Erstkommunion Alle für Einen – Einer für Alle

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Erstkommunion Alle für Einen – Einer für Alle
Erstkommunion
Alle für Einen – Einer für Alle
Weisser Sonntag 2007 in der Pfarrkirche Lungern.
Pfarreileiter Dirk Günther, Lungern
Unterlagen:
‚Einer für Alle – Alle für Einen!’, Themenbuch von Brigitte Weninger / Eve Tharlet.
Weisser Sonntag (Voranzeige im Pfarrblatt)
Das Thema der diesjährigen ersten Hl. Kommunion heisst:
«Einer für Alle - Alle für Einen».Im Gottesdienst werden wir eineGeschichte hören, die davon erzählt, dass
wir nur stark sind,wenn einer uns in Gemeinschaft ruft und im Geist Gottes uns persönlich anspricht als
einzigartigeWesen. Zu diesem Schluss kommen einige Tiere, die zusammenausziehen, um die Welt zu
entdecken. Schwächen einzelner werden aufgefangen durch die Stärken der anderen. Eine Maus,die ein
pfiffiger Denker ist, einMaulwurf, der sich gut riechendorientieren kann, ein Frosch,der sportlich wahre
Wunder vollbringt, ein Igel, der ein guter Beschützer wird, und eine Amsel,die für alle spricht. Jeder wirdvon
den anderen so angenommen, wie er ist, Akzeptanz undToleranz sind das Fundament ihrer Freundschaft.
Die Kommunionkinder haben in der Schule Stabpuppen mit den Figuren der Tiere gebastelt undspielen die
Geschichte nach. Musikalisch umrahmt wird dies voneiner Xylophongruppe. Die Säulen des Kirchenschiffes
wollenwir mit Tierbildern aus der Geschichte und den Fotos der Erstkommunikanten schmücken.
Wir wünschen den Kommunionkindern für den Tag der Erstkommunion die Erfahrung einesgrossen Festes,
des Staunensund der Tiefe. Wir wünschen allen die Erfahrung, dass unserGott ein zutiefst menschlicherGott ist - «Einer für Alle» - unddass in der Begegnung mit ihmunsere Schwächen verwandeltwerden,
so wie Gott in der Eucharistie alles verwandelt, inStärken, die wir einbringen inunsere Gemeinschaft, im
GeistGottes - «Alle für Einen».
Dirk Günther
Einleitung
Liebe Gemeinde, liebe Eltern, liebe Paten
und natürlich ganz besonders liebe Kommunion-Kinder
Heute ist Euer grosser Tag!
Heute geht Ihr zum ersten Mal zur Heiligen Kommunion.
Das Thema Eurer Kommunion heisst: 'Einer für Alle - Alle für Einen'.
Dieser Tag soll etwas ganz Besonderes für Euch sein.
Die Kommunion-Kinder werden uns nachher eine Geschichte spielen, diedavon erzählt, dass wir
nur stark sind, wenn einer uns inGemeinschaft ruft und im Geist Gottes uns persönlich anspricht
alseinzigartige Wesen.
Zu diesem Schluss kommen einige Tiere, die zusammen ausziehen,um die Welt zu entdecken.
Schwächen einzelner werdenaufgefangen durch die Stärken der anderen.
Die Tiere, die gemeinsam unterwegs sind, seht ihr hier an denKirchensäulen und an dem grossen
Mobile-Baum.
Die Tiere folgen immer ihrem Traum und wenn einer stürzt, helfendie anderen ihm wieder auf, so
wie unser Gott es tut.
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Kyrie
Wenn wir nicht genug Mut haben,
das Leben und Neues zu entdecken,
dann rufen wir:
- Herr, erbarme dich
Wenn uns die Kraft verlässt,
immer unseren Träumen nachzugehen,
dann rufen wir:
- Christus, erbarme dich
Wenn uns der gute Wille fehlt,
die Schwächen einzelner durch unsere Stärkenaufzufangen,
dann rufen wir:
- Herr, erbarme dich
Tagesgebet
Guter Gott, du rufst uns auf unseren Lebensweg, in Gemeinschaft einer für den anderen einzustehen.
Denn du bist ein Gott für alle.
Lass in der Begegnung mit dir unsere Schwächen verwandelt werden, so wie du alles verwandelst
im Hl. Brot, in dem du dichheute den Erstkommunikanten in die Hände gibst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
Evangelium nach Johannes 10.1-10
Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern
anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm
gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm;
denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die
Stimme des Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen
gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und
Weide finden.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie
das Leben haben und es in Fülle haben.
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Predigt
„EINER FÜR ALLE – ALLE FÜR EINEN“
Liebe Gemeinde,
liebe Eltern und Paten,
liebe Kommunionkinder
Im Evangelium gerade haben wir auch von Tieren gehört, genau wie in der Geschichte, die uns die
Kommunion-Kinder gespielt haben. Zwar ging es im Evangelium nicht um eine Maus, einen
Maulwurf, einen Frosch, einen Igel und eine Amsel, sondern um Schafe.
Die Tiere in der Geschichte haben alle ihre Schwächen und Ängste und auch Schafe sind eher
ängstliche, scheue Tiere, die gerne einen Hirten haben, der sie begleitet und der sich um sie
kümmert. Ich glaube, ein Schaf hätte auch noch gut in die Geschichte von Max und den anderen
gepasst.
Unser Gott ist so ein Hirte, der uns begleitet auf dem Weg in die weite Welt unseres Lebens.
Die Schafe hören auf seine Stimme und er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln bei ihrem
Namen.
Ich glaube, Gott kennt auch die Namen von Max und Molli und Fido und Anni und Ivan.
