BBZ-2016-06 - Berliner Behindertenzeitung

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BBZ-2016-06 - Berliner Behindertenzeitung
Juni 2016 · 27. Jahrgang 2016
www.berliner-behindertenzeitung.de
Politik UN-BRK-Ballons: Man muss
auch mal Danke sagen. Dies taten
die Cocas und der BBV.
Seite 4
Wahlen BBV-Forum: Am 18. Juni
findet das traditionelle BBV-Forum
mit Politik-Prominenz statt.
Seite 5
Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf: Im Juni steigt das „Behindertenpolitische Forum“.
Seite 5
Protesttag Was die Behindertenbewegung leisten kann und was
sie derzeit bewegt.
Seite 6 - 7
Sport Rückblick: Die Schwimmer
sammelten zahlreiche Medaillen
bei der Europameisterschaft ein.
Seite 14
Jahres-Abonnement: 15 EURO
Herausgeber: Berliner Behindertenverband e.V. „Für Selbstbestimmung und Würde“
Nachrichten
kompakt
Das meinen wir!
DB Barrierefrei
Unter dem Arbeitstitel „DB
Barrierefrei“ beschäftigt sich
die Deutsche Bahn mit einer
App. Der erste Prototyp soll bis
zum vierten Quartal realisiert
werden. Die BBZ wird in der
nächsten Ausgabe die App
ausführlich vorstellen. Interessenten für einen Test können
sich noch bis zum 31. Juli unter [email protected]
melden.
Fortschritt oder Stillstand?
Von Dominik Peter
Diskussion versagt
Peinlich war auch der CDU-Umgang mit dem Protesttag am 4.
Mai. Über 5.000 Demonstranten waren gekommen. Der Vertreter der CDU, Uwe Schummer,
sagte jedoch krankheitsbedingt
kurzfristig ab. Allerdings war
er nicht so krank, dass er nicht
doch auf Facebook am gleichen Tag fleissig posten konnte.
Tenor: „… der Referentenentwurf des Bundesteilhabegesetzes ist ein Schritt in die richtige
Richtung“. Wäre Herr Schummer auf der Demo gewesen,
hätte er erfahren können, was
die Behindertenbewegung von
diesem Gesetz hält. Eine verpasste Chance für Schummer,
die Meinung des Wahlvolks zu
erkunden. Doch viele andere
Abgeordneten demonstrierten
und solidarisierten sich mit uns.
Ihnen gehört unser Dank.
DBR verurteilt Misshandlungen
© Andi Weiland
Derzeit kämpft die Behindertenbewegung für ein besseres
Teilhabegesetz. Die Berliner
Behindertenbewegung zudem
für eine bessere Berliner Bauordnung. Das wir heute noch
für bestimmte Punkte kämpfen müssen ist ungeheuerlich,
denn viele Forderungen sind
bereits viele Jahrzehnte alt.
Ein Beispiel gefällig? Schon
1973 forderte die CDU (damals in der Opposition) die
vollständige Abschaffung der
Anrechnung des Einkommens
und Vermögens für behinderte Menschen. Lieber Leser, sie
haben gerade richtig gelesen.
Dies war eine CDU-Forderung.
Heute, 43 Jahre später, sitzt
die CDU in der Regierung und
könnte genau dies endlich abschaffen. Wenn sie denn nur
wollte. Doch hier kommt der
Spruch zum Tragen: Was interessiert mich mein Geschwätz
von gestern.
Dunkle Wolken über dem Brandenburger Tor: 5.000 Menschen mit und ohne Behinderung sind empört über ein Behindertengleichstellungsgesetz, das nicht gleichstellt und über den Entwurf eine Teilhabegesetzes, der nicht wirklich teilhaben lässt.
Protesttag: 5.000 Menschen demonstrieren
Teilnehmer aus ganz Deutschland
nahmen an dem Protesttag teil
Von Lutz Kaulfuß
Mit einer tollen und bunten
Demo vor dem Bundeskanzleramt, brachten über 40 Vereine und Institutionen - die
mehr als 3 Mio. Mitglieder vertreten - ihre ablehnende Haltung gegenüber der Regierungspolitik zum Ausdruck.
Rund 5.000 behinderte Menschen, ihre Freunde und viel
Prominenz waren dem Aufruf
der Veranstalter gefolgt.
„Dies war ein deutliches
Signal an Frau Andrea Nahles
(SPD), dass ihr Entwurf zum
Bundesteilhabegesetz von der
Behindertenbewegung nicht
akzeptiert wird“, so Dominik
Peter (Vorsitzender des Berliner Behindertenverbandes).
Noch deutlichere Worte fand
Sigrid Arnade (Interessen-
vertretung Selbstbestimmt
Leben). Sie sprach von „einer
Verarschung“.
Das Interesse am diesjährigen Protesttag war vorallem
deshalb enorm, weil gleich
zwei unzureichende Gesetzte
- das Behindertengleichstellungsgesetz und das Bundesteilhabegesetz - aus Sicht
behinderter Menschen eine
Zumutung sind.
Am Brandenburger Tor
fand eine Diskussionsrunde
statt, bei der die behindertenpolitische Sprecher der
Bundestagsfraktionen befragt
wurden. Hier wurde vor allem
kräftig gepfiffen als Kerstin
Tack von der SPD versuchte,
die Masse zu beschwichtigen,
dass das Gesetz ja noch nicht
im Bundestag zur Beratung
stehe und man dies intensiv
diskutieren werde. Es sei ja
erst ein Entwurf des Ministeriums, so Tack weiter. Die
CDU/CSU hat sich allerdings
erst gar nicht blicken lassen,
denn Ausflüchte in andere
Themen, wo man auf Bundesebene kaum Zuständigkeiten
hat, wie in so manchen Presseerklärungen im Vorfeld des
Protesttages geschehen, hätte ihnen dieses Mal niemand
durchgehen lassen. Der Fokus
war klar: „Dies ist nicht mein
Gesetz“, „wir lassen uns nicht
verarschen“ und „die Privatwirtschaft muss zur Barrierefreiheit verpflichtet werden“.
Und genau da hat der Bundestag nämlich eine klare Zuständigkeit.
77 Prozent der Bevölkerung sind einer von der Aktion
Mensch in Auftrag gegebe-
nen repräsentativen Umfrage
zufolge nämlich für klare gesetzliche Regelungen zur Barrierefreiheit. Doch auch diese
Zahl hat die Regierungskoalition bisher nicht beeindruckt.
„Sieben Jahre nach in Kraft
treten der UN-BRK ist der Inhalt der Menschenrechtskonvention noch nicht im Kopf
von Ministerin Andrea Nahles
angekommen. Eine Politik der
schwarzen Null zu Lasten der
behinderter Menschen, die
durch die jetzige Gesetzeslage in Armut gehalten werden,
ist nicht mehr tolerabel und
der Entwurf des Bundesteilhabegesetzes ändere daran
nichts“, so Dominik Peter auf
dem Protesttag.
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WAHLINFORMATIONSVERANSTALTUNG
des Aktionsbündnisses BLAUES KAMEL und der
Berliner Landeszentrale für politische Bildung
DONNERSTAG, 1. SEPTEMBER 2016
KULTURBRAUEREI, Schönhauser Allee 36
Einlass: 16.15 UHR | Beginn: 17.00 UHR
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„Wir verurteilen jegliche Gewalt gegen Menschen mit
Behinderung. Sollte sich bewahrheiten, dass Kinder mit
Behinderung in bayrischen
Einrichtung weggesperrt oder
durch Fixierung ruhig gestellt
worden sind, muss alles aufgeklärt werden“ , kommentiert
Ulrike Mascher, Sprecherratsvorsitzende des Deutschen
Behindertenrats (DBR). Medienberichten zufolge wurden
im Umgang mit geistig behinderten Kindern in bayerischen
Heimen „freiheitsbeschränkende Maßnahmen“ eingesetzt.
100 Jahre Fürst
Donnersmarck-Stiftung
Anlässlich ihres Jubiläums hat
die Stiftung ihre bewegte Geschichte von der Gründung bis
in die Gegenwart nachgezeichnet und lädt Besucher mit zwei
Ausstellung auf diese Zeitreise
ein.Die historische Ausstellung „Die Fürst DonnersmarckStiftung 1916–2016“ lässt die
unterschiedlichen Zeiten und
Stationen lebendig werden.
Originaldokumente und interaktive Ausstellungstablets sorgen für eine kurzweilige Entdeckungstour.Die Ausstellung
„ICH – mittendrin“ widmet
sich Geschichten, die sich nur
schwerlich archivieren lassen.
Es ist zudem eine MitmachAusstellung. Zu besichtigen in
der Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin. Der
Eintritt ist frei.
Mehr Barrierefreiheit im Neubau
Die Partei Bündnis 90/Die Grünen fordern Senator Geisel auf,
mehr für Barrierefreiheit im
Neubau zu tun. Wie bei einer
Anhörung im Bauausschuss
deutlich wurde, kann durch
geschickte Flächennutzung
kostenneutral gebaut werden,
so die Grünen. Sie kritisierten
Geisel zudem, dass er Studien
zu diesem Thema unter Verschluss halte.
Zeitgeschehen
2
Juni 2016 BBZ
Politik
Neues aus der Politik
Ein Universal-Dilettant redet über Inklusion
Von André Nowak
verschiedener Protestaktionen
von Behindertenorganisationen stand im Mittelpunkt der
Diskussion der Hauptmangel
dieses Gesetzes: Die Privatwirtschaft wird weiterhin nicht zur
Schaffung von Barrierefreiheit
verpflichtet. Dies führte dazu,
dass DIE LINKE und B90/ Die
Grünen einen Entschließungsbzw. Änderungsantrag namentlich abstimmen ließen,
die von der Koalition abgelehnt wurden. Zuvor fasste
Bundesministerin Andrea Nahles (SPD) ihre Arbeitsergebnisse zusammen: „Ich bin mit
dem zufrieden, was erreicht
worden ist – nicht, weil wir alle
Wünsche und Erwartungen
schon maximal umgesetzt haben, aber deswegen, weil es
voran geht.“ (Die Debatte und
die Bundestagsdrucksachen
finden Sie unter www.berlinerbehindertenzeitung.de.)
Mit fast 500 Gästen fand am
11. Mai der Jahresempfang der
Bundesbehindertenbeauftragten Verena Bentele, diesmal in
der Berliner Landesvertretung
Nordrhein-Westfalens
statt.
Gemeinsam feierten Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus
der Behindertenpolitik, den
Selbstvertretungsorganisationen, Vereinen, der Wirtschaft
und der Bundespolitik. Die
bestimmenden Themen des
Abends waren natürlich das
Bundesteilhabegesetz und das
Behindertengleichstellungsrecht – sowohl bei dem Empfang als auch bei der gleichzeitigen Ankett-Aktion am Ufer
des Reichstagsgebäudes. Zu
Ehrengäste beim Empfang der Bundesbehindertenbeauftragten: Ulla Schmidt, Mitglied des BundestaBeginn stellte die Sprecherin
ges und Vorsitzende der Lebenshilfe, SPD-Vorsitzender und Vizekanzler Siegmar Gabriel, Gastgeberin
des deutschen BehindertenVerena Bentele und Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (von
rates Ulrike Mascher (VdK) delinks).
ren Kernforderungen an die
Politik vor (siehe Artikel Seite Das ist nicht mein Gesetz
dies noch 2016 passiert, ist Geschacher um Hilfen für
Heimkinder, die Unrecht und
5). Als Festredner trat Vizekanzehemalige Heimkinder
Leid in Jugendhilfeeinrichler, Bundeswirtschaftsminister So klang es vielstimmig aus offen.
Behindertenorganisatungen erleben mussten, als
und
SPD-Parteivorsitzender den
10.000, 9.000, 5.000, 7000, 8.000 Grundlage nehmen. Doch das
Sigmar Gabriel auf. In seiner tionen zu dem Referenten- BRK-Aktionsplan 2.0
oder am Ende 8.500 Euro? So scheint den verschiedenen AkRede bezeichnete er sich entwurf für das Bundesteilselbst als „Universal-Dilettant“ habegesetz (BTHG), welchen Rund 350 Seiten umfasst der sehen laut kobinet-Redakteur teuren (Bund, Länder und Kirund belegte seine fehlende die Bundesregierung am 26. Referentenentwurf für einen Ottmar Miles-Paul die Zahlen chen) zu teuer zu sein, meint
Kompetenz auf behinderten- April vorlegte. Die Debatte Nationalen Aktionsplan 2.0 aus, die im mittlerweile äu- Ottmar Miles-Paul.
politischem Gebiet auch sehr über das BTHG wurde in der der Bundesregierung zur der ßerst unwürdigen Geschacher
überzeugend. Es schien seine letzten BBZ ausführlich wie- UN-Behindertenrechtskon- in Sachen Anerkennung und Bildung inklusiv
erste Rede zu diesem Thema dergegeben und war auch im vention. Immerhin sind dies- Hilfe ehemaliger Heimkinder
und vor solch einem Perso- Bundestag mehrfach Diskus- mal alle Bundesministerien in Behinderteneichrichtungen Mit einem Antrag „Inklusive
nenkreis zu sein und er hin- sionsgegenstand, u.a. durch mit eigenen Aktivitäten dabei. und Psychiatrien hin- und her- Bildung für alle – Ausbau inkluterließ bei vielen Teilnehmern die Fragen der Abgeordneten Inwieweit die vorgeschlage- geschoben werden. Und ein siver Schulen fördern“ sowie
Ratlosigkeit,
Kopfschütteln der LINKEN, Katrin Werner, in nen Prüfaufträge, Maßnah- Ende des Geschachers scheint einem Antrag „Inklusive Bilund entsetzte Blicke. Nicht nur der Fragestunde am 11. Mai. men und Vorhaben wirklich immer noch nicht in Sicht, ob- dung für alle – Ausbau inklusizur Verbesserung der wohl schon viele der Betrof- ver Bildung in der beruflichen
der Autor dieses BeitraLebens- und Teilha- fenen mittlerweile gestorben Bildung umsetzen“ möchte
ges versteht jetzt etwas Siegmar Gabriel bezeichnete sich selbst als
besser, warum Verena „Universal-Diletant“ und trat zugleich den Beweis bebedingungen für sind. Das wurde auch bei den DIE LINKE die inklusive Bildung
an.
Menschen mit Behin- Fragen der Abgeordneten der in Bund und Ländern voranBentele, gutwillige Miderungen beitragen Grünen, Corinna Rüffer, in der bringen. Zu den Vorschlägen
nisterinnen und andere
und auch im Geist und Fragestunde im Bundestag am gehören ein InvestitionsproSpitzenpolitiker in dieBuchstaben der BRK 11. Mai deutlich.
gramm und die Aufhebung
ser
Bundesregierung
entsprechen, wird genicht mehr in der BehinFür die Betroffenen, die des grundgesetzlichen Verbots
genwärtig u.a. in den leidvolle und entwürdigende der Bildungszusammenarbeit
dertenpolitik erreichen
Behindertenverbän- Erfahrungen als Kinder und Ju- zwischen Bund und Ländern.
können.
den geprüft.
gendliche in BehinderteneinBehindertengleichrichtungen und Psychiatrien Berliner Abgeordnetenhaus
Arbeit für Menschen
stellungsgesetz
machen mussten, ist das nicht in Kürze
mit Behinderung
beschlossen
nur schwer nachzuvollziehen,
sondern auch äußerst entwür- Gleich drei Anfragen stellte
Am 28. April diskutier- digend. Und dabei wäre es die Abgeordnete Elke BreitenAm 12. Mai beschloss
te der Bundestag auf doch ganz einfach, finden vie- bach (DIE LINKE) zur Situation
der Bundestag mit den
Grundlage eines An- le der ehemaligen Heimkinder. von geflüchteten Menschen
Stimmen von CDU / CSU
trages der LINKEN aus Man könnte einfach die Be- mit Behinderungen in Berlin.
und SPD gegen die
Stimmen von B90/ Die Grü- Ende Mai kommt es zur An- dem Jahr 2015 über das The- träge nehmen, die ehemalige Dabei ging es um die Schwernen bei Stimmenthaltung von hörung der Verbände und der ma „Arbeit für Menschen mit
den LINKEN und dem CDU- Bundesländer, danach will die Behinderung“. Mit sehr faden- a n z e i g e
Abgeordneten Hubert Hüppe Bundesregierung den Gesetz- scheinigen Argumenten wurdas Gesetz zur Weiterentwick- entwurf beschließen und ihn de der Antrag von CDU / CSU
lung des Behindertengleich- dem Bundestag zur Beratung und SPD abgelehnt.
stellungsgesetzes (BGG). Dank überweisen. Ob und wann
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punkte „Wohnen“, „Versorgung“
und
„Informationszugang“.
