Anamnese und Psychotherapie: yp Sportspezifische Aspekte

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Anamnese und Psychotherapie: yp Sportspezifische Aspekte
Anamnese und Psychotherapie:
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p
Sportspezifische Aspekte
Prof. Dr. Petra Garlipp
28.09.2011
Anamnese
• Psychiatrische Anamnese
• Sportanamnese (n. Kamm):
spezifische Bedürfnisse des/der Athleten/in,
Anforderungen durch das sportliche Umfeld,
Stressfaktoren des (Hoch-)Leistungssports,
insbesondere wettkampfbezogen
wettkampfbezogen, Familie (!)
• Individuelle Anamnese und Fragebogen (ggf. zusätzlich)
• Sportbiographische Fragen
• Sportspezifische Fragen zum aktuellen Beschwerdebild
• Medien
• „Sportartspezifische“,
S t t
ifi h “ genderspezifische
d
ifi h E
Erwartungen
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(z.B. Rugby, Fußball)
p
• Interkulturelle Aspekte
Anamnese
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
“achievement by proxy disorder“?
Alkohol/Drogen/Medikamente
Essverhalten
Bedeutung des Sports innerfamiliär, auch
transgenerational
Soziales Umfeld (Agent, Physiotherapeut etc.)
Individualsport/Teamsport
„Jury-bewertete“ Sportart?
Trainerbindung (z.B. Vater = Trainer)
Übergriffe (körperliche u./o. sexuelle Gewalt,
sadistische Elemente)
Kommunikation Trainer/Eltern
Anamnese
“On a practical note, communication patterns in an
elite athlete`s family are frequently dysfunctional.“ (Kamm)
• Ggf
Ggf. Einbeziehung der Eltern bei Jugendlichen/jungen
Erwachsenen
• Fremdanamnese der persönlichen und sportlichen
Entwicklung
•
•
•
„ Ist ein Elternteil jemals vom Athleten, dem Ehepartner, dem
Trainer oder einem Offiziellen gebeten worden, ein Training oder
einen Wettkampf nicht zu besuchen?
Hat ein Elternteil jemals wegen eigenen Verhaltens eine Strafe
erhalten oder ist des Platzes verwiesen worden?
Ist einem Elternteil jemals vorgeworfen worden, das eigene oder
andere Kinder inadäquat anzusprechen?“ (Kamm RL)
• “sideline behaviour“
Psychologische
y
g
Krisensituationen (Begel, 2000)
• Plötzliches Scheitern
• Schleichendes Scheitern: Verlust an Selbstvertrauen
• Verletzung zu einem ungünstigen Zeitpunkt oder
verlängerte Genesung: Gefahr, zu früh zu beginnen
• Zwischenmenschliche
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Probleme
bl
mit
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Trainer
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oder
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Mannschaft: „prima donna syndrome“, „narcissistic
coach
coach“
• Training Dilemma: Karriereentscheidungen,
Technikveränderungen, Übertraining
• Druck durch Presseberichte, Kränkung öffentlich
p
präsentiert
• Karriereende („burnout, dropout, retirement“, Kussin et
al.)
Sportler/in
p
in den Medien
•
•
•
•
•
•
•
Sachliche Berichterstattung
Gender-Aspekt
Narzisstischer Gewinn
Ökonomischer Erfolg
Vorbildfunktion
Narzisstische Kränkung
g
Verletzung der allgemeinen Persönlichkeitsrechte
p g , Privatsphäre
p
z.B. Schmähkritik,, unwahre Behauptungen,
(S. Vendt 2011)
„Ex-Nationalspieler:
Ex-Nationalspieler: Ballack ist Geschichte
Geschichte.“
(FTD, 16.06.2011)
„Rosenkrieg: Michael Ballack: Das Heulen des Leitwolfs“
(Augsburger-Allgemeine.de; 19.06.2011)
„Für Beckenbauer ist Ballack ein Auslaufmodell.“
(Welt online, 8.8.2011)
„Dutt
Dutt zu Ballack: „Eine
Eine Ehre auf der Bank zu sitzen
sitzen.““
(bild.de, 13.08.2011)
„Birgit Prinz in der Ballack-Falle?“
((www.zdf.de; 30.06.))
„Ein
Ein Juwel.
Juwel Deisler setzt spielerische Akzente und
geht über die Schmerzgrenze hinaus. Solche
Spieler
p
brauchen wir.“
Erich Ribbeck, Bundestrainer, 1999
„Einer,
Einer der sich verkriecht und sich über seine
Wehwehchen beklagt.“
Franz Beckenbauer, Präsident des FC Bayern,
y
2003
„Eines der größten Verlustgeschäfte des FC
B
Bayern.“
“
Edmund Stoiber, FC Bayern-Verwaltungsbeirat, 2003
Alle Zitate aus: Die Zeit online, 5.10.2009
Psychotherapie
y
•
•
•
•
Kontaktaufnahme (SportlerIn
(SportlerIn, Eltern
Eltern, Trainer
Trainer, Verein
Verein….))
Schweigepflicht!
Rahmenbedingungen und Umsetzbarkeit
Cave! „(…)reflected glory, using the athlete in the service
of narcissistic needs.“ (Kamm RL)
• Cave!
C
! Funktionsfähigkeit
F kti
fähi k it iim S
Sport,
t Ei
Einengung auff
sportliche Thematik, „Blick weiten!“,
Erwartungsdruck! „Erfolgsdruck!
Erfolgsdruck!“
Psychotherapie
y
• Problematik primär sportbezogen, familiär u./o.
psychiatrische Erkrankung?
• Instrumentalisierung der Person national, medial,
ökonomisch
(„Held –Versager“)
• Thematik des Umgangs mit einer psychischen
Erkrankung („Outing“)
• „Doppelleben“
„ pp
• Diskrepanz zwischen realem und
g g durch Verein,
„formulierten“ Umgang
Sportorganisation
„Football (Soccer) Fights Depression
Despite being a significant risk group, young men
are amongst those least likely to seek
professional help when mentally distressed or
suicidal. The 'Back of the Net' programme, a
pilot initiative using football (called soccer in the
U.S.) and cognitive behavioural based
techniques was effective in decreasing
symptoms of depression in young men. Such
programmes may offer a highly accessible and
cost-effective alternative route to mental health
promotion in this challenging target group.“
Science Daily, 29.12.2009
Siobhain Mc Ardle, Dublin City University
“It is never too early in a sports interview to
introduce the concept that having fun is
important and that there is life beyond sports.“
RL Kamm

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