem Jahr 2002 im Rahmen
des "Hessischen Aktionsprogramms Regionale Arbeitsmarktpolitik (HARA)" gefördert. Hierbei wurden „Job-Center“ – als eine gemeinsame Einrichtung von Arbeits1
2
Vgl. Bertholdt; Thode; Berchem (2000), S. 576 ff., Sachverständigenrat (2001), Ziffer 425.
Vgl. hierzu die Gegenüberstellung der Gesetzesentwürfe bei Mauer, Urban; Roland, Frank (2003), S. 637 ff.
1
Job-Center in Hessen
ämtern und Sozialhilfeträgern – etabliert, um Synergieeffekte zu nutzen und dadurch
erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger und schwer vermittelbare Arbeitslose vermehrt
in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Im Jahr 2003 ging man noch einen Schritt weiter
und förderte die Einrichtung von vier Job-OFFENSIV-Centern, damit wurde die Zielgruppe der zu betreuenden Kunden deutlich erweitert.
Neben dem primären Ziel der Wiedereingliederung sollen durch diese Einrichtungen
darüber hinaus weitere individuelle Unterstützungs- und Hilfsangebote für diese
spezielle Personengruppe entwickelt und eingesetzt werden. Durch eine Bündelung
der Hilfs- und Unterstützungsangebote in einer Institution ist zudem angestrebt,
mehr Service zu bieten und die Effizienz bei der Bereitstellung der Leistungen zu
erhöhen.
Mit der Implementierung dieser Modellvorhaben hat das Land Hessen weit vor dem
im Jahr 2003 erzielten Kompromiss auf Bundesebene die Initiative ergriffen und
entsprechende innovative Impulse für eine bessere Integration dieser Personengruppe in den Arbeitsmarkt gegeben. Das Hessische Sozialministerium hat die Hessen Agentur GmbH damit beauftragt, zu überprüfen, inwieweit die intendierten Zielsetzungen durch die Einrichtung von Job-Centern erreicht werden konnten. Die vorliegende Untersuchung wurde durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziell gefördert.
2
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
2
Methodik und Grundlagen der Untersuchung
2.1
Aufbau der Untersuchung
Aufgrund der hohen Ausgaben für aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ist es
von besonderem Interesse, die Effizienz und Effektivität dieser Maßnahmen näher
zu analysieren. Hierzu existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Instrumenten.3
Neben den qualitativen Untersuchungsschritten, die beispielsweise auf eine Deskription der Maßnahmen, Kundenstruktur und einen Vorher-Nachher-Vergleich abzielen, basieren neuere Untersuchungsansätze auf Matching-Verfahren. Mit Hilfe
dieser Instrumente ist es prinzipiell möglich, das grundsätzliche Evaluierungsproblem zu lösen und Aussagen über den reinen Maßnahmeeffekt von arbeitsmarktpolitischen Programmen zu formulieren.4
Als Nachteil bei der Bewertung von Maßnahmen durch solche Matching-Verfahren
erweisen sich die sehr hohen Anforderungen an die Datenqualität. Außerdem stehen die notwendigen Daten erst mit erheblicher Zeitverzögerung zur Verfügung. Insbesondere aufgrund dieser beiden Tatsachen und vor dem Hintergrund, dass bei
der Zusammenarbeit Neuland betreten wurde und die beteiligten Institutionen nicht
auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen konnten, wurde für die Evaluierung der
Job-Center in Hessen ein primär qualitatives Untersuchungsdesign gewählt. Dies
liegt auch darin begründet, dass mit der Implementierung von Job-Centern in Hessen mehrdimensionale Ziele verfolgt werden, die sich nur sehr eingeschränkt durch
ein Matching-Verfahren beurteilen lassen.
So basiert die Evaluierung der hessischen Job-Center auf mehreren Bausteinen. Zu
Beginn des Projekts wurden zwei Workshops durchgeführt, in denen die Job-Center
sich vorstellten und die jeweiligen institutionellen Arrangements diskutiert wurden.
Dabei wurde auch der Ablauf der Evaluierung erläutert.
Der vorliegende Bericht stellt zunächst die arbeitsmarktpolitische Ausgangslage
kurz dar, um die Ergebnisse der Untersuchung besser einordnen zu können. Anschließend erfolgt die Auswertung des Kundenmonitorings. Hierbei handelt es sich
um eine Längsschnittuntersuchung, in der die Merkmale der Job-Center-Kunden,
der Einsatz des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums sowie die monatlichen
Kundenströme der einzelnen Job-Center näher analysiert sind. Diese wird ergänzt
durch eine Querschnittsuntersuchung, in Form einer zweimaligen Befragung der
Job-Center-Kunden.5 Auf diese Weise werden die Veränderungen, die mit der Implementierung von Job-Centern verbunden sind, herausgearbeitet.
3
4
5
Vgl. zur Notwendigkeit von Evaluationen und den Instrumenten Fitzenberger; Hujer (2001).
Vgl. hierzu die Untersuchung Caliendo; Hujer; Thomsen (2004).
Der vorliegende Bericht verwendet vorwiegend die männliche Sprachform. Bei allen männlichen Funktionsbezeichnungen sind stets auch Frauen gemeint.
3
Job-Center in Hessen
Nachdem die Ergebnisse der beiden Kundenbefragungen erläutert sind, wird der
Blickwinkel geändert, denn es ist sehr wichtig, die Erfahrungen der Projektbeteiligten vor Ort in die Untersuchung zu integrieren. Deshalb werden zum Abschluss der
Untersuchung die Erfahrungen der Job-Center-Mitarbeiter, die im Rahmen von Expertengesprächen vor Ort aufgenommen wurden, systematisiert und dargestellt. Ein
Fazit und die kritische Würdigung der Gesamteffekte schließt die Untersuchung ab.
2.2
Struktur der Job-Center
Für die Beschreibung der Job-Center wurden zum einen die Projektanträge der jeweiligen Job-Center analysiert, um die unterschiedlichen Organisationsstrukturen
und die institutionellen Arrangements zu erfassen. Zum anderen basieren die Ergebnisse auf dem ersten Workshop und den Expertengesprächen vor Ort.
Die hessischen Job-Center unterscheiden sich im Hinblick auf die konkreten Ziele,
Zielgruppen, Trägerschaften, Größe, Aufbau- und Ablauforganisationen sowie die
Bündelung der Maßnahmen und Aktivitäten stark voneinander. So sind vier JobCenter (Korbach, Main-Taunus, Fulda, Maintal) als "Job-OFFENSIV-Center" ausgestaltet, deren Zielgruppe neben den Sozialhilfeempfängern auch aus Arbeitslosenhilfebeziehern besteht.
In die Evaluierung einbezogen sind darüber hinaus die Job-Center im Kreis Offenbach, in Stadt und Kreis Kassel, im Werra-Meißner-Kreis und im Kreis HersfeldRotenburg.6 Eine Besonderheit weist zudem das „Job-Center“ in der Stadt Offenbach auf. Das in der Jugendagentur Offenbach bereitgestellte Leistungsangebot
richtet sich primär an Personen unter 25 Jahre. Aufgrund der - im Vergleich mit den
anderen hessischen Job-Centern - starken Fokussierung auf die Kundengruppe
„Jugendliche unter 25 Jahre“ und eines hohen Anteils von Kunden, die weder Sozialhilfebezieher, Doppelbezieher noch Arbeitslosenhilfebezieher sind, werden die Ergebnisse der Evaluierung (Monitoring und Kundenbefragung) für die Jugendagentur
getrennt ausgewertet. Ein direkter Vergleich würde wegen der zuvor genannten
Faktoren keine sachgerechten Aussagen ermöglichen und die Gesamtergebnisse
verzerren. Deshalb sind die Ergebnisse im Kapitel 5 gesondert dargestellt.
Bis auf das JOC Maintal, welches in kommunaler Trägerschaft steht, werden alle
anderen Job-Center gemeinsam von Arbeitsamt und der Kommune gesteuert.7 Das
JOC Main-Taunus arbeitet als einziges mit einem beauftragten Dritten - der Selbsthilfe im Taunus (SiT) - zusammen.
6
7
4
Die hessischen Job-Center haben unterschiedliche Namen, wie regioJob Kassel, Arbeitsmarktagentur Eschwege oder
Via (Vermittlung in Arbeit) Bad Hersfeld. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden in diesem Gutachten nur die Abkürzungen JC (Job-Center) und JOC (Job-OFFENSIV-Center) verwandt.
Die Job-Center waren im ersten Workshop aufgefordert worden, sich einer der beiden Institutionen (Arbeitsverwaltung/
Sozialamt) zuzuordnen. Die Mehrzahl ordnete sich dabei zwischen den beiden Institutionen ein.
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Zu berücksichtigen ist auch, dass in einigen Job-Centern die Zusammenarbeit vor
Ort schon eine gewisse Tradition hatte. Fast alle Institutionen haben vorher - in unterschiedlichem Ausmaß - bereits zusammengearbeitet. Allerdings war diese Form
der Kooperation vor Ort nur sporadisch institutionell verankert („Runder Tisch“) und
beschränkte sich oftmals auf einzelne Arbeitsgebiete bzw. den Austausch der notwendigen Informationen.
Dennoch ist diese Unterscheidung wichtig, denn die Anlaufschwierigkeiten, die sich
durch die unterschiedliche Kultur der beiden Institutionen ergaben - hier die überwiegend zentral gesteuerte Arbeitsverwaltung, dort die flexible kommunale Verwaltung - waren zu Beginn der Zusammenarbeit erheblich. So wurde im Rahmen der
Expertengespräche von zum Teil sehr großen Anlaufschwierigkeiten berichtet. Unterschiede zwischen den einzelnen Job-Centern bestanden auch im Hinblick auf die
Vorbereitung der Mitarbeiter auf die neue Aufgabe. Einige Job-Center „gönnten“ ihren Angestellten nur eine kurze Einweisung, andere wiederum bereiteten über intensive Schulungen und Hospitationen ihre Mitarbeiter vor. In der Gesamtbetrachtung wurde die Vorbereitung, sowohl was die Zeit als auch was den Umfang der
Schulungen anbelangt, als unzureichend angesehen.
Die unterschiedliche Ausgangslage der Job-Center erschwert somit einen Vergleich,
denn die Startvoraussetzungen für die Vermittlung der Zielgruppe waren sehr unterschiedlich ausgeprägt.
2.3
Arbeitsmarktanalyse
Um die Ergebnisse der Evaluierung sachgerecht interpretieren zu können, ist es
wichtig, einen kurzen Überblick über die regionale Arbeitsmarktsituation im betrachteten Zeitraum zu geben. So ist beispielsweise anzunehmen, dass die Vermittlung in
den ersten Arbeitsmarkt - neben vielen anderen Faktoren - auch in erheblichem Umfang von der regionalen Beschäftigungsdynamik sowie der Höhe der Arbeitslosigkeit
abhängt. Die Betrachtung der Arbeitsmarktindikatoren erfolgt für einen längeren
Zeitraum, da sich strukturelle Veränderungen auf den einzelnen regionalen Teilarbeitsmärkten sehr langsam vollziehen.
Die Entwicklung der Erwerbstätigkeit verlief in den Gebietskörperschaften sehr unterschiedlich (vgl. Abbildung 1). So ist in den Jahren von 1992 bis 2003 in der Stadt
Kassel und dem Werra-Meißner-Kreis ein deutlicher Rückgang auszumachen. Im
Gegensatz zum Landestrend: Hier war ein Anstieg der Erwerbstätigkeit um
rund 3 % zu verzeichnen. Noch deutlicher fiel die Zunahme der Anzahl der Erwerbstätigen im Landkreis Fulda und insbesondere im Main-Taunus-Kreis aus, wo eine
Zunahme um 13 % festzustellen war.
5
Job-Center in Hessen
Abbildung 1: Entwicklung der Erwerbstätigkeit (1992 – 2003)
Main-Taunus-Kreis
13,0
6,4
LK Fulda
5,5
LK Offenbach
Land Hessen
3,2
LK WaldeckFrankenberg
3,1
Offenbach am Main, St.
0,8
Main-Kinzig-Kreis
0,8
LK HersfeldRotenburg
0,5
-5,6
Kassel, St.
Werra-MeißnerKreis
-8,7
-10
-5
0
5
10
15
Quelle: Statistisches Landesamt Hessen, eigene Darstellung.
Was die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten anbelangt,
ist bei der Entwicklung in Hessen und den hier betrachteten Gebietskörperschaften
zum Teil eine gegenläufige Entwicklung auszumachen (vgl. Abbildung 2). So sank
die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Zeitraum von 1992 bis
zum Jahr 2003 landesweit um rund 4 %. Besonders ausgeprägt war der Beschäftigungsabbau auch hier im Werra-Meißner-Kreis und in der Stadt Kassel. Deutlich
war auch der Rückgang bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der
Stadt Offenbach, mehr als jede zehnte Stelle wurde hier abgebaut.
Eine hohe Beschäftigungsdynamik ist dagegen kennzeichnend für den MainTaunus-Kreis. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im
Betrachtungszeitraum um über 13 % und lag damit im Gleichklang mit der Entwicklung der Erwerbstätigen. Eine leicht positive Entwicklung war zudem im Landkreis
Fulda auszumachen.
6
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 2: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (1992 – 2003)
Main-Taunus-Kreis
13,6
0,2
LK Fulda
-2,4
LK Offenbach
Land Hessen
-4,0
LK WaldeckFrankenberg
-5,3
-6,2
Main-Kinzig-Kreis
LK HersfeldRotenburg
-7,2
Offenbach am Main, St.
-11,7
Kassel, St.
-12,5
Werra-MeißnerKreis
-18,7
-25
-20
-15
-10
-5
0
5
10
15
20
Quelle: Statistisches Landesamt Hessen, eigene Darstellung.
Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit lag in den Jahren von 1993 bis 2004 in Hessen bei etwas über 8 % und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Innerhalb
Hessens waren jedoch erhebliche Unterschiede erkennbar (vgl. Abbildung 3). Besonders hoch lag die Arbeitslosigkeit in Kassel. Mit durchschnittlich über 16 % war
sie fast doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt. Gründe hierfür waren der anhaltende Strukturwandel und der massive Abbau von Arbeitsplätzen im Verarbeitenden Gewerbe. Auch im Werra-Meißner-Kreis und in der Stadt Offenbach war die
Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich hoch. Besonders auffallend war - im positiven
Sinn - auch hier wieder die arbeitsmarktpolitische Lage im Main-Taunus-Kreis. Die
durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei etwas über 5 %. Unter Berücksichtigung
der friktionellen Arbeitslosigkeit war in diesem Landkreis beinahe „Vollbeschäftigung“ erreicht worden.
7
Job-Center in Hessen
Abbildung 3: Durchschnittliche Arbeitslosenquote (1993 – 2004)
16,2
Kassel, St.
Werra-MeißnerKreis
12,3
Offenbach am Main, St.
11,1
LK HersfeldRotenburg
10,1
LK WaldeckFrankenberg
8,6
8,4
Land Hessen
Main-KinzigKreis
8,1
LK Fulda
7,9
LK Offenbach
7,1
Main-Taunus-Kreis
5,4
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
Quelle: Statistisches Landesamt Hessen, eigene Darstellung.
Während die Höhe der Arbeitslosigkeit zwischen den Gebietskörperschaften stark
schwankte, sind beim Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit keine so markanten Unterschiede auszumachen. Zwar weist auch hier der Main-Taunus-Kreis mit rund 9 %
Jugendarbeitslosigkeit den niedrigsten Wert auf. Der Abstand zum Landesdurchschnitt beträgt jedoch nur rund 3 Prozentpunkte (vgl. Abbildung 4).
Die beiden Städte Kassel und Offenbach weisen gegenüber dem Landesdurchschnitt eine geringere Jugendarbeitslosigkeit auf. Dagegen lag die durchschnittliche
Jugendarbeitslosigkeit in den ländlich geprägten Landkreisen Hersfeld-Rotenburg,
Waldeck-Frankenberg und Fulda jeweils über 13 %.
8
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 4: Durchschnittliche Arbeitslosenquote der Personen unter 25 Jahre (1993 – 2004)
LK HersfeldRotenburg
14,1
LK WaldeckFrankenberg
13,5
LK Fulda
13,2
Werra-MeißnerKreis
12,3
Main-Kinzig-Kreis
12,1
Land Hessen
11,8
Kassel, St.
11,3
Offenbach am Main, St.
11,3
LK Offenbach
9,8
Main-Taunus-Kreis
9,2
0
2
4
6
8
10
12
14
16
Quelle: Statistisches Landesamt Hessen, eigene Darstellung.
Besonders schwer stellt sich die Integration von Langzeitarbeitslosen in den Erwerbsprozess dar. Diese Personengruppe vereint oftmals mehrere vermittlungshemmende Merkmale auf sich, wie keine Berufsausbildung, unzureichende Sprachkenntnisse und gesundheitliche Einschränkungen. Anhand des Anteils der Arbeitslosen, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, lassen sich die strukturellen
Probleme der regionalen Teilarbeitsmärkte deutlich ablesen.
Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und die insgesamt gering ausgeprägte Beschäftigungsdynamik haben insbesondere in der Stadt Kassel und auch im WerraMeißner-Kreis zu einem sehr hohen Anteil von Langzeitarbeitslosen geführt (vgl.
Abbildung 5). So waren durchschnittlich rund 40 % der Arbeitslosen in der Stadt
Kassel schon länger als ein Jahr arbeitslos. Dieser Anteil lag damit deutlich über
dem Landesdurchschnitt von rund 32 %. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg war
dagegen das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit geringer ausgeprägt, im Durchschnitt waren nur rund 25 % der Arbeitslosen als Langzeitarbeitslose zu klassifizieren.
9
Job-Center in Hessen
Abbildung 5: Durchschnittlicher Anteil der Langzeitarbeitslosen (1993 – 2004)
39,0
Kassel, St.
Werra-MeißnerKreis
34,9
Main-Kinzig-Kreis
31,9
LK HersfeldRotenburg
31,8
Land Hessen
31,7
Main-Taunus-Kreis
31,4
LK Offenbach
30,6
Offenbach am Main, St.
30,5
LK Fulda
29,9
LK WaldeckFrankenberg
24,5
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
Quelle: Statistisches Landesamt Hessen, eigene Darstellung.
Die zuvor dargestellten Indikatoren zeichneten die Entwicklung auf den regionalen
Arbeitsmärkten nach. Deutlich wird hierbei, dass insbesondere in der Stadt Kassel
und im Landkreis Werra-Meißner die Arbeitsmarktsituation besonders angespannt
war. Auf der anderen Seite war im Landkreis Main-Taunus aufgrund der Beschäftigungsdynamik und der geringen strukturellen Arbeitslosigkeit zu erwarten, dass die
Integration von Job-Center-Kunden in den ersten Arbeitsmarkt leichter zu bewerkstelligen sein wird.
Die angespannte Lage auf dem nordhessischen Arbeitsmarkt hat – neben anderen
Faktoren – auch dazu geführt, dass viele Personen von der Sozialhilfe abhängig
waren. Durch die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sind Personen vermehrt auf ergänzende Leistungen der Sozialhilfe angewiesen. Prinzipiell konzentrieren sich die
Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen, auf die Städte in Hessen. Dies
zeigt auch der Blick auf den Indikator Sozialhilfequote: Empfänger von Leistungen
der Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) je 1.000 Einwohner (vgl. Abbildung 6). In den
beiden Städten Offenbach und Kassel sind hohe Empfängerzahlen festzustellen. In
der Stadt Kassel beziehen sogar etwas mehr als 10 % aller Einwohner Hilfe zum
Lebensunterhalt.
10
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Der Main-Taunus-Kreis weist mit einer Sozialhilfequote von 20 Personen je 1.000
Einwohner den niedrigsten Wert auf. Zwischen den anderen Vergleichsregionen
sind die Unterschiede nicht sehr ausgeprägt. Die Sozialhilfequote schwankt zwischen 38 Personen im Werra-Meißner-Kreis und 32 Personen im Main-Kinzig-Kreis.
Abbildung 6: Durchschnittliche Empfänger von HLU am Jahresende je 1000 Einwohner (Sozialhilfequote)
von 1995 - 2003
Kassel, St.
103
Offenbach am Main, St.
88
Land Hessen
41
Werra-MeißnerKreis
38
LK HersfeldRotenburg
35
LK Fulda
34
LK Offenbach
33
LK WaldeckFrankenberg
32
Main-Kinzig-Kreis
32
Main-Taunus-Kreis
20
0
20
40
60
80
100
120
Quelle: Statistisches Landesamt Hessen, eigene Darstellung.
In der Gesamtbetrachtung ist somit festzuhalten, dass die arbeitsmarktpolitische
Ausgangslage zwischen den einzelnen Einrichtungen sehr unterschiedlich ist. Insbesondere in den nordhessischen Einrichtungen und hier vor allem in Kassel ist zu
erwarten, dass die Integration der Kunden besondere Anstrengungen erfordert.
11
Job-Center in Hessen
3
Auswertung des Kundenmonitorings
3.1
Vorbemerkung
Um möglichst umfassend und zeitnah aktuelle Informationen über die Entwicklung
der hessischen Job-Center zu erhalten, wurden im Rahmen eines begleitenden Monitorings monatlich Kennzahlen für die Evaluierung erhoben. Der Umfang der zu liefernden Kennzahlen wurde im Rahmen von zwei Workshops im Frühjahr 2003 mit
den einzelnen Job-Centern abgesprochen.
Durch die einheitlichen Vorgaben über die zu erhebenden Kennzahlen wird eine
Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglicht. Die besondere Herausforderung lag
darin, dass diese Daten nur zum Teil automatisch generiert werden konnten und
dementsprechend einen erheblichen Aufwand für die Job-Center verursachen. Dies
gilt besonders vor dem Hintergrund, dass im Rahmen der beiden Workshops die unterschiedlichen und nicht kompatiblen IT-Systeme der beiden Verwaltungen als eines der zentralen Probleme der Zusammenarbeit genannt wurden. Allerdings war
nur so sichergestellt, ausreichende Informationen über die Job-Center zu erhalten,
insbesondere über die Kundenstruktur, den Einsatz sowie den Erfolg der eingesetzten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.
Im Verlauf der Evaluierung hat sich jedoch herausgestellt, dass die Vergleichbarkeit
der Ergebnisse zum Teil dadurch eingeschränkt wurde, dass die Institutionen trotz
der vereinbarten Vorgaben „Freiheitsgrade“ bei der Erhebung von Daten nutzten
und dementsprechend die Qualität der zu übermittelnden Daten sehr unterschiedlich
ausgeprägt war. Dies ist für eine arbeitsmarktpolitische Evaluierungsmaßnahme auf
einer so kleinräumigen Ebene kein überraschender Sachverhalt, schließlich konnte
man nicht auf amtliche Statistiken, die im Regelfall alle denkbaren Fallkonstruktionen abdecken, zurückgreifen. Bei besonders gravierenden „Fällen“, d.h. wenn
Sachverhalte vor Ort systematisch anders eingestuft wurden, als dies die übrigen
Einrichtungen taten, wird gesondert darauf hingewiesen.
Als ein besonderes Ärgernis hat sich die mangelnde Bereitschaft des JOC Maintals
herausgestellt, Daten für das begleitende Monitoring zu liefern. Das JOC Maintal,
dessen Projektsteuerung in den Händen der Kommune lag, lieferte nur Daten bis
zum Dezember 2003. Insofern konnten wertvolle Hinweise darüber, inwiefern eine
alleinige Betreuung der Kunden durch die Kommune zu besseren Ergebnissen bei
der Integration von Langzeitarbeitslosen führt, leider nicht gewonnen werden.8
8
12
Darüber hinaus wird die Interpretation der Ergebnisse erheblich beeinträchtigt, da nur für einen sehr kurzen Zeitraum Daten über die Kunden dieser Einrichtung vorliegen. Aufgrund der Größe der Institution mit rund 1.400 Kunden wären die
Daten sehr wichtig für diese Untersuchung gewesen.
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Zu beachten ist ferner, dass die Projektphase bei einigen Job-Centern schon im
September 2004 endete. Andere Einrichtungen konnten zum Ende der Evaluierung
nur noch sehr eingeschränkt Daten übermitteln. Dies war insbesondere auf die Umstellung zum SGB II zurückzuführen. Die Verantwortlichen mussten Priorität auf die
Umstellung und Institutionalisierung der Arbeitsgemeinschaften bzw. Implementierung der Optionslösung setzen. Es galt eine reibungslose Zahlbarmachung der Leistungen zu Beginn des Jahres 2005 zu gewährleisten.
3.2
Anzahl der Job-Center-Kunden und Betreuungsrelation
Einen Überblick über die Anzahl der von den hessischen Job-Centern betreuten
Kunden gibt Tabelle 1. Auffällig ist die sehr heterogene Größenstruktur der JobCenter. Während in den Job-Centern Kassel und Rodgau-Seligenstadt nur 200 bis
300 Kunden betreut werden, sind dies in den Job-OFFENSIV-Centern, zu deren
Zielgruppe auch Arbeitslosenhilfebezieher gehören, bis zu 1.600 Kunden. Insgesamt betrachtet werden rund zwei Drittel aller Kunden in einem Job-OFFENSIVCenter betreut.