Hinsichtlich der Belange dieser
Menschen gibt es nach den
Antworten des Senates noch
viel Unwissenheit und noch
viel zu tun. Die vollständigen
Antworten des Staatssekretärs
Gerstle (CDU) stehen auf der
Homepage der BBZ.
Lesenswert auch die Anfrage der Abgeordneten Breitenbach zum Persönlichen
Budget für Menschen mit
Behinderung. Mit rund 200
Personen, die das Persönliche
Budget in Anspruch nehmen,
verharrt Berlin seit Jahren auf
einem sehr niedrigen Niveau.
Mit einem Antrag „Barrierefreie Wege ins ehrenamtliche
Engagement ebnen“ fordert
die Piratenfraktion vom Senat, die Zugänglichkeit zu
ehrenamtlicher Tätigkeit zu
erleichtern und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es
Menschen mit Behinderung
ermöglichen, sich barrierefrei
über ehrenamtliche Tätigkeiten zu informieren, Beratung in
Anspruch zu nehmen und eine
ehrenamtliche Tätigkeit aufzunehmen.
Auf der Suche nach barrierefreien Taxis
Mit den Stimmen aller Fraktionen empfiehlt der Ausschuss
für Bauen, Wohnen und Verkehr zum Antrag der Fraktion
B 90/Die Grünen Drucksache
„Barrierefreies Taxi in Berlin etablieren“, den Antrag in folgender Fassung anzunehmen: „Der
Senat wird aufgefordert zu
prüfen, unter welchen technischen, administrativen, finanziellen und sozialen Rahmenbedingungen eine nachhaltige
Einführung von barrierefreien
Taxen in Berlin entwickelt
werden kann. Hierbei sind die
Taxi-, Behinderten- und Sozialverbände einzubeziehen. Dem
Abgeordnetenhaus ist bis zum
31. August 2016 zu berichten.“
Es wird also weiter geprüft!
Seite 3
BBZ Juni 2016
3
Wohnen
Wohnheime für Menschen mit Behinderungen
Eine kritische Analyse des Berliner Systems
„Projekt Wohnheime“, „Umstellungsbegutachtung“, „Hammerschick Projekt“. Diese Begriffe werden derzeit in der Behindertenhilfe im Bereich der Wohnheime für Menschen mit
Behinderung diskutiert. Was aber verbirgt sich hinter ihnen?
Welche Bedeutung haben sie für die betroffenen Menschen
und wie geriet die mitunter auffällige Emotionalität in die
derzeitige Debatte?
Von Regina Schödl
In 2006 verabredeten die Verbände mit dem Land Berlin ein
Projekt, das die Neukalkulation
der Vergütungen bei (unterstellter) gleicher Leistung vorsah. Damals bestehende große Preisdifferenzen zwischen
einzelnen Angeboten waren
nicht erklärbar.
Das „Hammerschick Projekt“
(2007-2009) unter Federführung von Jochen Hammerschick verfolgte daher den
Abbau der Spreizung bei den
Vergütungen.
So kam es zu der Entwicklung eines Soll-Konzeptes
„Wohnen“ und „Tagesstruktur“
mit Unterlegung von Zeitwerten auf Basis von Zeitaufschrieben in 2007 bei 1.007 von 2.755
in das Projekt eingebundenen
Bewohner an sieben Werktagen. Die dokumentierten Zeiten nutzte Hammerschick als
Datenbasis und leitete aus den
bis dato bestehenden fünf Hilfebedarfsgruppen sechs Leistungsgruppen ab.
Unabhängig von den Hammerschickstudien und auf Initiative des Landes Berlin im
Frühjahr 2010, verständigten
sich Land und Verbände noch
im laufenden Jahr eine Umstellungsbegutachtung aller
Bewohner der Wohnheimen
durchzuführen und damit die
aktuelle
Hilfebedarfsgruppensystematik nach dem
H.M.B.-W-Verfahren mit fünf
Hilfebedarfsgruppen in ein
H.M.B.-W.-Verfahren mit sechs
Leistungsgruppen überzuleiten. Beim H.M.B.-W-Verfahren
handelt es sich um ein in den
1990iger Jahren vom „Zentrum
zur interdisziplinären Erforschung der Lebenswelten behinderter Menschen (Z.I.E.L.)“
in Tübingen entwickeltes Hilfebedarfsfeststellungsverfahren
für Menschen mit Behinderung im Lebensbereich „Wohnen“. Die Abkürzung steht für
„Hilfebedarf von Menschen
mit Behinderung – Wohnen“.
Die Beauftragung eines
externen Gutachters war vorgesehen.Auf die EU-weite
Ausschreibung folgte lediglich
eine Bewerbung der Bietergemeinschaft, bestehend aus
der ISG Institut für Sozialforanzeige
schung und Gesellschaftspolitik GmbH, Transfer – Unternehmen für soziale Innovation
(Inhaber: Herr Schmitt-Schäfer)
sowie Prof. Erik Weber (Universität Koblenz-Landau).
Die
Umstellungsbegutachtung aller mittlerweile
rund 3.200 Bewohner erfolgte
durch Herrn Schmitt-Schäfer
und in der Mehrzahl durch angelernte Studenten aus dem
Bundesgebiet innerhalb nur
weniger Wochen im Jahr 2010.
Vorab wurde ein „Leitfaden zur
Anwendung des H.M.B.-WVerfahrens“ entwickelt. Dieser
gibt vor, wie die Begutachtung
durchgeführt werden soll und
nach welchen Kriterien Hilfebedarfe erhoben werden. Die
Begutachtung mit Hilfe des
„Schmitt-Schäfer-Leitfadens“
wurde mit den Verbänden
nicht diskutiert und ist umstritten. Um der höchsten Hilfebedarfskategorie zugeordnet
zu werden, müssen die Bewohner nach dem „SchmittSchäfer-Leitfaden“ sogenannte
„S.M.A.R.T Kriterien“ erfüllen.
S.M.A.R.T. ist ein Akronym
für „spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert“ und
dient z. B. im Projektmanagement, aber auch im Rahmen
der Führung Mitarbeitender
und in der Personalentwicklung, als Kriterium zur eindeutigen Definition von Zielen im
Rahmen einer Zielvereinbarung.
Dies auf schwerst-mehrfachbehinderte
Menschen
und Menschen mit Komorbidität anzuwenden ist nicht
möglich, weil die Anwendung
der S.M.A.R.T.-Kriterien bezogen auf die Bedarfe diese
Menschen (Menschen mit
schwerstmehrfach Behinderungen, mit Doppeldiagnosen, etc.) unterkomplex ist, d.
h. diese Bedarfe sind mit Hilfe
von S.M.A.R.T-Kriterien nicht
abbildbar.
Die Beauftragung der Bietergemeinschaft sowie die
Umstellungsbegutachtung
mit Hilfe des „Schmitt-SchäferLeitfadens“ waren mit den
Verbänden nicht vereinbart.
Dessen ungeachtet und trotz
anhaltender Kritik der Verbände der freien Wohlfahrtspflege,
der Einrichtungsträger und
der Elternvereine, wurde die
Interessen der verschiedenen
Beteiligten und betroffenen
benachteiligten
Menschen
vertreten und schlägt folgendes Vorgehen vor:
Bereits im Jahr 2010 verwies BBZ-Autor Siegurd Seifert in einem Artikel in der Berliner Zeitung nach
einem Gespräch mit dem Namensgeber der Hammerschick-Begutachtung auf die Ecken und Kanten
dieser Methode hin.
Umstellungsbegutachtung
aller
Wohnheimbewohner
anhand des vorgegebenen
„Schmitt-Schäfer Leitfadens“
durchgeführt und die Umstellung der Wohnheime in 2011
auf das neue System mit den
Leistungstypen „Wohnen“ und
„Tagesstruktur“ vollzogen.
Die befürchtete Benachteiligung schwerst-mehrfachbehinderter Menschen und
Menschen mit Komorbidität
aufgrund der Begutachtung
nach dem H.M.B.-W.-Verfahren
mit Hilfe des „Schmitt-SchäferLeitfadens“ trat ein. Es folgte
eine überdurchschnittlich starke Absenkung der Hilfebedarfe
von der Hilfebedarfskategorie
D nach C. Dieser bis heute anhaltende Missstand wird von
den Verbänden stark kritisiert.
Durchführung der Konvergenzphase I
Die Einrichtungsträger erhielten mit Wirkung vom
01.05.2011 neue Vertragsangebote, die auf deren einzelvertraglich vereinbarten Betreuungs- oder Leistungszeiten
basierten.In 2012 und 2013
wurde schließlich die erste
Konvergenzphase gemäß Beschluss 02/2011 der Ko 75 umgesetzt. Das Kürzel Ko 75 steht
für die Berliner Vertragskommission für Soziales. Dieser sah
die schrittweise Anpassung
auf die rahmenvertraglichen
Soll-Leistungszeiten bei den
Einrichtungsträgern vor.Das
Hammerschick-Modell führte
damit zu „Verlierern“ und „Gewinnern“. Die Leistungszeiten,
die den „Verlierern“ gekürzt
wurden, erhielten die „Gewinner“.
Dieser Prozess war von
Protest der Elternvereine begleitet. Unterstützt vom Paritätischen Berlin, vereinbarten
diese in 2011 mit dem Land
Berlin eine Evaluation der
Hammerschickstudien,
der
Hilfebedarfsermittlung unter
Anwendung des „SchmittSchäfer-Leitfadens“, der internen und externen Tagesstruktur und weiterer Themen. Dies
war Bedingung der Verbände
der Freien Wohlfahrtspflege
für ihre Zustimmung zur ersten Konvergenzphase.Ziel der
Evaluation war die Überprüfung der Nachhaltigkeit und
Angemessenheit des Systems
anhand inhaltlich-fachlicher,
finanzieller und verfahrenstechnischer
Komponenten.
Die Gesellschaft für Beratung
Bildung und Innovation (BBI
GmbH) wurde nach einem nationalen Vergabeverfahren beauftragt, die Evaluation in 2013
durchzuführen.Infolge
der
eindeutigen Ergebnisse der
Evaluation sollte die in 2014
ausgesetzte Konvergenzphase II, wie zwischen dem Land
Berlin und den Verbänden der
Freien Wohlfahrtspflege per
Beschluss 2/2011 vereinbart,
erst nach Bearbeitung aller
sechzehn Empfehlungen der
BBI fortgesetzt werden.
Einseitige Fortsetzung der
Konvergenzphase II
Trotz anderslautender Beschlusslage setzte die Senatsverwaltung einseitig die 2.
Phase der Konvergenz zu Beginn 2016 fort. Weshalb wurde
jedoch vor Umsetzung der 2.
Konvergenzphase eine Evaluation in Auftrag gegeben,
wenn die Ergebnisse dieser
eigens durch das Land Berlin
in Auftrag gegebenen Evaluation des Hammerschick Projektes derzeit komplett außer
Acht gelassen werden? Diese
Frage muss gestellt werden,
insbesondere vor dem Hintergrund des Beschlusses 2/2011
unter Punkt 3b Teil II der Ko
75:„Weitere einrichtungs- –
bzw. trägerbezogene Konvergenzverträge werden für
den Vereinbarungszeitraum
1.1.2014-31.12.2017 auf der
Grundlage der Erkenntnisse
aus der Evaluation geschlossen.“
Zusammenfassende Bewertung
Die Entwicklung in Berlin geht
in die falsche Richtung und
verleugnet Art. 19 der UN-BRK.
Menschen mit Behinderungen
haben demnach „…ein Recht
auf unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die
Gemeinschaft (…) und sollen (…) gleichberechtigt die
Möglichkeit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu
entscheiden, wo und mit wem
sie leben.“
Berlin verfügt über ein bewährtes Hilfesystem, das es zu
erhalten gilt. Die gemeinsame
Bearbeitung und Einigung
über offene Fragen würde dies
ermöglichen und ist dringend
erforderlich.Bisher ist jedoch
das Gegenteil der Fall. Seit
zwei Jahren werden die Evaluationsergebnisse nicht bearbeitet, das Vorgehen ist für die
Spitzenverbände, Träger und
Angehörige intransparent und
nicht nachvollziehbar.
Der Paritätische möchte die
1. Beginn bzw. Intensivierung
der Bearbeitung der Evaluationsergebnisse durch die
entsprechenden Gremien
der Ko 75 und anderer verantwortlicher Gremien;
2. Einigung auf eine verbindliche Zeitplanung, die die
abschließende Bearbeitung
aller offenen Fragen bis Ende
2016 vorsieht;
3. Bei Bedarf Einbeziehung
externer Ressourcen im
Auftrag und Steuerung der
Gremien zur Prozessbeschleunigung;
4. Erhalt von bewährten Strukturen im Versorgungssystem
z.B. durch Berücksichtigung
der Festlegung in Beschluss
2/2011.
Letztendlich geht es um
die Interessen von durch Behinderung
benachteiligter
Menschen, die ein Recht auf
adäquate Betreuung haben.
Intention des Paritätischen ist
es daher, die Verständigung
über
Realisierungsmöglichkeiten zu konkretisieren und
natürlich ebenso konkrete Lösungen für die Einrichtungen
zu finden, denen im Zuge der
beabsichtigten Optimierung
der Behindertenhilfe die Möglichkeit genommen wird, ihr
bewährtes Angebot für die Betroffenen aufrecht zu erhalten.
Anmerkung der Redaktion: Dies
ist eine Kurzversion des Artikels.
In voller Länge ist dieser auf unserer Internetseite nachlesbar.
Zur Person
Regina Schödl ist Referentin
für Soziales / SGB XII beim
Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband
Berlin e.V.
Juni 2016 BBZ
Zeitgeschehen
4
Berlin
Berliner Behindertenverband e.V.
Für Selbstbestimmung und Würde
UN-BRK-Ballons heben ab
Auszeichnung für die Umsetzung der UN-BRK in Berlin
Einladung
zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2016
und dem BBV-Forum des Berliner Behindertenverbandes (BBV)
namens des BBV-Vorstands lade ich Sie hiermit ganz herzlich und fristgemäß zu unserer
diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung ein:
Datum: Samstag, den 18.06.2014
Zeit:
11:00 bis 15:00 Uhr
Ort:
Bezirksamt Mitte, BVV-Saal, 1. Etage
Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin
Mitgliederversammlung 2016
Vorläufige Tagesordnung:
UN-BRK-Ballons (hintere Reihe, v.l.n.r.): Petra Mach (BBV), Christian Paulus, Burgunde Grosse (SPD-Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik), Birgit Monteiro, Raeh Saleh, Rainer-Michael Lehmann. Vordere Reihe: Dominik Peter (BBV), Johanna Fabian (BBV), Fred Kutzner (BBV) und Doris Heisel-Adam (Cocas Berlin e.V.).
