Flyer - Thomas Sessler Verlag

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Flyer - Thomas Sessler Verlag
Vida Ognjenovic
FRAU EINSTEIN
10 H/ 6 D/ variable Dek
Die Geschichte der Mileva Maric- Einstein
Wie glücklich bin ich, daß ich in Dir eine ebenbürtige Kreatur gefunden
habe, die gleich kräftig und selbständig ist wie ich selbst! Außer mit Dir
bin ich mit allen allein.
(Albert Einstein an Mileva Maric, 3.Oktober 1900)
Mileva Maric wird 1875 im serbischen Teil Südungarns geboren. Ihr Vater, ehemaliger Offizier der
kaiserlichen Armee, wechselt nach Milevas Geburt in den Zivildienst. Früh erkennt er Milevas Begabungen, fördert ihre Talente durch eine umfangreiche Ausbildung an den besten Schulen der damaligen k.u.k. Monarchie und unterstützt ihre Ambitionen zu studieren.
Mileva besteht alle Prüfungen auf Anhieb und belegt 1896 die Fächer Physik und Mathematik an der
Eidgenössischen Technischen Hochschule. Sie ist die fünfte Frau, die in Zürich Physik studiert, doch
die einzige in ihrem Jahrgang. Die Begegnung im Rahmen des Physikalischen Praktikums mit dem
um vier Jahre jüngeren Albert Einstein, soll für ihr weiteres Leben bestimmend sein.
Die beiden gelten bald sowohl privat als auch in der gemeinsamen Arbeit als ideales Paar und intensivieren ihre wissenschaftliche Zusammenarbeit.
Wie stolz und glücklich werde ich sein, wenn wir beide zusammen unsere Arbeit über die Relativbewegung siegreich zu Ende geführt haben. Wenn ich so andre Leute sehe, da kommt mir`s so recht,
was an Dir ist. (27. März 1901)
Mileva liebt und bewundert Einstein abgöttisch und vernachlässigt zunehmend ihr eigenes Studium.
Während einer geheimgehaltenen Schwangerschaft legt sie ihre Abschlussprüfung zwar ab, zieht sich
aber zur Geburt der Tochter Liesel, deren Existenz vertuscht wird und bis heute nicht weiter verfolgt
werden konnte, 1902 in ihrer Heimat zurück. Einstein wird von Milevas Vater über die schwierige
Entbindung informiert:
Armes, liebes Schatzerl, was mußt Du alles leiden, daß Du mir nicht einmal selbst schreiben kannst.
(Februar 1902)
Auf Wunsch Einsteins kehrt sie ohne das Kind in die Schweiz zurück, wo die beiden 1903 in Bern
heiraten und sich häuslich niederlassen. Einstein arbeitet im Schweizer Patentamt und an seiner Dissertation. 1904 bringt Mileva den ersten Sohn Hans Albert zur Welt und widmet sich nur noch der
Erziehung des Kindes und dem Betreiben einer kleinen Studentenpension. Nach der Geburt des zweiten Sohnes Eduard, der wie Milevas Schwester geistig behindert ist, zieht sich Einstein ganz von der
Familie zurück und beginnt ein Verhältnis mit seiner Cousine Elsa. Die Fortsetzung der Ehe mit
Mileva wird brieflich festgelegt.
1919 wird die Ehe dann doch geschieden. Einstein geht nach Berlin und überschreibt den Nobelpreis,
den er 1921 erhält, an Mileva. Sie lebt zurückgezogen mit den beiden Söhnen in Zürich, wo sie 1948
einsam stirbt.
Milevas Anteil an Einsteins Arbeiten wird bis heute weitgehend verleugnet. Da die Friedhofsgebühren nicht bezahlt wurden, wurde ihr Grab bald eingeebnet.
