im Offsetdruck – bessere Luft zum Atmen / Rettungswege und

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im Offsetdruck – bessere Luft zum Atmen / Rettungswege und
Ausgabe 5 / 2005
September / Oktober
10 Jahre Brancheninitiative
im Offsetdruck – bessere Luft zum Atmen / Rettungswege und Notausgänge / Versicherungsschutz auf Geschäftsreisen / Büroarbeit – heute
an die Zukunft denken / Veranstaltungen zum Arbeitsschutz / Zeitungszustellung
Sicherheit und Gesundheitsschutz rund um Text, Bild, Druck und Papierverarbeitung
tag für tag
22 || tag
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fürtag
tag05
02//05
05 || BG
BGberichtet
berichtet
Inhalt
Mitteilungsblatt der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung für Prävention,
Rehabilitation und Entschädigung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
tag für tag 5 / 2005
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BG berichtet
2 Inhalt
3 Editorial/Impressum
4 Aktuelles
8 Geprüfte Maschinen
9 Termine zur Aus- und Weiterbildung
10 Unfälle
12 10 Jahre Brancheninitiative im
Offsetdruck – bessere Luft zum Atmen
Gesundheit und Sicherheit
14 Rettungswege und Notausgänge
16 Ich fühle mich gut betreut
18 Versicherungsschutz auf Geschäftsreisen
20 Büroarbeit – heute an die Zukunft denken
Aus der Praxis
22 »Moin, Moin« - Winterjacken für Zeitungszusteller
24 Zeitungszustellung: Stirnlampen für
erhöhte Sehanforderungen
26
28
Veranstaltungen zum Arbeitsschutz
Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
in Wellpappebetrieben
30
DVR-Jahresaktion 2005
BG berichtet | tag für tag 05 / 05 | 3
Editorial
Reformen stärken gesetzliche Unfallversicherung In einem
Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz heißt es: »Die Wirtschaftsminister und
-senatoren der Länder bekräftigen die Notwendigkeit und die Bedeutung der gesetzlichen
Unfallversicherung als Bestandteil der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland. Die Aktivitäten der Unfallversicherungsträger im Bereich Prävention haben in der
Vergangenheit dazu beigetragen, dass insbesondere die Zahl der Arbeitsunfälle seit
Jahren rückläufig ist.«
Gleichzeitig fordert die Wirtschaftsministerkonferenz, alle Potenziale zur Senkung
der Beitragszahlungen zur gesetzlichen Unfallversicherung auszuschöpfen. Eine Reform
der gesetzlichen Unfallversicherung soll darauf zielen, die finanziellen Belastungen für
die Betriebe zu senken und gleichzeitig ein angemessenes Arbeitsschutzniveau aufrecht
zu halten.
Die Berufsgenossenschaften haben den Reformprozess schon begonnen und teilweise
in der Praxis umgesetzt. In einem ersten Schritt wurde das Vorschriftenwerk gestrafft.
Die regional zuständigen Bau-Berufsgenossenschaften haben mit der Tiefbau-Berufsgenossenschaft zur BG Bau fusioniert. Gleichzeitig haben sich die Süddeutsche Metall
Berufsgenossenschaft und die Edel- und Unedel BG zur Berufsgenossenschaft Metall Süd
zusammengeschlossen. Über weitere Fusionen wird gesprochen – dort, wo es sinnvoll ist.
Allerdings sind Fusionen kein Allheilmittel. Ob durch Fusionen tatsächlich eine effizientere Berufsgenossenschaft entsteht, muss im Einzelfall geprüft werden. Eine Alternative sind Kooperationen. Durch Kooperationen werden Synergieeffekte genutzt – ohne
den Nachteil einer möglicherweise unflexiblen Verwaltungseinheit. Seit langem kooperiert
unsere Berufsgenossenschaft unter anderem in der Datenverarbeitung mit anderen
Berufsgenossenschaften. In den vergangenen Jahren wurden so allein im EDV-Bereich
rund zwei Millionen Euro für unsere Mitgliedsbetriebe gespart. Die Selbstverwaltung hat
beschlossen, dass diese nutzbringenden Kooperationen weiter ausgebaut werden sollen.
Auch andere Berufsgenossenschaften haben mittlerweile Kooperationen geschlossen.
Zur Effizienzsteigerung dient auch Benchmarking. Dabei werden durch betriebswirtschaftliche Vergleiche die besten Lösungen für bestimmte Aufgaben gesucht, um die
jeweils beste Lösung für eine bestimmte Aufgabe zu finden. Um dies in die Praxis umzusetzen, hat unsere Berufsgenossenschaft eine Benchmarking-Kooperation mit vier anderen
Berufsgenossenschaften und zwei BG-Verwaltungsgemeinschaften gegründet.
Diese Maßnahmen zeigen: Die Berufsgenossenschaften treiben aus eigner Kraft
den Veränderungsprozess voran, um so einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität der
versicherten Betriebe zu leisten. Sie haben bereits vieles von dem erreicht, was die
Wirtschaftsminister fordern.
Impressum Verantwortlich für den Inhalt: Michael
Boettcher, Direktor der Berufsgenossenschaft / Schriftleitung Arbeitssicherheit: Albrecht H. Glöckle, Leiter
des Bereichs Prävention / Redaktion: Holger Pelz / Gestaltung: Heine/Lenz/Zizka, Frankfurt am Main / Titelfoto:
Frey, Egling / Lithografie: City Repro, Mainz / Druck: Brühl-
sche Universitätsdruckerei GmbH & Co. KG, Giessen /
Der Bezugspreis für das Mitteilungsblatt ist durch den
Mitgliedsbeitrag abgegolten. Nachdruck nur nach Vereinbarung mit der Berufsgenossenschaft und mit der
Quellenangabe: »tag für tag – Zeitschrift der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung« erlaubt. /
Erscheinungsweise: zweimonatlich / Verlag: Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung, 65173
Wiesbaden, Telefon: 0611-131·0, Telefax: 0611-131·100,
Internet: www.bgdp.de
4 | tag für tag 05 / 05 | BG berichtet
Aktuelles
Das Medienbüro Die Broschüre
»Das Medienbüro« richtet sich in erster Linie an Unternehmer, Führungskräfte und Betriebsvertretungen von
Unternehmen aus dem Bereich der
digitalen Medienerstellung – von der
Konzeption bis zur elektronischen
Produktion: Redaktionen, Grafik/Design, Fotografie, Druckformherstellung sowie Agenturen und Büros für
Text und Bild.
Die Broschüre unterstützt die
Verantwortlichen bei der Ausstattung und Überprüfung der Büros
Unsere Berufsgenossenschaft auf der A+A 2005
Foto: Draabe, Hamburg
Von 24. bis 27. Oktober 2005 findet in
Düsseldorf die diesjährige »A+A«,
Messe für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, statt. Die Berufsgenossenschaften informieren auf
einem Gemeinschaftsstand über aktuelle Themen der Arbeitssicherheit
und des Gesundheitsschutzes.
Ein Schwerpunkt werden in diesem Jahr die Forschungsaktivitäten
der Berufsgenossenschaften sein.
Seit 100 Jahren forschen Institute
der Berufsgenossenschaften, um
Arbeitsplätze sicherer und gesünder
zu machen.
Unsere Berufsgenossenschaft
hat im Rahmen der Anwendungsforschung z.B. Gesundheitsgefahren
untersucht. In Zusammenarbeit mit
den Betrieben und Herstellern wurden praktikable Schutzmaßnahmen
erprobt. Auf der A+A wird dies am
Beispiel des Themas »Luftbefeuchtung« dokumentiert.
bzw. Arbeitsräume. Sie gibt Tipps
für die Gestaltung von Arbeitsabläufen. Sie erfüllt damit auch die
Anforderungen, die der Gesetzgeber
mit der »Gefährdungsbeurteilung«
an die Unternehmen stellt.
Die Broschüre liegt seit kurzem
in überarbeiteter Fassung vor. Betriebe, die bei unserer Berufsgenossenschaft versichert sind, können
diese Broschüre kostenlos unter
der Fax-Nummer 0611-131·222 oder
per E-Mail unter [email protected]
anfordern.
BG berichtet | tag für tag 05 / 05 | 5
Anwendungssicherheit
bei chemischen Produkten
Durch die Novelle der Gefahrstoffverordnung ist der »Umgang« – oder
neuerdings die »Tätigkeit« – mit
chemischen Produkten wieder in
den Mittelpunkt gerückt. Chemische
Stoffe kommen in fast jedem Betrieb
in größerer Menge und Vielfalt vor.
Gut geführte Arbeitsstoffverzeichnisse weisen heutzutage meist mehr
als hundert Gefahrstoffe aus.
Bei der Auswahl der Arbeitsstoffe
muss neben produktionstechnischen
Rahmenbedingungen und Kundenanforderungen auch die Gesundheit
der Beschäftigten berücksichtigt
werden. Dies ist in der Praxis nicht
immer einfach, gerade für kleine und
mittlere Unternehmen.
Kleine und mittlere Unternehmen
benötigen daher bei der Anwendung
Tag der Verkehrssicherheit
Erstmals fand am 18. Juni 2005 der
vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat ins Leben gerufene Tag der
Verkehrssicherheit statt. Zahlreiche
Organisationen beteiligten sich an
dem bundesweiten Aktionstag. Die
Berufsgenossenschaft Druck und
Papierverarbeitung veranstaltete
gemeinsam mit der Fleischerei-BG,
der Verwaltungsgemeinschaft der
Lederindustrie-, Papiermacher- und
Zucker-BG sowie der BG Metall Süd
eine Aktion in der Mainzer Innenstadt. Hier erlebten über 5.000 Besucher Verkehrssicherheit hautnah:
Interessierte konnte mit einem
Überschlagsimulator fahren, ihr
chemischer Produkte in besonderem
Maße die Unterstützung der Hersteller oder Händler. Umgekehrt sichern
verantwortliches Handeln und gute
Informationen der Hersteller die
Kundenbeziehungen.
Im Rahmen von INQA werden
die Entwicklung und die Verwendung
anwendungssicherer chemischer
Produkte gefördert. Bei Tätigkeiten
mit diesen Produkten genügen die in
der TRGS 500 geforderten Mindeststandards an Schutzmaßnahmen.
Darüber hinausgehende, möglicherweise aufwendige Maßnahmen sind
Reaktionsvermögen testen oder
ihre Sehstärke prüfen. Für Kinder
war ein Parcours der Jugendverkehrsschule aufgestellt. Zahlreiche
Besucher informierten sich bei den
Mitarbeitern der Berufsgenossenschaften über Verkehrssicherheitsthemen. Eröffnet wurde der Tag der
Verkehrssicherheit von Günter
Eymael, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für
Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr
und Weinbau und Burkard Spiegel,
Hauptgeschäftsführer der Fleischerei-Berufsgenossenschaft. Zukünftig
soll der Tag der Verkehrssicherheit
an jedem dritten Samstag im Juni
stattfinden. [ Sp ]
also nicht erforderlich. Dieses entlastet den Unternehmer nicht nur bei
den gesetzlichen Pflichten zum Arbeitsschutz, sondern motiviert auch
die Beschäftigten.
Weitere Informationen erhalten
Sie unter www.inqa.de /Inqa/
Navigation/ Themen/nachhaltigechemie.html.
Die TRGS 500 ist in dem Taschenbuch »Gefahrstoffe 2005« abgedruckt.