11.-12.00 Uhr:
1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes mit anschließender
Diskussion
2. Satzungsänderungen
12.00 - 12.30
3. Vortrag des Landesbehindertenbeautragten Dr. Jürgen Schneider
(mit anschließender Diskussion)
12.30 - 13.00 Pause
Von Dominik Peter
Mit einer bunten LuftballonAktion wurden heute die Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg, Birgit Monteiro (SPD),
Raed Saleh (SPD-Fraktionsvorsitzender im Berliner Abgeordnetenhaus), Rainer-Michael
Lehmann (Ansprechpartner
für behinderte Mensch der
SPD-Fraktion) und Christian
Paulus (Referent, SPD-Kandidat
im Wahlkreis 4 Berlin-Lichtenberg) ausgezeichnet.
Das Bündnis aus Cocas e.V.,
der Berliner Behindertenverband e.V. und die Berliner Behindertenzeitung
zeichnen
nunmehr jährlich Berliner Persönlichkeiten aus, die sich für
die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UNBRK) verdient gemacht haben.
„Die Berliner SPD-Fraktion hatte sich im Abgeordnetenhaus
für das automatische Kneeling
und gegen das umstrittene
„Bedarfsknelling“ einstimmig
entschieden, obwohl der Senat dies aus Kostengründen
wollte und sich der damalige
Senator Michael Müller vehement dafür einsetzte, blieb
die SPD-Fraktion hart. Dies hat
unseren Respekt verdient und
dies wollen wir rückblickend
heute würdigen“, so Dominik
Peter (Vorsitzender des Berliner Behindertenverbandes).
Bezirksbürgermeistern Birgit Monteiro strich hervor,
dass es für sie eine Selbstverständlichkeit ist, die Belange
von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen zu
berücksichtigen. Sie verwies
darauf, dass sie in der SPDFraktion hierfür „immer große
Unterstützung erfahren habe,
was früher anscheinend nicht
selbstverständlich war“. Jetzt
als Bezirksbürgermeisterin ist
es für sie wichtig, „diese Erfahrungen auch im Bezirk Lichtenberg umzusetzen,“ so Monteiro.
Raed Saleh strich heraus,
dass es wichtig ist, Politik nah
an den Bedürfnissen der Berliner zu machen. „Eines dieser
Bedürfnisse und Wünsche
der Berliner Behindertenbewegung ist derzeitig die Einführung der sogenannten
Inklusionstaxen (barrierefreie
Taxen). Er verweist auf bereits
stattgefundene Gespräche mit
der Taxi-Innung und er ist „sich
sicher, dass wir hier eine gute
Lösung für Berlin finden werden. Vielleicht nicht mehr in
dieser Legislatur, aber sicherlich in der kommenden Legislaturperiode“.
Das Bündnis wird nunmehr
jährlich im Mai bunte UN-BRKBallons verleihen. „Es behält
sich aber auch vor, schwarze
UN-BRK-Ballons zukünftig zu
verleihen. Diese gehen dann
an Persönlichkeiten, die gegen
die Umsetzung der UN-BRK
handeln bzw. diese blockieren,
so Petra Mach (stellv. BBV-Vorsitzende).
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Dach und ein
starker Partner
BBV-Forum: „Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 18. 09.16“
13.00 - 15.00
Podiumsdiskussion mit den behindertenpolitischen Sprechern/
innen:
Rainer-Michael Lehmann (SPD)
Joachim Krüger (CDU),
Jasenka Villbrandt (Bündnis 90/Die Grünen)
Elke Breitenbach (Die Linke)
Alexander Spies (Piraten).
Mitgliederversammlung und BBV-Forum sind öffentliche Veranstaltungen. Sie können also herzlich gerne Freunde und Bekannte einladen oder mitbringen. Nutzen Sie die Möglichkeit, mit den
Politikern über Probleme und Ihre Anliegen zu diskutieren.
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Zeitgeschehen
BBZ Juni 2016
5
Kritik am Entwurf
Diese Forderungen sind unabdingbar!
Klare Worte vom Deutschen Behindertenrat und dem Paritätischen Gesamtverband zum Bundesteilhabegesetz
BBZ/DPE Zum vorgelegten Referentenentwurf eines Bundesteilhabegesetz (BTHG) vom 26. April 2016 legten unter
anderem der Deutsche Behindertenrat (inklusive des Allgemeinen Behindertenverbands in Deutschland) und der Paritätische Gesamtverband sechs Kernforderungen vor. Diese
geben wir auszugsweise wieder, damit Leser nachvollziehen
können, was das neue Gesetz nicht umsetzt und an welchen
Stellen Rückschritte zu erwarten sind.
1 Wir fordern, für mehr
Selbstbestimmung
die
Wunsch- und Wahlrechte
von Menschen mit Behinderungen zu stärken und nicht
einzuschränken
Auch für Menschen mit Behinderungen gilt das Recht,
selbst zu entscheiden, wo,
wie und mit wem sie wohnen und leben möchten.
Leistungen gegen den Willen der Betroffenen im Sinne
von „Zwangspoolen“ nur gemeinschaftlich zu gewähren,
lehnen wir daher strikt ab.
Außerdem darf kein Druck
oder finanzieller Anreiz entstehen, Menschen vorrangig
in Einrichtungen zu bringen – auch nicht mittelbar,
indem z. B. bestimmte Angebote nicht zur Verfügung
stehen oder nicht finanziert
werden.
Das neue Gesetz stärkt die
Wunsch- und Wahlrechte nicht, sondern schreibt
defizitäre Regelungen der
Sozialhilfe fort. Beim Wohnen, insbesondere in der
eigenen Wohnung, darf es
keine Verschlechterungen
geben.
2 Wir fordern, Einkommen
und Vermögen nicht
mehr heranzuziehen
Behinderung darf nicht arm
machen. Auch bei im Laufe des Lebens erworbenen
Behinderungen dürfen die
Menschen nicht zu einem
Leben in Armut gezwungen
werden, wenn sie wegen
ihrer Behinderung Leis-
tungen zur Unterstützung
bekommen, insbesondere
Eingliederungshilfe,
Hilfe
zur Pflege und Blindenhilfe. Deshalb fordern wir
im Sinne eines Nachteilsausgleichs den Verzicht
auf die Einkommens- und
Vermögensheranziehung.
Die aktuelle Regelung, wonach Familien/Ehepartner
mit ihrem Einkommen mit
herangezogen
werden,
muss aufgehoben werden.
Menschen mit Behinderungen, die in Einrichtungen gemeinschaftlich leben, muss
weiterhin ein Geldbetrag zur
persönlichen Verfügung verbleiben.
3 Wir sagen NEIN zu
Leistungskürzungen und
-einschränkungen
Das BTHGmuss Leistungen verbessern und darf
nicht Personenkreise ausschließen oder Leistungen
einschränken.
Viele bisher Anspruchsberechtigte drohen aus dem
System zu fallen, wenn
künftig ein umfassender
Unterstützungsbedarf in 5
von 9 Lebensbereichen bestehen muss.
Es drohen Einschränkungen
bei der Teilhabe in Bereichen
wie Freizeit, Kultur und Ehrenamt, bei gesundheitsbezogenen
Teilhabeleistungen, Hilfsmittelversorgung,
bei Bildung und Mobilität.
Dazu darf es nicht kommen.
4 Wir fordern ein Verfahrensrecht, das Leistungen
zügig, abgestimmt und wie
aus einer Hand für Betroffene
ermöglicht und nicht hinter
erreichte SGB IX-Gesetzesstandards zurückfällt
Der Zugang zu Leistungen der Rehabilitation
und Teilhabe muss für alle
Menschen in allen Lebenslagen ermöglicht werden. Daran müssen alle
Rehabilitationsträger abgestimmt mitwirken. Die Eingliederungshilfe muss sich
hier einpassen und denselben Verfahrensregelungen
folgen. Die durch das SGB IX
bereits erzielten Fortschritte
sind zu bewahren und auszubauen.
Zugang, Umfang und Inhalt
der Teilhabeleistungen sind
für alle Rehabilitationsträger
auf einheitlich hohem qualitativen Niveau zu garantieren.
- Die geplante Trennung von
existenzsichernden Leistungen und Teilhabeleistungen
darf nicht zu Leistungslücken
zulasten der behinderten
Menschen führen. Kosten der
Unterkunft und des Lebensunterhalts sind weiter umfassend
zu finanzieren.
5 Wir fordern mehr Teilhabeund Wahlmöglichkeiten im
Arbeitsleben
Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf
Teilhabe. Dieses Recht gilt
bundesweit für alle behinderten Menschen. Notwendige
Unterstützungsleistungen
müssen bundesweit einheitlich gemäß Grundgesetz
gewährleistet sein, um einheitliche Lebensverhältnisse
zu sichern. Es darf nicht vom
Bundesland abhängen, ob
und wie Leistungen gewährt
werden. Eine Regionalisierung
der Eingliederungshilfe ist
strikt abzulehnen. Kritisch sind
Öffnungsklauseln, mit denen
ein Bundesland einzelne Leistungen oder auch Zugang,
Umfang und Qualität reduzieren könnte.
- Damit mehr schwerbehinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt Beschäftigungschancen
erhalten, muss die Ausgleichsabgabe für Unternehmen, die
trotz Gesetzespflicht keinen
einzigen schwerbehinderten
Menschen beschäftigen, deutlich angehoben werden. 320
Euro im Monat setzen hier zu
wenig.
6 Wir fordern, Betroffenenrechte nicht indirekt, z. B.
über schlechte finanzielle und
vertragliche Rahmenbedingungen für Anbieter, zu beschneiden.
Berufliche Perspektiven für Menschen mit Behinderung
In den letzten 15 Jahren nahmen in Deutschland psychische
Erkrankungen um mehr als 80 Prozent zu. Depression und
Angsterkrankungen drohen zu Volkskrankheiten am Arbeitsplatz zu werden. Einigen dieser erkrankten Menschen
ist es nicht mehr möglich, auf ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Die Union Sozialer Einrichtungen (USE) gGmbH bietet ihnen sinnvolle Alternativen, dennoch am Arbeitsleben
teilzuhaben.
Von Ursula Laumann
Als die USE 1995 startete, beschäftigte sie 120 Menschen
mit einer psychischen Erkrankung oder Behinderung. Heute
sind es 950 Menschen, die an
sechs Standorten und vielen
Außenstellen der Werkstatt für
behinderte Menschen (WfbM)
in Berlin und Brandenburg tätig sind. Diese Zahlen zeigen
nicht nur eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung sondern leider auch, dass trotz des
anhaltenden wirtschaftlichen
Aufschwungs in Deutschland
behinderte und benachteiligte Menschen weiterhin kaum
eine Chance auf den ersten
Arbeitsmarkt haben. Dabei ist
längst erwiesen, welch stabilisierende und gesundheitsfördernde Wirkung Arbeit hat gerade für psychisch erkrankte
und benachteiligte Menschen.
Diese Erfahrung macht die
USE Tag für Tag in der beruflichen Rehabilitation. Ausgerichtet an den Wünschen und
Bedürfnissen der Menschen
mit Behinderung hat sie in
den vergangenen 21 Jahren
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Das Pflegenetzwerk in Berlin-Spandau
Mitten im
Leben leben
immer mehr Berufsfelder dazu
genommen. Heute können die
behinderten Menschen aus
über 25 wählen. 1995 gestartet mit klassischen Gewerken
wie Tischlerei, Schneiderei und
Druckerei zählen heute auch
Bereiche wie Bootsbau, Tierpflege und Mediengestaltung
zum Angebot.
Nach einem dreimonatigen
Eingangsverfahren wechseln
die Menschen mit Behinderung in den zweijährigen Berufsbildungsbereich, der sich
bei der USE stark an der dualen
Ausbildung orientiert. Dass
heißt, ein Beschäftigter bekommt in diesen zwei Jahren
– ausgerichtet an seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten die wesentlichen Inhalte einer
Ausbildung vermittelt. Leider
schließt der Berufsbildungsbereich den Besuch einer Berufsschule noch immer nicht ein.
Es gelingt nur einem Bruchteil
dieser Menschen, einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu gewinnen. Deswegen haben sie danach die
Möglichkeit, in den Arbeitsbereich der WfbM zu wechseln.
Um die WfbM herum entstanden bei der USE zudem
weitere interessante Angebote für behinderte Menschen.
Mit niedrigschwelligen Angeboten ermöglicht man erste
Schritte zurück in die Struktur
der Arbeitswelt bzw. den Beschäftigungsmarkt, z.B. über
die Arbeitstherapie. Mit der
Unterstützten Beschäftigung,
einem Coaching-Modell, werden arbeitslose Menschen mit
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Berufsbegleitung berät sowohl
anerkannt schwerbehinderte Menschen als auch deren
Arbeitgeber zu Fragen der Finanzierung und Ausstattung
des Arbeitsplatzes bis hin zum
Kündigungsschutz.
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das umfangreiche berufliche
Bildungs- wie Arbeitsperspektiven für psychisch behinderte
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Donnerstag, Freitag 11.00 – 19.00 Uhr
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Wahlen Berlin 2016
6
Juni 2016 BBZ
Erfolgreicher Protesttag
©BBZ
© BBZ
© BBZ
Rund 5.000 Menschen protestierten und setzten sich für Menschen mit Behinderungen ein. Die BBZ zeigt die schönsten und buntesten Bilder vom Protesttag.
An der Veranstaltungen nahmen unter anderem
folgende Persönlichkeiten teil (Auswahl)
Behindertenbewegung:
© BBZ
Raoul Krauthausen (Sozialhelden), Dr. Sigrid Arnade (Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben), Dr. Ilja Seifert (Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland) und Dominik
Peter (Berliner Behindertenverband), Jens Merkel (Nitsa) und
Helmut Vogel (Deutscher Gehörlosen-Bund).
Politik:
Verena Bentele (Beauftragte des Bundes für die Belange behinderter Menschen), Corinna Rüffer (Bundestagsfraktion
Bündnis 90/Die Grüne), Katrin Werner (Bundestagsfraktion
Die Linke), Kerstin Tack (Bundestagsfraktion SPD). Vom Berliner Abgeordnetenhaus waren folgende Abgeordnete dabei:
Rainer-Michael Lehmann (SPD), Jasenka Villbrandt (Bündnis
90/Die Grünen), Elke Breitenbach (Die Linke), Regina Kittler
(Die Linke) und Alexander Spieß (Piraten).
Verbände:
©BBZ
© BBZ
Dr. Ulrich Schneider (Geschäftsführer Paritätischer Gesamtverband), Ulrike Pohl (Parität - Landesverband Berlin, siehe Foto
links) und Ursula Engelen-Kefer (SoVd).
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Wahlen Berlin 2016
7
© Andi Weiland | andiweiland.de
BBZ Juni 2016
Danksagung
©BBZ
© Andi Weiland | andiweiland.de
„Dies alles wäre nicht möglich gewesen, wenn wir
nicht viele Unterstützer
gehabt hätten. Die Organisation und die Durchführung des Protesttags verschlang rund 40.000 Euro.
