Casper Casper - Gießener Allgemeine Zeitung

Transcrição

Casper Casper - Gießener Allgemeine Zeitung
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:53 Uhr Seite 1
4. Jahrgang · 9/2011
Magazin für Stadt und Landkreis Gießen
Casper
Der Chartstürmer spricht im
Interview über seinen großen
Erfolg und deutschen Rap …
Blickpunkt
Region
»Mammutbaustelle«:
Ein Portrait der Licher
Straße und ihrer
Anwohner.
Seite 4
»Relikt der Kindheit«:
Eine Reise zu den
bunten Kaugummiautomaten.
Seite 18
www.stadttheater-giessen.de
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 2
E
„Ich studiere Praxis!“
si
d
Sa
I
Betriebswirtschaft (B.A.)
Mittelstandsmanagement
BACHELORSTUDIENGÄNGE
Logistikmanagement
Wirtschaftsinformatik
Office Consulting
Facility Management
Krankenversicherungsmanagement
Ingenieurwesen (B.Eng.)
Mikrosystemtechnik
B
Elektrotechnik
»M
U
Maschinenbau
Kälte- und Klimatechnik
Wirtschaftsingenieurwesen (B.Eng.)
M
Maschinenbau
N
u
Elektrotechnik
S
MASTERSTUDIENGÄNGE
»T
d
Prozessmanagement (M.Sc.)
B
Steuerung von Geschäftsprozessen
Ei
ei
Managementsysteme
Technische Prozesse
U
Krankenhausmanagement
Systems Engineering (M.Eng.)
Maschinenbau
Elektrotechnik
Kontakt:
+49 6441 2041-0 oder [email protected]
Das Plus für Studierende und Unternehmen
Studierende profitieren von einer Ausbildung, die Theorie und
Praxis inhaltlich und zeitlich verknüpft. Über 400 Partnerunternehmen garantieren praxisrelevante Studieninhalte und
sichern sich damit ihre eigene Wettbewerbsposition. Bewirb
dich bei einem unserer Partnerunternehmen – oder bringe
selbst eines mit.
www.studiumplus.de
V
St
A
V
A
Su
su
d
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 3
Editorial
Es gibt eine Theorie, wonach Gießen ohne Baustellen genauso wenig existieren kann, wie Menschen ohne Luft und
Liebe. Demnach verschwindet die Stadt wortlos im letzten Baggerloch, wenn das bislang unersättliche Repertoire an
Schlaglöchern gefüllt, Bürgersteigen abgesenkt und Rohren verlegt ist. Das einzig Beruhigende: So schnell wird es
nicht dazu kommen. Und weil es auch in der Vergangenheit noch nicht so weit kam, haben die meisten Gießener
eine ganz persönliche Baustellengeschichte. Meine geht so: Ich lebte in einem Wohnblock, dessen Fenster und
Balkontüren für ein knappes Jahr mehr oder weniger luftdicht mit einer Plastikplane verschlossen waren, weil am
Haus – so versicherte man den Bewohnern – gearbeitet wurde. Die Jahreszeiten strichen ins Land, Veränderungen
am Gebäude waren nicht zu erkennen, doch auf der Straße herrschte aufgrund der vermeintlichen Bauarbeiten stets
ein beachtenswertes Chaos. Das klingt nach angespannter Wohnsituation, ist aber nichts im Vergleich zu dem, was
sich seit Februar 2010 in der Licher Straße abspielte. Wir haben uns auf Spurensuche begeben und diejenigen zu Wort kommen lassen,
die von Gießens längster Baustelle direkt betroffen waren. Dabei zeigten sich Anlieger, Geschäftsleute und Verantwortliche nur in einer
Sache einig: Sie sind froh, dass am Ende des Monats der ganze Spuk vorbei sein soll.
Florian Dörr
Foto: Schepp
Foto: FourMusic
Inhalt
BLICKPUNKT
4
»Mammutbaustelle Licher Straße« – Ein Porträt: »In dieser Zeit bauen andere Städte eine
U-Bahn«, klagen Geschäftsleute, die seit vielen Monaten Existenzängste haben.
M EDIATHEK
11
Neue Tests: App, Buch und CD
unter der Lupe
STADTGESPRÄCH
16
»Tag des offenen Denkmals«: Abstieg in
den Todeskeller unter dem Poppe-Gelände
BLICK IN DIE REGION
18
Ein Stück Kindheit: Kaugummiautomaten,
ein Relikt frühere Tage
UNTERWEGS
22
Volle Punktzahl: Gastro-Tipp »Zum Heiligen
Stein« in Lich-Muschenheim
SPORTWELT
38
Doppelt und dreifach: Sven Pausch vom
Handball-Bundesligisten TV 05/07 Hüttenberg arbeitet, studiert und spielt in der
stärksten Liga der Welt
KULTUR
40
Neue Spielzeit: Das Stadtheater hebt den
Vorhang zur neuen Spielzeit / Kunst im
Mathematikum: »Den Rest können Sie sich
denken« / Wunderbare Klänge: The Joy
over the Lost Penny / Musik statt Straße –
Ein soziales Projekt
AUSLESE
24
VINOTHEK
VERANSTALTUNGSKALENDER
27
Mit »Woodbridge« auf dem samtweichen
Holzweg
AM MAIN
35
Susanne Sundfør in der Brotfabrik / Ein Besuch im Zoo Frankfurt: Die Tigerbabys sind
die große Attraktion
SPERRSITZ
45
46
Neu im Kino: »Männerherzen II – und die
ganz, ganz große Liebe«
RAMPENLICHT
12
Von Null auf Eins: Rapper Casper im
Exklusiv-Interview
streifzug
Magazin für Stadt und Landkreis Gießen
IMPRESSUM
Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH
Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel
Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr
E-Mail: [email protected]
Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH
Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen)
Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der
»Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder Allgemeine Zeitung« sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten
Auslagenstellen. Auflage: 40 000 Exemplare
Verantwortlich für Anzeigen:
Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf
Anzeigenverkaufsleitung:
Ulrich Brandt, Tel. 0 6 41/30 03-2 24, Anschrift siehe oben
Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 2 vom 1. Januar 2011
streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen
Titelbild: Casper/Foto: FourMusic
Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie
die erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de
oder unter Telefon 0 30/28 49 30, Presse-Monitor Deutschland GmbH & Co. KG.
© Streifzug, Gießen
9/2011
streifzug 3
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 4
BLICKPUNKT
C
C
Eine Mammutbaustelle
»
k
m
N
e
U
Wenn am 31. Oktober die »neue« Licher Straße eingeweiht wird, endet eine 19-monatige
Bauphase. Die Baustelle war eine der größten, die die Stadt jemals gesehen hat. Der
streifzug hat sich auf der 1,8 km langen Strecke umgesehen. Herausgekommen ist eine
e
tr
aß
Pe s
ge
er
nb
rü
G
t alo
zzi
stra
rS
ße
en
ärt
A
ße
Eichg
ra
hg
fst
Eic
ol
W
ärten
alle
e
Geschichte über bewegende Schicksale, hohe Kosten und große Existenzängste …
Claudia und Axel Bäulke,
Tanzschule Bäulke,
Wolfstr. 29
M
ol
ke
st
ra
»In der ersten Planung war kein einziger
Parkplatz für den Abschnitt vor unserem
Haus vorgesehen. Wir haben mit der Stadt
gesprochen. Nun bin ich froh, dass 80 Prozent der Parkplätze erhalten wurden.«
ße
»Dann baggere doch endlich diese Baustelle
fertig«, sagt Eyyüp Seker und wendet sich
einer der selten gewordenen Kundinnen zu,
die in seinem »modernen Tante-EmmaLaden« an der Ecke Friedensstraße/Licher
Straße wartet. Gerade war sein Sohn in den
kleinen Shop gestürmt. »Papa, guck mal, was
ich hier habe«, hatte Batu gerufen und
seinem Vater ganz stolz einen gelben Spielzeugbagger gezeigt, den er mit seinem
linken Händchen fest umklammert hatte. In
der rechten Hand hält der Zweijährige ein
selbstgemaltes Bild. Eine Baustellenszene.
Sein Vater schüttelt den Kopf. »Meine beiden
Söhne spielen nur noch Baustelle und malen
nichts anderes. Nur Lkws und Bagger«, stöhnt
der 41-Jährige, der mit seiner Familie seit Februar 2010 auf der Großbaustelle Licher Straße lebt. Vor seinem Laden, in dem er Backwaren und Getränke anbietet und eine
Postagentur sowie eine Lottoannahmestelle
4 streifzug
9/2011
betreibt, stehen zwei Tische mit jeweils vier
Stühlen. Seker wohnt im Nachbarhaus, die
meiste Zeit verbringt er mit seiner Frau und
den beiden Sprösslingen aber in oder vor
seinem kleinen Shop. »Wir sind fast rund um
die Uhr hier«, sagt er und lacht. »Oft kommen Nachbarn vorbei, so dass wir auch nach
Geschäftsschluss noch vor dem Laden sitzen
und gemeinsam essen«, erzählt der Türke,
der die Bäckerei vor acht Jahren übernommen und seitdem Stück für Stück ausgebaut
hat. »Wir sind gerne hier«, sagt er dann überzeugt, auch wenn die Lebensqualität in den
vergangenen 19 Monaten durch lärmende
Bagger, vorbeidonnernde Lastwagen und nahezu unendliche Pkw-Staus unmittelbar vor
seiner Haustüre doch erheblich eingeschränkt gewesen sei.
Am 2. Februar 2010 rückte die Gießener
Baufirma Faber & Schnepp in der Licher
Straße an, die normalerweise täglich von
18 000 Fahrzeugen befahren wird. Das sind
mindestens 18 000 potenzielle Kunden für
Copy-Shop, Gaststätten, Bäckereien, Kiosk,
Supermarkt und Tankstelle. »Dieser Kundenstrom wurde jäh gestoppt, weil die komplette Straße stadteinwärts einfach gesperrt
wurde und wir phasenweise von allen Anbindungen abgeschnitten waren«, schimpft Seker. Andere an der Licher Straße ansässige
Geschäftsleute sind gleicher Meinung. Fast
niemand lässt ein gutes Haar an der Stadt
und ihren Planungen. Besonders die frühe
und großflächige Absperrung auf der 1,8 km
langen Baustelle von der Gabelung Licher/
Grünberger Straße bis zur Auffahrt zum
Gießener Ring wird heftig kritisiert. Die Verantwortlichen halten entgegen, nur so den
vom Konjunkturprogramm vorgegebenen,
engen Zeitrahmen einhalten zu können. Bis
31. Oktober müssen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, um für die 8,5 Millionen Euro,
di
de
4,
Ko
na
st
er
la
W
Ba
st
Le
er
rin
de
ko
24
Be
un
fü
ko
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 5
Ge
An der K aserne
p- G
D
ailStra
ße
nd
C
ma
nn
str
aß
Stra
r
e
Lich
e
A
Frank Zander, Backshop, Licher Str. 45
»Wir hatten Glück, dass wir Stammkunden haben, die uns treu sind.
Die Stadt ist uns nicht entgegengekommen, die Bauarbeiter waren
aber nett. Trotzdem standen wir
mittags oft alleine im Lokal und haben auf Gäste gewartet. Vergebens.«
th
»An manchen Tagen hatte ich nur
zehn Prozent von dem, was vor der
Baustelle in der Kasse war. Meiner
Mitarbeiterin musste ich kündigen.
Seit Mai 2010 stehe ich alleine im
Shop. Sieben Tagen pro Woche.«
ße
Giovanni Ambrosio,
Pizza Pie, Licher Str. 57
Lu
er
be
rg
o,
ilip
La
B
ße
n-
- Ph
»Existenzangst. An etwas anderes
konnte ich nicht denken. Ich
musste einen Kollegen entlassen.
Nur so ging es. Für uns war es
extrem schlimm, dass wir von der
Uni komplett abgeschnitten waren.«
tra
t-
org
Claudia Stein, CopyCourier, Licher Str. 29
e
BLICKPUNKT
die das Projekt Licher Straße kosten wird,
den Zuschuss vom Bund in Höhe von
4,725 Millionen Euro zu erhalten. »Ohne
Konjunkturprogramm hätten wir diese Maßnahme auch in den nächsten Jahren nicht
stemmen können, aber sie war dringend
erforderlich, die Straße war in einem desolaten Zustand«, sagt Bürgermeisterin Gerda
Weigel-Greilich, nach dem Abschied von
Baudezernent Thomas Rausch für die Baustellen der Stadt verantwortlich. Besonders
Leitungen und Kanäle hätten unbedingt
erneuert werden müssen, erklärt die Politikerin. »Obwohl ich weiß, was alles getan wurde, bin ich erstaunt, wie viel Geld so etwas
kostet.«
24 500 m2 neuer Fahrbahnbelag, 10 000 m2
Betonsteinpflaster, acht Kilometer Bordsteine,
unzählige Meter neue Leitungen und Kanäle
für Abwasser, Wasser, Fernwärme, Gas, Telekommunikation und Verkehrstechnik wurden
verlegt. Auch für Faber & Schnepp war und
ist diese Baustelle ein Großprojekt, das in seinen Ausmaßen in der Stadt nur mit dem
Ausbau der Frankfurter Straße verglichen
werden kann, die 2000 fertiggestellt wurde.
»An der Frankfurter Straße wurde schon 1988
geplant. Für die Licher Straße hatten wir nur
ein halbes Jahr Planungszeit. Das ist extrem
kurz. Normalerweise erfordern solche Projekte zwei bis drei Jahre Planung«, sagt Reinhold
Schwarz vom Tiefbauamt der Stadt. »Wir
mussten alles auf einen Schlag machen, um
den Anforderungen des Konjunkturprogramms gerecht zu werden. Die Baustelle
muss schon im März 2012 komplett abgerechnet sein«, sagt er. »Unter diesen Umständen bin ich erleichtert, dass alles so gut gelaufen ist. Aber ich weiß auch, dass es für
Anlieger unangenehm war. Es gab aber keine
andere Möglichkeit. Allein wegen der Busse
konnten wir nicht anders sperren.«
Anlass des Projekts, das Bürgermeisterin
Weigel-Greilich als »Mammutbaustelle«
bezeichnet, war der marode Straßenzustand,
die günstige Finanzierung durch das Konjunkturprogramm und die Landesgartenschau
2014, für die sich die Stadt nach und nach
herausputzen soll. Als wichtigste (sichtbare)
Veränderungen gelten die neue Fußgängerampel in Höhe der Wolfstraße, die neuen
Querungsinseln für Fußgänger, Linksabbiegespuren, Radfahrstreifen und Radwege, die
Verlegung von Bushaltestellen, eine neue Anordnung von Parkplätzen (vorher 126, jetzt
127) und die Wiederherstellung des früheren
Alleecharakters der großen Einfahrtstraße (90
Bäume wurden gepflanzt), deren unterer Teil
seit Ende Juli wieder in beide Richtungen befahrbar ist. Ende Oktober soll dann die ganze
Straße freigegeben werden. »Damit liegen
wir im Zeitplan«, sagt Uwe Simon, seit über
25 Jahren Schachtmeister bei Faber &
9/2011
streifzug 5
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 6
Anneröder Weg
Ku g
E
F
Fried
elbe
enss
rg
traße
BLICKPUNKT
Lic
6 streifzug
9/2011
nen. Seker schuftete nachts in einer Großbäckerei und stand danach in seinem eigenen
Shop. Trotzdem musste er sich noch Geld
leihen, um seinen kleinen Betrieb am Laufen
halten zu können. Unterstützung von der
Stadt habe er nicht erhalten, einzig der Verpächter, der Bauverein Darmstadt, sei ihm
entgegengekommen. »Die haben immer
wieder darüber hinweggesehen, wenn wir
die Miete mal wieder nicht pünktlich überwiesen haben«, erzählt er.
Seker ist nicht der einzige Geschäftsmann,
dessen Existenz von der Baustelle bedroht
war. In Höhe des Lutherbergs betreibt Frank
Zander einen Backshop. Als er ihn am 1. Juli
2009 von einer Bekannten übernahm, ahnte
er nicht, was ihm bald blühen sollte. Ein halbes Jahr später war das Geschäft von Halteverbotsschildern umzingelt, die BaustellenEinrichtung begann. Ziemlich fatal für einen
Laden, der im Wesentlichen davon lebt, dass
ner S
traße
zige
Dan
Schnepp und für die Baustelle in der Licher
Straße verantwortlich. »Besonders das Arbeiten an den Leitungen war zeitaufwendig«,
sagt Simon, der mit seinem Team unter der
Bahnstrecke u.a. ein Kanalrohr mit einem
Durchmesser von 1,60 m verlegt hat. »In den
nächsten 30 Jahren muss da niemand mehr
ran«, sagt der 50-Jährige.
Diese Aussicht kann Seker und die anderen
Geschäftsleute nicht beruhigen. Der Inhaber
des Tante-Emma-Ladens konnte sich zwar
auf seine Stammkunden aus der Nachbarschaft verlassen, Laufkundschaft blieb aber
aus. »Vor allen Dingen die Kunden, zum Beispiel von der Automeile, die sich normalerweise schnell einen Imbiss holen, konnten
uns nicht anfahren«, erzählt er. Etwa 50 Prozent Umsatzeinbußen hatte Seker zu beklagen – über Monate. Und so musste sich der
Ladenbesitzer im Mai 2010 einen Zweitjob
suchen, um sein Personal bezahlen zu kön-
Po s e
»Ich musste im Mai 2010 einen
Zweitjob annehmen und habe
nachts in einer Bäckerei gearbeitet
und habe mir Geld geliehen, damit
ich mein Personal weiterbezahlen
konnte. Über Monate haben 50
Prozent der Umsätze gefehlt.«
r Str
aße
»In der Licher Straße war es wie an
allen Baustellen auch. Wenn wir
kommen, aufbauen und arbeiten,
schimpfen die Anwohner. Wenn wir
wieder abbauen, sagen sie: Ach, es
hat sich doch gelohnt.«
Eyyüp Seker, Kiosk,
Friedensstr. 1
Mem
Uwe Simon,
Faber & Schnepp
eler S
traße
Licher Straße
Autofahrer auf dem Weg zum Gießener Ring
oder in die Innenstadt kurz stoppen, um ein
paar belegte Brötchen oder Stückchen mitzunehmen. So kam es, wie es kommen musste: Der Umsatz brach ein. Um 60 bis 70 Prozent seien die Einnahmen zurückgegangen,
berichtet Zander. »An manchen Tagen hatte
ich nur noch zehn Prozent von dem, was vor
der Baustelle in der Kasse war.« Einer Mitarbeiterin, die früher tageweise aushalf, musste
er kündigen. Seit Mai 2010 steht er allein im
Shop, an sieben Tagen pro Woche. Trotzdem
seien seine privaten Ersparnisse draufgegangen. »Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre der Laden längst dicht«, sagt der 30Jährige. Auch bei ihm sei die Stadt in dieser
schwierigen Situation leider alles andere als
hilfreich gewesen. Anfragen, die er und Geschäftsleute aus der Nachbarschaft ans Tiefbauamt gerichtet hatten, seien monatelang
nicht beantwortet worden. Zudem hätten
M
p
H
re
n
sc
ko
N
n
fe
is
sc
d
fü
si
zä
ge
m
is
b
te
g
n
so-
or
e
m
-
ri e r- S tr a ß e
BLICKPUNKT
H e in ri c h -F o u
Doering-Straße
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 7
G
Schlesi
Me me ler Str aß e
sche St
raße
Licher Straße
Hultsch
H. J. Hofmann, bft-Tankstelle, Licher Str. 121
»Unser Verpächter hat uns monatlich 3000 Euro erlassen, ich habe
15000 Euro aus eigener Tasche reingesteckt, damit es überhaupt weiterging. Eigentlich wollte ich im
nächsten Jahr in Rente gehen, aber
das kann ich jetzt abhaken.«
iner Str
aße
Mitarbeiter des Ordnungsamtes teilweise
pingelig auf die Einhaltung des absoluten
Halteverbots geachtet und Kunden regelrecht verscheucht: Weiterfahren! Hier gibt's
nichts! »Als ich gesagt habe, dass das geschäftsschädigend ist, habe ich zu hören bekommen: Das interessiert uns nicht.«
Noch schlimmer hat es die kleine Lottoannahmestelle in Zanders Nachbarschaft getroffen. Ein kleines Werbeschild an der Fassade
ist das letzte Überbleibsel. Der Laden ist geschlossen. Die Inhaber hatten keine Chance,
die Baustelle zu überleben. Eng war es auch
für Claudia Stein vom Copy-Courier. Die Besitzerin wurde immer wieder von Existenzängsten geplagt. »Einen langjährigen Kollegen musste ich entlassen. Ich kann ihn
momentan nur stundenweise bezahlen. Das
ist schlimm, aber nur so konnten wir überleben«, sagt Stein, deren Zielgruppe, Studenten, die aus dem Lutherberg strömen, dort
über eineinhalb Jahre nur rechts abbiegen
konnten. Der Copy-Shop liegt links davon.
Die Folge waren »leere Kassen«. Auch bei
Hans-Jürgen Hofmann klingelte es wesentlich
seltener in der Kasse. 16 Monate lang fehlten
dem Tankstellenpächter 60 Prozent seiner
Umsätze. Die Firma hätte nicht überlebt,
wenn ihm sein Mineralölhändler bft nicht
entgegengekommen wäre und monatlich auf
3000 Euro Pacht verzichtet hätte. Trotzdem
musste Hofmann auch die Privatschatulle öffnen. »Ich habe noch mal 15 000 Euro reingesteckt, damit es weitergehen konnte«, erzählt
er. Hofmann wollte eigentlich im nächsten
Jahr in Rente gehen, »aber da kann ich jetzt
für die nächsten fünf Jahre einen Haken dran
machen«, sagt er. Um die missliche Lage besser zu überstehen, hat er Öffnungszeiten verkürzt und selbst häufiger an der Kasse gestanden. »Ein paar Tage kann man so eine
Situation überstehen, aber diese Zeitspanne
war zu lange«, klagt der Gießener. Die Anlieger sind mehrheitlich der Auffassung, dass
die lange Dauer der Absperrungen unnötig,
eine bessere Planung und Einteilung der Abschnitte möglich gewesen sei. »In dieser Zeit
bauen andere Städte eine U-Bahn«, schimpft
ein Anwohner, der nicht genannt werden
will. Vier Wochen lang habe er vor seiner
Haustüre Fotos gemacht und könne so dokumentieren, dass in dieser Zeitspanne dort
kein einziger Stein bewegt worden sei. Bürgermeisterin Weigel-Greilich ist da anderer
Meinung: »Das Projekt hätte sich in die Länge
gezogen, wenn wir es in mehrere Abschnitte
eingeteilt hätten. Das wäre keine Verbesserung gewesen. Die Laufkundschaft umfährt
Baustellen außerdem sowieso großflächig.«
Dennoch bleiben offenen Fragen der Anwohner: Warum musste der Verkehr stadtauswärts geleitet werden, obwohl sich alle
Anlieger dagegen ausgesprochen hatten?
9/2011
streifzug 7
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 8
Fa s
an
w
en
eg
BLICKPUNKT
Licher Straße
Fakten, Fakten, Fakten …
Tägliches Fahrzeugaufkommen:
18 000
Ausbaustrecke:
1,8 Kilometer
Bauzeit:
Februar 2010 bis Oktober 2011
Kosten:
8,5 Millionen
Materialverbrauch:
24 500 Quadratmeter neue Fahrbahn, 10 000 Quadratmeter
Betonsteinpflaster, 8 000 Meter Bordsteine. Hinzu kommen
neue Leitungen und Kanäle für Abwasser, Wasser, Fernwärme,
Gas und Telekommunikation.
Anlass des Projekts:
1. Maroder Straßenzustand 2. Günstige Finanzierung durch
Konjunkturprogramm 3. Landesgartenschau 2014
Wichtigste Veränderungen:
Neue Fußgängerampel (Wolfstraße), Querungsinseln für
Fußgänger, Linksabbiegespuren, Radfahrstreifen bzw -wege
beidseitig, Verlegung von Bushaltestellen (Fasanenweg), neue
Anordnung von Parkplätzen/Städtebauliches Ziel: Wiederherstellung des früheren Alleecharakters
Warum fiel immer freitags der Hammer?
Warum wurde nicht samstags gearbeitet
oder an Brückentagen oder während der
deutschen Spiele bei der Fußball-WM?
»Warum konnte ich auf 1,8 km Baustelle nur
sieben Bauarbeiter zählen?«, fragt ein Geschäftsinhaber. Warum hat das Ordnungsamt
so konsequent Parksünder aufgeschrieben?
»Das war Abzocke«, schimpft Copy-ShopBesitzerin Stein. »Obwohl noch gar nicht
gearbeitet wurde, standen überall schon
Halteverbotschilder«, sagt sie und fügt eine
Gleichung an: »Keine Parkplätze = keine
Umsätze«.
Einige dieser Fragen will Schachtmeister
Simon so nicht stehen lassen. »Wir haben
von Montag bis Donnerstag regelmäßig länger gearbeitet«, sagt Simon und erklärt, dass
»in der Spitze zwischen 40 und 45 Bauarbeiter« in der Licher Straße beschäftigt gewesen
sind. »Wir haben versucht, auf die Anlieger
8 streifzug
9/2011
Rücksicht zu nehmen. Was möglich war,
haben wir möglich gemacht«, sagt der Rödgener. Unterstrichen wird diese Aussage von
Giovanni Ambrosio. »Die Bauarbeiter waren
nett und verständnisvoll«, sagt der Inhaber
der »Pizza Pie«. Dennoch: »Ich bin froh, dass
wir so gute Stammkunden haben«, erklärt
Ambrosio. Ohne die hätte seine Pizzeria
nicht überlebt, in der er mittags häufig alleine
mit seinem Team auf (Lauf-)Kundschaft. wartete. »Der Mittagstisch war eine Katastrophe«,
sagt Ambrosio, der das Lokal seit über 20
Jahren führt. Auch er musste auf privates
Geld zurückgreifen, um die Flaute zu überstehen. »Was soll ich tun? Ich kann doch
meinem Koch nicht sagen, du kommst nur,
wenn Gäste da sind«, sagt der Italiener.