Dieses kann bei der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung
bestellt werden (Fax: 0611-131·222
oder E-Mail: [email protected]).
Eröffneten den Tag
der Verkehrssicherheit
in Mainz (von links):
Ulrich Meesmann,
Papiermacher-BG,
Kurt Merkator, Stadt
Mainz, Burkard
Spiegel, FleischereiBG, Bernd Offermanns, BG Druck und
Papierverarbeitung,
Staatssekretär Günter
Eymael, rheinlandpfälzisches Verkehrsministerium.
6 | tag für tag 05 / 05 | BG berichtet
Aktuelles
175
150
125
Die Zahl der
100
schweren
Unfälle von
Zeitungs75
zustellern
die zu einer
Rente führen,
50
hat sich bei
unserer Berufsgenossenschaft 25
halbiert.
0
2002
2003
2004
Zahl der Sturzunfälle geht
zurück In Deutschland sind viele
Unfälle auf Stolpern, Rutschen und
Stürzen zurückzuführen. Die Auswertung der Unfallzahlen für 2004
lässt aber hoffen, dass diese Unfälle
deutlich weniger werden. Im Vergleich zum Jahr 2002 sind bei den
gewerblichen Berufsgenossenschaf-
Bestellung von Fachkräften
für Arbeitssicherheit – Techniker- bzw. Meisterähnliche
Funktion Die neue BGV A2
»Betriebsärzte und Fachkräfte für
Arbeitssicherheit« sieht ausdrücklich vor, dass Fachkräfte nicht unbedingt über eine Ingenieur-, Technikerund Meisterausbildung verfügen
müssen. Als Voraussetzung für
die Ausbildung zur Fachkraft für
Arbeitssicherheit genügt eine
»Techniker- bzw. Meisterähnliche
Funktion«.
Das bedeutet, dass dieser Mitarbeiter über praktische Kenntnisse
verfügt, die zur Aufgabe eines Beschäftigten mit größerer Verantwortung im fachlichen und personellen
Bereich gehören.
ten insgesamt 26 Prozent weniger
Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
gemeldet worden. Bei unserer Berufsgenossenschaft ist die Zahl der
Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
im Vergleich zu 2002 nur leicht
zurückgegangen. Bei den Zeitungszustellern, die aufgrund ihres besonderen Unfallrisikos eine Hauptzielgruppe der Aktion unserer Berufsgenossenschaft war, hat sich
die Zahl der schweren Unfälle von
2002 auf 2004 nahezu halbiert. 2004
waren 82 Stolper-, Rutsch- und
Sturzunfälle der Zeitungszusteller
so schwer, dass eine Rente gezahlt
wurde. 2002 lag die Vergleichszahl
noch bei 159. Ob sich diese Tendenz
fortsetzt, werden die Unfallzahlen
der kommenden Jahre bestätigen
können.
Statistiken aus 2001 zeigten,
dass jeder fünfte Arbeitsunfall und
jeder dritte Wegeunfall ein Stolper-,
Rutsch- oder Sturzunfall war. Dies
deckte sich auch mit den Unfallzahlen unserer Berufsgenossenschaft: Etwa 16 % aller Unfälle, die
wir in den Jahren 1997–2001 in der
Unfallauswertung erfasst haben,
sind Sturzunfälle. Schätzungen haben gezeigt, dass die Berufsgenossenschaften jährlich rund 330 Mio.
Euro für die Folgen von Sturzunfällen ausgeben. Der deutschen Wirtschaft entstehen insgesamt Kosten
in Höhe von etwa 8 Milliarden Euro.
Fast 5.000 Betroffene pro Jahr verletzen sich so schwer, dass sie wegen
dauernder gesundheitlicher Beeinträchtigungen eine BG-Rente erhalten.
Die Berufsgenossenschaften
haben deshalb im April 2003 gemeinsam die Aktion »Sicherer Auftritt«
gestartet, um die Zahl dieser Unfälle
zu senken. Ziel dabei war es, das
Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten zu verbessern und durch
Änderung des Verhaltens die Unfallzahlen gegenüber den Zahlen des
Jahres 2002 langfristig um 15 Prozent
zu senken.
Damit soll es gerade kleineren
und mittelgroßen Betrieben ermöglicht werden, eigene Mitarbeiter zur
Fachkraft ausbilden zu lassen.
Dies hat den Vorteil, dass bei der
Beratung der angestellten Fachkraft
für Arbeitssicherheit neben den
fachlichen Belangen auch verstärkt
die sehr wichtige Integration des
Arbeitsschutzes in die betriebliche
Aufbau- und Ablauforganisation
einbezogen wird. Die eigenen Erfahrungen als Vorgesetzter bzw. fachlich Verantwortlicher sollen dazu als
Grundlage dienen.
Diese Regelung der Fachkundevoraussetzung »Techniker- bzw. Meisterähnliche Funktion« ist damit
auch für kleinere und mittelgroße
Unternehmen eine echte Alternative
und Kostenersparnis dar, bei der
Überlegung, ob eigene Mitarbeiter
oder externe Stellen die Aufgaben
der Fachkraft für Arbeitssicherheit
im Unternehmen ausfüllen. [ Pr ]
Foto: Rüther,
Wiesbaden
BG berichtet | tag für tag 05 / 05 | 7
BG-Forschung spart den
Betrieben Kosten Seit 100 Jahren betreiben die Berufsgenossenschaften Forschung mit dem Ziel,
die Arbeitsplätze sicherer und gesünder zu gestalten oder die Heilbehandlung und Rehabilitation zu
verbessern. Neben der Forschung in
zentralen Forschungseinrichtungen
wie dem BGIA hat unsere Berufsgenossenschaft (BG) in zahlreichen
Feldversuchen die Belastungen am
Arbeitsplatz ermittelt und Gegenmaßnahmen erarbeitet oder auf ihre
Wirksamkeit hin geprüft. So hat die
BG in Offsetdruckereien die IPAKonzentration in der Atemluft gemessen. Die Messungen zeigten,
dass in vielen Offsetdruckereien die
Grenzwerte sicher eingehalten waren. Dies muss jede Offsetdruckerei
z. B. durch eine Messung – auf eigene
Rechnung – nachweisen. Es stellte
sich die Frage, ob man auch ohne
Messung vorhersagen kann, ob der
Grenzwert eingehalten ist.
Rechnen statt Messen Im ersten Schritt wurde versucht, anhand
der Jahresverbrauchsmengen von
IPA, der Hallengeometrie und der
Luftwechselrate im Drucksaal die
IPA-Konzentration rechnerisch abzuschätzen. In der Praxis kennt man
aber häufig nicht die Luftwechselrate bei reiner Fensterlüftung. Es ist
auch kaum möglich, zu ermitteln,
wie viel des eingesetzten IPA in die
Atemluft verdunstet. Hier musste
auf Erfahrungswerte und zusätzliche
vereinfachende Annahmen zurück-
gegriffen werden. Erfahrungsgemäß
wird die Luft bei Fensterlüftung
mindestens zweimal pro Stunde getauscht – dies wurde durch zahlreiche Messungen belegt. Diesen Wert
kann man daher als untere Grenze
verwenden. Da die Verdunstung von
vielen Faktoren abhängt, wurde zur
Vereinfachung der ungünstigste Fall
angenommen: das eingesetzte IPA
verdunstet vollständig in die Atemluft.
Mit diesen Annahmen kann man
eine obere Schranke für die IPA-Konzentration in der Atemluft berechnen.
Die so berechneten Werte wurden
mit den Messwerten verglichen: Der
berechnete Wert liegt in allen Fällen
über dem gemessenen Wert. Liegt
der Schätzwert schon unter einem
Zehntel des Grenzwertes, so kann
auch davon ausgegangen werden,
dass der Grenzwert dauerhaft sicher
eingehalten wird. Die Erfahrungen
aus den Feldversuchen haben gezeigt,
dass Messungen in diesen Fällen
keine anderen Aussagen liefern.
Auf die Messungen kann daher verzichtet werden.
Kosten gespart Das Verfahren
wurde auch von der Gewerbeaufsicht geprüft und bestätigt. Ergebnis
ist ein Rechenmodell, mit dem man
relativ schnell die IPA-Konzentration im Drucksaal abschätzen kann.
Viele Offsetdruckereien können mit
diesem Verfahren auf Messungen
verzichten.
Mit dem Rechenmodell kann man
aber auch abschätzen, wie viel Liter
IPA jährlich eingespart werden können, wenn man den Verbrauch um
einige Prozent reduziert.
Genaue Messung
und Dosierung
sind Basis des
alkoholfreien bzw.
alkoholreduzierten
Offsetdrucks.
Fotos: Frey, Egling
8 | tag für tag 05 / 05 | BG berichtet
Geprüfte Maschinen
Prüf- und Zertifizierungsstelle Druck und Papierverarbeitung
Für folgende Maschinen wurden von Mai 2005 bis Juni 2005 die Zertifikate für das GS-Zeichen ausgestellt:
Unternehmen
Maschinenart
Maschinentyp
Prüfnr.
BHS Corrugated
Maschinen- und Anlagenbau GmbH
Querschneider
HQM
DP 05048
BHS Corrugated
Maschinen- und Anlagenbau GmbH
Ablage
AS-M
DP 05049
Meccanotecnica S.p.A.
Stapler für Fadenheftmaschinen
Plus, Plusplus
DP 05050
Meccanotecnica S.p.A.
Zusammentrag-, Stapel- und
Fadenheftsystem für Bögen
Uniplex
DP 05051
Meccanotecnica S.p.A.
Automatisches Buch-, Entladesystem für Fadenheftmaschinen
Magix
DP 05052
technotrans AG
Bypass-Filtersystem
beta.f
DP 05053
Boschert GmbH & Co. KG
Maschinen- und Apparatebau
Klapplager
A 40 / A 50 / A 80
DP 05054
MAN Roland Druckmaschinen AG
Bogenoffsetmaschine
R 900
DP 05055
Fritz Lange GmbH
Prägepresse
PP40 TREND
DP 05056
Müller Martini
Buchbinde-Systeme AG
Klebebinder
3028 Bolero
DP 05057
Heidelberger Druckmaschinen AG
Bogenoffsetmaschine
Printmaster GTO 52
DP 05059
Adast a.s.