Der größte Teil des Geldes
wurde durch Spenden aufgebracht, wofür wir uns
herzlich bedanken“, so Petra Mach (stellv. Vorsitzende
des Berliner Behindertenverbandes). Einige Spender
stellen wir vor:
Aktion Mensch
Mechthild Rawert (SPDBundestagsabgeordnete)
Klaus Mindrup (SPD-Bundestagsabgeordneter)
Stefan Liebig (Bundestagsabgeordneter
Die
Linke)
BioMarkt Roland Geist
wheels4wheels PlegiCar
Sharing
Stiftung zur Förderung
der Inklusion durch Mobilität (IDM)
Parität - Landesverband
Berlin
Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
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Am Rande des Protesttags
waren fleissige Fotografen
und Interviewer im Rahmen unserer diesjährigen
Medienwerkstatt
unterwegs. Unser InterviewTeam fing vorallem O-Töne
von Politikern ein. Die
Interviews
behandelten
Themen wie das „Bundesteilhabegesetz“, „Eindrücke
über den Protesttag“ und
die „Novellierung der Berliner Bauordnung“. Die Interviews sind sowohl auf
der Internetseite des Berliner Behindertenverbands
(www.bbv-ev.de) als auch
auf der Seite der Berliner
Behindertenzeitung (www.
berliner-behindertenzeitung.de). Wir danken der
Aktion Mensch für die Unterstützung der Medienwerkstatt.
© Siegurd Seifert
BBZ fragt nach
Politiker antworten
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Vision Bakery: Herzlichen
Dank auch an die Spender,
die auf Vision Bakery gespendet und dadurch Oliver Straub die Teilnahme an
der Demo ermöglicht haben. Dies waren: Inga Link
(Den Haag), Simone Ahrens
(Berlin), Markus Walloschek
(Erfurt), Matthias Matanovic
(Frankfurt am Main), Sophie
Nicole Görgen (Schwerin),
Marion Vetter (Herford),
Oliver Haag (Berlin), Dennis
Bennecke (Hannover), Ralf
Westhoff (Oelde) und Wolfram Schimke (Berlin).
© Marco Strauß
©BBZ
Und weitere Spender, die
nicht genannt werden
möchten!
Wahlen Berlin 2016
8
Juni 2016 BBZ
Wie sieht es für behinderte Menschen in den Bezirken aus? Die BBZ fragte die Bürgermeister
FriedrichshainKreuzberg
Monika Herrmann
Monika Hermann wurde 1964
in Berlin geboren und studierte Politische Wissenschaften an
der FU Berlin. Von 1981-1991
Teamerin für Jugendreisen
und von 1990-2006 Mitarbeiterin im Bezirksamt Kreuzberg
bzw. Friedrichshain-Kreuzberg
in unterschiedlichsten Bereichen wie Frauenbeauftragte,
Pressestelle und Sonderaufgaben. Von 2006-2011 Bezirksstadträtin der Abt. Jugend,
Familie und Schule und von
2011-2013
Bezirksstadträtin
der Abt. Familie, Gesundheit,
Kultur und Bildung. Seit dem
01.08.2013 ist sie Bezirksbürgermeisterin.
Was wurde seit der letzten
Wahl im Bezirk an behindertenpolitischen Maßnahmen
umgesetzt?
Generell ist anzumerken, dass
durch die UN-BRK das Interesse und die Sensibilität an
behinderungsrelevanten Themen in allen Abteilungen des
Bezirksamtes und den politischen Gremien des Bezirkes
gestiegen ist. Die Bibliotheken
konnte in Kooperation mit der
Lebenshilfe ein Buchbestand
in leichter Sprache ins Leben
gerufen werden. Bibliotheksflyer wurden in leichter Sprache veröffentlicht. Im Bezirk
haben sich Initiativen gebildet,
die die Rechte von Menschen
mit Behinderungen unterstützen. Diese werden vom Bezirksamt unterstützt.
Gibt es in Ihrem Bezirk
einen Aktionsplan, der
Inklusion voranbringen soll
oder vergleichbares?
Mit dem Bericht „Zukunft der
Behindertenpolitik im Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg“
(2013) wurde der Ist- Stand
der Bemühungen des Bezirksamtes zur Umsetzung einer
aktiven
Behindertenpolitik
dokumentiert und die weiteren Aufgaben in der Umsetzung der UN-BRK formuliert.
In diesem Sinne stellt o.g.
Bericht einen Aktionsplan für
den Bezirk FriedrichshainKreuzberg dar.
Was sind die wichtigsten
behindertenpolitischen Vorhaben für Sie in der neuen
Legislaturperiode? Wofür
werden Sie sich einsetzen?
Aus meiner Sicht ist weiterhin
die Verankerung von Inklusion in allen Angeboten des
Bezirksamtes voranzutreiben.
Gleichzeitig muss über alle gesellschaftlichen Gremien das
Thema Inklusion, auch bei den
aktuellen Herausforderungen,
dauerhaft präsent sein und
diskutiert werden. Die Stärkung der verschiedenen Netzwerke ist Ziel der Arbeit des
Bezirksamtes.
Eine weitere große Aufgabe
stellt u.a. der barrierefreien
Umbau der bezirklichen Kitas
und Schulen dar.
Wo wurden im Bezirk in den
letzten Jahren Barrieren
beseitigt?
Der Bezirk setzt sich intensiv
für die Schaffung von Barrierefreiheit ein. Im Gebäude
Adalbertstr. des Jugendamtes
wurde ein Aufzug eingebaut.
Eine Kita in Friedrichshain
wurde komplett barrierefrei
umgebaut. Durch eine konstruktive
Zusammenarbeit
mit dem Nachbarschaftshaus
Urbanstraße und dem Tiefbauamt konnte der Hohenstaufenplatz barrierefrei zugänglich machen werden. Ein
Begegnungszentrum wird mit
bezirklichen Mitteln z.Zt. barrierefrei umgebaut.
Gibt es in Ihrem Bezirksamt
außer einem barrierefreien
Zugang und einem behindertengerechten WC auch
Serviceangebote für hörbehinderte Einwohner?
Sowohl auf der Startseite des
bezirklichen
Internetsauftritts als auch auf der Seite
der
Behindertenbeauftragten informieren Gebärdensprachvideos Menschen mit
Hörbehinderung. Gleichzeitig
wird in den Fachämtern mit
Publikumsverkehr regelmäßig
die Voraussetzungen zur Hinzunahme und Bezahlung von
Gebärdensprachmittlern kommuniziert. Momentan laufen
Gespräche mit dem Vermieter
unseres Rathauses zum Einbau
von Sprachansagen in allen
Aufzügen. Im Sozialamt wird
aktuell eine Inhouseschulung
zum Thema „Kommunikation
mit Menschen mit Hörbehinderungen“ durchgeführt.
Durch welche Parteienkonstellation wurden Sie zur
Bürgermeisterin gewählt
und wie war das Abstimmungsergebnis im Detail?
Herrmann erhielt in der Bezirksverordnetenversammlung
37 von 46 Stimmen (80,4 Prozent), wie die Grünen mitteilten. Drei Bezirksverordnete votierten mit Nein, sechs
enthielten sich.
Neukölln
Franziska Giffey
Spandau
Helmut Kleebank
Dr. Franziska Giffey wurde am
03. Mai 1978 in Frankfurt / Oder
geboren. Sie ist verheiratet und
hat einen Sohn. Frau Giffey ist
Diplom Verwaltungswirtin. Seit
2010 ist sie Bezirksstadträtin
und seit April 2015 Bezirksbürgermeisterin.
Helmut Kleebank, geboren
1964 in Berlin, legte am KantGymnasium Spandau das Abitur ab. Nach einer Ausbildung
zum Krankenpfleger begann
er 1990 das Lehramtsstudium
mit den Fächern Mathematik
und Physik. 2010 wurde Kleebank Schulleiter an der Spandauer Heinrich-Böll-Oberschule. Kleebank ist verheiratet und
Vater von fünf Kindern. Er ist
Mitglied in der Katholischen
Kirche, im Spandauer Gospelchor Magic of Gospel, in der
Tanzschule Broadway und bei
der Ruderunion Arkona.
Was wurde seit der letzten
Wahl im Bezirk an behindertenpolitischen Maßnahmen
umgesetzt?
Wo wurden im Bezirk in den
letzten Jahren Barrieren
beseitigt?
Die Arbeit der Bezirksverwaltung berücksichtigt die Forderungen der UN-BRK. Schulen
haben Konzepte zur Umset- Es gibt zahlreiche praktische
Beispiele
in
zung der InkluNeukölln,
so
siven Schule
im
entwickelt, beDie BBZ portrai- werden
Rahmen von
zirkliche Baum a ß n a h m e n tiert alle Bezirks- S a n i e r u n g s werden unter bürgermeister und m a ß n a h m e n
in öffentlichen
dem
Aspekt
der Barrierefrei- die Behinderten- Gebäuden alle
vorhandenen
heit umgesetzt.
politik in den
Möglichkeiten
Einen weiteren
Bezirken.
genutzt,
um
Schwerpunkt
Barrierefreiheit
bildet die Sensibilisierung von Unternehmen herzustellen. Im Rahmen der
gemeinsam mit der Arbeits- umfänglichen Sanierungsaragentur, um die Chancen von beiten in der Karl-Marx-Straße
Menschen mit Behinderung konnte das Straßenland unter
auf dem Arbeitsmarkt zu ver- Mitwirkung des Allgemeinen
Blinden- und Sehbehindertenbessern.
vereines und der Behindertenbeauftragten barrierefrei geGibt es in Ihrem Bezirk
staltet werden. Ferner hat das
einen Aktionsplan, der
Tiefbauamt gemeinsam mit
Inklusion voranbringen soll
der Behindertenbeauftragten
oder vergleichbares?
eine Prioritätenliste erarbeitet,
Ein Aktionsplan zur Förderung um bezirksweit notwendige
der Inklusion wird derzeit er- Bordsteinabsenkungen nach
arbeitet. Bei den wesentlichen und nach umzusetzen.
Vorhaben der Verwaltung ist
die Beauftragte für Menschen Gibt es in ihren Bezirksämmit Behinderung eingebun- tern außer einem barriereden. Es ist mir ein großes An- freien Zugang und einem
liegen, dass die Mitarbeiter der behindertengerechten WC
Verwaltung sensibilisiert sind auch Serviceangebote für
und im Rahmen ihrer Arbeit hörbehinderte Einwohner?
stets Bezug auf den InklusionsIm Museum Neukölln köngedanken nehmen.
nen mitgebrachte Köpfhörer
für die Ausstellungen genutzt
Was sind die wichtigsten
werden. Die Volkshochschule
behindertenpolitische VorNeukölln hat eine transportahaben für Sie in der neuen
ble Induktionsschleifenanlage
Legislaturperiode? Wofür
angeschafft und wird im neuwerden Sie sich einsetzen?
en Programmheft 2016 auf
Was in Neukölln getan wird, die Nutzungsmöglichkeit bei
kommt Allen zugute, das be- bestimmten Kursen hinweisen.
deutet Inklusion. Trotzdem Sollte das Angebot auf Interesmöchte ich mich für finanzi- se stoßen, ist eine Erweiterung
elle Mittel zur Gestaltung der zu überdenken. ServiceangeBarrierefreiheit in Schulen und bote der Verwaltung für hörauf dem öffentlichen Straßen- behinderte Menschen haben
land stark machen. Neukölln wir in Neukölln nicht, da bisher
soll barrierefreier werden. Die kein besonderer Bedarf erUnternehmen sollen dafür kennbar war.
gewonnen werden, Menschen mit einer Behinderung Durch welche Parteieneine Chance auf dem ersten konstellation wurden Sie
Arbeitsmarkt zu geben. Die zum Bezirksbürgermeister
Umsetzung der UN-BRK soll gewählt und wie war das
vorangebracht werden. Die Abstimmungsergebnis im
Träger der Behindertenhilfe, Detail?
etwa die Lebenshilfe, sind für
die Neuköllner Bezirksverwal- Ich habe das Amt am 15. April
tung wichtige Partner. Beson- 2015 von meinem Vorgänger
dere Angebote für Gehörlose übernommenund wurde mit
und hörbehinderte Menschen 84 Prozent der Stimmen der
(Zählgemeinschaft
müssen weiterentwickelt wer- gewählt
der SPD und CDU).
den.
Was wurde seit der letzten
Wahl im Bezirk an behindertenpolitischen Maßnahmen
umgesetzt?
Mit „spandau inklusiv“ wurde
während meiner Amtszeit ein
berlinweit einmaliges Projekt
gestartet: die administrative
Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
in
allen Abteilungen und auf allen Ebenen des Bezirksamtes
Spandau. Externe Fachleute
begleiten und koordinieren
das Projekt. Mehr als 30 Mitarbeitende aus allen Arbeitsbereichen des Bezirksamtes wurden zu Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren ausgebildet. In
der Spandauer Verwaltung ist
das Thema Inklusion allgegenwärtig.
Gibt es in Ihrem Bezirk einen
Aktionsplan, der Inklusion
voranbringen soll oder vergleichbares?
zielten Veranstaltungen denke
ich dabei insbesondere an die
allgemeinbildenden Schulen.
Wo wurden im Bezirk in den
letzten Jahren Barrieren beseitigt?
Viele Barrieren wurden u. a.
beim Umbau der Volkshochschule und des Stadtbades
Süd beseitigt. In einem gesonderten Teilprojekt konnten
zehn Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden.
Weitere Maßnahmen: Bezirksbroschüren im DAISY-Format,
zusätzliche Sitzgelegenheiten
in öffentlichen Grünanlagen,
bessere Ausleuchtung von
Straßen und Plätzen, barrierefreie Mülltonnen, Spielanlagen
mit inklusiv nutzbaren Spielgeräten und vieles mehr.
Gibt es in ihren Bezirksämtern außer einem barrierefreien Zugang und einem
behindertengerechten WC
auch Serviceangebote für
Hörbehinderte?
Nach den Aktionsplänen für
2014 und 2015 gibt es in diesem Jahr bereits den dritten
Aktionsplan „spandau inklusiv“.
Die Aktionspläne enthalten
konkrete Maßnahmen zum
Abbau von Barrieren in der
Spandauer Verwaltung. Diese
Maßnahmen werden halbjährlich überprüft und ggf. angepasst. Die Aktionspläne enthalten jedes Jahr durchschnittlich
ca. 70 Maßnahmen. Diesmal
sind es mit 94 Maßnahmen
so viele wie nie zuvor. Die Aktionspläne helfen uns dabei,
nicht nur zu reden, sondern
Inklusion auch umzusetzen.
Das Bürgeramt verfügt über
eine induktive Höranlage
sowie über Bildschirme, auf
denen die Wartenummern
visuell ausgegeben werden.
Das Bezirksamt hat abteilungsübergreifend
beschlossen,
eine Gebärdendolmetscherin
mit einer vollen Stelle zu beschäftigen. Darüber hinaus ist
ein Grundlagenkurs Gebärdensprache für Mitarbeitende
mit Kundenkontakt geplant.
Bei Veranstaltungen wie dem
Inklusiven Neujahrsempfang
sind neben einer Gebärdensprachdolmetscherin
auch
zwei Schriftdolmetscherinnen
im Einsatz.
Was sind die wichtigsten
behindertenpolitische Vorhaben für Sie in der neuen
Legislaturperiode?
Durch welche Parteienkonstellation wurden Sie zum
Bezirksbürgermeister
gewählt?
Neben baulichen Verbesserungen geht es darum, mehr
Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Türen
zu verbreitern und Fahrstühle einzubauen allein genügt
nicht. Wir müssen auch an die
Barrieren in den Köpfen denken. Ich wünsche mir gegenseitige Begegnungs- und Lernorte, die Vorurteile abbauen
und gegenseitige Akzeptanz
herstellen können. Neben ge-
Spandau hat eine rot-grüne
Zählgemeinschaft. SPD und
GAL haben zusammen 27 von
54 Sitzen. Ein Sitz in der BVV
blieb unbesetzt, weil die Liste
der Piraten nur drei Kandidaten enthielt, sie aber vier Sitze
errangen. Am 02. November
2011 erhielt ich im dritten
Wahlgang die notwendige
Mehrheit der Stimmen und
wurde zum Bürgermeister gewählt.