Tabelle 1: Entwicklung der Kundenanzahl in den hessischen Job-Centern
Monat
April 03
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
insgesamt
452
702
201
183
1.435
1.116
1.572
-
5.661
Mai 03
414
686
211
184
1.415
1.111
1.561
-
5.582
Juni 03
399
661
212
187
1.414
1.105
1.558
-
5.536
Juli 03
406
661
204
192
1.451
1.069
1.506
-
5.489
August 03
434
682
213
172
1.473
1.148
1.443
59
5.624
September 03
431
708
228
165
1.451
1.118
1.434
117
5.652
Oktober 03
446
685
249
159
1.456
1.097
1.425
153
5.670
November 03
466
726
261
182
1.388
1.142
1.455
181
5.801
Dezember 03
431
746
291
199
1.378
1.149
1.454
223
5.871
Januar 04
449
732
301
200
1.355
1.228
-
250
4.515
Februar 04
503
766
298
247
1.405
1.259
-
306
4.784
März 04
521
805
290
310
1.436
1.232
-
320
4.914
April 04
502
810
298
304
1.370
1.216
-
326
4.826
Mai 04
516
749
298
289
1.327
1.203
-
315
4.697
Juni 04
516
776
289
278
1.234
1.184
-
331
4.608
Juli 04
524
761
282
255
1.249
1.210
-
306
4.587
August 04
505
771
254
225
1.234
1.247
-
310
4.546
September 04
519
802
242
-
1.195
1.211
-
307
4.276
Oktober 04
534
-
-
-
1.215
1.205
-
312
3.266
November 04
507
-
-
-
1.183
-
-
306
1.996
Dezember 04
460
-
-
-
1.206
-
-
309
1.975
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
13
Job-Center in Hessen
Die reine Darstellung der Entwicklung der Kundenanzahl verstellt jedoch den Blick
auf die Dynamik der Kundenströme. Um diese Dynamik abzubilden, wird deshalb
die Summe aller Zu- und Abgänge eines Monats in Relation zum Kundenbestand
gesetzt. So betrug beispielsweise im JC Eschwege die Summe der Zu- und Abgänge im Monat April 2003 (insgesamt 163 Kunden) in Relation zum Bestand (452 Kunden) rund 36 %. Im Monat September 2003 lag die Relation sogar bei 47 %.
Zwischen den einzelnen Job-Centern gibt es in der Gesamtbetrachtung große Unterschiede (vgl. Tabelle 2). So betrug der Anteil der Zu- und Abgänge in Relation
zum Kundenbestand im JOC Main-Taunus rund 60 %, im Job-Center Bad Hersfeld
lag der Anteil dagegen nur bei rund 25 %.9
Damit wird klar, dass sich hinter den geringen Änderungen des Kundenbestands
insgesamt eine sehr unterschiedliche Dynamik der Kundenströme in den einzelnen
Job-Centern verbirgt. Deutlich wird auch, dass der Anteil der Zu- und Abgänge am
gesamten Kundenbestand im Beobachtungszeitraum erheblich variiert. 10
Tabelle 2: Durchschnittlicher Anteil der Zu- und Abgänge in Relation zum Kundenbestand in den hessischen
Job-Centern
Durchschnitt
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Main-Taunus
29,4
24,5
24,0
28,0
32,8
31,8
59,7
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
Ein wesentliches Ziel, das im Rahmen des Modellversuchs der hessischen JobCenter umgesetzt werden soll, ist eine Verbesserung des Betreuungsverhältnisses.
Die Relation von Job-Center-Mitarbeitern zu Kunden, die so genannte Betreuungsrelation, weicht gravierend voneinander ab. So entfallen auf einen Job-Center-Mitarbeiter im JC Kassel zu Beginn des Modellprojekts rund 30 Kunden. Demgegenüber musste ein Mitarbeiter im JOC Fulda oder im Job-Center Bad Hersfeld rund
180 bzw. 160 Kunden betreuen (vgl. Tabelle 3). In den Job-Centern Eschwege und
Rodgau-Seligenstadt wurde mit rund 75 Kunden pro Mitarbeiter eine Betreuungsrelation erreicht, die den Vorstellungen von einer intensiven Betreuung im Sinne der
Hartz-IV-Reformen entspricht.
Diese Diskrepanzen in der Betreuungsrelation lassen generell auf eine sehr unterschiedliche Arbeitsbelastung der Mitarbeiter schließen. Außerdem sind auch Unter9 Vgl. die ausführlichen Daten in Tabelle 30 im Anhang.
10 Vgl. die ausführlichen Daten in Tabelle 31 im Anhang.
14
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
schiede bei der Qualität der maßgeschneiderten und individuellen Beratungs- und
Vermittlungsangebote zu vermuten. So muss beispielsweise ein Mitarbeiter im JOC
Fulda rund sechs Mal mehr Kunden betreuen als ein Mitarbeiter im JC Kassel. Auf
die Frage, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Qualität der Beratung und
der Betreuungsrelation besteht, wird in Kapitel 4 bei der Auswertung der Kundenbefragung näher eingegangen.
Tabelle 3: Durchschnittliche Betreuungsrelation in den hessischen Job-Centern
Kundenbestand
pro JC-Mitarbeiter
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC MainTaunus
79
157
74
31
183
147
65
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
Die Betreuungsrelation ist allerdings eine Kennziffer, die nur eingeschränkt Aussagen darüber zulässt, welcher Betreuungs- und Vermittlungsaufwand von den einzelnen Mitarbeitern eines Job-Centers zu erbringen ist. Neben der Betreuung des Bestands müssen beispielsweise individuelle Hilfepläne für die Zugänge in ein JobCenter entwickelt werden.
Wird die Anzahl der Mitarbeiter in Relation zu der Summe der Zu- und Abgänge eines Job-Centers gesetzt, so kann abgeschätzt werden, wie die unterschiedliche Dynamik der Kundenbewegungen die Arbeitsbelastung der Job-Center-Mitarbeiter beeinflusst. Dieser Indikator ist - in Verbindung mit der Betreuungsrelation - insofern
aussagekräftiger, da sich hinter der Betreuungsrelation allein nur Bestandsgrößen
verbergen. Tabelle 4 gibt einen Überblick über die durchschnittliche Relation der
Kundenbewegungen pro Mitarbeiter in den hessischen Job-Centern. Wie schon bei
der Betreuungsrelation sind auch bei dieser Gegenüberstellung große Unterschiede
zu erkennen. Darüber hinaus waren große Schwankungen der Kundenbewegungen
über den relativ kurzen Zeitraum von April 2003 bis Dezember 2004 auszumachen.11
Im Durchschnitt waren im JC Kassel zehn Kundenbewegungen pro Mitarbeiter und
Monat zu verzeichnen. Wie aus Tabelle 4 ersichtlich, streut diese Relation von Kundenbewegung pro Job-Center-Mitarbeiter zwischen den einzelnen Institutionen erheblich. Im JOC Fulda waren pro Mitarbeiter rund 60 Kundenbewegungen im Monat
festzustellen. Diese Auswertung zeigt klar, dass die Betrachtung der statischen
11 Die Daten für die einzelnen Monate sind in Tabelle 32 im Anhang abgebildet.
15
Job-Center in Hessen
Betreuungsrelation allein nicht ausreicht, um Aussagen über die Arbeitsbelastung zu
formulieren.
Tabelle 4: Durchschnittliche Anzahl der Kundenbewegungen pro Job-Center-Mitarbeiter pro Monat
Kundenbewegungen
pro JC-Mitarbeiter
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC MainTaunus
23
39
17
10
59
47
33
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechungen.
3.3
Status der Job-Center-Kunden
Da die Job-Center keine homogene Zielgruppe betreuten, ist es neben der Betrachtung der gesamten Kundenentwicklung interessant zu erfahren, wie sich die Kundenstruktur nach dem Status Sozialhilfe-, Arbeitslosenhilfe- oder Doppelbezieher
auf die einzelnen Job-Center verteilen und wie sich deren Entwicklung darstellt.
In der Gesamtbetrachtung reduzierte sich der Anteil der Sozialhilfebezieher in den
hessischen Job-Centern von 62 % im April 2003 auf rund 55 % bis zum Dezember
2004. Der Anteil von Sozialhilfebeziehern in den Job-Centern variiert dabei beträchtlich. So lag beispielsweise der Anteil der Sozialhilfebezieher im JC Eschwege zum
Teil bei bis zu 80 %. Auch im JC Bad Hersfeld waren im Durchschnitt rund 75 % der
Kunden vom Status her Sozialhilfeempfänger. Ganz anders dagegen die Klientel im
JOC Main-Taunus, hier lag der Anteil dieser Personengruppe unter 20 %.12 In einigen Job-Centern sind darüber hinaus große Schwankungen festzustellen, so verringerte sich z. B. der Anteil der Sozialhilfebezieher im JOC Korbach und JOC Fulda
deutlich, während er in anderen Institutionen nahezu gleich blieb.
Nicht alle Job-Center betreuen auch Arbeitslosenhilfebezieher. Neben den JobOFFENSIV-Centern, bei denen Arbeitslosenhilfebezieher zur Zielgruppe gehören,
wird diese Personengruppe in nennenswertem Umfang nur noch im JC Bad Hersfeld betreut.13 Besonders viele Arbeitslosenhilfebezieher wurden im JOC Korbach
betreut, hier lag der Anteil dieser Personengruppe stets über 55 %, im JOC Fulda
lag der Anteil dagegen nur bei rund 25 %. Wesentlich niedriger waren auch die Anteile in den anderen Einrichtungen. Obwohl die Job-OFFENSIV-Center von ihrer
12 Vgl. die Detailergebnisse in Tabelle 33 und in Tabelle 34 im Anhang.
13 Das JC Rodgau-Seligenstadt betreut keine Arbeitslosenhilfebezieher. In den Job-Centern Kassel und Eschwege lag die
Anzahl der Arbeitslosenhilfebezieher im Zeitverlauf zwischen 0 und 5 Personen. In Tabelle 35 im Anhang ist die absolute
Anzahl der Arbeitslosenhilfeempfänger in den Job-Centern dargestellt.
16
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Ausrichtung eine identisch definierte Zielgruppe betreuen, zeigt diese Auswertung,
dass faktisch erhebliche Unterschiede bestehen.
Ein wesentliches Element von Job-Centern ist die Betreuung der Kunden, die sowohl Arbeitslosenhilfe als auch (ergänzend) Sozialhilfe beziehen (Doppelbezieher).
Nicht zuletzt soll die verstärkte Zusammenarbeit der Träger der Sozialhilfe und der
Arbeitsverwaltung gerade für diese Personengruppe zu einer Verbesserung führen.
Insgesamt betrachtet stellt die Personengruppe der Doppelbezieher die kleinste
Gruppe unter den Job-Center-Kunden dar. Besonders viele Doppelbezieher werden
im JC Kassel betreut. Hier liegt der Anteil dieser Kundengruppe im Durchschnitt bei
rund 45 %. Ebenfalls bedeutsam ist diese Personengruppe im JC Eschwege. In den
Job-OFFENSIV-Centern sind Doppelbezieher dagegen die kleinste Kundengruppe.
Der Anteil dieser Kundengruppe ist im gesamten Zeitverlauf relativ konstant geblieben.14
3.4
Struktur der Job-Center-Kunden
Die Verteilung der Kunden nach Geschlecht wird im Folgenden betrachtet. Der Anteil der in den hessischen Job-Centern betreuten Frauen variiert zwischen 34 % und
53 % (vgl. Tabelle 5). Am niedrigsten war der Anteil der Frauen in den Einrichtungen
Main-Taunus, Korbach und Bad Hersfeld. Die weiblichen Kunden überwogen im JC
Rodgau-Seligenstadt, wo sie 53 % der Kunden stellten. Im Zeitablauf waren keine
besonderen Verschiebungen innerhalb der einzelnen Institutionen auffällig.
Tabelle 5: Anteil der Frauen in den hessischen Job-Centern (in %)
Mittelwert
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC MainTaunus
47,0
41,8
53,0
39,4
49,4
38,6
33,7
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechungen.
Die Job-Center betreuten im Schnitt 4.800 Kunden pro Monat. Von diesen waren
gut 16 % unter 25 Jahre alt, knapp zwei Drittel im Alter von 25 bis 50 Jahren und
etwa 15 % über 50 Jahre alt. Zwischen den Job-Centern gab es dabei erhebliche
Unterschiede in den Altersstrukturen, wie nachstehende Abbildungen illustrieren.
Der Anteil der jugendlichen Kunden schwankt erheblich von rund 5 % im JOC Fulda
bis knapp 60 % im JOC Main-Taunus (vgl. Abbildung 7). Trotz formal identischer
14 Vgl. hierzu die Tabellen 37 und 38 im Anhang.
17
Job-Center in Hessen
Zielgruppen der Job-OFFENSIV-Center zeigt sich hier deutlich, dass die Einrichtungen die Freiheiten und den experimentellen Charakter der Förderung für eine spezifische Ausrichtung der jeweiligen Einrichtung genutzt haben. So bediente das JOC
Main-Taunus eine ganz andere Klientel als etwa das JOC Fulda.
Abbildung 7: Anteil der Kunden unter 25 Jahren (Mittelwerte, in %)
70
59,6
60
50
40
30
20
21,3
16,2
16,4
Job-Center
insgesamt
JC Kassel
13,5
8,3
10
11,2
5,2
0
JOC Fulda
JOC Korbach
JC Bad Hersfeld
JC Rodgau
JC Eschwege
JOC MainTaunus
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Der Anteil an Kunden über 50 Jahre differiert zwischen den Job-Centern ebenfalls
deutlich und reicht von lediglich 1,3 % im JC Kassel bis hin zu rund 21 % im JOC
Korbach. Die jeweiligen Anteile der einzelnen Job-Center sind im Zeitablauf relativ
gleich bleibend (vgl. Abbildung 8). Zu beachten ist, dass gerade das JC Kassel insgesamt verhältnismäßig wenig Kunden betreute und deshalb der Anteil Älterer hier
nur auf einer sehr geringen Anzahl von Fällen basiert.
18
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 8: Anteil der Kunden über 50 Jahre (Mittelwerte, in %)
30
20,5
20
18,2
15,6
12,6
13,5
10
7,1
7,6
JOC Main-Taunus
JC Eschwege
1,3
0
JC Kassel
JC Rodgau
JC Bad Hersfeld
Job-Center
insgesamt
JOC Fulda
JOC Korbach
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Etwa zwei Drittel aller Job-Center-Kunden sind im Alter zwischen 25 und 50 Jahren.
Die Verteilung auf die einzelnen Job-Center, dargestellt in Abbildung 9, ergibt sich
aus der Verteilung auf die beiden anderen Altersgruppen, so dass hier auf weitere
Ausführungen verzichtet wird.
19
Job-Center in Hessen
Abbildung 9: Anteil der Kunden zwischen 25 und 50 Jahren (Mittelwerte, in %)
90
80
71,1
71,8
72,7
JC Eschw ege
JOC Korbach
JC Rodgau
68,6
70
75,3
76,8
JC Bad
JOC Fulda
82,3
60
50
40
33,4
30
20
10
0
JOC Main-
Job-Center
Taunus
insgesamt
JC Kassel
Hersfeld
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Knapp zwei Drittel der Job-Center-Kunden haben keine berufliche Qualifikation
(vgl. Tabelle 6). Im betrachteten Zeitraum veränderten sich die Anteile innerhalb der
einzelnen Job-Center nur geringfügig. Eine Ausnahme bildet hier das JOC MainTaunus, das mit nahezu 80 % beruflich Unqualifizierter im August 2003 startete. Im
Durchschnitt lag allerdings in diesem JOC der Anteil der Personen ohne eine formale berufliche Qualifikation bei etwas über 50 %. Damit hatten die Kunden dieses
JOC und die Kunden des JOC Korbach zumindest was das Kriterium der beruflichen Qualifikation anbelangt die günstigen Voraussetzungen. Dagegen verfügte die
deutliche Mehrzahl der Kunden in den anderen Einrichtungen über keine berufliche
Qualifikation, in der Stadt Kassel lag der Anteil sogar bei über 70 %.
Tabelle 6: Anteil der Kunden ohne berufliche Qualifikation (in %)
Mittelwert
JC
Eschwege
JC
Bad Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Main-Taunus
59,4
67,2
66,1
72,0
62,4
52,5
51,1
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
20
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
3.5
Verbleib der Job-Center-Kunden
Im Rahmen des Monitorings sollten die Einrichtungen Angaben darüber liefern, wie
lange es dauert, bis dem Kunden ein Hilfe- bzw. Stellenangebot unterbreitet wird.
Die Auswertung ergab, dass es prinzipiell schon beim Erst- spätestens aber beim
Zweitkontakt gelingt, dem Kunden unterstützende Maßnahmen anzubieten. Die
konkrete Inanspruchnahme von Dienstleistungen, wie der Schuldenberatung, kann
naturgemäß nicht am „ersten“ Tag im Job-Center erfolgen. Hier sind Friktionen zwischen dem Hilfeangebot und der Nachfrage die Regel.
Auch die Vermittlung von Stellenangeboten erfolgte sehr zügig. Gemäß der Handlungsmaxime von „Fördern und Fordern“ ist es den Institutionen gelungen, sehr
schnell auf die Bedürfnisse der Kunden zu reagieren. Darüber hinaus offerierten die
Einrichtungen ihren Kunden vielfältige Hilfs- und Unterstützungsangebote, die eine
Brücke für die Wiederaufnahme einer Beschäftigung bilden sollte. Insgesamt wurden die Kunden durch die Einrichtungen rund 7.200-mal (Doppelzählungen möglich)
unterstützt.
So benötigte eine Vielzahl der Job-Center-Kunden zunächst einmal aufgrund persönlicher Probleme das Angebot von Unterstützungsleistungen, wie Schuldnerberatung, Drogen-/ Suchthilfe, die Hilfe einer psychosozialen Beratungsstelle oder einer
sonstigen Beratungseinrichtung. Insgesamt waren es knapp 900 Kunden, die an eine andere Einrichtung weitervermittelt wurden.
Darüber hinaus war es wichtig, die Kunden zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit in eine gemeinnützige Arbeit, ein Praktikum oder eine Hilfe zur Arbeit nach der
Arbeitsvertragsvariante zu vermitteln. Bei über 3.000 Kunden wurde versucht, durch
diese Maßnahmen die Chancen für die Wiederaufnahme einer regulären Beschäftigung zu erhöhen. Die größte Anzahl der Kunden (rund 2.000) wurde in eine gemeinnützige Tätigkeit vermittelt, ebenfalls von großer Bedeutung war die Vermittlung eines Praktikums (800 Kunden). Die Möglichkeiten, über die Vermittlung einer
gemeinnützigen Tätigkeit den Wiedereinstieg in den Erwerbsprozess zu erleichtern
und die Arbeitswilligkeit der Kunden zu testen, wurde insbesondere in den Einrichtungen Bad Hersfeld, Fulda und Korbach praktiziert. Die anderen Einrichtungen
machten von dieser Möglichkeit nur relativ selten Gebrauch.
Aufgrund der insgesamt schlechten Qualifikationsstruktur war es häufig notwendig,
die Job-Center-Kunden durch vielfältige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu
unterstützen. Insgesamt wurden während der Projektphase rund 2.700 flankierende
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt. Nur ein sehr geringer Anteil der
Kunden nahm an Alphabetisierungskursen teil. Dagegen wurden rund 850 Kunden
zur Teilnahme an einem Deutschkurs aufgefordert. Von noch größerer Bedeutung
war die Vermittlung der Kunden in ein Bewerbungstraining (1.100 Kunden). Was die
21
Job-Center in Hessen
Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen anbelangt zeigt sich, dass das JOC Fulda
seine Kunden besonders intensiv unterstützt hat. Sonstige Arbeitsfördermaßnahmen wie ABM oder SAM spielten mit insgesamt rund 600 Fällen nur eine geringe
Rolle. Auch dieses Instrument wurde überwiegend vom JOC Fulda eingesetzt.
Von zentraler Bedeutung ist die Beantwortung der Frage nach dem Verbleib der
Job-Center-Kunden, insbesondere, ob und wie es gelingt, die Kunden wieder in den
Erwerbsprozess zu integrieren und aus welchen Gründen die Kunden aus der
Betreuung des Job-Centers herausfallen.
Insgesamt haben im Beobachtungszeitraum von April 2003 bis Dezember 2004
rund 11.000 Kunden das Job-Center verlassen.15 Der wichtigste Grund lag in der
Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Knapp 27 % der Kunden schieden auf
diese Weise aus ihrem Job-Center aus. Der überwiegende Teil davon wurde in den
Arbeitsmarkt vermittelt, ohne dass Lohnkostenzuschüsse an die Arbeitgeber gewährt wurden.16 Instrumente wie Kombilöhne oder die Gewährung von Zuschüssen
sowohl an den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer haben insgesamt bei der
Vermittlung in den Arbeitsmarkt keine Rolle gespielt.
Weitere 22 % der Abgänge betrafen Kunden, die aufgrund von gesundheitlichen,
familiären oder persönlichen Gründen nicht arbeits- oder erwerbsfähig bzw. verfügbar waren. Rund 20 % der Kunden sind als Abgänge zu klassifizieren, da sie aus
sonstigen Gründen, wie z.B. Wehr-/ Zivildienst, Rente, Heirat o.ä. nicht weiter im
Leistungsbezug der Sozial- oder Arbeitslosenhilfe verbleiben.
Bei rund jedem zehnten Kunden ist der Verbleib unbekannt, in eine Arbeitsförderungsmaßnahme bzw. Maßnahmen der Hilfe zur Arbeit sind rund 7 % aller Kunden
eingemündet. Ebenfalls rund 7 % der Kunden sind aufgrund einer Qualifizierungsund Weiterbildungsmaßnahme aus dem Job-Center ausgeschieden. Ein geringer
Anteil der Kunden (3,6 %) wurde an das Sachgebiet Hilfe zur Arbeit zurückgewiesen
und ein noch geringerer Anteil von 2 % konnte das Job-Center aufgrund der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit verlassen (vgl. Tabelle 7).17
15 Insgesamt lag die Anzahl der Abgänge noch höher. Zu denken ist hierbei an den Verbleib der Kunden des JOC Maintal.
Darüber hinaus ist eine Differenz von weiteren knapp 2.000 Abgängen allein auf das JOC Fulda zurückzuführen, in dem
rund 2000 Kunden während des Beobachtungszeitraums aufgrund fehlender Mitwirkung aus der Betreuung des JOC
herausgefallen sind. Diese 2000 Kunden entsprechen rund 15 % aller Abgänge in den hessischen Job-Centern und werden nicht bei der Auswertung berücksichtigt, da sie die Ergebnisse deutlich verzerren würden.
16 Hierbei waren allerdings erhebliche regionale Unterschiede auszumachen, vgl. Abbildung 11.
17 Aufgrund der unterschiedlichen Datenqualität ergeben sich Abweichungen, deshalb wird hier von rund 11.000 Abgängen
ausgegangen.
22
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 7: Verbleib der Job-Center-Kunden
Abgang
insgesamt
in %
193
1,7
3.008
27,2
2.232
20,2
770
7,0
- mit Zuschüssen an den Arbeitnehmer (z.B. Kombilohn)
8
0,1
- mit Zuschüssen an den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber
0
0,0
in eine Arbeitsförderungsmaßnahme bzw. Maßnahme der Hilfe zur Arbeit
787
7,1
in Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen
755
6,8
Zurückverweisung an das Sachgebiet Hilfe zur Arbeit
397
3,6
aus gesundheitlichen, familiären oder persönlichen Gründen nicht arbeits- oder
erwerbsfähig bzw. verfügbar
2.453
22,2
kein weiterer Bezug von Sozial- bzw. Arbeitslosenhilfe aus sonstigen Gründen, wie z.B.
Wehr-/ Zivildienst, Rente, Heirat o.ä.
2.197
19,9
Verbleib unbekannt
1.177
10,6
ca. 11.000
100
in selbständige Erwerbstätigkeit
in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt, davon:
- ohne Zuschüsse
- mit Lohnkostenzuschuss an den Arbeitgeber
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
Werden die Abgänge nach Job-Centern getrennt analysiert, zeigen sich sehr große
Diskrepanzen. So variiert der Anteil der Kunden, der durch die Vermittlung in den
Arbeitsmarkt ein Job-Center verlassen konnte, beträchtlich. Im JC Kassel sind mehr
als 38 % der Abgänge auf eine Vermittlung in den Arbeitsmarkt zurückzuführen, und
dies obwohl die arbeitsmarktpolitische Ausgangssituation als ungünstig zu bezeichnen ist. Einen deutlich höheren Anteil an Vermittlungen in den Arbeitsmarkt weist
auch noch das JOC Main-Taunus mit einem Anteil von über 32 % auf. Unter dem
Durchschnitt aller hessischen Job-Center waren die Vermittlungen im JOC Fulda
und im Job-Center Bad Hersfeld.18
18 Das JOC Fulda weist ebenfalls einen geringen Anteil an Vermittlungen in den Arbeitsmarkt auf. Allerdings ist hierbei zu
berücksichtigen, dass die Ergebnisse des Monitorings vom JOC Fulda bei der hier dargestellten Verbleibsanalyse nur
bedingt mit den anderen Job-Centern vergleichbar sind. Im JOC Fulda sind rund 2.000 Kunden aufgrund fehlender Mitwirkung als Abgang aus dem Job-Center gebucht worden, dies entsprach im Beobachtungszeitraum einem Anteil von
46 % an allen Abgängen dieser Einrichtung.