Bogenoffsetmaschine
Adast 807 / 807 P
DP 05060
Grafix GmbH
Zerstäubungstechnik
UV-Trockner für Bogenoffsetmaschine Rapida 74, Rapida 105,
Rapida 130-162 A
G 55 K-UVF-UVI
DP 05061
Kolbus GmbH & Co. KG
Buchfertigungsstraße
BF 511
DP 05062
IST Metz GmbH
UV-Zwischen- und Endtrocknung
für Rapida 105 Universal
D 105-3M-2/4x1/2-CMK-WIR-CAKBA-SLC
DP 05063
Heidelberg Postpress
Deutschland GmbH
Päckchenauslage
SFA 603, SFA 604
DP 05064
Winkler + Dünnebier AG
Nummeriermaschine
NotaNumber III
DP 05065
BHS Corrugated
Maschinen- und Anlagebau GmbH
Heiz- und Zugpartie
DWR-M
DP 05066
Müller Martini
Druckverarbeitungs-Systeme AG
Kreuzleger
Perfetto 0450
Robusto 0451
DP 05067
Kolbus GmbH & Co. KG
Prägepresse
PE 312
DP 05068
Krug & Priester GmbH & Co. KG
Planschneidemaschine
EBA 721-06 LT
DP 05069
Krug & Priester GmbH & Co. KG
Planschneidemaschine
EBA 551-06, EBA 551-06 LT
DP 05070
Die aktuelle Liste aller geprüfter Maschinen finden Sie im Internet über http://www.bgdp.de/Maschinenliste
BG berichtet | tag für tag 05 / 05 | 9
Aus- und Weiterbildung
Termine
Die Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung führt zu folgenden Terminen Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen durch:
Lehrgänge für Fachkräfte
für Arbeitssicherheit
65817 Eppstein 1. Präsenz
65817 Eppstein 2. Präsenz
65817 Eppstein 3. Präsenz
65817 Eppstein 4. Präsenz
14 / 11 / 05 – 18 / 11 / 05
21 / 11 / 05 – 25 / 11 / 05
28 / 11 / 05 – 09 / 12 / 05
17 / 10 / 05 – 21 / 10 / 05
16 / 01 / 06 – 20 / 01 / 06
30 / 01 / 06 – 03 / 02 / 06
06 / 02 / 06 – 17 / 02 / 06
12 / 12 / 05 – 16 / 12 / 05
27 / 03 / 06 – 31 / 03 / 06
Seminar für Betriebsärzte
Seminare für Meister
und andere Vorgesetzte
16831 Linow
90765 Fürth
30 / 09 / 05
09 / 12 / 05
65817 Eppstein Grundsem.
65817 Eppstein Aufbauseminar
10 / 10 / 05 – 14 / 10 / 05
03 / 05 / 06 – 05 / 05 / 06
23 / 01 / 06 – 27 / 01 / 06
Seminare für Betriebsräte
65817 Eppstein Grundsem.
65817 Eppstein Aufbauseminar
15 / 03 / 06 – 17 / 03 / 06
14 / 09 / 05 – 16 / 09 / 05
13 / 09 / 06 – 15 / 09 / 06
Lehrgänge für
Brandschutz-Beauftragte
65817 Eppstein Teil 1
65817 Eppstein Teil 2
09 / 01 / 06 – 13 / 01 / 06
31 / 10 / 05 – 04 / 11 / 05
20 / 03 / 06 – 24 / 03 / 06
Lehrgänge für
Gabelstaplerfahrer
08547 Jößnitz Ausbildung
Seminare für Ausbilder
von Staplerfahrern
08547 Jößnitz Ausbildung
07 / 11 / 05 – 11 / 11 / 05
12 / 12 / 05 – 16 / 12 / 05
Fachseminare
65817 Eppstein
31 / 10 / 05 – 01 / 11 / 05
30 / 01 / 06 – 31 / 01 / 06
»Alkohol in der Arbeitswelt«
Diese Seminare sind gedacht
für alle Mitarbeiter unserer
Mitgliedsbetriebe, soweit sie
entsprechend eingesetzt und
mit dem Fachgebiet betraut
sind.
08547 Jößnitz
12 / 12 / 05 – 14 / 12 / 05
26 / 04 / 06 – 28 / 04 / 06
»Arbeitsstoffe«
65817 Eppstein
12557 Berlin
29 / 11 / 05 – 30 / 11 / 05
25 / 04 / 06 – 26 / 04 / 06
»Bogenoffset«
01109 Dresden
03 / 07 / 06 – 07 / 07 / 06
»Elektrische Ausrüstung und Steuerung«
55128 Mainz
25 / 01 / 06 – 26 / 01 / 06
»Explosionsschutz«
65817 Eppstein
03 / 11 / 05 – 04 / 11 / 05
»Transport gefährlicher Güter«
59872 Meschede
28 / 09 / 05
»Heben und Tragen von Lasten«
Führung und Persönlichkeit
Diese Seminare sind gedacht
für alle Führungskräfte unserer
Mitgliedsbetriebe, die ihre
rhetorischen Fähigkeiten und
ihr methodisches Geschick in
Führungssituationen der täglichen Praxis weiter verbessern
wollen.
01 / 11 / 05 – 04 / 11 / 05
14 / 11 / 05 – 18 / 11 / 05
05 / 12 / 05 – 09 / 12 / 05
22850 Norderstedt
20 / 10 / 05
»Luftbefeuchtung«
65817 Eppstein
12 / 10 / 05 – 13 / 10 / 05
»Projektmanagement und Evaluation im Arbeitsschutz«
08547 Jößnitz
06 / 12 / 05 – 07 / 12 / 05
»Psychische Fehlbeanspruchungen«
16831 Linow
28 / 11 / 05 – 30 / 11 / 05
»Sachkundiger der Ladungssicherung«
Ort noch offen
26 / 04 / 06 – 27 / 04 / 06
»Siebdruck«
81929 München
28 / 03 / 06 – 29 / 03 / 06
»Zeitungsdruck«
08547 Jößnitz
19 / 12 / 05 – 20 / 12 / 05
»Mit Rhetorik zum Erfolg im Arbeitsschutz«
33689 Bielefeld
30 / 11 / 05 – 01 / 12 / 05
»Unterweisung und Gesprächsführung
mit Einzelpersonen«
90449 Nürnberg
06 / 03 / 06 – 07 / 03 / 06
»Moderierte Unterweisung von Teams«
28357 Bremen
72770 Reutlingen
28 / 11 / 05 – 29 / 11 / 05
14 / 02 / 06 – 15 / 02 / 06
»Seminare für Führungskräfte«
Die Informationsseminare zur Fortbildung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind im Informationsblatt Nr. 625, die
Termine für die Lehrgänge für Sicherheitsbeauftragte im Informationsblatt Nr. 607 zusammengestellt, die wir Ihnen
gerne zusenden. Die laufend aktualisierte Terminliste finden Sie im Internet (http://www.bgdp.de/Seminartermine).
Detaillierte Angaben zum gesamten Aus- und Weiterbildungsangebot können Sie anfordern: Fax 0611-131·222.
Informieren Sie uns bitte, wenn Sie an weiteren Themen interessiert sind.
Termine für regionale Seminare für Unternehmer von Klein- und Mittelbetrieben zum alternativen Betreuungsmodell sowie
zu den verschiedenen BG-Fahrsicherheitstrainings werden auf Anfrage mitgeteilt.
10 | tag für tag 05 / 05 | BG berichtet
Unfälle
Fingerverletzung beim Entstören
an laufender Maschine Am Anleger
Fingerverlust durch eine Kunststoffblasmaschine Ein Mitarbeiter
einer Lackiermaschine sollte eine Palette
hoch transportiert werden. Der Weitertransport der Palette wird pneumatisch
unterstützt. Da der Regelstift für die Luftzufuhr klemmte, kam der Weitertransport
der Palette ins Stocken. Der Maschinenführer löste den Regelstift bei laufender
Maschine und geriet dabei mit dem Ringfinger der rechten Hand in ein Kurvengestänge neben dem Stift. Dadurch zog er
sich eine offene Fraktur zu.
Der Maschinenführer war, wie viele andere Maschinenführer auch, durch seine
langjährige Tätigkeit sehr gut mit der Maschine vertraut. Dennoch kommt es immer
wieder zu Unfällen bei der Störungsbeseitigung.Vor jeder Störungsbeseitigung
gilt: Erst die Maschine still setzen und gegen unbeabsichtigtesWiedereinschalten
sichern. [ Bs ]
arbeitete alleine an einer Blasmaschine
mit vertikaler Schließeinheit zur Herstellung von Kunststoffflaschen. Dabei erlitt
er einen folgenschweren Unfall. Ein Kollege wurde durch die Hilferufe auf den Unfall aufmerksam. Er fand den Verletzten in
der Maschine, seine Hand war in der geschlossenen Spritzeinheit eingequetscht.
Der Verletzte verlor durch diesen Unfall
alle fünf Finger der rechten Hand.
Die Gefahrstellen an der Maschine sind
durch eine komplette Einhausung gesichert.
Die Schutzstellen der zwei Zugangstüren
werden durch Positionsschalter mit Personenschutzfunktion überwacht.
Die EG-Konformitätserklärung, die CEKennzeichnung und eine Betriebsanleitung vom Maschinenhersteller in deutscher Sprache sind entsprechend der EGMaschinenrichtlinie 98/37/EG vorhanden.
Trotzdem kam es zu dem Unfall. Es
stellte sich heraus, dass der Abstand zwi-
schen Türunterkante und dem Fußboden
mit ca. 540 mm zu groß war. Es bestand
dadurch die Möglichkeit, durch diese Öffnung in den Gefahrbereich zu gelangen,
um z.B. Störungen bei laufender Maschine
zu beheben.
Im Ergebnis der Unfalluntersuchung
wurden die Schutztüren verlängert, so
dass der Abstand zwischen Türunterkante
und Standfläche jetzt 200 mm beträgt.
Personen können dann nicht mehr in den
Gefahrbereich gelangen bzw. die Gefahrstellen erreichen.
Die Mitarbeiter wurden unter besonderer Berücksichtigung der Restrisiken
unterwiesen. Die durchgeführte Unterweisung wurde schriftlich dokumentiert.
Eine Zusammenfassung der Sicherheitsabstände, die eingehalten werden
müssen, enthält unser Faltblatt »Sicherheitsabstände« (Best.-Nr. 68), das kostenlos bei der Berufsgenossenschaft angefordert werden kann.
[ Gh ]
BG berichtet | tag für tag 05 / 05 | 11
Schwere Armverletzungen in
der Auslage einer Bogendruckmaschine Ein Druckhelfer an einer
Fünf-Farben-Bogenoffsetdruckmaschine,
Format 3B, kam von einer Kurzpause zurück. Der Drucker hatte beim Andruck für
einen neuen Auftrag einen Fehler auf dem
Gummituch des ersten Druckwerks festgestellt und in Abwesenheit des Druckhelfers die Maschine gestoppt, um den
Fehler zu beheben. Der Druckhelfer bemerkte in der Auslage der Maschine Papierfetzen eines fehl gelaufenen Bogens.
Als der Druckhelfer versuchte, die
Reste des fehl gelaufenen Bogens von
unten aus der Auslage herauszuziehen,
rückte der Drucker vom ersten Druckwerk
aus die Maschine vor. Trotz funktionieren-
der Anlaufwarnung brachte der Druckhelfer seinen Arm nicht rechtzeitig aus
der Auslage, wurde von einer Greiferstange erfasst und in der Maschine eingequetscht. Dabei erlitt er Knochenbrüche
und Schnittverletzungen am Unterarm.
Der Druckhelfer hatte versäumt, die
Maschine vor dem Entstören im Gefahrbereich still zu setzen. Dies ist besonders
wichtig, wenn mehrere Personen an einer
Maschine arbeiten und Gefahrbereiche
nicht von allen Arbeitsplätzen aus einsehbar sind.
Die verschiedenen Einrichtungen zum
sicheren Stillstand im Bereich der Bogenauslage sind jedem Drucker und Druckhelfer bekannt. [ La ]
Fingerquetschung an Kuvertiermaschine An einer Kuvertiermaschine
werden verschiedene Papierbögen in einen Briefumschlag eingetütet. An den
Vereinzelungsstationen nehmen sich
Greiferelemente die verschiedenen Papierbögen. Im Normalbetrieb liegt Papier
auf diesen Greifern, so dass die Gefahrstellen, die durch die Greiferelemente
gebildet werden, gesichert sind.
