KVV Geschäftsbericht - rundum Aktivitäten 2006

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KVV Geschäftsbericht - rundum Aktivitäten 2006
rundum aktivitäten 2006
Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH
rundum KVV
rundum Versorgung und Entsorgung
rundum Verkehr
Geschäftsbericht 2006
rundum aktivitäten 2006
Inhaltsverzeichnis
rundum KVV
6
8
9
11 16 20 22 24 Konzernstruktur der KVV
Die KVV – Verantwortung für die Region
Der KVV-Konzern – Aufgabenteilung
Investitionen
Regionales Engagement
Personal- und Sozialbericht
Umwelt
Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden
Andreas Helbig über die KVV und ihre Bedeutung und Verantwortung für die Region
rundum Versorgung und Entsorgung
28
34 35 36 37 40 41 44 45 46 46
47 47
Energie für Kassel und Nordhessen
Rahmenbedingungen
Energiebeschaffung
Vertrieb und Marketing
Stromversorgung
Gasversorgung
Wasserversorgung
Schwimmbäder
Wärmemarkt
Telekommunikation (Netcom Kassel)
Beratung kommunaler Kunden (DORKOM)
Entsorgungsdienstleistungen (KEG)
Ausblick
rundum Verkehr
52
55 58 59 62 64 65 Mit Bus und Tram in Kassel unterwegs (KVG)
Vertrieb und Marketing
Investition in die Zukunft
RegioTram
Ausblick
Regionalbahn Kassel GmbH (RBK)
KVV Verkehrsgesellschaft
Nordhessen GmbH (KVN)
68 KVV Bau- und Verkehrs-Consulting
Kassel GmbH (KVC)
6
Konzernstruktur der KVV
8
Die KVV – Verantwortung für die Region
9
Der KVV-Konzern – Aufgabenteilung
rundum KVV
11 Investitionen – Stärken nutzen und ausbauen
Modern, zuverlässig und flexibel. Die KVV richtet sich an den Wünschen ihrer Kunden aus. Dafür
16 Regionales Engagement – Verantwortung zeigen
gibt es in den Unternehmen die unterschiedlichsten Berufe und Menschen. Sie sorgen dafür, dass
20 Personal- und Sozialbericht – die Mitarbeiter
22 Umwelt – heutige Verantwortung für die Zukunft
24 Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Helbig
über die KVV und ihre Bedeutung und Verantwortung für die Region
alles reibungslos funktioniert. Auch im Hintergrund und ohne dass die Kunden es bemerken.
Das Wichtigste in Kürze
Verkehr in Kassel, Mobilität für Nordhessen, Energie aus der Region, Wasser für die Menschen,
Müllverbrennung und Nachhaltigkeit, Photovoltaik und Wasserkraft, Biomasse und Freizeit –
das alles ist die KVV.
00
Konzernstruktur der KVV
Vorstandsvorsitzer
Städtische Werke AG
Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG
Dipl.-Kfm. Andreas Helbig
Magistrat der Stadt Kassel
100 %
Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH
6,5 %
93,5 %
75,1 %
Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG
5,1 %
94,9 %
Kasseler Fernwärme GmbH
KVV Verkehrsgesellschaft Nordhessen GmbH
100 %
Vorstand
Städtische Werke AG
Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG
Dipl.-Ing. Martin Kiok
Städtische Werke AG
100 %
KVV Bau- und Verkehrs-Consulting GmbH
2,5 %
Vorstand
Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG
Rainer Meyfahrt
97,5 %
Müllheizkraftwerk Kassel GmbH
Rundum KVV heißt auch rundum Kassel. Denn die KVV ist ein Kasseler
Konzern. Mit Kasseler Unternehmen, Kasseler Mitarbeitern und Kasseler
Kunden. Wir sorgen dafür, dass sich Kassel bewegt. Das ist unsere Verant­
wortung – und das ist unsere Leistung. Darauf können sich unsere Kunden
verlassen.
rundum KVV
Die KVV –
Verantwortung für die Region
In Kassel und Nordhessen haben kommunale Dienstleistungen einen Namen: die Kasseler Verkehrsund Versorgungs-GmbH (KVV). Der Konzern und seine Beteiligungen stehen für umweltfreundliche
Mobilität, zukunftsweisende Planung von Verkehrsinfrastruktur, ressourcenschonende Energie- und
Wasserversorgung, Stromproduktion in eigenen Kraftwerken, ökologisch sinnvolle Fernwärme­
ausgestattet sind, ob das die Vielzahl der neuen Photovoltaikanlagen ist, die überall in Kassel installiert werden, oder
ob das die neue Rauchgasreinigung im Müllheizkraftwerk
ist, die die zulässigen Emissionswerte um ein Vielfaches
unterschreitet: Der aktive Schutz der Umwelt wird von
Anfang an mitgedacht.
erzeugung und -verteilung, Müllverwertung, den Betrieb der Kasseler Hallen- und Freibäder, Tele­
kommunikationsdienstleistungen oder Energiedienstleistungen von der Energieberatung bis hin zur
Kälteversorgung industrieller Betriebe.
Die KVV trägt mit ihrem positiven Gesamtergebnis dazu
bei, dass kommunale Aufgaben der Daseinsvorsorge auch
weiterhin in Kassel finanzierbar bleiben – denn auf die KVV
und ihre Töchter können sich die Stadt und ihre Bürger
verlassen.
Große Augen inklusive: Beim Fahranfängertraining erfahren die Kleinen
kindgerecht, wie man Bus und Tram richtig nutzt.
Der KVV-Konzern – Aufgabenteilung
Die Aufgaben, die die KVV im Auftrag der und für die Stadt Kassel erfüllt, reichen von der Stromproduktion
bis hin zum Umbau des Hauptbahnhofes für die RegioTram.
Dabei gilt: je vielfältiger das Spektrum, desto spezialisierter
die Herangehensweise. Deshalb bietet die KVV ein Dach
für ihre Töchter, unter dem jedes Unternehmen seiner
spezifischen Aufgabe nachgehen kann – ohne sich um
Verwaltungsaufgaben kümmern zu müssen. Personalwirtschaft, IT- oder Telekommunikationsdienstleistung, Controlling und Buchhaltung, Kantinenbetrieb oder Marketing
und Öffentlichkeitsarbeit werden zentral über den Konzern
Von der Fernwärme über Wasser bis zur Stadt und Land verbindenden Schiene – in Kassel ist die KVV der Ansprechpartner.
jedes Unternehmen auf seine Kernaufgabe konzentrieren.
Als 100-prozentige Tochter der Stadt Kassel sind die KVV
der direkten oder indirekten Förderung der Wirtschaft
und ihre Tochterunternehmen vor allem eines: Dienstleister
der Region und des Wohlergehens ihrer Bewohner zu ver­
Die klare Aufgabenteilung eröffnet den KVV-Töchtern auch
der Bürger und Dienstleister der Stadt. Denn der Anteils­
stehen. So haben im vergangenen Jahr 2006 im gesamten
die Möglichkeit, strategische Kooperationen mit anderen
eigner kann vom Stadtkonzern KVV mit Recht
KVV-Konzern rund 1.700 Menschen gearbeitet. Investi-
Unternehmen einzugehen. Denn Beteiligungen, Allianzen,
Das neue Umspannwerk Mittelfeld – eine Investition in den
Verantwortung einfordern. Ihre Verantwortung sieht die
tionen in Höhe von 77 Millionen Euro sind direkt in die
vertragliche Zusammenarbeit oder Partnerschaften – auch
Industriestandort Kassel.
KVV aber nicht nur in der zuverlässigen Versorgung mit
Region geflossen.
in anderen Regionen und auf neuen Geschäftsfeldern – er-
Wasser, Strom, Gas oder dem Öffentlichen Personennah-
organisiert und zur Verfügung gestellt. Dadurch kann sich
öffnen die Chance, den sich stetig wandelnden wirtschaft-
verkehr (ÖPNV), der dem Bedürfnis nach schneller und
Die Umwelt steht dabei stets im Zentrum der Aktivitäten
lichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu begegnen
auf gesundes und organisches Wachstum gesetzt. Das
umfassender Mobilität nachkommt. Verantwortung ist für
der KVV. Ob das die Beschaffung von 30 neuen Linien-
und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Konkret bedeutet
schließt die Weiterentwicklung des Beteiligungsportfolios
die KVV und ihre Töchter auch immer unter den Aspekten
bussen ist, die selbstverständlich mit Rußpartikelfiltern
das: Der Gesamtkonzern wächst kontinuierlich. Dabei wird
ganz bewusst mit ein.
Die letzten Handgriffe, bevor es auf Kassels Straßen geht: Bernd Haase (li.) und Manfred Witz machen die neuen
Niederflurbusse startklar. Die Fahrzeuge sind besonders rußarm und mit Klapprampen für Rollstuhlfahrer und
Kinderwagen ausgestattet.
rundum KVV
Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH
Unternehmen
Sitz
Kapitalanteile in Prozent
Anteile an verbundenen Unternehmen
Städtische Werke AG
STW
Kassel
75,1
Kasseler Fernwärme GmbH
KFW
Kassel
5,1
MHKW
Kassel
97,5
Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG
KVG
Kassel
93,5
KVV Bau- und Verkehrs-Consulting Kassel GmbH
KVC
Kassel
100,0
KVV Verkehrsgesellschaft Nordhessen GmbH
KVN
Kassel
100,0
NCK
Kassel
25,2
DORKOM
Bytom/Polen
49,0
Kommunale Arbeitsförderung Kassel GmbH
KAF
Kassel
20,0
Kasseler Entsorgungsgesellschaft mbH
KEG
Kassel
50,0
Müllheizkraftwerk Kassel GmbH
Anteile an Beteiligungsunternehmen
Netcom Kassel Gesellschaft für Telekommunikation mbH
DORKOM Kommunale Beratungsgesellschaft mbH
Städtische Werke Aktiengesellschaft
Jede Investition ist eine Aussage über die Zukunft. Über die eigene Zukunft und über die Zukunft
des Ziels einer Investition. Denn nur wer zuversichtlich ist, investiert. Der KVV-Konzern ist für
Anteile an verbundenen Unternehmen
Kasseler Fernwärme GmbH
KFW
Kassel
94,9
Kassel und die Region Nordhessen ein Zukunftsgarant. Das beweist nicht nur die bloße Summe von
77 Millionen Euro – 51,1 Millionen Euro im Jahr 2005 –, die die Töchter 2006 in die Kasseler und
Anteile an Beteiligungsunternehmen
Kraftwerk Kassel Verwaltungsgesellschaft mbH
Investitionen – Stärken nutzen
und ausbauen
KWK
Stadtwerke Sangerhausen
Gas-Union GmbH
Kassel
40,0
Sangerhausen
25,1
Frankfurt/M.
10,1
nordhessische Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur investiert haben.
Auch die einzelnen Projekte zeigen, wohin sich der Kon-
Investitionen der Gesellschaften 2006
zern und die Wirtschaft der Stadt entwickeln. Nach vorn
in Richtung Wachstum. Wichtig für den gesamten KVV-
Kasseler Verkehrs-Gesellschaft Aktiengesellschaft
Gesellschaft
2006
Vorjahr 2005
in Mio. EUR
in Mio. EUR
STW
31,7
22,9
grund. Deshalb werden, wo wirtschaftlich sinnvoll und
KFW
5,6
7,3
vergabetechnisch möglich, grundsätzlich Unternehmen
MHKW
4,7
0,5
KVG
35,2
20,4
Gesamt
77,2
51,1
Konzern ist, mit Investitionen verantwortlich umzugehen.
Nachhaltigkeit, Nutzen für die Stadt und ihre Bürger und
Anteile an Beteiligungsunternehmen
der Verbleib der Mittel in der Region stehen im Vorder-
Regionalbahn Kassel GmbH
RBK
Kassel
50,0
Verkehrsmanagement- und Service GmbH Nordhessen
VSN
Kassel
50,0
aus Kassel und Nordhessen beauftragt. So wird die KVV
ihrer Rolle als bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor und
Arbeitgeber gerecht.
Die Investitionen und der Kapitaldienst werden überwiegend durch Abschreibungen, Investitions- und Baukostenzuschüsse sowie durch Eigenmittel, wie die Erhöhung der
Kapitalrücklage, finanziert.
10
11
rundum KVV
möglichst wenig zu belasten, wurden beide Maßnahmen
In den Bau einer neuen Rauchgasreinigung hat die Müll-
gemeinsam mit dem Kasseler Entwässerungsbetrieb (KEB)
heizkraftwerk Kassel GmbH 4,3 Millionen Euro im Jahr
durchgeführt.
2006 fließen lassen. Die Investition kommt dabei vor allem
der Kasseler Luft und den Bürgern zugute. Denn in Zukunft
Der Zukunft des Industriestandorts Kassel kommt das neue
verlässt die Anlage Rauchgas, das die maximal zulässigen
Umspannwerk (UW) Mittelfeld zugute. Gemeinsam mit
Werte deutlich unterschreitet. Durch die neue Rauchgas-
dem Kooperationspartner DaimlerChrysler hat die STW
reinigung wird auch der Wirkungsgrad der Müllverbren-
das Umspannwerk gebaut, um die Versorgungssicherheit
nungsanlage gesteigert. So entstehen aus der gleichen
des Industrieparks Mittelfeld und besonders des Daimler-
Menge Müll mehr Fernwärme und Strom.
Chrysler Achsenwerks zu erhöhen. Im Geschäftsjahr 2006
investierten die Partner 7,6 Millionen Euro. Zwei ältere
60-kV-Umspannwerke und Netzelemente konnten so aus
Investitionen im Ver- und Entsorgungsbereich
dem Betrieb genommen werden. In Zukunft wird das
neue UW Mittelfeld auch in das 110-kV-Netz einspeisen.
Niederflurgerecht und attraktiv – neue Haltestellen passen sich den Bedürfnissen der Fahrgäste an.
2006
Vorjahr 2005
in Mio. EUR
in Mio. EUR
13,4
7,1
Gasversorgung
5,1
4,1
Wasserversorgung
4,7
4,3
Verkehrsprojekte
Positiv für das Kasseler Klima war die Beschaffung von
Ausdruck, dass auch in Zukunft international tätige und
Die RegioTram ist schon seit einigen Jahren größtes Inves-
30 neuen Niederflur-Linienbussen Anfang 2006 für insge-
technologisch führende Unternehmen am Industriestand-
titionsobjekt im Verkehrsbereich. Das schließt nicht nur
samt 5,7 Millionen Euro. Mit Klimaanlage und wartungs­
ort Kassel aktiv bleiben werden.
die insgesamt 28 RegioTram-Fahrzeuge ein, die die KVG
freiem Rußfilter sorgen die Busse nun für gestiegene
im Auftrag der Regionalbahn Kassel GmbH beschafft hat.
Luftqualität im Kasseler Becken. Im Geschäftsjahr 2007 folgt
Die Investitionen sind vor allem auch in den Ausbau der
die erste Stufe der Modernisierung des Gelenkbusbestandes
Verkehrsinfrastruktur, also in das Netz, geflossen. Denn Ziel
der KVG. Mit Bussen, die die Abgasnorm Euro 5 einhalten
Energiedienstleistungen
2,7
0,9
der RegioTram ist, das nordhessische Umland und die Stadt
werden. Insgesamt flossen 35,2 Millionen Euro in den Ver-
Sonstiges
5,8
6,5
Kassel mit einem durchgängigen Gleissystem zu verbinden.
kehrsbereich, im Vorjahr waren es 20,4 Millionen Euro.