23
Job-Center in Hessen
Abbildung 10: Anteil der Job-Center-Kunden, die in den Arbeitsmarkt vermittelt wurden (in %)
JC Kassel
38,8
JOC
Main-Taunus
32,4
JOC Korbach
28,6
28,0
JC Rodgau
Job-Center
insgesamt
27,2
23,6
JC Eschwege
JOC Fulda
16,7
JC Bad
Hersfeld
15,9
0
10
20
30
40
50
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Vom arbeitsmarktpolitischen Instrumentarium machen die Job-Center unterschiedlich Gebrauch. Interessant ist dabei, wie die Aufnahme einer Beschäftigung des
Kunden von Seiten des Job-Centers finanziell unterstützt wird. Hierbei spielen insbesondere Lohnkostenzuschüsse an den Arbeitgeber, die bei etwas mehr als einem
Viertel aller Vermittlungen in den Arbeitsmarkt gewährt werden, eine Rolle. Andere
finanzielle Instrumente werden - wie bereits dargelegt - so gut wie nicht eingesetzt.
Bei der Gewährung von Lohnkostenzuschüssen zeigen sich regionale Unterschiede
zwischen den Job-Centern in Nord- und Südhessen. So wurden beispielsweise im
Zeitraum von April 2003 bis zum Abschluss der Projektlaufzeit mehr als 40 % aller
Vermittlungen in den Arbeitsmarkt im JC Eschwege durch Lohnkostenzuschüsse an
den Arbeitgeber unterstützt. Auch in den Job-Centern Fulda, Korbach, Kassel und
Bad Hersfeld wird dieses Instrument sehr häufig angewandt. Dagegen wird in den
südlichen Job-Centern dieses Instrument nur sehr wenig genutzt (vgl. Abbildung 11). Als mögliche Gründe für die zu beobachtenden Unterschiede können zum
einen die arbeitsmarktpolitische Ausgangssituation und zum anderen aber auch eine regional unterschiedlich ausgeprägte Anspruchsmentalität der Arbeitgeber ange24
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
führt werden. In den Gesprächen mit den Projektverantwortlichen vor Ort wurde diese These erhärtet. Ein großer Teil der Unternehmen fragt bei einer Neueinstellung
bzw. Vermittlung durch die Arbeitsverwaltung sehr gezielt nach finanziellen Fördermöglichkeiten, unabhängig von der konkreten Notwendigkeit, d.h. eventuellen qualifikatorischen oder sozialen Defiziten der zu vermittelnden Person.
Abbildung 11: Anteil der Vermittlung in den Arbeitsmarkt mit Lohnkostenzuschüssen an den Arbeitgeber
(in %)
60
43,4
40
35,8
30,1
25,8
25,1
25,8
Job-Center
insgesamt
JOC
Korbach
JC Bad
Hersfeld
20
2,8
3,7
JC Rodgau
JOC
Main-Taunus
0
JOC
Fulda
JC Kassel
JC
Eschwege
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Ein Teil der Kunden wurde wieder an das Sachgebiet Hilfe zur Arbeit (HZA) zurückgewiesen. Die Analyse zeigt, dass auch hier zwischen den Job-Centern erhebliche
Unterschiede bestehen. In den Job-OFFENSIV-Centern wird diese Möglichkeit de
facto gar nicht praktiziert (vgl. Abbildung 12). Demgegenüber ist rund jeder vierte
„Abgang“ im JC Kassel auf die Zurückweisung in das Sachgebiet Hilfe zur Arbeit
begründet. Im Rahmen des Expertengesprächs vor Ort wurde betont, dass sich das
Job-Center besonders um die motivierten Kunden bemüht und deshalb Kunden,
welche jegliche Eigenbemühungen vermissen ließen, wieder an das Sachgebiet Hil-
25
Job-Center in Hessen
fe zur Arbeit zurücküberwiesen. Insofern relativiert sich der hohe Anteil von Vermittlungen, da eine positive Vorauswahl der Kunden stattfand.
Abbildung 12: Anteil der Kunden, die an das Sachgebiet Hilfe zur Arbeit zurückgewiesen wurden (in %)
30
23,5
20
8,9
10
7,6
3,3
3,6
JC Rodgau
Job-Center
insgesamt
2,1
0,7
0,2
0
JOC Fulda
JOC Korbach
JC Bad Hersfeld
JC Eschwege
JOC Main-Taunus
JC Kassel
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Einige Kunden (7,1 % aller Abgänge) konnten das Job-Center aufgrund der Aufnahme einer ABM- oder HZA-Maßnahme verlassen. Besonders intensiv erfolgt die
Vermittlung in solche Maßnahmen im JC Kassel, rund 18 % aller Kunden beendigen
die Betreuung im Job-Center durch den Beginn einer ABM oder HZA-Maßnahme.
Auch im JC Eschwege ist mit ca. 10 % ein überdurchschnittlich hoher Anteil festzustellen (vgl. Abbildung 13). Demgegenüber machen einige Job-Center wie die JOC
Main-Taunus oder das JC Rodgau-Seligenstadt keinen Gebrauch von diesem arbeitsmarktpolitischen Instrument.
26
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 13: Anteil der Kunden, die in eine ABM oder HZA-Maßnahme abgegangen sind (in %)
30
20
17,6
9,8
10
5,0
6,0
6,3
JC Bad
Hersfeld
JOC Korbach
7,1
1,8
1,0
0
JOC
Main-Taunus
JC Rodgau
JOC Fulda
Job-Center
insgesamt
JC Eschwege
JC Kassel
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Die Kunden der hessischen Job-Center haben zum überwiegenden Teil keine berufliche Ausbildung und mehr als zwei Drittel von ihnen sind langzeitarbeitslos.19 Hier
wird deutlich, dass zielgerichtete und individuell abgestimmte Qualifizierungs- und
Weiterbildungsmaßnahmen zur Erhöhung der Beschäftigungschancen notwendig
sind. Rund 7 % aller Kunden verließen das Job-Center aufgrund einer solchen Maßnahme (vgl. Abbildung14). Überdurchschnittlich oft verließen Kunden aus den JobCentern in Fulda und Kassel aufgrund einer Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahme die Einrichtungen.
19 Vgl. hierzu die Auswertung der Kundenbefragung in Kapitel 4.
27
Job-Center in Hessen
Abbildung 14: Anteil der Kunden, die in eine Qualifizierungs- oder Weiterbildungsmaßnahme abgegangen
sind (in %)
20
10
6,4
2,7
JC Rodgau
JOC
Main-Taunus
8,1
JC Kassel
JOC Fulda
6,8
4,7
4,1
2,4
7,8
0
JOC Korbach
JC Eschwege
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
28
JC Bad
Hersfeld
Job-Center
insgesamt
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
4
Ergebnisse der Kundenbefragungen
4.1
Vorgehensweise
Innerhalb der Untersuchung wurden Kunden der Job-Center zweimal schriftlich befragt. Die erste Befragung fand Mitte 2003, die zweite ein Jahr später statt. Der jeweilige Fragebogen wurde mit den einzelnen Job-Centern abgestimmt. Die Befragungen wurden unter Berücksichtigung des Datenschutzes durchgeführt. Parallel
wurden weitere Daten über die Strukturmerkmale der Kunden mit den Job-Centern
abgeglichen, um die Repräsentativität der Befragung zu überprüfen und eine Verknüpfung der Antworten mit den soziodemografischen Merkmalen der Kunden zu
ermöglichen.20
Im Fokus der ersten schriftlichen Befragung im Juli/ August 2003 standen Fragen
über den sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund der Kunden sowie die bisher in
Anspruch genommenen Unterstützungs- und Hilfsangebote. Darüber hinaus wurden
die Kunden der hessischen Job-Center nach den bisherigen Erfahrungen und den
Erwartungen an ein Job-Center befragt.
Insgesamt war der Rücklauf der ersten Kundenbefragung erfreulich hoch, rund 700
Kunden der hessischen Job-Center antworteten.21 Im Durchschnitt beteiligten sich
somit mehr als 26 % an der Befragung, bei einzelnen „kleineren“ Job-Centern lag
die Rücklaufquote sogar über 30 % (vgl. Tabelle 8).
Bei der zweiten schriftlichen Befragung der Job Center-Kunden standen zwei Punkte im Vordergrund: Zum einen wurden die Job Center-Kunden nach ihrem aktuellen
Erwerbsstatus und der persönlichen Einschätzung ihrer aktuellen individuellen Situation gefragt, zum anderen wurde nach den erhaltenen Dienstleistungen des JobCenters und der persönlichen Einschätzung dieser Hilfsangebote gefragt.
Der Fragebogen wurde nach Abstimmung mit den einzelnen Job-Centern im August/ September 2004 - unter Berücksichtigung des Datenschutzes - an die gleichen
Kunden wie bei der ersten Befragung versandt. Durch die Verwendung von individuell nummerierten Fragebögen ist eine Verknüpfung der Antworten mit denen der
ersten Befragung ebenso wie mit den soziodemografischen Merkmalen der Kunden
möglich. Auf diese Weise wurde auch die Repräsentativität der Befragung überprüft.
20 Nicht an den Kundenbefragungen teilgenommen hat das JOC Main-Taunus, das erst im Laufe des Jahres 2003 seine
Arbeit aufnahm.
21 Die in Tabelle 8 ausgewiesene Anzahl der Kunden unterscheidet sich von der Gesamtzahl der Kunden, da bei den JobCentern Fulda, Maintal, Bad Hersfeld und Korbach nur eine Stichprobe in die Befragung einbezogen wurde.
29
Job-Center in Hessen
Insgesamt war der Rücklauf der zweiten Kundenbefragung deutlich geringer als
noch bei der ersten Befragung. Mit insgesamt 363 zurückgesandten Fragebögen
antworteten nunmehr halb so viele Kunden der hessischen Job-Center wie zuvor.
Im Durchschnitt beteiligten sich etwa 14 % an der Befragung. Die Teilnahmebereitschaft ist auch vor dem Hintergrund der zum Zeitpunkt der Befragung bereits sehr
medienpräsenten Diskussion zu den Hartz-IV-Maßnahmen zu sehen, die die Rücklaufquote negativ beeinflusst haben dürfte.
Tabelle 8: Rücklauf der Kundenbefragung
Job-Center
Kunden
Rücklauf 1. Befragung
Rücklauf 2. Befragung
absolut
in %
absolut
in %
JC Bad Hersfeld
380
109
28,7
52
13,7
JC Eschwege
378
100
26,5
55
14,5
JOC Fulda
453
106
23,4
53
11,7
JOC Korbach
539
155
28,8
89
16,5
JC Kassel
191
62
32,5
25
13,1
JOC Maintal
500
110
22,0
63
12,6
JC Rodgau-Seligenstadt
126
47
37,3
26
20,6
2.567
689
26,8
363
14,1
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Mit Blick auf die Interpretation der Kundenbefragung ist festzuhalten, dass sich die
teilnehmenden Kunden nicht wesentlich von der Grundgesamtheit aller Kunden unterscheiden (vgl. Tabelle 9). So differieren die beiden Gruppen, was die Merkmale
Geschlecht und Status anbelangt, nur sehr geringfügig. Bei den Merkmalen Alter
und berufliche Ausbildung sind jedoch Unterschiede auszumachen. So haben im
Vergleich zur Grundgesamtheit aller Befragten weniger Kunden der Altersgruppe
unter 25 Jahre den Fragebogen beantwortet, der Anteil der Kunden in der Altersgruppe von 25 bis 50 Jahren fällt dagegen höher aus. Außerdem haben Kunden, die
nicht über eine berufliche Ausbildung verfügen, im Vergleich zu allen Befragten seltener geantwortet.
Auch die zweite Kundenbefragung bildet trotz erheblich geringerer Rücklaufquote
einen repräsentativen Querschnitt der Grundgesamtheit aller Job Center-Kunden
ab. Es liegt eine höhere Antwortbereitschaft der Frauen und der Arbeitslosenhilfebezieher vor. Hinsichtlich der für die erste Befragung ausgeführten Anteile gelten die
gleichen Tendenzen.
30
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 9: Repräsentativität der Befragung (Angaben in %)
1. Befragung
Merkmal
Geschlecht
Status
Altersgruppe
2. Befragung
befragte
Kunden
antwortende
Kunden
befragte
Kunden
antwortende
Kunden
männlich
54,2
53,6
54,0
51,0
weiblich
45,8
46,4
46,0
49,0
Arbeitslosenhilfebezieher
24,7
25,3
24,9
28,7
Doppelbezieher
24,4
24,7
24,5
23,9
Sozialhilfeempfänger
50,9
49,9
50,6
47,4
unter 25 Jahre
16,3
11,0
14,9
9,6
25 bis 50 Jahre
62,2
68,4
63,8
67,8
über 50 Jahre
21,5
20,6
21,3
22,6
68,4
64,0
66,9
62,5
31,6
36,0
33,1
37,5
berufliche Ausbildung ohne berufl. Ausbildung
mit beruflicher Ausbildung
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
168 Job Center-Kunden, die bereits an der ersten Befragung teilgenommen haben,
antworteten ein Jahr später erneut.
4.2
Struktur der Teilnehmer
Die Struktur der Teilnehmer wurde bei der ersten Kundenbefragung ermittelt. Die
Auswertung des Kundenmonitorings hat zwischen den Job-Centern deutliche Abweichungen in der Kundenstruktur offenbart, was das Alter, das Geschlecht und den
Status anbelangt. Die Analyse weiterer Merkmale bestätigt diese Ergebnisse.
Insgesamt sind rund 22 % der Job-Center-Kunden allein Erziehende (vgl. Tabelle
10). Während im JOC Maintal mehr als ein Drittel der Kunden allein erziehend ist,
liegt der Anteil der allein Erziehenden im JC Bad Hersfeld (16 %) und im JOC Korbach (17 %) deutlich niedriger.
31
Job-Center in Hessen
Tabelle 10: Anteil der allein Erziehenden in den hessischen Job-Centern
Job-Center
Anteil der allein Erziehenden in %
JC Bad Hersfeld
16,4
JC Eschwege
20,2
JOC Fulda
19,0
JOC Korbach
17,4
JC Kassel
27,4
JOC Maintal
36,4
JC Rodgau-Seligenstadt
25,5
22,4
insgesamt
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Bei der Herkunft der Kunden wurde nach Deutschen, Aussiedlern und Kunden mit
nicht deutscher Herkunft unterschieden. Auch hierbei sind markante Abweichungen
auszumachen. Den größten Anteil an Kunden stellen Deutsche (61 %), die Spannweite der Anteile reicht dabei von 68 % in den JOC Korbach und Maintal, bis hin
zum JC Kassel mit einem Anteil von 45 %. Den zweitgrößten Anteil der Job-CenterKunden stellt mit 21 % die Gruppe der Aussiedler, gefolgt von den Personen mit
nicht deutscher Herkunft in Höhe von 18 %. Auch die Anteile der beiden letztgenannten Personengruppen differiert zwischen den einzelnen Job-Centern erheblich
(vgl. Tabelle 11).
Tabelle 11: Herkunft der Job-Center-Kunden (Anteile in %)
Job-Center
Deutsch
Aussiedler
nicht deutscher Herkunft
JC Bad Hersfeld
56,9
29,4
13,8
JC Eschwege
66,0
23,0
11,0
JOC Fulda
52,5
26,7
20,8
JOC Korbach
68,2
20,8
11,0
JC Kassel
45,2
25,8
29,0
JOC Maintal
68,2
6,4
25,5
JC Rodgau-Seligenstadt
60,9
10,9
28,3
61,1
20,8
18,0
insgesamt
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
32
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Neben einem hohen Alter und einer sehr langen Dauer der Erwerbslosigkeit können
gesundheitliche Beeinträchtigungen ein weiteres bedeutendes vermittlungshemmendes Merkmal darstellen. Danach befragt, ob aus der Sicht der Kunden die
Erwerbsfähigkeit durch eine Schwerbehinderung oder eine gesundheitliche Beeinträchtigung eingeschränkt sei, antwortete ein Viertel mit „ja“. Während im JC Rodgau-Seligenstadt nur knapp 15 % ihre Erwerbsfähigkeit eingeschränkt sahen, ist es
im JOC Korbach mehr als ein Drittel (36 %) (vgl. Tabelle 12). Diese Ergebnisse beruhen auf einer Selbsteinschätzung der Kunden und können nicht dahingehend analysiert werden, ob bei ihnen eine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt, die eine
Vermittlung in den Arbeitsmarkt verhindert. Allerdings ist anzunehmen, dass für rund
25 % der Kunden nicht jede Art von Beschäftigung - beispielsweise wenn es sich
um physisch anspruchsvolle Tätigkeiten handelt - in Frage kommt.
Tabelle 12: Kunden mit eingeschränkter Erwerbsfähigkeit (Anteile in %)
Job-Center
Sind Sie anerkannt schwer behindert oder haben Sie eine gesundheitliche
Beeinträchtigung, die Ihre Erwerbsfähigkeit einschränkt?
nein
ja
JC Bad Hersfeld
78,2
21,8
JC Eschwege
83,0
17,0
JOC Fulda
72,4
27,6
JOC Korbach
63,9
36,1
JC Kassel
85,5
14,5
JOC Maintal
73,6
26,4
JC Rodgau-Seligenstadt
85,1
14,9
75,2
24,8
insgesamt
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Eine unzureichende schulische oder berufliche Qualifikation ist ein wesentliches
Hindernis für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Die Entwicklung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosigkeit zeigt deutlich, dass Personen ohne eine abgeschlossene berufliche Ausbildung ein wesentlich höheres Risiko der Arbeitslosigkeit
haben.22 Die Auswertung des Kundenmonitorings zeigte, dass die Mehrzahl der
Kunden keine abgeschlossene berufliche Ausbildung hatte.
22 Vgl. hierzu Reinberg; Hummel (2002).
33
Job-Center in Hessen
Im Rahmen der Kundenbefragung wurden die Kunden der Job-Center danach befragt, über welchen schulischen Abschluss sie verfügen.23 Keinen Hauptschulabschluss hatten rund 16 % aller Job-Center-Kunden. Der Anteil der Personen ohne
Hauptschulabschluss variiert dabei von 22 % im JC Bad Hersfeld bis hin zum JC
Rodgau-Seligenstadt, wo nur 7 % keine abgeschlossene schulische Ausbildung
vorweisen können. Die überwiegende Mehrheit der Kunden (40 %) verfügt über einen Hauptschulabschluss, gefolgt von dem Bildungsabschluss Mittlere Reife (27 %),
Fachhochschulreife (5 %) und Abitur, das rund 11 % der Kunden abgelegt haben.
Einen Überblick über den Schulabschluss der Job-Center-Kunden gibt Tabelle 13.
Tabelle 13: Schulabschluss der Job-Center-Kunden (Anteile in %)
ohne Hauptschulabschluss
mit Hauptschulabschluss
Mittlere Reife
Fachhochschulreife
Abitur
JC Bad Hersfeld
22,5
39,2
25,5
6,9
5,9
JC Eschwege
13,3
41,1
24,4
5,6
15,6
JOC Fulda
13,1
30,3
31,3
7,1
18,2
JOC Korbach
15,3
47,3
26,7
4,7
6,0
JC Kassel
19,0
41,4
20,7
8,6
10,3
JOC Maintal
18,9
36,8
31,1
1,9
11,3
JC Rodgau-Seligenstadt
7,1
52,4
23,8
4,8
11,9
16,2
40,6
26,9
5,4
10,8
Job-Center
Insgesamt
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Um einen Überblick über die gegenwärtige Situation der Job-Center-Kunden zu erhalten, wurde in der zweiten Kundenbefragung nach dem aktuellen Beschäftigungsstatus der Teilnehmer im September 2004 gefragt (vgl. Abbildung 15). Dabei gab
über die Hälfte an, noch immer ohne Arbeit zu sein. Eine feste Arbeit haben knapp
30 % der Befragten (absolut 189 Personen) gefunden. Von diesen hat etwa je ein
Viertel eine Vollzeitstelle oder einen Mini-Job gefunden, rund die Hälfte eine Beschäftigung in Teilzeit. Gelegentliche Aushilfstätigkeiten oder gemeinnützige Tätigkeiten erledigen jeweils knapp 7 %. Lediglich 2,5 % absolvieren ein Praktikum. Weitere 7 % sind dagegen wieder ohne Arbeit.
23 Die Kunden sollten dabei nur den höchsten in Deutschland anerkannten Abschluss angeben.
34
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 15: Beschäftigungsstatus der Befragungsteilnehmer September 2004 (Angaben in %)
60
52,1
50
40
29,2
30
20
10
8,0
6,9
6,6
6,3
2,5
0
immer noch ohne
Arbeit (189)
feste Arbeit
(106)
Aushilftätigkeiten
(29)
wieder ohne Arbeit
(25)
gemeinnützige Arbeit sonstige Maßnahmen
(24)
(23)
Praktikum
(9)
Quelle: Job-Center zweite Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Inwieweit die Vermittlung in Arbeit der Tätigkeit des Job-Centers zurechenbar ist
oder ob der Vermittlungserfolg durch andere Gründe, beispielsweise die eigene Motivation und Initiative des Job-Center-Kunden erreicht wurde, kann aus den Befragungsergebnissen nicht abgeleitet werden. Ein Indiz zur Beantwortung dieser Frage
könnte allerdings sein, dass mehr Befragungsteilnehmer angaben, bei einem anderen als dem vom Job-Center vermittelten Arbeitgeber beschäftigt zu sein.
Nahezu drei Viertel der in fester Arbeit befindlichen Befragungsteilnehmer hatten
nur wenige Beratungs- und Vermittlungsgespräche in ihrem Job-Center (41 % 1-2
Gespräche, 32 % 3-5 Gespräche). Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie gewichtig andere, zunächst (noch) nicht von den Job-Centern beeinflusste Faktoren
für die Integration in den Arbeitsmarkt sind.
35
Job-Center in Hessen
4.3
Persönliche Situation der Teilnehmer
Die Kunden wurden in beiden Befragungen um eine Einschätzung ihrer persönlichen Situation gebeten. Die erste Frage zielte auf die allgemeine persönliche Situation ab, darüber hinaus wurden die Kunden zu einer Einschätzung ihrer finanziellen, familiären, gesundheitlichen und Wohnsituation befragt. Die Ergebnisse der
beiden Befragungen weichen nur unwesentlich voneinander ab.
Die allgemeine persönliche Situation bewerten knapp zwei von drei Kunden negativ.
Nur ein sehr geringer Anteil ist mit der Situation sehr zufrieden bzw. eher zufrieden
(rund 30 %). Mehr als 20 % der Kunden sind mit ihrer persönlichen Situation sogar
sehr unzufrieden. Wesentlich positiver wird dagegen die familiäre, gesundheitliche
und die Wohnsituation von den Kunden eingeschätzt. Hier überwiegen die Aussagen sehr zufrieden und eher zufrieden deutlich, zwischen den beiden Befragungszeitpunkten ist - außer im Bereich Gesundheit, wo eine deutlich höhere Unzufriedenheit zu verzeichnen ist (+ sechs Prozentpunkte) - kein gravierender Unterschied
festzustellen (vgl. die nachfolgenden Abbildungen).
Stark abweichend davon sieht die Einschätzung der finanziellen Situation aus: Mit
ihrer finanziellen Situation ist die Mehrzahl der Kunden entweder eher unzufrieden
(38 %) oder sehr unzufrieden (50 %). Hier überwiegt klar die negative Beurteilung
(vgl. Abbildung 17).24
24 Die detaillierten Ergebnisse – untergliedert nach einzelnen Job-Centern – sind in Tabelle 39 - 43 im Anhang aufgeführt.
36
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 16: Einschätzung der persönlichen Situation (Angaben in %)
50
1. Befragung
2. Befragung
42,7
40,5
40
29,4
30
28,8
25,2
21,7
20
10
6,8
4,8
0
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Abbildung 17: Einschätzung der finanziellen Situation (Angaben in %)
50
1. Befragung
49,9
2. Befragung
40
38,1
47,2
38,3
30
20
11,1
12,5
10
0,9
2,0
0
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
37
Job-Center in Hessen
Abbildung 18: Einschätzung der familiären Situation (Angaben in %)
50
1. Befragung
2. Befragung
44,2
41,2
40
32,5
30
28,4
20
17,1
18,9
9,2
10
8,5
0
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Abbildung 19: Einschätzung der Wohnsituation (Angaben in %)
50
1. Befragung
49,4
2. Befragung
41,7
40
30
26,9
25,1
20,9
20
17,4
10,4
10
8,1
0
sehr zufrieden
eher zufrieden
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
38
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 20: Einschätzung der gesundheitlichen Situation (Angaben in %)
50
1. Befragung
2. Befragung
47,0
42,5
40
30
26,5
20
22,0
20,2
17,2
15,3
9,3
10
0
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
4.4
Erwerbslosigkeit und ihre Gründe aus der Sicht der Job-Center-Kunden
Mit einer zunehmenden Dauer der Erwerbslosigkeit nehmen die beruflichen und sozialen Qualifikationen in der Regel ab, eine lange Phase der Erwerbslosigkeit stellt
somit ein eigenständiges vermittlungshemmendes Merkmal dar. Um die Chancen
der Wiedereingliederung in den Erwerbsprozess abschätzen zu können, ist die
Dauer der Erwerbslosigkeit der Job-Center-Kunden, die „Arbeitsmarktferne“, ein
wichtiger Indikator. Mehr als drei Viertel aller Job-Center-Kunden waren im August
2003 langzeitarbeitslos (76 %), d.h. länger als ein Jahr ohne Arbeit.