Als die Maschinenführerin die letzten
Papierbögen leicht nach unten drückte,
wurde ihre Hand erfasst. Der Unfall hatte
zum Glück keine schwerwiegenden Folgen.
Die Unfalluntersuchung ergab, dass
die Gefahrstelle an dieser neuen Maschine
mit CE-Zeichen nicht ausreichend gesichert war. Denn: Befindet sich kein Papier
auf dem Greifer, muss eine Reststapelüberwachung dafür sorgen, dass die Greiferbewegung abgeschaltet wird. Dies gilt
übrigens für alle Maschinen mit Vereinzelungselementen, an denen Papierbögen,
Hefte oder Broschüren von Greifelementen
erfasst werden.
Jede Maschine, die kein GS-Zeichen
hat, muss vom Betrieb vor der Inbetriebnahme sicherheitstechnisch beurteilt
werden. [ Hr ]
12 | tag für tag 05 / 05 | BG berichtet
10 Jahre Brancheninitiative im Offsetdruck –
bessere Luft zum Atmen Am 25. Mai 2005 wurde das
10-jährige Bestehen der Brancheninitiative zur Verminderung
von Lösemittelemissionen im Offsetdruck gefeiert.
Alle Beteiligten trafen sich in Mainz, um Bilanz zu ziehen.
Anteil in %
70
60
50
Seit 1995 nimmt
der Marktanteil an
leicht flüchtigen
Reinigungsmitteln
im Offsetdruck
kontinuierlich ab,
gleichzeitig steigt
der Anteil an
schwer flüchtigen
Kohlenwasserstoffen.
40
30
20
10
0
Quelle: bvdm,
Wiesbaden
1995
1996
Flammpunkt unter 21°C (A I)
Flammpunkt 21°C–55°C (A II)
Flammpunkt 55°C–100°C (A III)
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
Hochsieder
Pflanzenöl
Belastung der Atemluft musste gesenkt werden
Bis Anfang der 90er Jahre ist der Verbrauch an leicht
flüchtigen Lösemitteln im Offsetdruck ständig gestiegen.
Zu Beginn der 90er Jahre wurden in Deutschland jährlich 20.000 bis 30.000 Tonnen leicht flüchtige Lösemittel
verwendet, um Druckzylinder und Druckwalzen sowie
Gummitücher von Offsetdruckmaschinen zu reinigen.
Diese Lösemittel verdunsten in sehr hohem Maße in
die Atemluft des Drucksaals. Sie belasten somit die
Gesundheit der Mitarbeiter und die Umwelt. Der Offsetdruck ist durch die Umsetzung der Brancheninitiative
zur Verminderung der Lösemittelemissionen schon heute
auf einem guten Weg.
Was besagt die Brancheninitiative? Die Branche
der Offsetdrucker hat auf der Drupa 1995 freiwillig erklärt, die Lösemittelemissionen zu senken. Druckwalzen,
Druckzylinder und Gummitücher von neuen Offsetdruckmaschinen sollen nur noch mit schwer flüchtigen Lösemitteln gereinigt werden. Ob ein Lösemittel schwer
flüchtig ist, erkennt man u. a. am so genannten Flamm-
punkt. Dieser ist auch ein Maß für die Verdunstung in
die Atemluft und die Umwelt. Für Reinigungsmittel im
Offsetdruck soll der Flammpunkt höher als 55 °C liegen.
Nur an älteren Maschinen sind – wenn technisch nicht
anders möglich – Reinigungsmittel mit Flammpunkten
ab 40 °C zulässig.
Darüber hinaus ist der Anteil bestimmter Inhaltsstoffe, z. B. von aromatischen Kohlenwasserstoffen,
begrenzt. Damit diese Vereinbarung in die Praxis umgesetzt werden konnte, mussten:
neue Reinigungsmittel entwickelt werden
die Druckmaschinentechnik modifiziert werden
die Drucker den Reinigungsprozess der Maschinen
verändern.
Dies war nur durch die engagierte und konstruktive
Zusammenarbeit aller am Druckprozess Beteiligten
möglich: Lösemittelhersteller, Maschinenhersteller,
Drucker, Arbeitgeberverband bvdm und Gewerkschaft
ver.di, ehemals IG Medien, und unsere Berufsgenossenschaft.
BG berichtet | tag für tag 05 / 05 | 13
Kann man Druckmaschinen mit Salatöl reinigen?
Holger Malterer, gelernter Drucker und Arbeitnehmervertreter in der Selbstverwaltung unserer Berufsgenossenschaft, schilderte in Mainz die Anfänge der Brancheninitiative. Als Drucker kannte er schon Ende der 80er
Jahre aus seinem Umfeld die Probleme, die durch die
Belastung der Atemluft mit Kohlenwasserstoffen entstehen können. Nachdem er sich in Dänemark davon
überzeugte, dass man beim Reinigen von Offsetdruckmaschinen auch Salaltöl statt leicht flüchtiger Lösemittel verwenden kann, informierte er unsere Berufsgenossenschaft. Die Idee, Offsetdruckmaschinen mit Ölen
zu reinigen, war der Auftakt für die Kooperation mit
allen am Druckprozess Beteiligten.
Bilanz nach 10 Jahren: Lösemittelverbrauch
deutlich gesunken Walter Fleck vom bvdm zog eine
Bilanz, die sich sehen lassen kann: »Die freiwillige
Brancheninitiative hat - ohne Druck von staatlicher
Seite - dazu geführt, dass der Marktanteil leicht
flüchtiger Lösemittel von mehr als 60 Prozent auf unter
20 Prozent gesunken ist. Kleinere Auflagen und mehr
Farbigkeit, haben dazu geführt dass im Offsetdruck
häufiger gewaschen werden muss. Der Verbrauch an
Reinigungsmitteln stieg gegenüber 1995 um etwa 35
Prozent. Dennoch konnten bis heute die Emissionen
um rund 20 Prozent gegenüber 1995 gesenkt werden.
Viele Offsetdruckereien sind nach erfolgreichem Test
auf die schwer flüchtigen Reinigungsmittel umgestiegen, obwohl es keine technischen Vorteile bringt.
Motivation war, die Atemluft im Drucksaal zu verbessern. Davon profitieren die Beschäftigten im Betrieb
und die Umwelt.«
Wie geht es weiter? Alle Beteiligten der Brancheninitiative werden weiterhin daran arbeiten, den Anteil
an leicht flüchtigen Lösemitteln zu senken. Dazu gehört
beispielsweise auch, den Anteil an Isopropanol zu re-
[1]
Pro Arbeitstag
werden diese
Mengen an Lösemitteln eingeatmet.
5,5 Liter bei Verwendung von Spezialbenzin
1,7 Liter bei Verwendung von Testbenzin mit
einem Flammpunkt zwischen 21°C und 55 °C
0,025 Liter bei Verwendung schwer flüchtiger
Kohlenwasserstoffe
0,007 Liter bei Verwendung von Reinigungsölen
duzieren. Auch hier haben viele Betriebe in der Praxis
unter Beweis gestellt, dass man durch Anpassungen in
der Technik den Anteil an Isopropanol deutlich senken
oder sogar ganz auf Isopropanol verzichten kann. Hier
bieten sich auch erhebliche Einsparpotenziale. Auch die
UV-Technologie ist hier Erfolg versprechend, weil sie
ohne lösemittelhaltige Farben auskommt.
Brancheninitiative – Erfolgsrezept mit Modellcharakter Die freiwillige Brancheninitiative hat gezeigt, dass die Druckbranche innovativ und engagiert
genug ist, Probleme ohne staatlichen Druck zu lösen.
Schon vor 10 Jahren hatte die Druckbranche Eigeninitiative gezeigt und die Verantwortung für Gesundheitsprobleme übernommen. Durch Kooperationen konnten
praxistaugliche Lösungen entwickelt werden. Dies war
nicht nur beispielhaft für vergleichbare Projekte in anderen Branchen. Die Brancheninitiative im Offsetdruck
wird seit 2001 auch in anderen Ländern Europas akzeptiert und umgesetzt.
[2]
[ 1 ] Walter Fleck
zieht Bilanz.
[ 2 ] Holger
Malterer schildert
die Ursprünge
der Brancheninitiative.
Fotos: Rüther,
Wiesbaden
14 | tag für tag 05 / 05 | Gesundheit und Sicherheit
Foto: Seidel, Köln
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 05 / 05 | 15
Rettungswege und Notausgänge Rettungswege,
Notausgänge und Feuerlöscher haben etwas gemeinsam:
im Alltag braucht man sie nie, aber wenn es darauf ankommt,
sind sie überlebenswichtig. Kommt es z.B. zu einem Brand,
müssen alle Mitarbeiter, die nicht an der Brandbekämpfung
beteiligt sind, umgehend den Gefahrbereich verlassen können.
Die Praxis Rettungswege dienen leider häufig als
Kennzeichnung muss sein Notausgänge und Ret-
Lager- und Abstellfläche. Auch Feuerlöscher und Notausgänge verschwinden gerne hinter Papierbergen.
Platzmangel oder Zeitnot werden meist als Gründe
genannt. Notausgänge mit verschlossenen Türen sind
auch häufig anzutreffen. Vielfach wird befürchtet,
dass Betriebsfremde durch die Notausgänge in die
Produktionshalle gelangen könnten. Trotzdem müssen
Rettungswege frei sein und Notausgänge erreichbar
bleiben. Notausgänge müssen auch in jedem Fall problemlos zu öffnen sein.
tungswege müssen gekennzeichnet sein. Diese Kennzeichnung muss eindeutig sein, Alternativen sind im
Ernstfall eher verwirrend als hilfreich. Bei einem Ausfall
der Allgemeinbeleuchtung muss die Kennzeichnung
noch für eine gewisse Zeit erkennbar bleiben. Deshalb
müssen nachleuchtende Rettungszeichen verwendet
werden.
Rettungswege Rettungswege müssen ausreichend
breit sein und auf dem schnellsten Weg ins Freie oder
in einen sicheren Bereich führen. So muss z. B. in einem
Raum ohne besondere Gefährdung von jedem Arbeitsplatz aus in max. 35 m Entfernung ein Notausgang erreichbar sein. Je nach Gefährdung, z. B. Brandgefahr –
mit oder ohne Sprinkler-Anlage – oder Explosionsgefahr,
verringert sich dieser Abstand auf bis zu 10 m. Die Breite
der Rettungswege hängt von der Anzahl der Beschäftigten ab. Stufen im Rettungsweg sollten möglichst vermieden werden.
Anforderungen an Notausgänge Als Notausgänge
kommen konventionelleTüren, aber auch besondere
Fenster, Wand- oder Bodenluken in Frage, die im Notfall
die Rettung von Personen ermöglichen bzw. Personen
das schnelle und sichere Verlassen der Räume und Gebäude im Gefahrfall ermöglichen. Drehtüren sind als
Notausgang nicht zulässig.
Die Anzahl, Lage und Abmessungen der Notausgänge richten sich nach der Eigenart und den Gefährdungen
des Betriebs, der Zahl der Beschäftigten sowie der räumlichen Ausdehnung der Arbeitsstätte.
Checkliste Rettungswege und Notausgänge
Existieren Notausgänge und Rettungswege?
Können alle Arbeitsbereiche schnell und sicher verlassen werden?
Sind Notausgänge und Rettungswege gekennzeichnet?