31,7
22,9
Leitungsnetz
2,6
3,2
Erzeugung
2,2
2,9
Sonstiges
0,8
1,2
Gesamt
5,6
7,3
Verfahrenstechnik
4,5
0,3
Sonstiges
0,2
0,2
Gesamt
4,7
0,5
Straßenbahngleisen, sondern nutzt auch die Infrastruktur
KVG Bereich
der Kasseler Hauptbahnhof gewährleisten. Allein im abge­
laufenen Geschäftsjahr 2006 flossen 12,4 Millionen Euro
in den Umbau des Hauptbahnhofs, weitere 900.000 Euro
2006
Vorjahr 2005
in Mio. EUR
in Mio. EUR
28,2
17,2
Straßenbahn
in den Ausbau des Betriebshofs Sandershäuser Straße. Hier
Omnibus
6,1
2,3
entstehen für die RegioTram-Fahrzeuge eine neue Abstell-
Sonstiges
0,9
0,9
35,2
20,4
halle und eine Hauptwerkstatt.
Gesamt
Stromversorgung
KFW
Investitionen im Verkehrsbereich
der Deutsche Bahn AG. Den reibungslosen Übergang
zwischen den beiden Systemen wird ab Sommer 2007
STW
Gesamt
Deshalb fährt die RegioTram nicht nur auf den Kasseler
Der Ausbau der Fuldatalstraße kommt vor allem dem Kom-
MHKW
Modernste Rauchgasreinigungstechnik im Müllheizkraftwerk
fort der Fahrgäste entgegen und verbessert die städtebau­
12
Bereich
Der gemeinsame Neubau des UW Mittelfeld bringt zum
für saubere Luft in Kassel. Die Anlage unterschreitet die zuläs-
liche Qualität der Straße. Dafür wurde die bisher teils
Ver- und Entsorgungsbereich
ein­gleisig verlaufende Strecke zweigleisig ausgebaut. Gleich-
Wie in den vergangenen Jahren wurden die Strom-, Gas-,
zeitig wurden die Haltestellen „Alte Stadtgrenze“, „Am Wasser- und Fernwärmenetze weiter konsequent opti-
Insgesamt 5,6 Millionen Euro hat die Kasseler Fern-
Fasanenhof“, „Fuldatalschule“ und „Kirche Wolfsanger“ so-
miert, erneuert oder ausgebaut. Insgesamt investierte die
wärme GmbH in neue Anlagen investiert. Besonders her-
wie die Bushaltestelle „Leipziger Platz“ niederflurgerecht
­Städtische Werke AG 31,7 Millionen Euro. Im Mittelpunkt
vorzuheben ist dabei der weitergeführte Bau der Gasturbi-
ausgebaut. Hier setzen KVG und KVC als Planer Maßstäbe in
steht dabei die Umstellung des innerstädtischen 60-kV-
ne 2 (GT2) am Kombi-Heizkraftwerk für über 2,7 Millionen
Sachen Barrierefreiheit. 5,5 Millionen Euro sind 2006 in die
Netzes auf ein zukunftssicheres 110-kV-Netz. Dabei wur-
Euro. In den Ausbau des Fernwärmenetzes flossen
Umgestaltung der Fuldatalstraße geflossen, die im ­Sommer
den sowohl in der Frankfurter als auch der Sandershäuser
1,8 Millionen Euro.
2007 beendet sein soll. Zusätzliche 800.000 Euro hat die
Straße die Strom-, Gas- und Wasser-Versorgungsleitungen
KVG in den Ausbau der Landgraf-Karl-Straße investiert.
erneuert. Um Kosten zu sparen und die Kasseler Bürger
sigen Emissionswerte erheblich.
13
Wussten Sie eigentlich, …
… dass die Bildungsinitiative der Städtische Werke AG das Projekt
„Froschteich“ gefördert hat – und Lorenz und Michael deshalb an
ihrer Schule schon fast alle einheimischen Froscharten zu Gesicht
bekommen haben?
rundum KVV
Regionales Engagement –
Verantwortung zeigen
Verantwortung zeigt, wer versteht, sich einmischt und sich als Teil des Ganzen sieht. Das zeichnet
das Handeln des KVV-Konzerns und seiner Beteiligungen aus. Als 100-prozentige Tochter der Stadt
Kassel ist das für die KVV nicht nur Selbstverpflichtung, sondern vor allem Selbstverständnis.
Was hat das Unternehmen konkret davon?
sportliches. Die STW hat sich dafür entschieden, neben
Wir zeigen, dass unser Engagement für Umwelt und
den beiden größten Kasseler Sportvereinen – die Kassel
soziale Themen nicht nur oberflächlich, sondern fest im
Huskies und der KSV Hessen Kassel – vor allem breiten-
Unternehmen verankert ist. Unsere Aussage ist: In Kassel
wirksam zu unterstützen. Das umfasst die kleine Spende
übernehmen die Städtischen Werke Verantwortung. Das
für die Tombola einer Kindertagesstätte, Fußbälle für die
kommt an. Und die Bildungsinitiative wird als authentisch
Nachwuchsspieler des Stadtteilvereins, die Partnerschaft
wahrgenommen.
mit einer Veranstaltung im Rahmen des Kultursommers
Denn die KVV versteht sich als Teil der Stadt Kassel und der
verstehen. Dazu ruft die STW zwei Mal im Jahr zu einem
Region Nordhessen – hier leben und arbeiten die Kunden
Ideenwettbewerb auf, der von einer Jury bewertet wird.
genauso wie die Mitarbeiter. Ohne die Region gäbe es die
Bis 2006 wurden so 18 Projekte an zwölf Schulen mit
KVV nicht. Das ist der Grund, warum die Unternehmen des
insgesamt 12.000 Euro gefördert. Für die Projekte ist aber
Arbeitslosen ermöglicht die KVG einen gezielten Wieder-
einem Beitrag für die neue Bestuhlung im renovierten
KVV-Konzerns nicht nur finanziell in die Region investieren,
nicht nur die finanzielle Unterstützung wichtig, sondern
einstieg ins Berufsleben. Gemeinsam mit der Arbeitsförde-
Opern- und Schauspielhaus. Wichtig auch das Engagement
sondern auch ideell. Denn die KVV möchte der Region mit
vor allem auch die Möglichkeit, auf Informationen und die
rung Kassel-Stadt GmbH (AFK) bildet das Unternehmen
für den Hessen SolarCup in Kassel – 2006 trat die STW als
ihrem Engagement einen Teil von dem zurückgeben, was
Infrastruktur der STW zurückzugreifen. Denn die Fachleute
Langzeitarbeitslose als Busfahrer aus. Nach erfolgreichem
Hauptsponsor und Namensgeber auf. Das Engagement für
sie von ihr erhält. Was die KVV davon hat? Unter anderem
in Sachen Energie und Wasser sitzen direkt im Unterneh-
Abschluss erhalten sie einen festen Arbeitsvertrag bei der
den Nachwuchs auf dem Gebiet der Solartechnik in Kassel
die Gewissheit und Sicherheit, die Attraktivität Kassels und
men.
KVG. Das Förderprojekt begann im Herbst 2006. Die ersten
steht für die STW vor allem auch im Kontext vieler neuer
sechs Fahrer starten im Frühjahr 2007 im Liniendienst.
Arbeitsplätze, die gerade in Nordhessen in Wirtschaft und
der Region mitzugestalten. Denn nur in einer Region, die
ein abwechslungsreiches kulturelles und sportliches Leben
Für Jugendliche heißt Zukunft auch, Perspektiven auf einen
Die Bildungsinitiative der
Städtische Werke AG
Interview mit
Christiane Schaumburg,
Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu haben. Dabei haben
Projektleiterin, Städtische Werke AG
besitzt, lässt sich erfolgreich wirtschaften.
Ausbildungs- und Arbeitsförderung –
Lernpartnerschaft, Bildungsinitiative, Jafka
Nordhessen oder der Kasseler Musiktage. Auch das Staatstheater wurde im Jahr 2006 von der STW unterstützt – mit
Forschung für erneuerbare Energien entstehen.
Von kommunalen Unternehmen wird nicht nur soziales
Engagement erwartet, sondern auch kulturelles und
besonders häufig Hauptschüler nicht die gleichen Chancen
wie Gymnasiasten oder Realschulabgänger. Hier setzt die
Warum gerade die Förderung von Schul- und Bildungspro-
Lernpartnerschaft an. Schüler der Oskar-von-Miller-Schule
jekten?
erhalten frühzeitig die Möglichkeit, erste praktische Erfah-
Weil die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts Kassel
rungen bei der KVV zu sammeln. Zunächst unverbindlich
­natürlich von fundiertem Schulwissen abhängt. Durch
für beide Partner. Bewährt sich die Zusammenarbeit, kann
unser Engagement wollen wir die Bildungssituation
es zu einem Ausbildungsvertrag kommen. In eine ähnliche
­verbessern. Und natürlich auch Kontakt zu besonders
Richtung zielt die Kooperation mit dem Jugendhilfeverein
­guten Schülern bekommen, die bei uns in Zukunft
für Aus- und Fortbildung in Kassel (Jafka). Jugendliche, die
­vielleicht eine Ausbildung machen.
„Wir zeigen, dass unser Engagement
für Umwelt und soziale Themen
nachhaltig und wirkungsvoll ist ...“
auf dem Arbeitsmarkt keinen Ausbildungsplatz erhalten
16
­haben, unterschreiben einen Ausbildungsvertrag mit der
Was für Projekte fördern Sie?
Jafka und durchlaufen ihre Ausbildung bei der KVV. Der
Wir wollen auf keinen Fall nach dem Gießkannenprinzip
Konzern bildet damit über der regulären Ausbildungsquote
fördern. Vielmehr wählt eine unabhängige Jury gute Pro-
aus und ermöglichte im Jahr 2006 fünf Auszubildenden
jekte nach einem echten Bewertungsraster aus. Sie müssen
durch die Jafka-Kooperation den Sprung ins Berufsleben.
fachlich und wissensorientiert sein. Außerdem ist der Bezug
Mit besten Erfahrungen für beide Seiten.
zum Unternehmen wichtig.
Die Bildungsinitiative der Städtische Werke AG setzt früher
Wie stellen Sie diese Verbindung her?
und bereits direkt in der Schule an. Sie fördert seit zwei
Indem wir Projekte auswählen, die sich mit Umwelt, Was-
Jahren kreative Projekte an Kasseler Schulen, die sich mit
ser, Energie oder sozialen Fragen beschäftigen. Als Versor-
den Themen Energie, Wasser und Umwelt auseinander-
gungsunternehmen stellen wir natürlich unser Wissen und
setzen. Ziel ist, Kindern und Jugendlichen die Kompetenz
unsere Infrastruktur zur Verfügung. Deshalb bewegen sich
und das Wissen zu vermitteln, auch komplexere Zusam-
die Themen meist sehr nah an unseren eigenen Aufgaben.
menhänge von Umwelt und menschlichem Einfluss zu
Davon profitieren wir und die Projektteilnehmer.
Verantwortlich für Schulkontakte und die
Bildungsinitiative: Christiane Schaumburg
Wussten Sie eigentlich, …
… dass sich der Wasserverbrauch am 4. Juli 2006 beim Fußball-WM-Halb­
finalspiel zwischen Deutschland und Italien in der Halbzeitpause
schlagartig mehr als verdoppelt hat?
rundum KVV
Personal- und Sozialbericht –
die Mitarbeiter
Im KVV-Konzern arbeiten Mitarbeiter der Städtischen Werke, der KVG, der KVV Bau- und Verkehrs-
Den 20 Auszubildenden, die ihre Prüfung 2006 erfolgreich
abgeschlossen haben, wurde wie in der Vergangenheit
Consulting Kassel GmbH und der KVV Verkehrsgesellschaft Nordhessen GmbH (KVN). Andere Kon­
für mindestens ein Jahr ein befristetes Arbeitsverhältnis
zernbeteiligungen, die wie die Müllheizkraftwerk Kassel GmbH keine eigenen Mitarbeiter haben,
angeboten. Auszubildende mit einem sehr guten Prüfungs­
abschluss erhielten auch 2006 ein Angebot für ein unbe-
setzen Personal der STW und KVG über Dienstleistungs- und Personalgestellungsverträge ein.
fristetes Arbeitsverhältnis. Die KVV-Unternehmen haben
sich 2006 wieder an der Ausbildungsplatzoffensive beteiligt
und erneut mehr Auszubildende eingestellt. Deshalb
Die Personalpolitik der KVV war auch im abgelaufenen
Personalstatistik
Geschäftsjahr erneut zurückhaltend. Der Personalstand
Personalstand im Jahresdurchschnitt
wuchs auch die Zahl der angebotenen Ausbildungsberufe.
Nachdem 2005 erstmals Vermessungstechniker bei der
blieb mit insgesamt 1.755 Mitarbeitern nahezu konstant
– Vorjahr 1.750 Mitarbeiter. Grund für die Zurückhaltung
waren die sich durch politische Vorgaben ändernden
­Wettbewerbsbedingungen.
Um im Wettbewerb bestehen zu können, wurde neues
Fahrpersonal zu einem abgesenkten Haustarif eingestellt.
Ebenfalls positiv für die Entwicklung der Personalkosten
2006
Vorjahr 2005
Gehaltsempfänger
750
731
Lohnempfänger
935
960
68
67
1.753
1.758
Auszubildende
Gesamt
ist ein Haustarifvertrag der KVG, durch den seit 2004
künftige Tarifsteigerungen nicht mehr ausgezahlt, sondern
Personalstand zum 31.12.2006
in Arbeits­zeitverkürzungen umgewandelt werden. Die
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit betrug daher
37,8 Stunden anstelle von 38,5. Außerdem wird konti­
nuierlich und erfolgreich daran gearbeitet, die Kranken-
Vorjahr 2005
Gehaltsempfänger
quote der KVG zu senken. 2006 ist es auch gelungen,
KVG
173
165
mehr Jugendlichen die Chance auf eine Ausbildung zu
STW
569
549
KVC
12
14
eröffnen, als die Quote vorschreibt.
Bei KVG und STW gelten weiterhin der Bundesangestell-
Gesamt
tentarifvertrag (BAT) und der Bundesmanteltarifvertrag
Lohnempfänger
(BMT-G). Für den Verkehrsbereich wird die Einführung
eines hessischen Spartentarifvertrages erwartet.
366 Beschäftigte nutzten 2006 die Möglichkeit des Alters­
teilzeitvertrages, um vorzeitig aus dem Unternehmen
auszuscheiden – 138 bei der Städtische Werke AG und 228
754
728
KVG
532
582
STW
356
365
KVN
38
0
926
947
Gesamt
Chemielaborantin bei der KVV ihre Ausbildung begonnen.
Kaufmännische Auszubildende können sich außerdem in
einer Zusatzqualifikation zum Bachelor qualifizieren.
Zeitgemäßer Unterricht für den modernen Nachwuchs: die
Ausbildung bei der KVV.