In den Job-Centern Eschwege und Rodgau-Seligenstadt liegt der Anteil der Langzeitarbeitslosen mit 66 % bzw. 69 % unter dem Durchschnitt, während in den beiden
JOC Korbach und Maintal der Anteil der Langzeitarbeitslosen sogar über 80 % liegt.
Mit Ausnahme der Kunden in den JC Kassel und Rodgau-Seligenstadt haben knapp
20 % aller Kunden seit über 5 Jahren keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt (vgl.
Tabelle 14).
39
Job-Center in Hessen
Tabelle 14: Dauer der Erwerbslosigkeit (in %)
Job-Center
weniger als 1 Jahr
1 bis 2 Jahre
2 bis 5 Jahre
(1)
(2)
länger als 5 Jahre langzeitarbeitslos
(3)
(1-3)
JC Bad Hersfeld
28,7
31,5
18,5
21,3
71,3
JC Eschwege
34,0
26,6
17,0
22,3
66,0
JOC Fulda
22,5
32,4
25,5
19,6
77,5
JOC Korbach
18,2
33,1
29,7
18,9
81,8
JC Kassel
21,0
35,5
35,5
8,1
79,0
JOC Maintal
18,4
38,8
21,4
21,4
81,6
JC RodgauSeligenstadt
31,1
35,6
22,2
11,1
68,9
24,0
33,1
24,2
18,7
76,0
insgesamt
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung.
Auch ein hohes Alter ist ein vermittlungshemmendes Merkmal und erschwert die rasche Reintegration in den Arbeitsmarkt. Dies gilt insbesondere für die Job-CenterKunden, bei denen die Dauer der Erwerbslosigkeit deutlich mit dem Alter korreliert.
So ist die Dauer der Erwerbslosigkeit bei Kunden, die der Altersgruppe unter 25
Jahre angehören, im Durchschnitt wesentlich geringer, demgegenüber sind insbesondere ältere Kunden in der Altersgruppe über 50 Jahre wesentlich länger ohne
eine Erwerbstätigkeit, wie Abbildung 21 zeigt. So sind beispielsweise rund 29 % der
älteren Job-Center-Kunden länger als 5 Jahre ohne eine Erwerbstätigkeit, während
der Anteil der jüngeren Job-Center-Kunden (unter 25 Jahre) hier nur knapp 6 % beträgt.
40
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 21: Dauer der Erwerbslosigkeit nach Altersgruppen (in %)
50
47,2
45
40
35
32,0
27,8
30
28,5
29,2
25,6
24,5
25,5
25
19,4
20
17,9
16,8
15
10
5,6
5
0
w eniger als ein Jahr
1 bis 2 Jahre
unter 25 Jahre
2 bis 5 Jahre
25 bis 50 Jahre
länger als 5 Jahre
über 50 Jahre
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Darüber hinaus differiert die Dauer der Erwerbslosigkeit in Abhängigkeit vom Geschlecht. So ist ein wesentlicher höherer Anteil der weiblichen Job-Center-Kunden
länger als 5 Jahre ohne Arbeit als dies bei den Männern der Fall ist. Insgesamt ist
knapp ein Viertel (24 %) aller weiblichen Job-Center-Kunden länger als 5 Jahre erwerbslos, während es bei den männlichen nur rund 14 % sind. Als ein möglicher
Grund hierfür können längere Phasen der Kindererziehung vermutet werden (vgl.
Abbildung 22).
41
Job-Center in Hessen
Abbildung 22: Dauer der Erwerbslosigkeit nach Geschlecht (in %)
40,0
34,7
35,0
31,1
30,0
25,8
25,2
25,0
23,9
23,0
22,0
20,0
14,3
15,0
10,0
5,0
0,0
weniger als ein Jahr
1 bis 2 Jahre
2 bis 5 Jahre
männlich
länger als 5 Jahre
weiblich
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Ein Ziel der ersten Kundenbefragung war es auch, zu erfahren, welche Gründe aus
der Sicht der Job-Center-Kunden für die – oftmals sehr lange – Phase der Erwerbslosigkeit verantwortlich sind.25 Am häufigsten wurden fehlende Arbeitsplatzangebote
genannt, rund 60 % gaben diese Ursache an (vgl. Abbildung 23). Schon an zweiter
Stelle wurde das eigene Alter (ca. 37 %) genannt. Dies ist, wird die Altersverteilung
berücksichtigt, insofern erstaunlich, als nur 17 % in der Altersgruppe über 50 Jahre
einzuordnen sind. An dritter Stelle der Ursachen folgt eine fehlende berufliche Ausbildung, 36 % der Kunden sehen darin einen der Gründe für ihre Erwerbslosigkeit.
Eine eingeschränkte Mobilität, entweder begründet durch das Fehlen eines Führerscheins (31 %) oder eine schlechte Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes mit dem
ÖPNV (23 %), ist aus Kundensicht ebenfalls bedeutsam. Aufgrund des insgesamt
hohen Anteils an allein Erziehenden (im Durchschnitt knapp 22 %) wäre auch zu
vermuten, dass Probleme bei der Kinderbetreuung die Aufnahme einer Beschäfti-
25 Diese Fragen wurden in der zweiten Kundenbefragung nicht gestellt.
42
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
gung erschweren. Nur knapp 10 % der Kunden sahen dies als eine Ursache an, von
den allein Erziehenden jedoch jeder Dritte.
Abbildung 23: Gründe der Erwerbslosigkeit aus der Sicht der Job-Center-Kunden
(Mehrfachantworten möglich, in %)
fehlende Arbeits-
59,9
platzangebote
37,3
eigenes Alter
keine anerkannte
36,1
Berufsausbildung
31,3
kein Führerschein
keine ausreichenden
28,3
Sprachkenntnisse
schlechte Erreichbarkeit
23,2
des Arbeitsplatzes
gesundheitliche
22,5
Beeinträchtigungen
keine
21,3
Berufserfahrung
keine
21,0
Teilzeitangebote
Überschuldung
9,7
fehlende
9,4
Möglichkeiten
lange
4,8
Familienphasen
2,6
Vorstrafen
pflegebedürftige
2,0
Haushaltsangehörige
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Darstellung.
43
Job-Center in Hessen
Aus der Perspektive der Kunden existiert somit nicht nur ein Grund, sondern eine
ganze Bandbreite von Gründen für die Erwerbslosigkeit. Klar wird dabei auch, dass
Job-Center ein vielschichtiges Instrumentarium anwenden müssen, um die Integration dieser Personen in den Arbeitsmarkt zu befördern.
4.5
Erwartungen und Erfahrungen der Job-Center-Kunden
Bereits im Rahmen der ersten Befragung war es auch wichtig zu erfahren, welche
Erwartungen die Kunden an ein Job-Center stellen. An erster Stelle dominiert erwartungsgemäß der Wunsch nach der Vermittlung eines Arbeitsplatzes. Mehr als 70 %
erwarten dies von ihrem Job-Center. Ebenfalls von besonderer Bedeutung für die
Kunden ist die Erwartung eines besseren Zugangs zu Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten (40 %) sowie eine Verbesserung der Beratung und der Angebote bei individuellen Notlagen (35 %).
Durch eine verstärkte Zusammenarbeit der lokalen Arbeitsverwaltung und der Träger der Sozialhilfe erhofft sich rund ein Drittel der Kunden mehr individuelle Betreuung. Knapp 30 % der Kunden haben die Erwartung, dass weniger Behördengänge
durch die Etablierung von Job-Centern notwendig sind. Von untergeordneter Bedeutung sind aus der Sicht der Kunden dagegen kundenfreundlichere Öffnungszeiten
der Job-Center (vgl. Abbildung 24).
44
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 24: Erwartungen an ein Job-Center aus Kundensicht (Angaben jeweils in %)
Vermittlung eines
Arbeitsplatzes
72,3
einen besseren Zugang
zu Qualifizierungs- und
Weiterbildungsmaßnahmen
39,8
eine Verbesserung der
Beratung und der Angebote
bei individuellen Notlagen
34,8
mehr individuelle
Betreuung
31,2
weniger
Behördengänge
29,0
kundenfreundlichere
Öffnungszeiten
16,1
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Der Kontakt der Job-Center-Kunden zu ihrem Job-Center ist sehr ungleich ausgeprägt. Zum Zeitpunkt der ersten Befragung hatte die Mehrheit der Kunden (53 %)
von Januar bis zur Befragung im Juli/ August 2003 nur 1 bis 2 Gespräche, nur etwas
über 4 % der Kunden hatten in diesem Zeitraum mehr als 10 Gespräche. Gegenüber der ersten Befragung hat die Anzahl der Kontakte erwartungsgemäß zugenommen. Allerdings hatte noch immer die Mehrheit der antwortenden Kunden
(40 %) innerhalb eines Jahres erst 1 bis 2 Gespräche, weitere 38 % 3 bis 5 Gespräche. Die Anteile der Kunden mit 5 bzw. 10 und mehr Gesprächen hat sich allerdings
deutlich erhöht. Tabelle 15 weist die Anzahl der Gespräche der Job-Center-Kunden
für die einzelnen Job-Center zu den beiden Befragungszeitpunkten aus.
45
Job-Center in Hessen
Tabelle 15: Anzahl der Gespräche der Job-Center-Kunden (Anteile in %)
noch kein
Gespräch
Job-Center
nur 2.
Befragung
1 – 2 Gespräche
3 – 5 Gespräche
5 – 10 Gespräche
mehr als 10
Gespräche
1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag.
JC Bad Hersfeld
2,1
60,6
54,2
29,3
29,2
3,0
8,3
7,1
6,3
JC Eschwege
1,9
50,0
34,6
38,0
48,1
8,7
7,7
3,3
7,7
JOC Fulda
0,0
66,0
54,3
29,8
34,8
4,3
6,5
-
4,3
JOC Korbach
0,0
53,2
36,0
37,6
44,2
6,4
15,1
2,8
4,7
JC Kassel
0,0
31,1
20,0
49,2
32,0
14,8
24,0
4,9
24,0
JOC Maintal
0,0
54,2
38,3
31,3
36,7
9,4
18,3
5,2
6,7
JC Rodgau-Seligenstadt
0,0
34,2
28,6
36,8
19,0
18,4
23,8
10,5
28,6
0,6
52,7
39,6
35,3
37,6
7,9
13,6
4,2
8,6
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Die Größe des Job-Centers und die Betreuungsrelation haben einen deutlichen Einfluss auf die Intensität der Kundenkontakte. Vor allem die gemessen an der Kundenanzahl „kleineren“ Job-Center Rodgau-Seligenstadt und Kassel hatten eine wesentliche höhere Anzahl von Kundenkontakten. Der Anteil der Kunden mit mehr als
zehn Beratungsterminen liegt für diese beiden Job-Center bei 28,6 % respektive
24 %. Im JOC Fulda und im JC Bad Hersfeld dagegen gaben jeweils etwa 54 % der
antwortenden Kunden an, bislang erst 1 oder 2 Beratungsgespräche gehabt zu haben. Ursächlich hierfür dürfte die sehr gute Betreuungsrelation in diesen JobCentern sein.
Die Kunden waren in den Befragungen aufgefordert, eine Einschätzung über die
bisherigen Erfahrungen mit ihrem Job-Center abzugeben. Unterschieden wurde dabei zwischen der Qualität der Beratungs- und Vermittlungsgespräche sowie den
Leistungen der Job-Center, wie Arbeitsvermittlung und Hilfsangeboten. Ein Vergleich mit den Ergebnissen der ersten Befragung erlaubt die Abbildung der Veränderung in der Servicequalität. An dieser Stelle ist es jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass an der ersten Befragung nur Bestandskunden teilgenommen haben, die
noch nicht den Sozialhilfe- oder Arbeitslosenhilfebezug verlassen konnten und aus
der Betreuung des Job-Centers ausgeschieden sind. Dementsprechend ist zu vermuten, dass die Antworten über die Serviceleistungen der Job-Center zu negativ
ausfallen, da Kunden, denen erfolgreich bei der Vermittlung eines Arbeitsplatzes
oder bei der Lösung einer individuellen Notlage geholfen werden konnte, nicht an
der Befragung teilnahmen. Bei der zweiten Befragung dagegen wurden dieselben
46
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Kunden angeschrieben und damit auch solche, die zwischenzeitlich evtl. durch
Vermittlung durch das Job-Center auf dem Arbeitsmarkt untergekommen sind.
Der Motivation, sich immer wieder um die Aufnahme einer Beschäftigung zu bemühen, obwohl eine Vielzahl vermittlungshemmender Merkmale vorliegt und die bisherigen Anstrengungen häufig nicht von Erfolg gekrönt waren, kommt eine besondere
Bedeutung zu. Die Kunden wurden deshalb danach befragt, ob die Beratungs- und
Vermittlungsgespräche sie motivieren und ihnen eine Perspektive aufzeigen. Lediglich 19 % der befragten Kunden stimmte dieser positiv formulierten Aussage zu, allerdings variiert die Zustimmung zwischen den einzelnen Job-Centern erheblich, wie
Abbildung 25 zeigt. So haben rund 40 % der Kunden des JOC Fulda dieser Aussage zugestimmt, während es im JC Rodgau-Seligenstadt weniger als 12 % waren.
Bei der ersten Befragung stimmten immerhin noch 26 % der Kunden dieser Aussage zu. Motivierten bei der Befragung im Sommer 2003 im JC Kassel die Beratungsund Vermittlungsgespräche noch fast jeden Zweiten, waren es gut ein Jahr später
lediglich noch 28 %. Deutlich verschlechtert haben sich auch die Beurteilungen des
JC Rodgau-Seligenstadt (- 20 Prozentpunkte), des JC Eschwege (- 18 Prozentpunkte). Deutlich verbessert zeigt sich dagegen die Bewertung für das JOC Fulda
(+ 12 Prozentpunkte). Zulegen konnte außerdem noch - allerdings nur unwesentlich
und auf niedrigem Niveau - das JOC Korbach, das in der ersten Befragung auf diese Frage die geringste Zustimmung erhielt.
Abbildung 25: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „motivieren mich und zeigen mir eine Perspektive
auf“ (in %)
27,6
JOC Fulda
40,0
45,2
JC Kassel
28,0
37,8
JC Eschwege
20,0
25,9
Job-Center
insgesamt
18,8
21,8
JOC Maintal
17,5
14,2
JOC Korbach
15,7
20,9
JC Bad Hersfeld
13,5
1. Befragung
2. Befragung
31,9
JC Rodgau-Seligenstadt
11,5
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
47
Job-Center in Hessen
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Ein Jahr nach der ersten Befragung werden die Beratungs- und Vermittlungsgespräche von über der Hälfte der antwortenden Job-Center-Kunden als wenig hilfreich eingestuft. Dies bedeutet einen Anstieg um zwölf Prozentpunkte. Die Häufigkeit der Zustimmung zu der negativ unterlegten Aussage schwankt zwischen den
einzelnen Job-Centern zwischen 36 % und 62 % (vgl. Abbildung 26).
Kunden des Job-Centers in Kassel und Fulda vertraten diese Meinung verhältnismäßig selten, allerdings deutlich vermehrt gegenüber dem Vorjahr. Verbessern
konnte sich kein Job-Center. Besonders verschlechtert haben sich das JC Bad
Hersfeld und das JC Eschwege, das JOC Korbach wird weiterhin überdurchschnittlich schlecht beurteilt.
Abbildung 26: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „sind wenig hilfreich“ (in %)
39,1
JC Bad Hersfeld
61,5
53,5
JOC Korbach
59,6
39,4
Job-Center
insgesamt
51,8
31,6
JC Eschwege
50,9
42,6
JC Rodgau-Seligenstadt
50,0
33,6
JOC Maintal
49,2
36,5
JOC Fulda
41,5
1. Befragung
2. Befragung
29,0
JC Kassel
36,0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Der positiv formulierten Aussage, „die Beratungs- und Vermittlungsgespräche bieten
mir eine fachkundige Hilfestellung“ haben sich insgesamt nur 13 % aller antwortenden Job-Center-Kunden angeschlossen, neun Prozentpunkte weniger als in der ersten Befragung, gegenüber der alle Job-Center verlieren. Am deutlichsten ist der Verlust des JC Rodgau-Seligenstadt (minus 26 Prozentpunkte). Mit 28 % Zustimmung
48
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
der antwortenden Kunden des JC Kassel erreicht diese Einrichtung noch den besten Wert. Insgesamt betrachtet ist die geringe Zustimmung der Job-Center-Kunden
zu dieser Aussage vor dem Hintergrund der mit den Job-Centern verfolgten Zielsetzung enttäuschend.
Abbildung 27: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „bieten mir eine fachkundige Hilfestellung“ (in %)
40,3
JC Kassel
28,0
27,3
JOC Maintal
19,0
14,2
JOC Korbach
13,5
22,7
JC Bad Hersfeld
13,5
22,3
Job-Center
insgesamt
13,2
19,4
JC Eschwege
9,1
17,1
JOC Fulda
7,5
1. Befragung
2. Befragung
29,8
JC Rodgau-Seligenstadt
3,8
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Ob Job-Center-Kunden die Möglichkeit haben, sich aktiv zu beteiligen, sollte mit der
Aussage „Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche ermöglichen mir, eigene Lösungsvorschläge einzubringen“ erfragt werden. Die im Durchschnitt aller Job-Center
geringe Zustimmung von nur etwa 15 % - die beiden Befragungen liefern hier im
Durchschnitt kaum veränderte Ergebnisse - muss allerdings auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass nicht alle Kunden von dieser Option Gebrauch gemacht haben und daher die Frage nicht beantworten können. Gegebenenfalls hat
auch bereits der Berater den entsprechenden Vorschlag eingebracht oder die Sachlage erlaubte nur wenig Diskussionsspielraum. Das Ergebnis kann durchaus dahingehend einen Hinweis geben, inwieweit die Kunden den Eindruck hatten, es finde
eine individuelle Beratung statt, die insbesondere auch auf die persönlichen Problemlagen eingeht, und nicht nur schematisierte Lösungsmuster vorgibt.
49
Job-Center in Hessen
Abbildung 28 listet die Zustimmung der Job-Center-Kunden zu dieser Aussage auf.
Positiv weicht das JC Kassel vom Durchschnitt ab, verliert aber deutlich gegenüber
der ersten Befragung (minus 6 Prozentpunkte). Deutlich verbessert hat sich das
JOC Maintal (plus 7 Prozentpunkte), leicht das JC Eschwege. Während sich die übrigen Job-Center nur leicht verschlechtert haben, verliert das JC Bad Hersfeld, das
bei der ersten Befragung noch das zweitbeste Ergebnis erzielt hat,
15 Prozentpunkte und liegt damit am Ende der Liste.
Abbildung 28: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „ermöglichen mir, eigene Lösungsvorschläge
einzubringen“ (in %)
18,2
JOC Maintal
25,4
25,8
JC Kassel
20,0
14,3
JC Eschwege
16,4
16,4
Job-Center
insgesamt
14,3
14,2
JOC Korbach
13,5
14,3
JOC Fulda
11,3
10,6
JC Rodgau-Seligenstadt
7,7
19,1
JC Bad Hersfeld
1. Befragung
2. Befragung
3,8
0
5
10
15
20
25
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Weiterhin wurde die Frage gestellt, ob diese Gespräche aus der Sicht der Kunden
„eine reine Zeitverschwendung darstellen“. Der negativ formulierten Aussage stimmte jeder fünfte Kunde zu, bei der ersten Befragung nur 15 %. Nur die Job-Center in
Eschwege und Kassel, deren Kunden am wenigsten dieser Aussage zustimmten,
sowie das nun im Durchschnitt liegende JC Rodgau-Seligenstadt konnten sich etwas verbessern. Alle anderen Job-Center verschlechtern sich, vor allem das JOC
Maintal, das 15 Prozentpunkte verliert. Insgesamt zeigen sich erhebliche Abweichungen zwischen den einzelnen Einrichtungen.
50
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 29: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „stellen eine reine Zeitverschwendung dar“ (in %)
20,6
JOC Korbach
28,1
9,1
JOC Maintal
23,8
15,9
Job-Center
insgesamt
20,4
25,5
JC Rodgau-Seligenstadt
19,2
12,7
JC Bad Hersfeld
19,2
17,1
JOC Fulda
18,9
15,3
JC Eschwege
12,7
1. Befragung
2. Befragung
12,9
JC Kassel
8,0
0
5
10
15
20
25
30
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Mit der Aussage, die Beratungs- und Vermittlungsgespräche zeigten, „dass die Berater gut informiert sind“, sollte eine Einschätzung über die Qualifikation und Information der Berater durch die Job-Center-Kunden gegeben werden. Im Schnitt
stimmten bei der zweiten Befragung nur noch knapp 22 % der Aussage zu, wobei
auch hier wieder erhebliche Abweichungen zwischen den einzelnen Job-Centern
(vgl. Abbildung 30) festzustellen sind. Mit 48 % Zustimmung errang abermals das
JC Kassel den besten, das JOC Korbach mit knapp 16 % den schlechtesten Wert.
Dabei ergeben sich zwischen den beiden Befragungszeitpunkten bei den JobCentern nur wenige Abweichungen, lediglich die Einrichtungen in Bad Hersfeld und
Fulda verlieren deutlich.
51
Job-Center in Hessen
Abbildung 30: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „zeigen, dass die Berater gut informiert sind“
(in %)
46,8
JC Kassel
48,0
26,5
JC Eschwege
25,5
27,7
JC Rodgau-Seligenstadt
23,1
26,6
Job-Center
insgesamt
21,8
32,7
JC Bad Hersfeld
21,2
24,5
JOC Maintal
19,0
26,7
JOC Fulda
18,9
1. Befragung
2. Befragung
15,5
JOC Korbach
15,7
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Der Aussage „Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche finden in einer angenehmen Atmosphäre statt“ stimmte insgesamt ein Drittel aller antwortenden Job-CenterKunden zu. Dabei zeigt sich auch das schon beobachtete Muster. Die Zustimmung
reicht von rund 19 % für das JOC Korbach bis hin zu 52 % für das JC Kassel (vgl.
Abbildung 31). Dabei sind kaum größere Differenzen zwischen den beiden Befragungszeitpunkten auszumachen - in der Regel sind leichte Verbesserungen festzustellen - mit Ausnahme der beiden Job-Center in Eschwege und Bad Hersfeld. Während Eschwege sich deutlich um 24 Prozentpunkte verbessert, verschlechtert sich
Bad Hersfeld um 14 Prozentpunkte.
52
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 31: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „finden in einer angenehmen Atmosphäre statt“
(in %)
58,1
JC Kassel
52,0
19,4
JC Eschwege
43,6
37,3
JOC Maintal
41,3
30,1
Job-Center
insgesamt
32,5
34,3
JOC Fulda
28,3
21,3
JC Rodgau-Seligenstadt
26,9
18,7
JOC Korbach
25,8
1. Befragung
2. Befragung
32,7
JC Bad Hersfeld
19,2
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Eine insgesamt eher geringe Zustimmung (12,9 %) erhielt die Aussage, in den Beratungs- und Vermittlungsgesprächen würden verbindliche Vereinbarungen getroffen,
die von den Job-Centern eingehalten würden (vgl. Abbildung 32). Allerdings ist der
Anteil der Befragten, der dieser Aussage zustimmt, in der zweiten Befragung leicht
gestiegen. Während die Abweichungen zwischen den einzelnen Einrichtungen zum
Zeitpunkt der ersten Befragung vergleichsweise gering waren, streuen die Ergebnisse der zweiten Befragung insgesamt weiter. Vor allem das JOC Maintal und das
JC Rodgau-Seligenstadt steigern sich auf etwa 20 %. Auch das JOC Korbach verbessert sich. Das zunächst zu dieser Fragestellung deutlich führende JC Kassel verliert deutlich in der Bewertung, ebenso wie das JC Bad Hersfeld.
53
Job-Center in Hessen
Abbildung 32: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „führen zu verbindlichen Vereinbarungen, die vom
Job-Center eingehalten werden“ (in %)
11,8
JOC Maintal
22,2
12,8
JC Rodgau-Seligenstadt
19,2
6,5
JOC Korbach
13,5
9,9
Job-Center
insgesamt
12,9
16,1
JC Kassel
12,0
7,6
JOC Fulda
9,4
12,7
JC Bad Hersfeld
7,7
1. Befragung
2. Befragung
7,2
JC Eschwege
7,3
0
5
10
15
20
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Nur eine geringe Zustimmung geben die Job Center-Kunden der Aussage, die Beratungs- und Vermittlungsgespräche der Job-Center führten zu Ergebnissen, die sie
nicht verstehen können. Im Durchschnitt war etwa jeder fünfte Job-Center-Kunde
(19,3 %) dieser Ansicht. Im Vergleich zur ersten Befragung ergab sich hier im
Durchschnitt kaum eine Veränderung. Somit kann festgehalten werden, dass in den
meisten Fällen die getroffenen Maßnamen der Job-Center für ihre Kunden nachvollziehbar und damit auch akzeptierbar sind.