»Glauben Sie mir, ich bin froh, wenn der
Oktober vorbei ist. Das geht an die Nerven.«
Einer der wenigen Geschäftstreibenden, die
nicht unter der Baustelle litten, ist Axel Bäul-
ke, Geschäftsführer der gleichnamigen Tanzschule. Er freut sich über die Aufwertung der
Straße: »Es ist nun schöner als vorher.« Einbußen habe er nicht verzeichnet. Dennoch
könne er die Kritik der Geschäftsleute aus
der Nachbarschaft nachvollziehen: »Der
Unterschied ist, dass wir mit unserer Tanzschule nicht abhängig sind von Laufkundschaft. Wir haben feste Kursteilnehmer.« Die
hätten während der Baumaßnahmen zwar
Umwege fahren und entfernt parken müssen, abgeschreckt habe das aber niemanden.
Bäulke lobt auch die Zusammenarbeit mit
der Stadt: »In der ersten Planung war kein
einziger Parkplatz für den Abschnitt vor
unserem Haus vorgesehen. Wir haben mit
der Stadt gesprochen. Nun bin ich froh, dass
80 Prozent der Parkplätze erhalten wurden.«
Neben den Anwohnern, die täglich im Stau
standen oder ihre eigene Einfahrt nicht
anfahren konnten, hatte auch das Stadtreini-
gu
Bü
ih
nä
di
m
di
fe
ei
Pr
vo
zu
an
zu
U
D
ck
be
»E
no
10
r
n.
s
«
-
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 9
Gerda Weigel-Greilich,
Bürgermeisterin
BLICKPUNKT
»Es war eine ungewöhnliche Mammutmaßnahme. Ich kann Sorgen
und Ärger der Geschäftsleute verstehen. Aber wir mussten es in dieser Form durchziehen, sonst hätten
wir es in den nächsten Jahren nicht
stemmen können.«
Licher Straße
An der Automeile
Gi eß en er Rin g
485
Christina Halfmann,
Fuhramt der Stadt
»Zeitweise konnten wir die Licher
Straße nicht befahren. Viele Anwohner mussten ihre Mülltonnen deswegen bis an die jeweils nächste
Querstraße schieben, durch die wir
möglichst nah an die Licher Straße
heran kamen.«
Illustration: Jule Engel,
gungs- und Fuhramt seine Probleme. Die
Bürger wurden angeschrieben und gebeten,
ihre Mülltonnen zur Leerung an die jeweils
nächstgelegene Querstraße zu schieben, da
die Müllwagen nicht durch die Licher Straße
manövriert werden konnten. »Einige Leute,
die maximal weit von einer Querstraße entfernt wohnen, haben sich beschwert. Nach
ein bis zwei Leerungen gab es aber keine
Probleme mehr«, erklärt Christina Halfmann
von der Behörde. Ihre Mitarbeiter hatten
zudem Probleme, die Anneröder Siedlung
anzufahren. Um dort die Mülltonnen leeren
zu können, mussten die Müllwagen den
Umweg über den Gießener Ring nehmen.
Dass den Geschäftsleuten nun in der schicken Licher Straße ein goldener Oktober
bevorsteht, glauben die Firmeninhaber nicht.
»Es wird eine Weile dauern, bis alles wieder
normal läuft. Es geht sicher nicht von null auf
100«, sagt Tankstellenpächter Hofmann.
Bäcker Zander befürchtet, dass es zwei, drei
Monate dauern könnte, bis sich die Kundenströme wieder eingependelt haben. Aber er
will weitermachen: »Wenn man schon so lange durchgehalten hat …«, sagt er und blickt
aus seinem Schaufenster auf die fast fertige
Straße, wohl wissend, dass die Umgestaltung
zwingend notwendig war. »Es musste gemacht werden«, sagt auch Bürgermeisterin
Weigel-Greilich. »An dieser Maßnahme führte kein Weg vorbei. Dass es in dieser Zeit zu
großen Einschränkungen gekommen ist, ist
völlig klar. Das war beispielsweise in der Fußgängerzone auch so«, erklärt sie. Die Politikerin sah die Hauseigentümer über die Bauphase in der Pflicht, an Miete und Pacht
nachzulassen. Immerhin hätten die Objekte
nun durch die umfangreiche Neugestaltung
eine Wertsteigerung erfahren, sagt WeigelGreilich, die sich nun schon wieder mit dem
nächsten Bauprojekt beschäftigen muss, dem
Bahnhofsvorplatz. Die Bürger der »Stadt der
Baustellen« seien zuletzt durch die vielen
Maßnahmen sehr belastet gewesen, gibt sie
zu. »Da werden wir demnächst einen deutlichen Schritt zurückgehen. Das heißt aber,
dass Missstände länger bestehen bleiben«.
Seker und seinen Kollegen ist das egal. Der
Besitzer des Tante-Emma-Ladens hofft, dass
es den Anliegern der neuen Baustellen besser ergeht, dass sie vorher gehört werden
und Einfluss nehmen können. Seker beklagt
auch heute noch die »Art und Weise, wie die
Stadt« mit ihm umgegangen ist. »Wir wurden
zum Planungsgespräch eingeladen. Als ich
fragte, ob wir etwas verändern können, wurde gesagt: Nein. Eine Unverschämtheit«. Für
die Zeit nach dem 31. Oktober hat er nur
noch einen Wunsch: Er hofft, dass seine Kinder endlich damit aufhören, Baustellenszenen zu malen.
Marc Schäfer, Florian Dörr,
Ulla Sommerlad, Burkhard Möller
9/2011
streifzug 9
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:54 Uhr Seite 10
BRAD SHAWS KOLUMNE
Digitale Dauerbaustelle
Es gibt Baustellen und Baustellen. Die
einen rauben uns täglich 30 Minuten auf
dem Weg zur Arbeit, die anderen machen
uns Arbeit – täglich und zwar alle 30 Minuten.
Im Leben von Singles um die 30 gibt es
eine Dauerbaustelle: Das Zwischenmenschliche, beziehungsweise dessen
Nichtvorhandensein. Denn die Suche nach
dem richtigen Partner ist nicht nur eine lange Licher Straße mit vielen Schlaglöchern,
sondern in vielen Fällen auch eine architektonische Meisterleistung.
Im Mittelalter haben sich die Ritter eine
Burg gebaut, ein weißes Ross davor gestellt
und gefreit. Irgendwann mieteten sie sich
ein chices Loft, stellten einen geleasten
Sportwagen davor und dateten. Im OnlineZeitalter gestaltet sich das Werben allerdings fundamental anders. Und trotzdem
geht es um Real Estate. Immer. Wir bauen
uns märchenhafte Luftschlösser in die
digitale Web 2.0-Galaxie. Doch selbst das
geheime Wissen um ihr Trugbild befreit
keinen Alleinstehenden von der Notwendigkeit, sich dieses Marketinginstruments
zu bedienen.
Singles waren schon immer Baumeister: Sie
stehen aus Ruinen auf. Sie bauen Mauern,
bis jemand kommt, der sie wieder einreißt.
Dann schlagen sie eine Brücke von der
Insel des Ichs zurück in die Welt der anderen. Eventuell bauen sie ab diesem Zeit-
10 streifzug
9/2011
punkt sogar gemeinsam; vielleicht ein Haus
mit Rosengarten – im wörtlichen wie im
metaphorischen Sinn. Doch irgendwann
gibt leider jedes Fundament der Kraft eines
Bebens nach. Fortan verbleibt wieder jeder
in seinem Teil der Ruine.
Veranschaulicht wird dieser Prozess heute
vor allem in Netzwerken wie Facebook.
Da schreibt der eine »Ich hatte gerade
den schönsten Abend meines Lebens«,
während der andere Fotos von den
Flitterwochen auf den Malediven postet
und ein dritter die Welt parallel per Link
wissen lässt, dass er gerade Roxettes
»It must have been love« hört. In besonders tragischen Fällen Sabrina Setlurs
»Du liebst mich nicht« mit dem obligatorischen Kommentar: »Schick deine Rosen
deinen Schlampen, die auf Blumen abfahren.«
Pinnwände auf Web-2.0-Plattformen sind
die anstrengendsten Baustellen des modernen Single-Lebens: Statusmeldungen
werden mauerartig wie Steine aufeinander
getürmt. Symbolträchtig teilen wir Zeitungsartikel als Fenster zu unserem Intellekt und
ebenso bedeutungsschwanger Lieder als
Fenster zu unserem Herzen. Wir posten
Bilder, die unsere Körper schön gemeißelt
wie eine antike Statuen zeigen; Statuen,
deren reales Vorbild sich andere Bauwillige
unbedingt dauerhaft auf ihr Anwesen
holen sollten. Oder wenigstens leihweise
ins Schlafzimmer. Die Renaissance – hier
des Narzissmus.
Zuletzt bauen wir Türen, nein Tore aus
Zaunpfählen, die das Eintreten erleichtern.
»Wie ein Marketingstratege, der für seine
Auftraggeber eine Corporate Identity, eine
Unternehmensidentität, aus Briefkopf,
Werbejingle und Konzernduft erschafft,
entwickeln wir ein Image von uns selbst,
eine Demoversion«, schrieb Lara Fritzsche
im März 2010 in der NEON. Und gerade
Singles konstruieren ihr Online-Haus
gemäß einer extrem gut durchdachten
Architektur. Denn wir posten nichts ohne
Intention und niemals ohne Hoffnung auf
Reaktion. Wenn ich auf der Facebook-Seite
meines Blogs schreibe, dass ich für einen
Burger gerade ALLES tun würde, heißt das
sicherlich: »Heute bin ich billig zu haben.
Und du bist das Dessert.«
Fritzsche treibt das Online-Spiel mit dem
Beispiel folgender Statusmeldung auf die
Spitze: »Noch im Schlafhemdchen, aber
schon am Putzen. Gleich ein bisschen Playstation zur Entspannung und danach eine
ordentliche Haxe in die Röhre schieben.«
Und liefert gleich noch den Subtext dazu:
»Männer, bitte verehrt mich, denn ich bin
eure Traumfrau, verdammt noch mal!«
Das Web 2.0 hat Singles mehr denn je zu
Baumeistern gemacht. Und wie beim Turmbau zu Babel gilt: Wir wollen göttergleich
sein. Bis dahin tun wir einfach so, als wären
wir es bereits. Fatal ist, dass die narzisstische
Selbstüberhöhung im Luftschloss gelegentlich genauso schnell in sich zusammenfallen
kann wie ein Kartenhaus.
»Welcome to my bedroom: I am so hot,
even Lady Gaga is jealous«, gab ich nach
meiner letzten Trennung trotzig in das
Facebook-Statusfeld ein. Als das Fieber
weiter stieg, musste ich kurz nach Mitternacht demütig meinen Ex anrufen, damit er
mich in die Notaufnahme fährt. In meinem
Schloss gibt es kein Doppelbett mehr,
glücklicherweise aber eine Hintertür. Das
ändert trotzdem nichts daran, dass sich jeder
Aschenputtel-Zauber in den einsamen Stunden nach Mitternacht auflöst. Beim Betreten
jener Treppe in die Welt außerhalb der
Märchenschlösser.
w
Brad Sha
Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen
für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht der Journalist sie im Netz auf
www.bradsticks.com. Sein Blog befasst
sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis und Kultur – und immer wieder
mit der Suche nach Mr. und Mrs. Right.
n
im
w
B
si
fü
C
ch
d
u
»
›
›
›
›
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 17:55 Uhr Seite 11
MEDIATHEK
Neue Apps im Test:
»Read it later«
Unter den hyperventilierenden Entwicklungen auf
dem App-Markt ist »Read it later« zwar kein ganz
neues Angebot, aber eine echt unverzichtbare Hilfe für alle, die
im besten Wortsinn ihre Webseiten und Texte später lesen
wollen. Es gilt das einfache Prinzip des Lesezeichens. Nur: Diese
Bookmarks lassen sich mit (fast) allen Mobile-Devices synchronisieren. Vom iPhone über das iPad bis zu allen Android-Geräten,
für Browser besteht Anbindung über den universellen WebClient oder das Firefox-Add-On. »Read it later« kann die gespeicherten Seiten in einer leicht lesbaren Text-plus-Bild-Version
darstellen oder im Original. Gelesenes wird einfach abgehakt
und ins Archiv geschoben. Für unterwegs bietet die Mobil-App
eine Offline-Funktion, in der
kostenpflichtigen Pro-Variante
lassen sich die gespeicherten Seiten
beispielsweise noch über Twitter
teilen. Wer bereits einen bevorzugten Reader hat, muss auch nicht
verzagen. Die Seiten zum Späterlesen lassen sich derzeit in über
250 weitere Apps integrieren.
http://readitlaterlist.com
one
Limp Bizkit: »Cold Cobra«
Sechs Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen
Album haben sich Limp Bizkit reformiert und legen
mit »Cold Cobra« ihr sechstes Album vor. Das wurde
mit Spannung erwartet, prägte die Band doch einst
ein ganzes Genre, den Nu-Metal, wie keine andere
Musikanten-Combo. Sie verbanden peitschende
Rhythmen, massive Gitarrenwände und funky
Hip-Hop-Elemente. Mit ihrem Testosteron-Monster
»Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavoured
Water« legten sie einen Klassiker vor. Die Erwartungen
an »Cold Cobra« waren also hoch. Doch was als erstes
auffällt, ist das geschmacklose Plattencover. Und auch
die musikalische Qualität passt sich dem ersten
Eindruck an: Denn »Cold Cobra« ist nur eine schlechte Kopie der
alten Erfolgsalben von Limp Bizkit. Die
Musikwelt hat sich weiterentwickelt,
doch die Band ist stehengeblieben.
Immer noch die dumpfen Texte, die
gleichen Gitarrenriffs und der ständige
Gebrauch des F-Worts. Zum Teil sind
Limp Bizkit sogar so dreist, sich selbst
zu kopieren und ganze Textpassagen
aus alten Liedern zu recyclen. Die ganze CD ist ein einziges Ärgernis.
»Höre auf dein Herz«
Der träumende Delphin
Sergio Bambaren, Der träumende Delphin – Eine
magische Reise zu dir selbst (Piper. 8,95 Euro,
Taschenbuch. 978-3492229418. SPIEGEL-Taschenbuch-Bestseller, Platz 42 (08/11)
›
› Der Inhalt: Der junge Delphin Daniel ist ein
›
›
›
Träumer. Im Gegensatz zu seinen Kumpanen,
die nur ans Essen und Schlafen denken, verbringt er seine Zeit
damit, durch die Wellen seines geliebten Riffs zu reiten und nach
seiner eigenen Bestimmung zu suchen. Eines Tages spricht die
Stimme des Meeres zu ihm und verkündet, er werde den Sinn
des Lebens finden, und zwar an dem Tag, an dem ihm die perfekte Welle begegnet. Also macht sich der mutige Delphin auf die
Reise ... Eine zauberhafte Geschichte darüber, wie wichtig es ist,
seinen eigenen Träumen zu folgen und keine Angst vor dem
Unbekannten zu haben.
Der Autor: Als sich Sergio Bambaren während eines Surfurlaubes
in Portugal mit einem Delphin anfreundete, kam ihm die Idee,
darüber einen Roman zu schreiben. Da er keinen Verlag fand, der
seine Geschichte nach seinen Vorstellungen veröffentlichen
wollte, machte er es 1995 einfach selbst und landete damit einen
Millionenseller, der bis heute in über 25 Sprachen übersetzt
wurde. Ebenfalls empfehlen kann ich seine Bücher: »Samantha«
und »Die Blaue Grotte«.
Der Spannungsbogen: Dass Daniel am Ende die perfekte
Welle findet, ist recht vorhersehbar, doch in diesem Buch geht es
nicht ums Ankommen, sondern um die Reise an sich und welche
Erfahrungen er währenddessen sammelt.
Das Niveau: Man könnte meinen, das Buch sei auch für Kinder
geschrieben, daher ist es leicht zu verstehen. Ich mag die einfache
›
›
›
Sprache und die Klarheit der Botschaft, die Sergio
Bambaren vermitteln möchte: »Höre auf die
Stimme deines Herzens, glaube an deine
Träume und alles ist möglich!« Das finde ich
ziemlich gut!
Der Gesprächsfaktor: Ich glaube, jeder von uns
wünscht sich, ein bisschen so wie Daniel Delphin zu sein. Aus
diesem Grund wird das Thema des Buches auch immer superaktuell sein. Hast du das Prinzip erst einmal verstanden, werden sich
die Menschen automatisch um dich versammeln und fragen: Wie
machst du das? Gesprächsfaktor: Definitiv 10 von 10 Punkten.
Die Leseprobe: »Er schwamm weiter auf die Küste zu. Der Mond
stand hoch am Himmel, und die Sterne leuchteten heller als je
zuvor. Und dann hörte Michael Benjamin Delphin in der Weite des
Ozeans zum ersten Mal die Stimme: Es kommt eine Zeit im
Leben, da bleibt einem nichts anderes übrig, als seinen eigenen
Weg zu gehen …«
Must-have zum Buch: Für den Anfang würde es wohl reichen,
wenn die Sonne mal wieder scheinen würde. Dann fällt einem das
Träumen beim Lesen etwas leichter.
Das Buch ist genau richtig für … die Badewanne! Und jeden,
der nach einem besonderen Geschenk sucht, um bei dem
Mädchen seines Herzens zu punkten. Ansonsten für Fans von Paulo Coelho (»Der Alchemist«), Dan Millman (»Der friedvolle Krieger«)
und Richard Bach (»Die Möwe Jonathan«).
Für den streifzug gelesen von …
Lars Amend (33). Er ist Autor. Sein erstes Buch »Bushido«
landete 2008 auf Platz 1 der SPIEGEL Bestsellerliste und
wurde von Bernd Eichinger verfilmt. 2009 folgte »Rock
Your Life« mit Rudolf Schenker und einem Vorwort von
Paulo Coelho. Am 19. September erscheint sein neues
Buch »Mit einem Bein im Modelbusiness« mit Mario Galla. Lars Amend, aufgewachsen in Langgöns, lebt in Berlin.
9/2011
streifzug 11
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:02 Uhr Seite 12
RAMPENLICHT
B
sa
m
zu
g
jü
g
D
Ic
Te
ge
w
co
se
u
vi
ge
sc
b
G
w
Foto: FourMusic
Ehrlichkeit
hilft
Casper? Wer ist das? Als wir in der Redaktion vor drei Monaten zum ersten Mal darüber
diskutierten, den Rapper zu interviewen, waren die Reaktionen bestenfalls verhalten. Als sich
der 28-Jährige später für den 4. Oktober im MuK in Gießen ankündigte, war schon eher
klar, dass wir ihn im Heft haben wollten, und als sein Album »Xoxo« dann wenige Tage vor
dem Interview aus dem Stand auf Platz eins der deutschen Album-Charts sprang, waren wir
richtig stolz, den Bielefelder exklusiv präsentieren zu können. Bereits mit »Die Welt hört mich«
(2006) und »Hin zur Sonne« (2008) hatte Casper in der deutschen Hiphop-Szene auf sich
aufmerksam gemacht. Der Künstler bestach schon da mit tief gehenden Texten und sprach in
seinen Songs über Themen, die sich vom Einheitsbrei des deutschen Sprechgesangs wohltuend abhoben. Wo andere über ihren Reichtum rappten oder von neuesten Eroberungen
erzählten, handelten die Texte von Benjamin Griffey, wie »Cas« bürgerlich heißt, von Kindesmissbrauch oder dem Ende der Liebe. Auf »Xoxo« erzählt Casper auch von seiner schweren
Kindheit. Er erzählt seine persönliche Geschichte, die lehrt, ohne belehrend zu wirken. Und
so gibt es nun nur eine Antwort auf die Frage: Casper? Wer ist das? Ein großartiger Künstler.
12 streifzug
9/2011
W
au
ü
Fü
es
d
d
re
ic
d
M
im
Si
K
ni
ne
ha
m
sa
ho
Pr
b
hö
ke
Kr
ha
»Z
is
se
m
kr
d
h
h
m
n
M
fü
Foto: FourMusic
«
-
r.
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:02 Uhr Seite 13
RAMPENLICHT
Bei Ihrem letzten Album hörte man Sie
sagen, wenn ich damit in die Charts komme, kaufe ich 20 Paletten Bier, lass die Tür
zu meiner Wohnung offen und feiere den
ganzen Abend nackt. Wie haben Sie den
jüngsten Chartseinstieg auf Platz eins
gefeiert? Wollen Sie das wirklich wissen?
Das war das Unspektakulärste, was es gibt:
Ich habe momentan mehr PromotionTermine als es auf der Welt Zeitungen
geben kann (lacht). Montags um 17 Uhr
werden die aktuellen Charts von Mediacontrol bekanntgegeben. Ich saß zu diesem Zeitpunkt also im Nebengebäude
unseres Büros und habe ein Telefoninterview gegeben, als plötzlich alle hineingestürmt kamen, sich umarmten und angeschrien haben. Ich musste konzentriert
bleiben, während alle anderen durch die
Gegend gesprungen sind, und immer
wieder »Eins!«, »Eins« gebrüllt haben …
Was ging Ihnen durch den Kopf? Von null
auf Eins … Naja, wir haben die Woche
über immer wieder Trends mitbekommen.
Für mich war es schon überraschend, dass
es tatsächlich die Eins geworden ist. Wir
dachten eher, es wird Platz zwei, wobei
das auch schon der Hammer gewesen wäre. Als es dann doch Platz eins wurde, hab
ich schon gedacht: »Ja, geil«. Aber ich raste
deswegen jetzt nicht aus.
Man liest im Zusammenhang mit »Xoxo«
immer wieder »Album des Jahres«. Haben
Sie diesen Erfolg, gerade auch bei den
Kritikern, so erwartet? Nein, tatsächlich
nicht. Ich habe damit gerechnet, dass meine Fans es feiern, weil sich abgezeichnet
hat, dass sie den neuen Stil mögen. Das hat
mich schon sehr beruhigt. Aber ehrlich gesagt hatte ich gedacht, dass es für die Hiphop-Presse zu Indie ist und für die IndiePresse zu Hiphop. Es gibt ja viele Platten,
bei denen die Kritiker durchdrehen. Dann
hört man sie und keiner mag sie. »Xoxo« ist
keine Kritikerplatte. Aber es ist schön, wenn
Kritiker meine Arbeit mögen (lacht). Wir
haben eine gute Schnittmenge.
»Zu viele Scheißbands, zu viel Hype«, das
ist eine Songzeile aus dem Album. Wie
sehen Sie den unglaublichen Hype, der
momentan um Sie herrscht? Ich finde es
krass. Ich glaube, es hat noch nie einen
deutschen Künstler gegeben, der so gehypt wurde. Wie ein US-Amerikaner. Das
hat bei mir schon fast unerreichte Ausmaße. Wirklich absurd. Aber ich finde es
natürlich geil (lacht). So, dass ich sage: »Ja,
Mann! Voll schön! Alle interessieren sich
für mein Album«. Ich rufe beispielsweise
bei Festivals an, ob ich als Besucher eine
Karte bekommen kann, und plötzlich laden die mich ein und sagen, dass ich unbedingt im Produktionsbüro vorbeischauen
soll. Momentan bin ich ja überall präsent,
von daher verstehe ich auch, wenn ich
Leuten mittlerweile auf die Nerven gehe.
Vor zwei Jahren waren Sie auf einer Jam in
der Batschkapp in Frankfurt. Um Mitternacht hatte ein Gast Geburtstag. Ein
anderer hat Sie zu dem Geburtstagskind
geschleppt, und Sie haben mit der ganzen
Gruppe zusammen »Happy Birthday«
gesungen. Wird es solche Momente auch
mit zunehmendem Ruhm noch geben
oder wird das jetzt durch verloste »Meet&-Greet«-Aktionen abgelöst? Nein, abgelöst wird das gar nicht. Wenn es die Zeit
erlaubt, mach ich jeden Scheiß mit. Das
Problem ist nur, dass das, was momentan
abgeht, für Fans nur sehr schwer nachvollziehbar ist. Ich bin momentan den
ganzen Tag unterwegs. Gestern war ich in
Potsdam, Magdeburg, Berlin, bin dann
nach Zürich geflogen, von Zürich nach
Düsseldorf, von Düsseldorf nach Bochum,
wo ich so gegen 0.30 Uhr angekommen
bin. Ich bin dann etwas durch die Straßen
gelaufen. Ich war megamüde. Plötzlich
kam jemand und wollte ein Foto machen.
Da habe ich dann gesagt: »Och nee, bitte
nicht. Bitte lasst mich in Ruhe.« Das passiert
mir aber ganz selten. Eigentlich mache ich
echt alles mit. Heute hatte ich schon fünf
Interviews und habe jetzt noch sechs Stunden vor mir, unterbrochen wird das von
einem Liveauftritt. Irgendwann ist eben
auch mal Schluss. Ich verstehe aber auch,
wenn die Fans dann blöd auf mein Verhalten reagieren, aber manchmal kann man
sich in so einem Moment nicht zurückhalten. Ich hoffe, man hat dafür Verständnis
und nimmt es mir nicht übel.
Momentan sind Sie ganz weit oben.
Machen Sie sich manchmal auch Gedanken, was kommt, wenn der Erfolg wieder
verschwindet? Ich finde es eher viel, viel
geiler, dass meine wahnsinnige Idee funktioniert hat, obwohl viele gesagt haben:
»Das wird nichts mehr mit einem Album.
Der versagt. Das wird schlecht.« Ich freu
mich, dass all denen das Maul gestopft
wurde. Und dass ich jetzt erst mal machen
kann, was ich will (lacht). Ich habe fünf
oder sechs neue Songs, die wieder richtig
Rap sind. Ich habe der Plattenfirma gesagt:
Die würde ich gerne ins Internet stellen.