Auszubildende
Mitarbeiter in die Freizeitphase beziehungsweise Rente
KVG
28
29
STW
47
46
Gesamt
75
75
Gesamt
1.755
1.750
Ausbildungsquote
(ohne 315 MA im Fahrdienst)
5,2 %
Die engen Kontakte zu Universitäten, Fachhochschulen
und anderen Bildungseinrichtungen eröffnen jungen Menschen regelmäßig die Möglichkeit für Praktika bei der KVV.
Mitarbeiter- und Nachwuchsförderung
Wie üblich, haben wieder viele Praktikanten die Chance ge-
Aus- und Weiterbildung hat im KVV-Konzern traditionell
nutzt, erste Berufserfahrungen zu sammeln. Sie waren bis
einen hohen Stellenwert. Jugendlichen stehen neun Aus-
zu sechs Monate in den Unternehmen. Um das Interesse
bildungsberufe offen. Mitarbeiter können auf eine Vielzahl
von Mädchen an einer technischen Ausbildung zu stärken,
von berufsbegleitenden Weiterbildungs- und Qualifizie-
beteiligten sich die Unternehmen der KVV wieder mit
rungsmöglichkeiten zurückgreifen.
großer Resonanz am bundesweiten Projekttag „Girls‘ Day“.
Die vielfältigen Aktivitäten dienen auch dazu, neue oder
potenzielle Mitarbeiter auf verschiedene Positionen in den
Zum 31. Dezember 2006 waren im Konzern 75 junge
Unternehmen des KVV-Konzerns vorzubereiten.
Menschen in der Ausbildung:
Familienfreundlichkeit ist bei der KVV Mittel der Mitarbeitermotivation. So gibt es im Konzern schon seit langem
Städtische Werke AG und Kasseler Vekehrs-Gesellschaft AG
bei der KVG. Zum Jahresende sind 95 STW- und 84 KVGgetreten.
20
2006
STW ihre Ausbildung begonnen haben, hat 2006 eine
Kaufleute
23
Energieelektroniker
9
Gas- und Wasserinstallateure
4
Anlagenmechaniker Sanitär/Heizung
5
Chemielaborantin
1
Mechatroniker
22
Vermessungstechniker
2
Köche
5
Fachangestellte für Bäder
4
Auszubildende
75
Heimarbeitsplätze, durch die Beruf und Familie verbunden
werden können. 2006 nutzten 21 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter diese Möglichkeit.
rundum KVV
Umwelt – heutige Verantwortung
für die Zukunft
Der Umweltschutz rückt mehr und mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses. Denn nicht allein
der Klimawandel zeigt: Es muss etwas geschehen.
Das Engagement für die Umwelt hat bei der KVV Tradition.
In der Photovoltaik ist die KVV Vorreiter. Im Jahr 2006 hat
Vier Aspekte zeichnen das verantwortungsbewusste Han-
der Konzern drei eigene PV-Anlagen mit einer Gesamt­
deln des Konzerns aus:
spitzenleistung von rund 320 kWh in Betrieb genommen:
Photovoltaikanlage: umweltfreundlicher Strom aus Sonnenenergie.
Die Anlagen der KVV sind die größten Kassels.
100 kWpeak auf einem Dach der Firma Hübner GmbH
• Der effiziente und schonende Umgang mit Ressourcen
in Waldau, 78 kWpeak auf dem Bushallendach der KVG
• Der Ausbau regenerativer Erzeugungskapazitäten
in der Sandershäuser Straße und 140 kWpeak auf den
• Geringere Belastung der Umwelt durch Schadstoff-
Dächern des Betriebshofs Ost (BHO) der Städtische
ausstoß
Werke AG. Damit betreibt der Kasseler Energieversorger
• Umfassende Umwelt- und Energiesparberatung
im BHO nicht nur die größte Anlage der Stadt, sondern
der Kunden
produziert in Kassel auch den meisten Strom aus der Kraft
der Sonne. Allein die drei neuen Großanlagen versorgen
Schonender Umgang mit Ressourcen
rechnerisch rund 100 Haushalte in Kassel mit ökologisch
In Kassel produzieren die Kraftwerke des Konzerns rund
erzeugtem Strom. In Zukunft wird die Photovoltaik bei der
50 Prozent des in der Stadt verbrauchten Stroms und etwa
KVV weiter ausgebaut. So wird im Jahr 2007 das Dach
23 Prozent der benötigten Wärme. Das macht nicht nur
der Hauptverwaltung im Königstor mit einer PV-Anlage
unabhängiger von den Entwicklungen auf den Energie-
ausgestattet, die voraussichtlich eine Spitzenleistung von
Aspekt ist auch der Ausbau des Straßenbahn- und Regio­
Energieeinsparberatung
märkten, sondern eröffnet auch Chancen, Primärenergie
40 kW leisten wird.
Tram-Netzes in der Region Kassel ökologisch vorteilhaft.
Der sparsame Umgang mit Energie hat zwei Facetten.
Die neue Verbindung nach Hessisch Lichtenau und die
Zum einen entlastet er spürbar die Haushaltskasse, zum
effizient einzusetzen. So steigt durch die Kraft-WärmeKopplung (KWK) der Wirkungsgrad der Anlagen in Kassel
Müllverbrennung dient heute ebenfalls der umweltfreund-
geplante Anbindung der Nachbarstadt Vellmar an das
­anderen trägt er maßgeblich zum aktiven Umweltschutz
von 45 bis 50 auf 85 bis 90 Prozent. Größtproduzenten,
lichen Produktion von Wärme und Strom – denn sie gilt als
Kasseler Straßenbahnnetz senken den Feinstaub- und
bei. Deshalb macht sich die STW für die Energieberatung
die zentral und fernab von besiedelten Gegenden Strom
klimaneutral. Als ebenfalls emissionsfrei wird das geplante
Kohlendioxidausstoß nachhaltig, da Mobilität im Auto
stark. Zahlreiche Broschüren und Informationsmaterialien
produzieren, können die umweltfreundliche KWK dagegen
Biomassekraftwerk am Standort Dennhäuser Straße
vermieden wird.
geben den Kunden zu immer mehr Themen gezielte Hilfe-
nicht oder kaum nutzen. Deshalb ist die lokale ­Produktion
­eingestuft. Denn hier soll ab 2008 Rest- und Abfallholz zur
vor Ort in Kassel im Vergleich zur zentralisierten auch
Wärme- und Stromproduktion verbrannt werden. Einen
Der Kasseler Kraftwerkspark setzt auf einen ausgewo-
ausgebildeten Energieberater des Unternehmens wenden.
­ökologisch sinnvoller.
Schritt weiter geht die Planung für die größte nordhes-
genen Energieträgermix. Kam der emissionsintensiven
Sie sind an festen Terminen im Kundenzentrum präsent
sische Biogasanlage in Homberg/Efze, die in Zusammen-
Braunkohle noch vor wenigen Jahren die tragende Rolle
und beraten Privatkunden in allen Fragen rund um den
Öffentlicher Nahverkehr ist der individuellen Mobilität im
arbeit mit Landwirten und Landwirtschaftsverbänden
in der Stromerzeugung zu, ist heute emissionsarmes
sparsamen Energieeinsatz. Sie analysieren aber auch vor
eigenen Auto unter Umweltgesichtspunkten und dem
betrieben werden soll. Eine Entscheidung für die beiden
Erdgas mit 47 Prozent auf dem Vormarsch. Aber auch die
Ort Gebäude und geben konkrete Tipps, wie die eingesetz-
­effizienten Einsatz von Energie deutlich überlegen.
Anlagen soll voraussichtlich 2007 fallen.
regenerativen Energien drosseln Emissionen nachhaltig.
te Energie besser genutzt werden kann. Im Vordergrund
In Kassel reduziert der Energiemix mit einem Gesamtanteil
steht immer: Sparen, aber ohne Komfortverzicht. Denn
100 Kilometer, ein vollbesetzter Gelenkbus lediglich
Emissionsvermeidung
umweltfreundlich erzeugten Stroms von 15 Prozent den
oberstes Prinzip der Energieberater ist, dass Energie­sparen
0,6 Liter pro Person.
Mobilität, Industrie und Gebäudeheizung belasten die
Schadstoffausstoß um rund 30 Prozent. Dazu trägt auch
die Kunden nicht belasten darf. Sonst wird aus dem ­
­Umwelt mit klimaschädlichem Kohlendioxid und Feinstaub.
die neue Gasturbine 2 am Standort Dennhäuser Straße
Wissen schnell Makulatur, denn es wird nicht umgesetzt.
Regenerative Energien
Dem ÖPNV kommt dabei eine besondere Rolle bei der
bei.
Die Stromerzeugung aus umweltfreundlichen Quellen hat
Feinstaubreduktion zu. Denn jeder Kilometer weniger im
in Kassel eine mehr als hundertjährige Tradition: Vier
Privatauto erspart der Kasseler Luft viele Schadstoffe. Zu­
Das Kasseler Müllheizkraftwerk nimmt eine absolute Spit­
Energieberatung Hilfe. Sie fängt bei gezielten Verbesse-
Generatoren produzierten seit 1891 in der „Neuen Mühle“
mal die KVG konsequent auf neue Fahrzeuge mit Rußfilter
zenposition unter ähnlichen Anlagen in Deutschland ein.
rungsvorschlägen für eine neue Wärmedämmung eines
die erste elektrische Energie für die Stadt im – für damalige
setzt. Seit Beginn des Jahres 2006 fahren 30 neue Linien-
Denn die neue Rauchgasreinigung, die im Jahr 2007 in
Bürogebäudes an und endet bei konkreten Vorschlägen
Verhältnisse – industriellen Maßstab. Heute sind an gleicher
busse faktisch feinstaubfrei in Kassel und Umgebung. Bis
Betrieb gehen wird, unterschreitet die zulässigen Schad-
für eine neue Kältetechnik im Gastronomiebereich.
Stelle wieder zwei Generatoren mit einer elektrischen
2010 wird die Umrüstung der gesamten Flotte auf Busse
stoffwerte deutlich. De facto gibt die Anlage heute warme
Leistung von rund 335 kW aktiv. Rund 900 Haushalte
mit Rußfilter abgeschlossen sein. Die Straßenbahnen in
Luft ohne nennenswerte Schadstoffanteile ab.
werden mit Strom aus dem Laufwasserkraftwerk versorgt.
Nordhessen fahren sowieso emissionsfrei. Unter diesem
Ein Benzinauto verbraucht etwa acht Liter pro gefahrene
22
stellung. Und wer mehr wissen möchte, kann sich an die
Auch Gewerbe- oder Industriekunden finden bei der
23
rundum KVV
Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden
Andreas Helbig über die KVV und ihre
Bedeutung und Verantwortung für die
Region
Ziele vor Augen und greifbare Ergebnisse.
Auch und gerade im Umweltbereich.
Versorgungsinfrastruktur. Davon profitieren die Bürger
vergessen, dass es sinnvoller ist, die Wärme aus Heizkraft-
erhebliche Synergien, von denen auch die Stadt und ihre
direkt. Sie steigen in die Bahn und sind in weniger als einer
werken zum Heizen zu nutzen, als beispielsweise Holzpel-
Bürger profitieren. Ich nenne hier den Straßenbau. Wenn
Stunde in Hessisch Lichtenau. Oder sie drehen an ihrer
lets oder Hackschnitzel an Orten zu verbrennen, wo bereits
wir eine Gleisanlage für die Straßenbahn erneuern, heißt
Heizung – und die Wohnung wird umweltfreundlich warm.
umweltfreundliche Fernwärme liegt.
das, dass die Straße gleich mit erneuert wird. Das gilt
Weil wir in Fernwärme investieren. Oder das Müllheizkraft-
Was hat die Stadt als Gesellschafter von seinen Unterneh-
profitiert davon immer. Und die Stadt, weil die Kosten für
mehr deponiert werden. Die Verbrennung ist die einzige
men?
den Straßenbau so auf viele Schultern verteilt werden.
realistische Alternative. Und sie ist sinnvoll. Denn wir pro-
Zum einen natürlich Einfluss auf eine bürgernahe Unter-
Nicht vergessen darf man auch die Dividende, die wir jähr-
duzieren bei der Verbrennung nebenher Fernwärme und
nehmenspolitik. Denn die Stadt gibt als größter Gesell-
lich an die Stadt ausschütten. Das ist ein wichtiger Posten
Strom. Umweltfreundlich. Denn durch unsere neue Abgas-
schafter natürlich die Leitlinie vor. Zum anderen gibt es
für den Kasseler Haushalt.
reinigung unterschreitet die Abluft die vom Gesetzgeber
erlaubten Abgaswerte bei weitem.
Stichwort Umwelt. Ein Energieversorger verbrennt Kohle
– es entstehen Emissionen. Durch die Stadt fahren die
Dieselbusse des ÖPNV und sie stoßen Ruß aus. In Kassels
Tallage ist das heikel. Verträgt sich das mit modernem
Umweltschutz?
Das ist nur die halbe Wahrheit. Zum einen verbraucht
ein Bus pro Kilometer und beförderte Person deutlich
weniger Kraftstoff als ein normales Auto. In dem sowieso
meist nur eine Person sitzt. Außerdem sind bereits jetzt
30 neue Standardbusse mit modernen Rußpartikelfiltern
­ausgestattet. Im Laufe der Jahre 2007 und 2008 folgen
20 weitere Schubgelenkbusse. In Zukunft wird die ganze
Busflotte rußfrei fahren. Der Schadstoffausstoß sinkt
dann im Vergleich zum normalen Kraftfahrzeug um gut
98 Prozent. Thema Stromerzeugung: Natürlich verbrennen
wir auch Kohle. Aber der Prozentsatz sinkt immer weiter.
Durch unsere neue Gasturbine kommen wir auf rund
Andreas Helbig, Vorstandsvorsitzender der STW und KVG.
50 Prozent Strom aus Gas. Viel rußfreier geht das nur noch
regenerativ.