Das Spektrum der Zustimmung reicht vom JC Kassel, das sich deutlich auf 4 %
verbessern konnte (1. Befragung: 11,3 %) bis hin zum JC Eschwege (23,6 %, Verschlechterung um 8 Prozentpunkte), in dem rund jeder fünfte Kunde die Ergebnisse
der Beratungs- und Vermittlungsgespräche nicht versteht. Die anderen betrachteten
Job-Center haben sich nur wenig verändert (vgl. Abbildung 33).
54
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 33: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „führen zu Ergebnisse, die ich nicht verstehen
kann“ (in %)
15,3
JC Eschwege
23,6
21,0
JOC Fulda
22,6
21,3
JOC Korbach
22,5
18,2
Job-Center
insgesamt
19,3
16,4
JC Bad Hersfeld
19,2
20,9
JOC Maintal
17,5
14,9
JC Rodgau-Seligenstadt
11,5
1. Befragung
2. Befragung
11,3
JC Kassel
4,0
0
5
10
15
20
25
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Ebenfalls eine Ausprägung der individuellen Betreuung und Beratung ist die konkrete Berücksichtigung der persönlichen Situation. Danach befragt, ob in den Beratungs- und Vermittlungsgesprächen die persönliche Situation vernachlässigt werde,
antworteten 28 % aller Job-Center-Kunden, dass dies der Fall sei (vgl. Abbildung 34). Dies ist eine um 7 Prozentpunkte negativere Bewertung als noch bei der
ersten Befragung. Ursächlich hierfür kann neben der Enttäuschung, trotz des neuen
Betreuungsmodells noch immer ohne Arbeit zu sein, auch die zum Zeitpunkt der Befragung anhaltende öffentliche Diskussion der Zusammenlegung von Arbeitslosenund Sozialhilfe sein (Hartz IV).
Gegenüber der ersten Befragung haben sich alle Einrichtungen in der Bewertung
dieser Frage verschlechtert. Am häufigsten stimmten der Aussage Kunden des JOC
Eschwege zu (41,8 %), das sich erheblich (um fast 20 Prozentpunkte) verschlechtert hat. Die Job-Center Rodgau-Seligenstadt (15,4 %) und Kassel (12,0 %, erste
Befragung noch 8,1 %) liegen deutlich unter dem Schnitt.
55
Job-Center in Hessen
Abbildung 34: Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „vernachlässigen meine persönliche Situation“
(in %)
22,4
JC Eschwege
41,8
29,7
JOC Korbach
34,8
20,9
JOC Maintal
28,6
21,1
Job-Center
insgesamt
28,1
21,8
JC Bad Hersfeld
23,1
17,1
JOC Fulda
20,8
14,9
JC Rodgau-Seligenstadt
15,4
1. Befragung
2. Befragung
8,1
JC Kassel
12,0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Darstellung.
Als Zwischenfazit der Bewertung der Beratungs- und Vermittlungsgespräche kann
festgehalten werden, dass:
• die Kunden des JC Kassel ihr Job-Center mit Abstand am besten bewerten, wobei die positive Einschätzung auf die – im Vergleich zu den anderen JobCentern – noch immer sehr gute Betreuungsrelation mit einer hohen Kontaktdichte zurückgeführt werden kann,
• das JOC Korbach sich in einigen Punkten relativ deutlich verbessert hat und
nicht mehr wie noch zum Zeitpunkt der ersten Befragung die schlechteste Bewertung aufwies,
• vor allem die Einrichtungen in Eschwege und Bad Hersfeld gegenüber der ersten
Kundenbefragung deutlich schlechter in einzelnen Bereichen beurteilt wurden,
• sich die übrigen Job-Center in der Beurteilung durch die Kunden nur in Nuancen
unterscheiden und nicht extrem vom Durchschnitt abweichen.
56
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Eine der zentralen Erwartungen an ein Job-Center ist die Vermittlung eines Arbeitsplatzes. Der Bewertung eines Job-Centers im Hinblick auf die Zufriedenheit mit der
Arbeitsvermittlung, d.h. den konkreten Arbeitsangeboten, kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Etwas mehr als ein Drittel aller Job-Center-Kunden (35 %)
gab bei beiden Befragungen eine positive Einschätzung (sehr zufrieden oder eher
zufrieden) der Leistungen ihres Job-Centers bei der Arbeitsvermittlung ab. Die Leistungen der Job-Center werden von den Kunden in dieser wichtigen Frage höchst
unterschiedlich bewertet. Während im JC Kassel nahezu 80 % der Kunden - ein
Zuwachs um 30 Prozentpunkte zwischen den Befragungen - sehr zufrieden oder
eher zufrieden mit ihrem Job-Center waren, lag der Anteil der Kunden im JOC Korbach deutlich niedriger. Hier gaben drei von vier Kunden an, mit den konkreten Arbeitsangeboten eher unzufrieden oder gar sehr unzufrieden zu sein. Neben dem
starken Zuwachs des JC Kassel und der moderaten Verbesserung des JOC Korbach waren die Kunden mit den Einrichtungen in Rodgau-Seligenstadt, Eschwege
und Maintal weniger zufrieden als zur ersten Befragung. Insbesondere der starke
Anstieg der sehr unzufriedenen Kunden des JC Rodgau-Seligenstadt fällt dabei auf
(vgl. Tabelle 16).
Tabelle 16: Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers? Ich bin mit der
Arbeitsvermittlung, d.h. den konkreten Arbeitsplatzangeboten ... (Anteile in %)
sehr zufrieden
(1)
Job-Center
eher zufrieden
(2)
positiv
(1 + 2)
eher
unzufrieden
(3)
sehr
unzufrieden
(4)
negativ
(3 + 4)
1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr.
JC Bad Hersfeld
17,4
8,3
17,4
27,1
34,8
35,4
31,5
31,3
33,7
33,3
65,2
64,6
JC Eschwege
4,8
7,7
33,3
23,1
38,1
30,8
39,3
53,8
22,6
15,4
61,9
69,2
JOC Fulda
14,7
8,3
20,0
27,1
34,7
35,4
33,3
25,0
32,0
39,6
65,3
64,6
JOC Korbach
4,7
8,2
16,3
17,6
20,9
25,9
47,3
36,5
31,8
37,6
79,1
74,1
JC Kassel
13,2
20,8
35,8
58,3
49,1
79,2
30,2
8,3
20,8
12,5
50,9
20,8
JOC Maintal
10,3
8,6
29,9
25,9
40,2
34,5
31,0
36,2
28,7
29,3
59,8
65,5
JC Rodgau-Seligenstadt
15,0
15,4
27,5
15,4
42,5
30,8
32,5
23,1
25,0
46,2
57,5
69,2
10,5
9,7
24,3
25,2
34,8
34,9
36,4
33,7
28,8
31,4
65,2
65,1
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen.
Auf das individuelle Profil der Job-Center-Kunden abgestimmte Weiterbildungsoder Qualifizierungsmaßnahmen tragen dazu bei, die Integrationschancen der
Kunden in den Erwerbsprozess zu erhöhen. Knapp 40 % der Kunden erwarten von
ihrem Job-Center einen besseren Zugang zu Weiterbildungs- und Qualifizierungs57
Job-Center in Hessen
maßnahmen. Die Vermittlung solcher Angebote wird von den Kunden trotz einer
leichten Verbesserung in der zweiten Befragung überwiegend negativ beurteilt. Nur
ein sehr geringer Anteil der Kunden ist mit der Vermittlung von Weiterbildungs- und
Qualifizierungsangeboten sehr zufrieden (7,6 %) oder eher zufrieden (27,4 %). Gravierende Abweichungen im Beurteilungsmuster sind zwischen den hessischen JobCentern - bis auf geringe Ausnahmen - nicht zu erkennen (vgl. Tabelle 17). Gegenüber der ersten Befragung haben sich besonders die Job-Center in Eschwege und
Korbach in der Kundenbeurteilung verbessert. Schlusslicht bleibt das JC RodgauSeligenstadt, dessen Angebot an Weiterbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen
von nahezu 73 % der befragten Kunden negativ beurteilt wird.
Tabelle 17: Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers? Ich bin mit der Vermittlung
von Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten ... (Anteile in %)
sehr zufrieden
(1)
Job-Center
eher zufrieden
(2)
positiv
(1 + 2)
eher
unzufrieden
(3)
sehr
unzufrieden
(4)
negativ
(3 + 4)
1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr.
JC Bad Hersfeld
9,6
11,6
22,9
23,3
32,5
34,9
38,6
41,9
28,9
23,3
67,5
65,1
JC Eschwege
4,2
4,2
23,6
35,4
27,8
39,6
40,3
37,5
31,9
22,9
72,2
60,4
JOC Fulda
7,5
6,5
28,3
28,3
35,8
34,8
34,0
26,1
30,2
39,1
64,2
65,2
JOC Korbach
3,8
6,3
24,5
29,1
28,3
35,4
40,6
21,5
31,1
43,0
71,7
64,6
JC Kassel
9,3
14,3
27,9
19,0
37,2
33,3
30,2
47,6
32,6
19,0
62,8
66,7
JOC Maintal
6,8
10,9
28,4
23,6
35,1
34,5
40,5
29,1
24,3
36,4
64,9
65,5
JC Rodgau-Seligenstadt
3,3
0,0
23,3
27,3
26,7
27,3
40,0
36,4
33,3
36,4
73,3
72,7
6,3
7,6
25,4
27,4
31,7
35,0
38,4
31,5
29,9
33,4
68,3
65,0
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Eine Vielzahl der Kunden hat neben vermittlungshemmenden Merkmalen persönliche Probleme, z.B. Schulden, Wohnungsprobleme oder Drogensucht. So gaben
rund 10 % der Kunden an, dass ein Grund ihrer Erwerbslosigkeit auch in der Überschuldung liegt.26 Die Angebote zur Linderung oder gar Beseitigung dieser individuellen Problemlagen sollten deshalb von den Kunden beurteilt werden.
Auch zu diesem Aspekt bewerten im Durchschnitt rund ein Drittel aller Kunden die
Leistungen ihres Job-Centers positiv. Besonders gut werden nach der zweiten Befragung die Angebote in den Job-Centern Kassel und Fulda beurteilt. Weniger zu26 Vgl. Abbildung 23.
58
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
frieden sind dagegen die Kunden mit den konkreten Hilfsangeboten in Bad Hersfeld
und Korbach. Gegenüber der ersten Befragung hat sich vor allem in den Einrichtungen Fuldas und Eschweges die Einschätzung verbessert. Tabelle 18 zeigt die Veränderungen in der Bewertung der einzelnen Job-Center.
Tabelle 18: Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers? Ich bin mit den konkreten
Hilfsangeboten bei Schulden, Wohnungs- und Drogenproblemen, etc. ... (Anteile in %)
sehr zufrieden
(1)
Job-Center
eher zufrieden
(2)
positiv
(1 + 2)
eher
unzufrieden
(3)
sehr
unzufrieden
(4)
negativ
(3 + 4)
1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr.
JC Bad Hersfeld
7,5
5,7
20,8
22,9
28,3
28,6
30,2
34,3
41,5
37,1
71,7
71,4
JC Eschwege
10,4
2,9
20,8
37,1
31,3
40,0
37,5
40,0
31,3
20,0
68,8
60,0
JOC Fulda
13,5
3,3
16,2
40,0
29,7
43,3
37,8
20,0
32,4
36,7
70,3
56,7
JOC Korbach
6,3
3,4
20,3
25,9
26,6
29,3
29,7
22,4
43,8
48,3
73,4
70,7
JC Kassel
8,3
20,0
33,3
26,7
41,7
46,7
29,2
33,3
29,2
20,0
58,3
53,3
JOC Maintal
19,4
14,6
22,6
22,9
41,9
37,5
27,4
39,6
30,6
22,9
58,1
62,5
JC Rodgau-Seligenstadt
17,4
5,3
13,0
31,6
30,4
36,8
21,7
26,3
47,8
36,8
69,6
63,2
11,6
7,1
20,9
28,8
32,5
35,8
30,9
30,8
36,7
33,3
67,5
64,2
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Die Unterstützung bei der Stellensuche, wie Bewerbungstraining, PC-Kurse etc.
wurde von den Kunden in der zweiten Befragung deutlich schlechter als noch bei
der ersten Befragung beurteilt. Bei der Frage nach der Bewertung dieser Leistungen
antworteten nunmehr noch kapp 44 %, dass sie mit den Angeboten sehr zufrieden
oder eher zufrieden seien. Dies waren ein Jahr zuvor noch mehr als die Hälfte aller
Kunden gewesen (52 %) (vgl. Tabelle 19). Eine positive Bewertung erhielten besonders die Einrichtungen in Kassel (62 %) und in Maintal (56 %), deutlich unter dem
Durchschnitt sind die Werte für das JC Rodgau-Seligenstadt (34 %) und das JOC
Fulda (36 %). Die beiden letztgenannten fallen in der Beurteilung durch die Kunden
besonders stark um etwa 20 Prozentpunkte.
59
Job-Center in Hessen
Tabelle 19: Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers? Ich bin mit der
Unterstützung bei der Stellensuche (z.B. Bewerbungstraining, PC-Kurse, etc.) ... (Anteile in %)
sehr zufrieden
(1)
Job-Center
eher zufrieden
(2)
positiv
(1 + 2)
eher
unzufrieden
(3)
sehr
unzufrieden
(4)
negativ
(3 + 4)
1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr.
JC Bad Hersfeld
17,9
7,0
29,8
34,9
47,6
41,9
28,6
27,9
23,8
30,2
52,4
58,1
JC Eschwege
13,6
16,3
31,8
26,5
45,5
42,9
28,8
32,7
25,8
24,5
54,5
57,1
JOC Fulda
20,6
9,5
33,3
26,2
54,0
35,7
28,6
31,0
17,5
33,3
46,0
64,3
JOC Korbach
9,8
6,6
37,3
32,9
47,1
39,5
21,6
30,3
31,4
30,3
52,9
60,5
JC Kassel
24,4
19,0
31,7
42,9
56,1
61,9
22,0
14,3
22,0
23,8
43,9
38,1
JOC Maintal
22,1
17,9
39,5
37,5
61,6
55,4
19,8
28,6
18,6
16,1
38,4
44,6
JC Rodgau-Seligenstadt
24,2
8,3
33,3
25,0
57,6
33,3
15,2
50,0
27,3
16,7
42,4
66,7
17,7
11,6
34,3
32,2
52,0
43,7
24,0
30,5
24,0
25,7
48,0
56,3
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Ebenfalls schlechter werden in der zweiten Kundenbefragung die Informationen und
die Beratung zu Maßnahmen der Wiedereingliederung beurteilt. Der Anteil der positiven Beurteilungen überwiegt nur noch im JC Kassel (57 %), das sogar leicht zulegen konnte. Hielten sich bei der ersten Kundenbefragung bei den anderen Einrichtungen - mit Ausnahme des JOC Korbach - die positiven und negativen Beurteilungen annähernd die Waage (vgl. Tabelle 20), fallen bei der Befragung im Folgejahr
einige Job-Center deutlich ab. Besonders negativ werden Leistungen bei der Information und Beratung zu Maßnahmen der Wiedereingliederung neben Korbach auch
in Rodgau-Seligenstadt und in Bad Hersfeld beurteilt.
60
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 20: Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers? Ich bin mit der Information
und Beratung zu Maßnahmen der Wiedereingliederung ... (Anteile in %)
sehr zufrieden
(1)
Job-Center
eher zufrieden
(2)
positiv
(1 + 2)
eher
unzufrieden
(3)
sehr
unzufrieden
(4)
negativ
(3 + 4)
1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr.
JC Bad Hersfeld
13,2
7,5
32,9
30,0
46,1
37,5
27,6
30,0
26,3
32,5
53,9
62,5
JC Eschwege
9,0
11,1
40,3
33,3
49,3
44,4
32,8
37,8
17,9
17,8
50,7
55,6
JOC Fulda
18,9
15,4
32,1
28,2
50,9
43,6
32,1
30,8
17,0
25,6
49,1
56,4
JOC Korbach
7,6
9,0
27,6
25,6
35,2
34,6
34,3
38,5
30,5
26,9
64,8
65,4
JC Kassel
11,4
33,3
42,9
23,8
54,3
57,1
28,6
14,3
17,1
28,6
45,7
42,9
JOC Maintal
10,7
13,2
37,3
32,1
48,0
45,3
32,0
34,0
20,0
20,8
52,0
54,7
JC Rodgau-Seligenstadt
13,0
13,0
34,8
21,7
47,8
34,8
26,1
47,8
26,1
17,4
52,2
65,2
11,3
12,7
34,3
28,4
45,6
41,1
31,3
34,4
23,0
24,4
54,4
58,9
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Nicht für alle Job-Center-Kunden ist die Frage der Kinderbetreuung von Relevanz.27
Zu beachten ist jedoch, dass immerhin 9 % der Kunden bei der ersten Befragung
Probleme bei der Kinderbetreuung als ein Grund für die Erwerbslosigkeit angaben.28
Die Hilfestellung durch das Job-Center bei der Kinderbetreuung wurde von etwa der
Hälfte der Kunden positiv beurteilt (vgl. Tabelle 21). Sehr zufrieden waren lediglich
11 %. Damit ergibt sich im Zeitablauf eine leichte Verbesserung in dieser Frage.
Tabelle 21: Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers? Ich bin mit der Hilfestellung
bei der Kinderbetreuung ... (Anteile in %)
sehr zufrieden
(1)
eher zufrieden
(2)
positiv
(1 + 2)
eher
unzufrieden
(3)
sehr
unzufrieden
(4)
negativ
(3 + 4)
1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr. 1. Befr. 2. Befr.
insgesamt
11,0
10,8
31,9
39,5
42,9
50,3
24,8
24,6
32,3
25,1
57,1
49,7
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
27 Aus diesem Grund kann auch keine gesonderte Auswertung nach Job-Centern erfolgen, da die Anzahl der Antworten zu
dieser Frage in einzelnen Job-Centern zu gering ausfiel.
28 Vgl. Abbildung 23.
61
Job-Center in Hessen
Eine nach Geschlecht differenzierte Auswertung führt im Allgemeinen zu einer etwas günstigeren Beurteilung durch weibliche Job-Center-Kunden. Eine Ausnahme
bilden die Einschätzungen zu Hilfestellungen bei der Kinderbetreuung, die Frauen
kritischer sehen. Die Abweichungen sind jedoch zumeist nur gering und die Einschätzungen weisen stets in die gleiche Richtung wie die der männlichen Befragten.
Zum Zeitpunkt der ersten Befragung erhielt etwa die Hälfte der antwortenden Kunden (49,4 %) von ihrem Job-Center ein konkretes Arbeitsplatzangebot. Teilweise
wurden auch mehrere Stellen angeboten. Gefragt wurde auch, warum diese Offerten nicht zu einer dauerhaften Beschäftigung führten. Ein einheitliches Muster der in
den Antworten gegebenen Gründe ist dabei nicht erkennbar (vgl. Tabelle 22, Mehrfachnennungen bedingt durch antwortende Kunden mit mehr als einem Stellenangebot).
Tabelle 22: Gründe für die Erwerbslosigkeit trotz Arbeitsplatzangebot (Anteile in %)
Arbeitsplatz
Job-Center
war nicht
Qualifikation entsprach
Arbeitsangebot entsprach Arbeitsverhältnis Entlassung
nicht den Anforderungen nicht den Erwartungen des
war zeitlich
während der
eigene
Kündigung
mehr frei
des Arbeitgebers
Kunden
befristet
Probezeit
JC Bad Hersfeld
61,1
33,3
9,3
22,2
7,4
-
JC Eschwege
67,5
35,0
17,5
27,5
15,0
-
JOC Fulda
66,7
25,0
8,3
13,9
8,3
2,8
JOC Korbach
58,3
45,8
18,1
15,3
4,2
1,4
JC Kassel
60,9
41,3
15,2
4,3
2,2
2,2
JOC Maintal
61,0
47,5
13,6
11,9
3,4
-
JC Rodgau-Seligenstadt
63,6
42,4
15,2
15,2
6,1
-
62,1
39,7
14,1
15,6
6,2
0,9
insgesamt
Quelle: Job-Center erste Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Nahezu zwei Drittel der Kunden (bezogen auf die Zahl der Antworten zu dieser Fragen (471) gaben an, der ihnen angebotene Arbeitsplatz sei nicht mehr frei gewesen.
Diese hohe Anzahl darf nicht allein einer unzulänglichen Koordination von offenen
Stellen bei den Job-Centern zugeschrieben werden. Vielmehr kann dahinter auch
eine vorgeschobene Begründung des potenziellen Arbeitgebers für die Ablehnung
des Bewerbers aus anderen Gründen stehen. In vier von zehn Fällen entsprach die
Qualifikation des Bewerbers nicht den Anforderungen, auch hier können andere Ablehnungsgründe enthalten sein. 15,6 % der Personen, deren Vermittlung nicht in eine dauerhafte Beschäftigung mündete, gaben an, dass das Arbeitsverhältnis ohne-
62
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
hin zeitlich befristet war. Eine in etwa gleich hohe Anzahl von Kunden äußerte, dass
das Arbeitsplatzangebot nicht ihren Erwartungen entsprach. Entlassungen während
der Probezeit (6,2 %) oder eigene Kündigungen (0,9 %) waren eher selten Gründe
für das Scheitern eines konkreten Vermittlungsvorschlags.
In der zweiten Befragung wurde nach den Maßnahmen gefragt, mit denen das JobCenter seine Kunden unterstützt hat. Am häufigsten nahmen die Befragten an einem Bewerbungstraining teil (38 %). Weitere Maßnahmen folgen mit deutlichem
Abstand, wie Abbildung 35 zeigt.
Abbildung 35: Erfolgte Maßnahmen der Job-Center (Angaben jeweils in %)
Bewerbungstraining
37,5
sonst.
Maßnahme
19,0
gemeinnützige
Tätigkeit
13,8
Deutsch-/
Alphabetisierungskurs
11,3
Praktikum
10,5
Berufsorientierungskurs
7,4
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Quelle: Job-Center zweite Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Allerdings weichen die „verordneten“ Maßnahmen zwischen den einzelnen betrachteten Einrichtungen deutlich voneinander ab. Während im JC Rodgau-Seligenstadt
jeder zweite Kunde ein Bewerbungstraining absolviert, ist es im JC Kassel nur jeder
vierte. Ähnlich reicht die Spanne bei den Deutsch- bzw. Alphabetisierungskursen
von 19 % im JC Fulda bis 4 % im JC Kassel. Deutliche Abstände sind auch bei der
63
Job-Center in Hessen
Vermittlung in gemeinnützige Arbeit festzustellen (vgl. nachstehende Abbildungen).29
Diese deutlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Job-Centern sind Ausdruck
der heterogenen Klientel der einzelnen Job-Center, die bereits weiter oben thematisiert wurde.
Abbildung 36: Maßnahme „Bewerbungstraining“ nach Job-Center (Angaben jeweils in %)
JC RodgauSeligenstadt
50,0
JOC Korbach
44,9
41,8
JC Eschwege
Job-Center
insgesamt
37,5
JC Bad Hersfeld
34,6
JOC Fulda
34,0
JOC Maintal
28,6
JC Kassel
24,0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
Quelle: Job-Center zweite Kundenbefragung, eigene Darstellung.
29 Auf ähnliche Darstellungen für weitere Maßnahmen wird aufgrund der geringeren Zahl von Nennungen an dieser Stelle
verzichtet.
64
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 37: Maßnahme „Deutsch- bzw. Alphabetisierungskurs“ nach Job-Center (Angaben jeweils in %)
JOC Fulda
18,9
JC Bad Hersfeld
15,4
13,5
JOC Korbach
Job-Center
insgesamt
11,3
JC RodgauSeligenstadt
7,7
JC Eschwege
7,3
JOC Maintal
6,3
JC Kassel
4,0
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
Quelle: Job-Center zweite Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Abbildung 38: Maßnahme „gemeinnützige Tätigkeit“ nach Job-Center (Angaben jeweils in %)
JC Eschwege
34,5
JOC Fulda
20,8
Job-Center
insgesamt
13,8
JC Bad Hersfeld
9,6
JC Kassel
8,0
JOC Maintal
7,9
JOC Korbach
7,9
JC RodgauSeligenstadt
3,8
0
5
10
15
20
25
30
35
Quelle: Job-Center zweite Kundenbefragung, eigene Darstellung.