Wahlen Berlin 2016
BBZ Juni 2016
Berlin
ZAHLEN
UND
FAKTEN
Wahlen 2016
Mitte
Dr. Christian Hanke
Dr. Hanke (SPD) wurde 1962
in Berlin-Hermsdorf geboren.
Nach dem Abitur und dem
Studium mit Promotion zum
Dr. phil an der FU Berlin war er
unter anderem Lehrer an der
Heinrich-Böll-Gesamtschule in
Spandau. Seit 1982 ist er SPDMitglied und seit 1989Mitglied
der
Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Wedding, später von Berlin-Mitte
bis 2001. Seit 2006 ist Dr. Hanke Bezirksbürgermeister (Aufgabenbereich
Gesundheit,
Personal und Finanzen).
Was wurde seit der letzten
Wahl im Bezirk an behindertenpolitischen Maßnahmen
umgesetzt?
Gleich nach der Wahl gründete
sich der Behindertenbeirat. Die
UN-Behindertenrechtskonvention setzte in der gesamten
Wahlperiode Qualitätsmaßstäbe. Diskussionsveranstaltungen, Inhouse-Schulungen zu
Themen wie UN-BRK, Maßnahme-Planung, Leichte Sprache
fanden statt. Ein besonderes
Ereignis war die von der Volkshochschule Mitte initiierte Woche der Inklusion (November
2014). Ein Maßnahmenkatalog
zur Umsetzung der UN-BRK
wurde erarbeitet. Wir gewährleisten ein solides Angebot an
Mobilitätshilfediensten.
Gibt es in Ihrem Bezirk einen
Aktionsplan, der Inklusion
voranbringen soll oder vergleichbares?
Im Bezirksamt Mitte gibt es
einen
Maßnahmenkatalog
zur kurz-, mittel- und langfristigen Umsetzung der Behindertenrechtskonvention mit
den behindertenpolitischen
Schwerpunkten Barrierefreiheit und Bewusstseinsbildung.
Die Übersicht der geplanten
Maßnahmen soll in weiteren
Haushaltdebatten Beachtung
finden. Ein Gremium, das Inklusion voranbringt, ist die AG
Sozialraumorientierung, die
abteilungs- und themenübergreifend
Teilhabemöglichkeiten und Angebote für alle
Menschen gewährleistet.
Was sind die wichtigsten
behindertenpolitischen Vorhaben für Sie in der neuen
Legislaturperiode?
Zu den wichtigsten behindertenpolitischen Vorhaben in der
neuen Legislaturperiode zählt
neben der weiteren Durchsetzung von Barrierefreiheit im
Sinne des Design for all, die
Schaffung von Wohnraum.
Dieser muss bezahlbar und
barrierefrei sein. Es wird generell darum gehen, Menschenrechte durchzusetzen und
aufrecht zu erhalten. Die Anpassung der Entscheidungen
an Erfordernisse der jeweiligen
konkreten Sozialräume, Inklusi-
9
Treptow-Köpenick
Oliver Igel
Tempelhof-Schöneberg
Angelika Schöttler
on als Methode, alle Menschen
zu erreichen, ist mein Ziel.
Wo wurden im Bezirk in den
letzten Jahren Barrieren beseitigt?
Spürbare
Barrieren-Beseitigung im Bezirk erfolgte in den
letzten Jahren vor allem beim
ÖPNV, z.B. die weitere Ausrüstung der U-Bahn Stationen mit
Aufzügen und Blindenleitsystemen (31 von 45 Stationen in
Mitte sind barrierefrei), brachte
für viele Menschen erhebliche
Verbesserungen. Alle 19 SBahn Stationen haben einen
Aufzug. Bei der Neugestaltung
von Freiflächen, zum Beispiel
im Otto-Park und im Kleinen
Tiergarten wurden vorhandene Barrieren beseitigt. Durch
Aktionen in den Quartiersmanagement-Gebieten wurden
zudem Geschäfte und Einrichtungen mit Rampen ausgerüstet.
Gibt es in ihren Bezirksämtern außer einem barrierefreien Zugang und einem
behindertengerechten WC
auch Serviceangebote für
Hörbehinderte?
Serviceangebote für hör behinderte Menschen bestehen
darin, dass in den Bürgerämtern bei Bedarf und vorheriger
Anmeldung, bei Beratungen
durch Sozialdienste und Ämter sowie bei Veranstaltungen
und Gremienarbeit, z.B. für
den Behindertenbeirat, Kommunikationshilfen bereitgestellt werden. Darüber hinaus
testet im Rathaus Mitte das
Projekt M4guide Möglichkeiten der Orientierung mittels
Smartphone für blinde und
sehbehinderte Menschen. Die
Volkshochschule
bietetseit
mehreren Jahren Kurse für
Menschen die lieber langsam
lernen an.
Durch welche Parteienkonstellation wurden Sie zum
Bezirksbürgermeister
gewählt?
Die Wahl zum Bürgermeister
erfolgte auf Grund einer Zählgemeinschaft von SPD und
CDU.
Angelika Schöttler wurde 1963
in Berlin geboren und wuchs
im Ortsteil Schöneberg auf.
Nach dem Abitur begann sie
eine Ausbildung zur Informatikassistentin bei der Schering AG. Seit 1982 ist Angelika
Schöttler Mitglied der SPD. Von
1989 bis 2002 war sie Mitglied
der BVV Schöneberg bzw. (ab
2001) Tempelhof-Schöneberg.
Als Bezirksstadträtin war sie
von 2002 bis 2011 zuständig
für das Ressort Familie, Jugend und Sport. Seit 2011 ist
Angelika Schöttler Bezirksbürgermeisterin von TempelhofSchöneberg. Sie ist seit 1992
verheiratet und hat drei Kinder.
Was wurde seit der letzten
Wahl im Bezirk an behindertenpolitischen Maßnahmen
umgesetzt?
Zunächst einmal war es mir
wichtig, dem Thema insgesamt stärkeres Gewicht zu
verleihen, indem die Beauftragte für Menschen mit Behinderung in mein eigenes
Ressort eingebunden wurde.
Die Anliegen von Menschen
mit Behinderung werden hier
als Querschnittsthema noch
besser wahrgenommen.
Die nachfolgend dargestellten Maßnahmen bieten einen
kleinen Einblick in die umfangreichen Aktivitäten des Bezirksamtes:
Empowermentkurs für Menschen mit Behinderung
Inhouse-Schulungen
zur
Optimierung des barrierefreien und diskriminierungsfreien Kundenkontaktes mit
Bürger_innen mit Behinderung
Handicap-parcours im Rathaus Schöneberg
Leitfaden „Barrierefreie Gestaltung von Märkten und
Straßenfesten“
Fachtag „Inklusiver Sozialraum Tempelhof-Schöneberg“
Prioritätenliste Absenkung
von Bordsteinkanten
Veranstaltungsreihe für Unternehmer_innen: „Inklusion:
Win-Win für Unternehmen
und Fachkräfte mit Behinderung.“
Gibt es in Ihrem Bezirk
einen Aktionsplan, der
Inklusion voranbringen soll
oder vergleichbares?
Nein. Wir stehen aber mit anderen Bezirken dazu im Austausch. Zur Zeit verfolgen wir
die Strategie, das Thema „Inklusion“ als Querschnitt-Ziel
in ressortübergreifenden Gremien zu verankern. Ebenso
unterstützen wir bei größeren
bezirklichen Projekten die Beteiligung der behindertenpolitischen Akteure, etwa beim
Projekt
„Begegnungszone“
oder beim „Aktiven Zentrum
Bahnhofstraße“.
Was sind die wichtigsten
behindertenpolitischen Vorhaben für Sie in der neuen
Legislaturperiode? Wofür
werden sie sich einsetzen?
Zu den wichtigsten Vorhaben
zählen die zügige Umsetzung
des „Masterplan Barrierefreiheit“
für das Rathaus Schöneberg
und die Weiterentwicklung
unserer Strategie „Inklusion:
WinWin für Unternehmen und
Fachkräfte mit Behinderung“.
Wichtig ist mir auch, dass Begonnenes fortgeführt wird, wie
das Herstellen der Barrierefreiheit im Straßenraum. Das heißt
immer wieder um die notwendigen Finanzmittel zu ringen,
im eigenen Haushalt wie bei
Drittmitteln.
Wo wurden in den letzten
Jahren Barrieren beseitigt?
Im Straßenraum wurden an ca.
40 Querungsstellen Barrieren
abgebaut, Bordsteinabsenkungen durchgeführt sowie taktile Querungshilfen für blinde
Menschen angebracht.
In den Rathäusern Tempelhof
und Schöneberg wurden Automatiktüren installiert.
Im Dienstgebäude Rathaustr./
Königsstr. wurde ein annähernd barrierefreies Leitsystem
installiert.
Der Internetauftritt des Bezirksamtes wird kontinuierlich barrierefreier gestaltet.
Das Stadtbad Schöneberg
konnte in Abstimmung mit
dem Bezirksamt barrierefrei ertüchtigt werden.
Gibt es in ihren Bezirksämtern außer einem barrierefreien Zugang und einem
behindertengerechten WC
auch Serviceangebote für
hörbehinderte Einwohner?
Im Rathaus Schöneberg ist im
größten Veranstaltungsraum
eine Induktionsanlage fest installiert. Zusätzlich verfügen
wir über eine mobile induktive
Höranlage.
In den publikumsstarken Bereichen (Gesundheits-, Jugend-,
Bürger- und Sozialamt) werden
zudem mobile Ringschleifen
als Tischgeräte bereit gehalten.
Bei Bedarf wird durch das Bezirksamt eine zusätzliche Höranlage extern ausgeliehen.
Durch welche Parteienkonstellation wurden Sie zum
Bürgermeister gewählt und
wie war das Abstimmungs-
Oliver Igel (SPD) wurde 1978 in
Köpenick geboren. Sein Abitur
machte er an der Flatow-Oberschule Köpenick (1997) . Dem
folgte 1998 – 2004 ein Studium der Neueren deutschen
Literatur, Neueren Geschichte
und Politikwissenschaft an der
Freie Universität Berlin. Von
2002 bis 2008 war Mitarbeiter
der Stiftung zur Aufarbeitung
der SED-Diktatur Ab 2009 war
Herr Igel Büroleiter des Bundestagsabgeordneten HansJoachim Hacker. Seit 2011 ist
er Bezirksbürgermeister.
Was wurde seit der letzten
Wahl im Bezirk an behindertenpolitischen Maßnahmen
umgesetzt?
Der Beirat für Menschen mit
Behinderungen wurde von
Betroffenenvertretungen gewählt und durch mich als Bezirksbürgermeister
berufen.
Der Beirat hat sich mit einer
Vielzahl an Themen beschäftigt: Barrierefreiheit in Dienstgebäuden: Musikschule, Mittelpunktbibliothek,
Zugang
Ratskeller, barrierefreier Rathaushof, Studie Wahllokale,
Anschaffung einer Induktionsschleife für Hörgeräteträger
sowie das Thema der Volkshochschule 2014: „Inklusion,
alle gehören dazu“. Schließlich
wurden durch das Bezirksamt
unter Beteiligung des Beirates
die
behindertenpolitischen
Leitlinien bis 2020 beschlossen.
Gibt es in Ihrem Bezirk einen
Aktionsplan, der Inklusion
voranbringen soll oder Vergleichbares?
Ein Aktionsplan wurde in Form
eines Leitlinienpapiers zur Umsetzung der UN BRK als Bezirksamts-Beschluss verabschiedet. Alle Fachbereiche des
Bezirksamtes bekennen sich zu
Inklusion und Schaffung von
Voraussetzungen für Teilhabe
und benennen Maßnahmen.
Alle zwei Jahre wird ein Fortschrittsbericht vorgelegt. Als
weiteres Instrument haben wir
das Demografiekonzept des
Bezirkes bis 2030 beschlossen.
Und schließlich nimmt als eigene Organisationseinheit des
Bezirksamtes die Sozialraumorientierte Planungskoordination Bezug auf die Umsetzung
der Forderungen aus der UN
BRK in allen Sozialräumen.
Was sind die wichtigsten
behindertenpolitischen Vorhaben für Sie in der neuen
Legislaturperiode?
Es gibt noch viel zu tun: Herstellung barrierefreier Wahllokale, die Planung investiver
Maßnahmen zur schrittweisen
kompletten
Barrierefreiheit
in allen Dienstgebäuden und
Schulen, Einsatz für Trägervielfalt, Einsatz für Vielfältigkeit
beim Wohnungsbau, generationenfreundlich, barrierefrei
und bezahlbar, Sicherung einer
Beschäftigungssituation
für
Menschen mit Behinderung
im Bezirksamt, die auch jüngeren behinderten Menschen
berufliche Chancen eröffnet,
Fortführung der Zusammenarbeit von Wirtschaftsförderung
des Bezirksamtes mit Jobcenter und Agentur für Arbeit (Aktionstage) und schließlich die
Stärkung der abteilungsübergreifenden Tätigkeit der Behindertenbeauftragten.
Wo wurden im Bezirk in den
letzten Jahren Barrieren beseitigt?
Deutlich spürbare Verbesserungen gibt es im öffentlichen
Nahverkehr. Schrittweise werden zudem Bordsteinabsenkungen bei allen baulichen
Maßnahmen in Kreuzungsbereichen umgesetzt. Die bauenden und kontrollierenden
Bereiche des Bezirksamtes
setzen sich konsequent für
Barrierefreiheit ein. Schließlich
wurde der Tourismusverein
mit seinem Projekt eines Multimediaguides zur barrierefreien Stadtführung (für blinde,
hörbehinderte und gehbehinderte Altstadtbesucher) unterstützt.
Gibt es in ihren Bezirksämtern außer einem barrierefreien Zugang und einem
behindertengerechten WC
auch Serviceangebote für
Hörbehinderte?
Ja, durch Anschaffung eines
Induktionsschleifenkoffers,
der allen Bereichen zur Verfügung steht. Zu bezirklichen
Veranstaltungen sind – je nach
Anmeldung von Gehörlosen
- auch Gebärdensprachdolmetscher im Einsatz. In Verwaltungsverfahren gemäß der gesetzlichen Vorschriften ebenso.
Durch welche Parteienkonstellation wurden Sie zum
Bezirksbürgermeister
gewählt?
Ich wurde 2011 auf Vorschlag
einer Zählgemeinschaft aus
SPD, CDU und Grünen in der
BVV zum Bezirksbürgermeister
gewählt.
Freizeit
10
Juni 2016 BBZ
BBZ-Gruppenreise vom 07.-17.10.2016
Willkommen an der Costa del Sol
Eine Reise an die Costa del Sol
bedeutet Begegnungen mit
wunderschönen Landschaften, herrlichen Stränden, einer
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Wir erkunden das vielseitige
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2. Tag: Halbtagesausflug nach Marbella und zum Strand.
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Heizung, gratis WiFi, TV, Telefon, Notruf und Kühlschrank.
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der Mindestteilnehmerzahl von 8 Personen:
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Wissen
BBZ Juni 2016
11
Gesundheit
Schadstoffe als Gesundheitsrisiken
Die Reduktion von Umweltbelastungen als Aufgabenfeld der Prävention
Von Rainer Sanner
Eine Diskussion über die Vermeidung von gesundheitlichen Risiken durch Schadstoffe in der Umwelt wird bisher
noch kaum geführt, und oft
fehlt auch Information über
unsichtbare Kontaminationen.
Hier soll in Umrissen skizziert
werden, welche Umweltbelastungen dahingehend bedacht
werden könnten.
durch besseres Umweltmanagement gerettet werden. Zu
bedenkende Umweltbelastungen sind unter anderem die
folgenden:
heute bei der Entstehung von
Krankheiten eine Rolle spielen.