Sind die Kennzeichnungsschilder gut sichtbar, auch
bei Dunkelheit, und in geeigneter Höhe angebracht?
Ist die Kennzeichnung nachleuchtend und auch z. B.
bei Stromausfall und starker Rauchentwicklung erkennbar?
Ist die Kennzeichnung eindeutig?
Ist der Rettungsweg frei von Stolperstellen?
Sind die Notausgänge jederzeit ohne fremde Hilfsmittel zu öffnen?
Sind Notausgänge leicht erreichbar, also nicht verstellt oder eingeengt?
Gehen die Türen der Notausgänge in Fluchtrichtung
auf?
Führen Notausgänge ins Freie oder in einen gesicherten Bereich?
Sind Notausgänge eindeutig als solche erkennbar
oder gekennzeichnet?
16 | tag für tag 05 / 05 | Gesundheit und Sicherheit
Ich fühle mich gut betreut Im Sommer 2000 brach
Damian Orski zu einer Fotoreportage nach Rumänien auf. Seit
gut einem halben Jahr arbeitete er damals als selbständiger
Fotograf und war damit Mitglied in der Berufsgenossenschaft.
Was es mit der BG-Mitgliedschaft auf sich hatte, war ihm nicht
wirklich bewusst. Das änderte sich nach einem schweren
Verkehrsunfall in Rumänien.
Das Zoom bedient
Damian Orski mit
der Faust. Abgedrückt wird mit dem
Kabelauslöser im
Mund.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 05 / 05 | 17
[3]
[1]
[2]
Wer Damian Orski zu Hause besucht, kann eine Überraschung erleben: Man klingelt und die Wohnungstür
öffnet sich wie von Geisterhand. Niemand ist zu sehen.
Dann rollt Damian Orski in seinem Rollstuhl heran. Die
Tür hat er mit Hilfe eines Umweltkontrollsystems geöffnet. Mit diesem System, dass auf seine gesprochenen
Befehle reagiert, kann er viele Funktionen im Haus steuern, zum Beispiel einen Notruf aktivieren oder den Fernseher einschalten. »Dieses Kontrollsystem hat mir die
Berufsgenossenschaft einbauen lassen«, erzählt Orski.
»Ich brauche dieses System«, erläutert Orski weiter,
»um nicht völlig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein«.
Nicht nur seine Beine sind gelähmt, auch die Beweglichkeit der Arme ist stark eingeschränkt. Seine Hände kann
Damian Orski ebenfalls kaum gebrauchen.
Die Lähmungen sind die Folgen eines Unfalls vor
gut fünf Jahren. Im Gespräch erzählt Damian Orski
von seinen Erlebnissen: »Ich war damals für zwei Fotoreportagen in Rumänien unterwegs. Dort sollte ich etwas
über die Hochzeitsbräuche der Siebenbürger Sachsen
und über Braunbären der rumänischen Karpaten machen.
Bei der Fahrt von einem zum anderen Aufnahmeort passierte dann der Unfall: Unser Auto stieß mit einem LKW
zusammen.«
licher zu machen. »In der Klinik habe ich gelernt«, berichtet Damian Orski, »mit meiner Behinderung zurechtzukommen. Ich habe gelernt, wie man den Elektrorollstuhl fährt und wie so alltägliche Dinge zu bewältigen
sind, wie das selbstständige Essen mit Hilfe eines
Speziallöffels«. Orski kann auch an einem Computer
üben. »Ich hatte schon damals die Hoffnung, dass ich
mich weiter mit Fotografie beschäftigen könnte, wenigstens in der Bildbearbeitung.«
Berufshelfer kommt in die Klinik Nach der Erstversorgung im rumänischen Brasov wird Orski in eine Klinik
nach Regensburg geflogen. Er wird in verschiedenen
Kliniken behandelt, unter anderem auch in der BG-Klinik
Murnau. Frühzeitig nimmt die Berufsgenossenschaft
Kontakt mit ihm auf. Berufshelfer Bernd Eckenberger besucht ihn am Krankenbett und bespricht mit ihm, wie es
jetzt weitergeht. »Es war sehr wichtig für mich, zu sehen,
dass sich jemand um mich kümmert, und die Berufsgenossenschaft hat mir den Aufenthalt in verschiedenen,
zum jeweiligen Zeitpunkt besten Reha- und Therapiezentren ermöglicht«, erinnert sich Damian Orski.
Über ein Jahr verbringt Damian Orski in den verschiedenen Kliniken. Hier wird er nicht nur medizinisch
betreut. Durch intensive Krankengymnastik wird versucht, die Arme und Hände wenigstens etwas beweg-
Familie hilft Alle Technik und Hilfsmittel sind aber
Haus und Wohnung werden angepasst Während
Damian Orski in der Klinik liegt, kümmert sich die
Berufsgenossenschaft um seine Wohnung. Sie sorgt
unter anderem dafür, dass die Badewanne durch eine
Rollstuhl gerechte Dusche ersetzt wird. »Ich finde die
Betreuung durch den Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft sehr gut«, sagt Damian Orski. »Die denken mit
und werden von sich aus aktiv, zum Beispiel beim Umbau der Wohnung.« Damit Damian Orski sich nicht nur
in der Wohnung und der näheren Umgebung aufhalten
kann, unterstützte ihn die Berufsgenossenschaft beim
Einbau eines hydraulischen Schwenkarms in sein Auto.
»Meine Frau würde mich allein nicht ins Auto hieven
können«, erzählt Orski.
nicht so wichtig wie die menschliche Unterstützung,
die Damian Orski in seiner Frau findet. »Ich habe eine
wunderbare Frau«, schwärmt er. Zu den Menschen, die
ihm nach dem Unfall sehr geholfen haben, zählt er auch
seine Ansprechpartner bei der Berufsgenossenschaft:
»Wir hatten immer eine sehr gute Zusammenarbeit. Die
BG-Leute sind absolut nicht stur, sondern haben immer
viele Alternativen genannt.«
Damian Orski ist noch immer sporadisch als Fotograf
tätig. »Meine Frau hilft mir, und wir fotografieren überall,
wo ich mit dem Elektro-Rollstuhl hinkomme. Ich kann
natürlich nur wenige Aufträge im Jahr machen. Aber ich
will meine Firma nicht abmelden, auch aus Solidarität.
Auch wenn man wenig Aufträge hat, sollte man in der
Berufsgenossenschaft sein.« [ Sp ]
[ 1 ] Wo ein Wille
ist, ist auch ein Weg
zur digitalen Bildbearbeitung.
[ 2 ] Die Steuereinheit des Umweltkontrollsystems
nimmt seine Sprachbefehle entgegen.
[ 3 ] Nur mit Hilfe
des Schwenkarms
kann Damian Orski
sein Auto benutzen.
18 | tag für tag 05 / 05 | Gesundheit und Sicherheit
Versicherungsschutz auf Geschäftsreisen Unterwegs zu sein ist für viele regelmäßiger Bestandteil der Arbeit,
für Außendienstmitarbeiter gehört es zum Tagesgeschäft.
Wenn sich ein Mitarbeiter im Betrieb verletzt, hilft die Berufsgenossenschaft – ebenso bei einem Unfall auf dem Weg zur
Arbeit. Wie sieht es aber mit dem Versicherungsschutz während
Geschäftsreisen aus? Im Folgenden erläutern wir anhand von
Fragen, die uns so oder ähnlich immer wieder gestellt werden,
verschiedene Aspekte des Versicherungsschutzes auf
Geschäftsreisen.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 05 / 05 | 19
Ich bin über die Berufsgenossenschaft abgesichert,
wenn ich einen Kunden besuche, beispielsweise um
über einen Auftrag zu sprechen. Gilt dies auch, wenn
die Besprechung über den Auftrag am Abend oder am
Wochenende stattfindet? Der Kundenbesuch dient
dem Betrieb, so dass Unfallversicherungsschutz besteht. Die Tageszeit oder der Wochentag spielen hier
keine Rolle. Ein privater Besuch bei einem Geschäftspartner begründet allerdings keinen Versicherungsschutz, selbst wenn am Rande auch über betriebliche
Dinge gesprochen wurde.
Zu Hause weiß ich, wann der Versicherungsschutz beginnt und wann er endet. Wie wird der Versicherungsschutz bei einer mehrtägigen Geschäftsreise beurteilt?
Die besondere Situation der Geschäftsreise muss berücksichtigt werden. Ausschlaggebend ist, ob ein innerer Zusammenhang zwischen dem Beschäftigungsverhältnis bzw. der Tätigkeit als Unternehmer und der konkreten Verrichtung besteht. Versicherungsschutz besteht
nicht bei persönlichen, von der Betriebstätigkeit nicht
wesentlich beeinflussten Belangen, wie etwa einem
Spaziergang in der Freizeit. Der private Abstecher bei
einer Geschäftsreise ist ebenso unversichert wie der
abendliche Kantinenbesuch bzw. die Gespräche an der
Hotelbar, selbst wenn auch über betriebliche Belange
gesprochen wird. Dagegen besteht z. B. Versicherungsschutz bei der Erledigung von schriftlichen Arbeiten
für den Betrieb im Hotelzimmer.
Wie sieht der Versicherungsschutz während längerer
Fahrten aus? Während der Fahrt stehen Sie unter Versicherungsschutz, solange Sie sich auf dem direkten Weg
befinden. Dies gilt auch, wenn Sie beispielsweise eine
Raststätte ansteuern, um eine Mahlzeit einzunehmen.
Der Aufenthalt in der Raststätte, also das Essen als
solches, ist allerdings nicht versichert. Für Umwege
während der Fahrt, etwa um Verwandte zu besuchen, gilt
Ähnliches wie bei den Wegen von und zur Arbeit. Der
Versicherungsschutz endet zunächst und beginnt in der
Regel dann wieder, wenn der direkte Weg wieder erreicht
ist.
Ich übernachte gern in einem Hotel mit sehr gutem Service einige Kilometer von unserer Zweigniederlassung
entfernt. Besteht für den Hin- und Rückweg Versicherungsschutz?
Die Berufsgenossenschaft schreibt Ihnen nicht vor, wo
Sie zu übernachten haben. Der Weg zu Ihrem Hotel ist
versichert. Bei größeren Entfernungen zwischen Reiseziel und Übernachtungsort bzw. bei erheblichen Abweichungen von der Reiseroute wird allerdings der Zusammenhang zur Tätigkeit geprüft.
Besteht Versicherungsschutz, wenn ich im – Rahmen
eines Vertragsabschlusses – von einem Kunden zum
Abendessen eingeladen werde und auf dem Weg dorthin
oder währenddessen einen Unfall erleide?
Versicherungsschutz besteht in diesem Fall, weil es sich
um eine Tätigkeit im Interesse des Betriebes handelt.
Ansonsten erstreckt sich beim Essen – wie zu Hause
auch – der Versicherungsschutz nicht auf Unfälle beim
Aufenthalt in einer Gaststätte. Der Weg zur Gaststätte
ist versichert. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob z. B.
das Hotel, in dem sie ggf. übernachten, ein Restaurant
hat oder nicht. Allerdings darf die Gaststätte nicht allzu
weit vom Hotel oder der Arbeitsstätte entfernt sein;
man muss aber nicht die nächstgelegene Gaststätte aufsuchen.
Ich habe gehört, dass das Stolpern über einen losen
Bettvorleger im Hotelzimmer einen Arbeitsunfall darstellen kann, stimmt das?