Herr Helbig, kommunale Unternehmen sprechen häufig
24
natürlich auch für unsere Versorgungsleitungen. Die Straße
werk. Unbehandelter Müll darf seit Mitte 2005 gar nicht
von ihrer Verantwortung für die Menschen und Wirtschaft
Was kommt in Zukunft?
einer Region. Die KVV und ihre Töchter auch. Was steckt
Zum einen wollen wir konsequent das Straßenbahn- be-
dahinter?
ziehungsweise RegioTram-Netz ausbauen und stärken. Das
Fangen wir mit unseren 1.700 Mitarbeitern an. Sie verdie-
beste Beispiel für unsere Pläne ist Vellmar. Wir möchten die
nen hier ihr Geld, sie geben es hier aus, sie investieren es
Stadt effektiv in das Straßenbahnnetz Kassels und Nordhes-
hier und sie schicken hier ihre Kinder in die Schule. Wären
sens einbinden. Den Erfolg sehen wir bereits in Baunatal.
wir lediglich Betriebsstelle eines Großkonzerns, gäbe es
Seit der Anbindung an das Kasseler Schienennetz fahren
einige hundert Stellen weniger in Kassel. Betrachten wir
deutlich mehr Menschen mit dem ÖPNV. Weil es einfach
die Investitionen. 2006 haben wir mehr als 77 Millionen
nicht bequemer geht. Konsequent ausbauen werden wir in
Euro in die Hand genommen. Wofür? Für Verkehrs- und
Zukunft auch unser Fernwärmenetz. Denn man darf nicht
28
Energie für Kassel und Nordhessen
34 Rahmenbedingungen
35 Energiebeschaffung
36 Vertrieb und Marketing
leister in einem immerwährenden Kreislauf. Aus Strom wird Wärme, beim Kochen entsteht Müll,
37 Stromversorgung
Abfälle verbrennen, Fernwärme heizt die Wohnung, Wasser wird getrunken, aus Abwasser kann in
40 Gasversorgung
41 Wasserversorgung
44 Schwimmbäder
45 Wärmemarkt
46 Telekommunikation (Netcom Kassel)
46 Beratung kommunaler Kunden (DORKOM)
47 Entsorgungsdienstleistungen (KEG)
47 Ausblick
Das Wichtigste in Kürze
Wasser, Strom, Gas und Fernwärme sind da, wenn man sie braucht. 2006 wurden rund 902 GWh
Strom verkauft, 510 GWh Fernwärme und 5.635 GWh Gas abgegeben sowie 11,1 Millionen Kubik­
meter Wasser gebraucht.
rundum Versorgung und Entsorgung
Für die KVV endet ihre Verantwortung nicht an einem Punkt. Denn wir verstehen uns als Dienst­
Zukunft vielleicht Wärme gewonnen werden. Die KVV ist Teil des Kreislaufs.
rundum Versorgung und Entsorgung
Energie für Kassel und Nordhessen
Kommunale Aufgaben im Ver- und Entsorgungsbereich sind vielfältig: Sie reichen in Kassel von
der Versorgung mit Gas, Wasser, Strom, Wärme über die Produktion von Strom, den Unterhalt von
Schwimmbädern bis hin zum Einsammeln und Verwerten von Müll, zur Telekommunikation und
rativen Energien oder auch Wärmekomplettpakete können
die Kunden heute bei dem Kasseler Versorger erhalten.
Die STW ist für ihre Kunden der Rundumdienstleister: viele
Aufgaben, ein Ansprechpartner. Dafür geht das Unter­
zum Datenaustausch.
nehmen auch gezielt neue Wege. Sei es die Kooperation
mit dem lokalen Handwerk für das Produkt „WärmeService
privat“ oder das neu eingeführte Beschwerdemanagement,
das Kundenreaktionen systematisch erfasst, bearbeitet und
analysiert. Für die Kunden ist erlebbar, dass sich aus den
Stadtwerken ein moderner Energiedienstleister entwickelt
hat. Deshalb geht das Unternehmen auch verstärkt den
Weg, Kunden direkt und vor Ort anzusprechen. Sei es
über persönliche Anschreiben, verstärkte Messepräsenz,
Sonderausstellungen im Kundenzentrum oder Förder- und
Bildungsprogramme in Schulen.
Kundenorientierung ist die Beschreibung dafür, dass
der Kunde im Mittelpunkt steht. Für ihn werden neue
Angebote entwickelt – von Versicherungsprodukten für das
Haus, Thermo­grafieuntersuchungen für Gebäude bis hin
zum Kälte- und Wärmekomplettpaket. Auf den Kunden
wurde auch die Kommunikation des Unternehmens neu
zugeschnitten. Unabhängig, ob Marketing oder Presse­
arbeit: Das Unternehmen soll für den Kunden als seine
Marke erfahrbar werden. Dafür werden in allen kommunikativen Botschaften vier zentrale Werte vermittelt: Sympathie, Professionalität, Modernität sowie regionale Verbundenheit. Denn Ziel der Kommunikation ist, Transparenz
und Verantwortung gegenüber den Kunden, aber auch
Weithin sichtbare und bei den Kasselern beliebte Imagekampagne der Städtische Werke AG: Unser Herz schlägt in Kassel. Mit
gegenüber der Stadt als Eigentümer, zu zeigen.
erkennbarem Bezug auf Kassel, seine Bürger und Symbole.
Kasseler Fernwärme GmbH
Je komplexer diese Aufgaben sind, desto spezifischer
wärme GmbH als auch die Müllheizkraftwerk Kassel GmbH
Fernwärme ist ökologisch sinnvolle Wärme. Denn sie wird
ausgerichtet muss das Unternehmen sein, das sie erfüllt.
und die Kraftwerk Kassel Verwaltungsgesellschaft mbH
zum Großteil in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-
Deshalb hat die KVV unter ihrem Dach ein Netzwerk von
zurück. Hinzu kommen die Kasseler Entsorgungsgesell-
anlagen produziert. Das heißt, Wärme und Strom fallen
Beteiligungen und verbundenen Unternehmen geschaffen,
schaft mbH, die Netcom Kassel Gesellschaft für Tele­
im selben Produktionsprozess an. Die Kasseler Fernwärme
die in ihrem Aufgabengebiet hoch spezialisiert agieren.
kommunikation mbH sowie die DORKOM Beratungsgesell-
GmbH (KFW) betreibt dafür drei Heizkraftwerke und vier
Untereinander nutzen die Töchter und Schwesterunter-
schaft mbH mit Sitz im polnischen Bytom.
Heizwerke an drei Standorten in Kassel. Hinzu kommen An-
nehmen Synergien und schaffen dadurch Wachstums­
potenziale.
28
lagen, die die KFW für Kunden betreibt. Dadurch kann der
Städtische Werke Aktiengesellschaft
KVV-Konzern auf einen Eigenteil in der Stromerzeugung
Zu den klassischen Kernaufgaben von Stadtwerken – die
von 50 Prozent zurückgreifen.
Die Städtische Werke AG ist dabei mit 970 Mitarbeitern
Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Wärme – kom-
und einem Umsatz von 352 Millionen Euro das größte
men immer neue hinzu. Die Städtische Werke AG (STW)
Im Mittelpunkt der Vertriebsprojekte standen auch 2006
KVV-Unternehmen der Versorgungssparte und zugleich
berät heute Privat-, Gewerbe- und Industriekunden in allen
die Netzerweiterung sowie Verdichtungsmaßnahmen. So
eines der größten Versorgungsunternehmen Nordhessens.
Fragen rund um die Energieeffizienz und -einsparung. Aber
wurde das Großprojekt „Technologiepark Marbachshöhe/
Auf ihre Mitarbeiter greifen sowohl die Kasseler Fern-
auch Trinkwasserdienstleistungen, Hilfestellung zu regene-
Konversion Lüttich-Kaserne“ mit einem Anschlusswert
29
rundum Versorgung und Entsorgung
Mit ruhiger Hand in den Verbrennungsofen – Müll auf seinem Weg zur
Wärme.
von 2,9 MW 2006 fertig gestellt. Daneben wurden die
der Biomasseverordnung nach dem Erneuerbare-Ener-
unwesentlich verändern werden. Parallel zum Geneh-
Haupttrassen der Fernwärme-Transportleitung Westspange
gien-Gesetz (EEG) am Standort Kraftwerk Kassel an der
migungsverfahren wird die Beschaffung der benötigten
verlegt.
Dennhäuser Straße. Das Projekt befindet sich aktuell in der
Klärschlamm-Mengen in Angriff genommen.
Im westlichen Teil der Stadt erfolgte der Ringschluss der bis-
Planungs- und Genehmigungsphase. Zukünftig sollen hier
herigen Endstränge im Fernwärmenetz, um die Versorgung
Holz und Altholz als Energieträger zur Strom- und Wärme­
Müllheizkraftwerk Kassel GmbH
in diesem Gebiet zu sichern.
erzeugung genutzt werden. Die geplante Feuerungs­
Das Müllheizkraftwerk Kassel garantiert die sichere Müll­
wärmeleistung der KWK-Anlage liegt bei rund 62,5 MW.
entsorgung für die Stadt Kassel und die beiden Landkreise
Ende 2006 erfolgte die Einigung mit der Thyssen Hen-
Am Standort Fernwärmekraftwerk Kassel (FKK) hat sich
Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder. Mit der Stadt
schel GmbH zur weiteren Wärmeversorgung des Industrie-
der 2005 eingeführte Brennstoffmix aus Rohbraunkohle,
und den Landkreisen bestehen langfristige Entsorgungs­
gebietes Mittelfeld. Es ist geplant, das zurzeit über das HKW
Braunkohlebriketts, tschechischer Hartbraunkohle und
verträge. In umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung
Mittelfeld versorgte Inselnetz bis Mitte 2009 an das Fernwär-
­Ballastkohle bewährt. Für die geplante Mitverbrennung
erzeugt die Anlage Strom und Fernwärme, die vollständig
menetz der KFW anzuschließen. Die zukünftige Wärmeleis-
von Klärschlamm oder Ersatzbrennstoffen ist der erfor-
in die Netze der Schwesterunternehmen STW und KFW
tung liegt bei 25 MW Dampf und 21 MW Fernwärme.
derliche Genehmigungsantrag erstellt. Hierfür bestätigt
eingespeist werden.
Die KFW plant den Bau eines Biomasse-HKW im Sinne
ein Gutachten, dass sich die Emissionen nicht oder nur
Fernwärmeabgabe im 5-Jahres-Verlauf in GWh
540
501,6
+2,2
519,8
+3,7
525,9
+1,2
504,8
–4,0
510,3
+1,1
Abfall im Auftrag ihrer Kunden in externen Anlagen
entsorgt. Dies erfolgte vorwiegend über den Mengen­
austausch mit dem Landkreis Kassel.
520
Thermisch behandelte Abfallmengen im 5-Jahres-Vergleich
in Tonnen/a
500
180.000 149.712
480
2002
2003
2004
2005
2006
Im Geschäftsjahr 2006 arbeitet die MHKW erstmals ganzjährig mit den beiden Landkreisen zusammen. So wurden
2006 insgesamt 186.000 Tonnen Abfall angeliefert – im
Vorjahr 179.000. Auf „Die Stadtreiniger Kassel“ entfielen
82.063 Tonnen – Vorjahr 84.730 –, auf die Landkreise und
Fernwärme aus eigenen Kraftwerken – in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt.
158.748
151.328
173.632
176.354
2003
2004
2005
2006
170.000
160.000
150.000
140.000
2002
gewerbliche Kunden 103.838 Tonnen – Vorjahr 94.294.
Durch die Aufnahme eines Probebetriebes in der Sortieranlage im Jahr 2006 wurde die Kapazität für die Zunahme
Kraft-Wärme-Kopplung – mehr Effizienz im Kraftwerk
Karl-Heinz Schreyer, Bereichsleiter Strom- und Fernwärmeerzeugung, Städtische Werke AG
Die Kraft-Wärme-Kopplung ist aus zwei Gründen interessant. Bei der gemeinsamen Erzeugung
von Strom und Wärme wird weniger Brennstoff benötigt als bei getrennter Erzeugung. Der ein­
gesetzte Brennstoff wird effizienter genutzt und damit werden Ressourcen geschont.
Weniger Brennstoffeinsatz bedeutet auch weniger CO2-Emissionen bei der Strom- und
von Müllmengen deutlich gesteigert.
Der geringe Heizwert des angelieferten Mülls und die gute
Verfügbarkeit der Anlage sorgten dafür, dass die Durchsatzmenge gegenüber dem Vorjahr weiter stieg. Insgesamt
wurden 176.354 Tonnen – Vorjahr 173.632 – thermisch
behandelt. Weitere 4.752 Tonnen wurden zwischengelagert und Anfang 2007 verbrannt. Rund 1.000 Tonnen
Wertstoffe, wie zum Beispiel Kunststofffolien, Holz und
Papier, wurden aussortiert und einer stofflichen Verwertung
zugeführt. Daneben hat die MHKW weitere 8.432 Tonnen
Fernwärme­erzeugung.
31
Wussten Sie eigentlich, …
… dass rund 120 Musiker, 140 Chorsänger, 2 Solisten und 20 Kilo­
watt Strom für die Beleuchtung nötig sind, um die 2. Symphonie
von Gustav Mahler stimmungsvoll in Szene zu setzen?
rundum Versorgung und Entsorgung
Rahmenbedingungen – weitere
Belastungen durch gesetzliche Vorgaben
Energiebeschaffung
Wichtigste rechtliche Rahmenbedingung war auch im Geschäftsjahr 2006 das im Juli 2005 in Kraft
Der seit Jahren bestehende Trend kontinuierlich steigender Strombeschaffungskosten wurde 2006
getretene Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Ziel ist, den Markteintritt für Wettbewerber zu verein­
erstmals wieder gebrochen. Das Portfoliomanagement der Städtische Werke AG konnte günstige
fachen und die Netzentgelte zu senken. Hinzu kommt das Unbundling, also die Entflechtung von
Einkaufsphasen nutzen, um gezielt günstigen Strom einzukaufen.
Netz und Energie.
Die Beschaffung erfolgt in enger Abstimmung mit der
Terminmärkten. Mildernd hat sich der Einkauf über
Da die STW weniger als 100.000 an das Netz angeschlos-
emotional geführten Debatte um die Rechtmäßigkeit von
­Eigenerzeugung der Schwester- beziehungsweise Tochter­
die Gas-Union GmbH ausgewirkt, an der die STW mit
sene Kunden hat, ist die unternehmensrechtliche Trennung
Energiepreisen. Dies betraf auch die STW. Ein Ende der
unternehmen MHKW und KFW. Vorteilhaft ist die gestie­
10,1 Prozent beteiligt ist. Die Einkaufsgemeinschaft verfügt
von Vertrieb und Netz aus Sicht des Unternehmens nicht
Debatte ist nicht zu erwarten, da die Genehmigungspflicht
gene Unabhängigkeit vom Markt durch die Gasturbine 2
über verschiedene Beschaffungsoptionen und konnte wie
notwendig. Die Regulierungsbehörden gehen allerdings
der Strompreise nach Bundestarifordnung im Jahr 2007
der KFW. Die erzeugten Mehrmengen wurden ins Strom­
in den vergangen Jahren durch gebündelte Nachfrage
von einer höheren Kundenzahl aus. Neben die bereits
ausläuft. Das Bundeswirtschaftsministerium hat allerdings
portfolio der STW übernommen. Trotz teils spürbar ge-
güns­tige Preise realisieren. Dennoch stiegen durch die ho-
2005 in Kraft getretenen Netzzugangs- und die Netzent-
schon angekündigt, gegebenenfalls über das Kartellrecht
sunkener Stromeinkaufspreise bleiben das allgemein hohe
hen Ölnotierungen und Spotmarktpreise die Bezugskosten.
geltverordnungen traten Grundversorgungsverordnungen
eine verstärkte Missbrauchskontrolle durchzuführen.
Niveau und die hohe Volatilität bestehen.