Und noch viel mehr: Er kennt die Namen von jedem einzelnen Kommunion-Kind: Marco und Sofie,
Ivan und Eliane, Roman und Jasmin, um nur ein paar von euch zu nennen...
Gott ist mit den Tieren in unserer Geschichte unterwegs gewesen. Und wenn die Tiere alle ihre
Schwächen gehabt haben, dass heisst auch, dass Gott uns besonders in unseren Schwächen
nahe ist.
Wenn jemand wie Max die Maus Neues entdecken will – dann ist Gott da und gibt ihm Mut.
Und wenn wir dabei stolpern – dann ist Gott da und hilft uns wieder auf, durch unsere Eltern oder
durch gute Freunde.
Wenn jemand wie Molli der Maulwurf blind ist – dann ist Gott da und öffnet ihm die Augen für
andere Fähigkeiten.
Wenn jemand wie Fido der Frosch nicht so gut hören und sprechen kann – dann ist Gott da und
lässt ihn die ungesagten Dinge zwischen den Zeilen hören.
Wenn jemand wie Ivan der Igel Angst hat – dann ist Gott da und sagt ‘Ich bin bei dir, alle Tage bis
ans Ende der Welt’.
Wenn jemand wie Anni die Amsel hoch am Himmel fliegen kann – dann ist Gott da und weckt
durch ihn in anderen die Sehnsucht nach dem Himmel.
Gott ruft all diese Tiere und uns Menschen in unserer Sehnsucht.
„Die Schafe kennen meine Stimme“, sagt Jesus.
Es gibt eine äussere Stimme, das sind oft nur Worte, mit denen wir aufeinander einreden. Und es
gibt eine innere Stimme, mit der wir hören, ob jemand unser Herz trifft.
Bei Tieren zeigt sich die Wahrheit der Stimme am deutlichsten. Sie spüren Angst, Selbstbewusstsein, Wohlwollen oder Abneigung.
Der Schriftsteller Nicholas Evans beschreibt das in seinem Roman ‚Der Pferdeflüsterer’ sehr
schön. Er schreibt: „Immer wieder gab es unter den Menschen einige wenige, die in die Seele der
Tiere schauen konnten. Oft hielt man sie für Zauberer, vielleicht waren sie das auch. Und da sie
Geheimnisvolles leise in gespitzte Ohren flüsterten, nannte man sie die Flüsterer.“
Es gibt eine Stimme, die aus den Tiefen der Seele kommt und den Menschen in die Wahrheit ruft.
Diese „Stimme in der Stimme“ ist die „Stimme Gottes“.
Liebe Gemeinde, liebe Kommunion-Kinder, Gott ruft uns heute in der Erstkommunion. Er ruft uns
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mit einer inneren Stimme, mit der er uns lehren will, auf das lautlos Gesagte zu hören. Er ruft
jeden von uns, denn er kennt jeden beim Namen.
Unser Gott ist ‚Einer für Alle’ und wir sind heute ‚Alle für ihn“ da, um ihn zu empfangen.
Und er flüstert in unser Herz: „Geh’ immer deinen Träumen nach und vergiss nie, dass du etwas
Besonderes bist.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, du rufst uns in Freundschaft auf denWeg, Einer für Alle - Alle für Einen. Zu
dir rufen wir:
– Schenke unseren Kommunion-Kindern die Kraft, immer ihren Träumen zu folgenund lass uns
als Eltern sie auf ihren Lebenswegbegleiten.
– Schenke unseren Kommunion-Kindern denNeuanfang, immer wieder aufzustehen, wenn sie
auf ihrem Lebensweg stolpernund schicke ihnen Menschen, die ihnen aufhelfen.
– Schenke unseren Kommunion-Kindern und unsdie Fähigkeit, die feinen Dinge des Lebenswahrzunehmen.Gib uns Ohren, zwischen den Zeilen zu hörenund Augen, hinter die
Dinge zu sehen.
– Schenke unseren \/erstorbenen, von denen jedereinzigartig und etwas Besonderes war, die
Geborgenheit in deinem österlichen Lichtund vollende ihre Träume.
Guter Gott, wir danken dir für das schöne Fest derErstkommunion. Gib dass Kommunion-Kinder
und Elterndir auch über diese Tage hinaus treu bleiben, darumbitten wir durch Christus, unseren
Herrn. Amen.
Schlussgebet
Unendlicher Gott. Du hast uns gestärkt durch dein Wort, dein Brotund die Gemeinschaft hier. Wir
danken dir dafür und bitten dich:Stille auch weiterhin unseren inneren Hunger, lass uns
unserenTräumen folgen und dich in allen Menschen, besonders in ihren Schwächen, finden.
Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
Dipl. theol. Dirk Günther, Pfarreileiter der kath. Kirchgemeinde Lungern, Gräbliweg 2, 6078 Lungern,
Tel. 041 678 11 55, E-Mail: [email protected]
Das Themenbuch ‚Einer für Alle – Alle für Einen!’ bietet Spiel- und Lernimpulse wie z. B. Rollenspiele mit Tierfiguren,
Wahrnehmungsspiele, Theaterstück und mehr. ISBN 978-3-86566-034-3. Näheres unter www.minedition.com, Themenbücher.
Weitere Informationen und Anregungen zum Thema Kirche und Tiere finden sie bei
Aktion Kirche und Tiere
Sekretariat: AKUT-CH • Rübibachstr. 9 • CH-6372 Ennetmoos
Tel+Fax 041 610 32 31 • E-mail: [email protected] • www.aktion-kirche-und-tiere.ch
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