Während einer Geschäftsreise endet der Versicherungsschutz, wenn sie sich rein persönlichen Dingen zu widmen beginnen, also sich beispielsweise in Ihrem Zimmer
aufhalten. Ein Zusammenhang zur versicherten Tätigkeit besteht aber dann, wenn die besonderen räumlichen
Verhältnisse der fremden Übernachtungsstätte den
Unfall wesentlich bedingt haben. Mit anderen Worten,
wenn Sie den Unfall so am Wohn- oder Beschäftigungsort nicht erlitten hätten. Die Rechtsprechung hat deshalb
im Fall des Ausrutschens über einen losen Bettvorleger
Unfallversicherungsschutz bejaht, ebenso z.B. bei einem
Unfall mit einem defekten Fahrstuhl.
Privates mit Geschäftlichem verbinden: Was ist mit
Tätigkeiten, die privat und geschäftlich zugleich sind?
Maßgeblich ist, ob die Tätigkeit auch dann vorgenommen
worden wäre, wenn der private Zweck entfallen wäre.
Wenn Sie zu Verwandten fahren und bei einem Unternehmen in der gleichen Straße ein Paket Ihrer Firma
abgeben wollen, das auch per Post hätte rechtzeitig zugestellt werden können, ist ein Unfall während der Fahrt
in die andere Stadt unversichert.
Berührt es den Versicherungsschutz, wenn ich während
einer Geschäftsreise die gesetzliche Höchstarbeitszeit
überschreite?
Für den Versicherungsschutz bei der Berufsgenossenschaft hat dies keine Auswirkungen.
Beeinflusst es meinen Versicherungsschutz, wenn ich
bei einer mehrmonatigen Abordnung in der fremden
Stadt ein Zimmer mit Kochnische habe?
Eine Geschäftsreise liegt nicht mehr vor. Sie haben eine
Unterkunft bezogen. Für den Versicherungsschutz gilt
das, was auch zu Hause gilt. Natürlich sind auch die
Fahrt vom Heimatort in die fremde Stadt und zurück einschließlich Wochenendheimfahrten versichert.
Wie sieht der Versicherungsschutz bei Geschäftsreisen
ins Ausland aus?
Bei Geschäftsreisen ins Ausland gibt es hinsichtlich
des Versicherungsschutzes keine Unterschiede zu Geschäftsreisen in Deutschland. Eine Abordnung in ein
Zweigwerk von maximal 12 Monaten ist ebenfalls unproblematisch. Bei längerem Aufenthalt ist – vor allem im
Bereich der Europäischen Union – vorher im Einzelfall zu
klären, ob Sie noch dem deutschen Recht unterliegen.
[ Dre ]
20 | tag für tag 05 / 05 | Gesundheit und Sicherheit
»Büroarbeit – heute an die Zukunft denken« In
deutschen Büros verbringen mehr als 17 Millionen Menschen
ihren Arbeitsalltag. Viele halten Büroarbeit für eine belastungsarme Tätigkeit. Tatsächlich ist aber hier die größte Zahl
von krankheitsbedingten Ausfalltagen zu verzeichnen, die
auf die typischen Krankheitsbilder wie Rücken-, Nacken- und
Schulterbeschwerden, auf Probleme des Hand-Arm-Systems
oder auf die so genannten unspezifischen Beschwerdesymptomatiken wie Kopfschmerzen und Augenbeschwerden
zurückzuführen sind.
Handlungsfelder und Ziele einer produktiven und zufrieden stellenden Büroarbeit.
Aufbau-/Prozessorganisation
Informations-/ Kommunikationstechnologie
Wertschöpfungsprozesse
Wissen
Gebäude und Raum
Büro
Kreativität
Büroarbeit im Wandel Die Qualität der Arbeit in
Deutschland ist eng mit der Qualität der Büroarbeit verbunden. Das Büro ist der zentrale Ort, in dem Wissensund Informationsverarbeitung stattfinden und der durch
neue Informations- und Kommunikationstechnologien
seit einigen Jahren deutlich verändert wird.
Ein Büro ist mehr als die Summe aus Möbeln, Lampen
und Rechnern mit Bildschirmen und Druckern, Telefonen
und Faxgeräten. Um aus traditionellen Büros produktive
Zentren für Wissen, Kreativität und Innovation zu machen,
sind umfassende Ideen, Konzepte, Maßnahmen gefragt.
Dabei müssen neben der ergonomischen Gestaltung
auch die Arbeitsstrukturen und Arbeitsabläufe berücksichtigt werden.
Büroräume: Planung unverzichtbar Ein Büro muss
durchdacht und geplant sein. Dabei sind zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen. Es genügt z.B. nicht, normgerechte Schreibtische ggf. sogar mit Höhenverstellung
zu kaufen. Soll auf dem Schreibtisch ein Bildschirm
Arbeitsplatz
Soziale Beziehungen/
Mitarbeiterführung
Produktivität
Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit
Kompetenz
Innovation
stehen, müssen bei der Anordnung im Raum z.B. die
Lage der Fenster oder Spiegelungen der Beleuchtung
beachtet werden. Schon bei Räumen mit einem Schreibtisch kann ein Verschattungssystem erforderlich werden,
wenn zwei Raumwände Fenster haben. Ist ein Fenster
nach Süden ausgerichtet, muss auch bedacht werden,
dass sich der Raum im Sommer stark aufheizen kann.
Auch die Rechner und deren Leistung sowie die
zugehörigen Programme müssen den Aufgaben der
Mitarbeiter angepasst sein. Die regelmäßig genutzten
Funktionen müssen einfach zu finden und zu bedienen
sein. »Eine« Standardsoftware ist möglicherweise nicht
für alle Anforderungen geeignet. Auch die Zuverlässigkeit des gesamten Systems ist wichtig. Regelmäßige
Programmabstürze oder Neustarts des Rechners stören
die Arbeitsabläufe erheblich.
Die Planung und Gestaltung eines Büros ist sehr
komplex. Organisatorische, technische, räumliche,
arbeitsplatzbezogene und soziale Aspekte müssen
gleichermaßen berücksichtigt werden.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 05 / 05 | 21
Besserer Gesundheitsschutz durch Kooperation
und Vernetzung Die nationale Initiative für eine neue
Qualität der Arbeit (INQA) befasst sich auch mit der
Büroarbeit. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Betriebe
bei der komplexen Gestaltung einer produktiven und
wettbewerbsfähigen Büroumgebung zu unterstützen.
Kerngedanke ist es, Arbeits- und Gesundheitsschutz
sowie Erkenntnisse der Arbeitswissenschaften in die
Produktentwicklung und Dienstleitungen rund um das
Büro zu integrieren. Derzeit arbeiten die Dienstleister
weitgehend unabhängig oder abgeschottet voneinander,
jeder mit dem Fokus auf dem eigenen Fachgebiet. Die
neue Qualität der Büroarbeit entsteht, wenn die Dienstleister durch gegenseitige Information und Vernetzung
optimierte Produkte und Dienstleistungen anbieten.
Eine Kooperation und freiwillige Selbstverpflichtung
von Organisationen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Deutschland, Herstellern, Händlern und
Dienstleistern sowie allen an der Planung und Gestaltung von Büros Beteiligten und Interessierten soll
entscheidende Impulse liefern.
»Konvention INQA Büro« – elf Leitthesen Als
Plattform für diese Kooperation wurde der Initiativkreis
»Neue Qualität der Büroarbeit« gegründet. Dieser Initiativkreis hat elf Leitthesen als Handlungsleitfaden formuliert. Diese umfassen vier Kern- und sieben Erfolgsfaktoren einer »Neuen Qualität der Büroarbeit«. Sie beruhen
auf Gesetzen, Handlungsanleitungen, Expertisen und
Empfehlungen. Die Kernfaktoren beschreiben die wesentlichen Voraussetzungen einer nachhaltigen Erfolgsstrategie im Büro. Die Erfolgsfaktoren sind Prüfpunkte
zur Umsetzung dieser Strategie und formulieren konkrete
Vorgaben und Anforderungen an die Qualität neuer
Produkte oder Dienstleistungen
Was bringt die »Konvention INQA Büro« für die
Praxis? Die Betriebe profitieren von diesem Projekt,
weil sie zukünftig auf Produkte und Dienstleistungen
zurückgreifen können, die besser aufeinander abgestimmt sind und z. B. ergonomische Erkenntnisse stärker
berücksichtigen, die Arbeit erleichtern und letztlich das
Wohlbefinden der Mitarbeiter verbessern.
Mitarbeiter, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen, arbeiten produktiver. Das ist durch Studien belegt.
Produktive Mitarbeiter sind wesentlich für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.
Es bietet sich auch an, anhand der Kernfaktoren die
eigene Arbeitsumgebung und die eigenen Arbeitsabläufe
zu hinterfragen. [ Di ]
Weitergehende Informationen
www.inqa-buero.de
Kernfaktoren
1
Innovationsbereitschaft und Kreativität Eine
anregende, offene und kooperative Arbeitsatmosphäre
sowie eine kreativitätsförderliche Arbeitsumgebung
schaffen Raum für Inspiration, Kreativität und Innovation.
2
Lernförderlichkeit Lernförderliche Strukturen zur
3
Nachhaltige Unternehmenspolitik Eine nachhaltig
4
Unternehmenswerte und Unternehmenskultur
kontinuierlichen Aktivierung und Aktualisierung von
Wissen sind elementare Bestandteile einer erfolgreichen
Strategie.
erfolgreiche Unternehmenspolitik stärkt durch die
Entwicklung der Humanressourcen die Bindung der
Wissensarbeiter an das Unternehmen und bildet damit
die Grundlage zur Schaffung einer »Neuen Qualität der
Büroarbeit«.
Humanorientierte Unternehmenswerte und eine
partnerschaftliche Unternehmenskultur sind zentrale
Voraussetzungen für erfolgreiche Innovations- und
Veränderungsprozesse.
Erfolgsfaktoren
Produkte und Leistungen für eine »Neue Qualität der Büroarbeit«
5
sind gleichermaßen auf Wirtschaftlichkeit und Leistung
ausgerichtet und tragen nachhaltig zur Förderung von
Effektivität und Effizienz bei.
6
tragen dazu bei, dass die Arbeits- und Bürozufriedenheit
der Beschäftigten nachhaltig verbessert werden.
7
fördern die notwendige Kommunikation und eine
aktivierende Unternehmenskultur.
8
fördern die Eigeninitiative und Selbstorganisation der
Mitarbeiter.
9
gestalten sichere, ergonomische und gesundheitsgerechte Arbeitssysteme und sind damit Bausteine
für eine effiziente und beschwerdefreie Büroarbeit.
10
gewährleisten in Bezug auf die gesamte technischorganisatorische Infrastruktur ein hohes Maß an
Zuverlässigkeit, Stabilität und Fehlerfreiheit.
11
tragen zur Förderung ökologischer Aspekte im Rahmen
der Arbeits- und Bürogestaltung bei, beugen gesundheitlichen Beschwerden der Mitarbeiter vor und verbessern die Energie- und Kosteneffizienz.