Und die sagen nur: »Ja, ja! Mach das! Du
machst alles richtig!« Dann denke ich mir:
»Geil! Anarchie!« (lacht).
Also machen Sie sich zurzeit keine Gedanken, irgendwann wieder zurück an die
Uni zu gehen, das Studium wiederaufzunehmen und »etwas Richtiges« arbeiten zu
müssen? Doch, die Gedanken habe ich.
Viel mehr, als dass ich in diesem »Star«Film bin. Mir ist völlig klar, dass es auch ein
Danach geben wird. Aber jetzt habe ich
mir meinen Traum erfüllt. Jetzt mache ich
erstmal, was ich will, und gucke, wie lange
das hält.
»Xoxo« ist ja alles andere als ein typisches
Hiphop-Album, auch anders als Ihre alten
Platten. Warum ist es für Sie aber dennoch
ein Album, das in die Kategorie »Hiphop«
fällt? Es ist ein Hiphop-Album, weil ich rappe. Ich habe nicht angefangen zu singen,
eine Akustikgitarre in der Hand und erzähle vom Wald und von einsamen Füchsen.
Es ist ein Rap-Album, das auch auf RapBeats geschrieben wurde. Nur, was wir
später daraus gemacht haben, das ist nicht
mehr Rap. Aber die Platte lebt Rap und
wurde auch mit einem Rap-Bewusstsein
geschaffen. Ich wüsste nicht so richtig, was
es anders sein soll.
Spricht es für oder gegen den deutschen
Hiphop, dass Ihnen der Durchbruch mit
einem Album gelingt, das zwar Hiphop
ist, sich aber nicht unbedingt so anhört?
Selbst wenn die Platte vielleicht nicht das
Aushängeschild für den deutschen Rap ist,
rein vom Klang her, so denke ich doch,
dass ich es momentan schaffe, eine Lanze
für Rap zu brechen. Viele Leute kommen
und sagen: »Hey, du bist die Rettung des
Rap.« Das bin ich sicher nicht. Das kann ich
mit der Platte auch gar nicht sein. Sie steht
nicht für die Szene. Aber immer, wenn
jemand sagt: »Rap ist tot«, sage ich: »Rap ist
nicht tot, ihr versucht nur, ihn lebendig zu
begraben.«
Wie schafft man das, woran andere deutsche Künstler seit Jahren scheitern, Songs
zu schreiben, die tief gehen, eine Geschichte erzählen und künstlerischen Wert
haben, ohne peinlich und gekünstelt vereinfacht zu klingen? Hab ich das geschafft?
Keine Ahnung, ich setze mich nicht hin
und denke dies und das, und am Ende
kommt jenes dabei heraus. Im Gegenteil,
ich hasse es, neue Sachen zu schreiben.
Das meiste passiert unter Druck. Ich kann
es also nicht erklären. Aber was mir hilft:
Ehrlich sein. Das ist immer gut.
In Ihrem Song »Michael X« geht es um
einen Ihrer Freunde, der sich das Leben
genommen hat. Bevor Sie den Song auf
9/2011
streifzug 13
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:02 Uhr Seite 14
Foto: FourMusic
RAMPENLICHT
dem »Splash!«-Festival gespielt haben,
haben Sie darum gebeten, dass die Gäste
sich respektvoll verhalten, indem sie auf
das Mitklatschen verzichten. Werden Sie
diesen sehr persönlichen Track dennoch
auf jedem Konzert spielen, auch auf die
Gefahr hin, dass das mal schiefgeht? Ich
finde, das ist der beste Song, den ich je
geschrieben habe. Um ehrlich zu sein.
Wenn mich jemand anspricht und sagt:
»Ich kenn deine Sachen gar nicht, zeig mal,
was du so machst«, dann würde ich ihm
»Michael X« vorspielen. Wichtig ist, dass die
Leute zuhören. Wenn bei dem Song jemand dazwischenrufen würde, würde ich
wahrscheinlich richtig aggressiv werden.
Oft schien es in den vergangenen Jahren
so, dass die kommerziell erfolgreichsten
Platten eher in die Richtung »Meine Frauen, meine Drogen, meine Autos, mein
Geld« gingen. Sie dagegen sprechen über
Suizid, Außenseitertum oder Missbrauch
in der Familie. Gab es nie Bestrebungen,
dass man den Rapper Casper verändert,
anders positioniert, um mehr kommerziellen Erfolg zu haben? Gar nicht.
Inzwischen sagen ganz viele Leute, dass
mein Album Mainstream ist, dabei ist die
Platte null Mainstream. Als wir die abgegeben haben, haben wir das alle gefeiert,
auch die Plattenfirma, aber wir haben auch
gesagt: »Wenn das jetzt nur 2000 Leute
kaufen, wissen wir warum.« Die Themen
sind alle schwer, wir kommen im Sommer
damit raus, eine schwere, unpoppige, sehr
undeutsche Sache. Aber »Four Music« hat
uns komplett machen lassen. Wir saßen
14 streifzug
9/2011
sechs Monate lang im Studio, was komplett bezahlt wurde. Dann kam diese Platte
dabei heraus, woran nachträglich nichts
mehr verändert wurde. Die Plattenfirma
hat sich komplett dahintergestellt. Da muss
ich auch einfach mal ein Lob aussprechen:
Die haben daran geglaubt, dass das, was
wir machen, schon irgendwie cool sein
wird.
Ihr Album transportiert eine gewisse
schwermütige, zugleich aber auch nicht
unbedingt ausschließlich negative Stimmung. Welche Musik hören Sie, wenn
Sie in so einer Stimmung sind? Hört
Benjamin Griffey auch Lieder von Casper?
Nee, ich höre niemals meine eigene Musik. Ich habe die Platte einmal gehört, einfach nur, um so zu gucken. Nachdem ich
vorher eine furchtbare Kritik gelesen und
gedachte hatte: »Um Himmels Willen.« Ich
selbst höre viel lieber Bon Iver, Li’l B, sein
Album »I’ m gay« ist der Wahnsinn. Ansonsten mag ich aggressive Musik, und bin
zum Beispiel ein sehr großer Fan der englischen Band Gallows. Die besten drei Alben
aller Zeiten sind Bruce Springsteens »Darkness on the edge of town«, »The Witness«
von Modern Life Is War und Rocky Votolatos Album »Suicide Medicine«.
In den letzten Wochen und Monaten waren Sie auf vielen Titelseiten der Magazine
und Zeitungen zu sehen, welche Schlagzeile war Ihnen dabei denn die allerliebste? Die »Intro« hat über mich getitelt: »Casper will nicht deine Mutter ficken« (lacht).
Martin Vogel
Casper aka. Benjamin Griffey, 28: Früh
war die Familie mit dem Stiefvater,
einem US-G.I., nach Amerika gegangen. Leben am unteren Ende der sozialen Leiter – wo andere Künstler der
Hiphop-Szene sich um »street credibility« bemühen, indem sie kleinste Kratzer von Schaukelunfällen als Narben
der letzten Messerstecherei tarnen, hat
Casper sie, ohne sie provokant vor sich
herzutragen. Nicht alles verläuft reibungslos, die schweren Zeiten übersteht Benjamin Griffey mit Musik.
Mit elf Jahren geht es ohne den Vater
zurück nach Deutschland. Das Außenseitertum, das er damals am eigenen
Leib erfahren musste, ist heute immer
wieder Thema seiner Lieder. Über diverse Hardcore-Punk-Bands kommt er
zum Hiphop. Seine musikalische Sozialisation besteht nicht ausschließlich aus
Rap, sondern auch aus Bands wie The
Smiths, Morrissey oder der Hamburger
Schule: Tocotronic und Blumfeld.
Das begonnene Pädagogikstudium
wird irgendwann zugunsten der Musikkarriere abgebrochen.
Bei allem Lob über den Tiefgang seiner
Texte wird inzwischen oftmals übersehen, dass Casper auch technisch gut
ist. Mit seiner Reibeisenstimme liefert
er immer wieder durchaus brachialen,
klassischen Sprechgesang, wie es in
dieser Qualität in Deutschland kaum
ein Zweiter kann. Am 4. Oktober spielt
Casper live im MuK in Gießen.
mv
Foto: FourMusic
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:03 Uhr Seite 15
»Güterbahnhof 12« in Marburg
wurde zum »Fachgeschäft des Monats« gewählt
– Anzeige –
Warenpräsentation der
speziellen Art
Direkt am Marburger Hauptbahnhof gelegen,
versprüht die ehemalige Güterabfertigung
auch 15 Jahre nach ihrer Schließung Bahnhofsflair der besonderen Art. Bereits im Eingangsbereich dienen die Laderampen als
Präsentationsfläche für Möbel. Innen stehen
dann Designmöbel neben großen, schon fast
antiken Stückgutwaagen, ausgebleichte
Fahrpläne zieren neben modernen Kunstwerken die Backsteinwände und alte Lautsprecher hängen über kunstvollen Lampen
an der Decke. Sogar ein Strommast wird zur
Warenpräsentation genutzt und das originale
Güterbahnhofsschild, das heute noch über
dem Tresen thront, hat Michael Seiberts Vater
liebevoll restauriert. Wer schließlich in den
neuen Außenbereich gelangt, um hochwertige Gartenmöbel z. B. von Cane Line zu betrachten, befindet sich dabei schon fast auf
den Gleisen. »Ab und zu passiert es uns, das
ehemalige Bahnhofsmitarbeiter vorbeikommen, um für einige Zeit an ihrem früheren
Arbeitsplatz in Erinnerungen zu schwelgen
und den vorbeifahrenden Zügen nachzusehen«, so Geschäftsführerin Silvia Hinkel.
Meistens besuchen den »Güterbahnhof 12«
allerdings designinteressierte Kunden – vom
gut verdienenden Publikum bis zum Studenten. »Wir bieten keine Standardware an, sondern schöne Funktionsmöbel, unabhängig
von vorbestimmten Abteilungen, die mit
Wertigkeit und Variabilität überzeugen«, erklärt die Inhaberin und fügt hinzu: »Deshalb
haben wir keine bestimmte Zielgruppe, sondern zu uns kommen Menschen, die für ihre
individuelle Einrichtung das Besondere mit
dem gewissen Extra suchen.«
Bei Auswahl und Kombination der Produkte spielen Design, Funktionalität und Individualität eine Hauptrolle.
Saisonal wechselnde
Auswahl
Und davon finden Sie im sogenannten
»Wohnmagazin« eine ganze Menge: Die
saisonal wechselnde Auswahl reicht von
massiven Holzesstischen und passenden
Stühlen über dicke Wollteppiche, moderne
Funktionssofas und Gartenmöbel bis hin zu
Accessoires wie ausgefallenen Spiegeln,
Bildern, Lampen und Uhren. Weiterhin besitzt
Silvia Hinkel seit 16 Jahren in der Marburger
Innenstadt, neben der Elisabethkirche ein
Geschäft mit Wohnaccessoires, (z. B. Lambert, Dibbern, Alessi …) die das Sortiment abrunden. »In der Zukunft werden wir unser Angebot auf einer zweiten Ebene durch Schlafmöbel erweitern«, ergänzen die beiden, die
bereits erste Ideen für die Umsetzung im Kopf
haben.
Um den Kunden neben einer hochwertigen
Produktauswahl auch einen umfangreichen
Service zu bieten, arbeiten im »Güterbahnhof
12« zwei feste und vier Teilzeitkräfte. »Von der
fachkundigen Beratung bis zur Auslieferung
der Möbel übernehmen wir als ›Mädchen für
alles‹ auch Verkaufsgespräche beim Kunden
vor Ort und sind jederzeit direkter Ansprechpartner für alle Fragen rund um unsere
Artikel«, erläutert Michael Seibert das
Konzept. Zusätzlich werden die Kunden mit
den unterschiedlichsten Veranstaltungen
im »Güterbahnhof 12« verwöhnt, wie z. B.
Modenschauen, Livemusikkonzerten oder
Kunstausstellungen. Außerdem hat das Geschäft an jedem ersten Sonntag im Monat
geöffnet. Lesungen und kulinarische Themenabende sind in Planung.
Doch auch unabhängig von Events lohnt sich
der Besuch im »Güterbahnhof 12«: Denn dort
wo man »Wohnwelten anders erleben« kann,
wie das Motto des Ladens prophezeit, vereinen sich klassische Möbel mit dezenten Accessoires, aber auch auffallende Schränke
mit modernen Dekorationsartikeln. Dank ihrer
kreativen Gestaltungsideen und des außergewöhnlichen Ambientes gelingt es Michael
Seibert und Silvia Hinkel, hochwertige Funktionsmöbel und trendsetzende Wohnaccessoires eindrucksvoll zu präsentieren.
Neue Kasseler Str. 1 – 3 | 35039 MR | Fon 0 64 21/6 20 03 18
[email protected] | www.gueterbahnhof12.de
»
Wir freuen uns über die Auszeichnung:
»Fachgeschäft des Monats« des Branchenmagazins »stil & markt«. Überzeugen Sie sich selbst bei Ihrem Besuch.
Michael Seibert, Inhaber – Silvia Hinkel, Geschäftsführerin
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:03 Uhr Seite 16
Fotos: Schepp
STADTGESPRÄCH
Abstieg in die Todesfalle
Am 6. Dezember 1944 ging das alte Gießen im Feuersturm des Bombenkriegs unter.
Es gab über 400 Tote. Allein in den Gewölben unter der Gummiwarenfabrik Poppe am
Leihgesterner Weg starben damals über 100 Menschen. 67 Jahre nach der Schreckensnacht
kann der alte Bierkeller beim »Tag des offenen Denkmals« am 11. September erstmals
besichtigt werden. Es ist eine Einladung zum Abstieg in die Todesfalle.
Das Letzte, was sie in ihrem Leben sehen
werden, ist ein Feuerwerk. Nur nannte
man das im Jahr 1944 nicht so. Es ist der
Schreckensschrei »Christbäume«, der
gegen 20 Uhr am Nikolaustag durch die in
ein gleißendes Licht getauchten Straßen
der alten Provinzhauptstadt Gießen hallt.
Tausende Bewohner sind bereits wieder
von den Luftschutzkellern auf dem Rückweg zu ihren Häusern, nachdem die
Sirenen Entwarnung gegeben haben. Aber
jetzt heulen sie erneut los. Es ist ein »Voll-
16 streifzug
9/2011
alarm«, der sich mit dem Dröhnen von
Flugzeugmotoren vermischt.
Im Anflug auf das Ziel mit dem Codenamen »Hake« ist eine der perfektesten
Vernichtungsmaschinen des Zweiten Weltkriegs. Aus Richtung Süden nähert sich die
5. Bomber-Gruppe der Royal Air Force, die
Eliteeinheit des britischen Bomber Command. Die Deutschen werden ihr nach
Dresden den Namen »Todesflotte« geben.
Ihre Vorhut hat bereits begonnen, das Ziel
mit der Nummer 31 auszuleuchten. Den
Beleuchtern folgen 255 viermotorige
Maschinen vom Typ Lancaster, jede ein
fliegender Container mit sechs Tonnen
Bomben an Bord. In den Schächten hängt
alles, was das Arsenal der Briten zu bieten
hat: Von der kleinen Stabbrandbombe
über Luftminen bis zu den 2000 Kilogramm schweren »Wohnblockknackern«.
Zwischen 17 und 18 Uhr haben sie als Teil
einer gewaltigen Streitmacht mit über
1000 Flugzeugen von ihren Basen in
Mittelostengland abgehoben, um Gießen,
O
se
tr
so
d
A
ge
G
A
rü
u
d
p
te
ch
fe
au
ck
K
G
Fi
si
re
G
A
ze
Fr
Lo
in
ric
Sc
ka
es
A
m
d
d
rik
u
si
d
ge
11
G
n
W
kl
d
se
D
B
ka
D
ei
n
d
Ü
al
19
b
fü
Sc
g
ht
ic
k
ec
ies
gr
rge
lu
rbu
nf
ta
Ma
W
up
Zielmarkierung
Wieseck
un
e
rS
tra
ß
Lahn
Leuchtmarkierungen
rund um die Stadt
Philosophenwald
Ha
20.14 Uhr
Angriffsschwerpunkte
Grün
nac h Heu che lhei m
berg
tra
er S
ße
Stadtkern
† Alter
Friedhof
e
t r.
nd
elä
rS
fsg
ho
Lic
Sc
Kliniken
an
hn
Poppe-Keller
Fr
Ba
rte
hn
La
†
†
Gießen
kfu
20.10 Uhr
L e ih g
ab 20.03 Uhr
hi
ffe
nb
er
ge
rW
he
rS
tra
ß
e
eg
ester
20.08 Uhr
eg
ner W
»Bernhardtshausen«
AZ-Grafik, Hofmann
Fotos: Schepp
,
Angriffsziel »Hake«
Die Führung im Poppe-Keller beginnt
um 14 Uhr. Es können max. 25 Personen teilnehmen. Anmeldungen nimmt
die Tourist-Information der Stadt entgegen. In Stadt und Landkreis werden weitere 28 Denkmäler zur Besichtigung geöffnet. In Gießen kann das »Dortmunder
Eck« (Bahnhofstraße 50), die Johanneskirche, die Lukaskirche sowie der »Untere Hardthof« besichtigt werden. – Programm: Biebertal: Familienwiese der
spätrom. Kirche Fellingshausen, Gailsche
Park Rodheim. – Grünberg: Kirchen in
Beltershain, Reinhardshain, Harbach sowie Stadtkirche und Hospitalkirche in
Grünberg. – Heuchelheim: Martinskirche, Kameramuseum, Heimatmuseum.
– Hungen: Mittelalt. Ackerbürgerhaus. –
Laubach: Ev. Stadtkirche. – Lich: Kloster
Arnsburg. – Linden: Histor. Wasserhaus,
Kirchen in Großen-Linden und Leihgestern. – Lollar: Kirchen in Odenhausen,
Salzböden und Ruttershausen. – Pohlheim: Burgruine Grüningen. – Reiskirchen: Kirche auf dem Wirberg, Reiskirchen, Burkhardsfelden und Lindenstruth.
– Wettenberg: Burg Gleiberg. Weiter Infos: www.tag-des-offenen-denkmals.de
f
il
Decken war zu dünn. Vermutlich über
100 Gießener fanden hier zwischen
20 und 20.30 Uhr am 6. Dezember 1944
den Tod; zerfetzt von in der Nähe explodierenden Bomben oder getötet nur
vom Luftdruck. »Rechts und links sitzen
Menschen wie zu Stein erstarrt auf den
Bänken und blicken mit erloschenen
Augen in das Inferno. Auch sie sind tot«,
heißt es in einer 1994 veröffentlichten
Schilderung des Augenzeugen Ernst
Baums.
Auch die in der Nähe des Poppe-Geländes wohnende Susanne Trautwein-Keller,
die Oberbürgermeisterin Dietlind GrabeBolz und die Eigentümer des PoppeGeländes für die Idee einer Öffnung am
11. September gewinnen konnte, verbindet eine persönliche Geschichte mit dem
alten Bierkeller. Ihre Urgroßmutter kam
mit einem Kind und einem Enkel bei dem
Angriff um. »Sie konnte nur noch anhand
ihres Eherings identifiziert werden«, erzählt
Trautwein-Keller. Sie kennt die Geschichten, die sich um den Poppe-Keller ranken.
Eine erzählt von den Häusern, die im
Günthersgraben, in der Ebelstraße oder
der Wilhelmstraße nach dem 6. Dezember
1944 leer standen. Ihre Bewohner kamen
nie mehr zurück.
Burkhard Möller
dor
t
n
Osnabrück und die Leunawerke bei Merseburg anzugreifen. Sie sollen ihren Beitrag zur Niederringung des nationalsozialistischen Deutschlands leisten, das
der Welt den »totalen Krieg« erklärt hat.
Auch in den Straßen unterhalb des Leihgesterner Wegs machen Hunderte von
Gießenern kehrt, als die Sirenen erneut
Alarm geben. Die Menschen drängen zurück in die Gewölbe des alten Bierkellers
unter der Gummiwarenfabrik. Hier ist von
der NSDAP-Kreisleitung im Januar 1944
per Dekret ein Luftschutzraum eingerichtet worden, obwohl der darüber befindliche Industriebetrieb die Wehrmacht beliefert und als »kriegswichtig« gilt. So steht es
auch im sogenannten »Bomben-Baedecker« der Royal Air Force.
Knapp 67 Jahre später trifft sich eine
Gruppe älterer Gießener am Eingang zur
Firma Poppe am Leihgesterner Weg. Es
sind Zeitzeugen, zwischen 73 und 85 Jahre alt. 1944 haben sie selbst in dem
Gewölbe gesessen, wenn die Sirenen
Alarm gaben, manche sogar am 6. Dezember.
Friedrich Linn (73) ist dabei. Durch ein
Loch in der Decke kroch der Junge damals
ins Freie, als alles vorbei war. Auch Heinrich Rumpf (75) ist gekommen. An die
Schreie und das Jammern der Verletzten
kann er sich noch erinnern. »Dann wurde
es still«, sagt er.
Als die beiden in ihren Erinnerungen kramen, steht die Gruppe mitten in einem
der beeindruckenden Gewölbe. Auf Einladung des Gießener Kultur- und Lokalhistorikers Peter Schlagetter-Bayertz, der Stadt
und des Unternehmens Poppe nehmen
sie an einer Vorbegehung teil. Sie dient
der Vorbereitung der öffentlichen Führungen am »Tag des offenen Denkmals« am
11. September, wenn die vorerst einmalige
Gelegenheit besteht, in Gießens Schickalsnacht hinabzusteigen.
Was danach aus den Kellern wird, ist unklar. Das Gelände soll nach der Räumung
des Produktionsstandorts mit Wohnhäusern überbaut werden. Das Landesamt für
Denkmalpflege prüft allerdings, ob der alte
Bierkeller unter Schutz gestellt werden
kann.
Dass vom Poppe-Keller überhaupt noch
ein Teil intakt und zugänglich ist, ist nicht
nur für die alten Gießener, die staunend
durch die hohen Räumen gehen, eine
Überraschung. Vier Gewölbe umfasste der
alte Keller, zwei wurden 1944 zerstört. Bis
1911 wurden sie von der Gießener Actienbrauerei genutzt. Im Krieg boten sie Platz
für über 1000 Menschen – aber keinen
Schutz, denn die Erdschicht über den
rof
hK
ht
STADTGESPRÄCH
nac
e
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:03 Uhr Seite 17
Klein-Linden
9/2011
streifzug 17
LAUBACH
VILLINGEN
W E I C K A RT S H A I N
LAUBACH
R U P P E RT S B U R G
LICH
Fotos: Schleenbecker-Büttner
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:14 Uhr Seite 18
. . . aus dem Sinn
Leuchtende Kinderaugen und ein Kaugummi für einen Groschen – das war früher. Heute
kämpfen die Kaugummiautomatenaufsteller mit Umsatzeinbußen, dennoch lassen sich die
Kästen an jeder Ecke finden. Glauben Sie nicht? Das liegt an Ihrer Augenhöhe …
Sie sind meistens rot, mal aber auch lila
oder orange, und sogar Blaue gibt es. Mal
haben sie zwei, ein anderes Mal drei Sichtfenster. Doch immer sind sie eckig, die
Kaugummiautomaten, und an strategisch
günstigen Plätzen aufgehängt: Nämlich auf
Augenhöhe von Kindern. Denn für die Kleinen sind sie Objekt der Begierde. Das weiß
18 streifzug
9/2011
jeder. Denn es gibt wohl kaum einen
Erwachsenen, der als Dreikäsehoch auf dem
Schulweg nicht schon mal einen Groschen
versenkt hat. Das typische Klackern des
Drehmechanismus, das folgte, hat sich bei
vielen für immer ins Gedächtnis eingebrannt. Genau wie die große Spannung:
»Was wird der kleine Schacht diesmal für
mich ausspucken?« Immer in der Hoffnung,
vielleicht kein Kaugummi, sondern einen
goldenen Ring, den glitzernden Flummi
oder eine stolze Ritterfigur zu erhalten.
Doch wächst man, so dass die Kaugummiautomaten aus dem Blickfeld verschwinden,
so schwindet auch das Interesse an den
Selbstbedingungsautomaten. Aus den
A
Er
m
Li
au
st
zw
A
Ja
Ta
Sc
te
m
is
in
w
50
w
se
A
G
Fotos: Schleenbecker-Büttner
n,
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:15 Uhr Seite 19
HAUSEN
KESSELBACH
GARBENTEICH
ODENHAUSEN/LUMDA
NIEDER-BESSINGEN
GROSSEN-BUSECK
Augen, aus dem Sinn. »Ganz normal«, sagt
Erhard Mühlstein, Geschäftsführer der Automatenaufstellerfirma Bieber und Co. aus
Lich, die seit den 1950er Jahren Kaugummiautomaten im halben Bundesgebiet bestückt. »Unsere Hauptzielgruppe sind Kinder
zwischen sechs und zehn Jahren«, sagt er.
Aber das Geschäft sei in den vergangenen
Jahren rückläufig. Zwar hängen noch immer
Tausende Automaten in Deutschland an
Scheunen, alten Mauern, verwitterten Pfosten und Häuserwänden, doch Geld verdient
man nicht mehr viel. »Die Euro-Umstellung
ist schuld«, vermutet Mühlstein einen Grund
in der Währungsreform. »Ein Groschen
war eben etwas anderes, als 10, 20 oder
50 Cent«, sagt Mühlstein, der über diese Entwicklung enttäuscht ist. Auch, dass Kinder in
seiner Zielgruppe heute mit einem großen
Angebot konfrontiert sind und die sinkende
Geburtenrate, könnten zum Umsatzeinbruch
geführt haben. Doch noch existiert die Firma, die von Lich aus rund 20 000 Automaten
betreut. Sie ist, nach eigenen Angaben, eine
der größten in ihrer Branche.