Zum 11. Juli 2006 hat die BNetzA eine weitere Festlegung
Die Gasbeschaffung war durch steigende und hohe Preise
zu Geschäftsprozessen und Datenformaten zur Belieferung
geprägt. Der Grenzübergangspreis, der für die Erdgasim-
Die Kalkulation der Netzentgelte, die durch die Bundes-
von Kunden mit Elektrizität getroffen. Der Lieferanten-
porteure gilt, ist im Vergleich zum Vorjahr 2005 um
netzagentur (BNetzA) genehmigt werden muss, wurde
wechsel soll so vereinfacht werden. Die Vorgaben sind
32,3 Prozent gestiegen. Erheblich über Vorjahresniveau
für Strom fristgerecht zum 31. Oktober 2005, für Gas
bis zum 1. August beziehungsweise 1. Oktober 2007
lagen auch die Preise an den internationalen Spot- und
zum 30. Januar 2006 eingereicht. Im April 2007 lag noch
umzusetzen. Der Aufwand zur Anpassung der DV-Systeme
kein rechtsgültiger Bescheid vor. Aus Sicht der STW und
ist hoch. Wegen fehlender Kapazitäten ist bereits jetzt
anderer Strom- und Gasnetzbetreiber stehen die Vorga-
absehbar, dass weder Software- und Beratungshäuser
ben der Regulierungsbehörden zur Netzentgeltkalkulation
noch die Netzbetreiber diese Terminvorgaben werden
im Widerspruch zur eigenen Auslegung. Wie die aktuell
halten können. Die erheblichen Zusatzkosten durch die
laufenden Klageverfahren gegen die Regulierungsbehör-
Umstellung werden in die Netzentgeltkalkulation einfließen
den ausgehen, bleibt abzuwarten. Kritisch ist allerdings,
und die Netzkosten weiter steigen lassen. Den Preis dafür
dass die Klagen keine aufschiebende Wirkung haben. Die
zahlen alle Kunden.
für Gas und Strom. Sie lösen die alten Allgemeinen Versorgungsbedingungen ab.
Genehmigungen wurden in der Regel bis zum 31. Dezember 2007 bei Strom und 31. März 2008 bei Gas ausgesprochen – obwohl es sich um die Netzanträge für das Jahr
2006 handelt. Die Umstellung der Netzentgeltgenehmigung auf die Anreizregulierung wurde vom 1. Januar 2008
Emissionshandel
Dr. Frank Hoster, Leiter Energiewirtschaft, Trading, Städtische Werke AG
Der CO2-Ausstoß ist für den Klimawandel mitverantwortlich. Durch die Zuteilung und den Handel
auf den 1. Januar 2009 verschoben. Für das Jahr 2008
von CO2-Emissionszertifikaten sollen unnötige Emissionen reduziert werden. Den Anstoß zum Han­
werden also erneut Netzentgeltanträge notwendig sein.
del mit den Verschmutzungsrechten gab 1997 das Kyoto-Protokoll.
Trotz stark gestiegener Großhandelspreise für Strom
hatte die Landeskartellbehörde als zuständige hessische
Genehmigungsinstanz die Anträge aller Energieversorger
auf Preisanpassung nicht beschieden – obwohl sie nach
Bundestarifordnung Elektrizität (BTOElt), auf deren Basis
die Anträge erfolgten, zur Bearbeitung verpflichtet war.
Preiserhöhungen wegen gestiegener Beschaffungskosten
wurden erst zum 1. Januar 2007 bewilligt. Das Vorgehen der Behörde steht vor allem auch im Zwielicht der
in den Medien und unter den Kunden sehr intensiv und
Hinter dem Zertifikatehandel steht die Idee, Unternehmen zu belohnen, die mit ihren Anlagen weni­
ger CO2 produzieren. Die frei werdenden Zertifikate dürfen sie dann verkaufen. Der Handel mit den
Zertifikaten erfolgt an der Leipziger Strombörse oder direkt zwischen den Marktteilnehmern.
In der Europäischen Union fiel der Startschuss zur Zuteilung und zum Handel am 1. Januar 2005.
Nach heutigem Stand sind 1.200 Anlagenbetreiber in Deutschland von dem Zertifikatehandel betrof­
fen. Nach dem Kyoto-Abkommen muss die EU bis 2012 ihren Ausstoß von Treibhausgasen um acht
Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Inzwischen hat sie sich bis 2020 auf eine Senkung um
mindestens 20 Prozent verpflichtet.
34
rundum Versorgung und Entsorgung
Stromversorgung
Die beiden Umspannwerke Kraftwerk Kassel und Sandershausen speisen aus dem umliegenden
Stichwort Anreizregulierung
Dr. Thorsten Ebert, Leiter Finanzen, Controlling, Unternehmensentwicklung,
Hochspannungsnetz Strom in das Kasseler Verteilnetz ein.
Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH
Netzbetreiber sollen die Produktivität ihrer Netze ­erhöhen, um die Netzkosten für Kunden zu re­
duzieren. Der Regulierer legt eine Obergrenze für Netzentgelte fest, die sich an dem effizientesten
vergleichbaren Netzbetreiber orientiert. Die Obergrenzen sinken jährlich nach einem vorab festge­
legten Umfang der erwünschten Produktivitäts­steigerung. Gelingt es einem Netzbetreiber, seine
Die früher übliche 60-kV-Übertragungstechnik wird seit
mit dem Partner DaimlerChrysler errichtet wurde. Es ging
1993 konsequent auf 110-kV-Technik umgestellt. Neu
im Jahr 2006 erfolgreich ans Netz und ersetzt zwei ältere
gebaute Betriebsmittel und neue Hochspannungskabel
Umspannwerke. Die Versorgungssicherheit des Daimler-
können auf beiden Spannungsebenen betrieben werden.
Chrysler Achsenwerkes und des gesamten Industrieparks
Im Rahmen des Netzkonzeptes findet sich auch der
Mittelfeld profitiert von dem neuen Umspannwerk.
Neubau des Umspannwerkes Mittelfeld, das gemeinsam
Stromabsatz im Städtische Werke-Netz
Produktivität schneller in einem größeren Umfang zu steigern, profitiert er bis zum Ende von der
Regulierungsperiode von dieser Differenz. Nach Ablauf des Zeitraums wird die Obergrenze an die
höhere Produktivität angepasst.
Die Höchstlast des Netzes betrug 167,3 MW.
Stromverkauf in GWh im 5-Jahres-Verlauf
Die Benutzungsdauer der Höchstlast lag bei 5.965 h.
(inklusive Verkauf in fremde Netzgebiete)
Die nutzbare Abgabe im Netzgebiet lag bei 902,1 GWh.
1.000
900
Vertrieb und Marketing –
neue Märkte und Kunden gewinnen
500
300
Fernwärmeprojekten auch für die KFW und MHKW.
200
100
hofsiedlung mit der Gemeinnützige Wohnungs­gesellschaft
Nordhessen aktiv – beispielsweise mit dem neu gegründe-
mbH Hessen (GWH) wurde um zehn Jahre verlängert.
ten Unternehmen Bayerische Rhön Energie GmbH (BRE)
Ebenfalls für die GWH übernimmt die STW die Wärme­
mit Sitz im nordbayerischen Hammelburg. Das Kasseler
versorgung ihrer Liegenschaften in Fritzlar, Marburg,
Unternehmen tritt hier als Partner auf, der das technische
­Korbach und Fulda im Rahmen eines 15-jährigen
Know-how für den Bau und Betrieb größerer Anlagen zur
­Contracting-Vertrages. Die Gesamtleistung dieses Auftrages
Verfügung stellt. Der Beitritt zur ebenfalls neu ­gegründeten
beträgt 5,1 MW.
Trianel Service Gesellschaft erfolgt zwar erst 2007, aber
auch in diese Stadtwerkskooperation bringt die STW ihr
Nach einer europaweiten Ausschreibung des Freistaates
Wissen als umfassender Energiedienstleister ein. Ziel der
Bayern gewann die STW die Versorgung mit Wärme und
Kooperationen: Zugang zu neuen Kunden und neues
Prozessdampf für den Kurbetrieb in Bad Kissingen. Der Be-
Akquisepotenzial auf neuen Märkten. Dadurch können
trieb mit einer Wärmeleistung von 2,5 MW begann Mitte
in Kassel neue Arbeitsplätze geschaffen und vorhandene
2006. Ebenfalls Prozessdampf und Druckluft stellt die STW
gesichert werden.
einem Bad Wildunger Spezialisten für gehobene Badausstattung zur Verfügung. Kernstück der 13-MW-Anlage ist
eine komplett neue Regel- und Steuertechnik, die vollständig von der Kasseler Leitwarte gefahren werden kann.
850
783
795
Gesamt
Stromverkauf 2006
600
Die Energiedienstleistungen entwickeln sich zu einem stetig wachsenden Geschäft für die STW – bei
Die STW ist auch außerhalb ihrer eigentlichen Kernregion
841
700
400
Der Fernwärmeversorgungsvertrag der Kasseler Brücken­
842
800
0
492
328
472
478
346
350
448
Sondervertragskunden
340
335
Privatkunden
Eigenverbrauch
432
22
23
22
11
12
2002
2003
2004
2005
2006
Sondervertragskunden 448 GWh 56,4 %
Privatkunden
Eigenverbrauch
335 GWh 42,1 %
12 GWh
1,5 %
Moderne 110-kV-Technik
Eugen Rittmeyer, Leiter Technik Netze, Städtische Werke AG
Die Umstellung auf 110-kV-Netzspannung bietet verschiedene Vorteile. Zum
einen lässt sich im Vergleich zur 60-kV-Technik die doppelte Menge elektrischer
Energie über Hochspannungskabel und Anlagen transportieren und wir können
dadurch die Anlagenstückzahlen deutlich reduzieren.
Die internationale Normspannung von 110 kV ist auch in Deutschland Stand
der Technik. Neue Betriebsmittel, wie Umspanner, sind in 110-kV-Technik nicht
teurer als in 60-kV-Technik.
36
00
Wussten Sie eigentlich, …
… dass nur 0,07 m³ Erdgas nötig sind, um Ihre Pellkartoffeln
zur echten Kasseler Grünen Soße gar zu kochen? Und Wasser
für gerade mal 0,03 Cent.
rundum Versorgung und Entsorgung
Gasversorgung
Wasserversorgung
Die Städtische Werke AG versorgt Kassel, Fuldatal, Lohfelden und Niestetal mit Erdgas.
Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Und es steht immer und fast überall zur Verfügung. In bester
Qualität und immer in ausreichender Menge. In Kassel und im Umland garantiert das die Städtische
Um durch größere Beschaffungsvolumen günstigere
sollen bisher ungenutzte Kapazitäten durch Verdichtung
Marktkonditionen zu erzielen, ist die STW an der Einkaufs-
und Aktivierung nicht mehr verwandter Hausanschlüsse
gemeinschaft Gas-Union mit 10,1 Prozent beteiligt. Der
erschlossen werden. Dazu werden gezielte telefonische
gebündelte Einkauf verschafft eine gewisse Unabhängigkeit
und schriftliche Akquiseaktionen eingesetzt.
von Marktschwankungen.
Werke AG.
In den Städten Kassel und Vellmar ist die STW der lokale
Die Landeskartellbehörde hat 2006 von der STW und
Wasserversorger. In Calden und Fuldabrück gewährleistet
anderen hessischen Wasserversorgern umfangreiche Daten
Gasabsatz
die STW die Betriebsführung. Für den Wasserbeschaf-
abgefragt, um zu überprüfen, ob missbräuchlich über-
Im Gasversorgungsbereich hat die STW ihre seit 2003 lau-
Die höchste Tagesbelastung betrug 36,5 GWh.
fungsverband Dörnberg der Gemeinden Ahnatal und
höhte Preise existieren. Aus Sicht der STW zeigen diese
fende Marktoffensive fortgesetzt. Im vorhandenen Gasnetz
Die Absatzmenge stieg auf 5.635 GWh.
Habichtswald übernimmt das Unternehmen ebenfalls die
Daten – gerade auch in Verbindung mit den in den ver-
technische Betriebsführung. Damit ist die STW der größte
gangenen Jahren bereits durchgeführten Optimierungen
Wasserversorger Nordhessens.
– dass die STW Wasser zu angemessenen Preisen liefert.
In der Wasserversorgung gewährleisten freiwillige Bench-
Wasserabgabe im Städtische Werke-Netz
marking-Projekte die fortlaufende Modernisierung. Ziel
Die Wassergewinnung sank auf 12,08 Mio m3.
der STW ist, die Bau-, Instandhaltungs- und Betriebskosten
Das Tagesmaximum der Abgabe lag bei 40.014 m3.
Gasverkauf in GWh im 5-Jahres-Verlauf
6.000
5.500 5.374
5.000
5.480
5.523
5.486
5.635
Gesamt
stetig zu senken. Vor dem Hintergrund weiter sinkenden
Wasserverbrauchs der Bevölkerung müssen zudem die
4.500
Wassergewinnungs-, Aufbereitungs- und Verteilsysteme
optimiert werden. Das findet allerdings nicht auf Kosten
Gasverkauf 2006
4.000
der derzeit hohen Versorgungsqualität statt.
3.500
2.832
2.846
2.838
1.486
1.566
1.571
1.561
945
954
987
950
3.000 2.815
2.837
Wiederverkäufer
1.757
Sondervertragskunden
2.500
2.000
1.500
1.000
912
Privatkunden
500
0
128
128
119
137
129
2002
2003
2004
2005
2006
Eigenverbrauch
Wiederverkäufer
2.837 GWh 50,3 %
Sondervertragskunden
1.757 GWh 31,2 %
Privatkunden
912 GWh 16,2 %
Eigenverbrauch
129 GWh
2,3 %
Wasserverkauf in Tsd. m3 im 5-Jahres-Verlauf
Gas, der preisgünstige und
umweltfreundliche Energieträger.
12.000 11.679
11.000
10.000 9.706
9.000
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000 1.515
1.000
458
0
2002
11.549
11.367
11.182
11.073 Gesamtverkauf
9.680
9.529
9.360
9.257
Privatkunden
Wasserverkauf 2006
1.486
1.515
1.474
1.450
383
323
348
366
2003
2004
2005
2006
Sondervertragskunden
Eigenverbrauch
Privatkunden
9.257 m³ 83,6 %
Sondervertragskunden 1.450 m³ 13,1 %
Eigenverbrauch
366 m³
3,3 %
41
Wussten Sie eigentlich, …
… dass Hans-Georg B. zwar nicht besser riechen kann als Waldi –
dafür aber sein Gaslecksuchgerät? Und dass er und seine Kollegen
ganz Kassel einmal im Jahr komplett ablaufen?
rundum Versorgung und Entsorgung
Schwimmbäder
Wärmemarkt
Die STW betreibt im Auftrag der Stadt Kassel die öffentlichen Schwimmbäder: die Freibäder
Auf dem Wärmemarkt konkurrieren die leitungsgebundenen Wärmeträger Gas, Fernwärme und
Harles­hausen, Wilhelmshöhe und das Schwimmstadion am Auedamm sowie das Stadtbad Mitte
Strom mit dem von Versorgungsleitungen unabhängigem Heizöl. Erdgas und Fernwärme profitieren
und die beiden Hallenbäder Ost und Süd.
von dem Trend weg vom Heizöl.
Durch sich ändernde Freizeitgewohnheiten und -angebote
Für die Freibäder ist das Wetter das entscheidende
Vergleichsweise umweltfreundlich sind Erdgas und Fern-
sinken die Besucherzahlen seit Jahren kontinuierlich. Dem
­Kriterium. In kalten und verregneten Sommern besuchen
wärme. Unterstützt wird der Trend zu ihnen nicht zuletzt
versuchen die Kasseler Bäder durch abwechslungsreiche
wenige Badegäste die Freibäder der Stadt, in heißen Som-
durch erfolgreiche Marketingmaßnahmen. In Kassel haben
Fitness- und Sportangebote für alle Altersgruppen ent­
mern wie 2003 steigen die Besucherzahlen. Im Jahr 2006
es die STW und die KFW geschafft, ihre bestehenden
gegenzuwirken.
lagen sie mit knapp 180.000 leicht über Vorjahresniveau.