Umgekehrt kann eine Konzentration auf vitalstoffreiche
pflanzliche
Nahrungsmittel,
rologische
Krankheitsbilder
auslösen kann.
Auch andere Schwermetalle wie Blei, Silber, Palladium
und Kadmium, die manchmal
ausgesetzt: Mobilfunk, WLAN,
Funk-DSL-Anlagen und anderes strahlen künstliche, hochfrequente elektromagnetische
Felder aus. Die modernen
Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
aus dem Jahr 2012 sind in
eben diesem Jahr 12,6 Millionen Menschen an Krankheiten
gestorben, die durch Umweltbelastungen ausgelöst werden. Belastungen der Umwelt
spielen demnach bei mehr als
100 Krankheiten eine Rolle. Für
Deutschland führt die Weltgesundheitsorganisation 2012
knapp 100.000 Todesfälle auf
alle diese äußeren Einflüsse
zurück.
Todesfälle infolge von
Herzkrankheiten, Krebs, chronischen und anderen nichtinfektiösen Krankheiten seien,
so die WHO, mittlerweile zu
zwei Dritteln durch gesundheitsschädliche Umweltbedingungen verursacht, während
gleichzeitig die Zahl der Todesfälle durch infektiöse Krankheiten wie Durchfall oder Malaria
zurückgegangen sei.
Am stärksten betroffen von
den schädlichen Belastungen
seien Kinder und ältere Menschen, so die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Jedes
Jahr könnten 1,7 Millionen
Kinder unter fünf Jahren und
4,9 Millionen 50- bis 75Jährige
© Oliver Sved · fotolia
Das Problemfeld global
gesehen
Ein Vitalstoffmangel in der
Nahrung
Vitamine, Mineralstoffe und
Spurenelemenete, sekundäre
Pflanzenstoffe, essentielle Aminosäuren und ungesättigte
Fettsäuren sind für die Gesundheit und das Wohlbefinden
des Menschen unverzichtbar.
Doch unsere Nahrung enthält
heute oft zu wenig Vitalstoffe,
ohne die aber der Stoffwechsel nicht reibungslos funktioniert, die Zellen nicht optimal
versorgt werden und die Organe nicht mehr auf Höchstleistung arbeiten können. Auch
eine falsche oder mangelhafte Ernährung kann demnach
so machen einige neuere Studien deutlich, zu einer deutlichen Besserung zahlreicher
und auch schwerwiegender
Erkrankungen führen.
Schadstoffquelle Zahnmetalle& Co
Auch Zahnfüllungen können
krank machen: Die für Zahnfüllungen oder Zahnersatz verwendeten Materialien können
Schadstoffe in den Körper abgeben und so auch den allgemeinen Gesundheitszustand
beeinträchtigen. Ein besonders gefährliches Zahnmaterial ist Amalgam, das Quecksilber enthält, welches offenbar
schwere und wohl auch neu-
mit der Atmung oder über die
Nahrung aufgenommen werden, können sich im Körper
anlagern und verstärken sich
manchmal sogar wechselseitig
in ihrer Wirkung. Sie gelangen
offenbar über verschiedene
Wege in den menschlichen
Körper, wo sie sich in verschiedenen Organen ablagern und feste Verbindungen
mit körpereigenen Enzymen
eingehen, so dass diese ihre
Aufgaben nicht mehr erfüllen
können.
Elektromagnetische Felder
Heutzutage ist der Mensch
sehr oft und oft auch intensiv
elektromagnetischen Feldern
Kommunikationssysteme arbeiten mit digital gepulsten
Strahlungen, die nicht wie
Sonnenstrahlen
kontinuierlich, sondern portionsweise,
pulsartig abgestrahlt werden
und so auch eine ganz andere
Wirkung haben als gleichmäßiges Licht, so die menschliche
Gesundheit beeinträchtigen
können.
Schadstoffe im häuslichen
Umfeld
Auch in Haus und Wohnung
kann eine wachsende Zahl
schädlicher Chemikalien den
menschlichen Körper belasten: aus Holzspanplatten
billiger Möbel ausgasendes
Diese Artikelserie wird durch die
AOK Nordost unterstützt.
Formaldehyd,
krebserregede und den Hormonhaushalt
störende Weichmacher, Isocyanate und Phthalate in Bodenbelägen, mit Insektiziden
und Fungiziden bearbeitete
Teppiche, zum Befestigen von
Bodenbelägen
eingesetzte
Klebstoffe und anderes. Besonders zu beachten sind hier
auch Holzschutzmittel, die mit
PCP (Pentachlorphenol) und
Lindan höchst gefährliche Inhaltsstoffe enthalten können.
und auch Schimmel, der sich
bei unsachgemäß ausgeführten Wärmedämmungen oder
auch bei unzureichender Lüftung bilden und vermehren
kann.
Im Hinblick auf die Vermeidung von unnötigen und
gefährlichen Risiken durch
Schadstoffe in der Umwelt
bieten sich unseres Erachtens
noch viele Möglichkeiten, um
Prävention und Gesundheitsförderung in allen Teilen der
Gesellschaft und eben auch in
allen Lebensbereichen zu stärken. Detaillierte Informationen
dazu lassen sich finden in dem
Buch von Dr. med. Joachim
Mutter, Lass Dich nicht vergiften. Warum uns Schadstoffe
chronisch krank machen und
wie wir ihnen entkommen.
München 2012. In diesem
werden wichtige Schadstoffquellen detailliert beschrieben
und auch Möglichkeiten der
Entlastung und Engiftung dargestellt.
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Juni 2016 BBZ
Verbandsleben
12
Angebote des Berliner
Behindertenverbandes
Liebe BBZ-Leser,
liebe Vereinsmitglieder,
der Berliner Behindertenverband mischt sich dieses Jahr
sehr aktiv in die politischen
Debatten ein. Sei es das
Bundesteilhabe-gesetz oder
die Novellierung der Berliner
Bauordnung. Viele Fernsehbeiträge oder Artikel sind erschie-
Freizeitangebote
Kulturkreis
Auf den Spuren
des Themas
„Behinderung“
in der Kultur
Der „Kulturkreis“ trifft sich jeweils am ersten Dienstag eines Monats ab 16.00 Uhr. Der
Kulturkreis beschäftigt sich mit
der Frage, welche Rolle Menschen mit Behinderung in der
Literatur oder in Filmen spielen
und wie sie dargestellt werden.
Ferner auch, ob sich das Bild,
das von Menschen mit Behinderung gezeichnet wird, heute
wirklich grundlegend von den
alten geringschätzigen, sensationslüsternen oder auch dämonisierenden Bildern gelöst
hat. Es werden gemeinsam Bücher gelesen, Museen besucht
oder Kinobesuche veranstaltet.
Wer an diesem Angebot Interesse hat, der meldet sich bitte
unter Tel.: 030/2043847 und
hinterlässt dort bitte Namen
und Telefonnummer (Anrufbeantworter). Um das Angebot
nutzen zu können, muss man
kein BBV-Mitglied sein.
Kaffeeklatsch
Lauter nette
Leute
© Timo Klostermeier·pixelio
Unter dem Motto „Lauter nette
Leute“ findet der nächste Kaffeeklatsch am Dienstag, den
21. Juni statt. Gastgeberin ist
Petra Mach. Jeder, der Lust und
Zeit hat, ist hierzu herzlich eingeladen. In zwangloser Runde
kann man Redakteure der Berliner Behindertenzeitung kennenlernen oder sich mit dem
Vorstand des Berliner Behindertenverbands austauschen.
Im Vordergrund steht jedoch
das Kennenlernen anderer Behinderter und anderer BBV-Mitglieder. Offen ist die Runde für
jedermann, unabhängig davon,
nen, an denen wir mit-gewirkt
haben. Sie können die Artikel
in Ruhe nachlesen oder die
Fernsehbeiträge anschauen,
denn wir haben vieles online
gestellt. Auch der Videoclip
über den Protesttag mit seinen
5.000 Teilnehmern haben wir
online gestellt. Sie finden
dies auf der Internetseite
unter www.bbv-ev.de (Rubrik
„Medien“).
Im September wird auch in
Berlin gewählt. Daher veranstalten wir am 18. Juni unser BBVForum (im Anschluss an unsere
ob man Mitglied beim Berliner
Behindertenverband e.V. ist.
Für all jene, die den Sonderfahrdienst nutzen, ist geplant,
dass die Runde sich von 15.00
bis 17.30 Uhr trifft. Treffpunkt
sind die barrierefreien Räume des Berliner Behindertenverbands e.V. in der Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin (Tel.:
030/2043847).
tenbestellung an (zwingend
erforderlich). Haben Sie zudem
Verständnis, dass wir nur ein
bestimmtes Karten-kontingent
pro Aufführung haben und die
Karten nach Eingang der Bestellungen vergeben werden.
Pro Mit-glied/Abonnent können wir nur eine kostenlose
Karte ab-geben. Für folgende
Thikwa-Aufführungen können
derzeit Karten bestellt werden:
„EINSAMKEITEN – EIN VERSUCH
ÜBER DIE ZWEISAMKEIT “, 11., 14. - 15. und
18. Juni; jeweils 20.00 Uhr. Infos
auch unter: www.thikwa.de.
I nklusives
Kegeln
Ob im Rollstuhl oder mit Rollator – beim gemeinsamen Kegeln steht bei uns der Spaß im
Vordergrund. Der BBV lädt nunmehr alle zwei Monate zu einer
gemeinsamen Kegelrunde ein.
Wir treffen uns dazu im barrierefreien Bürgerzentrum Neukölln
(einem Haus der Parität). Die
Adresse und Treffpunkt ist: Werbellinstraße 42, 12053 Berlin. Die
nächste Kegelrunde findet am
15. Juli von 16.00 bis 19.00 Uhr
statt.
Wir bitten Sie, sich für die
Kegelrunde anzumelden, damit wir besser planen können.
Zudem ist die Teilnehmerzahl
begrenzt.
Ansprechpartner
für die Kegelrunde ist Petra
Mach. Anmeldungen nehmen wir jeweils montags und
donnerstags zwischen 13.00
und 16.00 Uhr unter folgender Telefonnummer entgegen
030/2043847 (Geschäftsstelle
des Berliner Behindertenverbands e.V.).
Diese Freizeitaktivität wird
durch „Der Paritätische Berlin“
unterstützt.
Theater-Spaß
im Thikwa
Der Berliner Behindertenverband stellt ein Kontingent an
kostenlosen Eintrittskarten für
ausgewählte
Aufführungen
des Theaters Thikwa zur Verfügung. BBZ-Abonnenten und
Vereinsmitglieder können eine
kostenlose Karte anfordern.
Eintrittskarten können in der
Geschäftsstelle des Berliner
Behindertenverband e.V. bestellt werden. Jägerstraße 63
D, 10117 Berlin, Telefonnummer: 2043847. Kartenvor-bestellungen nimmt Petra Mach
entgegen. Bitte geben Sie
Ihre Abonnenten- bzw. BBVMitgliedsnummer bei derKar-
.
Behinderte
beraten
Behinderte
Flugreisen
Dominik Peter berät Behinderte zum Thema „Flugreisen für
Mobilitätseingeschränkte“. Der
nächste Beratungstermin ist
am 8. Juli von 16.00 - 17.00 Uhr.
Anmeldung ist erforderlich unter [email protected] Treffpunkt:
Geschäftsstelle des Berliner Behindertenverband e.V., Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin (barrierefreier Zugang und Toilette).
Rechtsberatung
Rechtsanwalt Felix Tautz steht für
eine kostenlose Erstberatung zur
Verfügung. Den Termin der nächsten Rechtsberatung kann im BBVBüro erfragt werden. Wer Interesse an diesem Beratungstermin hat,
wird gebeten, sich vorab telefonisch
(Tel.: 030/204 38 47) anzumelden
(zwingend notwendig).
Wegen des großen Zuspruchs der
Rechtsberatung, kann sie kostenfrei nur von Mitgliedern des Berliner
Behindertenverbands e.V. wahrgenommen werden. Wichtig ist zudem, dass zu dem Beratungstermin
alle notwendigen Unterlagen oder
vorhandener Schriftverkehr mitgebracht werden.
Der Beratungstermin findet in den
BBV – Räumlichkeiten statt. Adresse:
Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin (barrierefreier Zugang und Toilette).
Mit-gliederversammlung).
Mehr dazu lesen sie unter
anderem auf dieser Seite. Der
gesamte BBV-Vorstand würde
sich freuen, wenn Sie rege am
BBV-Forum teilnehmen und
diese Chance nutzen.
Vorstandssprechstunde
Man kommt mit der Krankenkasse nicht klar oder der Schwerbehindertenausweis ist abgelaufen
und Sie brauchen Hilfe bzw.
Unterstützung? Kein Problem.
Der Berliner Behindertenverband e.V. steht Ihnen gerne zur
Seite. Dazu haben wir eigens
eine Vorstandssprechstunde
eingerichtet. Die nächste Vorstandssprechstunde findet am
Freitag, den 8. Juli von 15.00 bis
16.00 Uhr statt. Jedes Mitglied des
Berliner Behindertenverbands
kann ohne Voranmeldung mit
Dominik Peter (BBV-Vorsitzender)
diskutieren oder sich dort Rat
und Unterstützung einholen.
Die Sprechstunde findet in den
barrierefreien Büroräumen des
BBV in der Jägerstraße 63 D,
10117 Berlin statt.
Sonderfahrdienst
In Berlin gibt es für Menschen mit
Behinderung einen sogenannten
Sonderfahrdienst (SFD), der für
private Fahrten genutzt werden
kann. Zudem wird auch eine
Treppenhilfe angeboten. Wir
erklären, wer den Fahrdienst
nutzen kann, wie die Anmeldung
dafür funktioniert, welchen Eigenbeitrag dieser Service kostet
und viele weitere Fragen rund
um diese Dienstleistung.
Die nächste SFD-Beratung
findet am Freitag, den 8. Juni
von 14.00 bis 15.00 Uhr in den
barrierefreien Büroräumen des
BBV (Jägerstraße 63 D, 10117
Berlin) statt und kann von
jedem Berliner (unabhängig
einer Vereinsmitgliedschaft)
kostenfrei genutzt werden.
Vereinsangebote
Günstige Versicherungen
Dank einer Kooperation mit der
Ergo-Versicherung verfügt der
BBV über einen Gruppenversicherungsvertrag. Im Rahmen
dieser Kooperation können
folgende
Versicherungen
preisgünstig und mit günstigen
Vertragsbedingungen abgeschlossen werden.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Ihnen
Dominik Peter
BBV-Vorsitzender
Sterbegeld-Vorsorge:
Beitritt bis zum 80. Lebensjahr.
Keine Gesundheitsfragen, lediglich Staffelung der Leistung
in den ersten 18 Versicherungsmonaten. Im Übrigen keine
Wartezeit.
Unfall-Vorsorge:
Beitritt bis zum 80. Lebensjahr.
Versicherungsschutz
„rund
um die Uhr“, weltweit. Keine
Gesundheitsfragen und keine
gefahrenabhängige Beitragsstaffelung. Invaliditätsleistung
bereits ab 1% Invalidität. Inkl.
Reha-Plus und Unfall-Rente.
Krankenhaustagegeld
bei
stationärer Behandlung bzw.
ambulanten
chirurgischen
Operationen.
Rechtsschutzversicherung:
Sozial-Rechtsschutz vor Gerichten, Beratungsrechtsschutz für
Vorsorgeverfügungen, Rechtsschutz für Betreuungsverfahren
und KFZ-Rechtsschutz. Ferner
inklusive: Erweiterte Telefonberatung.