65
Job-Center in Hessen
5
Jugendagentur Offenbach
Die Jugendagentur Offenbach ist eines der im Rahmen von HARA (Hessisches Aktionsprogramm Regionale Arbeitsmarktpolitik) geförderten Job-Center. Gemeinsames Merkmal dieser Einrichtungen ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen
dem Träger der Sozialhilfe und der lokalen Arbeitsverwaltung, um die Kunden in den
Arbeitsmarkt zu integrieren und die Servicequalität zu verbessern. In den Endbericht
zur Evaluierung der hessischen Job-Center wurde diese Einrichtung getrennt aufgenommen, da die von der Jugendagentur Offenbach betreute Zielgruppe in wesentlichen Merkmalen markant von der Kundenstruktur der übrigen hessischen JobCenter abweicht.
Der Aufbau dieses Kapitels ist mit dem vorliegenden Endbericht über die Evaluierung der hessischen Job-Center vergleichbar. Auf die methodischen Einzelheiten
wird deshalb hier nicht noch einmal gesondert eingegangen. Im Folgenden sind die
Ergebnisse des Kundenmonitorings und der beiden Kundenfragungen dargestellt
und dort wo es angebracht ist, wird auf die Besonderheiten der Jugendagentur Offenbach im Vergleich zu den anderen hessischen Job-Centern eingegangen.
5.1
Auswertung des Kundenmonitoring
In der Jugendagentur Offenbach ist im Beobachtungszeitraum von April 2003 bis
zum Dezember 2004 nahezu eine Verdoppelung der Kundenanzahl zu verzeichnen.
Im April 2003 wurden rund 500 Kunden betreut, im Dezember 2003 waren es bereits rund 900 Kunden. Diese Entwicklung wurde hauptsächlich durch eine starke
Zunahme solcher Jugendlicher bestimmt, die keine Leistungsbezieher im JobCenter sind, ihre Anzahl stieg von 63 im April 2003 auf rund 550 im Dezember 2004.
Die Anzahl der Sozialhilfeempfänger schwankte in dieser Einrichtung während des
Projektzeitraums von 350 bis hin zu 480 Kunden. In der Einrichtung wurden nur verhältnismäßig wenige Arbeitslosenhilfebezieher betreut. Die Anzahl der betreuten
Doppelbezieher ist in der Gesamtbetrachtung vernachlässigbar. Abbildung 39 zeigt
die Entwicklung der Kundenanzahl untergliedert nach dem Status der Kunden auf
(Index April 2003 = 100).
Was die Verteilung der Kunden nach Status anbelangt, so waren im Durchschnitt
etwas mehr als 50 % der Kunden Sozialhilfeempfänger, rund 9 % Arbeitslosenhilfebezieher und 40 % der Kunden Jugendliche ohne Leistungsbezug. Schon an dieser
Stelle wird klar, dass sich die Jugendagentur Offenbach in Bezug auf die Kundenstruktur deutlich von den anderen hessischen Job-Centern unterscheidet, in denen
diese Personengruppe nicht betreut wird.30
30 Eine Ausnahme bildet das JOC Main-Taunus, in dem ebenfalls Jugendliche betreut werden.
66
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 39: Entwicklung der Kundenanzahl (indexiert) in der Jugendagentur Offenbach
1000
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
Apr Mai Jun
03 03 03
Jul
03
Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun
03 03 03 03 03 04 04 04 04 04 04
Sozialhilfebezieher
Arbeitslosenhilfebezieher
Jul
04
Aug Sep Okt Nov Dez
04 04 04 04 04
Jugendliche
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Darstellung.
Die starke Zunahme der Kundenanzahl hat auch dazu geführt, dass die Betreuungsrelation anstieg. So entfielen zu Beginn des Projekts rund 90 Kunden auf einen Mitarbeiter. Im Durchschnitt über den gesamten Zeitraum von April 2003 bis Dezember
2004 waren es letztlich 149 Kunden pro Mitarbeiter. Damit lag die Betreuungsrelation jedoch nicht wesentlich über dem Durchschnitt der hessischen Job-Center. Allerdings fallen die Kundenbewegungen (Summe aller Zu- und Abgänge) pro Mitarbeiter in der Jugendagentur Offenbach sehr hoch aus. So waren im Durchschnitt rund
47 Kundenbewegungen pro Mitarbeiter und Monat festzustellen. Hierbei ist jedoch
zu berücksichtigen, dass die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter nur eingeschränkt vergleichbar ist, da in der Jugendagentur Offenbach eine Vielzahl von Kunden keine
Leistungsbezieher sind und eine aufwändige Leistungsgewährung somit entfällt.
Die Fokussierung auf die Zielgruppe von Personen unter 25 Jahre ohne abgeschlossene berufliche Ausbildung wird im Kundenprofil klar. Im Beobachtungszeitraum verfügten im Durchschnitt 98 bis 100 % der Kunden über keine abgeschlossene berufliche Ausbildung. Der Anteil der Personen unter 25 Jahre liegt - dem Namen
der Einrichtung entsprechend - bei konstant über 95 %. Die überwiegende Mehrzahl
der Kunden ist männlich (60 %), das Verhältnis zwischen den weiblichen und männ-
67
Job-Center in Hessen
lichen Kunden der Jugendagentur blieb während der Projektlaufzeit annähernd konstant.
Insgesamt haben im gesamten Zeitraum von April 2003 bis Dezember 2004
2.655 Kunden die Jugendagentur wieder verlassen. Rund 30 % der Abgänge sind
auf eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt zurückzuführen, ohne dass hierfür
Instrumente wie Lohnkostenzuschüsse (nur 0,5 %) eingesetzt wurden. Bei mehr als
einem Viertel der Kunden ist der Verbleib unbekannt. Ein ebenfalls sehr hoher Anteil
der Kunden ist als Abgänge klassifiziert worden (19 %), da sie aus sonstigen Gründen (Wehr-/ Zivildienst, Heirat, etc.) nicht weiter Leistungen der Arbeits- oder Sozialhilfe beziehen.
Obwohl fast alle Kunden keine berufliche Ausbildung haben, ist der Anteil der Abgänge in eine Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahme nicht sehr hoch ausgeprägt. Im Durchschnitt der hessischen Job-Center waren rund 7 % der Abgänge
in eine solche Maßnahme eingemündet, in der Jugendagentur Offenbach sind es
dagegen über den gesamten Zeitraum rund 8 %. Darüber hinaus fielen rund 8 % der
Kunden wegen gesundheitlicher, familiärer oder persönlicher Gründe aus der
Betreuung. In eine Arbeitsförderungsmaßnahme bzw. Maßnahme der Hilfe zur Arbeit gingen 6 % der Kunden ab, eine selbständige Erwerbstätigkeit nahmen dagegen nur rund 1 % der Kunden auf (vgl. Tabelle 23).
Tabelle 23: Verbleib der Kunden der Jugendagentur Offenbach
Abgang
insgesamt
in %
in selbständige Erwerbstätigkeit
38
1,4
in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt, davon:
805
30,3
- ohne Zuschüsse
789
29,7
- mit Lohnkostenzuschuss an den Arbeitgeber
13
0,5
- mit Zuschüssen an den Arbeitnehmer (z.B. Kombilohn)
3
0,1
- mit Zuschüssen an den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber
0
0,0
in eine Arbeitsförderungsmaßnahme bzw. Maßnahme der Hilfe zur Arbeit
166
6,3
in Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen
208
7,8
1
0,0
aus gesundheitlichen, familiären oder persönlichen Gründen nicht arbeits- oder
erwerbsfähig bzw. verfügbar
215
8,1
kein weiterer Bezug von Sozial- bzw. Arbeitslosenhilfe aus sonstigen Gründen, wie z.B.
Wehr-/ Zivildienst, Rente, Heirat o.ä.
512
19,3
Verbleib unbekannt
695
26,2
2.665
100,0
Zurückverweisung an das Sachgebiet Hilfe zur Arbeit
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
68
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
5.2
Ergebnisse der Kundenbefragungen
5.2.1
Persönliche Situation und Erwerbslosigkeit
Insgesamt wurden von der Jugendagentur im Rahmen der Erstbefragung 530 Fragebögen an ihre Kunden versandt. 73 Fragebögen sind an die Hessen Agentur ausgefüllt zurückgeschickt worden, dies entspricht einer Rücklaufquote von rund 14 %.
Die Antwortbereitschaft fiel in der Jugendagentur Offenbach damit sehr gering aus.
Im Durchschnitt der hessischen Job-Center lag die Rücklaufquote bei rund 27 %.
Die teilnehmenden Kunden unterscheiden sich bei Betrachtung der einzelnen Strukturmerkmale nur gering voneinander, wie Tabelle 24 zeigt.
Bei der Zweitbefragung nahmen nur noch 34 Kunden teil. Zwar fiel die Antwortbereitschaft bei der Zeitbefragung der Job-Center-Kunden generell niedriger aus, mit
einer Rücklaufquote von rund 6,5 % sind die Ergebnisse der Zweitbefragung jedoch
nur eingeschränkt repräsentativ und geben eher ein temporäres Stimmungsbild und
die Einschätzung der Jugendlichen wieder, auch wenn die Merkmale der antwortenden Kunden nicht wesentlich von den Merkmalen der Grundgesamtheit abweichen.
Tabelle 24: Repräsentativität der Befragung
Merkmal
Geschlecht
männlich
Status
Jugendliche
weiblich
Arbeitslosenhilfebezieher
Doppelbezieher
Sozialhilfeempfänger
Altersgruppe
unter 25 Jahre
25 bis 50 Jahre
antwortende Kunden (in %)
befragte Kunden
(in %)
1. Befragung
2. Befragung
59,7
40,3
25,2
9,8
5,7
59,3
89,3
10,7
56,2
43,8
23,3
6,8
2,7
67,1
86,3
13,7
58,8
41,2
26,5
11,8
5,9
55,9
100
0,0
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Die Auswertung der Erstbefragung ergab weitere Einblicke in die Kundenstruktur
der Jugendagentur. Ein relativ geringer Anteil der Kunden ist allein erziehend
(11 %), der Anteil der allein Erziehenden in den hessischen Job-Centern lag dagegen doppelt so hoch. Rund 60 % der Kunden sind Deutsche, gefolgt von 29 % nicht
deutscher Herkunft und 11 % Aussiedlern. Knapp 10 % der Kunden gaben an, eine
vorhandene Behinderung bzw. gesundheitliche Beeinträchtigung erschwere die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Hier lag der Vergleichswert aller Job-Center-Kunden
69
Job-Center in Hessen
mit 24 % wesentlich höher. Rund ein Drittel der Kunden hat keine anerkannte schulische Ausbildung, die Mehrzahl der Kunden verfügt über einen Hauptschulabschluss (36 %), gefolgt vom Abschluss der Mittleren Reife (25 %), der Fachhochschulreife (3 %) sowie dem Abitur (4 %).
Auch hinsichtlich der Dauer der Erwerbslosigkeit unterscheiden sich die Kunden der
Jugendagentur deutlich vom Durchschnitt aller hessischen Job-Center-Kunden. So
ist die überwiegende Mehrheit der Kunden (58 %) kürzer als ein Jahr ohne eine Erwerbstätigkeit. Bei den hessischen Job-Centern lag der Durchschnitt bei 24 %.
Dementsprechend beträgt der Anteil der Langzeitarbeitslosen in der Jugendagentur
rund 42 %, nur ein äußerst geringer Anteil der Kunden (4,5 %) ist schon länger als
5 Jahre ohne eine Beschäftigung, was allerdings aufgrund des geringen Alters der
Kunden als Besorgnis erregend bewertet werden kann.
Bei den Kunden der Jugendagentur sind die Gründe für die Erwerbslosigkeit wegen
des Alters anders ausgeprägt. Obwohl fast alle Kunden keine anerkannte berufliche
Ausbildung haben, sahen nur 72 % der Kunden dies auch als einen Grund für ihre
Erwerbslosigkeit an. An zweiter Stelle stehen fehlende Arbeitsplatzangebote, gefolgt
von einer eingeschränkten Mobilität (kein Führerschein) sowie keiner Berufserfahrung. Die weiteren Gründe sind aus der Sicht der Kunden von untergeordneter Bedeutung (vgl. Abbildung 40).
70
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 40: Gründe der Erwerbslosigkeit aus der Sicht der Job-Center-Kunden
(Mehrfachantworten möglich, in %)
keine anerkannte
Berufsausbildung
72,6
fehlende
Arbeitsplatzangebote
53,4
46,6
kein Führerschein
34,2
keine Berufserfahrung
keine ausreichenden
Sprachkenntnisse
16,4
schlechte Erreichbarkeit
des Arbeitsplatzes mit
dem ÖPNV
15,1
12,3
eigenes Alter
keine
Teilzeitangebote
11,0
8,2
Überschuldung
Vorstrafen
6,8
fehlende
Kinderbetreuung
6,8
gesundheitliche
Beeinträchtigungen
6,8
lange
Familienphasen
4,1
pflegebedürftige
Haushaltsangehörige
1,4
0
20
40
60
80
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Befragt nach ihrer persönlichen Situation ergibt die Erstbefragung folgendes Bild:
Die Mehrzahl der Kunden ist mit der persönlichen Situation eher unzufrieden (rund
49 %) oder gar sehr unzufrieden (23,5 %), die negative Bewertung dominiert klar.
Allerdings hat sich diese Einschätzung im Rahmen der Zweibefragung deutlich ver-
71
Job-Center in Hessen
bessert. Ein wesentlich höherer Anteil der Kunden schätzt die persönliche Situation
positiver ein.
Im Rahmen der Erstbefragung wurde die finanzielle Situation sehr negativ eingeschätzt. Hier war die Hälfte aller Kunden sehr unzufrieden und rund 40 % der Jugendlichen waren eher unzufrieden. Auch hier hat sich im Rahmen der Zweitbefragung der Anteil der Personen, die zufriedener waren, deutlich erhöht. Im Gegensatz
zu allen Job-Center-Kunden sind die Kunden der Jugendagentur wesentlich zufriedener mit ihrer familiären sowie gesundheitlichen Situation. Zwischen den Ergebnissen der Erst- und Zweibefragung sind bei der Einschätzung der Wohnsituation markante Unterschiede auszumachen, die aufgrund der kleinen Fallzahl jedoch nicht
näher analysiert werden können (vgl. Tabelle 25).
Tabelle 25: Persönliche Situation der Kunden (Angaben jeweils in %)
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
1. Befr.
2. Befr.
1. Befr.
2. Befr.
1. Befr.
2. Befr.
1. Befr.
2. Befr.
Situation insgesamt
1,5
6,1
26,5
39,4
48,5
33,3
23,5
21,2
finanziellen Situation
2,9
5,9
8,7
14,7
39,1
29,4
49,3
50,0
familiäeren Situation
47,5
40,6
36,1
37,5
4,9
12,5
11,5
9,4
Wohnsituation
25,8
40,6
28,8
25,0
22,7
25,0
22,7
9,4
gesundheitlichen Situation
45,5
42,4
39,4
33,3
9,1
18,2
6,1
6,1
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
5.2.2
Erwartungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit der Jugendagentur
Offenbach
An erster Stelle bei den Erwartungen an ein Job-Center steht die Vermittlung eines
Arbeitsplatzes. Darüber hinaus wünscht sich mehr als die Hälfte aller Kunden
(53 %) eine Verbesserung der Beratung und der Angebote bei individuellen Notlagen, die Erwartungen liegen hier deutlich höher als bei den Kunden der übrigen
hessischen Job-Center (35 %). Durch die Einrichtung eines Job-Centers erhoffen
sich rund 45 % der Kunden einen besseren Zugang zu Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, weniger Behördengänge (40 %) sowie mehr individuelle
Betreuung. Kundenfreundlichere Öffnungszeiten sind dagegen für die Kunden der
Jugendagentur von untergeordneter Bedeutung (vgl. Abbildung 41).
72
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildung 41: Erwartungen an die Jugendagentur aus Kundensicht (Angaben jeweils in %)
Vermittlung eines
Arbeitsplatzes
69,9
eine Verbesserung
der Beratung und der Angebote
bei individuellen Notlagen
53,4
einen besseren
Zugang zu Qualifizierungsund Weiterbildungsmaßnahmen
45,2
weniger Behördengänge
39,7
mehr individuelle
Betreuung
35,6
kundenfreundlichere
Öffnungszeiten
16,4
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Darstellung.
Bei der Anzahl der Kundenkontakte unterscheidet sich die Jugendagentur Offenbach kaum vom Durchschnitt der übrigen Job-Center. Knapp die Hälfte der Kunden
(48 %) hatte von Januar 2003 bis zum Befragungszeitpunkt im August 2003 1 bis 2
Gespräche in dieser Einrichtung, weitere 43 % gaben an, zwischen 3 und 5 Gespräche in der Jugendagentur geführt zu haben. Durch die Zweitbefragung wurde deutlich, dass die Kontaktdichte zugenommen hat. Auch hier hatten 43 % der Jugendlichen 3 und 5 Gespräche, 10 % der Jugendlichen gaben an, zwischen 6 und 10 Gespräche in der Jugendagentur geführt zu haben. Rund jeder sechste Kunde war
während eines Jahres öfter als 10-mal zu Gesprächen in der Jugendagentur.
Aus der Sicht der Kunden wurden die Vermittlungs- und Beratungsgespräche im
Vergleich zu den anderen hessischen Job-Centern im Rahmen der Erstbefragung
unterschiedlich beurteilt. Positiv zu bewerten ist, dass sich wesentlich mehr Kunden
73
Job-Center in Hessen
durch die Gespräche motiviert fühlen. Auch betonen die Kunden, dass ihnen ermöglicht wird, eigene Lösungsvorschläge einzubringen. Zudem liegt der Anteil der Kunden, der die Gespräche als reine Zeitverschwendung einstuft, niedriger als der
Durchschnitt der Kunden der anderen Job-Center.
Die Gegenüberstellung mit den Ergebnissen der Zweitbefragung zeigt jedoch, dass
die Beurteilung der Beratungs- und Vermittlungsgespräche durch die jugendlichen
Kunden wesentlich ungünstiger ausfällt (vgl. Tabelle 26). Wie bei den anderen hessischen Job-Centern schnitt die Jugendagentur im Rahmen der Zweibefragung bei
fast allen abgefragten Sachverhalten schlechter ab. Zum Teil sind die Abweichungen zwischen den Ergebnissen der Erst- und der Zweitbefragung nur sehr gering,
allerdings ist die Zustimmung zu einzelnen Aussagen, wie der hohe Anteil der Kunden, welche die Beratungs- und Vermittlungsgespräche als wenig hilfreich einstufen,
bedenklich.
Tabelle 26: Beurteilung der Beratungs- und Vermittlungsgespräche
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche
1. Befragung
2. Befragung
... motivieren mich und zeigen mir eine Perspektive auf
39,7
29,4
... sind wenig hilfreich
38,4
52,9
... bieten mir eine fachkundige Hilfestellung
26,0
17,6
... ermöglichen mir, eigene Lösungsvorschläge einzubringen
24,7
23,5
... stellen eine reine Zeitverschwendung dar
12,3
26,5
... zeigen, dass die Berater gut informiert sind
21,9
23,5
... finden in einer angenehmen Atmosphäre statt
30,1
26,5
12,3
11,8
... führen zu Ergebnissen, die ich nicht verstehen kann
20,5
32,4
... vernachlässigen meine persönliche Situation
31,5
44,1
... führen zu verbindlichen Vereinbarungen, die vom Job-Center
eingehalten werden
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Knapp ein Drittel der Kunden gab sowohl in der Erst- als auch in der Zweitbefragung
eine positive Einschätzung (sehr zufrieden und eher zufrieden) über die Leistungen
ihrer Jugendagentur bei der Arbeitsvermittlung ab. Die Zufriedenheit mit der Vermittlung von Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten sowie Hilfsangeboten z.B.
bei Schulden schwankt zwischen der Erst- und Zweitbefragung erheblich (vgl. Tabelle 27). Die Zufriedenheit der Kunden überwiegt bei der Unterstützung durch die
74
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Jugendagentur bei der Stellensuche. Maßnahmen wie die Hilfestellung bei der Kinderbetreuung wurden von den Kunden eher negativ beurteilt.
Tabelle 27: Zufriedenheit mit den Beratungs- und Vermittlungsgesprächen (Angaben jeweils in %)
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
1. Befr. 2. Befr.
1. Befr.
2. Befr.
1. Befr.
2. Befr.
1. Befr.
2. Befr.
14,8
12,5
21,3
21,9
42,6
18,8
21,3
46,9
und Qualifizierungsangeboten
15,1
16,7
30,2
20,0
41,5
23,3
13,2
40,2
Zufriedenheit mit Hilfsangeboten
11,4
16,7
34,1
16,7
27,3
37,5
27,3
29,2
31,5
25,8
24,1
25,8
25,9
29,0
18,5
19,4
14,3
13,8
38,8
34,5
32,7
20,7
14,3
31,0
16,7
10,5
25,0
26,3
37,5
26,3
20,8
36,8
Zufriedenheit mit der Arbeitsvermittlung
Zufriedenheit mit der Vermittlung von Weiterbildungs-
Zufriedenheit mit der Unterstützung bei der
Stellensuche
Zufriedenheit mit der Information und Beratung zu
Maßnahmen der Wiedereingliederung
Zufriedenheit mit der Hilfestellung bei der
Kinderbetreuung
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Im Rahmen der Zweitbefragung zielte ein Fragenkomplex darauf ab zu erfahren, mit
welchen Maßnahmen die Kunden während ihrer Betreuung durch die Jugendagentur unterstützt wurden. Die Auswertung ergab, dass rund 60 % der Kunden an einem Bewerbungstraining teilgenommen habe. Alle (!) Kunden gaben bei der Zweitbefragung an, dass sie während ihrer Betreuung durch diese Institution an einem
Deutsch- bzw. Alphabetisierungskurs teilgenommen haben, und dies obwohl sich
60 % der Kunden als Deutsche einstuften. Die anderen Maßnahmen, wie Vermittlung eines Praktikums oder einer gemeinnützigen Tätigkeit spielten bei den jugendlichen Kunden dieser Einrichtung nur eine untergeordnete Rolle (vgl. Tabelle 28).
75
Job-Center in Hessen
Tabelle 28: Unterstützung der Job-Center-Kunden
Maßnahme
Anteil der Kunden in %
... ich habe an einem Bewerbungstraining teilgenommen
58,8
... ich habe an einem Deutschkurs/ Alphabetisierungskurs teilgenommen
100,0
... ich habe an einem Berufsorientierungskurs teilgenommen
5,9
... mir wurde ein Praktikum vermittelt
14,7
... mir wurde eine gemeinnützighe Tätigkeit vermittelt
11,8
... ich habe an einer sonstigen Maßnahme teilgenommen
17,6
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
Im Rahmen der Zweitbefragung wurden dieselben Kunden danach befragt, wie ihre
aktuelle (August 2004) Beschäftigungssituation aussieht. Erfreulich war dabei festzustellen, dass rund ein Drittel aller Kunden einen festen Arbeitsplatz gefunden hatten (vgl. Tabelle 29). Die Mehrzahl konnte einen Vollzeitarbeitsplatz vorweisen, andere hatte nur eine Teilzeitstelle bzw. arbeiteten auf Basis eines so genannten MiniJobs. Ein weiteres Drittel war immer noch ohne Arbeit und rund 20 % befanden sich
gerade in einer sonstigen Maßnahme, damit sind beispielsweise Umschulungsmaßnahmen oder eine duale Ausbildung gemeint.
Tabelle 29: Beschäftigungssituation der Kunden
Maßnahme
absolut
in %
11
32,4
- Vollzeit (mind. 30 Stunden pro Woche)
5
14,7
- Teilzeit (15 – 30 Stunden pro Woche)
4
11,8
- MiniJob (400 € Basis)
2
5,9
... ich bin immer noch ohne Arbeit
11
32,4
... ich bin wieder ohne Arbeit
1
2,9
... ich mache ab und zu Aushilfstätigkeiten
1
2,9
... ich mache zur Zeit ein Praktikum
1
2,9
... ich gehe einer gemeinnützigen Tätigkeit nach
2
5,9
... ich nehme gerade an einer sonstigen Maßnahme teil
7
20,6
... ich habe eine feste Arbeit, und zwar:
Quelle: Job-Center Kundenbefragung, eigene Berechnungen.
76
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
5.3
Fazit Jugendagentur Offenbach
Die Jugendagentur Offenbach ist eine spezifische Einrichtung für jugendliche Kunden, unabhängig davon, ob sie im Leistungsbezug der Sozialhilfe stehen. Gemeinsames Merkmal der jungen Klientel ist, dass sie über keinen schulischen oder beruflichen Abschluss verfügt und somit vor großen Problemen beim Einstieg in das Berufsleben steht.
Im Vergleich zu den anderen Job-Center-Einrichtungen hat die Jugendagentur eine
komplett andere Kundenstruktur. Dennoch sind die Probleme, vor denen die Kunden stehen, zum Teil vergleichbar. So stehen einer (Wieder-)Eingliederung in den
Erwerbsprozess vielfältige Gründe entgegen. Was die Einschätzungen über die Beratungs- und Hilfsangebote anbelangt, so ist ein Vergleich mit anderen Einrichtungen nicht vertretbar. Aufgrund der insgesamt geringen Fallzahl bei beiden Kundenbefragungen und mangelnder Referenzwerte ist im Rahmen der Evaluierung kein
abschließendes Urteil über den Erfolg und die Nachhaltigkeit der Integrations- und
Hilfsangebote dieser Einrichtung möglich.