Anlagen besser auszulasten. Erfolgreich erweiterten die
Nutzwärmemarkt nach Energiearten in Kassel in MWh/a
Öl und andere
391.454 MWh/a, 11,3 %
Unternehmen das Fernwärmenetz durch den Technologie-
Besucherzahlen der Bäder in Tsd. im 5-Jahres-Verlauf
park Marbachshöhe/Lüttich-Kaserne mit einem Anschlusswert von 2.885 kW. Der Marktanteil der Fernwärme am
500
Wärmemarkt stieg deshalb in Kassel erneut an – trotz eines
476
insgesamt rückläufigen Wärmebedarfs. Ständige Moderni-
450
400
350
390
368
387
sierungen des vorhandenen Haus- und Wohnungsbestan-
Besucher
des und effizientere Wärmedämmungen neuer Immobilien
353
187
189
150
100
50
des.
258
250
200
verbessern den energetischen Zustand des Gesamtbestan-
Besucher 2006
300
152
Leitungsgebundene Energie
3.072.743 MWh/a, 88,7 %
186
186
138
176
182
Hallenbäder
180
Freibäder
Gas
Fernwärme
Strom
2.248.264 MWh/a 64,9 %
789.837 MWh/a 22,8 %
34.642 MWh/a
1,0 %
Öl und andere 391.454 MWh/a 11,3 %
29
29
29
28
0
2002
2003
2004
2005
25
Sonstige Einrichtungen
2006
Hallenbäder
182 Tsd. 47,0 %
Entwicklung der Anschlussleistung und der Wärmehöchst-
Freibäder
180 Tsd. 46,5 %
leistung
Sonstige Einrichtungen 25 Tsd.
Summe 2006:
3.464.197 MWh/a 100 %
6,5 %
Energieart
Freibäder und das Wetter
Jens Herbst, Leiter Bäderbetriebe, Städtische Werke AG
Bei Freibädern hängt alles vom Wetter ab.
Gas
Fernwärme
Strom
Anschlusszuwachs
MW 2006
Installierte Anschlusswerte
MW gesamt
Veränderungen %
gegenüber Vorjahr
Wärmehöchstleistung
MW 2006
23,4
926
2,6
777,8
8,5
350,5
2,5
234,8
0
34
0
6,1
Ohne den verregneten August hätten deutlich mehr Badegäste
unsere Freibäder im Jahr 2006 besucht.
Wasser ist Leben. Und Wasser ist Erfrischung. In den Kasseler
Schwimmbädern garantiert.
00
45
rundum Versorgung und Entsorgung
Netcom Kassel: ganz nah am Kunden –
Beratung vor Ort und unter einem Dach.
Im KVV-Kundenzentrum in der Kasseler
Kurfürsten Galerie.
Die Neue Mühle an der Fulda. Heute
ein Technikmuseum – und seit 1891 ein
Wasserkraftwerk, das umweltfreundlichen
Strom produziert.
Telekommunikation (Netcom Kassel)
Die Netcom Kassel bringt seit 1997 neue Ideen und Konzepte auf den Telekommunikationsmarkt
Entsorgungsdienstleistungen (KEG)
Kassels und Nordhessens. Das Unternehmen profitiert dabei von dem Konzernverbund mit Arcor
und der Zusammenarbeit mit den Unternehmen des KVV-Konzerns.
Die Kasseler Entsorgungsgesellschaft mbH (KEG) sammelt und verwertet hauptsächlich gewerbliche
Abfälle aus dem Landkreis Kassel. Außerdem tritt sie als Makler für externe Entsorger auf.
Die Netcom Kassel bietet nicht nur Produkte der Sprach-
Die Netcom Kassel expandiert weiter konsequent im nord-
übertragung, sondern auch im Bereich Internet an. Den
hessischen Raum. So hat sie im abgelaufenen Geschäftsjahr
Die KVV und der Landkreis Kassel halten je 50 Prozent
dem Eigenbetrieb Abfallentsorgung Kreis Kassel (AKK) die
steigenden Ansprüchen im Privatkundensektor kommt sie
(1. April 2006 bis 31. März 2007) die Ortsnetze Hofgeis-
der Anteile. Auch im Geschäftsjahr 2005 erzielte das
Einsammlungs- und Verwertungstätigkeit weiter ausgebaut
mit größeren Bandbreiten entgegen. So kann im Vermark-
mar, Grebenstein, Kaufungen und Hessisch Lichtenau
Unternehmen ein positives Ergebnis. Ziel der KEG ist, die
werden konnte. Zudem ist der Maklerbereich ebenfalls
tungsgebiet den Kunden flächendeckend ADSL 2+-Technik
erschlossen. Dabei mietet sie – wo möglich – das Lichtwel-
Entsorgungskapazitäten der Anteilseigner durch Stoff-
in Kooperation mit der AKK weiterentwickelt worden,
angeboten werden. Sie lässt hohe Geschwindigkeiten von
lenleiternetz der STW an. Der Kundenstamm stieg im Ge-
strom-Management optimal auszulasten. Dazu zählen auch
nachdem die Schließung vieler Deponien Mitte 2005 zu
bis zu 16 Mbit/s zu. Damit zählt das Unternehmen zu
schäftsjahr um 40 Prozent auf knapp 29.000, der Umsatz
die Anlagen der Müllheizkraftwerk Kassel GmbH (MHKW).
Entsorgungsengpässen geführt hat.
den technologischen Vorreitern am Markt. Das gilt auch
in Folge um rund 29 Prozent auf 10,6 Millionen Euro.
Erfreulich ist, dass durch die vertiefte Zusammenarbeit mit
für IPTV, das sich derzeit in der Testphase befindet: Ein
schneller DSL-Anschluss dient zugleich als Anschluss für
das Fernsehgerät. Abgerundet wird dieses Angebot durch
Ausblick
weitere Angebote wie zeitlich versetzten Empfang.
Beratung kommunaler Kunden (DORKOM)
Das Beratungsunternehmen DORKOM (Centrum Doradztwa Komunalnego Sp. z o. o.) ist ein Gemein­
schaftsunternehmen der KVV mit 49 Prozent der Anteile und dem Kommunalunternehmen für
Wasser und Abwasser der Stadt Bytom, Polen mit 51 Prozent der Anteile.
46
Die Energiemärkte werden auch in Zukunft in Bewegung
Es ist davon auszugehen, dass im Jahr 2007 erste Ent-
bleiben. Das betrifft zum einen die Preise von Energie-
scheidungen zu den Netzentgelten fallen werden. Fest
trägern, zum anderen die Unternehmen der Branche
steht, dass sie durch die Bundesnetzagentur teils erheblich
selbst. Durch den zunehmenden Markterfolg regenera-
gesenkt werden. Das dadurch bestehende Risiko sinkender
tiver Energien wird ihr Anteil in den kommenden Jahren
Erlöse wird durch Wachstum auf neuen Märkten versucht
kontinuierlich steigen. Das liegt nicht nur daran, dass
auszugleichen. Die Anreizregulierung wurde zwar um ein
sie wegen hoher Preise immer stärker als heimische und
weiteres Jahr auf 2009 verschoben, dennoch ist zu erwar-
ökologische Alternative betrachtet werden. Grund ist auch
ten, dass damit weiterer Druck auf die Erlöse der Energie-
ihre steigende Beliebtheit seitens der Politik. Die KVV ist für
versorger entsteht. Sicher ist aber, dass die Unternehmen
Die Gesellschaft berät hauptsächlich polnische Städte und
Ausschreibungen und die Bauleitung/-überwachung aus
diese Entwicklung gut gerüstet. Durch den international
der KVV bisher immer wieder gezeigt haben, wie durch
Gemeinden, Gebietsorganisationen sowie Industriekunden
einer Hand anbieten. Zum Beratungsspektrum zählen da-
steigenden Energiebedarf ist absehbar, dass der langfristige
konsequente Optimierung, Anpassung und Effizienzstei-
in Bereichen der Infrastruktur und der Daseinsvorsorge.
bei unter anderem Wasserversorgung/Stadtentwässerung,
Trend der Preisentwicklung aller Energieträger nach oben
gerung neue Potenziale erschlossen werden können und
DORKOM bietet eine umfangreiche Produktpalette an.
Fernwärmeversorgung, Straßenbeleuchtung, Abfallwirt-
zeigen wird. Der phasenweise Rückgang der Energiepreise
damit stabile Ergebnisse zu erwirtschaften sind. Und das
Für ihre Dienstleistung greift DORKOM auf die Kapazität
schaft, Öffentlicher Personennahverkehr, Verkehrsplanung
im Jahr 2006 ist auf sinkende Ölpreise durch einen milden
soll auch so bleiben.
und das Know-how ihrer Muttergesellschaften zurück. So
und die Bearbeitung kaufmännischer Fragestellungen
Winter und kurzfristig unter Druck geratene CO2-Zertifi-
kann DORKOM bei technisch orientierten Projekten die Be-
– beispielsweise Reorganisationsprojekte und Finanzie-
katspreise zu erklären. Mit einer Wiederholung ist nicht zu
darfsanalysen, Planungen, Wirtschaftlichkeitsrechnungen,
rungsfragen.
rechnen.
47
Wussten Sie eigentlich, …
… dass Werner G. jeden Tag, wenn er mit unserer Tram zur Arbeit
fährt, noch einmal für etwa fünf Minuten einschläft? Für uns das
schönste Kompliment an unseren Fahrkomfort.
52
Mit Bus und Tram in Kassel unterwegs – Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG)
55 Vertrieb und Marketing – offensiv Kunden gewinnen
58 Investition in die Zukunft
59 RegioTram – Verbindung von Stadt und Land
rundum Verkehr
62 Ausblick
Sie gehören ins Stadt- und Landschaftsbild von Kassel – die blauen Busse und Straßenbahnen. Bis zu
64 Regionalbahn Kassel GmbH (RBK)
65 KVV Verkehrsgesellschaft Nordhessen GmbH (KVN)
68 KVV Bau- und Verkehrs-Consulting Kassel GmbH (KVC)
Das Wichtigste in Kürze
Mobilität in Nordhessen lässt sich erfahren – und in Zahlen ausdrücken: 85 Kilometer Gleisstrecke,
3,75 Millionen Tramkilometer, 3,31 Millionen Kilometer im lokalen und 3,25 Millionen Kilometer im regio­
nalen Busverkehr, 3 Tram- und 24 Buslinien im lokalen Verkehr, in der Region 6 Tram- und 16 Buslinien.
170.000 Fahrgäste nutzen sie täglich und sind damit sicher, kostengünstig und umweltschonend mobil.
rundum Verkehr
Mit Bus und Tram in Kassel unterwegs
Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG)
Jedes Jahr werden im Tarifgebiet KasselPlus rund 52 Millionen Fahrten mit Bus und Tram getätigt –
rund 41 Millionen davon mit der KVG. Tendenz steigend. Egal, ob es zum Arzt, zur Schule, zur Arbeit
oder zum Freizeitvergnügen geht – die KVG ist immer dabei. Im Auftrag der KVG und ihrer Partner­
Bus in der Mauerstraße:
Immer in Bewegung – allein an
der Haltestelle Mauerstraße in
der Kasseler Innenstadt fahren
pro Werktag etwa 550 Busse ab.
unternehmen sind rund 370 Bus- und Tramfahrer beziehungsweise -fahrerinnen tätig. Sie sind nicht
nur direkt in Kassel, sondern auch in Nachbargemeinden, wie Baunatal, Lohfelden oder Söhrewald,
unterwegs. Wochentags beginnt der erste Dienst morgens um 3.30 Uhr, die Spätschicht dauert bis
etwa 1.00 Uhr. Am Wochenende ist das Fahrpersonal rund um die Uhr für seine Kunden im Einsatz.
Mit Inkrafttreten des geänderten Öffentlichen-Personen-
­Unternehmen zur Verfügung. Mit der Veröffentlichung von
nahverkehrs (ÖPNV)-Gesetzes in Hessen Ende 2005 ist
Netznutzungsbedingungen einschließlich eines Trassen-
die KVG nicht mehr Ersteller von Verkehr, sondern hat die
preiskataloges hat die KVG als erstes Straßenbahnunter-
Rolle des Bestellers übernommen. Im Auftrag der Stadt
nehmen Deutschlands die diskriminierungsfreie Nutzung
Kassel entwickelt und bestellt die KVG den lokalen Verkehr
ihrer Infrastruktur eingeräumt. Für den regionalen Verkehr
und die notwendige Infrastruktur. Fahrzeuge und Fahrer
zeichnet die KVG gemeinsam mit dem Nordhessischen
stellt sie gegen ein marktübliches Entgelt anderen ÖPNV-
VerkehrsVerbund (NVV) verantwortlich.
Aufgabenträgerschaft der KVG – Verkehrsangebot in der Stadt Kassel
2006
2006
Lokaler Verkehr
Regionaler Verkehr
Tram
6
3
Bus
16
24
Anzahl der Linien
Fahrzeugeinsatz Spitzenverkehr
Tram
Bus
60**
56
*
Fahrplankilometer (in Mio. km)
3,7**
3,3
Tram
Betriebslänge Gleis (im km)
Regelung setzt voraus, dass die Stadt ihre Ausgleichszah-
Hessen 2003 ein Instrument eingeführt, das den Wett-
lungen an die KVG um 2,2 Millionen Euro jährlich redu-
bewerb beflügeln soll, um so die Kosten zu senken. Dies
ziert. Einsparungen werden also weiter nötig sein.
Straßenbahnlinien sind bis Ende 2012 nicht vorgesehen.
208.000
175.000
*
85,1
Dazu kommen gesunkene Zuschüsse von Land und Bund.
Allein durch die Erlöse aus Ticketverkäufen kann diese
1,6
Fahrplanstunden
Bus
Unternehmen der Stadt Kassel, umgesetzt werden. Diese
Mit der Ausschreibung von Bus-Verkehren hat das Land
betrifft derzeit nur den Busverkehr. Ausschreibungen von
Tram
Bus
Rahmenbedingungen im öffentlichen Nahverkehr
Unter bestimmten Voraussetzungen können Busverkehre
Entwicklung nicht kompensiert werden. Die KVG führt des-
jedoch auch direkt, ohne Ausschreibung, an ein Verkehrs-
halb das bereits 2003 begonnene Optimierungsprogramm
unternehmen vergeben werden. Wichtigste zu erfüllende
„KVG-WiN“ weiter. Dessen Ziel ist es, durch die Steigerung
Voraussetzung dafür ist, dass die geringsten Kosten für die
von Erlösen sinkende Zuschüsse auszugleichen und gleich-
Allgemeinheit – das ist hier der Haushalt der Stadt Kassel
zeitig interne Ressourcen bestmöglich auszuschöpfen. Auf-
– nachgewiesen werden, wobei auch mögliche Belastun-
grund dieser und weiterer Maßnahmen zur Ertragssteige-
gen durch Sozialplankosten ins Kalkül gezogen werden
rung konnte das mit der Stadt Kassel vereinbarte Ergebnis
Für den regionalen Verkehr in der Aufgabenträgerschaft des NVV besteht eine Mitverantwortung der KVG; die angegebenen
müssen. Eine solche Direktvergabe des Stadtbusverkehrs
von –14,5 Millionen Euro erreicht werden.