Mein Herzensschatzerl!.. Bis Du mein liebes Weiberl bist, wollen wir recht eifrig zusammen wissenschaftlich arbeiten, daß wir keine alten Philisterleut werden, gellst! (Dezember 1901)
Übersetzung aus dem Serbischen von MILO DOR
FRAU EINSTEIN
Brief Einsteins an Mileva vom 18. Juli 1914
A
1.
2.
3.
Du sorgst dafür
daß meine Kleider und Wäsche ordentlich im Stand gehalten werden
daß ich drei Mahlzeiten im Zimmer ordnungsgemäß vorgesetzt bekomme
daß mein Schlaf- und Arbeitszimmer stets in guter Ordnung gehalten sind, insbesondere
daß der Schreibtisch mir allein zur Verfügung steht.
B Du verzichtest auf alle persönliche Beziehungen zu mir, soweit deren Aufrechterhaltung aus
gesellschaftlichen Gründen nicht unbedingt geboten sind. Insbesondere verzichtest Du darauf
1. daß ich zu Hause bei Dir sitze.
2. daß ich zusammen mit Dir ausgehe oder verreise.
C
1.
2.
3.
Du verpflichtest Dich ausdrücklich, im Verkehr mit mir folgende Punkte zu beachten:
Du hast weder Zärtlichkeiten von mir zu erwarten noch mir irgendwelche Vorwürfe zu machen.
Du hast eine an mich gerichtete Rede sofort zu sistieren, wenn ich darum ersuche.
Du hast mein Schlaf- bzw. Arbeitszimmer sofort ohne Widerrede zu verlassen, wenn ich darum
ersuche.
D Du verpflichtest Dich, weder durch Worte noch durch Handlungen mich in den Augen meiner
Kinder herabzusetzen.
Mileva: Wieso opfere ich mich für ihn auf? Er
erwidert jede meiner Zärtlichkeiten hundertfach.
Ja, er ist besessen von der Physik und kleidet sich
nachlässig, weil er keine Zeit für Äußerlichkeiten
hat. Mir macht das nichts aus. Für mich ist er der
Schönste auf der Welt. Er ist kein parfümierter
Müßiggänger, sondern ein ernsthafter junger Wissenschaftler, ein neuer Newton. Ich kann ihn nicht
so sehr lieben, wie er es verdient.
Albert: Wer weiß, was sich alles in einer Sonate
verbirgt. Das, was wir dabei fühlen, sind nur äußere Anzeichen. Man muss sie von innen lesen.
Vielleicht sind in ihnen irgendwelche Naturgesetze ausgedrückt, die bisher von der Physik nicht
einmal erahnt wurden. Was ist, wenn manche von
diesen Noten die Formeln der Lichtbewegung
enthalten, aber ich bin nicht imstande , das zu
sehen.
Zum Stück
Vida Ognjenovic zeigt die Geschichte einer genialen Frau an der Seite- und in
Folge- im Schatten eines genialen Mannes. Das Stück beschreibt in genau recherchierten Szenen Milevas Studentenzeit, ihre vielschichtige Beziehung zu Einstein
und verdeutlicht die Einzigartigkeit dieser Frau unter den Zwängen der damaligen
Zeit:
Von den Stationen der Schulausbildung- sie durfte am Königlichen Obergymnasium in Agram nur per Sondergenehmigung als einziges Mädchen am Physikunterricht teilnehmen- bis zum hürdenreichen Weg in das freie Zürich, der ersten Stadt
im deutschsprachigen Raum, an deren Universitäten Frauen seit 1867 zugelassen
werden.
Die Tragik dieser hochintelligenten Frau, deren Ehrgeiz sich von den Formeln der
Physik in die Formeln zur Erfüllung der Ehe mit Einstein verlagert hatte, berührt.
Über Milevas Anteil an Einsteins Arbeit an der Entstehung der Relativitätstheorie,
die ihm in der Folge den Nobelpreis brachte, gibt es bis heute Kontroversen.
Eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und doch auf der Strecke blieb.
B E I IN T E R E S S E
K O NT A K T IE R E N S IE
U N S B IT T E
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