Seit rund 60 Jahren ist das Kaugummi ihr
täglich Brot. Von Mittelhessen aus starten
drei hauptamtliche Fahrer, um die firmeneigenen Automaten zu warten, Geld zu entnehmen und neue Ware einzufüllen. Vorbereitet wird alles in Lich. »Zehn Mitarbeiter
haben wir insgesamt. Ein Teil wäscht die
Innenbehälter, repariert sie und befüllt sie
erneut mit Kaugummi und Spielzeug«,
erklärt Mühlstein.
Jedes einzelne Bällchen ist extra eingepackt – der Hygiene wegen. Früher waren
Zootiere der Renner, später lutschbare
Schnuller. Heute werden neben den Kaugummis Alienfiguren, Armkettchen oder
Anhängerchen »Made in Asien« in die Behälter gefüllt. Alle acht bis zwölf Wochen wird
der Inhalt von den Außendienstmitarbeitern
ausgetauscht. Dazu entnehmen sie die
kompletten Behälter aus den festinstallierten
Metallgehäusen und hängen neue ein.
»Die Hochzeit der Kaugummitautomaten«,
verrät Mühlstein, »war von den 1970er bis in
die 90er Jahre.« Neue Automaten werden
heutzutage nicht mehr aufgehängt. Auch
weil die Bewohner kein Interesse mehr daran haben, an ihrer Gartenmauer oder der
Hauswand einen Apparat hängen zu haben,
obwohl es dafür Geld gibt: Etwa 15 Prozent
vom Umsatz gehen an den Hauseigentümer.
Die Zukunft der Branche ist alles andere als
rosig, das weiß auch Mühlstein, der vermutet, dass sein Geschäft weiter stagnieren
wird. Vielleicht sollte er den Versuch starten,
die Automaten höher zu hängen, um bei
den Erwachsenen, die durch die Straßen
spazieren, Kindheitserinnerungen zu wecken.
Constanze Schleenbecker-Büttner
9/2011
streifzug 19
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:16 Uhr Seite 20
»Drive-in«-Café Volkmann
Fotos: Schepp
Ein Café der besonderen Art betreibt die Bäckerei Volkmann seit einiger Zeit: An
der Rodheimer Straße in Heuchelheim entstand in halbjähriger Bauzeit mit überwiegend heimischen Handwerkern ein »Drive-in«-Café. Dort kann man frühmorgens
aus dem Auto heraus Croissants und frische Brötchen kaufen, ohne sich um Wind
und Wetter scheren zu müssen. Oder man kann auf dem Weg zur Arbeit mal
schnell zwei belegte Brötchen für die Mittagspause holen, ohne das Auto verlassen zu müssen. Das »Drive-in«-Café bietet auf rund 150 Quadratmetern 30 Sitzgelegenheiten, und auf der Außenterrasse sind 40 Sitzplätze eingerichtet, so dass
man die leckeren Backwaren auch
hier genießen kann. Angeboten
werden neben dem gewohnten Sortiment an Back- und Konditorwaren
warme Gerichte wie etwa Suppen,
Flammkuchen, Pizza, Frikadellen
oder auch Fleischkäse, außerdem verschiedene Kaffee- und Tee-Spezialitäten. Frühstück gibt
es in drei Varianten, außerdem eine spezielle Wochenendausgabe. Das neue »Drive-in«-Café
löste den bisherigen Bäckereiwagen ab, der direkt an der Haupteinfallstraße aus den
Westkreisgemeinden Wettenberg und Biebertal in Richtung Gießen stand – an der selben
Stelle wurde nun das besondere Café errichtet. Verschiedene Standorte waren zuvor geprüft
worden, mit dem Ergebnis, dass die Rodheimer Straße die beste Lage für diese absolute
Neuzeit im Raum ist.
Die Öffnungszeiten sind für Kunden und vor allem Frühaufsteher freundlich gelegt: Geöffnet
hat das »Drive-in« montags bis freitags von 5 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 6.30 bis
18 Uhr. Sechs feste Mitarbeiter sowie die selbe Zahl an Aushilfen bedienen freundlich und
kompetent. Außer dem »Drive-in« betreibt Volkmann noch rund 15 weitere Filialen zwischen
Wetzlar und Lich.
La Casa del Gelato
Eine Eisdiele mit dem gewissen »Etwas« ist das »La Casa del Gelato« (Haus des
Eises) in der Neustadt 22 in Gießen. Wer das Innere betritt, blickt zunächst auf ein
riesiges, 1200 Liter fassendes und gut zwei Meter langes Meerwasser-Aquarium.
Darin tummeln sich Clownfische, Falterfische und andere bunte Bewohner, die
genauso farbenprächtig sind wie die leckeren Eisbecher und Eissorten, die es im
»Casa del Gelato« gibt. Außer den Fischen lassen sich auch die Menschen bestens
beobachten, wenn man an einem der 36 Tische der Eisdiele sitzt (davon 17 Tische
innen und 19 Tische außen auf der Terrasse). Dies liegt daran, dass das »La Casa
del Gelato« direkt gegenüber dem
Haupteingang der Galerie Neustädter Tor liegt, so dass dort stets der
Besucherstrom vorbeiläuft.
Der wichtigste Grund für einen
PRIMAVERA
Besuch im »La Casa del Gelato«
1 Kännchen Tee oder Kakao, FilterKaffee soviel man möchte,
dürfte aber der Genuss des hervorragenden Eises und der italienischen Kaffeespezialitäten
2 Brötchen, 1 Croissant, Käse,
sein. Die Wahl zwischen den zahlreichen Eisbechern fällt schwer, weil es vom »Coppa Italia«
Aufschnitt, Konfitüre, Butter, 1 gek.
Ei, 1 Glas O-Saft
über den »Venezia«-, »Primavera«- oder Simpatia«-Becher einfach zu viele Verlockungen gibt. Auch
4.90
od. Prosecco
Kinder können zwischen rund zehn fantasievollen Bechern wählen, von »Pinoccio« über »Biene
HANDWERKER
Maja« und »Mickey Mouse« bis »Schneemann«. Neben den bewährten klassischen Milch- und
1 Kännchen Tee oder Kakao, FilterKaffee soviel man möchte, 4 halbe
Fruchteissorten sowie Wundertüten gibt es ständig wechselnde besondere Sorten.
belegte Brötchen,
Waffeln, Toasts, belegte Brötchen, Kuchen und Mini-Pizza sind ebenfalls im Angebot. Auch
Rührei mit Schinken
90
od. Bakon, 1 Brötchen 4.
Frühstücken kann man, ob süß mit Croissants, Brötchen und Marmelade oder deftig mit Rührei,
Spiegelei und Schinken. Und als spätsommerlicher Aperitif sei derzeit ein bekannter italienischer Likör der »Renner«, wie Mitarbeiterin Nerina Palumbo sagt.
Das »La Casa del Gelato« ist übrigens ganzjährig für seine Gäste da und macht keine Winterpause. Geöffnet ist montags bis samstags von 9 bis 22 Uhr und sonntags von 12 bis 22 Uhr.
C
Ei
se
ka
w
sa
st
ge
H
ha
kl
C
Es
Au
G
Ku
D
U
au
si
D
sc
is
ch
,
u-
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:16 Uhr Seite 21
Café Tortenkavalier
Café
Ein wundervoller Duft von frisch gebackenem Biskuit-Teig liegt in der Luft. Zahlreiche lecker ausVHS-Backseminare
sehende Torten laden zum Naschen und Probieren ein. Kein Zweifel: Wer das Café »Der TortenIndividuelle
kavalier« in Wieseck (Gießener Straße 163 /Ecke Ludwig-Richter-Straße) betritt, dessen Sinne
Hochzeits- und
Festtagstorten
werden sofort angeregt. Inhaber Torsten Rosendahl ist ein »Konditor mit Leib und Seele« und
sagt: »Ich liebe es zu backen!« Auch nach rund 30 Berufsjahren strotzt der 47-Jährige vor BegeiKinderecke
sterung für sein kreatives Handwerk. Neben Torten aller Art bietet er seinen Gästen selbstParkplatz direkt
gemachte Pralinen, handgeschöpfte Schokolade, Bagels und Desserts – alles liebevoll in reiner
am Haus
Handarbeit in seiner Backstube zubereitet, die direkt an das Café angrenzt und die Räume desKinderwagen- und
Rollstuhlrampe
halb stets mit frischem Duft erfüllt. Das Café ist gemütlich und großzügig eingerichtet, mit dunklen Sitzmöbeln und Tischen, einer bequemen Sofaecke und vielen Pflanzen. Rund 60 Sitzplätze
Gießener Straße 163 · 35396 Gießen-Wieseck
Telefon 06 41/96 96 94 96 · www.dertortenkavalier.de
stehen im »Tortenkavalier« zur VerUnsere Öffnungszeiten:
fügung. Frühstücken lässt sich dort
montags geschlossen · Di. bis Sa. von 8 – 18 Uhr
auch. Die Stammkunden, darunter
sonntags von 14 – 18 Uhr · feiertags von 14 – 18 Uhr
viele 50er-Vereinigungen, wissen
die herausragende Qualität des
Ab 1. 9. auch im Café Rühl
Konditors zu schätzen, der sich zu
»100 Prozent« mit seiner Arbeit identifiziert. Der »Tortenkavalier« verkauft seine
Torten auch außer Haus, etwa für Hochzeitsfeiern. »Ich mache Torten für bis zu
1200 Gäste«, erzählt Rosendahl, der zudem an der Volkshochschule als Dozent tätig
ist und im Facheinzelhandel Back-Seminare anbietet. Eine seiner fantasievollen
Eigenkreationen ist der »Gießener Geier«, ein kleines Dauergebäcktörtchen mit Nussfüllung, das eine Abwandlung der mit Marzipan gefüllten »Leipziger Lerchen« ist.
Geöffnet ist Dienstag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag von 14 bis
18 Uhr. Ab September wird Rosendahl auch in der Gießener Stadtmitte ein Café
»Tortenkavalier« eröffnen, und zwar am Marktplatz in den Räumen des ehemaligen
Café Rühl.
Café Noah’s
Kaffee. Kult. Genuss.
DAS GENIESSER CAFÉ
Es gibt Gäste, die sagen: »Wenn man den Kaffee im »Noah’s« genießt, bleibt die Zeit für einen
Augenblick stehen.« Und es gibt Gäste, die sagen, im »Noah’s« gebe es das beste Rührei in
Gießen. So gesehen präsentiert sich das Café Noah’s in der Bahnhofstraße 22 in Gießen für viele
Kunden als Café mit dem ganz speziellen Genuss-Faktor.
Die Philosophie des Noah’s ist es, das Leben für einen Moment zu entschleunigen und Werte wie
C A F É · B A R
Ursprünglichkeit, Wärme, Präsenz und Einfachheit wieder in den Fokus zu rücken. Die Wärme fällt
www.noahs.de
auch in dem sehr natürlichen Interieur auf: Die Einrichtung besteht aus einer Mischung aus masBahnhofstr. 22
siven, geradlinigen Holzmöbeln und Ledersitzen, alles edel und sehr freundlich.
DI-SA 9-18 Uhr
Die erfahrene Barista Tereza Ghilazghi setzt immer wieder neue Kaffeekreationen durch techniSO 10-18 Uhr
sches Know-how und Liebe zum Detail gekonnt um. Die Kaffeesorten sind sorgfältig ausgewählt
• Bester Genießer Kaffee
und werden in einer Privatrösterei
Anzeige ist
• Leckere Stullen mit Brotaufstrichen
veredelt. Da die Kaffeebohnen nach
• Genießer-Frühstück den ganzen Tag Gutschein
traditionellem Verfahren geröstet
für einen
• Entspannung in Wohlfühlatmosphäre
werden, ist der Kaffee besonders
Cappuccino
aromatisch und bekömmlich. Ur• Café-Rabatte für Studenten
sprünglich und »lifestylig« zeigt sich
das Brotkonzept im Noah’s. Die Brotparade kommt ebenso vielseitig wie lecker daher.
Zu den Broten werden verschiedene frische Aufstriche, wahlweise deftig, scharf-würzig
oder süß, gereicht. Ergänzt wird das Angebot durch diverse Frühstücksvariationen, appetitliche Salate, Ofenkartoffeln mit Quark, Wraps mit besonders zusammengestellter
Füllung und hausgemachten Kuchen. Alles, was man im Noah’s genießen kann, kann
selbstverständlich auch mitgenommen werden. Ob in der Mittagspause, beim Shopping oder auf dem Nachhauseweg, vom Frühstück bis zum Abendbrot begleitet das
Noah’s seine Gäste über den ganzen Tag. Die freundliche Atmosphäre im Inneren sowie auch die Tische und Stühle im Freien laden zum Entspannen und Genießen ein.
Geöffnet ist von 9 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr. Montags ist Ruhetag.
noahs
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:16 Uhr Seite 22
UNTERWEGS
»Zum Heiligen Stein«
Fotos: Schwarzmann
Kirchberg 1a · 35423 Lich-Muschenheim · Telefon 0 6 4 04/6 68 09 08 · www.zum-heiligen-stein.de
»Mit diesem Restaurant hat sich mein Vater
einen lang gehegten Traum erfüllt«, sagt der
36-jährige Boris Sauerborn. Und wahrlich
traumhaft ist die Umsetzung dieses Wunsches ausgefallen. Wer den Weg nach LichMuschenheim findet – einfach das Kloster
Arnsburg links liegen lassen und die kleine
Straße einen Kilometer weiterfahren –, den
erwartet seit November 2010 nicht nur ein
stilvolles Ambiente unterhalb der Dorfkirche,
sondern auch eine Küche der Spitzenklasse.
Sogar der »Feinschmecker« hat sich hierher
schon »verirrt« und veröffentlichte seine
Gastro-Kritik in der Juni-Ausgabe.
Doch, keine Sorge: Im Restaurant »Zum
Heiligen Stein« geht es keineswegs hochgestochen und abgehoben zu. »Wir sind angetreten, um die ländliche Küche gut zu
machen«, erläutert Sauerborn junior, der hier
die Geschäfte führt. Inzwischen haben sich
22 streifzug
9/2011
auch mediterrane Einflüsse durchgesetzt,
denn Chefkoch Jörg Bullmann und sein dreiköpfiges Team können weit mehr. Schließlich hat der 31-jährige Bullmann zuletzt beim
Sternekoch André Großfeld in Friedberg
gearbeitet, nachdem er zuvor schon im
Gourmetrestaurant des Marburger Fünf-Sterne-Hotels Vila Vita Rosenpark gewirkt hat.
Da weder Vater (ein pensionierter Banker)
noch Sohn (studierter Jurist) von der Gastronomie allzu viel Ahnung hatten, haben sie
sich Großfeld als Berater mit ins Boot geholt.
Nun gibt es im »Heiligen Stein« Gaumenfreuden auf Sterne-Niveau, aber nicht zu
astronomischen Preisen. Die Speisekarte ist
überschaubar, damit alles frisch zubereitet
werden kann. Die immer wieder gern
bestellten Klassiker werden durch eine
wöchentlich wechselnde Karte saisonaler
Gerichte ergänzt.
Chefkoch Bullmann empfiehlt an diesem Tag
zuerst lauwarmen Saibling mit Gurke und
Crème fraîche – nicht nur eine Augenweide,
sondern auch geschmacklich eine fein aufeinander abgestimmte Komposition für
8,50 Euro. Zum Hauptgang muss es etwas
vom Lamm sein, die Spezialität des Hauses.
Schließlich hält Sauerborn senior, dem sein
Wahl-Wohnort sehr am Herzen liegt, eine
eigene Herde von 300 Lämmern auf den
Muschenheimer Wiesen. An diesem lauen
Sommerabend gibt es auf der herrlich geschützten Terrasse Zweierlei vom Muschenheimer Lamm mit Bohnenpüree und Aubergine (21,50 Euro), zu dem Restaurantleiter
Robert Knorr geschult einen korsischen Rotwein empfiehlt. Sehr löblich: Bei den Weißweinen stehen nur ausgewählte Tropfen
deutscher Winzer auf der Karte – allerdings
zum stattlichen Preis von 4,50 Euro pro 0,1 l.
Als Dessert soll es unbedingt Feines vom
Milchreis mit Schokoladensorbet und Orangensalat sein, meint der Chefkoch – und bei
dieser auch optisch gelungenen Köstlichkeit
erinnert nun wirklich nichts mehr an die
breiige Masse aus Kindertagen.
Woher der Name des exquisiten Restaurants
kommt? »Oberhalb von Muschenheim gibt
es ein altes Keltengrab, Heiliger Stein genannt«, erläutert Boris Sauerborn und empfiehlt den Gästen, den rund zehn Kilometer
langen kulturhistorischen Weg um Muschenheim zu erwandern. Das strahlend weiße
Haus – auch innen überaus geschmackvoll
eingerichtet – ist ein Neubau, denn vom ursprünglich hier stehenden Pfarrhaus konnte
bis auf ein Stück der Bruchsteinmauer nichts
gerettet werden.
Marion Schwarzmann
***
Weitere Restaurantempfehlungen gibt die
Autorin im Buch »Genießen unter freiem
Himmel in Gießen und dem Gießener Land«
(B3Verlag, 12 Euro, 978-3-938783-40-5).
Im Überblick
rant,
Sitzplätze: 45 im Rstau
Terrasse
n
hte
ac
40 auf der überd
e
Küche: Ländliche Küch
mit Anspruch
i vom
Spezialitäten: Zweierle
Roastbeef,
es
Lamm, rosa gebraten
Tafelspitz
Fr. ab
Öffnungszeiten: Mi. bis
11 Uhr
ab
.
17.30 Uhr. Sa. und So
Küche
Ambiente
Service
Preise
★★★★
★★★★
★★★★
UUUU
…
5
D
an
Fu
le
ge
A
d
w
u
ei
Tr
so
w
B
…
W
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:16 Uhr Seite 23
UNTERWEGS
ag
… auf den »Almen« Biebertals:
e,
5. Biwwerer Almabtrieb
r-
l.
ei
t
ts
r
n-
-
s
nn
Den 17. September sollten sich die Freunde bayerischer Lebensart vormerken, denn
an diesem Tag steigt der 5. Biwwerer Almabtrieb in Biebertal. Der Abtrieb startet am
Fuße des Dünsbergs aus der Mailhardt zum Bieberer Festplatz. Wie schon in den
letzten Jahren marschieren die »Original Spessarttaler Musikanten« voran. Bei zünftiger Blasmusik, sowie alpenländlischen Schmankerln, Paulaner und Licher Bier, dem
Auftritt der Showtanzgruppen, den Schuhplattlern und den Jagdhornbläsern können
die Gäste den Nachmittag genießen als wären sie in Bayern im Urlaub. Umrahmt
wird die in Mittelhessen einzigartige Veranstaltung von einem kleinen Bauernmarkt
und Unterhaltung für die kleinen Gäste. Am Abend findet mit dem Ballonglühen und
einer Bauerngaudi zudem ein ganz besonderes Spektakel statt. Das Tragen von
Trachten oder Bauernkleidung wird gerne gesehen. Für Unterhaltung am Abend
sorgen die Biebertaler Buben, die ihr vielseitiges Repertoire zum Besten geben
werden. Keine Angst, die Jungs können mehr als Blasmusik. Der Eintritt ist frei.
Beginn des Almabtriebs ist um 14 Uhr.
Foto: bf
.
… auf dem Oktoberfest:
Wiesn-Accessoire aus Gießen
Verbandelt Euch! – Es sind nur noch wenige Tage bis wir uns einhaken, singen und gemeinsam lachen. Die Münchner
Wiesn steht vor der Tür. Und mit ihr verbreitet sich die traditionell herzliche Stimmung nicht nur in der bayerischen
Hauptstadt, sondern schwappt mehr und mehr auf das Land über. Eine schöne Zeit, um unseren Liebsten mal
wieder symbolisch zu zeigen, wie sehr wir an ihnen hängen. Aber wie? »Mit einem Anbandel«, sagt Sandra
Weigel, Modedesignerin aus Gießen. Das Anbandel ist ein handgefertigtes Armband im rustikal-kitschigen
Alpin-Schick-Stil, das von der Inhaberin des Kinderladens Mymalu am Kirchenplatz persönlich gefertigt
wird. »Normalerweise fertigen wir Sachen für Kinder, nun schaffen wir eine kleine Herzlichkeit für
die Großen«, sagt sie. Das Anbandel ist nicht nur ein schönes Accessoire zur Wies’n-Tracht und
ein außergewöhnliches Einzelstück für jeden Tag, sondern es birgt auch eine Botschaft in sich.
Und die kann der Käufer selbst bestimmen: Jedes der auf 2011 Stück limitierten Anbandel besitzt
einen Zahlencode. Nachdem man sich unter www.dasanbandel.de eines gesichert hat, erhält
man die Möglichkeit, dem Band eine Botschaft zu widmen, die online jederzeit abrufbar ist.
Das Anbandel ist online erhältlich und kostet 19,90 Euro.
d«
9/2011
streifzug 23
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:17 Uhr Seite 24
AUSLESE
doch
lst es
l
i
w
m
Du
ber: » Bahndam ch«
m
e
t
ch au
e am
. Sep
Ab 1 in Galeri willst es do amm in
«
»Du am Bahnd utschauch
e
Titel
er:
eptemb rockt
S
.
3
/
.
2
g
ber)
iffenber ag (2./3. Septeme
h
c
S
r
e
st
D
eit
nd Sam
die zw
berg
itag u
s FesAm Fre dem Schiffen
age de
fl
u
A
f
u
er Schif
findet a
tivals »D ckt!«
ro
fenberg wei
z
n
A
statt.
ben
e
g
n
e
Tag
s der
d
n
sich Ba r-Szelte
Mittela nke in
Kli
ie
ne d
Letzte
r
e
n
li
Head
ie
d
r
n
e am
nte
d, daru
tz
ler’s Gre
die Han to) und Fidd tionen im Ne
o
a
(F
z
rm
.
n
fo
e
a
Inst
ckt.d
ere In
berg-ro
g. Weit
Samsta w.der-schiffen
w
unter w
4. September: Bolero für
14 Schlagzeuger in Lich
Seit vielen Jahren arrangiert Schlagzeuger
Andreas Kühr für seine Schlagzeug-Ensembles der Musikschule Lich. Am 4. September um 12 Uhr führt er im Kino »Traumstern« wieder ein großes Werk auf:
Maurice Ravels Bolero – für 14 Schlagzeuger. Nach dem
Bolero werden
auch andere
Stücke und
neue Kompositionen zu
hören sein. Eintritt frei.
24 streifzug
9/2011
D
alerie
r dem
ganz weites
Unte tiert die G stler aus
n
i
e
n
n
dürfet
präse neun Kü er erwart sche, Be en
n
n
h
ik
ü
e
Gieß en Besuc licher W älde, Graf d
D
ch
un
.
m
s
e
d
n
s
n
e
G
n
a
l
m m süchte. von lebe
u
r
t
k
n
Spe
eln
Seh
und
hand
nisse ulpturen
Sk
igen
und
würd
s
n
e
lieb
ie
e n . D BahnDing
m
rie a
Gale ( L u d w i g damm 51) ist die
e
straß alerie der
tg
Kuns hilfe.
ns
e
Leb
9. September:
Akustische
Leckerbissen vo
n Djitó im MuK
»W
ater and Stars«
ist die erste se
lbstinitiierte
Veranstaltung
des Singers/ So
ngwriters Djitó,
dessen Marke
nzeichen Akus
tisches mit
Gitarre und G
esang ist. Im Ra
hmen des
Kulturfreitags im
MuK präsentie
rt der Nachwuchskünstler
Songs aus sein
er sechsten
Veröffentlichu
ng »The Ocean
and the Night
«.
Der junge Mai
nzer hat über
50 Titel aufgenommen. Einl
ass
20 Uhr. Beginn
21 Uhr. Eintritt:
3 bis 5 Euro.
SZ_GI_09_2011_S01_S25 18.08.2011 15:17 Uhr Seite 25
AUSLESE
16. September: Gesungene
Poesie aus Indien
ung
er: Les w
b
m
e
t
p
o
22. Se rin Noah S ltungsreihe ßen
o
t
sta
u
Gie
n
mit A
r Vera K) der I SD
t
n eine
V
he
me
mm
Im Rah Termine sie eutsche) ko nach
g
e
D
r
rze
Lesun
(weite
urSchwa
einer
e
u
die Jo e
z
iv
t
t
ll
ia
w
e
t
o
s
S
r
(Init
raß
h
e
t
a
in No
ptemb er Walltors arz
Autor Am 22. Se
d
w
in
h
n.
nd Sc
melie
Gieße
Café A »Deutschla
im
h
in
t
c
r Bu
nalis
Uhr) ih
(19.30 Der all–
Weiß
ise Rass
h
täglic
vor. Im
mus« ss daran
lu
Ansch zur Disie
s
wird
Vern zur
io
s
kus
en.
g steh
fügun
Zum 150. Geburtstag des indischen
Dichters Rabindranath Tagore präsentiert
eine junge Musikergruppe aus Indien
»Bhanu-Singha-Lieder«,
gesungene Poesie um
die Radha-Krishna-Liebe mit Tanz und deutscher Interpretation.
Das Werk des LiteraturNobelpreisträgers ist
durch Romantik und
Mystik ausgezeichnet. Die Veranstaltung
beginnt um 18.30 Uhr im Netanya-Saal des
Alten Schlosses. Eintritt 10 Euro.
8. September:
Coby Grant
singt und spielt
im Ulenspiegel
Die aust
sikber: Mu Sens
m
te
p
e
29. S
ichael
temtt mit M altet am 29. Sep ßen
e
r
a
b
a
K
ie
st
veran
auses G
r 2000
es Rath l Sens
d
l
a
KulTou
a
s
Konzert tt mit Michae
:
ber im
gramm
are
sik-Kab ntiert sein Pro «. Dabei
u
M
in
e
se
ssik
r). Er prä tt meets Kla
de
(20 Uh
are
inieren
b
z
a
s
K
fa
–
f
1
u
a
s
erausu
re
h
p
»O
n ein
he Sati
n
e
ic
e
w
tr
,
is
rt
trifft ge t. Was passie
litä
Musika Musiker
er
ragend
en
ähigkeit
F
e
in
se
re
mor v
mit Hu
s
Mit Sen
t?
h
misc
a
K
s
a
td
erreich e neue
ein
tt
re
a
b
tsstufe.
t
Quali ä
ralische Singer
/Songwriterin
Grant ist derz
Coby
eit auf Deutsch
land-Tour und
macht am Don
nerstag, 8. Se
ptember, um
21 Uhr im Ule
nspiegel Statio
n. Die Australierin besticht
nicht
nur durch ihr
zauberhaftes Lächeln.