Werte beziehen sich auf die Leistung der jeweiligen Linien im Kasseler Stadtgebiet.
konnte 2006 an die NB Nordhessenbus GmbH (NB), ein
*Nur für die Gesamtlinien darstellbar. / **Ohne Tram Lossetal.
52
53
rundum Verkehr
Vertrieb und Marketing –
offensiv Kunden gewinnen
Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass sich die KVG in
„bestellt“ daher auf der Grundlage des Nahverkehrsplanes
einem Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Handeln
die Verkehrsleistungen. Kostenneutral oder gewinnbrin-
und der Erfüllung der Bedürfnisse der Kasseler Bürger
gend für die Stadt Kassel könnte Öffentlicher Personennah-
befindet. Diese erwarten ein gutes ÖPNV-Angebot auch
verkehr nur betrieben werden, würde man das Angebot
zu Zeiten, an denen nur wenig Nachfrage herrscht, wie in
drastisch reduzieren oder für eine Fahrt in Kassel statt wie
den Abendstunden oder am Wochenende. Die Stadt Kassel
bisher 1,80 Euro mindestens das Doppelte verlangen.
Der gemeinsame Marktauftritt von KVG und
Nordhessischer VerkehrsVerbund wurde durch
abgestimmte Marketing­aktivitäten weiter
ausgebaut.
Ein wichtiges Projekt ist die Entwicklung der „Nordhessen-
„Die Lossetalbahn war das
Highlight des Hessentages“
Jürgen Herwig, Bürgermeister von Hessisch Lichtenau
Karte 60plus“ in Zusammenarbeit mit Seniorenorganisationen. Die Jahreskarte für Menschen ab 60 Jahren soll 2007
eingeführt werden und ist im ganzen NVV-Gebiet gültig.
Neue Angebote wie dieses zielen darauf, Kundenpotenziale
Direktvergabe
Dass sich eine Direktvergabe des Busverkehrs im Vergleich zur Ausschreibung sogar für die Stadt
Kassel lohnt, zeigt die Rechnung eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers über einen Zeitraum bis zum
Jahr 2014. Sie hat ergeben, dass eine Ausschreibung die Allgemeinheit zirka 96 Millionen Euro kosten
würde. Stattdessen würde die Direktvergabe – unter Berücksichtigung aller Sparmaßnahmen – zu
Kosten von etwa 78 Millionen Euro führen. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig
zur Anwendung der EU-Verordnungen ist auch klar, dass die Vergabe rechtssicher erfolgte – unter der
Voraussetzung, dass die Kosten eines „durchschnittlichen, gut geführten Unternehmens“ nicht über­
schritten werden.
zu heben und die Fahrgastzahl zu steigern.
Eine wichtige Rolle spielte auch die bereits seit April 2005
Durch eine intensivierte Verkaufsförderung wurden 2006
bestehende Vertriebs- und Tarifkooperation im Bereich
aber auch weitere Zielgruppen angesprochen. Schwer-
„Carsharing“, bei der jeder Besitzer einer Jahreskarte die
punkte lagen auf: Jobticketakquise, Neubürgerwerbung,
Möglichkeit hat, vergünstigt auf ein Carsharing-Fahrzeug
Kundenbindung- und Aborückholaktionen sowie dem
zurückzugreifen. Sie wurde besonders bei den Fahranfän-
Projekt „Mitarbeiter werben Kunden“. Zudem wurde
gern und Führerscheinneulingen beworben.
in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Kassel das
„DiakonieTicket“, eine vergünstigte Monatskarte, ­speziell
Im Vordergrund der strategischen Marketingaktivitäten
für Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozial­
stand angesichts steigender Benzinpreise das Thema „Preis­
hilfe und Leistungen zur Grundsicherung, eingeführt.
würdigkeit“ des ÖPNV. Aus diesem Grund wurde die schon
2005 erfolgreich durchgeführte Kampagne „Monatskarte
günstiger als eine Tankfüllung“ im Frühjahr 2006 wiederholt und durch die Verteilung eines Benzinkostenkalkulators an alle Kasseler Haushalte im Herbst weiterentwickelt.
Auch der Umweltschutz wurde 2006 thematisiert. Mit
Plakaten in den Fahrzeugen und kostenlosen Postkarten
wurde auf die Feinstaubproblematik aufmerksam gemacht.
Hessentag 2006
Der Hessentag 2006 in Hessisch Lichtenau war für die
KVG im Auftrag der Regionalbahn Kassel (RBK) eine große
logistische und organisatorische Herausforderung. An
den zehn Veranstaltungstagen Ende Mai nutzten rund
80.000 Besucher den Öffentlichen Nahverkehr. Wichtigstes
Verkehrsmittel: die erst Anfang des Jahres fertig gestellte
Lossetalbahn. Täglich waren neun Doppelzüge im Einsatz,
viermal mehr Touren wurden gefahren. Zudem fielen
2.500 Überstunden an. Die Mitarbeiter in Planung, Service,
Technik und Marketing bewiesen damit die Leistungsfähigkeit der KVG.
Nachtleben in Kassel? Mit dem öffentlichen Nahverkehr
ganz selbstverständlich.
00
55
Wussten Sie eigentlich, …
… dass Familie K. trotz Dauerregens mit uns vom Hessentag
ohne Schnupfen nach Hause kam?
rundum Verkehr
Investition in die Zukunft
RegioTram –
Verbindung von Stadt und Land
Als Infrastruktur-Unternehmen ist die KVG Bauherr bei unterschiedlichen Baumaßnahmen. Die vier
Die RegioTram ist eines der zentralen Projekte für die KVG und ihre Partnerunternehmen. Im Auf­
wichtigsten Vorhaben im Jahr 2006 waren der Umbau der Leipziger Straße, der Landgraf-Karl-Straße
trag des NVV fährt die RegioTram bereits nach Hofgeismar, Melsungen, ins Lossetal und ab 2007
sowie der Fuldatalstraße und der Ausbau des Hauptbahnhofes für die RegioTram. Insgesamt werden
auch nach Wolfhagen und Treysa.
für diese Maßnahmen bis zur Fertigstellung rund 50 Millionen Euro eingesetzt.
Damit sind alle 28 RegioTram-Fahrzeuge der RBK im Ein­Besondere an den Bussen: Alle sind mit Rußpartikelfiltern
satz. Mit der Vergabe des RegioTram-Betriebs an die Bieter-
ausgestattet und fahren so besonders umweltfreundlich.
gemeinschaft aus RBK und Deutsche Bahn (DB) Regio AG
Die Busse bieten einen mühelosen Einstieg durch die aktu-
ist für die KVG als Gesellschafterin der RBK die Beteiligung
elle Niederflurtechnik und sind mit Klapprampen für Roll-
am RegioTram-Betrieb bis zum Jahr 2012 gesichert.
stuhlfahrer und Kinderwagen ausgestattet. Damit die Busse
schnell durch den Verkehr kommen, können sie selbststän-
Ein wichtiger Schritt zur Vollendung des RegioTram-
dig das Grünsignal der Ampel anfordern. Die Instandhal-
­Systems ist der Ausbau des Kasseler Hauptbahnhofes. Ab
tung der Fahrzeuge findet in den eigenen Werkstätten der
Sommer 2007 werden alle RegioTrams von der Region
KVG in der Sandershäuser Straße statt. 20 Arbeitsplätze
durch die Stadt fahren und umgekehrt. Damit dies auch
werden so gesichert.
reibungslos funktioniert, werden voraussichtlich 23 neue
Im Jahr 2007 soll mit der Erneuerung des Gelenkbusbe-
Fahrer durch die RBK bereitgestellt und entsprechend
standes begonnen werden. Die Busse selbst werden der
geschult.
NB zum marktüblichen Entgelt zur Verfügung gestellt.
Die KVG ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn an
Der Erhalt und die ständige Erneuerung der Infrastruktur
der Instandhaltung der Fahrzeuge beteiligt. Da nach Fertig-
sind eine wichtige Aufgabe der KVG. Neben den üblichen
stellung des Hauptbahnhofes täglich etwa 14 RegioTrams im
Gleissanierungen wurden 2006 auch die ÖPNV-Haltestellen
Betriebshof in der Sandershäuser Straße einrücken, wurde
Umbau der Fuldatalstraße. Zweispurig und mit modernen
am ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, dem Eingangstor
eine Abstellanlage für RegioTrams errichtet. 2007 ist der Bau
neuen Haltestellen.
zur Stadt, modernisiert. Fünfzehn Jahre nach der Eröffnung
einer neuen Werkstatt für die Instandhaltung der Fahrzeuge
wurde die Haltestelle unter dem futuristischen Vordach
in der Sandershäuser Straße geplant. Hier werden alle Regio-
Aber auch in den Umweltschutz investierte die KVG 2006
für rund 75.000 Euro wieder „fit“ für die documenta im
Trams inspiziert. Durch diese neue Aufgabe entstehen zwölf
kontinuierlich weiter. Mit der Beschaffung von 30 Nieder­
kommenden Jahr und deren zahlreiche Besucher aus dem
zusätzliche Arbeitsplätze.
flur-Standardlinienbussen der Firma Solaris ist der gesamte
In- und Ausland gemacht.
Nordhessische Realität – in der Stadt zuhause, auf dem Land
unterwegs. Die RegioTram in Augenhöhe mit dem ICE.
Bestand an 32 Standardlinienbussen erneuert. Das
Das RegioTram-Konzept
Das RegioTram-Netz Nordhessen besteht aus dem DB-Netz und dem Netz der KVG sowie der RBK.
Um das gesamte RegioTram-Streckennetz bedienen zu können, werden die Fahrzeuge in zwei
­Varianten gebaut. Es gibt 18 Elektrohybrid-Fahrzeuge und zehn Dieselhybrid-Fahrzeuge. Die beiden
Fahrzeugvarianten sind bis auf die Antriebstechnik baugleich. Die neuen RegioTram-Fahrzeuge
haben einen niedrigen Energieverbrauch und sind damit besonders umweltfreundlich. Bei gleichem
Energieverbrauch werden die rund 220 Passagiere doppelt so weit befördert wie mit einem Regional­
zug. Die Bremsenergie geht nicht verloren, sondern wird mit bis zu 60 Prozent wieder ins Netz
zurückgespeist.
„Diese Technik begeistert mich
jeden Tag aufs Neue“
Jürgen Erler, Fachbereichsleiter Schienenfahrzeugwerkstätten
Wussten Sie eigentlich, …
… dass Heinz M. – Kfz-Elektriker der KVG – zusammen mit seinen
Kollegen täglich dafür sorgt, dass unser Wagenpark mit seinen
vielen Straßenbahnen und Bussen wie geschmiert funktioniert?
rundum Verkehr
Ausblick
Die KVG hat sich trotz veränderter Marktbedingungen als feste Größe positioniert. Mit den Regio­
Trams, aber auch den neuen Niederflurbussen, steht ein moderner, klimafreundlicher Fahrzeugpark
zur Verfügung, der sogar im Ausland als Vorbild dient.
Gleichzeitig steht die KVG, wie auch alle anderen Unternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr, vor der Problematik konträrer Anforderungen: Seit der Klimawandel
KVG-Vorstand Rainer Meyfahrt – Verkehrsziele erklärbar
machen.
Interview mit Rainer Meyfahrt,
Vorstand KVG
ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt ist,
Herr Meyfahrt, die Rahmenbedingungen für den ÖPNV in
wird die Forderung von Bürgern und Politik nach Ausbau
Kassel haben sich verschlechtert. Was wird die KVG tun,
des ÖPNV lauter. Zum Vergleich: Es ist umweltfreund-
um gegenzusteuern?
licher, ein volles Jahr mit dem Bus zur Arbeit zu fahren,
Die Kürzungen, die wir schon heute, aber auch in den
als ein einziges Mal mit dem rußigen Diesel-PKW, denn
kommenden Jahren zu tragen haben, müssen wir durch
moderne Niederflurbusse mit Rußpartikelfilter verursachen
wachsende Einnahmen kompensieren. Unser Schwerpunkt
pro Fahrgast bis zu 400-mal weniger Feinstäube als ein
liegt deshalb auf einer offensiven Marktbearbeitung. Mit
filterloser Diesel-PKW. Trotz solcher Erkenntnisse haben sich
neuen Angeboten, wie der NordhessenKarte 60plus oder
die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den ÖPNV
dem DiakonieTicket, wollen wir wachsen. Doch das allein
im Jahr 2006 durch die drastische Kürzung der Regiona-
reicht nicht. Auch unsere Dienstleistungen müssen wir
lisierungsmittel, die Kürzung der Erstattungen für den
optimieren, um so zusätzliche Kunden zu gewinnen.
Ausbildungsverkehr und für die Beförderung von Schwerbehinderten sowie durch die gestiegenen Energiepreise
Könnte nicht eine Tariferhöhung die Kürzungen auffan-
deutlich verschlechtert.
gen?
Ja, die Tariferhöhungen sollen einen Teil der Kostenlücke
Auch im Jahr 2007 ist mit weiteren Kürzungen zu rechnen.
decken. Wir kommen nicht daran vorbei: Zusätzliche
Um eine Verschlechterung des Angebotes zu vermeiden,
Einnahmen müssen sein und die können nicht allein durch
hat der NVV zum Ausgleich Tariferhöhungen von rund
neue Ticket-Formen kommen. Vielmehr geht es auch
sind wir allerdings schon am Limit angekommen. Die viel
sechs Prozent beschlossen.
­darum, unser bereits bestehendes Angebot zu ­optimieren.
gelobte „Effizienz“ privater Anbieter wird mit Löhnen
Für ein attraktives Angebot kann angesichts der gestie­
erkauft, von denen die Familie eines Busfahrers nicht mehr
genen Energiekosten auch ein angemessener Preis gefor-
leben kann. Da können und wollen wir nicht mitmachen.
Kosten
Kostensteigerung
Effizienzsteigerung
dert werden.
– Energiekosten
Leistungen sonstige öff. Kassen
Ein Blick in die nahe Zukunft: Welche Potenziale sehen Sie
– Umweltkosten
Fahrgelderstattungen
– Qualitätsanforderungen
Wie erklären Sie sich den offenen Widerspruch zwischen
denn noch, um zu wachsen?
der Forderung auf Klimaschutz und den Kürzungen für den
Da ist zum einen die RegioTram, die im kommenden
ÖPNV?
Jahr so richtig zum Tragen kommt, wenn die Fahrgäste
Eine Mischung aus falschen Erwartungen über mögliche
direkt vom Umland durch die Innenstadt und umgekehrt
Effizienzsteigerungen, der Abschiebung der Verantwortung
fahren können. Die Zahlen, die wir von der Lossetalbahn
Effizienzsteigerung durch
auf andere und der falschen Einordnung der Daseinsvor­
haben, machen mich zuversichtlich, dass wir mit einem
– Optimierung aller Prozesse
sorge für Mobilität als „Subvention“, die abzubauen sei.
erheblichen Zuwachs an Fahrgästen rechnen können – der
Leistungen Stadt Kassel
– Senkung der Lohnkosten
Fahrgelderlöse
allerdings nicht die Kassen der KVG, sondern die des NVV
Gibt es noch Einsparpotenziale bei der KVG selbst?
füllen wird.