22 | tag für tag 05 / 05 | Aus der Praxis
»Moin, Moin« Zeitungszusteller haben einen außergewöhnlichen Arbeitsplatz und müssen auf ihrer Tour besondere
Gefahren bewältigen. Zusteller bewegen sich auf der Straße,
auf Grundstücken und in Hauseingängen. Zu den Gefahren
im Straßenverkehr kommen vor allem das Stolpern und Stürzen
auf unbeleuchteten Grundstücken hinzu. Im Herbst und Winter
wird es besonders kritisch: Neben der Rutschgefahr auf
Glatteis machen Kälte und Regen besonders zu schaffen.
Das gilt auch im Zustellbereich der NWZ-Zustellgesellschaft,
Oldenburg.
Ulf Geisler,
Geschäftsführer
der NWZ-Zustellgesellschaft, mit
der Winterjacke.
Aus der Praxis | tag für tag 05 / 05 | 23
[1]
Sich selbst schützen Der Spielraum für organisatorische Maßnahmen ist begrenzt. Wenn nicht gerade
Blitzeis den gesamten Straßenverkehr lahm legt, muss
die Zeitung um sechs Uhr morgens zugestellt sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob es kalt ist oder ob es regnet
oder schneit. Zusteller sind in besonderem Maße darauf
angewiesen, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen.
Dafür gibt es zahlreiche Sicherheitsartikel und Hilfsmittel. Die Leiter und Vertriebsinspektoren der Zustellgesellschaften kennen diese Sicherheitsartikel und Hilfsmittel. Viele bieten den Zustellern eine ganze Palette
dieser Artikel an. Dazu zählen z.B. reflektierende Armbänder, Warnwesten, Regen-Schutzkleidung, SchuhSpikes, Taschenlampen und Trillerpfeifen.
jacke erfolgreich getestet. Diese Winterjacke wurde
mittlerweile allen Zeitungszustellern zur Verfügung gestellt. Sie erfüllt mehrere Anforderungen: Sie ist von
außen wasserdicht und bietet Schutz vor Regen. Gleichzeitig lässt sie Wasserdampf von innen nach außen und
verhindert so starkes Schwitzen. Das herausnehmbare
Innenfutter schützt vor Kälte.
Damit erfüllt die Jacke die Anforderungen der Normen »Schutzkleidung – Kleidungssysteme und Kleidungsstücke zum Schutz gegen Kälte« (DIN EN 342) und
»Schutzkleidung – Schutz gegen Regen« (DIN EN 343).
Diese Normen bieten eine Orientierung beim Kauf der
Kleidung.
Zusteller motivieren Entscheidend ist auch, die
Winterjacke erfolgreich getestet Ulf Geisler,
Geschäftsführer der NWZ-Zustellgesellschaft, fühlt
sich für die Sicherheit »seiner Leute« verantwortlich.
Im letzten Jahr haben er und seine Zusteller eine Winter-
[2]
Zusteller zum Benutzen der Sicherheitsausrüstung zu
motivieren. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass
die verfügbaren Sicherheitsartikel auch akzeptiert und
genutzt werden. Hier gilt das Gleiche wie an anderen
Arbeitsplätzen auch: Die über viele Jahre hinweg antrainierten Gewohnheiten werden ungern abgelegt oder
verändert. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die
Nutzung der Sicherheitsartikel praktisch nicht kontrolliert werden kann.
Hier ist permanente Überzeugungsarbeit gefragt –
auf Zustellertreffen, im persönlichen Gespräch zwischen
Zusteller und Vertriebsinspektor oder durch schriftliche
Informationen. Die NWZ Zustellgesellschaft gibt einmal
im Jahr die Zustellerzeitung »Moin, Moin« heraus. Dort
wird auch über die sichere Zustellung berichtet.
[ 1 ] Die Zustellerzeitung »Moin,
Moin« erscheint
seit 1994 in einer
Auflage von 1.600
Exemplaren.
[ 2 ] Ulf Geisler
koordiniert die
Zustellung der
Zeitung.
[ 3 ] Auf diese
Symbole sollte
man beim Kauf
achten.
Fotos: Frey, Egling
24 | tag für tag 05 / 05 | Aus der Praxis
Zeitungszustellung: Stirnlampen für erhöhte Sehanforderungen Zeitungszusteller sind vorwiegend nachts
unterwegs, schließlich wollen die Kunden beim Frühstück
die Zeitung lesen. In vielen Gemeinden wird allerdings nachts
die Beleuchtung abgeschaltet, um Geld zu sparen. Für die
Zusteller bedeutet das, dass sie ihre komplette Tour im Dunkeln
bewältigen müssen. Die Gefahr, zu stolpern oder zu stürzen
ist besonders hoch, auch wenn die Wegstrecke bekannt ist.
Die Anforderungen an das Sehen sind zudem gestiegen.
Das Ausleuchten
des Fußwegs hilft,
Stolper-, Rutschund Sturzunfälle
zu vermeiden.
Zusteller müssen nicht nur unterschiedliche Regionalausgaben unterscheiden können. In vielen Fällen müssen die Zusteller auch Adressen von Briefen und die
Namensschilder auf Briefkästen erkennen können.
Dies betrifft auch viele der 3.000 Zusteller der PresseZustellgesellschaft Oberpfalz, die im Großraum
Regensburg unterwegs sind.
Moderne LED-Technik: neue Möglichkeiten
Taschenlampen sind z. B. für Zusteller, die zu Fuß unterwegs sind, eher unpraktisch, weil man beim Hantieren
mit der Zeitung häufig beide Hände benötigt. Eine Alter-
native sind Stirnleuchten. Sportler wie Bergsteiger, aber
auch Camper, nutzen diese seit Jahren. Allerdings waren
diese Leuchten vergleichsweise teuer und hatten im
Batteriebetrieb wegen des hohen Stromverbrauchs nur
Betriebszeiten von wenigen Stunden.
LEDs verbrauchen bei vergleichsweise hoher Lichtausbeute wenig Strom. Auch mit kleineren Batterien
erreichen sie eine Betriebsdauer von bis zu 100 Stunden
und mehr. Dabei liefern sie ausreichend Licht, um z. B.
das Namensschild auf einem Briefkasten erkennen zu
können oder den Weg auszuleuchten.
Aus der Praxis | tag für tag 05 / 05 | 25
[ 1 ] Beim Zustellen
der Zeitung hat man
beide Hände frei.
[ 2 ] Dieter Maurer
(Mitte) und die Betriebratsmitglieder
Günther und Regina
Klein begutachten
die Stirnlampe.
[[21]]
[ 3 ] Bei abgeschalteter Straßenbeleuchtung ist
man auf Stirn- oder
Taschenlampen
angewiesen.
[2]
[3]
Erfolgreicher Test im Feldversuch Stirnlampen
werden in vielen Varianten angeboten. Die Presse-Zustellgesellschaft Oberpfalz bestellte im vergangenen
Winter Muster der unterschiedlichen Modelle. Abteilungsleiter Dieter Maurer wählte gemeinsam mit dem
Betriebsrat eine Stirnlampe für einen Feldversuch aus.
Fünf Mitglieder des Betriebsrates testeten die Stirnlampen mehrere Tage lang beim Zustellen: »Wir waren
von der Stirnlampe begeistert. Der Fußweg war immer
gut ausgeleuchtet und vor allem: Man hat immer beide
Hände frei«, berichtet H. Klein, der Betriebsratsvorsitzende. Aufgrund des vergleichsweise geringen Stromverbrauchs braucht man die Stirnlampe nicht ständig
auszuschalten, um Strom zu sparen. Das Ausleuchten
des Fußwegs hilft, Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
zu vermeiden. »Wir haben entschieden, die Stirnlampe
allen Zustellern mit besonderen Sehanforderungen,
z. B. bei der Briefzustellung, zur Verfügung zu stellen.
Die Stirnlampe erleichtert die Arbeit, die anspruchsvoller geworden ist, und bringt einen Gewinn an Sicherheit«, so Dieter Maurer.
Fotos: Frey, Egling
Welche Anforderungen muss eine Stirnlampe
erfüllen? Wichtig sind vor allem eine kompakte Bauform
und der Tragekomfort. Hier spielt das Gesamtgewicht
eine große Rolle. Aber auch die Einstellmöglichkeiten
der Stirnbänder oder ein stabilisierendes Längsband
sind wichtig, damit die Stirnlampe nicht verrutscht. Einige
Stirnlampen können auf unterschiedliche Winkel für die
Lichtabstrahlung eingestellt werden. Entscheidend ist
der Stromverbrauch, er bestimmt die Betriebsdauer und
damit auch die Akzeptanz.
Sicherheitsartikel nutzen! »Zur Zeit nutzen nur
300 Zusteller die Stirnlampe«, erläutert Dieter Maurer.
»Die Stirnlampe ist nicht für alle Zusteller optimal. Beim
Zustellen mit dem Auto bringt die Stirnlampe keine
Vorteile. Wir gehen aber davon aus, dass mit Beginn der
dunklen Jahreszeit die Nachfrage größer wird.«
26 | tag für tag 05 / 05 | Aus der Praxis
Veranstaltungen zum Arbeitsschutz Veranstaltungen
– auch und gerade zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz – sollten interessant gestaltet werden. Die Teilnehmer
wollen nicht nur informiert, sondern auch unterhalten werden.
Im Bereich des Arbeitsschutzes ist dies erfahrungsgemäß
schwierig, denn beim Thema Unfall- und Gesundheitsgefahren sind solide Informationen erforderlich. Es gibt aber auch
zahlreiche Möglichkeiten, die Informationen attraktiv zu verpacken. Diese Erfahrung hat z.B. auch Ulrich Schmidt, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Amcor Flexibles in Hochheim,
gemacht.
[1]
[2]
[3]
[ 1 ] Unterschiedliche Sicherheitsschuhe werden
präsentiert.
[ 2 ] Schutzhandschuhe – für jeden
Zweck die richtigen
auswählen.
[ 3 ] Wie stark
ist der Rücken?
Warum Aktionen zum Arbeitsschutz? Arbeitssi-
Mitmachen motiviert Bei Amcor Flexibles in Hoch-
cherheit und Gesundheitsschutz sind fester Bestandteil
des betrieblichen Alltags, werden aber häufig mit negativen Erlebnissen in Verbindung gebracht. Viele denken
erst dann an die eigene Sicherheit und Gesundheit, wenn
gesundheitliche Beschwerden bereits aufgetreten sind
oder sich ein Unfall ereignet hat.
Veranstaltungen oder Aktionen zum Arbeitsschutz
unterstreichen nicht nur die Bedeutung desThemas, vielmehr können die Mitarbeiter hautnah erfahren, dass
Arbeitsschutz unverzichtbar und nicht als »Arbeitserschwernis« gedacht ist. Viele Betriebe haben mittlerweile
erkannt, dass sicheres und gesundes Arbeiten auch zum
wirtschaftlichen Erfolg beitragen kann. Arbeitsschutzveranstaltungen können auch wie eine Unterweisung
wirken, denn sie motivieren die Mitarbeiter zu sicherheitsbewusstem Verhalten und zeigen ihnen, dass sich
die Unternehmensführung um sie sorgt.
heim sollte im Rahmen eines Betriebsfestes auch der
Arbeitsschutz angesprochen werden. Es stellte sich die
Frage, wie die Informationen einprägsam transportiert
werden können. Eingesetzt wurden gängige Medien:
z. B. Präsentationen mit einem Beamer, Infotafeln oder
Plakate. Auch spezielle Exponate sollten Unfall- und
Gesundheitsgefahren vor Augen führen, z.B. eine Puppe,
die unter herabgestürzten Kisten begraben war.