Auch
ihre Tunes sin
d hinreißend, ihre
Texte
wunderschön
. Diesen
Auftritt sollten
sich
Musikliebhab
er auf
keinen Fall en
tgehen
lassen.
9/2011
streifzug 25
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:30 Uhr Seite 26
V
Liebigs Suppenfest
Gießener Herbstmesse
Eine Stadt kommt auf den Geschmack!
24. September – 3. Oktober 2011
Messeplatz an der Ringallee
Husch ins Körbchen
Täglich geöffnet von 14.00 bis 22.00 Uhr,
Freitag/Samstag bis 22.00 Uhr
Eine Gemüsejagd durch
,
die Supp kontinente
Samstag, 10.9.2011
10.00 – 13.00 Uhr
Treffpunkt: Am Alten Schloss,
Brandplatz Gießen
Samstag, 24.9.2011, 14.00 Uhr: Eröffnung
Donnerstag, 29.9.2011: „Familientag“ mit halben Fahrpreisen
Samstag, 1.10.2011, 21.45 Uhr: Feuerwerk
Sonntag, 2.10.2011: „Happy Day“
Tag der offenen Tür im
Liebig-Museum mit
Mitmachaktionen für
Groß und Klein
Montag, 26.9.2011
Vorstellung I: 13.00 Uhr
Vorstellung II: 19.00 Uhr
Eintritt: 2,- ₠ / 4,- ₠
Ort: Stadtbibliothek Gießen
(Rathaus, Berliner Platz 1)
G
La
In
➛
G
Ta
➛
G
➛
Pa
➛
Ä
➛
In
➛
O
➛
Samstag, 24.9.2011
10.00 – 16.00 Uhr
Ort: Liebig-Museum,
Liebigstraße 12, Gießen
Eine bunte Revue mit
Literatur und Musik
rund um die Suppe
G
Pr
Ki
➛
Th
➛
G
Th
O
➛
Liebig geht durch
den Magen
Eingebrockt und
Ausgelöffelt
d
Gießener Krämermarkt
8. und 9. Oktober 2011
Französischer Markt ab 7.10.2011
auf dem Kirchenplatz
er Sonntag
n
e
ff
o
fs
u
a
rk
e
V
– 18.00 Uhr
3.00
9.10.2011 | 1
G
M
2.
D
➛
Ku
C
➛
G
H
➛
Po
O
➛
G
Li
vo
m
➛
Gießen Marketing GmbH | www.giessen-marketing.de
.de
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:30 Uhr Seite 27
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
Veranstaltungen
der Region
1 DONNERSTAG
BÜHNE
Gießen
Premiere: Spieglein, Spieglein …
Kinderstück
➛ 10.00 TiL
The Keller Theatre: Student Life
➛ 19.30 Kleine Bühne
DISCO/PARTY
Gießen
Land unter macht’s electronisch
Indietronics, Newrave, Discopunk, Electro
➛ 22.00 Scarabée
KONZERTE
Gießen
The Baron and the Tank
Original Alternative Rock
➛ 21.00 Irish Pub
2 FREITAG
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Guinness-Karaoke mit Andy Pfälzer
➛ 21.00 Irish Pub
Party tanzbar
➛ 21.30 Ulenspiegel
Ärzte vs Hosen
➛ 22.00 Scarabée
Into the Wild – Soul, R’n’B, Rock, Trashpop
➛ 22.00 Monkeys
Oldschool meets Zeitlos mit Hassan Annouri
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
KONZERTE
Gießen
Musikalischer Sommer
2. Schiffenberger Mittelalterfestival (Faun,
Dunkelschön, Die Skalden, Vogelfrey).
➛ 17.00 Kloster Schiffenberg
Kultursommer Mittelhessen
Captain Overdrive Brass Bomb, Funk & Rock
➛ 20.00 Rathaus, Konzertsaal
Grünberg
Hot Jazz Company
➛ 20.30 Gaststätte Zum Bahnhof
Pohlheim
Orgelkonzert mit Alexander Lang
➛ 19.00 Ev. Christuskirche Watzenborn-Steinberg
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Lieselotte lauert
von Alexander Steffensmeier – Bildbuchkino
mit Eva Salzmann, Eintritt: frei
➛ 16.00 Stadtbibliothek
Ihre Veranstaltungen in der
Kongresshalle Gießen
13.09. | Dienstag | 18 Uhr
Info-Veranstaltung
Stadtelternbeirat Gießen
17.09. | Samstag | 11–17 Uhr
3 SAMSTAG
BÜHNE
Gießen
La Bohème
Oper von Giacomo Puccini
➛ 19.30 Stadttheater
DISCO/PARTY
Gießen
HipHop Jam
mit Herr von Grau, Dude & Phaeb, ZwoHandBreit & Ippolit – Open Air Beach
➛ 15.00 MuK
Tanzparty
➛ 20.00 Astaire’s
Dancing Devils in Angels Way Rock und Metal
➛ 22.00 Scarabée
BING BANG PARTY Vol. 2 mit DJ Demian
➛ 22.00 Monkeys
Rhythm and House mit DJ Spy und Sonah
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
FÜHRUNGEN
Gießen
Gießen historisch
Spaziergang durch den historischen Stadtkern
➛ 15.00 Stadtkirchenturm, Kirchenplatz
Biebertal
Die keltischen Bauten am Dünsberg
Öffentliche Führung
➛ 11.00 Parkplatz Dünsberg
KONZERTE
Gießen
Musikalischer Sommer
2. Schiffenberger Mittelalterfestival (Letzte
Instanz, Fiddler’s Green, Ingrimm, Rabenschrey,
Ragnarök, Nostalgos, Spielbann)
➛ 11.00 Kloster Schiffenberg
Everland
Folk Musik
➛ 21.00 Irish Pub
Barulheiros @ Ich! Will! Tanzen!
Samba, Funk und Hip-Hop
➛ 21.00 Ulenspiegel
Buseck
Musikalische Nacht
Tango, Spiritual, Jazz und Walzer (bei Regen in
der Schlossremise)
➛ 20.00 Schlosshof Großen-Buseck
Lich
Licher Musiknacht
Sieben Bands in sieben Licher Gaststätten
➛ 20.00 Innenstadt
Freiwillig – Sozial – Aktiv
»Tag der Vereine«
18.09. | Sonntag | 10–16 Uhr
Frauentag
Evangelische Stadtmission Gießen
21.09. | Mittwoch | 9 Uhr
6. Fachplanertag
Energieeffizienz IngKH
www.ingah.de
30.09. | Freitag | 9.30 Uhr
Semestereinführung
Techn. Hochschule Mittelhessen THM
30.09. | Freitag | 19.30 Uhr
Frühstückstreffen für Frauen
www.fffgiessen.de
01.10. | Freitag | 21 Uhr
Ü30-Party
www.ue30party.com
07.10. | Freitag | 20 Uhr
Badesalz »Bindannda«
www.konzertbuero-emmert.com
08.10. | Samstag | 20 Uhr
Jubiläumskonzert »Die drei Stimmen«
www.die-drei-stimmen.de
09.10. | Sonntag | 13–16 Uhr
Landesmeisterschaft in den
Standardtänzen Hauptgruppe II B-A-S
www.gtc74.de
15.10. | Samstag | 20 Uhr
Paul Panzer »HART BACKBORD –
Noch ist die Welt zu retten!«
www.s-promotion.de
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Schweizer Märchen
➛ 11.00 Mathematikum
9/2011
streifzug 27
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:30 Uhr Seite 28
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
5 MONTAG
4. September
AUSSTELLUNGEN
Gießener Bilderbuchtage
Kreuz & Rüben – Kraut & Quer – Geschichten
und Gedichte von Paul Maar
➛ 14.00 Mathematikum
MÄRKTE
Gießen
Trödelmarkt
➛ 6.00 Rodheimer Straße
Buseck
Schöne kleine Welt – Miniaturen-Messe
➛ 11.00 Sammler- und Hobbywelt
Lollar
10. Schmaadleckermarkt
➛ 19.00 Grundschule
SONSTIGES
Gießen
MuSEHum-Kinderatelier
Wie aus dem Kasten Bilder kommen, von 6 bis 9 J.
➛ 11.00 Oberhessisches Museum, Altes Schloss
Kinder machen Zeitung
Kinder gestalten die Rackerseite der Gießener
Allgemeinen Zeitung.
Anmeldung: Telefon 06 41/3 00 32 62
➛ 12.00 GAZ-Geschäftsstelle, Kirchenplatz
SPORT
Gießen
LTi Gießen 46ers – Walter Tigers Tübingen
Testspiel
➛ 19.30 Sporthalle Ost
Wetzlar
HSG Wetzlar – Eintracht Hildesheim
Handball-Bundesliga
➛ 19.00 Rittal-Arena
4 SONNTAG
BÜHNE
Gießen
The Kraut
Ein Marlene-Dietrich-Abend von Dirk Heidicke
➛ 20.00 TiL
Laubach
Die Zauberflöte
Fortsetzung der »Oper im Schloss Laubach«
➛ 17.00 Schloss
DISCO/PARTY
Gießen
Discofox-Party
➛ 20.30 Astaire’s
28 streifzug
9/2011
Sonstiges
Gießen
2. Gießener Entenrennen
Es wird wieder eng und bunt auf der Wieseck: Denn
es startet die zweite Auflage des Entenrennens.
Hunderte gelbe Plastiktiere werden dann zu Wasser
gelassen, um 900 Meter lang zwischen Moltke- und
Bleichstraße für den guten Zweck um die Wette zu
schwimmen. Der »Lions Club Gießen – Justus von
Liebig«, Organisator des Rennens, bietet die Enten
gegen eine Spende von jeweils fünf Euro an. Den
Teilnehmern winken wertvolle Sachpreise. Der Erlös
geht in diesem Jahr an den »Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder in Gießen«.
➛ 13.00 Moltkestraße (Auf der Wieseck)
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Bilderbuchausstellung
➛ 14.00 KiZ
FÜHRUNGEN
Gießen
Führung durch das Mathematikum
➛ 11.00 Mathematikum
KONZERTE
Gießen
Musikalischer Sommer auf dem Schiffenberg
Tag des Liedes – Abschlusskonzert der
Wiesecker Blasmusik einschließlich Stände der
Städtepartnerschaften
➛ 13.30 Kloster Schiffenberg
Gershwin & Co.
Konzert mit Bonita Hyman und Olga Chachalina
➛ 17.00 Rathaus, Konzertsaal
Jam-Session
➛ 21.00 Irish Pub
Grünberg
Open-Air-Jazz-Meeting
➛ 10.30 Diebsturm
Lich
Maurice Ravel: Bolero für 14 Schlagzeuger
➛ 12.00 Kino Traumstern
Claudio Monteverdi
Chorkonzert mit der Camerata Vocale
➛ 19.00 Marienstiftskirche
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Die Schildbürger erzählt von Erich Kästner und
gelesen von Uwe Neumann, Eintritt: frei
➛ 11.30 Botanischer Garten
Gießener Bilderbuchtage
Kleiner Drache Kokosnuss, mit Ingo Siegner
➛ 14.00 Spielwaren-Fuhr
MÄRKTE
Gießen
Antik & Trödelmarkt
➛ 8.00 Hessenhallen
Lollar
10. Schmaadleckermarkt
mit der Gruppe Kork
➛ 10.00 Grundschule
SPORT
Biebertal
Dünsberger Mountainbike-Marathon
➛ 9.00 Großsporthalle, Rodheim-Bieber
DISCO/PARTY
Gießen
Independent tanzbar – Rock, Alternative, Indie
➛ 21.30 Ulenspiegel
SONSTIGES
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Wie ein Bilderbuch entsteht
➛ 16.00 KiZ
6 DIENSTAG
BÜHNE
Gießen
Beutelspachers Sofa mit Prof. Jürgen Prestin
➛ 19.30 Mathematikum
DISCO/PARTY
Gießen
Affenkammer mit DJ Matt
➛ 22.00 Monkeys
KONZERTE
Gießen
VNV Nation-Automatic Tour 2011
➛ 19.00 Hessenhallen
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Regenwurmtage, mit Antje Damm
➛ 16.00 KiZ
SPORT
Gießen
Tuesday Night Skating
➛ 20.00 Innenstadt
7 MITTWOCH
BÜHNE
Gießen
The Keller Theatre: Student Life
➛ 19.30 Kleine Bühne
Kostprobe: Die fetten Jahre sind vorbei
➛ 20.00 TiL
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Der Untergrund lebt Electro, Metal, Gothic
➛ 22.00 Scarabée
KONZERTE
Gießen
Joe’s Jazz Garage
➛ 20.00 Ulenspiegel
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Vorlesen in Familien
➛ 16.00 KiZ
G
Th
➛
G
Sa
➛
La
In
➛
G
M
A
➛
C
A
➛
Li
So
Ti
➛
G
G
Kl
Sc
➛
G
G
➛
G
Tr
O
➛
G
Ta
Ka
➛
G
Ta
➛
Pa
➛
W
➛
In
➛
M
➛
G
Fr
➛
Ku
Ak
➛
G
Ti
Ja
➛
e
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:30 Uhr Seite 29
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
8 DONNERSTAG
BÜHNE
Gießen
The Keller Theatre: Student Life
➛ 19.30 Kleine Bühne
DISCO/PARTY
Gießen
Salsa-Party
➛ 21.00 Monkeys
Land unter: Indiepassion
Indie, Rock, Pop, Tronics
➛ 22.00 Scarabée
KONZERTE
Gießen
Mac Frayman
Amerikanischer Folk, Rock, Grunge
➛ 21.00 Irish Pub
Coby Grant
Australische Singer-Songwriterin
➛ 21.00 Ulenspiegel
Lich
SommerMusikWelten
Tingvall Trio – Jazzkonzert.
➛ 20.00 Kino Traumstern
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Kleine Geschichten mit kleiner Musik –
Schauspieler Christian Lugerth mit Ukulele
➛ 16.00 KiZ
Goethe mischt sich ein
Gerd Schrammen liest »Ich spreche gern Deutsch«
➛ 19.00 Alt Gießen
9 FREITAG
BÜHNE
Gießen
Trouble in Tahiti
Oper von Leonard Bernstein
➛ 20.00 TiL
Grünberg
Tagesabschlussgefährte
Kabarett mit Carsten Höfer
➛ 20.00 Barfüßerkloster
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Party tanzbar
➛ 21.30 Ulenspiegel
World Metal
➛ 22.00 Scarabée
Into the Wild – Soul, R’n’B, Rock, Trashpop
➛ 22.00 Monkeys
Mixtape mit Kosta Minor und DJ Fresh Nova
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
KONZERTE
Gießen
Frozen Kilt – Rock, R’n’B, Bluesrock
➛ 21.00 Irish Pub
Kulturfreitag: Water & Stars
Akustikkonzert mit »who’s themom?!« u. Palmchat
➛ 21.00 MuK
Grünberg
Tiefenrausch-Klangkombinat-Quartett
Jazzkonzert
➛ 20.30 Gaststätte Zum Bahnhof
Lich
SommerMusikWelten
Ajvar & Sterz – World Music
➛ 20.00 Kulturzentrum Bezalel-Synagoge
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Kinder lesen für Kinder
➛ 16.00 KiZ
SONSTIGES
Gießen
LeckerLachen – Das Comedy-Dinner
➛ 19.00 Hotel Steinsgarten
10 SAMSTAG
BÜHNE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Das gespielte Bilderbuch – Kinder auf der
Bühne. Anmeldung: Telefon 06 41/7 28 60
➛ 14.00 Galeria Kaufhof
Mann-o-Money
Musikalischer Krimi mit den Schmachtigallen
➛ 19.30 Stadttheater
Puppentänze
Tanzstück von Massimo Gerardi
➛ 20.00 TiL
Crazy Broadway
Show als Hommage an die großen Musicals
➛ 20.00 Astaire’s
DISCO/PARTY
61231 Bad Nauheim, Ludwigstraße 21
Telefon 0 60 32 - 9 25 25 30
www.theater-am-park.de
Dirk Großhaus
Maler- und Lackierermeister
Geprüfter
Restaurator
im Maler- und
Lackiererhandwerk
COELAN Balkon- und Terrassenbeschichtung
Raum- und Fassadengestaltung
Unsere Stärke:
Ein Team der Extraklasse!
Mario Uhrhan
»Alles aus Meisterhand«.
Seine Leistungsstärke und
Fachkompetenz setzen hohe
Maßstäbe im 20. Jahr.
Telefon 0 64 04/6 15 79
Weißenburgring 5 · 35415 Pohlheim-Garbenteich
[email protected]
Gießen
Tanzparty
➛ 20.00 Astaire’s
Achterbahn statt Bällchenbad
Old School, New Metal, Rock’n’Roll, Industrial
➛ 22.00 Scarabée
Party like it’s 1999
➛ 22.00 Ulenspiegel
Festival party mit DJ Demian
➛ 22.00 Monkeys
Admiral House Special
mit Coco Fay und Tobi Bolesta
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
FESTE
Langgöns
6. Straßenmusikfest
➛ 15.00 Alter Ortskern Cleeberg
FÜHRUNGEN
Gießen
StadtFührungen
Auf Büchners Spuren zwischen Gießen und
Butzbach unterwegs
➛ 10.00 Haltestelle Waldweide, Frankfurter
Straße 350
Führung durch das Mathematikum
➛ 11.00 Mathematikum
Das Liebig-Museum
Experimentalvorlesung im Liebig-Labor
➛ 16.00 Liebig-Museum
Biebertal
Führungen zu den Grabanlagen »Am Lammert«
und zu den Hügelgräbern »Drei Küppel«
➛ 13.00 Dünsberg, Krumbacher Kreuz
KONZERTE
Gießen
Stones Immaculate – Doors Cover
➛ 21.00 Irish Pub
N E U E RÖ F F N U N G
Sie erwartet eine vielfältige Auswahl
an orientalischen Köstlichkeiten in einer
einzigartigen Atmosphäre.
Shaham · Am Kaiserberg 1 · 35396 Gießen
Reservierung + Lieferservice: 0641.97 90 99 84
Öffnungszeiten: Di. bis So. 11 - 24 Uhr
Mittagsbüfett: Di. bis Fr. 12 - 15 Uhr
www.shaham-giessen.de
9/2011
streifzug 29
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:30 Uhr Seite 30
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
Biebertal
Flower-Power-Konzert
Musik und Kulinarisches aus den 60ern und 70ern
➛ 19.30 Mehrzweckhalle Königsberg
Lich
SommerMusikWelten
Diva Reka (Bulgarien Folk).
➛ 20.00 Bezalel-Synagoge
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Schau mal, wer da liest …
➛ 11.00 Verschiedene Leseorte
MÄRKTE
Gießen
Trödelmarkt
➛ 6.00 Rodheimer Straße 116
Rabenau
Michaelismarkt
➛ Ortskern, Londorf
SONSTIGES
11 SONNTAG
AUSSTELLUNGEN
Gießen
Ausstellungseröffnung
Mein Ich ist ein Garten ohne Wurzeln
➛ 11.00 ZiBB
Hungen
Tag der Geschichte
➛ Schloss Hungen und Hof Grass
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Gießen
Bulgarien-Abend
Vortrag und Konzert von Kindern aus Bulgarien
➛ 18.30 Gemeindehaus, Georg-Schlosser-Str. 9
Gießener Bilderbuchtage
Lesung mit Christoph Biemann
➛ 14.30 Sparkasse, Johannesstraße
MÄRKTE
Buseck
Antik & Sammlermarkt
➛ 9.00 Sammler- und Hobbywelt
Lich
Bauernmarkt mit Apfelfest
➛ 11.00 Kloster Arnsburg
Rabenau
Michaelismarkt
➛ Ortsmitte, Londorf
Independent tanzbar Rock/Alternative/Indie
➛ 21.30 Ulenspiegel
SONSTIGES
Gießen
Haus der kleinen Forscher
Basis-Workshop. Anmeldung erforderlich,
Teilnahme: 15 Euro
➛ 9.00 Mathematikum
13 DIENSTAG
DISCO/PARTY
Gießen
Affenkammer mit DJ Matt
➛ 22.00 Monkeys
SPORT
Gießen
Tuesday Night Skating
➛ 20.00 Innenstadt
14 MITTWOCH
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
La Danse Macabre Gothrock, Darkwave, 80s
➛ 22.00 Scarabée
LESUNGEN/VORTRÄGE
Lich
Patienten- und Angehörigenforum 2011
Nicht jeder alte Mensch ist dement
➛ 18.00 Asklepios-Klinik
SPORT
SONSTIGES
Gießen
Vorgestellt: Prinz Friedrich von Homburg
Schauspiel von Heinrich von Kleist
➛ 19.30 Stadttheater
DISCO/PARTY
KONZERTE
Gießen
Basilika-Konzerte
Musik von Bach bis Strawinsky
➛ 11.00 Rathaus, Konzertsaal
Lich
SommerMusikWelten
Musik statt Straße – Konzert mit Kindern aus
Sliven (Bulgarien) Eintritt: frei, siehe Seite 44
➛ 12.00 Kino Traumstern
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Liebigs Suppenfest
Husch ins Körbchen, eine Gemüsejagd durch
die Supp’kontinente
➛ 10.00 Am alten Schloss, Brandplatz
MuSEHum – Kinderatelier
Kunst kennenlernen und selber machen für
Kinder von 8 bis 12 Jahren.
➛ 11.00 Oberhessisches Museum, Altes Schloss
BÜHNE
FÜHRUNGEN
Gießen
Wie reisen Pflanzen?
➛ 11.15 Botanischer Garten
20 Jahre StadtFührungen – Eine Zeitreise
Sonderführung zum Jubiläum mit Dagmar Klein
➛ 15.00 Tourist-Information
Gießen
Gießener Bilderbuchtage
Die Hexe Lilli und der Zauberer mit Magier Farid
➛ 11.00 Schuhaus Darré
Hungen
Reiterrallye im Mittelalterstyle
➛ 8.30 Reithalle, Am Galgenberg
12 MONTAG
Gießen
LTi Gießen 46ers – Fraport Skyliners
Testspiel
➛ 20.00 Sporthalle Ost
BÜHNE
Gießen
La Bohème
Oper von Giacomo Puccini
➛ 19.30 Stadttheater
DISCO/PARTY
Gießen
Karaoke mit Andy Pfälzer
➛ 21.00 Irish Pub
KONZERTE
Gießen
Miller & Heath
Rock, Pop, Hessen Dreck’s
➛ 21.00 Irish Pub
10. September
30 streifzug
9/2011
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Bulgarien stellt sich vor
Kurzvortrag mit Gastkonzert, siehe Seite 44
➛ 15.30 Altes Schloss, Netanya-Saal
16 FREITAG
Sport
Gießen
TV 05/07 Hüttenberg – THW Kiel
Ein Dorf mischt mit in der stärksten Liga der Welt:
Neben der HSG Wetzlar spielt mit dem TV 05/07
Hüttenberg nun auch der zweite heimische Vertreter in der Handball-Bundesliga. Und die ersten
Heimspiele des Aufsteigers bieten gleich zwei Highlights. Am 10. September gibt sich der THW Kiel die
Ehre, zwei Wochen später ist der TBV Lemgo zu
Gast. Aufgrund der Umbauarbeiten im Sportzentrum Hüttenberg werden die ersten Heimspiele in
Gießen ausgetragen.
➛ 20.15 Sporthalle Ost
G
H
Ro
➛
G
D
➛
G
Ku
An
➛
Fi
YE
un
➛
W
H
H
➛
15 DONNERSTAG
Gießen
Land unter macht’s electronisch
Indietronics, Newrave, Discopunk, Electro &
House mit DJ Jimmy
➛ 22.00 Scarabée
DISCO/PARTY
G
Ta
➛
Pa
➛
M
N
➛
In
➛
Ad
un
➛
BÜHNE
Gießen
The Keller Theatre: Student Life
➛ 19.30 Kleine Bühne
Premiere: Die fetten Jahre sind vorbei
➛ 20.00 TiL
G
Pr
Sc
➛
D
In
➛
G
Ta
➛
Pa
➛
Ja
➛
Ro
➛
JU
➛
Rh
N
➛
Re
➛
G
Ki
➛
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:30 Uhr Seite 31
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Party tanzbar
➛ 21.30 Ulenspiegel
Maschinenpuls spürt den Takt des Motors der
Nacht
➛ 22.00 Scarabée
Into the Wild – Soul, R’n’B, Rock, Trashpop
➛ 22.00 Monkeys
Admiral Black Beatz mit Chocolate Supreme
und DJ Ebony
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
KONZERTE
Gießen
Hercules Propaganda
Rock
➛ 21.00 Irish Pub
Grünberg
DDK-Jazzkonzert
➛ 20.30 Gaststätte Zum Bahnhof
SONSTIGES
Gießen
Kunst aus der Dose – Graffiti-Workshop
Anmeldung über www.jbw-giessen.de erforderlich
➛ 14.00 Jokus
Film & Diskussion
YES I AM! – Portrait über eine afrodeutsche Frau
und zwei afrodeutsche Männer, Gast: D-Flame
➛ 19.30 Jokus
SPORT
Wetzlar
HSG Wetzlar – TV 05/07 Hüttenberg
Handball-Bundesliga
➛ 19.45 Rittal-Arena
17 SAMSTAG
BÜHNE
Gießen
Premiere: Prinz Friedrich von Homburg
Schauspiel von Heinrich von Kleist
➛ 19.30 Stadttheater
Die Wanze
Insektenkrimi von Paul Shipton
➛ 20.00 TiL
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.00 Astaire’s
Party On The Rockx
➛ 21.00 Ulenspiegel
Jazz Your Azz – Soul, Funk, Latin, Jazz
➛ 22.00 MuK
Rock of Ages – Rock, Metal, Classics
➛ 22.00 Scarabée
JUKE BOX PARTY »Sei dein eigener DJ«
➛ 22.00 Monkeys
Rhythm and House mit Melanie Morena, Pascal
Nury und Discoviolinist
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
Reggae Night
➛ 23.00 Domizil
FESTE
Gießen
Kinder- und Familientag zum Weltkindertag
➛ 11.00 Kirchenplatz, Innenstadt
FÜHRUNGEN
Gießen
Vom Wert des Menschen
Führung durch Park und Ausstellung mit Baugeschichte der Vitos-Klinik mit Dr. Herwig Gross
➛ 14.00 Vitos-Klinik, Licher Straße 106
Der Alte Friedhof
➛ 15.00 Vorplatz der Kapelle, Eingang Licher Str.