Wenn Sie weitere Informationen hierzu wünschen, melden
Sie sich bitte per Email und mit
Angabe Ihrer BBV-Mitgliedsnummer an [email protected]
Treffen der
Bezirksgruppen
Treffen der BBV-Bezirksgruppe Köpenick - Selbsthilfe-gruppe von Betroffenen für
Betroffene. Termin: 08. Juli von
14.00 - 15.30 Uhr (Anmeldung
erforderlich). Thema: Das Fodmap-Konzept.
Treffen der BBV-Bezirksgruppe Marzahn- Selbsthilfegruppe von Betroffenen für
Betroffene. Termin: 08. Julivon
15.30 - 17.00 Uhr (Anmeldung
erforderlich). Thema: Das Fodmap-Konzept.
Ort: Berliner Behindertenverband - Geschäftsstelle, Jägerstr. 63 D, 10117 Berlin (barrierefreie Räumlichkeiten), Tel.:
030 - 2043847. Anmeldung
erforderlich.
BBZ- Newsletter
Seit geraumer Zeit haben wir
auch einen BBZ-Newsletter im
Angebot. Damit informieren
wir per Email über Termine,
Veranstaltungen und natürlich
über aktuelle Diskussionen des
BBV und der BBZ.
Viele Berliner haben sich bereits
bei diesem kostenlosen Service
angemeldet. Wenn auch Sie
sich eingetragen haben, aber
noch keinen Newsletter erhalten haben, dann sollten sie
mal in ihrem Spamfilter-Ordner
nachschauen.
Wenn Sie sich noch nicht
angemeldet haben, können
sie sich unter www.berlinerbehindertenzeitung.de kostenlos für den BBZ-Newsletter
an- oder abmelden.
BBZ- Online
Die Berliner Behindertenzeitung verfügt auch über einen
Internetauftritt, der derzeit
monatlich von 30.000 Nutzern
gelesen wird. Viele Artikel, Berichte oder Blogbeiträge veröffentlichen wir nur auf www.
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Beiträge haben wir in unserer
Druckausgabe keinen Platz.
Manchmal erreicht uns aber
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schalten wir derartige Neuigkeiten ad hoc auf der Internetseite frei. Zudem sind viele Artikel umfangreicher bebildert.
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Thema besonders umfangreich – meist mit mehren Beiträgen, Stellungsnahmen oder
Artikel. So finden Sie auf unser
Internetseite zum Beispiel das
Dossier „Berliner Bauordnung“
und demnächst das Dossier
„Behindertengleichstellungsgesetze“.
BBZ Juni 2016
Verbandsleben
13
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DER MENSCH IM MITTELPUNKT
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von Menschen mit Behinderung –
inkl. Pflegebasiskurs“ (270 Std.);
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• PFLEGEBASISKURS
UND BETREUUNGSASSISTENZ
Pflegebasiskurs und Betreuungsassistenz
gem. § 87b SGB XII (420 UE)
Maßnahmenummer: 962/123/2015
Telefon: 030 355 304 – 182
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die Praxis
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Freizeit
14
Juni 2016 BBZ
Sport
Auf dem Weg zu den Deaflympics 2017
11. Handball-EM der Gehörlosen in Berlin
Vom 16. bis 21. Mai fand in
Berlin die 11. Handball-Europameisterschaft der Gehörlosen statt. Nach einer
feierlichen Eröffnung in der
Sporthalle an der Paul-HeyseStraße spielten zum Auftakt
die Nationalmannschaften aus
Deutschland und Russland.
Das hochspannende Duell endete vor einem begeisterten
Publikum mit einem gerechten 27:27 Unentschieden.
Deutschland ist nach Lübeck 1991 zum zweiten Mal
Gastgeber für dieses Turnier,
an der vollständig gehörlose
und schwerhörige Spieler aus
sieben europäischen Staaten
teilnehmen. Eine Liga mit gehörlosen Vereinsmannschaften gibt es in Deutschland
nicht, alle Handball-Nationalspieler sind in hörenden
Handballvereinen aktiv und
treffen sich lediglich zum Trainingslager oder bei Turnieren
wie diesem. Ob die deutsche
Handballmannschaft an den
Deaflympics 2017 in Samsun
(Türkei) teilnehmen kann,
hängt neben den Finanzfragen
auch von ihren Ergebnissen
auf der EM ab.
Mit der Europameisterschaft kehrte der moderne
Handball an einen seiner Gründungsorte zurück. Sein Gründungsvater, der Berliner Max
Heiser, entwarf das Spiel 1917
zunächst nur für Frauen, wenig
später entwickelte der Berliner
Turnlehrer Carl Schlenz das
© Anton Schneid
Von André Nowak
Spiel weiter und öffnete es für
Männer.
Europameister wurde die
Mannschaft aus Kroatien (31:24
gegen Russland), Deutschland
errang den 3. Platz (19:18 gegen Serbien).
Unmittelbar nach der EM
folgte das 24. Deutsche Ge-
hörlosensportfest vom 26.
bis 28. Mai in Essen, an dem
rund 1000 Sportlerinnen und
Sportler in 15 verschiedenen
Sportarten teilnahmen. Einige
Angebote waren im Sinne der
Inklusion auch für Hörende.
Zaubern mit 2,7 Gramm Zelluloid
JTFP-Bundessieger im Tischtennis 2016 kommt aus
Berlin
Vom 26. bis 30. April 2016 fand
das
Frühjahrs-Bundesfinale
von JUGEND TRAINIERT FÜR
PARALYMPICS (JTFP), zeitgleich
und zusammen mit dem 16.
Bundesfinale JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA (JTFO) mit
Teilnehmern aus allen 16 Bundesländern in Berlin statt. 134
Schülerinnen und Schüler mit
Behinderung ermittelten ihre
Siegermannschaften in den
Sportarten Goalball, Rollstuhlbasketball und Tischtennis.
Gleich zweimal standen
sich Berlin und Niedersachen
im Endspiel gegenüber. Während die Hannoveraner den
Titel Bundessieger 2016 im
Rollstuhlbasketball mit nach
Hause nehmen, holen sich die
Berliner die Goldmedaille im
Tischtennis. In einem packenden Endspiel setzten sich die
Berliner im Endspiel mit 4:2
durch. Mit diesem Sieg setzte
die Carl-von-Linné-Schule aus
Berlin der niedersächsischen
Erfolgsserie im Spiel mit dem
2,7 Gramm schweren Ball aus
Zelluloid ein Ende. Insgesamt
belegte Berlin mit 7 x Gold und
3 x Bronze bei JTFO/JTFP den
ersten Platz in der Länderwertung.
Was 1994 erstmals bei der
Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ) angedacht wurde, konnte im Jahre 2010 nach
vielen Vorstößen, Gesprächen,
Ablehnungen bei der Kultusministerkonferenz
realisiert
werden. Die Kultusministerien
von 9 Bundesländern erklärten
sich zu einem Probelauf bereit.
Die Finanzierung musste allerdings über die DBSJ und dem
Deutschen Behindertensportverband (DBS) abgesichert
werden. Da dies aus eigenen
Mitteln nicht möglich war,
konnte die Deutsche Bahn AG
als Hauptsponsor gewonnen
werden und half damit entscheidend JTFP zu realisieren.
Darüber hinaus engagieren
sich der Bund und Berlin für
das Fortbestehen dieses Schulsportwettbewerbs. Seit 2013
wird JTFP gemeinsam mit dem
seit 1969 stattfindenden Wettbewerb JTFO unter dem Dach
der Deutschen Schulsportstiftung veranstaltet. Dieser eingeschlagene Weg erhält in der
Öffentlichkeit viel Anerken-
Großes Sommerfest
in Blankenburg
Samstag, 9. Juli 2016
ab 15.00 Uhr
Sport
Von André Nowak
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nung und trägt dazu bei, dass
sich die Sportler/innen beider
Wettbewerbe näher kennenlernen und begeistert von den
erbrachten Leistungen sind.
Nun gilt es, diesen Weg auch in
den einzelnen Bundesländern
weiter zu entwickeln.
Zurzeit finden Bundesfinalveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler mit den
Förderschwerpunkten
Körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und geistige
Entwicklung statt. Teilnahmeberechtigt sind Mannschaften aus Förderschulen mit
diesen Förderschwerpunkten
und Mannschaften, die sich
aus mehreren Schulen bilden,
wenn sie nach den jeweiligen Landesvorgaben z. B. als
Integrationsschulen oder im
Rahmen des Inklusionsgedankens arbeiten und die Voraussetzungen für eine Teilnahme
erfüllen.
Rund 800.000 Schülerinnen sind jedes Jahr bei JTFO/
JTFP dabei. Das Herbstfinale
des weltweit größten Schülersportwettbewerbs findet vom
18. bis 22. September 2016 in
Berlin statt.
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Unter dem Motto „Sommerlich und fit – wir machen alle mit“ geht es in
diesem Jahr sportlich auf unserem Stiftungsgelände zu.
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BBZ Juni 2016
IMPRESSUM
Berliner Behinderten
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Berliner
Behindertenverband e.V.
Termine
Der BBZ-Veranstaltungskalender
Mo. 6. Juni
Anschrift der Redaktion:
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Nowak, Sven Przibilla, Rainer
Sanner, Siegurd Seifert, Martin
Schultz, Antje Szardning
Lektorat:
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Die BBZ-Ausgabe Juli/Aug. 16
erscheint am:
07.07.2016
Redaktionsschluss: 21.07.2016
Anzeigenschluss: 24.07.2016
Die Berliner Behindertenzeitung erscheint monatlich,
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Jahresabopreis beträgt 15,00
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Die Redaktion behält sich das
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Auflage dieser Ausgabe: 10.000
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Berliner Behindertenzeitung
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15
10.30 - 12.00 Uhr
Rollstuhlsport
Im Rollstuhl sportliche Übungen
durchführen und körper- liche
Fitness aufbauen, für mehr Freude
und Entspannung im Alltag.
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
11.00 - 12.00 Uhr
Lachyoga (jeweils montags)
Unkostenbeitrag: 3 Euro pro
Termin
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
15.00 - 17.00 Uhr
WII-Gruppe (jeweils mittwochs)
„Jetzt bin ich dran“ - Die lustige
Runde mit der coolen Konsole.
Teilnahme ist kostenlos.
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
15.30 - 18.00 Uhr
Leichtathletik (jeweils montags)
Ein Angebot des Sportclubs
Lebenshilfe Berlin e.V.
Ort: Sportforum Hohenschönhausen
Fritz-Lesch-Str. 29, 13055 Berlin
16.20 - 17.35 Uhr
Integrationssport (jeweils mittwochs)
Ein Angebot von Sportverein
Pfefferwerk e.V.
Ort: Turnhalle an der Homer
Grundschule
Esmarchstr. 18, 10407 Berlin,
Kontakt: Oliver Klar, Tel.: 01795328565.
17.00 - 19.00 Uhr
Integrationssport (jeweils montags)
Bewegung Integrale. Ein Angebot
von der Sportgemeinschaft Handicap Berlin e.V.
Ort: Sporthalle Peter-UstinovSchule
Neue Kantstraße 22/KunoFischer-Straße, 14050 Berlin,
Kontakt: 25469336
Di. 7. Juni
09.30 – 10.30 Uhr
Osteoporosegymnastik (jeweils
dienstags)
Ort: Behindertensportverein
Berlin- Mitte e.V.
Franz-Mett-Sporthalle, Gormannstraße 13, 10119 Berlin, Tel.:
2827433 (Irmtraud Koch)
14:00 Uhr - 18:00 Uhr
Schwimmen (jeweils dienstags)
Behinderten-Sportverein Wilhelmstrand e.V.
Ort: USE-Sozialpädagogischer
Wassersport e.V.
Wassersportallee 27, 12527 Berlin,
Tel.: 51488461 (Marina Brinkmann)
19.00 - 21.00 Uhr
Schwimmen
Ein Angebot der Sportgemeinschaft Handicap Berlin e.V.
Ort: Stadtbad Wilmersdorf,
Mecklenburgische Straße 76,
10713 Berlin (Wilmersdorf ), Tel.
25469336.
Mi. 8. Juni
16.20 - 17.35 Uhr
Integrationssport (jeweils mittwochs)
Ein Angebot von Sportverein
Pfefferwerk e.V.
Ort: Turnhalle an der Homer
Grundschule
Esmarchstr. 18, 10407 Berlin,
Kontakt: Oliver Klar, Tel.: 01795328565.
Do. 9. Juni
14.00 – 14.30 Uhr
Trockengymnastik (jeweils donnerstags)
Verein zur Förderung der Gesundheit Friedrichshagen e.V.
Ort: Therapiezentrum Friedrichshagen, Bölsche Straße 35, 12587
Berlin, Tel.: 03342 – 3078815 (Herr
Henze)
17.00 - 18.00 Uhr
Integrationssport (jeweils donnerstags)
Ein Angebot vom BehindertenSportverein Steglitz e.V.
Ort: Turnhalle der ThienemannSchule, Heinrich-Seidel-Str.16,
12169 Berlin, Kontakt: Axel Laudamus, Tel.: 7121368.
Fr. 10. Juni
13.30 - 14.30 Uhr
Gymnastik im Wasser (jeweils
freitags)
Ein Angebot von Centromed
e.V. Fachverein für Reha- und Behindertensport.
Ort: Centrovital, Neuendorfer
Straße 25, 13585 Berlin (Spandau),
Kontakt: Frau Bonmann, Tel.:
81875182.
16.00 - 18.30 Uhr
Rollstuhlsport (jeweils freitags)
Für Kinder und Jugendliche. Ein
Angebot der Sportgemeinschaft
Handicap Berlin e.V.
Ort: Sporthalle Peter-UstinovSchule, Neue Kantstr. 23-24/
Kuno-Fischer Straße, 14057 Berlin
(Charlottenburg).
So. 12. Juni
18 Uhr
Benefizkonzert: „Von New York
nach Berlin“
Ort: Begegnungshalle der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e.V.,
Mariendorfer Damm 159, 12107
Berlin, Eintritt: Spende/Ohne
Anmeldung
Di. 14. Juni
06.30 – 07.15 Uhr
Wassergymnastik (jeweils montags)
Ort: Sportclub Berlin e.V. Abt.
Rehabilitationssport und Gesundheitssport, Seelenbinder-Halle
(Sporthalle im Velodrom)
Paul-Heyse-Straße 26, 10407
Berlin, Tel.: 97173184.
Mi. 15. Juni
10.30 - 12.00 Uhr
Rollstuhlsport
Im Rollstuhl sportliche Übungen
durchführen und körper- liche
Fitness aufbauen, für mehr Freude
und Entspannung im Alltag.
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
15.00 - 17.00 Uhr
WII-Gruppe (jeweils mittwochs)
„Jetzt bin ich dran“ - Die lustige
Runde mit der coolen Konsole.
Teilnahme ist kostenlos.
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
16.20 - 17.35 Uhr
Integrationssport (jeweils mittwochs)
Ein Angebot von Sportverein
Pfefferwerk e.V.
Ort: Turnhalle an der Homer
Grundschule
Esmarchstr. 18, 10407 Berlin,
Kontakt: Oliver Klar, Tel.: 01795328565.
19.00 - 21.00 Uhr
Schwimmen
Ein Angebot der Sportgemeinschaft Handicap Berlin e.V.
Ort: Stadtbad Wilmersdorf, Mecklenburgische Straße 76, 10713
Berlin (Wilmersdorf ),Tel. 25 46
93 36.
Mo. 20. Juni
15.30 – 18.00 Uhr
Leichtathletik (jeweils montags)
Ort: Sportclub Lebenshilfe Berlin
e.V.
Sportforum Hohenschönhausen
Fritz-Lesch-Str. 29, 13055 Berlin,
Tel.: 6000000 (Gerd Heinrichs)
Di. 21. Juni
15.00 – 18.00 Uhr
Lauter nette Leute (jeden 3.