Schon seit 2003 gibt es bei uns das Projekt „KVG-WiN“.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Fortführung der
Dabei geht es um die kontinuierliche Optimierung unserer
Straßenbahn in den Norden von Vellmar. Sollte diese im
Leistungen und die Ausschöpfung der internen sowie der
kommenden Jahr beschlossen werden, eröffnet sich hier
externen Möglichkeiten, um zu wachsen und zu sparen.
auf einen Schlag ein großes neues Kundenpotenzial.
– Angebotsoptimierung
Ist
Ziel
Zeit
KVG: Kosten und Finanzierung, Kostenentwicklung inflationsbereinigt.
Dieses Projekt wird auch in den kommenden Jahren weitergeführt. Beim größten Kostenfaktor, den Personalkosten,
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63
rundum Verkehr
KVV Verkehrsgesellschaft
Nordhessen GmbH (KVN)
Großer Bahnhof für die neue Lossetalbahn. Rund 7.000 Be­
sucher kamen Ende Januar 2006 zur Eröffnung der neuen
Tram-Strecke.
Die KVN gehört zu 100 Prozent zur Konzernmutter KVV. Sie erstellt im Auftrag der KVG ­Leistungen
Regionalbahn Kassel GmbH (RBK)
im Straßenbahnverkehr in Kassel und Baunatal. Zudem fährt die KVN im Auftrag der RBK die Straßen­
bahnen im Lossetal. Sollte die Tram-Strecke nach Vellmar gebaut werden, ergeben sich hieraus
zusätzliche Aufgabenfelder für die KVN.
An der RBK sind die KVG und die Hessische Landesbahn Basis AG (HLB) zu jeweils 50 Prozent betei­
Interview mit Jennifer Ullrich,
Straßenbahnfahrerin
ligt. Zum einen bietet das Unternehmen Leistungen in der Eisenbahninfrastruktur und zum anderen
im Eisenbahnverkehr.
Frau Ullrich, Sie arbeiten seit Oktober 2006 als Fahrerin.
Die RBK besitzt 15 Straßenbahnfahrzeuge und 28 Regio­
Seit die Lossetalbahn in Betrieb genommen wurde, stieg
Wie kamen Sie auf die Idee, Straßenbahnfahrerin zu wer-
Trams. Wie leistungsstark das Unternehmen ist, zeigte sich
die Fahrgastzahl im Lossetal um rund 60 Prozent. Damit
den?
im Mai 2006, als die RBK zusammen mit der DB Regio AG
verbunden stiegen auch die Einnahmen aus dem Verkauf
Eigentlich hat mich das Arbeitsamt, bei dem ich arbeits-
den Zuschlag für den ausgeschriebenen Betrieb der Regio-
von Fahrkarten. Allerdings wurden gleichzeitig die Regi-
suchend gemeldet war, auf die Idee gebracht. Die haben
Trams gewann.
onalisierungsmittel durch den Bund massiv gekürzt und
mir von der Ausbildung erzählt und für mich hörte sich das
in Folge die Zuschüsse des Verkehrsverbundes NVV. Die
interessant an.
Darüber hinaus hält die RBK die Konzession für den Straßen­
ursprünglich vier Fahrtenpaare der RegioTrams mussten auf
bahnbetrieb im Lossetal, die mit der Verlängerung der
eines gekürzt werden und einzelne Fahrten in verkehrs-
Mehrheitlich wird der Beruf von Männern ausgeübt und
Strecke 2006 ein wichtiges Geschäftsfeld darstellt. Mit den
armen Zeiten, beispielsweise am frühen Sonntagmorgen,
man braucht auch eine Hand für die Technik. Hat Sie das
Verkehrsunternehmen der KVV ist sie hierbei eng verbun-
wurden gestrichen.
nicht abgeschreckt?
den. So hat sie für die Erstellung der Verkehrsleistung im
Ich habe eine Ausbildung als Kfz-Mechanikerin gemacht
Lossetal die KVV Verkehrsgesellschaft Nordhessen GmbH
In Baunatal stellt die RBK gemeinsam mit der HLB die
(KVN) beauftragt. Ihre Straßenbahnen vermietet die RBK
Infrastruktur bereit. Die Konzession für den Betrieb der
an die KVG, welche sie wartet und wiederum der KVN zur
Straßenbahninfrastruktur ist für diesen Bereich bis zum Jahr
Verfügung stellt.
2029 erteilt.
Für ihre Fahrgäste unterwegs: Tramfahrerin Jennifer Ullrich
weiß, für wen sie fährt.
und dann als Lackiererin gearbeitet. Ich kenne mich in so
genannten Männerdomänen also bestens aus. Außerdem
habe ich auch viele Kolleginnen und das Miteinander unter
den Fahrern und Fahrerinnen ist sehr gut.
Zur Erstellung ihrer Leistungen bedient sich die KVN überwiegend des Personals der KVG, der HLB sowie der NB, die
Die Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin dauert drei
zu marktüblichen Preisen für die KVN tätig sind. Um auf
­Monate. Wie fanden Sie die Inhalte?
genügend gut ausgebildetes Fahrpersonal zurückgreifen zu
Wir haben vom ersten Tag an am Steuer gesessen und
können, bildet der KVV-Konzern verstärkt Fahrpersonal aus.
­unser Know-how in einer guten Mischung aus Theorie und
Regionalisierungsmittel
Praxis bekommen. Ich habe mich danach sehr sicher beim
Mit den Regionalisierungsmitteln ist laut Regionalisierungsgesetz insbesondere der Schienenper­
Fahrgästen gegenüber habe, ist das auch ganz besonders
sonennahverkehr zu finanzieren. Die Mittel generieren sich aus dem Mineralsteueraufkommen des
Bundes. Ihre Verteilung verantworten die Bundesländer. Das Haushaltsbegleitgesetz des Bundes sieht
Kürzungen der Regionalisierungsmittel von 2006 bis 2009 vor. Die auf den NVV übertragenen Kürzun­
gen belaufen sich auf 24,4 Millionen Euro gegenüber den erwarteten Beiträgen von 383 Millionen
Euro. Um Streckenstilllegungen zu vermeiden, schießen die Landesregierung und die Kommunen
insgesamt 14,4 Millionen Euro zu, so dass in den vier Jahren effektive Kürzungen in Höhe von zehn
Fahren gefühlt. Angesichts der Verantwortung, die ich den
wichtig.
Mit etwas Berufserfahrung – wie beurteilen Sie Ihre neue
Stelle?
Mir gefällt besonders, dass ich selbstständig dafür verant­
wortlich bin, dass ich auch pünktlich die Haltestellen
erreiche. Außerdem finde ich prima, dass ich nicht allein
im stillen Kämmerlein sitzen muss, sondern mit Fahrgästen
zu tun habe, von denen die meisten sehr freundlich sind.
Millionen Euro beim NVV verkraftet werden müssen. Für die Tramstrecke nach Baunatal und ins
­Lossetal wurden die Zuschüsse des NVV um über eine halbe Million Euro pro Jahr gekürzt.
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Wussten Sie eigentlich, …
… dass Bernd B. und seine Kollegen für die Untertunnelung des
Hauptbahnhofes rund 13.000 Kubikmeter Erde bewegen?
rundum Verkehr
KVV Bau- und Verkehrs-Consulting
Kassel GmbH (KVC)
Plant und baut für die Bequemlichkeit. KVC-Geschäfts­
führer Bruno Jerlitschka verbindet Stadt und Umland.
Die KVC ist eine 100-prozentige Tochter der KVV. Im Konzern ist sie für die Planung und Umsetzung
Gleisbau sind noch erhebliche Summen in die technische
Inwieweit sich durch eine verbesserte Anbindung z. B. der
Ausrüstung der Strecke, die Stromversorgung und die Ein-
Gewerbegebiete entlang der Holländischen Straße arbeits-
bindung der Trasse in Natur und Landschaft zu investieren.
marktpolitisch positive Effekte ergeben, ist relativ schwer
Auch die Planungsleistungen für den Bau der Strecke,
vorhersehbar. Dass sich die Nachfrage nach Wohnraum
immerhin knapp drei Millionen Euro, sind für die KVC und
entlang der Strecke erhöht, ist allerdings aufgrund der
andere Fachingenieurbüros in unserer Region ein wichtiger
vorliegenden Erfahrungen bei anderen Streckenverlänge-
Beitrag zur Erhaltung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen.
rungen als sicher anzusehen.
der Bauprojekte zuständig. Sie arbeitet dabei eng mit den Ämtern der Stadt zusammen. Egal ob es
um die Neugestaltung des Kasseler Hauptbahnhofs geht, den Umbau der Leipziger Straße oder der
Landgraf-Karl-Straße: Die KVC ist immer dabei.
Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt
Endstation an der Holländischen Straße. Dabei wird sich
11,5 Millionen Euro ist der Umbau der Fuldatalstraße
auch die Reisezeit verkürzen, da die Tram auf ihrer Fahrt
neben dem Hauptbahnhof eines der wichtigsten ­Projekte.
nach Vellmar-Nord gegenüber dem Bus schneller wird.
Durch die Baumaßnahme, die Mitte 2006 begann, wird
der Straßenraum insgesamt klarer gegliedert und die
Wie informieren Sie die Bürger über die Tram?
Verkehrssicherheit erhöht. Dabei spielen städtebauliche
Am Beginn der entscheidenden Planungsphase hat die KVC
Aspekte eine wesentliche Rolle. So wird sich durch ergän-
gemeinsam mit der Stadt Vellmar zu einer öffentlichen Bür-
zende Baumpflanzungen innerhalb der Fuldatal­straße nach
gerinformation eingeladen, um über die geplante Strecken­
Abschluss der Arbeiten Mitte 2007 ein durch­gängiges
führung zu informieren, Fragen zu beantworten und um
grünes Band zeigen, das der Straße einen neuen ­Charakter
kritische Bedenken und Ideen aufzunehmen. Weiterhin
verleiht. Der zweigleisige Ausbau der Gleistrasse be-
haben wir im Zuge einer Ausstellung im Vellmarer Rathaus
ziehungsweise die Bevorrechtigung des ÖPNV in dem
mit einem begleitenden Prospekt und einer Zeitungsbeilage
gemeinsam mit dem Autoverkehr befahrenen Abschnitt
intensiv über die vorgesehene Stecke informiert.
gewährleistet einen störungsfreien und fahrplantreuen
Taktbetrieb der Straßenbahn. Gegenüber dem bisher
Während des Genehmigungsverfahrens haben meine Mit-
eingleisigen Verkehr mit teilweise unklaren Fahrwegen der
arbeiter und ich außerdem viele persönliche Gespräche vor
verschiedenen Verkehrsteilnehmer, stellt die Planung eine
Ort geführt, um mit den Anwohnern der Strecke über die
deutliche Verbesserung dar.
Auswirkungen zu reden, aber auch über eventuelle Ängste
und Sorgen.
Eines der zukunftsträchtigsten Projekte ist der geplante
Ausbau der Straßenbahn nach Vellmar, die einen Großteil
Angenommen, die Tramstrecke wird gebaut, wer trägt die
der Stadt Vellmar besser an Kassel anbinden würde. Die
Kosten dafür und wie lange ist die Bauzeit?
KVC ist mit der 2005 begonnenen Planung sowie mit der
Die Kosten werden auf mehrere Schultern verteilt. Den
Weiterbearbeitung des Planfeststellungsverfahrens betraut.
Löwenanteil trägt das Land Hessen im Zuge der Förderung
Das bedeutet, dass die KVC nicht nur mit der Stadt, son-
des ÖPNV im Rahmen der bestehenden Richtlinien.
dern auch mit den Anwohnern spricht und ihre Einwände
Der verbleibende Differenzanteil wird von der Stadt Vell-
und Anregungen aufnimmt. Eine endgültige Entscheidung
mar übernommen, auf Kasseler Stadtgebiet von der KVG,
darüber, ob die Tram auch wirklich gebaut wird, ist für
die insgesamt auch als Bauherr auftritt und als Eigentümer
Mitte 2007 zu erwarten.
der Strecke später auch für die Unterhaltung der Streckeninfrastruktur zuständig sein wird.
Interview mit Bruno Jerlitschka,
Geschäftsführer KVC
Die Bauzeit wird zirka 18 Monate betragen, wobei in
unterschiedlichen Bauabschnitten gearbeitet werden wird,
so dass die individuelle Beeinträchtigung der Anwohner
natürlich geringer sein wird.
Herr Jerlitschka, welche Änderungen brächte die Tram-An-
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bindung für die Bürger von Vellmar mit sich?
Würden Arbeitsplätze durch die neue Strecke entstehen?
Zwei entscheidende Qualitätskriterien im ÖPNV sind die
Durch die Investitionssumme von etwa 35 Millionen Euro
Reisezeit und die Attraktivität der Verbindung selbst. Durch
werden auf jeden Fall die Arbeitsplätze in der Bauindustrie
die mögliche Tram-Anbindung entfällt für die meisten
über den Bauzeitraum von rund 18 Monaten deutlich
Bürger der Stadt Vellmar das Umsteigen an der jetzigen
ge­sichert. Neben dem klassischen Tief-, Straßen- und
Die elf Schritte im Planungsprozess für KVG-Projekte:
1. Ein Planungsentwurf wird allen Beteiligten zur Stellungnahme vorgelegt.
2. In einer Abstimmungsrunde werden die Stellungnahmen und Anregungen diskutiert und in die Planung eingearbeitet.
3. Die überarbeitete Planung wird den Bürgern vorgestellt.
4. Das federführende Amt fertigt eine Beschlussvorlage für den Ortsbeirat an, dem das Projekt mit Bitte um Zustimmung vorgestellt wird.
5. Stimmt auch die sich anschließende Baukommission zu, geht der Beschluss in den Magistrat, der in der Regel der Empfehlung der Baukommission folgt. Bei großen Projekten beschließt noch die Stadtverordnetenversammlung.
6. Nun muss beim Regierungspräsidium (RP) eine Genehmigung eingeholt werden bzw. leitet das RP auf Bitte des Bauherrn ein Planfeststellungsverfahren ein. Erteilt das RP die Plangenehmigung
oder erlässt einen Planfeststellungsbeschluss, erhält der Antragsteller Baurecht.
7. Parallel wird ein Finanzierungsantrag beim Land Hessen über das Amt für Straßen- und
Verkehrswesen gestellt.
8. Der Antragsteller erarbeitet die Ausführungspläne und legt diese den beteiligten Kommunen zur Genehmigung vor.
9. Die Technische Aufsichtsbehörde (für Straßenbahnen) beim RP in Darmstadt muss die
Ausführungspläne genehmigen.
10.Nun darf gebaut werden. Dies geschieht aber erst nach Vorlage eines Zuwendungsbescheides des Landes Hessen über das Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen.
11.Nach dem Bau erfolgt eine Abnahme durch die Ämter der beteiligten Kommune und die
Technische Aufsichtsbehörde.
00
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