KONZERTE
Gießen
Blue Tales
Blues, Country, Rock & Pop
➛ 21.00 Irish Pub
LESUNGEN/VORTRÄGE
Gießen
Kindervorlesung
Kreis und Kugel
➛ 11.00 Mathematikum
MÄRKTE
Gießen
Trödelmarkt
➛ 6.00 Rodheimer Straße 116
Hungen
9. Oberhessische Kunst- und Kürbistage
➛ 11.00 Hof Bender in Villingen
SONSTIGES
Gießen
Worten Flügel geben – Lyrik Werkstatt
Anmeldung: www.jbw-giessen.de
➛ 10.00 Jokus
MuSEHum – Kinderatelier
Pablo Picasso und der Kubismus, für Kinder von
8 bis 9 Jahren. Anmeldung: Tel. 0641/96097313
➛ 11.00 Oberhessisches Museum, Altes Schloss
Biebertal
Biwwerer Almabtrieb
siehe Seite 23
➛ 14.00 Sportplatz, Bieber
Herzlich willkommen zur großen Verkaufsund Informationsausstellung
für Pflanzenliebhaber und Gartenfreunde
Pflanzenmarkt
im Hessenpark
bei Neu-Anspach im Taunus
18 SONNTAG
BÜHNE
Gießen
Mann-o-Money
Musikalischer Krimi mit den Schmachtigallen
➛ 19.30 Stadttheater
The Kraut
Ein Marlene-Dietrich-Abend von Dirk Heidicke
➛ 20.00 TiL
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Samstag & Sonntag
3./4. September 2011
Öffnungszeiten jeweils von 9-18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr)
Es gelten die regulären Eintrittspreise des Freilichtmuseums
Entdecken Sie vor der malerischen Kulisse des Hessenparks das
beeindruckende Angebot der internationalen Spezialaussteller.
Ein Paradies für alle Pflanzenliebhaber
und Gartenfreunde.
FESTE
Butzbach
Süßerfest und Tag der offenen Tür
➛ 11.00 Kelterei Müller, Ostheim
Laubach
Schlossfest
Kinder- und Musikprogramm, Flohmarkt, Buchantiquariat, Konzert mit Annika Sturm
➛ 11.30 Schlosshof
FÜHRUNGEN
Gießen
Märchenhaftes Gießen
Märchen erleben für Interessierte
➛ 11.00 Leib’sches Haus, Kirchenplatz
Weitere Informationen unter:
Veranstalter: Fördergesellschaft des hessischen Gartenbaus mbH
und Freilichtmuseum Hessenpark
Wünschen Sie Ihre Veranstaltung in der
Oktober-Ausgabe des
streifzug
Schreiben Sie bis zum 16. September per
E-Mail an: [email protected]
Die Auswahl obliegt der Redaktion. Für die Richtigkeit
der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.
9/2011
streifzug 31
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:30 Uhr Seite 32
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
23 FREITAG
BÜHNE
Gießen
The Keller Theatre: Student Life
➛ 19.30 Kleine Bühne
Premiere: König Ödipus
Soloabend mit Martin Gärtner
➛ 20.00 TiL
23. bis 25. September
Führung durch das Mathematikum
➛ 11.00 Mathematikum
Der Blick hinter die Kulissen
Einblicke in die Arbeit des Stadttheaters
➛ 15.00 Bühneneingang Stadttheater
KONZERTE
Gießen
Jazz and more
➛ 18.00 Rathaus, Konzertsaal
Laubach
Duo Parthenon
Kammermusikkonzert
➛ 18.00 Hessenbrückenmühle in Münster
MÄRKTE
Hungen
9. Oberhessische Kunst- und Kürbistage
➛ 11.00 Hof Bender, Villingen
Wettenberg
Dampf- & Gattertag mit Bauernmarkt
➛ 12.00 Holz & Technik Museum
SONSTIGES
Gießen
Kunst aus der Dose – Graffiti-Workshop
Anmeldung: www.jbw-giessen.de
➛ 14.00 Jokus
Tanzcafé
➛ 15.00 Astaire’s
19 MONTAG
DISCO/PARTY
Gießen
Independent tanzbar – Rock/Alternative/Indie
➛ 21.30 Ulenspiegel
Gießen
Pub Quiz
➛ 21.00 Irish Pub
SONSTIGES
DISCO/PARTY
Feste
Laubach
Herbstzauber
Im September verabschiedet sich der Sommer mit einem feurigen Farbschauspiel, der
richtige Zeitpunkt für den Herbstzauber auf
Schloss Laubach. Bäume, Sträucher, Stauden
und alles, was Haus und Garten ziert, haben
dort noch einmal einen fantastischen Auftritt. Im Schlosshof und im gräflichen Privatgarten locken regionale wie internationale Aussteller. Geöffnet: Freitag bis Sonntag
von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 9 Euro (erm. 7 Euro), Kinder unter 12 Jahren frei, bis 18 Jahre
1 Euro.
➛ 10.00 Schlosspark
SPORT
Gießen
Tuesday Night Skating
➛ 20.00 Innenstadt
21 MITTWOCH
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Der Untergrund lebt – Electro, Metal, Gothic
➛ 22.00 Scarabée
22 DONNERSTAG
DISCO/PARTY
Gießen
Poetry Slam
➛ 20.00 Jokus
Land unter: Indiepassion
➛ 22.00 Scarabée
Salsa-Party
➛ 21.00 Monkeys
KONZERTE
Gießen
Joyful Voices
Chorkonzert mit dem Pohlheimer Chor
➛ 19.00 Kapelle der Vitos-Klinik
KunstKultur Karstadt
The Memories: Love, Peace & Music.
➛ 20.15 Kultur-Café, Karstadt
Louis Fitz
Irish Folk Musik
➛ 21.00 Irish Pub
LESUNGEN/VORTRÄGE
20 DIENSTAG
DISCO/PARTY
Gießen
Affenkammer mit DJ Matt
➛ 22.00 Monkeys
KONZERTE
Gießen
2. Sinfoniekonzert
Werke von Anton Webern, Wolfgang Amadeus
Mozart, Gustav Mahler und Franz Schubert
➛ 20.00 Stadttheater
32 streifzug
9/2011
Gießen
Lesung & Diskussion: Deutschland
Schwarz/Weiß
Der alltägliche Rassismus mit der Autorin Noah
Sow (aus der Reihe Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland).
➛ 19.30 Café Amelie
SONSTIGES
Gießen
Barbie oder Bitch? – Der öffentliche Diskurs um
Sexualität
Anmeldung: www.jbw-giessen.de
➛ 10.00 Jokus
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Seek and Destroy – Metal-Party
➛ 22.00 Scarabée
Into the Wild – Soul, R’n’B, Rock, Trashpop
➛ 22.00 Monkeys
Mixtape mit Michael Kastel und DJ Fresh Nova
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
FÜHRUNGEN
Gießen
Ein Garten, der Wissen schafft
Führung durch den Botanischen Garten
➛ 15.00 Haupteingang Botanischer Garten
KONZERTE
Grünberg
Pino Gambioli-Quartett
Jazzkonzert
➛ 20.30 Gaststätte »Zum Bahnhof«
SONSTIGES
Gießen
City Bound
Abenteuer und soziales Lernen in der Stadt.
Anmeldung:www.jbw-giessen.de
➛ 14.00 Jokus
24 SAMSTAG
BÜHNE
Gießen
Die Hochzeit des Figaro
Komische Oper von W. A. Mozart
➛ 19.00 Stadttheater
The Keller Theatre: Student Life
➛ 19.30 Kleine Bühne
Die fetten Jahre sind vorbei
➛ 20.00 TiL
Pohlheim
Peter Pan – Fliege deinen Traum
Musical von Christian Berg u. Konstantin Wecker
➛ 19.30 Sport- und Kulturhalle Garbenteich
DISCO/PARTY
Gießen
Tanzparty
➛ 20.00 Astaire’s
Pure Club
➛ 21.00 Hessenhallen
Studio-Party – Funk, Disco und Retro-Grooves
➛ 21.30 Ulenspiegel
Straight to your Ears – von Metal bis Rock’n’Roll
➛ 22.00 Scarabée
HipHop braucht kein Mensch …
Hip-Hop-Party, die zurück zu den Wurzeln führt
➛ 22.00 MuK
Indie Fresse Party mit DJ Demian & Friends
➛ 22.00 Monkeys
Admiral House Special
mit Laserkraft 3D und DJ Spy
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
SZ_GI_09_2011_S26_S34 19.08.2011 11:58 Uhr Seite 33
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
www.DIVIICE.de
Ofenhaus Hillemann
Hessenstraße 9
35085 EbsdorfergrundWittelsberg
Telefon: 06424/92 21 0
schornsteine,
Biofire-Kachelöfen, Kamine,
Kaminöfen, Bausätze
www.Ofenhaus-Hillemann.de
streifzug
OKTOBER-AUSGABE ›
Wir beraten Sie gerne! ›
Erscheinungstermin: 29. September 2011
Anzeigenschluss: 16. September 2011
Tel. 06 41/30 03-2 23, -2 24 · Fax 30 03-3 00
[email protected]
Mamasöhnchen:
»Ich bin endlich
unabhängig.
Danke Wohnbau!«
er
oll
t
I n G i e ß e n z u h a u s e.
M e h r I n f o s u n t e r : w w w. w o h n b a u - g i e s s e n . d e
9/2011
streifzug 33
SZ_GI_09_2011_S26_S34 18.08.2011 14:31 Uhr Seite 34
VERANSTALTUNGEN IM SEPTEMBER
Laubach
Herbstzauber
➛ 10.00 Schlosspark
FESTE
FÜHRUNGEN
KONZERTE
Gießen
Acht-Capella
➛ 19.00 ZiBB
Green Garden
Rock, Folk, Balladen, Blues
21.00 Irish Pub
BÜHNE
Gießen
Prinz Friedrich von Homburg
➛ 19.30 Stadttheater
FESTE
SPORT
Gießen
Tuesday Night Skating
➛ 20.00 Innenstadt
KONZERTE
Gießen
Liebigs Suppenfest
Liebe geht durch den Magen, Tag der offenen
Tür mit Mitmachaktionen
➛ 10.00 Liebig-Museum
MuSEHum – Kinderatelier
Kunst kennenlernen und selber machen für Kinder
von 8 bis 9 J. Anmeldung: Tel. 06 41/96 09 73 13
➛ 11.00 Oberhessisches Museum, Altes Schloss
Open Air Galerie im Rahmen von »Gießen
bleibt bunt«
➛ 11.00 Neuenweg
25 SONNTAG
Laubach
Herbstzauber
➛ 10.00 Schlosspark
FÜHRUNGEN
MÄRKTE
Gießen
TV 05/07 Hüttenberg – TBV Lemgo
Handball-Bundesliga
➛ 20.15 Sporthalle Ost
Gießen
Tanzparty
➛ 20.30 Astaire’s
Gießen
Das Kloster Schiffenberg
888 Jahre Schiffenberg, mit Dagmar Klein
➛ 11.00 Busschleife vor der Klosteranlage
Schiffenberg
Mathematische Stadtführung
➛ 15.00 Mathematikum, Liebigstraße 12
Gießen
Trödelmarkt
➛ 6.00 Rodheimer Straße 116
Herbstmesse bis 3. Oktober
➛ Messeplatz an der Ringallee
Hungen
Gewerbeausstellung
➛ 14.00 Stadthalle
SPORT
DISCO/PARTY
Gießen
Justitia is a DJ – Uni- und Examensparty
➛ 21.00 Ulenspiegel
Affenkammer mit DJ Matt
➛ 22.00 Monkeys
DISCO/PARTY
Gießen
Erlebnis Wochenmarkt
Stadtführung mit Brigitte Tripp inklusive Einkehr
im Restaurant Schlosskeller
➛ 11.30 Stadtkirchenturm
SONSTIGES
27 DIENSTAG
Puppentänze
Tanzstück von Massimo Gerardi
➛ 20.00 TiL
Gießen
Vom Konzert zur Sonatine
Klaviermusik von Bach bis Ravel
➛ 17.00 Rathaus, Konzertsaal
Music for Strings
➛ 18.00 Bonifatiuskirche
9/2011
29 DONNERSTAG
BÜHNE
MÄRKTE
DISCO/PARTY
Gießen
Land unter macht’s electronisch
Indietronics, Discopunk, Electro & House
➛ 22.00 Scarabée
26 MONTAG
KONZERTE
BÜHNE
Gießen
Liebigs Suppenfest
Eingebrockt und Ausgelöffelt, bunte Revue
mit Literatur und Musik, Eintritt: 2 bis 4 Euro
➛ 13.00 und 19.00 Stadtbibliothek
DISCO/PARTY
Gießen
Karaoke mit Andy Pfälzer
➛ 21.00 Irish Pub
Independent tanzbar – Rock, Alternative, Indie
➛ 21.30 Ulenspiegel
KONZERTE
Alsfeld
Moonfleet mit Chris de Burgh
➛ 20.00 Hessenhalle
Gießen
Tobi Wessel – Rock Covers
➛ 21.00 Irish Pub
30 FREITAG
AUSSTELLUNGEN
Gießen
Kunst im Mathematikum – Vernissage
siehe Seite 41
➛ 19.30 Kleine Bühne
BÜHNE
Gießen
The Keller Theatre: Student Life
➛ 19.30 Kleine Bühne
La Bohème
Oper von Giacomo Puccini
➛ 19.30 Stadttheater
Die Wanze – Insektenkrimi
➛ 20.00 TiL Studiobühne
DISCO/PARTY
Konzerte
26. September
34 streifzug
DISCO/PARTY
Gießen
La Danse Macabre – Darkwave, Industrial
➛ 22.00 Scarabée
Gießen
Opus 1
Kabarett meets Klassik mit Michael Sens
➛ 20.00 Rathaus, Konzertsaal
Kostprobe: Enten Variationen
➛ 20.00 TiL
Hungen
Gewerbeausstellung
➛ 10.00 Stadthalle
Alsfeld
Moonfleet mit Chris de Burgh
Er ist eine lebende Legende des internationalen Musikzirkus: Chris de Burgh kommt in die Alsfelder Hessenhalle. Aus dem Abenteuerroman »Moonfleet« von
John Meade Falkner hat der Musiker ein zusammenhängendes Stück geschaffen, bei dem sich die Songs,
wie Perlen an einer Kette, zu einer einzigen Story
verdichten. Chris de Burgh besingt eine Geschichte
über Schmuggler, Betrüger und einen wunderschön
geschliffenen Diamanten. Aber vor allem ist es eine
Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und einem
Mädchen. Tickets: http://etainme.de/va/alsfeld.
➛ 20.00 Hessenhalle
28 MITTWOCH
Gießen
A Tribute to Quentin Tarantino
➛ 22.00 Scarabée
Into the Wild – Soul, R’n’B, Rock, Trashpop
➛ 22.00 Monkeys
Electronic Porn Party No. 56
➛ 22.00 MuK
Mixtape mit Da Silva und DJ Ebony
➛ 22.00 Admiral Music Lounge
Buseck
Mega Discoparty
➛ 21.00 Kulturzentrum
KONZERTE
Grünberg
Leathertown-Jazzband
➛ 20.30 Gaststätte Zum Bahnhof
Foto: Frankfurt-Tourismus
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:19 Uhr Seite 35
Abwechslung im Freudenhaus
Junge norwegische Musiker würden in Tränen ausbrechen, wenn sie die Musik von Susanne
Sundfør hören, schreibt eine große Tageszeitung des Landes. Nicht nur, weil ihr Sound urbane Melancholie verströmt. Sondern vor allem, weil sie einsehen müssen, dass die 24-Jährige
ihren Kollegen weit voraus ist. Am 26. September tritt sie in der Brotfabrik Frankfurt auf.
Susanne
Sundfør kommt
mit der Platte
»The Brothel«
auf Tour …
Eigentlich wollte die 24-Jährige eine rein
elektronische Platte machen. Ihr Produzent
Lars Hornveth, bekannt geworden mit den
Bands Jaga Jazzist und The National Bank,
habe ihr aber vorgeschlagen, Bassklarinette
oder Vibrafon einzubinden. »Dadurch wurde der Sound so viel menschlicher, organischer und kontrastreicher«, sagt sie. Gerade
diese Kontraste seien für sie die entscheidenden Elemente ihrer neuen Platte. »Ich
Foto: Andersen
Dabei hatte es für die an der Südwestküste
Norwegens aufgewachsene Sundfør mit
musikalischen Rückschlägen angefangen.
Als sie ihrer Lehrerin ihre erste eigene
Komposition vorgespielt hatte, habe diese
ihr nur gesagt, sie solle erst mal richtig
Klavierspielen lernen. Heute sagt die junge
Frau mit einem Augenzwinkern: »Sie hatte
nicht ganz Unrecht«. Sundfør gehört zu
den Kritikerlieblingen ihres Landes, landet
regelmäßig in den Charts – das kann in
Skandinavien wirklich noch ein Qualitätsmerkmal sein – und räumt regelmäßig Preise ab. So gewann sie den Förderpreis der
Synthie-Popper A-ha. Ihr Preis: Eine Million
Kronen (rund 126 000 Euro) und der Job als
Tour-Support für den erfolgreichsten musikalischen Export Norwegens.
Nun betritt sie zum ersten Mal internationales Parkett. Ihr Album hört auf den
Namen »The Brothel« – zu Deutsch: Freudenhaus. Es ist eine Platte, die mit einer
Leichtigkeit abwechslungsreich ist, ohne
dabei den roten Faden vermissen zu
lassen. Sie ist kunstvoll, tiefgründig und vor
allem ambient. Klavierklänge gehen in
Holzbläsern auf und werden plötzlich von
Industrial-Samples aufgebrochen. Streichergruppen und am Computer erzeugte
Sounds harmonieren mit arabischen
Harmonien und hymnischen Chorälen. Die
große Klammer, die alles zusammenhält, ist
Sundførs Stimme. Zwar wird sie – wie viele
ihrer Landsfrauen auch – in deutschen
Rezensionen immer wieder mit Adjektiven
wie feen- und engelsgleich beschrieben,
aber dieses Klischee würde ihr nicht
gerecht werden. Sundfør singt nicht nur:
Sie haucht, sie jammert, sie schwelgt, sie
tönt. Dabei ist ihre Stimme immer dort, wo
sie sein soll.
finde es cool, dass ein Song gleichzeitig
warm und industrial klingen kann.«
Wer die außergewöhnliche Musikerin sehen will und wissen möchte, wie sie ihre
Songs live umsetzt, kann am Montag,
26. September, in die Brotfabrik kommen.
Ab 20 Uhr stellt Sundfør dann ihr neues
Album vor und wird den Konzertsaal sicher
in ein etwas anderes Freudenhaus verwandeln.
Kays Al-Khanak
9/2011
streifzug 35
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:19 Uhr Seite 36
AM MAIN
Keine Lust zu Kuscheln
Asim und Taru sind nicht an Menschen gewöhnt – Besucher des Frankfurter
Foto: Faust
Zoos warten trotzdem stundenlang auf die kleinen Tigerbabys …
Sie sind so niedlich: Wie die kleinen Tigerbabys durch ihr Gehege im
Zoo tapsen, ist wunderbar anzuschauen. Richtige Babys sind Taru
und Asim fast schon nicht mehr, denn mittlerweile bringt jeder rund
sieben Kilo auf die Waage, sie haben spitze Zähnchen bekommen
und können schon die erste feste Nahrung fressen. So kuschelig sie
auch aussehen, von Menschen halten die Tigerkinder wenig.
Die Begeisterung für die Tierkinder ist ungebrochen. Am 5. Mai sind
sie auf die Welt gekommen, sind mittlerweile sogar »getauft«
worden und haben Paten. Tag für Tag stehen unzählige Kinder und
Erwachsene vor dem mehrstöckigen Gehege. Doch wer etwas von
den Babys sehen möchte, braucht viel Geduld. Wird den Tieren der
Andrang zu viel, gehen sie in das Obergeschoss des Geheges und
suchen unter Ästen und Pflanzen Schutz. Den Besuchern mache das
aber wenig aus, sagt Zoodirektor Manfred Niekisch. »Viele warten
stundenlang darauf, nur einmal ein Tigerbaby zu sehen.«
Die Kleinen sind deshalb so scheu, weil sie gar nicht an Menschen
gewöhnt sind. Tigermama Malea zieht sie groß und hat es gar nicht
gern, wenn man ihrem Nachwuchs zu nahe kommt. Das mussten
kürzlich auch die Tierpfleger und ein Tierarzt erleben, der die Kleinen impfen sollte. Malea musste erst aufwendig von ihren Kindern
getrennt werden und wurde ganz wild, als sie aus dem Nachbargehege die verzweifelten Rufe ihrer Kinder hörte.
Ansonsten werden die drei weitgehend in Ruhe gelassen. Schließlich
sollen sie trotz der Zoo-Umgebung so natürlich wie möglich leben.
Veranstaltungen in Frankfurt
Freitag, 2. September
25 Jahre Pro Asyl & 6 Jahre Bett
Zu den beiden Jahrestagen steigt das
Flüchtlingsfestival mit Musikern aus aller Welt
➛ 20.30 Das Bett
Samstag, 3. September
Heinz-Erhard-Revue (Premiere)
Thorsten Hamer ahmt einen der beliebtesten Komiker Deutschlands in seiner Revue
»Noch'n Gedicht« in Gestik und Mimik nach
➛ 20.00 Komödie
Mittwoch, 7. September
StadtPlus
Achterbahn (Premiere)
Die Emotionen von Alexandra Kamp und
Volker Brandt lassen dieses Stück von Eric
Assous zur Berg-und-Talfahrt werden
➛ 20.00 Fritz Rémond Theater im Zoo
Freitag, 9. September
Viva Italia – eine italienische Nacht
Die Aufführung mit Musik von Verdi und
der Ersten Allgemeinen Verunsicherung gibt
Einblick in die südländische Seele
➛ 20.00 Katakombe
Samstag, 10. September
Die tote Stadt
Wie Tiere wohnen, berichtet Zoodirektor
Manfred Niekisch bei seinem Vortrag
➛ 19.00 Architekturmuseum
Donnerstag, 8. September
Das Vorbild der ersten und erfolgreichsten
Oper von Erich Wolfgang Korngold ist der
Roman »Das tote Brügge«
➛ 19.30 Opernhaus
Sonntag, 11. September
Absinto Orkestra / Joscho Stephan
Dear Reader
Sie spielen balkan-schwangeren Ethno-Jazz
➛ 20.00 Brotfabrik
36 streifzug
9/2011
Wer auf kreativen Indie-Pop fernab von
Vampire-Weekend-Einerlei steht, dem sei
das Trio aus Südafrika ans Herz gelegt
➛ 20.00 Brotfabrik
Kabarett Kabbaratz
Ob das Bildungssystem in Deutschland eine
pädagogische Erfolgsgeschichte ist, ergründet
das Duo in »Sitzengeblieben«
➛ 19.00 Die Käs
Dienstag, 13. September
Der große schwarze Akt
Wer Romane mag, in denen Empirie und
Fantasie nicht unterschieden werden
können, ist Hanne Kulessas Lesung richtig
➛ 19.00 Goethe-Haus
Samstag, 17. September
René Marik
Der Berliner lässt in »KasperPop« die Puppen
tanzen
➛ 20.00 Jahrhunderthalle
Penthesilea
Die »beste Inszenierung 2008« (Opernwelt)
handelt von der Liebe zwischen der Ama-
A
M
kü
Im
se
Ba
w
fr
V
un
un
U
Ti
gu
se
St
au
vo
ei
um
na
»V
ho
is
gi
vo
m
d
ab
d
D
Eu
ku
ab
b
an
fü
d
r
s
h
e
et
n
t)
zone und Achilles auf dem Schlachtfeld
von Troja
➛ 19.30 Opernhaus
Dienstag, 20. September
Sven Regener
Der aus Bremen stammende Musiker
(Element of Crime) und Literat (Herr
Lehmann) stellt seine Logbücher vor
➛ 20.00 Brotfabrik
Mittwoch, 21. September
Francis International Airport
Das Quintett aus Österreich präsentiert
allerlei musikalische Tüfteleien
➛ 20.00 Das Bett
Donnerstag, 22. September
Lügen haben junge Beine (Premiere)
Britischen Humor präsentiert Autor Ray
Coone mit seiner Komödie
➛ 20.00 Komödie
Foto: Faust
d
Asim und Tarun wachsen komplett bei ihrer
Mutter Maela auf. Sie nimmt sie an und
kümmert sich perfekt um den Nachwuchs.
Im vergangenen Jahr war das anders: Daseep war Maelas erster Wurf, und sie hat das
Baby nicht akzeptiert. »Das ist nicht ungewöhnlich«, sagt Zoodirektor Niekisch. In der
freien Wildbahn kümmern sich oft nahe
Verwandte um den ersten Wurf, die zweite
und dritte Geburt verlaufe dann reibungslos,
und eine neue Familie entsteht.