In der Gesamtbetrachtung und unter Würdigung der im Jahre 2004 sehr angespannten Arbeits- und insbesondere Ausbildungsmarktsituation31 stellt jedoch die nachhaltige Vermittlung von rund einem Drittel der jugendlichen Kunden einen Erfolg dar.
Darüber hinaus ist zu erwarten, dass sich die „Dividende“ einer solchen spezifischen
Einrichtung, d.h. die Vermeidung von struktureller Arbeitslosigkeit gerade zu Beginn
der Erwerbsphase, erst sehr langfristig, aber dafür umso nachhaltiger auf den regionalen Arbeitsmarkt auswirken wird.
31 Vgl. Kisseler; Rohde (2005).
77
Job-Center in Hessen
6
Ergebnisse der Expertengespräche
Mit allen beteiligten Job-Centern wurden vor Ort Expertengespräche durchgeführt.
Ziel war es, mehr über die jeweiligen Besonderheiten der institutionellen Verankerung und Ausrichtung der einzelnen Job-Center zu erfahren. Darüber hinaus wurde
den Akteuren die Gelegenheit gegeben, die spezifischen Besonderheiten der einzelnen Einrichtungen zu erläutern. Auch galt es, (Anfangs-)Probleme und erfolgreiche Lösungen in der oftmals nicht konfliktfreien Zusammenarbeit zwischen den
Partnern aus der Kommunen und der Arbeitsverwaltung vor Ort zu besprechen.
Auf Basis eines strukturierten Leitfadens wurden die rund zweistündigen Gespräche
durchgeführt und protokolliert. Im Folgenden sind die zentralen Elemente dieser
Gespräche wiedergegeben. Hierbei wird - wegen der Vielzahl von subjektiven Einflussfaktoren - auf eine gesonderte Untergliederung der Ergebnisse nach einzelnen
Job-Centern verzichtet und vielmehr auf die Übertragbarkeit der Ergebnisse geachtet.
6.1
Organisation und Zusammenarbeit
Bei der Zusammenarbeit zwischen den Partnern vor Ort hat sich herausgestellt,
dass diejenigen Job-Center geringere Anlaufschwierigkeiten hatten, die bereits vorher - in institutionell unterschiedlich ausgestalteter Form - zusammengearbeitet hatten. Obwohl es sich bei der Kooperation vor dem Modellversuch oftmals nur um eine lockere Zusammenarbeit ohne intensiven direkten Kontakt handelte, haben geringere Berührungsängste, die Bekanntheit der agierenden Personen und das bereits aufgebaute Vertrauen die Probleme zu Beginn des Modellversuchs reduzieren
können. Die formale Basis für die Zusammenarbeit ist in den meisten Fällen ein Kooperationsvertrag. Mehrfach wurde bemängelt, dass es sehr lange gedauert hat, bis
es zu einem tragfähigen Kompromiss bei der Zusammenarbeit kam. Darüber hinaus
waren die vertraglichen Grundlagen im Regelfall nicht geeignet, als Handlungsleitfaden für die konkrete Zusammenarbeit zu fungieren, insbesondere bei Problemen.
Mit wenigen Ausnahmen wurden zur Steuerung der operativen Ebene der JobCenter so genannte Lenkungs- oder Steuerungsgruppen als übergeordnete Lenkungsgremien eingerichtet, in denen grundlegende Fragen der Zusammenarbeit erörtert und abgestimmt wurden. Nach Aussage der Gesprächspartner nahm die Bedeutung dieser Gremien im Zeitverlauf kontinuierlich ab. In einigen Fällen wurden
sie um die Mitarbeiter der Job-Center erweitert, um die nötige Sachkenntnis aus der
Vermittlung einzubringen sowie die Praxisrelevanz zu sichern.
78
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Kritisch ist hierbei anzumerken, dass in vielen Fällen die Anzahl der Personen in
diesen Gremien mehr als doppelt so groß war wie die Anzahl der Mitarbeiter, die
sich in den Job-Centern um die Vermittlung der Kunden bemühten. Als Gründe hierfür sind die unterschiedlichen und komplizierten Rechtsgebiete und die damit verbundenen neuen komplexen Fragestellungen, der innovative Charakter des Modellversuchs sowie die hohe politische Bedeutung der Kooperation anzuführen.
Was die Entscheidungsstrukturen innerhalb der Job-Center anbelangt, können verschiedene Modelle unterschieden werden. Insbesondere in den „kleineren“ JobCentern trägt das Team, das oft nur aus drei bis vier Mitarbeitern besteht, die Verantwortung. Innerhalb der jeweiligen Teams, so wurde von den Verantwortlichen betont, gab es keine weiteren Hierarchiestufen.
Davon zu unterscheiden sind die Job-Center, bei denen aufgrund der Größe die Leitungsebene - entweder von Seiten des Sozialamtes oder der Arbeitsverwaltung stärker die Entscheidungen prägt. Dies ist oftmals durch die Ansiedlung der Einrichtungen bedingt, d.h. dort wo das Job-Center räumlich untergebracht ist (Sozialamt
oder Arbeitsverwaltung), werden auch die Entscheidungen gefällt.
Innerhalb der meisten Job-OFFENSIV-Center kann aufgrund der Kundengruppen,
der unterschiedlichen Rechtsquellen, Erfahrungen und Kompetenzen eine deutliche
Arbeitsteilung ausgemacht werden. So wurden die „reinen“ Sozialhilfebezieher weiterhin von den Mitarbeitern des Sozialamtes betreut. Mitarbeiter der Arbeitsverwaltung übernahmen die Betreuung der Arbeitslosenhilfe- und Doppelbezieher. Auch
sind die Mitarbeiter der Arbeitsverwaltung primär für die Stellenvermittlung zuständig. Im Rahmen eines Expertengesprächs wurde von den Beteiligten eines JobOFFENSIV-Centers sehr deutlich betont, dass man sich sehr schnell vom „Idealbild“, dass alle Hilfen aus einer Hand angeboten werden, verabschieden musste.
Die Gründe hierfür lagen, wie bereits erwähnt, in der komplexen (Rechts-)Materie
und den Spezialkenntnissen der Mitarbeiter bzw. den unterlassenen Schulungen in
den fremden Sachgebieten begründet.
In den anderen Job-Centern ist die Arbeitsteilung innerhalb der Organisation nicht
so deutlich ausgeprägt. Nur aufgrund von Zugangsrechten im Bereich der EDV ist
beispielsweise eine Spezialisierung und Arbeitsteilung zu erkennen. Auch im Bereich der Arbeitsvermittlung konnte eine Arbeitsteilung festgestellt werden.
79
Job-Center in Hessen
6.2
Einsatz des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums
Generell wurde begrüßt, dass im Rahmen des Modellversuchs die Mitarbeiter der
Job-Center eine breite Palette an Hilfsangeboten und Integrationsmaßnahmen anbieten konnten. Durch die Bündelung der Maßnahmen von beiden Institutionen gelang es im Regelfall, den Kunden eine sehr individuelle Unterstützung anzubieten.
Bei der Auswertung des Kundenmonitorings wurde zudem deutlich, wie unterschiedlich die Institutionen das breite arbeitsmarktpolitische Instrumentarium einsetzen.
Insbesondere die Gewährung von Lohnkostenzuschüssen variiert erheblich. Hierbei
war ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auszumachen. Auf die Gründe angesprochen,
warum in den nordhessischen Job-Centern dieses Instrument eine so bedeutende
Rolle spielt, wurde im Rahmen der Gespräche auf die im Verhältnis zu Südhessen
schlechtere arbeitsmarktpolitische Ausgangslage verwiesen.
Die Projektverantwortlichen vor Ort sind sich in der Regel klar darüber, dass die
Lohnsubventionen zu einem großen Teil von den Unternehmen nur mitgenommen
werden und keine neuen Arbeitsplätze entstehen. Der Anteil der Mitnahmeeffekte
wird auf bis zu 50 % geschätzt. Auch wurde von den Job-Center-Mitarbeitern bemängelt, dass sich im Laufe der Zeit eine Anspruchsmentalität herausgebildet hat.
Einzelne Unternehmen erwarten bei der Einstellung von Arbeitslosen ganz selbstverständlich und unabhängig von der Notwendigkeit die Gewährung von Lohnkostenzuschüssen. Einige Job-Center waren jedoch auch selbstkritisch und haben eingeräumt, dass trotz der Vorgabe, die Anwendung dieses Instruments sehr individuell
und streng zu überprüfen, eine „lasche“ Vergabe nicht verhindert wurde und Unternehmen unabhängig von dem Erfordernis in den „Genuss“ der Unterstützung kamen.
Kritisch ist der Sachverhalt zu betrachten, dass es trotz der Zusammenarbeit innerhalb des Job-Centers nicht zu einer Angleichung der Förderprinzipien kam. So war
die finanzielle Förderung bei der Wiedereingliederung weiterhin sehr unterschiedlich. Innerhalb des Job-Centers musste die Entscheidung getroffen werden, ob der
Kunde mit Mitteln vom Sozialhilfeträger oder mit (in der Regel geringerer) finanzieller Unterstützung der Arbeitsverwaltung in den Arbeitsmarkt zu integrieren ist. Von
den Beteiligten vor Ort wurde dabei insbesondere die höhere Flexibilität beim Mitteleinsatz durch die Sozialverwaltung als positiv angesehen.
Allerdings ist an dieser Stelle zu bemängeln, dass das Problembewusstsein auf der
kommunalen Seite im Hinblick auf die verzerrenden Wirkungen der Förderung nicht
ausreichend bzw. überhaupt nicht ausgeprägt ist.
Vereinzelt wurde auch darauf hingewiesen, dass es eine große Konkurrenz zwischen den regionalen Arbeitsmarktakteuren gibt, welches die Wiedereingliederung
80
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
erschwert. So versuchen beispielsweise neben den Job-Centern auch die Arbeitsmarktagenturen, Weiterbildungsträger sowie andere soziale Einrichtungen, ihre
Klientel über Praktika wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Das Angebot an „guten“, d.h. mit einer Perspektive ausgestatteten Praktikumsplätzen, ist jedoch in einigen Regionen sehr begrenzt und die Akquisition solcher Plätze entsprechend zeitaufwändig.
Bei den Qualifizierungsmaßnahmen überwiegen kurzfristige Maßnahmen, welche zu
einer Teilqualifizierung führen sollen. Dies ist zum einen auf die begrenzten finanziellen Möglichkeiten zurückzuführen. Zum anderen betonten die Verantwortlichen
vor Ort, dass eine Vielzahl der Kunden aufgrund ungenügender Qualifikationen oder
sozialer Fähigkeiten nicht für längerfristige Maßnahmen, z.B. eine Umschulungsmaßnahme, geeignet ist.
Bei den Erfahrungen mit der Strategie des „Fördern und Fordern“, d.h. der neuen
Austarierung von Rechten und Pflichten zwischen den Kunden und dem Job-Center,
konnte oft eine Übereinstimmung festgestellt werden. So wurde das systematische
Androhen und Umsetzen von Sanktionen prinzipiell begrüßt, um die Kunden auch
aufgrund einer höheren Kontaktdichte zu mobilisieren. Dieser Mobilisierungsaspekt,
d.h. die Bereitschaft sich (wieder) aktiv um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu
bemühen bzw. bei der Beseitigung von Problemlagen mitzuwirken, wurde von den
Akteuren als sehr wichtig erachtet. Die Kunden haben nach Aussage der Projektverantwortlichen auch sehr schnell realisiert, dass man nicht mehr so einfach „ausweichen“ kann, d.h. versucht, die „Ämter“ auszuspielen, da die kurzen Wege innerhalb der Job-Center ein solches Vorgehen verhindert haben.
Als eine bedeutsame Restriktion hat sich bei der Umsetzung der Strategie des „Fördern und Fordern“ allerdings die angespannte Arbeitsmarktlage erwiesen: Aus der
Sicht der Job-Center-Mitarbeiter ist in einem dynamischen Arbeitsmarkt mit einer
hohen Anzahl von offenen Stellen das glaubwürdige Fordern und die damit verbundene hohe Suchintensität der Kunden wesentlich einfacher umzusetzen.
Die weiteren Erfahrungen mit der Strategie eines verstärkten „Fördern und Fordern“
sind vielschichtig: so wurde die Anzahl der Sanktionen in Relation zu den Kunden in
einigen Job-Centern auf bis zu einem Drittel geschätzt, in anderen Job-Centern
wurde der Anteil dagegen auf unter 5 % taxiert. In einem Job-OFFENSIV-Center
stieg die Anzahl der verhängten Sperrzeiten auf das Doppelte, ohne dass es zu atmosphärischen Störungen mit den Kunden kam. In anderen Einrichtungen wurde
diese Strategie ebenfalls umgesetzt, mit der Folge eines deutlichen Anstiegs von
Dienstaufsichtsbeschwerden und eines „raueren“ Klimas in den Kundenbeziehungen. Übereinstimmung besteht jedoch in der Auffassung, dass es von besonderer
81
Job-Center in Hessen
Bedeutung ist, keine standardisierten Sanktionen anzuwenden, sondern den konkreten Einzelfall sehr genau zu überprüfen.
6.3
Positive und negative Erfahrungen in der konkreten Zusammenarbeit
Von einem Job-Center wurde berichtet, dass die Vorbereitungszeit viel zu gering
war. Bis alles neu organisiert werden konnte (Standortsuche, Räume mieten, EDV
einrichten), vergingen mehrere Monate, in denen sich nur sehr eingeschränkt um
die eigentliche Klientel gekümmert wurde.
Neben diesem singulären Ereignis gab es jedoch auch viel Positives aus der Sicht
der Projektverantwortlichen zu berichten. Der Grundtenor war, dass im Rahmen des
Modellversuchs wertvolle Erfahrungen in der konkreten Zusammenarbeit gewonnen
wurden. Auch wenn die Integrationsergebnisse sicher nicht zufrieden stellend sind,
hat sich die Teilnahme aus der Sicht der beteiligten Institutionen gelohnt.
Die im Rahmen des Modellversuchs gewonnenen (bzw. erarbeiteten) positiven Erfahrungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
• Im Rahmen des Modellversuchs gelang es oftmals – unabhängig von den existierenden Verwaltungsvorschriften – sehr schnell und flexibel auf die Probleme der
Kunden einzugehen. Die Reaktionszeit hat sich zum Teil deutlich reduziert.
• Viele Mitarbeiter sagten, dass sich die Kommunikation und der Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Ämtern - nach Anlaufschwierigkeiten - insbesondere auf der operativen Ebene deutlich verbessert hat und reibungslos verlief.
• Das Verständnis für die Aufgaben und die Arbeitsweise der jeweils anderen Institution wurde erhöht.
• Wertvolle Erfahrungen über die konkreten Aufgabeninhalte eines Fallmanagers
konnten gewonnen und eine effiziente Organisationsstruktur identifiziert werden.
• Die „Verschiebebahnhöfe“ zwischen den verschiedenen Behörden wurden durch
die engere Zusammenarbeit geschlossen.
Die Job-Center wurden auch danach befragt, welche Vorteile sich durch eine stärkere Kooperation für die Kunden ergeben haben. Übereinstimmend wurde darauf hingewiesen, dass der größte Vorteil für die Kunden darin besteht, nur noch einen Ansprechpartner zu haben und dass sich die Wege reduziert haben.
In der konkreten Zusammenarbeit trat jedoch auch eine Vielzahl von Problemen auf.
Die zentralen negativen Erfahrungen, deren Ausprägungen sehr stark zwischen den
Job-Centern variierten, sind:
82
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
• Die Vorbereitung der Mitarbeiter auf ihre neue Aufgabe wurde zum Teil stark kritisiert. Die angebotenen und durchgeführten Maßnahmen, wie Hospitationen und
Schulungen, waren aus der Sicht der Betroffenen insgesamt ungenügend, um
die komplexe Aufgabenstellung von Anfang an ohne Friktionen übernehmen zu
können.
• Die ungenügende EDV-technische Infrastruktur führte zu Doppelarbeit und somit
zu einer erheblichen Arbeitsbelastung. Dementsprechend weniger Zeit konnte für
die individuelle Unterstützung bei der Hilfeplanung und Integration der Kunden in
den Erwerbsprozess aufgewandt werden.
• Das Führen von unterschiedlichen Statistiken und der damit verbundene hohe
Aufwand wurden besonders kritisiert.
• Die abweichenden Arbeitszeiten erschwerten die Koordination der Zusammenarbeit und waren nicht förderlich für das Betriebsklima.
Weitere Ergebnisse des Modellversuchs aus der Sicht der Beteiligten, insbesondere
vor dem Hintergrund der Übertragbarkeit, sind:
• Auch in Zukunft wird es wichtig sein, ein niederschwelliges Qualifizierungsangebot für die Kunden bereitzustellen. Zudem werden kurzfristige Trainingsmaßnahmen und andere adäquate Angebote als hilfreich erachtet, um die Arbeitswilligkeit der Kunden zu testen.
• Es wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, einen wirklichen Niedriglohnsektor
zu implementieren, der eine Alternative für die oftmals niedrig bzw. überhaupt
nicht qualifizierten Menschen bietet.
• Alle beteiligten Institutionen waren sich darüber einig, dass eine verstärkte
Betreuung, d.h. eine höhere Kontaktdichte in Verbindung mit dem Zugang zu einem breiteren Angebot an Hilfeleistungen, sehr wichtig für die Zusammenarbeit
ist.
• Vom Blickwinkel der Job-Center-Mitarbeiter ist eine begrenzte Fallzahl pro Fallmanager wichtig, damit verstärkt individuelle Hilfslösungen entwickelt werden
können.
• Aufgrund der Erfahrungen plädieren viele Mitarbeiter für eine überschaubare
Größe der Institution und sprechen sich für kleine Teams aus, die ein hohes Maß
an Eigenverantwortung bei der Aufgabenerledigung kennzeichnet. Eine größere
Autonomie hinsichtlich des Budgets und bei den Personalfragen wird hierbei als
besonders wichtig erachtet.
83
Job-Center in Hessen
• Generell wurde befürwortet, dass der Umfang von zentralen Vorgaben bei der
Steuerung der Job-Center auf ein Minimum zu reduzieren ist und auch die Bereitschaft vorhanden sein muss, neue Wege bei der Betreuung der Kunden einzuschlagen.
84
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
7
Fazit und Ausblick
Mit der Implementierung von Job-Centern und insbesondere den Job-OFFENSIVCentern hat Hessen lange vor den Hartz-Reformen Neuland bei der Betreuung von
Langzeitarbeitslosen betreten. Ziel ist, für die Zielgruppe Integrations- und Hilfsangebote „aus einer Hand“ anzubieten.
Die durch die Förderung und Unterstützung der hessischen Landesregierung errichteten Institutionen haben eine sehr heterogene Kundenstruktur. Dies gilt insbesondere für den Status und das durchschnittliche Alter der Kundengruppe. Wie eine
kurze Beschreibung der regionalen Arbeitsmärkte verdeutlicht, variiert darüber hinaus die jeweilige arbeitsmarktpolitische Ausgangssituation.
Die Auswertung des Kundenmonitorings offenbart starke Unterschiede in der
Betreuungsrelation, insbesondere bei einer dynamischen Betrachtung, die Zu- und
Abgänge mit in die Analyse einbezieht. So reicht die Bandbreite der Betreuungsrelation von 30 Kunden pro Job-Center-Mitarbeiter im JC Kassel bis hin zu 200 im JOC
Fulda.
Große Unterschiede zwischen den einzelnen hessischen Job-Centern lassen sich
beim Verbleib der Abgänge ausmachen. So variiert der Anteil der Vermittlungen in
den Arbeitsmarkt zwischen 17 % bis hin zu 38 %. Hierbei wurde sehr deutlich, dass
das arbeitsmarktpolitische Instrumentarium in den Einrichtungen unterschiedlich gehandhabt wurde.
Die Ergebnisse der beiden Kundenbefragungen legen die vielschichtigen Gründe
der oftmals sehr langen Erwerbslosigkeit der Kunden dar. Neben dem Mangel an
Arbeitsplatzangeboten sind dies besonders das Alter der Kunden, das Fehlen einer
anerkannten Berufsausbildung sowie eine eingeschränkte Mobilität. Außerdem wird
klar, dass die Job-Center in der Bewertung der Beratungs- und Vermittlungsgespräche und Leistungen durch die Kunden sehr unterschiedlich abschneiden. Die Befragung identifiziert gleichzeitig Hinweise für eine Verbesserung des Leistungsspektrums der Job-Center, die es auch zukünftig bei der Betreuung und Integration der
Kunden zu beachten gilt.
Die Einschätzung der Kunden über die Leistungen der Job-Center bei der zweiten
Kundenbefragung fällt deutlich negativer aus. Nur wenige Einrichtungen schnitten
im Rahmen der Zweitbefragung bei ausgewählten Fragestellungen besser ab. Die
Erwartungen der Kunden konnten somit oftmals nicht erfüllt werden. Allerdings ist
auch zu vermuten, dass diese Ergebnisse sich zum großen Teil auf die Unzufrie-
85
Job-Center in Hessen
denheit und die Verunsicherung der Job-Center-Kunden über die Auswirkungen der
Neuregelungen des ALG II (Hartz IV) zurückführen lassen.
Der innovative Ansatz der hessischen Landesregierung, über konkrete Projekte eine
Verbesserung der Integration und Betreuung von Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosenhilfebeziehern zu erreichen, ist durch die Umwälzung der Rahmenbedingungen auf der Bundesebene „überholt“ worden. Aus diesem Grund sind auch die
Ergebnisse der Nachhaltigkeit der Vermittlung mit Vorsicht zu interpretieren. In einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld war es nicht leicht, Job-CenterKunden, die oftmals über mehrere vermittlungshemmende Merkmale verfügen, in
den Erwerbsprozess zu integrieren. Darüber hinaus wurden im Laufe des Jahres
2004 viele Ressourcen für die Vorbereitung und Umsetzung der Hartz-IV-Reformen
gebunden, so dass eine Vermittlung dieser Kunden naturgemäß besonders schwer
fiel. Dies gilt in diesem Zusammenhang nicht nur für die Gebietskörperschaften, die
ein Job-OFFENSIV-Center oder ein „klassisches“ Job-Center in Hessen implementiert hatten, sondern für das gesamte Land.
Durch die Auswertung der Expertengespräche mit den Akteuren vor Ort wurden die
erheblichen Probleme in der konkreten Zusammenarbeit deutlich. Das Aufeinanderprallen der „Kulturen“ zeigte die kritischen Punkte auf, welche durch die Implementierung der Arbeitsgemeinschaften zur Betreuung der ALG-II Empfänger in vielen
anderen Ländern und Kommunen erst im Laufe des Jahres 2005 sichtbar wurden.
Neben den im Rahmen dieser Evaluierung analysierten Problemen lassen sich auch
positive Faktoren identifizieren, die für die zukünftige Betreuung der hier betrachteten Zielgruppe von Bedeutung sind.
So gilt es insbesondere darauf zu achten, den Akteuren auf der dezentralen Ebene
ausreichende Freiräume für die Bewältigung ihrer Aufgabenstellung zu geben. Dies
beinhaltet sowohl eine größere Autonomie in finanziellen als auch personellen Einzelfragen. Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit einer vernünftigen Betreuungsrelation und eines niederschwelligen Qualifizierungsangebots betont.
Nicht zuletzt waren sich die Experten vor Ort darüber einig, dass dringend ein Arbeitsmarkt für niedrig Qualifizierte zu schaffen sei. Sie bestätigten damit die Vorstellungen wie sie bereits die Landesregierung mit dem Existenzgrundlagen-Gesetz
(EGG) formuliert hat.
86
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabellenverzeichnis
Tabelle
Seite
1
Entwicklung der Kundenanzahl in den hessischen Job-Centern
2
Durchschnittlicher Anteil der Zu- und Abgänge in Relation zum Kundenbestand
in den hessischen Job-Centern
14
3
Durchschnittliche Betreuungsrelation in den hessischen Job-Centern
15
4
Durchschnittliche Anzahl der Kundenbewegungen pro
Job-Center-Mitarbeiter pro Monat
16
5
Anteil der Frauen in den hessischen Job-Centern
17
6
Anteil der Kunden ohne berufliche Qualifikation
20
7
Verbleib der Job-Center-Kunden
23
8
Rücklauf der Kundenbefragung
30
9
Repräsentativität der Befragung
31
10
Anteil der allein Erziehenden in den hessischen Job-Centern
32
11
Herkunft der Job-Center-Kunden
32
12
Kunden mit eingeschränkter Erwerbsfähigkeit
33
13
Schulabschluss der Job-Center-Kunden
34
14
Dauer der Erwerbslosigkeit
40
15
Anzahl der Gespräche der Job-Center-Kunden
46
16
Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers?
Ich bin mit der Arbeitsvermittlung, d.h. den konkreten
Arbeitsplatzangeboten ...
57
Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers?
Ich bin mit der Vermittlung von Weiterbildungs- und
Qualifizierungsangeboten ...
58
Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers?
Ich bin mit den konkreten Hilfsangeboten bei Schulden, Wohnungs- und
Drogenproblemen, etc. ...