Dienstag im Monat).
Kaffeeklatsch des Berliner Behindertenverbandes (kostenlos).
Gastgeberin: Petra Mach.
Ort: Berliner Behindertenverband
- Geschäftsstelle, Jägerstr. 63 D,
10117 Berlin (barrierefreie Räumlichkeiten), Tel.: 2043847.
16.00 - 17.30 Uhr
Angst und Depressionen. Offener
Treffpunkt.
Termin jeweils immer am 1.und 3.
Dienstag im Monat.
Kontakt: KIS Pankow, Schönholzer
Str. 10, 13187 Berlin,
Telefon 499 87 09 10, E-Mail [email protected]
hvd-bb.de, www.kisberlin.de
Mi. 21. Juni
10.30 - 12.00 Uhr
Rollstuhlsport
Im Rollstuhl sportliche Übungen
durchführen und körper- liche
Fitness aufbauen, für mehr Freude
und Entspannung im Alltag.
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
11.00 - 12.00 Uhr
Lachyoga (jeweils montags)
Unkostenbeitrag: 3 Euro pro
Termin
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
15.00 - 17.00 Uhr
WII-Gruppe (jeweils mittwochs)
„Jetzt bin ich dran“ - Die lustige
Runde mit der coolen Konsole.
Teilnahme ist kostenlos.
Ort: Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf, Tel.: 8471870.
15.30 - 18.00 Uhr
Leichtathletik (jeweils montags)
Ein Angebot des Sportclubs
Lebenshilfe Berlin e.V.
Ort: Sportforum Hohenschönhausen
Fritz-Lesch-Str. 29, 13055 Berlin
16.20 - 17.35 Uhr
Integrationssport (jeweils mittwochs)
Ein Angebot von Sportverein
Pfefferwerk e.V.
Ort: Turnhalle an der Homer
Grundschule
Esmarchstr. 18, 10407 Berlin,
Kontakt: Oliver Klar, Tel.: 01795328565.
17.00 - 19.00 Uhr
Integrationssport (jeweils montags)
Bewegung Integrale. Ein Angebot
von der Sportgemeinschaft Handicap Berlin e.V.
Ort: Sporthalle Peter-UstinovSchule
Neue Kantstraße 22/KunoFischer-Straße, 14050 Berlin,
Kontakt: 25469336
Fr. 24. Juni
13.30 - 14.30 Uhr
Gymnastik im Wasser (jeweils
freitags)
Ein Angebot von Centromed
e.V. Fachverein für Reha- und Behindertensport.
Ort: Centrovital, Neuendorfer
Straße 25, 13585 Berlin (Spandau),
Kontakt: Frau Bonmann, Tel.:
81875182.
16.00 - 18.30 Uhr
Rollstuhlsport (jeweils freitags)
Für Kinder und Jugendliche. Ein
Angebot der Sportgemeinschaft
Handicap Berlin e.V.
Ort: Sporthalle Peter-UstinovSchule, Neue Kantstr. 23-24/
Kuno-Fischer Straße, 14057 Berlin
(Charlottenburg).
Di. 28. Juni
09.30 – 10.30 Uhr
Osteoporosegymnastik (jeweils
dienstags)
Ort: Behindertensportverein
Berlin- Mitte e.V.
Franz-Mett-Sporthalle, Gormannstraße 13, 10119 Berlin, Tel.:
2827433 (Irmtraud Koch)
14:00 Uhr - 18:00 Uhr
Schwimmen (jeweils dienstags)
Behinderten-Sportverein Wilhelmstrand e.V.
Ort: USE-Sozialpädagogischer
Wassersport e.V.
Wassersportallee 27, 12527 Berlin,
Tel.: 51488461 (Marina Brinkmann)
15.45 Uhr – 16.45 Uhr
Schwimmen (jeweils dienstags)
Sportclub Lebenshilfe Berlin e.V.
Ort: Schwimmhalle Buch,
Wolfgang- Heinz- Straße 41,
13125 Berlin, Tel.: 6000000 (Gerd
Heinrichs),
19.00 - 21.00 Uhr
Schwimmen
Ein Angebot der Sportgemeinschaft Handicap Berlin e.V.
Ort: Stadtbad Wilmersdorf, Mecklenburgische Straße 76, 10713
Berlin (Wilmersdorf ),
Tel. 25 46 93 36.
Mi. 29. Juni
16.20 - 17.35 Uhr
Integrationssport (jeweils mittwochs)
Ein Angebot von Sportverein
Pfefferwerk e.V.
Ort: Turnhalle an der Homer
Grundschule
Esmarchstr. 18, 10407 Berlin,
Kontakt: Oliver Klar, Tel.: 0179-532
85 65.
Behindertenpolitisches Forum
Bezirksbürgermeister
Reinhard Naumann lädt mit dem
Beauf-tragten für Menschen mit
Behinderung sowie dem Behindertenbeirat zum Behindertenpolitischen Forum Charlottenburg-Wilmersdorf am Montag,
dem 13. Juni, 14.00 bis 17.00
Uhr (Festsaal Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100,
10585 Berlin, ein.Alle Bezirksstadträte werden teilnehmen.Auf
dem Forum soll eine Zwischenbilanz zum Umsetzungstand gezogen, Nachregelungsbedarf erhoben und weitere Maßnahmen
diskutiert werden. Vorgesehen
sind vier Workshops. Infos unter
www.bmb.charlottenburg-wilmersdorf.de. Anmeldungen per
E-Mail an [email protected] oder unter Tel.:
9029-12408 (AB) unter Angabe
des gewünschten Workshops sowie einer E-Mail-Adresse.
SoVD-Inklusionslauf
Am Samstag, 18. Juni, 10 Uhr,
findet der Inklusionslauf auf dem
Tempelhofer Feld statt. Der Lauf
ist eine Bewegungsver-anstaltung
für Menschen mit und ohne Behinderung.Mitmachen kann jeder,
der Spaß und Freude an der Bewegung hat und auf seine individuelle Weise laufen oder fahren kann.
Gemäß dem Motto: „Gemeinsam
aktiv für die gute Sache“ sollen
alle sporadisch und individuell
Sport treibende Menschen angesprochen werden.Die Wettbewerbe (Bambinilauf, Staffellauf
4 x 400 m, 5 km, 10 km) werden
von einem bunten Rahmenprogramm begleitet, Moderator
ist Rafael Treite moderiert (inkl.
Gebärdensprachdolmetscher). Infos unter: www.inklusionslauf.de
Theater Thikwa
EINSAMKEITEN - EIN VERSUCH
ÜBER DIE ZWEISAMKEIT
Der Theaterraum ist ein Kabinett
der gelebten Liebe, bewohnt
von Stofftieren und aufblasbaren
Gummipuppen. Dazwischen die
Protagonisten, die sich in zarte,
heftige, verzweifelte, leidenschaftliche und anrührende Monologe,
Gespräche und Situationen
stürzen.
11., 14., 15. und 18. Juni; jeweils 20.00 Uhr, Große Bühne.
Theater Thikwa: F40 – Theater in
den Mühlenhaupthöfen (barrierefrei), Fidicinstraße 40, 10965
Berlin-Kreuzberg.
Online-Tickets: www.thikwa.de
| Ticket-Hotline: 01805-700 733
| Telefonische Reservierungen:
030-61 20 26 20 (Mo-Fr 14-17
Uhr). Tickets: 14 € / ermäßigt 8 €
/ 3-Euro-Kulturticket / Gruppenrabatt.
Freizeit
16
Juni 2016 BBZ
Einmal hinten rum:
Vom S-Bahnhof Friedrichstraße
zum Hackeschen Markt
Erster Halt ist Georgenstraße Ecke Planckstraße.
Dort befindet sich, auf der
anderen Seite der S-Bahn Trasse, die neue Universitätsbibliothek der Humboldt-Uni, mit
ihren markanten länglichen
Fenstern.
Weiter geht es in Richtung
Museumsinsel zum Kupfergraben. Wir kommen an einigen
Restaurants, Bars und Galerien
vorbei, die in den S-Bahnbögen und im Neubau am Hegelplatz eine Heimat gefunden
haben.
An der Ecke „Am Kupfergraben“ und Georgenstraße stehen wir vor der ersten großen
Baustelle auf der Museumsinsel - dem „Pergamon-Museum“.
Der große Vorplatz, mit dem
gläsernen Eingang, ist momentan eine riesige Baugrube. Nur
wenn sie mit der S-Bahn vorbei
fahren, können sie sehen, wie
tief sie ist.
2019 soll die Sanierung des
Pergamon-Museums
abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt wird auch die „JamesSimon-Galerie“ ihre Pforten
öffnen. Sie wird dann der neue
Haupteingang zur „Museums-
insel“ sein. Ob
der umstrittene
Entwurf des britischen Architekten
David Chipperfild
bei den Berlinern
ankommt, steht
auf einem anderen Blatt. Ich frage mich, welchen
Namen wohl die
berühmte Berliner
Kodderschnauze
diesen sehr modernen Bau aus
Glas, Stahl und Beton geben wird?
Nun stehen wir
auf der „Eisernen
Brücke“ und blicken in Richtung Abseits der Touristenrouten findet sich so
Lustgarten. Dort manche Perle.
erhebt sich über
den Bäumen die Kuppel des „Neuen Museum“ vorbei, wel„Humboldt-Forums“, dass von ches eine der berühmtesten
alle nur das „Neue Schloss“ ge- Berlinerinnen beherbergt - die
nannt wird. Genau wie bei der Nofretete.
Gleich daneben steht die
„James-Simon-Galerie“ bin ich
auch hier gespannt, wie die- „Alte Nationalgalerie“. Sie ist
ser Rückgriff auf die Berliner für mich der schönste Bau der
Geschichte bei den Berlinern gesamten „Museumsinsel“. Mit
ihrer Außentreppe und von
ankommt.
Unser Weg führt uns weiter Kolonnaden umgeben wirkt
die Bodestraße entlang, am sie auf mich sehr majestätisch.
© Sven Przibilla
Berlin ist zurzeit eine Stadt
der Baustellen. An allen Ecken
wird gebuddelt, ob nun in Mitte, am Kurfürstendamm oder
in Kreuzberg. Das ist auf der
einen Seite interessant und andererseits nerven die Baustellen. Es scheint so als würde nie
etwas fertig.
Berliner, die nach Jahren
wieder in ihrer alte Heimatstadt kommen, rufen oft erstaunt aus: „Berlin, wie haste dir
vaändert!“
Besonders merken sie dies,
wenn sie sich zu einem kleinen
Spaziergang vom „S-Bahnhof
Friedrichstraße“ zum „Hackeschen Markt“ aufmachen, so
wir nun.
Doch wir flanieren nicht
den üblichen Weg also über
die Straße „Unter den Linden“
entlang. Nein! Wir gehen diesmal mal „hinten rum“.
Gleich am „S-Bahnhof
Friedrichstraße“ biegen wir
in die Georgenstraße ein. Wir
laufen am S-Bahn-Viadukt
entlang, Richtung Fernsehturm. Vorbei an Antiquitätengeschäften und dem
„Pompösen“ Laden des Herrn
Glööckler..
Hubbes normaler Alltagswahnsinn
Ihr gegenüber befindet sich
der „Berliner Dom“, der sich
hinter den frühlingsgrünen
Bäumen zu verstecken scheint.
Auch von hier aus sieht man
das Goldene Kreuz auf der
Domkuppel, das gleißend in
den wolkenlosen blauen Himmel strahlt.
Wenn wir am Dom vorbei sind, kommen wir auf die
Friedrichsbrücke. Sie ist endlich fertig und wird nicht mehr
von Bauzäunen und Bauwagen verunziert. Wenn wir auf
Ihr stehen, bietet sich uns ein
wunderschönes
Panorama,
mit dem Fernsehturm auf der
linken Seite, der Spree in der
Mitte und dem Berliner Dom
rechts. Verweilen sie hier ruhig
einen Augenblick, die Aussicht
ist wunderschön, besonders
am Abend.
Nun brauchen wir noch gut
fünf Minuten und wir haben
unser Ziel, den „Hackeschen
Markt“, erreicht. Auch hier
gibt es jede Menge Neues zu
sehen. Wo sich einst ein verschmutzter Parkplatz befand,
erheben sich nun moderne
Bauten mit viel Glas und ungewöhnlichen Formen.
Ob man will oder nicht,
unwillkürlich stellt man als Betrachter fest: „Mensch Berlin!
Wat haste dir vaänert!“
Informationen
S-Bahnhof Friedrichstraße
Georgenstraße 14/17
10117 Berlin
Momentan finden im
Bahnhof Sanierungsarbeiten statt, was zu Behinderungen führen kann.
Auf der Tour gibt es unterschiedliche Wegbeschaffenheiten, bedingt durch
enge Bürgersteige oder
Baustellen. Restaurants am
Weg sind teilweise nicht
behindertengerecht.
Unterwegs mit der BVG im Rollstuhl
Von Wolf-Dieter Erlbeck
Zweifellos wird auch bei der
BVG immer mehr für Rollstuhlfahrer getan, aber mit der
Handhabung gibt es noch den
Einen oder Anderen Mangel.
Die Umrüstung der Busse mit
Auffahrrampen kann man nur
ausdrücklich loben, doch was
danach passiert, ist in vielen
Bereichen verbesserungswürdig. Habe ich erst einmal mit
meinem Rollstuhl den Höhenunterschied zwischen Fußweg
und dem Fußboden des Busses überwunden, beginnt der
eigentliche Kampf. Nehmen
wir einmal an, der vorgesehene Stellplatz für mich ist nicht
durch abgestellte Taschen,
Tüten oder Personen belegt,
kann ich mit dem Rangieren
beginnen. Dies ist erforderlich
um in die richtige Position,
zum Anlegen des Sicherheitsgurtes zu gelangen. Doch
da beginnt gnadenlos mein
Leiden, denn mit einem Ruck
setzt sich der Bus in Bewegung. Da ich noch dabei bin
den richtigen Standort zu finden, habe ich natürlich keine
Bremse angezogen und rolle
unbarmherzig von meinem
bereits erreichten Platz in eine
völlig neue, ungewollte Richtung. Verzweifelt versuche ich
nun im fahrenden Bus gegenzulenken, um die richtige Stellung zu finden. Erstaunten Mitreisenden scheint es wie ein
kleines Rollstuhltänzchen auszusehen. Mit etwas Glück, einigen Flüchen und mitleidigen
Blicken der übrigen Passagiere,
gelingt es dann nach der zweiten oder dritten Haltestelle die
Handbremse anzuziehen, um
den Gurt anzulegen.
„Doch denkste“, wie der Berliner sagt! Ich halte ein Stück
Gurt in meinen Händen ohne
Schloss und reichlich dreckig
und zerfetzt. Der Vandalismus
macht auch hier, bei für Rollstuhlfahrer so lebenswichtigen Einrichtungen, nicht halt.
Schade, die Holzköpfe, die
so etwas zu vertreten haben,
werden nicht weniger. Manchmal wäre auch eine kleine Hilfe
von mitfahrenden Passagieren
und etwas Rücksichtnahme
von ebenfalls Betroffenen hilfreich. Ganz zu schweigen vom
Busfahrer, der gut und gerne
einen Moment warten könnte, bis der Rollstuhlfahrer den
richtigen Standort erreicht hat.
Die Ausrede mit dem Zeitdruck
und dem engen Fahrplan zieht
hier nicht, denn schließlich
steigt nicht bei jeder Haltestelle ein Rollstuhlfahrer ein.
Selbstverständlich müssen wir
Rollstuhlfahrer auch auf Mitreisende, zum Beispiel Mütter mit
Kinderwagen, Rücksicht nehmen und nicht auf unser Recht
pochen.