Ungewöhnlich ist allerdings, dass sich die
Tigermama und der dazugehörige Vater so
gut verstehen. »Iban und Malea mögen sich
sehr«, erzählt Niekisch. Iban ist ein kleiner
Star. Er steht auf der Zuchtliste europaweit
auf Platz eins. Deshalb wird er jetzt auch
vom Frankfurter Zoo ausgeliehen. Er geht für
einige Monate in einen Warschauer Zoo,
um auch dort für Nachwuchs zu sorgen. Danach kommt er wieder zurück an den Main.
»Vielleicht bekommt Malea ja erneut Junge«,
hofft Niekisch. Die Arbeit im Frankfurter Zoo
ist wichtig für die Erhaltung der Art: Weltweit
gibt es nur rund 650 Sumatra-Tiger, 250 davon in Tierparks und 400 auf der gleichnamigen indonesischen Insel. Ihr Lebensraum
dort schrumpft nach Angaben Niekischs
aber wegen der Abholzung der Regenwälder täglich.
Daher sind Malea und Iban auch Teil des
Europäischen Erhaltungszuchtprogramms,
kurz EEP. Für immer werden Asim und Taru
aber nicht am Main bleiben. Ein Jahr lang
brauchen sie ihre Mutter, danach werden sie
an einen anderen Zoo abgegeben, um dort
für die Erhaltung der Art zu sorgen. Wohin
dann die Reise geht, weiß Niekisch nicht.
Tigermama Malea spielt liebevoll mit ihrem Nachwuchs.
Verschiedene Zoos in Europa bewerben
sich, wer sie letztlich bekommt entscheidet
der Stammbaum und der Frankfurter Zoodirektor. »Zu nahe Verwandschaftsverhältnisse dürfen nämlich nicht bestehen«, erklärt
Niekisch. Und man wolle auch wissen, wo
und wie die Tiere ihr Leben verbringen
werden. Niekisch und seine Mitarbeiter
schauen sich den potenziellen Zoo vorher
genau an. Geld fließt bei der ganzen Sache
nicht. »Es ist ein Geben und Nehmen«, so
der Zoodirektor. Am liebsten wäre es
Niekisch, wenn die Tiere einigermaßen in
der Nähe blieben. Basel wäre eine Option.
»Da könnten wir und auch Besucher aus
Frankfurt ab und zu nach den beiden
sehen.«
Sabine Bornemann
Nach zwei Monaten wurden die Tigerbabys getauft. Über Medien hatte der
Zoo aufgerufen, sich Namen auszudenken. Herausgekommen sind Taru und
Asim. Asim bedeutet »Der Starke« oder
»Der Beschützer«, Taru ist ein Kunstwort
aus Sumatra und Frankfurt«. Hochspringerin Ariane Friedrich hat die Patenschaft für Taru übernommen, für Asim
ist das Frankfurter Jugendtheater »Theaterhaus« gewählt worden. Der Bezug zu
Tigern und der Mainmetropole war
Zoodirektor Niekisch wichtig. Friedrich
interessiert sich für Raubkatzen, trägt ein
Tiger-Tatoo. Das »Theaterhaus« hat das
Stück »Der Tigerprinz« entwickelt. koe
Samstag, 24. September
Freitag, 30. September
Bodo Bach
Ich werde sein (Premiere)
Der Komiker und Best Ager erzählt in seinem
Programm »Und … wie war ich?« von seiner
Jugend, von Szenen einer Ehe und dem
Leben eines Familienvaters
➛ 20.00 Die Käs
Montag, 26. September
Freiheitskämpferin oder Staatsfeindin? Pazifistin oder Terroristin? Reinhard Hinzpeters
Stück versucht sich der widersprüchlichen
Persönlichkeit von Rosa Luxemburg anzunähern.
➛ 20.00 Titania
Foto: bf
d
AM MAIN
Susanne Sundfør
Ihre verträumte Stimme und Musik brächten
zahlreiche junge Musiker in Norwegen zum
Weinen – weil sie ihnen so weit voraus sei,
urteilt die norwegische Tageszeitung »Dagebladet«.
➛ 20.00 Brotfabrik
Mittwoch, 28. September
Charlotte Roche
Foto: Piper
m
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:19 Uhr Seite 37
Nach ihrem vieldiskutierten Roman »Feuchtgebiete« stellt die Autorin (Foto) ihr neues
Werk »Schoßgebete« vor
➛ 20.00 Mousonturm
9/2011
streifzug 37
Studium plus
Bundesliga
Foto: ras
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:20 Uhr Seite 38
Am 4. September startet der TV 05/07 Hüttenberg nach
dem Aufstieg in die Handball-Bundesliga in die neue Saison.
Nur zwei der 17 Spieler im Kader sind Profis. Der Rest:
Schüler, Studenten, Berufstätige. Neben dem mit Abstand
kleinsten Etat der Liga sowie der Tatsache, dass man weiterhin verstärkt auf Spieler aus der Region setzt, macht auch
diese Quote den TVH zum Außenseiter. Dass es manchmal
mühsam ist, Leistungssport und Ausbildung zu kombinieren,
das kann Sven Pausch bestätigen. Der Regisseur des TVH
arbeitet, studiert, trainiert und spielt auf hohem Niveau, doch
auch sein Tag hat nur 24 Stunden …
38 streifzug
9/2011
Klausurwoche. Um 6 Uhr morgens klingelt in
Dutenhofen der Wecker. Eine Viertelstunde
später sitzt Sven Pausch an seinem Schreibtisch und paukt Vokabeln. Wirtschaftsenglisch. Um 8 Uhr muss der 25-Jährige in
Wetzlar sein. Dort beginnen auf dem Gelände der ehemaligen Spilburg-Kaserne im
Rahmen seines dualen Hochschulstudiums
»StudiumPlus« die Modulkurse. Personal und
Organisation, Wirtschaftsinformatik, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und so
weiter. Bis 18.30 Uhr. Dann wird es höchste
Zeit für den Handballer, denn um 18.45 Uhr
erwartet ihn sein Trainer Jan Gorr in Hüttenberg zum Training und »scheucht« ihn zwei
Stunden lang durch die Halle. Doch auch danach ist noch nicht Schluss. Gegen 21.30 Uhr
sitzt Pausch erneut am Schreibtisch, wo noch
immer ein paar Vokabeln auf die richtige
Übersetzung warten. »Das geht dann so
lange, bis mir die Augen zufallen«, sagt er.
Pausch hat sich nach seinem Wechsel von
Tusem Essen zum TVH 2010 dazu entschieden, an der THM Mittelhessen ein duales
Studium zu beginnen. »StudiumPlus« ist eine
bundesweit einmalige Kooperation von
Hochschule und Wirtschaftsunternehmen.
Pausch studiert am Wissenschaftlichen Zentrum Dualer Hochschulstudien und arbeitet
bei IT-Concepts, einem kleinen mittelständischen Unternehmen, dessen 25 Mitarbeiter
sich in Lahnau-Waldgirmes um die Produktion und den Vertrieb von industriellen
Endoskopen kümmern. Geschäftsführer
Alexander Boll unterstützt den Handballer in
allen Bereichen. Er stellt ihn zum Vormittagstraining frei oder gönnt ihm nach langen
Auswärtsfahrten eine Pause. »Manchmal
habe ich echt ein schlechtes Gewissen«, sagt
Pausch, der nur zu gut weiß, dass diese
Rücksichtsnahme eines Unternehmers in
der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit ist. »Bei einer anderen Firma ginge das
sicher nicht«, ist Pausch glücklich darüber,
bei einem handballbegeisterten Chef eine
Anstellung gefunden zu haben, der zeitgleich auch ein Sponsor des TVH ist.
Einen Freifahrtschein hat Pausch deswegen
aber noch lange nicht. Wenn es in der Firma
klemmt, arbeitet er auch schon mal von zu
Hause aus, den Stoff, den er an der THM
verpasst, muss er morgens oder spätabends
nachholen. »Einige meiner Studienkollegen
unterstützen mich und fassen das, was ich
verpasse, zusammen und weisen mich auf
wichtige Dinge hin«, sagt Pausch, der auch
die jüngsten Aufstiegsfeierlichkeiten des TVH
nicht ausgiebig genießen konnte. »Schon
zwei Tage nach dem Aufstieg stand eine Präsentation an, danach ging es in die Klausurwoche und dann ging auch schon bald die
Vorbereitung wieder los. Im Juli und August
tr
m
si
un
au
D
»D
he
w
sa
In
ha
»I
Ic
da
so
ha
ab
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:20 Uhr Seite 39
SPORTWELT
n
-
d
ahr
ch
e
-
n
s-
gt
a
H
ä-
Foto: bf
r
Alles im Blick hat TVH-Spielmacher Sven Pausch auch am PC.
trainierten die Schützlinge von Trainer Gorr
mindestens zehnmal pro Woche. »Angesichts der Doppelbelastung mit Studium, Job
und Handball ist es schon verlockend, es
auch mal schleifen zu lassen«, sagt Pausch.
Doch das ist bei StudiumPlus nicht möglich.
»Die straffe Organisation und die Anwesenheitspflicht kommt mir zugute. Ich mag es,
wenn ich von allen Seiten Druck bekomme«,
sagt er und lacht.
In Essen hatte Pausch in der 2. Liga gespielt,
hatte dort aber keinen Studienplatz erhalten.
»Ich habe dann so in den Tag hineingelebt.
Ich bin um 9 Uhr aufgestanden und wusste
dann den ganzen Tag nicht, was ich machen
sollte, bis um 18 Uhr das Training begonnen
hat. Das ist mal für eine Zeit ganz schön,
aber im Grunde hat mir das nicht gefallen«,
sagt Pausch, dessen Doppelbelastung innerhalb der Mannschaft keine Besonderheit ist.
Florian Laudt und Andreas Scholz hatten zur
Zeit der »Aufstiegsendspiele« ihre Examensprüfung zu absolvieren, für Jan-Steffen
Redwitz und Tomasz Jezewski standen die
Abschlussprüfungen an. Da außer Milos Putera und zurzeit noch Timm Schneider beim
TVH keine Profis im Kader stehen, wird auch
in dieser Saison hier und da ein Spieler bei
den zahlreichen Trainingseinheiten fehlen.
Dennoch ist die Euphorie bei Pausch und
Co. groß. »Einige hatten ja schon das Vergnügen, 1. Liga zu spielen. Auch wenn wir in
jedem Spiel krasser Außenseiter sind, freuen
wir uns auf dieses Abenteuer. Ich bin sicher,
dass wir in vielen Spielen nicht chancenlos
sein werden«, sagt Pausch, der sich für die
2001 startete die Technische
Hochschule Mittelhessen
(THM), bis Februar Fachhochschule Gießen-Friedberg, ein
bundesweit einmaliges duales
Hochschulstudienprogramm mit dem Namen StudiumPlus. Von dem Modell sollen Studierende, Lehrende und regionale Unternehmen profitieren. StudiumPlus bietet ein umfassendes duales Studienangebot, an dem 435 Unternehmen sowie der IHK VerbundMittelhessen unter der Federführung der IHK Lahn-Dill als Kooperationspartner beteiligt
sind. Derzeit sind 643 Studierende in den drei Bachelorstudiengängen (Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingeniurwesen, Ingenieurwesen) sowie den beiden Masterstudiengängen (Prozessmanagement, Systems Engineering) eingeschrieben. In insgesamt 18 Fachrichtungen bereiten sich die Studierenden an Hochschule und in ihren jeweiligen
Betrieben auf ihre Karriere vor. Zuletzt schrieben sich 231 Erstsemester am Standort in
Wetzlar und den drei Außenstellen in Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Hersfeld
ein. Das duale Ausbildungsmodell ermöglicht den Studierenden eine Ausbildung und
Karriereplanung, die individuellen Ansprüchen sowie den Belangen der Wirtschaft entspricht. Die enge Kooperation mit den Partnerunternehmen ist für den Erfolg von entscheidender Bedeutung. »Mit StudiumPlus haben die Hochschule und die regionalen
Wirtschaftsunternehmen ein Konzept entwickelt, das sich in der Praxis seit vielen Jahren
bewährt«, sagt der Leitende Direktor Professor Dr. Harald Danne. Das Lehrkonzept ist
darauf ausgerichtet, Inhalte fachlich fundiert und gleichzeitig praxisnah zu vermitteln.
langen Tage an der THM morgens viel Obst
schnippelt und viele Brote schmiert. »Ich
bekomme mittags manchmal auch noch ein
Mittagessen gebracht«, sagt er und lacht.
Auch die Kollegen müssen hin und wieder
grinsen, wenn Pausch im Unterrichtsraum
seine Tagesration an Kalorien auspackt. Das
passiert ihm aber auch auf den Busfahrten.
Ohne ein riesige Box Nudeln und drei Pakete vom Bäcker steigt Pausch nicht ein.
Die Doppelbelastung macht dem Spielmacher des TVH im Hinblick auf das Abenteuer
im Oberhaus keine Sorgen. Doch kann er
sich anders als die meisten Konkurrenten
nicht den ganzen Tag mit Spielzügen, Krafttraining und Regeneration beschäftigen,
denn im Unterricht, den in Wetzlar Dozenten aus der Wirtschaft praxisnah vermitteln,
stehen derzeit Arbeitsverträge, fristlose Kündigungen und faktische Arbeitsverhältnisse
auf dem Plan. »Der Stress lohnt sich«, sagt
Pausch. »Durch die enge Verzahnung mit der
Praxis werde ich optimal auf meine berufliche Karriere vorbereitet«. Zum Unterrichtsstoff zählen sogar Ethikseminar (Was mache
ich, wenn ich Mitarbeiter entlassen muss?)
und Etikettekurse (Wie esse ich einen Hummer?). »Außerdem kann ich den Leistungsgedanken aus dem Sport wunderbar in die
Berufswelt übertragen.«
Marc Schäfer
Erstmals gehen in der
Saison 2011/ 2012 in der
Handball-Bundesliga
zwei Vereine aus Mittelhessen an den Start,
was in der »stärksten
Liga der Welt« für die
handballverrückte Region um Gießen spricht.
Während die HSG Wetzlar am 3. September um 19 Uhr in der Rittal-Arena
gegen Eintracht Hildesheim in ihre
14. Spielzeit im »Oberhaus« startet und
sich dort längst etabliert hat, beginnt
für Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg ein
großes Abenteuer. Zwar spielte der
Traditionsverein bereits in den 80ern in
der 1. Liga, man war zwischenzeitlich
aber in den Niederungen der Regionalliga verschwunden. Mit der Rückkehr in
die »Eliteklasse« krönten die Schützlinge von Trainer Jan Gorr ihre »Wiederauferstehung«. Am 4. September um
17 Uhr betreten die Hüttenberger in
der Rothenbachhalle in Kassel bei MT
Melsungen erstmals die große Bühne.
Zum mit Spannung erwarteten Derby
zwischen HSG und TVH kommt es am
16. September in Wetzlar.
9/2011
streifzug 39
Foto: Wegst
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:20 Uhr Seite 40
»Wir machen Theater –
gerade hier und jetzt«
Ein Prinz, der vor lauter Träumerei den Einsatzbefehl seines Kurfürsten versemmelt, und eine
schöne Lebedame, die im Paris des 19. Jahrhunderts dahinsiecht, sind die beiden Figuren,
die die kommende Spielzeit im Stadttheater eröffnen. Das Musiktheater macht mit Giacomo
Puccinis Oper »La Bohéme« am 3. September den Anfang, Heinrich von Kleists »Prinz
Friedrich von Homburg« folgt im Schauspiel am 17. September.
»Wir machen Theater – gerade hier und
gerade jetzt« hat Intendantin Cathérine
Miville als Slogan für die kommende Saison ausgegeben. Dabei fährt das Gießener
Haus in den einzelnen Sparten durchaus
ansprechende Theaterkost auf. Im Musiktheater, das in der neuen Spielzeit mit Herbert Gietzen als Generalmusikdirektor antritt, warten neben der tuberkulösen Mimi
aus Puccinis »La Bohéme« auch Gioacchino
Rossinis Wilhelm Tell (Premiere am 2. Juni,
konzertante Aufführung in italienischer
Sprache), Alban Bergs Lulu (12. Mai), Nachtclubsängerin Sally Bowles im Musical
»Cabaret« (26. November) und Maria Tudor
(17. März) des italienischen Belcantokom-
40 streifzug
9/2011
ponisten Giovanni Pacini im Großen Haus
auf ihr Publikum. Weniger bekannt, dafür
umso hörenswerter ist die romantische
Oper »Allessandro Stradella« von Friedrich
von Flotow, die am 28. Januar an gleicher
Stelle erklingt. Georg Friedrich Händels tragikomische Oper »Acis und Galatea« ist am
6. November im Theaterstudio Löbershof
geplant.
Auch im Schauspiel setzt das Stadttheater
wieder auf die bewährte Mischung von
Bekanntem und weniger Bekanntem. Nach
dem »Querträumer« Prinz Friedrich von
Homburg steht am 29. Oktober Henrik Ibsens Ökokrimi »Ein Volksfeind« an, in dem
sich Volkes Zorn wegen angeblich vergifte-
ten Heilwassers entlädt. Entwurzelte Kriegsheimkehrer stehen im Fokus des Stückes
»Hotel Savoy« nach dem Roman von
Joseph Roth in einer Bühnenfassung des
Belgiers Koen Tachelet, das am 7. Januar
Premiere hat. Und noch bis zum 25. Februar müssen all jene warten, die den skurrilen
Vermieterinnen Martha und Abby Brewster
in »Arsen und Spitzenhäubchen« zuschauen wollen, wie sie »aus reiner Nächstenliebe« ihre Untermieter meucheln. Skurrile
Antihelden, Paranoiker und Tagträumer
kommen im Stück »Hysterikon« der 1965
geborenen Ingrid Lausund zu Wort, das die
Kommerzialisierung des Lebens zum
Thema hat (21. April).
Je
in
au
w
So
»K
B
Sc
D
le
p
U
50
W
Ja
Fi
G
Ja
th
B
b
»C
b
n
fa
D
m
d
d
ka
»M
Ti
so
Ei
te
So
Foto: Wegst
–
«
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:21 Uhr Seite 41
KULTUR
Jede Menge zu bieten hat das Stadttheater
in der kommenden Spielzeit auch wieder
auf seiner Studiobühne. Martin Gärtner
wird in einem Soloabend das antike
Sophokles-Drama um den Vatermörder
»König Ödipus« in einer Neudichtung von
Bodo Warthe witzig-ironisch als Ein-MannSchau spielen. Christian Lugerth lässt in
David Mamets »Enten Variationen« zwei
lebenskluge ältere Herren über das Leben
philosophieren (hier wird StadttheaterUrgestein Rainer Domke aus Anlass seines
50-jährigen Bühnenjubiläums auftreten).
Wut aufs Establishment prägt »Die fetten
Jahre sind vorbei« nach dem gleichnamigen
Film von Hans Weingartner (Bühnenfassung
Gunnar Dreßler), und die Geiselnahme im
Jahr 2002 in einem Moskauer Musicaltheater ist der Stoff, aus dem Thorsten
Buchsteiner sein Stück »Nordost« geschrieben hat. Kriminelle Energie haben auch
»Clyde und Bonnie«, die in Holger Schobers Stück für Jugendliche und Erwachsene
nach berühmtem Vorbild Banken überfallen.
Daneben gibt es zahlreiche Wiederaufnahmen zu sehen. Im großen Haus sind
dies die komische Oper »Die Hochzeit
des Figaro« (24. September), der musikalische Krimi mit den Schmachtigallen
»Mann-o-Money« (10. September) und im
TiL Bernsteins Oper »Trouble in Tahiti«
sowie Dominik Breuers faszinierender
Ein-Mann-Einsatz in Paul Shiptons Insektenkrimi »Die Wanze« (Foto unten), Petra
Soltau als Marlene Dietrich in »The Kraut«
(Foto links) und Oliver Bukowskis Schauspiel »Wenn ihr euch totschlagt, ist es ein
Versehen«.
Auch das Tanzensemble, das in der neuen
Spielzeit zahlreiche neue Mitglieder in seinen Reihen hat, ist bestens vertreten.
»Galileo meets Kopernikus« (8. Oktober),
»Macbeth« (11. Februar), »Anna Blue«,
»Hausrat« und als Wiederaufnahme »Puppentänze« heißen die Tanzstücke, die im
Großen Haus und im TiL zu sehen sein
werden.
Ein traditioneller Schwerpunkt des Stadttheaters liegt im Kinder- und Jugendtheater, das
in dieser Spielzeit mit Antoine de Saint-Exupérys »Der kleine Prinz« als weihnachtliches
Familienstück aufwartet. Die Sinne aller Kinder ab vier Jahren wird »Spieglein, Spieglein«
ansprechen und für jugendliche Zuschauer
ist Philip Ridleys »Märchenherz« über den
Zauber der Literatur und die Kraft des Theaters gedacht. Ein Höhepunkt wird auch das
Musical »Afrikanisches Puzzle« mit dem Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters sein.
Zehn Sinfoniekonzerte und vier Kammerkonzerte, die neue Reihe »crossover«, in der
Tanz, Gesang und Sprache mit Musik verbunden werden, das Konzert der HR-BigBand am 13. Oktober, die lange Theaternacht am 3. November, Tanzart ostwest
über Pfingsten 2012 oder das neue LateNight-Format »Nachtschattengewächse« im
TiL – gerade auch auf diesen Nebengleisen
hat das Stadttheater in der neuen Spielzeit
wieder jede Menge zu bieten.
Karola Schepp
s-
Foto: Wegst
uen
er
-
e
»Die Wanze«: Die Wiederaufnahme im TiL ist ein Kassenschlager.
Kunst im Mathematikum
»Den Rest können Sie sich ja denken«
Karikaturen und Cartoons von
F.W. Bernstein
Am 30. September hält die »Komische
Kunst« zum zweiten Mal Einzug ins
Gießener
Mathematikum. Nachdem im
letzten Jahr
Robert
Gernhardt
über
25 000 Besuchern die
Absurditäten des
Alltags in
lustigen
Bildgeschichten
vor Augen führte, werden in der diesjährigen großen Kunstausstellung rund
40 Werke des renommierten Zeichners
F.W. Bernstein die Lachmuskeln der Besucher beanspruchen.
F.W. Bernstein (Jahrgang 1938) hat seit
den 60er Jahren zusammen mit der
»Neuen Frankfurter Schule« die deutsche Komik, Komische Kunst und Satire
völlig neu geprägt. Er ist Maler und
Zeichner, Dichter und Satiriker und hatte außerdem den ersten Lehrstuhl für
»Karikatur und Bildgeschichte« an der
Hochschule der Künste Berlin inne. Seit
1964 war er Mitarbeiter der Zeitschrift
»Pardon« und gehörte seit der Gründung des Satiremagazins »Titanic« 1979
zu deren Redaktionsstab. F.W. Bernstein
wurde mehrfach ausgezeichnet. Viele
seiner Werke sind legendär. So stammt
beispielsweise der Spruch »Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche« von Prof. Fritz Weigle, alias
F.W. Bernstein.
In Zusammenarbeit mit dem »caricatura
museum frankfurt« präsentiert das Mathematikum in der Reihe »Kunst im Mathematikum« eine Auswahl seiner komischen Machenschaften. Rund 40 Karikaturen, Cartoons und humorvolle Bildgeschichten über den Alltag beweisen
die Fülle an Ideen und den kreativen
Geist des Künstlers. Sie bringen den Betrachter nicht nur herzlich zum Lachen,
sondern geben ihm nebenbei auch
einen Eindruck davon, wie vielseitig und
einfallsreich der Künstler mit Mal- und
Zeichentechniken umzugehen weiß.
9/2011
streifzug 41
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:21 Uhr Seite 42
KULTUR
Natalie Portmann wäre begeistert
Kaum aus dem sprichwörtlichen Ei geschlüpft, hat sich eine heimische Band mit nur fünf kurzen wie bezaubernden Popstücken in die Herzen des streifzug gespielt. Ihre Musik klingt wie
ein gut aufgeräumter Plattenschrank. Wir denken: In einer besseren Zeit hätten es The Joy
Vier junge Herren und eine junge Dame
wollen uns glauben machen, ihre Musik sei
nicht schon lange tot. Die Melodien, die
sie spielen, sind stellenweise so irritierend
schön, dass man sich wünschen möchte,
die Trendmaschine hätte in den letzten
Jahren einfach einmal eine wohlverdiente
Schaffenspause eingelegt. Erstens wäre
dann nämlich kaum eine Mode und kaum
ein Starkult verloren gegangen, auf den
man in Wahrheit nicht auch gut und gerne
hätte verzichten können. Oder wollen.
Und zweitens wäre für The Joy over the
Lost Penny vielleicht noch ein kleiner Happen übrig geblieben vom bislang letzten
Hype um die Musik, die sie machen.
Aber der ist seit Längerem leider erst einmal vorbei. Und das darf den aufgeklärten
Beobachter des Popzirkus auch nicht weiter verwundern. Denn ähnlich fröhliche
und eingängige Melodien, wie sie die fünf
Studenten aus Gießen und Marburg nun
auf ihrer EP »Wait and See« vorlegen, hat
man kaum mehr gehört, nachdem »Oh,
Inverted World« von den Shins erschienen
war. Und das ist leider schon zehn Jahre
her.
Die Themen, die Theresa Weisensee –
bandintern als Lyrik-Mastermind des Quintetts unumstritten – in ihren charmant verschwurbelten Texten bespricht, sind weder
sonderlich neu noch sonderlich abseitig:
Zwischenmenschliche Beziehungen mit
all ihren positiven und negativen Begleiterscheinungen. Das behandelt mit einem
bisschen gutem Willen sogar Sido. »Wir
haben das Rad nicht neu erfunden«, gibt
auch Sänger und Gitarrist Niclas Plaputta
zu. Das schöne an der Musik von The Joy
over the Lost Penny ist aber: Man stört sich
überhaupt nicht an der Wiederholung.