59
Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers?
Ich bin mit der Unterstützung bei der Stellensuche
(z.B. Bewerbungstraining, PC-Kurse, etc.) ...
60
Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers?
Ich bin mit der Information und Beratung zu Maßnahmen der
Wiedereingliederung ...
61
Wie zufrieden waren Sie bisher mit den Leistungen des Job-Centers?
Ich bin mit der Hilfestellung bei der Kinderbetreuung ...
61
22
Gründe für die Erwerbslosigkeit trotz Arbeitsplatzangebot
62
23
Verbleib der Kunden der Jugendagentur Offenbach
68
24
Repräsentativität der Befragung
69
17
18
19
20
21
13
87
Job-Center in Hessen
Tabelle
88
Seite
25
Persönliche Situation der Kunden
72
26
Beurteilung der Beratungs- und Vermittlungsgespräche
74
27
Zufriedenheit mit den Beratungs- und Vermittlungsgesprächen
75
28
Unterstützung der Job-Center-Kunden
76
29
Beschäftigungssituation der Kunden
76
30
Anteil der Zu- und Abgänge am Kundenbestand in den hessischen
Job-Centern
95
31
Entwicklung der Betreuungsrelation in den hessischen Job-Centern
96
32
Anzahl der Kundenbewegungen pro Job-Center-Mitarbeiter in den
hessischen Job-Centern
97
33
Anzahl der Sozialhilfebezieher in den hessischen Job-Centern
98
34
Anteil der Sozialhilfebezieher in den hessischen Job-Centern
99
35
Anzahl der Arbeitslosenhilfebezieher in den hessischen Job-Centern
100
36
Anteil der Arbeitslosenhilfebezieher in den hessischen Job-Centern
101
37
Anzahl der Doppelbezieher in den hessischen Job-Centern
102
38
Anteil der Doppelbezieher in den hessischen Job-Centern
103
39
Einschätzung der persönlichen Situation
104
40
Einschätzung der finanziellen Situation
104
41
Einschätzung der familiären Situation
105
42
Einschätzung der Wohnsituation
105
43
Einschätzung der gesundheitlichen Situation
106
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Abbildungsverzeichnis
Abbildung
Seite
1
Entwicklung der Erwerbstätigkeit (1992 – 2003)
6
2
Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (1992 – 2003)
7
3
Durchschnittliche Arbeitslosenquote (1993 – 2004)
8
4
Durchschnittliche Arbeitslosenquote der Personen unter 25 Jahre
(1993 – 2004)
9
5
Durchschnittlicher Anteil der Langzeitarbeitslosen (1993 – 2004)
10
6
Durchschnittliche Empfänger von HLU am Jahresende je 1000 Einwohner
(Sozialhilfequote) von 1995 - 2003
11
7
Anteil der Kunden unter 25 Jahren
18
8
Anteil der Kunden über 50 Jahre
19
9
Anteil der Kunden zwischen 25 und 50 Jahren
20
10
Anteil der Job-Center-Kunden, die in den Arbeitsmarkt vermittelt wurden
24
11
Anteil der Vermittlung in den Arbeitsmarkt mit Lohnkostenzuschüssen an
den Arbeitgeber
25
Anteil der Kunden, die an das Sachgebiet Hilfe zur Arbeit zurückgewiesen
wurden
26
13
Anteil der Kunden, die in eine ABM oder HZA-Maßnahme abgegangen sind
27
14
Anteil der Kunden, die in eine Qualifizierungs- oder Weiterbildungsmaßnahme abgegangen sind
28
15
Beschäftigungsstatus der Befragungsteilnehmer September 2004
35
16
Einschätzung der persönlichen Situation
37
17
Einschätzung der finanziellen Situation
37
18
Einschätzung der familiären Situation
38
19
Einschätzung der Wohnsituation
38
20
Einschätzung der gesundheitlichen Situation
39
21
Dauer der Erwerbslosigkeit nach Altersgruppen
41
22
Dauer der Erwerbslosigkeit nach Geschlecht
42
23
Gründe der Erwerbslosigkeit aus der Sicht der Job-Center-Kunden
43
24
Erwartungen an ein Job-Center aus Kundensicht
45
25
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „motivieren mich und zeigen
mir eine Perspektive auf“
47
26
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „sind wenig hilfreich“
48
27
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „bieten mir eine fachkundige
Hilfestellung“
49
12
89
Job-Center in Hessen
Abbildung
28
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „ermöglichen mir, eigene
Lösungsvorschläge einzubringen“
50
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „stellen eine reine
Zeitverschwendung dar“
51
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „zeigen, dass die Berater gut
informiert sind“
52
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „finden in einer angenehmen
Atmosphäre statt“
52
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „führen zu verbindlichen
Vereinbarungen, die vom Job-Center eingehalten werden“
54
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „führen zu Ergebnisse, die ich
nicht verstehen kann“
55
Die Beratungs- und Vermittlungsgespräche „vernachlässigen meine
persönliche Situation“
56
35
Erfolgte Maßnahmen der Job-Center
63
36
Maßnahme „Bewerbungstraining“ nach Job-Center
64
37
Maßnahme „Deutsch- bzw. Alphabetisierungskurs“ nach Job-Center
65
38
Maßnahme „gemeinnützige Tätigkeit“ nach Job-Center
65
39
Entwicklung der Kundenanzahl (indexiert) in der Jugendagentur Offenbach
67
40
Gründe der Erwerbslosigkeit aus der Sicht der Job-Center-Kunden
71
41
Erwartungen an die Jugendagentur aus Kundensicht
73
29
30
31
32
33
34
90
Seite
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Literaturverzeichnis
Berthold, Norbert; Thode, Eric; von Berchem, Sascha (2000): Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe: Zwei sind eine zuviel, in: Wirtschaftsdienst 9/ 2000, S. 576-584.
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91
Job-Center in Hessen
92
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Anhang
93
Job-Center in Hessen
94
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 30: Anteil der Zu- und Abgänge am Kundenbestand in den hessischen Job-Centern
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
April 03
36,1
19,2
27,9
20,8
-
37,9
7,0
-
Mai 03
33,3
25,4
25,6
26,6
20,5
32,5
7,9
-
Juni 03
31,8
25,3
40,1
26,2
28,9
29,3
10,7
-
Juli 03
37,7
16,9
33,3
17,2
26,9
35,5
14,3
-
August 03
25,8
26,2
32,4
18,6
27,0
45,7
12,7
189,8
September 03
47,1
30,2
27,6
49,1
35,0
35,2
12,9
88,9
Oktober 03
37,0
29,3
33,3
44,0
29,6
36,2
11,7
57,5
November 03
40,8
27,1
23,8
36,8
31,4
30,7
13,5
75,1
Dezember 03
29,5
22,5
24,1
25,6
29,2
25,0
11,6
65,0
Januar 04
31,6
27,9
20,6
35,5
33,9
29,7
-
64,0
Februar 04
31,4
23,0
21,1
36,8
29,2
26,4
-
52,3
März 04
30,3
28,9
24,1
38,4
41,7
30,1
-
45,0
April 04
31,3
25,6
16,8
19,7
28,8
33,4
-
43,3
Mai 04
23,6
28,4
14,1
21,8
30,8
33,7
-
43,8
Juni 04
19,4
23,1
21,1
20,5
46,1
34,4
-
51,7
Juli 04
26,0
27,5
16,7
19,2
40,8
32,2
-
35,3
August 04
25,9
21,0
16,5
18,7
37,5
23,8
-
48,7
September 04
21,6
13,6
12,4
-
35,6
21,3
-
52,4
Oktober 04
18,9
-
-
-
33,4
31,0
-
49,4
November 04
26,6
-
-
-
36,2
-
-
36,3
Dezember 04
12,4
-
-
-
33,3
-
-
17,2
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
95
Job-Center in Hessen
Tabelle 31: Entwicklung der Betreuungsrelation in den hessischen Job-Centern
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
April 03
75
176
57
37
-
172
157
-
Mai 03
69
172
84
37
202
171
156
-
Juni 03
67
165
85
37
202
170
156
-
Juli 03
68
165
82
38
207
164
167
15
August 03
72
171
61
31
210
164
141
15
September 03
72
177
76
28
207
160
147
29
Oktober 03
74
171
83
27
208
146
136
38
November 3
78
182
87
30
198
152
139
45
Dezember 03
72
187
97
33
197
153
138
56
Januar 04
75
183
100
33
194
164
-
63
Februar 04
84
192
99
41
201
168
-
77
März 04
87
201
97
52
205
164
-
80
April 04
84
203
99
51
196
162
-
82
Mai 04
86
187
99
48
190
160
-
79
Juni 04
86
194
96
46
176
158
-
83
Juli 04
87
190
94
43
178
161
-
77
August 04
84
193
85
38
176
166
-
78
September 04
87
201
81
-
171
161
-
77
Oktober 04
89
-
-
-
174
161
-
78
November 04
85
-
-
-
169
-
-
77
Dezember 04
77
-
-
-
172
-
-
77
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
96
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 32: Anzahl der Kundenbewegungen pro Job-Center-Mitarbeiter in den hessischen Job-Centern
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
April 03
27
34
16
8
0
65
11
-
Mai 03
23
44
22
10
41
56
12
-
Juni 03
21
42
34
10
58
50
17
-
Juli 03
26
28
27
7
56
58
24
-
August 03
19
45
20
6
57
75
18
28
September 03
34
54
21
14
73
56
19
26
Oktober 03
28
50
28
12
62
53
16
22
November 3
32
49
21
11
62
47
19
34
Dezember 03
21
42
23
9
57
38
16
36
Januar 04
24
51
21
12
66
49
-
40
Februar 04
26
44
21
15
59
44
-
40
März 04
26
58
23
20
86
49
-
36
April 04
26
52
17
10
56
54
-
35
Mai 04
20
53
14
11
58
54
-
35
Juni 04
17
45
20
10
81
54
-
43
Juli 04
23
52
16
8
73
52
-
27
August 04
22
41
14
7
66
40
-
38
September 04
19
27
10
39
61
34
-
40
Oktober 04
17
-
-
-
58
50
-
39
November 04
23
-
-
-
61
-
-
28
Dezember 04
10
-
-
-
57
-
-
13
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
97
Job-Center in Hessen
Tabelle 33: Anzahl der Sozialhilfebezieher in den hessischen Job-Centern
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
insgesamt
April 03
358
521
120
99
929
486
1022
-
3.535
Mai 03
316
503
125
98
911
436
1010
-
3.399
Juni 03
301
477
127
101
930
416
975
-
3.327
Juli 03
295
480
116
105
965
375
932
8
3.276
August 03
317
498
126
87
977
439
894
18
3.356
September 03
297
517
135
91
946
416
878
24
3.304
Oktober 03
314
502
155
90
944
376
844
29
3.254
November 3
325
541
167
105
872
415
850
32
3.307
Dezember 03
291
552
187
107
866
395
843
33
3.274
Januar 04
309
537
199
113
850
426
-
44
2.478
Februar 04
353
562
197
131
864
430
-
45
2.582
März 04
366
594
188
167
841
452
-
50
2.658
April 04
365
603
187
169
794
446
-
58
2.622
Mai 04
380
565
191
162
760
439
-
67
2.564
Juni 04
384
588
188
160
685
430
-
47
2.482
Juli 04
387
587
185
148
688
425
-
50
2.470
August 04
370
599
163
133
690
468
-
52
2.475
September 04
390
627
155
0
665
441
-
48
2.326
Oktober 04
410
-
-
-
685
466
-
49
1.610
November 04
390
-
-
-
658
-
-
52
1.100
Dezember 04
350
-
-
-
683
-
-
53
1.086
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
98
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 34: Anteil der Sozialhilfebezieher in den hessischen Job-Centern (in %)
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
insgesamt
April 03
79,2
74,2
59,7
54,1
64,7
43,5
65,0
-
62,4
Mai 03
76,3
73,3
59,2
53,3
64,4
39,2
64,7
-
60,9
Juni 03
75,4
72,2
59,9
54,0
65,8
37,6
62,6
-
60,1
Juli 03
72,7
72,6
56,9
54,7
66,5
35,1
61,9
-
59,7
August 03
73,0
73,0
59,2
50,6
66,3
38,2
62,0
30,5
59,7
September 03
68,9
73,0
59,2
55,2
65,2
37,2
61,2
20,5
58,5
Oktober 03
70,4
73,3
62,2
56,6
64,8
34,3
59,2
19,0
57,4
November 3
69,7
74,5
64,0
57,7
62,8
36,3
58,4
17,7
57,0
Dezember 03
67,5
74,0
64,3
53,8
62,8
34,4
58,0
14,8
55,8
Januar 04
68,8
73,4
66,1
56,5
62,7
34,7
-
17,6
54,9
Februar 04
70,2
73,4
66,1
53,0
61,5
34,2
-
14,7
54,0
März 04
70,2
73,8
64,8
53,9
58,6
36,7
-
15,6
54,1
April 04
72,7
74,4
62,8
55,6
58,0
36,7
-
17,8
54,3
Mai 04
73,6
75,4
64,1
56,1
57,3
36,5
-
21,3
54,6
Juni 04
74,4
75,8
65,1
57,6
55,5
36,3
-
14,2
53,9
Juli 04
73,9
77,1
65,6
58,0
55,1
35,1
-
16,3
53,8
August 04
73,3
77,7
64,2
59,1
55,9
37,5
-
16,8
54,4
September 04
75,1
78,2
64,0
-
55,6
36,4
-
15,6
54,4
Oktober 04
76,8
-
-
-
56,4
38,7
-
15,7
49,3
November 04
76,9
-
-
-
55,6
-
-
17,0
55,1
Dezember 04
76,1
-
-
-
56,6
-
-
17,2
55,0
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
99
Job-Center in Hessen
Tabelle 35: Anzahl der Arbeitslosenhilfebezieher in den hessischen Job-Centern
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
insgesamt
April 03
0
98
0
3
309
607
487
-
1.504
Mai 03
0
98
0
3
309
641
494
-
1.545
Juni 03
0
97
0
4
297
654
532
-
1.584
Juli 03
0
96
0
5
292
647
527
6
1.573
August 03
0
96
0
4
290
651
503
25
1.569
September 03
3
96
0
3
293
637
514
38
1.584
Oktober 03
3
96
0
3
298
652
539
46
1.637
November 3
3
96
0
3
297
652
562
78
1.691
Dezember 03
2
105
0
2
301
673
571
107
1.761
Januar 04
2
104
0
3
290
704
-
75
1.178
Februar 04
2
103
0
3
324
728
-
73
1.233
März 04
2
107
0
5
378
677
-
70
1.239
April 04
2
100
0
4
356
669
-
64
1.195
Mai 04
2
72
0
4
344
664
-
65
1.151
Juni 04
1
74
0
3
334
657
-
51
1.120
Juli 04
1
63
0
3
346
689
-
54
1.156
August 04
1
61
0
3
333
719
-
55
1.172
September 04
1
64
0
0
322
714
-
52
1.153
Oktober 04
1
-
0
-
322
685
-
53
1.061
November 04
1
-
0
-
317
-
-
55
373
Dezember 04
1
-
0
-
313
-
-
56
370
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
100
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 36: Anteil der Arbeitslosenhilfebezieher in den hessischen Job-Centern (in %)
JC
Bad Hersfeld
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC
Main-Taunus
insgesamt
April 03
14,0
21,5
54,4
31,0
-
31,1
Mai 03
14,3
21,8
57,7
31,6
-
32,3
Juni 03
14,7
21,0
59,2
34,1
-
33,3
Juli 03
14,5
20,1
60,5
35,0
-
33,3
August 03
14,1
19,7
56,7
34,9
42,4
32,4
September 03
13,6
20,2
57,0
35,8
32,5
32,7
Oktober 03
14,0
20,5
59,4
37,8
30,1
34,0
November 3
13,2
21,4
57,1
38,6
43,1
34,1
Dezember 03
14,1
21,8
58,6
39,3
48,0
34,9
Januar 04
14,2
21,4
57,3
-
30,0
33,1
Februar 04
13,4
23,1
57,8
-
23,9
33,7
März 04
13,3
26,3
55,0
-
21,9
33,5
April 04
12,3
26,0
55,0
-
19,6
33,1
Mai 04
9,6
25,9
55,2
-
20,6
32,9
Juni 04
9,5
27,1
55,5
-
15,4
33,3
Juli 04
8,3
27,7
56,9
-
17,6
34,1
August 04
7,9
27,0
57,7
-
17,7
34,2
September 04
8,0
26,9
59,0
-
16,9
34,3
Oktober 04
-
26,5
56,8
-
17,0
41,6
November 04
-
26,8
-
-
18,0
26,8
Dezember 04
-
26,0
-
-
18,1
26,0
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
101
Job-Center in Hessen
Tabelle 37: Anzahl der Doppelbezieher in den hessischen Job-Centern
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
insgesamt
April 03
94
83
66
81
190
23
63
-
600
Mai 03
98
85
71
83
195
34
57
-
623
Juni 03
99
87
70
82
187
35
51
-
611
Juli 03
112
85
73
82
194
47
47
-
640
August 03
118
88
72
81
206
58
46
66
735
September 03
132
95
78
71
212
65
42
68
763
Oktober 03
130
87
79
66
211
69
42
81
765
November 3
139
89
79
74
216
75
43
87
802
Dezember 03
139
89
79
90
208
81
40
81
807
Januar 04
139
91
77
84
209
98
-
75
773
Februar 04
149
101
76
113
211
101
-
73
824
März 04
154
104
77
138
211
103
-
70
857
April 04
136
107
86
131
214
101
-
64
839
Mai 04
135
112
82
123
217
100
-
65
834
Juni 04
132
114
76
115
209
97
-
51
794
Juli 04
137
111
72
104
212
96
-
54
786
August 04
130
111
66
89
209
112
-
55
772
September 04
124
111
62
2
218
108
-
52
677
Oktober 04
119
-
-
-
224
111
-
53
507
November 04
112
-
-
-
231
-
-
55
398
Dezember 04
105
-
-
-
236
-
-
56
397
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
102
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 38: Anteil der Doppelbezieher in den hessischen Job-Centern (in %)
JC
Eschwege
JC Bad
Hersfeld
JC RodgauSeligenstadt
JC
Kassel
JOC
Fulda
JOC
Korbach
JOC
Maintal
JOC MainTaunus
insgesamt
April 03
20,8
11,8
32,8
44,3
13,2
2,1
4,0
-
10,6
Mai 03
23,7
12,4
33,6
45,1
13,8
3,1
3,7
-
11,2
Juni 03
24,8
13,2
33,0
43,9
13,2
3,2
3,3
-
11,0
Juli 03
27,6
12,9
35,8
42,7
13,4
4,4
3,1
-
11,7
August 03
27,2
12,9
33,8
47,1
14,0
5,1
3,2
-
13,1
September 03
30,6
13,4
34,2
43,0
14,6
5,8
2,9
58,1
13,5
Oktober 03
29,1
12,7
31,7
41,5
14,5
6,3
2,9
52,9
13,5
November 3
29,8
12,3
30,3
40,7
15,6
6,6
3,0
48,1
13,8
Dezember 03
32,3
11,9
27,1
45,2
15,1
7,0
2,8
36,3
13,7
Januar 04
31,0
12,4
25,6
42,0
15,4
8,0
-
30,0
17,1
Februar 04
29,6
13,2
25,5
45,7
15,0
8,0
-
23,9
17,2
März 04
29,6
12,9
26,6
44,5
14,7
8,4
-
21,9
17,4
April 04
27,1
13,2
28,9
43,1
15,6
8,3
-
19,6
17,4
Mai 04
26,2
15,0
27,5
42,6
16,4
8,3
-
20,6
17,8
Juni 04
25,6
14,7
26,3
41,4
16,9
8,2
-
15,4
17,2
Juli 04
26,1
14,6
25,5
40,8
17,0
7,9
-
17,6
17,1
August 04
25,7
14,4
26,0
39,6
16,9
9,0
-
17,7
17,0
September 04
23,9
13,8
25,6
-
18,2
8,9
-
16,9
15,8
Oktober 04
22,3
-
-
-
18,4
9,2
-
17,0
15,5
November 04
22,1
-
-
-
19,5
-
-
18,0
19,9
Dezember 04
22,8
-
-
-
19,6
-
-
18,1
20,1
Monat
Quelle: Job-Center Kundenmonitoring, eigene Berechnungen.
103
Job-Center in Hessen
Tabelle 39: Einschätzung der persönlichen Situation (Anteile in %)
Job-Center
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag.
JC Bad Hersfeld
6,9
3,9
25,5
27,5
40,2
49,0
27,5
19,6
JC Eschwege
3,1
5,5
37,8
25,5
34,7
52,7
24,5
16,4
JOC Fulda
6,4
6,0
30,9
34,0
39,4
36,0
23,4
24,0
JOC Korbach
4,1
3,4
28,6
27,6
40,1
42,5
27,2
26,4
JC Kassel
3,5
16,7
29,8
50,0
45,6
29,2
21,1
4,2
JOC Maintal
3,9
13,1
30,1
23,0
40,8
44,3
25,2
19,7
JC Rodgau-Seligenstadt
7,3
4,3
17,1
26,1
51,2
30,4
24,4
39,1
4,8
6,8
29,4
28,8
40,5
42,7
25,2
21,7
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Tabelle 40: Einschätzung der finanziellen Situation (Anteile in %)
Job-Center
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag.
JC Bad Hersfeld
1,9
0,0
9,6
9,8
35,6
43,1
52,9
47,1
JC Eschwege
0,0
1,9
14,9
7,7
30,9
38,5
54,3
51,9
JOC Fulda
2,1
1,9
15,5
17,3
43,3
46,2
39,2
34,6
JOC Korbach
1,4
2,3
8,3
10,5
40,7
33,7
49,7
53,5
JC Kassel
0,0
4,8
6,4
28,6
26,6
33,3
28,7
33,3
JOC Maintal
0,0
3,4
11,7
13,6
39,4
42,4
60,6
40,7
JC Rodgau-Seligenstadt
0,0
0,0
8,7
8,3
39,1
20,8
52,2
70,8
0,9
2,0
11,1
12,5
38,1
38,3
49,9
47,2
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
104
HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschafts- und Regionalforschung –
Tabelle 41: Einschätzung der familiären Situation (Anteile in %)
Job-Center
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag.
JC Bad Hersfeld
36,0
33,3
44,0
45,8
15,0
12,5
JC Eschwege
43,3
24,5
37,8
40,8
10,0
JOC Fulda
23,6
26,5
43,8
55,1
20,2
JOC Korbach
27,8
28,4
42,9
44,4
JC Kassel
30,4
45,5
41,1
JOC Maintal
33,3
26,8
JC Rodgau-Seligenstadt
35,0
32,5
insgesamt
5,0
8,3
26,5
8,9
8,2
14,3
12,4
4,1
18,0
18,5
11,3
8,6
27,3
23,2
27,3
5,4
0,0
42,4
42,9
19,2
21,4
5,1
8,9
17,4
27,5
43,5
15,0
13,0
22,5
26,1
28,4
41,2
44,2
17,1
18,9
9,2
8,5
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
Tabelle 42: Einschätzung der Wohnsituation (Anteile in %)
Job-Center
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag.
JC Bad Hersfeld
26,0
31,3
47,1
50,0
15,4
12,5
11,5
6,3
JC Eschwege
34,0
24,0
43,6
52,0
17,0
20,0
5,3
4,0
JOC Fulda
24,5
23,5
51,1
51,0
16,0
15,7
8,5
9,8
JOC Korbach
25,7
23,8
49,3
48,8
18,6
16,7
6,4
10,7
JC Kassel
19,0
38,1
53,4
52,4
19,0
9,5
8,6
0,0
JOC Maintal
26,7
20,7
38,6
48,3
20,8
22,4
13,9
8,6
JC Rodgau-Seligenstadt
27,9
22,7
48,8
40,9
9,3
22,7
14,0
13,6
26,5
25,1
47,0
49,4
17,2
17,4
9,3
8,1
insgesamt
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
105
Job-Center in Hessen
Tabelle 43: Einschätzung der gesundheitlichen Situation (Anteile in %)
Job-Center
sehr zufrieden
eher zufrieden
eher unzufrieden
sehr unzufrieden
1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag. 1. Befrag. 2. Befrag.
JC Bad Hersfeld
29,5
19,6
37,1
35,3
22,9
23,5
JC Eschwege
37,2
29,4
42,6
37,3
16,0
JOC Fulda
20,8
23,1
47,9
42,3
20,8
JOC Korbach
21,0
14,3
35,0
47,6
JC Kassel
31,6
18,2
50,9
JOC Maintal
25,3
17,5
JC Rodgau-Seligenstadt
29,3
26,9
insgesamt
10,5
21,6
19,6
4,3
13,7
26,9
10,4
7,7
30,8
19,0
13,3
19,0
50,0
10,5
31,8
7,0
0,0
42,4
45,6
18,2
21,1
14,1
15,8
25,0
46,3
37,5
14,6
16,7
9,8
20,8
20,2
41,7
42,5
20,9
22,0
10,4
15,2
Quelle: Job-Center Kundenbefragungen, eigene Berechnungen.
106

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