Besonders geeignet ist alles, was zum Mitmachen
animiert oder die Mitarbeiter persönlich interessiert, u.a.:
Brandschutz-Übungen mit der Feuerwehr
Geschicklichkeitsparcours für Hubwagen
Test der Rückenmuskulatur und Rückentraining
Stresskammer
Gewinnspiele
Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, z. B.
Fahrsimulatoren des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, die gemietet werden können.
Aus der Praxis | tag für tag 05 / 05 | 27
[ 4 ] Geschicklichkeitsparcours für
Handhubwagen.
[ 5 ] Die Stresskammer demonstriert, wie äußere
Einflüsse das Reaktionsvermögen und
die Konzentration
beeinflussen.
[5]
[4]
[6]
Was ist bei der Organisation zu beachten? Die
Vorbereitung einer derartigen Veranstaltung erfordert
einiges Engagement. Bei Amcor Flexibles in Hochheim
wurde die Veranstaltung von einem sechs Mitarbeiter
umfassenden Team vorbereitet. Die Planung und Vorbereitung dauerte insgesamt mehrere Monate. Der Personalaufwand hing mit dem umfangreichen Programm
zusammen, das man sich vorgenommen hatte. Vorgesehen war dabei auch die Unterstützung durch Gäste,
u. a. zwei Krankenkassen, Lieferanten von Schutzhandschuhen, Sicherheitsschuhen und der Berufsgenossenschaft. Nach der Festlegung der Örtlichkeiten, des groben Rahmens und der Auswahl der Themen wurde ein
Konzept als Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung erarbeitet. Nach der Zustimmung begann die
inhaltliche Ausarbeitung der Themen.
Die Themen Die Auswahl der Themen orientierte sich
an den Schwerpunkten des Betriebes. Häufig werden
die Themen Gefahrstoffe, Hand- und Hautschutz, Heben
und Tragen sowie Brandschutz ausgewählt. Weitere
Themen könnten sein: Ergonomie beim Sitzen, Bildschirmarbeit oder Verkehrssicherheit.
Zu empfehlen ist, sich auf wenige Themen zu begrenzen, auch wenn mit jedem Thema die Chance steigt,
möglichst alle Mitarbeiter zu erreichen. Abgesehen von
dem Zeitaufwand für die Vorbereitung brauchen die
Mitarbeiter auch während der Veranstaltung mehr Zeit,
sich über alle Themen zu informieren.
Unterstützung durch die Berufsgenossenschaft
Die Berufsgenossenschaft hilft bei der Vorbereitung
und Durchführung. Interessierte Betriebe können sich
direkt an den zuständigen Technischen Aufsichtsbeamten
wenden. Er kennt den Betrieb, kann die Themen mit auswählen und koordiniert die Bereitstellung von Themenwänden sowie Infomaterial und kann weitere Anregungen
geben.
[ 6 ] Ulrich Schmidt,
(3. v. l.) Fachkraft für
Arbeitssicherheit,
war maßgeblich an
der Organisation
der Veranstaltung
beteiligt.
Fotos: Werksfotos
Amcor Flexibles,
Hochheim
28 | tag für tag 05 / 05 | Aus der Praxis
Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle in Wellpappebetrieben In Wellpappebetrieben sind Stolpern, Rutschen
und Stürzen häufige Unfallursachen. Das zeigen auch die
Unfälle der Firma SCA in Minden. Sturzunfälle, vor allem auf
nicht angetriebenen Rollenbahnen, führten immer wieder
zu langen Ausfallszeiten der Mitarbeiter. Der Umstieg auf
Kunststoffkettenförderer hat dazu beigetragen, die Stolper-,
Rutsch- und Sturzunfälle erheblich zu reduzieren.
Auf den Kunststoffkettenförderern
können Wellpappestapel ohne Palette
transportiert werden.
Aus der Praxis | tag für tag 05 / 05 | 29
Sturzunfälle auf Rollenbahnen Die Wellpappe wurde
mit angetriebenen und zum Teil auch nicht angetriebenen
Rollenbahnen von einer Verarbeitungsstation zur nächsten transportiert. Probleme gab es immer wieder, wenn
Mitarbeiter die Rollenbahnen zur Störungsbeseitigung
betreten mussten. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn
Packzettel angebracht werden oder wenn Stapel mit
schmalen Zuschnitten umkippen und wieder aufgerichtet
werden müssen. Hier kam es häufiger zu Sturzunfällen
der Mitarbeiter, vor allem auf nicht angetriebenen Rollenbahnen. Besonders Unfälle mit Bänderverletzungen führten zu langen Ausfallzeiten der Mitarbeiter. Auch die
Sicherheitsschuhe, die in dem Betrieb seit Jahren
im Produktionsbereich konsequent getragen werden,
hatten kaum positiven Einfluss auf die Unfallfolgen.
Neue Wellpappenanlage ermöglicht Verbesserungen Als eine neue Wellpappenanlage installiert
wurde, musste auch die gesamte innerbetriebliche
Logistik neu geplant werden. Der Materialfluss musste
beschleunigt werden, um die Geschwindigkeit der neuen
Wellpappenanlage ausnutzen zu können. Es ergab sich
für den Betrieb die Chance, auf die vergleichsweise
neue Technologie der Kunststoffkettenförderer umzusteigen. Nach intensiven Diskussionen und Überlegungen über das neue Konzept entschied man sich für den
Einsatz von Kunststoffkettenförderer zum Transport
der Wellpappenzuschnitte.
Kunststoffkettenförderer: verbesserter Materialfluss und gute Begehbarkeit Die Vorteile: Kunststoffkettenförderer ermöglichen einen gleichmäßigen,
ruckfreien Transport der Wellpappestapel ohne Palette.
Dies schont das Material und reduziert den Ausschuss
erheblich.
Gleichzeitig sinkt die Gefahr, dass ein Stapel umkippt
oder verrutscht. Die Mitarbeiter müssen weniger eingreifen, um Störungen zu beseitigen. Unabhängig davon
sind die Kunststoffkettenförderer wesentlich besser
begehbar als Rollenbahnen. Denn: Ein Begehen der
Bänder ist immer noch erforderlich, um Packzettel anzubringen oder Musterbogen von den fertigen Stapeln
zu entnehmen.
Seit einem Jahr keine Sturzunfälle mehr Nachdem die neue Technik mittlerweile ein Jahr in Betrieb
ist, zieht Willi Pohlmann, Fachkraft für Arbeitssicherheit, eine erste Bilanz: »Seit der Einführung der Kunststoffkettenförderer hatten wir keine Sturzunfälle im
Bereich des Wellpappentransports. Das Begehen der
Transportbänder ist heute nahezu gefahrlos möglich.
Besonders positiv wirkt sich der Einsatz der Kunststoffkettenförderer im Bereich der Umreifungsmaschinen
aus. In diesem Bereich müssen die Bänder regelmäßig
zum Auflegen von Kantenschutz begangen werden.
Dies war bei den alten Rollenbahnen deutlich
gefährlicher.«
[ Wr ]
[ 2 ] Beim Begehen
der Kunststoffkettenförderer ist das
Risiko, zu stolpern
oder zu stürzen,
vergleichsweise
gering.
[ 3 ] Kunststoffkettenförderer werden
überall dort eingesetzt, wo es technisch machbar ist.
[ 4 ] Dort, wo Wellpappestapel in zwei
Richtungen bewegt
werden müssen,
sind Rollenbahnen
unverzichtbar.
Fotos: Frey, Egling
[2]
[3]
[4]
B G / DV R- J A H R E SA K T I O N 2 0 0 5
Draengeln?
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Alle Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Bei der Verlosung sind der Rechtsweg sowie der Umtausch oder eine Barablösung ausgeschlossen.
Dichtes Auffahren, Lichthupe,
Dauerblinken – Drängler
begehen eine Nötigung, also eine
Straftat. Und sie fahren höchst gefährlich. Sie setzen andere unter Druck
und provozieren so Fahrfehler. Wer
zu dicht auffährt, hat im Notfall keine
Chance zu reagieren. Faires Verhalten zeigt sich in ausreichendem
Sicherheitsabstand zum Vordermann.
1_
Je dichter der Verkehr wird,
desto wichtiger wird das
Zusammenspiel unter den Verkehrsteilnehmern. „Danke!“ Schon kleine
Gesten – freundliche Zeichen – können dazu beitragen, das Verständnis
untereinander zu verbessern.
Suchen Sie in den nummerierten Absätzen die richtigen
Begriffe für das Kreuzworträtsel. Die Ziffern aus dem
Rätsel ergeben anschließend
4
das Lösungswort.
10
12
2_
2
6
F A I R
F
R
E
U
N
D
3
7
6
S
I
C
H
R E C H T
Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer, Senioren, Menschen
mit Behinderungen und Kinder sind im
Straßenverkehr besonders gefährdet.
Pkw- und Lkw-Fahrer sollten daher in
Wohn- und Geschäftsstraßen, im Bereich von Schulen und bei der Kreuzung von Radwegen besonders wachsam und vorsichtig sein und auf
schwächere Verkehrsteilnehmern
Rücksicht nehmen.
Verkehrslärm und Arbeitslärm
erhöhen das Risiko für HerzKreislauf-Erkrankungen. Rund 16
Prozent der Bevölkerung fühlen sich
durch Verkehrslärm belastet. Ein umweltfreundlicher Fahrstil und die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen können dazu beitragen, die
Lärmbelästigung zu minimieren.
4_
Auf deutschen Straßen gilt
das Rechtsfahrgebot. Wer
langsam auf der linken Spur fährt,
obwohl er nach rechts wechseln
könnte, behindert andere und provoziert gefährliche Situationen. Bei
anderen Verkehrsteilnehmern löst er
Ärger und Frustration aus, und das
kann wiederum einen aggressiven
Fahrstil zur Folge haben.
5
S
I
C
H
E
R
11
8
3_
1
9
1
2
Z
E
I
C
H
E
N
5
4
3
Einsendeschluss ist der
31.12. 2005
5_
Aus Zeitdruck und Bequemlichkeit parken bzw. halten
viele Verkehrsteilnehmer in zweiter
Reihe und stören so den Verkehrsfluss.
Um das Klima auf unseren Straßen zu
verbessern, sollte jeder versuchen, andere so wenig wie möglich zu belästigen oder zu behindern. Fairness muss
im Verkehr immer Vorrang haben.
6_
Die Lösung lautet:
So können Sie teilnehmen:
» per Postkarte an: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Postfach 4445,
53244 Bonn
» per E-Mail an: [email protected]
» im Internet unter: http://jahresaktion2005.dvr.de
Nennen Sie das Lösungswort, Ihren Namen und Ihre Adresse sowie den
Namen Ihrer Firma. Ihre Einsendung ist nur gültig, wenn Sie auch Ihre
Berufsgenossenschaft nennen.
Betriebe können die ausgefüllten Postkarten auch als Sammelsendung
an den DVR schicken.
Achtung
Aquaplaning!
Bei Regen droht gerade auf Autobahnen Gefahr durch Aquaplaning.
Ein Wasserfilm auf der Straße nimmt den Reifen den Griff und das
Fahrzeug wird schnell manövrierunfähig.
So reagieren Sie richtig:
Kupplung treten
Lenkbewegungen vermeiden
möglichst nicht bremsen
warten, bis die Räder wieder Kontakt zur Fahrbahn haben