Denn die Musiker – vorher in Sachen
Bandprojekten allesamt gänzlich unbeleckt
– haben das zitierte Rad sehr schön angestrichen und somit dafür gesorgt, dass man
gerne damit herumfährt. Auf Facebook
schreibt ein Fan: »Ihr könnt doch nicht einfach so Songs schreiben. Ich komme nun
morgens nicht mehr aus dem Haus.« Zum
42 streifzug
9/2011
Foto: fd
over the Lost Penny zu einem gut bezahlten Engagement im großen Popzirkus gebracht.
Glück ist das Quatsch. Denn es gibt ja
MP3-Player, auf denen sich etwa das verstörend schöne Schlussmachlied »Simple«
ganz hervorragend abspielen lässt.
Ob elektronische Spielereien oder künstlerisch anmutende Disharmonien: Die Studenten wagen auf »Wait and See« den Verzicht auf jegliche Anbiederung an aktuelle
Trends und beschränken sich auf das Wesentliche: Hervorragende Musik. Bei den
vier jungen Herren sucht man sogar den
derzeit scheinbar zum Hipster-Konsens gehörenden Seitenscheitel vergebens. Die
junge Dame verweist zudem bei der Frage
nach der Geschichte hinter dem Namen
der Band auf einen, auf den sich nur die
wenigsten jungen Bands freiwillig beziehen
würden: Ludwig van Beethoven. Der programmatische Untertitel dessen »Rondo alla ingharese quasi un capriccio« wird im
Englischen mit »Rage over the Lost Penny«
übersetzt. »Darauf sollte der Name unserer
Band eine Hommage sein«, erklärt auch
Niclas Plaputta. Doch weil die fünf Studenten der Anglistik, Mathematik und Philoso-
phie ja eigentlich so wunderschöne und
berührende Musik machen, und die »Wut«
im Namen deswegen nicht so recht passen
wollte, wurden sie kurzerhand zu The Joy
over the Lost Penny.
Die Shins hatten vor etwas mehr als zehn
Jahren das Glück auf ihrer Seite: Die bezaubernde Natalie Portman sprach in »Garden
State« über ihre Musik mit den Worten:
»Das wird dein Leben verändern.« Der Film
wurde zum einvernehmlichen Liebling
gleich mehrerer Jahrgänge von Indies, die
Trendmaschine roch den Braten, und bald
tourten die Shins um die Welt. Was das
mit den vier jungen Herren und der einen
jungen Dame von The Joy over the Lost
Penny zu tun hat? Nun: In einer besseren
Zeit wären auch sie Popstars geworden.
Florian Dörr
***
Wer sich selbst von der Musik der jungen
Band verzaubern lassen will, hat auf Facebook die Möglichkeit, die Songs zu hören
und die EP zu kaufen. Wir meinen: Es lohnt
sich.
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:22 Uhr Seite 43
– Anzeige –
t
e
«
n
un
m
rr
nt
Wer will, kann nachmessen: 25 Meter lang ist das riesige Buffet beim
Feinschmecker-Sonntagsbrunch im Hotel Steinsgarten. Galt dieser
Brunch früher noch als Geheimtipp, so ist das sonntägliche Schlemmen
in dem Vier-Sterne-Haus in der Hein-Heckroth-Straße in Gießen inzwischen längst ein etablierter »Renner« geworden. »Gäste, die bei uns
zum Brunch waren, kommen alle wieder«, sagt Hoteldirektor Sven
Appelt. Kein Wunder, denn die höchste Qualität der Speisen und die
riesige Auswahl lassen keine Wünsche offen. Köche bereiten das Essen
direkt vor den Augen der Gäste frisch zu (»Live-Cooking«), wodurch
der Brunch zu einem sinnlichen Duft- und Geschmackserlebnis wird:
Da werden zarte Roastbeefs tranchiert, eine riesige Fischplatte aufgetischt, mindestens zwei Fleisch-Hauptgerichte serviert und rund 100
weitere leckerste Komponenten so appetitlich präsentiert, dass einem
das Wasser im Munde zusammenläuft. Wem bei so einem großen
Angebot die Auswahl schwer fällt, den beraten die Köche gerne und
erfüllen dabei auch Wünsche nach dem persönlichen »Lieblingsteller«.
Und das zu einem Preis von unter 20 Euro – einschließlich unbegrenzt
Kaffee, Tee und Saft. Ob für Familien mit Kindern, frisch verliebte Paare oder im Freundeskreis: Jeden Sonntag von 9 bis 14.30 Uhr ist
herkömmlichen »Krimi-Dinnern« üblich ist. Das neue »Comedy-Dinner« kostet 59 Eu-
»Brunch-Zeit« im Steinsgarten. Das Angebot ist so beliebt, dass man oh-
ro und findet am Freitag, 9. September und am Freitag, 7. Oktober statt. Es eignet sich
ne Reservierung kaum Chancen auf einen freien Platz hat.
auch hervorragend als Geschenk für liebe Menschen, denen man einen besonderen
Wer sich in Gießen etwas Besonderes gönnen möchte, der ist im Steins-
Abend gönnen möchte. »Ich gebe persönlich eine Garantie dafür, dass man beim
garten auch bezüglich Feiern und Veranstaltungen bestens aufgehoben.
Comedy Dinner eine schöne Zeit verbringt«, sagt Hoteldirektor Sven Appelt.
Aktuell lädt das Hotelmanagement frei nach dem Motto »Schlemmen,
Überhaupt ist das Steinsgarten eine Top-Adresse für Feste und Feiern aller Art. Für
schmunzeln, sich wohlfühlen« zum Comedy-Dinner »LeckerLachen«
Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen und andere Veranstaltungen stehen hochwertig
ein – eine erfrischende Unterhaltungsshow begleitet von einem Feuer-
dekorierte Räume in unterschiedlichen Größen zur Verfügung – für Gruppen ab 15 Per-
werk kulinarischer Köstlichkeiten. Zwischen einem Drei-Gänge-Menü
sonen bis zu 140 Gästen. Kronleuchter und Kristallgläser, tolle Farbeffekte und eine
mit Aperitif, Vorspeise, Hauptspeise und Dessert, gezaubert von den
ausgefeilte Tischdekoration sorgen für ein stimmungsvolles Ambiente. »Wir bieten für
Küchenchefs Michael Amend und Siegfried Schöpflin, begrüßt der
Feiern ein Komplettpaket an, auf Wunsch auch mit Livemusik, diversen Unterhal-
Moderator und Zauberei-Meister Matthias Rauch pro Abend drei erst-
tungskünstlern und Feuerwerk«, erläutert Sven Appelt. Er verfügt über Kontakte zu
klassige Komiker, die nach jedem Menüpunkt Witz und Esprit versprü-
zahlreichen Künstlern, darunter Schnellzeichner, Jazzmusiker und Komödianten, die
hen und nicht für Mord und Totschlag sorgen, so wie das andernorts bei
jede Feier mit ihren Auftritten bereichern.
Das Hotel Steinsgarten ist unter der Telefonnummer 06 41/3 89 90 für Reservierungen und andere Anfragen
erreichbar. Im Internet unter www.hotel-steinsgarten.de sind auch Online-Reservierungen möglich.
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:22 Uhr Seite 44
KULTUR
»Musik statt Straße«
Das Kinderhilfsprojekt von Stadttheater-Violinvirtuose Georgi Kalaidjiev trägt Früchte –
17 Kinder aus den Slums von Sliven freuen sich auf Gießen
und bildende Kunst. »Alle arbeiteten für ein
so geringes Honorar, dass wir mit 30 Euro
pro Kind und Monat kalkulieren können«,
erklärt Kalaidjiev und unterstreicht: »Musik
erzieht die Kinder, sie beschenkt und bildet
umfassend.«
»In Sliven habe ich die Freude gesehen. Ich
habe gesehen, wie fleißig und konzentriert
die Kinder üben, wie gehorsam, ruhig und
begeistert sie bei der Sache sind – und wie
dankbar sich die Eltern engagieren«, erzählt
Kalaidjiev – und erinnert sich an seinen Weg
aus einfachen Verhältnissen bis hin zu den
berühmten »Sofioter Solisten«, mit denen er
18 Jahre auf Welttournee war, bevor er nach
der Wende nach Deutschland kam und 1993
zum Philharmonischen Orchester Gießen.
Zehn Jahre, nachdem der angesehene Musiker und Lehrer das Kammermusikensemble
»Studio Konzertante« gegründet hatte, waren
es seine Kammermusikkollegen, die mit
einem Benefizkonzert das Startkapital von
1500 Euro für »Musik statt Straße« einspielten. Soziale Initiativen folgten, Menschen aus
ganz Deutschland wurden aufmerksam und
so wurde über die nachhaltige Sicherung des
Straßenkinderprojektes hinaus eine Reise
möglich, die für die Kinder eine Schlüsselfunktion im Leben haben kann.
Kalaidjiev hat viel Unterstützung erfahren, so
dass in Gießen und Umgebung ein tolles
Programm aus Musik, Kunst, Begegnung,
Erkundung, Spiel und Spaß stattfinden kann.
Foto: bf
Als Georgi Kalaidjiev und seine Frau Maria
vor anderthalb Jahren von ihrem Kinderhilfsprojekt »Musik statt Straße« erzählten, träumten sie davon, dass junge Musiker aus Bulgarien eines Tages ihre erste Orchesterreise
nach Deutschland antreten können. Jetzt ist
es so weit: Am 9. September treffen 17 Kinder und Jugendliche aus den Slums von
Sliven in Gießen ein. Bis zum 15. September
werden sie täglich Konzerte geben, deutsche
Kinder treffen und womöglich ihrem Leben
eine neue Perspektive geben.
Kalaidjiev ist überglücklich. Eben ist der bekannte Gießener Violinvirtuose von einem
Besuch seiner Heimatstadt Sliven zurückgekehrt. »Unser Auto war voll mit Geschenken,
Kleidung und Instrumenten für die Kinder«,
erzählt er. Dank der großartigen Unterstützung aus Gießen und Deutschland habe er
seit Projektgründung 2009 viel bewegen
können. Überall stoße die Idee, Kinder mit
Musik vor einem Leben auf der Straße zu
bewahren, auf offene Ohren und Herzen.
In den Slums von Sliven ermöglicht das Projekt zweimal pro Woche Musikunterricht
und ein kräftigendes Essen für talentierte
Kinder, die sonst nie die Chance hätten zu
musizieren. Unterstützung erfährt das Projekt
durch Radka Kuseva. Die Leiterin der örtlichen Musikschule spricht gezielt Kinder an,
wählt sorgfältig aus und gibt Unterricht an
Geige, Gitarre, Akkordeon und Klavier. Dazu
gehören auch Musiktheorie, Ensemblespiel
Die Kinder aus Sliven mit Stadttheater-Musiker Georgi Kalaidjiev (r.).
44 streifzug
9/2011
U.a. sind sie von Professor Albrecht Beutelspacher zu einer Führung ins Mathematikum
eingeladen, Gießens Oberbürgermeisterin
Dietlind Grabe-Bolz wird die Kinder beim
Eröffnungskonzert im Schloss begrüßen und
im Rahmen des Mittelhessischen Kultursommers werden sie von Peter Damm im Licher
»Traumstern« empfangen. Auch Dr. HansUlrich Hauschild von der Ev. Pankratiusgemeinde hilft, in der Liebig-Schule und der
Adolf-Reichwein-Schule in Pohlheim wird es
konzertante Begegnungen geben, ebenso
beim Frauen-Kulturverein. Besichtigungen,
Spiele, Kunst, Musik und mehr gibt es im
Stadttheater, in Annerod, Kloster Arnsburg,
Grünberg und Wetzlar. Dankbar erzählt
Kalaidjiev von vielen Spenden. »Das Engagement ist wunderbar.« Schließlich habe sogar
die Stadt Sliven 1000 Euro dazugegeben. Der
Musiker berichtet von seinen Bemühungen,
jedem Kind in dem Not leidenden Stadtteil,
in dem er selbst aufgewachsen ist, die Reise
zu ermöglichen. »Allein der Bus kostet rund
5000 Euro«, erklärt Kalaidjiev. Glücklicherweise sei ihnen auch die Jugendfreizeitstätte
der AWO in Grünberg entgegengekommen,
wo die 26-köpfige Gruppe unterkommen
wird. Anreisen werden auch drei Jugendliche
von der Kunstschule Sliven mit ihrem
Dozenten, so dass parallel zu den Konzerten
Ausstellungen der jungen Künstler stattfinden
können. Kalaidjiev schwärmt von der
Qualität der Werke und sagt: »Wir sind der
festen Überzeugung, dass wir der emotionalen und intellektuellen Verarmung entgegenwirken können, die sich der materiellen
längst hinzugesellt hat.« Bei den Kindern sei
es wie bei einem kultivierten Weinstock:
»Die Pflege braucht er jetzt, und sie muss
sorgfältig sein.«
Annette Hausmanns
Konzerttermine »Musik statt Straße«:
10. September, 16 Uhr: Altes Schloss
Gießen / 11. September, 12 Uhr:
»Traumstern« Lich, 18.30 Uhr: Lukaskirche Gießen / 12. September, 10 Uhr:
Liebig-Schule Gießen / 13. September,
19 Uhr: Phantastische Bibliothek
Wetzlar / 14. September, 14 Uhr: ZiBB
Gießen / 15. September, 15.30 Uhr:
Altes Schloss Gießen.
M
G
ge
Pl
Ro
in
20
st
si
th
am
p
al
se
Sc
te
D
gü
w
Ja
n
G
al
h
b
SZ_GI_09_2011_S35_S48 19.08.2011 12:05 Uhr Seite 45
WEIN DES MONATS
m
d
r
r
s
-
er
e
e
,
e
n
en
an-
ns
Auf dem
samtweichen Holzweg
Nicht jeder, der auf dem
und schreckt selbst vor Curry und Chili
Holzweg ist, muss falsch
nicht zurück. Auch mit Pizza harmoniert
abgebogen sein. Vinodieser Zinfandel. Im Glas purpur mit lila
logische Flaneure wanReflexen; Duft nach Himbeere, Pflaume,
deln gern über die
Vanille und Gewürzen; am Gaumen druck»Woodbridge«, die mitten
voll und vollmundig, weich, mit wenig Tandurch die Rebberge der
nin, aber guter Würze, feiner Vanille und
Robert Mondavi Winery
viel reifer, süßer Frucht; das mild-würzige
in Kalifornien führt –
Finish hat eine brauchbare Länge.
wenn man dem Etikett
Der »Woodbridge«-Zinfandel mit kleinen
der Flasche glauben darf.
Anteilen von Petite Sirah, Syrah und Petit
Mondavi gehört zu den
Verdot wird im
Großen im WeinStahltank ausgebaut
geschäft, zu den Global
und schaut nur kurze
Playern. Gründervater
Zeit in Barriques aus
Robert Gerald, Vorreiter
amerikanischer und
in Sachen US-Weine, ist
französischer Eiche
2008 mit 94 Jahren vervorbei. Mondavi setzt
storben, seit acht Jahren
auf den Fruchtchasind seine Söhne Timorakter. Wer teuren
thy und Robert Michael
Zinfandel kennt, wird
am Ruder. Ihr Weinimden Tiefgang dieser
Weinautor Manfred Merz
perium hält für beinahe
edlen und mittlerweile
alle Geschmäcker und Geldbeutel das pasenorm alkoholreichen Weine vermissen.
sende Gewächs parat, vom EinsteigerZinfandel-Einsteiger indes finden mit dem
Schoppen bis zum mehrere Hundert Euro
»Woodbridge« schnell auf den richtigen
teuren »Opus one«.
Weg.
Die »Woodbridge«-Serie ist vergleichsweise
Meinungen zur Vinothek:
günstig zu haben, ihr gehört ein [email protected]
weicher Zinfandel an. Die letzten drei
Jahrgänge dürfen sich Gaumenschmeichler
Robert Mondavi Winery,
nennen. Der Zinfandel 2009 firmiert als
»Woodbridge«, Zinfandel, Kalifornien,
Gute-Laune-Wein für Herbst, Winter und
Jahrgang 2009, 13,5 Prozent Alkohol,
all jene Sommer, die es nicht geschafft
ab rund 7 Euro im Internet oder im
haben, Sommer zu werden. Er verträgt sich
heimischen Fachhandel
blendend mit kräftig gewürzten Speisen
Die Musik zum Wein
Weich, warm und süffig – ein Zinfandel
verlangt nach akustischem Beistand der
schwelgerischen Art. Die alten Romantiker sind erste Wahl. Bedrich Smetanas
sechssätzige Tondichtung »Ma Vlast«
(»Mein Vaterland«) verströmt Pathos, ohne in Gefühlsduselei zu versinken. Zum
Zinfandel können Sie »Die Moldau«
hören – stimulierender wirkt das Stück
»Aus Böhmens Hain und Flur«. Es macht
dem Zinfandel zusätzlich Feuer.
mm
9/2011
streifzug 45
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:22 Uhr Seite 46
SPERRSITZ
N
Über zwei Millionen Kinozuschauer begeisterten sich im Herbst 2009 für die urkomischen und nicht nur Männerherzen berührenden Erlebnisse einer Gruppe von
Männern auf der Suche nach sich selbst,
der Liebe und dem eigenen kleinen Glück.
Regisseur Simon Verhoeven gewann mit
seinem Drehbuch 2009 den bayerischen
Filmpreis, Justus von Dohnányi erhielt den
deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller und Nadja Uhl wurde als beste
Nebendarstellerin nominiert. Zudem erhielt
der Film zwei Bambi-Nominierungen und
Fotos: Warner
Kinostart:
15. September
wurde mit dem größten deutschen Publikumspreis »Jupiter-Award« als bester deutscher Film des Jahres 2009 ausgezeichnet.
Nicht nur dem Publikum haben die ebenso
überzeugenden wie humorvollen Großstadteskapaden Spaß gemacht – auch die
Stars wollten gern wieder mit Verhoeven
zusammenarbeiten. Also wagt er nun
erneut einen Blick auf das Leben seiner
Geschlechtsgenossen, lauscht ihrem
schüchternen oder leidenschaftlichen Herzschlag und hält fest, mit welchen Überraschungen das Schicksal die Männer – und
ihre Frauen – in den Abenteuern überrumpelt.
In der Fortsetzung suchen die Helden aus
»Männerherzen« mehr denn je »die ganz,
ganz große Liebe«. So heißt auch der neue
Song von Schlagerstar Bruce Berger (Justus
von Dohnányi), der sich reif für ein eigenes
Plattenlabel hält und dafür Hilfe von Günther (Christian Ulmen) und Niklas (Florian
David Fitz) braucht. Während Bruce sich
leicht überschätzt, nimmt Jerome (Til
Schweiger) eine Auszeit bei seinen Eltern in
Heuchelheim, Niklas stürzt sich ins DatingGame, Philip wird Vater, und Günther hat
sehr spezielle Beziehungsprobleme. Eine
ganz, ganz große Komödie für Männer und
Frauen mit Herz.
GEWINNSPIEL
Bruce (Justus von Dohnányi) stattet Jeromes Eltern einen Besuch ab.
46 streifzug
9/2011
Der streifzug verlost mit den Gießener
Kinos 3x2 Tickets für die erste Vorstellung des Films »Männerherzen 2« am
15. September. Wer den Film sehen
möchte, sollte bis zum 11. September
eine Karte mit dem Kennwort »Kino« an
streifzug, Marburger Straße 20, 35390
Gießen oder eine Mail an streifzug@
giessener-allgemeine.de senden.
Fotos: Warner
z-
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:22 Uhr Seite 47
SPERRSITZ
Neu
im Kino
Gießen
Kinocenter Gießen
Bahnhofstraße 34, Telefon 06 41/7 21 08
Heli
Frankfurter Straße 34, Telefon 06 41/7 45 11
Roxy
Ludwigsplatz 4, Telefon 06 41/3 25 47
www.die-giessener-kinos.de
Kommunales Kino JOKUS
Ostanlage 25 a, Telefon 06 41/3 06-24 95
Grünberg
Bismarckstraße 10, Telefon 0 64 01/68 69
Lich
Kino »Traumstern«
Gießener Straße 15, Telefon 0 64 04/38 10
Weitere Kino-Tipps
finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine
Zeitung oder auf unserer Internetseite unter
www.giessener-allgemeine.de/kino.
d
präsentieren
e
s
Die drei Musketiere
Mein bester Feind
Moderne Neuverfilmung
Überlebensgeschichte
Frankreich im 17. Jahrhundert. Ein wenig hat der Ruf
von Athos, Aramis und
Porthos, den zu Müßiggängern mutierten Musketieren des Königs, gelitten.
Doch das junge, verwegene Landei D‘Artagnan bringt frischen Wind in das Trio, gerade
als die Degenartisten vor einer Bewährungsprobe stehen. Sie müssen die gestohlene
Halskette der Königin unbemerkt vom jungen Regenten zurückbringen, um Kardinal
Richelieus Pläne zu sabotieren, der das
Land in einen Krieg mit England treiben will.
1943 in Polen. Aus dem
Wrack eines abgestürzten
Flugzeugs befreien sich
der Häftling Victor Kaufmann, Sohn jüdischer
Kunsthändler, und SSHauptsturmführer Rudi Smekal. Rudi hat
seinen Kindheitsfreund Victor in besonderer Mission aus dem KZ geholt. Grund ist
eine Michelangelo-Zeichnung aus dem
Besitz der Kaufmanns, die dem Duce zum
Geschenk gemacht werden soll. Als Rudi
und Victor die Klamotten tauschen, kehren
sich die bisherigen Machtverhältnisse um.
Darsteller: Logan Lerman, Milla Jovovich,
Orlando Bloom, Ray Stevenson
Start:
1. September
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Marthe Keller,
Georg Friedrich, Udo Samel
Start:
1. September
★★✩✩
Conan
Remake des Fantasy-Films
d
Männerherzen…
und die ganz ganz große Liebe
Mittwoch, 14.09.2011 zur Abendvorstellung
Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!
Männer sind herzlich willkommen!
Kinocenter • Bahnhofstraße 34 • 35390 Gießen
Roxy • Ludwigsplatz 4 • 35390 Gießen
Heli • Frankfurterstraße 34 • 35390 Gießen
Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de
Freunde mit
gewissen Vorzügen
Romantisch und komisch
Conan muss in seiner frühen Kindheit mit ansehen,
wie seine Eltern bei einem
Überfall auf sein Dorf vom
Schlangenkultführer Thulsa
Doomhat grausam getötet
und die überlebenden Dorfkinder versklavt
werden. Durch die harte Sklavenarbeit
erlangt Conan unsagbare Kräfte, die ihm
zugute kommen, als der Barbar beschließt,
den Tod seiner Eltern zu rächen. Unterwegs
trifft er auf den Kämpfer Subotai und die
schöne Diebin Valeria, die ihm fortan in
allen Gefahren beistehen.
Dylan ist neu in New York,
doch Jamie, die ihn aus
Kalifornien nach Manhattan gelockt hat, sorgt für
schnelle Akklimatisation.
Der aufstrebende Art Director und die quirlige Headhunterin landen bald gemeinsam
im Bett, wollen aber trotz gelegentlichem
Spaßsex nur beste Freunde bleiben. Beider
Bindungsphobien machen sie blind dafür,
wie perfekt sie zusammenpassen, und
bewirken schließlich, dass auseinanderbricht, was eigentlich zusammengehört.
Darsteller: Jason Momoa, Rachel Nichols,
Stephen Lang, Rose McGowan
Start:
8. September
Darsteller: Justin Timberlake, Mila Kunis,
Emma Stone, Patricia Clarkson
Start:
8. September
★★✩✩
n
-
★★★✩
★★✩✩
Wickie
auf großer Fahrt
Die Lincoln
Verschwörung
Mix aus Humor und Action
Ist ein fairer Prozess möglich?
Eigentlich würde sich
Wickie gerne noch Zeit
lassen mit dem Rauben
und Erwachsenwerden.
Aber als sein Vater Halvar,
der Häuptling von Flake, vom Schrecklichen
Sven entführt wird, packt er die Männer
von Flake aufs Schiff und nimmt Kurs auf
Svens düstere Festung. Als Wickie seinen
Vater endlich befreien kann, geht das
Abenteuer erst los – denn nun wollen alle
den Schatz der Götter, der irgendwo im
ewigen Eis auf seinen Entdecker wartet.
Kriegsheimkehrer Hauptmann Frederick Aiken wird
von dem ehemaligen Generalbundesanwalt dazu
gedrängt, die Witwe Mary
Surratt zu verteidigen, die beschuldigt wird,
in ihrer Pension die Attentäter Präsident Lincolns beherbergt zu haben. Die Frage lautet: Hat sie vom Komplott gewusst? Der
Kriegsminister Edwin Stanton ist von ihrer
Schuld überzeugt, drängt auf ein rasches
(Todes-)Urteil und wird in seiner Ansicht
von den meisten Nordstaatlern unterstützt.
Darsteller: Jonas Hämmerle, Waldemar
Kobus, Günther Kaufmann
Start:
29. September
Darsteller: Alexis Bledel, James McAvoy,
Justin Long, Robin Wright
Start:
29. September
★★✩✩
★★✩✩
9/2011
streifzug 47
SZ_GI_09_2011_S35_S48 18.08.2011 17:22 Uhr Seite 48
Sparkassen-Girokonto
Mehr Infos auf www.sparkassen-finanzgruppe-ht.de
oder in Ihrer Sparkasse.
Sparkasse
LBS
SV SparkassenVersicherung
Helaba
ZUSAMMEN
die Welt erobern.
In der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen finden Sie in jeder Situation den richtigen Partner, um Ihre Ziele zu erreichen. Mit dem
Girokonto Ihrer Sparkasse starten Sie mit Sicherheit entspannt in Ihren neuen Lebensabschnitt. Nutzen Sie alle Möglichkeiten weltweiten
Zahlungsverkehrs und genießen Sie den Komfort eines modernen Online-Kontomanagements. Und falls Sie doch mal Bargeld brauchen,
warten allein in Deutschland 24.600 Geldautomaten auf Sie. Zusammen mit Ihnen. Das ganze Leben.